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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

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Österreichische Post AG MZ 13Z039586 M

NR. 01 | 2018 HEFT 463 39. JAHRGANG

IFRS 17 – PRAGMATISCHE LÖSUNGEN SIND NICHT IMMER DIE BESTEN Kommentar von Christine Kusztrich

LUXUSGUT WOHNIMMOBILIE Kolumne von Michael Kordovsky

ZIELMARKTBESTIMMUNG NACH WAG 2018

Strategie 2018 Ein Jahr voller Herausforderungen und Neuerungen steht uns bevor. Ein Jahr mit vielen sportlichen Großereignissen. Und sportlich wird es auch bei der Umsetzung der IDD und der Datenschutzgrundverordnung.

Kommentar von RA Prof. Dr. Christian Winternitz LL.M.

KRITERIEN FÜR DIE POLIZZENÜBERPRÜFUNG („POLIZZEN-CHECK“) BEI VERSICHERUNGSKUNDEN Studie von Nedim Redžić BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler


Demner, Merlicek & Bergmann

WER SORGT SICH SO UM MICH, WIE ICH MICH UM ANDERE SORGE?

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IHRE SORGEN MÖCHTEN WIR HABEN


EDITORIAL

Zuerst zuschlagen dann fragen?! Eine sehr polarisierende Überschrift, ist auch nicht te Information zu kommen. Aber natürlich war ich wörtlich gemeint, aber auf alle Fälle bildlich. Haben doch selbst Schuld, müsste ich doch wissen, wie der Sie in den letzten Monaten versucht, sich telefonisch Bezahlfernsehmodus einzustellen ist. Die nächsüber Sachen zu informieren? Oder mussten Sie eine te telefonische Überraschung erlebte ich bei einer Hotline wegen einer Beschwerde kontaktieren? Ich Schadensmeldung, hier reicht mein Wissen vielleicht habe das in letzter Zeit vermehrt gemacht, wegen etwas aus um mich nicht so unbedarft dem Thema technischer Geräte aber auch wegen einer Schadenszu nähern, weit gefehlt. Die Fragen des Schadenbemeldung. Oft fand die Kontaktaufnahme mit einem treuungsmitarbeiters waren eindeutig in der HemiAvatar statt, das sprachgesteuerte Beschwerdemasphäre der Hellseherei zu finden. Der Aufforderung, nagement das einem am Handy die interessantesten die Fragen doch lieber schriftlich zu beantworten, Verrenkungen abverlangt. Gleichzeitig telefonieren wollte ich uneinsichtiger Mensch nicht nachkommen. und mittels Wähltastatur der Stimme folgend die Nur eine kleine Frage, bitte. Die Stimme, schon seit richtige Nummer eintippen um zum Beginn des Telefonates sehr resch und helfenden Kontakt zu kommen. Am bestimmt, wurde immer unwirscher. Ende der Anweisungen erfolgte dann Nach einigen Bestätigungen meinermeistens das berühmte Besetztseits, dass ich doch verstehe, dass es zeichen, weil eine Nummer zu spät noch fast Feiertag ist und doch so viele getippt wurde oder der Avatar einfach Menschen etwas von der Schadensbenicht mit mir kommunizieren wollte. treuung möchten, wurde die Stimme Wäre die Geschichte des „Buchbinder etwas milder und ich bekam meine Wanninger“ nicht schon erfunden Auskunft. Meine Schlussfolgerung der worden, man hätte hier die beste letzten Monate und deren Telefonate Vorlage dafür. Frau hat aber genügend mit Hotlines, Beschwerdestellen und Zeit und wählt sich wieder ein um der Schadensabteilungen: Die Menschen Auskunft oder der technischen Aufkläsind entweder überfordert mit dem Nr. 785 rung einen Schritt näher zu kommen. persönlichen Kontakt oder es ist die Man Staune und erschrecke, statt dem Zeit „Angriff ist die beste Verteidigung“ erwarteten Avatar meldete sich eine ausgebrochen. Freundlichkeit ist keine riscontrol.at nette Telefonstimme. Mit viel Freude Krankheit und tut nicht weh, es ist kein online.riscontrol.at diese Stimme zu vernehmen, erklärt Wunder, wenn immer mehr Beschwerissuu.com/riscontrol man überschwänglich sein Begehr und demanagementroboter eingesetzt facebook.com/riscontrol wird innerhalb kürzester Momente aus werden, es ist auch ein wirtschaftlicher dem Freudentaumel der persönlichen Vorteil. Denn wenn man stundenlang Kontaktaufnahme herauskatapultiert. angeleitet wird, gewisse Tasten zu Laut dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ drücken um in die richtige Abteilung zu gelangen, bürstet sich die nette Stimme auf Angriffsmodus. Frakönnte es schon passieren, dass das Mobiltelefon an gen ist heute nicht mehr in. Die Stimme setzt technidie Wand fliegt und dann nicht mehr zu verwenden sches Wissen voraus und kann es nicht glauben, dass ist. Nur dann muss man sich ein Neues kaufen und sie wegen dieser Kleinigkeit belästigt wird. Bis ich wenn man zum Einrichten desselben eine Auskunft dem Telefonfräulein (veralteter Ausdruck, dennoch braucht und bei der Hotline anruft und mittels Comaus gutem Grunde verwendet; Anmerk. der Redakputerstimme angewiesen wird, die Taste 3 zu drücken, tion) erklären konnte, ich hätte nur bitte gerne eine dann könnte es geschehen, dass das Handy wieder Auskunft und ich will mich nicht beschweren und ich gegen die Wand knallt. ihr verbindlich erkläre, dass ich ihren Stress verstehe, dauert es sehr lange. Viel Verständnis und sehr viel Ihre Einfühlungsvermögen bedarf es um an die gewünschDoris Schachinger

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INHALT

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INHALT

INHALT

19 Exportfonds übernommen | OeKB 19 Taggeldversicherung erweitert | Wiener Städtische Versicherung 23 Teuerstes Jahr der Geschichte | Münchner Rückversicherung/UNIQA Österreich

TITELGESCHICHTE EDITORIAL 03 Zuerst zuschlagen dann fragen?!

NEWS 06 Dänischer Offshore Windpark | Talanx 06 Ausstieg aus InsurTech | UNIQA Group 07 Aufsichtsrat neu aufgestellt | Oberösterreichische Versicherung 07 Klimabündnis-Auszeichnung | Helvetia Versicherung 07 Großer Deal | Zurich Insurance/Schweiz 07 Verstärkung | OVB Allfinanzvermittlung 08 Todesfallabsicherung | Wiener Städtische Versicherung 08 Vorstandswechsel | UNIQA Gruppe 09 Finnland | Allianz/Welt 09 Vertriebsleiter | ARISECUR 09 Vorstand wiederbestellt | FMA 09 Schweizer Deal | Allianz Suisse 10 Ein sportlich herausragendes Jahr | Europäische Reiseversicherung 10 Starker Start ins Jahr 2018 | g&o Gruppe 11 Unterstützung für Le+O | Wiener Städtische Versicherung 11 einfach. klar. helvetia | Helvetia Versicherung 12 Mitglied Zentral und Osteuropa | Generali Versicherung 12 Line Manager | CHUBB Österreich 12 Neues Vorstandsmitglied | ERGO Versicherung 13 Veränderungen | SAFE7 Holding AG 13 Empfang in Wien | SCOR Global Life 13 Bereits über 75 Partner | DIE Maklergruppe

MARKT 16 16 17 17 17 18 18

Bilanzvorschau | ARAG Österreich Marktbereinigung | Vienna Insurance Group Telematik Kompetenz | Zurich Insurance Digitale Signatur | TOGETHER CCA Online Schadenmeldung Weltweite Rückrufrisiken | Allianz Report Virtuelle Währungen | FMA

42 Das neue Jahr

KOLUMNE | KOMMENTAR 15 IFRS 17 – Pragmatische Lösungen sind nicht immer die besten | Christine Kusztrich 20 Marktunabhängige Performance-Bringer und Portfolioabsicherung erforderlich | Michael Kordovsky 32 Fit für 2018 38 Luxusgut Wohnimmobilie | Michael Kordovsky 48 Zielmarktbestimmung nach WAG 2018 | RA Prof. Dr. Christian Winternitz LL.M.

VERANSTALTUNG 14 ÖVM-Forum 2018: „Get Connected“ 36 Absolventenfeier | FAF Fachakademie 36 Ausstellung Hans Glaser | Österreichische Beamtenversicherung

STUDIE 24 Kriterien für die Polizzenüberprüfung („Polizzen-Check“) bei Versicherungskunden | Nedim Redžić BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler 34 Versicherungen müssen Aufgabenbereiche ihrer Finanzvorstände neu definieren | Michael Kordovsky

SCHLUSSPUNKT 50 Vorschau 50 Impressum

Bitte beachten Sie die Beilage der TOGETHER CCA GmbH risControl 01/2018 Heft-Nr.: 463 39. Jahrgang riscontrol 01/18 05


NEWS

Talanx

Dänischer Offshore Windpark

Der Offshore Windpark Borkum Riffgrund liegt in der Nähe der Insel Borkum. Im Jahre 2015 wurde der erste Teil des Windparks, der eine Fläche von 35 km² umfasst, fertiggestellt. Im Einsatz sind 78 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 4 Megawatt und einem Rotordurchmesser von 120 Metern. Nun wird der Borkum Riffgrund 2 gebaut. Der Betrieb

soll im ersten Halbjahr 2019 aufgenommen werden. Talanx führt als Konsortialführer eine Anleihe zur Finanzierung des Windparks Borkum Riffgrund 2. Das Volumen der Objektanleihe beträgt 832 Mio. Euro und es sind unteranderem Investoren wie die DekaBank, Edmond de Rothschild AM's BRIDGE platform, La Banque

Postale Asset Management, NN Investment Partners und die Wiener Städtische Versicherung beteiligt. Die Laufzeit der Anleihe beträgt circa 10 Jahre. "Mit der Finanzierung von Borkum Riffgrund 2 setzen wir unsere Strategie konsequent fort, den Anteil der Infrastrukturinvestments im Anlageportfolio weiter zu erhöhen, um anhaltenden Renditerückgängen durch das Niedrigzinsniveau entgegenzuwirken“, sagt Dr. Immo Querner, Chief Financial Officer der Talanx AG. "Kommendes Jahr erwarten wir im Bereich Infrastrukturinvestments trotz zunehmendem Wettbewerb Neuinvestitionen in Höhe von circa 300 Mio. EUR in Form von Eigen- und Fremdkapital. Perspektivisch halten wir in dem Bereich ein Investitionsvolumen von bis zu fünf Mrd. Euro für machbar", fügt Querner hinzu. Dr. Thomas Mann, Sprecher der Geschäftsführung der Ampega Investment GmbH, ergänzt: "Darüber hinaus freuen wir uns, dass wir erneut als Konsortialführer einer Gruppe institutioneller Anleger viele der Investoren von Gode Wind 1 aber ebenso viele neue Kapitalgeber aus dem In- und Ausland für das Konsortium gewonnen haben. So konnte das höhere Fremdkapital-Volumen im Vergleich zu Gode Wind 1 trotzdem sicher eingeworben werden." Die Anleihe soll als Greenbond zertifiziert werden und damit offiziell das Rating einer nachhaltigen Anleihe tragen.

UNIQA Group

Ausstieg aus InsurTech

Nachdem sich INZMO entschieden hat, die Geschäftstätigkeit von Österreich in die Schweiz zu verlagern, wird sich UNIQA von ihrem Investment in das estnische InsurTech-Startup INZMO, das im Rahmen der Innovations- und Digitalisierungsoffensive eingegangen wurde, wieder trennen. Als neuer Investor und Kooperationspartner kommt nun der Helvetia Venture Fund ins Boot. Über die App werden in Österreich ab sofort keine Versicherungen mehr verkauft, die bestehenden Kunden werden von der UNIQA weiter betreut. „Wir freuen uns über 06 riscontrol 01/18

die positive Wertentwicklung, die INZMO in den Monaten seit unserem Einstieg genommen hat und haben uns aufgrund des attraktiven Angebots für den finanziellen Exit entschieden“, begründet Andreas Nemeth, Head of UNIQA Ventures, den Ausstieg. INZMO kann als Erfolgsmodell für eine Corporate-Startup Partnerschaft gesehen werden. Insgesamt konnte UNIQA nicht nur den Wert des Investments in dieser Zeit deutlich steigern, sondern hat aus der Partnerschaft auch wichtige Erkenntnisse über den Online-Vertrieb gewonnen.

Andreas Nemeth


NEWS

Oberösterreichische Versicherung

Aufsichtsrat neu aufgestellt

Der Aufsichtsrat der Oberösterreichischen Versicherung hat sich neu aufgestellt. Unter dem Vorsitz von Dr. Leo Windtner, der bis Juni 2019 Vorsitzender bleibt, haben KR Mag. Dr. Rudolf Trauner, Ing. Mag. Friedrich Pernkopf und Dr. Georg Starzer den Aufsichtsrat verlassen. Die neuen Mitglieder sind DI Karl Fischer, Geschäftsführer Saatbau Linz, Vizekanzler a.D. Dr. Reinhold Mitterlehner und Mag. Stefan Sandberger, Vorstandsdirektor

Raiffeisenlandesbank OÖ. Auch für die Delegiertenversammlung der Oberösterreichischen Versicherung Vermögensverwaltung ergibt sich eine neue Zusammensetzung. Neue Delegierte sind WKOÖ Präsidentin Mag. Doris Hummer und MMag. Michael Bamminger, Geschäftsführer der Stromvertriebs-GmbH Enamo. DI Karl Fischer und Kurt Reisinger verlassen die Oberösterreichische Versicherung Vermögensverwaltung.

Helvetia Versicherung

Klimabündnis-Auszeichnung

Nach Wien und Graz erhielt nun auch die Vertriebsdirektion Linz nach ihrer Rundumerneuerung die Auszeichnung als Klimabündnis-Betrieb. Im Zuge der Renovierung nach neuesten Umweltstandards wurde die Energieeffizienz gesteigert und das Raumklima verbessert, ebenso wurde ein übergreifendes Energiemonitoring eingeführt. Durch diese Maßnahmen qualifizierte sich nun auch der Linzer Standort für die Prämierung als Klimabündnis-Betrieb. Norbert Rainer, Regionalstellenleiter des Klimabündnis Österreich, erklärte bei der Übergabe des Zertifikats: „Gegenstand der Analyse waren neben den Bereichen Energie, Mobilität und Klimagerechtigkeit auch die strategische Implementierung und Betreuung im Bereich

Nachhaltigkeit und Umweltmanagement. Wir gratulieren zu den hervorragenden Ergebnissen und freuen uns, nun auch den Linzer Standort der Helvetia Versicherung in unserer Klimabündnisfamilie begrüßen zu dürfen.“ „Wir freuen uns über die Modernisierung am Standort Linz, die nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeitenden fördert, sondern auch einen Teil zum Umweltschutz beiträgt“, so Michael Habermeier, Regionalleiter des Exklusivvertriebs in Linz. Für die Helvetia ist das Engagement für die Umwelt kein „Zuckerl“, sondern ein fester Teil der unternehmerischen Verantwortung und eine betriebswirtschaftliche Chance. In den letzten Jahren wurde in Energieeffizienz und Nachhaltigkeit investiert.

Michael Habermeier (RL Exklusivvertrieb), Norbert Rainer (Regionalstellenleiter Klimabündnis), Harald Heinisch (RL Agenturvertrieb), Markus Leibetseder (RL Partnervertrieb) und Gerald Sabath (Umweltbeauftragter, Facility Management) bei der feierlichen Übergabe der Auszeichnung in der Vertriebsdirektion Linz.

Zurich Insurance/Schweiz

Großer Deal

Der schweizer Versicherungskonzern Zurich plant einen Milliarden-Deal in Australien. Nach dem Erwerb des Reiseversicherers Cover More plant CEO Mario Greco nun die Übernahme von Onepath Life. Mit dieser Übernahme, die ein Volumen von über 2 Mrd. Dollar betragen soll, möchte der Versicherungskonzern führender Lebensversicherer in Australien werden. Der Deal mit der Muttergesellschaft von Onepath, der Finanzgruppe ANZ, soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

OVB Allfinanzvermittlung

Verstärkung

Mag. Wolfgang Egger übernimmt mit Wirkung zum 1. Jänner 2018 als Prokurist und Vertriebsdirektor die Leitung der Bereiche Aus- und Weiterbildung sowie Vertriebsentwicklung bei der OVB Allfinanzvermittlungs GmbH. Der studierte Marketingfachmann und Wirtschaftspsychologe verfügt über zwei Jahrzehnte Berufserfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche und im Vertrieb von Finanzprodukten. „Für uns steht Qualität an erster Stelle“, so Hauptgeschäftsführer Markus Spellmeyer. „Dafür wollen wir unsere Prozesse und unseren Allfinanz-Beratungsansatz im Sinne unserer Kunden und Geschäftspartner weiter optimieren. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Wolfgang Egger einen ausgewiesenen Branchen-Profi für unser Unternehmen gewinnen konnten, der uns aufgrund seiner Expertise und langjährigen Erfahrung im österreichischen Markt sowie aus einer Reihe von internationalen Projekten dabei unterstützen wird, unsere Erfolge auszubauen.“ Egger selbst freut sich auf die neue berufliche Herausforderung: „Meine neuen Aufgaben reizen mich sehr – vor allem mit Blick auf die weiteren positiven Entwicklungsmöglichkeiten der jungen und motivierten OVB Vertriebsmannschaften. Meine Verantwortungsbereiche sind wichtige Säulen einer erfolgreichen Positionierung der OVB in einem herausfordernden Marktumfeld.“ riscontrol 01/18 07


NEWS

Wiener Städtische Versicherung

Todesfallabsicherung

Eine Umfrage der Wiener Städtischen Versicherung zeigt, dass neun von zehn Befragten der Meinung sind, dass Hinterbliebene im Ablebensfall durch den Staat nicht ausreichend finanziell abgesichert sind. Auch die Unterstützung durch Angehörige wird von den Österreichern als gering eingeschätzt. Dennoch haben 42 Prozent für den Todesfall (noch) nicht vorgesorgt. Für über ein Fünftel von ihnen kommt der Abschluss einer Risikoablebensversicherung in Frage, wobei sich 20 bis 39-Jährige am interessiertesten zeigen. Vor allem die sehr günstige Prämie überzeugt. Sechs von zehn Befragten sind bereits gegen Ableben abgesichert. Personen mit Kindern und höherem Einkommen haben vergleichsweise häufiger eine Risikoablebensversicherung abgeschlossen. Vor allem Frauen beschäftigen sich eher mit finanziellen Risiken, Männer machen sich mehr Sorgen um die Gesundheit. Auch ein deutlicher Altersunterschied ist zu erkennen: Jüngere Menschen mit Kindern und niedrigem Nettoeinkommen machen sich eher um finanzielle Risiken Sorgen, Ältere beschäftigen sich vorwiegend mit der Gesundheit. Rund ein Drittel der jüngeren Auskunftsgruppen (20 bis 39-Jährige) geben an, sich in naher

Zukunft für den Ablebensfall absichern zu wollen. Die klaren Argumente dafür: Finanzielle Versorgung der Familie und Absicherung von Kreditrückzahlungen. Rund 60 Prozent wollen ihre Familie im Ernstfall finanziell abgesichert sehen, mehr als ein Drittel der Befragten möchte das Familieneigentum bei Kreditrückzahlungen schützen. „Die UmfrageErgebnisse zeigen, dass – gerade bei Jüngeren – das Bewusstsein für eine Absicherung steigt“, resümiert Vorstandsdirektor Hermann Fried.

Mit der Umfrage präsentiert das Unternehmen die neue „Life Backup“-Ablebensversicherung, die Nichtrauchern eine günstigere Prämie und eine Versicherungssumme bis 300.000 Euro bei Beantwortung der Gesundheitsfragen am Antrag unteranderem bietet. Bei Vorlage eines ärztlichen Attests ist eine deutlich höhere Summengrenze möglich. Weiter ist eine gleichbleibende oder fallende Versicherungssumme wählbar und für eine Einzelperson oder für zwei Personen auf Gegenseitigkeit abschließbar.

UNIQA Gruppe

Vorstandswechsel

Durch den Wechsel von Hartwig Löger als Finanzminister in die österreichische Regierung, musste der Vorstand der UNIQA

Peter Humer 08 riscontrol 01/18

Österreich neu geordnet werden. Neuer Vorstandsvorsitzender ist ab sofort Kurt Svoboda, er wird unverändert auch weiterhin die Bereiche Finance & Risk sowohl in der UNIQA Insurance Group AG als auch in der UNIQA International AG verantworten. Neu in den Vorstand von UNIQA Österreich zieht Peter Humer ein, der ab sofort die Vertriebsagenden übernimmt und damit für den angestellten Außendienst, Generalagenturen und den Maklervertrieb von UNIQA Österreich zuständig ist. Zusätzlich zu seiner neuen Aufgabe bleibt Humer auch weiterhin UNIQA Landesdirektor für Salzburg. Die Verantwortung für den Bankenvertrieb trägt unverändert Klaus Pekarek. Der Vorstand von UNIQA Österreich setzt sich künftig wie folgt zusammen:

Kurt Svoboda Kurt Svoboda (CEO, Finanzen und Risiko), Alexander Bockelmann (Digitalisierung), Peter Eichler (Personenversicherung), Peter Humer (Vertrieb-exklusive Bankenvertrieb), Andreas Kößl (Sachversicherung), Erik Leyers (Operations & IT), Klaus Pekarek (Bankenvertrieb), Sabine Usaty-Seewald (Kunde und Markt).


NEWS

Allianz/Welt

Finnland

Der Allianz Konzern beteiligt sich am zweitgrößten finnischen Energieversorger Elenia. Das Konsortium mit der australischen Macquarie Bank, dem staatlichen finnischen Pensionsfonds Valiton Elakerahasto und der Allianz Capital Partners übernehmen Elenia mit einer Verkaufssumme von kolportierten 3,5 Mrd. Euro. Der Energieversorger hat in Finnland einen Marktanteil von 12 Prozent und erwirtschaftete im letzten Jahr einen Gewinn von 168 Mio. Euro.

ARISECUR

Vertriebsleiter

Martin Winkler fungiert seit 1. Jänner 2018 als neuer Vertriebsleiter bei ARISECUR. Er ist für Akquise sowie Schulungen und Weiterentwicklung der bestehenden Partner zuständig. Dies ist vor allem aufgrund der kommenden Veränderungen im Zuge der IDD von großer Bedeutung. „Mit Martin Winkler konnten wir einen absoluten Profi für unser Unternehmen gewinnen“, so Geschäftsführer Andreas Büttner. Der 34-Jährige ist Absolvent der Fachakademie für Finanzdienstleister, geprüfter Vermögensberater und seit dem Jahr 2001 in verschiedenen Positionen im Versicherungsvertrieb tätig. Zuletzt baute er bei UNIQA als Maklerbetreuer eine jahrelange, erfolgreiche Beziehung zu den Partnern von ARISECUR auf.

Helmut Ettl

Klaus Kumpfmüller

FMA

Vorstand wiederbestellt

Die derzeitigen Vorstände der Finanzmarktaufsicht Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller wurden für eine weitere fünfjährige Funktionsperiode beginnend ab 14. Februar 2018 wiederbestellt. Ettl und Kumpfmüller freuen sich, nun ihre im Zuge der Bewerbung zur Wiederbestellung präsentierte Strategie „FMA 2023: Aufsicht transparent, proportional und europäisch“ gemeinsam umsetzen zu können. Dieses Konzept fokussiert die Aufsichtsstrategie auf fünf Schwerpunkte: Integrierte Aufsicht, Prävention, Transparenz, Proportionalität und Digitalisierung. Die „Aufsichtsreform 2017“ ermöglicht es der FMA in spezifischen Aufsichtsfeldern bereits angewandte Instrument der „Pre-Clearence“ auf fast alle Aufsichtsbereiche auszudehnen. Die FMA wird daher künftig in den wesentlichen Aufsichtsfeldern den Beaufsichtigten auf Verlangen vorab verbindliche Rechtsauskünfte zu konkreten praktischen Fragestellungen geben. Die konsequente Umsetzung und Anwendung wird einen wesentlichen Beitrag leisten, Gesetzesverstöße von vornherein zu vermeiden. Überdies soll das Sanktionsregime

künftig viel stärker präventiv wirken als expost ahndend. Insbesondere der europäische Gesetzgeber geht zunehmend vom Konzept effizient abschreckender Strafandrohungen aus. Er gibt daher europarechtlich massiv erhöhte Rahmen für Geldstrafen vor. Ziel ist es folglich, so weit wie rechtlich möglich auf ex-post zu verhängende Bagatelle-Strafen für geringfügige Verstöße zu verzichten, anhaltende und schwere Verstöße jedoch abschreckend zu ahnden. Die Aufhebung des Kumulationsprinzips im Verwaltungsstrafrecht ermöglicht hier überdies eine Fokussierung bei der Sanktionierung von Gesetzesverstößen. Um das Verständnis für regulatorisches und aufsichtliches Handeln zu stärken, wird die FMA nun jährlich eine „mittelfristige Strategie der Aufsicht“ veröffentlichen. Überdies werden künftig die Aufsichts- und Prüfungsschwerpunkte für das kommende Jahr nach Branchen veröffentlicht. Das Begutachtungsverfahren für regulatorische Vorhaben der FMA wird erweitert: Jeder kann zu den Entwürfen Stellung nehmen, zudem wird jede Stellungnahme auf der Website der FMA publiziert.

Allianz Suisse

Schweizer Deal

Martin Winkler

Die Allianz Suisse hat von der ERGO Group AG die Rechtsschutzversicherungstocher DAS Schweiz und die Rechtsschutzversicherungsportfolien von DAS Luxemburg und Slowakei übernommen. Die Prämieneinnahmen der drei ERGO Tochtergesellschaften beliefen sich 2016 auf rund 38 Mio. Euro. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden.

Über die finanziellen Verkaufsdetails wurde Stillschweigen vereinbart. „Mit diesem Schulterschluss wollen wir Wachstumschancen im Nichtlebengeschäft nutzen und unsere Wettbewerbsposition weiter stärken. Damit schaffen wir beste Voraussetzungen für unsere Kunden und sind in diesem Wachstumsmarkt hervorragend positioniert“, ist Severin Moser, CEO der Allianz Suisse, überzeugt. riscontrol 01/18 09


NEWS

Europäische Reiseversicherung

Ein sportlich herausragendes Jahr

Das Jahr 2018 hat einiges im Bereich Sport zu bieten. Die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang, die Fußballweltmeisterschaft in Russland, die HandballEuropameisterschaft in Österreich und Kroatien und die Rad-Straßen-Weltmeisterschaft in Tirol im Herbst. Natürlich gibt es noch unzählig weitere interessante, sportliche Veranstaltungen. Das Österreichische Olympische Comité hat seine Kooperation mit der Europäischen

Reiseversicherung bis zum Jahr 2020 verlängert, die Zusammenarbeit umfasst zehn olympische Veranstaltungen. Bei allen Veranstaltungen steht dem ÖOC die Notfallzentrale der Europ Assistance rund um die Uhr zur Verfügung. Bei einem gemeinsamen Pressetermin wurde das Erfolgsprojekt das Austria House in Pyeongchang vorgestellt. Auf zwei Stockwerken und einer Fläche von 1.200 m² wurde mit zahlreicher Hilfe von Premium Partnern das Austria House erbaut.

Generalsekretär Peter Mennel und Mag. Wolfgang Lackner, Vorstandsvorsitzender Europäische Reiseversicherung,

Vom stilvollen Veranstaltungs-Ambiente für Abend-Empfänge, Gala- und TourismusAbende, Backstube, Großküche und Bar über Welcome Area, Kamin-Lounge, ORF-Studio, Pressekonferenz-Raum bis hin zu MedienArbeitsplätzen. Darüber hinaus wird es – wie schon in London, Sotschi und Rio – einen öffentlich zugänglichen Außenbereich geben, mit dem Ziel, für Österreich als Tourismusund Wirtschaftsstandort zu werben. Serviert werden Glühwein, Kaiserschmarren und Schnitzel – zwei Schneekanonen garantieren rund um die Uhr und temperaturunabhängig alpines Ambiente. Um die Verpflegung zu gewährleisten wurden alleine zwei Tonnen Käse, 1,5 Tonnen Kärntner Speck und Schinken nach Südkorea verschifft. Einige interessante Zahlen zu den Olympischen Winterspielen: Es sind während der Spiele 22.400 freiwillige Helfer im Einsatz, es gibt 13 Wettkampfstätten auf insgesamt fünf verschiedenen Standorten. Südkorea hat sich bereits dreimal als Veranstaltungsland beworben, 3.000 Athleten mit 3.500 Betreuern aus insgesamt 95 Nationen werden erwartet. Die Wettbewerbe werden an 18 Tagen stattfinden und neu ins Olympische Programm wurden Mixed Teamwettbewerb Ski Alpin, Massenstart Eisschnelllauf, Big Air Snowboard und Mixed Doppel Curling aufgenommen.

g&o Gruppe

Starker Start ins Jahr 2018

Am 1.12.2017 konnte die Arno Winter GmbH, Salzburg, als neuer Partner gewonnen werden und mit 1.1.2018 begrüßt g&o weitere Partner aus Wien (RieVers GmbH), aus Graz (Brandner Versicherungsmakler) und aus Innsbruck (Wyk Versicherungsmakler). Als Gründungsmitglieder des 4mal4 Maschinenversicherungsservice ist es diesen neuen Partnern gelungen, österreichweite Präsenz und flächendeckendes Know How mit den Branchenkollegen zu positionieren. Spezialisiert sind die neuen g&o Kooperationspartner seit vielen Jahren auf den Bereich technische Versicherungen, Maschinenbruchversicherungen, Garantiever10 riscontrol 01/18

längerungen und Elektronikversicherungen. Entscheidende Gründe für einen Beitritt zur g&o Gruppe fasst Herr Mag. Alexander Wyk zusammen: „Die bevorstehende Umsetzung der DSGVO und IDD können in einer größeren Einheit effizienter umgesetzt werden. Derartige Herausforderungen sind für einen Einzelmakler mühsam und zeitaufwendig. Einzelne Maklerbüros werden für die Versicherungsunternehmen zukünftig immer mehr an Bedeutung verlieren. Überzeugt hat uns das gut abgestimmte Gesamtangebot der g&o Gruppe und die überschaubare Größe, die jene von anderen Gruppierungen noch nicht erreicht hat.“

Ing. Mag. Herbert Orasche "Mittelgroße Versicherungsmakler österreichweit für die g&o Gruppe zu gewinnen, das ist für uns das gesetzte Ziel im Jahr 2018", so Ing. Mag. Herbert Orasche, Gründungsmitglied und Geschäftsführer.


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Wiener Städtische Versicherung

Unterstützung für Le+O

Le+O – Lebensmittel und Orientierung – rettet Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden, aber noch genießbar sind und bringt sie Notleidenden. Für die Verteilung der Waren an Armutsbetroffene in Wien und Niederösterreich werden Fahrzeuge benötigt, eines davon stellt der Wiener Städtische Versicherungsverein zur Verfügung. Die KFZ-Versicherung des Fahrzeugs übernimmt die Wiener Städtische Versicherung, die die Caritas ebenfalls seit vielen Jahren unterstützt. „Mit der Caritas verbindet uns eine jahrzehntelange, enge Partnerschaft, und wir freuen uns, durch unsere Unterstützung jenen unter die Arme greifen zu können, denen es nicht so gut geht“, erklärt Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins.

Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins und Mag. Robert Lasshofer, Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung

Helvetia Versicherung

einfach. klar. helvetia

Mit 1. Jänner 2018 startete die Helvetia Versicherung ihren neuen Werbeauftritt in Österreich. Das Herzstück sind geschriebene Dreiklänge, schwarz auf weiß, die beim Publikum Bilder hervorrufen und ein klares Versprechen ausdrücken. Der neue Werbeauftritt erzählt Kurzgeschichten in drei Worten, die individuell auf jede Lebenssituation und das dazu passende Versicherungs- oder Vorsorgeprodukt zugeschnitten werden können. Gleichzeitig

eignen sie sich auch für das Recruiting, die interne Kommunikation oder für Sponsoring-Aktivitäten. „Durch die geschriebenen Dreiklänge entstehen Bilder im Kopf, die uns helfen, unsere Botschaften einfach und klar zu vermitteln. Der erste Teil des Dreiklangs steht für das Thema, der mittlere Teil für die Herausforderung und der letzte Teil für die Lösung“, erklärt Karin Lang, Leiterin Marketing bei Helvetia Österreich, die Grundidee hinter dem neuen Werbeauftritt, der von

der österreichischen Agentur PKP BBDO entwickelt worden ist. Helvetia handelt agil, innovativ und kundenzentriert – sprich: Sie bietet einfache und klare Lösungen. Diese Positionierung spiegelt der neue Markenauftritt wider. Oder wie es nun heißt: einfach. klar. helvetia. «einfach» ist das erste Versprechen: Helvetia macht die komplexe Versicherungswelt einfacher – verständlicher, näher und zugänglicher. «klar» ist das zweite Versprechen: Helvetia bietet kurze Wege – für individuelle, optimale und transparente Lösungen. «helvetia» ist die Antwort auf alle Fragen rund um Versicherung und Vorsorge und fordert dazu auf, den nächsten Schritt zu gehen – für eine einfache, klare Lösung. Der Dreiklang «einfach. klar. helvetia» ergänzt ab sofort das bekannte Dreiecks-Logo von Helvetia. Dieser Markenclaim fungiert als kommunikative Klammer, die den Markennutzen von Helvetia werbewirksam zu Kunden und Vertriebspartnern transportiert: Helvetia steht für Convenience, Transparenz und Fairness, umfassende Versicherungskompetenzen und verkörpert Schweizer Werte wie Verlässlichkeit und Fortschritt. riscontrol 01/18 11


NEWS

Generali Versicherung

Mitglied Zentral und Osteuropa

Die Generali Österreich wurde mit Wirkung 1. Jänner 2018 Mitglied der Generali Region Zentral- und Osteuropa. Bisher war Österreich der Region EMEA (Europe, Middle East, Africa) zugeordnet. In Zukunft wird das CEE Regional Office für elf Länder zuständig sein, in denen die Generali Group mit mehr als 16.000 Mitarbeitenden ein Prämienaufkommen von 6 Mrd. Euro erwirtschaftete (2016). Seit 2013 wird das CEE Regional Office von Luciano Cirinà als CEE Regional Officer und CEO der Generali CEE Holding B.V. mit operativem Sitz in Prag geleitet. Österreich ist mit zwei Mitgliedern im Führungsgremium der Generali CEE Holding

vertreten. Zusätzlich zu ihren Agenden als Mitglied des Vorstandes bzw. der erweiterten Geschäftsleitung in Österreich werden Walter Kupec als CEE Chief Insurance Officer und Thomas Plank als CEE Chief Operations Officer das Executive Committee der Generali CEE Holding verstärken. Miroslav Singer, ehemaliger Gouverneur der Tschechischen Nationalbank und nunmehriger Director for Institutional Affairs und Chief Economist der Generali CEE Holding sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der Česká pojišťovna, wird mit Wirkung vom 1. Jänner 2018 ebenfalls Mitglied des Executive Committee der Generali CEE Holding. Außerdem wird László Ilics als

Walter Kupec Chief Distribution Officer unter Beibehaltung seiner Funktionen bei der Generali Ungarn in das Executive Committee berufen.

CHUBB Österreich

Line Manager

Mag. Christian Cenčič (37) hat mit Wirkung zum 1. Jänner 2018 die Rolle des Line Managers für den Bereich Haftpflichtversicherungen (Casualty) bei Chubb in Wien übernommen. Mag. Christian Cenčič wird das bestehende Portfolio weiter ausbauen sowie die Entwicklung neuer Versicherungslösungen und -produkte vorantreiben. Cenčič verfügt über insgesamt zwölf Jahre Erfahrung in der Versicherungsbranche und war zuvor bei der

Mag. Christian Cenčič Donau Versicherung AG als Produktverantwortlicher für die gewerbliche Haftpflicht

tätig. Seine Karriere startete er beim Versicherungsmakler VMG. „Wir freuen, uns mit Herrn Mag. Christian Cenčič einen erfahrenen Haftpflicht-Experten gewonnen zu haben, der mit seinen Markt- und Fachkenntnissen sowie seiner Serviceorientierung den Fachbereich weiter konsequent ausbauen wird", erläutert Walter Lentsch, Country President und Hauptbevollmächtigter der Chubb in Österreich.

ERGO Versicherung

Neues Vorstandsmitglied

Mag. Christian Noisternig wird ab Anfang April dem Vorstand der ERGO Versicherung als Vertriebsvorstand angehören. Der Vertrag von ERGO Vorstandsmitglied Walter Kralovec ( Jahrgang 1955), verantwortlich für Marketing, Vertrieb für Bank Austria/UniCredit, VFG, BACAVD und Vertriebsservice & -controlling, läuft mit Ende März 2018 aus und wird im beiderseitigen Einvernehmen nicht verlängert. „Ich freue mich, dass wir mit Mag. Christian Noisternig einen Experten gewinnen konnten, der die komplexen Aufgaben des Versicherungsvertriebs der ERGO in Österreich aus einer Hand steuern wird. Durch seine 12 riscontrol 01/18

Erfahrung bei der Neustrukturierung und Steuerung von Vertriebsorganisationen und der Nutzung von Synergieeffekten ist er die ideale Besetzung für diese Position“, ist Dipl.-Ök. Thomas Schöllkopf, Vorstandsvorsitzender der ERGO Austria International AG, überzeugt. Mag. Christian Noisternig, geboren 1972 in Wien, ist studierter Jurist und seit 20 Jahren in verschiedenen leitenden Funktionen in der Bankbranche tätig (Vertrieb Privat- und Geschäftskunden, Risikomanagement, Finance und Treasury). Zuletzt verantwortete er als Bereichsvorstand das Österreich-Geschäft für Privatkunden, Geschäftskunden und freie

Mag. Christian Noisternig Berufe der UniCredit Bank Austria AG. Zudem nimmt Mag. Christian Noisternig auch einige Aufsichtsratsmandate als Vorsitzender bzw. als Mitglied wahr.


NEWS

SAFE7 Holding AG

Veränderungen

Das neue Jahr bringt Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat bei der SAFE7 Holding AG. Franz Meingast, MBA, 58 Jahre ist mit Anfang Jänner 2018 vom Aufsichtsratsvorsitzenden in den Vorstand der Safe 7 Holding AG gewechselt, wo er den Vorstandsvorsitz übernimmt. Der gebürtige Welser war zuletzt als Vorstand bei der UNIQA Österreich für das gesamte Vertriebsmanagement zuständig. Zuvor war er in der Wüstenrot Gruppe und in der Generali Versicherung für die Vorstandsbereiche Vertrieb und Marketing verantwortlich. Zudem war er davor in leitenden Positionen

für die Wiener Städtische Versicherung tätig. Er verfügt somit über ein umfassendes Knowhow und viel Erfahrung in der heimischen Versicherungsbranche. Wilhelm Brandstetter, bisher Vorstand der Safe7 AG, wechselt mit 1.1.2018 in den Aufsichtsrat wo er den Vorsitz übernimmt. Der Aufsichtsrat der Safe 7 Holding AG: „Wir freuen uns Herrn Franz Meingast als Vorstandsvorsitzenden gewonnen zu haben und sind überzeugt, dass wir mit seiner Vertriebskompetenz und seinem Know-How für unsere Idee genau die richtige Person gefunden haben.“

Franz Meingast, MBA

keiten eine hervorragende Möglichkeit des gesellschaftlichen Austausches. Insbesondere die aktuelle, über die Landesgrenzen von Österreich hinaus gefeierte Raffael-Ausstellung bot mit den vielen einzigartigen und selten so zusammen ausgestellten Werken des bedeutenden Meisters der Hochrenaissance interessante Anknüpfungspunkte zum gegenseitigen Austausch. Nach einer fachkundigen inhaltlichen Einführung durch den Kurator der Ausstellung, Dr. Achim Gnann, bot sich den

Teilnehmern die besondere Gelegenheit einer exklusiven Führung in Kleingruppen außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Im Anschluss genossen die Gäste ein ausgezeichnetes Menü und konnten sich abseits des Büroalltags zu aktuellen Themen der Lebensversicherung austauschen. Die anwesenden Vertreter der SCOR Global Life, Michael Kutzer, Mario Kasper, Bettina Zwissler, Bernd Müller und Andreas Holle begleiteten die Gäste durch den interessanten und stimmungsvollen Abend.

SCOR Global Life

Empfang in Wien

Der Lebensversicherer SCOR Global Life lud in Wien zu einem Empfang in die Albertina ein. Michael Kutzer und Mario Kasper begrüßten die geladenen Gäste und formulierten in ihrer Eröffnungsrede das starke Bekenntnis zum österreichischen Versicherungsmarkt. Mit einem weitreichenden Support aus dem Kölner Headquarter wird SCOR Global Life deren Leistungsspektrum am österreichischen Markt erweitern. Die Albertina bot nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Räumlich-

DIE Maklergruppe

Bereits über 75 Partner

DIE Maklergruppe ist in den vier Jahren seit ihrer Gründung rasant gewachsen: Mit Abschluss des Jahres 2017 verfügt man bereits über mehr als 75 Standorte österreichweit. Vor allem in den letzten Wochen konnte DIE Maklergruppe zahlreiche neue Partner gewinnen. Trotz dieses raschen Wachstums war es den beiden Geschäftsführern Matthias Lindenhofer und Rainer Vogelmann immer ein großes Anliegen, jeden Partner vor der Aufnahme in die Gruppe vor Ort anzusehen und das Erfüllen der selbst auferlegten Qualitätskriterien persönlich zu überprüfen. Die Gründe für die starke Expansion seit 2013 liegen laut

den Geschäftsführern auf der Hand: DIE Maklergruppe hat die richtigen Antworten auf die vielen Fragen, die in naher Zukunft mit der neuen IDD und der DatenschutzGrundverordnung auf die Branche zukommen werden. Durch die Kunden-App und das Brokerportal als Drehscheibe zwischen Kunde, Makler und Versicherung bietet die dynamische Gruppierung in Österreich außerdem ein System aus einem Guss an. Auch eine IDD konforme Beratung ist durch den Einbau von innovativen, digitalen Risikoanalysen mit automatisch generiertem Deckungskonzept und einer vollautomatischen elektronischen Dokumentation eines jeden Vorgangs bereits jetzt

gewährleistet. Die laufenden Entwicklungen finden stets in enger Zusammenarbeit mit dem exklusiven Technologiepartner „wefox“ statt. Die Zufriedenheit aller ist natürlich auch Basis für das stetige Wachstum der Maklergruppe, wurden doch einige neue Maklerbüros über Empfehlungen von bestehenden Partnern in die Gruppe aufgenommen. „Wir betreiben für unsere Partner auch das notwendige Online-Marketing sowie diverse Social Media Kampagnen. So ist garantiert, dass die Maklerbüros auch in Zeiten der Digitalisierung am Markt stets präsent bleiben“, beschreiben die Geschäftsführer der Maklergruppe ihr Konzept. riscontrol 01/18 13


VERANSTALTUNG

ÖVM-Forum 2018: „Get Connected“ Die Zukunft des Versicherungsvertriebs steht im Mittelpunkt des ÖVM-Forums vom 11. und 12. April 2018 in Design-Center Linz. Im größeren Rahmen werden erstmals auch Versicherungsagenten und Vermittler eingeladen, sich über die bevorstehenden Herausforderungen auszutauschen.

Wer im Vertrieb 12. Assekuranz Award mehr weiß und das abrufbare Wissen Austria besser verwertet, ist im Job und auch beim Auf dem ÖVM-Forum in Linz Kunden besser dran, wird der Assekuranz Award und damit eher erAustria zum zwölften Mal folgreich. Auf dem 11. ÖVM-Forum vergeben. Grundlage für stellt der Österreidie Auszeichnung sind die chische VersicheErgebnisse einer Befragung rungsmaklerring von knapp 4.000 heimischen (ÖVM) daher neue Versicherungsmakler/ Informations- und Ser vice-Angebote innen, die bis Ende Jänner in den Mittelpunkt 2018 abgeschlossen wird. und macht damit In diesem Jahr werden die deutlich, dass es in besten Versicherungen in den Zukunft mehr denn Sparten Berufsunfähigkeit, je um Fachwissen und Praxis-Know-how, Krankenversicherung, aber weiter um perAblebensversicherung, sönliche Ansprache Leben (fondsgebunden), und professionelle Unfallversicherung, Haushalt/ Präsenz beim KunEigenheim und Rechtsschutz den geht. Das Motto "Get (privat) ausgezeichnet. Connected" unterstreicht die Bedeutung der wachsenden Vernetzung, techno- 2. Weiterbildung >> logisch ebenso wie auf persönlicher Ebene, Die Versicherungsaber auch die Vernetzung zwischen unter- akademie der Zuschiedlichen Vertriebsformen und -systemen. kunft Daher wird das ÖVM-Forum als Plattform zum Erfahrungsaustausch für den gesamten Der Makler als Discounter, TreuhänVersicherungsvertrieb geöffnet. Schon heute stellt sich die Frage: Wie werden der oder Kompass? Versicherungsunternehmen in zwanzig Jahren Oder alles in einem? arbeiten, und wie werden Makler, Agenten, Die Zukunft ist nur Vermittler und Berater künftig verkaufen, bewältigbar, wenn mit welchen Hilfsmitteln und mit welchen die Aus- und WeiVorgaben? Wie werden die unterschiedlichen terbildung dafür Systeme arbeiten und zusammenarbeiten? Was funktioniert. Makmuss heute schon getan werden, um morgen ler wie Berater und erfolgreich zu sein? Mit drei Themen werden Versicherungsagen14 riscontrol 01/18

sich die Vortragenden auseinandersetzen: 1. Digitalisierung >> Das Maklerbüro der Zukunft Die Kundenakte in der Hosentasche, die App als Arbeitsmittel und der Multiple Choice Automat anstelle des Beraters – so lautet die Prognose des Trendforschers Volker P. Andelfinger. Wie sieht die Zukunft wirklich aus? Kommt ein "Uber" im Versicherungsvertrieb und stellt alle Prozesse auf den Kopf? Ersetzt die Digitalisierung Makler und Berater? Welche Rolle spielen Makler dann?

ten müssen Trends erkennen und handeln. Die Österreichische Versicherungsakademie (ÖVA) liefert Orientierung und die Werkzeuge dazu, auf der Messe gibt es alle Weiterbildungsinformationen. 3. Business >> Österreichs erfolgreichste Deckungskonzepte Etwa 100 Konzeptmakler gibt es in Österreich, und das Angebot wächst weiter. Auf dem ÖVM-Forum können sich Interessierte einen Überblick verschaffen und neue Kontakte knüpfen. Hier stellen Österreichs erfolgreichste Konzeptmakler ihre Deckungskonzepte vor. Aber auch die großen Maklervereinigungen werden sich präsentieren und über die Konditionen für neue Partner informieren. Fazit: Das ÖVM-Forum 2018 wirft einen Blick in die Zukunft des Versicherungsvertriebs. Die Fragen und Antworten sind für Makler ebenso interessant wie für Berater, Vermittler, Agenturen und Versicherungsdienstleister. Hier informieren Top-Speaker und Verkaufstrainer, innovative Versicherer, Agenturen und Maklerbüros über ihre "Get Connected"-Rezepte. http://www.oevmforum.at

Vor zwei Jahren war ORF-Journalist Hanno Settele als Top-Speaker zu Gast.


KOMMENTAR

IFRS 17 – Pragmatische Lösungen sind nicht immer die besten Christine Kusztrich, geschäftsführende Partnerin bei Q_PERIOR in Österreich

Mit IFRS 17 wird erstmals eine weltweit einheitliche Grundlage für die Bilanzierung von Versicherungsverträgen geschaffen. Der neue Standard betrifft vor allem kapitalmarktorientierte Versicherungsunternehmen, die ihre Berichte bislang nach nationalem Recht anfertigen. Über Ländergrenzen hinweg entsteht somit eine größere Transparenz und Vergleichbarkeit. Das International Accounting Standards Board (IASB), das sich für IFRS 17 verantwortlich zeichnet, schafft so wichtige Voraussetzungen, damit das Vertrauen in die Versicherungsbranche wächst.

guter Schritt sein, der jedoch nicht ohne den Blick auf Harmonisierung und Integration der Lösungen erfolgen sollte. Fakt ist nämlich: IFRS 17 wird nicht die letzte regulatorische Hürde bleiben. Wenn Versicherungen sich nicht von einem regulatorischen Großprojekt zum nächsten hanteln wollen, müssen sie sich über kurz oder lang von ihren heterogenen IT-Landschaften verabschieden. Diese sind nicht nur inflexibel und ineffizient, sie halten den neuen Anforderungen bezüglich Qualität, Granularität und Geschwindigkeit der Datenaufbereitung nicht stand.

Die österreichischen Versicherungsunter- Zeit für eine nachhaltige Lösung nehmen befassen sich schon länger mit den Auswirkungen von IFRS 17 – positiv wie Vergleicht man zum Beispiel die benötigten negativ. In der jetzigen Situation, in der Daten zur Erstellung von Solvency II, IFRS viele Versicherer noch am Anfang der Um- und einer kennzahlenorientierten Steuesetzung stehen, wird IFRS 17 vor allem als rung, so wird man eine Überschneidung von über 60 Prozent enormer Kraftakt feststellen. Allein wahrgenommen. Statt eine weitere diese Zahl verdeutÄhnlich wie es Solkurzgesprungene licht, dass getrennte vency II auch war. Sonderlösung zu bauen, Umsetzungen und Denn bereits bei technische Lösunder Umsetzung von die dennoch kostspielig gen keine ideale Solvency II wurden ist, sollten die betroffenen Antwort darstellen. die bestehenden Versicherer IFRS 17 als Chance Statt eine weitere Finanzsysteme mit verstehen, um sich jetzt mit kur zgespr ungene viel Aufwand erweieiner integrierten Finanz- und Sonderlösung zu tert. Nun folgt mit bauen, die dennoch IFRS 17 das nächste Risikoarchitektur auf die kostspielig ist, solllangwierige UmsetZukunft einzustellen. ten die betroffenen zungsprojekt, das Versicherer IFRS 17 in den kommenden Jahren sehr viele Ressourcen binden wird. als Chance verstehen, um sich jetzt mit einer Schließlich sind nicht nur das Rechnungs- integrierten Finanz- und Risikoarchitektur wesen und das Aktuariat von dem neuen auf die Zukunft einzustellen. Basis dafür ist Standard betroffen, sondern auch weitere eine Harmonisierung und Integration aller relevanten Finanz- und Risiko-Daten. Unternehmensbereiche. Schon jetzt kursieren Tipps, möglichst pragmatisch an das Thema heranzugehen Mit dem Schritt in Richtung zentraler Daund Ansätze aus den Solvency II Projekten tenhaushalte und integrierter Architekturen bestmöglich zu nutzen. Das kann ein erster schaffen Versicherer eine neue Handlungs-

fähigkeit, Flexibilität und Effizienz, da gleiche Informationen nicht immer wieder getrennt erstellt, prozessiert, aufbereitet und dem jeweiligen Fachbereich zur Verfügung gestellt werden müssen. Dadurch werden wichtige Akteure im Unternehmen enorm entlastet. Dies ist ein Aspekt, der bei den Lösungsdiskussionen im Rahmen von IFRS 17 nicht vernachlässigt werden sollte. Schließlich hat die Vereinheitlichung von Finanz- und Risikosystemen und der Aufbau integrierter Architekturen eine strategische Auswirkung. Die Rolle der Finanzabteilung im Unternehmen verändert sich nämlich. Weg von der vergangenheitsorientierten Kontrollfunktion hin zur strategischen Entscheidungsunterstützung für die Fachbereiche und das Management. Dies erlaubt den Akteuren den Blick wieder nach vorne zu richten und zukunftsorientierte Simulationen für wichtige Geschäftsentscheidungen aufzuzeigen anstatt den regulatorischen Zwängen hinterherzurennen. risControl 01/18 15


MARKT

ARAG Österreich

Bilanzvorschau

ARAG Österreich steuert auf ein starkes Geschäftsjahr 2017 zu. Der Wachstumsschub basiert nach Ansicht der Geschäftsführung unter anderem auf der konsequenten Umsetzung von kritisch-konstruktivem Feedback der unabhängigen Vermittler und insbesondere dem ARAG-Maklerbeirat. Hierbei lag großes Augenmerk auf Service- und Produktqualität. Die aktuelle Hochrechnung weist eine um 4,6 % gestiegene Bestandsprämie per Ende 2017 in Höhe von etwa 61,6 Mio. Euro auf. Das reine Neugeschäft wird um 21,8 % höher ausfallen als im Jahre 2016 und wird 5 Mio Euro betragen. Das voraussichtliche EGT beträgt 18,1 Mio. Euro (Vorjahr 22,6 Mio. Euro). Hierbei entfallen 15,4 Mio. Euro auf das versicherungstechnische Ergebnis bei einer voraussichtlichen Combined Ratio von 74,3 %. Die Gesamtschadenreserve in Höhe von 128,8 Mio. Euro wird aufgrund der guten Schadenentwicklung gegenüber dem Vorjahr um 2 Mio. Euro um 1,5 % zurückgehen. Das Erfolgsrezept resümiert CEO Dr. Matthias Effinger wie folgt: „Wir haben in den letzten Jahren konsequent das kritisch-konstruktive Feedback unserer unabhängigen Vertriebspartner und des ARAG-Maklerbeirates umgesetzt. Dabei haben wir die Prozesse jeweils möglichst kosteneffizient gestaltet“. Als Beispiele führt Dr. Effinger auf: Proaktive Kommunikation

Die Geschäftsführung der ARAG SE Direktion für Österreich (v.l.n.r.: Dr. Matthias Effinger, Birgit Eder, Alexander Plank) resümiert: „Dank unserer hochengagierten Belegschaft sowie der exzellenten Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern konnten wir 2017 wieder sehr gute Ergebnisse erzielen und blicken optimistisch in die Zukunft.“ mit Vertriebspartnern rund um die Schadenerledigung und den Offerteprozess (u.a. „push mails“), Einführung diverser innovativer Produkt-Features – u.a. im Bereich Strafrechtsschutz oder durch einen digitalisierten Inkasso-Prozess, gute Zusammenarbeit mit der Schlichtungsstelle, optimierte telefonische Erreichbarkeit, Vereinfachung/Digitalisierung des Konvertierungsprozesses, aktive Terminbegleitung im Betriebsbereich und vieles mehr. Mit der aktuellen Produktanpassung (per Januar 2018) werden auch Vorschläge aus dem Maklerbeirat umgesetzt, die ARAG zuerst skeptisch sah. So wird zum Beispiel

die Streitwertuntergrenze von 200 Euro im allgemeinen Vertragsrechtsschutz wegfallen oder der Strafrechtsschutz um die Grundabsicherung erweitert. „Die tiefe Expertise und Marktkenntnis unseres Maklerbeirates und entsprechende Umsetzung hat unseren Erfolg beflügelt. Wir sind unseren Beiräten sehr dankbar.“ so Effinger. Für 2018 bleibt ARAG optimistisch: „Wir werden unseren eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Ausgezeichnete Service- und Produktqualität kombiniert mit unserer hochengagierten Belegschaft sind für den Erfolg entscheidend“, erklärt die Geschäftsführung.

Vienna Insurance Group

Marktbereinigung

Prof. Elisabeth Stadler 16 riscontrol 01/18

Die Vienna Insurance Group fusioniert sowohl in Kroatien als auch in der Tschechischen Republik Konzerngesellschaften. In beiden Ländern soll damit der Bankenvertrieb gestärkt werden. Der kroatische Bankenversicherer Erste osiguranje wird unter Vorbehalt der Zustimmung der lokalen Behörden voraussichtlich Ende April 2018 mit der Wiener osiguranje verschmolzen. Mit 1. Jänner 2019 ist die Verschmelzung der Konzerngesellschaften Kooperativa pojišťovna und Pojišťovna České spořitelny (PČS) in der Tschechischen Republik geplant. „Aufgrund der sehr guten und langjährigen strategischen Partnerschaft unserer beiden Gesellschaften Kooperativa

und Pojišťovna České spořitelny mit der Erste Group-Tochtergesellschaft Česká spořitelna nehmen wir einen bedeutenden Stellenwert im Bankversicherungsgeschäft auf dem tschechischen Markt ein. Diesen wollen wir vor allem durch die Forcierung im Nichtlebensgeschäft weiter ausbauen“, erklärt Prof. Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der Vienna Insurance Group. Die Kunden der tschechischen Česká spořitelna werden vom erweiterten Produktangebot – vorwiegend im Nichtlebensbereich – profitieren. Verbunden damit sind auch die Ziele, eine verstärkte Kundenbetreuung in diesem Bereich und eine Vereinfachung von administrativen Prozessen zu erreichen.


MARKT

Zurich Insurance

Telematik Kompetenz

Der Versicherungskonzern hat das in Hong Kong beheimatete Telematik Unternehmen Bright Box gekauft. Das Unternehmen verkauft Telematik Lösungen, die Fahrer mit ihrem Fahrzeug und die Fahrzeuge mit Autohändlern und Erstausrüster verbinden. Mit

der Übernahme will der Versicherer die eigene technologische Kompetenz rund um das vernetzte Fahrzeug erhöhen und Dienstleistungen rund um die Mobilität ausbauen. Bright Box unterhält bereits Geschäftsbeziehungen zu führenden globalen Erstausrüstern und ei-

nem breiten Netzwerk an Autohändlern. Die Lösungen von Bright Box decken die volle Bandbreite an vernetzter Fahrzeugtechnologie ab: Cloud IT-Plattformen, Mobile- und Web-Applikationen, Hardware sowie die Konnektivität zwischen den einzelnen Lösungen.

TOGETHER CCA

Digitale Signatur

Ab sofort arbeitet TOGETHER CCA mit sendhybrid, dem Spezialisten für digitale Signaturen zusammen. „Durch die Kooperation mit sendhybrid und die Integration von hybridSign in alle unsere Produkte, bieten wir unseren Kunden einen bruchfreien, digitalen Prozess um dem Vermittler wieder mehr Zeit für die eigentliche Kundenbetreuung zu geben“, sagt Ing. Mag. Gerhard Schuster, CEO. Als Spezialist für die sichere, hybride Dokumentenverarbeitung hat sendhybrid eine flexible Unterschriftenlösung entwickelt, die es ermöglicht, Verträge und andere Schriftstücke orts- und technologieunabhängig elektronisch zu signieren. „Kunden der TOGETHER CCA profitieren von hybridSign, weil spezielle Endgeräte oder mobile Drucker und Scanner für einen sofortigen Vertragsabschluss am Point-of-Sale nicht mehr nötig sind“, erläutert Oliver Bernecker, MSc., Geschäftsführer der sendhybrid ÖPBD GmbH. Bereits jetzt werden Lösungen von sendhybrid auch von großen österreichischen Versicherungen eingesetzt. Unterschriften

Dipl.-Ing. Peter Straka, Produkt Owner TOGETHER, Ing. Mag. Gerhard Schuster, CEO, und Dr. Georg Steinort, COO TOGETHER CCA sowie Oliver Bernecker, MSc. und DI Peter Danner, Geschäftsführer und Gründer von sendhybrid werden innerhalb vordefinierter, rollenbezogener Unterschriften-Felder gesetzt, die im Zuge der Dokumentenerstellung aufgebracht wurden oder können als Ad-Hoc-Signatur an beliebiger Stelle hinzugefügt werden. Damit ist es möglich, einen durchgängigen digitalen Prozess abzubilden und so etwa Verträge von der Erstellung bis hin zur finalen Unterschrift vollständig elektronisch zu belassen ohne auf ausgedruckte Exemplare ausweichen zu

müssen. Das erhöht die Praktikabilität und reduziert den Administrationsaufwand für den Kunden. sendhybrid stellt eine All-in-OneKombination von elektronischen Unterschriften aller anerkannten Signatur-Qualitäten zur Verfügung. Mit digitalen Unterschriften aus hybridSign erlangen Kunden sofort adäquate Rechtsicherheit. Die qualifizierte Signatur bestätigt eindeutig die Identität des Signierenden und die Unversehrtheit eines Dokuments.

Online Schadenmeldung In Zukunft wickelt die Niederösterreichische Versicherung ihre Schadenmeldungen über die TOGETHER Plattform ab. „Mit unserer Plattform stellen wir Versicherungen und ihren Vertriebspartnern eine State-of-the-Art-Lösung für die elektronische Geschäftsfallabwicklung zur Verfügung, die sich am österreichischen Markt seit vielen Jahren bewährt hat. Die Niederösterreichische Versicherung konnten wir bereits

letztes Jahr als Kunden gewinnen. Nun freuen wir uns, dass mit der Implementierung der Schadenmeldung ein weiterer Meilenstein in Richtung vollelektronischer Abwicklung gesetzt wurde“, erläutert Ing. Mag. Gerhard Schuster, CEO von TOGETHER CCA. „Unser Anliegen war es, auf die Bedürfnisse der Makler verstärkt einzugehen und unsere Serviceleistungen entsprechend anzupassen. Die Bereitstellung der OMDS

Daten für Maklerpartner wurde sehr positiv vom Markt aufgenommen – die OnlineSchadenmeldung war daher der logische nächste Schritt. Damit stellen wir unsere hohe Serviceorientierung unter Beweis und ermöglichen eine größere Effizienz in der Zusammenarbeit und eine schnellere Bearbeitung der Schäden“, erklärt Mag. Bernhard Lackner, Vorstandsdirektor der Niederösterreichischen Versicherung AG. risControl 01/18 17


MARKT

Allianz Report

Weltweite Rückrufrisiken

Das Risiko für Produktrückrufe ist weltweit erheblich gestiegen. Im Zeitraum von 2012 und dem ersten Halbjahr 2017 wurden in einer Studie des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty insgesamt 367 Produktrückrufaktionen aus 28 Ländern und in 12 Branchen untersucht. Wirft man einen Blick auf die einzelnen Branchen, so war die Automobilindustrie mit 42 Prozent der Schäden am meisten von Rückrufaktionen betroffen, noch vor der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (18 Prozent) und Haushaltsgeräten (10 Prozent). Auch bezogen auf die Schadenhöhe liegt die Automobilindustrie mit 71 Prozent klar an der Spitze, auf Platz 2 rangiert die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (16 Prozent), der IT-/Elektroniksektor (3 Prozent) landet auf Platz 3. Die Hauptursache für Rückrufe ist – quer über alle Branchen – ein mangelhaftes Produkt oder eine fehlerhafte Ausführung (80 Prozent). Produktverunreinigungen (12 Prozent) kommen besonders häufig in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie vor. Krankheitserreger stellen hierbei ein großes Problem dar, ebenso wie Kontamination durch Glas-, Kunststoff- oder Metallteile. Auch Lebensmittelbetrugsfälle wie der Pferdefleischskandal in Großbritannien vor vier Jahren treten gehäuft auf und verursachen neben finanziellen Verlusten auch beachtliche Reputationsschäden. Die Schäden sind bereits in Milliarden Höhen zu verzeichnen. Diese Kosten für die bisher größte Rückrufaktion betrifft die Automobilbranche. Wegen de-

fekter Airbags werden laut Schätzungen 60 bis 70 Millionen Fahrzeuge von mindestens 19 Herstellern weltweit in die Werkstätten zurückgeholt. Die Kosten dafür werden auf mindestens 21 Milliarden Euro geschätzt. Dieser Fall verdeutlicht den zunehmenden „Domino-Effekt“, der sich auf den Automobilsektor, aber auch auf andere Branchen auswirkt. Da viele gängige Komponenten von mehreren Herstellern gleichzeitig verwendet werden, kann ein einziger Rückruf Auswirkungen auf eine ganze Branche haben. Über 50 Prozent des untersuchten Schadenaufwandes sind auf nur zehn Rückrufe zurückzuführen. Neue Risikopotentiale Neue Rückrufauslöser und -risiken werden sich im Bereich der neuen Technologien finden. Der technologische Wandel in der Automobilindustrie hin zur elektrischen und autonomen Mobilität werde weitere Rückrufrisiken mit sich bringen, sind sich die Allianz Experten einig. Auch Cyberrückrufe können zunehmend Realität werden: Hacker könnten ein Produkt verändern oder kontaminieren, indem sie in automatisierte Produktionsanlagen eindringen und die Steuerung von Maschinen übernehmen. Cyber sei derzeit ein noch unterschätztes Rückrufrisiko, es gebe jedoch bereits erste Rückrufe aufgrund von Sicherheitslücken in Autos oder Kameras, so die Experten. Auch der Schutz von Reputation könne, gerade in Zeiten von Social Media,

Ole Ohlmeyer Rückrufe auslösen, insbesondere dann, wenn nicht professionell kommuniziert wird. Es werde zunehmend Fälle geben, bei denen es keine gesetzliche Verpflichtung zum Rückruf gibt, der Rückruf aber aus Reputationsgründen trotzdem erforderlich ist. Hinsichtlich dieser Entwicklungen ist es nicht verwunderlich, dass in den vergangenen zwei Jahren die Nachfrage nach Produktrückruf-Versicherungslösungen in Österreich merkbar angestiegen ist. Ole Ohlmeyer, der für das AGCS-Geschäft in Österreich und Osteuropa verantwortlich ist sieht einen erheblichen Bedarf bei ganzheitlichen Risikomanagementkonzepten und Versicherungslösungen, die Unternehmen dabei unterstützen, sich schneller zu erholen, indem sie die Kosten für einen Rückruf, einschließlich Betriebsunterbrechung, decken. Solche Versicherungen bieten auch Zugang zu Krisenmanagement-Services und spezialisierten Beratern. Diese prüfen die Verfahren eines Unternehmens und bei einer Produktkontamination bieten sie weltweit Unterstützung bei der Zusammenarbeit mit Behörden, Kommunikation, Rückverfolgung von Produkten sowie Laboruntersuchungen.

FMA

Virtuelle Währungen

Österreichs Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA begrüßt die europäische Einigung, künftig erstmals auch „Virtuelle Währungen“ in die Bestimmungen zum Kampf gegen Geldwäsche einzubeziehen. Europäische Kommission (EK), Europäisches Parlament (EP) und Europäischer Rat (Rat) haben im Trilog zur Novellierung der 4. Geldwäscherichtlinie (Richtlinie (EU) 2015/849 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2015) beschlossen, 18 riscontrol 01/18

auch Tauschbörsen für Virtuelle Währungen sowie sogenannte „Wallet Provider“, also elektronische Geldbörsen, den Bestimmungen der Geldwäsche-Richtlinie zu unterwerfen. Zudem wird es in der Novelle zur 4. Geldwäsche-Richtlinie auch erstmals eine gesetzliche Definition – und damit klare Kriterien zur rechtlichen Abgrenzung – für ein „Virtuelle Währung“ in einem EU-Rechtsakt geben. „Wir begrüßen diesen Vorstoß der europäischen Institutionen ausdrücklich, weil sie

einen wichtigen ersten Schritt in die Regulierung und Aufsicht in den boomenden Markt der virtuellen Finanzinstrumente und Dienstleistungen darstellen“, so der Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller. „Das ist ein wichtiger Schritt, damit künftig auch diese Online-Dienstleister ihre Kunden gleich wie die Finanzhäuser gemäß der üblichen Sorgfaltspflichten identifizieren, prüfen und die Transaktionen laufend überwachen müssen.“


MARKT

OeKB

Exportfonds übernommen

Die Österreichische Kontrollbank hat von der Wirtschaftskammer Österreich den Exportfonds übernommen. Die OeKB hatte bereits 70 % der Anteile am Exportfonds, der heimische Klein- und Mittelunternehmen bei Exportfinanzierungen unterstützt, nun wurden die restlichen 30 % übernommen. „Mit der hundertprozentigen Anteilsübernahme können wir die bereits gelebte enge Zusammenarbeit von OeKB und Exportfonds im Sinne unserer Kunden weiter intensivieren. Unser Ziel ist, die Kunden des Exportfonds bei ihren Exportvorhaben optimal zu unterstützen sowie Wachstumschancen in diesem Bereich verstärkt zu nützen und unsere Präsenz bei kleineren und mittleren Unternehmen weiter auszubauen", so OeKB-Vorstand Helmut Bernkopf über den erfolgten Anteilskauf. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Helmut Bernkopf, Angelika Sommer-Hemetsberger, beide Vorstand OeKB; Christoph Leitl, Präsident WKÖ; Herwig Höllinger, Generalsekretär-Stellvertreter WKÖ

Wiener Städtische Versicherung

Taggeldversicherung erweitert Die neue Krankenhaustaggeld-Versicherung der Wiener Städtischen (MEDplus Taggeld PRO) bietet finanzielle Absicherung bereits ab dem ersten Tag im Krankenhaus und höhere Leistungen bei längeren Aufenthalten. Bei dem neuen Stand-alone Produkt reicht bis

zum 45. Lebensjahr eine Gesundheitsprüfung mittels Kurzantrag, wobei definierte Ausschließungsgründe bestätigt werden müssen. Die Leistung ist in Zehnerschritten wählbar, von 20 bis 150 Euro (Kinder bis 80 Euro). Doppeltes Krankenhaustaggeld gibt es nach

einem Unfall bereits am ersten Tag, ab dem elften Tag im Krankenhaus bei Krankheit und Entbindung. Dreifache Summe wird ab dem 21. Tag im Krankenhaus bei Krankheit, Unfall und Entbindung ausbezahlt. Bei versicherten Kindern bis 20 Jahre gibt es vollen Begleitkostenersatz. Transportkostenzuschuss für den Transport ins Krankenhaus und die Übernahme von Rücktransportkosten innerhalb Österreich sowie Bergekosten inkl. Rettungshubschrauber von 90 Prozent. Als Versicherungsfall gelten unter anderem nicht, kosmetische Behandlungen und Operationen und deren Folgen, soweit die Maßnahmen nicht der Beseitigung von unmittelbaren Unfallfolgen dienen. Aufenthalte wegen Alters oder mangels häuslicher Pflege. „Für uns ist wichtig, dass sich unsere Kunden bei einem notwendigen Krankenhausaufenthalt voll auf das Gesundwerden konzentrieren können und sich keine finanziellen Sorgen machen müssen – auch wenn ein längerer Krankenhausaufenthalt nötig ist“, erklärt Sonja Steßl, Leiterin Kranken- und Unfallversicherung Wiener Städtische. risControl 01/18 19


KOLUMNE

Marktunabhängige Performance-Bringer und Portfolioabsicherung erforderlich Das Jahr 2018 erfordert viel Feingefühl. Einerseits sollte man Gewinne weiterlaufen lassen, andererseits ist eine gewisse Absicherung und Diversifikation mit Alternativen Investments erforderlich, die keinerlei Korrelation zu risikoreichen Anlagekategorien aufweisen. Darüber hinaus sollten aber auch die sich ergebenden Chancen genützt werden. Michael Kordovsky

Schon seit 2009 befindet sich der US-Aktienmarkt – von kurzen Korrekturen abgesehen – im Aufwärtstrend. Trotz im historischen Vergleich hoher Bewertung kennt der Markt nur eine Richtung, nämlich aufwärts, denn die Senkung der Unternehmenssteuern in den USA sollte die Gewinne beflügeln. Analysten erwarten bei den S&P 500 Unternehmen für heuer ein Gewinnwachstum von ca. 13%. Diesem steht zwar ein Forward-KGV von 18,2 (10Jahres-Durchschnitt: 14,2%) gegenüber, doch die Konjunktur läuft und die Erwartungen sind hoch. Auch im Euroraum beschleunigt sich das Wirtschaftswachstum, nämlich vom 4. Quartal 2016 bis 3. Quartal 2017 von 1,9 auf 2,6%. Vor allem die Stimmung in der Industrie ist optimistisch. Starke Zuwächse bei Produktion, Auftragseingang und Beschäftigung trieben den finalen IHS Markit Eurozone Einkaufsmanager Index für die Industrie auf den höchsten Wert seit Umfragebeginn Mitte 1997. Gleichzeitig sollten sich die Schwellenländer besser entwickeln, vor allem jene, die Erdöl- und Rohstoffe exportieren. Daraus resultieren Investmentchancen: Emerging Markets-Fonds Trotz 37% Performance im Jahr 2017 ist der MSCI-Emerging-Markets-Index per 29.12.17 mit einem Forward-KGV von 12,5 gegenüber dem MSCI World-Index (KGV von 17) noch relativ günstig bewertet. Der ComStage MSCI Emerging Markets TRN UCITS ETF (LU0635178014) stellt hier ein naheliegendes Investment dar. Über noch mehr Potenzial verfügen jedoch Afrika und der russische Aktienmarkt, zumal die kommenden Jahre 20 riscontrol 01/18

die russische Wirtschaft wieder zurück auf dem Euro fast die Hälfte an Wert verloren. den Wachstumspfad kehren könnte. Zugang Doch im 3. Quartal 2017 wuchs die Wirtzu den größten und liquidesten russischen schaft um 11,1% vgl. mit einem BloombergSchätzungskonsens Blue Chips bietet von 8,5%. Spekulatider Lyxor Russia onen über eine mög(Dow Jones Russia Schon seit 2009 befindet liche LeitzinsanheGDR) UCITs ETF sich der US-Aktienmarkt bung der Türkischen C-EUR (ISIN: – von kurzen Korrekturen Zentralbank keimten FR0010326140). abgesehen – im auf und die Lira zeigte In Afrika erscheint Aufwärtstrend. Trotz im erste Anzeichen einer vor allem Südafrika möglichen Trendwenspannend: Delehistorischen Vergleich hoher de. Ebenfalls zuletzt gierte der RegieBewertung kennt der Markt Stärkesignale zeigte rungspartei ANC nur eine Richtung, nämlich der Südafrikanische wählten den wirtaufwärts, denn die Senkung Rand. Mittelfristig schaftsfreundlichen der Unternehmenssteuern in aussichtsreich sind Kandidaten Cyril auch der Russische Ramaphosa zum den USA sollte die Gewinne Rubel und Kolumbineuen Parteivorbeflügeln. anische Peso. Diese sitzenden, der nun Währungen können über gewisse Chancen verfügt, im Jahr 2019 den umstrittenen am effektivsten über EM-LokalwährungsanPräsidenten, Jacob Zuma, abzulösen. Der leihen-Fonds, wie beispielsweise den Spängler iShares MSCI South Africa UCITS ETF IQAM Bonds LC Emerging Markets (ISIN: (ISIN: IE00B52XQP83) ermöglicht Zugang AT0000A189P1), abgedeckt werden, der Ende zu 54 großen und mittelgroßen Unternehmen November 2017 den Kolumbianischen Peso, Südafrikas. Einen breiten Ländermix hinge- die Türkische Lira und den Russischen Rubel gen bietet der Templeton Africa Fund (ISIN: am stärksten gewichtet hat. LU0744128314), der u.a. auch Kenja, Simbabwe, Mauritius und Nigeria berücksichtigt. Öl- und Rohstoff-Investments Hochzinswährungen der Schwellenländer Eine weitere Chance bietet das sich bereits abzeichnende Comeback der Hochzins-Schwellenländer-Währungen. Die Türkische Lira hat in den vergangenen 5 Jahren gegenüber

Der Rohöl-Preis (Brent) stieg in den vergangenen 3 Monaten (per 8.1.) bereits um 24% und die Industriemetalle Kupfer und Nickel um jeweils 7 bzw. 19%. Davon profitieren neben einschlägigen Minentiteln Aktien von Unternehmen in Tätigkeitsbereichen entlang der Öl-Wertschöpfungskette von


KOLUMNE

der Explorationsausstattung (Schlumber- wird im BlackRock Global Funds World ger Halliburton, Transocean....) bis hin zu Mining Fund (ISIN: LU0090845842) fündig. Raffinerie- und Tankstellenunternehmen (z.B. Phillips 66). Große Teile dieser Kette Was ist 2018 besonders gefährlich? können aber mit integrierten Ölkonzernen wie Royal Dutch Shell, Total oder Marathon Grundsätzlich befinden wir uns in der SpätOil abgedeckt werden. Ansonsten sollte ein phase einer Aktienhausse und genau darin Blick auf spezielle Energie-Fonds geworfen liegt die große Herausforderung, denn diese werden, die in die ganze Wertschöpfungskette Phase wird häufig von den stärksten Kursanstiegen begleitet. Wer investieren und von hier zu früh aussteigt, steigenden ÖlpreiGrundsätzlich befinden muss Opportunisen profitieren. Ein tätskosten erleiden. konkretes Beispiel wir uns in der Spätphase Trotzdem kann jewäre der BlackRock einer Aktienhausse und derzeit eine kräftige Global Funds World genau darin liegt die große Korrektur oder gar Energy Fund (ISIN: Herausforderung, denn diese ein Crash einsetzen. LU 0 1 7 1 3 0 1 5 3 3 ) . Phase wird häufig von den Die Lösung liegt Darüber hinaus erin einer Absichescheinen Minentitel stärksten Kursanstiegen rung bestehender wie Norilsk Nickel, begleitet. Aktien(fonds) und Harmony Gold, BHP Anleihen(fonds)-PoBilliton und Rio Tinto attraktiv. Wer hingegen ein breit diversifi- sitionen durch (mentale) Stopps unter wichziertes Bergbau-Aktien-Portfolio bevorzugt, tigen charttechnischen Unterstützungen oder

einfach pragmatisch unterhalb eines bewährten gleitenden Durchschnitts im Bereich zwischen 200 und 230 Tagen. Wer vorsichtig ist, kann bereits sofort beginnen, vereinzelte Portfolio-Teile mit einer passenden Index-Put-Option abzusichern, sofern diese eine erkennbare Korrelation zum betreffenden Index aufweisen bzw. wenn zumindest zu erwarten ist, dass im Marktstress entsprechende Korrelationen vorhanden sein werden (eine Art Proxy-Hedge). Der Vorteil von Optionen liegt darin, dass eine wichtige Preisdeterminante auch in der Volatilität liegt und diese ist derzeit an den Aktienmärkten im historischen Vergleich niedrig. Hingegen im Marktstress explodiert die Vola und mit ihr auch der Preis der Put-Option (je höher die Vola, desto höher der Optionspreis). Die Hauptgefahr geht 2018 von der Zinsfront aus: Geldpolitische Störmanöver seitens der Fed oder EZB sind jederzeit denkbar. Vor allem dann, wenn eine Rückkehr der Inflation für die Notenbanken neue Fakten schafft, die einer aktualisierten Betrachtung der Lage bedürfen,

WER SAGT, DASS IHR MARATHON NICHT AUCH 4,2 KM HABEN KANN? Mehr erfahren auf: generali.at/vitality

risControl 01/18 21


KOLUMNE

kann es kritisch werden. Der Prozess der sind nicht ausgeschlossen und würden auch (ISIN: LU0070804173), der in Währungen, Neubewertung dieser Umstände könnte mit die Preise für Gold und Edelmetalle vorüber- Rohstoffen, Aktien- und den Zinsmärkten long und short gehen hoher Verunsicherung an den Finanzmärkten gehend unter Druck kann und es per Ende begleitet sein. In den USA ist die Situation setzen. Steigende Um auch in den nächsten 2017 auf eine 5-Jahbesonders heikel, zumal ein Führungswechsel Anleiherenditen sind Marktturbulenzen effektive res-Performance von an der Spitze der Fed bevorsteht. Jerome Po- nämlich schlecht für 7,2% p.a. (2017 ein Diversifikationseffekte zu well wird voraussichtlich am 4. Februar Janet Gold, das keine ZinPlus von 6%) brachte. Yellen als Fed Präsidentin ablösen. Zwar gilt sen abwirft. erzielen, muss auf Produkte Im Finanzkrisenjahr er als Vertreter einer moderaten Geldpolitik, Auf der anderen Seite zurückgegriffen werden, 2008 lag die Perdoch Entscheidungsmuster können sich an der drohen auch geopoderen Wertentwicklung formance sogar bei Spitze mächtiger Institutionen auch ändern. litische Risiken. Die vor allem im Marktstress 58,5%. Derzeit als Und es steht viel auf dem Spiel, denn die Unruhen im Iran und Managed Futuresmöglichst wenig mit Fed muss ihre Bilanzsumme von zuletzt ca. der Konflikt USATrendfolger ein star4,5 Bio. USD schrumpfen. Die Rede ist von Nordkorea sind nicht jener risikoreicher kes Momentum zeigt Zielwerten von 2,5 bis 3 Bio. USD. Die Fed zu unterschätzen. Anlagekategorien korreliert. der Superfund Green muss also in den kommenden Jahren viele US- Hitzige geopolitische EUR Sicav (ISIN: Staatsanleihen verkaufen. Je schneller diese Phasen wären dann Verkäufe abgewickelt werden, desto stärker von steigenden Goldpreisen begleitet, weshalb LU1084752002), der es 2017 auf ein Plus sind die daraus resultierenden Renditeanstiege. eine Beimischung von Edelmetallen durchaus von 26,4% brachte. Die Superfund-Strategie hat sich jedenfalls im Krisenjahr 2008 bewährt. Dies in einem Umfeld der Vollbeschäftigung Sinn macht. Allerdings sind Managed Futures Funds nichts (nur 4,1% Arbeitslosenquote) und drohenden für Anleger mit schwachen Nerven. Größere Lohninflation ist nicht zu unterschätzen. Auf die richtigen Alternativen zwischenzeitliche Rückschläge müssen verIn Europa hingegen geht es um folgende Investments kommt es an kraftet werden können. Kernfrage: Wann kommt es zur ersten Leitzinsanhebung nach der jüngsten Nullzin- Um auch in den nächsten Marktturbulenzen Deshalb sollte auch ein Blick auf Low-Volasphase? Der Rückzug aus der aggressiven effektive Diversifikationseffekte zu erzielen, Strategie-Produkte geworfen werden. Eine muss auf Produkte denkbare Alternative wäre hier der Old MuGeldpolitik erfolgt zurückgegriffen wer- tual Global Equity Absolute Return Fund dabei voraussichtlich Mögliche Assetden, deren Wertent- (ISIN: IE00BLP5S460), dessen Volatilitätsin 3 Schritten: Allocation für 2018 als wicklung vor allem limit bei maximal 6% liegt. Der Fonds weist 1.) Weitere Drosseim Marktstress mög- jederzeit eine strukturierte neutrale Position lung und/oder Stop Orientierungshilfe lichst wenig mit jener (Long- und Short-Positionen im Gleichgeder monatlichen Anrisikoreicher Anlage- wicht) auf. Er geht long in aussichtsreichen leihenkäufe in Höhe 20% Alternative Investments kategorien korreliert. Aktien und Short in jenen mit erwarteter von aktuell 30 Mrd. (Hedge Funds) Die Flucht aus dem Underperformance. Es geht dabei darum, EUR. Im Herbst 10% Offene Immobilienfonds Risiko führt nämlich an der Performance-Differenz zwischen den 2018 könnte sich hier dazu, dass gleichzei- Gewinnern und Verlierern zu partizipieren. etwas ändern. 10% Physisches Gold, Silbertig die Kurse von Ak- Je mehr die Gewinner des Long-Portfolios 2.) Anhebung des und Platin ETCs tien, Hochzinsanlei- gewinnen und Verlierer des Short-Portfolios noch mit -0,40% ne10% Ölwerte hen, EM-Bonds und verlieren, desto besser ist das für die Fondspergativen Einlagenzin10% Minen-Aktien REITs unter Druck formance, die sich durchaus sehen lassen kann: ses auf Überschussli10% Emerging-Marketsgeraten. Mit diver- Per 9.1.18 auf 5 Jahre eine Wertentwicklung quiditätsreserven der sen trendfolgenden von 7% p.a. bei Volatilität von 4,2% und Banken bei der EZB. Aktienfonds Managed Futures maximalem Verlust von nur 5,2%. 3.) Anhebung des 10% Europäische Funds und Low-Vo- Ein Fonds, der mit Long- und ShortpoHauptrefinanzieDividendentitel la-Strategien hatten sitionen in Aktien, Anleihen und diversen rungssatzes, der ak10% Emerging-Market-BondAnleger in kritischen Währungen über den Konjunkturzyklus tuell noch immer bei Funds (Lokalwährung) Marktsituationen Renditen von 5 bis 7% p.a. anpeilt ist der Null liegt. der Vergangenheit Bellevue Funds (Lux) BB Globl Macro (ISIN: Von der erwarteten 10% Cash für häufig positive Er- LU0494762056). In den vergangenen 5 Termingestaltung Sondersituationen fahrungen gemacht. Jahren erzielte er ein Plus von 5,7% p.a. (per dieser Vor haben Ein konkretes Bei- 5.1.18) und dies bei nur 5% Vola und einem hängt die Reaktion der Finanzmärkte ab. Zwischenzeitliche Kor- spiel eines erfolgreichen Trendfolgers ist überschaubaren maximalen Drawdown von rekturen an den Bond- und Aktienmärkten der SMN Diversified Futures Fund 1996 -7,75%. 22 riscontrol 01/18


MARKT

Münchner Rückversicherung/UNIQA Österreich

Teuerstes Jahr der Geschichte

Die Münchner Rückversicherung hat das Jahr 2017 zum Jahr der Rekordschäden für die Versicherungen erklärt. Hurrikans und andere Naturkatastrophen kosteten die Branche weltweit 135 Milliarden Dollar, mehr als je zuvor. Die Gesamtschäden einschließlich der nicht versicherten Schäden betrugen 330 Milliarden Dollar, die zweithöchste jemals registrierte Summe für Naturkatastrophen insgesamt. Alleine das Erdbeben in Japan 2011 mit einem Gesamtschaden von 354 Milliarden Dollar war schadensträchtiger. Torsten Jeworrek, Vorstand Munich Re, für das weltweite Rückversicherungsgeschäft: „Die extremen Naturkatastrophen des Jahres zeigen die wichtige Rolle von Versicherung, nach schweren Katastrophen die finanziellen Belastungen abzufedern. Munich Re ist bereit, dieses Geschäft weiter zu entwickeln; wir haben die dafür nötige Kapazität und Expertise. Bemerkenswert ist für mich: Einige der Katastrophen wie die Serie aus drei enorm schadenreichen Hurrikanen oder die sehr schweren Überschwemmungen in Südasien nach außerordentlich starken Monsun-Regenfällen haben einen Vorgeschmack auf die Zukunft gegeben. Denn auch wenn einzelne Ereignisse nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden können, erwarten unsere Experten künftig häufiger solche extreme Ereignisse.“

Doch auch wenn weltweit viele Schäden versichert sind, zeigen die Zahlen ebenfalls das Ausmaß der großen Versicherungslücken weltweit. In den Entwicklungsländern sind Katastrophenschäden vielfach fast überhaupt nicht versichert. „Auch in hoch entwickelten Ländern wie in den USA wäre eine stärkere

Blitzdichte* in den Bundesländern im Vergleich mit dem Sommer des Vorjahres Rang

Bundesland

Blitzdichte* 2017

Blitzdichte* 2016 (Rang)

Differenz 2017 und 2016

1

Steiermark

33,33

22,23 (1.)

+11,10

2

Salzburg

26,10

11,14 (6.)

+14,96

3

Tirol

21,54

11,21 (5.)

+10,33

4

Oberösterreich

21,37

14,97 (2.)

+6,40

5

Burgenland

19,74

10,10 (7.)

+9,64

6

Kärnten

19,62

14,16 (4.)

+5,46

7

Vorarlberg

15,29

8,46 (8.)

+6,83

8

Wien

13,44

3,29 (9.)

+10,15

9

Niederösterreich

13,02

14,36 (3.)

+1,34

* Anzahl der Blitze pro Quadratkilometer (Quelle: UBIMET | Blitz-Report Sommer 2017)

Verbreitung volkswirtschaftlich sinnvoll“, meinte Ernst Rauch, Leiter Climate & Public Sector Business Development. Überdies bleibt auch Österreich von Naturkatastrophen nicht verschont. Der Blitzreport von UBIMET und UNIQA Österreich hat das Jahr 2017 zum stärksten Blitzjahr seit neun Jahren erklärt. Die 1,8 Millionen Blitze hinterließen einen Schaden von über 7,7 Millionen Euro alleine bei der UNIQA Österreich. Während in den ersten neun Monaten 2016 rund 6,8 Millionen Euro für Blitzschäden ausbezahlt wurden, waren es im Vergleichszeitraum 2017 bereits 7,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 12 Prozent. Laut Statistik des Versicherungsverbandes verursacht jeder dritte Blitzeinschlag auch einen Schaden. Dass eine Korrelation zwischen heftigen Blitzgewittern und hohen Schäden besteht, belegen Analysen von UNIQA Österreich und UBIMET. In der Steiermark wurden 2017 die meisten Versicherungsschäden registriert. Diese Werte decken sich auch mit den Auswertungen von UBIMET. Michael Fassnauer, UBIMET CEO: „Die Steiermark ist wieder Spitzenreiter bei Blitzen und führt das Ranking auch in diesem Jahr unangefochten an.“ risControl 01/18 23


STUDIE

Kriterien für die Polizzenüberprüfung („Polizzen-Check“) bei Versicherungskunden mit einer explorativen Studie bei einem traditionellen Versicherungsmakler und bei zwei FinTech-Unternehmen (InsurTechs) Nedim Redžić BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien 1. Einleitung In der Bachelor-Arbeit von Nedim Redžić1 (Betreuer: E. Eszler) sollte untersucht werden, woran man die Qualität der Überprüfung bestehender Versicherungen – also eines „Polizzenchecks“ - im Rahmen einer Kundenberatung und –betreuung feststellen kann und in welchem Maße die sich ergebenden Kriterien hierfür bei einerseits traditionellen Maklern und andererseits bei FinTech-Unternehmen im Bereich der Versicherungswirtschaft (InsurTechs) berücksichtigt bzw. erfüllt werden.2 Hinsichtlich des Ergebnisses dieser nun fertiggestellten Arbeit kann allerdings keine Vollständigkeit und erschöpfende Behandlung dieses Themas beansprucht werden. Die Studie hat vielmehr explorativen Charakter. In diesem Sinne mögen die folgenden Darstellungen aufgefasst werden.3

2. Methodik Es konnten verschiedene (a) inhaltliche, (b) formale und (c) rechtliche Kriterien unterschieden werden. Die vorliegende Darstellung folgt dieser Gliederung. Zur Informationsgewinnung hinsichtlich der Verhältnisse in der Praxis wurden von

N. Redžić drei intensive, strukturierte Interviews durchgeführt. Gesprächspartner waren: - Herr Peter Bernhart, Inhaber von bernhart+partner, Versicherungsmakler in Österreich; von ihm stammen die Angaben zur Tätigkeit eines traditionellen Versicherungsmaklers; - Herr Dr. Michael Doberer, Geschäftsführer von Durchblicker.at, am 17. Juli 2017; - der Angestellte eines InsurTechs in Deutschland, der anonym bleiben wollte, am 13. Juli 2017 (im Folgenden wird das Unternehmen als InsurTech01 bezeichnet) Bei der Erfüllung der Kriterien konnte kaum und nur punktuell eine Operationalisierung (Messbarmachung) oder gar eine Messung erreicht werden. Es wurden hier vielmehr bei den betrachteten Vermittlern vorerst eher nur Faktoren ausgemacht, die - aus Kundensicht – im Hinblick auf die Kriterien jeweils eher günstig oder eher ungünstig erscheinen.

3. Inhaltliche Kriterien Vorauszuschicken ist hier, dass Versicherung nur ein risikopolitisches Instrument unter vielen anderen ist und dass das sinnvolle und gesamthafte Umgehen mit der Risikosituation von Kunden auf der

Grundlage einer systematischen Risikopolitik zu erfolgen hat. Diese besteht vor allem in einer eingehenden und umfassenden Risikoanalyse mit dem Ziel der möglichst vollständigen Erkennung aller – auch neu entstehender und zukünftiger – Risiken und der Bewertung derselben sowie der Berücksichtigung aller dann in Frage kommenden risikopolitischen Instrumente oder Sicherheitsgüter (also nicht nur von Versicherungen), der entsprechenden Auswahl, Kombination und Einsatzsteuerung dieser Instrumente sowie der ständigen Überwachung (Monitoring) dieses Instrumenteneinsatzes, insbesondere im Hinblick auf Änderungen und Entwicklungen im Bereich der Risiken einerseits und im Bereich der Instrumente (Sicherheitsgüter) andererseits.4 Unter diesen Prämissen sind die folgenden Darstellungen zu verstehen. 3.1. Vollständigkeit Beim traditionellen Versicherungsmakler werden die Risiken grundsätzlich durch ein persönliches Gespräch identifiziert. Beim ersten Termin ist der Makler in der Lage, den Kunden zu sehen und ein persönliches Vertrauen aufzubauen. Durch sehr individualisierte Fragen, die sich aus dem Gespräch ergeben, können viele Segmente im Leben des Versicherungsnehmers erfasst

1 Redžić, Nedim: Anforderungen, Kriterien und Möglichkeiten für eine Polizzenüberprüfung („Polizzen-Check“) bei Versicherungskunden mit besonderer Berücksichtigung digitaler Versicherungsmanager und FinTechs, Bachelorarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, August 2017 (unveröffentlicht). 2 Der Vorschlag zur Bearbeitung dieses Aspekts im Rahmen des größeren Themenbereiches der Digitalisierung der Versicherungswirtschaft und insbesondere auch der digitalen Versicherungsmanager kam von Dr. Peter Loisel, Mitglied des Vorstandes der VAV-Versicherungs-AG, im Jänner 2016. Ihm und Herrn Joachim Klepp, Abteilungsleiter für Agenten- und Maklervertrieb bei der VAV-Versicherungs-AG, danken die beiden Autoren dieses Beitrages für eine informative Diskussion dieses Themas am 9. Mai 2016. 3 Die Erstellung des Textes für die vorliegende Veröffentlichung, die Auswahl, Strukturierung und formale Gestaltung hat Erwin Eszler besorgt (unter Verwendung von Daten und Textteilen sowie Abbildungen aus der Bachelorarbeit). Für die Richtigkeit der Daten und Darstellungen ist ausschließlich Nedim Redžić verantwortlich. 4 Vgl. hierzu das zwar alte, aber exzellente und empfehlenswerte Werk von Mugler, Josef: Risk Management in der Unternehmung, Wien 1979.

24 riscontrol 01/18


STUDIE

werden. Neben dem persönlichen Gespräch werden auch Besichtigungen vorgenommen. Meistens werden diese zwei Methoden kombiniert. Der Versicherungsmakler geht immer vom Objekt aus und sucht nach möglichen Risiken. Bei Durchblicker.at werden hingegen Informationen ausschließlich durch Fernabfrage gesammelt. Für jeden Versicherungstyp gibt es standardisierte Fragen, die eine Risikosituation erfassen sollen und die durch Algorithmen gesteuert werden, sodass diese auf bestimmte Antworten mit bestimmten Folgefragen reagieren. Nach der selbstständigen Beantwortung der Fragen durch die Websitebesucher werden die Kunden telefonisch kontaktiert und die eingegebenen Eckdaten noch einmal mit dem Kunden zusammen überprüft. Bei speziellen aufwendigen Fällen besteht die Möglichkeit, einen Mitarbeiter zu kontaktieren, der den Kunden unterstützt und mit ihm zusammen den Fragekatalog ausfüllt. Am Ende wird dem Kunden ein Web-Link gesendet, mit dem er den Prozess selbständig fortführen kann. Die bestehenden Polizzen werden nicht geprüft. Der Versicherungsvermittler geht davon aus, dass der Kunde mit der bereits bestehenden Polizze unzufrieden ist und diese deshalb kündigen und wechseln will. Es werden lediglich die Kündigungsfristen von der Versicherung geprüft. Bei der Risikoidentifizierung geht man vom Objekt aus und sucht bei diesem nach potenziellen Risikoursachen. Auch beim InsurTech01 wird die Risikoidentifizierung in Form von standardisierten Fragen mit dem Bedarfscheck vorgenommen. Der Bedarfscheck wird gleich nach dem Registrieren und der Erteilung einer Maklervollmacht durchgeführt, was üblicherweise über eine Applikation oder eine Website gehandhabt wird. Die Fragen werden in weiterer Folge, ähnlich wie bei Druchblicker.at, auf den Kunden abgestimmt. Durch die Erteilung der Vollmacht werden die Polizzen von den Versicherungsgesellschaften eingeholt. Dann wird auf der Grundlage des Bedarfschecks verglichen, inwieweit die abgeschlossenen Versicherungen die Bedürfnisse des Kunden abdecken. Diese Daten werden durch

einen Algorithmus im integrierten System ausgewertet. In besonderen Fällen kann der Kunde seinen Bedarf dem Vermittler auch telefonisch oder durch ein persönliches Treffen mitteilen. Im Anschluss können die Betreuer den Kunden bei der Risikoidentifizierung persönlich unterstützen. Bei der Erfassung der Risiken wird immer vom bedrohten Ziel ausgegangen und nach potenziellen Risiken gesucht.

Kunde über die Applikation jederzeit seine Daten aktualisieren und eventuell Kontakt mit einem Betreuer aufnehmen. Neben den gegebenen Möglichkeiten wird der Kunde in einem regelmäßigen Rhythmus durch digitale Nachrichten aufgefordert, die Daten zu überprüfen und Veränderungen zu aktualisieren. Bei Veränderungen werden neue Angebote unterbreitet. 3.4. Personenabgestimmte Beratung

3.2. Richtigkeit Grundsätzlich haftet für die Richtigkeit der angegebenen Informationen in allen drei Fällen immer der Versicherungsnehmer. Der traditionelle Versicherungsmakler – der dies dem Versicherungsnehmer verständlich machen wird - kann im Zuge einer Besichtigung und auch durch den persönlichen Kontakt diesem bei der Erfassung und richtigen Angabe der Daten helfen. Bei Durchblicker.at werden die Daten durch standardisierte Fragen/Checklisten abgearbeitet. Der Kunde wird nach der Eingabe der Informationen kontaktiert. Die Eckdaten werden dann gemeinsam überprüft. Dieser Service des Vermittlers kann Fehler oder Unklarheiten bei Angaben beseitigen. InsurTech01 bietet keine Besichtigungen an, kann aber den Kunden über die Online-Plattform oder über die vielfältigen Kommunikationskanäle unterstützen und gewährleisten, dass die Angaben richtig eingegeben wurden. 3.3. Aktualität Der traditionelle Versicherungsmakler versucht seine Kundenkontakte zu pflegen und bestehende Beziehungen auf der persönlichen Ebene auszubauen. Dieses Vorgehen fördert das Vertrauen und die Aktualität der Informationen. Bei Durchblicker.at werden die vorherigen Versicherungen nicht geprüft. Deshalb werden die aktuellen Risiken nicht mit den bestehenden Polizzen abgeglichen, sondern diese nur gekündigt. Anhand der eingegebenen Informationen werden Versicherungsangebote vorgeschlagen, die die aktuelle Risikosituation des Kunden decken sollen. Durch das Anlegen eines Online-Profils können die Angaben aktualisiert werden. Beim InsurTech01 kann der

Der persönliche Kontakt beim traditionellen Versicherungsmakler fördert die personenabgestimmte Beratung. Vorhandene Sicherheitsgüter können, müssen aber nicht erfasst werden. Eventuell können durch eine Erfassung Rabatte bei einzelnen Versicherungen erzielt werden. Bei möglichen überflüssigen Versicherungen wird nicht direkt geraten, diese zu kündigen (Bsp. Handyversicherung). Jedoch wird der Kunde informiert, wie gut einzelne Versicherungen für ihn sind, was ein Überdenken der bestehenden Versicherungen auslösen soll. BeiDurchblicker.at findet die Beratung ausschließlich über die Website in Form von standardisierten Fragen statt. Zwar werden die Fragen durch Algorithmen individueller gestaltet, jedoch besteht keine Möglichkeit für eine persönliche Beratung. Bei Durchblicker.at wird nach Sicherheitsgütern gefragt. Diese sind ein Bestandteil der Risikoabsicherung. Durch das Vorhandensein von Sicherheitsgütern besteht eine Gelegenheit, Rabatte auf Versicherungen zu erzielen. Die Möglichkeit des Selbstbehalts ist ebenso gegeben. Nach überflüssigen Versicherungen wird nicht gesucht. Der Kunde trägt das Risiko, dass möglicherweise zwei unterschiedliche Versicherungen bestehen, die teilweise dieselben Risiken abdecken. Die Beratung beim InsurTech01 ist durch den Online-Fragenkatalog standardisiert. Es wird nicht nach Sicherheitsvorkehrungen gefragt. Wenn beim Bedarfscheck besondere Bedingungen vorliegen (5% der Fälle), die durch das System erfasst worden sind, schlägt das System Alarm. In diesem Fall schaltet sich ein Berater hinzu. Dann wird gemeinsam mit dem Kunden ein individuelles Angebot ausgearbeitet. Beim Bedarfscheck können ebenso überflüssige Versicherungen entdeckt werden. risControl 01/18 25


STUDIE

3.5. Risikoüberwachung Beim traditionellen Versicherungsmakler wird in der Regel einmal jährlich Kontakt mit dem Kunden aufgenommen. Im Zuge der Kontaktpflege mit dem Bestandskunden versucht der Versicherungsmakler durch ein Gespräch mögliche Veränderungen in der Risikoposition des Kunden abzuleiten. Dabei findet keine ausdrückliche Risikoüberwachung statt. Der Kunde muss bei Interesse selbst den Vermittler kontaktieren und sich erkundigen. Bei Durchblicker.at hat der Kunde die Möglichkeit, ein Profil auf der Website anzulegen. So hat er eine Übersicht über seine bestehenden Versicherungen. Zusätzlich wird vom Vermittler der Prozess der Überwachung angestoßen. Dies wird einmal jährlich, beziehungsweise bei manchen Versicherungen alle drei Jahre, vorgenommen. Es wird dem Kunden eine Nachricht mit der Anforderung, die veränderte Risikoposition zu aktualisieren, gesendet. Beim InsurTech01 werden dem Versicherungsnehmer durch den Versicherungsordner, der in der Applikation angezeigt wird, die Versicherungen übersichtlich und transparent dargestellt. Der Kunde wird jedes halbe Jahr aufgerufen, seine Risikoposition zu überprüfen und mögliche Veränderungen zu aktualisieren. 3.6. Inhaltliche Kriterien: Übersicht und Vergleich In Abb. 1 sind die inhaltlichen Kriterien und Faktoren für deren Erfüllung bei den drei betrachteten Vermittlern tabellarisch gegenübergestellt. Vorteile sind mit „(+)“, Nachteile mit „(-)„ (jeweils für Kunden; nach Einschätzung der Autoren) gekennzeichnet.

4. Formale Kriterien 4.1. Vollständigkeit der Übertragung von Versicherungspolizzen Bei diesem Kriterium geht es darum, wie vollständig der Umfang der vom Versicherungsvermittler berücksichtigten Polizzen ist. Es kann zu Unstimmigkeiten zwischen den abgeschlossenen Versicherungsverträgen und den berücksichtigten Polizzen 26 riscontrol 01/18

kommen. Deshalb ist es wichtig zu beachten, auf welche Art und Weise die PolizzenÜbertragung stattfindet. Die Polizzen werden dem traditioneller Versicherungsmakler physisch vom Kunden übergeben. Der Versicherungsmakler ersucht den Kunden, eventuell auch die Kontoauszüge zu durchsuchen und nach Versicherungszahlungen Ausschau zu halten, um sicher zu gehen, dass wirklich alle Polizzen erfasst wurden. Es können auch elektronisch Versicherungen vom Versicherer abgefragt werden. Bei Durchblicker.at werden die Polizzen dem Vermittler online durch das Eingeben der Polizzennummer bekanntgegeben. Es reicht jedoch auch die Angabe der Versicherungsgesellschaft und der Art der Versicherung. Mit einer Bevollmächtigung kann der Vermittler die Informationen von der Versicherungsgesellschaft einfordern. Es werden nur die Fristen überprüft, ab wann der Vertrag gekündigt werden kann. Auch beim InsurTech01 findet die Übertragung digital, entweder durch das Eintragen der Polizzennummer oder durch das Angeben der Versicherungsgesellschaft, statt. Der Vermittler kann durch die General- oder Einzelvollmacht die Polizzen beim Versicherer selbst einfordern. Die Daten werden von Versicherungsgesellschaften geprüft und dem Vermittler zurückgeschickt. Bei der Eintragung der Polizzen ist der Versicherungsnehmer auf sich selbst gestellt. 4.2. Dauer des Überprüfungsprozesses Der Überprüfungsprozess beim traditionellen Versicherungsmakler wird durch den persönlichen Kontakt mit dem Kunden beeinflusst. Der erste Kontakt/Termin findet über ein persönliches Treffen statt. Bei diesem Treffen werden die benötigten Informationen gesammelt und die vorhandenen Polizzen physisch übergeben. Nach diesem Treffen überprüft der Versicherungsmakler die Polizzen intern sowie die Risikosituation des Kunden. Die Dauer dieses Prozesses hängt im Wesentlichen davon ab, wie groß der Umfang der bestehenden Versicherungen ist. Bei leichteren Fällen, z. B. bei Einzelpersonen, die wenige Versicherungen haben, kann der Überprü-

fungsprozess an einem Tag erledigt werden. Bei komplizierteren Fällen, z.B. Familien, kann es auch bis zu einer Woche dauern, bis die Überprüfung abgeschlossen ist. Damit ist der Prozess aber nicht beendet. Erst beim zweiten persönlichen Treffen kann der Versicherungsmakler ein Angebot stellen. Dies nimmt zusätzliche Zeit in Anspruch. Die Reaktionsfähigkeit der Versicherungsgesellschaften ist dabei ein wichtiges Einflusskriterium. Der Prozess bei den Versicherungsgesellschaften kann einige Tagen bis zu einem Monat dauern. Der traditionelle Makler handelt nicht, bevor er die bearbeiteten Informationen von den Versicherungsgesellschaften erhält. Bei Durchblicker.at dauern die automatisierten Prozesse wenige Minuten. Bei den manuellen Prozessen kann es aber zu starken Abweichungen kommen. Die Unterschriftsprüfung hängt von den Geschäftszeiten ab. Zu den normalen Geschäftszeiten werden die Kunden nach ca. 30 Minuten telefonisch kontaktiert. Dabei werden die Eckdaten zusammen mit den Kunden eingegeben und überprüft. Die Abfrage der Polizzen der Versicherungsgesellschaften muss nicht durchgeführt werden. Das birgt das Risiko, dass zwei Versicherungen, für ein bestehendes Risiko gleichzeitig aktiv sind. Das Angebot kann sofort gestellt werden. Auch beim InsurTech01 laufen die automatisierten Prozesse relativ zügig ab. Die Unterschriftsprüfung wird durch Software unterstützt und von Mitarbeitern manuell überprüft. Je nach Versicherungsart dauert der Prozess durchschnittlich zwischen 10 und 90 Minuten. Die Einholung der Polizzen kann länger dauern, da dies von den jeweiligen Versicherungsgesellschaften abhängt. Mit der Einholung der Daten können Vergleichsangebote erstellt werden. Beim Abschluss von Versicherungsverträgen muss auch mit längeren Zeiten gerechnet werden, weil die eingegangen Verträge von den Versicherungsgesellschaften abgearbeitet werden müssen. 4.3. Verfügbarkeit Der Versicherungsmakler ist grundsätzlich


STUDIE

Inhaltliche Kriterien

Faktoren für die Erfüllung der inhaltlichen Kriterien Traditioneller Vermittler

Durchblicker.at

InsurTech01

(-) persönlicher Kontakt eingeschränkt (-) standardisierte Fragen

(+) persönlicher Kontakt möglich

(-) keine Besichtigungen

(+) persönliche Unterstützung bei der Risikoidentifizierung möglich

(+) Optimierung der bestehenden Polizzen

(-) keine Optimierung der bestehenden Polizzen

(+) Optimierung der bestehenden Polizzen

(-) Haftung des Versicherungsnehmers (+) Unterstützung durch persönliches Treffen/Besichtigungen

(-) Haftung des Versicherungsnehmers (-) keine Besichtigungen (+) Überprüfung der Eckdaten zusammen mit dem Kunden

(-) Haftung des Versicherungsnehmers (-) keine Besichtigungen (-) keine Kontrolle (+) persönliches Treffen möglich (+) Unterstützung über OnlinePlattform bzw. vielfältige Kommunikationskanäle

Aktualität

(+) Kontaktpflege (Telefon; E-Mail; persönlicher Kontakt etc.) (-) keine Möglichkeit, die Angaben online zu aktualisieren (-) unregelmäßiger Kontakt

(+) Aktualisierung über Online-Profil möglich

Personenabgestimmte Beratung

(+) persönliche Beratung (+) Sicherheitsvorkehrungen werden erfasst (+) Selbsttragen von Risiken (Information) (+) Selbstbehalt

(-) standardisierte Fragen (+) Sicherheitsvorkehrungen werden erfasst (+) Selbstbehalt (-) nach überflüssigen Versicherung wird nicht gesucht (-) Risiko von Doppelversicherung

(-) standardisierte Fragen (-) Sicherheitsvorkehrungen werden nicht erfasst (+) überflüssige Polizzen können durch den Bedarfscheck gefunden werden

Risikoüberwachung

(-) keine feste Risikoüberwachung, nur beiläufig im Zuge des Kundenkontaktes

(+) Online-Profil mit den abgeschlossenen Versicherungen (+) jährliche bzw. drei- jährliche Überprüfungen

(+) digitaler Versicherungsordner (+) halbjährliche Risikoüberprüfung

(+) persönlicher Kontakt

Vollständigkeit

Richtigkeit

(+) individuelle Fragen, kein striktes Muster (+) Besichtigungen

(+) regelmäßige Aufforderungen zur Aktualisierung (jährlich)

(-) standardisierte Fragen

(+) Aktualisierung online möglich (+) regelmäßige Aufforderungen zur Aktualisierung (halbjährlich)

Abbildung 1: Inhaltliche Kriterien: Übersicht und Vergleich (N. Redžić; bearbeitet von E. Eszler) innerhalb der gewöhnlichen Geschäftszeiten verfügbar. In Ausnahmefällen können jedoch Prozesse auch während des Wochenendes ausgelöst werden. Die Folgeprozesse sowie der Polizzenabruf oder die Überarbeitung des Antrags hängen wiederum von der Reaktionsfähigkeit der Versicherungsgesellschaft ab. Bei Durchblicker.at sind die automatisierten Prozesse jederzeit möglich, aber die manuellen Prozesse werden nur im Laufe

der gewöhnlichen Geschäftszeiten abgewickelt. An den freien Tagen kann man über die Website einen Antrag stellen, jedoch wird der Antrag erst am nächsten Werktag bearbeitet. Der Kunde wird nach der Eintragung der Informationen kontaktiert. In Folge werden die Eckdaten, die vom Kunden eingegeben worden sind, noch einmal überprüft. Dieser Prozess läuft manuell ab und wird bei jedem Prozess durchgeführt. Beim InsurTech01 stehen dem Kunden

der Versicherungsordner und die Übersicht rund um die Uhr zur Verfügung. Die Bestandskunden haben die Möglichkeit, auf den Überprüfungsprozess jederzeit zuzugreifen. Die Erfüllung des erstellten Auftrags wird am nächsten Geschäftstag durchgeführt. Neukunden müssen die Unterschriftsprüfung durchlaufen, welche auch beschränkt am Wochenende verfügbar ist. Andere manuelle Prozesse, die von den Versicherungsgesellschaften abhängen, werden in unterschiedlicher Intensität vollrisControl 01/18 27


STUDIE

zogen und durch die Geschäftszeiten der Versicherungen bestimmt. 4.4. Risikoberichterstattung Um Transparenz zu schaffen, sollen die Versicherungsnehmer über Ihre Risikosituation unterrichtet werden. Darüber hinaus dient die Risikoberichterstattung der Vorbereitung von Entscheidungen über notwendige Steuerungsmaßnahmen und der Unterstützung der Risikoüberwachung. Die Risikoberichterstattung soll auch einer Dokumentationsfunktion dienen. Die wesentlichen Anforderungen sind Rechtzeitigkeit beziehungsweise Aktualität, der Umfang und Detaillierungsgrad der Berichte, Genauigkeit, Vollständigkeit, Einheitlichkeit, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und die Integration in das bestehende Berichtswesen, um Risikoinformationen uneingeschränkt in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen.5 Eine Risikoberichterstattung gibt es beim traditionellen Versicherungsmakler nur eingeschränkt über Telefonkontakte, die zwecks Kontaktpflege vorgenommen werden. Bei Interesse können die Versicherungskunden nach dem aktuellen Status ihrer Versicherungen telefonisch nachfragen. Bei Durchblicker.at wird der Kunde benachrichtigt, seine Risikosituation zu den schon bestehenden Versicherungen zu überprüfen. Je nach Versicherungstyp kommen diese Anforderungen entweder einmal jährlich oder alle drei Jahre. Die Informationen werden so geliefert, wie der Kunde sie zuletzt ausgefüllt hat. Der Versicherungsnehmer wird aufgefordert, die Veränderungen in der Risikosituation anzupassen. Ein aktueller Status kann durch das Anlegen eines Profils auf der Website, bei bereits abgeschlossenen Versicherungen, abgefragt werden. Durch das Online-Profil ist dem Kunden Transparenz und Kontrolle gegeben. Bei InsurTech01 wird der Kunde in regelmäßigen Abständen aufgefordert, einen Bedarfscheck durchzuführen. So ist der Vermittler in der Lage, die Situation des

Versicherungsnehmers zu überprüfen. Üblicherweise finden diese Überprüfungen halbjährlich statt. Durch die Applikation kann der Kunde immer seinen Versicherungsstatus einsehen. Der digitale Versicherungsordner bietet Transparenz und Übersichtlichkeit. Die Informationen können auch durch übliche Kommunikationswege abgerufen werden. 4.5. Kommunikation Beim traditionellen Versicherungsmakler findet die Kommunikation überwiegend über Telefonkontakt statt. Besonderes Merkmal des traditionellen Versicherungsmaklers sind die persönlichen Treffen. Die Kunden haben auch die Möglichkeit, den Kontakt per Mail herzustellen. Der Versicherungsmakler verfügt über eine eigene Website, die nur als Infoquelle für Interessenten dienen soll. Bei Durchblicker.at wird die Abwicklung einer Versicherung oder die Polizzenüberprüfung grundsätzlich über die Website durchgeführt. Der Kontakt kann vom Kunden über Telefon oder Mail hergestellt werden. Durch das Einrichten eines Profils auf der Website kann der Kontakt verbessert werden. Bei InsurTech01 ist der Kunde im Stande, die Polizzen-Überprüfung über Applikation oder Website durchzuführen. Alle weiteren Schritte, wie die notwendige Beratung, können dann optional seitens des Kunden initiiert werden und es kann mit einem dafür zur Verfügung gestellten Berater Kontakt aufgenommen werden. 4.6. Abstimmung Da beim traditionellen Versicherungsmakler alle Informationen über den einzelnen Versicherungsmakler laufen, werden diese auch aufeinander abgestimmt. Wenn bei Durchblicker.at der Kunde schon ein angelegtes Profil auf der Website hat, werden die Informationen simultan mit den Veränderungen abgestimmt. Bei InsurTech01 muss

5 Vgl. Vanini, Ute: Risikomanagement-Grundlagen, Instrumente, Unternehmenspraxis, Stuttgart 2012, S.210 f.

28 riscontrol 01/18

sich der Kunde registrieren und ein Profil anlegen. Die Prozesse sind mit jedem Kommunikationskanal vollkommen abgestimmt. 4.7. Art der Vergütung Bei allen drei untersuchten Vermittlertypen besteht die Vergütung in einer Courtageprovision, die nur bei einer erfolgreichen Versicherungsvermittlung (Vertragsabschluss) vom Versicherer gezahlt wird (also keine erfolgsunabhängige Honorarberatung) und die in der Versicherungsprämie eingepreist ist. Beim traditionellen Versicherungsmakler wird der Anteil der Provision am Preis der Versicherung für den Versicherungskunden nicht dargestellt, ebenso wie dies auch bei Durchblicker.at der Fall ist. Da die Altverträge bei diesem Anbieter gekündigt werden, gibt es für diese keine Folgeprovisionen. Beim InsurTech01 können die Kunden hingegen nach Abschluss der Versicherung den Anteil der Prämie, den der Makler als Provision verdient hat, einsehen. Folgeprovisionen werden bei Verträgen, die neu abgewickelt oder optimiert werden, abgerechnet. 4.8. Formale Kriterien: Übersicht und Vergleich In Abb. 2 sind die formalen Kriterien und Faktoren für deren Erfüllung bei den drei betrachteten Vermittlern tabellarisch gegenübergestellt. Vorteile sind mit „(+)“, Nachteile mit „(-)„ (jeweils für Kunden; nach Einschätzung der Autoren) gekennzeichnet. „#“ sind bloße Anführungen ohne Bewertung.

5. Rechtliche Kriterien Unter rechtlichen Kriterien sind hier im Wesentlichen einige der vor allem für den Kundennutzen, aber auch für die Polizzenüberprüfung wichtigen rechtlichen Anforderungen gemeint. Die Erfüllung dieser Kriterien steht besonders oft bei den digitalen Versicherungsmanagern in der Kritik. Bei der Erhebung dieser Kriterien wurde die Rechtlage in Deutschland herangezogen.


STUDIE

Formale Kriterien Übertragung der Polizzen Dauer des Prozesses

Faktoren für die Erfüllung der formalen Kriterien Traditioneller Vermittler

Durchblicker.at

InsurTech01

(+) Präsenz vor Ort (+) Unterstützung (+) elektronische Abfrage beim Versicherer möglich

(-) werden vom Kunden selbständig eingetragen (+) Bevollmächtigung zur Abfrage möglich

(-) werden vom Kunden selbständig eingetragen (+) Bevollmächtigung zur Abfrage möglich

(-) persönliche Termine, größerer Zeitaufwand (+) teilautomatisierte Polizzenüberprüfung

(+) Online-Zugriff (+) keine Termine (+) automatisierte Prozesse

(+) Online-Zugriff (+) schnelle Polizzen-Überprüfung (+) keine Termine (+) automatisierte Prozesse

(+) Website, Online Profil (+) jederzeit zugänglich für Bestandskunden

(+) Applikation, Website online (+) jeder Zeit zugänglich

(-) keine Online Plattform Verfügbarkeit

Risikoberichterstattung

(-) beschränkt auf die üblichen Geschäftszeiten (-) umständliche Informationsabfrage (-) keine Transparenz (-) keine regelmäßigen Berichte

(+) Online-Profil

(+) digitaler Versicherungsordner (+) Übersichtlichkeit (+) jederzeit verfügbar (+) halbjährliche Berichte

(+) Übersichtlichkeit (+) jederzeit abrufbar (+) 1- bis 3-jährliche Berichte

(+) Website (+) Applikation (+) Telefonkontakt (+) persönliches Gespräch möglich

(+) persönlicher Kontakt (-) keine Online-Plattformen

(+) Website (+) Live Chat (+) Telefonkontakt

Abstimmung

(-) erhöhtes Risiko des menschlichen Versagens

(+) digitale Datenverarbeitung (+) alle Kanäle aufeinander abgestimmt

Art der Vergütung

(-) Courtage-Provisionen # Folgeprovision von übernommenen Verträgen (-) Höhe für Kunden nicht ersichtlich

(-) Courtage-Provisionen # keine Folgeprovisionen, die alten Verträge werden gekündigt (-) Höhe für Kunden nicht ersichtlich

Kommunikation

(+) digitale Datenverarbeitung (+) alle Kanäle aufeinander abgestimmt (-) Courtage-Provisionen # Folgeprovision von übernommenen Verträgen (+) Höhe für Kunden ersichtlich

Abbildung 2: Formale Kriterien: Übersicht und Vergleich (N. Redžić; bearbeitet von E. Eszler)

5.1. Akzeptanz Die angestrebte Vollständigkeit und Aktualität der erfassten Risiken erfordert die Akzeptanz der Risiken seitens des Versicherungsnehmers. Der Versicherungsnehmer muss sich an der Risikoidentifikation aktiv beteiligen und mit den Methoden der Erhebung einverstanden sein.6 Beim traditionellen Versicherungsmakler

wird die Akzeptanz seitens des Kunden durch das Beratungsprotokoll gewährleistet. Dem Versicherungsnehmer wird das Beratungsprotokoll nach jedem Termin vorgelegt und erklärt. Diesem stimmt der Kunde mit seiner Unterschrift zu. Bei Durchblicker.at führt hingegen der Kunde den Prozess online selber durch. Am Ende davon wird ihm digital eine Einsicht zum Beratungsprotokoll angeboten. Durch

das Anklicken gibt der Kunde das Einverständnis, dass er das Beratungsprotokoll gelesen und verstanden hat. Der Versicherungsnehmer erteilt dem Vermittler eine Einzelvollmacht. Die Unterschriftsprüfung wird bei einfachen Sachversicherungen ohne Maklerwechsel nicht überprüft. Die Bestätigung wird nur durch das Ankreuzen von Bedingungen durchgeführt. Bei allen anderen Versicherungen und bei einem Maklerwechsel muss der Kunde eine Un-

6 Vgl. Vanini, Ute: Risikomanagement-Grundlagen, Instrumente, Unternehmenspraxis, Stuttgart 2012, S.127.

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STUDIE

Rechtliche Kriterien

Faktoren für die Erfüllung der rechtlichen Kriterien Traditioneller Vermittler

Kriterium Akzeptanz

Informationspflicht Fragepflicht

Beratungspflicht

Durchblicker.at

InsurTech01

(+) Präsenz vor Ort (+) persönliche Aufklärung

(-) digitale Unterschrift (-) weniger Aufklärungsmöglichkeit

(-) digitale Unterschrift (-) weniger Aufklärungsmöglichkeiten

(+) klar als Versicherungsmakler identifizierbar (+) persönliche Aufklärung

(-) kein transparentes Auftreten als Makler (-) mögliche Missverständnisse (-) keine persönliche Aufklärung

(-) kein transparentes Auftreten als Makler (-) mögliche Missverständnisse (-) keine persönliche Aufklärung

(+) individuelle Fragen (+) persönliches Gespräch

(-) standardisierte Fragen

(-) standardisierte Fragen

(+) persönliche Beratung (+) bessere Möglichkeit der Einschätzung der Risikosituation (+) gründliche Risikoidentifizierung

(-) Standard-Bedarfschecks (-) mögliche Lücken bei der Befragung

(-) Standard-Bedarfschecks (-) umständliche Aufklärung bei Unklarheiten (-) mögliche Lücken bei der Befragung

Abbildung 3: Rechtliche Kriterien: Übersicht und Vergleich (N. Redžić; bearbeitet von E. Eszler)

terschriftsprüfung durchlaufen. Der Kunde muss seine Unterschrift in ein dafür vorgesehenes Formular einscannen und einschicken. Beim InsurTech01 muss der Kunde nach jeder Veränderung bzw. jedem Check einem Beratungsprotokoll zustimmen. Es werden keine Aktionen ohne das Wissen des Versicherungsnehmers vorgenommen. 5.2. Informationspflicht Der Vermittler muss beim Erstkontakt klar und deutlich identifizierbar sein und den Kunden über die Haftungs- und Beteiligungsverhältnisse Informieren. Diese müssen durch eine Textform mitgeteilt werden. In den traditionellen Vertriebswegen ist die Informationspflicht nur bei reiner Terminvergabe noch nicht gegeben. Die Abgrenzung des ersten Geschäftskontakts bei Online-Vermittlern ist schwieriger. Da-

bei kommt es vor allem auf das Format des digitalen Versicherungsmanagers an. Bei Online-Portalen wird es entweder durch das Öffnen der Homepage oder die konkrete Beratung ersichtlich. Bei Apps sollte das in Zuge des Registrierungsprozesses dargestellt werden.7 Da der traditionelle Versicherungsmakler seine Kunden fast nur über das Weiterempfehlen der bestehenden Kunden akquiriert, ist er eindeutig als ein Versicherungsmakler zu identifizieren. Auf der Website wird deutlich angezeigt, dass man mit einem Versicherungsmakler Kontakt aufnimmt. Im ersten Treffen wird der Kunde aufgeklärt, welche Pflichten und Aufgaben der Makler übernimmt. Der Erstkontakt ist bei Durchblicker.at bereits beim Einfügen der Informationen in den Bedarfscheck gegeben. Durch die Einsicht ins Impressum oder spätestens durch

die Vorlegung des Maklermandats am Ende des Beratungsprozesses, kann man erkennen, dass es sich um einen Versicherungsmakler handelt. Mit der Registrierung kommt es beim InsurTech01 zum ersten Kontakt mit dem Vermittler. Die Bekanntgabe als Makler erfolgt spätestens durch die Vorlegung des Maklermandats. 5.3. Fragepflicht Der Vermittler muss den Kunden nach seinen Wünschen und Bedürfnissen fragen. Dabei kann der Kunde sowohl spezifische als auch unspezifische Wüsche nach Beseitigung von Unsicherheiten äußern. Die Kompetenz des Kundenbetreuers ist, neben dem Vorschlagen von passenden und spezifischen Absicherungen, vor allem bei der Definierung von unspezifischen Wünschen und dem Vorlegen von konkreten Vorschlägen gefragt.8

7 Vgl. Armbrüster, Christian / Pfeiffer, Sophie: Rechtsfragen rund um Versicherungs-Apps, Zeitschrift für Versicherungswesen, Heft 09/2016, S.277. 8 Vgl. Beenken, Matthias: Praxiswissen Versicherungen , Frankfurt 2008, S. 22. 9 Vgl. Armbrüster, Christian / Pfeiffer, Sophie: Rechtsfragen rund um Versicherungs-Apps, Zeitschrift für Vresicherungswesen, Heft 09/2016, S.277 f. 10 Vgl. Beenken, Matthias: Praxiswissen Versicherungen , Frankfurt 2008, S. 20 ff. 11 Dr. Michael Doberer, Geschäftführer von Durchblicker.at, in einem Gespräch am 17.07.2017.

30 riscontrol 01/18


STUDIE

Mit dem ersten persönlichen Termin geht der traditionelle Versicherungsmakler auf die Wünsche des Kunden ein. Dem Kunden werden individuelle und persönliche Fragen gestellt. Die unspezifischen Wünsche werden schnell zusammengefasst und evaluiert, so dass der Kunde das entsprechende Produkt für seine Risikodeckung erhält. Bei Durchblicker.at benötigt der Kunde keine Registrierung oder Anmeldung. Er wird direkt mit einem Bedarfscheck konfrontiert, bei welchem standardisierte Fragen gestellt werden. Die Fragen werden durch den Fortschritt im Prozess den Angaben des Kunden angepasst. Durch diesen Komplex an Fragen wird auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden eingegangen. Unspezifische Wünsche werden durch die breit aufgestellten Fragen erfasst. Beim InsurTech01 wird durch den ersten Bedarfscheck die Risikoposition des Kunden erfasst. In weiterer Folge werden dem Kunden bestimmte Versicherungssparten angeboten. Sobald der Kunde an bestimmten Versicherungen interessiert ist, kann er die entsprechende Spalte anklicken. Dann kommt ein weiterer spezialisierter Bedarfscheck in Form eines Fragebogens. Es besteht die Möglichkeit einen Berater zu kontaktieren. 5.4. Beratungspflicht Hier geht es um die Pflicht des Vermittlers, dass der Versicherungsnehmer einen bedarfsgerechten Versicherungsschutz erlangt. Abhängig vom Vermittlerstatus unterscheidet man (in Deutschland) die uneingeschränkte und die eingeschränkte Beratungsgrundlage. Bei der uneingeschränkten Beratungsgrundlage sind die Versicherungsmakler dazu verpflichtet, eine ausreichende Anzahl von Versicherungsangeboten anzubieten. Der Makler sollte die Bedürfnisse seines Versicherungsnehmers kennen. Er muss nicht stets das beste oder billigste Produkt empfehlen, sondern jenes, welches am besten zu den Bedürfnissen seines Kunden passt. Bei der eingeschränkten Beratungsgrundlage muss der Makler dem Versicherungsnehmer mitteilen, dass dieser nur das eingeschränkte Marktangebot ver-

tritt. Dabei deckt er nicht das breite Spektrum am Markt verfügbarer Versicherungen ab. Jeder hinsichtlich einer Versicherung abgegebene Rat muss auch begründet sein.10 Die Beratung findet beim traditionellen Versicherungsmakler ausschließlich persönlich statt und profitiert von der Erfahrung des Versicherungsmaklers. Dieser strebt danach, den Kunden bedarfsgerecht zu informieren und Angebote einzuholen. Der interviewte Makler bietet eine uneingeschränkte Beratungsgrundlage und ist von den Versicherungsgesellschaften unabhängig tätig. Jedoch werden auf Grund der guten Zusammenarbeit und der Erfahrung einige Versicherungen vorgezogen. Grundsätzlich wird dem Kunden ein breites Spektrum an Versicherungen angeboten, der dann entscheidet. Eine Beratung im herkömmlichen Sinne gibt es bei Durchblicker.at nicht. Anhand der Antworten im Bedarfscheck können dem Kunden entsprechende Angebote, im Vergleich zu anderen Angeboten, zur Verfügung gestellt werden. Die Vergleichsanzeige der am Markt zur Verfügung stehenden Angebote wird dem Kunden übersichtlich angezeigt. Die alten Verträge werden nicht analysiert. Durchblicker.at ist am Markt sehr breit aufgestellt und deckt 70 % - 80 % der am Markt zur Verfügung gestellten Versicherungsanbieter ab.11 Die digitale Beratung findet beim InsurTech01 anhand des Bedarfschecks statt. Es werden Angebote seitens des Vermittlers gestellt. Grundsätzlich werden mindestens drei Angebote abgegeben. Wenn der Kunde mehr verlangt, muss er dies schriftlich oder telefonisch beantragen. Für den Versicherungsnehmer stehen bei Unklarheiten Berater zur Verfügung. Diese können innerhalb der gewöhnlichen Geschäftszeiten telefonisch kontaktiert werden. Bei speziellen Versicherungsfällen schaltet sich ein Betreuer ein und legt ein individuell gestaltetes Angebot vor. 5.5. Rechtliche Kriterien: Übersicht und Vergleich In Abb. 3 sind die formalen Kriterien und Faktoren für deren Erfüllung bei den drei

betrachteten Vermittlern tabellarisch gegenübergestellt. Vorteile sind mit „(+)“, Nachteile mit „(-)„ (jeweils für Kunden; nach Einschätzung der Autoren) gekennzeichnet.

6. Schlussbemerkungen Die Versicherungswirtschaft durchläuft einen Wandel, der einen großen Einfluss auf die Polizzenüberprüfung hat. Durch die Digitalisierung wird der traditionelle Versicherungsmakler gezwungen, sich besser am Online-Markt zu präsentieren. Die OnlineVersicherungsmakler haben über die Jahre wesentlich an Bedeutung gewonnen. Die Polizzenüberprüfung hat durch die OnlinePräsenz eine neue Note bekommen. Es zeigt sich jedoch, dass Online-Versicherungsvermittler anfällig für Lücken im Überprüfungsprozess sind. Durch das standardisierte Abfragen der Risikosituation der Kunden können potenzielle Gefahrenquellen übersehen werden/unberücksichtigt bleiben. Eine Individualisierung der Fragen ist eingeschränkt möglich und kann Probleme bei der Risikoidentifizierung verursachen. Die fehlende persönliche Beratung und Aufklärung sind die Hauptkritikpunkte hinsichtlich der Online-Versicherungsmakler. Dieser Mangel an Beratungsqualität kann den Kunden zu Missverständnissen verleiten, da die Auslegung und die Konsequenz einiger Handlungen womöglich nicht verstanden werden. Andererseits sind der Komfort und die Übersichtlichkeit erhebliche Vorteile. Mit den vielseitigen Kontaktmöglichkeiten und den digitalen Versicherungsordnern kann eine bessere Transparenz aufgebaut werden. Allgemein ist die Versicherungsvermittlung mit einer Beratungsleistung sehr eng verbunden. Diese ist wiederum mit dem persönlichen Kontakt am besten zu erreichen, was dementsprechend zeitintensiv werden kann. In diesem Sinne können die OnlineVermittler mit den traditionellen Versicherungsmaklern noch nicht ganz mithalten. Dennoch können die traditionellen Makler viel von den Online-Versicherungsmaklern lernen. Mit einem besseren Zugang und kundenfreundlicheren Plattformen könnten einige Marktlücken geschlossen werden, welche von den digitalen Versicherungsmanagern dominiert werden. risControl 01/18 31


KOMMENTAR

Fit für 2018 Kopfzerbrechen wegen der regulatorischen Herausforderungen im Jahr 2018 – Wir haben die Lösung! Die Regelungsflut im Versicherungssektor nimmt in den letzten Jahren vehement zu und erreicht mit IDD & DSGVO gerade im Jahr 2018 eine neue Dimension. Unabhängig der Unternehmensgröße werden durch diese geänderten Rahmenbedingungen auch Versicherungsmakler vermehrt in die regulatorische Verantwortung genommen. Für die Betroffenen erscheint eine ausreichende Vorbereitung aufgrund der Bürokratie, Dokumentationspflichten und gesetzlichen Einschränkungen nahezu unmöglich. Viele Versicherungsmakler sehen sich mit Ungewissheit bzgl. der weiteren Vorgehensweise konfrontiert. Mit der richtigen Vorgehensweise, Prioritätensetzung und dem Blick auf das Wesentliche

Inhaltliche Standortbestimmung in den relevanten regulatorischen Themen. Aus dem Ergebnis werden individualisierte Lernempfehlungen abgeleitet und automatisch vorgeschlagen. 32 riscontrol 01/18

sind allerdings auch die Herausforderungen nach DSGVO, IDD & Co effizient zu meistern. Ausgearbeitet von Experten, bietet KPMG mit der Umsetzungsplattform „Fit für 2018“ genau diese notwendigen Rahmenbedingungen und einen umfassenden Wegweiser für eine effiziente und richtige Vorbereitung. Vier interaktive Module führen dabei zielgerichtet auf die Neuerungen im Unternehmen hin und können über konkrete Handlungsanleitungen die notwendigen Änderungen anstoßen. Mit dem Regulatory Impact-Assessment wird individualisiert und anonym ermittelt, wie weit die Geschäftsorganisation von den zukünftigen Änderungen entfernt ist. Das Wissenscenter bietet das notwendige Werkzeug zur Umsetzung der regulatori-

schen Änderungen. Schließlich kann über die Lernplattform interaktiv das notwendige Wissen aufgebaut und über das Wissens-Quiz gefestigt werden. Die vollständige Durcharbeitung und erfolgreiche Absolvierung aller modularen Elemente garantiert die bestmögliche Vorbereitung auf die regulatorischen Anforderungen. „Fit für 2018“ ist zu einem einmaligen Lizenzpreis von € 610,- zzgl. USt. erhältlich. Ausgewählte Frühbucher und FachgruppenMitglieder haben jetzt sogar die Chance auf eine Kaufförderung mittels Rabatten. Mit einem Klick unter www.fitfor2018.kpmg. at kann bereits der erste Schritt für ein erfolgreiches Jahr 2018 gesetzt werden und die regulatorischen Sorgen sind mit Sicherheit erleichtert.


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STUDIE

Versicherungen müssen Aufgabenbereiche ihrer Finanzvorstände neu definieren Niedrigzinsphase, Digitalisierung und eine Flut an neuen Regularien setzen die Versicherungsbranche unter Druck. Eine Schlüsselrolle kommt in diesem Umfeld den Finanzvorständen (CFOs) zu. Die Unternehmensberatung Horváth & Partners untersuchte in ihrer „CFO-Insurance-Blitzumfrage 2020+“ die Rolle und Verantwortung des CFOs in Versicherungsunternehmen und zeigt Veränderungen von Aufgaben und Prozessen im Finanzbereich auf. Michael Kordovsky

Im Zuge der Befragung von mehr als 40 CFOs in Versicherungsunternehmen definierten die Experten von Horváth & Partners vier Untersuchungsbereiche, nämlich das FinanceBetriebsmodell/Target Operating Model (TOM), Digitalisierung in der Steuerung, Rollenbild des CFOs und Einbindung & Verantwortung in der Strategiearbeit. Aus den Ergebnissen der Befragung zeigten sich diverse organisatorische Schwachstellen: Vernetzung und Zentralisierung von Aufgabenbereichen erforderlich Primär agieren die befragten Finanzvorstände als Buchhalter und Controller. 93,3 Prozent verantworten das Rechnungswesen, je 82,6 Prozent die Bereiche Reporting und Finanzen/Controlling. Diese Verantwortungsbereiche gelten als „Komfortzone“ in der die meisten CFOs gerne verharren. Nur 21,6 Prozent hingegen sind auch für die Strategie zuständig, während die Tätigkeitsbereiche Risikomanagement und Kapitalanlage – sehr erfolgsentscheidend für Versicherungen – tendenziell wohl eher „nebenherlaufen“. Nur 60,9 bzw. 56,5 Prozent der Befragten zählen diese zu ihren Verantwortungsbereichen. Doch die genannten Aufgabenbereiche sind ineinander verzahnt und können nicht isoliert betrachtet werden. Die Experten von Horváth & Partners raten dazu, dass Finanzvorstände aufgrund der Komplexität von Prozessen und deren Aufgabenvielfalt als Servicedienstleister für das Gesamtunternehmen agieren. Dabei sollten für eine bessere Prozessqualität bei gleichzeitiger Kostensenkung die Finanzbereiche zentralisiert werden und eine Verzahnung 34 riscontrol 01/18

dank einer Kombination zahlreicher Daten mit künstlicher Intelligenz bereits in der Lage, deren Risikoverhalten und auch die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung bestehender Verträge vorherzusagen. Das Schlagwort dafür lautet „Predictive Analytics“. Künstliche Intelligenz und „Big Data“ werden in den kommenden Jahren die Versicherungsbranche revolutionieren. Um dabei nicht ins Hintertreffen zu gelangen, erfordert die Digitalisierung eine strukturierte Organisation und Mark René Hertting, (Budget)P lanung Finanzexperte bei Horváth von der Vorstand& Partners: „Instrumente wie setage bis hin zum Sachbearbeiter. Digital Planning und Digital

des Rechnungswesens, Controllings, Risikomanagements und Reportings vorangetrieben werden. Das deckt sich auch mit den Erwartungen der CFOs, denn 77 Prozent der Befragten erwarten, dass zukünftig ihre Verantwortungsbereiche innerhalb des Unternehmens zentralisiert organisiert sein werden. Aufholbedarf in der Digitalisierung

Digitalisierung in der Kundenakquise, der Schadensabwicklung und im laufenden Betrieb ermöglicht Versicherungen massive Kostensenkungen. Die Technologie ist heute bereits soweit entwickelt, dass VerForecast helfen Finanzchefs, Je mehr Bereiche ein sicherer in der Lage bisherige Einschränkungen in Versicherungsunterwären, maschinelle der Steuerung zu überwinden nehmen in ihrer DiBeratung in Form und das Gesamtunternehmen gitalisierungsplanung von Chatbot- und erfasst, desto größer Robo-Beraterlösungegenüber dem Wettbewerb sollten in der Regel gen einzusetzen, um zu behaupten.“ EntwicklungsfortMakler und Beraschritt und Wettbetungspersonal dabei zu unterstützen, effektivere Gespräche zu werbsfähigkeit werden. Ein deutlicher Einfluss führen und eine höhere Konversionsrate in der Umsetzung von Digitalisierungsstraund Kundenzufriedenheit zu erreichen. Bei tegien beschränkt sich laut der Blitzumfrage bestehenden Kunden sind Softwaresysteme von Horváth & Partners aber nur auf 39,1


STUDIE

Prozent der befragten CFOs. Die überwiegende Mehrheit der Finanzvorstände hingegen tangiert das Digitalisierungsthema wohl eher nur „peripher“ bzw. nur auf wenige Bereiche konzentriert. Im Finanzressort selbst finden in je 70,6 bzw. 58,8 Prozent der Fälle die Digitalisierungsmaßnahmen im Management-Reporting und in der Kreditorenbuchhaltung statt. Je 47,1 Prozent gaben noch die Bereiche Debitorenbuchhaltung, Kosten-/Leistungs-/ Ergebnisrechnung und Forecast an. Hier noch etwas in die Tiefe gegangen, zeigt sich ein wohl eher rudimentäres Bild, denn in die Digitalisierung der operativen Planung/ Budgetierung investieren nur 41 Prozent der Versicherungsunternehmen und in die strategische Planung nur 18 Prozent. Nicht nur 55 Prozent der Befragten stimmten der These zu, dass im CFO-Bereich ihres Unternehmens aktuell zu wenig Investitionen in Digitalisierungsmaßnahmen getätigt werden, sondern auch Mark René Hertting, Finanzexperte bei Horváth & Partners, sieht Verbesserungspotenzial: „Instrumente wie Digital Planning und Digital Forecast helfen Finanzchefs, bisherige Einschränkungen in der Steuerung zu überwinden und das Gesamtunternehmen gegenüber dem Wettbewerb zu behaupten.“

abwickeln“, erklärt Hertting. „Mitarbeiter werden entlastet und können sich um Spezialthemen kümmern.“ Neues Rollenbild des CFO: Vom Spezialisten zum Generalisten

Der einstige Finanzcontroller entwickelt sich zunehmend zu einem Berater für das Management, der quer durch das Unternehmen Einblick in unterschiedlichste Bereiche hat. Dabei sollte der Versicherungs-CFO laut den Experten von Horváth & Partners „eine In der Unternehmenssteuerung werden Versi- vollständige Durchgängigkeit der Steuerung cherungen zukünftig verstärkt auf künstliche herstellen und Inkonsistenzen beheben. Die Veränderung der TäIntelligenz zurücktigkeit vom „Kenngreifen. Die Hälfte zahlenadministrator“ der befragten UnterDer einstige Finanzcontroller hin zum Finanzmanehmen wird künftig entwickelt sich zunehmend nager soll einen BeiPredictive-Analyticszu einem Berater für das trag zu einer schlanLösungen für die Management, der quer durch keren effizienteren operative Steuerung das Unternehmen Einblick in Organisation leisten. (z.B. Preisgestaltung), Dies kann aber nur die Risiko und Verunterschiedlichste Bereiche durch transparente triebssteuerung sowie hat. Kommunikation mit für die Unternehjenen Mitarbeitern menssteuerung (z.B. Marktentwicklung) nutzen. Den zukünftigen ermöglicht werden, die über entscheidungsEinsatzbereich von Robotics-Lösungen sehen relevante Informationen verfügen. Somit sind 81,8 Prozent der CFOs für die Bereiche für die Steigerung der Transparenz über die Transaktion und Accounting. „Robotics- Geschäftsentwicklung KommunikationsLösungen bieten Versicherern enorme Vorteile instrumente, wie zum Beispiel regelmäßige für die effiziente Neugestaltung von Prozessen Performance-Dialoge, zu etablieren. Aber und Aufgaben. Die Softwareroboter können nur 13,6 Prozent der Befragten etablieren repetitive und zeitintensive Prozesse über- bisher Kommunikationsinstrumente für den nehmen und diese schnell und kostengünstig fachlichen Austausch und sichern konsis-

tente Strukturen, Prozesse und Systeme. Auf der anderen Seite erarbeiten 90,9 Prozent Finanz-/Controlling-Strategien und 77,2 Prozent stellen integrierte Steuerungssysteme bereit. Immerhin 54 Prozent agieren bereits als Berater für das Management und die Hälfte nehmen bereits Geschäfts- und Ergebnisverantwortung wahr. CFOs agieren größtenteils als Manager der Ergebnisbereiche Kapitalanlage (ca. 57 Prozent), Performanceoptimierung (ca. 52 Prozent) und Rückversicherung (ca. 48 Prozent). Primär eine beratende Tätigkeit nehmen die CFOs für die Ergebnisbereiche in den Sparten Leben, Kranken und Komposit ein. Einen deutlichen Einfluss haben Versicherungs-CFOs auf die Kapitalanlagestrategie (87 Prozent der Befragten), Unternehmensstrategie (82,6 Prozent) und Risikostrategie (78,3 Prozent. Vor allem die Strategiearbeit erfordert dabei ein breit gefächertes Wissen, wobei zunehmend der Digitalisierung Bedeutung zukommt. Da aber fast 60 Prozent der Befragten keinerlei signifikanten Einfluss auf Digitalisierungsstrategien haben, besteht besonders hier Nachholbedarf, weshalb die Experten von Horváth & Partners folgende Empfehlung aussprechen: „Der CFO sollte in einen frühzeitigen Aufbau an Know-how in die Digitalisierung investieren und Einfluss auf die Digitalisierungsstrategie haben, um einen Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen zu schaffen.“ Das bedeutet konkret: Raus aus der Komfortzone des traditionellen Rollenbildes und hinein in die vernetzte Welt der Versicherungsdigitalisierung. risControl 01/18 35


VERANSTALTUNG

DDr. Mario Art (Geschäftsführer), Mag. Ali Eralp (Vize-Präsident), KommR Siegfried Prietl (Präsident), KommR Maria Wisur (Vize-Präsidentin) gratulieren den erfolgreichen Lehrgangsabsolventen

FAF Fachakademie

Absolventenfeier

Erfolgreicher Abschluss des FAF Diplomlehrganges. „Mit dem Abschluss des FAFDiplomlehrganges sind unsere Absolventen top-qualifiziert. Denn sie erfüllen damit auch die Zugangsvoraussetzung für Masterstudien an mehreren österreichischen Hochschulen. Eines der jüngsten Vorzeigeprojekte unserer Arbeit ist mit Sicherheit der neue Masterlehrgang in Financial Management, welcher

speziell auf die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung in der Finanz- und Versicherungswelt eingeht", so Geschäftsführer Mario Art. Ab dem kommenden Jahr unterliegen Finanzdienstleister verstärkt einer gesetzlichen Weiterbildungsverpflichtung. „Lebenslanges Lernen ist ein wesentlicher Indikator für den Qualitätsstandard einer Finanzberatung,

die dazu viel Erfahrung und ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl erfordert“, betont FAF-Präsident Siegfried Prietl im Rahmen der feierlichen Zeugnisüberreichung in den Räumlichkeiten der Fachakademie im ersten Wiener Gemeindebezirk. Der nächste FAFDiplomlehrgang startet am 8. März 2018 (Wien), der Masterlehrgang in Financial Management am 13. September 2018 (Krems).

Österreichische Beamtenversicherung

Ausstellung Hans Glaser

Mit dem Wiener Künstler Mag.art Hans Glaser startet die ÖBV in das Ausstellungsjahr 2018. Unter dem Titel „DAILY NEWS“ zeigt

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Glaser, geboren 1948 in Haag/Hausruck und seit 1952 in Wien lebend, einen repräsentativen Querschnitt seines vielfältigen Schaffens

im ÖBV Atrium. „Basis von DAILY NEWS sind Zeichnungen, deren Motive öffentlichen Printmedien entnommen sind. Das tägliche Nebeneinander von Abbildungen unterschiedlichen Inhalts wie Liebe, Mord, Mode u.a. inspiriert und fasziniert mich“, verrät Hans Glaser. „Mit den Arbeiten dieser Serie thematisiere ich die Absurdität des Nebeneinanders der täglichen Nachrichten und lasse daraus eine neue Geschichte entstehen.“ Glasers von Experimentierfreude gekennzeichnetes Œuvre, welches Grafik, Bildhauerei, Medien- und Fotokunst umfasst – darunter spezifische Verfahren wie die fotografische Mehrfachbelichtung, Cyanotypie und Stencil-Technik –, spiegelt sein Studium und seine langjährige Lehrtätigkeit u.a. an der Universität für Angewandte Kunst in Wien wider sowie seine extensive Reisetätigkeit in Europa, den USA, Asien und Afrika. Die Ausstellung ist vom 17. Jänner bis 4. Mai 2018 bei freiem Eintritt im Atrium der ÖBV zu sehen.


EFM Ski-Tage 2018 Wie bereits in den letzten Jahren fanden auch 2018 die EFM Ski-Tage zum Jahresauftakt, vom 7.-9. Jänner, in Schladming statt.

Neben zahlreichen EFM Versicherungsmaklern, durfte die EFM auch viele prominente Vertreter aus der Versicherungsbranche vor Ort begrüßen. Beim großen Come Togehter am ersten Abend wurden alle Gäste mit EFM Schals eingekleidet und genossen mit einem wärmenden Glühwein den Blick auf den Planai Zielhang. Beim anschließenden Abendessen stand das Networking aber schon wieder im Vordergrund. Am Montag starte dann der sportliche Part, das Skifahren mit Harry Prünster. Früh mor-

gens ging es mit ihm schon auf die Piste und den Skifahrern wurde von ihm nochmals das heutige Material erklärt und gezeigt wie der perfekt Carving-Schwung gelingt. Für alle, die nicht auf den zwei Brettern die Berge runterflitzen wollten, gab es als Alternative das GAUDI-Rodeln auf der Hochwurzen. Egal für was man sich entschied – der Spaß kam sicher nicht zu kurz. Eine Stärkung gab es beim gemeinsamen Mittagessen auf der Hoo-Ruck-Alm bevor es dann wieder die Berge auf den Skiern oder dem Schlitten

bergab ging. Zum Ausklang des ersten Tages gab es noch ein gemütliches Abendessen in der Hohenhaus Tenne mit musikalischer Begleitung von Harry Prünster und Olaf Henning. Der Abschluss der EFM Ski-Tage war am Dienstag beim gemeinsamen Mittagessen in der Schladminger Hütte, wo noch ein kurzer Ausblick auf 2018 gegeben wurde. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern der EFM Ski-Tage und freuen uns schon auf die nächsten.

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KOLUMNE

Luxusgut Wohnimmobilie Mit Baurechten und günstigen Finanzierungen der Immobilienpreisexplosion entgegenwirken Quer durch Europa, aber vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die Immobilienpreise infolge der Null- und Negativzinspolitik der EZB und Schweizerischen Nationalbank stark angezogen. In Österreich stiegen von 2000 bis 2016 die Wohnimmobilienpreise wesentlich schneller als die Verbraucherpreise und Nettoeinkommen. Wohnen wird immer mehr zum Luxus. Dieser Entwicklung kann jedoch durch günstige Finanzierungen und preiswertem Wohnbau auf Basis von Baurechten entgegengewirkt werden. Michael Kordovsky

Laut Angaben der deutschen Bundesbank sind die Preise für Wohnimmobilien in 127 deutschen Städten von 2010 bis 2016 um ca. 50% gestiegen. Das Kaufpreis/Jahresmieten-Verhältnis verteuerte sich in diesem Zeitraum von ca. 21 auf rund 26. Blickt man noch länger zurück, dann erkennt man vor allem in der Schweiz mehrere Hotspots mit atemberaubenden Wohnimmobilien-Preissteigerungen in den vergangenen 10 Jahren: Zürich: 84%, Luzern: 82%, Imboden: 79% und Entremont: 70% - so das Ergebnis der Berechnungen im Rahmen einer Zusammenarbeit von comparis.ch und dem Chair of Entrepreneurial Risks der ETH Zürich. Auch Hierzulande verzeichneten die Wohnimmobilien (gebrauchte und neue Wohnungen sowie Einfamilienhäuser) über einen längeren Zeitraum atypisch starke Anstiege, wobei der größte Schub erst 2009 einsetzte. Von 2000 bis 2016 verzeichneten laut dem von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) veröffentlichten Wohnimmobilienpreisindex die Wohnimmobilienpreise im bundesweiten Schnitt einen Anstieg von 80,4%. Am stärksten stiegen dabei die Preise gebrauchter Eigentumswohnungen in Wien mit 126,4%. Im Vergleich dazu stieg in diesem Zeitraum laut Daten der Statistik Austria das durchschnittliche Jahresnettoeinkommen der unselbständig Beschäftigten in Österreich um 32,7%. Der Verbraucherpreisindex (VPI 2000) stieg indessen um 35,2%. Selbst die langfristig am schlechtesten performende Wohnimmobilien-Kategorie der Einfami38 riscontrol 01/18

lienhäuser außerhalb Wiens verteuerte sich noch um 50,9%. So richtig los ging der Preisanstieg aber erst nach der Finanzkrise. Ein wesentlicher Auslöser war dabei der Zinssturz von 2008/09. Ein Immobilienboom der viele arm macht Bis zum Jahr 2008 waren im 3-Monats-Euribor noch Werte von bis zu über 4% p.a. üblich. Im Jahresdurchschnitt 2009 waren es nur noch knapp über 1% p.a. und mittlerweile ist dieser wichtige Indikator-Zins mit -0,33% negativ und die jüngsten OGH-Urteile zwingen Banken bis zu einem Gesamtkreditzinssatz von 0% die Negativzinsen im Indikator an Verbraucher weiterzugeben. Variable Kreditzinsen zwischen 1,125 und 1,50% p.a. sind heute machbar und 20jährige Fixzinsbindungen zu 2,25% p.a.. Im Vergleich dazu liegen die erzielbaren Mietrenditen – je nach Landeshauptstadt und Lage zwischen 3 und 5%. Hinzukommt noch die Flucht der Anleger in Betongold – ein Phänomen, das verstärkt mit den „Eurosorgen“ der Jahre 2011 und 2012 auftrat und dazu führte, dass in diesen Jahren in Wien die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen um jeweils 9 bzw. 18,2% explodierten. Im Zeitraum 2009 bis 2016, stiegen die Wohnimmobilienpreise im Bundesschnitt um 50,6%, gebrauchte Eigentumswohnungen in Wien sogar um 69,2%, aber die Nettoeinkommen unselbständig Beschäftigter nur um 11,6%. Wer beispielsweise 2009 für eine 100m2-Wohnung noch mit 10 Jahreseinkommen das Auslangen fand,

musste 7 Jahre später für eine vergleichbare Wohnung in Wien bereits 15,2 Nettojahresgehälter hinlegen. Das war aber nur ein moderates Beispiel. Richtig krass ist die Situation in teuren Städten wie Salzburg oder Innsbruck. Der durchschnittliche Preis für Erstbezugswohnungen guter Qualität stieg in Innsbruck von 2009 bis 2014 um 39,2% bzw. 6,84% p.a. auf 3.838,1 EUR/m2 und 2016 kostete eine gute Wohnlage mit gutem Wohnwert bereits 4.208,8 EUR/ m2. Wieviel Wohnung konnte sich da ein Durchschnittsverdiener im Jahr 2016 mit einer Investitionssumme in Höhe von 10 NettoJahres-Gehältern leisten? Die 223.440 EUR reichten gerade mal für 53m2 guten Wohnwertes in guter Stadtlage. Im Luxus-Segment sind teils über 8000 EUR/m2 zu berappen, während gebrauchte unsanierte Wohnungen im unteren Preissegment zwischen 2.000 und 3.300 EUR/m2 kosten. Im 1. Bezirk Wiens ist die Situation noch extremer: Laut aktuellem Wohnungsatlas von Otto Immobilien lag dort der Durchschnittspreis pro m2 für die Transaktionen der vergangenen 12 Monate 12.604 EUR/m2. Die teuerste Transaktion mit 32.094 EUR/m2 fand im Schottenviertel statt. Trotz der hohen Niveaus sind die Preise des 1. Bezirks in den letzten 6 Jahren im Mittelwert um 4,93% pro Jahr gestiegen. Die Verlierer dieser Entwicklung sind diejenigen, die noch nicht rechtzeitig in Wohneigentum oder Anlageimmobilien investierten. Sie müssen heute viel mehr Mittel aufwenden als


KOLUMNE

Sammlung vollständiig erfasst und von RE/ MAX Austria ausgeEigentumswohnungen 2 wertet und analysiert Erstbezug 2016 (in EUR/m , werden. Ergebnis für Veränderung zum Vorjahr) das 1. Halbjahr 2017: Bundesweit stieg der Salzburg 4.131,50 +0,7% Innsbruck 2.759,50 +2,0% Q uadratmeterpreis Unteres Preisviereiner typischen heitel holt auf Wien 3.817,90 +1,2% Wien 2.669,70 +5,6% mischen Wohnung Innsbruck 3.718,90 +1,8% Salzburg 2.656,80 +1,9% um 5% auf 3045 EUR Laut Wohnimmo(Vorjahresvergleich). bilienpreisindex der Bregenz 3.474,20 +3,8% Bregenz 2.035,10 +4,6% Auf 5-Jahres-Sicht OeNB-Webseite Graz 2.846,70 +1,9% Linz 1.671,60 +2,6% liegt der Anstieg sogar verteuerten sich im Linz 2.654,70 +2,0% Graz 1.640,60 +2,3% bei 39,8%. Im Schnitt 3. Quartal 2017 die kostete eine im 1. HalbWohnimmobilienKlagenfurt 2.276,40 +2,3% St. Pölten 1.384,20 +1,6% jahr 2017 gehandelte preise in Österreich Eisenstadt 1.904,30 +3,6% Klagenfurt 1.357,90 +1,0% Wohnung 190.603 um weitere 4,5%. In EUR. Allerdings war die gleiche Kerbe St. Pölten 1.865,00 +2,9% Eisenstadt 1.290,50 +5,6% noch jede 4. Wohnung schlagen auch die unter 113.975 EUR zu Marktdaten der Quelle: Immobilienpreisspiegel 2017, WKO (Immobilien- und Vermögenstreuhänder) haben, während das Immobilienmaklerteuerste Vierteil aller Kette RE/MAX. Die Grundlagen dafür liefert das Grundbuch trägen, die von der IMMOunited GmbH Wohnungen bei 257.500 EUR begann. Was mit seinen öffentlich zugänglichen Kaufver- (Experten für Immodaten) in der Kaufvertrags- auffällt, ist ein signifikanter Anstieg der Preise

Gebrauchte Eigentumswohnungen 2016 (in EUR/m2, Veränderung zum Vorjahr)

plu eruf, gs. B r ü l f l Unfa rheitsnetz unterwe s

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Z T U H C S M U D N U D R N U R E M IM ALL. ÜBER CHAFFEN S R I W . DAS

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Die Niederösterreichische Versicherung

Niederösterreichische Versicherung AG Maklerservice Neue Herrengasse 10 3100 St. Pölten Tel. 02742/9013-6411 makler.office@nv.at

Wir schaffen das.

www.nv.at risControl 01/18 39

WIEN NORD

früher. Unter diesem Aspekt lässt sie der Immobilienboom arm aussehen. Und es geht noch immer weiter.


KOLUMNE

für „Billigimmobilien“. Der Boom wandert immer mehr in die Speckgürtel der Großstädte, um von dort aus vereinzelt bereits die Peripherie zu erfassen. In der Folge stieg der durchschnittliche Quadratmeter-Preis des untersten Preisviertels um 9,3%, während sie im oberen Viertel „nur“ um 4,5% stiegen. Die Grenzen zum oberen und unteren Preisviertel lagen bei je 3.887 bzw. 2.183 EUR/m2. 2018 erwarten die Experten von RE/MAX weitere Immobilienpreissteigerungen. Eigentumswohnungen in Top-Lagen sollten sich um 5,6% verteuern und jene in Stadtrandlagen um 2,9%. Einfamilienhäuser sollten eine Wertsteigerung um 4,1% erzielen können, während die Baugrundstücke mit einer durchschnittlich erwarteten Preissteigerung von 6,3% das Highlight sind, denn: Baugrundstücke ohne Bauverpflichtung sind stark gefragt, aber nur selten am Markt, da sich Gemeinden vor Zersiedlung und ungenützten Infrastrukturkosten schützen.

der Bauträger das Grundstück auf 99 Jahre, um darauf ein zur Vermietung bestimmtes Gebäude zu errichten. Durch den Baurechtszins wird der Grundkaufpreis „scheibchenweise“ auf einige Jahrzehnte verteilt bezahlt. In diesem Zusammenhang ergibt sich für Investoren in all-in99 Wohnungen ein Steuervorteil: Der Baurechtszins kann als Aufwand abgeschrieben werden – ähnlich wie die Zinsen bei einer Fremdfinanzierung. Dies gilt jedoch nur für Kapitalanleger, die ihre Wohnung vermieten. Für Grundstückseigentümer liegt der Vorteil darin, dass sie noch immer über eine Kapitalanlage über Generationen verfügen und dabei ohne weiteren Aufwand eine Rendite erzielen, was speziell für religiöse Einrichtungen, Bundesforste, Gemeinden und Landwirte interessant ist. Ein Baurechtszins von 3% des Verkehrswertes einer Liegenschaft liegt weit über Sparbuchzinsen und Erträgen aus Lebensversicherungen. Am Ende der Laufzeit geht dann das errichtete Gebäude gegen angemessene Entschädigung ins Eigentum des Grundstückeigentümers über. Das Baurecht ist also eine Übereinkunft zu beiderseitigem Vorteil. Was aber bedeutet dies nun konkret in punkto Leistbarkeit der betreffenden Wohnung. risControl hat bei ÖKO Wohnbau nachgefragt und erhielt folgendes Kalkulationsbeispiel:

sowie zwei 4-geschossige Wohngebäude mit jeweils 28 Wohnungen - in Summe 56 Eigentumswohnungen - zwischen 45, 48 und 68 m² (2- und 3-Zimmer)“. Eine 45 m² Eigentumswohnung mit 6 m² Balkon (1. OG) und Tiefgarage kostet netto EUR 114.400,-. Würde man das Grundstück erwerben können, so müsste die Wohnung netto um EUR 21.600,- teurer sein – somit würde die Wohnung netto EUR 136.000,- kosten. „Dies hätte zur Folge, dass, wenn ich die gleiche Rendite von 3,6 % netto nach Steuer erzielen möchte, ich die Wohnung um EUR 2,90/m² teurer vermieten müsste. Die 45 m² Wohnung würde somit um EUR 130,- mehr kosten! Statt EUR 503,- inkl. Einrichtung, Betriebs- und Heizkosten und USt. aber ohne Tiefgarage würde die Wohnung rund EUR 630,- kosten“, illustriert Stabauer den Leistbarkeitseffekt des Baurechts.

Dieses Projekt ist eine Langfristanlage für Investoren, die sich ein wertbeständiges, arbeitsfreies Zusatzeinkommen aufbauen möchten – und dies möglicherweise über Generationen, denn: Das Baurecht läuft 99 Jahre – die Liebhabereithematik 20 Jahre, die USt-Betrachtung Immer stärker werden dadurch die Baugrund20 Jahre, die Finanzierung 20 Jahre (letztere preise zum Kostenfaktor neuer Wohnbauist individuell gestaltbar). Die niedrigen Geprojekte von Bauträgern. Laut Immobiliensamtkosten ermöglichen Anlegern sogar -den preisspiegel 2017 bewegten sich die Preise pro Fallbeispiel „all-in99“ aus Klagenfurt Erwerb einer parifizierten Eigentumswohnung m2 zwischen 100,40 EUR in St. Pölten und (Vertriebsstart Ende Jänner 2018) ohne bzw. mit sehr geringem Eigenkapital. 846,50 EUR in Salzburg. In Innsbruck und Wien lagen sie bei jeweils 759,70 bzw. 569,30 Das Bauvorhaben skizziert Wolfgang P. Sta- Ein 20-jähriger Finanzierungszeitraum und EUR, während man in Klagenfurt im Schnitt bauer, geschäftsführender Gesellschafter der eine Art „monatlicher Sparplant“ ab 250 EUR noch mit 187,40 EUR pro m2 auskam. Diese ÖKO Wohnbau SAW GmbH wie folgt: „Bei sind möglich. Als Anleger verfügt man über Werte sind bereits längst überholt und das diesem Projekt ist die Landwirtschaftskammer eine persönliche Grundbuchseintragung. Das gibt Sicherheit. Jahr 2018 kann teils Hinzukommen sozizweistellige PreisanMarkt all-in99 ale und ökologische stiege in besonders Aspekte: Man schafft begehrten Gebieten € 9,01 € 6,56 Ø-Nettomiete/m2 Wfl. günstigen Wohnraum bedeuten. Um 27 % günstigere Mieten! in Form von Gebäuden, die in einer ökoDas Mittel dagegen € 3.162 € 2.438 Ø-Kaufpreis inkl. USt./m2 Wfl. logisch nachhaltigen nennt sich Baurecht Um 23 % günstigerer m2-Kaufpreis! Massivholzweise erund ist beispielsweiRendite nach Steuer (35 % Prog.)! 2,9 % 3,6 % richtet werden. se im von der ÖKOGenerell können auch Wo h n b a u S AW Um 24 % höhere Rendite! normale HäuslebauGmbH vertriebenen er vom Vorteil eines Projekt „all-in99“ die Besonderheit, die Wohnraum leistbarer Kärnten Eigentümer des rund 5.050 m² großen Baurechtes Gebrauch machen, sofern sie einen macht. Anstatt schon alleine mit dem Kauf Grundstückes. Hierauf errichten wir eine Tief- passenden Grundeigentümer dafür finden. Sie des Baugrundes Kapital zu binden, „pachtet“ garage mit 56 Stellplätzen samt Nebenräumen bauen beispielsweise Niedrig-Energie-Häuser Mit Baurechten den explodierenden Baugrundpreisen ein Schnippchen schlagen

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KOLUMNE

auf den betreffenden Grund und ersparen sich die sofortigen Ausgaben für den Baugrund. Mit günstigen Krediten entgegensteuern Was Immobilien in den letzten Jahren trotz steigender Preise erschwinglicher machte, war der Zinssturz infolge der Finanzkrise. Je niedriger nämlich die Kreditzinsen sind, desto niedriger sind auch die Rückzahlungsraten. Doch nur bis zu einem bestimmten Grad konnten sinkende Zinsen und steigende Einkommen (Determinanten eines fiktiven Kreditvolumens) dem Anstieg der Immobilienpreise hin zu einem Erhalt der Leistbarkeit entgegenwirken. Dies zeigt ein Modell, das die Leistbarkeit unter Fremdfinanzierungsaspekten analysiert. Eine historische Betrachtung der fremdfinanzierten Leistbarkeit Unter der Annahme eines Aufschlags von 1,50 Prozentpunkten auf den 3-Monats-Euribor lagen die variablen Kreditzinsen im Jahr 2000 bei 5,99%. Wer für die Rückzahlung eines Wohnkredites mit 25jähriger Laufzeit 25 Prozent des durchschnittlichen österreichischen Jahres-Nettoeinkommens (unselbständig Beschäftigter) aufwand, bekam damals nur knapp 54.500 Euro an Kredit. Doch seither sind die Kreditzinsen gesunken. Bis 2016 gingen sie auf 1,50% zurück (Negativzinsweitergabe nicht berücksichtigt). Gleichzeitig stiegen die Nettoeinkommen in diesem Zeitraum um fast ein Drittel. Unter diesen neuen Rahmenbedingungen gäbe es für monatliche Kreditraten in Höhe eines Viertels des durchschnittlichen Nettoeinkommens schon einen Kredit von rund 116.400 Euro. Die fremdfinanzierbare Kaufkraft hat also zugenommen und wirkt den steigenden Immobilienpreisen positiv im Sinne der Käufer entgegen. Zwar stiegen die Wohnimmobilienpreise seit 2000 (bis 2016) um 80,4% und eine Wohnung die ursprünglich 100.000 Euro kostete, verteuerte sich auf 180.400 Euro. Doch dem wirkt das machbare Finanzierungsvolumen entgegen. Diejenigen, die im Jahr 2000 beispielsweise nur 100.000 Euro an maximaler Finanzierungssumme bekommen hätten, würden 2016 theoretisch in der Lage sein, bis zu 213.400 Euro fremd zu finanzieren. Das ist die Grundüberlegung dieses Modells, das die Entwicklung eines fiktiven

Kreditvolumens auf Basis des Einkommens und der Zinssituation dem Anstieg der Immobilienpreise gegenüberstellt.

ge achten, nämlich möglichst langjährige Sicherung des aktuell noch historisch günstigen Zinsniveaus bei gleichzeitig möglichst langer Kreditlaufzeit. Die besten Konditionen ermöglicht dabei ein Marktüberblick mit Hilfe von WohnbauFinanzexperten, die sich täglich mit aktuellen Markt- und Konditionsentwicklungen auseinandersetzen.

We n n e s 2 0 1 6 213.400 Euro Kredit von der Bank gab, während sich der Preis dieser „durchschnittlichen Wohnimmobilie“ auf 180.400 Euro verteuerte, so hat sich unter FremdfiWolfgang P. Stabauer, nanzierungsaspekten geschäftsführender Gesellschafter der die Leistbarkeit um ÖKO Wohnbau SAW GmbH Wie sehr die Wahl 18,4% (213,6/180,4 der passenden FiX 100 – 100) vernanzierung das mobessert. Noch stärker verbesserte sich von 2000 bis 2016 die natliche Wohnbudget entlasten kann, zeigt Leistbarkeit von Wohnimmobilien außerhalb folgendes Beispiel: Wiens, nämlich um 28,2%. Und selbst die Preisexplosion bei gebrauchten Eigentums- Kreditbetrag: EUR 200.000,-wohnungen in Wien konnte durch steigende Kreditlaufzeit 25 Jahre Einkommen und sinkende Zinsen weitgehend kompensiert werden (Leistbarkeit ging nur Fixzins auf 20 Jahre: 2,75% p.a. aber machbar wären 2,25% p.a. um 5,6% zurück). Dieser Betrachtung des Gesamtzeitraumes 2000 bis 2016 steht der kritische Zeitabschnitt 2009 bis 2016 gegenüber, in dem die KreditZinsen nur noch um 1,15 Prozentpunkte zurückgingen, während die Immobilienpreise teils explosionsartig anstiegen. In diesem Zeitabschnitt ist auch die Leistbarkeit unter Fremdfinanzierungsaspekten wieder zurückgegangen – bei Wohnimmobilien bundesweit um 15,5% und bei gebrauchten Wohnungen in Wien um fast ein Viertel. Wie man heute richtig finanziert Das Kreditzinsniveau hat in diesem Konjunkturzyklus wahrscheinlich schon den Tiefstand gesehen. Das gilt vor allem für langjährige Fixzinsbindungen, zumal am langen Ende die Zinsen bereits leicht anzogen. So stieg beispielsweise der für 10jährige Fixzinsbindungen relevante 10Jahres-EUR-Swapzinssatz vom 11.01.2017 bis zum 10.01.2018 von 0,66 auf 0,92%. Somit sollten Kreditnehmer auf 2 Din-

Pauschalrate monatlich nachschüssig Monatliche Rate: 922,62 EUR Bei 2,25% Kreditzins vermindert sich die Rate bereits auf 872,26 EUR. Noch mehr Einfluss hat die Länge der Laufzeit. Verlängert sich die Laufzeit auf 40 Jahre, dann würde bei 2,25% an Kreditzinsen die monatliche Rate auf 632,28 EUR sinken. Das ist eine Entlastung um monatlich 290,34 EUR. Diese gibt Spielraum zur Ansparung für Sondertilgungen. Werden über 10 Jahre monatlich 290 Euro beispielsweise in einen Hochzinswährungs-Anleihenfonds investiert, der es nach Steuern und Kosten auf eine Performance von 4% p.a. bringt, dann würden zwischenzeitlich bereits 42.687 EUR für eine Sondertilgung zur Verfügung stehen. Diese Strategie kann mit Hilfe einer deutschen Bank aber auch mit einzelnen heimischen Instituten umgesetzt werden, wobei die konkrete Lösung individueller Beratung bedarf. risControl 01/18 41


TITELGESCHICHTE

Das neue Jahr Ein Jahr voller Herausforderungen und Neuerungen steht uns bevor. Ein Jahr mit vielen sportlichen Großereignissen. Und sportlich wird es auch bei der Umsetzung der IDD und der Datenschutzgrundverordnung. Die Datenschutzgrundverordnung wird die Nutzung von Daten vollkommen verändern. Ungelesene Nutzungsbedingungen werden bald der Vergangenheit angehören und die Datenaufbewahrung wird neu aufgestellt werden müssen. Die MiFID II ist seit 3. Jänner 2018 anwendbar und beim Verkauf von Finanzmarktprodukten ist die Zielmarktdefinition anwendbar, auch haben sich die Informations- und Transparenzrichtlinien gegenüber den Kunden verändert. Virtuelle Währungen werden der Geldwäsche Richtlinie unterworfen und künstliche Intelligenz wird immer mehr in unserem alltäglichen Leben eine große Bedeutung haben. Auch im Straßenverkehr gibt es Neuerungen, die digitale Vignette, neue „Pickerl“-Vorschriften. Mit 20. Mai 2018 treten neue Toleranzfristen für bestimmte Fahrzeugkategorien in Kraft: Für LKW, Rettungsfahrzeuge und Taxis beginnt der Toleranzzeitraum dann drei Monate vor dem Prüfmonat, es gibt aber keine Überziehungsfrist. Neu für alle ist, dass das Fahrzeug bei Feststellung eines schweren Mangels nur mehr zwei Monate ab Überprüfung genutzt werden darf. Auch die Digitalisierung ist in diesem Bereich weiter voranschreitend, ab 31. März müssen neu genehmigte Fahrzeugtypen der Klasse M1 und N1 über ein eCall-System verfügen. Und im Hinblick auf den kommenden Sommer, historische Fahrzeuge müssen zukünftig auch auf die Vorschriftsmäßigkeit überprüft werden. Aber nicht nur bei Regulatorien und im Straßenverkehr wird es heuer Veränderungen geben. Mit Ende des Jahres 2018 werden keine

500-Euro-Scheine mehr ausgegeben werden, er soll aber weiterhin als Zahlungsmittel gelten. Und zu guter Letzt wird es heuer neben den sportlichen Großveranstaltungen auch ein Wahljahr werden. Vier Landtagswahlen sind im neuen Jahr 2018 durchzuführen. Der Finanzbranche steht ein besonderes Jahr mit der Umsetzung der neuen Regulatorien bevor, wir haben eine Umfrage gestartet, wie es mit der Strategie für heuer aussieht, lesen Sie hier die Antworten. (nicht alphabetisch gereiht)

Österreichische Beamtenversicherung Die Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie ist bereits in vollem Gange, sodass wir mit Ende Februar als eines der ersten Unternehmen in der Branche IDD-konform beraten werden. Es ist uns auch gelungen, den Verkaufsprozess digital zu unterstützen, was die Arbeit für den Außendienst in Zukunft erheblich erleichtern wird. Natürlich werden wir die Digitalisierung weiter vorantreiben. Im zweiten Halbjahr 2018 möchten wir unter anderem den elektronischen Antrag einführen. Im Vertrieb werden wir im Frühjahr österreichweit den Fokus auf die Zielgruppe L ehrerinnen und Lehrern legen. Dazu haben wir eine eigene Kampagne sowie ein umfassendes Paket an

Maßnahmen entwickelt. A u c h das Markenkontaktpunktmanagement und die Kundenbindung sind wichtige Themen. Diesen werden wir weiterhin große Aufmerksamkeit widmen. Bei den Produkten sind ebenfalls Neuerungen geplant. Die ÖBV arbeitet derzeit an neuen Lebensversicherungsprodukten. Diese werden den Marktgegebenheiten und den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden entsprechend Rechnung tragen.

Josef Trawöger, Vorstandsvorsitzender Österreichische Beamtenversicherung 42 riscontrol 01/18


TITELGESCHICHTE

chancen mit Sicherheit verbinden, stoßen auf großes Interesse: Die Wiener Städtische verzeichnet bei Hybridprodukten Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich. Weiters werden 2018 zielgruppenorientierte Schwerpunkte wie Berufsunfähigkeit, Krankenversicherung, Pensionsvorsorge und Pflege verstärkt forciert und im Zentrum der Vertriebsaktivitäten stehen. Zudem stellt die Assekuranz mit der Umsetzung der Vertriebsrichtlinie IDD ihren Vertriebspartnern neue, innovative Services zur Verfügung. Mit dem digitalen Beratungstool „Smart&Easy“ werden nicht nur die IDDAnforderungen erfüllt, sondern auch größtmöglicher Nutzen für Kunden und Vertrieb gestiftet – einfach, schnell und effizient. KR Gerhard Heine, Partnervertriebschef, Wiener Städtische Versicherung AG

Wiener Städtische Versicherung AG Die Wiener Städtische kann sich wieder über ein erfolgreiches Geschäftsjahr freuen. „2017 haben sich vor allem die Sach- und Krankensparten gut entwickelt, besonders nachgefragt wurde unsere neue Cybercrime-Versicherung, die wir für Unternehmen und Private anbieten“, zeigt sich Partnervertriebschef Gerhard Heine zufrieden. „Und mit dem Wirtschaftsaufschwung steigt auch wieder spürbar die Nachfrage an Altersvorsorgelösungen“. Vor allem Veranlagungsmöglichkeiten, die Ertrags-

Allianz Versicherung AG Makler wollen ihre Kunden optimal betreuen und Geschäft machen. Unsere Aufgabe als Allianz Team Österreich ist es, sie dabei zu unterstützen – und zwar einfach, schnell und kompetent. Dafür setzen wir einerseits auf eine persönliche und umfassende Betreuung durch unsere Maklerbetreuer vor Ort sowie die zentralen Ansprechpartner und nutzen auch modernste Technik. So können unsere Maklerpartner durch den Einsatz von BiPRO und OMDS 3.0 für neue Schnittstellen neben Daten nun auch automatisch Dokumente in ihrem Verwaltungsprogramm empfangen. Dadurch steht bei StandardGeschäften die Polizze für den Kunden sofort nach Abschluss als PDF zur Verfügung. Mit Allianz Now Partner funktioniert das bereits für Kfz-Geschäft und wird 2018 auf Eigenheim-Haushalt-, Rechtsschutz-, Unfall-, Kranken- und Lebensversicherungen ausgeweitet. Gewerbeversicherung und betriebliche Altersvorsorge stehen weiterhin im Fokus, wobei die Allianz auch Lösungen für die immer stärker nachgefragte Auslagerung von Jubiläumsgeldansprüchen anbieten kann. Wir unterstützen unsere Maklerpartner im Bereich der Aus- und Weiterbildung und bieten über die Top Partnerakademie sowie die Allianz BAV-Akademie unentgeltliche Seminare an.

Versicherung 2018 ihr Hauptaugenmerk auf die Umsetzung strategischer Initiativen im Bereich Kundenfokus und Digitalisierung legen. Als Vorreiter in der Entwicklung digitaler Services sehen wir dies auch in Zukunft als Schlüssel zum Erfolg. Wir werden 2018 die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um neue Produktwelten zu etablieren, unsere Services weiter zu verfeinern und sie noch gezielter an Kundenwünsche anzupassen. Der persönlichen Vorsorge kommt dabei große Bedeutung zu. Neue Features im Generali LifePlan erhöhen die Attraktivität der Lebensversicherung. Der Ausbau digitaler Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von Leistungen, der Prävention und der Vorsorge runden die bereits überarbeitete und verbesserte Produktpalette in unserer Krankenversicherung ab. Das neue, innovative Gesundheitsprogramm Generali Vitality wird erweitert. Es begleitet die Österreicherinnen und Österreicher Schritt für Schritt in ein längeres und gesünderes Leben. Die Generali ist offen für Neues und erfolgreich durch Umsetzungsstärke.

NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich Die Themen Berufsunfähigkeit und Pflege sowie die Fondsgebundene Lebensversicherung werden auch 2018 im Fokus unserer Aktivitäten stehen. Um die hohe Qualität und Attraktivität unserer Fondsgebundenen

Generali Versicherung AG Claudia Schlosser, Bereichsleiterin Maklervertrieb Allianz Versicherung AG 44 riscontrol 01/18

„Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“ Getreu diesem Motto wird die Generali

Alfred Leu, CEO Generali Versicherung AG


TITELGESCHICHTE

Kunden und Vertriebspartnereinen einen noch besseren Leistungsüberblick und eine noch leichtere Lesbarkeit zu gewährleisten. Neben der Betreuung und dem Service vor Ort werden wir mit der NÜRNBERGER Akademie österreichweit Expertenveranstaltungen in unseren Kerngeschäftsfeldern FLV und Biometrie, aber auch zur Sachversicherung anbieten.

ARAG SE Direktion Österreich

Kurt Molterer, Vorstandsvorsitzender NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich Lebensversicherung auch weiterhin zu gewährleisten, entwickeln wir unsere Fondspalette weiter und werden mit Beginn 2018 zusätzliche Fonds wie z.B. ETFs aufnehmen. Außerdem werden wir unser bestehendes Ablaufmanagement um eine weitere Alternative ergänzen. Wir werden die Vertriebstechnologie an die Anforderungen der IDD anpassen. Unseren elektronischen Fondswechsel, der seit seiner Einführung sehr gut angenommen wird, werden wir weiterentwickeln und um zusätzliche Features ergänzen. Im Bereich des Tarifrechnerausdrucks planen wir eine Überarbeitung und Neugestaltung, um für

ARAG wird den in den letzten Jahren eingeschlagenen Weg 2018 konsequent weiterführen. Als unabhängiger Rechtsschutzspezialist in Familienbesitz bieten wir unseren unabhängigen Vertriebspartnern und deren Kunden höchste Service- und Produktqualität. Diesbezüglich wurden bereits in den vergangenen Monaten wichtige Weichen gestellt. Zum einen haben wir unsere Belegschaft insbesondere an den Schnittstellen zu unseren Vertriebspartnern und deren Kunden deutlich ausgebaut (Anstieg von 99 auf 110 Mitarbeitern) um unsere hochgesteckten Service-Ziele bestmöglich zu erfüllen. Für 2018 bedeutet dies unter anderem: schnellstmögliche Offertlegung, Begleitung unserer Vertriebspartner zu Betriebskunden vor Ort, unkomplizierte und schnelle außergerichtliche Schadenerledigung oder eine sehr gute telefonische Erreichbarkeit unseres Service-Centers. Zum anderen haben wir zum Jahreswechsel 2017-2018 unsere Produktpalette nochmals erheblich attraktiviert und unterstreichen dabei unsere Spezialistenrolle. Unsere kürzlich neu gestartete Homepage wird die Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern in 2018 weiter deutlich vereinfachen. Darüber hinaus machen die Umsetzung von DSGVO, IDD und diversen IT-Projekten 2018 zu einem besonders herausfordernden Jahr.

Chubb European Group Limited Direktion für Österreich

Dr. Matthias Effinger, CEO Hauptbevollmächtigter ARAG SE Direktion Österreich

Die Naturkatastrophen im Jahr 2017 und die damit verbundenen Schäden waren für international tätige Versicherer eine große Herausforderung. Globale Risiken nehmen stetig zu und wir sind als Branche verstärkt gefordert, unsere Angebote entsprechend auszurichten. Für uns in Österreich steht 2018

Walter Lentsch, Country President und Hauptbevollmächtigter Chubb European Group Limited Direktion für Österreich im Zeichen weiteren Ausbaus: Wir wollen die Marke Chubb noch intensiver am Markt platzieren, unsere Makler- und Kundenbeziehungen weiter stärken sowie Wachstum über Segmentierung und bedarfsgerechte Lösungen generieren. Beispielhaft sei hier unser Versicherungsprodukt ICT ProTech genannt, eine neue Paketlösung der Chubb für Technologieunternehmen. Diese beinhaltet, unter anderem, Deckungen für offene Vermögensschäden (E&O), Produkethaftpflicht, Betriebsunterbrechung, Vertragshaftung und Cyberrisiken. Darüber hinaus werden uns – so wie die ganze Branche – auch 2018 die regulatorischen und gesetzlichen Erfordernisse, wie IDD und Datenschutzgrundverordnung, beschäftigen.

VIENNA INSURANCE GROUP AG Die Vienna Insurance Group blickt dem Jahr 2018 mit großem Optimismus entgegen. Stark im Osten engagiert, verzeichnen wir in der CEE Region ein mehr als doppelt so hohes Wirtschaftswachstum als in Österreich. Es war als österreichisches Unternehmen eine goldrichtige Entscheidung, nach dem Kollaps des Kommunismus 1989/90 im ehemaligen Ostblock Fuß zu fassen und dort zu expandieren. Inzwischen trägt die Region CEE nicht weniger als die Hälfte zu unserem Gewinn bei, Tendenz steigend. Mehr noch: Dank der Expansion nach Zentral- und Osteuropa stehen wir auf einer Vielzahl von Beinen. riscontrol 01/18 45


TITELGESCHICHTE

Prof. Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende VIENNA INSURANCE GROUP AG Und diese Vielfalt, basierend auf der Maxime unserer Versicherungsgruppe „Schützen, was zählt“, ist heute zweifellos einer unserer größten Trümpfe. 2018 gilt es unsere Marktführerschaft in CEE weiter auszubauen und uns ganz speziell dem Thema Digitalisierung zu widmen, wozu wir zahlreiche Projekte innerhalb unserer Gruppe laufen haben. Dazu zählen unsere Kooperation mit dem Insurance Innovation Lab Leipzig, unsere Digitalisierungsprojekte wie beispielsweise „Genesis“ in Polen und unser neu ins Leben gerufenes VIG Xelerate Programm, wo wir digitale Transformationsprojekte unserer Konzerngesellschaften unterstützen, die innerhalb der Gruppe genutzt werden können.

Dialog Lebensversicherungs-AG Die Dialog Lebensversicherungs-AG hat ein erfolgreiches Jahr 2017 hinter sich. Alle gesetzten Ziele wurden erreicht, vor allem in Österreich gab es hohe Zuwachsraten. Der wirtschaftliche Erfolg basiert auf der klaren Positionierung des Unternehmens: Die Dialog ist in dem prosperierenden Markt der Absicherung biometrischer Risiken tätig. Als Spezialversicherer für biometrische Risiken hat sie aufgrund ihrer Erfahrung und Kompetenz eine einzigartige Marktstellung in Österreich. Die Dialog fokussiert sich ausschließlich auf die Zusammenarbeit mit Finanzdienstleistern, Maklern und Agenten. Den Vertriebspartnern 46 riscontrol 01/18

werden top-geratete, preis-/leistungsstarke Produkte angeboten. Sie profitieren zudem von einem exzellenten Service unter Einsatz modernster digitaler Tools. Diese Assets wird die Dialog unverändert im Markt einbringen. Darüber hinaus wurden mit Blick auf 2018 wichtige Maßnahmen in Angriff genommen, die die Marktposition der Dialog weiter stärken werden: Die private Absicherung gegen das gravierende Risiko Berufsunfähigkeit wird immer wichtiger, da die gesetzliche Pension den Bedarf nicht mehr erfüllen kann. Die Dialog wird im März 2018 mit einer optimierten Berufsunfähigkeitsversicherung auf den Markt kommen, die bedarfsgerechte neue Features und wertvolle Optionen enthält. Um die Prozesse entlang seiner Wertschöpfungskette der freien Vermittler noch einfacher und schneller zu machen, richtet die Dialog in der Zusammenarbeit mit ihren Vertriebspartnern BiPRO-Schnittstellen ein. So kommt der Vermittler rasch zum fertigen Antrag.

ERGO Versicherung AG Der Bankenvertrieb ist bei ERGO in Österreich nach wie vor die wichtigste Säule im Neugeschäft. Darüber hinaus haben wir in den vergangenen Jahren die strategische Entscheidung getroffen, weitere Vertriebswege und den Direktabsatz zu entwickeln. Diesen Weg sind wir 2017 weitergegangen, z. B. durch die Einführung von kurzfristigen, nur über die Website abschließbaren, Mikroversicherungen und werden ihn 2018 verstärken. Hinsichtlich Spartenmix liegt seit Jahren auch ein besonderer Schwerpunkt im Segment Schaden-/Unfall. Hier wollen wir mit guten Produktlösungen für Privatkunden, aber auch im Gewerbegeschäft, deutlich über dem Marktdurchschnitt wachsen, was in den letzten Jahren auch gelungen ist. Daher arbeiten wir laufend an neuen Produkten und werden im ersten Quartal 2018 mit „ERGO fürs Wohnen“ eine neue, flexible Haushaltsund Eigenheimversicherung auf den Markt bringen. Flexibel auf die Anforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen, ist einer unserer Kernansprüche. Bereits im Jahr 2016 haben wir mit ERGO für Leben ein sehr flexibles Lebensversicherungsprodukt am österreichischen Markt gelauncht, das von Kunden und Beratern gleichermaßen gut angenommen wurde. 2017 wurde es im

Michael Stille, Vorstandsvorsitzender Dialog Lebensversicherung Bereich Einmalerlag um die Möglichkeit einer lebenslangen Laufzeit erweitert, um den Zielmarkt Erben / Vererben ideal bedienen zu können. Weitere Zielmärkte für ERGO fürs Leben werden wir im nächsten Jahr erschließen.

Zürich VersicherungsAktiengesellschaft „Wir haben uns für 2018 viel vorgenommen. Im Zentrum unserer Aktivitäten steht wei-

Mag. Josef Adelmann, Vorstandsvorsitzender ERGO Versicherung AG


TITELGESCHICHTE

Dr. Jochen Zöschg, Vorstandsmitglied Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft terhin die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Maklerpartnern. Unser Ziel ist es gemeinsam mit unseren Maklerpartnern das beste Kundenerlebnis am Markt zu bieten. Dafür werden wir unser Servicemodell kontinuierlich anpassen und vereinfachen. Denn wir wollen unsere Maklerpartner noch aktiver als bisher unterstützen, damit mehr Zeit für Beratungsgespräche bleibt und weniger Administration anfällt. Wir werden dafür unsere digitalen Services ausbauen und unser vielfach ausgezeichnetes Serviceportal, das Maklernetz, weiterentwickeln. Unserem Vertriebsmotto „Menschenfreundlich in Dialog und Kontakt, hochtechnologisch in Prozessen und Services“ bleiben wir dabei treu. Die Verbesserung unserer Prozesse und digitalen Instrumente spielt daher in unserer Ausrichtung eine ebenso wichtige Rolle wie die Nähe und Beziehung zu unseren Maklerpartnern. Aus regulatorischer Sicht gibt es mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie und der Datenschutzgrundverordnung zwei große Themen, die wir 2018 umsetzen werden.“

Erste Bank und Sparkassen Leasing GmbH In den letzten Jahren hat Wiener Städtische Donau Leasing immer wieder neue Akzente in der Produktgestaltung und auf eine exzellente Servicierung der Kunden gesetzt. Dank der einzigartigen Vorteilswelt erhalten

Kunden ein attraktives Gesamtpaket aus Finanzierung, Versicherung und vielen Zusatzleistungen rund ums Thema Auto. Auch die E-Mobilität wird 2018 ein zentrales Thema bleiben. Wiener Städtische Donau Leasing hat darauf reagiert und bietet den ersten 100 Kunden einen individuellen Ladebonus an. Fürs leasingfinanzierte Elektrofahrzeug gibt es dafür 200 Euro Zuschuss fürs Stromtanken. Unternehmer können sich zusätzlich für professionelles Fuhrparkmanagement entscheiden. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist Outsourcing ein immer wichtigeres Thema. Die Spezialisten von Wiener Städtische Donau Leasing managen mit langjährigem Know how den gesamten Fuhrpark. Mit einem individuellen Bausteinsystem werden maßgeschneiderte Lösungen angeboten. Aber nicht nur Leasingfinanzierungen von Kraftfahrzeugen und Fuhrparks, sondern auch von Maschinen und Geräten werden immer mehr im Fokus erfolgreicher Unternehmer stehen. Mit dem Vertriebsnetz der Wiener Städtischen, Donau Versicherung und kooperierender selbstständiger Vermittler werden die Kunden in ganz Österreich bestens beraten und serviciert. 2018 wird Wiener Städtische Donau Leasing die erfolgreiche Strategie der letzten Jahre fortsetzen und weiter ausbauen.

Andre Löhlein, Geschäftsführer Erste Bank und Sparkassen Leasing GmbH rungspartner und Innovationstreiber ist es TOGETHER CCA zudem ein Anliegen, frühzeitig Potenziale zu erkennen. Effizienz, Flexibilität und Kundennähe sind hier wichtige Faktoren. Daher ist das Vorantreiben der durchgängigen Standardisierung, die bereits 2017 erfolgreich startete, auch im neuen Jahr eine der Hauptaktivitäten von TOGETHER CCA. Quelle: ÖAMTC

TOGETHER CCA Die Versicherungsbranche blickt gebannt auf zwei Ereignisse: IDD und DSGVO. Damit die Umsetzung der IDD-Richtlinie im Februar reibungslos läuft, und das Inkrafttreten der DSGVO-Verordnung im Mai keine unliebsamen Überraschungen bringt, hat TOGETHER CCA frühzeitig die Weichen gestellt. „Mit IDD-basierten E-Trainings über die TOGETHER-Plattform und der zertifizierten Speicherung von Kundendaten ist bereits jetzt gewährleistet, dass unsere Kunden auf der sicheren Seite sind“, erklärt Ing. Mag. Gerhard Schuster, CEO von TOGETHER CCA. Weiterhin steht die Unterstützung der Vermittler und Makler an erster Stelle: Ihre Arbeit soll durch Digitalisierung, die auch zukünftigen Technologien den Weg ebnet, stark vereinfacht werden. Eine Plattform, die digitale Tools und eine Vielzahl an Serviceleistungen bündelt, ist bereits in Vorbereitung. Als Digitalisie-

Ing. Mag. Gerhard Schuster, CEO TOGETHER CCA riscontrol 01/18 47


KOMMENTAR

Zielmarktbestimmung nach WAG 2018 RA Prof. Dr. Christian Winternitz LL.M.

solche Kunden vertrieben werden, die für diese „geeignet“ sind. Rechtsträger, die FinanzinsUnter dem Schlagwort „Product-Governance“ trumente konzipieren, haben dazu in einem wurde mit der Finanzmarktrichtlinie MiFID „angemessenen“ und „verhältnismäßigen“ II ein grundsätzlich neues Konzept eingeführt, Produktgenehmigungsverfahren innerhalb mit dem sichergestellt werden soll, dass in den einer Kundengattung einen Zielmarkt für das Vertrieb nur solche Finanzinstrumente gelan- jeweilige Finanzinstrument zu bestimmen. gen, die ein internes Produktgenehmigungs- Das Ziel der Product Governance-Regeln ist der Anlegerschutz: verfahren durchlaufen Es soll dafür gesorgt haben und für die ein Im Rahmen der ihn werden, dass die den Zielmarkt bestimmt treffenden ZielmarktKunden empfohlewurde. Von dieser im Bestimmungspflicht hat der nen oder angeboteErwägungsgrund 71 nen Produkte oder der MiFID II festKonzepteur ein Verfahren Dienstleistungen geschriebenen Überfür die Freigabe jedes stets im besten Intelegung ausgehend einzelnen Finanzinstruments resse der betreffenden treffen sowohl die und jeder wesentlichen Kunden gelegen sind. ProduktgesellschafAnpassung bestehender Dabei ist zunächst ten, die nun als Konfestzustellen, dass zepteure bezeichnet Finanzinstrumente zu sich an den die Eigwerden, als auch unterhalten, zu betreiben und nung und AngemesVertriebsunternehzu überprüfen. senheit von Wertpamen nach §§ 30, 31 pierdienstleistungen WAG 2018 umfassende Pflichten, die mit der ESMA-Guidelines betreffenden Vorschriften inhaltlich kaum im Detail konkretisiert werden. In der Folge etwas geändert hat, sie wurden nur im Hinblick wird auf die Verfahren zur Bestimmung des auf die erwähnten zusätzlichen Maßnahmen Zielmarktes und die sich daraus ergebenden verkürzt. Neu sind jedoch einerseits die den praktischen Probleme eingegangen, wobei im genannten Prüfvorgängen vorgeschalteten Rahmen dieses Beitrags davon ausgegangen Produktgenehmigungs- bzw. Produktfreigabewird, dass Produkte von Konzepteuren aus prozesse – im Wesentlichen die Bestimmung EU-Mitgliedstaaten Gegenstand des Ver- des Zielmarktes –, andererseits die nachgelagerten Produktüberwachungsprozesse. triebs sind. Vorbemerkungen

Das Konzept der Product-Governance Während MiFID (I) und WAG 2007 ihren Focus noch auf die kundennahen Prozesse bei Erbringung der Wertpapierdienstleistungen, also auf die Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung, richteten, werden diese Verfahren nunmehr von Product-Governance-Maßnahmen flankiert. Grundprinzip dieser unternehmensinternen Steuerung ist die Geeignetheitsprüfung. Bei Entwicklung und Vertrieb von Finanzinstrumenten ist zu gewährleisten, dass Finanzinstrumente nur an 48 riscontrol 01/18

Produktüberwachungspflicht des Konzepteurs Im Rahmen der ihn treffenden ZielmarktBestimmungspflicht hat der Konzepteur ein Verfahren für die Freigabe jedes einzelnen Finanzinstruments und jeder wesentlichen Anpassung bestehender Finanzinstrumente zu unterhalten, zu betreiben und zu überprüfen. Dieses Verfahrens ist zu implementieren, bevor das Finanzinstrument in den Vertrieb gelangt. Der Zielmarkt ist anhand der fünf in den ESMA-Guidelines genannten Kategorien

zu definieren: Zu diesen gehören der Kundentyp (Privatkunde, professioneller Kunde und geeignete Gegenpartei), Kenntnisse und Erfahrungen, finanzielle Situation einschließlich Verlusttoleranz, Risikotoleranz und Anlageziele bzw. Kundenbedürfnisse. Zudem hat der Konzepteur Aussagen über die empfohlene Vertriebsstrategie bzw. Vertriebsform zu treffen sowie festzulegen, welche Kunden nicht in das betreffende Produkt investieren sollten, sohin den negativen Zielmarkt festzulegen. Positiver / Negativer / Grauer Zielmarkt Während der zuvor erwähnte negative Zielmarkt jene Kundengruppen und Vertriebsformen definiert, auf die das Produkt nicht ausgerichtet ist, wird es im Gegenzug auch einen positiven Zielmarkt geben müssen, der diejenigen Kunden und Vertriebsarten beschreibt, für die das Produkt geeignet ist. Bei den nicht vom positiven oder negativen Zielmarkt erfassten Kunden und Vertriebsformen sprechen die Aufsichtsbehörden vom grauen Zielmarkt. Aufgaben des Vertriebsunternehmens Der Konzepteur hat sämtliche Informationen über sein Produktgenehmigungsverfahren, die


KOMMENTAR

Zielmarktdefinitionen und die geeigneten würde beispielsweise dann vorliegen, wenn selben Rechtswirkungen entfalten, wie jene Vertriebskanäle an die Vertriebsunternehmen der Berater den Kunden kontaktiert und mit Zielmarktbestimmungen, die von MiFID II ihm einen Termin Konzepteuren selbst bestimmt und definiert weiterzugeben, wobei für ein Beratungs- werden. Der Vertrieb wird dann von eigenen dieser Prozess kein gespräch vereinbart ihn treffenden Pflichten zur Aufrechterhaltung einmaliger, sondern Die ESMA spricht in ihrem und im Zuge dieses eines Produktfreigabeverfahrens entbunden ein fortlaufender ist. finalen Report der „Guidelines Termins Finanzinst- sein. Die Lieferung von MiFID-konformen Das Vertriebsunteron MiFID II Product rumente angeschafft Werbematerialien wird den Vertrieb allerdings nehmen kann grundGovernance Requirements“ werden. Keine aktive nicht von seiner Verantwortung entbinden, die sätzlich auf die vom in Bezug auf das erforderliche Vertriebsmaßnahme Werbematerialien auf ihre Rechtskonformität Konzepteur erhalteliegt hingegen vor, zu überprüfen. nen Informationen Assessment des Zielmarktes wenn der Kunde – insbesondere im für Vertreiber, dass diese selbst ohne Initiative Vereinbarkeit Zielmarkt Hinblick auf die von dessen Überlegungen in des Rechtsträgers – mit Kundenbedürfnissen diesem vorgenommeBezug auf Produktpalette, sei es persönlich, tene ZielmarktbestimGeschäftspolitik und lefonisch oder über Bei der Anlagevermittlung muss die Vereinbarmung – vertrauen. elektronische Me- keit der Finanzinstrumente mit den BedürfnisDie ESMA spricht Vertriebsstrategie dien – beratungsfrei sen der Kunden, auch unter Berücksichtigung in ihrem finalen Rewiderspiegeln soll. Werden Finanzinstrumente des Zielmarktes, beurteilt sowie sichergestellt port der „Guidelines Abweichungen festgestellt, verlangt. Im Fall eines werden, dass der Vermittler Finanzinstruon MiFID II Prohat der Vertreiber eine solchen Vorgehens mente nur anbietet, wenn dies im Interesse duct Governance zusätzliche, konkretisierende des Kunden kann von der Kunden liegt. In diesem Fall wird wohl Requirements“ in keinem aktiven Mar- ein ausdrücklicher Hinweis an den Kunden Bezug auf das erforZielmarktbestimmung keting des Vertreibers betreffend des Zielmarktes ausreichen. Der derliche Assessment vorzunehmen. gesprochen werden, vereinzelt vertretenen Rechtsansicht, dass hier des Zielmarktes für in einem solchen Fall die Geeignetheitsprüfung – sozusagen über Vertreiber, dass diese dessen Überlegungen in Bezug auf Produktpa- kann dann auch keine bzw. keine vollständige die Hintertür – bei der Anlagevermittlung lette, Geschäftspolitik und Vertriebsstrategie Zielmarktbestimmung erfolgen. Es ist aber Eingang findet, wird entschieden entgegenwiderspiegeln soll. Werden Abweichungen wohl der Ansicht der FMA zu folgen, dass zutreten sein. festgestellt, hat der Vertreiber eine zusätzli- in einem solchen Fall eine standardisierte Resümee che, konkretisierende Zielmarktbestimmung Warnung an den Kunden zu ergehen hat. vorzunehmen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Eine eigenständige Zielmarktbestimmung Zielmarktbestimmung beim Zielmarktbestimmung nach WAG 2018 zwar wird allenfalls dann erforderlich sein, wenn die Fondsvertrieb äußerst umfangreich und komplex ausgestaltet Produktgesellschaft außerhalb der EU ansässig ist. Soweit dies nicht bereits vom Konzepteur Ein weiteres Problem stellt sich dort, wo als wurde, ungeachtet dessen eine Vielzahl von offenen Fragen vervorgenommen wurde, hat der Vertreiber das Produktgesellschaft bleibt, die auch durch Produktangebot und Vermarktungsstrategien eine Investmentdie vor liegenden festzulegen und zu bestimmen, für welche fondsgesellschaf t Das zu befürchtende Szenario, ESMA-Guidelines Vertriebsform das Produkt nicht geeignet ist. auftritt, die eben wonach Standardkunden nicht restlos beseikein Konzepteur im nur noch einige wenige tigt werden können. Sinne der MiFID II Aktives Marketing von „zielmarktgerechte“ einfache Das zu befürchtenist. ZwischenzeitFinanzinstrumenten als Voraussetzung Standardprodukte erhalten de Szenario, wonach lich besteht Klarheit Standardkunden nur Die Produktüberwachungspflichten für Ver- darüber, dass alle dürfen, kann wohl nicht noch einige wenige treiber sollen gemäß § 31 WAG 2018 nur dann Fondsgesellschaften erwünscht sein. Genau dies „zielmarktgerechte“ gelten, wenn eine aktive Vertriebsmaßnahme eine Zielmarktbesteht, wenn das vorliegende einfache Standarddes Vertreibers beabsichtigt ist oder vorliegt. stimmung als freiRegelwerk in Kraft tritt, zu produkte erhalten Dies ergibt sich schon daraus, dass gemäß williges Vertriebsbefürchten. dürfen, kann wohl der vorzitierten Bestimmung die genannten service vornehmen. nicht erwünscht sein. Pflichten nur dann zum Tragen kommen sollen, Eine solche EinrichGenau dies steht, wenn der betreffende Rechtsträger den Kunden tung wird, wenn sie Dienstleistungen anzubieten oder zu empfehlen den Regeln von MiFID II, § 30 WAG 2018 wenn das vorliegende Regelwerk in Kraft beabsichtigt. Eine aktive Vertriebsmaßnahme und der ESMA-Leitlinie folgen, wohl die- tritt, zu befürchten. risControl 01/18 49


SCHLUSSPUNKT

Vorschau

Interview mit Andreas Büttner, Geschäftsführer von ARISECUR Versicherungs Provider

Softwareanbieter im Portrait

Der Mensch - biometrische Risiken

Impressum “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221. Telefon: +43 (0)720 515 000 Fax: +43 (0)720 516 700 e-mail: office@riscontrol.at Team: Doris Schachinger, Chefredakteur; Isabella Schachinger, Geschäftsführer; Christian Proyer; Christoph Schönfellner, Layout. Fotos: Adobe Stock, Christian Proyer, Christoph Schönfellner, Victoria Posch, Rudi Froese, UNIQA / APA-Fotoservice / Jamnig, Dieter Steinbach, Martina Draper, Stefanie J. Steindl, Lukas Lorenz, Klimpt, Kunasz / evenfoto.at, Sebastian Reich, KD Busch.com, Eveline Tilley, Markus Koepf FOTOMANIA, Foto Wilke, Ingo Folie, ideenwerk werbeagentur gmbh, FOTOIRVALDA, Katharina Schiffl, Michael Markl, Claudia El-Morsi, UNIQA/Gruber. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag 50 riscontrol 01/18

das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/ Public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher sprachformen verzichtet. Sämtliche Personen Bezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2017 / (ca)


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