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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

Bei Unzustellbarkeit retour an: risControl, 3701 Oberthern, Oberthern 33

NR. 12 • 2015 • HEFT 437 • 37. JAHRGANG • EURO 10,00

Tu Gutes und rede darüber Soziale Projekte in der Branche

Unbewusst im Paradies Interview mit Christian Rieger, CEO der RH GmbH

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe Interview mit Mag. Markus Messenlehner, Leiter RechtsService der D.A.S. Rechtsschutz


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EDITORIAL

Scheuklappen Trauer Liebe Leserin, Lieber Leser! Man möge mir verzeihen, dass dieses Editorial nicht von leuchtenden Kinderaugen, schön geschmückten und beleuchteten Christbäumen, verführerisch duftenden Keksen oder stimmungsvollen Weihnachtsmärkten handelt. Aufgrund der letzten Ereignisse sind mir ein paar komplett konträre Gedanken durch den Kopf gegangen. Das ausklingende Jahr hatte es noch in sich. Die Trauer um die getöteten und verletzten Menschen in Paris haben die Europäer einander näher gebracht. Es herrscht Unverständnis darüber, dass Gewalt und Grausamkeit ein Machtmittel wurden. Auf Facebook drückten viele Menschen ihre Solidarität durch Einfärbung ihres Profilfotos mit der Trikolore aus. Auf der ganzen Welt wurde Anteilnahme durch Kerzenkundgebungen und Trauergottesdienste gezeigt. Eine schwere Zeit mit viel Schmerz. Ist es wirklich so „neu“, dass Terror und Gewalt Menschenleben vernichtet, oder sind wir hier in Mitteleuropa nur besonders betroffen, weil es gleich um die „Ecke“ passiert ist? Paris ist ein beliebtes Reiseziel und viele kennen die Stadt von ihren Urlauben. Wir müssen uns fragen, ob Trauer religions- oder länderabhängig ist. Ist unser Schmerz wertvoller als die Trauer der unzähligen Familien in den Krisenregionen der Welt? Zeigten wir die gleiche Betroffenheit beim Absturz des russischen

Passagierflugzeuges in Ägypten? Die Ereignisse um Charlie Hebdo haben die Politiker der Welt geeint, sie zeigten sich solidarisch gegen den Terror und viele haben mit den Angehörigen getrauert. Ein Zeichen gegen Gewalt, gut so. Aber sollte nicht an alle gedacht werden, die Opfer oder Leidtragende von Terror und Gewalt wurden? An Kinder, die ohne Eltern in Afrika aufwachsen müssen, an Mütter deren Söhne im Bürgerkrieg fallen, an Eltern die ihre Kinder durch Terrormilizen verloren und – vielleicht – auch noch verlieren werden? An Flüchtlinge, egal wo auf der Welt, die die Strapazen der Flucht nicht überleben. Es ist nicht nur die kurzzeitige mediale Trauer über den Pariser Horror, die nach ein paar Tagen von der nächsten Schlagzeile verdrängt wird. Wir brauchen ein dauerhaftes Mitgefühl für alle Menschen, die der Gewalt und dem Terror zum Opfer fielen. Flächendeckend und nicht nur auf „unsere“ Heimat bezogen. Eine Zeit die von vielen ein Umdenken verlangt, egal welcher Konfession und Hautfarbe. Es gab einmal in meiner Jugend einen „lustigen“ Spruch: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“ Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen nachdenkliche Weihnachtstage. Ihre Doris Schachinger

Urkunde risControl, Oberthern A15-08462 Magazin "risControl" 12/Dez. 2015 - 4 48s. Banderole Diese Urkunde bestätigt die Kompensation von Treibhausgasemissionen durch zusätzliche Klimaschutzprojekte. CO2-Äquivalente

1.774 kg Unterstütztes Klimaschutzprojekt

Wasserkraft Renun


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S. 24: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe

S. 21: Echtzeit Versicherung

S. 32: Tu Gutes und rede darüber

Inhalt Dezember 2015 EDITORIAL

3 Scheuklappen Trauer

KARRIERE

6 Allianz Österreich: Neuer Leiter 7 VIG: Rücktritt 8 Generali Versicherung: Abschied

6 7 7 8 8

KURZNACHRICHTEN

Weniger Gebühren ARISECUR: Auszeichnung Markt: Personalentwicklung Dialog Lebensversicherung: Auszeichnung Langmann & Partner: Kooperationspartner

SOZIALE PROJEKTE

32 Tu Gutes und rede darüber

S. 36: Hurtig dem Norden entgegen

STUDIE

10 Dauerrabatte in der österreichischen Versicherungswirtschaft aus Kundensicht

VERSICHERUNG

14 Der leichteste Vertriebskoffer der Welt 21 NÜRNBERGER Versicherung: Echtzeit Versicherung 22 Europäische Reiseversicherung: Gesundheits-App Donau Versicherung: 22 Finanzielle Absicherung bei Krebserkrankung 23 Donau Versicherung: Relaunch 23 VVO Versicherungsverband Österreich: 5 Jahre „Sicher leben“ 48 Fußball als Werbetool: Der EFM Weg

INTERVIEW

16 Unbewusst im Paradies 24 D.A.S. Rechtsschutz: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe


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S. 44: Partner Cercle

S. 30: Veranstaltungsrückblick und neue Aufstellung

S. 16: Unbewusst im Paradies

20 20 20 29

S. 43: Meisterklasse mit Lang Lang

MARKT

faircheck: fairmedia - Kundenmagazin FAF: Neuer Webauftritt Finale Abstimmung arithmetica: Risikokalender

VERANSTALTUNG

26 Wiener Versicherungsmakler: 14. Informationstag „Bewegt“ die Branche 26 Donau Universität: Absolventen 28 Wiener Städtische Versicherungsverein: Kunst im Turm 28 ARAG: „Gläserner Akt“ - Die Feier 42 TOGETHER/CCA: Jahresausklang 42 ARAG: 15- Jahresfeier 43 Allianz Versicherung: Meisterklasse mit Lang Lang 44 Helvetia Versicherung: Partner Cercle 46 AFPA: Gläserne Kunden, transparente Vermittler

REISE

36 Hurtig dem Norden entgegen (Zweiter Teil)

S. 7: Rücktritt

Ausgabe-Nr.: 12 | risControl 12/2015 Heft-Nr.: 437 | 37. Jahrgang

FINANZEN

30 Fachgruppe der Finanzdienstleister: Veranstaltungsrückblick und neue Aufstellung 30 Fachverband der Finanzdienstleister: Beirat

KOLUMNE

40 Nachhaltigkeitsratings als Frühwarnsystem bei Corporate Bonds

SCHLUSSPUNKT

50 Buchvorstellung 50 Was folgt im Jänner? 50 Impressum


KARRIERE

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ALLIANZ ÖSTERREICH

Neuer Leiter Dr. Johannes Türk, MBA (39) hat die Leitung des Bereichs Recht der Allianz Gruppe in Österreich übernommen. Er folgt damit Mag. Eva Pöttler, LL.M. nach, die ihre Karriere im Unternehmen fortsetzt. Nach Abschluss des Diplom- und Doktorratsstudiums der Rechtswissenschaften an der Universität Wien startete Türk seine Karriere bei einer Rechtsanwaltskanzlei in Wien. Seine Schwerpunkte lagen im Versicherungsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Wertpapierrecht. Türk legte im April 2005 seine Rechtsanwaltsprüfung ab. Im selben Jahr wechselte er in ein Un-

ternehmen der Versicherungsbranche und übernahm erstmals Führungsverantwortung als Leiter Recht & Compliance. Türk eignete sich während dieser Tätigkeit zusätzlich berufsbegleitend eine weitere Expertise an: 2008 schloss er den Executive MBA an der Imadec University Wien ab. In seiner neuen Funktion ist Türk für den Bereich Recht der rund 20 zur Allianz Gruppe in Österreich gehörenden Unternehmen verantwortlich. Zu seinen Aufgabenbereichen gehört die Sicherstellung der Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen, Vertragsverhandlungen, rechtliche Unter-

Dr. Johannes Türk, MBA stützung der Fachabteilungen bei Projekten und Geschäftsfällen und hausinterne Rechtsberatung.

VIG

Rücktritt

Dr. Peter Hagen und Prof. Elisabeth Stadler

Dr. Peter Hagen ist überraschend per Ende des Jahres von seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Vienna Insurance Group zurückgetreten. Als Grund werden Auffassungsunterschiede über die weitere strategische Ausrichtung und Führung des Konzerns genannt. Seine Nachfolgerin wird Prof. Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der Donau Versicherung. Der Vorstand der VIG setzt sich ab 1. Jänner wie folgt zusammen: Prof. Elisabeth Stadler, CEO Franz Fuchs, Mag. Roland Gröll, Dr. Judit Havasi, Mag. Peter Höfinger und Dr. Martin Simhandl, CFO.

Weniger Gebühren Ab Jänner 2016 gibt es eine Gerichtsgebührennovelle. Es sollen damit die Gebühren in Rechtsmittelverfahren außerhalb von streitigen Verfahren generell neu geregelt werden. Beschlossen wurden, bei Exekutions- und Insolvenzverfahren sowie bei Unterhalts- und Pflegschaftssachen eine Reduktion der Gerichtsgebühren. Zudem sollen auch die Gebühren für Firmenbuch-Abfragen gesenkt werden. Bestimmte Suchabfragen wie Firmen, Veränderungen oder Urkunden sollen kostenfrei werden. Neu ist auch, dass künftig sogenannte

diakritische Zeichen – kleine Zeichen wie beispielsweise Striche, Häkchen oder Bögen, die an einem Buchstaben angebracht sind – im Firmenbuch dargestellt werden können. „Gerade die Volksgruppen in Österreich verwenden häufig diakritische Zeichen. Mit diesem Schritt bringen wir daher unsere Wertschätzung diesen Volksgruppen gegenüber zum Ausdruck und tragen zugleich der zunehmenden Internationalisierung der Wirtschaft Rechnung“, freut sich Justizminister Brandstetter. Für die Ergänzung von diakritischen Zeichen

im Firmenbuch sollen keine zusätzlichen Gerichtsgebühren anfallen.


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KARRIERE

ARISECUR

Auszeichnung Das Maklerverwaltungsprogramm von blau direkt und ARISECUR hat wieder den ersten Platz in der Maklerzufriedenheit des jährlichen dvb-Makler-Audits (Die deutsche Versicherungsbörse) erreicht. „Wir freuen uns außerordentlich über diesen Erfolg der blau direkt“, bestätigt Andreas Büttner, Geschäftsführer der ös-

terreichischen Versicherungs-Plattform ARISECUR. „Dieses Ergebnis symbolisiert gleichermaßen die wachsende Akzeptanz unserer Bestandsverwaltung in Österreich. Wir verzeichnen stetig steigende Nachfrage und Nutzung. Das ermutigt uns weiter zu investieren, um unseren Vorsprung zu vergrößern.“

MARKT

Personalentwicklung Nun gibt es heuer doch noch eine große Insolvenz im Handelsbereich, mehrheitlich sind über 2.000 Frauen von der Schließung der Einzelhandelsgeschäfte Zielpunkt betroffen. Aber auch andere Branchen verzeichnen einen großen Personalrückgang, wie z. B. das Baugewerbe. Die Creditreform hat Klein- und Mittelbetriebe in Österreich

zum Thema Personal befragt. Allseits gibt es im Herbst 2015 keinen Beschäftigungszuwachs, mehr als jedes 5. Unternehmen hat sogar seinen Personalstand verkleinert. Nur beim Dienstleistungsgewerbe gibt es

ein Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 8,1 %. Auch für das erste Halbjahr zeigen andere Umfragen keine positiven Aussichten, was Stellenzubau und Beschäftigungszahlen betreffen.

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KARRIERE

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GENERALI VERSICHERUNG

Abschied Peter Thirring tritt als CEO der Generali Versicherung per 31.12.2015, aus persönlichen Gründen zurück. Alfred Leu derzeitiger CEO der Generali Schweiz Holding wird sein Nachfolger. Jaime Anchustegui, Vorsitzender der EMEA Region: “Ich freue mich, dass jemand des Kalibers Alfred Leu

Peter Thirring

unser Geschäft in Österreich führen wird. Als CEO der Generali Schweiz Holding hat er nachhaltige Erfolge erzielen können und ich bin der Überzeugung, dass er die Fähigkeiten und die Erfahrungen hat, auch das Geschäft in Österreich weiter auszubauen. Zugleich möchte ich mich bei Peter Thirring für sein großes Engagement für das Unternehmen bedanken. Unter seiner Führung konnte die Generali ihren Erfolgskurs in Österreich konsequent fortführen und ihre Marktposition weiter stärken. Ich wünsche ihm das Beste für die Zukunft.” Alfred Leu gehört auch nach seinem Rücktritt dem Verwaltungsrat der Generali Schweiz Holding an. Alfred Leu (57) wurde 2005 zum CEO der Generali Schweiz Holding berufen. Zuvor war er CEO bei der Generali General Insurance in Genf und ab 2002 stellvertretender CEO der Generali Schweiz Holding. 1987 begann

Alfred Leu seine Karriere bei der Fortuna Lebens-Versicherungs-Gesellschaft, wo er über die nächsten Jahre leitende Aufgaben bei verschiedenen Versicherungsunternehmen hatte. 1987 schloss Leu sein Studium in Rechtswissenschaften (Jura) an der Universität in Bern erfolgreich ab.

Zahlen, Daten und Fakten verwendet, die den Geschäftsberichten der einzelnen Unternehmen, Konzernberichten und BaFin-Berichten entnommen wurden. Michael Stille, Vorsitzender des Vorstands der Dialog Lebensversicherungs-AG, ist über das Ergebnis des Ratings sehr erfreut: „Einmal mehr ist uns von kompetenter externer Seite in einem objektiven Verfahren die hohe Qualität unseres Unternehmens bestätigt worden. Für unsere gute Aufstellung und

unseren Markterfolg ist eine Reihe von Faktoren maßgebend: unser Geschäftsmodell als biometrischer Spezialversicherer, unsere Finanzstärke, wie sie uns immer wieder von internationalen Rating-Agenturen wie Fitch oder Moody’s bestätigt wird, unsere Einbindung in die Generali in Deutschland, den zweitgrößten Erstversicherungskonzern auf dem deutschen Markt, unser seit Jahren kontinuierliches Wachstum und unsere hohe Ertragskraft.“

Alfred Leu

DIALOG LEBENSVERSICHERUNG

Auszeichnung Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVP) hat in Deutschland insgesamt 73 Lebensversicherer untersucht und bewertet. Die Dialog Lebensversicherung gehört in der Sparte Leben zu einer der Besten. Und konnte sich mit der Note „Sehr gut“ den 5. Rang aller Versicherungsunternehmen ergattern. Geprüft wurde die Unternehmensqualität bezüglich der Kriterien Stabilität, Sicherheit, Ertragskraft und Markterfolg. Für die Untersuchung wurden ausschließlich geprüfte

LANGMANN & PARTNER

Kooperationspartner „Eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht“, meinte GF Alfred Langmann, als er den ausgewiesenen Finanzierungsexperten Mag. Gerhard Rauchenwald als neuen Kooperationspartner vorstellte. Rauchenwald wird sich ab sofort um bestehende Finanzierungsklienten kümmern und zusätzlich das Neugeschäft in dieser Sparte abwickeln. Seine Persönlichkeit,

Branchenerfahrung und die übereinstimmende Vorstellung darüber, wie unabhängige Finanzdienstleistung zum Wohle des Klienten zu funktionieren hat, haben den Ausschlag für die Zusammenarbeit gegeben. Mag. Gerhard Rauchenwald war in den letzten Jahrzehnten sowohl als selbständiger Unternehmer als auch Angestellter in Führungspositionen tätig.

Alfred Langmann


Danke

fĂźr Ihr Vertrauen!

Hoffentlich Allianz. Michael Sturmlechner – Leiter Maklervertrieb


10 STUDIE

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Dauerrabatte in der österreichischen Versicherungswirtschaft aus Kundensicht Eine empirische Studie Christoph Hackl BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien

1 Einleitung „Wir vergeuden fünf Prozent unserer kostbaren Arbeitszeit mit dem Aus-­, Ein­-, Umbuchen des Dauerrabatts und dann werden auch noch teure Prozesse geführt. Dieses System spült erstens kaum Geld in die Kassen der Versicherungen. Zweitens: Wenn der Kunde dann wirklich einmal zahlen muss, weil der Rabatt nicht übernommen wird, haben wir einen frustrierten Kunden, der keinen Vertrag mehr unterschreiben mag. Dafür muss ich aufs Neue in Werbung investieren, damit ich den Kunden wieder dorthin bekomme, wo 1 er schon einmal war.“ - So Herr Gottfried Pilz, Obmann der Fachgruppe der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

breiten Masse doch akzeptiert und angenommen? Auf die von Erwin Eszler in „risControl !ONLine!“ (Ausgabe Nr. 25 vom 23. Juni 2014, S. 6) veröffentlichte Einladung hin, versicherungswirtschaftliche Themen von allgemeinem Interesse und mit Praxisrelevanz für die Verfassung von Bachelorarbeiten an der WU zu nennen, wurde im Juli 2015 diese Problematik von Herrn Pilz zur Bearbeitung vorgeschlagen. Ausgewählte Ergebnisse der ersten hierzu fertiggestellten Bachelorarbeit 2 von Christoph Hackl (Betreuer: Erwin Eszler) 3 werden im Folgenden vorgestellt.

2 Methodik und Datenerhebung

Als Erhebungsinstrument wurde ein Fragebogen für eine Online-Umfrage mit dem Umfragetool „LimeSurvey“ entwickelt. Nach Doch ist das System des Dauerrabattes wirk- der Zusicherung der vertraulichen Behandlung lich so unattraktiv für Versicherungskunden und anonymen Auswertung der Daten sowie und -unternehmen oder wird es Altersverteilung von der einer kurzen Definition des Themas Dauerra60 50 40 30

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1950-1959

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>1989

Abbildung derStichprobe Stichprobe Abbildung1: 1:Altersverteilung Altersverteilung der

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batt wurden neun Aussagen angeführt, die sich in drei Teilbereiche gliedern: Was halten Sie allgemein von langfristigen Verträgen? 1. Ich bevorzuge langfristige Verträge, um bessere Konditionen zu erhalten. 2. Mir ist die Möglichkeit jederzeit kostenlos kündigen zu können wichtiger, als ein Prämienrabatt auf langfristige Verträge. Ist der Dauerrabatt für Sie ein attraktives Angebot? 3. Ich würde einen Vertrag über 10 Jahre abschließen, wenn ich einen Dauerrabatt von 20 % erhalte. 4. Ich halte es für angebracht, dass Versicherungen bei vorzeitiger Kündigung (z.B. nach 7 Jahren) gewährte Rabatte wieder einfordern. 5. Nachträgliche Rückrechnungen von gewährten Dauerrabatten beeinträchtigen mein Vertrauen in die Versicherungswirtschaft. 6. Ich halte Dauerrabattrückforderungen für eine Einschränkung meines Kündigungsrechts. Trägt der Dauerrabatt zu einer besseren Kundenbindung bei? 7. Ich wäre bemüht, den Vertrag einzuhalten, um eine Rabattrückzahlung zu vermeiden. 8. Wenn das Angebot und die Servicequalität 5 der Versicherung stimmt , ist ein langfristiger Vertrag (inkl. Dauerrabatt) für mich

Hinsichtlich höchsten Bildungsabschlusses derDinge Teilnehmenden haben die meisten einen 1 Pilz, G. (2013):des Es dürfen sich in der Branche ganz grundsätzliche ändern, in: http://www.versicherungsjournal.at/markt-und-politik/es-duerfen-sich-in-der-branche-ganz-grundsaetzliche-dinge-aendern-12967.php (16.6.2015)

Maturaabschluss (79), gefolgt invon Hochschulabsolventen (65). 47 Statistische Teilnehmer haben einen 2 Christoph Hackl: Dauerrabattmodelle der österreichischen Versicherungswirtschaft; Erfassung von Einschätzungen in der Bevölkerung, Bachelorarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, August 2015 (unveröffentlicht).

Lehrabschluss und 32 gaben eine berufsbildende mittlere Schule an, 14 einen 3 Die Erstellung des Textes für die vorliegende Veröffentlichung, die Auswahl, Strukturierung und formale Gestaltung hat Erwin Eszler besorgt (unter Verwendung von Daten und Textteilen/ Abbildungen aus der Bachelorarbeit). die Richtigkeit der Darstellungen der Daten und Datenauswertungen ist ausschließlich Christoph Hackl verantwortlich. Pflichtschulabschluss. Auf denFür „Sonstiges“ entfallen 9.

4 Der Text lautete: „Was ist ein Dauerrabatt? – Versicherer gewähren in der Regel bei langjährigen Verträgen einen Dauerrabatt (Treuebonus) – beispielsweise vermindert sich die Prämie für einen 10-jährigen Vertrag um 20 %. Bei vorzeitiger Auflösung des Vertrages kann die Versicherungsanstalt die anteilige Rückzahlung des gewährten Dauerrabattes verlangen.“ 5 Anmerkung: Sprachlich richtig hätte es im Fragebogen „stimmen“ lauten müssen.

189 bzw. etwa 77 % der Teilnehmenden waren während der Befragung erwerbstätig. Von den Erwerbstätigen waren 156 Personen (82,54 %), unselbstständig erwerbstätig, die restlichen 33


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Für jede der neun Aussagen konnten die Teilnehmer durch Bewegen eines Schiebereglers Punkte vergeben. Dabei handelte es sich um eine endpunktbenannte Skala (nur die beiden äußersten Punkte werden benannt), mit einer Breite von 0 (keine Zustimmung) bis 100 (völlige Zustimmung). Nach einem Pretest fand die eigentliche Umfrage im Zeitraum zwischen 22. April 2015 bis 7. Juli 2015 statt. Der entsprechende Link zur Online-Umfrage wurde in eine Begleit-E-Mail eingebettet und an Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen versandt. Die E-Mail enthielt zusätzlich die Bitte das Mail weiterzuleiten, um eine möglichst große Anzahl an Teilnehmern 6 erreichen zu können. Bis 7 Juli 2015 haben so 326 Personen an der Umfrage teilgenommen. Abgeschlossen wurde sie von 246 Personen, 7 das entspricht etwa 75 %.

STUDIE

keine Voraussetzung, um dauerhaft Kunde zu bleiben. 9. Ich halte den Dauerrabatt für ein geeignetes Modell zu Kundenbindung.

45 40 35 30 25 42

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Abbildung 2: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) - Anzahl der Antworten je Punkteintervall

Abbildung 2: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) - Anzahl der Antworten je Punkteintervall

Punkte

angestellt. 30 gaben zwischen 41 und 49 Stun- Hier wurde das Thema Dauerrabatt bewusst Abbildung 2 (Yzeigt zwischen 503 und Stunden 19 noch nicht Inden, den37 Abbildungen und 59 4 sieht man und nun Punktwolken, die angesprochen. die einzelne Punktevergabe die absolute Verteilung der Antworten nach Personen 60 und mehr Stunden an. 57 PersoAchse), bezogen auf das Alter (X-Achse), darstellen. Zudem ist anhand der Farbgebung nen oder etwa 23 % waren nicht erwerbstätig Punkteintervallen (auf der X-Achse). Anhand sichtbar, ob es sich eine oder männliche oder eine weibliche Personman handelte. dieser Grafik kann sehen, Die dassbeiden es kein (35 Pensionisten, 13um Schüler Studenten. Abbildungen Trendlinientypen. Während bestimmtes Muster für und gegen langfristige 1 arbeitslos, unterscheiden 8 „Sonstiges“).sich nur durch die unterschiedlichen Verträgesind gibt.inAuch der arithmetische Mittelin Abbildung 3 lineare Trendlinien dargestellt werden, Abbildung 4 polynomische wert von 53,49 unterstreicht dieses Ergebnis. 4 Meinung zu Trendlinien 8 eingezeichnet, die noch genauere Ergebnisse liefern. 9 Durch einen Blick auf die In den Abbildungen 3 und 4 sieht man nun langfristigen Verträgen Trendlinien ist ersichtlich, dass jüngere Altersgruppen langfristige VerträgePunktevergabe tendenziell Punktwolken, die die einzelne 3 Struktur der Stichprobe (Y-Achse), bezogen auf das Alter (X-Achse), Frage 1: „Ich bevorzuge langfristige Verträge, weniger bevorzugen als ältere Personen. Die Korrelation mit einem Wert von -0,184 weist darstellen. Zudem ist anhand der Farbgebung um bessere Konditionen zu erhalten.“ Von den 246 Teilnehmern waren 150 männ- ebenfalls daraufhin. sichtbar, ob es sich um eine männliche lich, dies entspricht etwa 61 %. 96 Personen waren weiblich. 100 Die Teilnehmer wurden in 6 Altersgruppen 90 eingeteilt (es war nach dem Geburtsjahr gefragt 80 worden). Die Verteilung (absolute Häufigkeiten) ist aus Abbildung 1 ersichtlich. 70 Hinsichtlich des höchsten Bildungsabschlusses 60 der Teilnehmenden haben die meisten einen 50 Maturaabschluss (79), gefolgt von Hochschulabsolventen (65). 47 Teilnehmer haben einen 40 8 Lehrabschluss und 32 gaben eine berufsbilden- Die Berechnung der Trendlinien erfolgte mit Hilfe der Methode der kleinsten Quadrate. Bei den polynomischen Trendlinien wurden für die folgenden Abbildungen unterschiedliche 30 de mittlere Schule an, 14 einen PflichtschulOrdnungen (Anzahl der Spitzen und Täler) verwendet, um die Genauigkeit für die jeweilige 20 abschluss. Auf den „Sonstiges“ entfallen 9. Abbildung zu optimieren. 189 bzw. etwa 77 % der Teilnehmenden waren 9 Der steile 10 Anstieg am Ende der roten Trendlinie in Abbildung 4 ist auf den einzelnen während der Befragung erwerbstätig. Von den Datenpunkt des Jahrganges 2002 zurückzuführen und hat daher keine Aussagekraft. 0 Erwerbstätigen waren 156 Personen (82,54 %), 5 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 unselbstständig erwerbstätig, die restlichen 33 Jahrgang bzw. 17,46 % waren selbständig. Die Mehrheit männlich weiblich Linear (männlich) Linear (weiblich) (70 Personen) gab an, zwischen 38 und 40 Stunden in der Woche zu arbeiten. Nur 33 Abbildung 3: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) – Antworten nach Geschlecht und Alter - lineare Abbildung 3: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) –Antworten nach Geschlecht und Alter waren Teilzeit-beschäftigt, bis 35 Stunden Trendlinien polynomische Trendlinien - lineare Trendlinien 100 90 6 Während des Befragungszeitraumes wurden stets die Umfrageergebnisse im Auge behalten, um anschließend gezielt jene Personengruppen anzusprechen, welche die geringste Anzahl an 80 Teilnehmern hatten. 7 Die Anzahl von 80 unvollständigen Antworten kann mehrere Gründe haben. Möglicherweise wurde von einigen Personen die Umfrage ohne zu speichern vorzeitig abgebrochen und zu 70 einem späteren Zeitpunkt wieder neu gestartet.

nkte

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Jahrgang männlich

weiblich

Linear (männlich)

Linear (weiblich) risControl 12/15

Abbildung 3: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) –Antworten nach Geschlecht und Alter polynomische Trendlinien - lineare Trendlinien

100 oder eine weibliche Person handelte. Die beiden Abbildungen unterscheiden sich nur 90 durch die unterschiedlichen Trendlinientypen. 80 Während in Abbildung 3 lineare Trendlinien dargestellt werden, sind in Abbildung 4 poly70 8 nomische Trendlinien eingezeichnet, die noch 60 9 genauere Ergebnisse liefern. Durch einen Blick 50 auf die Trendlinien ist ersichtlich, dass jüngere Altersgruppen langfristige Verträge tendenziell 40 weniger bevorzugen als ältere Personen. Die 30 Korrelation mit einem Wert von -0,184 weist 20 ebenfalls daraufhin. Zudem ist erwähnenswert, dass die Antworten 10 eine sehr hohe Streuung aufweisen. Ab dem 0 Jahrgang 1955 aufwärts wurde sowohl der 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 Minimalwert 0, als auch der Maximalwert Jahrgang 100 vergeben. männlich weiblich Poly. (männlich) Poly. (weiblich) Das arithmetische Mittel der Antworten für Abbildung 4: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) - Antworten nach Geschlecht und Alter männliche und für weibliche Personen ist in Abbildung 4: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) - Antworten nach Geschlecht und Alter polynomischeTrendlinien Trendlinien etwa gleich hoch (53,00 bzw. 54,25). polynomische Hinsichtlich des Beschäftigungsumfanges Bei Personen ohne Erwerbstätigkeit liegt das Zudem ist erwähnenswert, dass die Antworten eine sehr hohe Streuung aufweisen. Ab dem männlichen Teilnehmern - mit einem Wert gab es zwischen den Kategorien nur kleinere von 0,30 -etwas höher als bei den weiblichen arithmetische Mittel der Antworten mit 68,56 Jahrgang 1955 aufwärts wurde sowohl der Minimalwert 0, als auch der Maximalwert 100 deutlich über dem der Personen mit Erwerbs- Unterschiede in den Mittelwerten der Ant- Teilnehmern, die einen Wert von 0,18 aufvergeben. tätigkeit (48,94). Selbständig und unselbständig worten, von 44,73 (0-35 Stunden) bis 51,80 weisen. Das bestätigt das Ergebnis aus Frage 6 Das arithmetische der Mittelwerte Antworten für und für weibliche Personen ist in etwa 1, dass sich jüngere Personen lieber für einen (38 bis 40 Stunden). Erwerbstätige weisenMittel ähnliche auf männliche kurzfristigen Vertrag, mit der Möglichkeit zur (48,03 gleichbzw. hoch49,13). (53,00 bzw. 54,25). Auffallend ist, dass Pensionisten (Mittelwert Frage 2: „Mir ist die Möglichkeit jederzeit Kündigung entscheiden und dafür eine teurere Bei Personen ohne Erwerbstätigkeit liegt das arithmetische Mittel der Antworten mit 68,56 75,49) bzw. Personen, die vor dem Jahr 1950 kostenlos kündigen zu können wichtiger, als Prämie in Kauf nehmen. Wohingegen ältere deutlichwurden über dem der deutlich Personen mit Erwerbstätigkeit (48,94). Selbständig und unselbständig auf langfristige Verträge.“ Personen eher bereit sind, einen langfristigen geboren (81,19), höhere Werte ein Prämienrabatt Vertrag abzuschließen. Der negative Verlauf vergeben, also durchschnittlich in höherem Erwerbstätige weisen ähnliche Mittelwerte auf (48,03 bzw. 49,13). Abb. 7 zeigt die absolute Verteilung der AntMaße zustimmen (vgl. Abb. 5) Auffallend ist, dass Pensionisten (Mittelwert 75,49) bzw. Personen, die vor dem Jahr 1950 am Ende der roten Trendlinie in Abbildung 9, Auch Teilnehmer mit Pflichtschulabschluss worten. Sowohl der Mittelwert von 51,39 wie ist wiederum auf den einzelnen Datenpunkt geboren wurden (81,19), deutlich höhere Werte vergeben, also durchschnittlich höherem auch die Verteilung zeigen, dass esinauch hier des Jahrganges 2002 zurückzuführen. (allerdings nur 14 Personen) haben sich überMaße zustimmen(Mittelwert (vgl. Abb. 72,86) 5) durchschnittlich für lang- insgesamt keine eindeutige Präfe100 fristige Verträge ausgesprochen (vgl. Abb. 6). renz gibt, wiewohl individuell auch 90 hier sehr wohl extreme 80 100 72,86 Antworten vorliegen, 70 90 wie auch die folgenden 60 56,84 54,28 81,19 80 55,88 50,89 50 Abbildungen zeigen. 46,56 70 40 Anhand der Punktwol60 30 51,59 49,08 51,26 50,88 ken in den Abbildungen 50 46,97 20 40 8 und 9 ist zu erkennen, 10 30 dass die Antworten mit 0 20 großer Streuung abgege10 ben wurden. 0 Im Gegensatz zu Abbildung 3 (Frage 1) haben die Trendlinien in Abbildung 8 einen Abbildung 5: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) – 6: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) – Box positiven Verlauf. Die Abbildung Abbildung 6: Frage 1 (langfristige Verträge / bessere Kond.) – Abbildung 5: Frage 1 (langfristige Boxblots /Verträge Alter / bessere Kond.) – Korrelation ist bei den Boxplots / Bildung Boxplots / Alter Punkte

STUDIE

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Hinsichtlich des Beschäftigungsumfanges gab es zwischen de Auch Teilnehmer mit Pflichtschulabschluss (allerdings nur 14 Personen) haben sich infür den der Antworten, von 44,73 (0-35 8 Die Berechnung der Trendlinien erfolgte mit Hilfe der Methode der kleinsten Quadrate. Bei den polynomischen Unterschiede Trendlinien wurden dieMittelwerten folgenden Abbildungen unterschiedliche Ordüberdurchschnittlich 72,86)um fürdielangfristige Verträge ausgesprochen (vgl. Abb. 6). nungen (Anzahl der Spitzen(Mittelwert und Täler) verwendet, Genauigkeit für die jeweilige Abbildung zu optimieren. 9 Der steile Anstieg am Ende der roten Trendlinie in Abbildung 4 ist auf den einzelnen Datenpunkt des Jahrganges 40 2002Stunden). zurückzuführen und hat daher keine Aussagekraft.


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Auch hier gab es keinen großen Unterschied bei den Mittelwerten für männliche (52,14) und für weibliche (50,22) Personen. Auffallend sind wieder die Abweichungen bei Personen, die vor 1950 geboren wurden (Mittelwert 22,04) bzw. bei den Pensionisten (Mittelwert 27,14). Diese sprachen sich verstärkt gegen die Möglichkeit einer kostenlosen Kündigung anstatt eines Prämienrabattes aus. Auch die Personengruppe der nicht Erwerbstätigen bevorzugt verstärkt einen Laufzeitrabatt, wie aus dem Mittelwert von 36,88 Punkten gegenüber 55,77 bei den Erwerbstätigen erkennbar ist. Selbständig und unselbständig Erwerbstätige weisen auch hier wieder ähnliche Mittelwerte auf (56,67 bzw. 55,58). Kein klarer Trend zeigt sich bei den Antworten nach dem Beschäftigungsumfang (vgl. Abb. 10). Pflichtschulabsolventen (allerdings nur 14 Befragte) weisen mit 26,71 einen deutlich niedrigeren Mittelwert bei den Antworten auf als die anderen Personengruppen, stimmen also im Durchschnitt weniger zu (vgl. Abb. 11).

10

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31

30 29 24 91-100 61-70 71-80 81-90 10 18 Abbildung 7: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor Dauerrabatt) - Anzahl der Antworten je Intervall 5 10 0-10

11-20 21

21-30

31-40 19

41-50

51-60

0

Anhand der Punktwolken in den Abbildungen 8 und 51-60 9 ist zu erkennen, dass die81-90 Antworten mit 0-10 11-20 21-30 31-40 41-50 61-70 71-80 91-100 großer Streuung abgegeben wurden. Abbildung 7: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor Dauerrabatt) - Anzahl der Antworten je Intervall

Abbildung 7: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor Dauerrabatt) - Anzahl der Antworten je Intervall

100 der Punktwolken in den Abbildungen 8 und 9 ist zu erkennen, dass die Antworten mit Anhand 90 Streuung abgegeben wurden. großer 80 70100

Lesen Sie den zweiten Teil dieser Studie in der nächsten Ausgabe.

Punkte

Punkte

100 90 50 80 80 70 40 70 61,57 60 59,76 58,00 53,99 30 60 50 49,73 40 20 50 100 30 90 10 40 als bei den weiblichen Teilnehmern, die einen Wert von 0,18 aufweisen. Das20 etwas höher 80 10 bestätigt0 30 das Ergebnis aus Frage 1, dass sich jüngere Personen lieber für einen kurzfristigen70 0 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 61,57 >60 h58,00 Vertrag, 20 mit der Möglichkeit zur KündigungJahrgang entscheiden und dafür eine teurere Prämie in60 0-35 h59,7638-40 h53,9941-49 h 50-59 h 50 49,73 Kauf nehmen. Wohingegen ältere Personen eher bereit sind, einen langfristigen Vertrag 40 Abbildung 10: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit 10 männlich weiblich Linear (männlich) Linear (weiblich) 30 abzuschließen. Der negative Verlauf am Ende der roten Trendlinie in Abbildung 9, Beschäftigungsumfang ist 0 Abbildung 8: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor Dauerrabatt) - Antworten - lineare Trendlinien 20 Abbildung 8: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor Dauerrabatt) Antworten lineare Trendlinien 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 wiederum auf den einzelnen Datenpunkt des Jahrganges 2002 zurückzuführen. 10 Jahrgang 0 Pflichtschulabsolventen nur h14 >60 Befragte) 100 0-35 h 38-40 h (allerdings 41-49 h 50-59 h

60 90

STUDIE

30

vor Dauerr

weisen mit

weiblich Linear (männlich)in Abbildung Linear8(weiblich) Im Gegensatz zu männlich Abbildung 3 (Frage 1) haben die Trendlinien einen positiven niedrigeren Mittelwert bei den Antworten auf als die anderen Persone 90 Abbildung 10: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor

Abbildung 10: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor Dauer Verlauf. Die Korrelation ist bei den männlichen Teilnehmern - mit einem Wert von 0,30 weniger zu (vgl. Abb. 10). Dauerrabatt) – Boxplots / Beschäftigungsumfang 80Abbildung 8: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor Dauerrabatt) - Antworten - lineare Trendlinien im Durchschnitt Beschäftigungsumfang 9 100 70 90

Punkte

60 Im Gegensatz zu Abbildung 3 (Frage 1) haben die Trendlinien in Abbildung 8 einen positiven 80 Pflichtschulabsolventen (allerdings nur 14 Befragte) weisen mi 70 50 Die Korrelation ist bei den männlichen Teilnehmern - mit einem Wert von 0,30 Verlauf. niedrigeren Mittelwert bei den Antworten auf als die anderen Persone 60 51,62

55,22

53,49

40 30 100 20 90 10 80 0 70

30 20 10 0 1930

57,49

50 im Durchschnitt weniger zu (vgl. Abb. 10). 9 42,50

40

1940

männlich

1950

weiblich

1960

1970 Jahrgang

1980

Poly. (männlich)

1990

2000

Poly. (weiblich)

26,71

60 57,49 55,22 53,49 51,62 50 42,50 40 30 26,71 20 10 11: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor vor Dauerrabatt) – 0Abbildung Abbildung 11: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit

Abbildung 9: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit vor vor Dauerrabatt) Trendlinien Abbildung 9: Frage 2 (Kündigungsmöglichkeit Dauerrabatt) --Antworten Antworten- -polynomische polynomische Trendlinien

Auch hier gab es keinen großen Unterschied bei den Mittelwerten für männliche (52,14) und

Dauerrabatt) – Boxplots / Bildung

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14 VERSICHERUNG

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Unter den Flügeln des Löwen.


16 INTERVIEW

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Nein, es ist weder ein Wintermärchen noch ein Weihnachtsmärchen. Es ist eine coole, sachliche Marktschau von einem, der bekannt dafür ist, dass er sich kein Blatt vor dem Mund nimmt und der, wie erfrischend, Klartext spricht. Er spricht offen aus wovor andere noch - zurückschrecken. Seine Resümees haben Ecken und Kanten und fordern Widerspruch geradezu heraus. Er, das ist Christian Rieger. CEO der RH GmbH. Er kennt die Branche wie kaum ein Zweiter. Er beschreibt - nüchtern – mit messerscharfer Logik, das Fieber der Gegenwart und beschäftigt sich kompromisslos mit den Fragen der Zeit.

Unbewusst im Paradies Herr Rieger, bitte die unbequeme Botschaft zuerst. Christian Rieger: Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum man Versicherungsprodukte grundsätzlich nicht digital abschließen sollte. Bei den meisten Produkten ist es ein gut erzähltes Märchen von diversen Interessensvertretungen, dass dazu ein Berater aus Fleisch und Blut auftauchen muss. Ist das nicht, aus heutiger Sicht, Provokation pur? Und sicher nicht auf alle Abschlüsse anzuwenden.

Rieger: Verallgemeinerungen helfen nicht weiter. Sie haben Recht. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Wirtschafts-, Spezial- und Sonderrisken sollten nur bei Professionals abgedeckt werden. Hier aber geht es um die Masse des Geschäfts. Wozu ich für den Abschluss einer Autoversicherung einen Berater brauche, das muss mir erst einmal einer erklären. Und warum ein durchschnittlicher – ich betone durchschnittlicher – Bürger, der, angenommen, im 4. Stock wohnt, nicht selber eine einfache Hausratversicherung abschließen kann, muss mir auch erst einmal einer erklären.

Es gibt doch Deckungserweiterungen und –Ergänzungen. Rieger: Die man – grosso modo - gar nicht braucht. Von denen der präsumtive Kunde aber nicht weiss, ob er eine solche Absicherungen eines Tages nicht doch bräuchte? Rieger: Worüber man sicher nachdenken muss, ist die private Haftpflicht. Überhaupt in Zeiten wie diesen. Doch das andere, ganze Rundherum braucht man meist nicht. Es


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17 INTERVIEW

ne tatsächlichen Di- ist das ein kurzzeitiges Geheimnis. Aber es ist unnötig. Und für Ich sehe überhaupt keirektvertrieb. Nicht geht ja nicht darum etwas zu verheimlichen, solche Dinge bedarf nen Grund, warum man eine Mailingaktion sondern darum andere Vertriebsformen nicht es mit Sicherheit keiVersicherungsprodukte und anschließend zu irritieren. Es gibt ja genug Beispiele wo das nes Beraters. Damit grundsätzlich nicht digital kommt ein Berater schief gegangen ist. Wenn man aber richtig aber der Konsument vorbei. Ich meine trennt, dann funktioniert es. Ich bin mir gewissenhaft und abschließen sollte. Direktvertrieb, wo ziemlich sicher, dass viele Versicherer, auch präzise entscheiden kann, werden die Produkte, mit an Sicherheit zwischen dem Produktanbieter und dem in Österreich, in irgendeiner Tischlade so ein grenzender Wahrscheinlichkeit, simplifi- Endverbraucher bestenfalls ein Kabel oder Konzept liegen haben, das sie aber noch nicht ziert und allumfassend werden. Bis hin zu ein Wlan ist. Also ohne jeden weiteren Zwi- wagen auszupacken. Aus gutem Grund, wer Allriskdeckungen. Dass die Berater und die schenkontakt. Und ich behaupte, dass achtzig schneidet schon gerne den Ast ab auf dem Interessensvertreter das anders sehen, das ist Prozent aller Produkte als einfach zu zählen er sitzt. Unbeschadet dessen wird kein Weg völlig legitim. Und dass sie die Botschaft an- sind. Eine Lebens-, eine Altersvorsorge oder am Direktvertrieb vorbeiführen - am digiders trommeln, ist auch völlig legitim. Nur es ein Ablebensschutz, das ist ja wirklich relativ talen wohlverstanden. Ich meine auch, dass wird ihnen nichts nutzen. Der Markt wird nie easy. Ich weiß schon, es gibt Leute, die mei- es immer stärker zu Huckepackprodukten kommen wird. Die Reidanach fragen was die diversen Interessens- nen das alles sei hoch Eine Lebens-, eine Alseversicherung sei als vertreter in den diversen Kammergremien kompliziert – ich tersvorsorge oder ein Beispiel erwähnt. Auch sehe das als Schutzmeinen. Das ist dem Markt ziemlich egal. im Autobereich hat der behauptung. Was soll Ablebensschutz, das ist Direktvertrieb eine ZuJetzt haben Sie es sich mit dem Markt bei einer Unfallversija wirklich relativ easy. kunft. So in fünf Jahren cherung kompliziert wohl ganz verscherzt. sein? Abgesehen davon gibt es ja schon eine wird sicher kein gewerblicher Vermittler, Rieger: Möglich, doch auch wenn es eine un- Reihe von Vergleichsportalen, die behaupten außer vielleicht der Autohändler, eine Chance bequeme Botschaft sein mag, ich glaube, dass den ganzen Markt abzubilden. Doch späte- haben, eine Stand-alone-Autoversicherung zu es immer mehr Direktvertriebe geben wird. stens wenn man auf einer dieser Plattformen verkaufen. Alles das wird dazu führen, dass Dabei werden die Versicherer in Zukunft nicht gleich auch einen Versicherungsvertrag ab- der klassische Vertrieb, in der Art so wie wir so unklug sein, zugleich als hochpreisiger schließen kann, wird aus dem hilfreichen, ihn heute kennen, nicht dauerhaft bestehen Marken- und Qualitätsversicherer und unter unparteiischen digitalen Berater schlicht wird. Ich weiß, dass man ähnliches seit über gleichem Namen – als „billiger Michl“ - als ein Versicherungsverkäufer. Ab diesem Zeit- zwanzig Jahren sagt, aber mit Solvency-II Direktversicherer aufzutreten. Wie es derzeit punkt ist es angebracht, zu hinterfragen wie könnte es bittere Realität werden. so mancher so genannter Premiumversicherer ungebunden und unabhängig die Expertise tut. Niemand in der Konsumgüterindustrie ist. Und wie provisionsfreudig der Bestbie- Andererseits ist das aber auch eine Chance käme auf eine solch absurde Idee. Versicherer ter? Man muss dann halt auch bei anderen für eine konzentrierte Vermittlerschaft. Es machen es. Zugegeben, es richtig zu machen, Portalen nachschauen, ob überall derselbe wird eine neue Welt von interessanten, hoch setzt eine bestimmte Unternehmensgröße Versicherer in der Poleposition ist. Was, entwickelten – high sophisticated – Produkten voraus, sonst ist das nicht leistbar. Dazu gibt zugegeben, mitunter auch nur eine Teillösung in spannenden Produktnischen geben. Das dieses Problems sein kann. Und Realtime pri- Image der Vermittlerschaft wird enorm gees mit Zahlen unterlegte Untersuchungen. cing? Wer eine hohe Kaufbereitschaft hat, ist steigert werden, dann ist eine professionelle Die Digital-natives, die mit dem Smartphone auch bereit einen höheren Preis zu bezahlen. Beratung unbedingt gefragt. Doch, wie immer es kommen mag, jeder wird die Lage anders am Bauch schon auf die Welt kommen, oder vielleicht sogar mit einer App gezeugt worden Deshalb glaube ich, dass es immer mehr sehen. Entweder ist das Glas halb voll oder sind, wenn die mehrheitlich in die Wirt- Direktvertriebe geben wird. Was die Entwick- halb leer. schaft einsteigen – und der Vorgang läuft – lung zu bremsen vermag, ist die Tatsache, dann wird sich die Welt verändern. Wer bei dass Versicherer eine gewisse Scheu davor Da kommt ja einiges auf Versicherer und haben in den Direkt- Vertrieb zu. Amazon seine Bücher Man wird gewisse Quavertrieb zu gehen. Was kauft, oder das Auto litäten mitbringen müsverständlich ist. Man Rieger: Es kommt schlimmer und schmerzbeim Hersteller selsen um überhaupt Vorwill ja nicht die eige- licher. Ich meine – es ist zugegeben meine ber konfiguriert und nen und traditionellen Sicht der Dinge – dass es eine viel massidann beim Händler stand werden zu dürfen. Vertriebe gefährden. vere Auswirkung geben wird als die ganze oder selber bestellt, für Das war in der VerganDeshalb wird man Transparenzdiskussion oder etwaige, jemals den macht die Ware genheit nicht immer so. mit irgendeinen Fan- angedachte Provisionsverbote. Ich rede von Versicherung keinen Unterschied. Die Whats-App-Generation tasienamen als Direktversicherer auftreten, Solvency-II. Die Stichworte dazu heißen: sieht das völlig entspannt. Und dann wird damit nur ja niemand auf die Idee kommen Eigenkapitalausstattung und Rechnungsleauch der Direktvertrieb kommen. Ich mei- könnte, wer da dahinter steckt. Allerdings, gung. Jetzt werden einige Leser abschalten


INTERVIEW

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etwas Simples. Das Thema Offert. Beispiels- Rieger: Das durchschnittliche Maklerunterweise ein Gewerbegeschäft. Da ist es in vielen nehmen hatte 2010 in Österreich in etwa drei Märkten dieser Welt üblich, ausgenommen Beschäftigte. Womit schon alles gesagt ist. Bei den VersicherungsÖsterreich, dass das agenten ist das TheOffert vom jeweiligen Da wir in Österreich in ma noch etwas draVermittler berechnet Bezug auf Provisionen matischer zu sehen. wird. Wenn man die europ awei t zu den Diesen Unternehmen Vorgänge in diesem Spitzenreitern gehören, droht, auf Sicht geseBereich im Einzelnen wird es „das nach oben hen, dass sie durch kennt, gibt es einige, die Veränderungen zwanghafte, Ausnoch etwas drauflegen“ am Markt, kaum eine wüchse. Denn wenn betriebswirtschaftlich Überlebenschancen ich nicht kostenlos ofgesehen, schlicht und haben werden. Weil feriere, dann macht es ergreifend nicht geben. die Versicherer immer ein anderer, sagt sich mehr Aufgaben deleAber gerade beim Thema Provision – sei es der Versicherer. Man in der Form von Abschlussprovisionen oder offeriert mehrmals und wenn man Pech hat gieren werden. Und dann wird die Zeit für Abschlussfolge – trägt das Unternehmen schließt der Vermittler woanders ab. Um erst die Akquise immer weniger. Dazu kommt ein nicht unbeträchtliches Risiko. Jedenfalls gar nicht missverstanden zu werden. Es geht dass viele gewerblichen Vermittler gut im solange die Provision nicht verdient ist. Man nicht darum dass es passiert, sondern dass Geschäft sind, aber beileibe keine Unterwird sich entscheiden müssen. Im Sinne es unentgeltlich passiert. Das halte ich für nehmer sind. einer Nachhaltigkeit wird es in naher oder groben Unfug. Wenn ein Installateur einen Das kann man schon daran fest machen, fernerer Zukunft nur mehr eine „Laufende“ Kostenvoranschlag macht und es kommt zu wenn man fragt, wie schaut denn dein Busigeben. „Abschluss und Folge“ finden nicht keinem Auftrag, dann zahlt man dafür. Basta. ness-Plan aus? Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dieser inexistent. So leben viele von der mehr statt. Es gibt Märkte, wo das geht. Ich denke, dass wird auch bei uns in die Richtung Wenn wir weiterhin so kritisch diskutieren, Hand in den Mund. So war das bisher, so ist das jetzt. Das kann man niemandem gehen. Weiters wird man auch dahin wirken, werden wir Bodyguards brauchen. vorwerfen. Bisher ist ja auch alles gut geganin den Provisionshöhen zu differenzieren. Ich meine jetzt gar nicht den Youngster der mit Rieger: Den Menschen ist die Wahrheit zu- gen. Nur die Zeiten werden anders, härter, Lebensanträgen wachelt. Es geht um das Ri- zumuten. Es zeichnet den österreichischen unpersönlicher, zweckbetonter. Aber die siko bei möglicher Provisionsrückforderung. Markt aus, dass es gerade im Bereich der Verhaltensmuster sind immer noch so, wie Also wird man bei Provisionen differen- gewerblichen Vermittler sehr viele kleine sie vor 15 oder 20 Jahren waren. und Kleinstunterzieren müssen. Nicht Das durchschnittliche nehmen gibt. Das hat Die Branche ist doch hellwach! Es gibt weil es Spaß macht. natürlich auch mit der immer mehr Zusammenschlüsse. Da wir in Österreich Makl eruntern ehm en Größe des Landes zu in Bezug auf Provisihatte 2010 in Österreich tun. Ich habe mich Rieger: Selbstverständlich. Und das ist auch onen europaweit zu in etwa drei Beschäfgewundert, als ich gut so. Weil natürlich– wie heißt es so schön den Spitzenreitern tigte. Womit schon alles aus Deutschland zu- betriebswirtschaftlich „economy of scale“ – gehören, wird es „das gesagt ist. rückgekommen war. eine bestimmte Größenordnung, erforderlich nach oben noch etwas Da erkundigt man ist, um effizient sein zu können. Das gilt drauflegen“ betriebswirtschaftlich gesehen, schlicht und ergrei- sich über manche Dinge. Und man hat mir auch im Vermittlerbereich. fend nicht geben. Wozu noch kommt, dass einen großen Makler genannt, mit ca. 270 Als Coach, als Unternehmensberater, es allerlei Arten von Zuschüssen gibt, bis Mitarbeitern. hin zum Ich-liebe-die-Welt-Zuschuss. Aber Ein großer Makler beginnt, international als Wissender in der Versicherungswirtwie gesagt, das ist nur meine Einschätzung gesehen, bei etwa 1000 Angestellten aufwärts. schaft, das kann ihnen niemand abstreiDas mag etwas ungerecht gewesen sein, weil ten – was raten Sie denn den Vermittlern? der Lage. ich aus einer anderen Dimension gekommen Was sollen die machen? Hart gefragt: Der Versicherer macht in bin. Das ist nicht besser oder schlechter - es Zukunft„gar nichts mehr“ und die gesamte ist halt einfach anders. Und hier sind sehr Rieger: Lassen Sie mich scherzhaft beginnen: Arbeit wird dem Vermittler aufgehalst, viele Klein- und Kleinstunternehmen. Sehr Also, was den Vermittlern natürlich nicht seriös, sehr anständig, sehr bemüht. Und zu empfehlen ist, das ist der Suizid. So, und der dafür weniger bekommt als bisher? dennoch werden sie ein Problem bekommen. jetzt ernsthaft: Das ist das Generalthema: Keinesfalls aufgeben! Man kann sich natürRieger: Das Thema haben wir ja schon. Und lich hinsetzen und jammern wie schlecht es ist sicher legitim. Nehmen wir einmal ganz Welches? und die Zeitung weglegen. Tatsächlich geht es aber darum wie fit und proper der Vorstand besetzt ist. Man wird gewisse Qualitäten mitbringen müssen um überhaupt Vorstand werden zu dürfen. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Aber worauf ich hinaus will ist, dass es massive Auswirkungen auf die Provisionslandschaft geben wird. Solvency-II bedeutet auch, dass das Unternehmen Versicherungen ein eigenes Unternehmensrisiko-Management machen, und die Risiken clustern muss. Je nach dem - wie es hoch das Risiko ist - müssen diese Cluster mit Eigenkapital hinterlegt werden.


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die Welt ist. Und wie arm man insbeson- Egal, jedenfalls teurer als einen bestehen- Wochen meines Dortseins dachte ich mir: dere selbst ist. Das geht natürlich auch. Das den Kunden zu halten und auszubauen. eine völlig absurde Branche. Ich habe aber kann man aber nur denen empfehlen die Und das ist das Problem bei den geltenden meine Eingangsmeinung sehr schnell re90+ alt sind. Darunter würde ich so nicht Entgeltsystemen, sie initiieren genau das vidieren müssen. Und so habe ich 30 Jahre reagieren. Denn selbstverständlich kann Verkehrte. Und es ist egal ob groß oder klein: in der Branche verbracht. Dann musste ich man etwas machen. Man muss sich davon Die Grundausgangslage ist genau die gleiche. lernen, dass die Branche spartenideologisch verabschieden, dass alle alles machen. Das Und schlussendlich auch kein Nachteil: man aufgestellt ist und es gilt oft noch die Ideoist heutzutage fast schon Unfug. Man muss muss sich bei dieser Variante bei der Arbeit logie Sparte vor Kunde – statt umgekehrt. Gott sei Dank konnte ich in einem internasich spezialisieren. Gute Beispiele gibt es ja auch nicht so aufreiben. tionalen Konzern arbeiten, der mir immer auch hier schon am Markt - ich nenne hier absichtlich keine Namen – aber wenn man Zumindest eine interessante Perspektive. die sogenannte lange Leine gelassen hat. Ich durfte in vielen Funktionen agieren. Das genau hinschaut, weiß man ja von wem da die Rede sein könnte. Und der Wald- und Rieger: Es wird noch interessanter. Denn hilft beim Verstehen mancher Reaktionen. Wiesenvermittler der alles macht – vom Auto es geht auch um den Bereich Geschäfts- Ich durfte auch in mehreren Märkten unterüber die gewerbliche Versicherung bis hin prozesse. Da sind manche hanebüchen or- wegs sein, was auch insofern hilfreich war, zur BAV den es so ohnedies nie gegeben hat, ganisiert. Ich hatte ja öfters das Vergnügen denn wenn man immer im Elfenbeinturm bei Maklern beratend einer GD sitzt und raus schaut, denkt man der wird – aus wirtKeinesfalls aufgeben! helfen zu dürfen. Was warum tun die da draußen nichts. Wenn schaftlichen Gründen Man kann sich natürlich kann man schneller, man dann die Gelegenheit hat – nicht nur - nicht durchhalten hinsetzen und jammern besser machen, we- besuchsweise - plötzlich ein Teil von draußen können. niger aufwendig. Also zu sein, dann sieht man die Dinge plötzlich Man muss sich auch wie schlecht die Welt da gibt es ein Riesen- mit anderen Augen. So gesehen bin ich als Kleinunternehist. potenzial, denn wie meinem damaligen Arbeitgeber bis heute mer – was durchaus ein Vorteil sein kann – auf bestimmte Be- manche innerbetrieblich organisiert sind, extrem dankbar, dass ich mitarbeiten durfte. reiche, Produktkategorien fokussieren und ist unglaublich. EDV muss in geeigneter Zusammengefasst, ich habe viele Funktionen auch sagen können das mache ich nicht. Das Form eingesetzt werden. Das ist bereits Ver- ausgeübt, auch in einigen Ländern, und war nächste was man sehr wohl tun sollte ist, dass gangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und teilweise hausintern auch in der Funktion als Unternehmensbeman sich auf weniger Kunden fokussiert. neben dem ewigen An sich bin ich ein gerater tätig. Dabei war Vor einiger Zeit hat mir einer voll Stolz Kriterium, was zahlt lernter Banker und bin die wahre Herausforberichtet, er habe 2.000 Kunden und ist de der Versicherer wird derung die kulturelle facto nur ein Einmannbetrieb. Da kann man immer wichtiger: Wie eher zufällig in die VerIntegration oder Mignur sagen: Das ist ein armer Hund. Weil der kommuniziert er? sicherungswir tschaft ration, wo und wie die nur mehr reagieren kann, aber nicht mehr Gibt es technische hineingeraten. In den Leute zusammengeagieren. Und es stellt sich schon die Frage: Schnittstellen? Wenn ersten drei Wochen führt werden und wie wie ernsthaft intensiv kann man dann noch ich Daten übertrage, meines Dortseins dachman sie beim Herzen geht das für mich einen Kunden betreuen? erwischt. Ich habe in sehr einfach, oder te ich mir: eine völlig allen Funktionen imwird einem das LeWas also tun? absurde Branche. mer schon auf Partben schwer gemacht. Rieger: Beste Betreuung ist gut, absolut not- Wie kommen die Daten zurück? Das wird nerschaft, im Sinne von gemeinsamem Tun, wendig. Aber davon allein kann man nicht immer mehr zum Kriterium wie eine Ent- gesetzt. Ich habe Aussprüche nie akzeptiert leben. Darum meine ich, sollte man sich scheidung getroffen wird. Und da liegt noch wie braver Makler, böser Versicherer oder von der Ideologie verabschieden möglichst sehr viel Potenzial drin, denn es sind große umgekehrt. Ich sehe diesen Widerspruch viele Kunden zu haben – gar vielleicht gar Zeitfresser. Wenn ich daran denke, dass es nicht. Das ist ein künstlich herbeigeholtes, nur solche mit einem oder zwei Verträgen. immer noch Makler oder Agenturen gibt emotionales Gebilde Es ist Schwachsinn. Es Meines Erachtens sollte man sich auf 200 bis die noch eine Hängeregistratur haben, dann kann sinnvollerweise nur ein Miteinander 300 Kunden konzentrieren. Dabei kommt wundert es mich nicht, wenn die sich darüber geben. es natürlich auf die Unternehmensgröße auslassen, dass sie keine Zeit haben. Und wie sehen Sie den Markt jetzt? Gean. Dieses Konzept bringt den Vorteil, dass Kunden nicht so schnell wegbrechen. Denn Und jetzt, bitte, einige Worte zu Ihrer rade jetzt? öfters kann man gar nicht so viele neue Person. Rieger: Die Vermittler leben hier im ParaKunden akquirieren, wie verloren gehen. Alle wissen, dass die Neuakquise in Summe Rieger: An sich bin ich ein gelernter Banker dies, sie wissen es bloß nicht. ein deutlicher Mehraufwand ist. Experten und bin eher zufällig in die Versicherungsdiskutieren, sie sei bis zu achtmal teurer. wirtschaft hineingeraten. In den ersten drei Herr Rieger, wir danken für das Gespräch.


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FAIRCHECK

fairmedia - Kundenmagazin Das Ende des Jahres erscheinende Magazin fairmedia von faircheck versorgt Kunden und Partner mit interessanten Einblicken in die Branche und geht auch nicht ganz alltäglichen Themen nach. faircheck wickelt nicht nur den Schadenprozess für Versicherungen ab, sondern beschäftigt sich laufend mit Trends und

Möglichkeiten, um Potenziale für Versicherungen am Markt besser nutzbar zu machen. Ende dieses Jahres erscheint erstmals das hauseigene Magazin mit dem Namen fairmedia, speziell für Kunden und Partner. Mit diesem Magazin möchte faircheck einerseits Einblicke in das eigene Unternehmen geben und andererseits Gestaltungsräume in

der Branche aufzeigen – von Emotion bis Technik darf man sich auf viele interessante Blickwinkel freuen. Ziel ist es, die Leser zu motivieren, die eigene Komfortzone zu verlassen, um innovative Projekte mutig voranzutreiben. Wer sich schon vorzeitig ein Exemplar sichern möchte, kann dies unter info@faircheck.at tun.

FAF

Neuer Webauftritt Mit einem neuen Webauftritt startet die Fachakademie für Finanzdienstleister (FAF) ins Wintersemester. Mit dem Relaunch der Homepage wurden die Inhalte optimiert und die Übersichtlichkeit verbessert. Ein neues, modernes und klares Design bieten raschen Zugriff

auf die Informationen. Neu ist auch der Webshop, in dem die Buchung des gewünschten Lehrgangs oder Spezialseminars einfach und bequem online vorgenommen werden kann. Darüber hinaus wurden bei der Konzeption der Website die Verlinkung zu den sozialen Netzwer-

ken facebook und google+ berücksichtigt. Weiters wird es ab 2016 einen speziellen Blog für FAF-Absolventen geben. Über Neuigkeiten rund um die FAF und ihr Bildungsangebot informiert aber auch ein Newsletter, zu dem sich Interessierte direkt anmelden können.

Finale Abstimmung Über die IDD und den Änderungsvorschlägen wurde nun im EU Parlament final Abgestimmt. Nach dreieinhalb Jahren, am letzten Tag der lettischen Ratspräsidentschaft, fand man wurde nun endlich Kompromiss. Noch muss der Europäische Rat dem Gesamtentwurf inklusive der Änderungsvorschläge noch formell zustimmen. Man rechnet aber damit, dass die Richtlinie somit im 1. Quartal 2016 in Kraft treten wird. Interessant sind die nächsten Schritte, zwar ist kein generelles Provisionsverbot bzw. keine Provisionsoffenlegung beschlossen worden, aber die Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit bei Umsetzung ins nationale Recht diese noch einzuführen. Innerhalb von zwei Jahren muss die Umsetzung erfolgen. Weiters sieht die Richtlinie eine Stärkung des Verbraucherschutzes vor, es soll für alle Versicherungsvertriebskanäle das gleiche Schutzniveau gelten. Das Grundformat des Produktinformationsblattes basiert auf den Vorschlägen der EIOPA. Die Gesamtkosten bei Lebensversicherungsprodukten müssen offengelegt werden. Auch wurde eine außergerichtliche Streitbeilegung mit aufgenommen. Nebenberufliche Vermitt-

lung, Flat Rate und Pro Rata Versicherungen werden von der Richtlinie ausgenommen sein. MEP Mag. Othmar Karas, sieht in der neuen Richtlinie nur Vorteile, sowohl für den Konsumentenschutz - besserer Transparenz – als auch die Berücksichtigung der unterschiedlichen Kulturen der Mitgliedstaaten. Für MEP Markus Ferber bestand das Ziel darin, die Lücke zwischen Gesetzgebung im Hinblick auf Finanzprodukte und den Konsequenzen der Zersplitterung der Versicherungsmärkte durch die IMD 1 zu schließen. Seine Zukunftssorge gilt der regulatorischen Arbitrage zwischen Finanz- und Versicherungsprodukten. Der EU Kommissionär Jonathan Hill betonte vor allem die Wichtigkeit der erhöhten Transparenz und dem verstärkten Konsumentenschutz. Hill strebt für die rasche Umsetzung der IDD in die nationale Gesetzgebung eine enge Zusammenarbeit mit EIOPA an. Obmann Stellvertreter und Arbeitskreisleiter für europäische Angelegenheiten Christoph Berghammer über die jahrelangen intensiven Gespräche mit entscheidenden Meinungsbildnern: „Ich bin sehr zufrieden über den Ausgang der Ab-

stimmung. Der Einsatz gegen das angedrohte Provisionsverbot sowie die Provisionsoffenlegung haben sich gelohnt und wir konnten die Interessen der Versicherungsmakler auf europäischer Ebene hervorragend durchsetzen.“ „Die wesentlichen Punkte der IDD, wie erhöhte Transparenz und Verbraucherschutz unterstreichen die grundlegende Arbeit der Versicherungsmakler. Damit werden Vertrauensverhältnisse geschaffen und schließlich agiert der Makler in seinem täglichen Geschäft immer für den Kunden.“ erklärt Bundesobmann Akad. Vkfm. Gunther Riedlsperger. Es gibt auch viele weitere positiven Stimmen zur IDD, Axel Wehling, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft: „Die IDD schafft eine stabile und europaweit einheitliche Basis für einen fairen Versicherungsvertrieb. Erhöhte Transparenzanforderungen und neue Regeln für die Weiterbildung der Versicherungsvermittler werden zu steigender Beratungsqualität im Interesse der Kunden beitragen. Damit bekommt die europäische Versicherungswirtschaft ein modernes und zukunftsfähiges Regelwerk.“


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VERSICHERUNG

NÜRNBERGER REISEVERSICHERUNG

Echtzeit Versicherung Rechtzeitig zum Beginn der Wintersaison hat die NÜRNBERGER Versicherung mit dem Produkt „Wintersportschutz“ eine flexible und punktgenaue Absicherungsmöglichkeit für alle Wintersportler auf den Markt gebracht. Mit einer Laufzeit von 1 bis 7 Tagen, frei wählbare Personenzahl. Es sind keine Jahresverträge oder Mitgliedschaften nötig. Der Versicherungsschutz kann jederzeit online und mobil mit dem Smartphone abgeschlossen werden. Der Vertrag endet automatisch nach Ablauf der vereinbarten Versicherungsdauer. Unteranderem sind folgende Leistungen inkludiert: Bergung und Hubschrauber Rettung bis 40.000 Euro. Fahrzeugheimtransport, Rückreise und Übernachtung bis 1.500 Euro. Operationskosten bei unfallbedingten kosmetischen Korrekturen bis 5.000 Euro. Unterbringung in einem

Krankenhaus nach Wahl des Versicherungsnehmers bis 2.000 Euro. Der „Wintersportschutz“ kann entweder über die Website https://wintersportschutz.nuernberger.at oder über die „BergWinter“-App abgeschlossen werden. Die Versicherungsunterlagen werden per E-Mail zugesandt. Neu ist auch die gratis App „BergWinter“ https://bergwinter.nuernberger.at findet man neben dem Versicherungsschutz alles, was am Berg wichtig ist: • Skigebiete: aktuelle Schneeberichte, Wetter, Pistenplan, Videos & Events von über 250 Skigebieten in Österreich • Tracking: zeichnen Sie Ihre Touren, Fahrten und Strecken auf • Notruf: telefonische Verbindung zur nächsten Bergrettung mit Anzeige Ihrer GPS-Daten • Buddyfinder: finden Sie Freunde aus Ih-

rem Netzwerk, die sich auch im Skigebiet befinden • Gratis-Download der App im GooglePlay oder App-Store.

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VERSICHERUNG

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EUROPÄISCHE REISEVERSICHERUNG

Gesundheits-App Ab sofort steht den Kunden der Europäischen Reiseversicherung eine kostenlose, interaktive App mit einer Vielzahl an Übungen und Work-out-Plänen zur Verfügung. Mittels kurzer prägnanter Beschreibungen, Fotos und Video-Clips werden die Übungen gezeigt. Zudem ermöglicht die Fit auf Reisen-App den Nutzern, sich mit anderen Benutzer in Form von Fitnessgruppen oder über eine einfache Chat-Verbindung auszutauschen. Auch ein integrierter Trainingskalender kann zwischen Freunden abgeglichen werden. Das Angebot reicht von Entspannungsübungen bis hin zu gezieltem

Ausdauertraining und Work-out im Fitnessstudio. Die Übungen sind dabei jeweils in Kategorien unterteilt und erlauben zusätzlich die Auswahl des Schwierigkeitsgrades. Somit kann ein individueller Trainingsplan, an die persönlichen Ziele angepasst, erstellt werden. Für Reisende gibt es die Möglichkeit das App auch im offline Modus zu benutzen, wenn die App gestartet wurde als das Gerät noch online war. Ein zusätzlicher Vorteil für Reisende wird geboten da sogar einige Übungen zur Vorbeugung von Thrombose im Flugzeug in der App zu finden sind. Die Fit auf Reisen-App der Europäischen

Reiseversicherung ist über sämtliche Stores der verschiedenen Anbieter erhältlich, und bietet nach der Registrierung mehrere hundert Übungen, geeignet für den Anfänger bis zum Profi.

DONAU VERSICHERUNG

Finanzielle Absicherung bei Krebserkrankung Die Donau Versicherung hat nun auch eine Absicherung im Falle einer Krebserkrankung im Portfolio. Jeder vierte Österreicher wird im Laufe seines Lebens mit der Diagnose Krebs konfrontiert. „Wir sind Dank des medizinischen Fortschritts in der Lage, Krebserkrankungen immer früher zu erkennen und damit die Therapie- und Heilungschancen stetig zu erhöhen. Wer jemanden mit Krebsdiagnose kennt, oder selbst davon betroffen war weiß, welche emotionalen und auch finanziellen Belastungen damit verbunden sind“, erklärt Prof. Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group. Fixkosten, die trotz eventueller Erwerbsbeeinträchtigungen durch Behandlungen anfallen, spezielle Methoden zur besseren Verträglichkeit von Chemo- und Strahlentherapien, Kinderbetreuung, Haushaltshilfe, Auszeit des Partners zur Unterstützung sind einige Beispiele, die unerwartete Kosten oder Einbußen verursachen können. Als erster Partner in Österreich arbeitet die DONAU Versicherung mit MediGuide zusammen. Das seit 16 Jahren weltweit tätige amerikanische Unternehmen hat sich als einer der führenden Anbieter für medizinische Zweitmeinungen etabliert. Die Zweitmeinungen werden von Ärzteteams in weltweit führenden medizinischen Zentren verfasst. „Uns war wichtig, die Kunden bei einer weiteren Sorge im Zusammenhang mit

Prof. Elisabeth Stadler einer Krebsdiagnose zu unterstützen. Diese Nachricht ist lebenseinschneidend. Vielfach besteht der Wunsch, sich hier zweifach abzusichern oder zumindest die Gewissheit zu haben, keine Chance ausgelassen zu haben. Unsere Kunden können sich auf sehr einfache Weise eine professionelle Stellungnahme von internationalen Topärzten einholen lassen, die dann gemeinsam mit dem Hausarzt besprochen wird. Laut unserem Partner hat eine Harvard-Studie belegt, dass durch die Zweitmeinung der Behandlungsplan in mehr als 80 % der Fälle verbessert werden konnte“, betont Prof. Elisabeth Stadler. Der Kunde nimmt über eine kostenfreie Hotline mit einem deutschsprachigen lokalen Vertreter

von MediGuide Kontakt auf. MediGuide kümmert sich um die Einholung der Befunde beim lokalen Arzt bzw. dem Spital und schlägt in Folge drei, auf die persönliche diagnostizierte Krebsart, spezialisierte Krankenhäuser vor. Gemeinsam mit dem heimischen behandelnden Arzt wählt der Kunde das Krankenhaus für die Zweitmeinung aus. Eine Behandlungsbeurteilung sowie Behandlungsempfehlung erfolgt innerhalb von zehn Werktagen. Die Einholung der Zweitmeinung steht Donau Versicherungskunden auch für dessen Kinder bis zum 25. Lebensjahr zur Verfügung. MediGuide kooperiert mit über 90 Krankenhäusern und den renommiertesten Ärzteteams. Darunter befindet sich unter anderem das Harvard Medical School Teaching Hospital in Boston, das King’s College Hospital in London oder die Charité in Berlin. Das Produkt „Krebsversicherung“ kann mit einer Versicherungssumme von EUR 25.000,-, EUR 50.000,- oder EUR 100.000,- abgeschlossen werden. Es wird nur eine vereinfachte Gesundheitsprüfung (zwei Fragen) verlangt. Kinder der versicherten Person im Alter von 3 bis 18 Jahren sind bis zu einem Drittel der Versicherungssumme bzw. bis maximal EUR 11.000,- prämienfrei mitversichert. Abschließbar ist die Krebsversicherung ab 18 bis höchstens 60 Jahre. Der Kunde kann eine Indexierung der Prämien zur automatischen Anpassung der Versicherungsleistung wählen.


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VERSICHERUNG

DONAU VERSICHERUNG

Relaunch

Die Donau Versicherung hat ihre Haushalts- und Eigenheimversicherung einem Relaunch unterzogen. Ab Jänner können Privatkunden aus Basis- und Plusbausteinen wählen. Im Baustein Basispaket Plus ist die grobe Fahrlässigkeit bis zu 50 % der Versicherungssumme mitversichert. Diese Deckung ist sowohl in der Haushalt- als auch in der Eigenheimversicherung bis zur vollen Versicherungssumme erweiterbar. In der Eigenheimversicherung gilt dies neben der Feuerversicherung auch für Sturm und Leitungswasser, sofern diese Risiken in der Plus-Variante gewählt wurden. „Mit der Möglichkeit, die grobe Fahrlässigkeit bis 100 % der Versicherungssumme einzuschließen, erfüllen wir einen langjährigen Wunsch unserer Vertriebspartner“, betont Donau Vertriebsvorstand Mag. Harald Riener. Neu angeboten wird die Deckung von Risiken wie Einbruch durch moderne Kriminalitätsmethoden, Ungeschicklichkeit bei

Geräten der Unterhaltungselektronik, oder volle Deckung bei der Rohbauversicherung. „Aufgenommen haben wir Deckungsmöglichkeiten, die durch gesellschaftliche Veränderungen an Bedeutung gewonnen haben. Zum Beispiel sind auch Einbrüche ohne Einbruchsspuren versichert, wenn der unbefugte Zutritt durch gehackten Zutrittscode oder der Einbruch in Schlüsselsafes erfolgt. Versicherbar sind jetzt auch Schäden an elektronischen Geräten wie Tablet, TV oder Spielkonsolen durch Ungeschicklichkeit“, nennt Reinhard Gojer, MBA neue Deckungsbeispiele. Die adaptierten Höchsthaftungssummen in der Haushaltsversicherung zählen zu den höchsten im aktuellen Marktvergleich. Generell werden die Höchsthaftungssummen im Vergleich zum bestehenden Tarif erhöht. Für eine 50 m² große Wohnung gilt eine Höchsthaftungssumme von EUR 100.000, eine der größten Haftungssummen am Markt.

Mag. Harald Riener

VVO VERSICHERUNGSVERBAND ÖSTERREICH

5 Jahre „Sicher leben“ Die erfolgreiche Pressereihe „Sicher leben“ eine Kooperation zwischen dem österreichischen Versicherungsverband und dem KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) wurde vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Ziel war und ist es, die Öffentlichkeit für wichtige Sicherheitsmaßnahmen in den eigenen Lebensbereichen zu sensibilisieren, mit praktischen Tipps und einfach umzusetzenden Präventionsmaßnahmen. „Mit einfachen Maßnahmen die eigene Sicherheit erhöhen“ – unter diesem Motto wurde vor fünf Jahren die erfolgreiche Pressereihe „Sicher leben“ gestartet, die sich zu einem Treffpunkt für Experten und Meinungsbildnern etabliert hat. „Uns war es wichtig, dass die Bevölkerung ihre eigenen Lebensbereiche mit anwenderfreundlichen und praktischen Präventionstipps ein Stück weit sicherer gestalten kann. Gemeinsam mit dem KFV und zahlreichen Experten wurden viele

Dr. Louis Norman-Audenhove spannende Themenbereiche beleuchtet“, erläutert Dr. Louis Norman-Audenhove,

Generalsekretär des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Hart gearbeitet wird auch im Hintergrund der Pressekonferenzen um neue Präventionsfelder und spannende Themen für die Öffentlichkeit zu identifizieren. So werden kommende Trends analysiert und bewertet, um mit Hilfe von aufwendigen Projekten oder Studien aus der KFV-Forschung neue Erkenntnisse zur Erhöhung der Sicherheit der Menschen in Österreich zu liefern. „Innovative wissenschaftliche Ansätze, moderne Strategien der Sicherheitsprävention, hohe Fachkompetenz sowie eine internationale Vernetzung und das außergewöhnliche Engagement der Mitarbeiter sind dabei der Schlüssel zum Erfolg“, so KFV Direktor Dr. Othmar Thann. Auch in Zukunft wird sich die Pressereihe mit innovativen Ideen beschäftigen, um die Menschen für Themen, die ihre eigene Sicherheit betreffen, zu begeistern.


INTERVIEW

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D.A.S. RECHTSSCHUTZ

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe Interview mit Mag. Markus Messenlehner, Leiter RechtsService der D.A.S. zum Thema Strafrechtsnovelle 2015, die zum 1. 1. 2016 in Kraft tritt. unternehmen geradestehen. Niemand kann als Betriebsinhaber ausschließen, plötzlich in ein Strafverfahren zu geraten. Eine Anzeige von Nachbarn, Konkurrenten, Bürgerinitiativen, vermeintlich Geschädigten oder einem im Unfrieden ausgeschiedenen Mitarbeiter reichen bereits aus, um die Staatsanwaltschaft in Aktion treten zu lassen. Was kann eine Rechtsschutzversicherung dazu beitragen? Was bieten Sie hier besonders an?

Firmenkunden haben als Versicherungsnehmer andere Bedürfnisse als Privatkunden. Inwiefern? Gibt es – in Bezug auf das Strafrecht – Unterschiede? Mag. Markus Messenlehner: Ja. Betriebe haben ganz andere Angriffsflächen. Zum Beispiel gibt es die strengen Regelungen zur Betriebssicherheit in der Produktion und im Steuer- und Subventionswesen sowie das weitreichende Umweltstrafrecht. Dazu kommt, dass die stets wachsende Zahl von Gesetzen und Vorschriften, begleitet von einer verschärften Rechtsprechung, oft nicht durchschaut und somit nicht adäquat umgesetzt wird. Und nicht zu vergessen: Das europäische Flechtwerk an Richtlinien und Verordnungen. Doch auch hier schützt Unwissenheit nicht vor Strafe! In jedem Fall trifft es die verantwortlichen Mitarbeiter. Und: Delegieren verstärkt das Risiko. Aufgrund des Organisationsverschuldens müssen Chefs auch für Fehler von Mitarbeitern oder Sub-

Messenlehner: Unser Straf-Rechtsschutz sichert Unternehmer auch dann ab, wenn sie wegen Untreueverdacht unschuldig zum Handkuss kommen. Zum Beispiel bieten wir als Besonderheit am Markt bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens auch beim Vorwurf vorsätzlich begangener Handlungen umfassende Vorab-Deckung. Daneben übernehmen wir die Kosten für Privatsachverständige und Privatgutachten. Gerade bei Untreue-Delikten kann es wertvoll sein, ein weiteres Gutachten einzuholen. Sind Unternehmer mit einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren vor einer Verhandlung konfrontiert, übernehmen wir auch hier Kosten für das Verfahren bis zu 20.000 Euro. Der Untreueparagraf im Strafrecht ist in den letzten Jahren in „Verruf“ geraten. Vieles wurde - auch strafrechtlich - sanktioniert, was unternehmerisch gar nicht als Fehlleistung eingeschätzt wurde. Inwiefern hat der Gesetzgeber darauf reagiert? Messenlehner: Bisher ist der Untreuetatbestand von der Rechtsprechung sehr weit ausgelegt worden. So war beispielsweise der Untreuetatbestand unter Umständen schon verwirklicht, wenn man Preisnachlässe gab, Provisionen zahlte, Kontoverfügungen machte oder in nicht wirtschaftlich vertretbarer Weise Kredite vergab.

Gibt es hier nur strafrechtliche Verfolgung wegen Untreue? Messenlehner: Nein. Auch eine zivilrechtliche Verfolgung ist möglich. Das bedeutet die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen der Gesellschaft sowie Dritter gegenüber dem Gesellschaftsorgan, wenn die Sorgfaltspflicht bei Ausübung der Organtätigkeit verletzt wurde.Als Maßstab wird der sorgfältige Unternehmer, wie er in eigenen Angelegenheiten handeln und wirtschaften würde, herangezogen. Unwissenheit, Überbelastung oder auch Auslagerung des Buchhaltungs- und Finanzwesens an eine Drittfirma, die schlecht gearbeitet hat, sind grundsätzlich kein Entschuldigungsgrund. Sie befreien nicht von der Haftung. Wie ist das Verhältnis zwischen strengem Sorgfaltsmaßstab und kreativer unternehmerischer Entscheidung? Messenlehner: Der Geschäftsleiter hat es hierbei nicht leicht. Innovation und riskante Entscheidungen werden durch die Haftungsregeln sehr stark in den Hintergrund gedrängt. Wie werden diese Entscheidungen beurteilt, was ist Maßstab? Messenlehner: Die Linie hat sich in Anlehnung an die aus dem US-amerikanischen Gesellschaftsrecht stammende Business Judgement Rule entwickelt. Eine unternehmerische Entscheidung begründet bei Einhaltung bestimmter interner Voraussetzungen keine Haftung des Leitungsorgans. Wann kommt es zu einer Haftungsbefreiung? Messenlehner: Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein:


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Wie sieht es nun im Strafrecht konkret aus – was bringt die Novelle? Messenlehner: Diese Business Judgement Rule ist ab 1.1.2016 auch Maßstab im Strafrecht. Darin geregelt ist, dass Handlungen eines Leitungsorgans nur noch dann strafbar sind, wenn wissentlicher Missbrauch seiner Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen, vorliegt und dadurch ein Vermögensnachteil entsteht. Die Strafdrohung liegt bei einer Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten bzw.

bei einer Geldstrafe bis zu 360 Tagessätze. Unternehmensinterne Verfahrensvorschriften werden also als Grundlage für das Fehlverhalten herangezogen. Wer nicht gegen Unternehmensvorschriften verstößt, soll nicht strafrechtlich verfolgbar sein.

sein. Unternehmensentscheidungen werden dadurch entkriminalisiert. Aber Achtung: Die zivilrechtliche Haftung kann weiterhin bestehen!

Was meint der Gesetzgeber mit Anhebung der Wertgrenzen im Strafbereich. Ist das von Vorteil?

Messenlehner: Unternehmer sollten möglichst bei jeder Entscheidung von einer gewissen Tragweite dokumentieren, welche Informationen Sie sich beschafft haben. Hat man die Informationen etwa im Gespräch erlangt, so sollte man eine kurze Telefonnotiz schreiben, die man in die Akte heftet. Wurde schriftliches Informationsmaterial eingeholt oder z.B. aus dem Internet heruntergeladen, dann bitte nicht achtlos wegwerfen, sondern ebenfalls in die Akte heften. All dies hilft in einem späteren Haftungsprozess zu beweisen, dass man sich ausreichend informiert hatte. Die Beweislast liegt nämlich beim Unternehmer!

Messenlehner: Bei Vermögensdelikten gibt es eine Abstufung der Strafen: Eine höhere Strafe droht, wenn ein bestimmter Schadensbetrag überschritten wird. Beispiel Untreue: Bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe können verhängt werden, wenn die Schadenshöhe über 5.000,- Euro liegt (bisher war die Grenze schon bei 3.000,- Euro). Wer einen Schaden von über 300.000,- Euro verursacht (bisher schon bei 50.000, - Euro), ist mit 1 bis 10 Jahre Freiheitsstrafe zu bestrafen. Damit soll nicht jeder Vermögensnachteil mit einer höheren qualifizierten Strafe bedroht

Frohe Weihnachten und viel Erfolg für 2016!

Wünscht Ihre … wünscht Beamtenversicherung Ihre Österreichische Österreichische Beamtenversicherung

Was können Sie Unternehmern raten?

Wir danken für das Gespräch.

INTERVIEW

• Es muss eine unternehmerische Ermessensentscheidung vorliegen • Es darf kein Interessenskonflikt bestehen • Die Entscheidung muss auf Basis angemessener Informationen und zum Wohl der Gesellschaft erfolgen • Es darf sich um kein übergroßes Risiko handeln • Es muss Gutgläubigkeit des Organs bei Beurteilung der oben genannten Voraussetzungen vorliegen


VERANSTALTUNG

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WIENER VERSICHERUNGSMAKLER

14. Informationstag „Bewegt“ die Branche Mobilität ist mehr als die Bewegung von A nach B. Mobilität bedeutet auch Freiheit und Selbstbestimmung. Doch was passiert, wenn diese Selbstbestimmung eingeschränkt ist oder von der digitalen Automatisierung maßgeblich beeinflusst wird? Betrachten wir mobile Veränderung als Fluch oder Segen? Im Rahmen ihres 14. Informationstages suchen die Wiener Versicherungsmakler am 24. Februar 2016 im Palais Ferstel, gemeinsam mit hochkarätigen Referenten, Antworten auf die Frage, wohin sich unsere Welt bewegt und welche Auswirkung diese Bewegung auf unsere Gesellschaft haben kann. „Mobilität ist ein bewegendes Thema für bewegte Zeiten. Unsere Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Der digitale Wandel und die damit verbundene körperliche und geistige Beweglichkeit haben großen Einfluss auf uns Menschen. Die Versicherungsbranche ist von dieser Veränderung betroffen, wie kaum eine andere Branche. Das erkennen wir bereits deutlich in den Sparten Kfz, Vorsorge, Pflege oder Cyber RiskVersicherung“, erklärt Helmut Mojescick,

Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler. Die Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen – von Industrie 4.0 bis hin zur Sharing Economy. Der Trendforscher Univ.-Prof. Dr. Kurt Matzler widmet sich in seinem Vortrag der digitalen Transformation sowie den disruptiven Umbrüchen, die damit verbunden sind und zeigt auf, wie sich Unternehmen und die Gesellschaft auf diesen Wandel vorbereiten können. Was es heißt, die körperliche Bewegung durch geistige Mobilität zu kompensieren, beschreibt der Psychologe und Autor Mag. Dr. Georg Fraberger, der ohne Arme und Beine zur Welt kam. Geistig mobil sein, bedeutet für ihn, das Undenkbare denkbar zu machen und zu fühlen, was man denkt. Die „Hammurabi-Preisverleihung“ sowie das beliebte „talk together“ zur anschließenden Kontaktpflege runden auch diesmal das Programm des Informationstages ab. Der Besuch der Veranstaltung ist nur für geladene Gäste möglich, die im Januar eine persönliche Einladung erhalten und gebeten werden, sich anzumelden. „Im Namen aller Wiener Versicherungsmakler

möchte ich mich bei unseren Partnerinnen und Partnern bedanken, die uns unterstützen diesen bewegenden Maklertag am 24. Februar 2016 zu veranstalten“, so Helmut Mojescick, der sich schon jetzt auf die zahlreichen Gäste freut.

DONAU UNIVERSITÄT

Absolventen Kürzlich wurden wieder drei Lehrgänge auf der Donau Universität Krems erfolgreich abgeschlossen. „Master of Legal

Studies-Vertiefung Versicherungsrecht“, „Akademischer VersicherungsmaklerIn“ und „Akademische/r ExpertIn in Versi-

cherungsrecht“. 19 Absolventen konnten im Rahmen der Graduierungsfeier zu den drei Lehrgängen ihre Urkunden entgegen nehmen. Ihr Weiterbildungsstudium heuer abgeschlossen haben folgende Studierende der drei genannten Lehrgänge: Mario Göschl, Master of Legal Studies (MLS), Christoph Janker, Master of Legal Studies (MLS), Akademischer Experte in Versicherungsrecht, Rudolf Schwarz, Akademischer Experte in Versicherungsrecht, Richard Bilgeri, Markus Feller, Julia Gerold, Elisabeth Gundacker, Martin Kainz, Gert Kirchberger, Gerhard Kneissl, Franz Lechner, Michael Johannes Leidinger, Gerhard Leitner, Stefan Leitner, Peter Hartmut Riser, Michael Sauseng, Petra Schrimpf, Andreas Steinegger, Ulrike Wolf (alle Akademischer Versicherungsmakler).


INSERAT GOTHAER ist da Frohe Weihnachten und vielen Dank f端r die gute Zusammenarbeit. Ihre Gothaer Lebensversicherung AG, Goldschmiedgasse 2, 1010 Wien, Telefon +431877 26 36, info@gothaer.at


VERANSTALTUNG

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WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNGSVEREIN

Kunst im Turm

Im Rahmen der Reihe „Kunst im Turm“ wurde zu einem literarisch-musikalischen Abend geladen. „Ich hab noch einen Koffer in …“ handelt von Reisen in die alte Heimat, dem Zurücklassen, Suchen und Wiederfinden von Schätzen und auch davon, erwachsen zu werden. „Angefangen hat alles mit der Einladung von Dr. Günter Geyer, eine Geschichte selbst zu schreiben. Dies motivierte mich dazu, meine Wurzeln autobiografisch in die Geschichte einfließen zu lassen. Dennoch ist sie frei erfunden, hätte aber genauso passieren können, wie hier erzählt“, so Schauspielerin, Moderatorin und Chansonnette Prof. Mercedes Echerer. „Darüber hinaus freut es mich besonders, diese Geschichte gemeinsam mit herausragenden Musik-Kollegen, die ihre Wurzeln – wie auch ich – im europäischen Osten haben, erzählen zu dürfen.“ Nach

der gelungenen Vorstellung wurden Spitzenweine vom Gut Purbach – Weingut Dr. Hans Bichler verkostet. Beim Flying Din-

ner im 20. Stock des Ringturms genossen die Gäste die Kulinarik und den wunderschönen Blick über das nächtliche Wien.

ARAG

„Gläserner Akt“ – Die Feier „Digitalisierung“ - zu diesem Schlagwort bzw. Thema herrscht heutzutage hektisches Treiben in allen Managerkreisen, branchenübergreifend und weltweit. Ein Blick zurück entpuppt den österreichischen Rechtsschutz-Spezialisten ARAG als einen der Digitalisierungs-Pioniere innerhalb der Spezies der Versicherungsunternehmen. Zum Ende des Jahres 2000 hatte ARAG den „Gläsernen Akt“ eingeführt und somit

seine Vertriebspartner bundesweit online mit umfangreichen Vertragsdaten versorgt. Selbstverständlich passwortgeschützt und im Rahmen der Datenschutzbestimmungen. Der Nischenplayer, der damals gerade nach der Trennung BV-ARAG den Strategieschwenk hin zum reinen Maklerversicherer vollzogen hatte, fand umgehend große Anerkennung in der Maklerschaft für die damalige Pionierleistung. Beispiels-

ARAG-IT-Experte und Mitbegründer des Gläsernen Aktes Manfred Urbanovics.

weise konnte sich der Makler online über den aktuellen Stand der Bearbeitung einer Schadenakte informieren. Darüber hinaus sind für den Makler vor allem Vertragsund Provisionsinformationen sowie die gesamte Vertragskorrespondenz – damals wie heute – online verfügbar. Alle diese Vertrags-, Schaden- und Provisionsdaten stehen mittels des OMDS-Maklerdatensatzes zur Verfügung. CEO Dr. Matthias Effinger: „Wir sind stolz darauf, wie weit wir damals der Zeit voraus waren und mit Extra-Services in der Maklerschaft punkten konnten. Aber die Zeit bleibt nicht stehen. Zuletzt haben wir diverse innovative Online-Services für unsere Makler und Versicherungsnehmer initiiert, wie z.B. unsere Online-Rechtsdatenbank oder unser Inkassoportal auf unserer Homepage – damit können Firmenkunden ihre Inkassoforderungen zur außergerichtlichen Geltendmachung durch unsere hochqualifizierten ARAG-InhouseJuristen weiterleiten. Wir werden auch zukünftig an weiteren innovativen Lösungen arbeiten.“


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MARKT

ARITHMETICA

Risikokalender Die arithmetica hat für das nächste Jahr einen Risikokalender entworfen. Denn viele Unternehmen verfahren mit Ihrer zukünftigen Jahresplanung immer noch so, als wäre ein Jahr wie das andere und die Vergangenheit ließe sich linear in die Zukunft projizieren. Mag. Christoph Krischanitz: „Managementfehler stehen ganz oben auf der Liste der Insolvenzursachen. Manager machen Fehler, weil sie die Zukunft nicht richtig einschätzen können. Und das liegt darin begründet, dass die notwendige Entscheidungsinformation oft nicht vorhanden oder nicht greifbar ist.“ Es ist also wichtig, sich mit dem kommenden Jahr genauer auseinanderzusetzen. Wie viele Arbeitstage hat das nächste Jahr, welche Großereignisse können einen Einfluss auf das Unternehmen ausüben, gibt es gesetzliche Änderungen, die ein Change-Projekt initiieren, etc. sind Fragestellungen, die sich jeder Unternehmer oder Manager stellen sollte. Um dies zu erleichtern haben die Experten der arithmetica den Risikokalender entwickelt. „Mit dem Risikokalender versuchen

wir auf zeitlich eingrenzbare und vorhersagbare Ereignisse hinzuweisen und den Unternehmen eine neue Quelle an gebündelter Information zur Verfügung zu stellen“ erklärt der arithmetica-Boss. Denn Ereignisse die das Unternehmen unangenehm betreffen können gibt es in großer Zahl und in verschiedenen Kategorien, wie Politik, Wirtschaft Gesellschaft, Sport und Kultur. Diese Daten werden im Risikokalender sorgfältig aufbereitet und den Unternehmen zur Verfügung gestellt. „Wir gehen natürlich davon aus, dass die Unternehmen ihre eigenen Daten und Ereignisse im Risikokalender ergänzen“ hebt Krischanitz die Individualität der Unternehmensrisiken hervor. Mit dem Risikokalender werden aber die globalen Ereignisse, die jedes Unternehmen treffen können kurz beschrieben. Ganz oben auf der Liste solcher Ereignisse sind immer die Sportgroßereignisse, da damit oft eine eingeschränkte Mitarbeiterkapazität einhergeht. „Die Teilnahme an der FußballEM in Frankreich lässt wenige Österreicher kalt. Unternehmerisch kann man diesen

Wir wünschen allen unseren Lesern ein erholsames, friedliches Weihnachstfest, einen vergnüglichen Jahresausklang und ein erfolgreiches neues Jahr!

Ihr risControl-Team

Event etwa für Marketingzwecke nutzen, oder für eine Motivierungsveranstaltung für die eigenen Mitarbeiter“, macht Krischanitz beispielhaft klar. Neben diesen eher positiv besetzten Themen wird sich aber das Unternehmen auch intensiv mit sehr unangenehmen Themen, wie der aktuellen Terrorgefahr, auseinandersetzen müssen. Für 2016 wird sicher die Umsetzung der Steuerreform einiges an Aufmerksamkeit an sich ziehen (Stichwort Registrierkassen), für Versicherungsunternehmen startet das neue Aufsichtsrecht Solvency II. Regelmäßige und jedes Jahr wiederkehrende Elemente wie z.B. die Urlaubswünsche der Mitarbeiter oder die Abfuhr der Steuern dürfen auf einem Risikokalender natürlich nicht fehlen, da besonders diese Risiken ein sehr hohes Insolvenzpotential in sich tragen. „Damit hat das Unternehmen ein hochqualitatives Instrument in den Händen und die Risiken bekommen die `Awareness´ die sie sich verdienen“, betont Krischanitz die Wichtigkeit, Unsicherheiten in die Planung mit einzubeziehen.


FINANZEN

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FACHGRUPPE DER FINANZDIENSTLEISTER

Veranstaltungsrückblick und neue Aufstellung Die Fachgruppe der Finanzdienstleister hat im Jahr 2015 einige Veranstaltungen für ihre Mitglieder organisiert und präsentierte im Herbst eine Neuaufstellung des Teams. Dieses Jahr fanden zwei Praxisworkshops statt. Zum einen um die MiFID II-Regeln in der Wertpapierberatung ausgiebig zu erläutern, zum anderen um die Richtlinie für Wohnimmobilienkreditverträge genauer zu analysieren. Beide Regelungen müssen 2016 umgesetzt werden. Neben dem Neujahrsempfang im Spartenhaus, gab es im Sommer einen Branchentalk mit zahlreichen Fachexperten. Gegen Ende des Jahres wurden die Veranstaltungen wieder fachspezifischer. So gab es zum Thema Beratungsprotokolle und Haftpflichtversicherung, sowie zur IDD Richtlinie ausführliche Vorträge von Experten und es wurde hinter die Kulissen der SVA und der Pensionsvorsorge geblickt. Den Abschluss machte eine Veranstaltung die intensiv auf

Steuertipps für 2015 und die Steuerreform 2016 einging. Insbesondere wurden Änderungen im Immobiliengesetz beleuchtet. Personelle Veränderungen Neben spannenden Vorträgen gab es dieses Jahr auch personelle Veränderungen in der Fachgruppe. Eric Samuiloff wurde am 14. Oktober 2015 zum neuen Fachgruppenobmann ernannt. Er ist bereits seit über 30 Jahren in der Branche tätig. Seit 1. Dezember 2015 hat Mag. Susanne Manauer die Agenden als Geschäftsführerin der Fachgruppe übernommen. Sie ist langjährige Mitarbeiterin der Abteilung Rechtspolitik in der Wirtschaftskammer Wien und betreute schwerpunktmäßig öffentliches Recht. Weitere Kontaktdaten der Mitarbeiter im Fachgruppenbüro finden Sie unter: http:// diefinanzdienstleister.eu.

Eric Samuiloff

Mag. Piribauer (Partner bei TPA Horwath), Mag. Oberkleiner, MAS (Senior Manager bei TPA Horwath) und Eric Samuiloff (Fachgruppenobmann)

FACHVERBAND DER FINANZDIENSTLEISTER

Beirat

Der Fachverband der Finanzdienstleister hat einen Beirat zur Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen gegründet. Ob Seminare und Vorträge die Anforderungen der Lehrpläne der Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) erfüllen, wird ab sofort vom Bildungs-Beirat des Fachverbands beantwortet. Leiter des Beirats ist Michael Karl Gasser, der Vorsitzende des

Fachausschusses Bildung des Fachverbands: „Lehrveranstaltungen zur verpflichtenden Weiterbildung werden einerseits innerhalb der Wirtschaftskammerorganisation, aber auch von externen Ausbildungsinstituten angeboten. Der Beirat entscheidet rasch und unbürokratisch, ob und in welchem Ausmaß die jeweilige Veranstaltung an welchen Lehrplan anzurechnen ist.“

Michael Karl Gasser


Tu Gutes und rede dar端ber


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Club Mobil Der Verein Club Mobil hat sich zur Aufgabe gemacht, professionelle Beratung im Bereich Mobilität für Menschen mit Bewegungseinschränkungen anzubieten. Es gibt Informationen über FührerscheinVoraussetzungen, Fahrhilfen, Fahrsicherheit und alles über passende Fahrzeuge und Förderungen. Diesen Verein zu unterstützen war eines der Projekte der Generali Versicherung. Während des Generali Ladies Tennisturnier in Linz, radelten und liefen zahlreiche Turnierbesucher und Promis wie Turnierbotschafterin Barbara Schett Kilometer am Radergometer und Laufband für einen guten Zweck. Für ein neues Fahrschulauto des Vereines wurden 1.111 Kilometer gesammelt und von der Generali mit einem Euro vergütet. Als ein Partner der ersten Stunde finanziert die Generali jährlich hunderte Fahrtechnikkurse für Menschen mit Behinderung. Ein für Rollstuhlfahrer umgebautes Fahrschulauto ist bereits im Einsatz. Aufgrund der steigenden Teilnehmerzahl ist die Anschaffung eines zusätzlichen Fahrzeugs notwendig. „WeiterFAIRwertung von Wirtschaftsgütern“ Auch regionale Aktionen können viel bewirken, bereits 2010 wurde faircheck mit der begehrten Auszeichnung TRIGOS für verantwortungsvolles Wirtschaften ausgezeichnet. Nach wie vor ist das Unternehmen bei der „WeiterFAIRwertung von Wirtschaftsgütern“ erfolgreich aktiv. Das Ziel dieses Projektes ist es, durch einen Schadenfall beschädigte und nicht mehr verkäufliche oder zu entsorgende Wirtschaftsgüter (EDV-Geräte bzw. Braune Ware) sozialen Einrichtungen zur Verwertung zukommen zu lassen. Hier ist das Zusammenspiel aller Beteiligten entscheidend! Im letzten Fall sind bei einem Wasseraustritt aus einem Salzwasseraquarium eines Zoofachhandels Pferdedecken verunreinigt worden. Nach intensiver Recherche konnte faircheck ein Tochterunternehmen der Caritas – das integrative Reitzentrum St. Isidor – ausfindig machen, welches die Pferdedecken in ihrem Reitzentrum gut brauchen und sogar selbst reinigen konnte. Heute kommen die Pferdedecken auf deren Therapiepferde zum Einsatz. Die Leiterin des Zentrums, Mag.a Claudia Pernkopf, bedankte sich bei der Übergabe sehr herzlich: „Wir haben so eine Freude mit den Decken. Sie sind sehr

SOZIALE PROJEKTE

Die Dezember Ausgabe widmen wir Projekten und Aktionen, Vereinen und Institutionen, die das ganze Jahr Hilfestellungen leisten. Leider kommen diese aber wie immer fast nur in der Weihnachtszeit vor den medialen Vorhang. Andere zu unterstützen ist für viele selbstverständlich. Es gibt unzählige Möglichkeiten hier stellen wir einige davon vor.

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SOZIALE PROJEKTE

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hübsch und kaum beschädigt; da wir insgesamt 13 Therapiepferde in allen Größen haben, ist für jedes Pferd eine Decke dabei. Auch die Kinder freuen sich über ihre Therapiepferde mit den hübschen Decken.“ Nützlich und hilfreich. „Social Active Day“ Viele Versicherungsunternehmen können dank ihrer Größe auch Großes bewirken und bewegen. Ins Leben gerufen haben die Vienna Insurance Group und deren Tochtergesellschaften den „Social Active Day“. Bereits seit fünf Jahren können Mitarbeiter des Konzerns einen Tag ihrer Arbeitszeit für soziales Engagement nutzen. Dazu zählten heuer unter anderem: Betreuung des Projekts Laufwunder der young Caritas für Menschen in Not, Unterstützung verschiedener Caritas Projekte, wie Verkauf von Produkten für Menschen mit Handicap für den Ausbau von Behindertenwerkstätten, Handwerken und Durchführung von Sanierungsarbeiten in Senioren- und Pflegeheimen, Begleiter für Ausflüge von Behinderten, Unterstützung in den Kolpinghäusern und die Wiener Tafel für Esseneinsammlung und Essensausgabe. Die Wiener Tafel Jedes Jahr werden über 18.000 bedürftige Menschen in 105 sozialen Einrichtungen im Großraum Wien unterstützt. Sie sammelt überschüssige Produkte ein und bringt sie dorthin, wo sie am dringendsten benötigt werden. Die Arbeit der Wiener Tafel ist nur durch das Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer möglich. Heuer waren es über 400 ehrenamtliche Helfer die Ihre Zeit gespendet haben. Die D.A.S. Versicherung ist unteranderem Fuhrparksponsor. Haus der Barmherzigkeit Sicherlich gibt es einige Vereine, die aufgrund ihrer Medienpräsenz oder ihres Bekanntheitsgrades besonders begünstigt sind, wenn es um die Spendenfreudigkeit geht. Letztes Jahr haben wir Österreicher 550 Millionen Euro gespendet. Besonders der Vorteile der Spendenabsetzbarkeit ist für viele ein Entscheidungsgrund für die Auswahl der zu unterstützenden Aktion. Um die Weihnachtszeit werden ca 30 % der Gesamtjahresspenden sozusagen verteilt. Ein weiteres Projekt unserer Vorstellung, das Haus der Barmherzigkeit. Dieses bietet Menschen mit chronischen Erkrankungen und Menschen mit Behinderungen interdisziplinäre Langzeitbetreuung. Das Institut steht unter der Patronanz des Erzbi-


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schofs von Wien. Seit 2012 unterstützt die Bonus und Concisa Gruppe mit finanziellen Beiträgen. Die Mitarbeiter kümmern sich um die mehr als 1.300 hochbetagten sowie jüngeren Menschen mit Behinderungen in den fünf Pflegekrankenhäuser- bzw. Heimen und in den vierzehn Wohngemeinschaften in Wien und Niederösterreich. Fair und Sensible Österreich Abseits von spendenbegünstigten Vereine gibt es aber dennoch viele Menschen, die sich oft schon seit Jahrzehnten für andere Menschen engagieren. Einen Verein möchten wir Ihnen noch vorstellen, der seinen Ursprung vor langer Zeit im Jahre 2000 hat. Damals kam eine internationale Expertenrunde zusammen, um das Spannungsfeld „Polizei und AfrikanerInnen“ zu diskutieren. Daraus entstand ein Pilotprojekt unter der Leitung des Wiener Kriminalbeamten Oberstleutnant Josef Böck. Im Jahr 2004 wurde das Pilotprojekt in Fair und Sensible Österreich umbenannt. Ziel des gegründeten Vereines war und ist die Förderung eines österreichweiten, zwischenmenschlichen und konfliktfreieren Zusammenlebens zwischen der österreichischen Gesellschaft, der Exekutive und allen Menschen in Österreich beizutragen, und zwar unabhängig von deren Herkunft, Hautfarbe, Religion, Behinderung und sexueller Orientierung. Seit dem Jahr 2014, arbeiten unter der Leitung von Oberstleutnant Josef Böck ca. 60 Menschen am Abbau von gegenseitigen Vorurteilen. Der Verein arbeitet überparteilich und überkonfessionell und ist im gesamten Bundesgebiet tätig.

Oberst Josef Böck (2. v. r.) vom Verein Fair & Sensibel beim großen Begegnungsfest in Linz.

Österreichische Krebshilfe Wien Aber nicht nur bedürftige Menschen in Armut brauchen Hilfe, sondern auch Kranke. Die Österreichische Krebshilfe Wien ist ein gemeinnütziger Verein, gegründet 1994 und Mitglied der Österreichischen Krebshilfe, welche am 20. 12. 2015 ihr 105jähriges Bestehen feiert und somit zu den ältesten Krebsgesellschaften der Welt zählt. Die Österreichische Krebshilfe Wien informiert über richtige Krebsvorsorge und –früherkennung, damit weniger Menschen an Krebs erkranken und bereits Erkrankte bessere Heilungschancen haben. Sie bietet außerdem kostenlose Hilfe für Erkrankte und Angehörige in Form von psychoonkologischer, medizinischer, sozial- und arbeitsrechtlicher Beratung und Ernährungsberatung sowie finanzielle Unterstützung in sozialen Härtefällen. Die Österreichische Krebshilfe Wien ist seit 12 Jahren Trägerin des Spendengütesiegels. Spenden an die Organisation sind steuerlich absetzbar.

Bundesministerin Dr. Sabine Oberhauser gratuliert Krebshilfe-Präsident Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda zum Jubiläum.


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Hurtig dem Norden entgegen Zweiter Teil Der Polarkreis Der heutige Tag ist einer der Höhepunkte der Reise. Die Trollfjord überquert den Polarkreis. Auf geografisch 66 Grad Nord, 33 Minuten, wie den Passagieren erklärt wird. Ab hier fährt man ein in das sagenhafte Nordreich der Elfen, Trolle und Feen. Punkt 09:00 Uhr werden alle Passagiere aufs Oberdeck gebeten, zur offiziellen Polarkreis-Taufzeremonie. Neptun persönlich tritt auf. Angsteinflößend geht er durch die Menge. Unüberhörbar und dennoch feierlich wird die genaue Uhrzeit der Polarkreisüberquerung mitgeteilt. Wer von den Passagieren die Uhrzeit am besten erraten hatte, ist Sieger. Peppi hat sich nur um knapp eine Minute verschätzt. Und so hat er die Ehre als Erster die Polarkreistaufe von Neptun zu empfangen. Umso mehr da er ein sogenannter „Erstüberquerer“ ist. Mit

einem großen Schöpfer wird er mit Eiswasser und vielen Eiswürfeln übergossen. Zur Belohnung gibt es einen Aquavit. Anschließend wollen viele Passagiere ebenfalls von Neptun getauft werden. Aber nicht nur des Aquavits wegen. Lotti genügte es, dass ihr Josef „vereist“ wurde. Ab dieser geografischen Breite kann man im Winter – bei einigem Glück - das sagenumwobene Nordlicht sehen und im Sommer beginnt hier die Region der Mitternachtssonne, welche die Kampls nun auf ihrer weiteren Reise begleiten sollte. Auf der Fahrt nach Bodø passiert die Trollfjord eine Landschaft aus wunderschönen Schären und Inseln. Der Flughafen von Bodø liegt in unmittelbarer Nähe der Küste und die anfliegenden Jets kreuzen in geringer Höhe den Kurs der Hurtigrute kurz vor der Hafeneinfahrt.

Mit einem Bootausflug zum Saltstraumen endete der Landaufenthalt. Saltstraumen, der größte Gezeitenstrom der Welt. Hier soll Jules Verne zu seinem Buch „20.000 Meilen unter dem Meer" inspiriert worden sein. Es ist ein gewaltiges Naturschauspiel: Alle sechs Stunden zwängen sich 400 Millionen Kubikmeter Wasser mit 20 Knoten durch die 150 Meter breite und drei Kilometer lange Meerenge zwischen Saltenfjord und Skjerstadfjord. Dadurch entstehen gewaltige Strudel mit Durchmessern von bis zu zehn Metern. Was da hinein gerät, hat ausgesorgt. Für ewig. In Ørnes wird ein Auto an Deck der gehievt. Ein Luxusschlitten der, überspitzt formuliert, mindest halb so viel kostet wie das Schiff. Ihm entsteigt eine Lady, samt Entourage, welche die Passagiere etwas durcheinanderbringt.


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REISE

beim Näherkommen immer gewaltiger. Lotti ist überwältigt. Immer wieder fotografiert sie und macht sich Notizen. Ihre Aufzeichnungen sind die Grundlage dieser Reisebeschreibung.

Das Outfit passt so gar nicht zu einer Nordlandreise. Täglich zwei Mal großes Kino. Abends knallrote Haute-Couture, mittags Calvin Kline mit eingebauter Kette. Der Halsschmuck gleicht einem Bergwerk. Gott sei Dank, wird sie bald wieder von Bord gehen. Es gefällt ihr nicht. Charlotte meint schnippisch: „Die hat aber lange gebraucht, bis sie merkte, dass sie am falschen Dampfer ist.“ Zu den Lofoten Auf Deck 6, wo man das Schiff komplett im Freien umrunden kann, erlebt Charlotte die Abfahrt aus Bodø - nordwärtsgehend. Die Leuchttürme an der Küste werden kleiner und verschwinden bald ganz. Dafür wächst vor dem Bug langsam die berühmte Lofotenwand aus dem Meer empor. Zunächst klein und schemenhaft, werden die schroffen Felsen

Doch zunächst gab es plötzlich Nebel. So dicht, dass man die Hand nicht vorm Gesicht sehen kann. Auf See schlägt das Wetter schnell um. Der Nebel weicht. Aber schnell schiebt sich eine dicke Regenwolke wie ein Vorhang vor den Schiffsbug. Es wird nahezu stockdunkel. Dann fällt plötzlich die Sonne durch ein Wolkenloch herein und strahlt direkt auf das Gesicht von Charlotte. Es ist fast kitschig. Ein prächtiger Regenbogen entsteht direkt vor Lotti, so nah, dass sie schon befürchtet, das Schiff könnte ihn rammen. Charlotte weint vor Freude. Sie ist begeistert und fasziniert zugleich. So schön hatte sie nicht träumen können. Der Josef sucht und findet seine Charlotte. Ja, es ist ein schönes Abenteuer, sagt er. Wie im Film Titanic breitet Charlotte ihre Arme aus. Der Wind zerzaust ihr Haar. Sie ruft: „Wir kommen wieder!“ Und der Peppi sagt überraschend: „Ja“. Dann sucht er sich einen windgeschützten Winkel. Neptun gibt die Sicht frei auf eine größere Insel weit vor dem Bug der Trollefjord. Die Kampls können eine der schönsten Landschaften Europas erblicken.

Vom Anblick der malerischen Fischerdörfer war Charlotte bezaubert. Auch hier ist die Trollfjord nicht nur öffentliches Verkehrsmittel, sondern auch Lieferant und Postbote. Stamsund, die erste Station auf den Lofoten. Nicht nur Waren und Personen erreichen mit den Schiffen die entlegensten Dörfer,


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notiert Charlotte, es werden auch Nachrichten und Informationen weitergegeben. Arzttermine, Behördengänge und Familienbesuche werden mit den Linienschiffen wahrgenommen. In den kleinen Anlaufhäfen ganz im Norden des Landes erfüllen die Schiffe darüber hinaus auch eine soziale Funktion. Während der zumeist halbstündigen Liegezeit gehen Einwohner der Orte an Bord, um dort in der Cafeteria gemeinsam Kaffee zu trinken, Informationen auszutauschen und sich mit aktuellen Zeitschriften zu versorgen. Diese sogenannten kaffegjengs verlassen dann unmittelbar vor dem Ablegen wieder das Schiff. Nach dem Aufenthalt in Stamsund und den Besuch einer Wikingerfamilie geht es weiter nach Svolvær. Es ist 22 Uhr und taghell. Die Sonne scheint jetzt 23 Stunden am Tag und sie sinkt auch die verbleibende Zeit nicht unter den Horizont. Das verändert schon den Lebensrhythmus. Svolvær ist zugleich die größte Ansiedlung auf den Lofoten. Man erfährt: der Dorschfang finde hier zwischen Januar und April statt. In alter Tradition werde der Fisch an der kühlen Seeluft getrocknet und anschließend als Stockfisch exportiert. In Svolvær treffen sie auf die südwärtsgehende MS Lofoten. Sie ist das ältestes Schiff der Flotte und hat sich ihre Authentizität bewahrt. Fans und vor allem junge „Hafenhopper“ fahren gerne mit diesem Dampfer. Mit einem Hurtigrutenpaß kann man nämlich ein Monat lang, mit jedem Schiff der Flotte, sailen wohin einem der Wind trägt.

Es bleibt nicht genügend Zeit um den südlichen Teil der Lofoten, der als eine der schönsten Gegenden Europas bezeichnet wird zu besuchen. Die pittoresken Fischerdörfer Hamnøy und Sakrisøy sowie das malerische Å. Wer hierher kommt, erfährt, dass der 100-Selen-Ort Å zu den kleinsten Kommunen gehört. Hier lebt man vom Tourismus. Und hier erfährt man auch, wie Dorsch zu Stockfisch (Torrfisk) verarbeitet wird und dass es 27 Qualitätskategorien für Fisch gibt. Charlotte notiert: Wir verlassen die Lofoten. Die MS Trollfjord fährt durch den Risøyrenna-Kanal, der eigens für Hurtigruten gebaut wurde, um eine Binnenfahrt durch die Inselgruppen zu ermöglichen. Und weiter durch den engen Raftsund, die Wasserstraße zwischen den Lofoten und den Vesterålen. Immer wieder gibt es Strecken, die über offene See führen. Und das bedeutet schwanken. Sieben Meter hohe Wellen schlagen über das Schiff. Alles schwankt. Einige Gesichter sind wieder grün. Auch Josef trägt wieder diese Gesichtsfarbe. Er will zurück in die Kabine. Doch die Treppen sind bei diesem Seegang trügerisch. Entweder kommen einem die Stufen plötzlich entgegen, oder sie verschwinden in der Tiefe. Er hätte den gläsernen Aufzug nehmen sollen. Da kommt die freundliche Einladung zur Abendessensrunde. Es gibt gedämpften Dorsch mit Kartoffelpüree und gebratenem Speck und als Dessert Apfelstrudel mit Schlagobers. Der Peppi ist etwas verzweifelt. Lange glaubt er wird er diese

Schaukelei nicht mehr aushalten. Doch Neptun hat ein Einsehen. Er lässt Kapitän Ulvøy die Trollfjord eine Landabdeckung ansteuern und das Schiff kommt in ruhigere Gewässer. Tromsø Nach der Fahrt durch den malerischen Raftsund auf der Inselgruppe der Vesterålen läuft die Trollfjord Tromsø an. Die Stadt wird, als ehemaliger Ausgangspunkt für Polarexpeditionen, auch „Tor zum Eismeer“ genannt. Schon von Weitem sieht man das weiße Dach der Eismeer-Kathedrale. Und daneben spannt sich der Bogen der charakteristischen Brücke. Lockere vier Stunden Zeit die Stadt kennenzulernen. Der Peppi läuft seiner Lotte hinterher. Er ist kein Windows-Shopper. Dafür kostet er das hier Gebraute „Mack’s Arctic Beer“. Da träumt er wieder vom Chianti und ... Aber lassen wir das. Sein Charlottchen ist überglücklich. Was will er mehr. Nordkap Ohne Zweifel der Höhepunkt der Reise. Der Ausflug zum legendären Nordkap-Plateau. Am Morgen legt die Trollfjord in Hammerfest an. Der nördlichsten Stadt der Welt. Hier bewundern die Kampls die MeridianSäule, die 1854 errichtet wurde und zum


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REISE

UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Und hier wurde auch zum ersten Male die Erdkugel genau vermessen. Dann geht es durch den Magerøysund nach Honningsvåg. Die Besatzung jedes Hurtigruten-Schiffes führt hier alle elf Tage während der Liegezeit eine Seenotübung durch. Für die Passagiere heißt das Ziel: Ausflug zum Nordkap. Die Trollfjord legt in Honningsvåg an, dem Tor zum Nordkap. Mittagessen gab es an diesem Tag schon ab 10 Uhr, da eine Stunde später der Ausflug zum Nordkap starten sollte. Josef sieht eine Flotte von Autobussen. Riesige Kreuzfahrtschiffe liegen vor Anker. Die Costa Vacanzia, die Costa Nixxa und die Costa Molto. Wer von der Trollfjord nicht zum Nordkap will, der kann zu einem Bird Watching fahren. Auf dem Weg zum Nordkap halten die Busse bei einer Samenfamilie. Einer zeigt stolz sein Rentier, das – übersetzt - Schneeflöckchen heißt. Die Selfies wollen kein Ende nehmen. Dann wird noch kurz der Souvenirshop geplündert und es geht weiter. Eine 33 Kilometer lange Busfahrt auf einer haarsträubenden Straße. Dann ist man an der nördlichsten Spitze Europas. Dort wo das Land endet und das Meer beginnt. Hier 2.000 km vom Nordpol entfernt, auf dem emporragenden Felsplateau, 307 m über dem Meer, befällt Josef das unbeschreibliche Gefühl am

Ende der Welt zu stehen. Von den Klippen, umpeitscht vom arktischen Ozean, geht der Blick über das endlose Eismeer Richtung Nordpol. Obwohl eine freundliche Mittsommersonne strahlt, ist es ziemlich frisch. Jede Menge Menschenmassen. Und alles kostet. Peppi bewundert Motorradfahrer die mit Flip-Flops hier ausharren. Nur mit Mühe kommen die Kampls an die berühmte Globusskulptur heran. Hier am Nordkapfelsen steht auch das Denkmal "Kinder der Erde", das von sieben Kindern aus allen Erdteilen gestaltet wurde. Die Reliefs symbolisieren Hoffnung, Freude und Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg. Hier endet unsere Berichterstattung über die Reise der Kampls mit Hurtigruten zum Nordkap. Zurück ging es von Kirkenes, acht

Kilometer von der russischen Grenze entfernt, mit dem Flugzeug über Oslo nach Hause. Eigentlich wollte Charlotte über Lappland zurückfahren, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. Epilog Wieder daheim traf man sich mit den Freunden beim Heurigen. Voll sprühender Begeisterung erzählte Josefs Augenstern, Charlotte, von der wunderbaren Reise, vom Polarkreis, von der unvergleichlichen Landschaft der Lofoten, von der wunderbaren Natur, vom Nordkap und vom genussvollen Reisen mit der Trollfjord. Es sei jeden Euro wert gewesen, sagt sie. Als man Peppi fragt: und was sagst du? Ging dir bei dieser Reise irgendwas ab? Knurrte er kurz: Caorle. Information Hardcorefans fahren mit dem Auto nach Kirkenes und mit der Hurtigrute wieder zurück. (Oder umgekehrt). Man kann die Fahrt in jedem Hafen unterbrechen, um das Land zu entdecken. Es steht aber nur eine begrenzte Anzahl von Stellplätzen zur Verfügung. Wer mehr über Hurtigrouten und die Geschichte dieser Schifffahrtsgesellschaft wissen will, Wikipedia bietet viele Seiten umfangreiche Information. Hurtigruten hat einen tollen Info-Dienst über http://www.hurtigruten.com/de/Fahrplan/ Schiffspositionen/ kann man die jeweils aktuellen Positionen der einzelnen Schiffe der Hurtigflotte sehen. Mit beeindruckenden Bildern von der Brücke!

Quellen: Hurtigrute. Die schönste Seereise der Welt, Reiseberichte, Wikipedia, Geschichte: Schiffsverbindungen entlang der Westküste Norwegens. Die Hurtigruten - Sehnsuchtsreise zum Nordkap. Erzählungen einer Nordlandreise. Internet.


KOLUMNE

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Nachhaltigkeitsratings als Frühwarnsystem bei Corporate Bonds von Michael Kordovsky Die Geschäftspraktiken von heute sind die Bilanzzahlen von morgen. Und diese entscheiden über Ausfallsrisiken und Wertentwicklungen bei Unternehmensanleihen. Empirische Untersuchungen bestätigen die Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Unternehmensanalyse. Fondsmanager und Portfolioverwalter von Versicherungen werfen deshalb vor einem Investment vermehrt einen Blick auf das ethische Verhalten der betreffenden Unternehmen.

Wenige Tage vor der Pleite am 15.09.2008 vergaben die RatingAgenturen Moody´s und Fitch für Lehman-Brothers noch gute Investment-Grade-Ratings von jeweils A2 bzw. A+. Enron war 6 Wochen vor dem Insolvenzantrag Anfang Dezember 2001 bei allen großen 3 Rating-Agenturen (S&P, Moody´s und Fitch) im unteren Bereich des Investment-Grade-Spektrums angesiedelt und auch bei der WorldCom-Pleite (2002) versagte das Credit-Rating als Frühwarnsystem. Das Problem: Die Zahlen folgen relevanten Ereignissen und die Ereignisse sind Resultate einer Unternehmenskultur. Die Art der Wahrnehmung sozial-ökologischer Verantwortung durch Unternehmen beeinflusst Entscheidungen und aus den Reaktionen des betroffenen Umfeldes (Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Öffentlichkeit, Behörden...) auf diese Entscheidungen resultieren erst die Bilanzzahlen, die von Rating-Agenturen analysiert werden. Ein viel effektiveres Frühwarnsystem sind deshalb Nachhaltigkeitsratings wie z.B. das Corporate Rating der renommierten Nachhaltigkeits-Rating-Agentur oekom research, das z.B. bei Lehman Brothers, WorldCom, Enron und Parmalat vor der jeweiligen Insolvenz auffallend schlecht ausfiel. Gleiches galt auch in der Zeit vor den Umweltskandalen von BP (2010) und TEPCO (Fukushima 2011). Oekom bewertet die Verantwortung des Unternehmens gegenüber den von Unternehmensaktivitäten betroffenen Menschen (soziale Komponente) und der natürlichen Umwelt (ökologische Komponente). Zur gezielten Analyse von Unternehmen werden dabei aus einem Pool von ca. 700 branchenspezifisch ausgewählten sozialen und ökologischen Kriterien im Schnitt pro Unternehmen 100 branchenspezifische Indikatoren ausgewählt, die folgende Bereiche abdecken: Mitarbeiter und Zulieferer, Gesellschaft und Produktverantwortung, Corporate Governance und Wirtschaftsethik, Umweltmanagement, Produkte und Dienstleistungen und Öko-Effizienz. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Ausschlusskriterien wie kontroverse Geschäftsfelder oder kontroverse Geschäftspraktiken (z.B. Arbeitsrechtverletzungen, Kinderarbeit, Tierversuche, Menschenrechtsverletzungen etc.).

Empirische Belege Laut oekom liefert die überwiegende Mehrheit empirischer Studien, die im Rahmen einer Corporate Bonds-Studie gesichtet wurden und sich auf den US-Markt fokussierten, den Beweis, dass Nachhaltigkeitskriterien den Anlageerfolg verbessern. Sie liefern einen Informationsvorsprung, der sich für die Anleger in Form geringerer Risiken bzw. höherer Erträge positiv auswirkt. Eine dieser Studie, Bauer/Hann (2011) kalkuliert für Unternehmen mittlerer Bonität im Schnitt einen Spread von 150 Basispunkten, wobei die ökologische Performance einen Spread-Unterschied von bis zu 80 Basispunkten ausmachen kann. Welch gute Orientierung das Rating von oekom bietet, zeigen Untersuchungen unter Einbeziehung jener Unternehmen mit oekom Prime Status. Das sind Firmen, die im Rahmen des oekom Corporate Ratings zu den führenden ihrer Branche zählen und die branchenspezifischen Mindestanforderungen erfüllen. Prime-Unternehmen wiesen in einer größeren Grundgesamtheit im Schnitt eine um 4,6 Prozentpunkte höhere Eigenkapitalquote aus. Die Irrtumswahrscheinlichkeit betrug dabei lediglich 0,3% (1). Eine höhere Eigenkapitalquote ist auch eine gute Voraussetzung für bessere Bonitäten und in der Folge niedrigerer Zinsaufwendungen. Diese Unternehmen können sich günstiger Geld beschaffen und haben somit einen Wettbewerbsvorteil, der wiederum ihre Finanzkraft erhöht – eine positive Spirale nach oben. Das wird auch von den Märkten in Form niedrigerer Risikoaufschläge (Spreads) belohnt. Die im Oktober 2014 veröffentliche Studie von oekom mit dem Titel: „Die Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien für die Beurteilung von Anlagechancen- und risiken bei Unternehmensanleihen“ zeigte im Falle zweier ansonsten völlig identischen Corporate Bonds verschiedener Emittenten, die sich lediglich im oekom-Rating unterscheiden: „Für eine Verbesserung um eine Notenstufe reduziert sich der Spread um gut 10 %. Im Bereich von 300 Basispunkten bedeutet dies eine Verringerung von gut 30 Basispunkten.“ Fazit: Ethisch korrektes Verhalten von Unternehmen reduziert Risiken bei der Geldanlage.

(1) Studie von oekom research: „Die Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien für die Beurteilung von Anlagechancen- und risiken bei Unternehmensanleihen“ (2014)


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TOGETHER /CCA

Jahresausklang Anfang November luden CCA und TOGETHER bereits zum dritten Mal zum Jahresausklang ein. Ganz im Stile großer Varietés wurde den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm mit vielen kleinen und großen Überraschungen geboten. Unter dem Titel „Digitalisierung des Tagesgeschäfts“ präsentierten die beiden Geschäftsführer Dr. Georg Steinort und Mag. Alexander Petzmann die Meilensteine aus 2015, wie bspw. OMDS für Alle, die TOGETHER Gewerbeausschreibung und CCA Online. Mehr als 300 langjährige Kunden und Partner folgten der Einladung zum fulminanten Fest der Sinne. Das Ensemble von Cirque Rouge begeisterte das Publikum mit einem außergewöhnlichen Programm aus Kabarett, Gesang, Akrobatik und Burlesque. Auch der caritative Gedanke kam nicht zu kurz. Unter dem Slogan „zusammenhalten“ wurde dieses Jahr der Verein Balance unterstützt, der Menschen mit Behinderung mit seinen Angeboten ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben ermöglicht.

ARAG

15- Jahresfeier Der Rechtsschutzspezialist hat soeben das 15-jährige Jubiläum der Landesgeschäftsstelle Linz gefeiert. Im Zuge der Trennung der BV-ARAG hatte ARAG im Jahr 2000 einen Strategiewechsel hin zum reinen Maklerversicherer vollzogen. In diesem Rahmen wollte ARAG näher an seine Kunden – also die Makler – rücken und hat ein entsprechendes Netz an Landesgeschäftsstellen aufgebaut. Über 70 Vertriebspartner haben gemeinsam den Event in Linz gefeiert. „Wie unser Fotoarchiv belegt, haben viele der anwesenden Vertriebspartner bereits die Büroeröffnung vor 15 Jahren mit

uns gefeiert“, so CEO Dr. Matthias Effinger bei der Jubiläums-Rede – „dies bezeugt die

große Loyalität unserer Partner. Hierfür danken wir sehr“.


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ALLIANZ VERSICHERUNG

Meisterklasse mit Lang Lang Im Rahmen des Allianz Junior Music Camps, das erstmals in Wien stattfand, musizierte der Starpianist Lang Lang gemeinsam mit zehn hochtalentierten Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren im Wiener Musikverein. Die Veranstaltung im Brahmssaal – von der Gesellschaft der Musikfreunde als Kooperationspartner zur Verfügung gestellt – war der absolute Höhepunkt des einwöchigen Förderprogrammes, das die Lang Lang International Music Foundation entwickelte. Aus über 300 Bewerbungen entschied man sich für insgesamt zehn Nachwuchspianisten aus der ganzen Welt. „Für die Gewinnerkinder erfüllte sich heuer ein Traum, die Liebe zur Musik mit einem Meister am Piano zu teilen. Dass darunter auch zwei österreichische Kinder sind, freut uns sehr“, erklärt Mag. Werner Müller, Vorstandsmitglied der Allianz

Gruppe in Österreich. Als Partner der Lang Lang Foundation ist die Allianz seit Jahren Sponsor dieser Initiative. In der zweistündigen Meisterklasse präsentierten die Gewinnerkinder vor über 500 Konzertbesuchern jeweils ein selbstgewähltes Solo-Stück auf dem Piano. Im Anschluss reflektierte Lang Lang individuell die einzelnen musikalischen Darbietungen. Als krönenden Abschluss spielten die Jung-Virtuosen gemeinsam mit dem Ausnahmekünstler mehrhändig den Slawischen Tanz Op. 46 Nr. 8 in g-Moll von Dvořák und den Ungarischen Tanz Nr. 1 in g-Moll von Brahms. „Das Niveau der zehn Pianisten war beeindruckend. Mit jungen Menschen zu arbeiten und die gemeinsame Leidenschaft für die Musik zu teilen, gehört zu meinen schönsten und wichtigsten Aufgaben“, so Lang Lang nach der Meisterklasse.

Lang Lang mit Allianz Vorstandsmitglied Mag. Werner Müller und den österreichischen Gewinnerkindern Jakob und Gabriel

muki sagt Danke für ein erfolgreiches Jahr! Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr 2016.

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Partner Cercle HELVETIA VERSICHERUNG

Zum runden Jubiläum des Helvetia Partner Cercles gab es einen neuen Besucherrekord: Fast 800 Gäste nahmen im Herbst 2015 an der jährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe für Helvetia Vertriebspartner teil. Die Abschlussveranstaltung in Wien führte die Gäste ins Colosseum, hier konnten sie einem humoristisch gelungenen Schlagabtausch

zwischen Gen. Dir. Dr. Bodner und dem Kriminalpsychologen Dr. Thomas Müller erleben. Wie auch in den anderen Bundesländern zuvor, war die Wahl auf eine interessante und außergewöhnliche Location gefallen. Ein exzellentes Publikum, reges Interesse am Netzwerken, interessanter Vortrag, wie immer die erfolgreichen Zutaten für eine PartnerCercle Veranstaltung. Werner Panhauser, Helvetia Vertriebsvorstand: „Ich denke, das spricht für unser `3-I-Konzept´: Interessante Gäste, zu interessanten Themen, in den interessantesten Locations der jeweiligen Bundesländer zusammenbringen.“ Alexander Neubauer, Leiter Partnervertrieb bei Helvetia ergänzt: „Die Vertriebspartner schätzen generell unsere regionale Präsenz. Wir leben diese ja nicht nur im Rahmen des Partner Cercles, sondern auch im Alltag. Beispielsweise durch unsere in den Regionen tätigen Vertriebspartner-Coaches.“ Keynotespeaker des Helvetia Partner Cercle 2015 war der renommierte Kriminalpsychologe und Buchautor Thomas Müller. Titel seines Vortrags: Krisensituationen und ihre psychologischen Gesetze. In den Fokus seiner Ausführungen stellte er die Bewäl-

tigung von Krisen. Dabei betonte Thomas Müller die Bedeutung von Versicherungsberatern bei der Unterstützung von Menschen in Krisen. Letztere würden ja oft in Krisensituationen auch von Existenzängsten heimgesucht. Müller: „Man muss den Kunden die Ungewissheit nehmen. Die Reduktion von Komplexität ist dabei enorm wichtig.“ Das verlange natürlich nach entsprechenden Kompetenzen, die über das reine Versicherungswissen weit hinausgehen, streicht der international tätige Psychologe hervor. So müsse man die Ängste der Kunden, aber für eine gute Zusammenarbeit auch jene der Mitarbeiter und der Vorgesetzten, verstehen und diese Sorgen akzeptieren lernen. Dafür bedarf es der Fähigkeit zur Reflexion der eigenen Person und zum Perspektivenwechsel – d.h. sich in die Situation des jeweils Anderen hineinversetzen und aus seiner Sicht argumentieren zu können. Selbstreflexion und Perspektivenwechsel könne man lernen. In höchster Form führen diese Kompetenzen laut Müller zu persönlicher Gelassenheit, einer in Krisensituationen besonders wichtige Eigenschaft. Angst hält Thomas Müller jedenfalls nicht nur für eine negative, sondern auch für eine treibende Kraft. Und tröstend findet er, „dass jede Krise ein Ende hat – auch wenn es sich während einer Krise nicht so anfühlt.“


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Nicole Martinek, Regionalleiterin Partnervertrieb Ost: „Das wichtigste in der Partnerschaft mit unseren Vertriebspartnern ist eine offene und ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe. Lösungsorientiertheit, Flexibilität und Handschlagqualität sind essenzielle Eckpfeiler einer erfolgreichen Zusammenarbeit.“ DI Martin Graber, Regionalleiter Partnervertrieb West: „Die Voraussetzung und Basis für Die "nachhaltige" effektive partnerschaftliche Beziehung bestimmt grundsätzlich das Versicherungsunternehmen selbst und findet sich in Marktnähe, Produktvielfalt, Prozessen, Qualität, Servicelevels, Pricing, usw., wieder. Mittlerweile ist das für uns und unseren Geschäftspartner eine wesentliche "Selbstverständlichkeit" und legt den Grundstein für den Beginn einer partnerschaftlichen Beziehung. Der Vertrieb und die betreffenden handelnden Personen sind für die Umsetzung verantwortlich und spielen hierbei eine wichtige Schlüsselrolle. Sie sind dabei der Multiplikator für langfristige Wachstumssteigerungen und profitablen Portfolios beider Unternehmen, und schaffen sich dadurch den notwendigen Wettbewerbsvorsprung. Die "Experten" der Helvetia Versicherung helfen dabei, die Kernfragen, wie z.B. Was will der Kunde, was ist ihm wichtig, aufzunehmen und die notwendigen Offerte/ Angebote bedarfsgerecht und kundenorientiert zu erstellen. Hierbei ist zu beachten, dass für unsere Geschäftspartner individuelle Lösungen und die zuverlässige Einhaltung der Termine gewährleistet wird. Zur Entwicklung der partnerschaftlichen "Geschäftspartnerbeziehung" gilt die Grundregel, dass zwischen beiden Geschäftspartnern Vertrauen, Loyalität und Wertschätzung für den Erfolg verantwortlich sind. Diese wichtige Säule in der Geschäftsbeziehung sollte nicht unterbewertet werden und stellen zum Produkt und Preis den notwendigen Mehrwert und den Erfolg für das Unternehmen. Die hohe Qualität einer "freundschaftlichen" Geschäftsbeziehung zwischen zwei "Wissensträgern" und deren Transfer hat positive Auswirkungen und Effekte und bestimmt die zukünftige Partnerschaft. Getreu dem Motto: Wenn mein Geschäftspartner immer wieder kommt und nicht die Vertragskündigung sind wir der beste Partner.“

Dir. Ing. Markus Leibetseder, Regionalleiter Oberösterreich und Salzburg: „Der richtige Partner ist für mich das Wichtigste und für den Erfolg entscheidend!“ P...People: Partnerschaft ist für mich geprägt durch die Menschen mit ihren Gefühlen. A...Ambition: Partnerschaft ist für mich geprägt durch persönlichen Einsatz um die Ziele zu erreichen. R...Rasch: Partnerschaft bedeutet für mich rasch und kompetent zu unterstützen. T...Team: Partnerschaft ist getragen durch das Team, das dahintersteht. Die richtigen Menschen am Touchpoint des Partners. N...Neugierde: Partnerschaft bedeutet für mich, neugierig auf neue Herausforderungen zu sein. E...Ehrlichkeit: Partnerschaft kann nur auf einer ehrlichen und offenen Basis funktionieren. R...Ruhe: Partnerschaft bedeutet für mich auch, sich Auszeiten zu nehmen, Ruhe zu finden und gemeinsam den Erfolg zu feiern.

VERANSTALTUNG

Was meinen die Regionalleiter zum Thema „Partnerschaft im Beruf “?


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AFPA

Gläserne Kunden, transparente Vermittler Europa bläst zur Jagd auf Steuersünder. Geldtransfers werden zur Kontrolle von Steuerumgehung oder Geldwäsche verfolgt. Dass Regulierungsbehörden und politisch Verantwortliche bei gutgemeinten Vorhaben auch über das Ziel hinausschießen war Thema beim dritten AFPA Praxisdialog. Mag. Josef Mahr (Bundeskriminalamt), Dr. Angelika Trautmann (Bawag/PSK und Transparency International) und Mag. Georg Kainz (quintessenz) zeigten in teilweise ernüchternden Referaten den anwesenden rund 70 Executives der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche, wie weit EU Rechtsvorschriften in unser berufliches und privates Leben vorgedrungen sind. Ein Beispiel, das im Auditorium für Kopfschütteln sorgte: Überweisungen für nahestehende Familienangehörige für Ausgaben des täglichen Lebens, welche der Empfänger später refundiert sind genau genommen als Treuhandgeschäft an zu sehen. Die involvierte Bank müsste sie melden. Das entsprechende Gesetz sieht nämlich für derartige Transaktionen keine Geringfügigkeitsgrenze vor. Dieses und weitere Beispiele aus der Praxis machten klar, dass vielen Marktteilnehmern nicht bewusst ist, was alles unter Geldwäsche fällt und welche Regeln

und Dokumentationsvorschriften einzuhalten sind. Präventivmaßnahmen sind auch deswegen dringend notwendig, weil der Straftatbestand der „Mittäterschaft“ und die daraus resultierenden Strafen künftig noch verschärft werden. Alle Marktteilnehmer sind zur Verhinderung „illegaler Finanztransaktionen“ verpflichtet und bei einem Gesetzesverstoß haftbar. Für rege Diskussion sorgte Österreichs prominentester Datenschützer, Mag. Georg Kainz mit seinen Ausführungen. Ausgerechnet am selben Tag, an dem der Datendiebstahl von 20.000 Kunden bei den Wiener Linien bekannt wurde informierte Mag. Kainz zu den technischen Möglichkeiten von Datendiebstahl und Missbrauch der Kundendaten. In der nachfolgenden Podiumsdiskussion erörterten Werner

Painsy (DWS), Dr. Philip Steiner (Nürnberger), Ingo Hofmann (Gothaer) und Ralph Weckler (Capco) die Konsequenzen. Fest steht, dass die Einbeziehung der gesamten Dienstleistungskette, angefangen vom Vertrieb bis hin zum Back-Office eine durchgehende Strategie benötigt, um Datensicherheit zu gewährleisten. Klar ist auch, dass eine Schere für Versicherungsvermittler und Wertpapierberater aufgeht. Einerseits verpflichtet sie der Gesetzgeber, immer umfangreichere Daten von Kunden zu sammeln. Andererseits haften sie damit automatisch für den Schutz all dieser oft heiklen Informationen. Was über Kunden gespeichert wird, wie die Daten verwendet und verwahrt werden muss in Zukunft viel genauer als bisher geprüft und überwacht werden. Selbständige Versicherungsvermittler und Vermögensberater beim Umgang mit oft sensiblen weil zwingenden Rechtsvorschriften zu unterstützen ist das Ziel der AFPA. Denn, nur die rechtzeitige Vorbereitung der betrieblichen Abläufe und Prozesse stellt den reibungslosen Ablauf im Alltag sicher.


INSERAT ARAG SE Direktion für Österreich Keine Fotorechte für das Internet


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Fußball als Werbetool: Der EFM Weg Fußball ist einer der am weitesten verbreiteten Sportarten in Österreich und erfreut sich reger Begeisterung und Unterstützung. Im vergangenen Jahr haben auch die EFM Versicherungsmakler, mit über 50 Standorten die Nr. 1 in Österreich, diese Sportart als nützliches, überregionales Werbetool entdeckt. Seitdem unterstützt die EFM nämlich die österreichweite Website Ligaportal, der Leader im Amateurfußball. Ligaportal berichtet in allen Bundesländern von der untersten bis zur höchsten Spielklasse und kürt wöchentlich das Team der Runde (je Spielklasse). Sehr viele aktive und auch passive Fußballer besuchen diese Seite, um zu sehen, ob es jemand aus ihrer Mannschaft in das Team der Runde geschafft hat. „Genau dort haben wir angesetzt. Wir sehen in Ligaportal einen wichtigen Partner, der die Bekanntheit unserer Marke stark steigern kann. Die EFM engagiert sich bereits seit vielen Jahren im heimischen Sport und die Erfahrungen einzelner Makler haben gezeigt, dass Fußballsponsoring ein sehr effektives Werbetool ist. Daher war es an der Zeit, das Sponsoring auf eine überregionale Ebene zu heben.“, so Romana Sattler, Marketingleiterin in der EFM. Doch es gibt auch noch einen anderen Beweggrund für die EFM, gerade Sport so stark zu unterstützen. „Laut einer aktuellen Studie passieren jährlich rund 600.000 Unfälle im Heim-, Freizeit- oder Sportbereich. Viele denken fälschlicherweise, dass diese Unfälle gesetzlich abgedeckt sind. Uns liegt es am Herzen, dass unsere Kunden optimal abgesichert sind und sie im Fall des Falles

Paul Paukowitsch (EFM), Thomas Arnitz (Ligaportal) und Stefan Tiefenbacher (EFM) auch ausreichend geschützt sind – und dafür nehmen wir uns gerne Zeit.“, so EFM Versicherungsmakler Paul Paukowitsch, der die ganze Kooperation ins Rollen brachte. Damit auch die Spieler in den Teams der Runde optimal versichert sind, bietet EFM ein besonderes Zuckerl. Stefan Tiefenbacher, Vorsitzender des EFM Marketingausschusses, dazu: „Jedem Spieler, der es ins Team der Runde schafft, schenken wir einen kosten-

TUS Gröbming und Sepp Spielbichler (EFM)

losen Polizzencheck und eine ausführliche Beratung im Bereich Sportversicherungen.“ Die Kooperation hat nicht nur Vorteile für die EFM, sondern für jeden einzelnen Makler. „Auf der einen Seite werden wir natürlich von Vereinen in der Umgebung angesprochen und können diese Chance für Kundengewinnung nutzen. Andererseits macht uns diese Kooperation vor Ort noch stärker. Ein paar Kunden waren bei mir und fragten, ob ich Ligaportal ganz alleine sponsere – weil sie vor Ort mich mit EFM verbinden. Und so geht es nicht nur mir.“, so Paukowitsch. Zusätzlich zum Onlinepaket sponsert EFM außerdem 1.600 Dressen mit Vereinswappen, die Vereine in ganz Österreich über Ligaportal individuell anpassen und bestellen können. Auch die EFM Makler selbst zeigen reges Interesse an der Aktion und wenden sich an Vereine in ihrer Umgebung, um auch ihnen diesen Vorteil zu sichern. Aufgrund des großartigen Erfolgs wurde die Kooperation verlängert.


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SCHLUSSPUNKT

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risControl 12/15

BUCHBESPRECHUNG TARNUNG - LÜGE - STRATEGIE

“risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger

Bestie Mensch

Trauen Sie sich zu, Lüge und Strategien des Bösen zu erkennen? Können wir davon ausgehen, dass wir der Bestie Mensch nie begegnen? Aber wir begegnen ihr tagtäglich, weil wir die Tarnung nicht erkennen und uns in der falschen Sicherheit wiegen, das Böse sei weit weg. Es gibt Menschen, die in Erfahrungswelten leben, die wir nicht betreten können meint Nobelpreisträger John Steinbeck. Und doch: Sie wandeln in den Schuhen jener, die in den gleichen Erfahrungswelten leben. Begleiten Sie jenen Mann ein Stück, der seit Jahren von den wahren Experten der Lüge, der Tarnung und des Betruges lernt. Es ist kein Buch für eine Gute-Nacht Geschichte. Es ist kein schockierender Roman - es ist die Realität! Dr. Thomas Müller ist Europas führender Kriminalpsychologe und er entlarvt sie: die wahren Experten der Tarnung, der Lüge und des Betrugs. Seine Geschichten sind spannender und unbehaglicher als jeder Thriller - sie sind die Realität!

IMPRESSUM

Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221. Telefon: +43 (0)720 515 000 Fax: +43 (0)720 516 700 e-mail: office@riscontrol.at Team: Doris Schachinger, Chefredakteurin; Christian Proyer; Isabella Schachinger; CASDesign, Layout Titelbild: CAS-Design. Weitere Bilder: FG Finanzdienstleister, Kai Schreiber, Österreichische Krebshilfe/ Hautzinger, Paul Clark, Renate Dodell, Christian Proyer, Hertha Hurnaus, Mag. Sebastian Reich, Erhard Barwick, Foto Risavy, Tanzer, Kathleen L. Dunn, Alan Phillips, Lukas Beck, Richard Lürzer, Bettina Greslehner, Ludwig Schell.

Verlag: Ecowin Verlag ISBN: 9783902404053

Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr.

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Interview mit Mag. Ludwig H. Strobl, Vertriebsdirektor der ROLAND RechtsschutzVersicherungs-AG

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Und ein erfolgreiches neues Jahr!

risControl 12 2015