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12Z039332 M - P.b.b. - Verlagspostamt 1110 Wien

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3,10

Mai 2013 magazin-city.at

Architektur und Baukultur

Bauen als Ausdruck einer Zivilisation

Leben und leben lassen

Warum man sich Architekturwettbewerbe antut

Sprechen, zeigen, lesen

Architekturvermittlung in Wien

Transit-oriented Rezoning New York soll grĂźner werden

City 2013-2.indd 1

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talk

Aus dem Inhalt

Architekten: Hört auf, nur in Bauwerken zu denken!

talk

Baukultur – eine Ansichtssache Leben und Leben lassen – Kampfarena Wettbewerbe

2 4

architecture Architekturvermittlung in Wien Auf den Spuren österreichischer Architektur

7 8

planning

Erlebnisraum Wasser Das Neue Stadthaus

11 12

design Ikone im Wandel – Salone Mobile Mailand

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international New York: Big Green Apple

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I m p r e s s u m : Herausgeber Bohmann Druck und Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG ­Geschäftsführung Drin. Gabriele Ambros, Gerhard Milletich Verleger Bohmann Druck und Verlag, GesmbH & Co. KG, A-1110 Wien, ­Leberstraße 122 Verlagsleitung Mag. Patrick ­Lenhart Chefredaktion Roland Kanfer ­Autorinnen und Autoren ­DI Ilse Huber, DI Barbara Jahn-Rösel, Anna Klerdorf, Dr.  Iris Meder, Norbert Philipp, ­ Lektorat: Roland Kanfer Anzeigenleitung Peter Mayer­ (p.mayer@bohmann.at) Assistenz Redaktion und Anzeigen Michaela Kern (city@ bohmann.at; Tel. 740 95-556) Vertriebsleitung Angelika Stola (a.stola@bohmann.at; Tel. 740 95-462) Aboverwaltung abo@ bohmann.at; Tel. 740 95-466 Layout & Produktion Thomas W ­ eber Hersteller Druckerei Berger, Wienerstraße 80, A-3580 Horn. Die Zeitschrift City ist ein unabhängiges Medium für ­Architektur, Stadtentwicklung, Design und Urbanität. Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Coverfotos: Kölner Dom, © iStockphoto New York, Central Park, © Roland Kanfer

„Müssen Architekten noch zeichnen können?“ Ist die Freihand-Skizze als Entwurfs­tool noch zeitgemäß? Diese elementare Frage stellt das deutsche Architekturmagazin „Baumeister“ in seiner jüngsten Ausgabe sich und einigen Architekten. Wenig erstaunliches Ergebnis der Umfrage: Ja, natürlich sollten sie das. Denn die Freihand-Skizze sei als intuitives Wechselspiel zwischen Kopf und Hand und als Transportmittel von Emotionen unverzichtbar. Gleichzeitig wird aber beklagt, dass das Zeichnen mit Bleistift und Papier heute nicht mehr gelehrt werde, dass der computergerenderte Entwurf, der die flotte Skizze ersetzt hat, aufgrund seines Darstellungscharakters den noch unfertigen Ideen und gestalterischen Visionen eine trügerische Präzision verleiht, von der man im Nachhinein nur schwer abrücken kann.

Herausforderungen Die traditionsreiche Kunst des Freihandzeichnens weiterzutragen und am Leben zu erhalten, wird also eine Herausforderung für die Architekturschulen sein. Doch es ist nicht die einzige, mit der sich der Berufsstand der Pla-

ner in den nächsten Jahren auseinandersetzen wird müssen: Baukunst, Bautechnik, Bauphysik, Bauzeiten, Baustoffe und ihre Umweltauswirkungen, altersgerechtes Planen, wirtschaftliche Machbarkeit – und nicht zuletzt das so sehr strapazierte Wort von der „Nachhaltigkeit“ und dem Denken in Gebäude-Lebenszyklen – all das unter einen Hut zu bringen, dazu braucht es Planer, die nicht bloß den Spagat beherrschen, sondern die Kunst des Verrenkungs-Gesellschaftsspiels Twister.

Alles ist Architektur Ist Architektur also nur ein Job für Visionäre und Idealisten? Wer tut es sich heute noch an, sich zum Architekten ausbilden zu lassen und warum? Und weshalb stürzen sich vorwiegend junge, hungrige Architekten in das Abenteuer Wettbewerb, leben Tag und Nacht mit und für ihr Projekt, buttern Energie, Zeit und auch Geld hinein, mit der rechnerisch minimalen Chance, den Wettbewerb zu gewinnen – von einer Beauftragung noch gar nicht zu reden –, dafür aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, am Ende in mehrfacher Hinsicht leer dazustehen?

Archiv

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Vielleicht ist es der der Wunsch des Menschen, die Umwelt mit Hilfe der Architektur zu erschaffen und zu bestimmen. „Alles ist Architektur“ schrieb Hans Hollein 1967. Echte Architektur unserer Zeit sei im Begriff, sich neu zu definieren, meint der Wiener Architekt. Dazu müssten Architekten aber aufhören, nur in Bauwerken zu denken, so Hollein. Anmerkung: Zeichnen sollten sie aber trotzdem können!

Viel Freude beim Lesen wünscht

Roland Kanfer

Baukultur – eine Ansichtssache Jede Zivilisation  bringt ihre eigene Kultur hervor, die sich in Wort, Bild und Raum niederschlägt und Identität ausdrückt. Beim Bauen sollte das doch auch so sein, oder? I ilse huber

D

ie Art wie wir Bauwerke und Räume planen, bauen oder sanieren, stellt unsere gesellschaftliche Antwort [...] und die Zukunft unseres Gemeinwesens dar“, schreibt der Politiker

und Staatssekretär Josef Ostermayer im zweiten und zugleich jüngsten Baukulturreport 2011 im Vorwort. Bauen gibt Obdach, Bildung, Arbeit und seine Ergebnisse zeugen von menschlichen Umgangsformen. Es ist eben nicht

egal wie und wo sich Menschen aufhalten, sonst würden Zelte, Höhlen oder auch Plattenbauten noch immer ausreichen, um die Grundbedürfnisse zu stillen. Aber es sprechen die Steine über jene, die sie einst setzen ließen. Ob Kirche oder Rathaus, ob Universität oder Bahnhof, ob Arbeitersiedlung oder Geschlechterturm - alle Gebäude sind ein Kind ihrer Zeit. Nicht nur, dass es sie gibt – sie also prinzipiell vorhanden sind – sondern auch ihr Aussehen, ihre Materialität und ihre Funktion tragen ein Weltbild in sich. Schneller, stärker, höher scheint auch in der Baukunst ein olympisches Prinzip zu sein. Wie ist es sonst zu erklären, dass es das höchste Haus von wo auch immer in die Schlagzeilen schafft. Oder dass sich die größte Baustelle gerade in XYZ befindet. Oder, dass die schnellste Urbanisierung irgendwo in China passiert. Zeit und Raum sind miteinander korreliert. Egal in welcher Epoche, egal wo auf der Welt.

Viermal so viele ­Einfamilienhäuser Baukultur ist immer ein Kind ihrer Zeit: Londons St. Paul´s Kathedrale (Christopher Wren, 1708) und One New Change (Jean Nouvel, 2010).  Kanfer

Mit der zunehmenden globalen Dynamik, mit der sich Lebensum-



Wilke

> Einen Euro pro ­Einwohner für Baukultur! < Volker Dienst, Sprecher der Plattform Baukultur

felder an die beschleunigten Prozesse anpassen, gibt es da und dort doch den Aufschrei: „So kann es nicht weitergehen!“ Siedlungen fressen sich in die Landschaft, begleitet von Straßen, ­Gewerbezonen und Anlassarchitektur für Shoppingmalls, Sportgroßereignissen oder Flughäfen. „Vor allem im letzten Jahrhundert dehnen wir uns unverhält-


talk  | 3

Baukultur

Es entstand der Beirat für Baukultur im Bundeskanzleramt. Er umfasst 30 Personen und tagt dreimal jährlich. In diesem Beirat wiederum gibt es zwei Arbeitsgruppen, eine, die sich um baupolitische Leitlinien kümmert und eine zweite, die sich für die Einrichtung eines Baukulturfonds einsetzt.

hervorruft: Kanal-, Wasserleitungs-, Straßenbau-, Beleuchtungskosten ...

Kooperative Planungsverfahren

Abgesehen von Aktivitätsansätzen auf hohen Ebenen tragen die Gestaltungsvorschläge aller Planer zu einem Baukulturwandel bei. Ein wesentliches Instrument Planungsleitlinien für sind Wettbewerbe, sagt Walter Stelzhamdie öffentliche Hand mer: „Für viele Planungsaufgaben garanDas klingt alles hoch administriert, doch tiert der offene, anonyme Architekturwetterste konkrete Ergebnisse werden für die bewerb nach wie vor das beste Ergebnis nächste Beiratssitzung und dies obwohl er ein Mitte Juni 2013 erwarenormes Risiko für die tet. Wenn alles nach Teilnehmenden darPlan läuft, soll der Mistellt.“ Dementsprenisterrat noch vor dem chend versuchen alle Sommer das MaßnahInvolvierten neue Wege Der Baukulturreport hat einen ­Beirat für menpaket annehmen. in der Verfahrensgestal­Baukultur ins Leben gerufen.  Volker Dienst erklärt, tung zu gehen. Seit einismäßig aus. Jeder Österreicher verwelche Inhalte in den nigen Monaten werden braucht mittlerweile im Durchschnitt 530 Arbeitsgruppen behanin Wien für schwierige Quadratmeter Fläche für Siedlungs- und delt werden: „Etliche öfstädtebauliche AufgaVerkehrszwecke“, zitiert der ORF-Nachfentliche Einrichtungen ben erstmals neue, sorichtenjournalist Tarek Leitner den Raumwie etwa Innen- und genannte Kooperative planer Wolfgang Lexer in seinem Buch Mut Justizministerium besitVerfahren abgehalten. zur Schönheit. Schon 2008 hat das WIFO zen Bauhoheit, Dabei findet in einem  LarryRRWilliams (Österreichisches Wirtschaftsforschungsins­er­richten sie doch Haftmoderierten Workshop > Wettbewerbe sparen titut) festgestellt, dass sich zwischen den anstalten oder Gerichtsder gemeinsame Pla­Jahren 1980 und 2001 die Anzahl der Eingebäude. Das Verteidiverdammt viel Geld ein! < nungsprozess statt. Die und Zweifamilienhäuser in Niederöstergungsressort unterhält Planenden werden Jakob Dunkl reich vervierfacht hat (103.279 zu ein eigenes Heeresbaunach einem vorgegebequerkraft architekten 459.654). amt, das sehr viele Imnen Ablauf im ­ Dialog Dass Lebensglück oft an die eigenen vier mobilien bewirtschaftet.“ mit einem Kernteam über Direktvergaben Wände gekoppelt ist, könne man dem EinDiese Stellen, aber auch die ÖBB oder die beauftragt. zelnen nicht verübeln, sagt Volker Dienst, ASFINAG sollen Planungsleitlinien erhalHöhere Wettbewerbshonorierung Architekt und Mitautor des Baukulturreten, um die Planungsprozesse effizienter zu Zwar locken Wettbewerbe Architekten, ports 2011: „Denn dann stimmt die indivisteuern. Die öffentliche Hand soll also mit Landschafts- und Raumplaner zum Mittun, duelle gewünschte Vorstellung nicht mit gutem Beispiel voran gehen. So auch in doch irgendwann hat alles seine Grenzen, der angebotenen gebauten Wirklichkeit den öffentlichen Bundesschulen: „Dort sind sagt Architekt Jakob Dunkl vom Büro überein.“ Was soviel heißt, dass Genossendie Kohlendioxidwerte in den KlassenräuQuerkraft: „Der Auftraggeber kann die schaftsbauten in der Beliebtheitsskala beim men noch viel zu hoch“, beklagt Volker beste Variante auswählen. Und die beste ist Schöner-Wohnen weit hinten liegen. Dienst. Mittels Planungsleitlinien sollen in der Regel nicht nur die hübscheste, soneinheitliche Standards umgesetzt werden. Passen Baukultur und ­ dern die funktionalste, diejenige mit der Demokratie zusammen? Fonds für Baukultur sparsamen Kubatur und mit den niedrigeDie Liste von Bausünden ist schier unendDie zweite Arbeitsgruppe Baukulturfonds ren Folgekosten. Dies ist keine leere Belich, jeder kennt Beispiele, selbst wenn sich erarbeitet ein Finanzierungsmodell für bauhauptung, sondern es gibt Studien, die beanhand eines konkreten Objekts Fürspreliche Strategien. Alle Studien und Forstätigen, dass Wettbewerbe verdammt viel cher und Widersacher in die Haare geraten. schungen zum Thema Bauen sollen aus Geld einsparen.“ Sein Fazit lautet, dass die Über die Schönheit lässt sich trefflich streidiesem Topf bezahlt werden. Vor der VerArchitekten bei einer Wettbewerbsteilten. Was muss, darf und soll Baukultur länderung der Wohnbauförderung kamen nahme wesentlich besser bezahlt werden können? Und passen Baukultur und Dediese Gelder vom Bund, der beispielsweise müssen. „Ich spreche von einer mindestens mokratie zusammen? für die Wohnbaufordoppelt so hohen Honorierung als es der„Passen Kultur und Poschung die Mittel zu zeit bei uns üblich ist“, so Dunkl. litik zusammen?“ gibt Verfügung stellte. DerWarten – ein Stück Baukultur Walter Stelzhammer, zeit bekommen die Man kann nicht früh genug anfangen, das Präsident der Kammer Länder einen BudgetKreativitätspotenzial der Jungen auszureider Architekten und Inbrocken zugewiesen, zen. Der Landschaftsarchitekturpreis für genieurkonsulenten für den sie aber nicht Studierende wird alle zwei Jahre von der Wien, Niederösterreich zweckgebunden für ÖGLA (Österr. Gesellschaft für Landschaftsund Burgenland die ihre Wohnbaufördeplanung und Landschaftsarchitektur) ausFrage zurück, um sie rung verwenden müsgelobt und trägt heuer das Motto „Wartedann gleich so zu besen. Die jüngsten Skanräume“. Es geht um Ideen und antworten: „Ja sicher! dale dazu lassen Interventionen in öffentlichen Räumen, die Ein offener Modernigrüßen! mit dem Faktor Zeit zusammenhängen: tätsbegriff impliziert Der Baukulturfonds soll  ArchIng Haltestellen für Öffis, Einlasssituationen für eine demokratische Leauch Pilotprojekte und Veranstaltungen etc. Im Herbst ist Probensweise ebenso wie begleitende Lenkungs> Baukultur und jektabgabe und weil bis dahin ja auch noch ein ausgeprägtes kultumaßnahmen finanzieeiniges an Zeit vergeht, haben die Auslober relles Verständnis und ren. Wie hoch der ­Demokratie passen auch diese Phase einkalkuliert: Interessierte beides gilt es in unserer Fonds dotiert sein soll, ­zusammen! < folgen dem Aufruf zum Warten indem sie Gesellschaft zu wahren, ist noch nicht klar, es Walter Stelzhammer, sich auf die Suche nach persönlichen Wardafür zu kämpfen und werden verschiedene Architektenkammer Wien tezonen machen, sie kennzeichnen und die weiterzuvermitteln!“ Modelle ausgearbeitet, Bilder via facebook verschicken. Sei es als Erstmals wurde die aber Volker Dienst Anregung, Kritik oder Belustigung. Warten Frage nach der Kultur im Bauen im Hohen nennt einen Mindestrichtwert: „Einen Euro – ein Stück Gemeinsamkeit? Nicht zuletzt Haus 2006 diskutiert. Da einigten sich die pro Einwohner.“ Er begründet diese Fordeist auch das ein Teil von Baukultur. ❙ Parlamentarier über die nächsten Aktivitärung damit, dass noch nicht einmal erhoten anlässlich des ersten Baukulturreports. ben wurde, was die Zersiedelung an Kosten

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Wettbewerbe

Leben und leben lassen Architekturwettbewerbe können Sprungbretter in die Oberliga sein: Jugendlicher Mut überflügelt oft erfahrene Bedachtheit. Wettbewerbe sind aber auch Kampfarenen, Raubbau an sich selbst inbegriffen. I barbara jahn Tipp! LOOS. Zeitgenössisch Eine Kooperation von Columbia ­University, New York und MAK Wien Ausstellung im MAK, Stubenring 5, 1010 Wien. noch bis 23. Juni 2013 Di 10:00–22:00 Uhr (ab 18:00 Uhr Eintritt frei), Mi–So 10:00–18:00 Uhr

Der Architekt Adolf Loos setzte es bei den Bauherren durch, den Auftrag für das Haus am Michaelerplatz direkt zu erhalten. 

E

s gibt ungefähr eine Million Dinge, die man über Architekturwettbewerbe sagen könnte. Die Art wie sie ausgeschrieben werden, an wen sie gerichtet sind, wie sie juriert werden, wie sie letztlich entschieden werden. Die grundsätzliche Frage dabei ist allerdings – als Klammer, die alle einzelnen Punkte überspannt – wer diejenigen sind, die von dieser Art Architektur zu machen

tatsächlich profitieren. Nicht immer sind die Verfahren so transparent und eindeutig, wie es sich die Architekten wünschen würden, nicht immer gibt es eine realistische Chancengleichheit, die es allen möglich macht, eine gute Gelegenheit wahrzunehmen.

Fuß in der Tür Wettbewerbe können zweifelsohne ein großartiges Karrieresprungbrett sein. Hat man erst ein-

mal einen gewonnen, hat man sozusagen „einen Fuß in der Tür“. Man ist plötzlich im Gespräch, und je nach Gewichtung des Wettbewerbs wird man national oder sogar international in die Liga der Gewinner aufgenommen. Nach vielen Gesprächen mit Architekten aus verschiedenen Generationen wird klar, dass jeder seine eigene Methode entwickelt. Was allen gemeinsam ist, ist die Routine, die sich einstellt,

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Jeder kennt die Geschichten und Karikaturen rund um das Loos-Haus am Wiener Michaelerplatz. Was vielleicht nicht jeder weiß, ist, dass Adolf Loos ein konsequenter Wettbewerbsverweigerer war. Aber lesen Sie selbst, was der Architekt dazu zu sagen hat: „Als die Firma Goldman und Salatsch daranging, sich ein neues Geschäftshaus zu bauen, schrieb sie eine beschränkte Konkurrenz unter acht Architekten aus. Ich sollte der neunte sein. Allein ich lehnte es ab. Ich weiß sehr wohl, dass das Konkurrenzwesen der Krebsschaden unserer heutigen Baukunst ist; ich weiß, dass niemals der beste Baukünstler prämiert, sondern das Projekt zur Ausführung gelangt, das dem momentanen Empfinden am nächsten kommt. Der Architekt, der seiner Zeit nur um fünf Jahre voraus ist, hat daher bei einer Konkurrenz keine Chance.“ „Über die Fassade wird nicht gesprochen“ „Ich sagte daher zu den Bauherren: Ich arbeite nur auf festen Auftrag. Machen wir einen Kontrakt. Und ich setzte einen

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Kontrakt auf. 1. Wir übertragen den Bau Ecke Kohlmarkt und Herrengasse dem Architekten Adolf Loos. 2. Falls sich jemand findet, der einen besseren Grundriss macht als Adolf Loos, tritt dieser von dem Auftrage zurück. 3. Die Entscheidung über den Grundriss fällen wir. Über die Fassade wird nicht gesprochen. Man gestand mir den Vertrag zu, und so ging ich an die Arbeit.“ „Die Fassade eines u ­ nanständigen Architekten“ Wie bekannt ist, wurde das Loos-Haus errichtet – Adolf Loos hatte außer Konkurrenz den Auftrag b ­ ekommen. Und wurde medial zerrissen. Mit der Entwicklung der Fassade fand die Wettbewerbs­geschichte eine Fortsetzung. Loos schreibt: „Im nächsten Frühjahr ging ich nach Afrika. Während meiner Abwesenheit hatten die Bauherren, die die Zeit immer näher sahen, wo die Stadt ihnen die Schneider´sche Fassade (Anm.: Vorschlag von Stadtrat Schneider) aufpappen wollte, eine Konkurrenz zur Erlangung von Fassadenplänen ausgeschrieben. Die Vereinigung österreichischer Architekten erließ einen Beschluss, wo-

nach jeder anständige Architekt aufgefordert wurde, an dieser Konkurrenz nicht teilzunehmen. Die Bauherren hatten gar keine Veranlassung, die Fassade eines unanständigen Architekten draufgepappt zu bekommen, und die Preisrichter legten ihr Amt nieder. Aber der erste Juli erschien, und das Stadtbauamt unternahm nichts.“ „Da ich bekanntlich von ­Architektur nichts verstehe…“ „Die Fassade des Stadtrats Schneider war unmöglich. Mit ein paar unüberlegten Bleistiftstrichen hatte er meine mühsam erdachte Architektur des Unterbaues ad absurdum geführt. Und so wurde seines angenommen. Ich bin ein starker Mensch, ich hielt es aus, aber mein Magen hielt es nicht aus. (Anm.: Loos erlitt schwere Magenblutungen und erwartete den Tod.) Und da trat das Unerwartete ein. Der amtierende Vizebürgermeister (Anm.: Dr. Porzer) hatte von meinem Zustand vernommen, berief im letzten Moment, am 15. August, eine Stadtratssitzung ein und erwirkte einen Aufschub der ganzen Angelegenheit bis zum ersten Mai. Er hat mir das Leben gerettet. … Langsam bin ich gesundet. Ich

habe manchmal drüber nachgedacht, ob Stadtrat Schneider wirklich der Mann ist, der berufen ist, über meine Fassade zu richten. Gewiss, er hat die Konkurrenz für das Technische Museum gewonnen und führt es auch aus. Da ich aber bekanntlich von Architektur nichts verstehe, so wendete ich mich an zwei deutsche Architekten mit der Bitte, über die Fassade, denn um diese handelt es sich in meinem Falle, über die Fassade des Technischen Museums ein Urteil abzugeben.“ Die Antworten von Ludwig Hoffmann, Geheimer Oberbaurat Stadtbau-Direktor in Berlin, und Professor Martin Dülfer aus Dresden bezüglich Technisches Museum fielen erwartungsgemäß vernichtend aus. Loos: „Als ich das las, wurde ich wieder froh und rasch gesund.“ Zitiert aus „Warum Architektur keine Kunst ist“ – Fundamentales über scheinbar Funktionales, aus dem Kapitel „Mein Haus am Michaelerplatz“

Foto: Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv Austria

Wettbewerbsverweigerer Adolf Loos: Wie man sich der Konkurrenz entzieht und ­trotzdem daran teilnimmt

Memorino, Wikimedia Commons

wenn man bei vielen Wettbewerben mitmacht. Unisono ist man sich aber auch einig, dass man sich auf die so genannte Routine nicht verlassen darf, denn sie verhindert manchmal die nötige Schärfe und das lebensnotwendige Hinterfragen, die einem Projekt den wichtigen letzten Schliff verpassen. Schon manche große Karriere hat mit einem unverhofften Sieg bei einem großen Wettbewerb begonnen, weil der jugendliche Mut die erfahrene Bedachtheit überflügelt hat. Oder es ergab sich wieder ein weiterer Meilenstein eines Büros, das mit seinem jahrzehntelangen Knowhow gepaart mit Innovationskraft überzeugte.

Sinn und Unsinn Wettbewerbe können aber auch spalten und verzweifeln lassen. Manchmal bleiben viele Fragen offen über nicht nachvollziehbare Entscheidungen. Oft aber sind es nicht nur die Fragezeichen, die im Raum stehen bleiben, sondern auch Bedingungen, die so manchen an den Rand seiner Existenz bringen. Vor allem junge Büros, die versuchen, durch Wettbewerbe sich bietende Chancen zu ergreifen, betreiben förmlich Raubbau an sich selbst, oft mit dem Ergebnis, am Ende ohne Auftrag und mit leeren Kriegskassen da zu stehen. Auch wenn man sich nicht romantischen Illu-

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Wettbewerbe 

sionen hingibt, ist eine Niederlage oft schwer verkraftbar. Was nun ist der wahre Sinn eines Wettbewerbs? Ist es das Lukrieren von Aufträgen, ist es, um im Gespräch zu bleiben bei der Jagd nach Trophäen, ist es die Herausforderung, seine Leistung immer wieder aufs Neue unter Beweis zu stellen, oder ist es einfach nur eine Abwechslung im Architektenalltag? Unter dem Strich ist es wahrscheinlich von allem ein bisschen etwas sowie auch eine gewisse Risikobereitschaft, die man dafür einsetzt, um seine beruflichen und ehrgeizigen Ziele – wie immer die Motivationen aussehen mögen - zu erreichen. Stellt sich nun die Frage: Sind Auslober und Architekten, die sich jeweils an der gegenüberliegenden Seite gegenüber stehen, nun Partner oder Gegner? Ist der Wettbewerb eine Kampfarena, wo alle um das nackte architektonische Überleben kämpfen, oder ist er doch ein wertvolles Instrumentarium, das beim Erklimmen der Einkommens- und Karriereleiter behilflich sein kann? Meinungen darüber gibt es so viele, wie es Architekten gibt, von denen sich jeder einzelne herausgefordert fühlt und den Wettstreit annimmt. Persönliche Erfahrungen, Niederlagen und Siege spielen dabei eine große Rolle. Aussterben wird der Wettbewerb sicher nicht, denn der wahre Wettbewerb

Buchtipp!

spielt sich wohl abseits von Auslobung und Jury ab.

Adolf Loos „Warum Architektur keine Kunst ist“ – Fundamentales über scheinbar Funktionales

Ein zwischenmenschliches Dilemma Es gibt aber auch noch die andere Seite: Wer lässt sich auf das Abenteuer „Junger Architekt“ überhaupt ein? Wer empfindet es als Risiko, sich mit jemandem mit „wenig“ Erfahrung auf einen langen Weg zu begeben, der „Realisierung“ heißt? Menschlich betrachtet ist es nur allzu verständlich, wenn man auf Nummer sicher gehen will – schließlich kostet es ja auch eine Kleinigkeit. Anders betrachtet aber würde sich die Architektur niemals weiterentwickeln, würde sie ständig in ihrem eigenen Saft dahinschmoren. Ist das vielleicht die Chance, Partnerschaften zu etablieren, die voneinander profitieren können? Welches große Büro leiht einem Newcomer das vielleicht noch fehlende Knowhow und lässt sich von der Unbeschwertheit anstecken? Und umgekehrt: Welche jungen Architekten gestehen sich ein, dass sie in Sachen Routine und Erfahrung nachrüsten sollten? Ein zwischenmenschliches Dilemma, wie es aussieht, aber bestimmt kein unlösbares. Nach welchen Kriterien soll also ein Wettbewerb gestaltet werden? Kann er jemals für alle gleichermaßen fair sein? Wird es nicht

Metroverlag, Wien 2008, ISBN 978-3902517-79-1, herausgegeben von Peter Stuiber

Schon manche Architektenkarriere hat mit einem Wettbewerbssieg begonnen  iStockphoto

immer so sein, dass der eine etwas bieten kann, was dem anderen (noch) fehlt – Umsatzstärke, Zeitgeist, Motivation, Erfahrung? Worauf es letztlich hinaus läuft, ist ein Leben und Leben lassen, ein Miteinander der Generationen, um der Architekturlandschaft Österreichs innerhalb und außerhalb der Landesgrenzen zu

einer florierenden und vor allem ernst zu nehmenden Zukunftsperspektive zu verhelfen. Den Wettbewerb als „gemähte Wiese“ zu betrachten wäre fatal. Ihn als hoffnungsloses Unterfangen abzuschreiben ebenso. ❙

Die Architektur überdenken Der japanische Architekt Toyo Ito, heuriger Träger des Pritzker-Architekturpreises, erforscht die Beziehung von Mensch und Natur. Auch in Europa hat Ito einiges gebaut. I iris meder

S

eit 1979 wird der PritzkerPreis an Architekten verliehen, deren Tätigkeit, so die Eigendefinition, nachhaltige, signifikante Beiträge zur gebauten Umgebung der Menschheit darstellt. Die Jury entschied sich heuer für den 1941 geborenen Japaner Toyo Ito. Ein Anlass war wohl Itos Beitrag zur letzten Architekturbiennale in Venedig, wo sein mit den jüngeren Kollegen Kumiko Inui, Sou Fujimoto und Akihisa Hirata erarbeitetes Wiederaufbaukonzept für Fukushima den Goldenen Löwen für den besten Länderpavillon erhielt. Laut Ito war das mit Bewohnern der Region konzipierte Projekt für ihn ein Anlass, die Beziehung von Mensch und Natur jenseits in Japan immer noch weitgehend unhinterfragter hochtechnologischer Lösungsversuche neu zu überdenken.

Entmaterialisierte ­Strukturen Kennzeichnend für Ito sind entmaterialisierte Strukturen, etwa beim 1985 gebauten „Pao for the

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Gaudís Casa Mila und das Hochhauspaar Porta Fira in Barcelona.

Frauenmangel unter den Preisträgern

Itos Zwillingstürme Porta Fira bei Barcelona wurden zum schönsten HochhausNeubau 2010 gewählt. Fabian Gasperl

Tokyo Nomad Girl“, dem zeltartigen Haus einer jungen Frau mit an Seilen hängenden Möbeln, oder dem „Tower of Winds“, der auf Wind und Bewegungen in der Umgebung reagiert. Fassaden und statische Systeme werden schwammartig und porös, wie bei der Mediathek Sendai, die dank ihres flexiblen Stützensystems das

Erdbeben von 2011 überstand. Auch in Europa hat Ito mehrere Projekte realisiert – neben einer Installation auf der Expo Hannover 2000 und dem Londoner Serpentine Pavilion des Jahres 2002 u. a. einen Kindergarten in Frank­ furt am Main sowie ein Apartmenthaus mit wellenartiger Fassade gegenüber von Antoni

Der mit 100.000 Dollar dotierte Preis, der laut Richtlinien ohne Ansehen von Nationalität, Ethnie, Religion und Ideologie vergeben wird, muss sich in letzter Zeit den Vorwurf des Sexismus gefallen lassen: Angesichts des Frauenmangels unter den Preisträgern fordert die Architektin Denise Scott Brown eine nachträgliche Würdigung ihres Anteils am gemeinsamen Werk mit ihrem Mann Robert Venturi, der den Preis 1991 erhielt – beide entwickeln seit Jahrzehnten zusammen ihre Theorien, Schriften und Bauten. 2010 erhielt Kazuyo Sejima vom japanischen Büro SANAA mit ihrem Büropartner Ryue Nishizawa den Preis, womit sich die Zahl der Preisträgerinnen auf anderthalb erhöhte: Die 2004 geehrte Zaha Hadid hat nun mit Tausenden anderen eine Petition für Denise Scott Browns Anerkennung unterzeichnet. ❙

Der japanische Architekt Toyo Ito, der am 1. Juni 72 wird.  Yoshiaki Tsutsui

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azu meint der InDie Zukunftssicherheit des InsWir alle kennen das Gefühl, an nungsmeister der tallateur-Berufs ist Robert einem eiskalten Wintertag nach Wiener Installateure, Breitschopf ein ganz besonHause zu kommen und einzutauKommR. Ing. Michael deres Anliegen, ist er doch chen in eine wohlige, wohltemMattes: „Die Installateure sind in als Lehrlingswart dafür zuperierte Atmosphäre, erzeugt dieser langen Zeit zu richtigen ständig, dass sich junge von einer perfekt abgestimmten Wohlfühl-Experten geworden, Menschen heute verstärkt Heizungsanlage. Nicht zu kalt, wenn es darum geht, Wien zur lefür den Beruf interessieaber auch nicht zu heiß. Elektrobenswertesten Stadt der Welt zu ren. Mit unseren Imagenisch gesteuert, individuell auf machen. 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Bereits der Wiener Bürgergroßen Schlussveranstaltung den die unterschiedlichen Räume abWahl des beliebtesten meister Dr. Lueger erkannte die Siegern pro Bezirk die Preise vergestimmt, geregelt per Fernbe­Installateurs pro Bezirk Wichtigkeit des Installateur-Beliehen. Zu dieser Siegerehrung dienung oder ComputerproMit rund 1000 Mitgliedsbetrieben rufs und definierte die Lerninwerden die Plätze 1 bis 3 aus jegramm. und über 6500 Mitarbeitern (dahalte sowie das Können des dadem Bezirk eingeladen – und Und wir alle kennen das Gefühl von rund 800 Lehrlingen) sorgen maligen Installateurs. Im Laufe zwar mit den Mitarbeitern. Ein bei brütender Hitze, wenn man die Installateure in allen Lebensder Zeit erweiterte sich das BetätiRiesenfest also zum Abschluss des glaubt, nicht mehr in der Lage zu lagen für das Wohlfühlen in gungsfeld von der einfachen WasJubiläumsjahrs! Die 23 Sieger-Insein, auch nur einen einzigen Wien. Damit diese Wiener Instalserver- und entsorgung um die stallateure werden anschließend Finger zu rühren. Wo selbst lateure aktiv in JubiläumsfeierGasinstallation und den Heiin Berichten in den führenden schattige Plätze ihren Reiz verlielichkeiten miteinbezogen werden, zungs- und Lüftungsbereich. Wiener Medien veröffentlicht und ren und wo Dachbodenausbaufindet im heurigen Jubiläumsjahr erhalten eine attraktive Siegestroten schlicht unerträglich wären, Ihre Wohlfühl-Experten zum 1. Mal die Wahl des beliebphäe. gäbe es nicht perfekt installierte in vier Bereichen testen Installateurs pro Bezirk Das Jubiläumsjahr 2013 ist für Lüftungs- und Kühlsysteme, die Aufbauend auf diese große Tradistatt. uns der Startschuss für eine noch für ein optimales Raumklima tion hat sich auch das Berufsbild Jede Wienerin und jeder Wiener breitere Information der Wienesorgen. des Installateurs in den letzten hat sicher seine Erfahrungen mit rinnen und Wiener, so InnungsDer vierte Bereich des WohlfühJahren grundlegend geändert und Installateuren gemacht. Daher meister Mattes zum Abschluss. lens ist der des sanften Ruhekisdrastisch modernisiert. Das viel­ lädt die Installateurinnung die Wir Wiener Installateure tun sens, den ein gutes Gewissen zitierte Zauberwort in unserer Bevölkerung ein, ihren Lieblingsheute und in Zukunft viel mehr, nach dem Sprichwort darstellt. heutigen Gesellschaft heißt Leinstallateur im Bezirk zu wählen. als Bäder, Toiletten, HeizungsUmweltbewusstsein, Nachhaltigbensqualität, mit den wesentlichsAuf www.wienerinstallateure.at oder Lüftungsanlagen zu installiekeit und effiziente Energienutten Faktoren Wohlstand, also den kann jedermann seinem liebsten ren, denn wir installieren Wohlzung sind die Schlagworte, wenn materiellen Werten und WohlbeInstallateur seine Stimme abgefühlen! ❙ es um Warmwasserbereitung, finden, also der Gesundheit. ben – so oft man möchte, aber Heizung und Kühlung geht. Nied„Dazu kommt in den letzter Zeit maximal ein Mal pro Tag. Alle rigenergiehäuser, Solaranlagen, immer häufiger das Wohlfühlen“, Wiener Installateure sind herzlich Photovoltaik – ein unerschöpflierläutert der Innungsmeister-Stv. ches KnowhowRobert Breitschopf, und wir WieGebiet, das einen www.wienerinstallateure.at ner Installateure sorgen für genau echten Experten dieses Wohlfühlen im ganz pererfordert. sönlichen Bereich. Und in diesen Das beginnt bei den ersten MinuBereich des ten des Tages, bei der MorgentoiWohlfühlens gelette in einem Bad, das diese hört auch die Sipro wichtige Zeit zu einem Genuss cherheit, optiBezirk werden lässt. Hier zählt nicht die male Qualität, Größe, auch kleine Bäder können bestes Service heute perfekte Inseln des Wohlund hundertproDI E WI ENER I NSTALLATEURE fühlens sein. Es geht um Farben, zentige Garantie Jetzt mitmachen und gewinnen! Formen und Funktionen. Es geht geboten zu beum Design und Aura. kommen.

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architecture

Neugier auf Neues? Architekturvermittlung in Wien Zahlreiche Institutionen haben sich in Wien das Thema Architekturvermittlung auf die Fahnen geheftet, von Vermittlung an Kinder und Jugendliche bis zur Bewusstseinsbildung auf der politischen Ebene. I iris meder

Auf Architektur-Tour zu klassischer Moderne, Nachkriegszeit und Gegenwart in Wien.  Susy Baasel

Menschen für Architektur begeistern Hier ist Architekturvermittlung gefragt. Die von der Historikerin Barbara Feller geleitete Architekturstiftung Österreich, die die Dachorganisation der „Architekturhäuser“ der Bundesländer ist, betreibt Lobbying für Architekturqualität mit dem Ziel, „Menschen für Architektur zu begeistern und sie zu anspruchsvollen Partnern bei der Gestaltung der gebauten Umwelt zu machen“. Ein wichtiger Meilenstein war die „Plattform Baukultur“, mit der auch die Bundespolitik ins Wort genommen werden konnte (siehe S. 2). Wichtig ist der Stiftung auch die Architekturvermittlung an Schulen, etwa mit der an Pädagogen gerichteten Initiative Baukulturvermittlung für junge Menschen. Die wohl breiteste Öffentlichkeitswirkung hat die Stiftung als Mit-

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veranstalterin der Architekturtage, die die unterschiedlichen Aspekte zeitgenössischer Architektur und Freiraumgestaltung als den Alltag wesentlich prägenden Teil des Lebens vermitteln wollen. Die Architekturtage wurden von der Stiftung 2002 gemeinsam mit der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten ins Leben gerufen, die auch an den pädagogischen Projekten der Stiftung ­beteiligt ist. In Wien werden die Architekturtage von der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) durchgeführt. 1965 als interdisziplinäre zivilgesellschaftliche Organisation gegründet und damit die älteste Architekturvermittlungs-Institution des Landes, bietet die ÖGFA Vorträge, Diskussionen, Symposien und „Bauvisiten“, bei denen Architekten durch ihre aktuellen Bauten führen.

Sprechen über Architektur

Architektur und Architekturpolitik

Architektenvereinigung. Mit der Reihe „Sprechen über Architektur“ wendet sie sich auch an Laien. Seit 1967 würdigt die ZV mit den „Bauherrenpreis“ engagierte Auftraggeber. Nominierte und Sieger des Jahres 2012 präsentierte eine Ausstellung im Ringturm der Wiener Städtischen Versicherung, wo man sich bereits seit längerem mit einem vom Architekten Adolph Stiller kuratierten Programm um die Vermittlung von Architektur der Moderne und Gegenwart in Österreich und Ostmitteleuropa verdient macht. Werkvorträge junger Architekten bietet außerdem der vom Architekten Volker Dienst geleitete Verein aip architektur in progress.

Auch der Architektur Raumburgenland betreibt von seinem Sitz im Flughafentower von Trausdorf aus Vermittlung durch politisches Lobbying, Vorträge, Ausstellungen, Filmreihen, Exkursionen und Publikationen. Der Verein LandLuft widmet sich unter dem Vorsitz des Architekten Roland Gruber ebenfalls der Förderung der Baukultur im ländlichen Raum. Flächendeckend agiert von Krems aus ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich, dessen Ausstellungen, Vorträge, Symposien, Workshops und Exkursionen sich auch an Lokalpolitiker und Häuselbauer wenden, u. a.

1907 gegründet, ist die ZV (Zentralvereinigung der Architekten Österreichs) die älteste heimische

Architekturdatenbanken und Sammlungen Als bekannteste Architekturinstitution Wiens ist auch das seit seiner Gründung 1993 vom Architekten Dietmar Steiner geleitete Architekturzentrum Wien (Az W) mit Vorträgen, Ausstellungen, Exkursionen und Workshops aktiv. Das vielfältige Vermittlungsprogramm adressiert ein Publikum vom Kindergartenalter aufwärts. Die Dauerausstellung „a_schau“ zeigt österreichische Architektur seit dem frühen 20. Jahrhundert, Möglichkeiten zur Vertiefung bietet die Bibliothek mit rund 32.000 Titeln. Gemeinsam mit mehreren anderen Institutionen bestückt das Az W auch die Online-Architekturdatenbank „nextroom“, betreut Projekte wie das Online-Architektenlexikon Wien 1770-1945 mit Einträgen zu über tausend Personen und sammelt Vor- und

Möglichkeiten, Architektur hautnah zu erleben, bieten die alle 2 Jahre stattfindenden Architekturtage.  WolfLeeb

WEITERFÜHRENDE LINKS

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ie einstelligen Pro­ zentzahlen sprechen Bände. Immer wieder wird beklagt, wie gering die Anzahl der von Architekten geplanten Neubauten ist – der Löwenanteil wird Baumeistern und ambitionslosen Generalunternehmern überlassen. Entsprechend ist meist die architektonische Qualität. Während hiesige Büros bei internationalen Wettbewerben reüssieren, setzen Herr und Frau Österreicher beim Häuselbauen eher auf Krüppelwalmdach und aufgeklebte Fenstersprossen. Wie kommt es, dass das Interesse für Architektur meist nur bis zum nächsten Spitzgiebel reicht?

mit der Reihe „ORTE vor ORT spezial“, die vorbildliche neue Einfamilienhäuser zeigt. Neben Kinderworkshops bietet ORTE auch Architekturvermittlungs-Seminare für Pädagogen an. Ursprünglich aus der Unzufriedenheit mit den starren Strukturen ihrer Kammer heraus von jungen Architekten gegründet, versteht sich auch die IG Architektur als Plattform für die Auseinandersetzung mit Fragen der Architektur und Architekturpolitik. Ihrem Ziel der Sensibilisierung der Gesellschaft für Städtebau und Architektur, Nachhaltigkeit und der Berücksichtigung sozialer Bedürfnisse in der Planung entsprang auch ihr Engagement für die Plattform Baukultur.

Architekturstiftung Österreich  www.architekturstiftung.at Architekturtage   www.architekturtage.at ÖGFA   www.oegfa.at Architektur Raum Burgenland   www.architekturraumburgenland.at LandLuft  www.landluft.at ORTE  www.orte-noe.at IG Architektur  www.ig-architektur.at Zentralvereinigung der Architekten  www.zv-architekten.at Architektur im Ringturm  www.vig.com architektur in progress  www.architektur-inprogress.at Architekturzentrum Wien  www.azw.at Wien Museum  www.wienmuseum.at MAK  www.mak.at Akademie der bildenden Künste  www.akbild.ac.at Universität für angewandte Kunst Wien  www.dieangewandte.at Albertina   www.albertina.at Wiener Spaziergänge   www.wienguide.at architectural tours vienna   www.guiding-architects.net wien-architektur-tour  www.wien-architektur-tour.at archivelo  www.fahrradwien.at

Die ÖGFA ist die älteste Architekturvermittlungs-Institution des Landes. 

WolfLeeb

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architecture

ten Universität für angewandte Kunst, deren Sammlung, die u. a. den Nachlass von Margarete Schütte-Lihotzky umfasst, ebenfalls in Ausstellungen und Publikationen gezeigt wird. Architektursammlungen von Weltrang besitzen in Wien auch das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste und die Albertina mit Nachlässen z. B. von Francesco Borromini und Adolf Loos – diese Sammlung liegt allerdings derzeit im Tiefschlaf.

führerin ist sie auch bei „architectural tours vienna“ aktiv, einem Mitglied des internationalen „guiding architects“-Netzwerks, dessen Prinzip es ist, Architekten zu zeitgenössischen Bauten ihrer Stadt führen zu lassen. Touren zu klassischer Moderne, Nachkriegszeit und Gegenwart bietet u. a. auch „wien-architektur-tour“, während die Architektin Gabriele Brugner „archivelo“Fahrradtouren zur klassischen

Moderne und Gegenwart konzipiert. Für Wahrnehmung und Image zeitgenössischer Architektur sieht Felicitas Konecny aber noch viel Potenzial: „In Hamburg gibt es Fremdenführer, die nur durch die Hafencity führen. Das Image, das Besucher von Wien haben, ist aber noch immer durch Barock, Historismus und Jugendstil geprägt. Dabei könnte Wien die Welthauptstadt des geförderten Wohnbaus sein!“ ❙

Mangelndes Bewusstsein für zeitgenössische ­Architektur Über Speeddating bringt die IG Architektur Bauwillige mit Architekten z­ usammen.  Fabian Gasperl

Nachlässe von Architekten (siehe Bericht unten). Über eine bedeutende Sammlung von über 15.000 Plänen, Skizzen und Modellen vom Mittelalter über Otto Wagner bis zur Gegenwart verfügt auch das Wien Museum. Immer wieder werden die Bestände auf Ausstellungen, Tagungen und Vorträgen präsentiert. Ähnliches gilt für die Sammlung des MAK, des Museums für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, das auch eine öffentliche Bibliothek bietet. Das MAK kooperiert kontinuierlich mit der benachbar-

Es steht also offenbar nicht überall zum Besten mit der Architekturvermittlung in Wien – auch wenn internationale Gäste immer wieder verblüfft von der Fülle und Qualität an Veranstaltungen sind, die hier bei meist freiem Eintritt geboten werden. Mangelndes Bewusstsein für die Qualitäten zeitgenössischer Architektur macht die Fremdenführerin Felicitas Konecny auch bei vielen ihrer Kollegen aus. Führungen zu aktuellen Themen, etwa zeitgenössische Architektur in der Innenstadt, seien schwach besucht, so Konecny. Neben ihrer selbstständigen Tätigkeit als Fremden-

Architekturvermittlung: Wenn der Architekt sein Bauwerk selbst erläutert. Iris Meder

Auf den Spuren österreichischer Architektur Das Architekturzentrum Wien  bemüht sich als einzige Institution in Österreich intensiv um die ­Dokumentation und Bewahrung des architektonischen Erbes nach 1945 bis zur Gegenwart. I sonja pisarik Tipp! Das Gold des Az W. Die Sammlung Ausstellung: bis 22.07.2013 Architekturzentrum Wien 1070 Wien, Museumsplatz 1, im MQ Zum Rahmenprogramm siehe www.azw.at

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m 24. April 1959 bestieg Wilhelm Holzbauer den Ozeandampfer „SS United States“, der ihn nach Amerika führte. Seine Tätigkeit in der arbeitsgruppe 4, einer für die österreichische Nachkriegsarchitektur wegweisenden Arbeitsgemeinschaft, ging damit ihrem Ende zu; neue Horizonte taten sich auf, Holzbauer avancierte zum international vielbeschäftigten Archi-

Architektur für die Energieautonomie  Erstes Tri-Symposium in Wien Heuer findet erstmals ein Tri-Symposium in Wien statt und beschäftigt sich mit dem Thema „Architektur für die Energieautonomie – Die besten Lösungen für den breiten Einsatz in Quartier, Neubau und Sanierung“. Neben Vorträgen und intensivem Austausch zwischen Publikum und Experten erwartet die Teilnehmenden eine Exkursion zu herausragenden Bauprojekten in Wien. Welche sind die besten architektonischen und technischen Lösungen zur Erreichung der Energiewende? Wie finde ich ein optimales Verhältnis von Innovation und Kosten? Was ist Öko-Hype, was ist tragfähig und wegweisend: in der Quartiersbetrachtung, im Neubau und in der Sanierung? Diesen umfassenden Fragen widmet sich die „Tri an der Donau“.

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Diskutiert werden bauliche Strategien, innovative, praktikable Lösungen in den Bereichen Wohnbau, Industrie- und Gewerbebau sowie Neubau und Sanierung. Fachleute aus Architektur und Planung geben praktische Anleitungen und Tipps zur Vermeidung von Pannen und Fehlern in der Planung und Ausführung von energieeffizienten Gebäuden. Das Highlight der Veranstaltung ist die in das Symposium integrierte Exkursion zu drei exzellenten Baubeispielen in Wien. Zu e ­ rleben ist vielfältige energieeffiziente Architektur – vorgestellt von den Architekten, Fachplanern und Bauherren vor Ort. ❙ 14. und 15. Juni 2013, jeweils ab 09.00, Kuppelsaal der TU, Karlsplatz, Wien www.tri-info.com

tekten. 40 Jahre später finden sich – neben seinem gesamten Architekturvorlass – auch sein Ticket, eine Menükarte und die zahlreichen in Amerika entstandenen Reisefotos in der Sammlung des Architekturzentrum Wien. Diese beherbergt eine unendliche Vielfalt von Objekten, mit deren Hilfe sich Biografien, Arbeitsweisen, Zugänge zum Bauen und gesellschaftsgeschichtliche Kontexte rekonstruieren und illustrieren lassen: eben vom Schiffsticket über das kleine Arbeitsmodell aus Papier bis hin zur Entwurfsskizze und zum Polierplan; Die Objekte beantworten Fragen und werfen neue auf. Sie machen als Ausstellungsexponate Architektur verständlich, sind Stoff für Erforschung, Vermittlung und Diskussion von zeitgenössischer Architektur.

Die Sammlung Das Architekturzentrum Wien – „älteste“ Kulturinstitution am Areal des MuseumsQuartiers – betreibt seit zehn Jahren aktive Sammlungspolitik, mit Fokus auf der österreichischen Architektur nach 1945. Zum 20-jährigen Bestehen des Az W werden nun heuer in der Jubiläumsausstel-

Einblick in die Ausstellung „Das Gold des Az W. Die Sammlung“ 

lung „Das Gold des Az W. Die Sammlung“ erstmals der Öffentlichkeit bislang verborgen gebliebene Entwurfszeichnungen, Pläne, Skizzenbücher, Fotos und Modelle gezeigt. Darunter finden sich herausragende Entwürfe ebenso wie wegweisende Gebäude, bisher wenig bekannte Kleinode und einzigartige Werke von vorrangig österreichischen Architekten. Die Ausstellung zeigt aber nicht nur rund 400 Highlights aus der Sammlung, sondern

Pez Hejduk

sie gewährt den Besuchern auch einen umfassenden Blick hinter die Kulissen der Archivtätigkeit, auf die Fundorte der Vor- und Nachlässe und die Werkzeuge, die für die Bearbeitung vonnöten sind. Sie lässt Stimmen und Bilder aus dem Archiv plaudern und erzählt in mehreren Anekdoten besonders aufregende und interessante Sammlungsgeschichten. ❙

Sonja Pisarik ist Kuratorin des Az W.

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Nichts für Zögerliche Auf die Architekten warten große Herausforderungen, denn die Zukunft erfordert ein starkes Umdenken in alle Richtungen. Jetzt ist die Zeit reif, alle Register der Baukunst zu ziehen. I barbara jahn

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rchitekten sind schon heute Universaltalente. Der Beruf zwingt sie, sich in vielen Bereichen auszukennen. Das liegt aber an der Natur der Materie. Die Zukunft der Architektur wird es ihnen allerdings nicht viel leichter machen, weil Bauen in den nächsten Jahrzehnten bedeutet, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und den Zeitfaktor unter einen Hut zu bringen. Ein Job für Visionäre und Idealisten.

Objekte zu entwickeln beziehungsweise einen solchen Bewerb zu veranstalten, entsteht aus der Tatsache heraus, dass Gebäude für ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich sind. Wettbewerbe wie „Solar Decathlon“ schaffen ein neues Bewusstsein für energieeffizientes Bauen und die Nutzung regenerativer Energien. Gleichzeitig soll gezeigt werden, dass die Nutzung erneuerbarer Energien mit hohem Wohnkomfort und anspruchvoller Architektur vereinbar ist.

Faktor Generationen Längst hat man begonnen, der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaftsstruktur mit verschiedenen Lebensraummodellen zu begegnen. Die Stadt Wien investiert – so gut sie kann – in neue Pflegeeinrichtungen, in betreutes Wohnen und in mobile Pflegedienste. Doch greift sie auch schon für die Lebensphase davor auf Ideen zurück, die leichtere Übergänge in den einzelnen Lebensstadien schaffen. Ältere Menschen als vollständig integrierte Individuen im Alltag – so lautet das erklärte Ziel. Aber nicht nur ganze Neubauten, sondern auch einzelne Wohneinheiten werden seniorengerecht aufmunitioniert. Neben Grundrissen, die sich für eine barrierefreie Einheit überhaupt eignen oder dafür erst zurechtgeschneidert werden, spielt auch die Einrichtung einer solchen Wohnung eine bedeutende Rolle. Die Bereitschaft der Einrichtungsindustrie ist groß, um in

Bauzeiten sind so kurz wie möglich zu halten, damit Flächen so schnell wie möglich zu Geld werden. DC Tower, Wien, von Dominique Perrault.  Dominique Perrault Architecture

Kooperation mit Baumeistern, Architekten und Planern in dieser Hinsicht neue, zukunftsträchtige Maßstäbe zu setzen.

Faktor Material Auch hier kennt man schon eine gute Antwort – eine von mehreren, wohlgemerkt. Und diese findet man im Wald. 2011, das Jahr des Waldes, hat sicher einiges an Bewusstsein in Hinblick auf die intensivere Verwendung der so genannten Nawaro´s (Nachwachsende Rohstoffe) geschaffen. Damit ist auch der Holzbau ­ sprichwörtlich über sich hinausgewachsen, nämlich mehrgeschoßig. Das, was die Idee des mehrgeschoßigen Holzbaus so spannend macht, ist neben Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sowie

dem wirtschaftlichen Potenzial für die heimische Wirtschaft auch die Verwendung von Holz als Konstruktionswerkstoff im urbanen Raum an sich. Weiters spricht die großzügige Flexibilität von Holzgebäuden für eine Forcierung dieser Bauweise, denn Umbauten und veränderte Nutzungskonzepte lassen sich leicht umsetzen, auch im Sinne einer längeren Lebensdauer des Gebäudes.

Faktor Vorfertigung Mehrgeschoßiger Holzbau funktioniert in Systembauweise, wobei viele Module bereits ab Werk vorgefertigt sind und am Bauplatz montiert werden. Verglichen mit herkömmlichen Bauweisen vergleichbarer Gebäude lässt sich so die Bauzeit um die Hälfte reduzieren, ebenso die Belastung durch Schmutz, Staub und Lärm. Als Plusenergie- oder Passivhaus geplant, kann der Holzbau individuell gestaltet werden sowie Strom über eine Photovoltaik-Fassade erzeugen. Vor allem aber zeigt er eine neue, nachhaltige Art des Wohnens, Arbeitens und Lebens in den Städten. Insgesamt betrachtet liegt großes Potenzial dafür in der Vorfertigung von Bauteilen, sprich von Fertigteilen. Die Vorteile, witterungsunabhängig alles fertig für die Montage zu machen, liegen ganz klar auf der Hand. Schnellere Produktion, günstigere Abwicklung und effiziente Planung machen das Vorfertigungsprinzip immer attraktiver.

Faktor Zeit Im Endeffekt haben all diese Aspekte mit Zeit zu tun, Zeit, die man nicht verlieren darf. Egal ob es sich um Bauzeit oder Lebenszeit handelt. Dementsprechend sind Baustellen so kurz wie möglich zu installieren, um so schnell wie möglich Geld aus den Flächen zu machen. So kommt es sogar immer häufiger dazu, dass Hochhäuser im Erdgeschoß bereits eingerichtet und bezogen werden, während einige Stockwerke darüber erst die Bewehrung in den Beton gegossen wird. Insbesondere hier wächst der Druck auf den Planer um eine weitere Dimension an, denn in diesem Fall kann man sich schon gar keinen Fehler erlauben – weder in der Logistik noch in der Verantwortung. Wohin die Reise genau geht, kann niemand so genau sagen. Allerdings ist es die verantwortungsvolle Aufgabe der gesamten Bauindustrie, ein wachsames Auge auf die Zukunft zu haben. Denn sie wird schneller zur Gegenwart, als man denkt, und ist sie erst mal Vergangenheit, dann hat man hoffentlich alle Möglichkeiten ausgeschöpft. ❙

Faktor Plusenergie

Vorfertigung im Holzgeschoßbau reduziert die Bauzeit. LifeCycle Tower, Dornbirn, Rhomberg / Schluder Architecture. 

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proholz

Besonders spannende Ergebnisse zu diesem Thema brachte der „Solar Decathlon“, für den sämtliche Teilnehmer ein ausschließlich mit solarer Energie versorgtes Wohnhaus entwerfen und bauen mussten. Das Bedürfnis, solche

Die Nutzung erneuerbarer Energien ist mit hohem Wohnkomfort und anspruchvoller Architektur vereinbar. Projekt Home+: Ein Projekt der HFT Stuttgart, realisiert von Sunways.  Sunways

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Smart City Wien

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Wien, die Stadt für`s Leben Nicht nur an heute denken, sondern auch für zukünftige Generationen planen.  Jetzt schon überlegen, was Menschen in zehn, zwanzig, dreißig oder sogar vierzig Jahren brauchen und die ­richtigen Schritte setzen. Intelligent ist, was das Leben einfach macht. Smart City Wien – das heißt mit ­Innovationen die Lebensqualität der Menschen erhöhen, gleichzeitig Ressourcen und Umwelt schonen. So wird Wiens Zukunft. Neues Energiezeitalter

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+ city TICKER + + + city TICKER + Smart City Wien – Intelligent planen und leben Wien setzt seit langem auf die Verknüpfung von Lebensqualität, Technologie und Umweltschutz. Wien ist daher eine der führenden Umweltmusterstädte weltweit und auch in Smart City-Rankings ganz vorne zu finden. Wien setzt auf die Weiterentwicklung dieser Führungsrolle und schafft mit seinen Smart City-Aktivitäten eine intelligente Klammer zwischen den Bereichen Energie, Klimaschutz, Stadtentwicklung, Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT).

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2013 startet das derzeit größte Stadtentwicklungsprojekt der Bundeshauptstadt richtig durch: „aspern Die Seestadt Wiens“. Hier wird ein Traum vieler Menschen verwirklicht, nämlich städtisches Leben kombiniert mit Wohnen im Grünen. Die Seestadt ist nachhaltig, gerade eben weil sie vieles vereint: Karriere und Familie, Stadt und Land Lifestyle, Gesundheit, Mobilität und Umwelt. Zukünftig werden hier rund 20.000 Menschen hochwertigen Wohnraum finden. Dazu kommen 20.000 Arbeitsplätze in Dienstleistungs-, Produktions- und Gewerbebetrieben. Einzigartig: Mehr als ein Drittel des ­Gebietes steht für aufwendige Frei- und Grünraumgestaltung zur Verfügung. Fußgänger und Radfahrer haben hier absoluten Vorrang. Und ab Herbst 2013 fährt die U2 bis ins Herz der Seestadt. In nur 25 Minuten erreicht man damit die City.

lität. Wien bietet die richtigen Rahmenbedingungen, damit Vielfalt und Mobilität möglich sind. Unterstützung gibt es durch Park and Ride-Anlagen oder auch durch praktische Informationssysteme wie „qando“ von den Wiener Linien. Qando, ein App für Smart-Handys, zeigt neben den schnellsten Wegen auch zahlreiche Dienste in der Nähe an – und zwar in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Es informiert zusätzlich auch über Aufzugsstörungen, Umleitungen und Haltestellenverlegungen der Wiener Linien. Umfassender als herkömmliche V ­erkehrsservices ist der Routenplanter von „AnachB“. at. Er vereint eine Reihe von ­unterschiedlichen Informationskanälen und technischen Innovationen. Das Tool vom Verkehrs­ verbund Ostregion (VOR) ist multimodal, dynamisch und grenzüberschreitend. Das ist ein smarter Beginn Richtung Zukunft.

Best Practice Floridsdorf Mobilität neu denken Mit dem Fahrrad zum Bäcker, zu Fuß zur Freundin, mit der Straßenbahn ins Büro und mit dem Auto ins Grüne - multimodal mobil ist, wer für seine täglichen Wege unterschiedliche Verkehrsmittel benutzt und diese miteinander verknüpft. Auch Carsharing ist eine Säule multimodaler Mobi-

Seit 14 Jahren gibt es sie, die „Autofreie Siedlung“ in Floridsdorf. Hier, in der Nordmanngasse 25-27, ist der Bezug einer Wohnung mit dem Verzicht auf ein eigenes Auto verbunden. Die freigesetzten Mittel – aufgrund des Wegfalls der Fahrzeugabstellplätze – wurden für die Errichtung von gemeinsam geplanten

schreinerkastler.at

Gemeinschaftseinrichtungen, wie beispielweise Grünflächen am Dach, Kinderfreiräume und Sauna umgewidmet. 56 Prozent der BewohnerInnen nützen das Fahrrad für die täglichen Wege. Die Wohnzufriedenheit ist außergewöhnlich hoch und der Mitbestimmungscharakter bei Verwaltung und Planung stößt auf großen Zuspruch bei den MieterInnen, wie zum Beispiel bei Gerda Daniel: „Seit 13 Jahren wohne ich in der Autofreien Siedlung. Hier schätze ich die hohe Lebensqualität ohne Auto. Wir haben ein reges, bereicherndes Nachbarschaftsleben mit vielen Möglichkeiten und Räumen für Gemeinschaftsaktivitäten.“ Autofrei bedeutet nicht grundsätzlichen Autoverzicht, sondern Nutzung von Car Sharing Autos. Die Stellplätze wurden auf 10 Prozent der sonst üblichen Zahl reduziert und werden zum Teil für Car Sharing Autos genutzt, der Rest für Fahrräder. Auch wesentlich: Die Anlage wurde unter Verwendung biologischer Baumaterialien errichtet. Der Großteil des Warmwassers wird über Sonnenkollektoren erzeugt. Die Heizung erfolgt über Fernwärme, die Gartenbewässerung sowie die WC-Spülungen werden mit Brauchwasser aus einem Grundwasserbrunnen gespeist

Im Mai vergangenen Jahres ging das erste BürgerInnen-Solarkraftwerk in der Donaustadt ans Netz. Die 2.100 Photovoltaik-Paneele versorgen rund 200 Wiener Haushalte mit sauberem Strom aus Sonnenkraft. Der Andrang war groß: Binnen Stunden waren alle Paneele – ein ganzes kostet 950, ein halbes 475 Euro – verkauft. Vier BürgerInnen-Solarkraftwerke sind nun schon in Betrieb. Vor kurzem wurden zwei neue Anlagen in Simmering und in Liesing fertiggestellt, ein weiteres befindet sich in der Leopoldau. Die Photovoltaikanlagen werden von Wien Energie errichtet und auch betrieben. Die BürgerInnen vermieten ihre Paneele an den Betreiber und bekommen dafür jährlich 3,1 Prozent des investierten Betrags. Wien Energie überweist die Miete jährlich auf das Konto der PaneelBesitzer. Nach 25 Jahren – nach Ablauf der Lebensdauer – kauft Wien Energie den Anteil zum Anschaffungswert wieder zurück.

Clevere Ideen für die Umwelt Der ÖkoBusinessPlan Wien ist das Umwelt-Service-Paket der Stadt Wien für Wiener Unternehmen. 1998 von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 ins Leben gerufen, unterstützt der ÖkoBusinessPlan Unternehmen bei der Umsetzung von umweltrelevanten Maßnahmen und trägt dazu bei, Betriebskosten zu senken. Fast 1.000 Wiener Betriebe haben bereits einmal oder mehrmals am ÖkoBusinessPlan Wien teilgenommen – das sind knapp 20 Prozent alle aktiven Wiener Betriebe mit mehr als einem/einer MitarbeiterIn. Allein 2012 haben sich 154 Wiener Betriebe am ÖkoBusinessPlan Wien beteiligt und gemeinsam überzeugende Einsparungen erzielt: Die eingesparten Kilometer beim Transport würden für eine ganze Erdumrundung ausreichen. Mit der nicht verbrauchten Energie würden sich 27.500 Haushalte ein Jahr lang versorgen lassen, und mit dem eingesparten CO2 könnten 4.000 Heißluftballons gefüllt werden. Der ÖkoBusinessPlan Wien leistet einen wesentlichen Beitrag zum Wiener Klimaschutzprogramm. Auch das macht Wien zur Smart City. ❙ www.smartcity.wien.at

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Symbiose aus Ökologie und Architektur vom Atelier Dreiseitl. Auf einem ursprünglichen Sumpfgelände wurde ein neues Stadtviertel entwickelt, darunter ein neuer Park angelegt. Mehr als 300 Bürger waren im Zuge der Realisierung dieses Projektes beteiligt mit dem Ziel, eine größtmögliche Identifikation der Nutzer zu erreichen. Der Park selbst ähnelt einer vielfältigen Landschaft: Pflanzen, Wasser, Stege, Sitzmöglichkeiten sind abwechslungsreich eingesetzt und definieren einen Erlebnisort. Im neuen Park sprudeln kleine Quellen an die Oberfläche einer großen Graswiese und plätschern dann in einen Sumpfteich ab.

Wasser als wichtiger Erholungsfaktor in der Gartenstadt von Winnenden. 

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ie Bewohner der Apartements in der Stadt Almere (Holland) brauchen gar nicht davon zu träumen, an einem heißen Sommermorgen aufzustehen und sich in die nassen Fluten zu werfen. Ihr Traum wurde längst Wirklichkeit: Im Garten der öffentlichen Appartement-Anlage entstand der 1.300 Quadratmeter große Schwimmteich, der vom Landschaftsarchitekten Ronald Rietveld geplant wurde. Der Teich ist eine Symbiose aus Ökologie und zeitgemäßer Architektur mit hohem Erholungswert: Neben dem 500 Quadratmeter großen Schwimmbereich gibt es einen Pflanzenfilter auf 800 Quadratmetern – 300 Quadratmeter davon bildet ein Seerosen-Gürtel, der das Auge verwöhnt. Die restlichen 500 Quadratmeter sind mit Unterwasserpflanzen bestückt, die der Reinigung dienen. Um den ökologischen Teich in die Architektur des Wohnbaus bestmöglich zu integ-

Garten Ithaka in Almere 

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rieren, wurde das Becken mit wasserdichtem Sichtbeton eingefasst.

Im Wohnbau noch selten „Ein Schwimmteich im städtischen Umfeld bildet die Ausnahme“, erklärt Bettina Wanschura, Landschaftsökologin und Geschäftsführerin von Plansinn in Wien. Die Teiche und Pools für das Schwimmen entstehen meistens in den Gärten der Einfamilienhäuser. In Kombination mit Wohnbauten sind sie rar gesät, obwohl seit den 1980er Jahren bewusst die Themen „Wohnen mit der Natur“, „Wohnen am Wasser“ aufgegriffen werden. Die Nähe zum Wasser wird in der Planung speziell berücksichtigt und zu einem Zeichen von Mehrwert. Gerade aktuell laufen die Vorbereitungen zu einem der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas, der Seestadt Aspern in Wien: Hier sollen um einen fünf Hektar großen See Wohnungen für 20.000 Men-

BIOTOP/Van Ginkel Veenendaal

Urbane Erlebnisräume mit Wasser  bieten hohen, ­ökologischen Nutzen. Hierzulande wird mit dem Gestaltungs- und Planungselement Wasser im städtischen Wohn­ umfeld noch gegeizt. I barbara kanzian

Doherty

schen entstehen. Der See, das Element Wasser steht neben der Planung auch im Mittelpunkt der Vermarktungsstrategien dieses riesigen Projektes. „Wasser in der Stadt ist zu einem wichtigen Umweltthema geworden“, meint Wanschura. Starkregen kommen in letzter Zeit vermehrt vor. „Unsere Kanäle sind aber zu klein dimensioniert, um diese Mengen aufnehmen zu können. Ziel muss es daher sein, dass soviel Wasser wie möglich wieder ins Grundwasser abfließen kann“, erklärt die Landschaftsökologin. Das passiert über verschiedene Wege: Der Teich am Potsdamer Platz in Berlin beispielsweise wird über das von den umliegenden Dächern abgeleitete Wasser gespeist, gereinigt und wieder in den Kanal abgeführt. Daneben bietet er für Stadtbewohner und Touristen einen erholsamen Ort zum Verweilen und schafft Abkühlung.

Naherholung vor der Haustüre Regenwasser ist auch sichtbarer Begleiter bei den Arkadien in Winnenden (Deutschland). Das Atelier Dreiseitl hat hier die bereits mehrfach ausgezeichnete Gartenstadt realisiert, die Naherholung vor der Haustüre bietet. Das Zentrum bildet die Seekaskade aus Ober- und Untersee, gespeist aus dem frischen Grundwasser. Zudem wird das Regenwasser oberflächig geführt und gesammelt; anschließend in Biotopen gereinigt und den sensiblen Zipfelbachauen als notwendige Nachspeisung zugeführt. Ein ganz anderes Zentrum entstand im Tanner Springs Park in Portland (USA), ebenfalls geplant

Spiegelteich in der „Sargfabrik“ in Wien, 14. 

Wolfgang Zeiner

Vision gefragt Hierzulande wird mit dem Gestaltungs- und Planungselement Wasser im städtischen Wohnumfeld noch gegeizt. „Innovation und Vision“ seien gefragt, so Wanschura. Es muss ja nicht gleich der eingangs zitierte Schwimmteich sein. Auch ein Spiegelteich wie in der Wiener Sargfabrik zeigt, dass Orte mit Wasser einfach faszinieren und einen wichtigen ökologischen Faktor in der Stadt darstellen. ❙

Tanner Springs Park in Portland: Ein Erlebnisort mit vielfältiger Landschaft.  GreenWorks

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Das Gründerzeithaus besser erfinden

Das Neue Stadthaus,  ein GebäudePrototyp, der verschiedenste Nutzungen aufnehmen soll, entsteht in Wien-Favoriten. I norbert philipp

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ie wussten gar nicht, wie nachhaltig sie bauen, die Architekten und Bauherren der Gründerzeit. Mehr als hundert Jahre später sind die Häuser, die damals entstanden, wie gemacht für die Anforderungen von heute. Für eine Gesellschaft, die sich rasant wandelt und Platz braucht für Lebensentwürfe und Konzepte, die vor kurzem noch gar nicht existier-

ten. Die Patchwork-Familie, die Studenten-WG, die Designagentur, die Arztpraxis, der Kindergarten – zwischen den tragenden Mauern bekommt die Flexibilität noch immer ihren Raum. Denn die sanfte Stadterneuerung Wiens in den siebziger Jahren hat viel gründerzeitliche Bausubstanz und viel Nutzungsoffenheit über die letzte Jahrhundertwende gerettet. Doch was inzwischen die

„Das Neue Stadthaus“ soll sich als neue Typologie in die Stadt und den Raumbedarf ihrer Bewohner ­einfügen.  Visualisierung: FLUXT

Baulücken und -gründe rundherum füllte, waren meist Wohnoder Gewerbebauten, die die Bauträger in Bruttogeschoßflächen und ihrer maximalen Ausnutzung kalkulierten. Großzügige Raumhöhen und eingebaute Flexibilität hatten da kaum Chancen.

Neue Wohntypologie Neue Formen des Arbeitens, Wohnens und Zusammenlebens prallen heute noch auf das Diktat der Architektur. Ein neues Konzept will jetzt diese Logik brechen: „Das Neue Stadthaus“, das Ergebnis eines Forschungsprojektes der TU Wien, Fachbereich Städtebau, gemeinsam mit der Projektgemeinschaft raith nonconform architektur vor Ort. Noch dieses Jahr wird in Wien Favoriten, Jagdgasse, Ecke Buchengasse, mit dem Bau des ersten Prototyps begonnen. Das Haus soll sich als neue Typologie in die Stadt und den Raumbedarf ihrer Bewohner einfügen. Das Gründerzeithaus nicht neu erfinden, sondern besser erfinden, das war dabei das Ziel, erzählt Architektin Caren Ohrhallinger von nonconform Architektur vor Ort: „Wir verbessern die Qualitäten der Gründerzeithäuser mit den heutigen technischen Möglichkeiten“.

Raumressource statt Strukturen Die Raumhöhe im „Neuen Stadthaus“ beträgt drei Meter. Im Sockelgeschoß sogar 4, 80 Meter. Aber fast noch wichtiger, meint Erich Raith vom Institut für Städtebau an der TU Wien, sei, „dass wir innerhalb des Grundrisses keine tragenden Strukturen haben“. Das lässt offen, was noch Generationen später zwischen den Mauern passiert, ob dort gekocht, geschlafen, gearbeitet, verkauft, gegrübelt oder alles gleichzeitig wird. Über die gesamte Tiefe des Grundrisse haben die Architekten nur die Fixpunkte gesetzt, die man braucht: zur Lastabtragung, Aussteifung und für die Installationen. Rundherum soll so eine „Raumressource“, wie es Raith nennt, entstehen, die sich nicht in verwertbaren Quadratmetern messen lässt, sondern in der Offenheit ihrer Struktur: Nicht das Haus und die Architekten schreiben vor, was dort passiert. Die Nutzer diktieren selbst die Nutzung. „Es geht darum, der nächsten Generation Räume zu vererben, mit denen sie vielleicht etwas anfängt, wovon wir jetzt noch gar keine Ahnung haben“, sagt Raith. ❙

Städtebauliche Akzente Wiener Hauptbahnhof: Mit dem Start der finalen Bauphase für das Rautendach im vergangenen ­Februar geht auch die Errichtung des Wiener Hauptbahnhofs in die Endphase. I anna klerdorf

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Die Rautendachkonstruktion mit 40.000 m2 Fläche (Hersteller: Unger Steel) bringt angenehmes Licht auf die Bahnsteige.  Kanfer

Wesentliches Gestaltungselement der Brücken sind gekippte Parabelbögen.  MA 29

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b August wird die Stahlkonstruktion für die 4.100 m2 große Eingangshalle am Südtiroler Platz errichtet, die bis Jahresende 2013 zur Dachgleiche gebracht werden soll. Die im Eingangsbereich verglaste Halle wird oberhalb der Verglasung mit 3.000 m² Fassadenplatten, 13 mm dünn mit über vier Metern Länge aus glasfaserverstärktem Beton verkleidet. Die Platten sind mit natürlichen Farbpigmenten vollständig durchgefärbt. Die partiell transluzente Rautendachkonstruktion mit 40.000 m2 Fläche besteht aus einem Vordach, 14 Rauten- und fünf Einzel-

bahnsteigdächern. Im Zentrum öffnet sich die Konstruktion und gibt ein Oberlicht in der Größe von ca. 6 x 30 Meter frei. Durch das Versetzen der Nachbarstützen jeweils um eine halbe Rautenlänge ergibt sich eine langgezogene Zickzack-Silhouette. Konzipiert wurde der neue Wiener Hauptbahnhof von den Architekten Albert Wimmer, Ernst Hoffmann und Theo Hotz als komplexes Verbindungselement zwischen Ost-, Süd- und Westbahn. Visuell ragt das Bahnhofsobjekt in den Südtiroler Platz hinein; die räumliche Organisation der angrenzenden Gebiete stellt sicher, dass eine

3.000 m² Fassadenplatten aus glasfaserverstärktem fibreC-Beton von Rieder verkleiden die Eingangshalle.  ÖBB Roman Bönsch

Gleichwertigkeit vorherrscht. Großzügige Vorplätze und städtebauliche Akzente sowie der räumliche Dialog der Einzelareale betonen die Bedeutung des Quartiers im gesamtstädtischen Erscheinungsbild. Neugeschaffene Freiräume, wie der Europapark, entstehen als Ausdruck einer sozialen Landschaftsgestaltung; mit differenziertem Nutzungsangebot, hochwertiger Architektur und kontinuierlicher Evaluierung werden hohe Identität angestrebt und Werte der Nachhaltigkeit forciert. Um die Stadtentwicklungsgebiete im Nahbereich des künftigen Hauptbahnhofes besser zu verknüpfen, werden eine Straßen-, Rad- und Fußgängerbrücke (Südbahnhofbrücke) sowie ein Fußgänger- und Radfahrersteg (Arsenalsteg) über die Gleisanlagen und Begleitstraßen errichtet. Wesentliches Gestaltungselement sind gekippte Parabelbögen, die sich von der Mitte her aufspannen, um den 3. Bezirk mit dem 10. Bezirk zu verbinden. Die 420m lange und 17,5m breite Konstruktion vermittelt Leichtigkeit und Transparenz. ❙

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Ikone im Wandel Möbelsalon Mailand: Nichts ist mehr so wie es war, und damit sind nicht die Trends gemeint. Die Ö ­ sterreicher waren so gut wie nicht da. Und doch war es einer von den guten „Saloni“. I barbara jahn Hersteller nehmen Produkte in ihr Sortiment auf, die im Grunde zu jeder Geldbörse passen. Die so genannten Klassiker ihrerseits vermitteln wiederum Sicherheit, Nachhaltigkeit, Wertigkeit – lauter Dinge, die sich jeder in seinem Zuhause wünscht. Die haben natürlich auch ihren Preis.

Das Detail siegt

Gekommen um zu bleiben? Airbed inklusve im Pisolotta von Campeggi, Design Denis Santachiara Campeggi

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ie ist also wieder vorbei, die härteste Woche des Jahres für Journalisten, Händler, Agenten, Architekten, Raumausstatter und Designer – der Salone Internazionale del Mobile in Mailand schloss Mitte April seine Pforten. Naja, bis zum nächsten Jahr, einem Termin, der wohl wieder weltweit mit großer Spannung erwartet werden wird. Ist das überhaupt gerechtfertigt, dieser Woche im April schon lange entgegenzufiebern? Wann könnte man das besser beurteilen, als in dem Moment, in dem man die Koffer, gerade zurückgekehrt, abgestellt hat und mit den frischen Impressionen Résumée ziehen kann.

Festes und Echtes Das Thema Neuheiten, ja, ein ständig wieder kehrendes und – ganz ehrlich – immer schwierigeres. Zum einen kann man deutlich feststellen, dass so ziemlich alle die Recycling-Wut erfasst hat. Das geht sogar so weit, dass auch die Messestände selbst aus alten Transportkisten und gebrauchten Kartonagen zusammengezimmert werden. Nach wie vor unendlich recycelt wird auch der Fundus aus den Unternehmensarchiven. Selbst schon lange davon abge-

kommen, immer wieder neue Dinge auf den Markt zu bringen, die sich länger halten sollen geschweige denn ein Klassiker werden könnten, bedient man sich früherer Designs beziehungsweise Designströmungen.

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Carry On von OFFECCT, ein Sitzmöbel als Ausdruck der Flexibilität, Design Mattias Stenberg  Offecct

Erfolgreiche Unternehmen, die pro Messe manchmal bis zu zehn neue Produkte lanciert haben, präsentieren nur noch eines, dieses aber ist kein Prototyp mehr, sondern was Festes und Echtes. Es beginnt langsam ein neues Werte-Gefühl zu entstehen, das der Wegwerf-Gesellschaft den Rücken zeigt, wenn auch noch sehr zaghaft, aber stark wahrnehmbar. Parallel dazu wird Design stärker demokratisiert, das heißt, gute Gestaltung für alle und nicht für bestimmte kaufkräftige Eliten. Auch hochpreisige

Hocker Oursin von Vitra, Design Hella Jongerius 

Auch die Designneulinge knüpfen an die schrittweise Reinkarnation sämtlicher möbeliger Evergreens an – auf dieser Welle schwimmt übrigens auch das ehemals österreichische Unternehmen Gebrüder Thonet Vienna, das im Juni im Stilwerk seinen eigenen Schauraum eröffnet und damit auch irgendwie wieder in die Heimat zurückkehrt, gerade mit. Immer noch schwingen überall die fünfziger und die sechziger Jahre mit. Filigrane

Vitra

Metallfüße, an jeder Ecke viel helles Holz, akkurat produzierte und vor allem sichtbare Nähte in allen möglichen Stichvariationen, Knöpfchen im Leder, dazu Quasten und viel grober Strick – ein Trend, der sich sogar bis zu den Leuchten durchsetzt –, Bugholz in sämtlichen Varianten, einfache Stecksysteme für Regale, Reißverschlüsse als Konturgeber, Riemchen aller Art und viele Formen von an die Vergangenheit angelehnten Garderoben. Neben den vorwiegend pastelligen Farbtönen wie Bübchen-Blau, Vanille-Gelb und Puder-Rosa tauchen immer noch kräftige Blau- und Rottöne, aber auch gedeckte Farben und erdige Töne auf. Verbreitet sieht man aber auch ein stark grafisches Schwarz, das wie ein Statement eingesetzt wird. Kaum ein Sitzmöbel ist nicht gepolstert. Aber noch ein weiterer Trend tut sich auf: Es entsteht eine neue Möbelspezies, die innerhalb der Wohnung einfach mitgenommen werden kann. Beistelltisch mit Griffen beispielsweise führen die Liste ganz oben an, gefolgt von Hockern, die mit einer Schlaufe

versehen sind, um sie wie eine Handtasche an den Ort zu bringen, an dem man als nächstes in der Wohnung verweilen möchte. Nomaden, solche, die sich so fühlen, und notorische Tapetenwechsler dürfen sich in Zukunft glücklich schätzen. Apropos den Ort wechseln: Es gibt kaum noch einen Mobilität als Ansatzpunkt für den Beistelltisch TOR von Montis, Design Lambi & Van Hegel  Montis Polstermöbelproduzenten, der sich nicht im Outdoorbereich bewegt.

Veränderungen In Mailand passiert also was. Nicht nur die Trends sorgten für Gesprächsstoff, sondern auch die ganz offensichtlich leidende und vor sich hin sterbende Zona Tortona, einst heißer Magnet für alle Designbegeisterten, für deren Besuch immer ein Platz im Kalender reserviert war. Schon anhand der Anzahl der Aussteller konnte man feststellen, dass das ehemalige Industrieviertel, das sich langsam in ein schickes Wohnviertel verwandelt, nicht mehr das sein kann, was es all die Jahre zuvor war. Man munkelt sogar, dass nächstes Jahr wahrscheinlich kaum noch jemand von der Kernbranche zum Stadtteil rund um die legendäre Porta Genova pilgern wird. In Summe betrachtet aber war dieser Salone seit langem wieder einmal eine der „sympathischen“ Ausgaben, war man die letzten Jahre doch zu sehr damit beschäftigt, die eigenen Eitelkeiten zu pflegen und die Wunden der Krise zu lecken. ❙

Bett aus der Serie Favela von Edra, Design Fernando Campana

Edra

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Mailand II: Wenn die Finsternis auf der Euroluce dominiert, dann muss es einen besonderen Grund ­haben. Und den gab es auch: Endlich standen wieder die Leuchten selbst im Mittelpunkt und bekamen ­ihren Körper zurück. I barbara jahn

Endlich Götterdämmerung

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as für ein Glück. Die Diskussion über LED, Energiesparlampe oder doch noch Glühbirne hat endlich ein Ende gefunden. Jetzt geht es – finalmente – wieder um die Leuchten selbst, die auf der Euroluce 2013 um die Wette strahlten. Der frische Glanz kam nämlich nicht nur aus dem Wasnun-auch-immer-Leuchtmittel, sondern in erster Linie vom Design, das vielerorts richtig witzig, inspirierend und charmant ist. Manchmal hatte man sogar das Gefühl, die Hersteller nehmen

sich selbst auf´s Korn, wenn sie ihren gläsernen Bulbs ein Strickhäubchen à la DJ Ötzi aufsetzten oder schwanenseeartig eine Form von chinesischen Lampions, die lediglich aus ihrer eigenen Kontur bestanden, von der Decke schweben ließen. Der Will-Haben-Effekt stellte sich in der Sekunde beim Betrachter ein.

Florensis terra, Design Ross Lovegrove  artemide

Geisterstunde

Wireflow von Vibia, Design Arik Levy 

Vibia

Nun, da nun nicht mehr das, was leuchtet, im Vordergrund steht – es haben wohl alle dieses Thema schon reichlich satt – kann man sich so richtig austoben. Und dabei wurden die Leuchten selbst

zum inszenierten Objekt, sprich sie stellten sich selbst raffiniert ins Scheinwerferlicht. Die einen schafften es dadurch, dass sie sich das Prinzip der indirekten Beleuchtung zunutze machten. So viele Framework von Axolight, Design Manuel Vivian  Axolight Leuchten, die mit der Tapete an die Wand klemit einem schwachen Lichtschein ben lässt, wie wir seit Ingo Mauoperieren, sah man wohl noch rers LED-Tapete wissen. Die Desinie so kompakt präsentiert auf eigner machen das Licht selbst nem Fleck. Die leuchtenden Bänangreifbar, indem es der Korpus der an der Wand und an der Deder Leuchte selbst ist, der leuchcke vermitteln einen spannenden, tet. Mag sein, dass die LED nicht wenn auch ein wenig mystischen so charmant ist wie die GlühEindruck. Fazit: Übertreiben sollte birne. Mag auch sein, dass sie man es damit nicht. nicht so atmosphärisch wirkt. Hauptsache, es glüht Was sie aber ganz bestimmt ist: Doch gespenstisch bleibt es trotzDie Zukunft, an der kein Weg dem. Und das liegt daran, dass vorbei führt. Die Hersteller deman das Leuchtmittel nicht mehr monstrierten sämtliche Produkte wirklich fassen kann. Hatte die in zwei Varianten, und siehe da, Glühbirne doch ihren schönen es war in der Wirkung kaum ein runden Bauch, so ist die LED verUnterschied zu merken. Dieser ist gleichsweise wie ein winziges letztendlich nur noch ein techniGlühwürmchen, das sich sogar scher. Das ist alles. ❙

Neudoerfler: Flexible Raumkonzepte und Design für mehr Leistungsfreude Die aktuellen Bürotrends stehen unter dem Einfluss veränderter Arbeitsabläufe und Ansprüche an Flexibilität und Design. Insbesondere den Anforderungen der Generation Y, die mit Social Media aufgewachsen ist und deren Arbeitsweise sich von vorhergehenden Generationen stark unterscheidet, werden die Büros der Zukunft gerecht. I bezahlte Anzeige

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eudoerfler Office Systems entwickelt Büro-Konzepte, die individuell auf Unternehmenskultur und Arbeitsabläufe abgestimmt sind. Innovative Elemente mit Akustikfunktion absorbieren den Schall und gliedern den Raum. Dadurch können Kommunikations- und Konzentrationszonen parallel bestehen, für vertrauliche Arbeiten

Made in Neudörfl, der Red Dot ausgezeichnete Konferenztisch Dreyfuss.  Neudoerfler Office Systems

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wird ausreichend Platz geboten. Der Raum wird in Besprechungsinseln, Wohlfühl-Lounges und Rückzugsbereiche mit Konzentrationsarbeitsplätzen unterteilt. Die Kombination wirkt anregend und bietet vielfältige Zonen für Einzeloder Teamarbeit. Auch die Faktoren Ergonomie, Farbe und Licht sind wichtige Eckpunkte bei der Neudoerfler-Planung. Schließlich sind sie entscheidend für Leistungsfreude, Konzentration und letztlich Produktivität. Neudoerfler punktet aber nicht nur mit maßgeschneiderter Planung, sondern auch mit seinen Büromöbeln „made in Neudörfl“. Für ausgezeichnetes Design wurde der Konferenztisch „Dreyfuss“ 2013 von einer internationalen Fachjury mit dem Red Dot Award bedacht. Das charakteristische Gestell, dem der Besprechungstisch auch seinen Namen verdankt, kokettiert mit neuen Formen und verleiht Meetings eine ganz besonders coole Note. Neudoerfler zielt mit dem innovativen Design bewusst

Das Büro der Zukunft regt die Kommunikation an. 

auf urbane und moderne Nutzer ab. Ob mit klassischer Tischplatte in Melamin oder in edler Glasvariante, „Dreyfuss“ bringt Leichtigkeit ins Büro, gleichzeitig ist der Tisch auch perfekt für die Nutzung im Home-Bereich geeignet. Neudoerfler schließt mit dem designstarken Konferenztisch an die

Neudoerfler Office Systems

Designerfolge der Lounge-Möbel „New Welcome“ und „Parts Two“, die 2012 in Zusammenarbeit dem deutsch-koreanischen DesignerDuo Kim & Heep entwickelt wurden und dem Besprechung-Tisch „Meet:Me“ an. ❙ www.neudoerfler.com

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international

The Big Green Apple New Yorks Bürgermeister hat einen Plan. Mit geänderten Bebauungsrichtlinien und strengeren Bauvorschriften soll die Stadt mit bald neun Millionen Einwohnern umweltfreundlicher werden. Die Schaffung von leistbarem Wohnraum steht auch auf der Agenda. I roland kanfer schon noch etwas mehr an Bewegungsfreiheit zu, wenn auch die Intention in beiden Städten die gleiche ist: Optimale Flächenausnutzung, um besonders billigen Wohnraum für untere Einkommensschichten zur Verfügung zu stellen.

Strengere Bauvorschriften

Grüne Gebäude: Auch Manhattans neue Bürotürme müssen sich der „Green Codes Task Force“ beugen. 

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ew York City wird grün. So hat es Michael Bloomberg, seit 12 Jahren New Yorks Bürgermeister, 2007 postuliert. Und so steht es im „PlaNYC“, einem Masterplan, mit dessen Hilfe die Emissionen bis 2030 um 30 Prozent reduziert werden sollen. Zugleich will Bloomberg auf Basis dieses Plans die Wirtschaft stärken, den Klimawandel in den Griff kriegen und generell die Lebensqualität aller New Yorker steigern. Zu diesem Zeitpunkt werden mehr als neun Millionen Einwohner im Big Apple leben. Das sind um eine Million mehr als noch 2005. Die müssen wohnen, arbeiten und leben – und das in einem nachhaltigeren, umweltfreundlicheren, qualitativ höheren und leistbaren Umfeld.

Inspiration aus Wien Dem Wohnbau kommt in diesem Szenario deshalb eine große Rolle zu. Sozialer Wohnbau hat in New York einen vergleichsweise hohen Stellenwert. Aus dem Jahr 1930 stammt etwa „Amalgated Dwellings“ in Manhattans Lower Eastside, einer der ältesten genossenschaftlich errichteten Wohnbauten New Yorks. Die Architekten Springsteen & Goldhammer, Planer der sechsgeschoßigen Anlage mit 236 Wohnungen im Art Deco-Stil, ließen sich beim Entwurf vom KarlMarx-Hof in Wien inspirieren, nicht nur was die Fassade betrifft, sondern auch hinsichtlich der Idee, jeder Wohnung genügend Tageslicht zu verschaffen und den

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Bewohnern einen geschützten, begrünten Innenhof zur Verfügung zu stellen.

Kanfer

der Grundstückskostenanteil und damit die Wohnkosten, so die ökonomisch einleuchtende Erkenntnis.

Transit oriented Rezoning: Höhere Dichte nur in ÖV-Nähe

Billiger Wohnraum für untere Einkommensschichten

Entstanden günstige Wohnbauten im Lauf des 20. Jahrhunderts vorwiegend entlang der U-Bahnlinien New Yorks, mit denen die Bewohner die Innenstadt leicht erreichen konnten, wuchsen gegen Ende des Jahrhunderts Wohngebiete, die nicht öffentlich erschlossen sind und dem Autoverkehr Auftrieb geben. Bloombergs Plan sieht daher Änderungen bei den Bebauungsplänen vor, mit höherer zugelassener Bebauungsdichte in Zonen mit Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel und mit Reduzierung der Dichte in ÖV-ferneren Gebieten. Mit Hilfe dieses „Transit oriented rezonings“ soll günstigerer Wohnraum mit Nahversorgung in verkehrsgünstigen, umweltfreundlicheren Lagen angekurbelt und der Autoverkehr eingedämmt werden. Leistbares Wohnen schaffen – das will nicht nur die Wiener Stadtverwaltung, das steht auch in Bloombergs Plan für New York als Priorität festgeschrieben. Man hat erkannt, dass die Begünstigung zur Schaffung von leistbarem Wohnraum direkt mit einer Steigerung des Angebots an ebensolchen Wohnungen korreliert. Hält umgekehrt das Angebot mit der Nachfrage einer wachsenden Bevölkerung nicht Schritt, werde Wohnen teurer, wird das Angebot an Baugrund rarer, dann steige

Dass mehr als die Hälfte der New Yorker Haushalte mehr als 30 Prozent ihres Bruttoeinkommens für das Wohnen ausgeben und lediglich 64% aller Wohnungen dem New Yorker Medianeinkommen entsprechend als leistbar gelten, hat die Stadtverwaltung angespornt, mit einem „New Housing Plan“ seit 2004 rund 110.000 Wohnungen neu zu errichten oder zu sanieren. 165.000 sollen es bis 2014 werden. Ob sich Michael Bloomberg bei seinem Vorhaben Tipps und Anregungen bei Wiens Wohnbaustadtrat Michael Ludwig geholt hat? Dieser weilte jedenfalls vergangenen Monat im New York, um im Österreichischen Kulturforum die Ausstellung „The Vienna Model – Housing in the 21st Century City“ zu eröffnen. Besucher lernen dort den sozialen Wohnbau des Roten Wien der dreißiger Jahre ebenso kennen wie den zeitgenössischen geförderten Wohnbau, mit dessen Segnungen heute bereits 60 Prozent aller Wienerinnen und Wiener beglückt sind. Gemeinsamkeiten hat man auch bei der Tendenz zu kleinen Wohnungen entdeckt: „Micro Apartments“ mit maximal 35 m² Wohnfläche anzubieten, hat sich die Stadt Wien aber bisher jedenfalls noch nicht getraut. Ludwigs „Smart Wohnungen“ lassen da

Billige Energie hat vor allem in den USA in den letzten Jahrzehnten die Berücksichtigung lokaler Bedingungen und natürlicher Einflüsse wie Wind oder Sonne bei der Planung obsolet gemacht. Mit dem Erfolg, dass heute die für Gebäude aufgewendete Energie für 75 Prozent der Treibhausgasemissionen sowie für 85 Prozent des Wasserverbrauchs und des Abfallaufkommens der Stadt verantwortlich ist. Mindestens die Hälfte des in der Stadt anfallenden Mülls kommt aus dem ­Gebäudebereich, sei es als Baustellenabfall oder als Abbruchmaterial. Dem sagt New Yorks Bürgermeister im „PlaNYC“ ebenfalls den Kampf an. Die „Green Codes Task Force“ soll die Stadt, die niemals schläft, mit reinerer Luft, sauberem Wasser und mehr Vegetation versorgen. Das von den mehr als 200 Gebäudeexperten ausgearbeitete Konzept „Green Building“ zielt darauf ab, mittels verschärfter Bauvorschriften und Normen die umwelt- und gesundheitsrelevanten Auswirkungen der rund eine Million Gebäude in New York zu verbessern. Zumindest für die 6,5 Prozent in kommunalem Besitz stehenden Nutzflächen will Bloomberg strengere Maßstäbe anlegen. Mit einer entsprechend strengeren Bauordnung sollen diese Standards auch in den privaten Sektor gebracht werden. ❙

New Yorks Bürgermeister Bloomberg steuert seine Stadt in Richtung Grün.  David Shankbone

Tipp! The Vienna Model – Housing in the 21st Century City Ausstellung im Austrian Cultural ­Forum New York, 11 East 52nd Street bis 2. September 2013, täglich 10-18h www.acfny.org

Ältester Genossenschaftsbau, inspiriert vom Karl-Marx-Hof: Amalgated Dwellings in der Lower Eastside, 1930.  Wikimedia Commons

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