Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die Strafzahlungen gegen den Raiffeisenverband, die Raiffeisen-Landesbank und eine Reihe von Raiffeisenkassen wurden annulliert.
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Die Strafzahlungen gegen den Raiffeisenverband, die Raiffeisen-Landesbank und eine Reihe von Raiffeisenkassen wurden annulliert.
Das Verwaltungsgericht Latium hat die von der Wettbewerbsbehörde gegen Raiffeisen verhängte Verwaltungsstrafe in Höhe von 26 Mio. Euro annulliert. Allerdings kann dagegen noch Rekurs eingelegt werden.
2014 hatte die italienische Wettbewerbsbehörde aufgrund einer Eingabe der Verbraucherzentrale Südtirol gegen Raiffeisen ein Verfahren eingeleitet. Dem Raiffeisenverband, der Raiffeisen-Landesbank sowie den Raiffeisenkassen Bruneck, Eisacktal, Bozen, Meran, Lana, Kastelruth-St. Ulrich, Überetsch, Wipptal, Algund, Prad-Taufers, Tauferer-Ahrntal, Deutschnofen-Aldein und Schlanders wurde eine unerlaubte Kartellbildung vorgeworfen. Stein des Anstoßes war der Austausch, den die einzelnen Raiffeisenkassen untereinander und im Rahmen des Verbandes pflegten. In ihrer Entscheidung bestätigte die Behörde ihre Vorhaltungen und verurteilte Raiffeisen zu einer Verwaltungsgeldbuße von insgesamt
über 26 Mio. Euro. Der Betrag wurde der Behörde überwiesen, und gleichzeitig wurde Rekurs vor dem zuständigen Verwaltungsgericht Latium eingelegt. Am 8. März 2017 fand in Rom im Rahmen einer öffentlichen Anhörung die Verhandlung des Rekurses statt.
Die freudige Nachricht platzte übrigens mitten in eine Tagung der Geschäftsführer der Raiffeisenkassen, die den Entscheid des Verwaltungsgerichts mit spontanem Applaus
Am 20. April hatte der Raiffeisenverband dann über seine Anwälte erfahren, dass das Urteil veröffentlicht wurde. Darin folgten die Richter am Verwaltungsgericht den Argumenten von Raiffeisen und annullierten die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde. Ganz ausgestanden ist die Sache für Raiffeisen allerdings noch nicht. „Die Wettbewerbsbehörde kann innerhalb von 90 Tagen Rekurs gegen den Richterspruch einlegen, in diesem Fall geht der Ball weiter zum Staatsrat“, erklärt Generaldirektor Paul Gasser. Trotzdem ist die Erleichterung vorerst groß. „Raiffeisen nimmt das Urteil mit Freude und Genugtuung zur Kenntnis“, sagt Verbandsobmann Herbert Von Leon.
weinstra enwochen

Vergangene Woche wurden die WeinstraßenWochen eröffnet.
Von 22. April bis 10. Juni finden in 16 Gemeinden rund um Bozen und entlang der Südtiroler Weinstraße die 11. WeinstraßenWochen (www.suedtiroler-weinstrasse.it) statt. Auf dem Programm stehen Verkostungen, Wanderungen und kulinarische Rundgänge, Weinseminare, Winepartys, und die regionale Küche in Südtirols Süden ist dabei stets eine treue Begleiterin. Den Auftakt bildete am 22. April der Tag des Weines in Eppan. Dazwischen gibt es die Blauburgundertage, Tirolensis ARS VINI, die Verkostung der Kalterersee-ChartaWeine, die Südtiroler Wineparty, die Terlaner Urbansnacht und andere Veranstaltungen mehr. Den Höhepunkt bildet die „Nacht der Keller“ am 10. Juni, wenn insgesamt 15 Weingüter und Kellereien in der Weinstadt Bozen und in Eppan, der größten Weinbaugemeinde Südtirols, ihre „Schatzkammern“ öffnen und zur Verkostung laden.
quittierten. Bei der Tagung wurden die definitiven Bilanzergebnisse des Geschäftsjahres 2016 vorgestellt. So können die Südtiroler Raiffeisenkassen samt Raiffeisen-Landesbank trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf durchaus positive Ergebnisse verweisen. „Wir dürfen mit dem abgelaufenen Jahr sehr zufrieden sein, auch mit Blick auf die Entwicklung der italienischen Banken, die insgesamt negativ abschließen“, sagte Verbandsobmann Herbert Von Leon.
So beläuft sich der Überschuss im Geschäftsjahr 2016 auf 69,2 Mio. Euro, die Kundeneinlagen sind um 5,7 Prozent auf 11,6 Mrd. Euro angewachsen, und die Ausleihungen sind um 2 Prozent auf 10 Mrd. Euro gestiegen. „Die Zahlen sind insgesamt sehr ermutigend, auch wenn es Unterschiede zwischen den einzelnen Raiffeisenkassen gibt“, sagte Generaldirektor Paul Gasser zu den Ergebnissen. Mit einer Bilanzsumme von insgesamt 17,4 Mrd. Euro (knapp + 10 %) weist die Raiffeisen-Geldorganisation die weitaus höchste Bilanzsumme unter den Südtiroler Lokalbanken auf. Das Eigenkapital beläuft sich auf rund 2,2 Mrd. Euro und beträgt damit knapp 13 Prozent der Bilanzsumme, was einer sehr hohen Eigenkapitalquote entspricht. Besonders

Erleichtert: Generaldirektor Paul Gasser und Verbandsobmann Herbert Von Leon
erfreulich sei, dass die zahlungsunfähigen Ausleihungen um 8,6 Prozent zurückgegangen sind. Das Verhältnis der zahlungsunfähigen Kredite zu den gesamten Ausleihungen beträgt 2,66 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt des italienischen Bankensystems von etwa 10 Prozent. Bei der Tagung im Raiffeisenhaus wurde zudem auch über den aktuellen Stand zur Reform im Raiffeisensektor informiert. So wurden mittlerweile die von der Banca d’Italia geforderten Änderungen an den zu Jahresbeginn eingereichten provisorischen Dokumenten (Verbundvertrag, Musterstatut usw.) vorgenommen und die Pflichten und Aufgaben der Landesbank als künftiges Spitzeninstitut zusätzlich präzisiert.
Im Rahmen einer Mitarbeitertagung stellte der Raiffeisenverband unlängst sein aktualisiertes Notfall- und Krisenmanagement vor.
Wenn in einem Unternehmen Feuer ausbricht, sind nicht nur die Mitarbeiter in Gefahr. Auch die internen Abläufe, Geschäftsprozesse und die wirtschaftliche Existenz eines Unternehmens sind bedroht. In vielen Betrieben gibt es daher ein Notfall- und Krisenmanagement.
Verpflichtungen. Mittlerweile wurden drei Handbücher zum Thema Notfallmanagement im RVS ausgearbeitet: Krisenhandbuch, Notfallhandbuch und BCM-Handbuch. Nun steht die Implementierung bevor und soll bis Mitte des Jahres umgesetzt werden.
Mehr Infos zum Programm der 11.
WeinstraßenWochen

Mit dem Business Continuity Management (BCM) hat der Raiffeisenverband Südtirol (RVS) das interne Krisenmanagement überarbeitet und angepasst. Bei einer Mitarbeitertagung stellten Markus Prast, Leiter der Hauptabteilung Unternehmensservice, und Franz Thaler, Verantwortlicher für den Bereich Arbeitssicherheit, die wichtigsten Inhalte vor.
Ziel von BCM ist es, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern und mithilfe von vorab definierten Abläufen zu garantieren, dass die wichtigen Geschäftsprozesse auch in Krisensituationen oder Notfällen weiter aufrechterhalten bleiben oder innerhalb einer tolerierbaren Ausfallzeit wiederhergestellt werden. Oberste Priorität haben dabei die Sicherstellung der Betriebsfortführung und die Erledigung von gesetzlichen und vertraglichen

Markus Prast (rechts im Bild) und Franz Thaler erläuterten das interne Krisenmanagement.
Die genossenschaftlichen Waren- und Dienstleistungsunternehmen in Bayern haben das Geschäftsjahr 2016 mit dem besten Ergebnis seit fünf Jahren abgeschlossen.
Die 1018 Betriebe erwirtschafteten mit rund 18.700 Mitarbeitern in der Summe einen Gewinn von 273 Mio. Euro vor Steuern, der um knapp 59 Mio. Euro (+27,4 Prozent) über dem Vorjahreswert lag. Diese und andere Zahlen teilte der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) im April bei einem Pressegespräch in München mit. Der Genossenschaftsverband Bayern, mit dem der Raiffeisenverband Südtirol gemeinsam mit dem Raiffeisenverband Tirol seit 1993 ein Kooperationsabkommen hält, vertritt die Interessen von 1278 genossenschaftlichen Unternehmen mit insgesamt rund 51.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Mitgliedern.
Positiv wirkten sich im Jahr 2016 insbesondere auch die gestiegenen Erträge bei Energiegenossenschaften und gewerblichen Genossenschaften im IT-Bereich aus. Der Gesamtumsatz nahm leicht um 108 Mio. Euro (0,9 Prozent) auf 11,9 Mrd. Euro ab, weil die Preise für Milch und Agrarerzeugnisse im Jahresverlauf teils erheblich unter Druck standen.
Größere Einheiten
„Genossenschaften bereichern die bayerische Wirtschaft“, machte GVB-Präsident Jürgen Gros bei der Präsentation der Geschäftszahlen deutlich. Die Waren- und Dienstleistungsunternehmen seien in 35 Wirtschaftszweigen aktiv und repräsentierten damit eine „breite unternehmerische Vielfalt“. Gros wies aber auch auf anstehende Veränderungen in einzelnen Branchen hin, die sich auf die Mitglie-
Genossenschaftsverband Bayern
derbasis des GVB auswirken werden. So werden sich in der Milchwirtschaft Liefergenossenschaften zu größeren Einheiten zusammenschließen. Dieser Trend zeigt sich auch bei Trocknungsgenossenschaften, die Grünfutter produzieren. Gros machte jedoch deutlich, dass Marktveränderungen auch Chancen bieten: Zum Beispiel erschließe die wachsende Nachfrage nach regionalen und gentechnikfreien Lebensmitteln neue Absatzpotenziale für Genossenschaften, die Milchprodukte, Fleisch, Gemüse oder Wein herstellen.
GVB-Präsident Gros hob besonders auch den Stellenwert der genossenschaftlichen Organisation für den Agrarsektor hervor: „Genossenschaften und Landwirtschaft sind seit jeher eng verbunden.“ So seien 60 Prozent der bayerischen Milchbauern Mitglied einer Genossenschaft. Zudem werde ein Viertel der im Freistaat vermarkteten Getreideernte (2016: 1,1 Mio. Tonnen) an 155 Standorten des bayerischen Raiffeisen-Warengeschäfts erfasst. Gros wies darüber hinaus auf die starke Stellung der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreditgeschäft mit der Landwirtschaft hin. Ihren Marktanteil haben die Institute in den vergangenen zehn Jahren um sieben Prozentpunkte auf 64 Prozent ausgebaut. „Die Genossenschaftsbanken sind der wichtigste Finanzierungspartner der Landwirte im Freistaat“, stellte Gros klar.
Hohe Bedeutung der genossenschaftlichen Organisation für die bayerische Landwirtschaft


Milchgenossenschaften
60 % der Milchbauern in Bayern sind Mitglied einer Milchgenossenschaft und bringen sich intensiv auf allen Stufen der Wertschöpfung ein. Fünf Millionen Tonnen Milch gehen pro Jahr durch genossenschaftliche Hände.


Genossenschaftliche Unternehmen im Raiffeisen-Warengeschäft
2 % der in Bayern vermarkteten Getreideernte wird im Raiffeisen-Warengeschäft gehandelt. Das entspricht 1,1 Millionen Tonnen Getreide, die an 1 Standorten erfasst werden.


Bayerische Volksbanken und Raiffeisenbanken
6 %
aller Kredite an die bayerische Landwirtschaft stammen von bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Sie vermitteln außerdem % der Förderdarlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Damit sind sie uneingeschränkter Marktführer.

Seit Februar leitet Karl Heinz Tscholl als neuer Geschäftsführer die Raiffeisenkasse Latsch. Er folgte auf Josef Ortler, der nach 36-jähriger Tätigkeit, davon 13 Jahre als Geschäftsführer der Bank, in den Ruhestand getreten ist. Karl Heinz Tscholl war viele Jahre Marktleiter in der Raiffeisenkasse Naturns und hat 13 Jahre Erfahrung als Vizedirektor, Firmenkundenbetreuer und Berater in der Raiffeisenkasse Latsch gesammelt.
Peter Gasser ist neuer Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Sarntal. Er folgt auf Reinhard Kofler, der nach über 42 Arbeitsjahren in der Raiffeisenkasse, davon über 23 Jahre als Geschäftsführer, mit 31. März in den Ruhestand getreten ist. Peter Gasser war viele Jahre bei der Südtiroler Volksbank, wechselte 2003 als Geschäftsführer zur Raiffeisenkasse Karneid-Steinegg und wurde 2009 Geschäftsführer der Raiffeisenkasse SchlernRosengarten. Ab 2007 war Gasser zwei Legislaturperioden Bürgermeister von Natz-Schabs. Nach der Rückkehr aus dem politischen Wartestand war er als Marktleiter in der Raiffeisenkasse Welschnofen tätig, die mit Jahresende 2016 in die Raiffeisenkasse Schlern-Rosengarten inkorporiert wurde. Seit Anfang 2017 ist Gasser nun bei der Raiffeisenkasse Sarntal.
weiterbildung
Neun neue Mitarbeiter von Raiffeisenkassen und des Raiffeisenverbandes haben kürzlich im Bildungshaus Kloster Neustift und im Raiffeisenhaus eine umfassende Grundausbildung absolviert. Dabei holten sich die Teilnehmer das Rüstzeug für einen erfolgreichen Einstieg in die Raiffeisenwelt. Im Mittelpunkt der von der Abteilung Bildungswesen organisierten Ausbildung stand vor allem die praxisbezogene Vermittlung von Grundkenntnissen im Bankenbereich. Experten der Raiffeisenorganisation informierten über wesentliche Bankgeschäfte und nahe Rechts- und Wirtschaftsthemen wie Erbschaft und Datenschutz bis hin zur Vorsorge und Versicherung. Die Ausbildung schloss mit einer Prüfung ab, welche die Kandidaten mit Bravour gemeistert haben.

Die Teilnehmer mit Referent und Prüfer Manuel Venturi
Im Rahmen der Informationsreihe „Forum Reform“ informierten sich die Mitarbeiter der Raiffeisen Geldorganisation Mitte April über den Stand der Bankenreform.

Interesse der Raiffeisen-Mitarbeiterschaft an der Bankenreform: im Bild die Veranstaltung
Das Interesse an den Veranstaltungen in Bozen, Bruneck, Brixen, Schlanders und Algund war groß. Allein im Waltherhaus Bozen folgten über 350 Mitarbeiter den Ausführungen der Referenten. Dort begrüßte Martina Krechel, Direktorin der Raiffeisenkasse Schlern-Rosengarten, die Anwesenden und brachte das Ziel der Informationsveranstaltungen auf den Punkt: Information aus erster Hand zu liefern und Bewusstsein für die Veränderung schaffen.
Verbandsobmann Herbert Von Leon bezeichnete die autonome Bankengruppe für Südtirol als „historische Weichenstellung“. Nun müssten alle Maßnahmen getroffen werden, damit eine erfolgreiche Umsetzung gelingt und die Genehmigung seitens der Banca d’Italia erteilt wird.
Landesbank-Präsident Michael Grüner betonte, dass die Änderung des Bankenmodells in Südtirol notwendig sei, damit die Stärken der Raiffeisenorganisation – das gut ausgebaute, kapillare Netz und die Nähe zum Kunden – auch in Zukunft erhalten bleiben können.
Raiffeisenverband-Generaldirektor Paul Gasser zeigte auf, dass aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen die Banken nicht nur in Italien, sondern auch in den benachbarten EU-Ländern mit struk-
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck
Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13. 4. 1984, Nr. 13/84
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni
(Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945454, rvs.unternehmenskommunikation@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
turellen Reformen konfrontiert seien. Er ging auf die Kernpunkte der Reform ein und erläuterte das Zukunftsbild der Raiffeisenkassen.
Stabilität bleibt das Hauptziel
Zenone Giacomuzzi, Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank, erläuterte die Aufgaben der Raiffeisen-Landesbank als künftiges Spitzeninstitut der Raiffeisengruppe Südtirol. Das Hauptziel der anstehenden Reform bleibe der Erhalt der Stabilität der gesamten Gruppe. In Bezug auf den operativen Start meinte Giacomuzzi, dass sich der ursprünglich angepeilte Termin mit 1. Jänner 2018 aus heutiger Sicht auf April oder Juni 2018 verschieben werde. Josef Grüner, Vizedirektor der Raiffeisen-Landesbank, erklärte die allgemeine Projektorganisation und die Tätigkeit der insgesamt 13 Arbeitsgruppen, in denen derzeit über 120 Mitarbeiter von 26 Raiffeisenkassen tätig seien.
Raiffeisenverband-Vizedirektor Christian Tanner informierte darüber, dass es derzeit noch keine Besetzungspläne gebe und verwies auf die guten Gespräche mit den Sozialpartnern. Derzeit würden die Verantwortlichen in der Raiffeisenorganisation an gesellschaftlich tragfähigen, betriebswirtschaftlich und sozial vertretbaren Lösungen für die Mitarbeiter arbeiten.
Raiffeisen Nachrichten
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