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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

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NR. 01 • 2015 • HEFT 426 • 36. JAHRGANG • EURO 10,00

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EDITORIAL

Vorlesegeschichten Liebe Leserin, Lieber Leser! Eines zuerst, wir alle in der Redaktion von risControl sind für jegliche Art der Religionsfreiheit und das Recht jedes Menschen auf Erden sein Lebensglück in seiner Religion oder in seinen Ansichten zu finden, Hauptsache es wird nicht das Recht auf Eigenmeinung eines Anderen geschädigt. Wie gerne haben meine Kinder als sie klein waren in Kinderbüchern herumgeblättert und es genossen am Abend eine Gute NachtGeschichte vorgelesen zu bekommen. In der Winterzeit, wenn es draußen eiskalt war, im Wohnzimmer vor dem Ofen war es besonders schön, nicht nur für Muttern sondern auch für die Beiden. Beim Vorlesen mit verstellter Stimme den Tieren im Buch eine eigene Stimmfärbung zu geben, ach wie war das schön. Nun werde ich bald meinen eigenen Enkeln vorlesen, nur, dass es wenn es nach einem englischen Verlag geht, nie wieder Geschichten von den drei kleinen Schweinchen oder von den Tieren am Bauernhof dabei sein werden. Warum? Denn um nur ja niemanden in seiner religiösen Ansicht zu verletzen, sollen in Kinderbüchern keine Schweine oder auch Würste, die auch aus Schwein bestehen könnten, dargestellt werden. Aber dürfen dann

noch Kühe in Büchern vorkommen, die auch in einer Religion als heilig gelten? Es stellt sich die Frage, warum eine Religion positiv diskriminiert wird, während Toleranz anderer Religionen als Automatismus vorausgesetzt wird? Was machen wir mit den Märchen, wo beide Tierarten vorkommen, alle weg damit? Oder mit dem Film „Die Kühe sind los“, alles einstampfen und verstecken? Die Kleinkindercomputer, wo beim Drücken auf ein „Schweinchenbild“ ein grunzen ertönt und das „muhen“ bei der Kuh. Das soll alles nicht mehr zu sehen sein? Dann sollte man aber auch alle Asterix nicht mehr lesen dürfen und können, damit den Vegetarier der Anblick erpart bleibt, wenn Obelix ein gebratenes Wildschwein mit Genuss verdrückt. Was bliebe dann noch über? Kinderbücher ohne Tiere und auch kein Besuch mehr im Streichelzoo? Wenn wir diesen Gedanken weiterdenken, ergibt sich ein Zerrbild unserer Realität. In vielen Ländern gehören Schweine und Kühe zu unserem Leben, sei es als Nutzvieh, Zoobewohner oder als Abbildung in einem Kinderbuch. Wie schon ein altes Sprichwort sagt, man sollte die Kirche im Dorf lassen, oder? Obwohl, ist die Verwendung eines Sprichwortes mit einem religiösen Bauwerk überhaupt noch (politisch) korrekt? Ihre Doris Schachinger Die Feder ist mächtiger als das Schwert. Je suis Charlie


4 INHALT

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S. 32: Was gibt es Neues?

EDITORIAL

3 Vorlesegeschichten

KARRIERE

6 Helvetia Gruppe: Erich Walser 6 Allianz Versicherung: Vorarlberg 6 NÜRNBERGER Versicherung AG: Auszeichnung 7 Sparkassen Versicherung AG: Vertrieb

S. 28: Nachhaltigkeit bringt Vorteile

S. 26: Geradlinig

MARKT

18 D.A.S. Rechtsschutz AG: Wohnrechtsnovelle 18 Statistik 19 Generali Versicherung: Geldstudie 

VERSICHERUNG

KURZNACHRICHTEN

14 Allianz Versicherung: „Wir sind die Garantie!“ 20 Gothaer Konzern: Rating 20 Helvetia Versicherung: Gold für Veranstaltung 21 Oberösterreichische Versicherung: Ausnahmejahr 21 Europäische Reiseversicherung: Winterspaß 40 Die optimale Softwareunterstützung für Ihr Maklerbüro - CCA und TOGETHER Ausblick 2015 54 Jung, urban, weiblich - Unfallversicherung mit Bonus-Provision

INTERVIEW

32 Was gibt es Neues?

6 NÜRNBERGER Versicherung AG/Garanta: Dachmarke 7 Nobelmarke boomt 7 Shoppen im Internet 7 Versicherungsausgaben 7 FMA: Neue Funktion

22 Swiss Life Select: Gründlich, verlässlich, stabil 26 Helvetia Versicherung: Geradlinig 28 Allianz Versicherung: Nachhaltigkeit bringt Vorteile 31 Pension - und dann? 42 Dialog Lebensvesicherung: Mehr Transparenz und Aufklärung

TITELGESCHICHTE KOLUMNE

48 Einmal Mond und zurück 56 2015: Neue Damoklesschwerter über den Finanzmärkten


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INHALT

S. 52: Über und unter dem Eis

S. 48: Einmal Mond und zurück

S. 42: Mehr Transparenz und Aufklärung

S. 22: Gründlich, verlässlich, stabil

S. 8: Vom Winde verweht

WIRTSCHAFT

8 Vom Winde verweht 9 Versicherbarkeit von Windkraftanlagen: Theoretische Aspekte und empirische Befunde für Österreich

NACHLESE

16 ARAG VERSICHERUNG: Weihnachten 16 Koban Südvers: Weihnachten 17 TOGETHER/CCA: Verein Kinderhospiz

REISE

52 Über und unter dem Eis

VERANSTALTUNG

38 Universität Leipzig: „Lebensgeschäft ist Marathongeschäft“ 46 Wiener Städtische Versicherung: Ehrung 46 Donau Universität Krems: Versicherungsrecht

Ausgabe-Nr.: 01 | risControl 01/2015 Heft-Nr.: 426 | 36. Jahrgang

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Impressum: “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221, Telefon: +43 (0)720 515 000, Fax: +43 (0)720 516 700, e-mail: office@riscontrol.at Doris Schachinger, Chefredakteurin, Christian Proyer, CAS-Design, Layout Titelbild: Hans K. Stöckl. Weitere Bilder: LMZ, Helvetia, VAV Versicherungs-AG, Jim Koepnick/EAA, Mark Greenberg, TVB Weissensee, Verein PflegerIn mit Herz/Richard Tanzer, Heinz Himmer, Sebastian Reich. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/Public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2012 / (ca)


KARRIERE/KURZNACHRICHTEN

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HELVETIA GRUPPE

Erich Walser Der Präsident des Verwaltungsrates der Helvetia Gruppe, Erich Walser, ist am 30. Dezember 2014 unerwartet nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Über 35 Jahre prägte Erich Walser mit seiner hohen Gestaltungs- und Schaffenskraft die Entwicklung der Helvetia Versicherungen.

Als ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsleitung sowie als langjähriger Präsident des Verwaltungsrates hat er die Helvetia durch sehr erfolgreiche Zeiten geführt. Die Geschäfte werden bis auf eiteres durch die Vizepräsidentin Doris Russi-Schurter geführt. Mit der Regelung

der definitiven Nachfolge wird sich der Ver waltungsrat zu gegebener Zeit befassen.

Tirol und Vorarlberg in Personalunion verantwortlich war und sich zukünftig auf Tirol konzentrieren wird. Nach Abschluss des Studiums der Sozialund Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien startete die gebürtige Vorarlbergerin 2005 ihre Karriere in der Allianz als Vorstandsassistentin im Bereich Versicherungstechnik und Kundengruppenmanagement. Drei Jahre

später avancierte Meyer zur Market-Managerin für Privatkunden. Im Jahr 2010 übernahm sie als Gebietsleiterin in der Landesdirektion Steiermark erstmals Führungsverantwortung, 2012 wurde Meyer zur Vertriebsmanagerin in der Grünen Mark bestellt. Seit 2013 war sie in Vorarlberg als Vertriebsmanagerin für die Bereiche Recruiting, Ausbildung, Verkauf und die strategische Ausrichtung der Landesdirektion zuständig.

ALLIANZ VERSICHERUNG

Vorarlberg Mag. Bianca Meyer hat mit 1. Jänner die Leitung der Landesdirektion Vo r a r l b e r g übernommen. Sie folgt damit Mag. Hubert Hotter, der seit 2010 für die Landesdirektionen

NÜRNBERGER VERSICHERUNG AG / GARANTA

Dachmarke Die online angebotenen Ausschnittsdeckungsprodukte der Garanta24-Produktlinie wird ab heuer unter der Dachmarke NÜRNBERGER angeboten. „Wir haben diese Versicherungsprodukte in den letzten drei Jahren ausführlich getestet und kontinuierlich weiterentwickelt. Unter

der Marke NÜRNBERGER erwarten wir uns einen noch besseren Marktauftritt, denn diese Marke steht in Österreich seit über 30 Jahren für innovative Versicherungslösungen“, erläutert Vorstandsvorsitzender Kurt Molterer. Tarife innerhalb dieser Produktlinie

werden auf Apps bzw. Websites angeboten und abgeschlossen. Die Abwicklung des Antrags- und Polizzierungsprozesses wird unter Einsatz modernster OnlineTechnologie durchgeführt. Risikoträger ist weiterhin die GARANTA Österreich Versicherungs-AG.

NÜRNBERGER VERSICHERUNG AG

Auszeichnung Aufsichtsratsvorsitzender HansPeter Schmidt hat das Salzburger Tourismusverdienstzeichen erhalten. Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer: „Hans-Peter Schmidt hat es mit seiner Tatkraft, seinem Weitblick und seiner Liebe zum Gasteinertal ermöglicht, dass Bad Gastein wieder an seine überragende Tradition und Bedeutung für den Tourismus im Land Salzburg anschließen konnte“. HansPeter Schmidt wurde bereits mehrfach, auch in Österreich, für sein vielfältiges Engagement

ausgezeichnet. U.a. ist er Träger des Großen G o l d e n e n E hrenzeichens für Dienste um die Republik Österreich und des Großen Verdienstzeichens des Landes Salzburg.

LAbg. Mag. Hans Scharfetter, LH Dr. Wilfried Haslauer, Hans-Peter Schmidt und Bürgermeister Gerhard Steinbauer


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Die Nobelmarke Rolls Royce kann nicht über das vergangene Jahr klagen. Mehr als 4.000 der Nobelkarossen im Wert ab 230.000 Euro wurden verkauft. Alleine in Deutschland wurden weit mehr als 100 Exemplare abgesetzt, wobei Diskretion über die neuen Besitzer herrscht. Einer der besten Absatzmärkte ist laut dem Autobauer Nordamerika, dort beträgt der Zuwachs 30 %.

Eine aktuelle Studie von Marketagent. com zeigt was ganz oben auf der WebEinkaufsliste der Österreicher steht. Drei von zehn Online-Shoppern nutzen das Smartphone für den virtuellen Einkaufsbummel. Die beliebtesten Waren sind Bekleidung, Bücher bzw. Zeitschriften und Elektronikgeräte. Rund jeder Zweite hat in den letzten 12 Monaten bestellte

Ware aus dem Internet umgetauscht und/ oder zurückgeschickt. Zu den wichtigsten Online-Einkaufsmöglichkeiten der heimischen Web-Community zählen amazon, willhaben.at und eBay. Während der innovativste Online-Shop der „store. apple.com/at“ ist, genießt der Shop „engelbert-strauss.at“ die besten Werte in Punkto Vertrauenswürdigkeit.

Versicherungsausgaben Der europäische Versicherungsverband hat die Zahlen der Versicherungsdurchdringung und der ausgegebenen Jahresprämien in Europa veröffentlicht. Wir liegen mit einer Versicherungsdurchdringung von 5,3 % deutlich unter dem deutschen Schnitt. Für die Studie wertete der Versicherungsverband

die Daten aus 32 europäischen Ländern aus. Im globalen Versicherungsmarkt nimmer Europa mit 33 % den ersten Platz ein, vor Nordamerika und Asien. Bei den Ausgaben für Versicherungsprodukte mit einer Durchschnittlichen Prämie von ca 2.000 Euro liegt Österreich hinter vielen

Europäischen Ländern. Die Schweizer geben 5.964, die Dänen und Finnen mehr als 4.000, die Niederländer knapp unter 4.000 und in Großbritannien liegen die durchschnittsausgaben bei 3.700 Euro. In unserem Nachbarland Deutschland liegen die jährlichen Ausgaben bei 2.219 Euro.

zu tragen. „Mit der Installierung der FMA als nationale Abwicklungsbehörde setzt Österreich einen weiteren wichtigen Baustein zur europäischen Bankenunion, die aus den drei Säulen `Einheitlicher Aufsichtsmechanismus´, `Einheitliches Abwicklungsregime´ und ´Einheitliche Einlagensicherung´ besteht, um. Sie leistet

damit auch einen wesentlichen Beitrag, dass künftig bei einer Schieflage einer Bank nicht mehr der Staat und damit der Steuerzahler einspringen muss, sondern vor allem deren Eigentümer und Gläubiger zur Kasse gebeten werden“, so der Vorstand der FMA, Mag. Helmut Ettl und Mag. Klaus Kumpfmüller.

FMA

Neue Funktion Gemäß dem BaSAG hat die Finanzmarktaufsicht mit 1. Jänner zusätzlich die Funktion als Abwicklungsbehörde übernommen. Sie hat damit künftig im Falle eines Ausfalls oder drohenden Ausfalls eines Instituts zur Wahrung der Finanzmarktstabilität für dessen geordnete Abwicklung Sorge

SPARKASSEN VERSICHERUNG AG

Vertrieb Mag. Christoph Oppitz hat die Vertriebsleitung für den Vertrieb der s-Versicherung mit 1. Jänner 2015 übernommen. Die letzten 10 Jahre war der gebürtige Salzburger und gelernte Betriebswirt (Wirtschaftsuniversität Wien) mit großem Erfolg und Engagement als Landesdirektor der s-Versicherung für Salzburg tätig. Im Zuge der Ernennung zum Vertriebsleiter wurde Mag. Christoph Oppitz auch die Prokura verliehen. „Meine Kernaufgabe als Vertriebsleiter Österreich sehe ich darin, das Unternehmen als Marktleader in der Lebensversicherung in eine weiterhin

erfolgreiche Zukunft zu führen“, sagt Oppitz zu seiner beruflichen Herausforderung. Den fortschreitenden Ausbau neuer und moderner Vertriebswege – Stichwort „digital sale“ – definiert er dabei als eine der wesentlichen Maßnahmen für die Zukunft. In der Funktion als Landesdirektorin in Salzburg ist ihm per 1. Jänner 2015 Renate Vierthaler (47) nachgefolgt. Als verantwortliche Gebietsbetreuerin in Salzburg seit Oktober 2008 kennt sie den regionalen Markt bestens und bringt aus ihrer bisherigen Karriere viel Fachkompetenz und Expertenwissen rund um die Finanzdienst-

leistungsbranche mit – unter anderem aus dem Leasing- und Finanzierungsbereich sowie aus ihrer mehrjährigen Tätigkeit als Kundenbetreuerin einer Bank. „Die Qualität unserer Ziele bestimmt die Qualität unserer Zukunft“, lautet ihr Motto, unter dem sie gemeinsam mit ihrem regionalen Team intensive und hochwertige Betreuung der Sparkassen in Salzburg erbringen und weiter ausbauen möchte.

KARRIERE/KURZNACHRICHTEN

Nobelmarke boomt Shoppen im Internet


WIRTSCHAFT

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Vom Winde verweht

Keine Sorge es kommt nun nicht die Geschichte von Scarlett O`Hara obwohl sie schön romantisch ist oder nicht? Wir haben in dieser Ausgabe die Masterarbeit über die Versicherbarkeit von Windkraftanlagen, theoretische Aspekte und empirische Befunde für Österreich abgedruckt. Hier sind rund um das Thema Windkraft und Windräder einige Informationen für Sie. Derzeit drehen sich in Österreich rund 1000 Windräder mit einer Leistung von circa 2000 MW, damit kann in Österreich soviel Strom erzeugt werden, wie ein Drittel aller österreichischen Haushalte verbraucht. Investiert wurde in den letzten drei Jahren in die Stromerzeugung aus Windkraft mehr als 1,7 Mrd. Euro und insgesamt arbeiten 5.500 Personen in dem Wirtschaftszweig. Die ersten Windräder sind im Jahre 1994 im Marchfeld entstanden mit einer Leistung 150 Kw. Die vielen Standorte gemeinsam können selbst mit großen Anlagen in Deutschland und Dänemark konkurrieren. Erzeuger von Windkraftanlagen kritisieren die Politik, da diese aus ihrer Sicht mit Co2 Zertifikaten Kohle- und Atomkraftwerke fördern. Der Anteil der Windkraft an der gesamten österreichischen

Energieerzeugung liegt derzeit bei 4,2 Prozent, das Gros entfällt laut Statistik Austria auf Wasserkraft (55,5 Prozent) und Fossile (23 Prozent). 10 Prozent müssen importiert werden, der Biomasse-Anteil beträgt 6,5 Prozent und der kleine Rest entfällt auf Photovoltaik und Geothermie. Heuer werden wahrscheinlich Windräder mit einer Kapazität von 390 MW dazukommen, nach 411 MW 2014 und 308 MW 2013. Mittelfristig wird der Ausbau aber „drastisch“ zurückgehen ist Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, der Meinung. Die meisten Anlagen sind in Niederösterreich mit 509 Rädern und im Burgenland mit 404 Rädern zu finden. Weit abgeschlagen sind die Steiermark, Oberösterreich, Wien und Kärnten, die westlichen Bundesländer haben gar keine Windräder, das liegt aber nicht nur an den Bergen, sondern auch an den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die meisten Windräder haben sogar Namen, so wurde das 400. Windrad im Burgenland auf den Namen „Julia“ getauft. Als Namenspatin stand Julia Dujmovits, die Snowboard Olympiasiegerin, zur Seite.


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Teil 1

1. Einleitung Technische Entwicklungen schlagen sich auch in der Versicherungswirtschaft nieder, und zwar sowohl im versicherungsbetrieblichen Bereich – man denke etwa an die vielfältigen Anwendungen moderner Informationstechnik im organisatorischen Bereich (z. B. Bestandsverwaltung, Vertriebscontrolling) oder im Marketing (z. B. soziale Netzwerke im Internet) - wie auch im Bereich der zu versichernden Risiken und damit der Versicherungsprodukte. Zu neueren technischen Entwicklungen zählt die Erzeugung von elektrischem Strom aus sogenannten Windkraftanlagen, was mit Risiken verbunden ist und wo sich dann auch die Frage der Versicherbarkeit stellt. Einem Vorschlag aus der Versicherungspra1 xis folgend wurden nun in der von Roland Unterhofer an der Wirtschaftsuniversität 2 Wien verfassten Bachelorarbeit (Betreuer: Erwin Eszler) die mit Windkraftanlagen verbundenen Risiken dargestellt sowie die theoretische Versicherbarkeit bestimmter Risiken geprüft und mit Angeboten (Produkten) auf dem österreichischen Versicherungsmarkt verglichen. Der vorliegende Beitrag basiert auf dieser Bachelorarbeit und wurde durch - insbesondere methodologische - Ausfüh-

Roland Unterhofer BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien 3

rungen des Betreuers erweitert. Es geht dabei insbesondere auch um eine wissenschaftliche Kontextualisierung realer Praxisphänomene. Dabei können aber freilich die vielfältigen Aspekte im Rahmen dieses Beitrages jeweils nur kurz angerissen werden. Auf die Literatur wird verwiesen. Am Beginn steht eine kurze Darstellung der wesentlichen Gegebenheiten von Windkraftanlagen. 2. Windkraftanlagen Die erste Windkraftanlage zur Stromerzeugung 4 wurde in Österreich im Jahre 1994 errichtet. Von 1994 (0,3 MW installierte Leistung) bis 2002 gab es einen mäßigen Anstieg der installierten Gesamtleistung auf 139 MW, 2003 dann einen Sprung auf 415 MW, 2004 auf 606 MW, 2005 auf 817 MW, 2006 auf 964 MW, dann eine Phase geringerer Zuwächse bis 2011 (1.084 MW), 2012 dann wieder einen Sprung auf 1.377 MW und weiter 2013 auf 1684 MW, und im Jahr 2014 wurden schließlich 2.095 MW installierte Leistung erreicht. Für 2015 werden 5 2.486 MW prognostiziert. In Österreich liegen 6 die geeignetsten Standorte vor allem im Osten. Bei Windkraftanlagen werden Onshore-Anlagen (stehen im Binnenland) und OffshoreAnlagen (stehen in erheblichem Abstand zur Küste auf See) unterschieden. Da sich dieser

Beitrag nur auf Windkraftanlagen in Österreich bezieht, werden hier spezifische Aspekte von Offshore-Anlagen ausgeklammert. Eine Onshore-Windenergieanlage besteht im Wesentlichen aus folgenden Hauptkomponenten: Fundament mit Turm, Rotor, Triebstrang (mit Getriebe, Kupplung, Bremsen und Generator), elektrischer Steuerung sowie Hilfsaggregaten. Die gesamte Technik einer Windkraftanlage befindet sich in der sogenannten Gondel – dem Maschinenhaus – am 7 oberen Ende des Turmes . 3. Risiken Grundsätzlich können unterschieden werden (a) Risiken in der Errichtungsphase von Windkraftanlagen und (b) Risiken in der Betriebsphase von Windkraftanlagen. Nur letztere sind Gegenstand der folgenden Ausführungen. 3.1. Sachschadenrisiken 3.1.1. Elementarrisiken Vor allem das Risiko von Schäden durch 8 Brand, Explosion und Feuer durch Blitz9 schlag ist relativ hoch. Das Risiko eines Blitzeinschlages kann nicht nur zu einer Brandentzündung führen, sondern auch zu einer Beschädigung von u. a. Rotorblatt,

1 Der Vorschlag zur Bearbeitung des Themas „Versicherbarkeit neuer Technologien, z.B. Nano-Technik oder Windkraftwerke“ stammt von Dr. Franz Reisner, Allianz-Versicherung Wien, im Zuge einer von E. Eszler gemachten Rundfrage nach praxisrelevanten Themen für Bachelorarbeiten an der WU im März 2013. 2 Roland Unterhofer: Theoretische und praktische Versicherbarkeit neuer Technologien am Beispiel von Windkraftwerken, Bachelorarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, 2014 (un veröffentlicht). 3 Das vorgegebene Thema wurde von Roland Unterhofer weitgehend selbständig bearbeitet und ausschließlich er ist für die Richtigkeit der Darstellungen der Daten und Datenauswertungen im vorliegenden Beitrag verantwortlich. Die Erstellung des Textes für die vorliegende Veröffentlichung, die Auswahl, Strukturierung und formale Gestaltung hat Erwin Eszler besorgt (unter Verwendung von Daten und Textteilen/Abbildungen aus der Bachelorarbeit). - Für die Richtigkeit der Darstellungen kann keine Gewähr gegeben und keine Haftung übernommen werden. Fehler und Irrtümer vorbehalten. 4 Vgl. Lagler, A. I., und Mück, S.: Windenergie Österreich – Versuch einer Bestandsaufnahme inklusive der didaktischen Aufbereitung des Themas für den volkswirtschaftlichen Unterricht, Diplomarbeit an der WU Wien, Verlag Versicherungswirtschaft, Karlsruhe 2005, S. 53. 5 Vgl. https://www.igwindkraft.at/mmedia/download/2015.01.08/1420706598679249.pdf. 6 Zur räumlichen Verteilung der Windkraftanlagen vgl. http://www.igwindkraft.at/?xmlval_ID_KEY[0]=1055/. 7 Literatur zur Technik von Windkraftanlagen: Gasch, R., und Twele, J.: Windkraftanlagen – Grundlagen, Entwurf, Planung und Betrieb, 5. Auflage, Wiesbaden 2007; Hau, E.: Windkraftanlagen – Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit, 4. überarbeitete Auflage, Heidelberg 2008; Heier, S.: Windkraftanlagen – Systemauslegung, Netzintegration und Regelung, 5. überarbeitete Auflage, Wiesbaden 2009. 8 Wurde in der Bachelorarbeit von R. Unterhofer nicht näher untersucht und wird auch im Folgenden nicht weiter berücksichtigt. Versicherbar sind solche Risiken üblicherweise im Rahmen von Feuerversicherungen bzw. -deckungen (in den Versicherungsbedingungen in der Regel: „Brand, Blitzschlag, Explosion“). (E. E.) 9 Vgl. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (Hrsg.): Windenergieanlagen – Leitfaden für den Brandschutz, VdS Schadenverhütung GmbH, Köln 2008, S.5 und 8 f.

WIRTSCHAFT

Versicherbarkeit von Windkraftanlagen: Theoretische Aspekte und empirische Befunde für Österreich


WIRTSCHAFT

10 steuertechnischen, informationstechnischen und energietechnischen Anlagen, sowie der 10 Gondel. Sturm- und Hagelrisiko können zu Schäden, insbesondere an den Rotorblättern einer Windkraftanlage, führen. - Frost- und Eisansatz als Elementar-Risiko spielt auch für Windkraftanlagen-Betreiber eine Rolle. Eisansatz kann aufgrund der zusätzlichen Lasten zu Unwuchten auf den Rotorblättern führen. Die daraus resultierende aerodynamische Variation wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit 11 der Windkraftanlage aus. Weiters besteht das Risiko der Beschädigung oder Zerstörung durch Meteoriteneinschlag. Vergleicht man die erdbebengefährdeten Gebiete Österreichs mit der Verteilung der Windkraftanlagen im Land, so ist erkennbar, dass es im östlichen Landesteil Überlappungen gibt. Hinsichtlich des Hochwasser- bzw. Überschwemmungsrisikos spielt bereits die Standortentscheidung eine wesentliche Rolle. Die Standortentscheidung und die damit verbundenen Errichtungsgenehmigung werden u. a. auf Basis der österreichischen Hochwasserzonen getroffen. Daher werden Windkraftanlagen grundsätzlich nicht in potentiellen Hochwasser- und Überschwemmungszonen 12 errichtet. Ebenso spielt das Lawinenrisiko im Zusammenhang mit Windkraftanlagen in Österreich keine Rolle. Aufgrund der Wesentlichkeit der Windverhältnisse für die Standortentscheidung ergibt sich, dass in Österreich keine Windkraftanlagen an einem Standort errichtet werden, der ein 13 potentielles Lawinenrisiko aufweist. Die meisten Windkraftanlagen befinden sich im Flachland im östlichen Teil Österreichs. 3.1.2. Maschinenbruchrisiko Das Risiko eines Maschinenbruches kann mehrere Ursachen haben. Die soeben erläuterten Elementarrisiken können die Anlage,

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die Maschine oder einzelne Komponenten der Windkraftanlage beschädigen. Zu einem Maschinenbruch können auch technische Risikoquellen wie Material-, Konstruktionsoder Ausführungsfehler führen. Darüber hinaus kann das Versagen der Mess-, Regel und Sicherungstechnik die Ursache des technischen Risikos sein – dessen Folge zu Überlast bzw. Überdrehzahl führen kann und so einen Maschinenbruch herbeiführt. Korrosion und Erosion können an Onshore14 Windkraftanlagen auftreten , da viele Komponenten der Anlage aus Metallen bestehen und in den Anlagen atmosphärische Luft und Kondenswasser sind. Eine wesentlichere Rolle spielt Verschleiß einiger Komponenten von Windkraftanlagen. Durch den Dauerbetrieb und die damit verbundene permanente Inanspruchnahme von Getriebelager, Rotorwelle und Triebstrang, deren Einzelkomponenten auf ein individuelles Maximum an Betriebsstunden begrenzt sind, steigen die Anforderungen an die Schmierung dieser Elemente. Ein Schmieröl mit unangemessener Viskosität oder ein Schmiermittel, welches längerfristig erhöhter Reibungshitze ausgesetzt ist, kann, aufgrund der schnelleren Veraltung, Ursache 15 für Verschleißschäden sein. Der Maschinenbruchschaden kann auch durch menschliches Versagen zustande kommen. Zwar haben Betreiber von Windkraftanlagen nur wenige Beschäftigte, doch gibt es auch dort Mitarbeiter, welche die Maschinen bedienen, optimieren, pflegen und reparieren. Menschliches Versagen ist nicht gänzlich vermeidbar. Es können Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit oder Fahrlässigkeit auftreten. Serienmäßig auftretende Schadensereignisse, welche zwar unter externer Betrachtung selbstständig und unabhängig von einander wirken, aber letztendlich auf die selbe Ursache zurückzuführen sind, werden unter

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dem Begriff Serienschäden erfasst. Windkraftanlagen werden heutzutage aufgrund der hohen Produktionsmenge auch in Serie produziert, jedenfalls viele der Einzelkomponenten. Der hierbei gewonnene Nutzen der Skaleneffekte in der Produktion steht dem möglichen Serienschadenspotential gegenüber. „Neben Generator und Getriebe sind auch die Rotorblätter immer wieder von 17 Serienschäden betroffen.“ 18

3.1.3. Risiko durch Absturz von Flugzeugen Der Anprall oder Absturz von Flugzeugen, deren Teilen oder deren Ladung kann ebenfalls zu Schäden an Windkraftanlagen oder zu deren Zerstörung führen. Das gilt auch für den Absturz von Raumfahrzeugen und deren Teilen sowie für Satelliten u. ä.

3.1.4. Kriegsrisiko Das Kriegsrisiko in einem Staat wie Österreich, der in einer aktuell stabilen institutionellen Rechtsstruktur wie der Europäischen Union eingebettet ist, mag auf den ersten Blick mit einer vernachlässigbaren Wahrscheinlichkeit bewertet werden. Bei rationaler Herangehensweise dürfen historische Fluktuationen zwischen Friedens- und Kriegszeiten aber nicht ausgeblendet werden. 3.1.5. Terrorismusrisiko Das Terrorismusrisiko wurde seit dem 11. September 2001 als neues politisches Risiko bestimmt, welches die Versicherer vor neue 19 Herausforderungen stellt. Da bereits eine Definition für Terrorismus außerordentlich 20 schwierig zu finden ist , ist auch eine konkrete Beschreibung des Terrorismusrisikos für Windkraftanlagen in Österreich nicht einfach. Es soll hierbei nur ein Bespiel eines potentiellen Terrorismusszenarios anführt werden, welches Windkraftanlagen tangiert:

Vgl. Meyer, F.: BINE Informationsdienst - Blitzschutz für Windkraftanlagen, Fachinformationszentrum Karlsruhe, Bonn 2000, S. 2, abgerufen auf http://www.bine.info/fileadmin/content/ Publikationen/Projekt-Infos/2000/Projekt-Info_12-2000/projekt_1200internetx.pdf [am 23. November 2013 um 13.55]. Vgl. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (Hrsg.): Erneuerbare Energien - Gesamtüberblick der Technischen Versicherer im GDV über den technologischen Entwicklungsstand und das technische Gefährdungspotenzial, Berlin 2013, S. 72. Daher ist dieses Risiko erfahrungsgemäß vernachlässigbar laut Walter Kudera, Allianz-Elementar Versicherungs-AG, Abteilung Underwriting Individualgeschäft/Industrie, Wien, am (Interview vom 20.09.2013). Laut Peter Königsberger, Uniqa-Versicherung, Abteilung Industrie und Individual Sach, Wien (Interview vom 23.09.2013). Vgl. http://www.springerprofessional.de/die-technische-zuverlaessigkeit-von-windkraftanlagen-auf-dem-pruefstand/3618970.html, abgerufen am 10.02.2014 um 20.30 Uhr]. Vgl. Bauer, E.: Windenergieanlagen Schadenbetrachtung, in: Allianz Report, Ausgabe 2001/2, S. 73 ff. Vgl. Jung, E.: Der Serienschaden in der Allgemeinen Haftpflichtversicherung, Köln 1969, S. 14. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (Hrsg.): a. a. O. (2013), S. 69. Wurde in der Bachelorarbeit von R. Unterhofer nicht behandelt und wird auch im Folgenden nicht weiter berücksichtigt. Versicherbar sind solche Risiken üblicherweise im Rahmen von Feuerversicherungen. Vgl. etwa Allgemeine Bedingungen für die Feuerversicherung (AFB 2001). (E. E.) Vgl. Pabst, C. T.: Die Versicherbarkeit des Terrorismusrisikos: eine qualitative Analyse der Versicherbarkeitskriterien und die versicherungswirtschaftliche Risikobewältigung mit mehreren Risikoträgern unter der besonderen Berücksichtigung der österreichischen Assekuranz, Dissertation an der Wirtschaftsuniversität Wien 2007, S. 41. Vgl. Stillmann, P.: The changing Meanings of Terrorism, in: Perspectives on Evil and Human Wickedness, Band 1, Ausgabe 2, 2003, S. 81.


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3.2. Vermögensschadenrisiko Hier ist das Betriebsunterbrechungsrisiko mit einem Vermögensschaden als Folge des Eintritts eines Schadensfalls anzuführen (Unterbrechungsschaden bei Stillstand der 22 Anlage). 3.3. Haftungsrisiken Beim Betrieb von Windkraftanlagen können auch Ereignisse auftreten, welche zu einem Schaden an/bei Dritten führen, für welche der Windkraftanlagen-Betreiber haftet. Eiswurf stellt z. B. ein Haftungsrisiko für Windkraftanlagen-Betreiber dar. Eisbrocken können einerseits während des Stillstands der Anlage beim Auftauen zu Boden stürzen. Diese können sich aber auch während des Betriebes loslösen und durch die Luft geschleudert werden. Man bedenke, dass während des Betriebes der Windkraftanlage sich die Rotorspitzen mit bis zu 200 km/h bewegen und dadurch enorme Fliehkräfte freigesetzt werden. Aus infrastrukturellen Gründen werden Windkraftanlagen relativ dicht an Wegen und öffentlichen Straßen aufgestellt. „Die Tatsache, dass bisher keine ernsthaften Unfälle durch Eiswurf verursacht worden sind, darf nicht dazu verleiten, die 23 bestehenden Gefahren zu unterschätzen“. In den neueren Generationen der Anlagen werden Eisablagerungen durch Condition 24 Monitoring Systeme automatisch erkannt und es wird die Maschine abgeschaltet oder

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die Rotorblätter verfügen über eine Rotorblattheizung, um dem Eiswurfrisiko präventiv 25 entgegenzuwirken. Weitere Beispiele von Schadensereignissen mit Haftungsrisiko sind der Abriss einer Rotorblattspitze, welche anschließend rund 200 Meter weit durch die Luft geschleu26 dert wurde. Ein Szenario ist auch, dass der komplette Turm bei Beschädigung des Fundamentes, z. B. nach einem Erdbeben, umfällt. Dabei könnten sich z. B. Tiere aus landwirtschaftlicher Haltung im Umfeld befinden und verletzt bzw. getötet werden. 27

3.4. Personenrisiken Neben den oben unter „Haftungsrisiken“ beschriebenen Gefahren für Personen (Fremdschäden) sind auch hinsichtlich der mit der Wartung und Reparatur von Windkraftanlagen beschäftigten Personen weitere verschiedene Unfallrisiken vorstellbar: Absturzgefahr, Verletzung durch mechanische Einwirkung von Bauteilen, Stromunfälle, Verletzungen durch Brand und Explosion u. a. m. 28

3.5. Sonstiges In Medien wird berichtet, dass immer wieder 29 Vögel bzw. Vogelschwärme und auch Fleder30 mäuse durch die Bewegung der Rotorblätter getroffen werden. Zwar mag das nicht unmittelbar für den Windkraftanlagen-Betreiber zu einem Schaden führen, aber diese Gefahr bzw. dieses Problem soll aus Gründen des Tierschutzes nicht unerwähnt und nicht unberücksichtigt bleiben. Im Hinblick auf mögliche Aktionen von Tierschützern ist allerdings für den Betreiber einer Windkraftanlage auch die Entstehung von Kosten – insbesondere im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren - als Risiko vorstellbar, wo sich dann die Frage der Ver-

sicherbarkeit im Rahmen etwa von Rechtschutzversicherungen stellen würde. 4. Risikomanagement Der Umgang mit Risiken erfordert an sich eine umfassende, systematische, planmäßige Vorgangsweise, also Risikopolitik bzw. Risk 31 Management. Als Phasen eines solchen Prozesses können etwa unterschieden werden: (I) Risikoanalyse (Ia Risikoerkennung und Ib Risikobewertung) und (II) sog. Sicherheitsgüterdisposition (IIa Suche nach Sicherheitsgütern, IIb Kombination der Sicherheitsgüter und IIc Bereitstellung und Einsatzsteuerung 32 der Sicherheitsgüter). Im Folgenden soll allerdings nur das schadenausgleichende Sicherheitsgut „Versicherung“ erörtert werden. Auf schadenverhindernde, schadenmindernde und andere schadenausgleichende Sicherheitsgüter und das Zusammenwirken von Sicherheitsgütern wird hier nicht näher eingegangen. 5. Versicherbarkeit Methodologisch lassen sich drei Zugänge zur Klärung von Versicherbarkeit unterscheiden, die kurz mit „Logik“, „Realität“ und „Kon33 34 struktion“ bezeichnet werden können: (a) Im sog. rationalistisch-idealistischen Ansatz („Logik“) wird von einem (Ideal-) Modell des Versicherns ausgegangen und es werden daraus rational durch logische Denkoperationen Kriterien für die Versicherbarkeit sowie streng formal-logisch bzw. mathematisch Wenn-Dann-Beziehungen bzw. Je-DestoBeziehungen abgeleitet. Gültigkeitskriterium ist hier logische Richtigkeit. (b) Im sog. empiristisch-realistischen Ansatz („Realität“) wird durch empirische Wahr-

Laut BERI-Index – einem Maßstab zur Länderrisikoanalyse, der allerdings eine ganze Reihe verschiedener Aspekte hinsichtlich der Investitionsfreundlichkeit eines Landes berücksichtigt – erhielt Österreich 57 Punkte, was einem mäßigen Risiko entspricht. Vgl. hierzu auch Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (Hrsg.): a. a. O. (2013), S. 104. Rigossi, R.: Sicherheit von Windkraftanlagen in der Schweiz, Bundesamt für Energie, Bern 2005, S. 25. Vgl. Muuß, T.: Condition Monitoring Systeme für Windkraftanlagen – Einsatz und Zertifizierung, in: DGZfP-Berichtsband, Band 94, 2005, S. 3, http://www.ndt.net/article/dgzfp05/ v27.pdf [am 12. Januar 2014 um 08.30]. Vgl. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (Hrsg.): a. a. O. (2013), S. 107. Vgl. Fröhlingsdorf/Kaiser (2007), Unerwartete Kräfte, Der Spiegel, Ausgabe 34, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-52637606.html (abgerufen am 6.11.2014) Wurden in der Bachelorarbeit von R. Unterhofer nicht berücksichtigt und werden auch im Folgenden nicht weiter behandelt. Für die Versicherbarkeit kommen hier insbes. Lebens- und Unfallversicherungen (u. U. mit berufsspezifischer Risikotarifierung) in Frage. Hier stellt sich dann auch die Frage nach dem Versicherungsnehmer: Die Gefährdeten selbst? Oder der Arbeitgeber (Betreiber der Windkraftanlage? Wartungsunternehmen? Sonstige?). (E. E.) Wurde in der Bachelorarbeit von R. Unterhofer nicht behandelt und wird auch im Folgenden nicht weiter berücksichtigt. (E. E.) Vgl. z. B. http://www.ndr.de/nachrichten/Tiere-als-Opfer-der-Windenergie-,windkraft319.html (abgerufen am 1.7.2014). Vgl. z. B. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/windkraft-tausende-fledermaeuse-sterben-an-windraedern-in-deutschland-a-917385.html (abgerufen am 1.7.2014). Zur Differenzierung dieser Begriffe vgl. etwa Stremitzer, H.: Risikopolitik und Risk Management – Gedanken zur Versicherungsnachfrage, in: Versicherungsrundschau 1977, S. 22-36. Vgl. Mugler, J.: Risk Management in der Unternehmung, Wien 1979, S. 85-198. Vgl. Eszler, E.: Versicherbarkeit und ihre Grenzen: Logik - Realität – Konstruktion, in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft, 89. Jg. (2000), Heft 2/3, S. 285-300. Vgl. Eszler, E.: Versicherbarkeit und ihre Grenzen / Analyse und Systematisierung auf erkenntnistheoretisch-ontologischer Basis, Karlsruhe 1999.

WIRTSCHAFT

Es wäre z. B. nicht auszuschließen, dass Terrorakte gezielt auf die Einschränkung der Energieversorgung abzielen, somit auch auf Windkraftanlagen. Wenngleich auch die Wahrscheinlichkeit eines solchen Terroraktes 21 in einem politisch relativ stabilen Land wie Österreich sehr mäßig ist.


WIRTSCHAFT

12 nehmung festgestellt, was in der Realität versicherbar ist. Gültigkeitskriterium ist hier empirische Wahrheit. (c) Im sog. konstruktivistisch-instrumentalistischen Ansatz („Konstruktion“) wird versucht, das Entscheidungsverhalten in der Praxis – insbesondere Determinanten 35 bzw. Faktoren - zu rekonstruieren, wobei das Gültigkeitskriterium hier die „Tauglichkeit“, „Viabilität“ oder „Instrumentalität“ der Aussagen vor dem Hintergrund jeweils verschiedener Beurteilungssysteme ist. Im Folgenden wird zum einen die theoretische Versicherbarkeit der Risiken beim Betrieb von Windkraftanlagen anhand von Kriterien untersucht – angelehnt an den Ansatz (a), allerdings nicht im strengen Sinne die dortigen formal-logischen Erfordernisse erfüllend, und teilweise auch an Ansatz (c) –, zum anderen wird im Sinne des Ansatzes (b) die praktische Versicherbarkeit dieser Risiken in Österreich untersucht und diese mit der theoretischen Versicherbarkeit verglichen. 5.1. Theoretische Versicherbarkeit Zur Klärung der Versicherbarkeit von Risiken sind in der wissenschaftlichen Literatur verschiedene Kriterienkataloge entwickelt 36 worden. Im Folgenden wird ein oftmals herangezogener, nahezu schon „klassischer Katalog“ von fünf Kriterien verwendet: Zufälligkeit, Eindeutigkeit, Schätzbarkeit, 37 Unabhängigkeit, Größe. Zu beachten ist, dass Kriterien der Versicherbarkeit zumeist nicht dichotomisch sind (erfüllt oder nicht; ja/nein), sondern dimensional (mehr oder 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48

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weniger erfüllt). Das eröffnet übrigens auch die Möglichkeit der Anwendung von Konzepten der unscharfen Logik („Fuzzy 39 Logic“) in diesem Bereich. Nun kurz zu 40 den einzelnen Versicherbarkeitskriterien: „Zufälligkeit“ umfasst zwei Aspekte: (a) Ungewissheit (nur „Risiken“ können versichert werden, nicht aber hinsichtlich Schadeneintritt und Schadenzeitpunkt und Schadenausmaß schon gewisse Ereignisse) und (b) Unbeeinflussbarkeit des Risikos (im Sinne einer Erhöhung). – „Eindeutigkeit“ besagt, dass klar sein soll, welcher Betrag bei welchem Ereignis zu leisten ist. – „Schätzbarkeit“ bezieht sich auf die Ermittlung der Schadenverteilung (Eintrittswahrscheinlichkeiten, Schadenhöhen) bzw. der Schadenerwartungswerte, insb. zur Bestimmung einer risikoadäquaten Prämie. – „Unabhängigkeit“ der Risiken voneinander ist die Voraussetzung für das zentrale Funktionsprinzip der Versicherung, den „Risikoausgleich im Kollektiv“ (der – entgegen einem weitverbreiteten Irrglauben – ein reiner Schadensprozess ist und nichts mit Prämien zu tun hat ). – Ebenso ist „Größe“ im Zusammenhang mit dem Risikoausgleich im Kollektiv zu sehen: Ein Risiko soll (im Hinblick auf mögliche Einzelschäden) gegenüber den übrigen Schadenverteilungen im Kollektiv nicht übermäßig groß (was aber auch von den Rückversicherungsmöglichkeiten u. a. 42 m. abhängt). Zur Prüfung der theoretischen Versicherbarkeit der einzelnen Risiken beim (Onshore-) Betrieb einer Windkraftanlage in Österreich gibt es nun grundsätzlich zwei alternative

Vorgangsweisen: Entweder (a) man geht jeweils von einem Versicherbarkeitskriterium aus prüft der Reihe nach alle Risiken hinsichtlich des betreffenden Kriteriums; oder (b) man geht von jeweils einem bestimmten Risiko aus und untersucht es im Hinblick auf die alle Kriterien, wie es im Folgenden geschieht. Aus Platzersparnisgründen erfolgt die Befundung weitgehend nur stichwortartig. Legende: Einschätzung nach Auffassung der Autoren: „+“ = „hinreichend erfüllt“, „-“ = „problematisch“, „?“ = „fraglich“. 5.2. Praktische Versicherbarkeit Mit praktischer Versicherbarkeit ist die markt43 44 mäßige bzw. empirische Versicherbarkeit gemeint. Der Klärung der praktischen Versicherbarkeit liegt ein empirisch-induktiver 45 Ansatz zugrunde. Ein Risiko gilt dann als versicherbar, wenn es tatsächlich auf dem Versicherungsmarkt versichert werden kann 46 bzw. versichert wird. Zur konkreten Prüfung der praktischen Versicherbarkeit wird im Folgenden untersucht, welche Risiken beim Betrieb von Windkraftanlagen in Österreich auf Versicherer übertragen werden. Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist, was in der Realität 47 als Versicherung bezeichnet wird. Dieser Umstand ist z.B. durch das Vorhandensein einer Versicherungsvertragsurkunde (Versicherungspolizze) gegeben. Für die nähere Untersuchung werden dazu die Allgemeinen Bedingungen ausgewählter am österreichischen Versicherungsmarkt auftretenden Ver48 sicherer herangezogen. Da die mit dem

Also etwa: Zielsystem und Risikoverhalten des Versicherungsunternehmens, seine Ausstattung mit Produktionsfaktoren (vorhandener Bestand an versicherten Risiken, Rückversicherung, Sicherheitskapital etc.), die erzielbare Prämie, Eigenschaften der zu versichernden Risiken. Vgl. hierzu Karten, W.: Das Einzelrisiko und seine Kalkulation, in: Gabler Versicherungsenzyklopädie, 4. Aufl., Band 2, Wiesbaden 1991, S. 207. Vgl. hierzu z. B. auch etwa Berliner, B.; Die Grenzen der Versicherbarkeit von Risiken, Zürich 1982; vgl. auch Berliner, B.: Versicherbarkeit, in: Farny, D./Helten, E./ Koch, P./ Schmidt, R. (Hrsg.): Handwörterbuch der Versicherung HdV, Karlruhe 1988, S. 953 f. Vgl. Karten, W.: Zum Problem der Versicherbarkeit und zur Risikopolitik des Versicherungsunternehmens – betriebswirtschaftliche Aspekte, in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft, Band 61 (1972) , S. 279 – 299; vgl. auch Farny, D.: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 35 ff. Vgl. Mugler, J.: Risikopolitische Strategien im Grenzbereich des Versicherbaren, in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft, Band 69 (1980), S. 71-87. Vgl. Eszler, E.: 1994. Versicherbarkeit und Fuzzy-Konzepte, in: Versicherungswirtschaft, 49. Jg. (1994), Heft 3, S. 176-181. Vgl. hierzu näher Karten, W.: Das Einzelrisiko und seine Kalkulation, in: Gabler Versicherungsenzyklopädie, 4. Aufl., Band 2, Wiesbaden 1991, S. 207 ff. Vgl. Farny, D.: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 45 ff.; Eszler, E.: Risikoausgleich und Versicherung: Analyse und Systematisierung divergenter Auffassungen, in: Zeitschrift für Versicherungswesen, 45. Jg. (1994), Heft 6, S. 152-156. Vgl. hierzu Näheres bei Farny, D.: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 35 Vgl. Mugler, J.: Risikopolitische Strategien im Grenzbereich des Versicherbaren, in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft, Band 69 (1980), S. 74. Vgl. Eszler, E.: Versicherbarkeit und Versicherungsmodelle insbesondere für katastrophenartige Elementarrisiken – ein Bezugs- und Analyserahmen, Wien 1992 , S. 25. Vgl. Mugler, J.: Risikopolitische Strategien im Grenzbereich des Versicherbaren, in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft, Band 69 (1980), S. 74. Vgl. Berliner, B.; Die Grenzen der Versicherbarkeit von Risiken, Zürich 1982, S. 11 ff. Vgl. Eszler, E.: Versicherbarkeit und ihre Grenzen / Analyse und Systematisierung auf erkenntnistheoretisch-ontologischer Basis, Karlsruhe 1999, S. 143. Der Abschluss von Versicherungsverträgen mit Windkraftwerksbetreibern der jeweiligen Versicherer anhand der zugrundeliegenden Allgemeinen Versicherungsbedingungen wurde dem Autor der zugrundeliegenden Bachelorarbeit schriftlich oder mündlich von Mitarbeitern der berücksichtigten Versicherungsunternehmen bestätigt. Es wird von wahrheitsgemäßen Aussagen ausgegangen, und die empirische Untersuchung baut darauf auf. Der Versicherer Uniqa verfügt eigens über Allgemeine Versicherungsbedingungen im Bereich der Maschinenbruchversicherung für Windkraftanlagen, war jedoch nicht bereit, diese dem Autor vorzulegen. Uniqa versteht ihre Allgemeinen Versicherungsbedingungen als über Jahre angeeignetes Know-How des Unternehmens in diesem speziellen Bereich und will diese daher nicht allgemein offenlegen. Im Zuge des Interviews mit Herrn Ing. Königsberger wurde jedoch darauf hingewiesen, dass es sich hierbei hauptsächlich um evtl. Abänderungen im Bereich der Obliegenheiten und ähnliches handelt. Die versicherbaren/unversicherbaren Risiken selbst stimmen jedoch mit denen der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für Maschinenbruchversicherung grundsätzlich überein. Daher erscheint die allgemeine Version für die Untersuchung der marktmäßigen Versicherbarkeit anwendbar.


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• Allianz Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft

• Uniqa Group • Wiener Städtische – Vienna Insurance Group Da nicht alle Versicherer österreichweit einbezogen werden, kann hier kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Dies sollte sich jedoch nicht wesentlich auf die repräsentative Aussagekraft der Untersuchung auswirken. Es ist praktisch unmöglich, eine umfassende Kenntnis zu erhalten, welche Risiken an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit tatsächlich versichert 51 wurden bzw. werden. Es sei noch erwähnt dass die marktmäßige Versicherbarkeit zusätzlich durch die Untersuchung von realen Versicherungsprämien und Versicherungsbeständen analysiert werden könnte. Im Rahmen der zugrundeliegenden

Bachelorarbeit fand dieser Untersuchungsansatz keine Anwendung, da spezifische Daten über Vertragsabschlüsse, Versicherungsprämien und Versicherungsbestand seitens der befragen Versicherungsunternehmen nicht zur Verfügung gestellt wurden. Begründet wurde dies mit kommunikationspolitischen Entscheidungen. Eine weitere – ebenfalls hier nicht realisierte - Möglichkeit zur Analyse der marktmäßigen Versicherbarkeit würde noch darin bestehen, diese aus der Perspektive der Versicherungsnehmer, also der Windkraftanlagen-Betreiber, zu ermitteln. Für die Untersuchung der praktischen Versicherbarkeit wurden von den drei Versicherern folgende Versicherungsbedingungen berücksichtigt (rechts eigene Kurzbezeichnungen für die weiteren Ausführungen):

ALLIANZ-ELEMENTAR Allianz Versicherungs-Bedin- Bereich „Maschinenversicherung“ gungen für Windenergieanlagen (Stand 02/2001) Bereich „Maschinen-Betriebsunterbrechungsversicherung“

„WEA-Maschinenversicherung“ „WEA-Maschinen-BU-Versicherung“

Allgemeine und Ergänzende Allgemeine Bedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHVB „Haftpflichtversicherung“ 2006 und EHVB 2006) der Allianz Elementar Vers. AG UNIQA GROUP: Allgemeine Bedingungen für die ALLRISK Versicherung gewerblicher und industrieller Risiken „Allrisk-Versicherung“ (ABAR, Fassung 7/2006), AR 70 Allgemeine Bedingungen für die Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung (AFBUB, Fassung „Feuer-BU-Versicherung“ 1/2003), FB 94 Allgemeine Bedingungen für die Versicherung von Maschinen, maschinellen Einrichtungen „Maschinenbruch-Versicherung“ und Apparaten (AMB) (Maschinenbruch-Versicherung), Fassung 1/2003, FM 99 Allgemeine und Ergänzende Allgemeine Bedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHVB „Haftpflichtversicherung“ 2004 und EHVB 2004), H940 WIENER STÄDTISCHE: Allgemeine Bedingungen All Risk / Sach- und Betriebsunterbrechungsbedingungen, ABARTE 2004 „Allrisk Sach- und BU-Versicherung“ Allgemeine Bedingungen für die Versicherung von Maschinen, ma-schinellen Einrichtungen „Maschinenversicherung“ und Apparaten (ABM) (Maschinenversicherung), Fassung 1995, 24T Allgemeine Bedingungen für die Maschinen-Betriebsunterbrechungs-Versicherung (ABMBU), „Maschinen-BU-Versicherung“ Fassung 1995, 25T Allgemeine und Ergänzende Allgemeine Bedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHVB „Haftpflichtversicherung“ 2005 und EHVB 2005), HV 5 Abbildung 1: Berücksichtigte Versicherungsbedingungen

49 50 51

Lesen Sie den zweiten Teil dieser Studie in der nächsten Ausgabe.

Vgl. Eszler, E.: Versicherbarkeit und ihre Grenzen / Analyse und Systematisierung auf erkenntnistheoretisch-ontologischer Basis, Karlsruhe 1999.), S. 149 bzw. 216. Entsprechend Aussagen der Mitarbeiter der jeweiligen Versicherungsunternehmen. Nach Interviews mit Walter Kudera, Allianz-Elementar Versicherung, und mit Peter Königsberger, Uniqa Versicherung, im September 2013. Vgl. Mugler, J.: Risikopolitische Strategien im Grenzbereich des Versicherbaren, in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft, Band 69 (1980), S. 74

WIRTSCHAFT

Betrieb von Windkraftanlagen verbundenen Risiken gemäß diesen Allgemeinen Versicherungsbedingungen versichert werden, kann man von realer faktischer (im Vergleich zu bloß potentieller) Versicherbar49 keit sprechen. Auftretende Risiken beim Betrieb von Windkraftanlagen werden also mit den versicherten Risiken laut allgemeinen Versicherungsbedingungen verglichen. Der Autor der zugrundeliegenden Bachelorarbeit hat sich diesbezüglich an verschiedene Versicherungsunternehmen in Österreich gewandt, von denen drei einen signifikant hohen Versicherungsbestand an versicher50 ten Windkraftanlagen bestätigten. Diese drei sind:


VERSICHERUNG

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ALLIANZ VERSICHERUNG

„Wir sind die Garantie!“ Die Allianz präsentiert ihre Antwort auf die anhaltende Niedrigzinsphase und bringt mit „Fixkosten Plus“ eine neue Lebensversicherung auf den Markt – zusätzlich zum bisherigen Produktportfolio. Beim neuen Produkt wird der maximale Garantiezins (aktuell 1,5 Prozent) nicht angewendet. Dadurch ergibt sich eine höhere Rendite für die Kunden.

Die anhaltende Niedrigzinsphase verunsichert die Menschen. Man hört immer wieder: „Ich möchte mich nicht für einen längeren Zeitraum binden. Daher bevorzuge ich lieber ein Sparprodukt statt einer Lebensversicherung.“ Nun hat die Finanzmarktaufsicht den maximalen Garantiezins ab Jänner 2015 auf 1,5 Prozent gesenkt. Eine weitere Senkung auf 1,25 Prozent ist nicht auszuschließen. In Deutschland hat das Niedrigzinsumfeld sogar dazu geführt, dass sich Versicherungsunternehmen ganz oder teilweise aus dem Geschäft mit Lebensversicherungen zurückziehen.

Kundenbedarf so hoch wie noch nie Gleichzeitig war der Kundenbedarf noch nie so hoch wie heute. Die Menschen werden immer älter, im Ruhestand wird die die staatliche Pension den Lebensunterhalt nicht decken können, der Lebensstandard wird im Alter sinken. Österreicherinnen und Österreicher machen sich in diesem schwierigen Umfeld Sorgen um ihre Zukunft, ihre Vorsorge und die Abdeckung ihrer Fixkosten im Alter. Das staatliche Pensionskonto führte den Menschen unmissverständlich vor Augen: Wer einmal in Pension ist, hat weniger Geld zur Verfügung – soviel ist sicher.

Fixkosten bleiben auch im Ruhestand bestehen Die Fixkosten sind langfristig einschätzbar: Was wir bereits jetzt mehr oder weniger genau wissen, ist die Höhe der laufenden Ausgaben für Miete, Strom, Gas, Betriebskosten etc. Kunden können diese Fixkosten versichern – und die staatliche Pension für sonstige Ausgaben verwenden, z.B. für Reisen, Freizeit etc. Die Allianz hat diesen Bedarf erkannt und bereits vor Jahren die Fixkostenpension eingeführt. Sie hat sich – auch im Maklerbereich – zu einem Renner entwickelt. Bekenntnis zur Lebensversicherung Unabhängig vom Zinsumfeld – es führt kein Weg an der privaten und betrieblichen Vorsorge vorbei. Für Makler ist die Lebensversicherung – sowohl im Privatkundenbereich als auch in der Betrieblichen Altersvorsorge – eine wichtige Einkommenssäule. Michael Sturmlechner, Leiter des Ungebundenen Vertriebs: „Wir haben drei Ziele: 1. Die Lebensversicherung für die Kunden in der Niedrigzinsphase weiterhin attraktiv halten, 2. die Einkommenssituation unserer Berater und Vertriebspartner zu sichern und 3. das Komplettportfolio im Hause aufrecht zu erhalten. Für unsere Kunden macht sich die Finanzkraft der Allianz voll bezahlt. Wir sind ein solides, krisensicheres Unternehmen, wir haben das beste Rating aller Versicherungsgesellschaften weltweit. Die Kundengelder der klassischen Lebensversicherung sind bei uns absolut sicher veranlagt. WIR sind die Garantie!“


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Die Fixkostenpension, die in den vergangenen Jahren eine stetig steigende Nachfrage verzeichnete, wird verbessert: Man kann flexibel zuzahlen, abheben, liegen lassen. In der Genussphase gibt es eine steuerfreie Gesamtverzinsung bei täglich fälligem Geld. Ein weiterer großer Vorteil ist die Möglichkeit, eine zweite versicherte Person anzuführen. Damit ist auch die Vermö-

„Für unsere Kunden macht sich die Finanzkraft der Allianz voll bezahlt. Wir sind ein solides, krisensicheres Unternehmen, wir haben das beste Rating aller Versicherungsgesellschaften weltweit. Die Kundengelder sind bei der Allianz absolut sicher veranlagt. WIR sind die Garantie!“ Michael Sturmlechner, Allianz

gensweitergabe an die nächste Generation gesichert. Kein anderes Unternehmen bietet diese Möglichkeit! Mit der Fixkosten Plus können die Fixkosten günstiger abgedeckt werden als mit der klassischen Rentenversicherung, denn es entfällt der Unterjährigkeitszuschlag auf die Prämie, die neue Variante bietet außerdem einen höheren Rückkaufswert ab dem 7. Jahr. Sie bringt darüber hinaus eine um ca. 0,3 Prozentpunkte per anno höhere Rendite, eine höhere Ablaufleistung und höhere Renten – in Summe eine deutlich attraktivere Lösung für das Fixkostenproblem. Wie funktioniert das? Der höchstmögliche Garantiezins (aktuell 1,5 Prozent) wird in diesem Produkt nicht angewendet; es besteht aber eine Garantie auf die Prämien abzüglich der Kosten. Dadurch ergibt sich dieser Vorteil, der auch an die Kunden weitergegeben wird. Portfolio wird erweitert – Kunden haben die Wahl Michael Sturmlechner zur Frage, ob es die bisherigen klassischen Lebensversicherungstarife weiter geben wird: „Bei uns hat der Kunde die Wahl: Er kann die gewohnte

VERSICHERUNG

Die neue Fixkosten Plus

Michael Sturmlechner klassische Lebensversicherung nehmen, die neue Fixkosten Plus mit einer höheren Kundenrendite oder ein anderes Vorsorgeprodukt. Alle bisherigen Lebensversicherungsvarianten stehen nach wie vor im Regal und werden unverändert angeboten.“ Die neue Produktvariante wird auch in kollektiven BAV-Modellen (Abfertigungsversicherung, Zukunftssicherung) zum Einsatz kommen. 2015 belässt die Allianz die Gesamtverzinsung für die klassische Lebensversicherung bei 3,25 Prozent.

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NACHLESE

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ARAG VERSICHERUNG

Weihnachten Kurz vor Weihnachten startete die ARAG Versicherung ihre Aktion „Weihnachtsbaum. Bei sonnigem und nicht gerade weihnachtlichem Wetter konnten Vertriebspartner im Wienerwald ihren Weihnachtsbaum selbst schneiden und mit nach Hause nehmen. Knapp

50 Vertriebspartner kamen mit ihren Familien zu einem kleinem Brunch und vergnüglichen Weihnachtsgesprächen zusammen. Dr. Effinger und sein Team waren vor Ort, die erstmalige Aktion „Christbaum“ der ARAG wurde freudig begrüßt und fand insgesamt guten Anklang.

KOBAN SÜDVERS

Naschen Im Rahmen einer Charity-Aktion wurde kurz vor Weihnachten gemeinsam mit prominenten Gästen im Küchenstudio Hietzing Kakao und Schokolade für den guten Zweck getrunken. Die Versicherungsmaklergruppe KOBAN SÜDVERS unterstützte die Veranstaltung als Hauptsponsor. Der Reingewinn kommt in den Spendentopf eines vierjährigen Buben, der sowohl körperlich als auch geistig schwer behindert ist und dringend auf eine Delfintherapie wartet. „Das Schicksal dieses jungen Buben hat uns sehr berührt. Wir hoffen, dass die Therapie das Leben des kleinen Jungen ein Stück weit verbessern kann und freuen uns, die Familie mit unserer Spende zu unterstützen“, betont Geschäftsführer Dr. Klaus Koban.

Dr. Klaus Koban, Christine Brunhölzl, Dr. Georg Aichinger, Mag. Barbara Jung, Hans Sauerstein


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NACHLESE

TOGETHER /CCA

Verein Kinderhospiz Die Schaffung und Bewahrung eines starken Miteinanders ist seit jeher tief in der Unternehmenskultur von CCA und TOGETHER verankert, nicht nur in Bezug auf die eigenen Kundinnen und Kunden sondern auch gesamtgesellschaftlich. Um letzteres zu erreichen, wird eng mit nationalen karitativen Organisationen zusammengearbeitet. Viele gesellschaftliche Realitäten finden selten eine breite Aufmerksamkeit und das oft zum Schaden der Betroffenen. Ein prominentes Beispiel hierfür stellt der gesellschaftliche Umgang mit sterbenskranken Kindern dar. Ganz allgemein beschäftigen sich Menschen nur selten und ungern mit dem Tod. Sind Kinder davon betroffen, steigt die Abwehrhaltung umso mehr. Doch Fakt ist: Es gibt Kinder und Jugendliche, denen ein langes und erfülltes Leben aus gesundheitlichen Gründen verwehrt bleibt. Alle diese Kinder haben auch Familien – Eltern, Großeltern und Geschwister – die damit umgehen lernen müssen, dass ein Familienteil nur eine begrenzte Lebenserwartung hat. Um möglichst viel Zeit gemeinsam verbringen zu können, entscheiden sich viele Familien dafür, ihre kranken Kinder zu Hause zu pflegen, was oftmals jedoch mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist. So fehlt es nicht nur an der staatlichen

Unterstützung für die geeignete Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Krankheiten sondern auch am Betreuungsangebot für deren Angehörige. Der Verein Kinderhospiz Netz hat sich genau diesem gesellschaftlichen Tabuthema verschrieben. Seit 2007 begleitet das erste mobile Kinderhospiz Österreichs Familien, die ihre kranken Kinder zu Hause pflegen, pflegerisch, medizinisch und psychosozial durch geschulte Ehrenamtliche und qualifizierte Professionisten. Als kleiner

Verein ohne staatliche Subventionen ist das Kinderhospiz Netz ausschließlich auf die Unterstützung privater Förderer angewiesen. „Wir haben großen Respekt vor der wunderbaren Arbeit, die die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Kinderhospiz Netz jeden Tag leisten und möchten dieses tolle Projekt gern unterstützen“, so Mag. Alexander Petzmann, Geschäftsführer. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen im Rahmen der Geschwistergruppe des Kinderhospiz, einen Malwettbewerb für die diesjährigen Weihnachtskarten initiiert. Zahlreiche Kinder nahmen daran teil und großartige Kunstwerke entstanden. Das Bild des 11-jährigen Yusuf wurde zum schönsten gekürt und zierte die Weihnachtskarten. Gewonnen haben aber alle Teilnehmer des Malwettbewerbs. Für ihr Engagement und die großartigen Kunstwerke erhielten die Kinder jeweils einen voll bestückten SCHNITT-O-MATen von Manner. Darüber hinaus, wurde der Verein mit einem Geldbetrag, der im Rahmen der Jahreausklangs an die geschäftsführende Obfrau Sabine Reisinger übergeben. Bei der Feier initiierten Besucher der Veranstaltung eine Sammelaktion deren Erlös ebenfalls an das Kinderhospiz Netz überreicht wurde.


MARKT

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D.A.S. RECHTSSCHUTZ AG

Wohnrechtsnovelle Mit 1. Jänner ist die Wohnrechtsnovelle 2015 in Kraft getreten, damit wurde die Kostenübernahme bei Austausch oder Reparatur von Heizthermen und Wasserboilern neu geregelt. Durch das aktuelle Wohnungseigentumsgesetz wurde auch der Eigentumserwerb von Kellerabteilen, Garagenplätzen und Gartenanteilen erleichtert. „Die Kosten für den Austausch oder eine Reparatur der mitvermieteten Heiztherme oder sonstigen Wärmebereitungsgeräten muss der Vermieter tragen“, führt Kaufmann aus. Die Änderungen gelten für den Voll- und Teilanwendungsbereich des MRG (Mietrechtgesetz) sowie für Genossenschaftswohnungen. Für die Wartung der Therme, des Boilers oder sonstiger Wärmebereitungsgeräte ist weiterhin der Mieter selbst zuständig. Diese neuen Regelungen gelten auch für Mietverträge, die vor dem Inkrafttreten der Novelle geschlossen wurden. Auch auf bereits gerichtlich anhängige Verfahren,

die noch nicht rechtskräftig entschieden wurden, ist die neue Rechtslage anwendbar. Neuerungen bei Eintragung von Wohnungseigentum Im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) wurde durch die neue Wohnrechtsnovelle eine Rechtsunsicherheit beseitigt. „Konkret betroffen waren WohnungseigentumZubehörobjekte, wie etwa Kellerabteile, Garagenplätze und Gartenanteile. Bislang konnte Eigentum an diesen Objekten nur mit einer entsprechenden Eintragung im Grundbuch erworben werden“, erläutert Jurist Kaufmann. „Hat man das verabsäumt, war man nach der bisherigen Rechtslage nicht Alleineigentümer der jeweiligen Fläche.“ Durch die Wohnrechtsnovelle wird nun geregelt, dass sich die Eintragung von Wohnungseigentum an einer Eigentumswohnung automatisch auch auf das Zubehör zu dieser Wohnung bezieht.

Voraussetzung dafür ist, dass das Objekt eindeutig zur Eigentumswohnung zugeordnet werden kann. Das muss sich aus dem Wohnungseigentumsvertrag oder einer gerichtlichen Entscheidung ergeben. Auch diese Novellierung gilt rückwirkend für bereits geschlossene Verträge, Eintragungen und bei Gericht anhängigen Verfahren.

Statistik Der Autoverkauf 2014 ist deutlich zurück gegangen, das abgelaufene Jahr brachte das dritte Mal in Folge einen Rückgang bei Neuwagenzulassungen: In der Kategorie Personenkraftwagen - die mit einem Anteil von 76,7% mit Abstand meistgenutzte Kfz-Art in Österreich - lag die Anzahl der Neuzulassungen im abgelaufenen Jahr bei 303.318. Das bedeutet gegenüber 2013 einen Rückgang um fast 16.000 Pkw oder 4,9 %. Auf einem nach wie vor hohen Niveau bleiben die Kurzzulassungen. Die Zweiradzulassungen blieben mit 40.463 Neuzulassungen um 6,1 % unter dem Ergebnis des Jahres 2013. Der Blick auf den Nutzfahrzeugmarkt zeigt, dass 2014 34.769 oder 1,8 % mehr Lkw zugelassen wurden als im Jahr davor, gesunken sind die Zulassungen von land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen (-18,9 %), ebenso wie von Sattelzugfahrzeugen

(-18,8 %). Insgesamt lag der der Kfz-Bestand in Österreich zum Stichtag 31. Dezember 2014 bei rund 6,47 Mio. Fahrzeugen, um 1,3 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Ziffern der Autohersteller sind erfreulicher, General Motors hat im vergangenen Jahr so viele Fahrzeuge verkauft wie noch nie zuvor. Wachstumsmarkt ist China mit 12 %, die Vereinigten Staaten mit 5 %, jedoch in Südamerika und Europa schwächelt der Verkauf, was auch die Ziffern der Anmeldungsstatistik zeigen. Auch BMW, Mercedes und Audi

haben letztes Jahr Rekordumsätze gemeldet. Sie verkauften im vergangenen Jahr zwischen 1,6 und 1,8 Millionen Fahrzeuge, wobei auch da der Wachstumsmarkt ausserhalb Europas liegt.


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MARKT

GENERALI VERSICHERUNG

Geldstudie

seit Beginn der Erhebung an dritter Stelle bei den Mehrausgaben liegt – ex aequo mit der Gesundheitsvorsorge – der Bereich Ernährung mit 17 %. Mehrausgaben für Lebensmittel und Getränke lagen bei der ersten Generali-Geldstudie 2004 nur auf dem 12. Rang und haben in den letzten 10 Jahren sehr an Bedeutung gewonnen. Die größten Verlierer bei den Mehrausgaben sind die Bereiche Urlaub und Wohlbefinden/Sport hier wird um 6 % weniger Geld ausgegeben. Drei abgefragte Bereiche konnten – wenn auch nur minimal um zwei bzw. einen Prozentpunkt – zulegen: Auto/ Mobilität, Internet/Telefon/Fernsehen sowie Schuldentilgung. Unverändert blieben einzig die Bereiche Gesundheitsvorsorge und Ernährung mit 17 %. Große Abweichungen der Ergebnisse ist in den Altersstufen zu sehen, so verfügen insgesamt 29 % der unter 30- jährigen über

mehr Geld als zuletzt (Gesamt: 15 %) und planen im Vergleich zum Durchschnittsösterreicher auch bei allen abgefragten Kategorien höhere Ausgaben ein. Die größte Einsparungsmöglichkeit sehen Österreicher insgesamt 2015 bei der Mode mit 15 % und beim Urlaub mit 14 %. Entsprechend der niedrigen Zinsen schwindet auch die Sparfreude.

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Niederösterreichische Versicherung AG Neue Herrengasse 10 3100 St. Pölten www.noevers.at

WIEN NORD

Wie jedes Jahr, seit 2004 veröffentlicht die Generali Versicherung am Jahresende die Geldstudie. Ende November wurden repräsentativ 1.000 Personen ab 16 Jahren von einem Marktforschungsinstitut befragt, für welche Bereiche des täglichen Lebens sie im Jahr 2015 mehr, gleich viel oder weniger Geld ausgeben wollen. Der Anteil der Österreicher für die das Geld nach wie vor knapp ist, ist wieder leicht gesunken. Die Kaufkraft ist daher auch weiterhin niedrig. Dennoch erwarten viele der Befragten im Bereich des täglichen Lebens höhere Ausgaben, als im Vorjahr. Die Top Position bei den geplanten Mehrausgaben nimmt der Bereich Wohnen ein, der schon in den vergangenen acht Jahren stets unter den Top 3 rangierte. An zweiter Stelle liegt – ebenfalls immer unter den Top 3 – Urlaub mit 18 %, jedoch gegenüber dem Vorjahr rückläufig (2013: 24 %). Erstmals


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GOTHAER KONZERN

Rating

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ie internationale Rating Agentur Standard & Poors hat die Ratings der Gesellschaften des Gothaer Konzerns, Gothaer Allgemeine Versicherung AG, die Gothaer Lebensversicherung AG und die Gothaer Krankenversicherung AG weiterhin mit einem A- und einem stabilen Ausblick eingestuft. „Die erneute Bestätigung unseres guten Ratings honoriert unsere solide Kapitalausstattung, unsere starke Marktposition sowie unsere breite Diversifizierung. Dass der Gothaer Konzern seine Position trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sogar ausbauen konnte, zeigt die Stärke der Gruppe“, so der Vorstandsvorsitzende des

Gothaer Konzerns, Dr. Karsten Eichmann. „Auch für die kommenden Jahre setzen wir auf eine nachhaltige Entwicklung des

Konzerns. Dabei wird die konsequente Umsetzung unserer Multikanalstrategie unser Wachstum weiter treiben.“

HELVETIA VERSICHERUNG

Gold für Veranstaltung

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as Konzept und die Umsetzung der im Juni durchgeführten Veranstaltung „100 Jahre Ankeruhr“ hat der Helvetia Versicherung bei der Verleihung der Event Awards Gold eingebracht. Insgesamt 30 Preisträger in 10 Kategorien wurden beim Event Award 2014 mit Gold-, Silber- und Bronze-Awards geehrt. Prämiert

wurden Konzepte, die sich durch besondere Kreativität, Marketingintegration, Umsetzung und Zielerfüllung auszeichnen. Gold gab es für „100 Jahre Ankeruhr“ von der 11-köpfigen Jury unter anderem wegen der außergewöhnlichen Idee und dem sehr kreativen Konzept. Beim Communication Excellence Award begründete die fünfköpfige Jury ihre Entscheidung wie

folgt: „Die Beliebtheit und Faszination, die von dieser Uhr ausgeht, hat ein Projektteam der Helvetia Versicherung inspiriert, nicht in Abteilungen und Disziplinen zu denken, sondern unternehmensübergreifend. Die Kampagne konzentriert sich auf ein einmaliges Event – eben das 100-jährige Jubiläum der Ankeruhr. Die Einbindung interner und externer Zielgruppen ist hervorragend gelungen. Insbesondere die Besichtigungsmöglichkeit der Ankeruhr aus nächster Nähe hat EinmaligkeitsCharakter, ebenso die Selfies-Aktion und die Patenschaften. Ein rundes, sehr systematisch und gut ausgearbeitete Konzept mit einem durchaus nicht üppigen Budget.“ Karin Lang, Helvetia Marketingleiterin und Bianca Herzog, verantwortlich für die Helvetia Unternehmenskommunikation über die Bedeutung der beiden Preise: „Die Auszeichnungen sind schöne Anerkennungen der geleisteten, abteilungsübergreifenden Teamarbeit. Denn der Erfolg war nur durch den engagierten Einsatz aller Beteiligten möglich. Und es ist natürlich ein sehr würdiger Abschluss dieses AnkeruhrJubiläumsjahres.“


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Ausnahmejahr

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ie Oberösterreichische Versicherung hat ein erstes Resümee über das Jahr 2014 gezogen, es war ein Ausnahmejahr ohne Naturkatastrophenschäden. Die Schadensquote ist demnach erfreulich niedrig bei 56,5 % (minus 12 % zum Jahre 2013). Die verrechneten Prämien sind um rund 10 % gestiegen. Das EGT liegt bei 17,1 Mio. Euro (15,1 Mio. Euro 2013). Die Combined Ratio liegt nach Rückversicherung bei 83,4 %. Die Sparte Leben war Wachstumstreiber 2014, die Vorsorgeprodukte mit laufender Prämie legten um knapp 4 % zu, die Einmalerläge haben eine überraschendes Ergebnis mit einer Versiebenfachung des Prämienvolumens gebracht und liegen bei 30 Mio. Euro. Insgesamt stiegen die LV-Prämien um 27,2 % auf 143 Mio. Euro. In den Sachsparten haben sich die

Prämieneinnnahmen um 3 % auf 280 Mio. Euro erhöht. Im Kfz Bereich konnten ebenfalls Zuwächse erzielt werden, in der Haftpflicht mit einem Plus von 2 % in der Kasko mit einem Plus von 6,8 %. Aufgrund der guten Ergebnisse wurden die Schwankungsrückstellungen um 21 Mio. Euro aufgestockt. „Mit dem guten Ergebnis 2014 wird die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit des Hauses abgesichert. Wir sind kein von fernen Zentralen gesteuerter Versicherer, sondern entscheiden und führen das Unternehmen zum Wohle der Versichertengemeinschaft vor Ort“, betonen Generaldirektor Dr. Josef Stockinger und Vorstandsdirektor Mag. Othmar Nagl. Im Jahr 2015 wird weiterhin in Immobilien investiert, so werden im Frühjahr 52 Mietwohnungen in Linz bezugsfertig, ein weiteres Projekt in Ried im Innkreis ist in Umsetzung und weitere

Projekte sind in Vorbereitung. Im Bereich klassische Lebensversicherung bleibt das Unternehmen bei der Beibehaltung des Garantiezinses.

Generaldirektor Dr. Josef Stockinger und Vorstandsdirektor Mag. Othmar Nagl

EUROPÄISCHE REISEVERSICHERUNG

Winterspaß

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ie Semesterferien stehen vor der Tür und der Winterspass im Freien, wenn Schnee in den ausgewählten Destinationen liegen sollte. Schnell kann aber aus Spass Ernst werden, wenn ein Unfall passiert. Gemäß der Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit gab es 2013 rund 56.100 Unfälle beim alpinen Wintersport (Alpin, Snowbord, Langlauf/Rodeln/ Bobfahren) Auch heuer  rechnen die Experten mit ähnlichen Zahlen, fast immer ausgelöst durch mangelnde Fitness und Selbstüberschätzung. Und wie jedes Jahr wird Konsumenten eine Reiseversicherung empfohlen, unteranderem weil die Bergungen im

alpinen Gebiet kostspielig ist und im Falle eines Freizeitunfalles nicht von der Sozialversicherung bezahlt wird. Außer bei besonders hohem Verletzungsgrad, hier werden 900,-- Euro Kostenersatz geleistet. Die beiden Produkte Hotelstorno Plus und Hotelstorno Premium von der Europäischen Reiseversicherung, speziell entwickelt für den Urlaub in Österreich und Südtirol, decken bei der Suche eines Verletzten oder bei einer Hubschrauberbergung nach einem Unfall die Kosten bis zu einer Höhe von 7.500 Euro. Weiters bieten diese beiden Versicherungsprodukte Schutz im Falle einer Stornierung der Reise bzw. für Reiseabbruch sowie für verspätete Anreise bzw. unfreiwillige Urlaubsverlängerung,

z. B. aufgrund von Straßensperren im Zuge von Lawinen- und Murenabgängen. Darüber hinaus deckt die Hotelstorno Premium auch Leistungen nach einem Unfall, wie Transport ins Krankenhaus, Kosten der medizinischen Erstversorgung, Heimtransport oder zusätzliche Rückreisekosten, Kosten für Fahrzeugrückholung nach Lenkerausfall und bei gebrochenen Gliedmaßen ist ein Gipsgeld pro verbleibendem Urlaubstag enthalten. Mag. Wolfgang Lackner, Vorstandsvorsitzender: „Mit dem Abschluss einer privaten Reiseversicherung können im Fall der Fälle zumindest die finanziellen Probleme abgefedert werden, die durch ein Unglück entstehen.“

VERSICHERUNG

OBERÖSTERREICHISCHE VERSICHERUNG


INTERVIEW

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SWISS LIFE SELECT

Gr체ndlich, verl채sslich, stabil


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risControl: Sie sind seit September letzten Jahres CEO der Swiss Life Select. Welche Veränderungen wird es geben? Was sind Ihre Pläne? Obererlacher: Sowohl die Branche als auch der Markt insgesamt verändern sich stetig. Kunden erwarten sich mehr und intensiveren Kontakt mit gut ausgebildeten Beratern. Deshalb ist die Qualifikation unserer Berater von enormer Bedeutung. Wir unterstützen unsere Vertriebspartner mit einer ausgezeichneten IT, mit einer umfassenden Rechtsabteilung und einem mustergültigen Qualitätsmanagement. Und zwar in allen Aus- und Weiterbildungssegmenten. Alle diese Veränderungen bieten unserem Geschäft ein großes Potential. Wir sind gut vorbereitet und aufgestellt. Wir haben ein neues Headquarter bezogen, in dem über 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen umfassendes Service für den Vertrieb bieten. Insgesamt gesehen haben wir uns also laufend weiterentwickelt und so einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Kennzahlen 2013 zeigen, dass wir im Jahr 2013 wieder profitabel gewesen sind. Wir verzeichneten 1,9 Mio: Euro Gewinn. Auch 2014 gibt Grund zur Freude. Und nicht zu vergessen, Swiss Life, der Konzern in der Schweiz, ist mit seinem großen Prämienvolumen eine nicht zu übersehende Größe am Markt.

private Kunden im mittleren bzw. gehobenen Einkommensbereich. Aber natürlich auch Unternehmer. Unsere 350 Berater haben ein sehr gutes Beratungsniveau. Wir arbeiten mit Expertisen auf Basis einer persönlichen Finanzstrategie, wobei immer das Kundenkonzept im Mittelpunkt steht. Mit einer in die Zukunft weisenden Beratungsstrategie lösen wir gemeinsam mit dem Kunden die Aufgabe, welche Produkte am Markt für ihn am geeignetsten sind. Die individuellen Finanzziele des Kunden kommen dabei immer zuerst, nicht der Verkauf eines spezifischen Produkts.

risControl: Beschreiben Sie bitte ihr Geschäftsmodell.

risControl: Gibt es interessierte Kunden?

Obererlacher: Financial Planning ist mehr als klassische Finanzberatung. Kundenorientierung, Qualität und ein ganzheitlicher Betreuungsansatz stehen im Mittelpunkt unseres Geschäftsmodells. Unsere Zielgruppen sind, in aller Regel,

Obererlacher: Jede Menge. Wir betreuen aktiv 125.000 Kunden und gewinnen pro Jahr circa 6.000 Neukunden hinzu. Meistens über Empfehlung von zufriedenen Kunden.

noch

genug

risControl: Was erwarten Sie vom Jahr 2015?

Obererlacher: Wir haben in unserem Unternehmen eine gute solide Basis und erfreuen uns einer hohen Kundenzufriedenheit. Natürlich müssen wir unser Geschäftsmodell immer wieder weiter entwickeln. Mit Backoffice-Prozessen zum Beispiel, damit der Berater mehr Zeit für den Kunden hat. Und natürlich arbeiten wir an einer weiteren Steigerung der beruflichen Qualitäten unserer Vertriebspartner. Dazu gehört, beispielsweise, eine Kooperation mit der Alpen Adria Universität in Klagenfurt. Dort findet ein gemeinsames Fortbildungsprogramm für TopFinancial-Planner im Zuge eines MBA-Lehrganges statt. Mit unseren, internen Bestandsbetreuungsprozessen sichern wir, dass das Jahr 2015 für uns erfolgreich sein wird. Die vielen positiven Veränderungen in unserem Haus zeigen vor allem im Bereich des Vertriebs eine gesteigerte Produktivität.

INTERVIEW

Mit Christoph Obererlacher, MBA, (44) ist ein ausgewiesener Experte mit großer Branchenerfahrung per 1. September 2014 an die Spitze von Swiss Life Select Österreich berufen worden. CEO (Chief Executive Officer) Obererlacher, ein gebürtiger Osttiroler, seit 1994 im Unternehmen, hat hohe Kompetenz und kennt so ziemlich alle „Nuancen“ im Vertrieb von Finanzdienstleistungen. Und zwar von beiden Seiten des Marktes. Jetzt hat er sich ein einfaches Ziel gesetzt: die Marktführerschaft ausbauen und behaupten. Wir sprachen mit CEO Obererlacher, wie er den Markt sieht und wie er sein Ziel erreichen will.


INTERVIEW

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risControl: Welche Auswahlkriterien bei der Wahl der Berater wenden Sie an? Obererlacher: Sie durchlaufen bei uns einen mehrstufigen Prozess, unter anderem ein Assessment Center, wobei festgestellt wird, ob es zu einer Zusammenarbeit kommen kann. Wir müssen sicher sein, dass die notwendigen Investitionen in die Ausbildung zukünftiger Beraterinnen und Berater gerechtfertigt sind. Wir bieten unseren Damen und Herren im Vertrieb dabei ein breites Weiterbildungsangebot: Es besteht eine Zusammenarbeit mit dem Wifi Wien, es gibt Personalberater und Personalentwickler verschiedenster bekannter Unternehmen, die uns unterstützen. Es gibt eine externe universitäre Ausbildung und eine in unserer Swiss Life Select-Akademie. Wir fordern und fördern die Tugenden: Qualität, Seriosität, Gründlichkeit, Verlässlichkeit und Stabilität. risControl: Wie sehen Sie Entwicklung und Veränderungen in Richtung kommender Regulatorien? Obererlacher: Das ist ein elementares Thema. Es bedarf sicher einiger Überlegungen wie wir auf die neuen Regularien reagieren werden. Wir sind krisenfest. Das bedeutet, unsere aktiven

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Schritte und Überlegungen werden wohl in Richtung Produktlandschaft und Beratung gehen. risControl: Wie begegnen Sie der derzeitigen Niedrigzinsphase? Obererlacher: Wir sehen das als Chance. Auch wenn, zugegeben, die Marktsituation wirtschaftspolitisch schwierig ist. Im Vergleich zum europäischen Umfeld haben wir in Österreich eine hohe Inflationsrate, allerdings auch niedrige Zinsen. Wir haben eine Basis-Investmentstrategie bei der man - mit ausgewählten Fonds - eine ansprechende Rendite erwirtschaften kann. Der österreichische Kunde ist sehr konservativ. Er schätzt nach wie vor Produkte mit hoher Garantieoption. Wer allerdings mittelfristig bzw. auf längere Zeit plant, bei demjenigen macht es Sinn, Produkte mit etwas mehr Schwankungsbreite zu kaufen. risControl: Wie wird Beratermarkt entwickeln?

sich

der

Obererlacher: Insgesamt gesehen, egal ob Versicherungsmakler oder Vermögensberater, ist die Branche überaltert. Es gibt zur Zeit leider zu wenig Nachwuchs. Natürlich gibt es sehr viele sehr erfahrene Kollegen, die ihre Kunden auch in schwierigen Jahren sehr gut betreut haben. Doch es geht für die Zukunft auch darum, neue Potentiale professionell auszubilden. Und dafür ist heute deutlich mehr notwendig als früher.

Positionierung im Klientel des gehobenen Privatkundensegments. Und auf Grund der Bankenregulierung wird es viel mehr Beratungsbedarf geben. Durch Einsparungen und Filialschließungen werden Banken nicht mehr in der Lage sein, den selben Beratungslevel zu bieten wie heute. Wir sind regional ebenfalls sehr gut aufgestellt. Wir werden unsere Stärke zu nützen wissen und uns zusätzlich als Haftungsdach positionieren.

„Wir fordern und fördern die Tugenden: Qualität, Seriosität, Gründlichkeit, Verlässlichkeit und Stabilität.“ risControl: Was ist Erfolg für Sie persönlich?

risControl: Wo sehen sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren?

Obererlacher: Financial Planning in Österreich markant zu positioniern. Das ist ein Teil persönlichen Erfolges für mich. Und wenn ich irgendwann in der Pension zurückblicke und sagen kann, ich habe einen guten Job gemacht und die Company ist gut aufgestellt.

Obererlacher: Ich sehe eine deutliche

risControl: Herr Obererlacher, danken für das Gespräch.

wir


generali.at/partner

Das Schlimmste überhaupt? Von heute auf morgen kein Einkommen mehr zu haben.. Bernhard D., 39, Eisenstadt

Verstanden: ali Die Gener gkeits-Vorsorge. hi Berufsunfä

Um zu verstehen, muss man zuhören.

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen, leisten kann es sich langfristig keiner. Die finanziellen Mittel, die Betroffene vom Staat erhalten, reichen in den meisten Fällen nicht aus. Unsere Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung hilft, Ihren Lebensstandard auch im Krankheitsfall halten zu können. Und für den Fall der Fälle ist eine individuelle Ablebensversicherung inkludiert.

Unter den Flügeln des Löwen.


INTERVIEW

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HELVETIA VERSICHERUNG

Geradlinig


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risControl: Herr Panhauser, was bedeutet der Kauf der Basler Versicherung für die Vertriebspartner der beiden Häuser?

haves der Basler Features ergeben ein in sich schlüssiges Portfolio mit vielen attraktiven Marktlösungen.

Panhauser: Ich sehe diverse positive Aspekte, beginnend mit der IT: Wir haben mit der Basler Versicherung ein ausgezeichnete IT-Abteilung mit an Bord genommen. Hier werden wir unseren Partnern in der Entwicklung von Schnittstellen, Online-Tools und Berechnungssoftware noch schneller und effizienter Lösungen anbieten können. Auch im Bereich Immobilien-Versicherung haben wir enormes Know-how dazugewonnen, mit dem Team rund um Heinz Kremlicka haben wir am Markt fast eine Stand-alone-Stellung. Der Vertrieb allgemein wird durch die Spezialisierung auf Agenturen, Außendienstmitarbeiter und Maklervertrieb vom Kauf sehr profitieren.

risControl: Wird es Veränderungen in der Vertriebsstruktur geben?

risControl: Was wird sich am Portfolio ändern? Panhauser: Die Zielarchitektur der Helvetia Produkte angereichert mit den Must-

Panhauser: Wir werden uns weiterhin sehr stark auf die drei vorhandenen Vertriebswege konzentrieren, der angestellte Außendienst, der Partnervertrieb und der etablierte Vertrieb der Basler Agenturen, der als eigener Vertriebsweg im Unternehmen dargestellt wird. Es wird für keine der Wege negative Veränderungen geben. Selbstverständlich wird es zu Veränderungen in den verschiedenen Prozessen und Abläufe kommen, zb. wird man sich mittelfristig auch auf eine Kundenberatungssoftware verständigen. Es wird gemeinsame Funktionsbezeichnungen geben und einige Standorte werden zusammengelegt, darunter werden sein, Linz, Dornbirn, Neunkirchen, Leibnitz, Graz und Wien. Der Standort Salztorgasse ist noch in Prüfung, ob eine Verlegung oder ein Ausbau funktioneller sein wird. Die Generaldirektion bleibt am Hohen Markt. Eines ändert sich sicherlich nicht, die Ansprechpersonen für unsere Helvetia Vertriebspartner bleiben gleich. risControl: Im neuen Jahr wird die Helvetia PartnerCercle Veranstaltung 10 Jahre alt, was bedeutet das für den Vertrieb? Pa n h a u s e r : D i e Grundidee war diese, den Vertriebspartnern etwas anzubieten, was in dieser Form am Markt damals noch nicht vertreten war. Keine Informationsveranstaltung, son-

dern spannende Abende mit besonderen Menschen. Natürlich übermitteln wir an diesen Abenden auch unsere Kernbotschaften, aber nur kurz. Im Vordergrund steht der Gastvortragende mit seinen Visionen. Ich finde es spannend, wenn man mit großen Denkern unserer Gesellschaft einen Abend verbringen kann. Für das 10-jährige Jubiläum in diesem Herbst lassen wir uns wieder etwas Besonderes einfallen. Die Planungen haben bereits begonnen.“ risControl: Was könnte sich der Vertriebspartner bei den Veranstaltungen mitnehmen? Panhauser: Der Mehrwert ist, dass man sich gegebenenfalls mit Themen auseinandersetzt, aufgrund eines Vortrages, was ohne diesem Anstoß nicht geschehen würde. Es sind ein, zwei Sätze, die in den Alltag mitgenommen werden und die zum Nachdenken anregen. risControl: Was ist das Wichtigste in der Kommunikation mit dem Vertriebspartner? Panhauser: Eine aufrichtige, ehrliche und direkte Kommunikation. risControl: Wir danken für das Gespräch.

INTERVIEW

Im Gespräch mit Vorstandsmitglied Werner Panhauser über die positiven Veränderungen durch den Kauf der Basler Versicherung Österreich letztes Jahr und bald 10 Jahre PartnerCercle Veranstaltungen.


INTERVIEW

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Nachhaltigkeit bringt Vorteile

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risControl: Herr Dr. Littich, Ihre Bilanz über das vergangene Jahr? Littich: Das Jahr 2014 war ein erfolgreiches Ergebnisjahr für die Allianz, erstaunlicherweise haben wir ein sehr schlechtes Jahr im Bereich Naturkatastrophenschäden gehabt. Es gab eine Vielzahl über ganz Österreich verteilter kleinerer Ereignisse, die ohne Rückversicherung erhebliche Nettoschäden verursacht haben. Auch im Bereich Großschadenereignis war es kein gutes Jahr, dennoch haben wir deutlich besser, als in der Planung vorgesehen, abgeschnitten. risControl: Wie sehen Sie grundsätzlich den Zugang der Konsumenten in Richtung Versicherung, nimmt das Risikobewusstsein zu? Littich: Im Bereich Schaden-Unfall ist die Versicherungsdurchdringung gegengleich zu den Ländern Deutschland und Schweiz sehr hoch, fast niemand hat sein Haus oder Eigenheim nicht versichert. Im Kfz-Bereich gibt es gesetzliche Vorgaben. Im Bereich der klassischen Risikoversicherung, wie z.B. Unfallversicherung für Kinder, Berufsunfähigkeitsversicherung haben wir einen sehr großen Nachholbedarf. Im Segment Pflegeversicherung würde aus meiner Sicht ein erheblicher Bedarf bestehen, der aber noch nicht vom Konsumenten verstanden und vonseiten der Politik nicht unterstützt wird. Wir würden uns ein Statement des Staates wünschen, es wäre denkbar, sich im Wege der geförderten Zukunftsvorsorge in diese Richtung zu öffnen. risControl: Welchen Schwerpunkt gibt es heuer? Littich: Wir wollen im Bereich der Lebensversicherungsprodukte „aufs Gas steigen“, denn gerade im Hinblick auf die Niedrigzinsphase sind wir überzeugt, dass die Altersvorsorge heute wichtiger ist denn je. Wir haben ein zusätzliches

Produkt eingeführt, bei dem wir die Garantieverzinsung nicht anwenden, wodurch sich Vorteile für den Kunden ergeben. Eine Garantieverzinsung ist schön, aber wichtig ist, wie kapitalstark der Lebensversicherer ist. Die Allianz ist der stabilste und sicherste Partner auf dem Markt, wir haben das höchste Rating aller Versicherungen weltweit und sind damit auch langfristig die richtige Wahl. WIR sind die Garantie! Die Gewinnbeteiligung für das neue Produkt wird außerdem die höchste am Markt sein. risControl: Macht Lebensversicherung noch Sinn für den Konsumenten? Littich: Auf alle Fälle, es gibt nur zwei Institutionen, eine bestehende Einkommenslücke in der Pension zu schließen, entweder der Staat oder eine Versicherung. Nur hier besteht die Möglichkeit einer lebenslangen Zahlung. Natürlich kann man auf einem Sparbuch Geld für diese Zeit ansparen, aber eine lebenslange monatliche Auszahlung kann nicht garantiert werden. Auch sehe ich eine Diskussion über die Zinshöhe bei einer lebenslangen Rentenleistung nicht gegeben. Natürlich muss man die verschiedenen

Bereiche der Lebensversicherungsprodukte unterscheiden. Bei der reinen Ablebensversicherung spielt die Verzinsung keine Rolle, im Fall einer Rentenversicherung mit lebenslanger Leistung ebenfalls nicht, meiner Meinung nach. Bei der reinen Ansparvariante ist es ein Teilaspekt, und da muss man sich die Frage stellen, ist die derzeitige Verzinsung, die wir bieten, schlechter als auf einem Sparbuch? Lebensversicherung als Ansparvariante ist erst ab einer gewissen Laufzeit interessant. Ich finde, die Diskussion über Zinsen und Ähnliches ist in eine plakative Phase getreten, und das ist nicht nützlich. Es gibt Leistungen, die der Staat erbringt, und Leistungen, die er nicht erbringen kann, wie z. B. bei einer Unfallversicherung für ein Kind, der Staat geht hier nicht in Leistung, und jeder mündige Konsument kann entscheiden, wie seine Erwartungshaltungen sind, und wie er damit umgehen möchte. risControl: Sehen Sie die Niedrigzinsphase als Bedrohung für die Branche? Littich: Für uns auf keinen Fall. Wir würden das heutige Zinsniveau ohne

INTERVIEW

Im Gespräch mit CEO Dr. Wolfram Littich über die Niedrigzinsphase in der klassischen Lebensversicherung und die falsche Diskussionsebene bei der Vorsorge. Das Thema Gütesiegel fürs Investment und die Kooperation mit dem WWF.


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„Dass eine NGO auf die Idee kommt, nicht das System verändern zu wollen, sondern es zu nutzen, um ein Ergebnis zu erzielen, ist ein extrem wichtiger und richtiger Schritt.“ Littich: Das wird gerade geprüft, Allianz Deutschland ist von der Geschäftsstruktur sehr ähnlich, da könnte das System angewandt werden. Probleme die nächsten 32 Jahre aushalten. Also auch für meine Nachfolger sehe ich keine Bedrohung. risControl: Neue Regulatorien, unter anderem Solvency II: ein Thema? Littich: Auch das ist für uns kein Problem. Unter Solvency II bekommen wir einiges Kapital freigesetzt. Wir sind schon jetzt sehr kapitalstark, und durch Solvency II wird der Polster nicht geringer werden. risControl: Die Allianz Versicherung unterwirft sich mit ihrem Investment dem Nachhaltigkeitsmodell des WWFÖsterreich, was sind Ihre Beweggründe? Littich: Wir glauben, dass wir aufgrund unseres langfristigen Geschäftsmodelles aufgerufen sind, uns auch nachhaltig zu positionieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Kunden heute oder morgen nachfragen werden, was mit ihrem Geld passiert, wie es angelegt wird. Wahrscheinlich nehmen wir hier einen gesellschaftspolititschen Trend vorweg. Es ist wichtig für die Welt, sein Investment nachhaltig anzulegen. Man kann mit dem System Mechanismen einer kapitalitischen Welt nutzen, um etwas zu erreichen, ohne Aufruf an die Politik. Es gibt einen wesentlichen Unterschied beim Kapitalismus im Gegensatz zu polistischen Systemen. Die zehn größten Assetmanager kontrollieren so viel Kapital auf der Welt, dass diese wenigen Investoren es schaffen würden, mit gesteuertem Ausstieg aus gewissen Branchen die Welt zu verändern.

Ein Beispiel: Umweltschutzorganisationen der ganzen Welt engagieren sich im Bereich des Verbotes des Walfanges. Heroische Taten einiger weniger, die viel bewirken sollen, mühsames Netzwerken über politische Kanäle, viele Gespräche und Kompromisse. Im Gegenzug könnte über nachhaltiges Investment der Abzug von Kapitalmitteln an Werften, die nur Walfangschiffe bauen, einen sofortigen Stopp nach sich ziehen, Einflussnahme über Kapitalveranlagung. Dass eine NGO auf die Idee kommt, nicht das System verändern zu wollen, sondern es zu nutzen, um ein Ergebnis zu erzielen, ist ein extrem wichtiger und richtiger Schritt. risControl: Werden auch andere Länder im Allianz Konzern am System teilnehmen?

risControl: Wird es einmal zu einem Wettbewerbsvorteil werden? Littich: Auf alle Fälle, natürlich glauben wir wirklich an den Nutzen und haben auf keinen Fall einen Nachteil davon. Das Modell wurde getestet, und hätten wir das vor der Finanzkrise angewandt, wären wir mit einer besseren Assetallokation hineingegangen, als wir es getan haben. Rückblickend hätte das Modell bereits damals nur Vorteile gebracht. Für die Welt wäre es gut, wenn sich Kapitalströme nachhaltig orientieren. Ich sehe keine Nachteile, und für Konsumenten wird es einmal eine Hauptrelevanz bei der Entscheidung für eine Versicherung sein. risControl: Wir danken für das Gespräch.


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Bestandsübergabe mit Köpfchen In den nächsten Jahren werden lt. Altersstrukturstatistik der WKO viele Maklerbetriebe über eine Betriebsnachfolge nachdenken müssen. So auch Herbert Kainhofer, Geschäftsführer der Jonco Versicherungsmakler GmbH. Er hat sich dafür entschieden, seinen Bestand an die EFM Versicherungsmakler, mit über 50 Standorten die Nr. 1 in Österreich, weiterzugeben. risControl: Herr Kainhofer, warum haben Sie sich entschieden Ihren Bestand gerade jetzt zu verkaufen? Herbert Kainhofer: Ich bin gerade 67 Jahre alt geworden. Nach 39 Jahren in der Versicherungsbranche möchte ich den Abschnitt Beruf und Arbeit gerne beenden und meine Pension voll und ganz genießen. Da ich weder in der Familie noch im Unternehmen einen Nachfolger habe, kommt für mich nur der Bestandsverkauf in Frage. Ich habe bereits vor zwei Jahren begonnen mich mit dem Thema Nachfolge zu beschäftigen. Die Möglichkeit den Bestand „auslaufen“ zu lassen und die Folgeprovisionen zu lukrieren, die Kunden aber nicht mehr zu betreuen, habe ich nie in Betracht gezogen. Erstens wäre das die schlechteste Lösung für meine Kunden, und zweitens stellt sich hier die Frage der Maklerhaftung. Ein Verkauf an die EFM ist für mich die beste Lösung, da mir nicht nur das Finanzielle sondern auch eine weitere optimale Betreuung meiner Kunden wichtig ist. risControl: Warum haben Sie sich für das EFM Büro Salzburg entschieden? Kainhofer: EFM besteht seit fast 25 Jahren, hat eine gute Organisation, die ständig weiterentwickelt und verbessert wird. Außerdem steht bei der EFM sichtlich der Kunde im Mittelpunkt – das war mir auch immer wichtig. Die Bestandsübergabe zwischen mir und der EFM verlief reibungslos und in sehr kooperativem Stil. So kann ich meinen Bestand ohne finanzielles Risiko weitergeben und meine Kunden sind zukünftig weiterhin optimal betreut. Der Kaufpreis wird aus Bestandsprovisionen finanziert. Das EFM Büro Salzburg besticht einerseits durch die Nähe zu meinem bestehenden Büro und andererseits arbeiten dort vier selbständige, kompetente Makler. So können wir die Übergabe meiner Kunden in kürzester Zeit abwickeln. Außerdem können die Kunden dem für sie optimalen Betreuer zugeordnet werden.

risControl: Welche Vorteile hat die Zusammenarbeit mit EFM für Sie? Kainhofer: Neben der Tatsache, dass ich kein finanzielles Risiko habe, schätze ich besonders die professionelle Übergabe meiner Kunden. Jeder Kunde wird persönlich übergeben und alle waren schnell von den Vorteilen der EFM überzeugt. Bisher konnten wir bei den meisten Kunden Verbesserungen im bestehenden Versicherungspaket erzielen. Somit ist die Betreuung meiner langjährigen Kunden in jedem Fall sichergestellt. risControl: Welche Vorteile hat die neue Situation für Ihre Kunden? Kainhofer: EFM ist Marktführer und hat dementsprechende Best Advice Produkte und Sonderlösungen. Das wirklich gelebte Jahresservice, die erweiterte Maklerhaftpflicht (40 Mio.!) und der Klientenanwalt, der bei Versicherungsstreitigkeiten zur Verfügung steht, sind weitere Vorteile bei EFM.

Kainhofer: Um für mich und meine Kunden Sicherheit zu gewährleisten, wurde ein Franchisevertrag abgeschlossen. Die Kundendaten wurden durch die EFM Experten problemlos ins System übertragen und die Kunden wurden von mir gemeinsam mit dem neuen Betreuer besucht. Außerdem wurde gemeinsam eine Entscheidungsmatrix ausgearbeitet, um aus meinen Kunden ohne AVC (Anm.: jährliche Betreuungspauschale) potentielle EFM Neukunden mit AVC zu machen. Zuerst war ich skeptisch, was meine Kunden zum AVC sagen würden, da sie doch in den letzten Jahren nie für meine Leistung zahlen mussten. Doch bereits nach kürzester Zeit war ich überzeugt – das AVC ist ein Selbstläufer. Kunden verstehen den Hintergrund und zahlen gerne für eine objektive Betreuung. risControl: Danke für das interessante Gespräch.

risControl: Wie war die Vorgehensweise der Bestandsübergabe?

n nd i esta urg. B n eine alzb ibt s n EFM S g r e b s vo l.) ü 3.v. es Team ( r e hof de d ain en Hän K t ber tent Her kompe die

INTERVIEW

Pension – und dann?


TITELGESCHICHTE

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Was gibt es Neues?

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Elektrofahrzeuge werden im öffentlichen Verkehrsraum präferiert behandelt, dürfen ausgewiesene Busspuren benutzen sowie während des Ladens bevorzugt parken. Bei Reisen nach Kanada brauchen österreichische Staatsbürger eine elektronische Einreiseerlaubnis (ähnlich wie in Amerika), diese muss online beantragt werden und ist nach Genehmigung fünf Jahre lang gültig, hier gilt eine Übergangsfrist bis Oktober 2015. Eine weitere Neuheit abseits vom Straßen- und Reiseverkehr ist die Gesetzesbeschwerde. Ab 2015 wird es den Verfahrensparteien in Zivil- und Strafsachen möglich sein, eine Gesetzesbeschwerde beim VfGH einzubringen. Jeder Bürger sowie ordentliche Gerichte können sich direkt an den Verfassungsgerichtshof wenden, wenn sie finden, dass ein erstinstanzliches Urteil auf Basis eines verfassungswidrigen Gesetzes erfolgt ist. Die Justiz hat auch noch Neues für Minderjährige, der Gerichtszugang wurde gebührenfrei und für straffällig gewordene Jugendliche gibt es statt Untersuchungshaft betreutes Wohnen. Die Rezeptgebühr wird um 15 Cent erhöht, und für Kinder und Jugendliche soll es ab Juli eine Gratiszahnspange bei erheblichen Zahn- oder Kieferstellungen geben. Die Höchstbeitragsgrundlage im ASVG Bereich wurde auf 4.650 Euro erhöht. Änderungen durch die Steuerreform und das Ergebnis der heurigen Wirtschaftskammerwahl sind spannende Themen. Wir berichten gerne darüber.

UNIQA Österreich Versicherungen AG „Aufgrund der historisch tiefen Zinsen und der hohen Marktsättigung in Österreich bleibt das Umfeld, in dem sich Versicherungen bewegen, weiter herausfordernd. Gefragt sind neue Ideen, neue Konzepte und mutige Schritte. Wir setzten auf neue Produkte, wie etwa in der klassischen Lebensversicherung und ergänzen unsere Vertriebswege kontinuierlich. Neben dem persönlichen Betreuer, den ich immer noch für die wichtigste Komponente im Versicherungsgeschäft halte, werden wir den online Vertrieb weiter forcieren. Mit der eben erst gegründeten Zukunftswerkstatt sind wir laufend dabei, neue Entwicklungen zu prüfen und herauszufiltern. Zu den globalen Trends, die sich derzeit abzeichnen, zählen für mich digitale Vertriebskanäle, immer mehr persönliche Daten, und Kunden, die zu Experten mutieren und sich auch mit komplexen Produkten immer besser auskennen. Auf der Produktseite steht im kommenden Jahr vor allem die neue klassische Lebensversicherung

im Mittelpunkt, die erstmals in den Verkauf geht. Wir erwarten, dass die neue klassische Lebensversicherung vor allem aufgrund der größeren Flexibilität gut aufgenommen werden wird. Aufgrund des online Pensionskontos spüren wir gerade bei der privaten Vorsorge ein verstärktes Interesse der Kunden. Viele Menschen haben jetzt das erste Mal eine Vorstellung davon bekommen, wie hoch ihre Pension einmal ausfallen wird. Das hat bei vielen zu einem Aha-Effekt geführt. Wie groß der Bedarf immer noch ist, zeigt ein Vergleich der jährlichen Ausgaben für Lebensversicherungen. Während in der Schweiz pro Kopf 3.362 Euro in die private Pensionsvorsorge fließen, sind es in Österreich nur 810 Euro pro Jahr. Häufig wird der Bedarf nach Vorsorge noch nicht richtig eingeschätzt, insbesondere auch die erfreulicherweise nach wie vor steigende Lebenserwartung und damit das Risiko „ich bin noch da, aber mein Geld ist weg“. Das war für uns auch der Grund das neue Produkt als Rentenprodukt aufzusetzen.“

Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender

TITELGESCHICHTE

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as Jahr bringt uns viel Neues: Wahlkampf an allen Ecken und Enden, Umfragen, Steuerreformen, wobei Reformen nicht immer was Gutes bringen müssen und auch Neues im Bereich des Straßenverkehrs. Der Vignettenpreis ist erhöht worden. Die NoVA Berechnung wurde verändert, ab heuer liegt der Abzugsbetrag bei allen Pkw/Kombi, außer bei alternativ betriebenen Fahrzeugen, bei einheitlichen 400 Euro. Ab dem Jahr 2016 gilt ein genereller Abzugsbetrag von 300 Euro für alle Pkw/Kombi. Die IG –Luft Verordnung im Autobahnstraßenbereich zwischen Salzburg –Nord und Knoten Walserberg geht im ersten Quartal in Echtbetrieb, im bisherigen Probebetrieb wurde bereits mehr als 27.000 Autofahrern geblitzt. Die Erweiterung bei der Motorradausbildung wird (wir haben bereits darüber berichtet) ab Februar im Bereich Praxis erweitert, im Gegenzug wird die theoretische Ausbildung verkürzt. Im Nah- und Fernverkehr hat es ebenfalls einige Veränderungen gegeben, so ist bei Reisen nach Italien einiges zu beachten, die Strafsätze für Verstöße im Straßenverkehr wurden um einen Prozent angehoben. Die Strafhöhe bei Parkzeitüberschreitung soll sich künftig an deren Dauer orientieren. Bei sehr schweren Verkehrsverstößen kann der Führerschein auch lebenslang entzogen werden. In Deutschland wird in Niedersachsen der erste deutsche Pilotversuch für eine Section Control eingeführt.


34 TITELGESCHICHTE

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D.A.S. Rechtsschutz AG

Direktor Johannes Loinger, Vorstandssprecher

Für das Jahr 2015 stehen einige Vorhaben auf unserer Agenda. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf „Wachstum“. Es ist uns in den vergangenen Jahren gelungen, selbst unter den bekannten schwierigen Marktund Rahmenbedingungen regelmäßig hohe Erträge zu erwirtschaften. Jetzt wollen wir unseren Fokus daneben auch verstärkt auf Wachstum legen und streben ab 2015 eine entsprechende Steigerung unseres Prämienbestands an. Dazu überarbeiten wir zurzeit in einem unternehmensweiten Prozess unsere bestehende Unternehmensstrategie. Noch in der ersten Jahreshälfte 2015 werden wir beginnen, uns mit den abgeleiteten Strate-

gieanpassungen und Einzelmaßnahmen zu beschäftigen. Damit einhergehend wollen wir uns intensiv unserem Produktangebot widmen. Sowohl im Firmen- wie auch im Privatbereich werden wir unsere Produkte bis zur Jahresmitte überarbeiten, um unsere Positionierung als führender Rechtsschutzspezialist weiter auszubauen. Dazu haben wir heuer u.a. bereits unser Service- und Leistungsangebot in unseren für den österreichischen Rechtsschutzmarkt einmaligen RechtsService-Zentren intensiviert. 2015 werden wir basierend darauf unsere Service-Qualität weiter stärken und bestehende Kunden- und Partnerbeziehungen festigen.

Standard Life Versicherung

Mag. Bernhard Fasching

„Die größte Herausforderung für die Branche sind die konstant niedrigen Zinsen. In diesem Umfeld werden klassische Versicherungsprodukte weiter an Attraktivität verlieren. Gleichzeitig bleibt es aber dabei, dass für viele Kunden Versicherungsprodukte die geeignete Form der Altersvorsorge sind. Als Folge davon werden sich Kunden für Alternativen zu klassischen Produkten entscheiden, die ihnen das gewünschte Maß an Sicherheit bieten und gleichzeitig auch in Zeiten niedriger Zinsen eine ansprechende Rendite erwirtschaften

können. Hier bieten wir mit unseren investmentorientierten Produkten hervorragende Lösungen, die wir im kommenden Jahr gezielt erweitern werden. Aber auch auf den Versicherungsvertrieb kommen große Veränderungen zu. Für Makler gilt es, ihr bestehendes Geschäftsmodell zu überprüfen und ggf. anzupassen. Wir wollen dem Makler dabei umfassende Unterstützung anbieten und werden unsere Mitarbeiter zu Business Consultants ausbilden, die den Makler gezielt bei der Transformation seines Geschäftsmodells unterstützen werden.“

Gothaer Lebensversicherung AG

Ingo Hofmann, Leiter Niederlassung Österreich

Das Jahr 2015 wird für die Gothaer Lebensversicherung in Österreich drei Schwerpunkte abbilden: Produkte, Weiterbildung und Service. Im Bereich der Produkte werden wir unsere bereits etablierten und akzeptierten Produkte weiter verfeinern und speziell den Bereich Biometrie um eine klassische selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung ergänzen. Für die Gothaer ist es wichtig, dass wir die Rückmeldungen unserer Vertriebspartner ernstnehmen und somit deren Expertise am „point of sale“ in unsere Produktentwicklung einfließen lassen. Damit ist es für uns ebenso eine Selbstverpflichtung

auch das Thema „Weiterbildung und Qualifizierung“ in den Fokus zu stellen. Unter dem Stichwort Weiterbildungsoffensive werden wir auch in 2015 unser schon heute erfolgreiches fachlich wie vertrieblich ausgerichtetes Angebot an Fachtagungen, Workshops,etc., mit Blick auf die Erfordernisse von IDD bzw. IMD 2, weiterführen. Um auch „technisch“ auf der Höhe der Zeit zu sein, bauen wir gerade unsere Internetpräsenz neu auf, so dass wir bereits Anfang 2015 mit einem Nutzer-orientierten und aktuellen Auftritt unsere Vertriebsunterstützung weiter professionalisieren werden.


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TITELGESCHICHTE

MUKI VVaG Auch im Neuen Jahr bleibt muki „die Versicherung ohne Wenn und Aber“. Wir wollen beibehalten, was uns bisher schon erfolgreich gemacht hat: die Schnelligkeit in der Abwicklung im Verwaltungs- wie im Schadensbereich, unsere Geradlinigkeit und die Handschlagqualität. Mit unseren Vertriebspartnern wollen wir diesen eingeschlagenen Erfolgsweg fortsetzen. Auch dank dieser Vorzüge wurde die Konzession durch die Finanzmarktaufsicht FMA (beschränkt auf § 1 KSchG, Privatkundengeschäft) ab Jänner 2015 auf den vollen Umfang erwei-

tert. Wir freuen uns sehr, dass muki ab 2015 über den Privatkundenbereich hinaus tätig werden kann. Weiters integrieren wir ab 2015 ein umfangreiches Soforthilfe-Paket in allen unseren Sparten. Künftig können sich unsere Kunden im Notfall rund um die Uhr an unsere Hotline wenden und erhalten schnelle Hilfe von einem kompetenten Ansprechpartner. Dazu kommen deutliche tarifliche Verbesserungen in allen Sparten. Gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern freuen wir uns auf ein erfolgreiches Neues Jahr 2015!

Wenzel Staub, Vorstandsmitglied

Helvetia Versicherungen AG „Die Verschmelzung der Helvetia mit der ehemaligen Basler Versicherungs-AG Österreich wird auch im kommenden Jahr eines der zentralen Themen sein. Unsere Strategie für das neue Jahr 2015 ist daher klar: Das Beste und die Besten aus beiden Häusern zu einer gestärkten Helvetia der Zukunft bündeln. Es ist ein großer Glücksfall, Zugang zu den Interna zweier Versicherungsunternehmen zu haben und unsere Produktpalette aus unterschiedlichen Perspektiven analysieren zu können. Die Erkenntnisse daraus sind sehr wertvoll für deren Weiterentwicklung.

Ein weiterer Fokus liegt auf einer Stärkung unseres Beratungsnetzes. Mit der Verschmelzung und dem neuen Agenturfokus konnte die Helvetia den sechstgrößten Vertrieb Österreichs aufbauen. Sowohl im starken Exklusivvertrieb als auch im Agentur- und Partnervertrieb werden wir im neuen Jahr beweisen, dass wir trotz der neu gewonnen Größe weiterhin unbürokratisch agieren und nahe an unseren Kundinnen und Vertriebspartnern sein werden. Damit haben wir die besten Vorzeichen, um 2015 deutliche Akzente am heimischen Markt zu setzen.“

Otmar Bodner, Vorstandsvorsitzender

ARAG SE A R AG Ö s t e r r e i c h e r w a r t e t z u m Jahresabschluss 2014 eine sehr gute E r t r a g s s itu at i on . D i e s e r m ö g l i cht dem Rechtsschutz-Spezialisten seinen ungebundenen Vertriebspartnern weitere vertriebliche Handlungsspielräume für ein gemeinsames nachhaltiges Wachstum anzubieten. Dieser Weg der Neuordnung wird im neuen ARAG-Tarif mit Schwerpunkt im Privat-RS fortgesetzt. Er beinhaltet sowohl neben dem bereits möglich gemachten Ausschluss des LiegenschaftsRS aus dem Privat-RS Komfort- und Premium-Schutz als auch die zusätzliche Abwahlmöglichkeit der Tarifposition RS in Erb- und Familienrechtssachen. Mit dieser erweiterten Flexibilität können ganz gezielt auf den VN zugeschnittene Versicherungslösungen, verbunden mit den individuellen Rahmenvereinbarungen,

auch sehr attraktive Angebote erstellt werden. Selbstverständlich können diese Ausschlüsse im ARAG-eigenen Tarifrechner PULS umgesetzt werden. Im Forderungsmanagement im Betriebsbereich erfolgt folgende Änderung. Die bisherige Zusammenarbeit mit dem KSV1870 ist ausgelaufen und beendet. Selbstverständlich bleibt in den bestehenden Verträgen sowohl das außergerichtliche Inkasso als auch das gerichtliche Inkasso bis € 5.000 Streitwertgrenze weiterhin als Vertragsinhalt (Tarifgrundlage ab 1/2014) aufrechterhalten. Die Leistung erbringt ARAG ab sofort außergerichtlich über die bewährte und bekannte Inhouse Bearbeitung – „IHB“. Ebenso sorgt ARAG weiterhin für die gerichtliche Betreibung bei positiver Bonitätsauskunft, die weiterhin über KSV eingeholt wird. Für Ihre Kunden und Sie bleibt im

Dr. Matthias Effinger, Hauptbevollmächtigter, Direktion für Österreich Forderungsmanagement unverändert die effiziente, und schnelle Erledigung Ihrer Inkassofälle erhalten. Der Tarif 01/2015 unterliegt einer Indexanpassung in Höhe von 1,83% und damit verbundenen Erhöhung der Versicherungssumme von € 140.000 auf € 143.000.


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Niederösterreichische Versicherung AG

Mag. Bernhard Lackner, Vorstandsdirektor

Für die Niederösterreichische Versicherung war das letzte Jahr erneut sehr erfolgreich. Dank großteils ausgebliebener Naturkatastrophen lagen die Schadenzahlungen im Plan, die Zusammenarbeit mit unseren Maklerverbindungen konnte in allen Regionen intensiviert und damit ein deutliches Prämienwachstum über dem Gesamtmarkt erreicht werden. Unsere Produkte rund ums Wohnen werden sehr gut angenommen, was uns bestärkt, den erfolgreichen Weg 2015 fortzusetzen. Nach der im Sommer 2014 erfolgten Anbindung für Makler an unser internes

Rechenprogramm für Haushalt- und Eigenheimversicherungen erweitern wir diese Funktionalität nun auf die Tarife für die Lebensversicherungen. Im Gewerbe- und Wohnhausbündelbereich starten wir eine Offensive im Neugeschäftssegment. Darüber hinaus ist eine Aktion zur Konvertierung bestehender Verträge von der Maklerabteilung unter der Leitung von Christian Kreuzer geplant. Damit wird ein weiteres Service zur effizienten Zusammenarbeit und Unterstützung geboten. In diesem Sinne wünschen wir unseren Geschäftspartnern für 2015 viel Erfolg, getreu unserem Motto: Wir schaffen das!

Donau Versicherung AG

Prof. Elisabeth Stadler, Generaldirektorin

„Für die Versicherungsbranche allgemein und speziell der Donau Versicherung wird das Thema Pensionskonto auch im kommenden Jahr im Fokus bleiben. Wir haben heuer schon gemerkt, dass den Kunden hier qualifizierte Beratung ganz wichtig ist. Die Donau Versicherung wird sich hier verstärkt eine Beratungsverpflichtung als Teil unserer Qualitätssicherung gegenüber unseren Kunden verschreiben. Wegen der schwachen Wirtschaftskonjunktur überlegen die Kunden genauer wie sie ihr Geld veranlagen und investieren. Wir sind hier noch intensiver gefordert, den Menschen die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit privater Absicherung und Vorsorge zu verdeutlichen. Die Niedrigzins-

situation wird uns auch im kommenden Jahr begleiten. Das fordert uns in der Veranlagung weiter heraus. Andererseits werden dadurch neue Produktvarianten der Lebensversicherung überlegt. Die Donau Versicherung gilt hier als Vorreiter. Wir bieten bereits seit Frühjahr 2013 mit dem SmartGarant eine Lebensversicherung ohne Garantiezins, dafür mit 100%iger Bruttoprämiengarantie an. Einen weiteren Fokus legen wir auf die Absicherung Klein- und Mittelbetrieben speziell in der Kooperation mit Maklern und Agenturen. Hier gibt es unserer Meinung nach noch eine zu hohe Unterschätzung von Risiken, die den Fortbestand eines Betriebes ernsthaft gefährden können.“

NÜRNBERGER Versicherung AG

Kurt Molterer, Vorstandsvorsitzender

Die NÜRNBERGER Dreifach-Vorsorge und das Thema Biometrie werden auch 2015 weiter im Fokus unseres Marketingschwerpunktes stehen. Nachdem der von uns 2014 eingeführte FLV-Tarif mit laufender Vergütung sehr gut angenommen wurde, werden wir 2015 einen analogen Tarif in der klassischen Lebensversicherung anbieten. In der Fondsgebunden Lebensversicherung werden wir das Fondsangebot mit dem Garantiefonds C-QUADRAT ARTS Total Return Garant erweitern. Dieser Fonds verbindet eine 80%-ige Höchststandsgarantie mit einem trendfolgenden Handelsmodell. So können innovative Garantie- und

Handelsmechanismen mit der Chance auf attraktive Erträge kombiniert werden - gleichzeitig wird das Risiko einer „Ausstoppung“ merklich reduziert. Weiters planen wir einen Ausbau unserer sehr erfolgreich eingeführten PortfolioLösungen, insbesondere unserer Premium Vermögenspläne.Unsere Ausbildungsschwerpunkte im Rahmen der NÜRNBERGER Akademie werden auch 2015 in der privaten und betrieblichen Altersvorsorge, sowie in der Absicherung von biometrischen Risiken liegen. In der Vertriebsunterstützung entwickeln wir gerade eine Vorsorge-App.


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TITELGESCHICHTE

Fair-Finance Vorsorgekasse AG Als im Jahr 2010 der frühere Winterthur Vorstand und BONUS-Chef Markus Zeilinger mit seiner fair-finance Vorsorgekasse antrat, den schon längst verteilten Markt der Abfertigung Neu mit frischem Wind und einem alternativen Geschäftsmodell zu bearbeiten, wurde er belächelt. Heute, fünf Jahre später, ist fair-finance eine der seltenen Erfolgsstories der gebeutelten Finanzbranche. 3 % Marktanteil bei etwa EUR 190 Mio. Assets under Management und die beste Veranlagungsperformance aller Anbieter (6,30 % p.a. seit 2010) sprechen für sich. Das Erfolgsrezept ist einfach: Man nehme die günstigsten Gebühren, biete eine zusätzliche Mindestzinsgarantie, veranlage die Gelder transparent und vor allem

nachhaltig und wenn man dann auch noch mit einer tollen Performance belohnt wird, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege. Und ab dem kommenden Jahr, nachdem fairfinance den Breakeven in 2014 erreicht hat, erhalten die Anspruchsberechtigen sogar Gebühren aus einer genossenschaftsähnlichen Gewinnbeteiligung rückerstattet. Das schlanke Beraterteam, bestehend aus den Mitunternehmern Andreas Eichler, Kurt Hafenscher und Rainer Ladentrog hat sich bisher fast ausschließlich direkt um größere Unternehmen und soziale Einrichtungen bemüht. Ab 2015 will man sich auch Kooperationspartnern öffnen. „Vermittler, die nicht die Provision im Auge habe, sondern die

Mag. Markus Zeilinger, Gründer und Vorstandsvorsitzender beste Vorsorgekasse für Ihre Kunden suchen, sind gerne willkommen“ sagt Markus Zeilinger.

TOGETHER & CCA EDV wird das persönliche Gespräch nie ersetzen. Unser Ziel ist es den Makler bei seiner Arbeit optimal zu unterstützen. In diesem Sinne haben wir uns für 2015 wieder viel vorgenommen. Ab Februar gibt es bei TOGETHER eine sensationelle Neuerung - mit „OMDS für Alle“ kann endlich jeder Makler in Österreich alle seine Versicherungsdaten auf einer Plattform darstellen und weiterverarbeiten. Damit haben Sie mit Office, Email und TOGETHER eine EDV Grundversorgung für das Maklerbüro. Zusätzlich starten wir 2015 eine Serviceinitiative, wo wir neuen Anwendern den Einstieg erleichtern und bestehenden Anwendern die

reichhaltigen TOGETHER Funktionen näher bringen wollen. CCA seitig liegt der Fokus auf CCA Online für den Vertrieb. Das neue Modul ist konsequent für den mobilen, webbasierten Einsatz ausgelegt und bringt alle Funktionen mit, die von Vertriebsmitarbeitern unterwegs benötigt werden. Es wird bereits von einigen Maklerbüros pilotiert. Auch für CCA9 Anwender gibt es 2015 spannende neue Funktionen: die Optimierung des Dokumentenworkflows mit Hilfe der neuen Barcode Funktion, sowie die Vereinfachung der Bestandsdatenpflege durch das neue OMDS Analysewerkzeug unterstützen bei der Optimierung der täglichen Abläufe.

Mag. Alexander Petzmann

Allianz Gruppe Österreich „Unsere drei wichtigsten Schwerpunkte für 2015 sind: Service, Lebensversicherung und Gewerbeversicherung.“ In der Gewerbeversicherung möchte die Allianz dorthin kommen, wo sie im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge (BAV) seit langem steht: an die Spitze. Die neue Gewerbeversicherung „Allianz Business“ bietet zahlreiche neue Deckungen, von denen einige einzigartig am Markt sind. Das Produkt ist sowohl für die Zielgruppe der Ein-Personen-Unternehmen und der KMUs als auch für größere Unternehmen die optimale Lösung mit gutem PreisLeistungsverhältnis. Beim Service ist die

Allianz im Bereich Schadenmanagement nach Rückmeldungen aus der Maklerschaft bereits auf dem richtigen Weg. In den Bereichen Vertragsmanagement, telefonischer Erreichbarkeit und Offerterstellung soll im Jahr 2015 eine neue Struktur für eine Verbesserung der Servicequalität sorgen. Im Mittelpunkt werden regionale und persönliche Zuständigkeiten stehen. Im Bereich der Lebensversicherung bietet die Allianz weiterhin die komplette Produktpalette an, baut diese sogar noch aus und kann somit je nach Kundenwunsch jede gewünschte Lösung abbilden, unter anderem eine Variante mit reduzierter Garantieverzinsung.

Michael Sturmlechner, Leiter Maklervertrieb


VERANSTALTUNG

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UNIVERSITÄT LEIPZIG

„Lebensgeschäft ist Marathongeschäft“ Nach einer erfolgreichen Pilotkonferenz im vergangenen Jahr lud das Institut für Versicherungswissenschaften e.V. an der Universität Leipzig am im November 2014 zur 2. Konferenz in der Reihe „Aktuelle Entwicklungen in der Lebensversicherung“ nach Köln ein. Professor Dr. Fred Wagner, der die Veranstaltung moderierte, begrüßte dazu 75 Teilnehmer. Die Themenstellung und die Teilnehmer versprachen eine interessante Veranstaltung. Joachim Geiberger, Inhaber und Vorsitzender der Geschäftsführung von MORGEN & MORGEN, begann mit seinem Vortrag über „Strategische Produktoptionen im Lebensversicherungsgeschäft“. Gezielte Maßnahmen der Forschung und Entwicklung, die im industriellen Sektor typischerweise Veränderungen vorausgehen, bezeichnete er im Zusammenhang mit der Versicherungswirtschaft als „Stiefkind“. Weiterhin gab er Beispiele für strategische Produktangebote und -optionen im Bereich der Altersvorsorge, die vor allem auf Transparenz und Bezahlbarkeit abzielten. „Wir müssen als Branche viel mehr dazu kommen, die Kunden an die Hand zu nehmen.“, rief er dahingehend auf. Dabei ginge es eher darum, die Kunden nicht mit der Thematik zu überfordern, als einfache Produkte zu entwickeln. Die „Herausforderungen in der Lebensversicherung aus Sicht der BaFin“ erläuterte deren Exekutivdirektor Versicherungsaufsicht, Felix Hufeld. Auf die Doppelbelastung der schwierigen Marktumstände und regulatorischen Anforderungen, die er aufzeigte, müsse mit einem breiten „Strauß von möglichen Maßnahmen“ reagiert werden. Dabei unterschied er zwischen drei Blöcken: der Zukunftsfähigkeit der Vorsorgeprodukte, der Thematik um die Kosten sowie

unbedingt benötigter Transparenz gegenüber oder Akzeptanz und Vertrauen aus der Bevölkerung. Bezüglich der Abschlusskosten äußerte er sich klar: „Da ist die deutsche Lebensversicherung schlichtweg zu teuer.“ Wenn Regulierung dazu führt, dass sich Haushalte mit mittlerem und niedrigem Einkommen keinen Versicherungsschutz mehr leisten könnten, dann sei das laut Hufeld sozialpolitisch nicht vertretbar. Ebenso äußerte er sich kritisch zur Partizipation

der Branche an Infrastrukturinvestitionen; das ginge nicht um jeden Preis, da es sich um das Geld der Kunden handelt. „Zinszusatzreserve: Status quo und Konsequenzen“ das Thema von Michael Kurtenbach, Mitglied des Vorstands der Gothaer Lebensversicherung AG. Einleitend vermittelte er einen Überblick zu den Grundlagen, der Funktionsweise sowie den Berechnungsverfahren und dem bilanziellen Charakter dieses Instruments, woraus er finanzwirtschaftliche

Professor Dr. Fred Wagner

Joachim Geiberger

Felix Hufeld

Michael Kurtenbach


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VERANSTALTUNG

Implikationen ableitete. Zu bedenken gab er vor allem die Probleme, die im Zusammenhang mit der anhaltenden Niedrigzinsphase stehen, sowie die Finanzierbarkeit der hohen Garantien im Bestand der Lebensversicherer. Gerade die Dotierung der Zinszusatzreserve schmälert die Ertragskraft der Unternehmen. Pointiert appellierte Kurtenbach an die Zuhörerschaft, „die Lebensversicherung wetterfest zu machen“, und er beendete seinen Vortrag mit der zugespitzten Behauptung: „Wer die Herausforderung Zinszusatzreserve meistert, der besteht auch Solvency II.“ Aus seiner alltäglichen Berufspraxis berichtete Frank Wittholt, Mitglied der Vorstände der VORSORGE Lebensversicherung AG sowie ERGO Pensionsfonds AG, im Detail über den „Kooperationsvertrieb in der Lebensversicherung“. Dabei erläuterte er die typischen Funktionsweisen und Herausforderungen, die mit diesem Vertriebstyp in Verbindung mit der Lebensversicherung einhergehen; das betrifft zum Beispiel die Standardisierung der Produkte, das Branding, die OnlinePolicierung oder die Anforderungen an die Beratung. Sehr wichtig sei vor allem die enge Verzahnung in die Bankgeschäfte oder der Aufbau eines gemeinsamen Data Warehouse. „Eine ganz besondere Herausforderung ist das Thema Digitalisierung“, verdeutlichte Wittholt. Seiner Meinung nach bietet jene auch viele Chancen, die er in der nachfolgenden Diskussion mit den Teilnehmern erörterte. Volker Seidel, Mitglied des Vorstands der Generali Versicherungen, zeigte die „Anforderungen an die Produktgestaltung im aktuellen Marktumfeld“ auf. Dabei drückte er gleich zu Beginn aus, dass der Sicherheitsgedanke unbedingt vor Rendite und Transparenz stehen sollte. Darauf müssten die Produkte eine Antwort geben. Trotz dessen, dass die Rahmenbedingungen seiner Meinung nach nicht besser werden würden, misst er der Zukunft ein Wachstum des Neugeschäfts bei, da die Vorsorgeprodukte auch in heutiger Zeit nicht an Wichtigkeit verloren haben. Jedoch gab Seidel zu bedenken, dass die Produktgestaltung in der Branche vielleicht „früher zu leichtsinnig und heute

Frank Wittholt

Volker Seidel

Heinz-Jürgen Roppertz

Rolf Schünemann

zu scheu“ erfolgt. Besonderes Interesse fand der Vortrag von Heinz-Jürgen Roppertz, Mitglied des Vorstands der Delta Lloyd Deutschland AG, über „Run-off in der Lebensversicherung: Potenziale und Herausforderungen“. Dabei erläuterte er die Hintergründe, die Umsetzung des Runoffs und schließlich die Hürden, welche es bei der Gesellschaft zu überwinden galt. Grundsätzlich gilt es, Strukturen zu schmälern. Vor allem die Trennung von Mitarbeitern, allen voran das nicht mehr benötigte Vertriebspersonal, sei dabei eine schmerzliche Erfahrung gewesen. Zudem stellte er fest: „Sie brauchen keine Produktentwicklung mehr.“ So bitter die Maßnahmen zum Run-off eines Lebensversicherers auch sein mögen, hielt Roppertz dem auch eine Darstellung der seitdem positiven Geschäftsergebnisse entgegen. Beendet wurde die zweite Lebenkonferenz durch

Rolf Schünemann, Mitglied des Vorstands der Lebensversicherung von 1871 a.G. München. Er nahm sich der Themenstellung „Lebensversicherung 2015 – Ausblick vor dem Hintergrund dynamischer Regulierungsentwicklungen“ an. Dazu stellte er zunächst die Meilensteine der qualitativen Entwicklung der Branche sowie die demografischen Gegebenheiten in der Zukunft dar, bevor er daraus den Auftrag der privaten Versicherungswirtschaft ableitete. Auch die Auswirkungen des Lebensversicher ungsreformgesetzes bezog er in seinen Vortrag ein. Dabei kam er zur Überschussentstehung in der Versicherungswirtschaft und erklärte schließlich „Die Töpfe lassen wenig Spielraum“. Nicht nur auf das Jahr 2015 bezogen, sondern auch bezüglich der ständig neuen Gegebenheiten drückte er sich bildhaft aus: „Lebensgeschäft ist Marathongeschäft“.


VERSICHERUNG

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Die optimale Softwareunterstützung für Ihr Maklerbüro CCA und TOGETHER Ausblick 2015 EDV wird das persönliche Gespräch nie ersetzen. Das Ziel von CCA und TOGETHER ist es durch Software den Makler bei der täglichen Arbeit optimal zu unterstützen - im Büro, unterwegs oder direkt beim Kunden. TOGETHER als All-In-One-Lösung bietet neben der gesamten Infrastruktur für die Geschäftsfallabwicklung ein umfangreiches Informations- & Berichtssystem, sowie Zugang zu OMDS und Anzeige von Ihren Bestandsdaten. Ab Februar gibt es bei TOGETHER eine sensationelle Neuerung - mit „OMDS für Alle“ kann endlich jeder Makler in Österreich alle seine Versicherungsdaten auf einer Plattform darstellen und weiterverarbeiten. Damit haben Sie mit Office, Email und TOGETHER eine EDV Grundversorgung für das Maklerbüro. Mit der „kooperativen Antragsbearbeitung“ lassen sich zukünftig Anträge gemeinsam mit dem Maklerbetreuer bearbeiten. Damit können auch Sondervereinbarungen, sowie komplexe Anträge ohne Umwege über TOGETHER abgewickelt werden. Ebenfalls neu ist, dass zukünftig Adress- und Kontodatenänderungen in einem Vorgang gleichzeitig an alle betroffenen Versicherungen kommuniziert werden. Weiters wird gerade daran gearbeitet, die Schadenmeldung bei TOGETHER noch einfacher, schneller und benutzerfreundlicher zu gestalten. Bestandsverwaltungsprogramme, die die offene Schnittstelle unterstützen, können dann direkt eine Schadenmeldung auch ohne TOGETHER Eingabemaske auslösen. Dennoch bleiben alle Vorteile der vollelektronischen Abwicklung, wie Sicherheit, Nachweisbarkeit und langjährige Verfügbarkeit erhalten. Natürlich wird diese Funktion auch in CCA verfügbar sein. Mit der Größe des Unternehmens und des Kundenstocks wachsen auch die Anforderungen an die EDV. Die Bestandsverwaltung CCA9 ist seit vielen Jahren ein bewährter Begleiter vieler Makler und bietet von der Kundenverwaltung über die umfangreichen Abgleich- und Auswertungsmöglichkeiten bis hin zur elektronischen Abwicklung und vollständigen Historisierung alles und noch mehr. Mit mehr als 70 Schnittstellen werden tägliche Arbeitsprozesse vereinfacht und standardisiert. Durch die zahlreichen Zusatzmodule kann das Softwarepaket individuell nach den Maklerwünschen ausgestattet werden. CCA seitig liegt der Fokus 2015 auf CCA Online für den Vertrieb, das bereits von einigen Maklern pilotiert wird. Das neue Modul ist konsequent für den mobilen, webbasierten Einsatz ausgelegt und bringt alle Funktionen mit, die von Vertriebsmitarbeitern unterwegs benötigt werden. Damit kann immer und von überall auf Kunden-, Vertrags- und Bestandsdaten aus CCA9 zugegriffen, neue Kunden angelegt oder bestehende Informationen aktualisiert werden. Diese

„Mit Office, Email und TOGETHER haben Sie eine EDV Grundversorgung für Ihr Maklerbüro.“ Mag. Alexander Petzmann, Geschäftsführer von CCA und TOGETHER Funktionen werden durch eine übergreifende Schnellsuche und ein Tagesdossier mit aktuellen Terminen und ToDos ergänzt. Damit ist das parallele Arbeiten von unterwegs und im Büro möglich. Auch für CCA9 Anwender gibt es 2015 spannende neue Funktionen: die Optimierung des Dokumentenworkflows mit Hilfe der neuen Barcode Funktion, sowie die Vereinfachung der Bestandsdatenpflege durch das neue OMDS Analysewerkzeug unterstützen bei der Optimierung der täglichen Abläufe. CCA und TOGETHER bieten Ihnen jedoch mehr als nur EDV - auch uns ist das persönliche Gespräch mit unseren Kunden wichtig. Daher haben wir 2015 wieder unser Team im Bereich Service, Betreuung und Projekte für Sie verstärkt.


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INTERVIEW

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DIALOG LEBENSVERSICHERUNG

Mehr Transparenz und Aufklärung

risControl: Herr Brüß, Sie sind seit einem Jahrzehnt in verschiedenen Leitungsfunktionen im Generali Konzern tätig. Im August letzten Jahres wurden Sie in den Vorstand der Dialog Lebensversicherung berufen und Sie haben mit 1. Oktober die Position des Vorstandssprechers von Herrn Burchardi übernommen. Wird es unter Ihrer Agenda Veränderungen geben? Oliver Brüß: Wenn man ein Unternehmen

übernimmt, das sehr gut positioniert und auf Kurs ist, dann sollte man sich die Erfolgsfaktoren genau ansehen und prüfen, ob man an ihnen etwas ändern muss oder nicht. Diese Diagnose stellt man in der Regel in den ersten hundert Tagen. Die habe ich hinter mir und bin relativ schnell zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht um eine Revolution gehen kann, sondern um eine Evolution des eingeschlagenen Weges. Wir werden also an den wesentlichen Erfolgsfaktoren weiter arbeiten.

Seit Jahren wachsen wir in Österreich schneller als der Markt, diese Entwicklung hat sich 2014 noch beschleunigt, für 2015 streben wir eine Fortsetzung an. Wir sind ein reiner B2B-Anbieter, unsere Kunden sind in erster Linie nicht die Verbraucher, sondern die 4.000 Makler und Finanzdienstleister, mit denen wir in Österreich zusammenarbeiten. Ihnen müssen wir einen exzellenten Service bieten, Beratungsunterstützung, prozessuale Unterstützung und natürlich


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risControl: Was plant die Dialog heuer im Einzelnen? Brüß: Die regulatorischen Rahmenbedingungen haben sich auch in Österreich zum 1. Jänner geändert. Der Höchstrechnungszins wurde von 1,75 Prozent auf 1,5 Prozent abgesenkt, als Folge mussten auch wir unsere Produkte neu kalkulieren. Die Zinsanpassung war für uns aber nur ein Auslöser, wir haben unser Produktportfolio durchgehend renoviert und sind mit etlichen Verbesserungen auf den Markt gekommen. Im Bereich der Ablebensversicherung ist unsere Ausgangsbasis hervorragend: Wir haben in Österreich einen Marktanteil von über 30 Prozent. Diese Position wollen wir halten und weiter ausbauen. Produktseitig zeigt sich kaum Optimierungsbedarf. Unsere Bemühungen waren und sind in erster Linie darauf ausgerichtet, unser Produkt absolut wettbewerbsfähig zu halten und die Variabilität und Flexibilität auf dem bisherigen hohen Niveau aufrecht zu erhalten. Das ist uns auch gut gelungen, wir sind mit einem wirklich guten Preis-/ Leistungsverhältnis weiter am Markt. Trotz der Senkung des Höchstrechnungszinses sind unsere Tarife im Schnitt nicht teurer geworden. Im Bereich der Berufsunfähigkeitsund Erwerbsunfähigkeitsversicherung haben wir ein neues Konzept entwickelt, mit dem wir jetzt breiter aufgestellt sind. Unter dem verkaufsfördernden Beratungsansatz der ganzheitlichen Arbeitskraftabsicherung bieten wir für jeden Bedarf und für jeden Geldbeutel den individuell passenden Schutz an. Wir sind der Überzeugung, dass das Produkt Berufsunfähigkeitsversicherung

allein, nicht für alle Konsumenten, die drei wichtigen Kriterien finanzielle Möglichkeiten, bedarfsgerechte Rentenhöhe und benötigte Laufzeit erfüllen kann. Es gibt Berufsgruppen, die eine Absicherung bräuchten, sie sich aber gar nicht leisten können. Wenn ich die handwerklichen Berufe nehme, z.B. den Dachdecker, so ist für diesen eine Absicherung der Arbeitskraft elementar wichtig, aber bei dem geringen Nettoeinkommen in der BU oft nicht darstellbar. Unsere deutlich günstigere Er werbsunfähigkeitsversicherung stellt für diese Berufsgruppen das Produkt der Wahl dar. Von unserem ganzheitlichen Beratungsansatz der Arbeitskraftabsicherung mit der bedarfsgerechten Ausrichtung auf unterschiedliche Zielgruppen werden unsere Vertriebspartner ebenso wie die Konsumenten profitieren. Einiges vorhaben wir auch im Bereich der Verkaufsförderung und Vertriebsunterstützung. Passend zu unserem Produktportfolio werden wir unseren Vertriebspartnern weitere Tools und Verkaufshilfen anbieten, um sie in ihrem Beratungsprozess zu unterstützen. Das gilt vor allem dort, wo wir der Überzeugung sind, dass das Know-how bei den Beratern in besonderem Maße gefordert ist. Als Beispiel möchte ich auch hier die Berufsund Erwerbsunfähigkeitsversicherung nennen, wo der Makler sich mit komplexen Versicherungsbedingungen, sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Systemunterschieden zwischen Arbeitern, Angestellten und Selbständigen oder Themen wie Rehabilitation und Umschulung befassen muss. Hierzu werden wir unseren Vertriebspartnern, die gern mit Technik arbeiten, eine App zur Verfügung stellen, in abgespeckter Form wird es die Verkaufshilfe aber auch in Papierform geben. Im Moment ist Digitalisierung das große Modewort in der Versicherungswirtschaft. Für uns ist Digitalisierung kein Selbstzweck, wir digitalisieren dort, wo wir die Wertschöpfungskette unserer Vertriebspartner optimieren können. Mit der Verbesserung steigen Effizienz und Geschwindigkeit, was dem Geschäft unserer Partner zugutekommt.

risControl: Solvency Sorgenthema?

II

ein

Brüß: Ich würde mit Ihrer Frage eine Stufe höher ansetzen: Die zunehmende Regulierung in ihrer Gesamtheit ist ein Sorgenthema. Solvency II ist dabei ein Puzzlestück. Wie jeder Versicherer, müssen wir alle regulatorischen Anforderungen, die auf uns zukommen, umsetzen. Das ist für alle Unternehmen eine Last, kostet Geld und Zeit, stellt für uns als Dialog aber keine Gefahr dar. Im Herbst 2014 haben wir uns einem Stresstest des bekannten Analysehauses Morgen & Morgen unterzogen, den wir mit der Note „Ausgezeichnet“ bestanden haben. Auch Morgen & Morgen hat damit bestätigt, dass wir zu den sichersten und solventesten Versicherungsunternehmen gehören. Das gute Ergebnis kommt zu großen Teilen auch uns unserem Geschäftsmodell und unserem Bestand. Wir sind kein Kapitallebensversicherer und haben somit auch nicht die Lasten der hohen Garantieverzinsung der letzten Jahrzehnte. Unser Schwerpunkt lag und liegt eindeutig auf der Biometrie. In Deutschland, aber (noch) nicht in Österreich, wurde vom Gesetzgeber zum 1. Jänner eine Begrenzung der Zillmerungsvorgaben eingeführt. Der deutsche Aktuar darf nur mehr mit 25 Promille zillmern, vorher waren es 40 Promille. Das bringt im deutschen Markt zusätzlichen Druck auf die Abschlusskosten und die Provisionssysteme. Eine weitere Herausforderung für die Versicherer sind die Zinslasten aus den Beständen, für die Zinszusatzreserven zu bilden sind. Diese neuen Anforderungen werden am Markt zu vielen Veränderungen führen. Die Dialog ist hier gut aufgestellt. In unserem Hauptgeschäftsfeld, der Ablebensversicherung, entsprechen wir schon heute den Zillmerungsvorgaben und zahlen im Allgemeinen eine laufende Vergütung. Ich bewerte die neuen gesetzlichen Vorgaben zwar als Last, bin aber bezüglich ihrer Auswirkungen entspannt. Ihre Umsetzung stellt kein Risiko für unser Unternehmen dar und wird unsere Wettbewerbsposition gewiss nicht verschlechtern.

INTERVIEW

bestmögliche Produkte. Nur dann sind wir als Maklerversicherer erfolgreich unterwegs. Das war bisher unsere Philosophie, und sie wird es auch weiterhin bleiben. Mit unserer Ausrichtung fungieren wir als der Spezialversicherer für biometrische Risiken. Alles, was sich um das Thema biometrische Risiken und biometrische Produkte dreht, werden wir weiter optimieren und dabei beständig das Ziel im Auge haben, zur Top-Liga der Anbieter zu gehören.


INTERVIEW

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risControl: Wird es in Österreich in nächster Zeit ein Pflegeprodukt von der Dialog geben? Brüß: Wir beobachten den österreichischen Pflegemarkt sehr genau, aber auch durchaus kritisch – vor allem vor dem Hintergrund der Erfahrung, die wir gerade in Deutschland machen. Dort haben wir im letzten Jahr eine Pflegeversicherung eingeführt – neben vielen anderen Mitbewerbern, die das auch getan haben. Dem Produktfeld Pflege wird grundsätzlich ein großes Wachstumspotenzial zugeschrieben. Im Rückblick müssen wir die hohen Erwartungen relativieren. Die Entwicklung im Markt ist noch nicht auf dem prognostizierten Niveau. Stand Oktober gab es im Bereich der privaten Pflegerente gegenüber dem Jahr 2013 sogar einen leichten Rückgang und das, obwohl mehr Anbieter mehr Vertriebskraft bedeuten und eine intensive Thematisierung stattgefunden hat. Das zeigt uns, dass der private Pflegeversicherungsmarkt zumindest in Deutschland noch nicht die notwendige Reife hat. Aufgrund der Erfahrung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung in den letzten 15 Jahren bin ich jedoch fest davon überzeugt, dass das Pflänzchen Pflege wachsen wird, aber hierfür noch Zeit braucht. So beobachten wir erst einmal

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weiter, bevor wir mit einem Pflegeprodukt auf den österreichischen Markt gehen. Hinzu kommt, dass der hiesige Pflegemarkt aufgrund der unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern noch ein Stück komplexer als in Deutschland ist. Wir warten also ab. Generell sind wir als Spezialist für Biometrie jedoch gefordert, und wenn der Markt sich entwickelt, werden wir auch dabei sein. risControl: Was würden Sie sich vom Markt wünschen? Brüß: Der Wunsch an den Markt ist immer schwierig. Deswegen geht mein Wunsch eher in Richtung Politik in Österreich. Für mich wäre es wichtig, für die Themenfelder, in denen wir uns bewegen – und hierbei denke ich besonders an die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Invaliditätspension –, mehr Transparenz und Aufklärung für den Konsumenten über die tatsächliche Situation der Sozialsysteme und den tatsächlichen Bedarf zu schaffen. Damit hätten auch die Vermittler im Markt sehr viel bessere Voraussetzungen, um bedarfsgerecht beraten zu können. Solange das Bewusstsein in der Öffentlichkeit nicht vorhanden ist, dass man hier ein großes Problem hat, ist es für den Berater schwierig,

seine Botschaft so zu transportieren, dass sie auch verstanden wird. Sonst ist meine Hoffnung, dass gesetzliche Regulierungen mit Augenmaß beschlossen und umgesetzt werden. Im nächsten Jahr erwarten wir aus Brüssel neue Gesetze und Verordnungen zur IDD (ehemals IMD 2), die dann in nationales Recht umzusetzen sind. Zu starke Regulierungen schränken den Wettbewerb ein und können Märkte zerstören. Ein negatives Beispiel ist Großbritannien, wo die Anzahl der Makler dramatisch zurückgegangen ist. Wenn breite Bevölkerungsschichten gar keine Beratung mehr bekommen, weil kaum noch Berater da sind, oder sich keine Beratung mehr leisten können, weil hierfür eine Honorar gefordert wird, so ist das aus meiner Sicht kontraproduktiv und belastet das volkswirtschaftliche System. risControl: Was ist Erfolg für Sie? Brüß: Für mich persönlich ist Erfolg, wenn ich die mir gesetzten Ziele erreiche und dabei Spaß an der Arbeit habe. Für die Dialog ist Erfolg, wenn wir uns auch zukünftig so positiv im Markt entwickeln, wie wir das in den letzten Jahren getan haben, und sich unsere Marktposition und unser Marktanteil weiterhin überproportional entwickeln. Und auf Österreich bezogen: Erfolg für die Dialog ist, wenn wir weiter der führende Biometrie-Spezialist bleiben, so wie wir es in den letzten zehn Jahren erreicht haben. risControl: Wenn Sie einen längeren Urlaub planen, was würden Sie gerne unternehmen? Brüß: Ich würde einen meiner beiden Oldtimer aus der Garage holen und mir wirklich einmal die Zeit nehmen, durch Österreich zu fahren, um das Land intensiv kennenzulernen. Ich kann Ihnen auch verraten, für welches Auto ich mich entscheiden würde: Mein goldfarbener Mercedes 250 SE aus meinem Geburtsjahr 1965, mit vier Sitzen, so dass meine Familie und ich die Reise gemeinsam machen könnten. risControl: Herr Brüß, danke für das Gespräch.


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VERANSTALTUNG

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WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG

Ehrung Die besten und beliebtesten Pfleger mit Herz wurden gekürt. Aus mehr als 2.600 Nominierungen wählte die Expertenjury 18 Gewinner, zwei pro Bundesland. Die neun „PflegerInnen mit Herz“ - eine/ einer pro Bundesland - wurden mit einem Geldpreis im Wert von 3.000 Euro des

Wiener Städtischen Versicherungsvereines geehrt, neun weitere „PflegerInnen mit Herz“ – eine 24-Stunden-BetreuerIn pro Bundesland - wurden ebenfalls mit einem Geldpreis im Wert von 3.000 Euro, gestiftet von den Wirtschaftskammern Österreichs, prämiert.

Vizekanzler und Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, AK-Präsident Rudi Kaske, WKÖ-Generalsekretärin Mag. Anna Maria Hochhauser, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins und Präsident des Vereins „PflegerIn mit Herz“ Dr. Günter Geyer, Vorstandsmitglied der Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG Dr. Peter Bosek, Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung Mag. Robert Lasshofer

Pflege braucht Aufmerksamkeit und Wertschätzung Neben den „Partnern der ersten Stunde“ - das Sozialministerium, das Wirtschaftsministerium und die Erste Bank und Sparkassen – konnten die Initiatoren der Kampagne, der Wiener Städtische Versicherungsverein und die Wiener Städtische Versicherung, für 2014 zwei weitere Unterstützer gewinnen: die Wirtschaftskammern Österreichs und die Bundesarbeitskammer. Allen gemein ist das Ziel, Bewusstsein für das Thema Pflege zu schaffen. Heute betreuen über 100.000 professionelle Pfleger rund 450.000 Pflegebedürftige in Österreich, der größte Teil der pflegebedürftigen Personen wird vielfach von Angehörigen gepflegt - oftmals selbst schon in einem fortgeschrittenen Alter. „Niemand von uns - unabhängig von der sozialen, gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Situation - ist davor gefeit, einmal selbst Pflege, direkt oder indirekt, in Anspruch nehmen zu müssen. Ich sehe es als gesellschaftliche Aufgabe, Sensibilisierung und Bewusstsein zu schaffen - vor allem in diesem sensiblen und vielfach tabuisierten Bereich. Denn Pflege geht uns alle an!“, erläutert Mag. Robert Lasshofer, Mitinitiator der Kampagne „PflegerIn mit Herz“ und Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung.

DONAU UNIVERSITÄT KREMS

Versicherungsrecht An der Donau Universität wurden die feierliche Graduierung von neuen Absolventen des Lehrganges „MLS-Versicherungsrecht“ mit zahlreichen Ehrengästen abgehalten. Auch Vertreter der Stadt Krems und des Landes Niederösterreich gratulierten den Absolventen. In dem berufsbegleitenden Universitätslehrgang „Versicherungsrecht“ erwerben die Studierenden eine breit gefächerte Rechtsausbildung, die wichtige allgemeine rechtliche Grundlagen in den ersten beiden Semestern und eine umfassende Vertiefung im Versicherungsvertragsrecht in weiteren zwei Semestern vermittelt. Sie schließen ihr Studium mit dem Master of Legal Studies (MLS) ab.

Gert Lackner, Alexander Scharl, Gerhard Pesendorfer, Peter Roman Wollschläger, Katharina Schmidle, Franz Maximilian Morak, Vanessa Schneider-Holzmüller, Martin Gabriel


www.ruv.at

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Einmal Mond und zur端ck von Mario Passini


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Perry Rhodan (Kurzbiografie) Rhodan führt in eine Zeit, in der die Nachkommen der Menschen von der Erde nur noch wie von einem Mythos reden und die Erde, ein vereinsamter Planet, um eine längst erloschene Sonne kreist, die einst Mittelpunkt des Universums war. Schweißperlen auf der Stirn und Schnappatmung inklusive. Auch wenn eine Testmaschine einmal unplanmäßig zu Boden geht – die Neidpresse sagt Crash dazu – schreckt das die Raumreisesociety nicht ab. 31. Oktober 2014: Das Raumflugzeug SpaceShipTwo der Firma Virgin Galactic stürzt über der Mojave-Wüste im Westen der USA ab. Der Co-Pilot kommt bei dem Unglück ums Leben, der Pilot wird schwer verletzt. Kritische Medien rufen bereits das Ende der privaten Raumfahrt aus. Professor Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Kandidat für den Posten des Generaldirektors bei der European Space Agency (ESA), aber widerspricht. „Solche Berichte sind Schwarzmalerei“, sagt der Experte. „Unfälle haben den Menschen noch nie davon abgehalten, Autos, Schiffe und Flugzeuge zu bauen. In der Raumfahrt ist es ebenso. Auch in der staatlichen Raumfahrt gab es Rückschläge, trotzdem sind wir weiter geflogen. Genauso wird es bei den Privaten sein, sagt Wörner in einem Gespräch mit Credit Suisse.“ Wörner stützt damit die Äußerungen von Virgin-Galactic-Besitzer Richard Branson. Der britische Milliardär hatte sich unmittelbar nach dem Absturz von SpaceShipTwo zur Fortsetzung des Großprojekts bekannt und Zweifel an dessen Realisierbarkeit zurückgewiesen. Nur Negativmeldungen Johann-Dietrich Wörner gibt zu bedenken, dass über den Rückschlag von Virgin Galactic im großen Stil berichtet wurde, jedoch kaum über die rund 50 erfolgreichen Testflüge von SpaceShipOne und SpaceShipTwo in den letzten Jahren. „So ist es auch mit den anderen Bereichen der Raumfahrt“, erklärt der Ingenieur und ehemalige Universitätspräsident der international renommierten TU Darmstadt. „Pro Jahr gibt es rund 30 zivile Starts von Trägerraketen. Die Öffentlichkeit wird jedoch nur

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erry Rhodan, berühmter Galaxishunter, erfolgreichster Science-Fiction-Held aller Zeiten und Gründer des Solaren Imperiums, löste am Bahnhof ein Kombiticket und fuhr mit dem Linearzug zum Raumflugterminal M. Er bestieg den Spaceliner um zum Planeten Magalon in der NamoGalaxis zu reisen. Dort fand die Jahrestagung hochdekorierter, galaktischer Raumkapitäne und Kampfflieger statt. Und Perry war einer – was heißt war – ist einer der Besten. Aber das wissen wir doch alle ohnedies. Morgen schon soll es wieder nach Hause gehen. Die Technik des 4. Jahrtausends macht das möglich. Auf der kurzen Reise hatte Perry einen quietschfidelen, anregenden Sitznachbarn. Der erzählte, er lese gerade wie die Menschheit seinerzeit begonnen habe das Weltall zu erobern. Beide Herren waren ergriffen von Ehrfurcht und Bewunderung über den Mut und die Risikobereitschaft der Vorfahren die – locker erzählt – auf quasi brennenden Benzinkanistern sitzend ins All starteten. Gut, diese Anfangsphase haben wir aber jetzt schon hinter uns gelassen. Doch so genau wird das Perry gar nicht interessiert haben. Raumfahrt ist heute hochtechnologischer Alltag. So stinknormal, dass inzwischen der Reisekommerz um Ausflügler ins Weltall wirbt. Die Anzahl jener, welche einen Ausflug ins Weltall unternehmen wollen, wird immer größer. Auch wenn die Reise – umgerechnet – die Jahresrente von etwa 21 Pensionisten kostet. Doch davon lässt sich keiner abschrecken, der schon alles hat und seine Privatinsel endlich einmal auch von oben sehen will.


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aufmerksam, wenn es sich um eine besondere bemannte oder wissenschaftliche Mission handelt. Flüge mit kommerziellen Nutzlasten, so für die Kommunikation oder Navigation, werden nur registriert, wenn etwas schiefgeht.“ Branson beim future-talk Beim future-talk von Telekom Austria (2013) trug, als besonderer Gast, Sir Richard Branson erneut seine Visionen vor. Der Virgin Galactic Gründer glaubt natürlich an eine aussichtsreiche Zukunft der privaten Raumfahrt und blickt gespannt in die nahe Zukunft, weil auch er selbst mit dem SpaceShipTwo in den Weltraum reisen möchte. Milliardär Branson, mittlerweile 64 Jahre alt, hat nichts von seinem Wagemut und Unternehmergeist verloren. Mit der Virgin Group gehören mehrere hundert Unternehmen in verschiedenen Ländern zu Bransons Imperium, angefangen von Banken und einem Mobilfunkanbieter bis hin zu Fluglinien und der Virgin Galactic – dem Unternehmen, mit dem private Weltraumreisen verwirklicht werden sollen. Branson betonte, der Markt für Reisen in den Weltraum sei enorm. Deshalb blicke er entspannt in die Zukunft. Wichtige Voraussetzungen für den Erfolg: Man sei mit dem SpaceShipTwo bereits in den Endtests und auch ein Weltraumflughafen sei bereits eröffnet. Für die ersten Weltraumreisen mit Virgin Galactic sollen sich bereits rund 500 Interessenten angemeldet haben, sagte Branson. Für eines der besonderen WeltraumTickets werden etwa 250.000 Dollar zu berappen sein. Jene, die bereits ein Ticket gelöst haben, konnten sich schon im vergangenen Jahr über den Projektstand und die eingesetzten Techniken informieren.

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Branson ist nicht allein am Markt Die private Raumfahrt umfasst längst nicht nur Virgin Galactic oder die Sierra Nevada Corporation (SNC) mit ihrem Dream Chaser, einem Raumgleiter, der 2016 den ersten unbemannten und 2017 den ersten bemannten Testflug in den Erdorbit absolvieren soll. Zum Markt gehören seit geraumer Zeit auch das europäische Unternehmen Arianespace, das mit der Ariane 5 die kommerziell erfolgreichste Trägerrakete auf dem Weltmarkt betreibt, oder die US-Firmen Boeing und Lockheed Martin. Neu mischt auch das amerikanische Unternehmen Space X mit. Wie funktioniert eine Reise ins Weltall? Wie eine Reise ins All mit Virgin Galactic funktioniert? Zunächst müssen die Raumfahrer in spe einen umfangreichen Gesundheitstest absolvieren – das zahlt natürlich keine Krankenkasse - dann erst können sie ein Ticket erwerben. Am Tag des Fluges bringt ein Trägerflugzeug den Raumgleiter mit den Weltraumtouristen auf eine Höhe von rund 15 Kilometern. „Dort ausgeklinkt, geht der Gleiter in den freien Flug über, und das Raketentriebwerk wird gezündet“, schildert Professor Wörner den Beginn der zweiten Phase. „Mit dem Antrieb durch die Rakete soll dann eine Höhe von über 100 Kilometern erreicht werden, so dass die Passagiere die Grenze zum Weltraum überschritten haben.“ Es folgen – so verspricht Virgin Galactic – sieben Minuten Schwerelosigkeit, ehe der Rückflug zur Erde beginnt. Der Markt für Extremtourismus ist da Dass der Absturz von SpaceShipTwo Investoren und Interessenten für Virgin-Galactic-Tickets nachhaltig abschrecken könnte, glaubt Wörner nicht: „In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass es einen Markt für den Extremtourismus, insbesondere für jenen ins All, gibt. Nachfrage und Angebot bedingen sich hier gegenseitig. Diese Form des Tourismus wird es über kurz oder lang geben, völlig unabhängig von den jüngsten Ereignissen über der Mojave-Wüste.“ Es liege in der Natur des Menschen, Grenzen zu überschreiten. „Investoren werden Angebote schaffen, Interessenten werden diese annehmen. Negative Auswirkungen sehe ich gegenwärtig nicht“, konstatiert der Raumfahrt-Kenner. „In Sachen Sicherheit, so Wörner, gibt es überdies keine Unterschiede zwischen privater und staatlicher Raumfahrt. An erster Stelle stehen die Zuverlässigkeit des Transportsystems und die Sicherheit. Für den privaten Bereich gelten die gleichen Anforderungen wie für den staatlichen.“ Die Frage nach der Sicherheit Wie sicher der Weltraumtourismus im Vergleich zu Flugreisen und Autofahren ist, könne man auf Grund der kleinen Anzahl von Menschen, die bisher im All waren, leider nicht so einfach sagen, räumt Wörner ein. Seit dem Beginn dieser Epoche im April 1961 waren es 560 Frauen und Männer. Eines aber sei gewiss, so der DLRVorstandsvorsitzende: „Raumfahrt ist heute noch immer Technik am Rande des Machbaren.“ Die größte Herausforderung sei, einen


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Billiger wird’s zunächst nicht - Preise von 50.000 Dollar oder weniger sind nicht absehbar Ein Virgin-Galactic-Ticket kostet rund 250.000 U$-Dollar. Für den Durchschnittsbürger bleibt die Reise ins All deshalb selbst dann vorerst wohl ein Traum, wenn Richard Bransons Wissenschaftler alle technischen Schwierigkeiten umgehend in den Griff bekommen sollten. Der hohe Preis des Weltraumtourismus werde sich nicht so rasch ändern, glaubt Johann-Dietrich Wörner. Allerdings sieht er einen gewissen Spielraum für Anpassungen: „Die Entwicklung der Ticketpreise wird sich immer am Markt orientieren. Ein großes Angebot senkt die Preise, eine hohe Nachfrage lässt sie wieder steigen. Natürlich bezogen auf den Aufwand, der betrieben werden muss, um die Passagiere in den Weltraum zu bringen. Mittelfristig und mit Blick auf den heutigen technischen Stand sind Preise von 50.000 U$Dollar oder gar weniger noch nicht absehbar.“ Gehe man davon aus, dass der Flug ins All dem mit einem Linienflugzeug ähneln soll, sei mit mehreren Jahrzehnten Wartezeit zu rechnen. „Auch in der Luftfahrt hat es mehr als 50 Jahre gedauert, bis die breiten Massen teilnehmen konnten.“

Epilog Man muss also noch ein bisschen warten bis man: „Einmal Mond und zurück“ einfach am Bahnschalter ordern kann. Doch die Technik schreitet unaufhaltsam voran. Zwar dauert es noch, bis man wie Perry Rhodan an einem Vormittag zum Magalon reisen kann, aber immerhin, die ersten Kilometer sind gemacht. Weil jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt, hat schon ein Kalbsschnitzel – an einem Ballon hängend – eine Reisehöhe von 34 Kilometern erreicht, wie man vor kurzem im TV sehen konnte. Dass die Menschen immer schon Sonne, Mond und Sterne lieben, anbeten und dorthin wollen, ist nicht neu. Und doch stets aufs Neue aktuell. In den vergangenen Dreißigerjahren sang Rosita Serrano: Ich liebe die Sonne, den Mond und die Sterne, doch am meisten liebe ich - mich. Und weil alles ein Ende haben muss, hier was Wilhelm Busch zum Thema Mond eingefallen ist: Der Mond, der auch nicht recht mehr munter, hüllt sich in Wolken und geht unter.

Fly me to the moon Dereinst, so ist der Experte überzeugt, werde es aber auch private Reisen zum Mond geben: „Der Mensch wird es sich nicht nehmen lassen, egal aus welcher Motivation heraus, das Unbekannte zu erforschen und damit seine Neugier zu stillen. Es wird immer jemanden geben, der bereit ist, die nächste Grenze zu überschreiten. Ohne diesen Willen hätten wir unsere Höhlen nicht verlassen, hätten weder das Feuer zu nutzen gelernt noch das Rad erfunden.“ Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Auch wenn der Mensch bereits auf dem Mond war, sind heute keine Trägerraketen mehr in Betrieb, die Astronauten zum Mond bringen können. „Es ist notwendig, erst einmal die Technologie wiederzuerlangen, bevor man über konkrete Zeiträume nachdenkt“, betont Professor Wörner.

Quellenangabe: Professor Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Kandidat für den Posten des Generaldirektors bei der European Space Agency (ESA), Wikipedia, Credit Suisse, Weltraumreise.com, richard-branson.com, Best-West-Info.

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Weg zu finden, die maximale Nutzlast so effektiv wie möglich in den Erdorbit zu bringen, abhängig vom Startgewicht und dem zu verbrauchenden Treibstoff. „Dies zusammengenommen bestimmt den Preis pro Kilogramm transportierter Nutzlast. Das heißt, wir benötigen effektive Antriebe verbunden mit Leichtbaumaterialien, welche die notwendige Festigkeit aufweisen.“


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Über und unter dem Eis von Michael Klemsch Der Kärntner Weissensee gilt als Winterparadies. Als höchstgelegener Badesee ist er im Winter auch ein Eldorado für Schlittschuhfahrer.

Als Kind hatte ich einige Natureislaufplätze in meiner Umgebung. In Liesing gab es in den 70er-Jahren noch eine große Fläche um den Kinderspiel- und Fussballplatz, die im Winter aufgespritzt wurde und bei entsprechenden Minusgraden zur Eislauffläche mutierte. Ebenso war der Schloßteich in Laxenburg, ein beliebtes Wochenendziel, um gemeinsam die Schlittschuhe überzustreifen. Meine ersten Eishockeyversuche machte ich rund um die Franzensburg. Die Eisschicht in Laxenburg war damals dick und über längere Zeiträume im Winter begehbar. Nicht nur ich habe mich in den 40 Jahren seit damals verändert, auch die Winter fühlen sich nicht mehr so kalt an. Das wandelnde Klima macht damit auch unseren Wintersportgewohnheiten einen Strich durch die Rechnung. Der Schnee wird über weite Strecken künstlich erzeugt und das Eislaufen funktioniert fast nur noch auf Kunsteisbahnen. Letzteres finde nicht nur ich sehr schade, sondern insbesondere die Holländer, bei denen Schlittschuhfahren als Volkssport gilt. In den Niederlanden war man es seit jeher gewohnt, mit den geschliffenen Kufen gemächlich über die weitläufigen Grachten zu ziehen. Von diesen Kanälen gibt es ja reichlich, die natürlichen Eislaufflächen haben Dörfer und Regionen verbunden. Daraus entwickelte sich auch das Sportereignis der „Elfstedentocht”, einer Eislauftour durch 11 friesische Städte mit insgesamt 200 km Länge. Das 1890 begründete Sportereignis,


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das auch heute noch als größtes Schlittschuhsportevent gilt, bedarf natürlich dick zugefrohrenes Fließwasser auf 200 km Länge, was leider immer seltener passiert. Zuletzt fand diese Veranstaltung im Jahr 1997 in Holland statt. Schlittschuhmarathon in den Bergen Die Holländer lassen sich aber ihr jährliches Ereignis ungern nehmen. Findige Urlauber haben den Kärntner Weissensee entdeckt. Auf 930 m Seehöhe gilt er als der höchstgelegene Badesee Europas. Und ist dadurch auch ein Gewässer, das relativ früh zufriert und über weite Strecken des Winters eine stabile Eisdecke bildet. Für die holländischen Gäste hat sich Kärnten damit auch im Winter zu einer attraktiven Urlaubsdestination entwickelt. Heuer hat es vom Touristenbüro in Techendorf schon kurz vor Weihnachten geheissen: “Eis frei”. Und da kommt nicht nur bei den holländischen Gästen Freude auf: Der See bietet dann auch beste Möglichkeiten zum Spazieren, Eisstockschiessen und für Eishockey. Seit 1989 findet daher am Weissensee jährlich die Alternative Elf Städte Tour statt, zu der über 5000 Holländer anreisen. Die oft in den Schnee gespurte 25 Kilometer-Runde am See wird dann zur Wettkampfbahn. Höhepunkt dabei ist das 200 km Rennen: Die Teilnehmer starten vor Sonnenaufgang, die letzten kommen auch erst wieder in der Dämmerung ins Ziel: Glücklich, aber geschafft.

Nachhaltig und ein bisschen verrückt Die Region Weissensee zählt übrigens zu den Alpine Pearls, Urlaubsdestinationen, die sich besonders nachhaltig positionieren. Den See kann man zum Beispiel sehr leicht öffentlich erreichen. Vom Urlaub am Biobauernhof über das wunderbar familiäre Biohotel Gralhof bis zum exklusivsten Biohotel Österreichs, dem Weissenseer Hof, haben sich auch die meisten Unterbringungen zu ökologischen Vorzeigebetrieben entwickelt. Und kommt man mit dem Auto, dann kann man es getrost über die gesamte Urlaubszeit abgestellt lassen, es wird ein kostenloser Busshuttle für Gäste zu allen wichtigen Punkten angeboten. Und das wissen die Gäste auch zu schätzen: Es ist angenehm ruhig, und die steil abfallenden Berge um den See vermitteln ein tolles Gesamtbild, daß weit hinten am Ostufer schon fast wie in einem norwegischen Fjord anmutet. Dieses Ende des Sees ist übrigens nur mit dem Boot oder eben im Winter mit den Schlittschuhen erreichbar. Apropos Schlittschuhe: Wem ein 200 km Eislaufmarathon noch nicht verrückt genug ist, den erwartet am Weissensee noch ein anderes jährliches Sporthighlight: Unterwassereishockey! Die Weltmeisterschaft, die von Apnoetauchern unter der Eisdecke abgehalten wird, spielt man mit einem Puck aus Styropor, der im Wasser nach oben treibt. Damit klebt er quasi unter der Eisdecke. Und die beste aller Nachrichten: Im letzten WM-Finale hat Österreich die Deutschen besiegt.


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Jung, urban, weiblich Unfallversicherung mit Bonus-Provision „Mir passiert schon nichts.“ Mit diesen Worten reagieren viele Österreicher, wenn es um die private Unfallvorsorge geht. Fakt ist: Jeder zweite Österreicher ist unzureichend abgesichert. Besonders für junge Personen ist Absicherung wichtig. Der Jahresbeginn ist der optimale Zeitpunkt, um mit der Vorsorge zu beginnen. Wer jung und fit ist, verdrängt gerne, dass sich das Leben in einem Sekundenbruchteil ändern kann. Geld wird lieber für die modernste Technik oder tolle Urlaube ausgegeben, anstatt für Vorsorge. Wenn aber nach einem Unfall dauernde Invalidität zurückbleibt, dann bedeutet das meist auch große finanzielle Einbußen. Etwa, weil der angestammte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann oder teure Therapien notwendig sind. Ein paar Euro im Monat für die eigene Unfallvorsorge sollten auch für junge Erwachsene leistbar sein. Jung und urban: Neuer VAV-Tarif fördert frühe Absicherung Nach detaillierter Überarbeitung des Unfalltarifs hat die VAV Ende 2014 ein neues VAV-Unfallprodukt auf den Markt gebracht – und kann mit einigen interessanten Aspekten punkten. Aufgrund der ausgeklügelten Kombination verschiedener Risikomerkmale ergeben sich besonders attraktive Prämien für junge Erwachsene. Neben VAV-Klassikern fließen verstärkt personenspezifische Daten in den Tarif ein. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Alter des Versicherungsnehmers. Das Hauptaugenmerk legten die Experten der VAV in der Tarifgestaltung auf Personen bis 40 Jahre. Auch wo der Versicherungsnehmer wohnt, wird bei der Prämiengestaltung berücksichtigt, da der Wohnort Einfluss auf Eintrittswahrscheinlichkeit und resultierende Kosten aus einem Unfall hat. Ost-Österreich ist statistisch gesehen begünstigt und dieser Vorteil wird auch an die Versicherungsnehmer weitergegeben. In der Kombination mit den Altersklassen bringt die regionale Differenzierung eine sehr kompetitive Preisposition für junge Versicherungsnehmer. Unfallversicherung nach Best-Advice-Prinzip Gerade bei der Unfallversicherung ist die Abstimmung auf den jeweiligen Lebensstil von vorrangiger Bedeutung – je nach Freizeitgestaltung können etwa Faktoren wie Sport oder Familiensituation höher oder niedriger bewertet werden. Individualisierung ist also das Stichwort – mit den Bausteinen der VAV lässt sich die richtige Auswahl treffen. Ein Auszug aus den Bausteinen: - Verbesserte Gliedertaxe: Entschädigung bei Funktionsunfähigkeit oder Verlust von Organen wie Nieren, Milz, Magen, Lunge, Leber, der weiblichen Brust oder männlichen Geschlechtsorgane. - Ausfallsversicherung: Die VAV leistet eine Entschädigung, falls der Unfallverursacher aufgrund von Zahlungsunfähigkeit nicht zur Regression herangezogen werden kann. - Knochenbruch-Pauschale: Bei der Variante mit DauerfolgenDeckung wird eine einmalige Entschädigung von 250 Euro bei Bruch einer Zehe oder eines Fingers geleistet; 500 Euro bei einem gebrochenen Arm oder einem gebrochenen Bein.

„Mein Tipp: Unfallversicherung mit Bonus-Provision für Frauen“, Joachim Klepp, Abteilungsleiter Maklervertrieb - Kostenersatz für die erstmalige Anschaffung von Zahnersatz oder künstlichen Gliedmaßen nach einem Unfall, falls Unfallkosten eingeschlossen sind. - Unfall-Assistance: Der optionale Baustein umfasst Unterstützung im Alltag, psychologische Betreuung, Second-Opinion, Rechtsberatung, einen erweiterten Versicherungsschutz bei Auslandsreisen und vieles mehr. Attraktive Promille-Sätze bei Progression und Bonus-Provision Im Sinne des Best-Advice-Ansatzes kann mittels zwei wählbarer Progressionsstufen die Leistung bei Dauerinvalidität deutlich erhöht werden. Wie auch schon bisher können 300 oder 500 Prozent Progression abgeschlossen werden. Neu sind die attraktiven Promillesätze, welche altersabhängig bei 0,64 ‰ (300 Prozent) beziehungsweise 0,77 ‰ (500 Prozent) Progression starten. Vermittler können also sicher sein, ein attraktives Angebot vorzulegen. Aber VAV-Vertriebspartner profitieren auch selbst – mit einem ganz besonderen Zuckerl für Verträge von weiblichen Versicherungsnehmern: Die Bonus-Provision für Frauen, welche ein Plus von 3 Prozent auf die Provision bringt.

Zusätzliche Bonus-Provision bei Verträgen für Frauen Berechnungsbeispiel: Studentin, 19 Jahre alt, Wien. Es gelten folgende Vergünstigungen: Regionaltarif Wien, Altersrabatt, Gefahrenklasse 1. Deckungssummen Todesfall: EUR 10.000 Dauerinvalidität: EUR 100.000 Progression: 500 % EUR 500.000 Unfallkosten (Heil-, Bergungs- und Rückholkosten) inkl. Hubschrauberrettung sowie kosmetische Operationen zusätzlich EUR 7.500,00: EUR 5.000 Knochenbruch: EUR 500 Monatsprämie: EUR 10,47 Jahresprämie: EUR 125,60


BESTENS GESCHÜTZT – WENN DOCH ETWAS PASSIERT Foto: clipdealer.de

UNFALLVERSICHERUNG MIT BONUS-PROVISION

Ein falscher Tritt und schon ist es passiert: Die meisten Unfälle passieren in Alltagssituationen in der Freizeit. Die gesetzliche Sozialversicherung leistet in so einem Fall nicht. Private Absicherung ist daher unbedingt notwendig. Mit der neuen Unfallversicherung der VAV sind Ihre Kunden bestens abgesichert. • Individuell gestaltbar – je nach Lebenssituation Ihres Kunden • Attraktive Tarife für Singles, Partnerschaften, Familien, Alleinerzieher

• Dauerhaft günstig – besonders für junge Menschen zw. 15 und 40 Jahren • Jetzt neu: Ausfallsversicherung!

Profitieren Sie von der Bonus-Provision für Frauen. Achten Sie auf dieses Zeichen: Informationen und Online-Tarifrechner unter www.VAVPRO.at oder fragen Sie Ihren zuständigen Regionalleiter bzw. Ihr Service Team.


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2015: Neue Damoklesschwerter über den Finanzmärkten

von Michael Kordovsky

Von einer so ruhigen und auch gewinnbringenden Börsenphase wie sie 2013 und noch in der ersten Jahreshälfte 2014 vorherrschte, kann heuer nur geträumt werden. Seit Oktober 2014 ist die Volatilität in den Aktienmarkt zurückgekehrt. Die Kursschwankungen wurden stärker und unberechenbarer. Krisenherde in der US-Ölbranche, Russland und Griechenland sorgen für Verunsicherung, während die Maßnahmen der Notenbanken immer wieder kräftige Gegenbewegungen in einer neuen Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten einleiten könnten. Gold und Silber könnten in diesem Jahr hingegen – mangels lukrativer Anlagealternativen - als „Krisenwährungen“ in neuem Glanz erstrahlen.

Selbst oberflächlichen Börsenlaien wird in den vergangenen Wochen und Monaten kaum entgangen sein, dass es wieder ungemütlicher wurde. Die Verlustrisiken am Aktienmarkt, gemessen an der Kursschwankungsintensität, stiegen und die Risikofreude der Anleger ging zurück. Letzteres ist auch an einer Ausweitung der High-Yield-Spreads – also der Renditedifferenz zwischen Unternehmensanleihen des Junkbond-Spektrums (Rating unter BBB- bzw. unter Baa3) und Staatsanleihen mit solidem Rating (US-Treasuries oder deutsche Bundesanleihen) erkennbar. Der Ölpreis crashte und auch diverse Industrierohstoffe stehen bzw. standen unter Druck. Gleichzeitig stabilisierte sich der Goldpreis trotz Dollarhausse. Die einzelnen Schnellindikatoren, die zur Vorsicht mahnen: 1.) Die Rückkehr der Volatilität: Diese wird ausgedrückt im Volatilitätsindex VIX, der die vom Markt erwartete kurzfristige Schwankungsintensität (implizite Volatilität) anhand von Optionspreisen auf den S&P 500 Index über 30 Tage in Prozentpunkten ausdrückt. Bei einem Indexstand von unter 20 Punkten kann unter langjähriger Betrachtung noch immer von einer niedrigen Vola gesprochen werden. Seit der 2. Jahreshälfte 2012 bewegte sich der VIX meist zwischen 10 und 18 Punkten. Die jüngsten Ausbrüche auf über 20 waren die stärksten seit 2012. Fazit: Die Angst kehrte in den Markt zurück und die Korrekturgefahr an den Aktienmärkten ist gestiegen. 2.) Fester US-Dollar, Yen und Franken: In der letzten richtungsweisenden öffentlichen Ansprache im Dezember 2014 änderte Fed-Chefin, Janet Yellen, ihr Wording bezüglich des möglichen Zeitpunktes einer ersten Leitzinsanhebung seit der Finanzkrise. Somit sollen die Zinsen nicht mehr wie früher „für eine beträchtliche Zeit“ niedrig bleiben sondern die Fed werde mit der Straffung ihrer Geldpolitik jetzt nur noch „geduldig“ sein, was unter normalen Marktbedingungen auf eine Zinsanhebung binnen weniger Monate hindeuten würde. Gleichzeitig kündigte die EZB die Möglichkeit von Anleihenkäufen an. Doch im Zuge des sich beschleunigenden globalen Konjunkturabschwungs und der Vernetzung mehrerer Krisenherde erscheinen stärkere Zinsanhebungen durch die Fed eher unwahrscheinlich – ein Umstand der echten Profis sehr wohl bekannt ist. Trotzdem tendiert der Dollar stärker. Gleichzeitig mit dem US-Dollar gewinnen auch Yen und Schweizer Franken an Stärke, was sowohl auf die Auflösung von Carrytrades (Zinsdifferenzgeschäften

mit Kreditaufnahme in Niederzinswährung und Veranlagung in höher verzinsten Währungen) als auch dem zunehmenden Abverkauf von Auslands-Assets und dem Rücktausch des Erlöses in Heimatwährung zurückzuführen ist. Institutionen aus den USA, Japan und der Schweiz repatriieren – gemäß dem Motto „zurück ins Zentrum“ – ihr Kapital. 3.) Anhaltender Aufwertungsdruck im Franken trotz Negativzinsen und Stabilisierung des Goldpreises trotz Dollarstärke: Das „Nein“ beim Schweizer Votum zur Goldintitiative der SVP am 27.11.2014 brachte nicht die ersehnte Entspannung am Devisenmarkt. Der Aufwertungsdruck auf den Franken hielt weiter an. Der Wechselkurs EUR/CHF bewegte sich nur hauchdünn über der Untergrenze von 1,20. Um dem Aufwertungsdruck entgegenzuwirken beschloss die SNB am 18. Dezember 2014 gleichzeitig mit der Einführung von Negativzinsen auf Guthaben der Banken bei der SNB eine Ausweitung des Zielbandes für den 3-Monats-CHF-Libor von 0 bis 0,25 auf -0,75 bis 0,25 %. Somit sind hier negative Zinsen am Interbankenmarkt im Toleranzbereich. Trotzdem fiel die Wechselkursrelation EUR/CHF bis 7. Jänner auf 1,2009. Eine hohe Stärke trotz Dollarhausse zeigte zuletzt der Goldpreis, der seit seinem Tief am 4. November 2014 von 1143 auf 1215 US-Dollar (7.1.2015) anstieg, während gleichzeitig der US-Dollar zum Euro um 5,9 % zulegte. 4.) Anstieg der High Yield Spreads: Die am BofA Merrill Lynch US High Yield Master II Index zu US-Treasuries gemessenen High Yield Spreads stiegen vom Jahrestief am 23. Juni 2014 bis 6. Jänner von 335 auf 537 Basispunkte und am 16. Dezember waren es infolge der Öl-Bond-Panik (Zahlungsausfälle bei Fracking-Bonds infolge des niedrigen Ölpreises drohen) bereits 571 Basispunkte. Diese starke Dynamik des Anstiegs verheißt nichts Gutes und könnte sich – ähnlich wie im Jahr 2008 – noch weiter fortsetzen. 5.) Rapider Verfall der Rohstoffpreise: Die Preise für Holz und die Metalle Kupfer, Aluminium und Nickel sind Konjunkturindikatoren, genauso wie der Ölpreis. Vor allem die Preisentwicklung der vergangenen 6 Monate (Stichtag 7.1.15) gibt Anlass zur Sorge: Kupfer: -14,1%; Nickel: -18,6%, Aluminium: -4%, Holz: -5,9%, Erdöl (WTI): -53,5% 6.) Shiller-KGV: Der US-Wirtschaftsprofessor, Robert Shiller glättete das KGV im S&P500-Index durch einen 10-JahresDurchschnitt. Diese lag historisch betrachtet im Schnitt bei 16,6. Aktuell liegt er aber bei 27,2. Seit 1882 gab es nur 3 Jahre in denen er höher lag, nämlich 1929, 2000 und 2007. Alle hatten eines


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Peak NYSE Margin Debts S&P 500 Peak März 2000 August 2000 Juli 2007 Oktober 2007 Februar 2014 Dezember 2014 (vorläufig) Dieser Zusammenhang wird auch von den Netto-WertpapierSchulden (Credit Balance), also den Wertpapierschulden minus frei verfügbare Mittel, bestätigt. Umgekehrt hingegen verzeichneten die Wertpapierkredite zur Wende des Aktienmarktes nach oben ihre Tiefstände, weshalb dieser Indikator als zuverlässig gilt. 9.) Frachtraten signalisieren Konjunkturschwäche: Die am Baltic Dry Index gemessenen Seefrachtraten für trockene Massenfrachtgüter haben sich seit Anfang Februar nahezu halbiert. Aktuelle Bedrohungen und mögliche Auslöser einer Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten: Auch wenn die aktuellen Wirtschaftsdaten gar nicht so schlecht aussehen, so deuten die genannten Indikatoren darauf hin, dass sich im gegenwärtigen Umfeld so einiges zusammenbraut. So führte die schwache Konjunktur zu rückläufigen Ölpreisen, was unter Normalbedingungen positiv für die Weltwirtschaft wäre. Doch der aktuelle Rückgang um ca. 55 % gegenüber dem 52-Wochen-Hoch im Juni (sowohl bei Brent als auch WTI) weckt Erinnerungen an die Finanzkrise 2008/09 und zeigt, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Ursachen dieser Entwicklung liegen einerseits in der jüngsten Konjunkturschwäche und daraus resultierend einer niedrigeren Nachfrage nach Rohöl aber andererseits auch im Trend zum Energiesparen und alternativen Energien sowie in einer Sonderentwicklung der USA, die seit Oktober 2013 erstmals seit 1995 wieder mehr Rohöl exportieren als sie importieren. Laut Energy Information Administration (EIA) exportierten die USA im Oktober 2013 im Schnitt pro Tag 7,7 Millionen Barrel Rohöl vgl. mit täglichen Importen von 7,6 Millionen Barrel. Die Netto-

Importe erreichten zu diesem Zeitpunkt den tiefsten Stand sei Februar 1991. Dies ist auf den Fracking Boom, der Gewinnung von Erdöl und Erdgas aus spaltbarem Gestein, zurückzuführen. Die USProduktion inklusive Flüssiggas und Biotreibstoffe expandierte seit 2009 um 3,2 Millionen Barrel pro Tag – Das ist die stärkste Expansion in einem 4-Jahres-Zeitraum seit der Produktionsausweitung von Saudi Arabien in den Jahren 1970 bis 1974. Die Ölproduktionsrate erreichte mittlerweile den höchsten Stand seit Mai 1989. Von den späten 80er-Jahren an bis ca. 2010 ging es mit der US-Ölproduktion bergab ehe der Schieferöl/Gas-Boom ausbrach, der auf wenig Begeisterung der OPEC (insbesondere Saudi Arabien) stieß. Vermutlich aus Marktanteilsüberlegungen hat am 27.11.2014 die OPEC, die 2013 43,4% der globalen Ölproduktion und 81% der Ölreserven kontrollierte, ihre Fördermenge unverändert gelassen. Danach ging der Ölpreisverfall so richtig los und noch immer wird auf Hochtouren produziert, weshalb im ersten Halbjahr 2015 die Commerzbank von einem weltweiten Überangebot an Rohöl in Höhe von 1,5 Millionen Barrel am Tag ausgeht. Firmen- und Staatspleiten durch Ölcrash Mittlerweile sind eindeutig mehr als die Hälfte der US-FrackingProjekte unrentabel, während die Ölsandprojekte in Kanada in der Regel defizitär sind. Finanziert wurden die US-Fracking-Projekte u.a. über die Emission von Junkbonds. Ca. 16% des US-High-Yield-Bond-Marktes bzw. ein Volumen von 210 Mrd. USD fallen auf „Energie-Anleihen“ deren Ausfallsrisiken steigen. Erste Pleiten kleinerer Fracking-Gesellschaften hat es bereits gegeben. Zwar ist ausgehend von diesem Volumen eine Kettenreaktion hin bis zur Auslösung einer Finanzkrise eher unwahrscheinlich, doch in Kombination anderer Ölpreisbedingter Krisen ist die Situation nicht zu unterschätzen. Kritisch ist vor allem die Situation in Russland, Brasilien und Venezuela. Venezuela: Laut dem World Economic Forum ist Venezuela unter den am wenigsten wettbewerbsfähigen Volkswirtschaften an 14. Stelle. Die Korruption blüht und für die Jahre 2014 und 2015 ist von einer Rezession auszugehen. Bereits im Oktober rief Venezuelas Regierung die OPEC zu einer Notfallssitzung zur Stabilisierung des Ölpreises auf. Die Devisenreserven Venezuelas sind bereits im Herbst laut Regierungsangaben auf 20 Milliarden US-Dollar und somit den tiefsten Stand seit 11 Jahren gesunken zumal zur Stabilisierung der Landeswährung, Bolivar, immer wieder Stützungskäufe durchgeführt werden. Laut einer Studie der Deutschen Bank benötigt Venezuela für einen ausgeglichenen Staatshaushalt einen Ölpreis von 121 US-Dollar. Saudi Arabien, Kuwait und Katar benötigen zum Break-Even jeweils 93, 75 und 60 US-Dollar. Derzeit (9.1.15) liegt jedoch der Preis der Ölsorte WTI bei 48,8 US-Dollar. Die CDS-Spreads (gehandelten „Kreditausfallsversicherungen“) preisen bereits eine jährliche Ausfallswahrscheinlichkeit von 19,3% ein, gefolgt von 18,3; 17,1 bzw. 7,6 % für Argentinien, der Ukraine und Russland. Die Venezuela-Anleihe mit Laufzeit bis 13.10.2024 (ISIN: USP97475AP55) weist bei einem Kurs von ca. 40 eine Rendite von 26 % p.a. auf, da der Markt von einem Zahlungsausfall ausgeht. Dies geht auch einher mit einem S&P-Rating von CCC+. Russland: Bereits der Handelskonflikt Russlands mit dem Westen war in der Lage, das Land in eine Rezession zu stürzen. Doch noch

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gemeinsam: Sie markierten den Beginn einer ausgedehnten Baisse. 7.) Das aktuell hohe 12-Monats-Trailing-KGV im S&P 500 Index nicht gerechtfertigt: Mitte Dezember lag das 12-Monats-TrailingKGV der S&P 500-Werte bei 16,7; verglichen mit einem 10-JahresDurchschnitt von 15,8. Hingegen werden die Gewinnerwartungen zuletzt kontinuierlich nach unten geschraubt. Erwarteten die Analysten laut Datenanbieter FactSet Ende September 2014 für das 4. Quartal noch ein Gewinnwachstum im S&P 500 von 8,4 % so waren es Mitte Dezember nur noch 2,6%. 8.) Die Wertpapierkäufe auf Kredit (NYSE Margin Debts) erreichten am US-Markt bereits im Februar 2014 ein historisches Hoch von 465,7 Milliarden US-Dollar. 5 Jahre zuvor lag dieser Wert lediglich bei 221 Milliarden. Zwar folgte nach dem Peak bis Mai 2014 ein schneller Rückgang auf 438,5 Milliarden USDollar, doch bis November kam es zu einem erneuten Anstieg auf 457,1 Milliarden US-Dollar. Die Höhe der Wertpapierkredite erreichte in den vergangenen Jahrzehnten immer vor größeren Abwärtsbewegungen des Aktienmarktes ihre vorläufigen Höhepunkte: Vergleicht man die von der NYSE (New York Stock Exchange) inflationsbereinigten statistisch erfassten Wertpapierkäufe auf Kredit mit dem inflationsbereinigten S&P 500 Index so erkennt man klar die Funktion eines Vorläuferindikators:

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58 wesentlich schlimmer ist im aktuellen Umfeld die Ölabhängigkeit bzw. Abhängigkeit vom Ölpreis. Russland, das ca. 40% seiner Staatseinnahmen aus dem Öl-Export bezieht, gehen mittlerweile jährlich 150 Mrd. USD verloren, denn im Haushaltsplan für 2014 kalkulierte die Regierung in Moskau durchschnittlich 104 USD je Barrel. Gleichzeitig leidet das Land am Rubelverfall und massiven Kapitalabflüssen. Erstmals seit 2009 rutschten die Devisenreserven unter die Marke von 400 Milliarden US-Dollar. Da viele russische Firmen keine Devisen mehr zur Kreditbedienung bekommen, muss der Staat einspringen, weshalb vereinzelte Beobachter den wahren Stand der verfügbaren Reserven nur noch mit gut 200 Milliarden US-Dollar beziffern. Die Situation ist die Zeitraffer-Version jener in den späten 90er-Jahren als der Ölpreis kurzfristig unter 10 USDollar pro Barrel fiel. 1998 schlitterte Russland in den Staatsbankrott – ein Szenario das nicht mehr auszuschließen ist, zumal aufgrund der hohen Zinsen in Russland eine Firmen- und Bankenpleitenwelle droht. Zur Stützung des Rubels hat nämlich die russische Zentralbank am 16.12. ihren Leitzins um 6,50 auf 17 % erhöht. Brasilien: Mega-Ölfunde vor der Küste Brasiliens, die aber 4000 Meter unter dem Meeresboden schlummern erforderten beim Ölkonzern Petrobras offiziellen Angaben zufolge ein Investitionsprogramm in Höhe von über 200 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2010 kam es zur weltweit größten aber auch umstrittenen Kapitalerhöhung im Volumen von 70 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus hat die brasilianische Regierung ein Gesetz erlassen wonach (Engineering) Aufträge zur Erschließung dieser Reserven Großteils an brasilianische Firmen vergeben werden mussten. Es kam bereits in einem anderen Bereich zu auffälligen Baukostenüberschreitungen, nämlich im Raffineriebau. Ein Korruptionsskandal, bei dem mindestens 30 Verantwortliche bei Petrobras die Hand aufhielten, platzte und in der Folge verweigerten die Wirtschaftsprüfer ihre Genehmigung des Berichtes zum 3. Quartal, denn dies könnte erst die Spitze des Eisbergs gewesen sein. Doch in den Verkaufsprospekten für Anleihen in Höhe von ca. 54 Milliarden US-Dollar ist die Klausel enthalten, dass Petrobras bis spätestens 3 Monate nach Ablauf des Quartals einen Quartalsbericht veröffentlichen muss. Die Deadline wurde aufgrund der brisanten Ereignisse auf den 31. Jänner verlängert. Gelingt es nicht bis dahin den Quartalsbericht zu veröffentlichen, dann wäre es ein technischer Zahlungsausfall und es könnte bei weiterer Verzögerung der Quartalsbilanz ab März 2015 eine vorzeitige Rückzahlung der Anleihe gefordert werden. Da im Zuge der massiven Investitionen der Verschuldungsgrad des Unternehmens bereits über 100 % des Eigenkapitals stieg, ist der Ölkonzern mittlerweile verletzlicher und Abwertungen des ohnehin überbewerteten Reals gegenüber dem USDollar würden zu einem weiteren Schuldenanstieg führen. Bereits jetzt liegen die Schulden von Petrobras bei 180 Milliarden US-Dollar bzw. 8 % des brasilianischen BIP und die Verschlechterung der Ertragssituation infolge des Ölpreisverfalles könnte zum unerwarteten Zwischenfall einer Pleite der Gesellschaft führen. Dann wäre davon auszugehen, dass die Regierung einschreitet und Petrobras rekapitalisiert, wodurch die Staatsverschuldung insgesamt (zukünftige Investitionen u. Verluste berücksichtigt) um über 10 Prozentpunkte steigen würde – und dies bei einer Staatsschuldenquote von 57 %. Somit wäre dann von einer Herabstufung des Staatsanleihenratings von Brasilien auf Junkbond-Status auszugehen mit der Folge einer

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massiven Real-Abwertung und eines regelrechten Zinsschocks – ähnlich dem bereits in Russland begonnenen Szenarios. Weitere Bedrohung: Parlamentswahlen in Griechenland Das Parlament konnte sich nicht auf einen neuen Präsidenten einigen und am 25. Jänner finden Neuwahlen statt. Griechenland wurde bereits mit 2 Rettungsprogrammen im Volumen von 240 Milliarden Euro gestützt und die gesamte Staatsschuld beträgt im 2. Quartal 2014 bereits 317,5 Milliarden Euro. Genau dieses Volumen steht mit der Parlamentswahl auf dem Spiel. Banken und Versicherungen haben viel zu verlieren, denn es herrscht laut jüngster Umfrage ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen den regierenden Konservativen von Ministerpräsident Antonis Samaras und seinem Herausforderer Alexis Tsipras vom linken Wahlbündnis Syrizia, das auf 33,8 Prozent der Stimmen kommen sollte, während für Samaras Partei „Neue Demokratie“ nur 30,5 % stimmen würden. Der Koalitionspartner der Konservativen, die mitregierenden Sozialisten (Pasok), kommen auf 3,9 %. Sollte sich die Syriza durchsetzen, dann droht die Aufkündigung des „Stabilitätspaktes“ sowie die Einstellung der Schuldenbedienung. Auf jeden Fall will Tsipras den Erlass eines Großteils der Schulden aushandeln. Eine Schuldenerlass seitens der europäischen Gläubiger und des IWF ist erforderlich. Ohne Einigung drohen eine unkontrollierte Staatspleite und sogar der Austritt Griechenlands Austritt aus der Eurozone. Citigroup Chefökonom, Willem Buiter, äußerte sich in einem Interview mit „Die Welt“ besorgt bezüglich der Gefahr eines Zerfalles der Eurozone. Die Folge eines der Negativszenarien wäre eine Panikreaktion an den Finanzmärkten, die an jene nach der Lehman-Pleite erinnern würde. Länder wie Spanien, Portugal, Slowenien und Zypern wären vom Kapitalmarkt abgeschnitten. Die Renditen für Staatsanleihen der Peripherieländer des Euroraums würden explodieren und der Euro gegenüber dem US-Dollar massiv an Wert verlieren. Gleichzeitig würden die globalen Aktienmärkte so stark einbrechen wie zuletzt im Jahr 2008. Fazit: Obwohl mit Ausnahme der Fed und Bank of England die größten Notenbanken eine expansive Geldpolitik verfolgen, die für steigende Aktienkurse sprechen würde, überwiegen angesichts der genannten Gefahren 2015 am Aktienmarkt die Risiken. Selbst deutsche Bundesanleihen sind kein sicherer Hafen mehr, denn zehnjährige Laufzeiten werfen nur noch eine Rendite von 0,49% ab, was lediglich im Falle einer tiefen Deflation ausreichende Realerträge ermöglichen würde. Auch Shortpositionen in Aktienindizes sind mit Vorsicht zu genießen, denn es ist seitens der EZB, Bank of Japan und Schweizerischen Nationalbank mit weiteren aggressiven Maßnahmen zur Beruhigung der Märkte und Entgegensteuerung gegen deflationäre Tendenzen zu rechnen. Diese können immer wieder plötzliche starke Gegenbewegungen (Short-Squeezes) in einem denkbaren Abwärtstrend auslösen. Somit sind Cashreserven (Tagesgeld-Konten bei Online-Banken, pro Bank und Person bis zu EUR 100.000,-- Einlagensicherung) in Kombination mit physischem Gold und Silber sowie ausgewählten Gold- und Silberminen-Aktien bzw. einschlägigen Minenfonds zu bevorzugen. Vor allem Gold könnte im drohenden Chaos als Krisenwährung wiederentdeckt werden und die jüngste charttechnische Verfassung stimmt dabei vorsichtig optimistisch.


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