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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

Bei Unzustellbarkeit retour an: risControl, 3701 Oberthern, Oberthern 33

NR. 09 • 2014 • HEFT 422 • 35. JAHRGANG • EURO 10,00

Nachhaltigkeit

Schlagwort mit Hintergrund?


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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser!

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ndlich kleben nicht nur auf Waschmaschinen und Kühlschränken Etiketten, die als Information für den Strom- und Wasserverbrauch oder als Energieleistungskennzeichnung gedacht sind. Nun werden endlich auch Staubsauger und deren Wattverbrauch

Die Saugstarken sind ab September verboten (nur mehr max. 1600 Watt) und ab dem Jahr 2017 sind nur mehr 900 Watt erlaubt. Zum Glück wird die Staubaufnahme nicht beschränkt, guter Staub darf liegen bleiben, der böse Staub wird eingesaugt. Die Geräte werden dann eine bestimmte Größe haben, damit die Etiketten auch wirklich alle Platz finden. Die Staubemission, die muss -aber bitte- stimmen. Back to the roots, ab auf die Knie und aufwaschen, damit würde der CO₂ - Verbrauch noch besser werden. Aber es wird nicht das letzte Haushaltsgerät sein, welches der Regulierungswut zum Opfer fällt. Wäschetrockner und Föhn stehen bereits zitternd in den Regalen. Übrigens, verstecken Sie ihre alte Kaffeemaschine, auch dort soll den stromfressenden Maschinenmonstern der Garaus gemacht werden. Oder decken Sie sich noch mit ausreichend Geräten ein und ziehen Sie dann einen lukrativen Schwarzhandel auf, so wie es gerüchteweise schon in einem unserer südlichen Nachbarländer mit WC-Spülkästen passiert ist. Und wieder zum Nachdenken, rund um den Erdball gibt es soviele Kriegsschauplätze, dass manchmal der Zeitrahmen einer regulären Nachrichtensendung im Fernsehen nicht ausreicht. Und wenn man schon manchen Erwachsenen unterstellt, sich gewaltaffin und despotisch zu verhalten, eines ist sicher, Kinder sind immer, egal wo, unschuldig. Also mein Vorschlag wäre, regulieren wir die Welt zu Gunsten der Kinder, das hieße keine Not und keine Gewalt aber dafür Sicherheit. Wäre wichtiger als die Wattanzahl einer alten Kaffeemaschine, oder? Ihre Doris Schachinger

Endlich reguliert

reguliert.


4 INHALT

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S. 10: Bewusste Kompetenz

S. 30: Es ist nicht das Ende

S. 36: Erfolgreicher Kreislauf

S. 47: Früh übt sich

EDITORIAL

3 Endlich reguliert

KARRIERE

6 Helvetia: Wechsel in der Führungsebene 7 R + V Versicherung: Teamerweiterung 7 S IMMO AG: Unternehmenskommunikation 7 Gothaer Versicherung: Regionaldirektor

KURZNACHRICHTEN

8 China: Hohe Strafen 8 Coface: Rumänien 8 Dialog Lebensversicherung AG: Hofübergabe

INTERVIEW

10 Generali Versicherung AG: Bewusste Kompetenz 36 Österreichische Beamtenversicherung Versicherungsverein a. G.: Erfolgreicher Kreislauf

S. 16: Nachhaltigkeit - Schlagwort mit Hintergrund?

TITELGESCHICHTE

16 Nachhaltigkeit - Schlagwort mit Hintergrund? 24 Ökonomische Nachhaltigkeit und ökologische Wirksamkeit in der Versicherungswirtschaft

VERSICHERUNG

30 Es ist nicht das Ende 42 Europäische Reiseversicherung: Bin nur kurz weg 42 IMMO BANK/ABV Bausparkasse: Start:bausparkasse 46 Allianz Versicherung: Zufrieden 46 D.A.S. Rechtsschutz AG: Vorsichtig sein 46 Niederösterreichische Versicherung: Maklernet 47 Donau Versicherung: Früh übt sich 47 HDI Versicherung: Sicherster Motorradfahrer 48 UNIQA Insurance Group: Belastung 48 R + V Versicherung: Kreditversicherung 50 Helvetia Versicherung: Starkes Wachstum 50 VIG: Gewinnsprung 51 Generali Versicherung AG: Kooperation mit Gesundheitsclub 51 Coface: CofaMove 51 Höher Insurance Service GmbH: Sonderkonditionen 52 Pensionsvorsorge: Ignorieren ist der falsche Weg


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INHALT

S. 54: Heißer Sommer in Brüssel

S. 56: Wohlfühloase Hochgebirge

S. 40: Ein Miteinander

S. 44: Kunstspektakel

VERANSTALTUNG

40 Alpbach: Ein Miteinander 40 Zürich Versicherung AG: „Danke“ 44 UNIQA Österreich: Kunstspektakel 44 Koban Südvers: Kitz4Kids

Ausgabe-Nr.: 09 | risControl 09/2014 Heft-Nr.: 422 | 35. Jahrgang

KOLUMNE

54 Heißer Sommer in Brüssel 64 EZB öffnet Geldschleusen - Kreditzinsen am „Nullpunkt“

REISE

56 Wohlfühloase Hochgebirge

WIRTSCHAFT

60 Sind Versicherungskunden zur Zahlung einer eigenen Vergütung für unabhängige Beratung bereit?

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Abo

Impressum: “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221, Telefon: +43 (0)720 515 000, Fax: +43 (0)720 516 700, e-mail: office@riscontrol.at Doris Schachinger, Chefredakteurin, Christian Proyer, Christoph Schönfellner, Layout Titelbild: Christoph Schönfellner. Weitere Bilder: risControl, 123rf.de, Felipe Kolm | Optical Engineers, Philipp Naderer, UNIQA/Sabine Klimpt, Micky Klemsch, Arne Müseler, Petra Spiola, Christina Häusler, Philip Platzer, Helvetia, Franz Helmreich. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/Public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2012 / (ca)


6 KARRIERE

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HELVETIA

Wechsel in der Führungsebene Helvetia hat die Übernahme der Basler Österreich abgeschlossen. CEO Burkhard Gantenbein verlässt per 30. September die Helvetia, Otmar Bodner bisher Vorstandsvorsitzender der Basler Versicherung übernimmt mit 1. Oktober die Agenda. Der bisherige CEO Burkhard Gantenbein hatte sich bereits Ende letzten Jahres entschieden, das Unternehmen 2014 zu verlassen. Um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, hat er seine Aufgabe im Unternehmensinteresse bis heute fortgeführt und wird nun per 30. September sein Mandat abgeben. Burkhard Gantenbein wird sich zukünftig neuen Themen und Herausforderungen außerhalb der Assekuranz stellen. „Dass wir es geschafft haben – sogar vor der geplanten Zeit – unter die Top-10 am österreichischen Markt zu kommen, ist natürlich ein sehr erfreulicher Abschluss meiner Tätigkeit als CEO der Helvetia“, so Gantenbein. Otmar Bodner freut sich auf seine neue Aufgabe: „Das Haus ist gut bestellt. Wir sind Teil eines starken Konzerns und gehen mit viel Engagement sowie innovativen Ideen in die nächsten Jahre. Ich sehe voll Zuversicht in unsere Zukunft.“ Das Führungsteam der Helvetia Versicherung ab Oktober: CEO Otmar Bodner, CFO Josef Gutschik, Jürgen Horstmann (Lebensversicherung) Thomas Neusiedler (Nicht-Leben) Werner Panhauser (Vertrieb. Gerhard Liegl,

Otmar Bodner & Burkhard Gantenbein bisheriger Vertriebsvorstand der Basler Österreich, übernimmt per 1. September die Leitung des Agenturvertriebes. Im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung wurden die amtierenden Aufsichtsräte der Helvetia Österreich in den Aufsichtsrat der Basler Österreich gewählt (Stefan Loacker als Präsident, Paul Norton und Markus Gemperle als Mitglieder). Der Markenname Basler wird noch bis Ende des Jahres verwendet werden und anschliessend durch Helvetia ersetzt. Thomas Neusiedler

Josef Gutschik

Werner Panhauser

Jürgen Horstmann


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KARRIERE

R + V VERSICHERUNG

Teamerweiterung Mag. Hadi Hashemi ist neu im Team der R + V Versicherung, als Underwriter wird er sich künftig der Warenkreditversicherung widmen. Als Brancheninsider ist Mag. Hashemi bereits seit 18 Jahren im Bereich Kreditversicherung tätig. Dem Karrierestart bei der Prisma Kreditversicherung folgten weitere Stationen als Spezialist für Kreditversicherungen bei GrECo

International sowie im Bereich Underwriting und Großkundenbetreuung bei Coface Austria. Dr. Martin Beste: „Wir sehen insbesondere im Maklermarkt große Potenziale beim Ausbau des Geschäftzweiges der Kreditversicherung, und haben mit Mag. Hashemi einen erfahrenen Experten an Bord geholt.“

S IMMO AG

Unternehmenskommunikation Mag. Evelin Horváth ergänzt seit Kurzem das Team „Unternehmenskommunikation und Investor Relations“ der börsennotierten S IMMO AG. Die 26-Jährige ist unter anderem für die Finanzpublikationen, wie den Geschäftsbericht und die Quartalsberichte des Unternehmens, sowie für die gesamte Kommunikation der ungarischen Tochtergesellschaft S IMMO Hungary verantwortlich. Ihre bisherige Berufserfahrung sammelte Evelin Horváth bei der Austria Presse Agentur, dem ORF und zuletzt in der

GOTHAER VERSICHERUNG

Regionaldirektor Thomas Cimbal ist zum neuen Regionaldirektor für Oberösterreich und Salzburg bei der Gothaer Lebensversicherung AG bestellt worden. Der 45-Jährige blickt auf 25 Jahre Berufserfahrung im Versicherungs- und Finanzbereich zurück. Sein strategischer Schwerpunkt ist die Forcierung der innovativen Produktlinie zur Absicherung biometrischer Risiken, für die er mit

seinem Enthusiasmus als leidenschaftlicher Vertriebsmann und fachkundiger Ansprechpartner zur Verfügung steht. Herr Ingo Hofmann, Leiter der Niederlassung der Gothaer LV in Österreich: „Ich freue mich, dass wir mit Herrn Thomas Cimbal, einen vertriebserfahrenen und motivierten Kenner des österreichischen Maklermarktes für unser Team gewinnen konnten.“

Kommunikationsabteilung der Telekom Austria Group. „Wir freuen uns, dass wir Evelin Horváth für diese spannende Position gewinnen konnten. Mit ihrer Expertise, sowie ihrem fachlichen und sprachlichen Background ergänzt sie unser Team optimal“, kommentiert Mag. Ernst Vejdovszky, Vorstandsvorsitzender der S IMMO AG. Evelin Horváth studierte an der Universität Wien und an der HeriotWatt University Edinburgh Publizistikund Kommunikationswissenschaft, sowie Konferenzdolmetschen. Sie spricht fließend Deutsch, Ungarisch und Englisch.


KURZNACHRICHTEN

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CHINA

COFACE

Hohe Strafen

Rumänien

un ist es amtlich, die chinesische Kartellbehörde hat hohe Geldstrafen für Autozulieferer und Autofirmen verhängt. Zwölf japanische Autozulieferer müssen umgerechnet 150 Millionen Euro Strafe aufgrund von Preisabsprachen bezahlen. Es soll auch Audi und Daimler betreffen, hier sind die Untersuchungen wegen Preisabsprachen bzw. überhöhter Preise bei Ersatzteilen und Service im Laufen, auch hier werden Strafen in Millionenhöhe befürchtet.

as Jahr 2013 war für Rumänien das Jahr des Wachstums. Das Wirtschaftswachstum ist um 3,5 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die hohen Exportraten mit einem Plus von 13,5 %, vor allem bei Agrarprodukten und Autos, trugen zu der positiven Entwicklung bei. Innerhalb der EU ist Rumänien am stärksten vom landwirtschaftlichen Sektor abhängig. 31 % aller Erwerbstätigen sind in diesem Bereich beschäftigt. Die Wirtschaftsleistung ist daher eng mit dem Wetter verknüpft. Die Ernte

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war im Sommer 2013 ausgezeichnet und führte zu einem positiven Angebotsschock. Die Produktion landwirtschaftlicher Güter in Rumänien betrug 17 Milliarden Euro (+ 25 %), das sind fast 5 % Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Produktion der EU-28. Für 2014 analysierte Coface, das Rumänien sein Wachstumstempo nicht verbessern wird können. Damit liegt die erwartete Wachstumsrate nahe dem geschätzten, durchschnittlichen BIP Wachstum der Region Zentraleuropa von 2,4 %.

DIALOG LEBENSVERSICHERUNG AG

Hofübergabe

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un ist es fix, wir haben bereits darüber berichtet, Rüdiger R. Burchardi geht mit Ende September in den wohlverdienten Ruhestand, zu seinem Nachfolger wurde Oliver Brüß bestellt. Dieser wird weiterhin die Ressorts Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantworten. Sehr zufrieden und mit einem außergewöhnlich gutem Ergebnis erfolgt die Hofübergabe. Denn in den elf

Jahren unter der Leitung von Burchardi ist die Dialog zu einem führenden Maklerversicherer in Deutschland und Österreich im Bereich Biometrischer Risken geworden, die Beitragseinnahmen haben sich von 123,8 Mio Euro auf 243,7 Mio. Euro erhöht. Auch wenn die Zeiten nicht unbedingt rosig sind ist das Unternehmen gut aufgestellt und am richtigen Weg. Burchardi betonte in einer seiner letzten Pressekonferenzen, dass sein Dank neben den engagierten Mitarbeitern vor allem den österreichischen Vertriebspartner gilt, die zu dem Erfolg vieles beigetragen haben. Das erste Halbjahr ist geprägt durch ein starkes Neugeschäft, die gebuchten Bruttobeiträge mit einem Zuwachs von 9,9% auf 37 Mio. Euro gestiegen. Oliver Brüß startete seine Karriere in der Versicherungswirtschaft 1986 bei der früheren Colonia Nordstern Versicherung und ist seit 2005 für die deutsche Generali Gruppe in verschiedenen Vorstandsfunktionen tätig. „ Ich übernehme ein gut Rüdiger R. Burchardi bestelltes Feld, stellt er fest. Besondere

Oliver Brüß Herausforderungen bestünden in den vielen regulatorischen Eingriffen, die vir allem den Maklermarkt trägen und große Anstrengungen der Unternehmen erforderten. Er hebt in seinen Ausführungen die große Bedeutung des österreichischen Marktes für die Dialog hervor. Brüß abschließend: „Die außerordentliche positive Entwicklung im ersten Halbjahr gibt zu großem Optimismus Anlass. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe“.


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INTERVIEW

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GENERALI VERSICHERUNG AG

Tom Bayer

Arno Schuchter

Bewusste Kompetenz

Arno Schuchter (Vertriebsvorstand) und Tom Bayer (Leiter unabh채ngiger Vertriebe) im Gespr채ch 체ber ihre Strategiepl채ne, Pensionskonto und dessen Vor- bzw. Nachteile, Kernkompetenz der Versicherung und vieles mehr.


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INTERVIEW

risControl: Welche Strategiepläne haben Sie für das 2. Halbjahr 2014? Schuchter: Unsere Strategiepläne sind längerfristig ausgelegt. Im Moment befinden wir uns in der Periode 2013 bis 2016, daher ändert sich grundsätzlich nichts an unseren Vorhaben. Wir sind sehr solide aufgestellt und können unsere Planung der letzten Jahre auch weiterverfolgen. Die Generali ist im Vertrieb strategisch in die Bereiche Exklusiv-Vertrieb, Unabhängiger Vertrieb und Bankenvertrieb geteilt. Dem Exklusiv-Vertrieb mit dem angestellten Außendienst und den Exklusiv-Agenturen gehören rund 2.200 Mitarbeiter und Agenten an. Der Unabhängige Vertrieb, der von Thomas Bayer geleitet wird und die Makler betreut, ist ebenso ein sehr wichtiger Vertriebskanal. Unsere Kooperationspartner im Bankenvertrieb sind die BAWAG P.S.K. Versicherung, an der wir Mehrheitseigentümer sind, und die 3 Banken Gruppe. Unserer Strategie entsprechend hält die Generali auch in Zukunft an diesen Vertriebskanälen fest und wird sich in allen Bereichen weiterhin stark engagieren. Im zweiten Halbjahr werden wir den Fokus auf das Thema Lebens- und Pensionsversicherung richten. risControl: Fast jeder Österreicher hat mittlerweile eine Kontonachricht betreffend seines Pensionskontos erhalten. Bringt das dem Vertrieb Vorteile? Schuchter: Wir sind den Sozialversicherungsträgern dankbar, dass sie mit dem Pensionskonto ein Medium geschaffen haben, mit dem den Menschen bewusst gemacht wird, wie es um ihre staatliche Pension wirklich steht. Der Begriff Pensionskonto ist jedoch zu relativieren. Es ist ja kein Konto, sondern die Darstellung eines fiktiven Betrages, den die Aktiven für die Pensionisten aufbringen müssen. Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Jahren noch zu einigen Pensionsreformen kommen wird und sich die Beträge auf dem Pensionskonto

eher verringern als erhöhen werden. Das Pensionskonto ist aber eine Grundlage, auf deren Basis wir jetzt versuchen, die Kunden entsprechend zu beraten. Ich sehe diese Kontonachricht als positiven Aspekt bei unseren Bemühungen, die Menschen für das Thema Vorsorge zu sensibilisieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, die entstehende Pensionslücke zu schließen. risControl: Sie haben es gerade selbst angesprochen. Lücken schließen geht aber nur dann, wenn das Pensionsantrittsalter noch in weiter Ferne liegt?

vor. Auch ich bin der Meinung, dass der aktuell am Pensionskonto genannte Betrag wahrscheinlich eine Obergrenze darstellt, weil sicherlich noch einige Reformen kommen werden. Gerade der Unabhängige Vertrieb kann jetzt die Gunst der Stunde für dieses Thema nutzen. Selbstverständlich gibt es bereits darauf spezialisierte Maklerbüros, viele haben aber noch etwas Nachholbedarf. Schuchter: Jeder Vermittler ist gut beraten, jetzt bei seinen Privatkunden das Thema Pensionslücke anzusprechen und aufzuzeigen.

Schuchter: Die Lücke zwischen Aktiveinkommen und Pension gänzlich zu schließen wird für die meisten Menschen nur sehr schwer möglich sein, sie zu reduzieren aber sehr wohl. Es ist die Frage des verfügbaren Einkommens, wie viel man bereit ist, in seine Vorsorge zu investieren. Diese Entscheidung muss jeder für sich treffen.

Bayer: Das Potenzial beim Kunden ist enorm, wir müssen nur noch den Bedarf wecken.

risControl: Was und bis zu welchem Alter ist es für einen Durchschnittseinkommensempfänger noch realistisch erreichbar?

Schuchter: Unser Wissensstand ist, dass in Deutschland das Provisionsverbot vom Tisch ist. Bei uns in Österreich gibt es das Comittment, dass es kein Verbot, aber eine Offenlegung geben wird. Damit können wir ganz gut leben. Bei der staatlich geförderten Zukunfts-vorsorge werden die Provisionen schon bekannt gegeben, und es hat keinen Einfluss auf den Geschäftsverlauf. Ich halte nichts von einem Provisionsverbot. Der Privatkunde in Österreich ist nicht bereit, für eine Beratung zu bezahlen, und ich gehe davon aus, dass dies überhaupt für ganz Mitteleuropa gilt. Das wird sich auch nicht so schnell ändern, schon gar nicht per Gesetz. Ein Beratungs- und Versicherungsnotstand wäre die Folge und

Schuchter: Patentlösung gibt es dafür keine. Je früher man natürlich mit dem Ansparen beginnt, umso leichter wird man seine Ziele erreichen. Für über 55-Jährige fehlen die entsprechenden Ansparjahre und die einzuzahlenden Beträge werden höher ausfallen müssen. risControl: Hr. Bayer, ähnliche Frage an Sie: Hat der Vertrieb einen Vorteil durch das Pensionskonto, merkt man schon was davon? Bayer: Für die Versicherungswirtschaft ist es auf alle Fälle ein Vorteil, da endlich ein bestehendes Problem thematisiert wird. Der Kunde wird von einer öffentlichen Stelle informiert, wie sein Einkommen im Alter aussehen wird. Den Versicherungen wirft man in solchen Aktionen Eigeninteresse

risControl: Die neue IMD2 Richtlinie soll so rasch als möglich beschlossen werden und einige Medien lassen das Wort „Provisionsverbot“ wieder aufleben. Wie ist ihre Meinung?

„Die Lücke zwischen Aktiveinkommen und Pension gänzlich zu schließen wird für die meisten Menschen nur sehr schwer möglich sein, sie zu reduzieren aber sehr wohl.“


12 INTERVIEW

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empfehlenswert Aber gleich vorweg gesagt: Für Fondsprodukte braucht man Disziplin und das Bewusstsein, dass man auch einmal Phasen von niedrigen Aktienkursen durchstehen muss. Darum empfehle ich diese Produkte nur, wenn wirklich freies Geld dafür zur Verfügung steht. risControl: Wie sehen Sie den Markt in der weiteren Zukunft, beeinflusst durch die Transparent der Pensionskontennachrichten?

daraus entstehende Schäden müssten über Umwege sozialisiert werden. Irgendjemand muss diese ja bezahlen. risControl: Ist Lebensversicherung interessantes Produkt?

klassische noch ein

Schuchter: Ja, auf alle Fälle. Ein Run auf die klassische Lebensversicherung besteht nach wie vor. Wie bei allen Produkten ist es die Aufgabe des Beraters, für den jeweiligen Kunden, unter Berücksichtigung dessen persönlicher Lebenssituation, den richtigen Mix zu finden. Seit 30 Jahren hat sich mein Zugang zum Thema Vermögensaufbau nicht verändert. Die Grundlage für eine Pensionsvorsorge sollte die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge sein. Ich halte sie nach wie vor für eine gute Basis. Sie ist das einzige Produkt in Österreich, welches noch vom Staat gefördert wird und gleichzeitig eine Renten- und Kapitalgarantie beinhaltet. Wenn man

„Die geförderte Zukunftsvorsorge sollte für jeden 20 - 25-Jährigen eine ‚Pflichtversicherung‘ sein.“

früh genug mit dem Ansparen beginnt, bekommt man auch ein ausreichendes Volumen für die Pension zusammen. Eine derartige Versicherung sollte für jeden 20 – 25-Jährigen eine „Pflichtversicherung“ sein. Darüber hinaus ist eine klassische Erlebensversicherung oder Ähnliches empfehlenswert. Hat man noch Geld zur Verfügung, ist eine fondsgebundene Versicherung oder einem Hypridprodukt

Schuchter: Es hat sich grundsätzlich an der Situation nichts verändert. Durch die Transparenz gibt es von den Kunden jetzt vermehrt Rückfragen und viele wollen sich informieren. Gerade für Menschen, die keine durchgängigen Beitragszeiten haben, ist die Kontonachricht oft ein Schock. Viele Frauen arbeiten nur Teilzeit und sind dadurch noch stärker betroffen. Je nach Alter ist es an der Zeit zu reagieren. risControl: Woher soll die Information für den Kunden herkommen? Schuchter: Die Grundinformation kommt von der Sozialversicherungsanstalt. Die Aufgabe der Versicherungswirtschaft ist es, ihre Kunden über die möglichen Folgen zu informieren.

Verkürzung der Lebensarbeitszeit Problematik des Generationenvertrags • Lebenszyklus der ÖsterreicherInnen 1971-2011 Ausbildung 2001

Erwerbsleben 23

23 Jahre

1991

19 Jahre

1981

18 Jahre

1971

17 Jahre

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36 Jahre

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Ruhestand

40 Jahre

59

42 Jahre

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Jahr

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18 17

44 Jahre 20

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40 Alter in Jahren

© Generali Versicherung AG

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INTERVIEW

risControl: Würden Sie sich von der Politik in Richtung Vorsorge wünschen? Schuchter: Von der Politik wünsche ich mir primär eine an die heutige Situation angepasste Förderung des Themas Vorsorge. Die Politik hat in den letzten 20 Jahren alle steuerlichen Förderungsmöglichkeiten der Altersvorsorge gecancelt. Einziges Produkt ist die Zukunftsvorsorge, bei der die Förderung jedoch halbiert wurde. Da hätten wir gerne wieder den alten Fördersatz. In der betrieblichen Vorsorge wurden seit über 20 Jahren keine Anpassungen vorgenommen. Der aktuelle Absetzbetrag für jeden Arbeitnehmer in Höhe von 300 Euro entspricht dem 4.000 Schilling Programm von früher. In Deutschland beträgt der Absetzbetrag das 10-fache! Hier wünschen wir uns mehr Anreiz von Seiten der Politik. risControl: Das Pensionssystem basiert auf dem Generationenvertrag. Wie sehen Sie dessen Finanzierbarkeit? Schuchter: Die Zeit, in der man nicht erwerbstätig ist, steigt. Die Ausbildung dauert länger und ebenso das Leben in der Pension. Daher kann sich das System in dieser Form nicht auf Dauer finanzieren. Im Schnitt arbeitet ein Mensch in Österreich 38,5 Jahre. risControl: Der Garantiezins und die Gewinnbeteiligung in der Lebensversicherung stehen immer wieder im Fokus. Welche Entwicklungen erwarten Sie? Schuchter: Wir haben keine Probleme, auch in den nächsten Jahren den Garantiezins zu halten. Es besteht aus unserer Sicht auch keine Notwendigkeit, Lebensversicherungs-produkte ohne Garantiezins auf den Markt zu bringen. Vielleicht gibt es einen Kundenkreis, der daran interessiert ist. Die Generali wird sich aber generell vom Thema Garantiezins nicht verabschieden. Es steht außer Frage, dass wir in der Lage sind, für die nächsten Jahre eine ordentliche Gewinnbeteiligung zu erwirtschaften. Wir verfügen in unserem Portfolio über Anleihen, die weit über die momentane Verzinsung veranlagt sind,

und wir haben keine „Leichen“ im Keller. In Bezug auf Hypo Alpe Adria Anleihen sind wir nicht beteiligt, weil unser CFO rechtzeitig reagiert hat. So besteht hier auch kein Abschreibungsbedarf. Die Klagen unserer betroffenen Mitbewerber halte ich für richtig und berechtigt. Unser hoher Immobilienanteil, speziell in Wien, ist ebenfalls ein großes Asset mit hohen Reserven.

risControl: Ist die Niedrigzinsphase ein Problem für den unabhängigen Vertrieb? Bayer: Natürlich führt die Niedrigzinsphase der letzten Jahre zu Diskussionen im Vertrieb. Wir spüren schon starke Signale der Kunden in Richtung möglichst hohe Sicherheit. Solche Produkte haben wir im Portfolio, zum Beispiel ist der Generali LifePlan eine sehr gute Antwort auf die aktuelle Situation am Markt. Selbst Niedrigzinsphasen, die sehr lange dauern, halten wir durch. Unsere Philosophie ist es, ein Partner zu sein, der langfristig das halten kann, was er verspricht, auch in Zukunft. risControl: Wie ist Ihre Meinung zu Prämienvergleiche im Internet?

„Betreffend Hypo Alpe Adria haben wir keine ‚Leichen‘ im Keller.“


14 INTERVIEW

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„Ich stehe allen Prämienvergleichen sehr skeptisch gegenüber.“

Schuchter: Wir halten uns bei allen Vergleichen im Internet, auch bei Vergleichsrechnern und Ähnlichem, sehr zurück. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das Thema Versicherung einer individuellen Beratung durch einen Fachmann bedarf. Es gibt nur ganz wenige Produkte, die selbsterklärend sind. Mehr als zwei Produkte fallen mir ad hoc nicht ein. Das ist einerseits eine Ablebensversicherung und andererseits eine Kfz-Haftpflicht Versicherung, die aber schon etwas komplizierter ist. Bei allem, was darüber hinausgeht, sollte eine Beratung vom Fachmann eingeholt werden. Ich stehe allen Prämienvergleichen sehr skeptisch gegenüber. risControl: Wie geht es der Kommunikation zwischen Generali und dem freien Vertrieb? Bayer: Wir nutzen natürlich derzeit alle uns zur Verfügung stehenden Kanäle, um mit unseren Partnern zu kommunizieren. Der direkte Ansprechpartner vor Ort, das ist die persönliche Beziehung des freien Vertriebs zu unseren Mitarbeitern, ist für uns nach wie vor die wichtigste Kommunikationsform im Tagesgeschäft. Zusätzlich ist die elektronische Schiene, die wir parallel betreiben und immer weiter auszubauen und optimieren, ein nicht mehr wegzudenkendes Kommunikationsmittel. Wir haben auch ein neues Verkaufssystem ausgerollt, um die Makler noch besser zu unterstützen. Aus diesem Grund forcieren wir auch die Möglichkeit der elektronischen Unterschrift. Unsere Intention ist es nicht, Arbeitsschritte an den Makler auszulagern, sondern ein effizienteres Arbeiten für alle Beteiligten zu erreichen und somit manche Dinge nicht mehrmals angreifen zu müssen. Um den Makler einfacher und rascher mit Neuigkeiten versorgen zu können, wurde das Maklerportal mit dem Verkaufssystem verbunden.

risControl: Haben Sie schon Schwerpunkte für das kommende Jahr festgelegt? Schuchter: Einer unserer Schwerpunkt im nächsten Jahr liegt bei der privaten Krankenversicherung. Die Generali hat ausgezeichnete Produkte und Tarife und wir werden diese mit einer Kampagne offensiv bewerben. risControl: Ist Absicherung von biometrischen Risiken ein Rettungsanker für Versicherungen? Schuchter: Ich glaube, dass die Versicherungswirtschaft keinen Rettungsanker braucht. Die Niedrigzinsphase hat unsere Kernkompetenz wieder in den Vordergrund gerückt, nämlich die Absicherung des Menschen. Die „Vollkaskodeckung für die Person“ ist zum Thema geworden. Unwägbarkeiten wie Langlebigkeit, Berufsunfähigkeit und Pflege müssen abgesichert sein. Das Thema Pflege ist für mich das am meist unterschätzte Thema aus heutiger Sicht. Es ist auch wichtig

zu beachten, was sich der Kunde leisten kann. Die Frage ist, wie viel lässt das Haushaltsbudget zu. Ich sehe es als Aufgabe der Versicherungsbranche, den Kunden entsprechend zu beraten und die größten Risiken aufzuzeigen. risControl: Wie sehen Sie die Zukunft der Versicherung? Schuchter: Das Produkt „Versicherung“ ist prinzipiell erfunden und wir werden keine großartigen Änderungen in naher Zukunft sehen. Die Versicherungswirtschaft wird durch intelligente Zusatz- und Assistanceleistungen die Attraktivität ihrer Produkte zu erhöhen versuchen. Der Mensch wird wieder mehr im Vordergrund stehen. Versicherungen sind sehr beratungsintensiv und werden es in Zukunft auch bleiben. Die Generali und ihre Partner stehen bereit, um ihren Kunden optimale Versicherungslösungen anzubieten. risControl: Wir danken für das Gespräch.


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Michael Sturmlechner – Leiter Maklervertrieb

Unser Anspruch: höchste Qualität für unsere Vertriebspartner! Ihre Rückmeldungen, auf die wir stolz sind: 1. Platz im Weiterbildungsangebot: Wir sind stolz auf unsere Top Partner- und BAV-Akademie und informieren Sie gerne. 1. Platz in der BAV: Wir sind der Partner in diesem stark wachsenden Bereich und werden das auch weiterhin bleiben. 1. Platz in der Technischen Versicherung: Ein klarer Auftrag, den Vorsprung zu halten und auszubauen.

Hoffentlich Allianz.


16 TITELGESCHICHTE

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Nachhaltigkeit

Schlagwort mit Hintergrund?

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enn Sie in Google das Wort Nachhaltigkeit eingeben, erhalten Sie binnen Sekunden 15.100.000 Ergebnisse. Ein Wort, dessen Bedeutung sich in den letzten Jahrzehnten veränderte? Im Nachschlagewerk aus dem Jahre 1959 ist der Begriff nicht vorhanden. Nachhaltsbetrieb, damit wurden Forstbetriebe benannt, die jährlich hiebsreife Bäume schlagen konnten. Bis in die 1980er Jahre wurde das Wort nachhaltig im alltagssprachlichen Sinne von Dauerhaftigkeit und nicht im politischen Kontext verwendet. Leider steckt dahinter oft nur die Absicht ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Idee als besonders gut und langfristig wirksam darzustellen. Nachhaltigkeit sollte jedoch mehr sein als nur ein zeitgemäßes Schlagwort. Aber wir interessieren uns auch für Corporate Social Responsibility (CSR), hier gibt es sogar über 20 Millionen Einträge. Bei CSR übernehmen Unternehmen freiwillige gesellschaftliche Verantwortung. Die Europäische Union definiert CSR als ein System, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale- und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit aufzunehmen. Es handelt sich um Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt, in der sie wirtschaften.

Damit soll nicht das politische und gesetzliche Handeln ersetzt werden, sondern die Chance bestehen, weitergehende gesellschaftliche Ziele zu verfolgen, und Standards zu setzen. Politik sollte die Aufgabe haben, Unternehmen dabei zu unterstützen und die Gesellschaft zu ermutigen. Um CSR auf nationaler Ebene zu noch mehr Beachtung zu verhelfen, wurden einige Organisationen gegründet, u.a. das „Netzwerk Soziale Verantwortung“ auf Seite der Zivilgesellschaft und die Unternehmensplattform „Austrian Business Council for Sustainable Development“ respACT. Der österreichische CSRTag 2014 findet heuer am 30. September in der Wirtschaftsuniversität Wien statt und widmet sich dem Thema „Action2020“. Die im Jahr 2009 vom World Business Council for Sustainable Development präsentierte Vision 2050 zeigt, wie im Jahre 2050 neun Milliarden Menschen gut und im Einklang mit den begrenzten Ressourcen des Planeten leben können. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt die sogenannte „Action 2020“

eine konkrete Handlungsanleitung für Unternehmen vor. Es gibt viele Auszeichnungen für verantwortungsvolles Wirtschaften, die führende Auszeichnung ist der TRIGOS, seit 2004 wird einmal jährlich diese Auszeichnung verliehen, Ziel ist die besten und wirksamsten CSR-Aktivitäten österreichischer Unternehmen zu prämieren, und die Erfolgsmodelle einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. In den letzten elf Jahren haben sich rund 1.600 österreichische Unternehmen beworben und rund 200 Betriebe wurden national und regional ausgezeichnet.

1959 noch nicht im Nachschlagewerk: Nachhaltigkeit


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TITELGESCHICHTE

TRIGOS Auszeichnung Ein kleiner Auszug der Gewinner (ohne Wertung) der letzten Jahre: Im Jahr 2004 in der Kategorie Arbeitsplatz Trachten Damenmode Pachatz mit seinem flexiblen Arbeitszeitmodell, 2005 : Oesterreichische Kontrollbank AG mit dem Projekt Erste Benchmark für nachhaltige Aktienfonds Kategorie: Markt, 2006: Siemens AG Österreich mit dem Projekt: Ausbildung für Gehörlose Kategorie Arbeitsplatz, 2007: Erste Sparinvest Kapitalanlagegesellschaft Projekt: Umweltschutz trifft Kapitalmarkt, Kategorie: Markt, 2008: Sonnentor Kräuterhandels Ges.m.b.H. Projekt: Sonnentor – Kreislaufdenken

als Grundprinzip, Kategorie: Ökologie, 2009: Druckerei Janetschek; Projekt: Öko-Kompetenz-Team, Kategorie: Ökologie, 2010: 1.Obermurtaler Brauereigenossenschaft in Murau, Projekttitel: Bierige Nachhaltigkeit, Kategorie: Ökologie, 2011: Compuritas Projekttitel Hardwarevergabeprogramm, Kategorie: Markt, 2012: BMW Motoren GmbH mit dem Projekt „Heute für morgen“ Kategorie: Arbeitsplatz, 2013: Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse in der EU Kategorie Beste Partnerschaft: Großunternehmen. Der TRIGOS 2014 wurde aus 160 Bewerbungen und 27 Nominierungen ausgewählt.

TRIGOS Österreich-Gewinner 2014: v.l.n.r.: Gerhard Prinz (CROMAPHARMA), Gabriela Sonnleitner (Licht für die Welt), Klaus Candussi & Walburga Fröhlich (atempo), BM Rudolf Hundstorfer gratuliert den Gewinnern, Stephan Kropf (Fundraising Verband Austria), Robert Kögl (Microsoft Österreich), Hermann Lindner (Traktorenwerk Lindner), Gerald Dunst (Sonnenerde), Walter Wiedenbauer (Sto).

Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit von Herta Kriegl Wie wurde Nachhaltigkeit zum politischen Leitbild des 21. Jahrhunderts? Die historischen Eckdaten spannen sich von der Umweltschutzkonferenz 1972 in Stockholm, über den Brundtland-Report, die Agenda 21 und den Weltgipfel in Johannesburg bis zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, die bereits seit 2005 läuft und noch bis 2014 dauert. Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde im 18. Jahrhundert in der Forstwirtschaft geprägt. Hans-Karl von Carlowitz, sächsischer Berghauptmann, verfasste ein Buch über die Ökonomie der Waldkultur, die „Silvicultura oeconomica“, das 1713 erschien. Er formulierte darin als erster das Prinzip der Nachhaltigkeit: „Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!“ Die erste umfassende Definition von nachhaltiger Entwicklung hat die 1983 eingesetzte UN-Kommission für Umwelt und Entwicklung erarbeitet. 1987 publizierte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (World Commission on Environment and Development, WCED,) den nach ihrer Vorsitzenden Gro Harlem Brundtland bezeichneten Bericht „Our com-

mon future“. In ihm wurde ein Leitbild zur nachhaltigen Entwicklung, gemäß heute üblichem Verständnis, entwickelt. Der Brundtland-Bericht stellt fest, dass kritische, globale Umweltprobleme hauptsächlich das Resultat der großen Armut im Süden und der nicht nachhaltigen Konsum- und Produktionsmuster im Norden sind. Er verlangt somit eine Strategie, die Entwicklung und Umwelt zusammenbringt. Dies wird mit dem heute geläufigen Begriff „sustainable development“ (später übersetzt als „Nachhaltige Entwicklung“) umschrieben, der wie folgt definiert wird: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Eine nachhaltige Entwicklung baut auf den drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft/ Soziales auf. Sie ist nur möglich, wenn diese drei Bereiche gleichermaßen zukunftsfähig sind. Ökonomische, ökologische und soziale Aspekte sollten daher immer gleichermaßen berücksichtigt werden. Bei der Definition wird oft auch von „starker“ und „schwacher“ Nachhaltigkeit gesprochen.

Schwache Nachhaltigkeit geht dabei von einer Substituierbarkeit verschiedener Kapitalien aus. Das bedeutet, dass beispielsweise eine natürliche Landschaft überbaut werden darf, wenn an anderer Stelle eine Ersatzfläche, wie z. B. eine Parkanlage gleicher Größe bereit gestellt wird. Dies wäre für Verfechter der starken Nachhaltigkeit undenkbar, menschlich produziertes Kapital und natürliches Kapital sind für sie nur sehr begrenzt austauschbar. Bei den Strategien zur Realisierung von Nachhaltigkeit werden drei Typen unterschieden. Die Effizienz-Strategie soll durch das Erreichen des gleichen Nutzens bei geringerem Energie- und Materialverbrauch Ressourcen einsparen und dient als Treiber technologischer Innovationen. Die Konsistenzstrategie, auch Kreislaufwirtschaft genannt, hat zum Ziel, dass alle Abfallstoffe wieder als Grundlage neuer Produkte dienen und so ein möglichst verlustarmer Stoffwechselkreislauf ermöglicht wird. Die Suffizienzstrategie setzt dafür beim Konsum an und möchte bewirken, dass die Gesellschaft insgesamt weniger konsumiert und die umwelt- und ressourcenbelastenden Handlungen beschränkt.


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Sorgloser Umgang Täglich werden in Österreich 22,4 Hektar wertvoller Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shoppingcenter oder Industriehallen verbaut, das entspricht der durchschnittlichen landwirtschaftlichen Fläche eines Bauernhofes oder 31 Fußballfeldern. Diese Flächen stehen den nachfolgenden Generationen für die Produktion von heimischen, regionalen Lebensmitteln, und daher als unsere Lebensgrundlage nicht mehr zur Verfügung. In den letzten 60 Jahren sind bereits 350.000 Hektar Feld und Wiesen verbaut worden. Damit hält Österreich bei der Verbauung der fruchtbaren Böden einen Negativrekord in Europa. Während in Österreich jährlich 0,5 Prozent der Agrarflächen verbaut werden, sind es im Nachbarland Deutschland – wo es eine strukturiertere Raumordnung gibt nur 0,25 Prozent, in Tschechien gar nur 0,17 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es in Österreich laut Umweltbundesamt rund 13.000

Hektar Industriebrachflächen. Das entspricht der Fläche der Stadt Graz. Eine Rückführung von diesen Brachflächen würde - ebenso wie die Revitalisierung von Ortskernen anstelle von Neubauten am Stadtrand - dem Trend der Versiegelung von Neuflächen entgegenwirken. „Dies hat dramatische Auswirkungen auf unsere Lebensmittelautarkie, denn wir beanspruchen bereits jetzt die doppelte Agrarfläche Österreichs im Ausland, speziell in Südamerika. Diese steigende Versiegelung von Agrarflächen hat aber auch ökologische und klimatische Auswirkungen. Einerseits ist der Boden als Wasser- und CO2-Speicher entscheidend für eine funktionierende Umwelt, andererseits hat der Bodenverbrauch unmittelbaren Einfluss auf den Klimawandel. Wenn derart große Flächen des CO2-Speichers ‚Boden‘ versiegelt werden, beschleunigt dies den Klimawandel. Zudem verliert versiegelter Boden die Fähigkeit Wasser zu speichern und zurückzuhalten, was bei extremen Nie-

derschlägen und Unwettern zunehmend zu Überschwemmungs- und Hochwasserschäden führt“, weist Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, auf die besorgniserregende Entwicklung hin. Das der sorglose Umgang mit Agrarflächen auch die Österreicher massiv stört, bestätigt eine vom market Institut, im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung, aktuell durchgeführte Umfrage. „4 von 5 Österreichern kritisieren die Verschandelung des Landschaftsbildes und verlangen in der Folge den Bodenverbrauch in der bisherigen Form zu stoppen. Notfalls auch mit gesetzlichen Maßnahmen, welche im Vergleich zum Vorjahr immer mehr Österreicher fordern“, fasst Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Leiter des Marktforschungsinstitutes market, die Ergebnisse zusammen.

Wir haben einige Versicherungsunternehmen zum Thema befragt, lesen Sie hier die doch nicht so unterschiedlichen Meinungen:

Allianz Gruppe Österreich Dr. Marita Roloff Leiterin der Unternehmenskommunikation ist die CSR Beauftragte der Allianz Gruppe in Österreich. Nachhaltigkeit wird als Wettbewerbsvorteil gesehen. Ziel der Allianz Gruppe ist es, ihre Produkte und Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie positive Auswirkungen auf die Umwelt haben, zur Kundenbindung und -zufriedenheit beitragen. Die drei Säulen der CSR-Aktivitäten (Ökonomische Verantwortung, Engagement für Nachhaltigkeit und soziohumanitäres Engagement) wurden unter der Dachmarke „Allianz Lichtblicke“ gebündelt. Der Nachhaltigkeitsbericht berichtet laufend in internen Medien und bei Veranstaltungen über zahlreiche bundesweite Aktivitäten, bei denen sich vor allem die Mitarbeiter durch hohes Engagement auszeichnen. Seit Jänner

2008 ist die Allianz ein in der Branche exklusives Mitglied der WWF CLIMATE GROUP, von 2008 bis Ende 2013 wurde der CO2Ausstoß um 55,9 Prozent pro Mitarbeiter reduziert. Zusätzlich gab und gibt es Zertifizierungen sowie laufende Überprüfungen: Die Generaldirektion in Wien wurde als GreenBuilding und BlueBuilding zertifiziert, das Mitarbeitererlebenisrestaurant wurde mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichnet. Als besonderes Produkt, das die Themen CSR und Nachhaltigkeit fördert, gilt ein Umweltfreundlicher KFZ Tarif, Eine All-in-One Haustechnikversicherung für Passivhäuser inklusive Photovoltaikanlagen, österreichweit einzigartig und das Portfolio im Bereich Versicherungslösungen für Solar- und Windkraftanlagen wurde ausgebaut.

Dr. Marita Roloff


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ARAG SE Österreich Seit seiner Gründung im Jahre 1935 befindet sich der ARAG Konzern in Privatbesitz, daher hat das Thema Nachhaltigkeit für das Unternehmen seit jeher einen besonders hohen Stellenwert. Unternehmergeist und soziales Bewusstsein sind dadurch eng miteinander verquickt. Gemäß der Vision des ARAG Gründers Heinrich Faßbender soll jeder Bürger – unabhängig von seiner finanziellen Situation – sein Recht durchsetzen können. So entstehen Produkte, die dem Verbraucher tatsächlich einen hohen Nutzwert bieten und gleichzeitig wird so verantwortliches Handeln zu einem zentralen Faktor des Unternehmenserfolges. Als CRS Beauftragte ist Kathrin Köhler in der Konzernzentrale mit einer eigenen Stabsstelle „Corporate Responsibility“ tätig, sie steht im regen Austausch mit der ARAG Österreich zur Umsetzung der CSR Strategie in Österreich. Im Bezug auf Nachhaltigkeitsberichte, ist

geplant, das Thema zukünftig im Geschäftsbericht fest zu integrieren. Es gibt ökologische Maßnahmen im Konzern, die in der Regel zuerst in der Konzernzentrale pilotiert werden. Erfolgreich getestete Projekte werden dann in Österreich übernommen. Dazu gehören beispielsweise der Einsatz ressourcenschonender Netzwerkdrucker, der energieeffiziente Umbau des Rechenzentrums sowie die Installierung eines Power-Monitorings, um Energiebedarf sinnvoll steuern zu können. Als Produktangebote die das Thema CSR und Nachhaltigkeit fördern, finden sich die Produkte „Web@ktiv“ oder die Förderung der „Cyberlife“ Studie im deutschsprachigen Raum. Damit werden aktuelle Themen unterstützt, die die Verbraucher gegenwärtig beschäftigen (z.B. das Problem von Cybermobbing, insbesondere unter Jugendlichen). Darüber hinaus werden entsprechend passende Projekte gefördert : aktuell z.B. das

Dr. Matthias Effinger Pilotprojekt „Konfliktmanagement an Schulen“, welches die ARAG in Kooperation mit dem Schulministerium des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen initiiert hat.

BONUS Pensionskassen AG/BONUS Vorsorgekasse AG Peter Deutsch Vorstand der beiden Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit und CSR: „Wir in der BONUS engagieren uns schon seit mehr als 15 Jahren aus Überzeugung und Verantwortung heraus für Nachhaltigkeit. Sie ist Auftrag unserer GeschäftspartnerInnen, unserer Berechtigten und sie ist vor allem ein Auftrag der künftigen Generationen an

Peter Deutsch

uns. Dieses Engagement ist auch ein Differenzierungsmerkmal am Markt. Von den Pensionskassen sind wir nach wie vor die einzige, die sich von der ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) hinsichtlich nachhaltiger Veranlagung zertifizieren lässt. Bei den Vorsorgekassen wurde sie uns schon bei der Gründung von den Verhandlungspartnern quasi in die Wiege gelegt.“ CSR Beauftragte ist seit 2011 Mag. Cornelia Dankl, die zugleich auch Obfrau des Vereins CSR –Circle ist. Dieses Netzwerk wurde gemeinsam mit anderen Partnern gegründet um das Thema CSR einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zumachen. In den Jahren 2009 – 2011 wurden umfassende Nachhaltigkeitsberichte nach GRI (Global Reporting Initiative) erstellt, die Unternehmen sind aber dazuübergegangen nur alle drei Jahre einen umfassenden Bericht zu erstellen, jährlich gibt es einen Fortschrittsbericht, der auch zur internen Kontrolle dient. Gemeinsam mit dem Mutterunternehmen, der Zürich Versicherungs AG wird in der

Mag. Cornelia Dankl Arbeitsgruppe „Umwelt & Ressourcen“ an vielen zentralen Verbesserungen in Punkto Ökologie gearbeitet. Für ihre Veranlagung hat die BONUS Vorsorgekasse zum zweiten Mal das Gold Label für Ihre Veranlagung verliehen bekommen. Die BONUS Pensionskasse ist nach wie vor die einzige österreichische Pensionskasse, die sich der Prüfung der ÖGUT unterzieht .


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ERGO AUSTRIA International AG Wolfgang Haas, MSc Leiter der Unternehmenskommunikation & Markenmanagement ist der CSR Beauftragte der ERGO Austria International AG und unterliegt der Verantwortung des CEO. Er sieht im Thema Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium für den Wettbewerbsvorteil. „Nachhaltigkeit gewinnt zweifellos stetig an Bedeutung, vor allem bei der jüngeren Generation. Auch wenn dieses Thema derzeit speziell im Dienstleistungsbereich noch eine untergeordnete Rolle gegenüber Preis, Leistung und Service bei den Kunden hat. Die Kunden blicken immer mehr hinter die Kulissen und checken wer hinter den angebotenen Produkten steckt, wie ein Unternehmen wirtschaftet und welche Verantwortung es gegenüber der Gesellschaft übernimmt.“

Die CSR Strategie und die Aktivitäten sind auf der Webseite veröffentlicht. Da Nachhaltigkeit für den Konzern Munich Re eine sehr hohe Priorität hat, werden Daten und gesetzte Maßnahmen von der Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagerin an den Konzern gemeldet. Die Munich Re und die ERGO Versicherungsgruppe veröffentlichen jährlich Nachhaltigkeitsberichte. Zu den Produktangeboten, die das Thema CSR und Nachhaltigkeit fördern, meint Haas: „Der Großteil unseres Portfolios ist nach klar definierten Nachhaltigkeitsindizes investiert. Verstärkt wird jetzt auch in Infrastrukturprojekte und alternative Energien veranlagt. Ein spezielles Produkt, das ausgewiesen nur auf nachhaltige Veranlagung ausgerichtet ist, bieten wir derzeit nicht an.“

Wolfgang Haas, MSc

Generali Versicherung AG

Dr. Peter Thirring

Auch die Generali Versicherung AG sieht in der Thematik Nachhaltigkeit einen Wettbewerbsvorteil. Das Unternehmen hat sowohl einen „Country CSR Officer“ und einen „EMS Environmental Management System Representative“ dieses Umweltmanagement ist in den wichtigsten Ländergesellschaften eingerichtet und wird auch geauditet u.a. durch die italienische Auditagentur RINA. Die Generali Group ist sich ihrer Rolle in der Gesellschaft bewusst und setzt entsprechende Maßnahmen, die auf Nachhaltigkeit basieren. Die weltweit tätige Gruppe verfolgt unter anderem Fortsetzung des nachhaltigen Wachstumskurses, Erweiterung der Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter, Unterstützung der Gesellschaft durch soziale, kulturelle und sportliche Initiativen sowie

Reduktion direkter und indirekter Umweltbeeinträchtigungen. Im Umweltbereich setzt die Generali Group zahlreiche Initiativen, um das Bewusstsein der Mitarbeiter für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen zu stärken.Seit 2004 veröffentlicht die Assicurazioni Generali jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht „Sustainability Report“, der auch Daten über die österreichischen Unternehmen der Gruppe enthält, und der internationalen Standards der Global Reporting Initiative (GRI Application Level A) entspricht und auf der Homepage veröffentlicht wird. Das Engagement der Group wird auch durch die Präsenz der Assicurazioni Generali in den führenden Ethik Indices unterstrichen.


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NÜRNBERGER Versicherung AG Kurt Molterer, Vorstandsvorsitzender der NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich zum Thema: „Wir sind gerade dabei, die Positionierung der NÜRNBERGER Versicherung Österreich zum Thema Nachhaltigkeit festzulegen. Dazu haben wir zusammen mit der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik ÖGUT ein Projekt gestartet, bei dem es darum geht, herauszuarbeiten, inwieweit sich Ideen, Vorgaben und Wünsche einer Nachhaltigkeit mit bestehenden gesetzlichen Vorgaben eines Versicherers in Einklang bringen lassen. Bereits derzeit tun wir im Bereich Nachhaltigkeit einiges, ohne dass dies einer strategischen

Richtlinie unterzuordnen wäre. Hier ist zu erwähnen, dass wir im Fondsportfolio als einer der ersten Versicherer NachhaltigkeitsFonds aufgenommen haben. Zudem haben wir beim Ausbau unserer Generaldirektion auch nachhaltige Techniken eingesetzt. Ebenso setzten wir im Bereich Schriftverkehr auf elektronische Möglichkeiten und vermeiden dadurch Papierverbrauch so gut es geht. Wir erachten das Thema Nachhaltigkeit als sehr wichtig. Wie wir es konkret umsetzen werden, welche Berichte oder Audits es geben wird, werden wir erst nach Beendigung der Evaluationsphase sagen können.“

Kurt Molterer

Helvetia Versicherungen Österreich

Dr. Burkhard Gantenbein „Wirtschaftlicher Erfolg und unternehmerische Verantwortung sind keine Gegensätze, sondern sie bedingen sich gegenseitig“, so Dr. Burkhard Gantenbein CEO Helvetia Versicherungen Österreich. „Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass insbesondere die Unternehmen dauerhaft erfolgreich sind, die anstelle von kurzfristigem Erfolg und größtmöglicher Gewinnmaximierung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung

setzen. Corporate Responsibility ist keinesfalls reiner Selbstzweck sondern birgt große betriebswirtschaftliche Chancen.“ CSR Beauftragte ist Mag.Bianca Herzog. Die Ergebnisse aus Österreich und der Ländermärkte fließen in die Nachhaltigkeits-Berichterstattung auf Gruppenebene ein. Ein wichtiger Schritt ist die Teilnahme am Carbon Disclosure Project Reporting mit einer regelmäßigen Berichterstattung zu Emissionswerten und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Das Unternehmen hat ein internes Energiemanagement und ein Umweltmanagement implementiert, jährlich werden Audits durchgeführt. Corporate Responsibility ist ein strategischer Eckpfeiler bei der Helvetia, die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Kerngeschäft, Umwelt und Gesellschaft- bilden die Grundlage des CR Konzepts. Hier findet sich im Kerngeschäft unteranderem Die Photovoltaik-Versicherung für Privat – und Firmenkunden, der Co² Bonus in der KFZVersicherung, die E-Bike Versicherung und die nachhaltigen Beschaffungsrichtlinien. Im Bereich Umwelt ist das Unternehmen

bestrebt, negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit so gering wie möglich zu halten. Dabei steht die Reduzierung von CO² Emissionen im Fokus. Seit über einem Jahr engagiert man sich um Schutzwälder in Österreich (wieder) aufzuforsten und zu pflegen. Auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung wird u.a. durch eine hochwertige Lehrlingsausbildung sowie durch Unterstützung der auf individuelle Schülerförderung ausgerichtete Sir-Karl-Popper-Schule nach.

Mag. Bianca Herzog


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Valida Vorsorge Management

Mag. Andreas Zakostelsky Auch die Valida Vorsorge Management ist bei unserer Umfrage präsent. Nachhaltigkeit ist eindeutig ein Wettbewerbsvorteil so die Meinung des Unternehmens. Mag. Andreas Zakostelsky Vorstandsvorsitzender: „Mittlerweile fragen zahlreiche Stakeholder explizit nach unseren Nachhaltigkeitsengagement, Nachhaltigkeit ist seit jeher Grundprinzip für das wirtschaftliche Handeln in der Valida Gruppe. Wir definieren Nachhaltigkeit

aber als einen offenen Entwicklungsprozess: Nur wer sich ständig verbessert, wird sich wirtschaftlich erfolgreich weiterentwickeln.“ CSR Beauftragter ist Mag. GeorgViktor Dax, CEFA der unteranderem für die Nachhaltigkeitsthemen zuständig ist. Heuer veröffentlichte die Valida Gruppe bereits den zweiten Nachhaltigkeitsbericht. Der aktuelle Bericht über das Geschäftsjahr 2013 ist nach den internationalen Standards GRI (Global Reporting Initiative) gestaltet. Mit G4 entspricht er der aktuellsten GRIGeneration und mit „Comprehensive“ der bestmöglichen Anwendungsebene. Die gesamte Unternehmensgruppe erhielt heuer erneut die ÖKOPROFIT-Zertifizierung. Die Valida Plus bestätigte mit ÖGUT-Gold die bestmögliche Nachhaltigkeits-Auszeichnung für betriebliche Vorsorgekassen. Das gesamte veranlagte Vermögen der Valida Plus wird regelmäßig von der „Mag. Reinhard Friesenbichler Unternehmensberatung“ (rfu) überprüft. In der Valida Pension ermittelt

der Finanzdatenanbieter software-systems. at laufend den ethisch-dynamischen Anteil einer Veranlagungs- und Risikogemeinschaft. In der Valida Plus entsprechen 90 Prozent des Vermögens höchstmöglichen ethischen Veranlagungskriterien. In der Pensionskasse wird Unternehmenskunden angeboten, das verwaltete Vermögen nach nachhaltigen Kriterien zu screenen.

Mag. Georg-Viktor Dax

Wiener Städtische Versicherung AG

KR Gerhard Heine

Für das Kerngeschäft – das Versicherungsgeschäft – bietet Nachhaltigkeit einen Wettbewerbsvorteil. KR Gerhard Heine: „190 Jahre gelebte gesellschaftliche Verantwortung ist für uns auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Deshalb genießt Nachhaltigkeit mit all ihren Facetten bei der Wiener Städtischen Versicherung höchste Priorität und prägt auch unsere strategische Ausrichtung entscheidend. Schutz bieten, Werte sichern, verantwortungsvoll wirtschaften und gesellschaftliche Impulse setzen – das sind unsere Nachhaltigkeitsziele, denen wir uns verpflichten – in unserem Versicherungsgeschäft und über geschäftliche Belange hinaus.“ Da CSR in vielen dezentralen Bereichen verankert

ist, gibt es keinen dafür bestimmten Beauftragten. Nachhaltigkeitsberichte werden in einem zirka dreijährigen Rhythmus erstellt. Es gibt besondere Produktangebote, die das Thema Nachhaltigkeit und CSR fördern wie zum Beispiel in der Lebensversicherung den „United Funds of Success Ethik“ in der Kraftfahrzeugversicherung den Umwelt- und Klimabonus für schadstoffarme Fahrzeuge bzw. Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Im Landwirtschaftsbereich gibt es Prämienreduktion bei biologischer Landwirtschaft, bei energiesparender Bauweise ist in der Eigenversicherung eine Prämienreduktion möglich.


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Mag. Dr. Karin Eichhorn-Thanhoffer Mag. Dr. Karin Eichhorn-Thanhoffer, Leiterin Unternehmensentwicklung ist die CSR Beauftragte bei der Zürich Versicherung AG. Durch Ansiedlung der Thematik im Bereich Unternehmensentwicklung, wird

auch sichergestellt, dass das Thema langfristig in der Unternehmenskultur verankert bleibt. „Wir fassen den Begriff noch weiter und verstehen unter unserer Corporate Responsibility Definition unsere unternehmerische Verantwortung gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft sowie den Mitarbeitenden. Dabei konzentrieren wir uns auf die drei Schwerpunkte „Soziales Engagement“, „Umwelt & Ressourcen“ sowie unser „Betriebliches Gesundheitsmanagement““. Das Nachhaltigkeit ein Wettbewerbsvorteil ist wird bejaht, sogar in zweierlei Hinsicht. Zum einen stellen sich Unternehmen, die nachhaltig mit ihren Ressourcen umgehen und nicht den kurzfristigen Gewinn in den Vordergrund rücken, natürlich besser für die Zukunft auf und sichern dadurch Arbeitsplätze; zum anderen sie sind gesellschaftspolitisch anders positioniert, was auch positiv auf die Markenwahrnehmung durchschlägt. Derzeit wird kein Nachhaltigkeitsbericht erstellt.

E N E D E I R F ZU DEN. KUN WIR AFFEN SCH DAS.

Umweltmanagement ist eines der drei CR Schwerpunkte. Im Vordergrund steht dabei, alle Mitarbeitenden für das Thema zu sensibilisieren, was z. B. durch Ideenwettbewerbe passiert. Die Themen, die hier adressiert werden, sind breit gefächert und reichen von Energieverbrauch über Abfallwirtschaft bis hin zum Papierverbrauch, den wir beispielsweise durch eine Umstellung auf doppelseitigen Druck deutlich reduziert haben. Dieses Jahr beteiligt sich das Unternehmen gemeinsam mit zahlreichen anderen Ländern, in denen Zurich tätig ist, an der Earth Hour 2014. Auf den ersten Blick eine Einzelmaßnahme, die aber in Summe betrachtet große Wirkung zeigt. Im Produktportfolio wird das Thema Nachhaltigkeit unteranderem im Segment Lebensversicherung mit Ehtikfonds oder Fonds die in erneuerbaren Energien investieren gefördert. Im Bereich General Insurance gibt es beispielsweise spezielle Angebote für CO² arme Fahrzeuge oder E-Cars.

Recommender Award 2014: Wir freuen uns, dass unsere Kunden die NV gerne weiterempfehlen.

Die Niederösterreichische Versicherung

Wir schaffen das.

TITELGESCHICHTE

Zürich Versicherungs AG


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Ökonomische Nachhaltigkeit und ökologische Wirksamkeit in der Versicherungswirtschaft ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien

1. Nachhaltigkeit in der Versicherungswirtschaft 1.1. Begriff der Nachhaltigkeit Allen Nachhaltigkeitsdefinitionen ist gemeinsam, dass es um den Erhalt eines Systems bzw. bestimmter Charakteristika eines Systems - etwa der Produktionskapazität des sozialen Systems oder des lebenserhaltenden ökologischen 1 Systems – geht. Nachhaltigkeit kann einerseits als beschreibender Begriff, andererseits als normativer Zielbegriff 2 gebraucht werden. Nachhaltigkeit umfasst vor allem drei Dimensionen: ökonomische Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit, 3 ökologische Nachhaltigkeit. 1.2. Ökonomische Nachhaltigkeit in der Versicherungswirtschaft Das zeitraumbezogene Produkt Versicherung ist nur dann sinnvoll, wenn der Produzent – das Versicherungsunternehmen – während der gesamten Versicherungsdauer existent und zahlungsfähig ist. Andernfalls könnte

der Versicherungsnehmer im Schaden-/ Versicherungsfall nicht sicher sein, ob er die zugesicherte Entschädigung/ Versicherungsleistung erhält, und das Sicherungs-Produkt ist sinnlos. Das unterscheidet die Versicherungswirtschaft von anderen Branchen, wo das Produkt auch dann sinnvoll genutzt werden kann, wenn der Produzent nicht mehr existiert oder zahlungsunfähig ist, wie z. 4 B. in der Waschmittelproduktion. Das ist auch der Grund, warum in der Theorie der Versicherungsproduktion explizit die „Bedingung des tragbaren Risikos“ (gemeint ist: des versicherungstechnischen Gesamtrisikos) aufgestellt wird, also das Ruinrisiko in gewissen, engen Grenzen zu 5 halten ist. Versicherungsunternehmen müssen von daher also - auch im Hinblick auf die laufend neu abgeschlossenen oder verlängerten Versicherungsverträge eine sehr hohe Nachhaltigkeit im Sinne einer Existenzsicherheit aufweisen. Versicherungsaufsichtsgesetze und Versicherungsaufsichtsbehörden sollen diese Nachhaltigkeit sicherstellen.

Im Bereich der kapitalbildenden Lebensversicherung soll diese Nachhaltigkeit durch ganz spezielle Vorschriften gewährleistet werden. Auch aus einem anderen – versicherungstechnischen – Grund ist Nachhaltigkeit bei Versicherungsunternehmen angesagt: Der für den Versicherungsbetrieb wesentliche und zentrale versicherungstechnische Risikoausgleich – der entgegen einem weiterverbreiteten Irrtum nichts mit Prämien zu hat, sondern ein reiner 6 Schadensprozess ist - erfolgt nicht nur als „Risikoausgleich im Kollektiv“ in einer Periode, sondern auch über viele Perioden hinweg als sogenannter „Risikoausgleich in der Zeit“. Der versicherungstechnische Risikoausgleich ist ein permanenter 7 Prozess. Wesentlich für den versicherungstechnischen Risikoausgleich im Kollektiv ist ein großer Versicherungsbestand, was die besondere Bedeutung der Absatzpolitik bzw. des Marketing in der Versicherungswirtschaft

1 Vgl. Bernd Klauer: Was ist Nachhaltigkeit und wie kann man eine nachhaltige Entwicklung erreichen?, in: Zeitschrift für angewandte Umweltforschung, Jg. 12 (1999), Heft 1, zit. in http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit (29.8.2014) 2 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit (29.8.2014) 3 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Drei-S%C3%A4ulen-Modell_%28Nachhaltigkeit%29 (29.8.2014) 4 Gewährleistungs-, Haftungsansprüche u. ä. m. seitens der Konsumenten seien hier jetzt einmal ausgeblendet. 5 Vgl. Farny, Dieter: Produktions- und Kostentheorie der Versicherung, Karlsruhe 1965, S. 29 f. 6 Vgl. Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl, Karlsruhe 2011, S. 45 f 7 Vgl. Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl, Karlsruhe 2011, S. 50 f.


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Versicherungsbestandes und damit zum Ende des Versicherers führt. 1.3. Soziale Nachhaltigkeit Versicherungswirtschaft

in

der

Soziale bzw. gesellschaftliche Nachhaltigkeit dürfte im Bereich der Versicherungswirtschaft vergleichsweise wenig problematisch sein. Zu schwerwiegenden Akzeptanzproblemen kommt es allerdings, wenn ungerechte Zwangsversicherungen mit Vermögensumverteilungen zwischen den Versicherungsnehmern – ein großer Teil der Versicherungsnehmer wird dabei gezwungen, zu viel zu zahlen, damit andere weniger (zu wenig im Hinblick auf ihr hohes Risiko) zahlen brauchen - propagiert werden, wie das immer wieder von Vertretern der österreichischen Versicherungswirtschaft im Zusammenhang mit

Überschwemmungsrisiken geschieht.

11

1.4. Ökologische Nachhaltigkeit in der Versicherungswirtschaft Auf den ersten Blick scheint die Versicherungswirtschaft mit ihren immateriellen Produkten im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen eine ökologisch „saubere“ Branche zu sein. Bei näherer Betrachtung der Beziehungen zwischen Versicherungswirtschaft und natürlicher Umwelt zeigt sich aber, dass auch die Versicherungswirtschaft eine nicht unerhebliche ökolo-gische Relevanz aufweist, die auch Bedeutung für die ökologische Nachhaltigkeit – und diese Dimension der Nachhaltigkeit scheint ja die Nachhaltigkeitsdiskussionen zu dominieren - haben kann. Daher ist diesem Bereich im Folgenden eine eigene Analyse gewidmet.

2. Ökologische Relevanz bzw. Wirksamkeit in der Versicherungswirtschaft 2.1. Vorbemerkungen Grundlagen

und

Die folgenden Ausführungen basieren auf 12 einem früheren Beitrag des Verfassers , wo sich tiefergehende Analysen und Differenzierungen und auch eine Reihe von Abbildungen finden, sowie auf einem darauf aufsetzenden, vereinfachten und 13 modifizierten Beitrag . Der vom Verfasser geprägte Ausdruck der „ökologischen Relevanz“ - hier soll in einer Weiterentwicklung nun der Ausdruck „ökologische Wirksamkeit“ verwendet werden – umfasst mehr als „ökologische Nachhaltigkeit“. Während unter letzterer nur ein die Erhaltung der natürlichen Umwelt gewährleistendes bzw. darauf ausgerichtetes Verhalten

und Handeln (aktiv) gemeint ist, bezieht sich „ökologische Relevanz“ bzw. dann „ökologische Wirksamkeit“ auf jegliche Beziehungen zwischen natürlicher Umwelt und der Versicherungswirtschaft bzw. konkreter dem Versicherungsbetrieb. Die Versicherungswirtschaft bzw. der Versicherungsbetrieb erscheinen in dieser Sicht sowohl als beeinflussendes Subjekt (aktiv) wie auch als beeinflusstes Objekt (passiv). Bei direkter Beeinflussung kommt es unmittelbar zu Wirkungen des Versicherungsbetriebes auf die natürliche Umwelt (aktiv/direkt) bzw. umgekehrt der natürlichen Umwelt auf den Versicherungsbetrieb (passiv/direkt). Bei indirekten Beeinflussungen wirkt der Versicherungsbetrieb zunächst

auf das Verhalten von Menschen bzw. auf deren Entscheidungen, und diese wirken sich dann auf die natürliche Umwelt aus (aktiv/indirekt) bzw. umgekehrt wirkt die natürliche Umwelt zunächst auf versicherungsbetriebliche Entscheidungen und diese erst auf sonstige versicherungsbetriebliche Phänomene (passiv/indirekt), und letztere können dann u. U. wieder zunächst auf das Verhalten von Menschen (aktiv/indirekt) oder gleich unmittelbar auf die natürliche Umwelt wirken (aktiv/direkt), sodass sich auch Kreisläufe ergeben können. Dieses Wirkungsgefüge im Bereich der der ökologischen Sphäre steht wiederum in Beziehung zu Wirkungsgefügen im Bereich der wirtschaftlichen Sphäre, der sozialen bzw. gesellschaftlichen Sphäre, der

8 Wie z. B. dargestellt in http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit (1.9.2014) im Hinblick auf die Lebensdauer von Produkten. 9 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit (1.9.2014). 10 Vgl. hierzu Karten, Walter: Das Einzelrisiko und seine Kalkulation, in: Große, G./Müller-Lutz, H. L./Schmidt, R. (Hrsg.): Versicherungsenzyklopädie, 4. Aufl., Band 2, Wiesbaden 1991, S. 265 f. 11 Vgl. hierzu etwa: Rückle, Dieter: Katastrophen-Pflichtversicherung – verschleierte Steuer im Gefolge von Politikversagen?, in: Steuer- und Wirtschaftskartei (SWK) Nr. 32/2013, S. 1385-1387; Eszler, Erwin: Hochwas-serversicherung - Irrtümer und Missverständnisse. risControl 06/2013, S. 22-24; Eszler, Erwin: Hochwasser-Risiken: Keine Umverteilung unter dem Deckmantel der Versicherung! risControl 07/2013, S. 24-27.]; Eszler, Erwin: Zur Gestaltung einer Hochwasserversicherung. risControl 08/2013, S. 26-30; Eszler, Erwin: Contribution to the EU-Consultation on the Green Paper on the Insurance of Natural and Man-made Disasters 16.04.2013. European Commission The EU Single Market Consultations 2013, im Internet unter http://ec.europa.eu/internal_market/consultations/2013/disasters-insurance/contributions_en.htm ; Eszler, Erwin: Hochwasser-Risiken: „Keine Umverteilung unter dem Deckmantel der Versicherung!“, Interview, in: Versicherungsforen Leipzig, Themendossier Nr. 2/2014, S. 5-7. 12 Vgl. Eszler, Erwin: Versicherungsbetrieb und natürliche Umwelt / Die ökologische Relevanz des Versiche-rungsbetriebes in produktionstheoretischer, entscheidungstheoretischer und funktionenorientierter Perspektive, in: Versicherungswirtschaft, 49. Jg. (1994), Heft 16, S. 1064-1069. 13 Vgl. Kapitel 3 von Eszler, Erwin:. Risikomanagement und Versicherung in ökologischem Kontext, in: Fohler-Norek, Christine / Paulesich, Reinhard (Hrsg.): WU Umwelt Reader / Umwelt und Wirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien, Wien 1997, S. 243-264.

TITELGESCHICHTE

bedingt. Hier kommt der Aspekt der Nachhaltigkeit etwa im Bereich der Kundenbindung vor. Im Bereich des Marketing kann übrigens der Hinweis auf ökologische Ausrichtung bzw. Nachhaltigkeit – hier allerdings wohl nicht hauptsächlich hinsichtlich der Gestaltung 8 der (immateriellen) Produkte , sondern hinsichtlich des sonstigen Wirtschaftens bzw. Verhaltens des Versicherers (vgl. dazu auch weiter unten Abschnitt 2) - auch ein 9 Verkaufsargument sein bzw. dann zu einem Wettbewerbsvorteil führen. Wichtig für die ökonomische Nachhaltigkeit eines Versicherungsunternehmens ist auch die Vermeidung von Antiselektion 10 (adverser/negativer Risikoauslese) , die etwa bei Durchschnittsprämien – anstelle von risikoäquivalenten Prämien – auftreten kann und im theoretischen Modell – bei erforderlichen ständigen Anpassungen/ Erhöhungen der Durchschnittsprämie im Extremfall zum Verlust des gesamten


TITELGESCHICHTE

26 rechtlichen Sphäre, der technischen Sphäre usw. Zur Identifizierung und Systematisierung der ökologisch relevanten Bereiche eines Versicherungsbetriebes erscheint eine Gliederung nach Geschäftsbereichen zweckmäßig. Grundsätzlich können im Versicherungsbetrieb die Bereiche Versicherungsgeschäft (untergliedert in Risikogeschäft, Dienstleistungsgeschäft und Spar-/Entspargeschäft), Kapitalanlagegeschäft und sonstige 14 Geschäfte unterschieden werden. Die folgenden Ausführungen sind auf Risikogeschäft, Dienstleistungsgeschäft und Kapitalanlagegeschäft konzentriert, ohne dass damit eine ökologische Relevanz für die anderen Bereiche ausgeschlossen wäre. In diesen Geschäftsbereichen finden jeweils Produktions- und Entscheidungsprozesse statt, die ihrerseits wiederum betriebswirtschaftlichen Funktionen zugeordnet werden können. Produktionstheoretisch geht es um Produktionsfaktoren (Input), Produktionsfaktorkombination (Transformation) und Produkte (Output), in entscheidungstheoretischer Hinsicht geht es um Ziel-, Programmund Verfahrensentscheidungen, in funktionenorientierter Hinsicht um die Funktionen Beschaffung, Leistungserstellung, Absatz, Finanzierung, 15 Verwaltung. Hier wäre jeweils zu prüfen, welche ökologischen Wirkungen von diesen versicherungsbetrieblichen Bereichen ausgehen (aktiv) bzw. welchen Wirkungen diese unterworfen sind (passiv). Die folgenden Darstellungen hierzu können allerdings nur exemplarischen Charakter haben und nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. 2.2. Ökologische Wirksamkeit im Risikogeschäft 2.2.1. Passive Wirksamkeit im Risikogeschäft Im Risikogeschäft des Versicherungsbetriebes – übrigens auch des Rückversicherungsbetriebes - werden

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die Schadensvolumina – und damit der erforderliche Produktionsfaktor 16 „Schadenvergütungen“ - einer Reihe von Versicherungssparten von der Natur bzw. von Veränderungen in der natürlichen Umwelt (z. B. sog. Treibhauseffekt) quantitativ beeinflusst (passive/direkte Wirkung). Zu nennen sind hier u. a. etwa die Sturm-, die Hagel-, die Überschwemmungs-, die Erdbeben-, die Ernte-, die KfzKaskoversicherung. Auch das Entscheidungsverhalten in Versicherungsbetrieben wird dadurch beeinflusst (passive/ indirekte Wirkung, z. B. Entwicklung neuer Produkte und Instrumente (Programmund Verfahrensentscheidungen; Absatzfunktion, Leistungserstellungsfunktion) oder das Entscheidungsverhalten hinsichtlich der 17 Versicherbarkeit von Risiken. Aber auch menschliche Einwirkungen auf die Natur können gigantische Schäden verursachen, die dann u. U. auch den Versicherer treffen. Zu erwähnen sind hier etwa im Rahmen der Haftpflichtversicherung die Schadenersatzforderungen im Zusammenhang mit Gewässerund Küstenverschmutzungen bei Öltankerunfällen. Gerade auch in der Haftpflichtversicherung stellt sich - sowohl für Versicherer wie für Versicherungsnehmer - das Problem der Bewältigung von sogenannten Spätschäden. Bei nicht abschätzbaren oder/und seitens des Versicherers prämienmäßig nicht berücksichtigbaren Änderungen liegt ein sog. versicherungstechnisches 18 Änderungsrisiko vor. Auch in der Personenversicherung (Lebens-, Kranken- Unfallversicherung) sind Auswirkungen der natürlichen Umwelt (Naturkatastrophen), insb. auch der vom Menschen beeinflussten natürlichen Umwelt (Umweltverschmutzung) bzw. von Änderungen in der Umwelt (z. B. abnehmende Ozonschicht) möglich. Ein mittelbarer Zusammenhang zwischen natürlicher Umwelt und Versicherungsbetrieb - nämlich über die rechtliche bzw. gesellschaftliche bzw.

politische Umwelt - ergibt sich wenn etwa das Umwelthaftungsrecht geändert wird und erhöhte Schadenbelastungen auf den Versicherer durchschlagen (passive/ direkte Wirkung) oder im Produktbereich die Gestaltung (Entscheidungen) des Versicherungsschutzes beeinflusst wird (passive/indirekter Wirkung). 2.2.2. Aktive Wirksamkeit im Risikogeschäft Auf der Seite der Beeinflussungen der natürlichen Umwelt durch den Versicherungsbetrieb (wobei „aktiv“ nur bedeuten soll, dass die Wirkung vom Versicherungsbetrieb ausgeht, und nicht, dass die Wirkungen beabsichtigt sind) erscheint die Wirkung der Produkte im Rahmen des Risikogeschäftes auf die natürliche Umwelt besonders bei Haftpflichtversicherungen für Umweltschäden ambivalent (wobei es sich hier um indirekte Einflüsse handelt, d. h. dass nicht die natürliche Umwelt direkt durch die Versicherung beeinflusst wird, sondern die Versicherung zunächst auf das Verhalten oder die Situation von Menschen wirkt, was seinerseits dann Auswirkungen auf die Natur haben kann): Einerseits ist denkbar, dass gerade durch das Bestehen der Versicherung es dem Schädiger erst finanziell ermöglicht wird, für eingetre-tene Umweltschäden finanziell aufzukommen, und diese Schäden sonst vielleicht unbehoben blieben. Andererseits ist es vorstellbar, dass gerade das Bestehen der Versicherung aufgrund von Verhaltensänderungen beteiligter Personen die Wahrscheinlichkeit oder/und das Ausmaß von Umweltschäden erhöht. Eine solche „verhaltensbedingte Erhöhung der Schadenerwartung durch die Existenz der Versicherung“ wird technisch auch als „moralisches Risiko“ (moral hazard) 19 bezeichnet. Auch ist vorstellbar, dass durch die Verfügbarkeit von Versicherungsschutz (insbesondere Haftpflichtversicherungsschutz) überhaupt erst potentiell umweltgefährdende Projekte - z. B. technischer Art: Ölbohrinseln,

14 Vgl. Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 21-94 15 Vgl. Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011. 16 Vgl. Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 592 ff. 17 Vgl. hierzu etwa Eszler, Erwin: Versicherbarkeit und Versicherungsmodelle, insbesondere für katastrophenartige Elementarrisken - ein Bezugs- und Analyserahmen. Wien 1992. 18 Vgl. Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 89 ff. 19 Vgl. Karten, W.: Das Einzelrisiko und seine Kalkulation, in: Müller-Lutz, H.-L./Schmidt, Reimer (Hrsg.) Versicherungswirtschaftliches Studienwerk, Wiesbaden 1984, S. 259.


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2.3. Ökologische Wirksamkeit im Dienstleistungsgeschäft 2.3.1. Passive Wirksamkeit im Dienstleistungsgeschäft Im Dienstleistungsgeschäft wäre systematisch zu untersuchen, welche direkten Einwirkungen der natürlichen Umwelt auf die teils materiellen, teils immateriellen realen Produktionsfakto23 ren des Versicherungsbetriebes möglich sind. Hierzu könnten etwa Gliederungen der Aktiv-seite der Bilanz (Vermögen) und andere Unterlagen herangezogen werden. Beispiele sind etwa die Wirkungen von Naturgewalten (Sturm, Erdbeben, Überschwemmung usw.) auf Objekte im Bereich des Versicherungsbetriebes wie z. B. die Bürogebäude, Einrichtung (z. B. Datenverarbeitungsanlagen), aber auch Wirkungen auf Produktionsfaktoren

(Dienstleistungen, Energie), die durch Wirkungen auf Objekte außerhalb des Versicherungsbetriebes verursacht werden (z. B. Zerstörung von Telekommunikationsverbindungen oder Energieversorgungsleitungen durch Naturereignisse bzw. -katastrophen). Im Bereich der Beschaffungsfunktion könnte es also aufgrund von Ereignissen in der natürlichen Umwelt zu Lieferausfall bei Realgütern kommen. Auch die Lieferanten des Produktionsfaktors „Arbeitsleistungen“ (Mitarbeiter/Personal im Versicherungsbetrieb) könnten durch Phänomene der natürlichen Umwelt in ihrer Lieferbereitschaft (physische Verhinderung, sei es durch Ausfall von Verkehrsmitteln, sei es durch gesundheitliche Beeinträchtigung durch Umwelteinwirkungen) eingeschränkt sein, was sich dann in Ausfallszeiten niederschlagen kann. 2.3.2. Aktive Wirksamkeit im Dienstleistungsgeschäft Hier wäre untersuchen, wie die Produktionsfaktoren des Versicherungsbetriebes - hier wiede-rum vor allem materielle - auf die natürliche Umwelt wirken. Auch hier kann z. B. nach dem Katalog der Produktionsfaktoren vorgegangen werden, oder nach Vermögenspositionen der Bilanz. Im Bereich der Anlagegüter sind etwa Baustoffe der Betriebs- bzw. Bürogebäude des Versicherers (z. B. Asbest) im Hinblick auf Auswirkungen auf die Umweltqualität und ent-sprechende Haftungen des Versicherungsunternehmens zu untersuchen. Die Bauweise wirkt sich auf den Energiebedarf aus und ist damit ökologisch relevant. Bei der Büroeinrichtung und bei Büromaterialen sind umweltbezogene Aspekte der Herstellung (Umweltschutzpapier), der Verwendung (Effizienz) und der Entsorgung bzw. ggf. der Wiederverwertung (Mülltrennung) zu beachten, was gerade bei manchen bestimmten massenhaft im Versicherungsbetrieb vorkommenden Prozessen auch quantitativ von Bedeutung

sein könnte. Auch die Art der Organisation betrieblicher Prozesse kann Auswirkungen auf die betriebliche Umwelt haben. Zu berücksichtigen wären hier etwa die unterschiedlichen Mengen und Arten an Energie und Material (Verbrauch natürlicher Ressourcen) bei verschiedenen Verfahren bzw. an die Umweltbelastung, so etwa im Bereich des Absatzes, z. B. bei der Überwindung der räumlichen Distanz zum Kunden im Bereich des Außendienstes (Wahl des Verkehrsmittels: Straßenbahn oder Auto). Im Produktbereich des Dienstleistungsgeschäftes könnte etwa durch Beratung - mit der Entwicklung 24 entsprechender Instrumente - eine Verhaltensänderung bei Kunden in ökologisch relevanten Zusammenhängen bewirkt werden. Ein Kundenberater könnte beispielsweise einen Gewerbekunden im Zusammenhang mit einer Betriebshaftpflichtversicherung über Umweltrisiken und mögliche Maßnahmen zur Schadenverhütung im technischen Bereich informieren. Hier könnten sich zugleich im Absatzbereich des Versicherungsunternehmens Möglichkeiten zur Gestaltung einer imagebildenden Service- und Kommunikationspolitik (Public Relations) ergeben. 2.4. Ökologische Wirksamkeit im Kapitalanlagegeschäft 2.4.1. Passive Wirksamkeit im Kapitalanlagegeschäft Objekte, in die vom Versicherungsunternehmen investiert wurde, können durch Phänomene der natürlichen Umwelt beeinflusst werden. Bei einer Veranlagung in Aktien eines Industriebetriebes (soferne aufsichtsrechtlich möglich) könnten etwa Naturkatastrophen durch Zerstörung von Produktionsanlagen den Wert der Beteiligung vermindern. Auch könnte dieses Industrieunternehmen aufgrund von verschuldeten Umweltschäden

20 Vgl. Steinmüller, H.: Bedeutung, Volkswirtschaftliche der Versicherung, in: Farny, D./Helten, E./Koch, P./Schmidt, R. (Hrsg.): Handwörterbuch der Versicherung, Karlsruhe 1988, S. 52. 21 Cross, M.: Flood Hazard. In: The Review, 10. Juni 1985, S. 31. 22 Vgl. hierzu etwa das österreichische Versicherungssteuergesetz BGBl. 1953/133 i. d. F. vom 1. 5. 1993, § 6 Abs. 3 Z. 1 lit. b. 23 Vgl. hierzu Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 588 ff. bzw. 622 f. 24 Vgl. hierzu etwa Prigger, H.: Umwelt-Informations-System UIS / Ein Arbeitsinstrument für den Underwriter zur Erfassung, Analyse und Tarifierung von Umweltrisiken, in: Zeitschrift für Versicherungswesen, Jg. 44 (1993), Heft 21, S. 538-544.

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Öltanker-Transporte, chemische Produktion - stattfinden bzw. verwirklicht werden (in diesem Zusammenhang wird auch vom „Pionierunternehmereffekt“ 20 der Versicherung gesprochen ), die sonst möglicherweise unterlassen worden wären, und dass damit überhaupt erst die spezifische Umweltgefährdung entsteht. Allein schon die Verfügbarkeit von - billigem - Versicherungsschutz für Risiken im Zusam-menhang mit Naturgefahren kann Rückwirkungen auf die Versicherungswirtschaft haben, so etwa im Bereich der Überschwemmungsversicherung: „... it is clear that the availability of cheap flood insurance could also have a strong incidental influence. Insurance, whether or not used by a particular floodplain resident, serves to decrease the perceived risk. As a conse-quence it tends to support or increase occupance of hazardous zones, with detrimental effects on overall damage 21 costs.“ Ökologisch relevant können etwa auch niedrigere Versicherungssteuer-Sätze in der Kfz-Haftpflichtversicherung speziell für Kraftfahrzeuge, die bestimmte 22 Schadstoffgrenzwerte einhalten, haben.


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haftbar gemacht werden und die resultierenden Schadenersatzzahlungen dieses Unternehmens den Wert dieser Kapitalanlage des Versicherers verringern. 2.4.2. Aktive Wirksamkeit im Kapitalanlagegeschäft Durch Entscheidungen über die Veranlagung, etwa in Form von Beteiligungen an Unternehmungen, kann je nachdem eine Wirkung des Versicherungsbetriebes auf die natürliche Umwelt dadurch entstehen, dass entweder umweltfreundliche oder umweltschädigende Unter-nehmungen mit Kapital versorgt werden. Eine Beteiligung an umweltfreundlichen Unternehmen könnte auch im Rahmen der Absatzfunktion (allerdings eher im Versicherungsgeschäft) Ansatzpunkte für

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entsprechende Kommunikationspolitik (Image, Public Relations) liefern mit möglicherweise ökologisch relevanter Bewusstseinsveränderung bei Adressaten, insbesondere aber auch im Hinblick auf Kundengewinnung bzw. Kundenbindung. 2.5. Schlussbemerkungen Die obigen, exemplarischen Darstellungen haben sich auf den Versicherungsbetrieb bezogen. In ähnlicher Weise lassen sich auch andere Akteure in der Versicherungswirtschaft (Verbände, Aufsichtsbehörden etc.) analysieren, z. B. könnte ein Versicherungsmaklerbetrieb ebenfalls etwa im Hinblick auf die ökologische Wirksamkeit der eingesetzten Produktionsfaktoren untersucht werden (Verwendung von Umweltschutzpapier;

umweltschonendes Zurücklegen der Wegstrecken zu den Kunden – dabei handelt es sich um Verfahrensentscheidungen im Bereich aktiver ökologischer Wirkungsamkeit); oder etwa Beeinflussung des Maklerbetriebes durch Naturkatastrophenereignisse (betrifft – passive/direkte ökologische Wirkung - sowohl die materiellen Grundlagen/ Produktionsfaktoren des Maklerbetriebes – Energieausfälle, Mitarbeiterausfälle, Unterbrechung von Verkehrswegen bis hin zur Zerstörung von Fahrzeugen und Büros - wie auch – passiv im Rahmen der Absatzfunktion – eine mögliche Änderung im Nachfrageverhalten von Kunden oder eine Änderung in der Wettbewerbssituation auf dem Versicherungsmarkt, z. B. aufgrund von Produktneuentwicklungen nach solchen Naturereignissen).

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Es ist nicht das Ende Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Branche geht und Betroffene fragt, wie es den „Morgen im Vertrieb sein wird“, hört immer öfters: „Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben“. Solche Prophezeihungen sind an sich nicht neu, doch eine Studie der Swiss RE zeigt auf, Internet, Mobiltechnologie und Big Data werden still und leise denVertrieb von Versicherungsprodukten weltweit revolutionieren. Es geht an die Substanz. Also, Adios Lebenswerk und interessante Handlungsalternativen für Versicherungsmakler?Manche im Vertrieb setzen schon das „mayday“ ab. Leicht übertrieben meinen Sie? Lesen Sie bitte weiter und urteilen Sie selbst.

Die neuen Direktvertriebskanäle Internet und Mobilgeräte - weisen, gemessen am Prämienvolumen, zurzeit noch einen geringen Marktanteil auf. Agenten, Versicherungsmakler sowie andere Intermediäre wie Einzelhändler, Banken und andere Institutionen sind im Versicherungsverkauf weiterhin dominierend. Doch die statistischen Daten zum Onlinevertrieb von Versicherungen verbergen, wie weit sich die neuen Technologien bereits auf den gesamten Vertriebsprozess ausgewirkt haben. Denn das Internet wirkt sich wesentlich auf das Kaufverhalten der Kunden aus: Von der Beschaffung von Versicherungsinformationen und anderen Aktivitäten im Vorfeld eines Vertragsabschlusses, beispielsweise dem Einholen einer Beratung oder eines persönlichen Angebots, über die Ausstellung der Polizze bis zur Erbringung von Kundendienstleistungen für den

Versicherten. Ebenso wirken sich die Mobiltechnologie und die Telematik darauf aus, wo und wann die Interaktionen zwischen Versicherern und ihren Kunden stattfinden: Informationen können von fast überall und zu jeder Zeit abgerufen und verbreitet werden. Diese Neuerungen beim Vertrieb erleichtern auch den Zugang zu umfangreichen Kundendaten und fördern Fortschritte bei der Vorhersageanalytik, was gemeinhin als Big Data bezeichnet wird. Diese Entwicklungen haben das Potenzial, die Art und Weise wie Versicherungsprodukte gestaltet, berechnet und verkauft werden, radikal zu verändern. Viele Versicherer beginnen, Initiativen im Bereich Big Data zu prüfen. Doch die Anwendungen sind noch größtenteils vorbereitender Art, und die erwarterten Renditen aus den entsprechenden Investitionen sind noch höchst ungewiss.

Versicherungswirtschaft heute Die Weltwirtschaft ist 2013 ungefähr gleich stark gewachsen wie 2012, das Wachstum lag aber weiterhin unter dem langfristigen Trend. In Westeuropa nahm das Prämienvolumen aufgrund der Stagnation in Westeuropa und einer Konjunkturverlangsamung in den entwickelten Märkten Asiens um nur gerade 1,1% zu (2012: +1,5%) zu. In den entwickelten Märkten lag das durchschnittliche Prämienwachstum in der Nachkrisenperiode 2009 bis 2013 weit unter den Wachstumsraten vor der Krise. Insgesamt aber hat sich die Profitabilität im Lebens- und Nichtlebenssektor verbessert. Sie ist aber immer noch tiefer als vor der Krise. Die Anlagerenditen der Versicherer bleiben im aktuellen Umfeld tiefer Zinsen bescheiden. Aber, sowohl der Lebensals auch der Nichtlebenssektor sind gut kapitalisiert. (Quelle: sigma 3/2014)


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Das kommt Ab 2016 soll, als Pilotprojekt, eine hierzulande völlig neue Erlösausfallsversicherung für Landwirte starten. Vorbild dafür sind die USA, dort wird unter anderem auch der Preisverfall gedeckt. Die USA

übernehmen über 60 Prozent der Prämie. Mit dem Pilotprojekt will man weg von der direkten Agrarförderung hin zu einem USA-ähnlichen Versicherungssystem kommen. Doch zuvor müssen noch „einige Schwierigkeiten“ überwunden werden. Im Lebensversicherungsgeschäft wird erwartet, dass sich das Prämienwachstum in den entwickelten Märkten fortsetzen und in den Schwellenländern verbessern wird. Seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 verharren die Zinssätze weltweit auf einem sehr tiefen Niveau. Dies hat sich massiv auf die Erträge der Versicherungsgesellschaften ausgewirkt, deren Finanzanlagen sich auf rund 27.000 Mrd. US-Dollar belaufen. Doch bis sich positive Effekte steigender Zinsen auf die Anlagerenditen durchschlagen, wird es einige Jahre dauern, analysiert man bei Swiss RE. Vertriebsmöglichkeiten vervielfacht

haben

sich

Die Vertriebsmöglichkeiten haben sich vervielfacht. Vom Modell, das einen eigenen Außendienst oder den Verkauf über Agenten und/oder Versicherungsmakler vorsieht, bis hin zu einer grossen Zahl an direkten und indirekten Kanälen zwischen

Versicherern und ihren bestehenden beziehungsweise potenziellen Kunden. Neue Technologien brechen den traditionellen Versicherungsvertriebsprozess auf, auch wenn die Umsätze über elektronische Kanäle derzeit noch bescheiden sind. Heute möchten die Versicherungsnehmer mehr und mehr nach ihren eigenen Vorstellungen, jederzeit und über verschiedene Kanäle mit ihrem Versicherungsanbieter oder Berater in Kontakt treten. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit können die Kunden dank neuer Technologien irgendwann fast alle Versicherungen über digitale Kanäle beschaffen. Diese Entwicklung beim Vertrieb wird sich mit der Zeit fortsetzen, zumindest in der Mehrheit der Geschäftssparten. Die verschiedenen Länder befinden sich in unterschiedlichen Phasen der digitalen Transformation. Technische, kulturelle und institutionelle Faktoren tragen dazu bei, dass nicht alle den gleichen Weg der Anpassung wählen und diesen gleich schnell beschreiten. Doch am Beispiel des britischen Motorfahrzeugversicherungsmarktes, in dem das Internet heute der wichtigste Vertriebskanal ist, zeigt sich, wie rasch sich das Kaufverhalten der Kunden ändern kann. Was ohnedies jeder in der Branche weiß Innovationen im Vertrieb können dazu beitragen, dass die Anforderungen bestimmter Kundensegmente an eine gezielte Kommunikation mit ihren Versicherern erfüllt werden. Sie ermöglichen auch, dass Personen mit geringem Einkommen, die von den Versicherern heute zu wenig beachtet werden, eine Versicherungsdeckung erhalten. Erfolgreiche Innovationen im Vertrieb bedingen jedoch eine Kultur, die das Experimentieren fördert und Fehlschläge im Produktgestaltungsprozess akzeptiert. Entscheidend ist, sich die Erkenntnisse aus Datenanalysen zunutze zu machen, um einerseits die Risikoselektion sowie die Preisgestaltung zu verbessern und andererseits die Technologie für eine stärkere Ausrichtung der Produkte und Dienstleistungen auf die Kunden zu nutzen. Das ist schon da Der Versicherungsvertrieb zukünftig immer stärker

wird durch

VERSICHERUNG

Der Oberste Gerichtshof hat die Vergütungspraxis von Finanzvertrieben wie dem Ex-AWD (heute Swiss Life Select) und OVB gekippt. Die bisher übliche Praxis, „freien“ Beratern Vorschüsse auf Provisionen zu zahlen, wird künftig nicht mehr möglich sein. Das könnte den Beruf unattraktiv machen. Bei Kundenstorni wiederum können die Firmen keine Provisionen mehr zurückfordern. Laut OGH-Urteil entsteht der Provisionsanspruch eines Beraters schon dann, wenn der von ihm gewonnene Kunde bezahlt; bei länger laufenden Verträgen anteilig mit der Ratenzahlung, berichtete das „WirtschaftsBlatt“. Im konkreten Fall hatte der AWD den „Freiberuflern“ keine Provisionen direkt bezahlt, sondern „Vorschüsse“. Der Grund: Wenn ein Kunde storniert, wird vom Berater auch die erhaltene Provision (anteilig) zurückverlangt. Das ist dem Höchstgericht zufolge unzulässig.


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32 europäische Normen beeinflusst werden. Dabei spielen auch die europäischen Aufsichtsbehörden eine Rolle. Die Solvenz- und Marktaufsicht wird seit dem 1. 1. 2011 gemeinsam mit den nationalen Behörden von drei eigenständigen europäischen Aufsichtsbehörden wahrgenommen. Dies sind die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) mit Sitz in London, die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersvorsorge (EIOPA) mit Sitz in Frankfurt am Main und die Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) mit Sitz in Paris. Dabei gilt: Jede Aufsichtsbehörde verfügt über einen unabhängigen, vollzeitbeschäftigten Vorsitzenden, der die Behörde nach außen vertritt. Operative und verwaltungstechnische Entscheidungen werden jedoch durch den Rat der jeweiligen Behörde entschieden. Um den Austausch mit der Industrie zu gewährleisten, werden bei jeder europäischen Aufsichtsbehörde sogenannte Interessengruppen eingerichtet, die beim Erlass von technischen Regulierungsund Durchführungsstandards sowie von Leitlinien und Empfehlungen konsultiert werden sollen. Leitlinien und Empfehlungen haben zwar grundsätzlich unverbindlichen Charakter, ihre Beachtung wird jedoch ähnlich wie bei Warnungen und Empfehlungen mittels politischen Drucks gewährleistet. Alle drei Behörden sollen eine führende Rolle in der Förderung von Transparenz, Einfachheit und Fairness auf dem Markt für Verbraucher von Finanzprodukten und Finanzdienstleistungen übernehmen. Neben einer zentralen Datenbank zur europaeinheitlichen Speicherung von grenzüberschreitend tätigen Vermittlern soll die Behörde vor allem „Leitlinien“ für den Umgang mit Interessenkonflikten und der Transparenz von Vermittlern entwickeln. (Quelle: BVK. Anja C. Kahlscheuer, Rechtsanwältin, Bonn) Schaut so die Zukunft aus? Nichts lockt mehr als eine zuverlässige Vorhersage. So etwas wollen nicht nur Lotteriespieler sondern auch die Finanzmärkte. Seit jeher werden deshalb Analysen erstellt um in Versuchsmodellen zukünftige Kursentwicklungen vorherzusagen. Zumeist konzentrieren sich die Methoden darauf, die Vergangenheit zu

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analysieren in der Hoffnung, die Zukunft prophezeien zu können. Nicht schwer ist es vorherzusagen, dass der Arbeitsplatz der Zukunft vernetzt, dezentral, mobil sein wird, und salopp gesprochen im Hosensack oder der Handtasche der Mitarbeitenden zu finden ist. Nicht nur die jüngeren „Digital Natives“ setzen im Berufsleben bevorzugt jene Geräte und Kommunikationsplattformen ein, die sie auch privat benutzen. Das heißt: Keine der aktuellen mobilen Errungenschaften kommt von den Firmen selbst. Treiber sind die Mitarbeitenden. Fortschrittliche Unternehmen fragen beim Wettbewerb um die klügsten Köpfe deshalb am besten: Welche Geräte benutzen Sie zuhause? Mögen Sie diese? Dann nehmen Sie diese doch ins Büro mit und gebrauchen Sie sie auch hier. Mehr Macht für Arbeitnehmer Die Verfügbarkeit mobiler Geräte wird nach Ansicht von Experten aus dem Personal- und dem IT-Bereich zum grossen Trumpf bei der Personalauswahl – die Machtverhältnisse verschieben sich hin zum Arbeitnehmer. Dieser wählt jene Firma aus, die es ihm erlaubt, sein Powerbook oder seinen Mac Air zu benutzen. Und er möchte auch selber entscheiden, ob er heute lieber vom eigenen Garten oder vom Strand aus auf seinem iPad arbeitet. Der Arbeitnehmer von morgen geht davon aus, dass er so besser und effizienter arbeitet, als von morgens neun bis abends fünf Uhr in einem bestimmten Büro an einem festgelegten Pult und mit einem Gerät, das er privat nie benutzen würde. Arbeitsspezialisten sind überzeugt davon, dass künftig die Grenzen zwischen Büro und Zuhause fließend sein werden. Der Arbeitsplatz ist genau dort, wo man sich gerade aufhält. Die brennende Frage, die alle beschäftigt

lautet: Wann werden wir so arbeiten? Fachleute gehen davon aus, dass es eher zu einer kontinuierlichen Entwicklung innerhalb der nächsten zehn Jahre und nicht zu einem kurzfristigen, abrupten Wechsel kommt. Selbstverwirklichung Willkommen in der neuen Konsumwelt, in der wenig bleibt, wie es einmal war. Wer zwischen 1980 und 2000 geboren wurde, gehört zur Generation Y, zu den sogenannten Millennials. Nach den BabyBoomern (geboren nach dem 2. Weltkrieg) und der Generation X (geboren 1960–1980) sind es heute die am besten erforschten und anspruchsvollsten Konsumenten. Wer genau sind diese Yer und wie verändern sie die Welt des Einkaufens? Materiell musste sich die Generation Y nie Sorgen machen. Der hohe Lebensstandard war meist gegeben; bis zur Finanzkrise erlebten die Yer die Wirtschaft ausschliesslich im boomenden Zustand.


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aufmerksam, die Generation Y will direkt angesprochen werden und sucht sich den Anbieter selbst aus. Dabei hat der Verkäufer im Laden wenig Einfluss: Typisch für die Yer ist, dass sie, unabhängig vom Produkt, selten in einem Geschäft um Rat fragen. Beim Kauf von Kleidung etwa geben lediglich 18 Prozent an, dass sie „sehr wahrscheinlich“ um Rat fragen. Bei

ohne dabei auf Sicherheit zu verzichten. Man genießt das Leben und plant die Zukunft. Diese Generation denkt nicht „entweder, oder“ – sondern „alles ist möglich“. Klar ist, dass junge Leute anders handeln und planen. Es hat sowohl mit dem Alter als auch mit dem Zeitgeist zu tun. Baby-Boomer sehen Schuldenabbau als ein Lebensziel, während Yer Schulden selbstverständlich akzeptieren, um Ziele wie ein schönes Zuhause und einen hohen Lebensstandard schnell zu erreichen. Fazit

den Baby-Boomern hingegen sind es 31 Prozent. Der Kaufprozess beginnt für sie meist erst im Geschäft, wo sie sich auf die Informationen des Verkäufers abstützen. Der Yer hingegen ist schon informiert, wenn er das Geschäft betritt. Alles ist möglich Auch Bankund Versicherungsdienstleistungen werden vernunftbetont konsumiert: In einer Zeit, die von Erlebnissen, Selbstverwirklichung und Emotionen geprägt ist, bekommen sie deshalb eine neue Bedeutung, indem sie beispielsweise in gleich hoher Qualität sowohl on- als auch offline angeboten werden müssen. Alltägliche Bankgeschäfte tätigen die Millennials im Internet, gleichzeitig erwarten sie in speziellen Fällen eine kompetente Beratung in einer Filiale. Die Baby-Boomer wollten noch für die Zukunft planen und Geld sparen. Die Generation Y will Selbstverwirklichung,

Gesellschaft und Konsum verändern sich radikal. Das Angebot wird größer, es gibt immer mehr Informationen und die Kunden reagieren sofort und überall. Wie überzeugt man also die neue, anspruchsvolle Klientel? Eine 30-Jährige sagte kürzlich über die Rollenverteilung von Kunde und Anbieter: „Firmen sollten sich darauf konzentrieren, ein ausgezeichnetes Produkt anzubieten. Wenn sie das tun, wird ihre ganze Werbung glaubwürdig und den größten Teil der Werbung übernehmen sowieso wir.“ Generation online: Die Millennials (14 bis 34 Jahre) sind anspruchsvolle Kunden. Eine Vertriebslandschaft, verändert

die

sich

Der Vertrieb — also die Art, wie Produkte oder Dienstleistungen erbracht werden, oder allgemeiner gesagt: wie Unternehmen und ihre Kunden zusammenwirken — ist ein wichtiger Aspekt der Geschäftsmodelle von Versicherern. Viele setzen den Vertrieb einzig mit dem Verkaufskanal gleich. Doch im weitesten Sinn bezieht sich der Vertrieb auch auf Aktivitäten, die über die eigentliche Kauf-/Verkaufstransaktion hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise die Bereitstellung von und der Zugang zu Informationen über Produkte und Preise, die Verhandlungen zwischen Versicherer und Konsument oder der Abschluss der Kauf-/Verkaufstransaktion.

VERSICHERUNG

Die Löhne stiegen und die Preise fielen. Die Yer sind geborene Konsumprofis, sie wurden früh angelernt: Drei von fünf Elternpaaren der Yer geben an, dass sie die Kinder bereits in jungen Jahren in Kaufentscheidungen miteinbezogen hätten. Besorgte Pädagogen mögen vor der immensen Auswahl warnen, die Yer selbst empfinden sie als Segen: Nur für drei Prozent von ihnen ist ein grosses Angebot Anlass für Unsicherheit oder Frustration. Die überwältigende Mehrheit sieht Vielfalt als erfreuliche Selbstverständlichkeit an. Und für die Profilierung braucht es Lärm. Die Millennials wissen sich unmittelbar Gehör zu verschaffen, sie sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, wo der Datenschutz wenig, „Teilen“ aber viel bedeutet. Und damit ist nicht etwa Teilen im sozialen Sinn gemeint, sondern Mitteilen. Marken oder Produkte werden auf Facebook „geliked“, positive und negative Erfahrungen mit Firmen werden getwittert und die Yer posten Bilder von Dingen, die sie mögen – und solchen, die sie nicht mögen, auf Instagram oder Pinterest. Und natürlich wird alles kommentiert, sowohl Kaufentscheide von Freunden als auch die Produktebesprechungen bei Amazon und anderen Internet-Händlern. So weit zur Ausgangslage. Doch wie konsumieren die heute 14- bis 34-Jährigen tatsächlich? Studien und Befragungen der Stockholm Business School haben das Konsumverhalten der Generation Y erforscht. Untersucht wurde, wie sich das Kaufverhalten verändert hat, und welche Unterschiede es zwischen der Generation Y und den Baby-Boomern gibt. Produkte wie Mode oder Reisen werden heute zum Erlebnis. Während ein BabyBoomer seine Ferien am immer selben Ort verbrachte, will der Yer Abwechslung – nicht nur von zu Hause, sondern auch vom letzten Reiseziel. Genau wie für alltägliche Konsumgüter erreichen Anbieter BabyBoomer und Yer auf unterschiedlichen Wegen. Die ältere Generation wird über ein Verkaufsgeschäft auf ein Produkt


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Neue Arten von Intermediären aus der Versicherungsbranche und anderen Branchen gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung und fordern das traditionelle Makler-/Agentenmodell heraus. So ist die Allfinanz — bei der eine Bank und eine Versicherung gemeinsam Versicherungsprodukte verkaufen, in der Regel über das Filialnetz der Bank — vor allem im Lebensversicherungsbereich ein immer wichtigerer Vertriebskanal in vielen Ländern Europas, Lateinamerikas und Asiens geworden. Ausserdem haben Versicherer und Unternehmen aus anderen Branchen, beispielsweise Einzelhändler, Poststellen, Versorgungsbetriebe und Interessengruppen, strategische Allianzen gebildet, die als alternative Vertriebskanäle für Versicherungen dienen. Die Art der Beziehung zwischen dem Versicherer und der Bank kann unterschiedlich sein. Möglich sind kombinierte Vereinbarungen zwischen Hersteller und Vertriebshändler, Vereinbarungen ausschließlich für den Vertrieb sowie Multivertriebsvereinbarungen. Gleichzeitig haben neue Technologien und veränderte Konsumpräferenzen zu einer Zunahme der Direktverkäufe, beispielsweise über

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Callcenter, Internet, Direktwerbung oder interaktives Fernsehen, geführt. Die Konsumenten haben mehr und mehr die Möglichkeit, eine Deckung direkt vom Versicherer zu erwerben, ohne die Dienstleistungen eines Versicherungsmaklers oder Agenten zu beanspruchen. Der Versicherungsvertrieb hat sich somit vom einfachen Modell, das einen eigenen Außendienst oder den Verkauf über Agenten/ Versicherungsmakler vorsieht, zu einem Modell des Multikanalvertriebs entwickelt. Maklerkunden sind anspruchsvoller Der Maklerkanal gehört für viele Versicherer zu den überdurchschnittlich wachsenden Vertriebskanälen. Damit rücken auch die Maklerkunden stärker in den Fokus der Versicherer. In der aktuellen KubusStudie hat sich das Beratungsunternehmen MSR Consulting mit der Zufriedenheit dieser Kunden beschäftigt. Für die Untersuchung wurden 12.000 Haushalte telefonisch zu ihren Beziehungen zu Versicherungsunternehmen befragt. Zentrales Ergebnis: Maklerkunden seien mit den Versicherungsunternehmen weniger zufrieden und würde diese

seltener weiterempfehlen als Kunden der gebundenen Ausschließlichkeitsvertriebe. Die Ursachen für dieses Ergebnis: Maklerkunden sind anspruchsvoller. Maklerkunden unterschieden sich von Kunden der gebundenen Ausschließlichkeitsvertriebe hinsichtlich ihres höheren sozioökonomischen Status: Sie seien jünger, besser gebildet und verfügten über ein höheres Einkommen. Der höhere Status gehe mit einer höheren Anspruchshaltung einher. Daher würden die Maklerkunden zum Beispiel häufigeren Kontakt zu ihrem Betreuer sowie eine systematischere Beratung erwarten und Maklerkunden fühlen sich eher als Kunde des Maklers und weniger als Kunde des Versicherers. Emotionen Gescheite Leute sagen mit erhobenen Zeigefinger: Verkaufen war gestern. Früher war „Event“ das Zauberwort, um Umsätze zu steigern. Heutzutage verliert man bei deren Vielzahl oft die Übersicht. Klar ist nur, dass sich bei inszenierten Veranstaltungen eine Gruppe von Personen zur Bildung von Emotionen trifft und eine Nachricht verbreitet werden soll. Das findet in der Praxis in den verschiedensten Erscheinungsformen statt, vom Candle-Light-Dinner über Roadshows, Produktpräsentationen und Hausmessen bis zu Fashion Shows und Galaveranstaltungen reicht die Palette. Emotionen beeinflussen die Wahrnehmung, wie ein Produkt oder eine Marke erlebt und welhe Bedeutung den Aussagen beigemessen wird. Erfolgreiche Events schaffen es, die Einstellung gegenüber Produkten eines Unternehmens bzw. der Marke spürbar zu verändern. Wichtig ist es, einen Dialog mit den Teilnehmern der Veranstaltung für den Transport dieser Ziele zu erarbeiten. Richtige Protagonisten und Eventinhalte zu finden, dazu bedarf es jedoch Know-how und Erfahrung. „Erzählen Sie eine Story, dann können Sie eine einzigartige Inszenierung schaffen. Ist der Gast von der ersten Minute an ein Teil der Geschichte, wird das nachhaltig wirken“, meint Event-Guru Dieter Zand, Eigentümer und operativer Geschäftsführer der Salzburger Agentur Eventery.


Harald Krassnitzer

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INTERVIEW

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ÖSTERREICHISCHE BEAMTENVERSICHERUNG VERSICHERUNGSVEREIN a.G.

Erfolgreicher Kreislauf Die ÖBV wurde 1895 im Rahmen einer vorgewerkschaftlichen Standesvertretung als Unterstützungsverein für Beamte gegründet. Schon damals waren Beamte der Finanzverwaltung, der Post, der Polizei und des Gerichtswesens im Verein tätig – Berufsgruppen, die heute noch zur wichtigsten Kundenklientel der ÖBV zählen. 1903 wurde bereits das tausendste Mitglied aufgenommen. In der Nachkriegszeit intensivierte sich die Zusammenarbeit mit den im Aufbau befindlichen Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes und der Eisenbahner. Zum 100-jährigen Bestehen 1995 wurde der neue Firmensitz in der Grillparzerstraße bezogen. Wir haben mit Mag. Josef Trawöger, Vorstandsvorsitzender der ÖBV, gesprochen.

risControl: Die ÖBV ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Wie ist der Umgang mit dem Markt? Wäre eine VersicherungsAktiengesellschaft leichter zu steuern? Trawöger: Die Entwicklungen in den letzten Jahren bestärken uns darin, dass

der Versicherungsverein weitaus viele Vorteile hat. Einer der größten Vorteile ist das integrierte Geschäftsmodell: Wir sind eine Solidargemeinschaft mit über 300.000 Versicherten, unserem Aufsichtsratsgremium und dem Unternehmen. Unser Geschäftsmodell ist zu 100 % darauf ausgerichtet, was

unsere Mitglieder -also unsere Kundenbrauchen und wollen. Wir müssen weder auf Aktionäre noch auf Analysten Rücksicht nehmen. Ein zweites ganz wichtiges Argument: Wir können eine sehr langfristig orientierte, nachhaltige Geschäftspolitik betreiben. Wenn wir mit unserem Aufsichtsrat die Strategie für das Unternehmen planen, dann reden wir über Zeiträume von 5, 10 und mehr Jahren. Das ermöglicht ein umsichtiges, weniger extern getriebenes Handeln, das integriert und an der Solidargemeinschaft ausgerichtet ist. Der Versicherungsverein hat aber natürlich auch Nachteile. Die liegen z. B. in der Kapitalaufbringung. In dieser Verlegenheit waren wir aber noch nie. Wenn wir Expansionsgedanken ins Ausland hätten, wie viele andere österreichische Versicherungen, die im Ausland Unternehmen akquirieren, dann


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risControl: Sie haben 2013 im Bereich Unfall und Leben das beste Ergebnis seit Bestehen des Hauses erzielt. Wie erklären Sie sich das? Trawöger: Wir sind eine traditionell sehr positiv besetzte Marke in unserer Kernzielgruppe, dem öffentlichen Sektor. Zugute kommt uns auch, dass der öffentliche Sektor eine sich kontinuierlich entwickelnde Einkommenskurve und zudem ein hohes Vorsorgebedürfnis hat. Letztendlich besteht der Erfolg aus vielen Puzzleteilen. Wir können eine konsequente Produktpalette mit ausgezeichneten Produkten, engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und daher auch immer wieder Ergebnisse, die weit über dem Markttrend liegen, vorweisen. risControl: Im klassischen Beamtentum vollziehen sich derzeit große Veränderungen. Wie wird sich das auf die ÖBV auswirken? Trawöger:

Das klassische Beamtentum

verändert sich, aber den öffentlichen Sektor, die Verwaltung, wird es immer geben. Wir nehmen an, dass es mit den Beschäftigungszahlen sogar noch nach oben gehen wird. Was sich geändert hat, ist die Struktur im öffentlichen Sektor. Es gibt viele ausgegliederte Unternehmen, aber dadurch hat sich unsere Zielgruppe nicht verändert. Unsere Kernzielgruppe wird immer der öffentliche Sektor bleiben, darauf ist unsere Geschäftspolitik auch ausgerichtet. Wir sind aber nicht ausschließlich für den öffentlichen Sektor tätig, sondern öffnen uns zunehmend. Wir gehen davon aus, dass wir ca. 10 bis 15 % unserer Kundinnen und Kunden außerhalb unserer Kernzielgruppe haben – Tendenz steigend. risControl: Zusammenarbeit mit dem freien Vertrieb? Trawöger: Mit dem ungebundenen Vertrieb gibt es Kooperationen, im Moment zwar noch in sehr eingeschränktem Ausmaß, aber wir arbeiten an der Ausweitung. Traditionell setzen wir auf den nebenberuflichen Vermittler. Allerdings befindet sich diese Struktur im Wandel, einerseits rechtlich, aber auch vom Arbeitsvolumen und dem Freizeitverhalten her. Der nebenberufliche Vertrieb schrumpft kontinuierlich, daher bauen wir seit dem Jahr 2000 unseren hauptberuflichen Außendienst gezielt weiter aus. risControl: Ist eine private Altersvorsorge für einen Durchschnittsverdiener

überhaupt leistbar und sinnvoll? Trawöger: Eine Rentenversicherung macht immer Sinn, denn ihre Aufgabe ist die Übernahme eines Risikos - das haben wir Lebensversicherer vergessen. Wir haben uns in einen Wettbewerb mit den Banken um Vermögensvermehrung begeben, doch das ist nicht unsere Kernfunktion. Unsere Kernfunktion als Lebensversicherer ist die Absicherung von biometrischen Risiken. Das wichtigste Risiko ist die Absicherung „eines langen Lebens“. Dieses Risiko kann ich auf den Versicherer abwälzen. Er kann auch eine lebenslange Rente garantieren, was sonst niemand kann. Natürlich gibt es die unterschiedlichsten Formen der Altersvorsorge, dabei kommt es immer auf die persönlichen Bedürfnisse an. Wir brauchen volkswirtschaftlich eine sehr solide erste Säule. Die Politik muss alles daransetzen, diese leistbar zu erhalten. Was aber in der Vergangenheit oft negiert wurde und jetzt mit dem Pensionskonto ins Bewusstsein der Menschen gelangt, ist der Umstand, dass niemand weiß, wie hoch seine Pension wirklich sein wird. Das ist durch die Transparenz des neuen Pensionskontos nun eine andere Situation. Denn eines ist fix, es wird eine Lücke zwischen dem Aktiveinkommen und der Pension geben. Wie groß die Lücke sein wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. risControl: Wie sieht das optimale Modell für die Altersvorsorge also aus? Trawöger: Die erste Säule ergänzt durch eine zweite Säule, die betriebliche Vorsorge, und durch eine dritte starke private Vorsorgesäule. Das ist das Idealmodell. Hier sprechen wir aber auch von Menschen, die sich diese Variante leisten können. Es gibt sehr viele Personen in Österreich, die berufstätig sind, aber nicht einmal soviel verdienen, dass sie ihre Familie erhalten können. Von diesen kann nicht auch noch verlangt werden, dass sie privat vorsorgen. risControl: Gibt es Wünsche in Richtung Politik? Trawöger: Im Wesentlichen sollte die private Vorsorge nicht verdammt werden, sondern auch politisch als sinnvolle Ergänzung zur ersten Säule gesehen werden. Dieses Signal sehe ich derzeit kaum. Meiner Meinung nach müssen Anreize geschaffen werden, dann werden diese auch

INTERVIEW

würden wir dieses Kapital benötigen. Fakt ist, Kapital aufzubringen, ist für einen Versicherungsverein weit schwieriger als für eine Aktiengesellschaft. Für den Kunden ist es aber nur vorteilhaft, wenn der Überschuss nicht mit den Aktionären geteilt werden muss, denn dadurch profitiert er direkt von den Gewinnen. Das macht sich auch bei der Gesamtgewinnbeteiligung in der klassischen Lebensversicherung Jahr für Jahr bemerkbar. In diesem Bereich rangiert die ÖBV seit vielen Jahren im Spitzenfeld der Branche.


INTERVIEW

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angenommen. Das muss nicht unmittelbar mit staatlicher Förderung einhergehen, es gibt auch andere Möglichkeiten. Daher auch die Bitte an die Politik, Maßnahmen zu finden, die ein Maximum an Hebelwirkung erzielen. Dazu müsste man sich allerdings ideologiefrei zusammensetzen. Das zweite große Thema ist die Pflege. Die Familienstrukturen haben sich verändert: Es gibt immer mehr Singlehaushalte und Menschen, die im Alter alleine sind. Der Pflegebedarf wird auch aufgrund der höheren Lebenserwartung tendenziell noch steigen. Der Staat müsste eigentlich ein großes Interesse an der Sensibilisierung in diesem Bereich haben. Es wird jedoch aus meiner Sicht viel zu wenig unternommen und Pflegeversicherungsangebote werden trotz der Brisanz des Themas bisher nur schlecht angenommen. Es braucht generell mehr öffentliches Interesse und Sensibilisierung für das Thema, da wünsche ich mir deutliche Signale von der Politik. Nach unserer IT-Umstellung werden auch wir eine Pflegeversicherung anbieten. risControl: Das Hypo Sondergesetz betrifft viele Versicherungsunternehmen. Die ÖBV war eine der Ersten, die von Klage gesprochen hat. Wie ist der Stand der Dinge? Trawöger: Ja, wir werden klagen und alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte unternehmen. Wenn wir uns nicht auf die Haftung einer Bundesverwaltungsbehörde verlassen können, worauf dann? Wird man in Zukunft diskutieren müssen, ob österreichische Staatsanleihen spekulatives Kapital sind? Wenn man bei der öffentlichen Hand als Gläubiger nicht mehr anlegen kann, wo soll man dann noch anlegen? Unterstellt zu bekommen, dass wir Spekulanten sind, ist nicht in Ordnung. Wir veranlagen verantwortungsvoll und sorgsam. Die ÖBV hat 7 Millionen Euro in ein Darlehen der Hypo Alpe Adria investiert, das ist im Hinblick auf unseren Deckungsstock relativ gering. Dennoch ist es unsere Verpflichtung, das Vermögen unserer Kunden und Mitglieder bestmöglich zu vertreten und zu schützen. risControl: Sie haben die Umstellung der IT bereits angesprochen. Erfolgt diese aufgrund von Solvency II?

Trawöger: Wir haben ein Risikomanagement, Compliance Beauftragte und alle Anforderungen, die auch große Versicherungsunternehmen haben. Für uns ist es primär eine große organisatorische Herausforderung, die Anforderungen von Solvency II effizient umzusetzen – vor allem auch was die Kostenebene betrifft. Unsere IT Umstellung wird dadurch begünstigt, basiert aber nicht auf Solvency II Anforderungen. Der Grund ist die IT-Umstellung eines großen Mitbewerbers, mit dem wir eine IT-Partnerschaft hatten und dessen neue IT aber nicht mehr zu uns als kleinen selbstständigen Versicherungsverein passt. Daher haben wir uns entschieden, den ITBereich auf eigene Beine zu stellen. Wir haben sehr viel Potenzial im Haus und werden dadurch neue Produkte schneller implementieren können. Außerdem können wir die Kosten senken sowie die Bedürfnisse und Anforderungen von Solvency II besser abbilden. Das trifft sich also gut. risControl: Wo sehen Sie Unternehmen in zehn Jahren?

das

Trawöger: Mit einem viel größeren

Prämienvolumen als heute und als top etablierter Versicherer, der aus der österreichischen Versicherungslandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Im Rahmen des Strategieprozesses arbeiten wir bereits intensiv daran, die ÖBV fit für die Zukunft zu machen, denn wir müssen uns jetzt schon Gedanken machen, wie sich die Marktanforderungen verändern werden. Unseren traditionellen Werten – Stabilität, Sicherheit und Vertrauen – werden wir auch im Zuge der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens treu bleiben. risControl: Was ist Erfolg für Sie persönlich? Trawöger: Der schönste Erfolg ist, sich ein Ziel zu setzen und dieses zu erreichen. Das gilt für die großen, aber genauso auch für die kleinen Ziele. Einsatz und Ausdauer sind wichtige Zutaten, ohne die es meist nicht funktioniert. Persönlicher Erfolg für mich ist, wenn die ÖBV in zehn Jahren noch besser dasteht als heute. Das ist mein derzeitiges Ziel, auf das ich hinarbeite. risControl: Wir danken für das Gespräch.


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ALPBACH

Ein Miteinander

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ie österreichischen Ve r s i c h e r u n g s m a k l e r diskutierten heuer beim Forum Alpach über Verbesserungspotenzial bei der Abwicklung von Versicherungsschäden. Gunther Riedlsperger, Obmann des WKÖFachverbands der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten: „Die Schadenbearbeitung wird von uns Versicherungsmaklern als wichtigste Aufgabe in der Praxis angesehen. Wir wollen – ganz im Sinne des Kunden die Schadenbearbeitung weiter perfektionieren. Die Rechte und Pflichten von Versicherungskunde, Versicherung und Versicherungsmakler im Bereich Schadenregulierung stehen Großteils diametral zueinander. Jeder Teil hat Aufgaben zu erfüllen, eine ‚Nicht oder Schlecht-Erfüllung‘ führt zu haftungsrechtlichen Ansprüchen und damit meist wieder zu einem Versicherungsfall. Wir wollen im gemeinsamen Diskurs

mit der Versicherungswirtschaft und dem Konsumentenschutz Verbesserungsmöglichkeiten erarbeiten, um dem stetig wachsendem Aufwand in der Schadenabwicklung Herr zu werden.“ Bereits zum neunten Mal in Folge waren die Versicherungsmakler mit einer eigenen

Veranstaltung im Vorfeld der Rechtsund Wirtschaftsgespräche vertreten. Hochkarätige Vortragende haben referiert und debattierten zum Thema „Schadenregulierung soll ein Miteinander und kein Gegenander sein!“. Im „Dorf der DenkerInnen“ diskutierten heuer mit den Vertretern der österreichischen Versicherungsmakler anerkannte Experten aus der Versicherungswirtschaft, dem Konsumentenschutz und namhafte Repräsentanten der Rechtsprechung. So machte der ehemalige Bundesminister für Justiz, Dieter Böhmdorfer, auf Lücken und Systemfehler im Rechtsstaat aufmerksam. Ilse Huber, Vizepräsidentin des OGH, bietete in ihrem Vortrag einen Einblick in die Arbeitsweise des Obersten Gerichtshofs und die in Versicherungsstreitigkeiten zu lösenden Rechtsfragen. Den Leistungsfall in der Versicherung und die Rolle des Maklers - aus Sicht des Konsumentenschützers - wurde von Georg Rathwallner von der Arbeiterkammer OÖ aufgezeigt. Auf Versicherungsseite beleuchteten Birgit Eder, Schadenleiterin der ARAG Versicherung und Wolfgang Reisinger, Leiter Spezialschaden von der Wiener Städtischen Versicherung die Entwicklung von Versicherungsstreitigkeiten.

ZÜRICH VERSICHERUNG AG

„Danke“

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ür ihre Auszeichnung mit dem Recommender Award für „sehr gute Kundenorientierung“ bedankte sich die Zürich Versicherung auf eine besondere Art und Weise: Sie lud Kunden und Kundinnen trotz trüben Wetters zum gratis Eis Genuss ein. Mit aufmerksamkeitswirksamer Unterstützung durch den Gesang einer Sopranistin war es ein voller Erfolg. Christine Theodorovics, Vorstandsmitglied: „Zurich wurde heuer dank des hervorragenden Feedbacks unserer Kundinnen und Kunden zum wiederholten Mal mit dem Recommender Award für sehr gute Kundenorientierung ausgezeichnet. Mit unserer Eis-Aktion bedanken wir uns bei unseren Kundinnen und Kunden, dass sie uns kontinuierlich

ihr Vertrauen entgegenbringen.“ Carine Andrey, Marketingleiterin bei Zurich: „Wir freuen uns sehr, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind und uns ausgesprochen positives Feedback zu unserer Aktion gegeben haben. Besonders gut ist auch die Idee mit der Sopranistin angekommen.“

Silvia Kuschela, Eva Weinhofer, Christine Theodorovics, Carine Andrey Marek, Sabine Weinberger (v.l.n.r.)


Mitarbeitervorsorge ist keine Frage der Unternehmensgröße:

NÜRNBERGER Betriebliche Altersvorsorge Ob Absicherung von Abfertigung oder Jubiläumsgeld, Bindung von Schlüsselarbeitskräften, Betriebsveräußerung oder Pensionierung des Firmeninhabers, für betriebliche Vorsorge gibt es viele gute Gründe. Wir bieten Ihnen die passenden Lösungen – steuerschonend und ergebnisneutral.

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VERSICHERUNG

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EUROPÄISCHE REISEVERSICHERUNG

Bin nur kurz weg

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uch wenn die meisten Dienstreisen nicht lange dauern, erleidet doch jeder 50. Reisende einen Schadenfall, jedoch sind nur geschätzte 15% der Individualund Dienstreisen ausreichend versichert. „Von den 18 Mio. Urlaubsreisen der Österreicher sind jene, die über Reisebüros organisiert werden, zu rund 65 Prozent meist gut abgesichert, bei den individuell organisierten sind es schätzungsweise nur rund 15 Prozent“, informiert Mag. Wolfgang Lackner, Vorstandsvorsitzender der Europäischen Reiseversicherung AG. Nun wurde das Jahres-Reiseversicherungs Produkt relauncht. Bei den neuen JahresReiseversicherungen für Privatpersonen gibt es keine Selbstbehalte und Alterslimits. Der Versicherungsschutz kann durch Zusatzpakete individuell erweitert werden. So kann z.B. die versicherte Dauer pro Reise auf 84 Tage verlängert werden oder Deckung für Berufsgepäck oder beruflich bedingte, manuelle Tätigkeit, mitversichert werden. Einmal abgeschlossen, besteht automatischer Versicherungsschutz ab Verlassen des Wohnortes, ohne jedes Mal aufs Neue „daran“ denken zu müssen. Die Plus-Pakete bieten zusätzliche Vorteile, wie beispielsweise höhere Versicherungssummen und Neuwertdeckung bei Gepäcksverlust

oder –beschädigung. In der JahresReiseversicherung mit Stornoschutz sind auch die Stornokosten bei Nichtantritt einer Reise versichert, in der Plus-Variante mit zusätzlich erweiterten Stornogründen. Besonders attraktive Prämien gelten für Familien. Für Unternehmen hat die JahresReiseversicherung besondere Vorteile, denn auf Grund der arbeitsrechtlichen „Fürsorgepflicht“ trifft den Dienstgeber gesetzlich eine weitreichende Haftung praktisch für alles, was dem Dienstnehmer auf einer Geschäftsreise zustößt, nicht nur in Ausübung seiner beruflichen Tätigkeiten, sondern auch während Freizeitaktivitäten. Wenn das Reisegepäck während der Dienstreise gestohlen oder beschädigt wird, haftet der Dienstgeber, ebenso wie bei einem schweren Arbeitsunfall mit Aufenthalt in einem teuren Privatspital und Rücktransport mit dem Ambulanzjet. Bei der Jahres-Geschäftsreiseversicherung ist der Versicherungsschutz für Berufsgepäck eingeschlossen sowie die medizinischen Leistungen bei Schadensfällen als Folge berufsbedingter manueller Tätigkeit. Auch bei diesem Produkt sind in der Plus-Variante höhere Versicherungssummen und eine Neuwertdeckung bei Gepäckverlust oder – beschädigung vorgesehen. Es kann gewählt werden, ob einzelne, namentlich genannte Mitarbeiter (max. sieben Personen) oder

IMMO BANK/ABV BAUSPARKASSE

Start:bausparkasse Die ABV Bausparkasse und die IMMOBank gehen gemeinsame Wege und lancieren die neue Marke „start:“. Damit erfolgt ein weiterer Schritt beim Zusammenführen der beiden Marken. Unter dem Dach der neu geschaffenen Marke werden Finanzierungen, Immobilien und Bausparen angeboten. Thomas Köck, Generaldirektor der start:bausparkasse: „ ‚start:‘ ist der verdichtete Ausdruck unserer Leistungen, die wir in einem strategischen

Markenprozess erarbeitet und dann umgesetzt haben. Die neue Synergie erlaubt es, Produkte zu kombinieren, die bisher nur die E i n z e l u nt e r n e h m e n anbieten konnten.“

Generaldirektor Ing. Mag. Thomas Köck

Mag. Wolfgang Lackner alle Mitarbeiter des Unternehmens (max. 60 Mitarbeiter, max. 750 Reisetage) versichert sein sollen. Die Jahresprämien sind gestaffelt: Für Betriebe mit bis zu sieben einzeln angemeldeten Mitarbeitern beträgt sie 125 Euro pro Person, für größere Betriebe orientiert sich die Jahrespauschalprämie an der Mitarbeiterzahl und der Zahl der Reisetage: Von 400 Euro für bis zu zehn Mitarbeitern und maximal 125 Reisetagen reicht diese bis 2.100 Euro für maximal 60 Mitarbeiter und maximal 750 Reisetage. Ein entscheidender Vorteil ist die einfache Abwicklung: Nur ein Vertrag für alle Mitarbeiter ohne Namensnennung, keine Anmeldung der einzelnen Reisen und die Prämienleistung kann als steuermindernde Betriebsausgabe geltend gemacht werden.


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VERANSTALTUNG

EFM VERSICHERUNGSMAKLER AG

Erfahrungsaustausch

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er sich dazu entscheidet, sich als Versicherungsmakler der EFM anzuschließen, darf sich über viele Vorteile freuen. Einige wie zum Beispiel das klare Markenbild, die Größe des Unternehmens und die Übernahme von administrativen Tätigkeiten, sind offensichtlich. Ein anderer wesentlicher Vorteil ist das Netzwerk und die Unterstützung innerhalb der EFM. Im Unternehmen arbeiten die Franchiseunternehmer aktiv miteinander und helfen ihren Kollegen bei Problemen oder Fragen tatkräftig weiter. Deshalb steht der Gesprächsaustausch bei Veranstaltungen der EFM, z.B. dem Jahreskongress, ganz weit oben auf der Agenda. Einige EFM Versicherungsmakler haben erkannt, wie sehr sie von den Erfahrungen anderer profitieren und sich zu sogenannten „Unternehmerstammtischen“ zusammengeschlossen, um dieses Netzwerk noch mehr zu pflegen. So treffen sich die Experten regelmäßig (meistens monatlich oder alle 14 Tage) und widmen einen ganzen Nachmittag nur einander. Bei einem gemeinsamen Essen werden meist aktuelle Themen angesprochen und offene Fragen geklärt. Besonders neue Franchiseunternehmer haben somit die Möglichkeit, noch besser in das System integriert zu werden und vom Fachwissen der anderen zu profitieren. Ein

wichtiges Thema dieser Stammtische sind Schadensfälle, die gerade im jeweiligen Büro abgewickelt werden. Da die Fälle oft nicht eindeutig, sondern sehr komplex sind, wird einander geholfen indem man ähnliche Fälle und deren Ausgang teilt. „Ich hatte vor einiger Zeit mit einem KfzSchadenfall am Auto eines Kunden zu kämpfen. Der Versicherer hat die Zahlung wegen angeblich grob fahrlässigem Verhalten abgelehnt. Im Gespräch mit meinen Kollegen konnten wir den Fall noch einmal gemeinsam durchgehen und prüfen. Durch die Unterstützung konnten wir den Fall besser bearbeiten und der Schaden wurde am Ende doch gedeckt.“,

erzählt ein Franchiseunternehmer dankbar. Aber nicht nur das Gespräch ist ein wichtiger Bestandteil dieser Treffen. Oftmals nimmt ein Versicherer an dem Unternehmerstammtisch teil und informiert über Neuerungen im Unternehmen, beantwortet offene Fragen oder stellt neue Produkte vor. Zusätzlich zu den Stammtischen werden außerdem regelmäßig Produktschulungen von den einzelnen Franchiseunternehmern durchgeführt, an der die gesamten Büros in der Umgebung inklusive Front Office Kräfte teilnehmen. Dadurch wird dafür gesorgt, dass das gesamte Team informiert ist und die Kunden somit bestmöglich betreut werden können. Das regelmäßige Zusammenkommen bringt mehrere positive Aspekte mit sich. „Durch die Treffen profitiere ich nicht nur vom Wissen und der Unterstützung meiner Kollegen, sondern fühle mich dem Unternehmen noch mehr zugehörig. Das Team wird enorm gestärkt und sogar die eine oder andere Freundschaft entsteht.“, erklärt ein EFM Versicherungsmakler. Dass der Zusammenhalt noch mehr gefestigt wird, zeigen außerdem auch gemeinsame Freizeitaktivitäten, wie z.B. Wandern oder Skifahren, die von den Kollegen organisiert und unternommen werden - ganz nach dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“!


VERANSTALTUNG

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UNIQA ÖSTERREICH

Kunstspektakel

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widmet sich das Belvedere der russischen Kunst und den kulturellen Verbindungen zwischen Russland und Österreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hartwig Löger, Chef von UNIQA Österreich: „Als größter heimischer Kunstversicherer ist es uns ein Anliegen Kunst zu fördern. Heute erwartet uns ein ganz besonderer Kunstgenuss. Ich hoffe, dass die heutige Ausstellung dabei hilft, einen silbernen Streifen von Russland zu zeigen, der es uns ermöglicht, angesichts der aktuellen politischen Lage, das Positive ein wenig in den Vordergrund zu rücken.“ Nach Sektempfang und Begrüßung startete das künstlerische Rahmenprogramm, bei dem abwechselnd aus der wichtigsten russischen Literatur gelesen und LiveAndrej Prozorov (Saxophon), Aliosha Biz (Violine), Christian Musik vom Silver Age Trio Rouny, Hartwig Löger (UNIQA Österreich), Mercedes Echerer, Milos (Aliosha Biz (Violine), Andrej Prozorov (Saxophon), Milos Todorovski (Akkordeon). m Rahmen der ArtCercle Veranstaltungen hat die UNIQA Österreich zur „Silver Age – Russische Kunst in Wien um 1900“ geladen. Knapp 100 Kunstinteressierte folgten der Einladung ins das Untere Belvedere und wurden Teil eines russischen Kunstspektakels. Mit der Ausstellung

KOBAN SÜDVERS

Kitz4Kids

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er alljährlich in Klagenfurt stattfindende Ironman, organisiert durch WTC (World Triathlon Corporation) führte in diesem Sommer nicht nur zu sportlichen Höchstleistungen, sondern auch zu hohem sozialen Engagement. Der Kärntner Harald Kitz, langjähriger Therapeut und Entwickler der haki®-Methode, animierte durch seine Teilnahme zahlreiche weitere Triathlon-Fans zum Mitmachen. Insgesamt gingen heuer rund 2.700 Personen an den Start. Darüber hinaus sammelte er nach dem Motto „Kitz4Kids“ Unternehmensspenden

und generierte so stolze 10.000 Euro für SOS-Kinderdorf. Rund ein Drittel davon - 3.000 Euro - spendete die Versicherungsmaklergruppe Koban Südvers, mit Firmensitz in Kärnten. „Ich freue mich die Geldspende als Repräsentant der Koban Südvers Group Austria überreichen zu dürfen und hoffe, dass wir damit das eine oder andere Lächeln in die Gesichter der SOS-Kinderdorf-Bewohner zaubern können“, betont Ing. Erich Artner MSc, Key Account Manager bei Koban Südvers und selbst begeisterter TriathlonTeilnehmer.

Christian Rouny, Mercedes Echerer, Hartwig Löger (UNIQA Österreich) Todorovski (Akkordeon) gespielt wurde. Die Lesung übernahm die Bühnen- und Filmschauspielerin Mercedes Echerer. Sie zeigte nicht nur einen Solotanz nach Musik von Stravinsky aus dem Ballet Petrushka, sondern forderte auch das Publikum auf, dazu auf, einen Walzer zu tanzen. Unter den Kunst-Afficionados auch gesichtet: Hartwig Löger, (UNIQA Österreich), Alfred Weidinger (Belvedere), Andreas Zahradnik (Dorda Brugger Jordis), Gottfried Wanitschek (ehem. UNIQA Vorstand), Alfred Vlcek (UNIQA Landesdirektor Burgenland), Alfred Brogyanyi (Vorsitzender des Universitätsrates).


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CCA und TOGETHER on Tour 2014 Entdecken und Genießen: Neuigkeiten rund um TOGETHER, die neue OnlineWelt von CCA und kulinarische Genüsse bei guten Gesprächen. Vom 30. September bis 6. November ist das Team von CCA und TOGETHER in ganz Österreich unterwegs und bringt Neuerungen und Produkthighlights direkt zu seinen Kunden vor Ort. Neben einer kostenfreien Informationsveranstaltung werden Schulungen zu Spezialthemen angeboten. In der ersten Schulung erfährt der CCA User, wie durch die Nutzung von mehr Funktionen der tägliche Arbeitsprozess im Büro vereinfacht werden kann. Die zweite Schulung zeigt, wie Geschäftsfälle über die

Spielbergring (ST)

Loisium (NÖ)

integrierte CCA und TOGETHER Schnittstelle abgewickelt werden können und welche Mehr-Werte dadurch für den Nutzer entstehen. Die dritte Schulung behandelt das Thema des Datenschatzes und wie dieser einfach und schnell verwaltet werden kann. Ein besonderes Highlight dieses Jahr sind die Fachvorträge und die Dialogrunde. Gemeinsam mit Entscheidungsträgern aus dem Maklerbüro und hochkarätigen Vortragenden werden vertriebsrelevante Themen behandelt. Im Schwerpunkt werden die Veränderungen und Weiterentwicklungen im Vertriebsprozess aufgrund verschiedener Einflussfaktoren gemeinsam diskutiert, die die Versicherungswelt 2015 maßgeblich beeinflussen werden. Das zentrale Thema der Informationsveranstaltung ist die Unterstützung des ultramobilen Arbeitens. Hier werden neue und erweiterte Funktion von TOGETHER vorgestellt und auch CCA seitig gibt es etwas ganz Besonderes - Vorbeikommen lohnt sich auf jeden Fall! Im Anschluss werden die Besucher zu kulinarischen Genüssen eingeladen und lassen den Abend in gemütlicher Atmosphäre ausklingen. Zusätzlich werden bei vielen Tour-Locations Eventspecials angeboten. Hier können die Besucher den Spuren großer Rennfahrer am Spielbergring folgen, die Red Bull Arena aus einer ganz neuen Perspektive entdecken oder an einer Wein oder Whisky Verkostung teilnehmen.

Themen der Fachvorträge Gut unterwegs?! Unternehmenskennzahlen und ihre praktische Anwendung im Maklerbüro (Johannes Muschik, Geschäftsführer Vermittlerakademie) Keine Angst vor Brüssel Umsetzung von EU Vorgaben im Vertrieb (Mag. Norbert Karner, Vermittlerakademie) Vom guten zum besseren Geschäft! Ihr optimales Spartenportfolio im effizienten Vertriebsprozess (Mag. Alexander Petzmann, Geschäftsführer CCA und TOGETHER) Goldgrube Bestandskunde?! Wege zu Mehr-Geschäft mit Ihrem Bestand (Dr. Georg Steinort, Geschäftsführer CCA und TOGETHER)

Weitere Information & Anmeldung: roadshow.ccaedv.at Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl empfiehlt sich eine baldige Anmeldung!

Red Bull Arena (S)

VERANSTALTUNG

TOGETHER/CCA


VERSICHERUNG

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D.A.S. RECHTSSCHUTZ AG

Zufrieden

Vorsichtig sein

ufrieden zeigt sich Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfram Littich ob der Ergebnisse des ersten Halbjahres. In der Schaden- und Unfallversicherung legten die abgegrenzten Bruttoprämien von 447,2 Millionen Euro im Vorjahr um 1,6 % auf 454,2 Millionen Euro zu. Besonders positiv verlief die Entwicklung in der Unfallversicherung, wo die Prämieneinnahmen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 5,5 % anstiegen. In der Krankenversicherung wurde die positive Entwicklung der letzten Jahre prolongiert: Die Prämien nahmen von 27,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013 um 6,3 % auf 29,7 Millionen Euro zu. Auch in der Lebensversicherung konnte die Allianz die Prämieneinnahmen steigern: Diese legten von 201,0 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013 um 2,3 % auf 205,6 Millionen Euro zu. „Auch im Niedrigzinsumfeld erweist sich die Lebensversicherung als attraktives Instrument für die private Vorsorge“, erklärt Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich. Über alle Geschäftsbereiche gerechnet, stiegen die abgegrenzten Bruttoprämieneinnahmen auf 689,5 (676,2) Millionen Euro. Das bedeutet im Vorjahresvergleich ein Plus von 2,0 %.

ehr als eine Million Schüler haben das neue Schuljahr begonnen. Viele Eltern sind unsicher, ab wann sie ihre Kinder alleine in die Schule gehen lassen dürfen. Denn die Aufsichtspflicht ist von mehreren Faktoren abhängig. Das notwendige Ausmaß der Aufsicht richtet sich nach Alter, Reife und Entwicklung des Kindes. Weitere Faktoren sind die wirtschaftlichen Lebensverhältnisse der Aufsichtführenden und die Art der „Gefahrenquelle“. Bisherige Urteile verdeutlichen die Komplexität, wie Gerichte die Maßstäbe bezüglich Aufsichtspflichten beurteilen, wie nachfolgende Beispiele zeigen: Erlaubt man einem Neunjährigen unbeaufsichtigt auf einer Wohnstraße Rad zu fahren, verstößt man damit gegen die Aufsichtspflicht. Hingegen verletzt man diese nicht, wenn eine Achtjährige mit verkehrsangepassten Verhalten, um 18 Uhr für eine kleine Besorgung weggeschickt wird. Aufsichtspflichtig sind in erster Linie die Eltern, während des Unterrichts und Schulveranstaltungen auch Lehrer. Je nach Situation können auch Kindergärtner, Pflegeeltern oder Babysitter als Aufsichtspersonen gelten.

Z

M

Die Aufsichtspflicht darf nicht überspannt werden; das heißt, eine vollständige Überwachung des Kindes ist nicht zumutbar. Verursacht das Kind auf dem Schulweg selbst einen Schaden, stellt sich die Frage nach der Haftung. Grundsätzlich beginnt die Deliktsfähigkeit erst mit dem vollendeten 14. Lebensjahr. „Allerdings kann es davor in Ausnahmefällen – unter Berücksichtigung der persönlichen Reife und Einsichtsfähigkeit – zur Haftung des Kindes selbst kommen. Haben Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt, haften sie für ihre Kinder“, klärt Ingo Kaufmann Vorstandsmitglied, auf. Und nicht vergessen, Kinder sind vom Vertrauensgrundsatz im Straßenverkehr ausgenommen.

NIEDERÖSTERREICHISCHE VERSICHERUNG

Maklernet

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ie Niederösterreichische Versicherung hat ihr Vertriebspartnerportal weiter ausgebaut. Den Nutzern steht nun neben der einfachen Kalkulation ein Offert-Programm zur Verfügung, das es ermöglicht, Offerte vor Ort zu erstellen, und zur weiteren Bearbeitung einfach und sicher abzuspeichern., Die Prüfung und Verarbeitung der Anträge erfolgt rasch und der Weg vom Offert zur fertigen Polizze wird damit enorm verkürzt. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet, zur besseren Verständlichkeit sind zahlreiche Funktionen mit Hilfstexten hinterlegt. In der Testphase des neuen Online-Angebotes waren zahlreiche

Maklerpartner direkt eingebunden. Der Online-Dienst der NV besteht seit vielen Jahren und wird monatlich von rund 630 Vertriebspartnern in Anspruch genommen. Die häufigsten Anwendungen sind Bestands- und Schadenabfragen sowie Prämienberechnungen. Darüber hinaus stehen über dieses Portal auch Produktinformationen und Bedingungen zum Download zur Verfügung. „Mit dem Offertprogramm über unser Maklerportal bieten wir unseren Vertriebspartnern nicht nur ein Originaloffert der NV, sondern stellen damit auch eine unmittelbare und rasche Polizzierung nach Einreichung des Antrages sicher“, erklärt NVVorstandsdirektor Mag. Bernhard Lackner.

„Damit haben wir einen weiteren wichtigen Schritt zu noch mehr Serviceorientierung für unsere Vertriebspartner gesetzt“, so Lackner weiter.

Mag. Bernhard Lackner


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Früh übt sich

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inder sollten rechtzeitig vor Kindergarten- und Schulbeginn abgesichert sein. Denn, wie die Statistiken des Kuratoriums für Verkehrssicherheit ausweisen, haben Freizeitunfälle den größten Anteil am Unfallgeschehen in Österreich. Jährlich werden über 800.000 Menschen bei Unfällen verletzt, davon über 600.000 im Haushalt, in der Freizeit und beim Sport. Besonders gefährdet sind Kinder von 0 bis 4 Jahren (Stürze aus der Höhe) und von 14 bis 18 Jahren (Sportrisiko). Eltern unterschätzen dabei sehr oft das Unfallrisiko ihrer Kinder und haben meist keine ausreichende Kenntnis über die Regelungen der gesetzlichen Unfallversicherung. „Vielen Eltern ist nicht bewusst, dass der gesetzliche Unfallversicherungsschutz, beispielsweise für Kindergartenkinder, nur im letzten Jahr vor der Schulpflicht besteht“, weiß Vertriebsvorstand Mag. Harald Riener aus Erfahrung. Dies regelt die Landesgesetzgebung für Kinder, die zum Besuch einer institutionellen Kinderbetreuungseinrichtung im Ausmaß von mindestens 16 Stunden

pro Woche verpflichtet sind. „Die gesetzliche Versicherung zahlt allerdings nur bei etwa 20 % der Unfälle. Nämlich ausschließlich dann, wenn der Unfall in örtlichem, zeitlichem und ursächlichem Zusammenhang mit dem Kindergarten oder der Schule steht, womit Kinder in der Freizeit komplett ungeschützt sind“, ergänzt Riener die Versorgungslücke. Eine Kinder-Unfallversicherung sichert nicht nur am Schulweg, in der Schule selbst und im Kindergarten ab, sondern schützt auch in der Freizeit.

Auch eine günstige Mitversicherung im Rahmen der Familienunfall- oder Alleinerzieherunfallversicherung ist bei der Donau möglich. Die monatliche Prämie variiert je nach ausgewähltem und individuell angepasstem Deckungsumfang. Von der umfangreichen Top Volldeckung inkl. Unfallkosten, bis zu einer ausreichenden Basisdeckung für die Leistung aus dauernder Invalidität, wird alles angeboten. Dadurch können Eltern die Prämie ganz nach spezifischem Bedarf festlegen.

HDI VERSICHERUNG

Sicherster Motorradfahrer

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m ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Saalfelden/Brandlhof wurde „Österreichs sicherster Motorradfahrer“ gekürt. Beim spannenden Finale des Geschicklichkeitsbewerbs setzte sich Marco Pöllinger aus Tauplitz gegen 48 weitere Finalisten durch. Der 32-jährige Steirer gewann damit den Hauptpreis: eine Honda CB1000R. Nur knapp dahinter platzierte sich Ernst Rosenberger aus Zell am See (Salzburg), der als Zweitbester eine iXS Motorradbekleidung im Wert von 1.000 Euro mit nach Hause nimmt. Den immer noch hervorragenden dritten Platz eroberte Walter Müller aus Hinterbrühl (Niederösterreich), der ein Set Michelin Motorradreifen nach Wahl erhält. Darüber hinaus gab‘s für die Plätze 4 bis 10 Gutscheine für ÖAMTC Fahrtechnik Motorrad-Trainings. Die besten 10 erhielten

zusätzlich Shell-V-Power Gutscheine im Wert von 100 (Platz 1-3) bzw. 50 Euro (Platz 4-10). Für die Plätze 11-20 erhielt man einen Michelin Motorradführer Alpen. „Toll, dass unsere gemeinsame Initiative so gut angenommen wurde“, freut sich Wolfgang Kaiser. Der Marketingleiter von HDI ist davon überzeugt, dass so mehr Bewusstsein für aktives, sicheres Fahrverhalten geschaffen werden konnte. „Der Bewerb war ein Anreiz für Motorradfahrer, am Training teilzunehmen und sich so auf die Saison vorzubereiten. Denn unsere Erfahrung zeigt, dass gerade beim Motorradfahren die regelmäßige FahrerWeiterbildung viel bringt. Mit dem Bewerb haben

wir auch viele Personen aus der am meisten unfallgefährdetsen Gruppe der Wiedereinsteiger erreicht“, reüssiert Franz Schönbauer, Geschäftsleiter der ÖAMTC Fahrtechnik.

VERSICHERUNG

DONAU VERSICHERUNG


VERSICHERUNG

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UNIQA INSURANCE GROUP

Belastung

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Millionen hat die UNIQA von den Hypo Alpe Adria Aktien abschreiben müssen. CEO Alexander Brandstetter: „Es wird gegen das Sondergesetz, wie auch schon die VIG angekündigt hat, rechtliche Schritte geben. Wir werden klagen, das ist eine kalte Enteignung von Kundengeldern“, so der CEO. Ein Rückzug aus der Ukraine und Russland ist im Moment nicht geplant. „Ein Rückzug aus dem CEE-Raum ist für uns aber kein Thema“, betont der UniqaChef ungeachtet der Probleme in mehreren Ländern: „Wir glauben an die Region; sie wird zurückkommen, auch wenn sie jetzt schwächelt.“ Das Ergebnis des ersten Halbjahres zeigt einen Zuwachs der verrechneten

Prämien um 2 % auf über 3 Mrd. Euro. Die abgegrenzten Prämien nach IFRS sind um 6 % auf 2,6 Mrd. Euro angestiegen. Das EGT ist um 7,7 % durch den Verkauf der Austria Hotelgruppe gesunken und liegt bei 181,4 Mio Euro. Die Combined Ratio liegt bei 98,3 %.Das Gesamtkapital der UNIQA Gruppe stieg in den ersten sechs Monaten um 9 %´auf 3.04 Mrd. Euro Die Solvabilitätsqoute im ersten Halbjahr ist mit 301,8 % weiterhin sehr stark und verbesserte sich gegenüber dem Jahresende um 14,7 %. Brandstetter: „Wir sind in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld weiter auf Kurs geblieben. Unser Ziel für das Gesamtjahr 2014, das EGT gegenüber 2013 wieder deutlich zu steigern, bleibt aufrecht.“

Alexander Brandstetter

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Kreditversicherung

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ie R+V Versicherung bietet mit dem Kreditversicherungsprodukt Kredit 500 einen erleichterten Einstieg in die Materie. Es werden drei Produktvarianten angeboten. KTV-G500 „Sicherheit geben – Liquidität bewahren“, im Rahmen der Garantieversicherung

werden Gewährleistungsgarantien und Haftrückläße für Gewährleistungsverpflichtungen gestellt. Bei entsprechender Bonität kann ein Gesamtlimit von 50.000,- Euro gedeckt werden, pro Auftrag und Objekt max. 5.000,-- WKV 500 „Risiko Forderungsausfall – Existenzgefährdung vermeiden“, hier wird ein wirksamer Schutz vor Forderungsausfällen bei Zahlungsunfähigkeit i n l ä n d i s c h e r Auftraggeber geboten. Unter anderem besteht Ve r s i c h e r u n g s s c h u t z für Forderungen, die spätestens 6 Monate nach jeder einzelnen Lieferung oder Leistung fällig werden. Es wird Ve r s i c h e r u n g s s c h u t z für Forderungen bis 5.000 je Auftraggeber ohne vorheriger Bonitätsprüfung geboten. Je Versicherungsjahr werden bis 50.000 Euro durch entstehende Dr. Martin Beste Ausfälle gedeckt. VSP 500

„Firmenvermögen vor Kriminelle schützen“, hier kann der Unternehmer seine eigenen Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen ergänzen und sein Betriebsvermögen gegen Wirtschaftsdelikte wie z. B. Betrug, Diebstahl, Unterschlagung und Geheimnisverrat, sowie Vertragsstrafen infolge eines Versicherungsfalls durch eigene Mitarbeiter, absichern. Die Versicherungssumme beträgt 50.000,- Euro. Dies stellt den Höchstbetrag der Entschädigungsleistung für jeden einzelnen Versicherungsfall einschließlich der versicherten Folgekosten dar. Sämtliche Produkte zeichnen sich durch einen Pauschalbeitrag von 500 Euro aus. „Um den Versicherungsmaklern beim Vertrieb von Kreditversicherungsprodukten zu unterstützen und Ihnen durch den Aufbau von Fach-Know-how ein weiteres Alleinstellungsmerkmal im hart umkämpften Firmenkundengeschäft zu bieten, haben wir die leicht verständlichen und vor allem preiswerten Produktvarianten der Reihe „Kredit 500“ eingeführt“, kommentiert Dr. Martin Beste, Hauptbevollmächtigter der R+V in Österreich, den Start der Produktreihe.


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HELVETIA VERSICHERUNG

Starkes Wachstum

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egen den Trend hat sich das Lebensversicherungsgeschäft bei der Helvetia Versicherung im ersten Halbjahr entwickelt. Das Gesamtprämienaufkommen ist um 4,8 % auf 137,7 Mio Euro gestiegen. Im Lebensversicherungssegment gab es einen Zuwachs um erfreuliche 13 % auf 52,3 Mio. Euro. Der Wachstumstreiber des ersten Halbjahres war die fondsgebundene Lebensversicherung, hier konnte im ersten Halbjahr ein Anstieg von 25,5 % auf 13,1 Mio Euro gemeldet werden. Das Schaden-Unfall Geschäft exkl. Transportversicherung hat ein Wachstum von 2,2 % zu verzeichnen. Die Combined Ratio inkl. Transportversicherung liegt bei 97,8 %. Burkhard Gantenbein, CEO Helvetia Versicherungen AG: „Die Erfolge der letzten Jahre und des Halbjahres 2014 bestätigen unsere Strategie und unsere Umsetzungsarbeit. Die Halbjahreszahlen

zeigen einmal mehr sehr deutlich: Helvetia ist ein verlässlicher Partner für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner. Wir sind ein sehr profitables Unternehmen. Durch den Kauf der Basler haben wir unsere Position am Markt weiter gestärkt und zählen nun zu den zehn größten Versicherern Österreichs.“ Die Helvetia Gruppe steigerte im ersten Halbjahr 2014 ihren Gewinn um 9,8 % auf CHF 196,9 Mio. Das Geschäftsvolumen wuchs um 1,3 % (in Originalwährung) auf CHF 4.821,7 Mio. Der Prozess zum Schulterschluss mit Nationale Suisse verläuft nach Plan. Stefan Loacker, CEO der Helvetia Gruppe, freut sich über den Halbjahresabschluss 2014 und den geplanten Schulterschluss mit der Nationale Suisse: „Das starke Halbjahresergebnis 2014 unterstreicht die erfolgreiche Entwicklung der Helvetia Gruppe. Ertragsorientiertes Wachstum

Burkhard Gantenbein und eine solide Kapitalausstattung bilden das beste Fundament, um gemeinsam mit der Nationale Suisse eine einzigartige Versicherungsgruppe mit guten Erfolgsaussichten zu formieren.“

VIG

Gewinnsprung

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er Gewinn vor Steuern beim VIG Konzern ist im ersten Halbjahr um 41,4 % auf 290,9 Mio Euro gestiegen, der Nettogewinn um 51,9 % auf 213,5 Mio. Euro. Die Combined Ratio ist auf 97,1 % gesunken (99,8 %) die Verwaltungskosten des Konzers sind um weitere 4,2 % reduziert worden. Peter Hagen CEO: „Die starken CEE Ergebnisse tragen zur guten Entwicklung des Konzerns wesentlich bei. Auch die in Rumänien gesetzten Maßnahmen zeigen erste positive Wirkungen. Die neuerliche Bestätigung unseres „A+“ Ratings, mit stabilen Ausblick durch S&P, unterstreicht darüber hinaus die Finanzkraft der VIG“. Das Finanzergebnis des Konzerns lag bei 551,6 Mio Euro. Die Kapitalanlagen der VIG inklusive der liquiden Mittel erreichten rd. 30,5 Mrd. Euro. Für die, vom Schuldenschnitt

betroffene, Hypo Alpe Adria Anleihen mussten Wertberichtigungen von rund 50 % bzw. 24 Mio. Euro vorgenommen werden. Weitere 12,5 Mio Euro abgeschrieben wurden für die Verkehrsbürobeteiligungen. Die Verfassungsbeschwerde werde voraussichtlich in den nächsten Wochen eingebracht, so Hagen bei der Halbjahrespressekonferenz. Er erwartet, dass eine Entscheidung rasch im nächsten Jahr erfolgen könnte. Die Erfolgschancen würden von allen Beratern mit über 50 % eingeschätzt. Eingebracht wird die Beschwerde wegen des Untreueparagrafen. Die VIG habe Hypo-Papiere zu fortgeführten Anschaffungskosten von rund 90 Mio. Euro, so Finanzvorstand Martin Simhandl. Je rund die Hälfte davon sind Nachrang-Anleihen mit Kärntner Landeshaftung und mit Haftungen der Republik Österreich.

Peter Hagen


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Kooperation mit Gesundheitsclub

M

ediclass, das größte Ärztezentrum Österreichs, kooperiert ab sofort auch mit der Generali Versicherung AG. Christoph Sauermann, Geschäftsführer von Mediclass: „Wir freuen uns über das große Vertrauen und bin davon überzeugt, dass die rund 100.000 Generali-Kunden mit einer privaten Krankenzusatzversicherung von dem neuen Service einer Direktabrechnung begeistert sein werden.“ Grund: Mediclass übernimmt die komplette Administration mit der gesetzlichen Krankenkasse und rechnet die erbrachten Leistungen direkt mit der Generali Versicherung ab. In der Regel sind Rechnungen von Privatund Wahlärzten zur Gänze vor Ort zu begleichen und müssen danach vom

Patienten sowohl beim gesetzlichen als auch privaten Krankenversicherer eingereicht werden. Bei Mediclass geht das in einem Schritt. Zu bezahlen ist ausschließlich die Rechnung in Höhe des Kassentarifs, dessen Rückerstattung Mediclass für den Patienten beantragt. Der Privatanteil wird direkt mit der Generali Versicherung abgerechnet. Dr. Peter Thirring, Vorstandsvorsitzender der Generali Gruppe Österreich: „Der doppelte Vorteil für unsere Versicherten hat uns von der Service-Qualität von Mediclass überzeugt. Kunden mit einer privaten Krankenzusatzversicherung haben im größten österreichischen Ärztezentrum eine 80 Prozent geringere Zahlungsvorleistung als bei einem anderen Privatarzt und gleichzeitig umfassendes Service bei der Abrechnung.“ Das Konzept

von Mediclass mit über 60 Ärzten und Therapeuten unter einem Dach stößt auf sehr positive Resonanz. Besonders die schnellen und pünktlichen Arzttermine wissen Mediclass Kunden sehr zu schätzen. „Bereits über 16.000 zufriedene Kundenbesuche bestätigen unser Konzept. Wir werden uns in den nächsten Jahren nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern unsere Services weiter ausbauen“, so Mediclass-Gründer Sauermann. Auch bei der Generali wird bereits über einen Ausbau der Kooperation mit Mediclass nachgedacht. Generali-Vorstandschef Thirring: „Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsvorsorge gibt es spannende Ansatzpunkte, über die wir in den nächsten Monaten mit Mediclass noch eingehend diskutieren werden.“

iOS App Store oder Google Play erhältlich. Die aktuellen Funktionen von CofaMove sind z. B. die Suche und Identifizierung der Unternehmen, die Übersicht über aktuelle Kreditlimits sowie die OnlineBeantragung von neuen Kreditlimits. Diese Funktionen werden bis zum Ende des Jahres noch erweitert. Die mehrsprachige Applikation ist gratis für mehr als 40.000 Cofanet Benutzer erhältlich. „CofaMove ist ein neuer Schritt auf dem Weg der Innovation, zu dem wir unsere Kunden und Interessenten einladen.

Wir haben im Jahr 2012 mit TopLiner den ersten Schritt gesetzt und kürzlich mit einer maßgeschneiderten Lösung für KMUs fortgeführt Mit der neuen Applikation gehen wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein und eröffnen neue Perspektiven für ein noch schnelleres Risikomanagement. Durch unsere integrierte technische Plattform können unsere Kunden diese neue App vom ersten Tag an weltweit nutzen“, erklärt Patrice Luscan, Coface Group Marketing and Strategy Director.

COFACE

CofaMove

C

oface geht online; Mit der neuen SmartphoneApp CofaMove haben Kunden überall und jederzeit mobilen Zugriff auf Cofanet, der Online Plattform für das aktive Management von Kreditversicherungsverträgen. Die Applikation ist gratis im

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Sonderkonditionen Der Fachverband der Finanzdienstleister und Höher Insurance Services GmbH haben für Finanzdienstleister, die sich den Standesregeln der Finanzdienstleister unterwerfen eine attraktive Sonderlösung für die Berufshaftpflichtversicherung. Für die Sonderkonditionen sind ein aufrechter Vertrag oder ein Neuantrag sowie eine positive Qualitätsprüfung erforderlich. Der VN darf kein Mitversicherungsnehmer im Rahmen einer Vertriebsgruppenlösung sein

und muss die letzten 5 Jahre schadenfrei sein. Treffen diese Voraussetzungen zu, erhält der Versicherungsnehmer eine erhöhte Deckungssumme zur Grundprämie ohne Prämienzuschlag und kann so eine Deckung für Schäden von bis zu EUR 6 Millionen erhalten. René Hompasz dazu: „Jeder Versicherer ist bestrebt eine möglichst risikoarme Versichertengemeinschaft zu haben. Die Standesregeln des Fachverbandes

für Finanzdienstleister sind ein äußerst begrüßenswerter Ansatz, da hier eine über das gesetzliche Ausmaß hinausgehende Weiterbildung gewährleistet wird, was aus der Sicht des Versicherers zur Risikominimierung beiträgt. Umso mehr freut es mich, dass Komm.-Rat Wolfgang Göltl meinen Vorschlag aufgenommen hat und wir die aktuellen Sonderkonditionen für Finanzdienstleister vereinbaren konnten.“

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PENSIONSVORSORGE

Ignorieren ist der falsche Weg

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ach der Aussage von Bundesminister Hundstorfer, dass die Versicherungen und Banken mit Ihrer Aussage, dass es eine Pensionslücke geben wird, nur Kapital schlagen wollen, reagieren nun doch einige auf diese völlig realitätsfremde Aussage. Unteranderem veranstalten die Wiener Versicherungsmakler am 1. Und 2. Oktober im Rahmen der Wiener Universitätsmesse UniLeben eine Informationsveranstaltung, um jungen Erwachsenen einen umfassenden Informationsüberblick über Sicherheit

Brigitte Kreuzer

und Versicherung zu geben. Angefangen von der Haftpflichtversicherung bis zu Haushaltsversicherung der ersten Wohnung bis hin zur Altersvorsorge. „Wer jung ist, kann sich das Ausmaß eines Unfalls oder einer Krankheit, wie Invalidität, Berufsunfähigkeit oder Haftung mit dem Privatvermögen nur schwer vorstellen. Häufig sind Offerte von Versicherungen so komplex und deren Vertragsbedingungen kompliziert formuliert, sodass es für die meisten jungen Erwachsenen unmöglich ist, die Fallen beim Versicherungsabschluss zu erkennen. Das führt dazu, dass 18 bis 25-Jährige entweder gar nicht oder unzureichend versichert sind“, erklärt Brigitte Kreuzer, FachgruppenobmannStv. der Wiener Versicherungsmakler. Denn auch wenn die Pension noch sehr fern scheint, je früher man vorsorgt desto besser. Im Hinblick auf diese Veranstaltung ist das Ergebnis einer Studie des Market Institut im Auftrag des Fachverbandes der Finanzdienstleister besonders erschreckend, denn die Mehrheit der unter 30-jährigen hat überhaupt keine Vorstellung darüber, welches Einkommen sie in der Pension erwartet. Diese Personen

beschäftigen sich daher auch nicht mit Vorsorge. Wolfgang K. Göltl Obmann des Fachverbandes Finanzdienstleister: „Wer in der Pension den gewohnten Lebensstandard beibehalten will, muss mit der Vorsorge möglichst frühzeitig beginnen“. Drei Viertel der Österreicher zwischen 50 und 60 Jahren glauben von der Höhe der eigenen Pension zu wissen. Die unter 50-jährigen erweisen sich eher als uninformiert. Die Mehrheit der Befragten zwischen 18 und 60 Jahren kann keine Abschätzung des Verhältnisses von Aktiveinkommen und Pension vornehmen.

Wolfgang K. Göltl

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KOLUMNE

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Heißer Sommer in Brüssel

von Johannes Muschik

Keine Sommerpause gab es heuer für Europas Finanzaufseher und Österreichs Branchenvertreter der Versicherungsvermittler und Finanzberater, AFPA und FECIF. Während vielerorts Urlaub angesagt war, fanden auf EU Ebene zahlreiche Hearings und Konsultationen zur Umsetzung neuer Richtlinien und Verordnungen statt. Versicherungsvermittler dürfen für den Verkauf von Lebensversicherungen weiterhin Provisionen entgegen nehmen, sofern ihnen das die EU Mitgliedsstaaten nicht untersagen. Nach intensiven Verhandlungen mit Branchenvertretern und Konsumentenschützern hatte das scheidende Europaparlament diese für die Versicherungsbranche erfreuliche Regelung unter dem Titel „IMD 1.5“ beschlossen. Wobei Lebensversicherungen künftig als s.g. PRIIPs, Packaged Retail Insurance Investment Products gelten. Gemeint sind konkret Fondsgebundene und Kapitallebensversicherungen. Ihr Verkauf wurde mit einem eigenen Paragrafen in die EU Richtlinie für Wertpapierdienstleistungen (MiFID-2) integriert. Interessenskonflikte sollen minimiert werden Wenn Versicherungsgesellschaften oder -vermittler eigene Interessen über jene ihrer Kunden stellen können Konflikte auftreten. Vor allem die Art und Weise, wie Vermittler für ihre Leistungen bezahlt werden wurde in diesem Zusammenhang oft als negatives Beispiel zitiert. Provisionen, Retrozessionen und finanzielle Incentives können einseitige Verkaufsanreize liefern.

Gleichzeitig bevorzugt der Großteil der Versicherungskunden das erfolgsabhängige Provisionssystem zur Vergütung ihrer Berater. Da Provisionen prinzipiell weiterhin erlaubt sind untersuchte die europäische Versicherungsaufsicht (EIOPA) wie Interessenskonflikte bei der Vermittlung von PRIIPs geregelt werden können. AFPA und FECIF nahmen sowohl an der Konsultation als auch am Hearing der Behörde in Frankfurt im Juli dieses Jahres teil. Dabei bekräftigten sie erneut, dass Versicherungskunden selbst entscheiden können sollen, wie sie ihre Berater bezahlen. Kern der neuen EU Vorschriften sind „effektive Maßnahmen“, um zu verhindern, dass Interessenskonflikte Kunden schaden. Makler, Agenten aber auch angestellte Verkäufer von Banken und Versicherungen werden gleichermaßen in die Pflicht genommen. Versicherungsvermittler haben „im besten Interesse des Kunden“ zu handeln. Sie haben sich fair zu verhalten und müssen eindeutig und unmissverständlich kommunizieren. Die Maxime lautet: Konflikte erkennen, vermeiden, managen oder – wenn all das nicht hilft – sie den Kunden gegenüber offenlegen. Die EU Kommission ist ermächtigt, den Marktteilnehmern konkrete Schritte vorzuschreiben und eine Liste von Kriterien zu definieren, wann

Zum Autor: Johannes Muschik ist Obmann von AFPA und Deputy von FECIF, dem EU Dachverband der Finanzberater und Versicherungsvermittler in Brüssel. In seinen Funktionen nimmt er laufend an Konsultationen zur Regulierung des EU Finanzmarktes teil. schädliche Interessenskonflikte drohen. Ihr Vorbild sind die Organisationsvorschriften der MiFID, die bereits heute für Wertpapierfirmen gelten. AFPA und FECIF wiesen darauf hin, dass diese Vorgaben nicht automatisch auch für Makler und Agenten anwendbar sind. Gefordert ist vielmehr ein „smarter“ und für die Betriebsgröße von Versicherungsvermittlern passender Ansatz. Proportionalität für Klein- und Mittelbetriebe

Juan-Manuel Viver (Better Finance, Konsumentenschützer), Guillaume Bérard (Belgische Finanzaufsicht), Dr. Ludwig Pfleger (Österreichische Finanzmarktaufsicht), Johannes Muschik (AFPA/FECIF) und William Vidonja (Europäischer Versicherungsverband) beim Hearing in Frankfurt im Juli.

Fast die Hälfte der Betriebe von Versicherungsmaklern und –agenten sind Ein-Personen-Unternehmen. Nur 16% beschäftigen mehr als fünf Mitarbeiter (Quelle: AFPA Marktstudie 2012/13). Vergleicht man damit MiFID regulierte Wertpapierfirmen, dann fangen Wertpapierfirmen bei ihrer Organisationsgröße dort an wo Versicherungsvermittler aufhören. Organisationsvorschriften der MiFID können daher nicht 1:1 auf Versicherungsvermittler übertragen werden. Vielmehr ist darauf zu achten, dass kleine Betriebe durch neue


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KOLUMNE

Vorschriften nicht überproportional belastet werden. Aktuell wird von den EU Aufsehern und der europäischen Kommission an entsprechenden Regelungen getüftelt. EU Wertpapieraufsicht will Provisionen aushebeln Ebenfalls diesen Sommer konsultierte die europäische Wertpapieraufsicht in Paris, ESMA, die Marktteilnehmer über die konkrete Anwendung der MiFID-2. Auch hier waren die heimischen Berater durch AFPA und den EU Dachverband FECIF an vorderster Front vertreten. Aufsehen erregte bei Branchenvertretern und Industrie, dass ESMA sprichwörtlich „päpstlicher als der Papst“ sein wollte. In der EU Richtlinie ist festgelegt, dass unabhängige Berater keine Provisionen entgegen nehmen dürfen. Deklariert man hingegen gegenüber Kunden die eingeschränkte Produktauswahl sind Provisionen weiterhin erlaubt. Die EU Wertpapieraufsicht entwickelte dazu eine Interpretation, die über die Vorgabe des EU Parlaments hinausgehen würde. Demnach wären Provisionen immer verboten, sofern nicht explizit nachgewiesen werden kann, dass sie zur Verbesserung der Qualität der Dienstleistungen für Kunden dienen. AFPA und FECIF wiesen darauf hin, dass die Aufgabe von ESMA die Umsetzung der MiFID und nicht das Erfinden neuer Inhalte einer bereits verabschiedeten Richtlinie ist. Man trat entschieden gegen die überschießende Interpretation der EU Regeln ein und erinnerte ESMA daran, dass sie kein Mandat hat, zusätzliche Rechtsakte zu erfinden. Vielmehr soll die Behörde den Marktteilnehmern helfen, eine für ihre Praxis anwendbare Umsetzung zu erreichen. Nach der Teilnahme am offenen Hearing in Paris von 7. bis 9. Juli erstellte das FECIF Rechtsbüro eine ausführliche Stellungnahme. Themenbereiche sind neben der Vergütung von Vermittlern die Compliance, das Beschwerdemanagement, Telefonaufzeichnungen, Produktüberwachungspflichten und das Managen von Interessenskonflikten. Versicherungsvermittler Richtlinie in der Pipeline Die italienische Ratspräsidentschaft arbeitet intensiv an der Umsetzung der neuen EU-Vermittlerrichtlinie, IMD-2. Für die Versicherungswirtschaft handelt es sich um eines der wichtigsten Vorhaben aus Brüs-

Johannes Muschik (AFPA/FECIF), Axel Kleinlein (Bund der Versicherten) und Fred de Jong (Zentrum für Versicherungsstudien Amsterdam) bei der Tagung in Hamburg. sel. Noch vor der Wahl im Februar hatte das Parlament seinen Entwurf vorgelegt. Anfang September präsentierte die Ratspräsidentschaft dazu einen Kompromissvorschlag. Aktuell bereitet FECIF ihre Stellungnahme vor. Folgendes zeichnet sich ab: Übergeordnetes Ziel der EU ist es, Barrieren für den grenzüberschreitenden Verkauf zu reduzieren. Ist ein Vermittler in einem Mitgliedsstaat zugelassen dann darf er auch in anderen EU Ländern tätig werden. Offen ist noch, ob ein Aufnahmestaat zusätzliche Anforderungen stellen darf, auch wenn ein Vermittler in einem anderen Mitgliedsstaat alle Zulassungskriterien erfüllt. Fix ist, dass angestellte Verkäufer von Versicherungsunternehmen in die Richtlinie miteinbezogen werden. Ebenso integriert wird die Online-Vermittlung im Internet. Portale, die nur Informationen bereitstellen könnten ausgenommen werden, hier laufen die Verhandlungen noch. Elektronikhändler, Reiseveranstalter und andere Annexvermittler dürften dafür, mit geringeren Auflagen, unter IMD2 fallen. Strittig ist noch die Anzahl der Stunden, die Vermittler künftig für Weiterbildung aufwenden müssen. Das Europäische Parlament brachte 200 Stunden Fortbildung innerhalb von fünf Jahren ins Gespräch. Aktuell dürften 50 Stunden auf fünf Jahre verteilt übrig bleiben. Die Fortbildung soll künftig von einer staatlichen Kontrollbehörde überprüft werden. Gutes aus Österreich für Brüssel Immer wieder für Aufmerksamkeit in der EU sorgt „Best Practise“ Made in Austria.

So zeigten sich etwa Konsumentenschützer in Brüssel positiv vom heimischen Maklergesetz überrascht. Es war Ihnen zuvor nicht bekannt gewesen, dass in einem EU Land bereits derart umfassende Pflichten zur Wahrung der Kundeninteressen existieren. Diese wurden von AFPA daraufhin in die englische Sprache übersetzt und als Modell für sinnvolle Regelung von Interessenskonflikten ins Spiel gebracht. Führend in Europa ist Österreich übrigens auch bei der Regelung des Berufszugangs. Das und die verpflichtende Aus- und Weiterbildung ist gerade beim kommenden Treffen der EU Ratspräsidentschaft in Neapel, an dem FECIF Vertreter teilnehmen, auf der Tagesordnung. Vorbereitend dazu erstellte AFPA eine Zusammenfassung der Qualifikationserfordernisse für Makler, Agenten und Vermögensberater in Österreich als Beispiel dafür, wie dies auch in anderen EU Ländern geregelt werden könnte. Auch die positiven Erfahrungen heimischer Konsumenten mit der Beratung und Vergütung von Versicherungsvermittlern fanden, in ein englisches Factsheet übersetzt, inzwischen ihren Weg nach Brüssel und waren Thema bei einer Tagung von EU Vertretern und Konsumentenschützern in Hamburg dieses Jahres. Diese und weitere Erfahrungen zeigen dass mit einer aktiven Vertretung in Europa durchaus Erfolge für die heimischen Versicherungsvermittler und Finanzberater erreicht werden können. Geht es nach dem Plan der italienischen EU Präsidentschaft könnte die Entscheidung über die IMD-2 bis Ende des Jahres fallen. Danach wäre die Richtlinie innerhalb von 24 Monaten innerstaatlich umzusetzen.


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Wohlfühloase Hochgebirge von Micky Klemsch

Urlaub ist manchmal auch so etwas wie Flucht: Vor dem Alltag, dem Job oder der gewohnten Umgebung. Immer mehr wollen auch raus aus der Hitze oder weg von allergenen Erregern.

Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und die leichte Freizeitbekleidung wieder den Pullovern weichen muss, kann man ein Resumee über den vergangenen Sommer machen. Sommer? Zuletzt hat man ihn kläglich vermisst. Die durchgängig schönen Urlaubswochen waren heuer so selten, wie der Schnee im Winter zuvor. Wenn es dann aber mal heiss wurde, dann wurde es richtig heiss. In der Stadt eigentlich fast unerträglich. Mit dem Klima wandeln sich auch Gewohnheiten Über die letzten Jahre hat man es gemerkt. Die Hitzerekorde werden jährlich überboten

und dauerhafte Temperaturen von 35°C sind keine Seltenheit mehr. Das ist vor allem in den Großstädten sehr unangenehm. Der Beton der Straßen speichert und reflektiert die Hitze, in den hohen Häuserschluchten steht die Luft und in der Nacht gibt es kaum Abkühlung. Wenn dann allmorgentlich die Bettwäsche durchgeschwitzt ist und man täglich schon viermal duscht, ist die Zeit reif für die Stadtflucht. Aber wohin? An den klassischen Destinationen im Süden wartet noch mehr Sonne. In der näheren Umgebung bieten sich hier höhergelegene Gegenden an. Bergregionen in denen es etwas kühler ist, die letzten Gewächse vor der Baumgrenze aber noch Schatten für die Wanderer bieten.


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REISE

Sommerdestination Schigebiet Der Katschberg, eine Tourismusregion an der Grenze zwischen Salzburg und Kärnten, ist ein traumhaftes Wintersportgebiet. In 1.641 m Seehöhe ist gute Schneelage quasi die ganze Saison garantiert. Von dort führen Seilbahnen und Schilifte auf beiden Seiten bis über die Baumgrenze. Der Blick vom Tschaneck oder Aineck ist unvergleichlich. In den letzten Jahren entwickelt sich die Region Katschberg/ Rennweg aber zu einer Ganzjahresdestination. Angebote für Sportler und insbesondere Familien mit Kindern bringen immer mehr Urlauber auch zwischen Mai und September in die luftige Höhe am Rande der Hohen Tauern. Klar sieht man hier auch im Sommer die Spuren des intensiven Wintertourismus. Nur wenige der zahlreichen Liftbetriebe sind auch im Sommer in Betrieb, große Teile der Gastronomiebetriebe sind nur im Winter offen. Aber die Natur bietet hier auch eine tolle Kulisse für einen spannenden Sommerurlaub und Betriebe wie die Hotels der Falkensteiner Gruppe stellen eine Infrastruktur, nach der sich der Stadtflüchtige im Sommer sehnt. Die attraktiven Wanderungen zu bewirtschaf-

teten Almhütten, Mountainbikerouten für Velokraxler, ein großer Klettergarten und rund um die winterlichen Kinderpisten ein Bogenschiess-Parcours der Extraklasse. Eigentlich ist für jeden etwas dabei, wer aber Anleitungen zum Urlaubsvergnügen benötigt, den nimmt man hier auch gerne mal bei der Hand: Zum Beispiel bei der GPS Schatzsuche für die ganze Familie am Aineck, geführten Wanderungen oder dem Ballsporttag in Katschhausen. Die Kinder Erlebniswelt Katschhausen nennt sich der Naturerlebnisweg am Bergkamm. Neben den Sportanlagen und der örtlichen Reitanlage hat man liebevoll ein Kinderdorf gebaut. Mit Streichelzoo, Beobachtungsturm, den Holzhütten der „Katschlinge“ und einer kleinen Bühne. Die Kleinen sind bei einem Rätselspiel gefordert, für die richtige Lösung gibt es einen Preis im Tourismusbüro. Am Weg dorthin geht es aber auch am Quad Parcours vorbei und gut behelmt kann man hier ein paar Runden auf diesem wilden Gefährt kaum widerstehen.

Das Hotel Cristallo bietet auch ein breites Angebot für die kleinsten Familienmitglieder. Vom eigenen Kinderhallenbad mit Erlebnisrutsche bis zum Kindergarten, wo man die Kleinen auch mal unter Aufsicht alleine lassen kann. Wer sich Sommerurlaub ohne Baden nicht vorstellen kann, findet auch weitere In- und Outdoorbecken bei den beiden Falkensteiner Hotels. Und bis zum Millstätter See braucht es auch nur knapp 30 Fahrminuten. Etwas näher gelegen, kommt man den Berg hinab durch den Blumenort Rennweg ins ruhige Pöllatal. In der autofreien Zone verkehrt die Tschu-Tschu Bahn. Den kleinen Bach entlang, vorbei an einer Kletterwand und ruhigen Pfaden kann man bis zur Kochlöffelhütte gebracht werden. Zumindest eine Richtung sollte man aber gehen, so schön ist es hier. Ein äusserst angenehmer Nebeneffekt für allergiegeplagte Zeitgenossen: In der Höhenlage des Katschberges gibt es ab Anfang Juni quasi keinen Pollenflug mehr. Die Gräserblüte ist in dieser Höhenlage intensiv, aber viel kürzer. Und damit benötigen Urlauber ihre Taschentücher höchstens gegen die Tränen, die sie vergiessen, wenn sie am Ende des Urlaubs wieder zurück in die hitzige Stadt müssen.


VAV: 360° Service für Vertriebspartner Die Serviceorientierung eines Versicherers wird zunehmend zum Gradmesser für unabhängige Vermittler – nicht umsonst werden Servicekomponenten bei diversen Awards bewertet. Dr. Peter Loisel, VAVVorstand für Vertrieb und Marketing, präsentiert den „VAV Service-Radar“. Die Anforderungen an guten Vermittlerservice haben sich – teilweise getrieben

Persönliche Betreuung In vielen Fällen finden die VAV und ihre Vertriebspartner über persönliche Kontakte zusammen, noch bevor eine Courtagevereinbarung getroffen wird. Der persönliche Aspekt bildet auch in der weiteren Zusammenarbeit den „Draht“ zwischen Vermittler und VAV. Zentrale Unterstützung erhalten die VAV-Vertriebspartner von den engagierten Service Teams. „Viele Vertriebspartner erzählen uns, dass sie als unabhängige Vermittler bei der VAV persönlich bekannt sind und sich wertgeschätzt fühlen, während sie sich bei großen Häusern teilweise als „Vermittlernummer“ in einem anonymen Call-Center vorkommen“, betont Loisel. Vor Ort sind die Regionalleiter die ersten Ansprechpartner. Loisel: „Unsere Maklerbetreuer – wir nennen sie wegen ihrer Bedeutung als Markenbotschafter „Regionalleiter“ – sind Versicherungsprofis, die über großes Fachwissen und Entscheidungs-Pouvoir verfügen. Die meisten von ihnen sind schon seit vielen Jahren für die VAV tätig und setzen sich für „ihre“ Vertriebspartner mit großem Elan ein.“ Online-Portal VAV PRO Bereits 2006 stellte die VAV umfangreiche Bestandsinformationen per Extranet zur Verfügung. Inzwischen ist das Vertriebspartner-Portal VAV PRO zu einem mächtigen Arbeitsinstrument für Vertriebspartner geworden. „VAV

durch gestiegene Kundenerwartungen – in den letzten Jahren stark verändert. Passgenauer Service ist dabei das Um und Auf. „Dass die VAV für sehr attraktive Prämien steht, ist in der Branche weithin bekannt. Im KFZ-Test der ÖGVS-Gesellschaft für Verbraucherstudien hat die VAV aber auch in der mittels Mystery Shopping streng überprüften Servicequalität Spitzenergebnisse erzielt“, freut sich Loisel. Und eine Der VAV-Service Radar

PRO ist bei den Vermittlern sehr beliebt. Das hat auch das gute Abschneiden beim Assekuranz-Award Austria 2013 bestätigt“, so Loisel. „Besonders großes Augenmerk legen wir auf die Online-Tarifrechner für alle Privatsparten. Mit der XML-Anbindung an das Backend-System der VAV erreichen wir eine Automatisierungsquote, die in der Branche einzigartig ist.“ Courtage und Provision Rund 150 Vermittler entscheiden sich jedes Jahr zur Zusammenarbeit mit der VAV. „Üblicherweise nehmen wir binnen 30 Minuten, nachdem die Anfrage zur Zusammenarbeit bei uns eingelangt ist, mit dem

Erklärung dafür hat er auch parat: „Als Maklerversicherer können wir uns ganz auf die Anforderungen des unabhängigen Vertriebs konzentrieren. Daher müssen unsere Mitarbeiter im Service und Vertrieb auch einen hohen Grad an Einsatzbereitschaft und Kompetenz zeigen“, so Loisel. „In unserem Service-Radar setzen wir im Wesentlichen auf vier Dimensionen, wo wir besondere Exzellenz an den Tag legen wollen.“

neuen Vertriebspartner Kontakt auf und helfen bei den ersten Schritten“, beschreibt Loisel den effizienten Prozess, und setzt fort: „Neue Vertriebspartner kommen sofort in den Genuss unseres mehrfach gelobten Provisionssystems. Wir zahlen stets pünktlich und korrekt und bieten mit der Bonus-Provision ein echtes Zuckerl: Denn in der KFZ-Versicherung können um bis zu 100 Prozent mehr Provision lukriert werden – vom ersten Vertrag weg und ohne weitere Verpflichtung.“ VAV-Premium-Services „Wir wollen außergewöhnlichen Service bieten und leiten daraus auch die Verantwortung ab, unseren Vertriebspartner echten Mehrwert zu bieten“, unterstreicht Loisel die Positionierung als Maklerversicherer. Unter dem Begriff der VAV-Premium-Services werden viele Extras angeboten, beispielsweise: -) Mehrfach ausgezeichnete Best-AdviceProdukte, welche speziell für den unabhängigen Vertrieb entwickelt wurden. -) Top-Informationen per Newsletter und VAV FORUM, dem Vertriebspartner-Magazin der VAV. -) Standort-Suche auf vav.at: Mehr als 30.000 Kunden werden pro Jahr an die VAV-Partner geroutet. -) Website-Check: In Kooperation mit HEROLD Business (Infos unter www.VAVPRO.at/website-check). -) Kundenschutz, da die VAV keinen eigenen Außendienst hat. -) Andruck des WKO-Gütesiegel auf allen Maklerpolizzen.

Weitere Infos zu den Services der VAV finden Sie unter www.VAVPRO.at.


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TESTSIEGER Test 05/2014, 16 Anbieter im Test: Tarife & Servicequalität

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Foto: clipdealer.de / pixelio.de / Montage

*LAUT ÖGVS 05/2014


WIRTSCHAFT

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Sind Versicherungskunden zur Zahlung einer eigenen Vergütung für unabhängige Beratung bereit? Ergebnisse einer empirischen Untersuchung in Österreich vor dem Hintergrund der Novellierung der EU-Versicherungsvermittlungsrichtlinie (Insurance Mediation Directive, IMD) Durch einen Fehler in der Redaktion haben wir Ihnen liebe Leser, den letzten Teil der empirischen Untersuchung vorenthalten.

Teil 3

Manuel Möhring BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien

Zustimmung zu Vergütung für unabhängigen Berater durch Versicherungsunternehmen (Frage 6) In Frage 6 wurde die Zustimmung zur Aussage, „Die Vergütung eines unabhängigen Versicherungsberaters sollte von dem Versicherungsunternehmen übernommen werden, bei dem ich die Versicherung abschließe.“ erhoben. Abbildung 25 stellt die Verteilung der Antworten in absoluten Zahlen dar. Auffällig ist, dass 48 Personen und somit 29,27 % der Aussage zu 100 % zustimmen. 9 Personen und somit 11,59 % lehnen die Aussage hingegen komplett ab. Die restlichen Probanden waren eher unentschlossen was daran zu erkennen ist, dass 59 Personen zwischen 50 % und 70 % angekreuzt haben. Jedoch ist eindeutig festzustellen, dass eine Tendenz vorhanden ist, zu sagen, dass die Vergütung

des unabhängigen Versicherungsberaters vom Versicherungsunternehmen übernommen werden sollte. Dies ist noch besser anhand des Boxplots in Abbildung 26 zu erkennen. Der Median liegt bei 70 %. Dies zeigt, dass über 50 % aller Probanden der Aussage zu 70 % oder mehr zustimmen. Die durchschnittliche Zustimmung liegt bei 63,66 %. Lediglich 25 % stimmen der Aussage zu 50% oder weniger zu. Abbildung 25: ZustimDie Auswer tung mung zu Vergütung für unnach Geschlecht er- abhängigen Berater durch gab bei den Mittel- Versicherungsunternehmen werten der Zustim- (Frage 6): Verteilung (absomung fast gleiche lut) der Antworten (n=164)

Abbildung 26: Zustimmung zu Vergütung für unabhängigen Berater durch Versicherungsunternehmen (Frage 6): Boxplot (n=164)

Abbildung 27: Zustimmung zu Vergütung für unabhängigen Berater durch Versicherungsunternehmen (Frage 6) nach Geburtsjahr: Boxplot (n=164)

Werte (männlich: 63,95 %, weiblich: 63,33 %, allerdings mit unterschiedlicher Streuung bzw. Schiefe der Verteilung). Beim Alter – vgl. Abb. 27 - konnte ein positiver linearer Zusammenhang zwischen abnehmendem


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die große Anzahl der Zustimmungen mit „0 %“, dann der dennoch ziemlich hohe Median bei etwa 85 % und insgesamt die große Streuung der Antworten auffallen (vgl. Abb. 30).

Abbildung 29: Zustimmung zu Vergütung für unabhängigen Berater durch Versicherungsunternehmen (Frage 6) nach Bildungsabschluss: Boxplots (n=164)

WIRTSCHAFT

Lebensalter und steigender Zustimmung festgestellt werden (vgl. Abb. 28). Keine allzu großen Unterschiede bei den mittleren Zustimmungswerten gab es zwischen den Gruppen beim Bildungsabschluss (zwischen 59,44 % und 69,09 %) – vgl. Abb. 29 - und beim monatlichen Nettoeinkommen (zwischen 56,47 % und 70 %), wobei allerdings bei der Gruppe der Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen ab 4000 Euro

Abbildung 28: Zustimmung zu Vergütung für unabhängigen Berater durch Versicherungsunternehmen (Frage 6) nach Geburtsjahr: Regressionsgerade (n=164)

Abbildung 30: Zustimmung zu Vergütung für unabhängigen Berater durch Versicherungsunternehmen (Frage 6) nach monatlichem Nettoeinkommen: Boxplots (n=164)

Alternative Vorgangsweise der Kunden (Frage 7) In Frage 7 wurde die Zustimmung zur Aussage, „Ich recherchiere lieber auf anderem Weg nach einer passenden Versicherung, als mich auf Kostenbasis von einem unabhängigen Versicherungsberater beraten zu lassen.“ erhoben. Die Abbildungen 31 und 32 stellen das uneinheitliche Antwortverhalten dar. Der Mittelwert der Zustimmung beträgt 45,43 %. Die Auswertung nach dem Geschlecht der Befragten ergab eine höhere mittlere Zustimmung bei den männlichen Probanden (48,95 %) gegenüber weiblichen Personen (41,54 %). Zwischen den Jahrgangsgruppen von 1950 bis 1999 ergaben sich nur geringe Unterschiede (von 42,06 % für die Gruppe „1990 bis 1999“ bis 50,44 % für die Gruppe „1980 bis 1989“), allein deutlich niedriger allerdings die Jahrgangsgruppe „1949 und früher“ mit 24,00 %, vgl. Abb. 33.

Die Abbildungen 34 und 35 zeigen die Auswertungen der Frage 7 nach höchstem Bildungsabschluss bzw. nach monatlichem Nettoeinkommen. Es fällt auf, dass der Mittelwert der Zustimmung zu alternativer Vorgangsweise bei der Einkommensgruppe „ab 4000 Euro“ mit Abstand niedriger ist (36 %) als bei den anderen – diesbezüglich ziemlich einheitlichen - Einkommensgruppen (45,25 % bis 46,98 %).

Abbildung 33: Zustimmung zu alternativer Vorgangsweise (Frage 7): Boxplot (n=164)

Abbildung 31: Zustimmung zu alternativer Vorgangsweise (Frage 7): Verteilung (absolut) der Antworten (n=164)

Abbildung 32: Zustimmung zu alternativer Vorgangsweise (Frage 7): Boxplot (n=164)

Abbildung 34: Zustimmung zu alternativer Vorgangsweise (Frage 7) nach Bildungsabschluss: Boxplots (n=164)


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Zusammenfassung der Ergebnisse Von denjenigen aus der gesamten Stichprobe (n=205), die sich vorstellen können, unabhängige Beratung bei der Suche nach einer geeigneten Versicherung in Anspruch zu nehmen (80 %; 164 Befragte), liegt die Zustimmung zur

Zahlung einer Vergütung hierfür dann, wenn es im Zuge dessen zum Abschluss einer Versicherung kommt, im Mittelwert bei 51,04 %; dann, wenn es nicht zu einem Abschluss einer Versicherung kommt, bei 27,13 %, wobei hier 69 von 164 oder 42,07 % der Befragten zu 0 % zustimmen. Der Mittelwert der Zustimmung dazu, dass die Vergütung eines unabhängigen Versicherungsberaters vom Versicherer, bei dem auch die Versicherung abgeschlossen wird, übernommen werden soll, lag bei 63,66 %.

abgeschlossen wurde. Man muss hier deutlich herausstellen, dass diese Meinung nicht im Kontrast zur Bereitschaft einer Honorarzahlung für unabhängige Beratung steht. Ein Proband kann durchaus bereit sein, ein Honorar zu entrichten, aber trotzdem der Ansicht sein, dass das Versicherungsunternehmen die Vergütung übernehmen sollte. Man erkennt, dass trotz der möglichen negativen Folgen hinsichtlich des Verbraucherschutzes die Probanden dieses Vergütungssystem einer direkten Honorarzahlung vorziehen. Zusammenfassend kann man also sagen, dass die durchgeführte Befragung belegt, dass es ein Potential an interessierten Versicherungskunden gibt, die professionelle Beratung in Anspruch nehmen wollen und auch die Bereitschaft haben, bei Abschluss einer Versicherung ein Honorar für die Vermittlung zu entrichten. Sehr ausgeprägt ist aber die Auffassung, dass die Beratungsleistung selbst keinen zu vergütenden Mehrwert für den Kunden darstellt. Das Verbot einer Provisionsleistung durch Dritte auf der Grundlage einer an welcher Stelle auch immer verbindlich erlassenen Regelung für Österreich würde zwar einen Einschnitt für die Berufsgruppe der Versicherungsmakler darstellen, eine dauerhafte komplette Verweigerungshaltung beim Kunden hinsichtlich der Zahlung eines Honorars

für die Beratung an sich ist angesichts eines breiten Verständnisses dafür, dass es gerade für finanzintensive und komplexe Versicherungsprodukte einer professionellen Beratung bedarf, nicht zu befürchten. Durchaus auch im Rahmen der Befragung feststellbare rationale Überlegungen beim Kunden, die durch eine komplexe Aufklärung ergänzt werden sollten, dürften dazu beitragen, dass kundenorientierte Versicherungsmakler auch weiterhin erfolgreich geschäftlich agieren können. Die Ansprüche an einen Versicherungsmakler würden dabei, auch aufgrund neuer Transparenzregelungen im Entwurf zu IMD 2, deutlich steigen. Dementsprechend ist eine Reduzierung an Versicherungsmaklern auf dem österreichischen Markt nicht auszuschließen. Eine genaue Prognose der Größenordnung, durch ein mögliches Provisionsverbot, ist auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse aber nicht möglich.

Abbildung 35: Zustimmung zu alternativer Vorgangsweise (Frage 7) nach monatlichem Nettoeinkommen: Boxplots (n=164)

Interpretationsansätze (M. Möhring) Mit 51,04 % Zustimmungsniveau sind die Probanden somit generell durchaus dazu bereit, für eine unabhängige Beratung eine Vergütung direkt an den Berater zu zahlen, wenn eine Versicherung abgeschlossen wird. Problematisch für Versicherungsmakler hingegen erscheint die doch ganz überwiegend festzustellende Ablehnung der Befragten bezüglich einer Honorierung auch solcher Beratungen, die nicht zu einem Versicherungsabschluss führen (Zustimmung bei lediglich rund 27,13 %). Auch hier ist die Bereitschaft der Befragten dann größer, wenn sie eine Beratung finanzintensiverer und komplexerer Versicherungen vor Augen haben. Die Probanden sind demnach insgesamt eher dazu bereit, für unabhängige Beratung zu zahlen, wenn ihnen bei komplizierten Versicherungsentscheidungen geholfen wird, die sich stark auf ihr Budget auswirken. Diese Aussage gilt also auch, wenn es nicht zum Abschluss einer Versicherung kommt. Die befragten Personen wurden im Einleitungstext des Fragebogens deutlich auf die Problemstellung eines möglichen Interessenskonfliktes für den Versicherungsmakler hingewiesen, um sich kritisch damit auseinandersetzen zu können. Trotzdem waren die Befragten überwiegend der Meinung, dass die Vergütung eines unabhängigen Versicherungsberaters von dem Versicherungsunternehmen beglichen werden sollte, bei dem die Versicherung

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Betriebliche Kollektiv-Versicherung

Der Weg zu einer betrieblichen Garantiepension führt über die Betriebliche Kollektiv-Versicherung (BKV)

Die BKV ist als „betriebliche Garantiepension“ in ihrer Form einzigartig, denn sie bietet Planbarkeit schon lange vor der Pension. Nun gibt es neue Möglichkeiten, in dieses Modell einzusteigen.

Einige Kollektivvertragspartner haben inzwischen ebenfalls die Vorzüge der BKV erkannt und für ihre Branchen die Möglichkeit geschaffen, Teile des Gehalts steuerwirksam in eine betriebliche Pensionsvorsorge umzuwandeln. Das hat den Vorteil, dass der umgewandelte Betrag ohne Abzug von Steuern und Abgaben für die Altersvorsorge investiert werden kann. Die Vorteile einer betrieblichen Garantiepension bleiben nun auch Anwartschaftsberechtigten

Wichtiger Stichtag: 31. Oktober 2014 Die Wechselmöglichkeit besteht grundsätzlich nur einmal im Jahr. Stichtag für die Entscheidung ist der 31. Oktober. Anwartschaftsberechtigte einer Pensionskasse, die mit 1. Jänner 2015 in die BKV umsteigen wollen, müssen ihren Wechselwunsch sowohl dem Arbeitgeber als auch der Pensionskasse bis spätestens 31. Oktober 2014 schriftlich bekannt geben. Wenngleich die Mitwirkung des Arbeitgebers unverzichtbar ist um die Rahmenbedingungen für die Ausübung der Wechseloption zu schaffen, trifft ihn keinerlei Verpflichtung, die Mitarbeiter inhaltlich zu beraten. Eine Beratungspflicht besteht auch nicht für den Betriebsrat. Anwartschaftsberechtigte wenden sich bei Interesse direkt an die Pensionskasse bzw.

Versicherung. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat in einer speziellen Verordnung zur Wechseloption festgelegt, welche Informationen dem Berechtigten sowohl von der Pensionskasse als auch von der Versicherung zur Verfügung zu stellen sind. Der Wechselwunsch ist nur dann wirksam, wenn diese Informationen vollständig erteilt worden sind. © Florian Schulte

Sicherheit und Garantien stellen für die Österreicher die wichtigsten Kriterien der Altersvorsorge dar. Die BKV erfüllt genau diese Ansprüche durch die Kombination mehrerer Garantieelemente. Der garantierte Rechnungszins wirkt nicht nur in der Ansparphase, sondern auch während des Pensionsbezugs. Der zusätzliche Gewinnanteil ist zwar nicht im Voraus abzusehen, sobald er aber dem Vertrag zugewiesen wird, ist er verbindlicher Vertragsbestandteil und kann nicht mehr sinken. Besonders bedeutend ist weiters die verbindliche Festlegung der Rententafeln für die gesamte Dauer des Vertrages. Mit diesen Faktoren wird die Höhe der lebenslangen Zusatzpension von Beginn an transparent. Die betriebliche Garantiepension bedeutet für den Einzelnen, dass seine Leistungen weder durch steigende Lebenserwartung noch durch Schwankungen an den Kapitalmärkten gekürzt werden können.

eines Pensionskassenmodells nicht verschlossen. Wer das 55. Lebensjahr vollendet hat, dem bietet sich seit 2013 die Möglichkeit, von der Pensionskasse in die BKV zu wechseln. Diese Entscheidung kann jeder persönlich nach seinen Bedürfnissen treffen. Allerdings muss der Arbeitgeber - ggf. gemeinsam mit dem Betriebsrat - die vertraglichen Voraussetzungen dafür schaffen. Denn ein BKV-Rahmenvertrag des Arbeitgebers mit einer Versicherung ist eine rechtliche Voraussetzung für die Durchführbarkeit eines Umstiegs. Sogar bei der Pensionierung – dieser Stichtag stellt die endgültig letztmalige Wahlmöglichkeit dar – steht dem Begünstigen die Entscheidung nur dann frei, wenn der (frühere) Arbeitgeber durch Abschluss eines BKV-Rahmenvertrages die Grundlagen dafür geschaffen hat.

Dr. Hemma Massera Leiterin der Abteilung Betriebliche Personenversicherung, Generali Versicherung AG „Die BKV ist die betriebliche Vorsorgeform, die sich durch Transparenz und Planbarkeit schon weit vor dem Pensionsbeginn auszeichnet. Der Gesetzgeber ermöglicht es Mitarbeitern, selbst über den Sicherheitsgrad ihrer späteren betrieblichen Zusatzpension zu entscheiden. Die Unternehmen sind daher aufgerufen, die notwendigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen“.

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KOLUMNE

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EZB öffnet Geldschleusen Kreditzinsen am „Nullpunkt“ von Michael Kordovsky Ein breites Maßnahmenbündel der Europäischen Zentralbank soll die europäischen Kreditmärkte ankurbeln. Die aktuellen „Null-Leitzinsen“ machen Wohnkredite dramatisch billiger. Um in den Genuss dieser günstigen Konditionen zu gelangen ist eine entsprechende Kreditwürdigkeit erforderlich, die man durch die richtigen Schritte erlangen kann. Die strenge Prüfung von 128 systemrelevanten oder mit öffentlichen Geldern gestützten Banken durch die EZB (Europäische Zentralbank) geht in den Endspurt. In der 2. Oktoberhälfte wird dann feststehen welches Institut den Stresstest bestanden hat. Bis dahin können sich die Banken nicht sicher sein, ob sie den Gesundheitstest bestanden haben. Das verunsichert Bankmanager: Die Folge ist eine vorsichtige Bilanz- und Kreditvergabepolitik aber auch ein Bestreben zur Stärkung der Eigenmittelbasis. Das Wachstum der Kredite österreichischer Banken an die privaten Haushalte und Unternehmen war bis April 2014 bereits seit ca. 2,5 Jahren rückläufig. Im Zeitraum von November 2013 bis April 2014 lag die Vergabe neuer Kredite an österreichische Unternehmen mit 35,8 Milliarden Euro um ca. 3 Milliarden unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, während die Neukreditvergabe an private Haushalte auf brutto 10 Milliarden Euro stagnierte. Wesentlich restriktiver ist die Kreditvergabe in den Peripherieländern der Eurozone. Geldspritze gegen Kreditklemme Dem wirkte die EZB durch ihre Maßnahmen vom 5. Juni und 4. September entgegen. So hat die EZB ihren wichtigsten Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz), nach der Senkung vom 5. Juni (von 0,25 auf 0,15 %), am 4. September um weitere 10 Basispunkte auf 0,05 % reduziert, während der Einlagenzinssatz bei der EZB bereits am 5. Juni negativ wurde. Seither zahlen Banken einen Strafzins, auf Gelder, die sie bei der EZB parken anstatt sie beispielsweise als Kredite an die Realwirtschaft zu vergeben. Der Strafzins wurde am 4. September von

-0,10 auf -0,20 % erhöht. Allerdings führen marginale Zinsbewegungen noch zu keiner größeren Umleitung der Geldmenge in die Realwirtschaft, weshalb die Zinsschritte noch mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen begleitet sind: So wurde durch den Verzicht der EZB auf die wöchentliche Absorption jener Liquidität, die sie einst durch den Kauf von Staatsanleihen dem Bankensystem zuführte, anfänglich 164,5 Milliarden Euro frei und die Hauptrefinanzierungsgeschäfte werden noch bis mindestens Ende Dezember 2016 als Mengentender mit Vollzuteilung abgewickelt. Mehr Liquidität bedeutete höheren Veranlagungsdruck für Banken, die nicht nur bei Staatsanleihen in den Peripherieländern nach verhältnismäßig „hohen“ Renditen jagen, sondern sich vermehrt auch spekulativeren Investments wie High Yield Bonds, Emerging-Markets-Bonds und Aktien zuwenden. Dies erklärt auch, weshalb sich trotz der aktuell starken geopolitischen Spannungen die Rückschläge der Aktienmärkte in Grenzen halten, während die Renditen 10jähriger griechischer, portugiesischer und italienischer Staatsanleihen binnen eines Monats um jeweils 87, 68 bzw. 45 Basispunkte zurückgingen (Stichtag 10.09.14). Langlaufende italienische Staatsanleihen weisen nur noch eine Rendite von 2,36 % auf. Ein Jahr zuvor lag sie noch bei 4,53 % und die Rendite vergleichbarer portugiesischer Papiere hat sich binnen eines Jahr gar um 394 Basispunkte auf 3,15 % mehr als halbiert. Um jedoch zunehmend mehr Geld über Kredite in die Realwirtschaft zu lenken, beschloss die EZB am 5. Juni folgende Maßnahme: Bis Ende 2016 soll es zur Refinanzierung von Unternehmenskrediten und Konsumkrediten privater Haushalte

mehrere Refinanzierungstranchen (TLTROs, targeted longer-term refinancing operations) mit einer Laufzeit bis September 2018 geben. Der anfängliche Kreditanspruch berechtigt die Banken, 7 % des Gesamtbetrags ihrer am 30. April 2014 ausstehenden Kredite an den nichtfinanziellen privaten Sektor des Euro-Währungsgebiets (ohne Wohnungsbaukredite an private Haushalte) aufzunehmen. Die erste Tranche gab es bereits im September und der nächste Termin ist im Dezember. Das anfängliche Gesamtvolumen liegt bei 400 Milliarden Euro. Danach folgen im Zeitraum von März 2015 bis Juni 2016 quartalsweise TLTROs im Ausmaß bis zur 3-fachen Höhe der über eine festgesetzte Referenzgröße hinausgehenden Nettokreditvergabe jeder EZB-Partnerbank an den nichtfinanziellen privaten Sektor des Euroraums (ohne Wohnungsbaukredite an private Haushalte). Die Refinanzierungskonditionen sind dabei äußerst günstig. Sie liegen nur bei 0,15 % (Hauptrefinanzierungssatz plus ein Aufschlag von 10 Basispunkten). Am 4. September wurde noch zusätzlich ein Kaufprogramm für in Wertpapieren verbriefte Kredite (ABS, asset backed securities) beschlossen. Banken bekommen so die Gelegenheit ihre Bilanzen zu bereinigen, um Platz für neue Kredite zu schaffen, was die Kreditvergabe an KMU´s ankur-


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beln sollte. Letzteres ist kein Novum und wurde schon lange vorbereitet und auch die Nullzinspolitik beeindruckt die Märkte nur noch relativ wenig. Sie hatte lediglich ein paar marginale Anpassungen der Geldmarktzinsen zur Folge. Kredite werden billiger Nachdem am 4. September der Leitzins um 10 Basispunkte auf ein Rekordtief von 0,05 % gesenkt wurde, ging Tags darauf der 3-Monats-Euribor als wichtigster Refinanzierungsindikator von 0,149 auf 0,104 % zurück und bis 9.9. sogar auf 0,089. Am langen Ende hingegen sind die radikalen Maßnahmen der EZB bereits vorweggenommen worden, denn der für 10jährige Fixzinsbindungen relevante 10-JahresEuro-Swapsatz hat bereits am 28.8. sein 52-Wochen-Tief von 1,07 % erreicht ehe bis 8.9. wieder ein Anstieg auf 1,16 % erfolgte. Offensichtlich blicken die Märkte weiter in die Zukunft und gehen davon aus, dass die Niedrigzinsphase nicht für die Ewigkeit bestimmt ist. Denn sollte sich die Konjunktur der Eurozone eines Tages wieder erholen, dann erhöht sich auch das Zinsniveau. Dieses Szenario liegt aber noch in der Zukunft. Derzeit sinken die Kreditkosten. Ein variabel verzinster Wohnkredit auf Basis des 3-Monats-Euribors hat sich faktisch über Nacht um 0,7 Basispunkte verbilligt, was bei einem Kreditbetrag von 200.000 Euro pro Jahr 140 Euro weniger Zinsaufwand bedeutet. Im Falle einer Rundung auf Viertelprozentpunkte gibt es nun noch größere Sprünge. Lauteten beispielsweise die Kreditkonditionen auf 3-Monats-Euribor plus 1,50 Prozentpunkte Aufschlag kaufmännisch gerundet auf Viertelprozentpunkte, so sind es nun statt 1,75 nur noch 1,50 %, was bei einem Kreditbetrag von 200.000 Euro mit jährlich 500 Euro ins Gewicht fällt. Bewegung kommt auch in die Produkte mit Fixzinsbindung: So waren schon vor der jüngsten EZB-Leitzinssenkung bei der BAWAG P.S.K. 10- bzw. 15jährige Fixzinsbindungen für 2,875 bzw. 3,25 % möglich, während die Bank Austria 10jährige Fixzinsbindungen ab 2,75 % p.a. anbot. Die BAWAG P.S.K. überzeugt dabei mit Laufzeiten von bis zu 40 Jahren sowie BlankoFinanzierungen bis zu 75.000 Euro und rechnet Sonderzahlungen wie Urlaubs- und

Weihnachtsgeld in ihrer Haushaltsrechnung zur Gänze an, woraus größere Kreditvergabespielräume resultieren. Angesichts der neuen Rahmenbedingungen sind bei den renommierten Großbanken bald neue Produkt-Highlights - entweder mit besonders langer Fixzinsbindung oder besonders niedrigen Fixzinsen - denkbar. Fixzinskredite ab 2,625% p.a. könnten vereinzelt bereits jetzt (11.9.14) schon machbar sein. Auch bei den Bausparkassen hat sich in jüngster Zeit einiges getan: Die Untergrenzen purzeln, Kombifinanzierungen mit Banken und flexible Darlehen mit einer anfänglich niedrigen Belastung sind im Vormarsch. Am niedrigsten ist die Untergrenze derzeit bei der start:bausparkasse (ehemals ABV Bausparkasse), die am 1. September ihre Zinsuntergrenze von 2,875 auf 2,125 % senkte. Die Bausparkasse überzeugte bereits bisher mit einer Reihe flexibler Finanzierungsprodukte, wie beispielsweise dem PlusDarlehen, bei dem auf einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren nur 20 % des Darlehens getilgt werden müssen. Die Zinsobergrenze bei den Bausparkassen liegt einheitlich bei 6,0 %, weshalb Bauspardarlehen interessante Alternativen mit Zinsabsicherungskomponente darstellen. Gegenwärtig ist der Produktmix zahlreicher Kreditinstitute im Umbruch. Gleichzeitig dringen mittlerweile die ersten deutschen Banken mit Sonderkonditionen in den österreichischen Markt ein. Kredite richtig beantragen Doch nicht jeder Kreditnehmer kommt auch in den Genuss dieser traumhaften Konditionen. Vielen bleibt nach wie vor der Weg zur Bank versperrt und der Traum von den eigenen vier Wänden unerfüllt. Oft haben Kunden dabei vergessen, ihre Hausaufgaben zu machen. Sie präsentieren sich, vereinfacht ausgedrückt, falsch gegenüber ihrer Hausbank und anderen Instituten und verspielen Finanzierungschancen mit der Folge, dass Ablehnungen von Finanzierungsanträgen auch als Eintrag im KSV landen, was wiederum nachteilig ist für weitere Kreditanfragen. Das muss nicht sein, denn eine Anfrage über einen Kreditmakler kann hier viel Aufwand und Nachteile ersparen helfen. Kreditmakler wissen, worauf Banken wert legen und pflegen eine

professionelle Kommunikation auf Augenhöhe mit den einzelnen Sachbearbeitern unterschiedlicher Banken. Dazu Mag. Harald Draxl, Geschäftsführer der INFINA  Credit  Broker GmbH: „Grundsätzlich ist zu sagen, dass bei einer Einbeziehung von mehreren Banken die Ablehnungsquoten tendenziell zurückgehen. Das Problem ist jedoch, dass der Kunde oft nicht über die richtigen Zugänge und Ansprechpartner in den Banken verfügt, bzw. die Schmerzgrenzen dort nicht kennt. Hier kann ein ungebundener Kreditmakler als Experte helfen.“ Als „Erste Hilfe“ gibt  Draxl  zukünftigen Kreditnehmern  folgenden  Überblick über die häufigsten Ablehnungen und schnellen Gegenmaßnahmen mit auf den Weg:   Ablehnungsgründe von Banken und Abhilfe 1. Vielfach zu geringe Eigenmittel: Lösung: Eigenmittelersatz über bestehende Lebensversicherungen, Bausparverträge, Wertpapier-Depots u. Ä.; Alternativ wären Zusatzsicherheiten in Form von Liegenschaften als Simultansicherheit 2. Schlechte Dynamik bzw. Rückzahlungsfähigkeit: Lösung: Lange Laufzeiten wählen; Banken bzw. Produktpartner wählen, welche längere Laufzeiten anbieten bzw. die Komponente der Bewertung der Rückzahlungsfähigkeit günstiger durchrechnen bzw. eine Kreditoffensive fahren; Teilbürgschaften oder Bürgschaften generell. 3. Zu junge Kreditnehmer (analog Punkt 2) 4. Zu alte Kreditnehmer (analog Punkt 2) 5. Negativer KSV-Einträge: Lösung: KSV Löschung beantragen; Gründe ausführlich erklären; Zusatzsicherheiten bestellen, solange diese Eintragung noch besteht 6. Keine Nachhaltigkeit im Job: Lösung: Bürgschaften dritter Personen bzw. Sicherheiten erhöhen 7. Schlechte Liegenschaftswerte: Lösung: Aufwertung der Liegenschaften verlangen, mehrere Banken einbeziehen


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risControl 09/2014  

Ausgabe September 2014