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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation NR. 09 • 2016 • HEFT 446 • 37. JAHRGANG • EURO 10

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Bei Unzustellbarkeit retour an: risControl, 3701 Oberthern, Oberthern 33


EDITORIAL

App mal wieder Liebe Leserin, Lieber Leser! Das digitale Zeitalter hat uns im Alltag schon voll erwischt. Hinter jeder Ecke schlummert ein Appdownload, der uns das tägliche Leben vereinfachen soll und kann, bei richtiger Anwendung natürlich. Beim europäischen Forum in Alpbach haben sich die Versicherungsmakler ebenfalls die Formen der zukünftigen Digitalisierungsmöglichkeiten, deren Anwendungen und deren mögliche Konkurrenz zum heimischen Versicherungsmaklervertrieb näher ansehen können. Es gibt Insurtechs die nur in den Startlöchern stehen, um Konsumenten das Produkt Versicherung schmackhaft zu machen, mit Hilfe von „laufenden Bildern“ und die damit gewonnene Sicherheit äußerst attraktiv gestalten. Es wird nicht lange dauern und das Zukunftsszenario mit Versicherungsabschluss am Smartphone wird Usus sein. Dafür bedarf es aber noch einige Hürden zu überwinden, denn noch scheint es bei so einigen Apps an der Standardisierung zu hapern. Es macht bei so mancher Anwendung den Anschein, als dass es doch noch Menschen gibt die Daten eingeben, diese warten und auch noch so einige Fehler dabei machen. Es menschelt zum Glück also doch noch. Nehmen wir den von vielen Menschen so gern genutzten SMS-Dienst, laut einem technikaffinen Menschen fast schon etwas Vorsintflutartiges. Man meldet sich an, um rechtzeitig an die Entleerung seiner Mülltonnen erinnert zu werden, meistens erhält man ein SMS am Vorabend. Ist hilfreich und spart Papier, der Abfuhrplan wird nicht mehr ausgedruckt. Aber übersiedeln ist dabei nicht so empfehlenswert, auch nach einigen Abmeldeversuchen im Internet ist ein Abbestellen des Dienstes einfach nicht möglich. Irgendwann fahre ich zu meinem vorigen Wohnort und stelle meinen Nachmietern die Mülltonnen raus, die werden es nicht fassen können, ich kann als Rechtfertigung sagen, dass ich einfach meinem Abfall SMS-Dienst folge. Oder die Wetterwarnung, die einmal eingetragen anscheinend nicht änderbar ist. Es ist sehr hilfreich zu erfahren, dass gegen 1 Uhr in der Nacht Sturm und Hagel erwartet wird, aber bitte am aktuellen Wohnort und nicht an einem der letzten Wohnorte. Da ist das Aufwecken durch ein Warn- SMS nicht dienlich, man denkt kurz nach, ob der Nachmieter hoffentlich die Fenster geschlossen hat, dreht sich um und schläft wieder ein. Nach einer weiteren Stunde kommt zum Hagel und Sturm auch

noch die Warnung eines Gewitters, die Stimmung sinkt, der Ärger nimmt zu und am nächsten Tag versucht man nochmals über einen standardisierten Abmeldeprozess seinen Wohnort zu ändern und hofft - bis zum nächsten Gewitter. Ich könnte meinen Nachmieter so einiges über seinen Wohnort erzählen, er würde glauben ich verfolge ihn. Und von solchen standardisierten Apps, SMS-Diensten und so weiter gibt es einige, so wie Fahrzeuglokalisierung mittels App, auch nach Rückgabe des Fahrzeuges war noch einige Monate lang ersichtlich wo genau das Auto unterwegs ist. Kleine Späße – unterstützt durch die App – wie Hupen hätten wir problemlos ausführen können. Eines stell ich mir auch interessant vor, einen Kühlschrank mittels App mit der Einkaufsliste zu verbinden. Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen den Kühlschrank und die Verbindung der App wird nicht getrennt, der Kühlschrank meldet Ihnen beim Einkaufen nun fehlende Lebensmittel, die Sie doch gar nicht haben wollen. Da kann man dann nur hoffen, dass der Einkaufende es rechtzeitig merkt. Liebe Leserin, lieber Leser es sind keine fiktiven Beispiele, es können alle gerne bei uns in der Redaktion wahrheitsgetreu betrachtet werden. Vom eingebauten GPS Sender in dem erst kürzlich gekauften Auto meiner Tochter erzähle ich Ihnen lieber nichts. Ihre Doris Schachinger

Urkunde risControl, Oberthern A16-05926 Magazin "risControl" 9/September 2016 - 4 56s. - PUR Diese Urkunde bestätigt die Kompensation von Treibhausgasemissionen durch zusätzliche Klimaschutzprojekte. CO2-Äquivalente

2.328 kg Unterstütztes Klimaschutzprojekt

Wasserkraft Renun Indonesien ClimatePartner-ID

11293-1609-1002 Ausgestellt am

16.09.2016

risControl 09/16 03 Über folgende URL erhalten Sie weitere Informationen über die Kompensation


INHALT

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EDITORIAL

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03 App mal wieder

KARRIERE 06 Head of Claims EMEA | XL Catlin 06 Verstärkung | Zürcher Kantonalbank 08 Head of Account | Coface 08 Vertrieb | Gothaer Lebensversicherung AG 09 Neuzugänge | DIE Maklergruppe

NEWS 06 Vorsicht Fristversäumnis 06 Fondsauflösung | DWS 07 Insolvenzursachen 2015 | KSV1870 07 Baltikum | VIG Vienna Insurance Group 07 Novelle | Gesetzgebung 07 Datensicherheit | Together 08 Senkung | fair finance 08 Börsegang | China 08 BVK | Deutschland 08 Internet Erfolg | Oberösterreichische Versicherung 04 risControl 09/16

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INTERVIEW 16 Eine Portion Hartnäckigkeit | UNIQA Österreich 28 60 Jahre Rechtsschutz | D.A.S. Rechtsschutz 32 OMDS 3.0 wird neuer Standard | VVO 34 Größe gibt Kraft | SAFE 7 38 Die Zwei mit Weitblick | DIE Maklergruppe 46 Das wichtigste Kommunikationstool – Zuhören | Allianz Versicherung

VERSICHERUNG 26 Nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser… | faircheck 26 Halbjahresergebnisse | VIG/ UNIQA 33 UNIQA trennt sich von Niederösterreichischer | UNIQA 36 bAV: Alternativen zur klassischen LV sind gefragt 42 Wissen als Schlüssel zum Erfolg

Inhalt

September 2016

TITELGESCHICHTE 20 Vom Setzkasten zum Webinar

STUDIE 10 Risikomanagement und Versicherung von EinPersonen-Unternehmen (EPUs)

FINANZEN 18 Ungewöhnliche Wertanlage für musikalische Investoren


INHALT

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VERANSTALTUNG 24 Award | EUCUSA 24 Österreichs sicherster Motorradfahrer | HDI Versicherung 25 Sommer, Sonne, Schifffahrt | g&o 52 Notwendige Fortschritte oder unnötige Irrwege? | Fachverband der Versicherungsmakler

KOLUMNE 54 Der risControl Expertenausblick 2016 | Michael Kordovsky

MARKT 44 Sicherheitsgefühl | Allianz Versicherung 44 Beliebteste Anlageform | GfK 45 Sightseeing mit Pikachu & Co | Allianz Global 45 Recommender Studie | Fachverband Versicherungsmakler

REISE 50 Wenn jemand eine Reise tut, So kann er was verzählen.

SCHLUSSPUNKT 58 Vorschau 58 Impressum Ausgabe-Nr.: 09 risControl 09/2016 Heft-Nr.: 446 37. Jahrgang

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KARRIERE / NEWS XL Catlin

Head of Claims EMEA Die Versicherungssparte von XL Catlin gab heute die Ernennung von Elina Selin als Head of Claims EMEA bekannt. In ihrer neuen Funktion wird Frau Selin die Leitung der Schadenregulierungsteams von XL Catlin in zwölf Ländern übernehmen. Anlässlich der Ernennung erklärte David Miller, Chief Regional Claims Officer for International Claims & Global Claims Operations: „Ein hervorragender Schadenregulierungsservice ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal in der Versicherungsbranche. Um dies zu erreichen, müssen wir die besten Talente anwerben und halten. Daher freue ich mich sehr, dass Eli-

na jetzt Teil unseres Unternehmens ist. Sie verfügt über genau die richtigen Qualifikationen und die Managementerfahrung, um unser Team zu leiten und um sicherzustellen, dass wir unseren Ruf für eine hervorragende Schadenregulierung wahren und noch weiter ausbauen können.“ Elina Selin war zuvor bei der Zurich Insurance Group tätig, wo sie zuletzt die Position Claims Business Partner bekleidete und für die Schadenregulierung im Bereich Global Corporate European Middle East and Africa zuständig war. Sie verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung in einer Vielzahl von unterschiedlichen Funktionen

Elina Selin auf dem Gebiet der Schadenregulierung in der gesamten Region EMEA, einschließlich Schweden und der Schweiz. Frau Selin hat ein Studium der Rechtswissenschaften (LLM) an der Universität Turku in Finnland abgeschlossen.

Vorsicht Fristversäumnis Aufgrund einer wenig bekannten Frist sind Eltern derzeit von Rückforderung des Kinderbetreuungsgeldes bedroht. Grundsätzlich kann das Betreuungsgeld von allen Eltern in Österreich bezogen werden, auch von Selbstständigen. Während des Bezuges dürfen

aber bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Doch auch wer diese Einkommensgrenze beachtet. kann trotzdem von einer Rückforderung bedroht werden, wenn der Nachweis nicht fristgerecht bei der Sozialversiche-

rungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft eingereicht wird. Für alle Bezieher von Kinderbetreuungsgeld ab 2014 besteht noch die Möglichkeit einen entsprechenden Nachweis bei der Sozialversicherungsanstalt bis Ende 2016 einzubringen.

Zürcher Kantonalbank

DWS

Verstärkung

Fondsauflösung

Seit Anfang August verstärkt Sabine Weinmann das Asset Management-Team der Zürcher Kantonalbank Österreich AG. Die 33-Jährige Wienerin unterstützt in ihrer neuen Funktion das Fondsmanagement der Privatbank. Die studierte Betriebswirtin, Sabine Weinmann verstärkt seit 1. August das Team von Vorstandsmitglied Christian Nemeth, und wechselt von Ariqon Asset Management in die Hegelgasse. Davor war sie beim Bankhaus Sal. Oppenheim tätig. „Wir sind sehr froh, Sabine Weinmann neu im Asset Management-Team der Zürcher Kantonalbank Österreich AG begrüßen zu können. Höchste Qualität und persönliche Betreuung bei der Anlageberatung werden in unserem Haus großgeschrieben. Unser Anspruch ist es, auf jeden Kunden individuell abgestimmte

Die Deutsche Asset Management International GmbH (DWS) informiert, dass einige ihrer Fonds im November liquidiert werden. Das bedeutet, dass der gesamte Fonds aufgelöst wird und das angelegte Kapital einschließlich der aufgelaufenen Erträge an die Anteilinhaber anteilig ausgeschüttet wird. Mit 4.November wird der DWS FlexPension 2025 Sparplan liquidiert Mit 18. November folgen die Fonds: DWS FlexPension 2016 – 2023, DWS FlexPensions II 2019 bis 2025. Mit 23.November folgt der DWS FlexPension (CH) per 2019. Die WWK Versicherung hat sich daher dafür entschieden, dass das Garantiefondskonzept – also auch die Garantiefonds mit Laufzeit länger als 2016 - mit sofortiger Wirkung für das Neugeschäft, einem vom Kunden gewünschten Fondswechsel und einer Zuzahlung nicht mehr zugelassen wird.

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Sabine Weinmann optimale Anlagestrategien zu entwickeln. Sabine Weinmann wird uns bei unserem Kerngeschäft mit ihrer Erfahrung tatkräftig unterstützen“, freut sich Christian Nemeth, Leiter des Asset Managements bei der Zürcher Kantonalbank Österreich AG, über den jüngsten Neuzugang in seinem Team.


KARRIERE / NEWS KSV1870

VIG Vienna Insurance Group

Insolvenzursachen 2015

Baltikum

KSV1870 analysierte die Ursachen der Insolvenzen 2015 im 10-Jahres-Vergleich. Die Hälfte (51 %) der Pleiten des Vorjahres lassen sich auf interne Fehler zurückführen. Durch mehr Know-how bzw. bessere Fähigkeiten im oberen Management hätten viele Unternehmenszusammenbrüche vermieden werden können. „Damals wie heute sind Personen in den obersten Rängen zugange, die das kaufmännische Einmaleins nicht ausreichend beherrschen. Jedoch erfordern viele Aufgaben heute auch mehr Fachkenntnis als noch vor 10 Jahren – man denke nur an das Steuerrecht, das Jahr für Jahr komplexer wird“, analysiert Dr. Hans-Georg Kantner, Leiter Insolvenz beim KSV1870. Die Fehler im innerbetrieblichen Bereich sind in den vergangenen Jahren angestiegen und haben

im 10-Jahres-Vergleich einen Höchststand als Ursache für Insolvenzen erreicht. Fahrlässigkeit und Kapitalmangel rückgängig 2006 war fahrlässiges Verhalten noch bei 22 % der Unternehmen der Pleitegrund, mittlerweile hat sich dieser Wert auf 11 % halbiert. Auch der Kapitalmangel als Ursache für eine Insolvenz ist rückläufig, nämlich von 16 % (2006) auf 9 % im Vorjahr. Die Schlussfolgerung lautet daher: Es sind immer weniger vorsätzliches Fehlverhalten, Überheblichkeit oder überzogene Risikobereitschaft die Auslöser für Insolvenzen. Mehrheitlich scheitern die Betriebe an fachlicher Unwissenheit, also schweren internen Fehlern.

Die VIG hat die Mehrheit an BTA Baltic Insurance Company AAS mit Sitz in Lettland und Zweigniederlassungen in Litauen und Estland erworben. Die behördliche Genehmigung für die im Dezember 2015 unterzeichnete Verkaufsvereinbarung wurde erteilt und die Transaktion abgeschlossen. Damit ist die VIG einer der Top 3 Versicherer auf dem baltischen Nicht Lebensmarkt mit dem größten Vertriebsnetz in Lettland.Im Jahr 2015 erwirtschaftete BTA Baltic in den drei baltischen Staaten Bruttoprämien von rund 115 Mio. Euro. Die Gesellschaft beschäftigt in diesen Ländern rund 1.000 Mitarbeiter. BTA Baltic ist die Nummer 2 auf dem NichtLebensmarkt in Lettland und auch der zweitgrößte Nicht-Lebensversicherer in Litauen. In Estland ist das Unternehmen die Nummer 7 auf dem Nicht-Lebensversicherungsmarkt.

Gesetzgebung

Novelle Die Exekutionsordnungsnovelle und das Rechtspflegergesetz gehen in Begutachtung. Der vorgelegte Entwurf ändert viel in der Exekutionsordnung. So soll das Gesetz die Rechtssicherheit von Gläubigern stärken. Die Anpassung an das europäische Recht wird damit ermöglicht und bietet eine effektivere Möglichkeit der EU-weiten Durchsetzung und Sicherung von Forderungen, so Justizminister Brandstetter. Der Entwurf sieht außerdem eine

Anpassung ausländischer Exekutionstitel vor, die in Österreich nicht bekannte Maßnahmen und Anordnungen enthalten, wie unter anderem ein Konto vorläufig sperren zu lassen, damit es zu keiner Überweisung oder Abhebung des vorhandenen Geldes kommen kann. Der Gesetzesentwurf sieht zudem Erleichterungen für Arbeitgeber bei der Lohnpfändung vor. Künftig soll die Zusammenrechnung von Bezügen einfacher werden, wenn der Ar-

beitnehmer mehrere Tätigkeiten ausübt. So wird der Aufwand der Arbeitgeber, die die Lohnpfändung durchführen, reduziert. Zudem wurde eine Erhöhung des Kostenersatzes für Drittschuldnererklärungen berücksichtigt. Der Kostenersatz wurde das letzte Mal im Zuge der EO-Novelle 2000 angepasst. In der Novelle zum Rechtspflegergesetz soll unter anderem die Zuständigkeit zwischen Rechtspfleger und Richter neu regeln.

Vertrag mit Wirkung zum 01. Oktober 2016 ersetzt und eine Laufzeit bis 2022 hat. „Wir sind stolz, dass TIS seit vielen Jahren auf Atos vertraut“, erklärt Dr. Gerald Rehling, Vice President Managed Services bei Atos Österreich, anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Teil des neuen Vertrags ist es, die Webplattform mit einer neuen Hardware-Systemarchitektur auszustatten, wodurch sich langfristig Kosteneinsparungen für TIS ergeben. Der Kundenanforderung nach höchstmöglicher

Performance im Storage-Umfeld (kurze Zugriffszeiten) wird durch den Einsatz von Solid-State-Festplatten Rechnung getragen. Durch die Always-On-Funktionalität lassen sich zudem Downtimes verringern. Bis Ende September dieses Jahres erfolgt auch die geplante Umsiedlung in das nachhaltige, energieeffiziente Atos DC Vienna South in Wien-Favoriten. Das TÜV-geprüfte Tier3-Rechenzentrum gewährleistet dabei ein Höchstmaß an Verfügbarkeit und Sicherheit.

Together/ ATOS

Datensicherheit Datensicherheit nimmt auch bei Together einen hohen Stellenwert ein. Aus diesem Grund hat sich TIS für den renommierten IT-Dienstleister Atos entschieden, der mittlerweile seit mehreren Jahren das technische Know-how liefert und den Rechenzentrumsbetrieb für die Versicherungsplattform sicherstellt. Die bisher professionellen und zuverlässigen Leistungen von Atos haben nun sogar zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung geführt, die den bislang bestehenden

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KARRIERE / NEWS Coface

fair finance

Head of Account

Senkung

Nicole Wiegele wurde zum Head of Account Management beim internationalen Kreditversicherer Coface bestellt. Damit verantwortet sie das österreichische Großkundengeschäft. Gemeinsam mit dem bestehenden Account Management Team wird sie die strategische Betreuung von Bestandskunden und die Entwicklung von Kundenbeziehungen auf nationaler Ebene weiter forcieren. Sie folgt damit Günter Hammerschmid nach, der das Unternehmen verlässt. Wiegele verfügt über langjährige Führungserfahrung und bringt profunde Kenntnisse in den Bereichen Kundenbetreuung und Controlling sowie Management Skills mit. Ihre Karriere bei Coface

Die Finanzmarktaufsicht hat einer Absenkung der Verwaltungsgebühren der fair finance Vorsorgekasse zugestimmt. Ab 1.1.2017 werden bis zum 5. Dienstjahr 1,7 %, vom 6. bis zum 10. Dienstjahr 1,5 % und ab dem 11. Dienstjahr 1,0 % vom Beitrag in Abzug gebracht. Mag. Markus Zeilinger, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Vorsorgekasse: „Nachdem in 2015 einige Vorsorgekassen die Verwaltungsgebühren auf das Niveau von fair finance abgesenkt haben, sind wir stolz und froh mit dieser neuerlichen Gebührenreduktion auch hinsichtlich der Kosten wieder messbare Vorteile bieten zu können.“

Nicole Wiegele begann im Jahr 2012 im Bereich Finance und Controlling. Zuvor war sie unter anderem elf Jahre beim Unternehmensberater Roland Berger tätig.

China

Deutschland

Oberösterreichische

Börsegang

BVK

Internet Erfolg

Der chinesische Versicherungskonzern Anbang soll laut Bloomberg mit einem Teil seiner Geschäfte an die Börse gehen. Geplant sei der Börsengang in Hongkong im kommenden Jahr. Der Versicherungsriese soll zunächst über eine Privat Platzierung Geld einnehmen um damit weitere Akquisitionen zu finanzieren. Bereits im vergangenen Jahr hat wurden angeblich mindestens 13,5 Mrd. US Dollar für Zukäufe ausgegeben, darunter befinden sich unteranderem Versicherer aber auch Hotels wie das Waldorf Astoria in New York.

Der InsurTech Knip ist offizielles Mitglied im Bundesverband deutscher Versicherungskaufleute geworden. Der Verband der Deutschen Versicherungskaufleute ist Berufsvertretung und Interessenverband der selbstständigen Versicherungs- und Bausparkaufleute mit 12.000 Direktmitgliedern und 40.000 Mitgliedern über die Vertretervereinigungen und ist das berufspolitische Sprachrohr gegenüber der Öffentlichkeit. Ob sich der InsurTech Knip auch in Österreich ein weiteres Standbein suchen wird?

Die Oberösterreichische Versicherung freut sich über den 1.000 Internet Abschluss. Vor einem Jahr hat das Versicherungsunternehmen sein Angebot im Bereich kurzfristiger Online Produkte erweitert. „Der absolute Renner ist die Musikinstrumenteversicherung für Hobby- und Berufsmusiker“, so Gen.Dir. Dr. Josef Stockinger. Auch die Veranstalterhaftpflichtversicherung ist im Internet gefragt. Für den Herbst erwartet man ein steigendes Interesse an der ebenfalls im Internet angebotenen Kombi Versicherungslösung für Studierende.

Gothaer Lebensversicherung AG

Vertrieb

Reinhard Heissenberger 08 risControl 09/16

Reinhard Heissenberger, ein ausgewiesener Experte im Bereich Lebensversicherungen, verstärkt ab sofort den Vertrieb der Gothaer Lebensversicherung AG in Österreich. „Ich freue mich, bei der Neuausrichtung der Gothaer in meiner Heimat mitwirken zu können“, sagt Heissenberger, der in der Branche kein Unbekannter ist. Reinhard Heissenberger wird als selbstständiger Mak-

lerbetreuer für die Gothaer tätig sein. „Durch seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Versicherungsmaklern, Mehrfachagenten, Finanzdienstleistern, Banken und Vertrieben ist Reinhard Heissenberger in der Branche bestens vernetzt und kennt die Anforderungen und Bedürfnisse der Vertriebspartner wie kaum ein anderer“, erklärt Vertriebsleiter Helmut Karner.


KARRIERE / NEWS DIE Maklergruppe

Neuzugänge DIE Maklergruppe darf sich mit der LIFE Finanzservice GmbH über einen weiteren Zuwachs aus Ostermiething, Oberösterreich und Salzburg freuen. Der hochwertige Dienstleister im Bereich Versicherungs- und Finanzgeschäfte betreut Privatpersonen und Klein/Mittelbetriebe getreu nach dem Motto „Sicher durch ihr Leben“ und bietet ein eigenes regionales Vertriebsportal. Die Geschäftsführer Christian Felber und Bernhard Lindner erklären den Beitritt zu der innovativen Maklergruppe: „Wir sind überzeugt davon, dass sich durch unsere neue Partnerschaft viele gegenseitige Vorteile für uns und unsere Kunden ergeben werden. DIE Maklergruppe ermöglicht uns einen Erfahrungsaustausch unter den Kollegen, eine umfassende Produktqualität und ein gemeinsames starkes Auftreten gegenüber unseren Produktpartnern. Wie auch bei LIFE Finanzservice liegt ein Hauptaugenmerk der Maklergruppe auf ehrlicher und transparenter Information und Betreuung der Kunden. Wir legen größten Wert darauf, dass unsere Kunden mit klarer, verständlicher und umfassender Kommunikation informiert werden.“ Besonders interessant ist für Christian Felber und Bernhard Lindner daher auch die neue Plattform der Maklergruppe – „Justus Versicherungsfuchs“ – die neben einem Versicherungsvergleich auch Information rund um den Versicherungsbereich für den Endkunden bietet – klar, einfach und transparent. Mit der neuen Kooperation und der Plattform „Justus Versicherungsfuchs“ entwickelt sich DIE

DIE Maklergruppe darf sich mit der LIFE Finanzservice GmbH über einen weiteren Zuwachs aus Ostermiething, Oberösterreich und Salzburg freuen. Maklergruppe zu einer ernst zunehmenden Größe am Versicherungsmaklermarkt in Österreich, zudem werden bereits mit weiteren Maklergruppen Partner Verhandlungen geführt. Neugründer willkommen

Im Zentrum von Mannersdorf am Leithagebirge hat Andreas Fitzthum sein Büro, auch er ist nun Partner bei der Maklergruppe. Mit dem neuen Partner, Andreas Fitzthum, setzt DIE Maklergruppe, entgegen der bisherigen Strategie, erstmals auf einen Neugründer, der aber vom Start weg sein Unternehmen höchst professionell aufbauen möchte und die beiden Geschäftsführer Matthias Lindenhofer und Rainer Vogelmann mit seiner Ambition und seinem Elan von einer Aufnahme in Gruppe überzeugen konnte. Der Familienvater Andreas Fitzthum kann LEHRGANG SOZIALKAPITAL auf langjährige Branchenerfahrung in einem für betriebliche Altersvorsorge großen österreichischen Versicherungsunternehmen zurückblicken, hat Anmeldung und umfangreiches Fachwissen und beherrscht NetInformationen working hervorragend. www.konsequent-lernen.at Ungebrochener Zulauf

Norbert Rußwurm

lerweile bereits der 43 Standort in Österreich. Matthias Lindenhofer und Rainer Vogelmann konnten den langjährigen erfahrenen Versicherungsprofi und Nebenerwerbsbauer von einer Partnerschaft mit der Gruppe überzeugen, da auch dieser hohen Wert auf Professionalität und Eigenständigkeit legt. Norbert Rußwurm: „Ich habe mich zu diesem Schritt entschlossen, da DIE Maklergruppe meine Selbstständigkeit, meine Philosophie und meine gelebte Wertschätzung meinen Kunden gegenüber unterstützt und mitträgt. Die Vorteile bei einer großen Gruppe dabei zu sein, sehe ich in der Entlastung im alltäglichen Arbeitsleben, im umfangreichen Know How der Gruppe und dem damit gegebenen starken Auftreten gegenüber den Versicherungsgesellschaften. Es ist eine Freude mit einem guten Gefühl in die Zukunft zu gehen“.

Mit Norbert Rußwurm, Versicherungsmakler aus Gresten, gibt es einen weiteren neuen Partner in Niederösterreich. Mitt-

Start 03.10.2016

480 Credits für das Weiterbildungszertifikat der Versicherungsmakler

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STUDIE

Risikomanagement und Versicherung von Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) Empirische Befunde und Erkenntnisse aus strukturierten Befragungen in Österreich Krisztián Galvácsy BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance - Wirtschaftsuniversität Wien

1. EINLEITUNG Zum von der Versicherungspraxis vorgeschla1 genen Themenbereich „Risiken und Versicherungen von Ein-Personen-Unternehmen (EPUs)“ ist nun eine zweite Bachelorarbeit an der WU fertiggestellt worden. Während in der ersten hierzu verfassten Ar2 beit von Laura Fruhmann Daten aus der Befragung einer größeren Anzahl von Per3 sonen (284) zu einigen wenigen Fragen (5) erhoben und nach verschiedenen Merkmalen statistisch ausgewertet wurden – vgl. hierzu auch den publizierten Aufsatz (in drei Teilen) 4 in risControl - wurde in der nun abgeschlos5 senen Bachelorarbeit von Krisztián Galvácsy eine kleine Anzahl (6) von Ein-PersonenUnternehmern/-innen sehr intensiv jeweils anhand eines strukturierten, viele Fragen 6 (68) umfassenden Erhebungsinstrumentes untersucht. Die Auswertung der Daten erfolgte hier dann aufgrund dieser unterschiedlichen Methodik nicht so sehr quantitativ-statistisch, sondern eher qualitativ. Ausgewählte Ergeb7 nisse werden im Folgenden vorgestellt.

2. METHODIK, DATENERHEBUNG UND STRUKTUR DER STICHPROBE Aus dem Themenbereich „Risikomanagement und Versicherung von EPUs“ wurden 10 Fragenkomplexe herausgestellt und hierzu – möglichst branchenunabhängig - Hypothesen formuliert, die in einer empirischen Untersuchung überprüft werden sollten. Hierzu wurde als Erhebungsinstrument ein Fragebogen entwickelt, der in Fragengruppen gegliedert war (vgl. dazu die nachfolgenden Abschnitte, die in der Abfolge dem Fragebogen entsprechen). Bei den einzelnen Fragenkomplexen wurde dabei jeweils zuerst in einer Reihe von Fragen, die sich auf das jeweilige (!) EPU bezogen, zur eigentlichen Hypothesenprüfung hingeleitet, wo dann die auf EPUs generell (!) bezogene Frage folgendermaßen formuliert war: „Bitte geben Sie an, inwieweit Sie der folgenden Aussage zustimmen (1=Stimme gar nicht zu 10= Stimme ganz zu): …“. Das Erhebungsinstrument wurde in elektronischer Form mit Hilfe der Freeware LimeSurvey erstellt. Es wurde von der Unterstüt-

zungsmöglichkeit der WU Gebrauch gemacht und die Umfrage auf WU-Servern gespeichert. Das erlaubte die Benutzung einer survey.wu.ac. at-Adresse und einer WU-Vorlage. EPUs sind generell eher schwer zu finden, da sie normalerweise nicht über ausreichend finanzielle Mitteln verfügen, um (große) Werbekampagnen zu führen. So sind sie für die allgemeine Öffentlichkeit fast unsichtbar. Um dieses Problem zu überwinden, wurde die WKO mit der Bitte kontaktiert, ein standardisiertes E-Mail an ihre EPU-Mitglieder weiterzuschicken. Leider war dieser Versuch erfolglos, ebenso wie ein Herantreten an die EPU Austria (online: http://www.epuaustria. at/). Die Kontaktdaten von EPUs mussten also einzeln auf verschieden Foren ausgesucht werden. Ein standardisiertes E-Mail wurde über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen von 18.01.2016 bis 31.01.2016 an über 270 EPUs einzeln durch K. Galvácsy (mit seiner WU E-Mail-Adresse) versendet und die Adressaten zur Teilnahme („ca. 30 Minuten“) an der Studie eingeladen.

1 Von ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler war in „risControl !ONLine!“ (Ausgabe Nr. 25 vom 23. Juni 2014, S. 6) eine Einladung veröffentlicht worden, versicherungswirtschaftliche Themen von allgemeinem Interesse und mit Praxisrelevanz für die Verfassung von Bachelorarbeiten an der WU zu nennen. Von Herrn Dr. Peter Loisel, Mitglied des Vorstandes der VAV VersicherungsAktiengesellschaft, wurde Anfang Juli 2014 der Vorschlag gemacht, Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) im Hinblick auf Risiken und Versicherungen zu untersuchen. Für weiterführende Gespräche standen dann freundlicherweise Frau Mag. Daniela Sisa, Abteilungsleitung Marketing & Unternehmenskommunikation, und Herr Prokurist Ing. Werner Blaschke, Ressortleitung Firmengeschäft, beide ebenfalls von der VAV-Versicherung, zur Verfügung. 2 Fruhmann, Laura: Risikoeinstellungen und Versicherungsnachfrageverhalten von Einpersonenunternehmen in Österreich, Bachelorarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, April 2015, 104 Seiten (unveröffentlicht). 3 Zuzüglich der statistischen Fragen (7) zu Personen- bzw. Unternehmensmerkmalen. 4 Vgl. Eszler, Erwin / Fruhmann, Laura: Risikoeinstellungen und Versicherungsnachfrage von Ein-Personen- Unternehmen (EPUs) in Österreich / Eine empirische Studie zu ausgewählten Branchen, Teil 1 in risControl Nr. 6/2015, S. 12-19, Teil 2 in risControl Nr. 8/2015, S. 18-23, Teil 3 in risControl Nr. 9/2015, S. 12-16. 5 Galvácsy, Krisztián: Besonderheiten des Risikomanagements und des Versicherungsbedarfes von Einpersonenunternehmen in Österreich, Bachelorarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, Februar 2016, 61 Seiten (unveröffentlicht). 6 Zuzüglich der statistischen Fragen (6) zu Personen- bzw. Unternehmensmerkmalen. 7 Die Erstellung des Textes für die vorliegende Veröffentlichung, die Auswahl, Strukturierung und formale Gestaltung hat Erwin Eszler besorgt (unter Verwendung von Daten und Textteilen aus der Bachelorarbeit). Für die Richtigkeit der Daten und Datenauswertungen ist ausschließlich Krisztián Galvácsy verantwortlich.

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STUDIE Sie wurden informiert, dass sie zwischen drei Möglichkeiten der Befragung wählen können: schriftlich per LimeSurvey, im Rahmen eines Telefongesprächs, oder persönlich. Anonyme Auswertung der Daten wurde zugesichert. Einige EPUs wurden wegen fehlender E8 Mail-Adresse telefonisch kontaktiert. Die Umfrage war ab der Zusendung der ersten E-Mails (18.01.2016) ca. 3 Wochen lang aktiv. Von den über 270 kontaktierten EPUs haben 9 nur 6 vollständig an der Studie teilgenommen, und zwar über LimeSurvey. Davon waren 3 Personen weiblich und 3 männlich. Das Alter betrug 40 bis 57 Jahre (Geburtsjahre aufsteigend: 1959, 1962, 1963, 1967, 1970, 1976). Ausbildung: 1 höhere Schule; 1 „Matura und Kolleg“, 4 Universitäts- oder FH-Abschluss. Branche: 2 Unternehmensberater, 1 Buchhalter, 2 Übersetzer/Dolmetscher, 1 Werbeagent. Dauer der Tätigkeit als EPU: 1 Teilnehmer 1-3 Jahre, 1 Teilnehmer 5-10 Jahre. 4 Teilnehmer über 10 Jahre.

3. ERKENNEN DER BEDEUTUNG VON GESUNDHEITSRISIKEN FÜR EPUS Die erste Frage lautete „Nennen Sie bitte die drei größten Sorgen, die Sie im Zusammenhang mit ihrer Arbeit haben!“ - Die Antworten der 6 EPUs (im Folgenden mit A bis F 10 bezeichnet) zu dieser offenen Frage sollen hier original wiedergegeben werden: A: „Unfall, Krankheit, Kundenausfall, Zahlungsausfall“; B: „Auslastung, Auftragssicherheit, Überlastung da Einzelkämpfer, Krankheit, Berufsunfähigkeit“; C: „Krankheit, Verlust von Aufträgen, Unfall“; D: „zu hohe Abgaben, zu viel Bürokratie, WK vertritt EPU zu wenig“; E: „mangelnde kritische Größe, rasante Umstellungen bei Kunden, Existenz erhalten“; F: „keine Sorgen, keine Sorgen, keine Sorgen“. 3 von 6 EPUs zählen also deutlich (Nennung jeweils von sogar zwei Aspekten) gesundheitliche Risiken zu den größten Sorgen. - B begründet dies in

Beantwortung einer weiteren Frage so: „… da der Einzelkämpfer keine Umsätze erzielen kann, wenn er ausfällt“. – Die Beschreibungen der Auswirkungen einer möglichen Krankheit (Auswahl): A: „Stillstand, weil ich einzig und allein bin“, B: „das Unternehmen steht de facto still - außer Teilaufträge können aus dem Office weiter betreut werden“; C „Verlust der Leistungsfähigkeit mit allen wirtschaftlichen Folgen“; D: „Kommt auf die Länge an, aber ich habe mich mit Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert“; E: „bin chronisch krank und kämpfe seit 15 Jahren damit - wenn sie schlagend wird, wird zugesperrt“, F: „Macht meine Familie weiter“. - 4 EPUs haben eine gesetzliche und eine private Krankenversicherung, 2 nur die gesetzliche. Keines der 6 EPUs hat von der Opt-out-Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die allgemeine Hypothese war hier so formuliert worden: „EPUs erkennen im Zeitpunkt der Gründung nicht, dass ihre Gesundheit eines der größten Risiken darstellt.“ Der durchschnittliche Zustimmungswert beträgt 6,66… (aus 1, 3, 8, 8, 10, 10); das heißt, die Teilnehmer stimmen hier eher zu und meinen, dass die gesundheitlichen Risiken bei Unternehmensgründung als solche nicht erkannt werden. Demgegenüber ging aus der Beantwortung der vorangegangen Fragen hervor, dass gesundheitliche Risiken zumindest der Hälfte der befragten - und schon einige Zeit tätigen - EPUs sehr wohl bewusst sind - auch in Ihren Auswirkungen. Aber immerhin die Hälfte der befragten EPU zählt das Risiko einer Krankheit nicht zu den drei größten Sorgen.

4. GRÜNDUNGSMOTIVATION UND RISIKOBEWUSSTSEIN VON EPUS Es gibt nach A. Wenny zwei wesentliche 11 Motivationen, ein EPU zu gründen : • Ökonomie der Not: Im Grunde muss hier der Unternehmer entweder wegen andau-

8 Nicht erreichbar waren ehemalige EPUs, da es keine Datenbank gibt, wo solche Personen mit Kontaktdaten aufgelistet sind. Der einzige Weg, ehemalige EPUs zu kontaktieren, wäre durch persönliche Bekannte oder andere EPUs. Ehemalige EPUs wären für diese Studie eine sehr gute Quelle gewesen, da sie erläutern können, warum sie aufgehört haben, als EPU zu existieren (Konkurs, Umwandlung in eine KMU, etc.). 9 Es gab außerdem 3 unvollständige Antworten, wo die Teilnehmer nur einen Teil der Fragen beantwortet haben. Deren Antworten wurden nicht in die Auswertung einbezogen. 10 Die Fragengruppe war in zwei Untergruppen geteilt worden, um die Beeinflussung der Teilnehmer durch die darauffolgenden Fragen auszuschließen. 11 Vgl. Wenny, Armin (1999): Ein-Personen-Unternehmen, Marburg 1999, Seite 161.

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STUDIE ernder Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzproblemen (zum Beispiel: Mobbing) oder wegen schlechter beruflicher Aussichten ein EPU gründen. Man kann auch sagen, dass die Unternehmer gedrängt (gepusht) werden, selbständig zu werden. • Ökonomie der Selbstverwirklichung: Personen können trotz sonst guter Arbeitsaussichten oder guten Arbeitsplatzes die Wahl treffen, selbständig zu werden, um Träume verwirklichen zu können. Man kann auch sagen, dass die Unternehmer von der Idee der Selbständigkeit sich angezogen (gepullt) fühlen. Weiters gibt es nach A. Wenny noch eine dritte Sammelgruppe, die entweder durch gemischte oder sonstige Motive (wie zum Beispiel durch die Motivation, sein Unternehmen zu legalisieren) gekennzeichnet sind. Selbstverwirklichung war bei 3 (A, B, F) der befragten 6 EPUs deutlich die Gründungsmotivation (Eigenständigkeit, Flexibilität, freie Zeiteinteilung, höheres Einkommen etc.), bei 2 EPUs (D, E) handelt es sich um eine Gründung aufgrund von Problemen beim bisherigen Arbeitgeber (bei D kommen in der Antwort aber auch Selbstverwirklichungsmotive zum Ausdruck), bei 1 EPU (C) ist es unklar („hat sich ergeben“). Fünf Befragte haben weniger als drei Monate gebraucht, um sich zu entscheiden, ein EPU zu gründen, davon zwei weniger als einen Monat. Eine befragte Person hat mehr als ein Jahr hierfür gebraucht. Die Frage, ob Probleme vorkommen, die den Gewinn bzw. Erfolg ihrer Unternehmen gefährden könnten, haben 5 Befragte (A, B, C, D, E) bejaht (und in einer weiteren Frage auch Angaben hierzu gemacht), 1 (F) verneint. Die Frage, ob sie diese Probleme schon vor Eintritt negativer Konsequenzen erkannt 12 haben, haben 5 Befragte (A, B, C, D, F ) bejaht, EPU E (Problem „Schwankungen im Auftragsbestand“) verneint. Auf die Frage „Wie viele davon hätten Sie durch allgemeine/ institutionelle/organisatorische Maßnahmen schon früher beseitigen können, wenn Sie sie rechtzeitig erkannt hätten?“ kreuzten A und D „keine“, C „einige wenige“, E „der größere Teil“ und B und E „(fast) alle“ an.

Die allgemeine Hypothese lautete hier: „EPUs, die aus Selbstverwirklichungsgründen selbständig geworden sind, kennen ihre Risiken besser als die, die in die Selbstständigkeit gedrängt worden sind.“ Der durchschnittliche Zustimmungswert beträgt 8,5 (aus 5, 8, 8, 10, 10, 10) und drückt nach Einschätzung der befragten EPUs einen deutlichen Zusammenhang von Gründungsmotivation und Risikobewusstsein aus.

5. AUSBILDUNG UND RISIKOBEWUSSTSEIN VON EPUS 4 de r 6 B efr a gten Ein -Person en Unternehmer/-innen gaben an, eine wirtschaftliche Ausbildung zu haben. Die allgemeine Hypothese hierzu lautete: „EPUs, die eine wirtschaftliche Ausbildung haben, handeln risikobewusster als die, die eine andere Ausbildung haben.“ Der durchschnittliche Zustimmungswert beträgt 5,83… (aus 2, 4, 5, 6, 8, 10) und es zeigt sich keine klare Tendenz. Anzumerken ist hier, dass die (überdurchschnittlichen) Zustimmungswerte 6 und 8 von den beiden Befragten kamen, die keine wirtschaftliche Ausbildung haben.

6. UMGANG VON EPUS MIT DEM ZAHLUNGSAUSFALLSRISIKO Die Hälfte der Befragten hat schon Zahlungsausfälle von Kunden gehabt (EPU D: „Ca. 3-4“; EPU E: „5 % bis 10 % des Nettoumsatzes pro Jahr ist abzuschreiben“; EPU F:Minimal“). Die befragten EPUs schützen sich folgendermaßen: EPU A: „bei nicht bekannten Kunden Barzahlung, Informationen über den Kunden im Vorfeld einholen“; EPU B: „vorab über die Zahlungsmoral des Kunden informieren eigene Rücklagen bilden, um Zahlungsverzug (nicht den -ausfall) abzufedern“; EPU C: „Arbeite nur mit institutionellen Auftraggebern“; EPU D: „gute Recherche über neue Kunden im Vorhinein, sich über Insolvenzen laufend informieren“; EPU E: „Ziel: Kundenstock zu 90 % aus "zuverlässigen" Kunden (Konzerne). Keine windigen Projekte oder ungeprüfte neue Kunden“; EPU F: „Creditreform Inkasso

12 Es fällt auf, dass zwar EPU F die Frage nach den Problemen verneint hat, diese Frage aber bejaht hat. 13 Hierbei wurde einmal „Betriebsunfähigkeitsversicherung“ angegeben, was als „Berufsunfähigkeitsversicherung“ gewertet wurde. 14 C hatte bei den abgeschlossenen Versicherungen nur „Unfall“ angegeben.

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allerdings habe ich bereits wegen zu geringen Ausfällen gekündigt. Der Jahresbetrag wäre höher als meine Ausfälle“. – Keines der befragten EPUs hat bisher Forderungen an eine Bank verkauft. Die allgemeine Hypothese hierzu hatte gelautet: „EPUs können das Risiko von Zahlungsausfällen ihrer Kunden nicht behandeln.“ Der durchschnittliche Zustimmungswert beträgt hier 6,16… (aus 1, 5, 5, 8, 8, 10) und steht in einem gewissen Gegensatz zu den obigen Antworten hinsichtlich der Verhältnisse bei den befragten 6 EPUs.

7. UMFANG DER VERSICHERUNGSNAHME VON EPUS Alle 6 befragten EPUs haben Versicherungen abgeschlossen. Die am häufigsten abgeschlossenen Versicherungen sind Berufsunfähigkeitsversicherungen (3 Nen13 nungen ), Betriebsausfallsversicherungen (2), Krankenzusatzversicherungen (2) und Unfallversicherungen (2); weitere Nennungen: Berufshaftpflicht-, betriebliche Haftpflicht-, Vermögenshaftpflicht-, Kfz-Rechtschutz-, Hausrat- und Gebäudeversicherung sowie Eigenheim- und Haushaltsversicherung. Auf die drei Fragen „Gibt es andere Risiken, die Sie kennen, aber gegen die Sie keine Versicherung abgeschlossen haben?“, „Wenn ja, welche?“ und „Wieso haben Sie sich gegen diese Risiken nicht versichert?“ antworteten 14 alle EPUs mit Ausnahme von C mit „ja“ und weiter: EPU A: „Vertragsrisiken - der gesamte Rechtsschutzbereich“ und „Kosten-NutzenFrage“; EPU B: „krankheitsbedingter Ausfall im Kurzfristbereich "Arbeitslosigkeit"“ und „weil es keine Versicherung dafür gibt“; EPU D: „Betriebsausfall“ und „Hatte ich, wurde aber nach zwei Schadensfällen gekündigt. Da ich in 3 Jahren in Pension gehe, ist das Risiko nun minimal.“; EPU E: „Großkunden klagen Fahrlässigkeit oder Schadenersatz über sehr große Beträge.“ und „Rechtsschutz deckt dies nur am Rande ab oder zu nicht leistbaren Kosten.“, EPU F: „Krankheiten, Ausfälle“ und „Weil es nicht notwendig erachte“.


STUDIE Hierzu war folgende allgemeine Hypothese aufgestellt worden: „EPUs haben im Durchschnitt weniger als 2 Versicherungen, und tun gegen bekannte Risiken oft gar nichts, weil Sie nicht über genügend finanzielle Mitteln verfügen.“ Der durchschnittliche Zustimmungswert liegt mit 6,83… (aus 1, 6, 8, 8, 8, 10) ziemlich hoch. Ohne den Ausreißer (1) würde der Durchschnitt sogar bei 8,0 liegen. (Problematisch ist hier allerdings die komplexe Formulierung der Hypothese.) - Diese allgemeine Einschätzung steht in gewissem Gegensatz zu den Aussagen über die Verhältnisse bei den betreffenden EPUs, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass hier bei dieser Fragengruppe bei der offenen Frage nach den Versicherungen offenbar nicht alle Versicherungen genannt wurden, wie ein Vergleich mit den Antworten zu den Fragengruppen „Lebensversicherung“ „Sachversicherung“ und „Betriebshaftpflichtversicherung“ (siehe weiter unten) ergibt.

8. LEBENSVERSICHERUNGEN VON EPUS 3 der 6 befragten EPUs haben Lebensversi15 cherungen. Hinsichtlich des Abschlusszeitpunktes (ob vor oder nach der Gründung) war hierbei keine Tendenz zu erkennen. Die allgemeine Hypothese lautete hier: „Der Großteil der EPUs besitzt eine Lebensversicherung“. Der durchschnittliche Zustimmungswert beträgt 5,83… (aus 1, 5, 5, 7, 8, 9). Ohne den Ausreißer (1) würde der Durchschnitt 6,8 betragen (oder auf Prozent umgerechnet: 68 %). Wenn man nun berücksichtigt, dass eines der befragten EPUs ohne Lebensversicherung als Begründung hierfür „bekomme keine mehr“ angegeben hat und man unterstellt, dass hier eine Lebensversicherung angestrebt worden war, dann ergibt sich auch hinsichtlich der befragten EPUs ein ähnlicher Wert von 66,66 % (4 von 6). Die Antworten und Einschätzungen der befragten EPUs gehen also dahin, dass etwa

zwei Drittel der EPUs Lebensversicherungen haben bzw. haben möchten.

9. ARBEITSORT VON EPUS UND SACHVERSICHERUNGEN 16

Alle 6 EPUs haben Sachversicherungen. 2 EPUs, die ihre Arbeit „zuhause“ verrichten, hatten die Sachversicherungen nicht speziell wegen des Unternehmens abgeschlossen, ebensowenig wie ein 1 EPU das „abwechselnd zu Hause, bei Kunden und in eigenem Büro“ arbeitet. Die andern 3 EPUs, die im „home office UND vor Ort“, „zu Hause und bei Kunden“ sowie „abhängig vom Klienten“ arbeiten, haben die Sachversicherungen speziell wegen des Unternehmens abgeschlossen. Die allgemeine Hypothese lautete hier „EPUs, die vor Ort oder zuhause arbeiten empfinden Sachversicherungen als unnötig“. Der durchschnittliche Zustimmungswert beträgt

15 In der Fragegruppe „Umfang der Versicherungsnahme“ hat kein EPU eine Lebensversicherung angegeben. 16 Die Antworten hier stehen im Gegensatz zu den Antworten bei der Fragegruppe „Umfang der Versicherungsnahme“, denn dort haben die EPUs B, C und E keine Sachversicherungen angegeben.

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STUDIE 5,00 (aus 1, 2, 5, 7, 7, 8) und spiegelt das uneinheitliche Bild, das sich hinsichtlich der 6 befragten EPUs ergibt, wider.

10. BETRIEBSHAFTPFLICHTVERSICHERUNGEN VON EPUS 4 von 6 der befragten EPUs haben eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen und konnten auch weitere Angaben hierzu machen. Keines dieser Unternehmen musste allerdings bisher auf eine solche Versicherung zurückgreifen. Die allgemeine Hypothese lautete hier folgender maßen: „Jedes EPU hat eine Betriebshaftpflichtversicherung und weiß genau wogegen es damit versichert ist.“ Der durchschnittliche Zustimmungswert von nur 3,00 (aus 1, 1, 2, 2, 5, 7) hängt wohl mit der (zu) strengen Hypothesenformulierung („Jedes EPU …“) zusammen.

11. ERKENNEN DES BURN-OUTSYNDROM UND UMGANG DER EPUS DAMIT Alle 6 Befragten kennen das Burn-out-Syndrom und 3 von ihnen haben es auch bereits erlebt. Als Auswirkungen werden von einem EPU schlechte Leistungen, verärgerte Kunden, verlorenes Kundenvertrauen, geringere Einkünfte und noch mehr Existenzdruck sowie eine Negativspirale genannt. Ein anderes EPU führt eine mehr als einen Monat dauernde Arbeitsunfähigkeit an. Als Konsequenzen werden von einem weiteren EPU eine klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben, klare Zeitlimits, klare Vorgaben und „als Vorbild/Berater für andere wirken“ genannt. Zwar geben alle 6 Befragten an, ein Hobby zu haben, aber 4 der EPUs beantworten die Frage „Achten Sie auf eine strenge (zeitliche) Trennung zwischen der Arbeit und dem Privatleben?“ mit „Nein“. Allerdings bejahen alle 6 Befragten die Frage: „Tun Sie etwas um das Burn-out- Syndrom in Zukunft zu vermeiden?“. Die allgemeine Hypothese hierzu lautete: „EPUs erkennen und steuern das Burn-outRisiko.“ - Der durchschnittliche Zustimmungswert von 2,83… (aus 1, 2, 2, 2, 4, 6) ist sehr niedrig und kann so gedeutet werden, dass nach Einschätzung der Befragten das Burn14 risControl 09/16

out-Risiko von EPUs im allgemeinen nicht hinreichend gehandhabt wird, was ja auch mit den Antworten hinsichtlich der befragten EPUs zusammenpasst: Immerhin hat schon die Hälfte ein Burn-Out-Syndrom gehabt.

12. KENNTNIS UND EINSATZ VON DERIVATEN ZUR RISIKOHANDHABUNG BEI EPUS Nur eines der sechs befragten EPUs hat internationale Kunden oder Kunden, die nicht in Euro zahlen, und für dieses zahlt es sich wegen der geringen Zahl der Aufträge, die in Dollar bezahlt werden, nicht aus, sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern. Nur 3 der 6 EPUs kennen Derivate wie Futures oder Forwards, keines der 6 EPUs nutzt betrieblich Futures, Forwards oder Optionen. Alle 6 EPUs haben schon von Swaps gehört, keines nutzt Swaps betrieblich. Als allgemeine Hypothese war hier formuliert worden: „EPUs kennen und benutzen keine Derivate um verschiedene Risiken auszugleichen oder einen sonstigen Vorteil zu erlangen." Der durchschnittliche Zustimmungswert beträgt 2,66… (aus 1, 1, 1, 3, 5, 5) und bedeutet eher eine Ablehnung dieser negativ formulierten Hypothese. Das würde dann heißen, dass die Befragten meinen, das EPUs allgemein Derivate kennen und einsetzen. Vergleicht man diese mit den Antworten hinsichtlich der konkreten 6 EPUs, dann würde das in partiellem Gegensatz stehen, was die Kenntnis anbelangt (nur 3 von 6 kennen Derivate), aber in vollständigem Gegensatz, was die Nutzung anbelangt (keines der 6 setzt selbst Derivate ein). Problematisch ist hier allerdings wiederum die komplexe, zwei Aspekte beinhaltende (Kennen – Nutzen) und noch dazu negative Hypothesenformulierung.

13. VERSICHERUNGSBEZOGENE VERHALTENSASPEKTE VON EPUS Wie kommen die EPUs zu ihren Versicherungen? - Drei der sechs EPUs führen hier

ihren Makler an, eines seinen Makler und seinen Bankberater, eines seinen Versicherungsberater, eines einen privaten Versicherungsvertreter und Angebote durch die WKO. 3 von 6 der befragten EPUs haben Vergleichswebseiten für Versicherungen benutzt; 4 der 6 EPUs suchen bessere Angebote nach dem Kauf der Versicherung. Auf die Frage „Wie oft wechseln sie Versicherer?“ (Antwortmöglichkeiten: „Nie/selten/oft/ständig“) haben 17 alle 6 EPUs „selten“ angegeben.

14. SCHLUSSBEMERKUNGEN Gegenstand dieses Beitrages war nicht ein umfassendes, ganzheitliches Risikomanagement, wie es eigentlich grundsätzlich und allgemein in der betriebswirtschaftlichen Wissenschaft postuliert wird, sondern im Blickfeld waren einzelne, wichtig erscheinende Aspekte des Risikomanagements von EPUs, wobei auch hier in mehrfacher Hinsicht bei weitem kein Anspruch auf Vollständigkeit 18 erhoben werden kann. Aufgefallen ist bei manchen Aspekten der Gegensatz zwischen der Beschreibung der eigenen Situation und der Einschätzung der allgemeinen Situation (Hypothesen). Im Vergleich zu größeren Unternehmen hat das persönliche Risiko bzw. das Risiko des Ausfalls des Unternehmers bzw. der Unternehmerin bei EPUs eine zentrale Bedeutung (keine oder nur verspätete Ausführung von Aufträgen; Einkommensausfall; keine Annahme weiterer Aufträge, dadurch Gefährdung der zukünftigen Ertragslage; Verlust von Kunden). Zu dieser verschärften Risikosituation kommt hinzu, dass Ein-Personen-Unternehmer/innen oft keine adäquate Ausbildung haben, um Risiken entsprechend zu erkennen und/ oder dann damit umgehen zu können. Hier sei angemerkt, dass in der vorliegenden Studie alle befragten Personen eine höhere Ausbildung haben, die Ergebnisse können daher auch aus diesem Grund nicht ohne weiteres übertragen oder gar verallgemeinert werden.

17 Bei dieser Fragengruppe war keine allgemeine Hypothese erstellt worden. 18 Das betrifft etwa die Risiken - so wurden etwa IT-Risiken hier nicht behandelt – wie auch die Tiefe der Betrachtungen. Viele Risiken sind branchenabhängig.


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eine sogenannte Vorzeigefrau, die „Quotenfrau“ mit diesen Plattitüden muss man umgehen können. Bei Männern gilt Karriere als Taff, bei Frauen ist es für viele immer noch nicht Usus. Das wichtigste ist Frau bleiben, sich nicht verbiegen lassen, sowohl im Gedankengut als auch in der Bekleidung. Was würden Sie jungen Frauen empfehlen, wenn sie in eine männerdominierende Branche tätig werden wollen? Usaty Seewald: Das wichtigste ist Frau bleiben, sich nicht verbiegen lassen, sowohl im Gedankengut als auch in der Bekleidung. Wir denken anders und das ist gut. Keine

Angst davor zu haben seine Meinung zu sagen und in der Lage zu sein, mit einem rauen Umgangston umgehen zu können und eine Portion Selbstironie. Sich mit Selbstbewusstsein für Positionen zu bewerben, oft sind Frauen für Positionen überqualifiziert und glauben nicht an sich. Wo holen Sie sich die Energie für den Alltag? Usaty Seewald: Ich arbeite sehr gerne, es macht mir Freude mit Menschen zusammen zu sein. Ich hole mir Energie aus Kleinigkeiten, aus Gesprächen, aus der Zufriedenheit von Mitarbeitern. In meiner Freizeit ist Sport meine Leidenschaft und da kann ich rasch wieder voll regenerieren. Wir danken für das Gespräch.


INTERVIEW

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cherungsmaklerIn, hier liegt der Augenmerk in einer zugeschnittenen Ausbildung im Bereich des Versicherungsmaklerrechts. Der Lehrgang, Akademische/r ExpertIn in Versicherungsrecht widmet sich ausschliesslich dem Versicherungsvertragsrecht. Die Ausbildungsinhalte reichen von den allgemeinen Bestimmungen zum Versicherungsvertragsrecht über die einzelnen Versicherungssparten in der Sach- und Personenversicherung bis hin zum Versicherungsvermittlungs- und Versicherungsaufsichtsrecht. Master of Legal Studies mit Vertiefung Versicherungsrecht (MLS), bietet eine breit gefächerte Rechtsausbildung, die sowohl unerlässliche allgemeine rechtliche Grundlagen aufbereitet als auch eine umfassende Vertiefung im Versicherungsvertragsrecht. Der Universitätslehrgang Master of Laws in Versicherungssrecht (LL.M.) bietet den Studierenden vertieftes, spezialisiertes und anwendungsorientiertes Know-how um diesen gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden.Die Studienprogramme bieten eine fundierte und praxisnahe Spezialisierung im Versicherungsrecht. Eine Exkursion zum Hauptsitz des traditionsreichen Versicherungsmarktes Lloyd’s in London bereichert das Studienangebot zusätzlich. Die Aus- und Weiterbildungseinrichtung des Österreichischen Versicherungsmaklerringes - die ÖVA - hat für jede(n) etwas dabei. Das Aus- und Weiterbildungsangebot der ÖVA richtet sich an die gesamte Versicherungswirtschaft. Sie adressiert Makler und deren Angestellte genauso wie Vermittler, Vertriebspartner von Versicherungsunternehmen sowie deren Mitarbeiter und Interessenten aus der Versicherungswelt. Die Akademie besteht aus erstklassigen Vortragenden. Unter ihnen sind Universitätsprofessoren, erfahrene Versicherungsmakler und Sachverständige sowie Trainer und Manager der Versicherungswirtschaft. Sie alle geben ihr profundes Wissen weiter. Pro Unterrichtseinheit werden zehn Credits vergeben, bei einem Tagesseminar sind es in der Regel 80 Credits. Die ÖVA ist „anerkannter Bildungsträger“ und besitzt das NÖ Cert. Die Risk Experts Academy bietet fokussierte Weiterbildung für den Versicherungsbereich, Unternehmen aller Größen, Institutionen und Privatpersonen in den Bereichen Risikomanagement und Schadenverhütung. Aufgrund von mehr als 15.000 Beratungsprojekten können die Schulungen mit praktischen Beispielen, Workshops, Fallstudien und Exkursionen ergänzt werden. Praxiserprobte Spezialisten geben ihr Wissen im Rahmen anerkannter Trainingsmethoden mit internationalen Qualitätsstandards weiter. Alle Inhouse-Seminare werden den jeweiligen Anforderungen bedarfsgerecht angepasst. Die Inhalte sind in Deutsch und Englisch verfügbar. Für Einzel-Interessierte bietet Risk Experts jährlich 2-3 öffentliche Seminare (auch im Herbst 2016) an, deren Credits für das Weiterbildungszertifikat für Versicherungsmakler anrechenbar sind. Unter der Dachmarke – Mehr Wissen- haben sich die Universitätslehrgänge für Versicherungswirtschaft an den drei Universi-


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tätsstandorten Graz, Linz und Wien zusammengeschlossen. An der Johannes Kepler Universität Linz ( JKU), die heuer ihr 50jähriges Jubiläum feiert, wird ebenso ein dreisemestriger Universitätslehrgang angeboten, der in exzellenter Weise Professionalität und Regionalität vereint. Mit herausragenden Expertinnen und Experten der Universität und der Praxis wird sowohl ein rechtliches und wirtschaftliches Grundlagenwissen, vor allem aber die Spezifikation für die Versicherungswirtschaft vermittelt. Neben den hohen Qualitätsstandards ist vor allem die Unabhängigkeit ein wesentliches Asset. Die unabhängige Weiterbildungsplattform konsequent lernen bietet das erforderliche Know-how für den Zukunftsmarkt BAV. Kernstück ist der Lehrgang Sozialkapital, eine berufsbegleitende Ausbildung auf höchstem Niveau. Als ganzheitliche Ausbildung vermittelt der Lehrgang - vier Module zu je drei Seminartagen von Oktober 2016 bis Mai 2017 - praxisorientiertes Spezialwissen für den Zukunftsmarkt der betrieblichen Altersvorsorge. Als Referenten fungieren über 20 erfahrene Vertreter von Versicherungen und Pensionskassen, Universitätsprofessoren, Key Account Manager und weitere Experten aus der BAV-Branche. Nach den abgelegten Teilprüfungen wird der Lehrgang mit dem Diplom zum/zur „Zertifizierte/n BeraterIn für die betriebliche Altersvorsorge“ abgeschlossen. Der neue Lehrgang startet am 3. Oktober 2016, die genauen Inhalte der einzelnen Module sowie alle weiteren Informationen findet man auf der Homepage: www.konsequent-lernen.at. Neu sind die 480 Credits für das Weiterbildungszertifikat der Versicherungsmakler. Die Österreichische Gesellschaft für Versicherungsfachwissen ist das Informations- und Dialogforum im heimischen Versiche22 risControl 09/16

rungswesen. Seit mehr als 80 Jahren als Wissensplattform etabliert. Die Ausbildungsbereiche reichen von spartenspezifischen Inhalten über EU-Themen bis zum Sozialversicherungsfachwissen. Die Vortragenden sind Praktiker aus der Wirtschaft und Fachleute aus der Wissenschaft. Der wissenschaftliche Bezug bietet die fundierte Basis für praxisrelevante Umsetzungen. Die nächsten Veranstaltungen finden am 11.10.2016, unter dem Titel: VersVG aktuell – Update und Refresher II: Deckung ja? Deckung nein?, a.Univ.-Prof. Dr. Eva Palten (80 Credits) am 8.11.2016, mit den Themen VersVG aktuell – Update und Refresher III: Eigennutz durch Nutznießer – Rechte Dritter an der Versicherungsforderung, a.Univ.-Prof. Dr. Eva Palten (50 Credits) und vom 24.- 25.11.2016, als Versicherungswissenschaftliches Symposion in Graz: „Die Versicherungswirtschaft im digitalen Zeitalter. Chancen und Herausforderungen“ statt. Die Ausbildungsakademie be1st bietet die Möglichkeit von Wunschthemenseminaren mit Experten aus der heimischen Versicherungsund Finanzwirtschaft – von den Besten lernen – das ist ihre Philosophie. Es werden maßgeschneiderte Seminare und Thementage angeboten, die inhaltlich und konzeptionell auf die Bedürfnisse des Versicherungsvertriebes angepasst sind. Theorie und Praxis trifft auf persönliche Weiterentwicklung. Man sieht sich als Partner für alle Versicherungsvertriebe in Österreich und bietet ein attraktives und wettbewerbsfähiges Preis-Leistungsverhältnis. Für alle Seminare und Thementage gibt es Credits. Digitalisierung – fit für die Zukunft am 24.11.2016, Solvency II kompakter Gesamtüberblick – Cyber Risiken können jeden treffen – wie sichert man sich dagegen ab. Mehr Informationen über Vortragende und Veranstaltungsort finden sie unter www.be1st.at.


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Mag. Uwe Baco (Projektleiter EUCUSA), Mag. (FH) Peter Aichberger (Geschäftsführer EUCUSA), Bernhard Anesi (Marketing FiNUM Private Finance AG), Mag. Ali Eralp (Vorstand FiNUM Private Finance AG), Mag. Mario Filoxenidis (Geschäftsführer EUCUSA) rientierung 2016. Mit einer Rücklaufquote von 28,2% (über 1.200 Antworten) haben die Kunden ein sehr positives Bild von FiNUM und dem Kundenservice gezeichnet. 16 von 30 abgefragte Aspekte setzten eine neue Benchmark in der Datenbank. Vor allem die Betreuer - Qualität wurde herausragend

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Österreichs sicherster Motorradfahrer Der „sicherste Motorradfahrer“ wurde gekürt, Klaus Peter Walter aus Reutte setze sich gegen 49 weitere Finalisten durch. Mit dem Beginn der Motorradsaison starteten ÖAMTC Fahrtechnik und HDI Versicherung in Kooperation mit Michelin, Honda und dem Motorrad Magazin den Bewerb "Österreichs sicherster Motorradfahrer". Dabei ging es primär um die Beherrschung des eigenen Fahrzeugs, auch in

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schwierigen Situationen. Die Teilnahme erfolgte im Rahmen eines Motorrad Trainings in einem der neun ÖAMTC Fahrtechnik Zentren in ganz Österreich. Bis zum Sommer konnte jeder Teilnehmer im Rahmen des Trainings zusätzlich zwei Bewerbsstationen fahren. Rund 2.000 Biker absolvierten ein ganztägiges Motorradtraining. Nach den Bundesländerfinali Anfang Juli waren die 50 Besten im August

zum großen Finale im ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Saalfelden/Brandlhof eingeladen. Beim spannenden Finale des Fahrtechnikbewerbs setzte sich Klaus Peter Walter aus Reutte gegen 49 weitere Finalisten durch. Der 46-jährige Tiroler gewann damit den Hauptpreis, eine Honda Africa Twin. Nur knapp dahinter platzierte sich Rudolf Jäger aus Breitenwang. Der 54-jährige, ebenfalls aus Tirol, nimmt als Zweitbester eine iXS Motorradbekleidung im Wert von 1.000 Euro mit nach Hause. Den dritten Platz eroberte Helmut Helten (51) aus Schlüßlberg (Oberösterreich), der ein Set Michelin Motorradreifen nach Wahl und eine Michelin Ogio Tasche erhält. Darüber hinaus gab es für die Plätze 4 bis 10 Gutscheine für ÖAMTC Fahrtechnik Motorrad-Trainings. Wolfgang Kaiser, Abteilungsleiter Marketing, PR und Vertrieb bei HDI, zieht ebenfalls eine positive Bilanz: "Toll, dass unsere gemeinsame Initiative so gut angenommen wurde. Ich bin überzeugt, dass so mehr Bewusstsein für aktives, sicheres Fahrverhalten geschaffen werden konnte."


VERANSTALTUNG g&o

Sommer, Sonne, Schifffahrt Das g&o Sommerfest 2016 in Mondsee fand unter traumhaften Bedingungen statt. Eingeladen waren Maklerbetreuer, Bereichsleiter und Landesdirektoren der kooperierenden Versicherungsunternehmen aus Salzburg und Oberösterreich, die zahlreich zum Fest gekommen sind. Die Vertreter der Mitgliedsunternehmen hatten Gelegenheit, sich für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre zu bedanken. Herbert Orasche, Geschäftsführer von g&o, begrüßte alle Anwesenden herzlich

und freute sich über den Erfolg. „Der Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppe bildet die Grundlage für erfolgreiche Produktverhandlungen mit den Versicherungsunternehmen“, so Orasche. Er betonte die Notwendigkeit einer guten Gesprächsbasis zwischen dem jeweiligen Versicherer und der Gruppe. Nur auf diese Weise könne die bisher so gut funktionierende Zusammenarbeit bestehen bleiben. Das Sommerfest sei ein Dankeschön für das Vertrauen der letzten Jahre. Christoph Berghammer,

nominierter Fachgruppenobmann der österreichischen Versicherungsmakler, sprach über die gewaltigen Herausforderungen in der Versicherungsbranche, die nur von größeren Maklerzusammenschlüssen gut gemeistert werden könne. g&o ist mit rund 80 Mio. EUR in den letzten Jahren die größte Maklerorganisation im Salzburger Raum geworden. Dabei sei zu erkennen, dass in der Gruppe Qualität vor Quantität geht, was eine hervorragende Basis für die zukünftige Entwicklung sei.

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VERSICHERUNG faircheck

Nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser… ...gibt’s nun Schadensmanagement von faircheck. Was der renommierte österreichische Versicherungsdienstleister faircheck über ein Jahrzehnt bereits österreichweit und in Teilen der Schweiz erledigt, wird nun auf Adria und Mittelmeer ausgedehnt: Schadenmanagement at its best - damit der Urlaub schnell wieder Freude bringt. Welcher Segler oder Motorbootfahrer kennt das nicht? Gerade bei Ausfahrten aus Marinas oder Häfen, bei unliebsamen Begegnungen auf dem Wasser oder bei "Punktlandungen" mit starkem Wind kann es immer wieder zu Schadensfällen kommen. Naturgemäß gibt es Versicherungen, die hier bei der Schadenabwicklung helfen, aber gerade im Ausland ist eine Abwicklung nicht immer einfach. Der Hafenkapitän muss informiert werden, ein Protokoll muss gefertigt werden und dann stellt sich die Frage der Reparaturmöglichkeit. faircheck geht hier neue Wege und wendet die smartphonebasierte Videoexpertise an. Somit kann sich der Schiffseigner oder Charterkunde mit dem Schiffsachverständigen in Verbindung setzen, der eine App zur Verfügung stellt und sich

umgehend per Videostreaming live mit ihm verbindet. Dabei wird ein Video aufgezeichnet und die notwendigen Bilder für ein unabhängiges Gutachten erstellt. Auch Vorschäden können damit erkannt und dokumentiert werden. Gerade für Charterkautionsversicherungen, aber auch Schiffskaskoversicherungen ist dies ein sinnvoller und gangbarer Weg mit Kurs auf Erfolg. Der Sachverständige kann aber auch bei An- oder Verkaufsgutachten helfen und eine Expertise über den Wert und den Zustand des Schiffes abgeben. Diese Vorgehensweise kann auch angewandt werden, wenn man sich unsicher ist, ob der verlangte Preis des Charterunternehmens der Höhe nach in Ordnung ist. Dies wird nicht immer per Videoexpertise möglich sein, aber der Radius der Sachverständigen ist im Mittelmeer und in der Adria sehr groß. Alles in allem ermöglicht das Unternehmen damit, einen einfachen und raschen Prozess, um die Urlaubsfreuden möglichst unbeschwert zu genießen. Von der kleinen Jolle bis zur großen Segelyacht ist hier eine Aufnahme durch einen faircheck Sachverständigen mög-

lich. Versicherer gewinnen auf ganzer Linie. Charterunternehmen dürfen sich in Punkto Service über einen kompetenten Partner freuen. Zufriedene Skipper werden zu Stammkunden. Auch Schiffseigner profitieren von der unbürokratischen Abwicklung und erhalten wertvolle Tipps durch ein starkes Netzwerk im Hintergrund. Dasselbe Leistungspaket kann natürlich auch auf Seen und Wasserstraßen genutzt werden.

VIG/UNIQA

Halbjahresergebnisse Die VIG Vienna Insurance Group und die UNIQA Versicherung hatten es schwer ihre Halbjahreszahlen freudig zu präsentieren. Die VIG liegt laut eigenen Angaben voll im Kurs, aber dennoch sank das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahresergebnis um 17,5 % auf 201 Mio. Euro. „Wir haben als Zielrichtung die Verdoppelung des Vorjahresgewinns auf bis zu 400 Mio. Euro ausgegeben

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und sind mit dem Halbjahresergebnis somit erfolgreich auf Kurs. Dies, obwohl sich am Niedrigzinsumfeld nichts geändert hat und dadurch unser Finanzergebnis nach wie vor negativ beeinflusst wird“, betont Prof. Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der Vienna Insurance Group. Die Combined Ratio liegt bei 97,9 % und die Kapitalanlagen haben um 3,2 % zugelegt und stehen bei 32,3 Mrd. Euro. Die Prämien sind auf 4,9 Mrd. Euro gestiegen. Die Solvency II Quote, die per Ende 2015 auf Gruppenebene bei 196 %, lag wurde bestätigt. Die internationale Ratingagentur Standard & Poor's hat der VIG das Rating „A+“ mit stabilem Ausblick bestätigt. Der UNIQA Versicherungskonzern liegt nach eigenen Angaben auch auf Kurs für das Jahr 2016. Die verrechneten Prämien sind aufgrund

der Rückgänge der Einmalerläge um 7,7 % auf 3,28 Mio. Euro gesunken. Die Combined Ratio wurde auf 96,6 % verbessert. Die Erträge aus Kapitalanlagen sanken um 25,6 % auf 301,5 Mio. Euro. „Ausschlaggebend für den Rückgang in dieser Höhe waren hauptsächlich negative Währungseffekte im 1. Quartal und ein überdurchschnittlich starkes Kapitalanlageergebnis in der Vergleichsperiode des Vorjahres“, so Andreas Brandstetter CEO UNIQA Group. Trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfeldes wurde eine Erhöhung der jährlichen Ausschüttung je Aktie beschlossen.


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60 Jahre Rechtsschutz Die D.A.S. „La Défense Automobile et Sportive“ wurde 1917 im französischen Le Mans gegründet. Ausschlaggebend waren dafür die Ereignisse im Zusammenhang mit einem folgenschweren Unfall bei einer motorsportlichen Veranstaltung in Le Mans, wo mehrere Personen verletzt und getötet wurden. Als Lösung der daraus resultierenden Rechtsprobleme gegen verschiedene KFZ-Haftpflichtversicherungen wurde die Idee der Rechtsschutzversicherung geboren. Diese Art Schutzgemeinschaft trug den Namen „Defense Automobile et Sportive“, D.A.S.. Das ist auch heute noch das Markenzeichen der größten europäischen Rechtsschutzversicherungsgruppe. 1926 entstand die schweizerische Gesellschaft, 1928 die deutsche D.A.S. als „D.A.S. Deutscher Automobil Schutz Aktiengesellschaft“. 1956 wurde die erste österreichische Rechtsschutzversicherung in Wien gegründet. Der erfolgreiche Aufschwung gelang der Rechtsschutzversicherungssparte und damit der D.A.S. in den 50er und 60er Jahren, als sich die Wirtschaft wieder erholte und es dadurch den Menschen wieder besser ging. Wir haben mit Vorstandsvorsitzenden Johannes Loinger und Vorstandsdirektor Arkadiusz Gil über die Geschichte und die Herausforderungen der Zukunft für eine immer aktueller werdende Versicherungssparte gesprochen. Herr Vorstandsvorsitzender Loinger, in welchen Ländern ist die D.A.S. heute vertreten? Loinger: Die D.A.S. ist in 18 internationalen Rechtsschutz-Märkten vertreten. Die stärkste Verbreitung haben wir historisch bedingt in den europäischen Ländern. Seit einigen Jahren sehen wir uns aber nicht mehr als eine rein europäische Rechtsschutzgruppe, sondern befassen uns auch mit Märkten außerhalb unsers Kontinents. So haben wir beispielsweise eine Schwester in Nordamerika, die D.A.S. Kanada. Eine zukunftsweisende Sparte, welche Länder sind im Moment am Radar?

Loinger: Es gibt immer interessante Märkte, in denen die Gruppe Marktuntersuchungen vornimmt. Rechtsschutz funktioniert dort gut, wo es stabile rechtliche Verhältnisse gibt. Denn nur, wo es juristische Klarheit gibt, kann man Rechtsschutzversicherung kalkulier- und berechenbar machen. Daher gibt es einige süd- aber auch osteuropäische und baltische Länder, die wir im Moment im Fokus haben. Gil: Als D.A.S. Österreich haben wir die Verantwortung für die Rechtsschutzentwicklung in den CEE Ländern übernommen. Vorerst, um unsere zwei bestehenden Niederlassungen weiter zu entwickeln, aber auch um im Zuge des Ausbaus der D.A.S. Österreich zum CEE-Hub weitere D.A.S. Gesellschaften

in der Region als Zweigniederlassungen zu integrieren. Wird ein Markt rechtlich unstabil, was muss ein Rechtsschutzversicherer beachten? Gil: Die Erfahrung zeigt, dass es glücklicher Weise eine ganze Reihe an Optionen gibt, um auf Veränderungen reagieren zu können. Die meisten von ihnen haben allerdings mittel- oder langfristigen Charakter. Als erfolgsentscheidend in solchen Situationen hat sich in unserer Gruppe das langjährige unter den internationalen D.A.S. Gesellschaften vernetzte Know-How herausgestellt. Loinger: Wir haben bis dato aber noch keine derartigen massiven Veränderungen in den rechtlichen Grundlagen eines Landes bemerkt, die uns die Existenz mit dem Rechtsschutz schwer oder gar unmöglich gemacht hätten. In den Märkten, wo wir engagiert sind, gibt es soweit stabile Verhältnisse. Wie hat sich die D.A.S. Österreich in all den Jahren entwickelt? Loinger: Die Entwicklung der D.A.S. in Österreich ist ein Spiegelbild der Entwicklung der Rechtsschutzsparte in Österreich. Zu Beginn ihrer Tätigkeit wurde Vertrieb

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INTERVIEW

und Verkauf der Rechtsschutzprodukte der D.A.S. von einigen großen österreichischen Versicherern übernommen. Aber bereits kurz nach Gründung hat sich das Unternehmen entschlossen, sich selbst um Vertrieb und Verkauf zu kümmern. Das war, wenn man so mag, die Geburtsstunde der österreichischen Rechtsschutzversicherung, denn die meisten Kompositversicherer beschlossen damals, ebenfalls mit Rechtsschutzprodukten auf den Markt zu gehen. Vergleichsdaten zeigen, wie gut sich die Sparte in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. So umfasste die

Bestandsprämie der Gesamtsparte Rechtsschutzversicherung in Österreich im Jahr 1986 115 Mio. Euro, heute, 30 Jahre später liegen die Zahlen bereits bei 540 Mio. Euro. In den letzten zehn Jahren hat die Sparte Rechtsschutz eine besonders hohe Bedeutung und Aufmerksamkeit erfahren. Wenn man die Jahre 2006 bis 2016 betrachtet, kann diese Versicherungssparte einen jährlichen Zuwachs von knapp über 4 % aufweisen. Es ist also keine kurzfristige Modeerscheinung sondern eine anhaltende hohe Nachfrage. Wir haben in Österreich im Vergleich zu anderen europä-

ischen Ländern die mit Abstand höchste pro Kopf Rechtsschutzprämie mit über 50 Euro. Ähnliche Märkte wie Deutschland, Holland und die Schweiz liegen im Bereich zwischen 30 und 40 Euro. Gil: Die Rechtsschutzmärkte in Mittel- und Osteuropa sind dazu im Vergleich noch junge Märkte. In Tschechien sind wir seit 20 Jahren vertreten, gefolgt von Slowakei, Polen, Ungarn und Estland. Mit der Gründung von Gesellschaften in diesen Ländern fiel gleichzeitig der Startschuss für die Entwicklung der dortigen Rechtsschutz-Märkte. Die Gesellschaften sind heute jeweils Marktführer in diesen Märkten und wir sind dort weiterhin als einziger spezialisierter Rechtsschutzversicherer tätig. Nach den Pionierjahren steht nun die erfolgreiche Weiterentwicklung der Gesellschaften im Fokus. Wenn in Österreich die Rechtsschutzversicherungsprämie pro Kopf im Vergleich zu anderen europäischen Ländern so hoch ist und eine weitere Steigerung pro Jahr zu verzeichnen ist, stellt sich die Frage, sind wir so ein streitbares Land oder sind die Sorgen über hohe Kosten bei einem Rechtsstreit ausschlaggebend? Loinger: Es liegt überhaupt nicht daran, dass wir ein besonders streitbares Land sind risControl 09/16 29


INTERVIEW sondern daran, dass die Sparte schon lange eingeführt ist und daher längst nicht nur Privatpersonen eine Rechtsschutzversicherung haben sondern auch viele Unternehmen Wert auf eine umfassende Rechtsschutzabsicherung legen. Der zweite Grund liegt darin, dass Österreich versicherungsseitig entwickelt und ein durchaus vorsorgebereites Land ist. Nachdem die Absicherung der Familie und die Vorsorge für Pension mehr oder weniger durchgängig angekommen ist, kümmert sich der potenzielle Kunde – privat und unternehmensseitig – nun auch um seine Absicherung im juristischen Bereich. Rechtsschutzversicherung in der Historie war eine vorrangig für den mobilen Bereich, wie zeigt sich die Entwicklung heute? Loinger: Nach wie vor hat der Rechtsschutz für den Betrieb von Kraftfahrzeugen eine sehr hohe Bedeutung. Mittlerweile ist er aber längst auch in allen anderen Lebensbereichen angekommen. Die höchste Bedeutung hat der Versicherungsschutz im Vertragsbereich. Die Entwicklung der Sparte Rechtsschutz ist auch der konjunkturellen Entwicklung angepasst. Wenn es den Menschen beginnt wirtschaftlich schlechter zu gehen, wenn die Einkommen sinken, die Arbeitslosigkeit steigt, dann führt es automatisch dazu, dass bestimmten Bereichen des Rechtsschutzes mehr Bedeutung zugemessen wird. Oft war die Sparte dem Vorwurf ausgesetzt, dass zuviel Rechtsschutz die Gerichte mit zu vielen

Prozessen überlastet. Genau das Gegenteil ist der Fall. Denn der Rechtsschutzversicherer übernimmt nicht nur das Kostenrisiko bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung, sondern er entwickelt sich immer mehr zum Rechtsdienstleister. Wir wissen aus unserer eigenen internen Erfahrung, dass der massive Anstieg der Nachfrage rund um rechtliche und juristische Beratungsleistungen am Ende des Tages dazu führt, dass wir uns, den Kunden und den Gerichten teure, aufwendige, oftmals aussichtslose Gerichtsverfahren ersparen. Weil besser informierte Kunden ihre Situation

besser einschätzen können und daher nicht sehenden und aufrechten Blickes in aussichtslose Verfahren steigen. Vielen österreichischen Haushalten geht es im Moment nicht so gut. Die Leute müssen sparen, sie müssen sehr genau kalkulieren und das führt dazu, dass wir einen Anstieg bei gerichtlichen bzw. juristischen Auseinandersetzungen haben, weil die aktuelle konjunkturelle Situation den Menschen einfach den Zwang auferlegt, auch kleineren Beträgen nachzugehen. Oft geht es dabei ja auch um wirtschaftliche Existenzen. Wie ist die Entwicklung in den CEE Ländern? Gil: Bei der Neugründung in Tschechien Mitte der 90’er Jahre wurde zunächst die Verkehrsrechtschutzsparte eingeführt, das war seinerzeit in den ersten Jahren auch ausreichend. Aber schon bei der Gründung in Ungarn haben wir gleich von Beginn an eine breitere Palette an Rechtsschutz-Produkten angeboten, weil es eine große Nachfrage aus unserem Vertrieb gab. Unser Außendienst traute sich zu, von Beginn an auch die komplizierteren Rechtsschutz-Deckungen anzubieten. Mit Erfolg, wie wir heute wissen. In allen unseren Gesellschaften in Mittel- und Osteuropa leisten wir mehr Rechtsberatungen als Schadenfälle gemeldet werden. Deshalb werden wir

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INTERVIEW in diesen Ländern sehr stark als Dienstleister wahrgenommen. Etwas Besseres kann einem Versicherer nicht passieren. Wir sehen auf den CEE-Märkten großes Potenzial, es gibt Bedarf nach klassischen Rechtsschutzdeckungen, Rechtsberatung und zusätzlichen Services zu einem erschwinglichen Preis. Wir sind uns sicher, dass das bewährte Modell der Rechtsschutzversicherung diese Bedürfnisse auch in den Märkten erfüllt, die noch nicht erschlossen sind. Auch der österreichische D.A.S. Kunde profitiert heute schon von der Präsenz der D.A.S. in anderen Ländern. Ist er nämlich einmal im Ausland mit einem rechtlichen Problem, z.B. einem Kfz-Unfall oder Ärger mit dem gebuchten Hotel, konfrontiert, so nutzt die D.A.S. Österreich im Rahmen einer engen Zusammenarbeit mit ihren Schwestergesellschaften das KnowHow der ausländischen D.A.S. Kollegen, um für ihren Kunden möglichst rasch und unkompliziert den Fall erfolgreich zu lösen. Mit anderen Worten: In der RechtsschutzPolice der D.A.S. Österreich sind das bewährte Know-How und die jahrelange Erfahrung aller internationalen D.A.S. Gesellschaften automatisch inbegriffen. Loinger: Diese Entwicklung hinsichtlich der Rechtsberatung erleben wir in Österreich ähnlich. Gerichtliche und auch außergerichtliche Schadenfälle halten sich gegenüber den erbrachten Beratungsleistungen die Waage. Und was wir bemerken, ist, dass unsere Kunden die Begleitung in andere europäische Länder schätzen.

Normalangebot eines Rechtsschutzversicherers hinausgeht. Wird sich in naher Zukunft an der Präsenz etwas verändern und welche Ziele haben Sie für heuer noch?

der sich das Internet für die Informationsbeschaffung zunutze macht, sich die Details und mögliche Komponenten aber dann bei einem Berater einholt und auch dann dort abschließt. Wir müssen uns auf die neuen Anforderungen einstellen, so viele Informationen wie möglich im Internet zur Verfügung zu stellen. Die Zukunft sehen wir in einer Weiterentwicklung in Richtung eines umfassenden Rechtsdienstleisters mit juristischer Begleitung, Beratung, außergerichtlicher Hilfestellung, Schlichtung und Mediation. Wir werden zeitunabhängiger Angebote bereitstellen und damit den Anforderungen des Marktes, auch außerhalb von sogenannten Kernzeiten erreichbar zu sein, Rechnung tragen. Wir sehen unsere Zukunft mit 60 Jahren als hocherfahrener, flexibler und rasch agierender Rechtsdienstleister mit einem Dienstleistungsspektrum, das weit über das

Loinger: Wir legen weiter sehr viel Wert auf Regionalität mit unserem Angebot von über 40 angestellten, sehr gut ausgebildeten Juristen, die österreichweit und damit in Kundennähe tätig sind. Mitte des Jahres haben wir ein KFZ Rechtsschutzangebot auf den Markt gebracht, dessen Zielsetzung es ist, Singles und junge Familien zu erreichen. Aktuell legen wir unser Augenmerk auf ein spezielles Produkt für die immer größere werdende Unternehmergruppe der Ein-Personen-Unternehmen. Die D.A.S. bemüht sich immer um einen regen Austausch mit seinen Vertriebspartnern, was sind hier die nächsten Pläne? Loinger: Sowohl die Versicherer als auch die Kunden und deren Vermittler profitieren davon, wenn sie in der Konzeption von Produkten und Serviceleistungen auf wechselseitige Bedürfnisse und Erwartungen eingehen. Wir leben einen intensiven Austausch, treten z.B. mit unseren Vertriebspartnern in einen sehr tief gehenden und offenen Dialog und das wiederum schafft gegenseitiges Vertrauen. Wir danken für das Gespräch.

Rechtsschutzversicherung goes Zukunft, wie sehen Sie die Entwicklung hier in Österreich und ist Rechtsschutzversicherung ein Produkt, das als Verkaufsprodukt Internet affin ist? Loinger: Rechtsschutz ist ein grundsätzlich komplexes und damit beratungsintensives Produkt. Ich schließe aber nicht aus, dass auch aus der Sparte Rechtsschutz Module und abgegrenzte Bereiche zu kreieren sind, die mit weniger beratungsintensiven Absatzformen verkauft werden können. Eines muss beachtet werden, je einfacher und selbsterklärender umso weniger ist ein Produkt zur Individualisierung geeignet. Aber was wir sehr wohl bemerken, ist der sogenannte Hybridkunde, risControl 09/16 31


INTERVIEW

OMDS 3.0 wird neuer Standard Wir haben mit Dr. Erik Leyers, Vorsitzender des Komitees für Betriebsorganisation und Datenverarbeitung, und Andreas Hallemann, Leiter der Abteilung EDV und Statistik beim VVO, über das Thema Standardisierung für Maklergeschäftsprozesse - OMDS 3.0 gesprochen. OMDS 3.0: Worum handelt es sich bei dieser Standardisierung für Maklergeschäftsprozesse? Dr. Erik Leyers: Der derzeit österreichweit eingesetzte österreichische Maklerdatensatz OMDS definiert eine Schnittstelle zum Datenaustausch der Versicherungsunternehmen mit den Maklern. Mit dem nun entschiedenen Prozessmodell werden die Ambitionen nach einem bidirektionalen Datenaustausch und die zeitnahe Kommunikation mit den Backend-Systemen der Versicherer ermöglicht. Die Geschäftsvorfälle liegen beschrieben und dokumentiert vor und können von den Versicherungsunternehmen sowie den Softwareherstellern genutzt werden. Damit ist sichergestellt, dass jede definierte Kommunikation von allen Geschäftspartnern gleich interpretiert wird. Die Definitionen entsprechen den aktuellen Entwicklungstechnologien. Die Marke OMDS wird zukünftig als Österreichischer-Makler-Daten-Service weiter gelebt. Wie kam es zu dieser OMD 3.0-Lösung?

Andreas Hallemann: Im Auftrag des BO/ DV-Komitee des VVO wurde Anfang des Jahres eine Projektgruppe aus Vertretern der Versicherungsunternehmen, SoftwareHerstellern und Maklervertretern gebildet. In mehreren Workshops wurden mögliche Alternativen und Ihre Pros und Cons ausgearbeitet. Letztlich wurden zwei Varianten dem BO/DV-Komitee zur Entscheidung vorgelegt. Einerseits das auf dem deutschen Markt etablierte Prozessmodell von BiPro und andererseits die am österreichischen Markt erfolgreich eingesetzten Prozessbeschreibungen der Generali Versicherung, die dem VVO zur Verfügung gestellt werden. Für das deutlich mehrheitliche Votum zugunsten von OMDS 3.0 war vor allem der Wunsch der Versicherer nach einer österreichischen Lösung in den Händen des VVO ausschlaggebend. Weitere für die Entscheidung sprechende Kriterien waren der Investitionsschutz in den OMDS, die bereits an die österreichischen Anforderungen angepassten Geschäftsabläufe und die breite Implementierung bei den heimischen Softwareherstellern. Kommerziell wurde auch die zukünftige kostenfreie Bereitstellung für die gesamte Branche gegenüber einem jährlichen Mitgliedsbeitrag berücksichtigt. Die Weiterarbeit der ständigen Versammlung der österreichischen BiPro-Mitglieder mit BiPro wird dadurch nicht beeinträchtigt. Welche Vorteile ergeben sich durch diese Lösung?

Andreas Hallemann 32 risControl 09/16

Dr. Leyers: Die nähere Anbindung der Maklerschaft an die Versicherungsunternehmen ermöglicht die raschere Abwicklung von Geschäftsfällen zum Nutzen der Versicherungsnehmer.

Dr. Erik Leyers Was werden die nächsten Schritte der Umsetzung sein? Hallemann: Mit dem Auftrag zur Umsetzung werden vorerst die rechtlichen Fragen zum Übertrag der Rechte von der Generali an den VVO geklärt. In einem weiteren Schritt werden von dem bewährten Projektteam die spezifischen Definitionen der Generali neutralisiert und mit dem OMDS abgeglichen. In der Folge wird die laufende Betreuung und Wartung des Modells vom VVO gepflegt. Was bedeutet diese Entscheidung für die österreichische Versicherungswirtschaft? Dr. Leyers: Durch die Wahl des österreichischen Weges können die landesspezifischen Standards effektiv zu einem raschen Nutzen für die Branche umgesetzt werden. Mit der entschiedenen Lösung wird dabei von einer guten Ausgangsbasis gestartet. Die Weiterentwicklung und Betreuung des OMDS 3.0 wird dabei wie in den letzten 20 Jahren weiterhin der VVO wahrnehmen. Wir danken für das Gespräch.


VERSICHERUNG UNIQA

UNIQA trennt sich von Niederösterreichischer Die UNIQA Insurance Group AG wird sich von ihrer Minderheits-Finanzbeteiligung an der Niederösterreichische Versicherung AG in der Höhe von 13,22 Prozent trennen. Die bisher von UNIQA und Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien gehaltenen Minderheitsanteile (25,11 Prozent) sollen durch die Niederösterreichische Versicherung eingezogen und abgefunden werden. „Im Rahmen unserer im Jahr 2011 gestarteten langfristigen Wachstumsstrategie UNIQA 2.0 konzentrieren wir uns auf unser Kerngeschäft im versicherungstechnischen Bereich und richten auch unsere Beteiligungen danach aus“, erklärt UNIQA Group CEO Andreas Brandstetter die Hintergründe dieses Schrittes. „Während wir zum Beispiel in Kroatien und Serbien zugekauft haben und unsere Engagement im Privatspitalsbereich ausbauen, haben wir Beteiligungen, die nicht direkt ins

Versicherungsgeschäft einzahlen abgegeben. Dazu zählen etwa Beteiligungen an Hotels und Medien genauso wie jene an den Casinos – auch wenn das Closing hierbei noch offen ist. Im Fall der Niederösterreichischen Versicherung trennen wir uns nun von einer Minderheits-Finanzbeteiligung an einem erfolgreichen Landesversicherer.“ Die UNIQA Group wird bei der für 25. August geplanten Hauptversammlung der Niederösterreichischen Versicherung einer, für die Einziehung der Minderheitsanteile, erforderlichen Satzungsänderung zustimmen. Sie wird durch die Einziehung und Ablöse der Aktien durch die NÖ Versicherung, die wirtschaftlich einem Verkauf der Beteiligung entspricht, in 2016 einen Veräußerungsgewinn vor Steuern in Höhe von rund 37 Millionen Euro erzielen. Generaldirektor Hubert Schultes: „Durch die Einflechtung unserer

Andreas Brandstetter Beteiligungsstruktur können wir uns dann noch besser auf unser Geschäftsmodell, eines in Wien und Niederösterreich tätigen Regionalversicherers, konzentrieren.“

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SAFE 7

Größe gibt Kraft Vier große Unternehmen der Versicherungsbranche haben sich zu einer gemeinsamen Holding zusammengeschlossen, der SAFE 7. Bestehend aus der SIVAG – Sicherheit in Versicherungsangelegenheiten GmbH aus Gmunden mit 8 Niederlassungen, der seit 1993 am Markt tätigen Pluskonzept GmbH aus Wels mit 5 Standorten, der FinanzPuls AG aus Wien mit 6 Standorten mit mehr als 30 Jahren Erfahrung und der EFM Versicherungsmakler AG mit mehr als 50 Standorten in Österreich. Wir haben mit den Vorständen Michael Holzer und Wilhelm Brandstetter, sowie den Gründungsmitgliedern über die Holding, deren Ziele und Visionen gesprochen. Was verbirgt sich hinter der Idee SAFE 7 und welche Ziele werden angestrebt? Michael Holzer: SAFE 7 ist ein Zusammenschluß aus den vier obenangeführten Systemen mit einem Bestand von 200.000 Kunden und einem Provisionsvolumen von insgesamt 40 Millionen Euro. Damit ist die Holding bereits von Beginn an die größte unabhängige Bestandsholding innerhalb der Versicherungsvermittlerbranche. Dabei steht die Bestandssicherung, wie der Name bereits erahnen lässt, für sämtliche Mitglieder im Vordergrund. Wie kamen Sie zu dem Entschluss SAFE 7 zu gründen? Georg Eisenzopf: Jedes Gründungsmitglied hat fest angeschlossene Partner, die teils schon bis zu 30 Jahre in der Branche tätig sind. Am Markt selbst sind diese Unternehmen zwar sehr groß aber dennoch zu klein um sämtliche Potentiale schöpfen zu können. Als große Einheit, in der jedes einzelne System seine Unabhängigkeit bewahrt, haben wir nun viel mehr Möglichkeiten. Warum haben Sie sich für die Gründung einer Aktiengesellschaft entschieden? Walter Matouschek: Diese Gesellschaftsform garantiert uns ein Höchstmaß an Transparenz. Jeder einzelne Partner partizipiert durch seine Gewinnbeteiligung am Geschäftserfolg und profitiert zusätzlich vom Know How sämtlicher Partner. An wen richtet sich die Holding? 34 risControl 09/16

Josef Graf: Wir wenden uns an alle Marktteilnehmer, die im Versicherungs- und Finanzgeschäft tätig sind, unabhängig davon ob es sich um Makler, Agenten oder Vermögensberater aller Unternehmensgrößen handelt. Ein Einstieg ist innerhalb eines der Systeme, der vier Gründungssysteme oder als gleichberechtigter Partner möglich. Für eine gleichberechtigte Partnerschaft erwarten wir ein Provisionsvolumen von mindestens drei Millionen Euro. Wie unterstützt die Holding die einzelnen Partner? Wilhelm Brandstetter: Jeder Partner profitiert vom Know How aller Holdingmitglieder. Das gleiche gilt beim Produktdesign und gemeinsamen Provisions- und Bonifikationsverhandlungen. Zusätzlich dazu bringen die Gründungsmitglieder bereits zahlreiche Vorteile mit in die Holding. So verfügt die SIGAV über die größten Erfahrungen im Großkundengewerbe und Schadenmanagement. Pluskonzept, ehemals AFB, besitzt langjährige Kenntnisse im Bereich der Pensionsvorsorge sowie biometrischer Risiken, FinanzPuls besitzt ein breites Expertenwissen im Finanzierungs- und Geldgeschäft, EFM umfassendes Know How im Geschäft mit Privatkunden, klein- und mittelständischen Betrieben. Bleiben die Unternehmen der vier Gründungsmitglieder, die Systeme wie sie jetzt am Markt bekannt sind, bestehen? Michael Holzer: Sie bleiben als eigenständige Systeme bestehen und bieten allen

Marktteilnehmern die bereits bekannten Vorteile an. Durch die Holding werden sich die Synergien aber noch weiter verbessern. Welche Vorteile stehen für Sie im Mittelpunkt? Wilhelm Brandstetter: Wir bieten unseren Partnern eine Variante der Bestandssicherung, die es in dieser Form in Österreich noch nicht gibt. Zudem kommt jedes Mitglied in den Genuss der besten Produkte des Versicherungsmarktes und auch im Durchschnitt zur besten Finanzvereinbarung. Michael Holzer: Die zentrale Aufgabe der Holding ist es, den Partner bei den Herausforderungen am Markt, sei es bei der Umsetzung der IDD oder andere legistischen Rahmenbedingungen, Lösungen anzubieten. Auch im Bereich einer effizienten Abwicklung des Tagesgeschäftes, im Compliance Bereich und bei der Digitalisierung. Wie gewährleisten Sie diese Form der Sicherheit für Ihre Partner? Walter Matouschek: Die aktuell am Versicherungsmarkt tätigen Zusammenschlüsse haben sich in loser Form oder in Vereinen zusammengeschlossen, mit dem Ziel, vor allem die Produkt- und Bonuswelt zu verbessern. Dabei wird das operative Geschäft gewöhnlich nicht vom Vermögen getrennt. Für uns steht jedoch die treuhändische Sicherung des Bestandes jedes Partners, den er im Zuge seines Beitritts in der Holding einbringt, im Vordergrund. Deshalb fassen wir die Bestände in der Bestandsholding zusam-


INTERVIEW

men, ohne dass diese selbst operativ tätig ist. Der Berater erhält somit ein Sicherheitsnetz, das ihn in geschäftlichen Krisenszenarien auffängt. Auch die Nachfolge kann durch die neue Holding geregelt werden. Die Bestände des Holdingpartners werden, sollte die Nachfolge nicht aus den eigenen Reihen geregelt werden, zu einem vereinbarten Wert von mindestens dem 1,5-fachen der Jahresfolgeprovision von der SAFE 7 gekauft. So gesehen ist es eine Abnahmegarantie, aber es besteht keine Verpflichtung den Bestand im Zuge einer Nachfolge an die Holding zu verkaufen. Herr Brandstetter, Sie betonen Synergien beim Produktdesign und gemeinsamen Provisions- und Bonifikationsverhandlungen. Was bedeutet das konkret? Wilhelm Brandstetter: Wir haben bereits eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Produktlösungen der vier Gründerunternehmen untersucht und vergleicht. Das Ziel ist zunächst, die innerhalb unserer Gruppe besten Produkte für unsere Partner und Kunden zu ermitteln. Diese werden wir in einem weiteren Schritt noch einmal optimieren. Konkret werden Vertreter unserer Produktausschüsse mit den jeweiligen Versicherern verhandeln.

dukte am Markt suchen, was in der heutigen Produktlandschaft als Einzelmakler so und so fast unmöglich ist. Zudem erhalten sie eine EDV-Verwaltungssoftware von uns, die Prozesse vereinfacht und für große Zeitersparnis sorgt. Dadurch wird sich auch die Polizzierung durch den Produktgeber beschleunigen. Das führt schließlich zu einer Win-Win-Win Situation für alle Beteiligten. Michael Holzer: Größe bringt Sicherheit, Stabilität und schafft die Möglichkeit, gemeinsam schneller neue innovative Konzepte zu kreieren, um Vorteile für uns und unsere Partner zu erwirken. Das gilt sowohl für bestehende Segmente als auch für künftige neue Geschäftsbereiche. Im Ergebnis bedeutet dies für jedes Holdingmitglied: geringerer Verwaltungsaufwand, mehr Umsatz sowie langfristige Stabilität und Sicherheit und eine Gewinnberechtigung. Alle Partner partizipieren mit einer Gewinnbeteiligung gemessen an ihrem Umsatz an der Holding. Das ist ebenfalls ein wesentlicher Unterschied zu den am Markt bestehenden Zusammenschlüssen und Vereinigungen.

Welche Veränderungen ergeben sich dadurch für Berater und Versicherer?

Josef Hausleithner: Es erwarten uns sehr große Herausforderungen in der Branche, die schneller auf uns zukommen werden, als uns wahrscheinlich lieb ist. Hier gilt es vorbereitet zu sein und mit SAFE 7 gelingt uns das.

Wilhelm Brandstetter: Unsere Partner müssen nicht mehr selbst die besten Pro-

Welche Veränderungen meinen Sie, Herr Hausleithner?

Josef Hausleithner: Als Makler lieben wir unsere Arbeit und wir leben davon. Der kleinste Fehler kann das schlagartig zunichtemachen, weil Haftungsrisiken immer häufiger schlagend werden. Ein weiteres Bedrohungsszenario ergibt sich für Makler durch die mangelnde Rentabilität ihrer Arbeit. Durch gesetzliche Auflagen und zahlreiche technische Umstellungen steigt der Aufwand sowohl bei der Arbeitszeit, als auch bei den Kosten enorm an, während gleichzeitig die Provisionen immer mehr unter Druck geraten. Wie können sich Versicherungsvermittler oder andere Marktteilnehmer bei der neuen Holding bewerben? Michael Holzer: Wer bei uns mitmachen will, kann sich direkt bei SAFE 7 oder einem unserer Systeme bewerben. Danach findet ein Erstgespräch statt und die gemeinsamen Spielregeln werden erklärt. Alle Gründungsmitglieder sind begeistert von unserem gemeinsamen Vorhaben und leben die SAFE 7 Philosophie. Das wünschen wir uns auch von unseren zukünftigen Partnern. Wenn jemand nicht mehr bei der Holding Partner sein möchte, was passiert dann? Michael Holzer: Dann ist ein Ausscheiden aus dem System nach Beendigung der Vertragslaufzeit jederzeit möglich, selbstverständlich mit seinem Bestand. Wir danken für das Gespräch. risControl 09/16 35


VERSICHERUNG

bAV: Alternativen zur klassischen LV sind gefragt Das aktuelle Niedrigzinsumfeld macht die klassische Lebensversicherung mit Garantiezins für die betriebliche Altersvorsorge wenig attraktiv. Eine weitere Senkung des Garantiezinses verbessert die Rahmenbedingungen nicht unbedingt. Aber es gibt attraktive Alternativen wie den TwoTrust Selekt von HDI Leben. Die klassische Lebensversicherung mit Garantiezins war in der Vergangenheit ein beliebtes Instrument für betriebliche Altersvorsorgelösungen nach §14 Abs.1 EStG. Denn das Gesetz schreibt den Unternehmen vor, dass mindestens 50% der Steuerrückstellungen in Wertpapieren oder einer Versicherung im klassischen Deckungsstock rückgedeckt werden müssen. Gerade kleinere Unternehmen haben daher gerne 100 Prozent der Pensionsverpflichtung in Lebensversicherungen angelegt. Erst in den letzten Jahren fanden – für den 50% übersteigenden Anteil – auch fondsgebundene Lebensversicherungsmodelle Berücksichtigung. Garantiezins reicht nicht mehr

bensversicherung gewählt hatte, konnte auch auf einen langfristigen Mehrertrag hoffen. „Die klassische Lebensversicherung ist derzeit aber aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes alles andere als attraktiv. Zusätzlich kommt die Gewinnbeteiligung immer mehr unter Druck“, bringt Martin Wagner, unabhängiger bAV-Experte, die aktuelle Problematik auf den Punkt. Tatsache ist: die gesetzlich vorgegebene Verzinsung des Deckungsstockes sowie die sinkenden Gewinnbeteiligungen bringen kein zufriedenstellendes Ergebnis mehr, was in Zukunft zu einer deutlichen Verlängerung der Verrentungszeit führen würde. „Damit wären die in der bAV üblichen Laufzeiten nicht mehr darstellbar“, führt Martin Wagner aus. HDI Leben bietet attraktive Lösung

Die Vorteile dieser Konstruktion lagen auf der Hand: die klassische Lebensversicherung hat eine sichere Verzinsung gebracht, das Risiko der Langlebigkeit abgesichert und wenn eine Rentenversicherung als Basis gewählt wurde auch eine garantierte Sterbetafel eingeschlossen. Wer als Zusatz eine fondsgebundene Le-

36 risControl 09/16

Die HDI Lebensversicherung AG hat sich dieses Problems nun angenommen und bietet mit dem neuen TwoTrust Selekt eine attraktive Alternative zur klassischen Lebensversicherung. „Der TwoTrust Selekt bietet eine überaus attraktive Wahlmöglichkeit“, erklärt

Christian Wagner, Produktmanager HDI Lebensversicherung AG in Österreich Christian Wagner, Produktmanager bei der HDI Lebensversicherung AG in Österreich. Die Wahlmöglichkeit besteht darin, dass sich der Kunde jährlich vorab für eine Beteiligung am MultiIndex-Konzept entscheiden kann. „Über das MultiIndex-Konzept partizipiert der Versicherungsnehmer an den Ertragschancen der internationalen Kapitalmärkte und kann dadurch langfristig Übererträge erzielen. Wichtig dabei ist auch: Verluste aus dem MultiIndex-Konzept sind ausgeschlossen“, fasst Christian Wagner die Vorteile des TwoTrust Selekt zusammen. Ein weiterer Vorteil: der TwoTrust Selekt läßt sich sehr flexibel an die individuellen Bedürfnisse der Kunden anpassen. Für Martin Wagner ist der TwoTrust Selekt daher die derzeit beste Alternative zur klassischen Lebensversicherung.


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DIE MAKLERGRUPPE

Die Zwei mit Weitblick Im Jahre 2012 haben die beiden akademischen Versicherungskaufleute Matthias Lindenhofer und Rainer Vogelmann beschlossen den österreichischen Versicherungsmaklern ein alternatives modernes Konzept zu den bereits am Markt bestehenden Maklergruppierungen und Pools anzubieten. Ein rasanter Anstieg an Partnern zeigt, wie erfolgreich das Konzept ist. Wir haben mit Matthias Lindenhofer und Rainer Vogelmann über die Beweggründe einer eigenen Gruppierung, die Vorteile und ihre weiteren Strategien gesprochen. Was steht hinter der Maklergruppe und warum gibt es die Maklergruppe? Vogelmann: Das ist relativ einfach. Wir also Mathias Lindenhofer und ich, haben uns 2012 zusammengetan und beschäftigten uns, so wie die gesamte Branche, mit dem Thema Provisionsverbot und dessen mögliche Auswirkungen und wollten uns auf die Zukunftsszenarien vorbereiten. Wir haben uns die verschiedensten Gruppierungen und deren Konzepte angesehen, wir konnten uns aber mit keinem Konzept identifizieren. Daher fiel die Entscheidung dahingehend, „DIE Maklergruppe“ zu gründen. Wir wollten weder unseren Namen und unsere Firmennamen aufgeben, noch unsere Bestände übertragen, weil wir der Meinung sind, dass diese Bestände einen monetären Wert darstellen. Ein weiterer Auslöser war, dass wir entscheiden, wer die Mitglieder in der Gruppe sind und uns nicht einfach nur arrangieren möchten. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist der menschliche Aspekt, wir legen sehr viel Wert auf Qualität und Harmonie . Was muss ein Makler für Kriterien erfüllen, damit er ein Partner der Maklergruppe werden kann? Lindenhofer: Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist der menschliche Aspekt, wir legen sehr viel Wert auf Qualität und Harmonie, 38 risControl 09/16

denn nur wenn menschliche Harmonie existiert, wird man auch langfristig wirtschaftlichen Erfolg generieren können. Wir besuchen immer gemeinsam den potenziellen Partner und führen ein Erstgespräch. Dabei sieht man sehr bald, ob man in wesentlichen Dingen übereinstimmt. Wir verlassen uns sehr auf unser Bauchgefühl bevor wir die Daten und Fakten des möglichen Partners analysieren, und uns im Hinblick auf Schadenssätze etc. informieren. Natürlich ist auch wichtig wie wirtschaftlich denkt ein zukünftiger Partner, was hat er für Zukunftspläne und passt seine Arbeitsweise in die Gruppe. Aber es geht uns in erster Linie nicht um den Umsatz, sondern um die Qualität des Partners. Wo liegen die Vorteile für den Makler? Lindenhofer: Wir bieten den Makler sehr viel Know - How, wie es bei einer großen Gruppierung gegeben ist. Synergien im EDVund Werbebereich, aber auch im gemeinsamen starken Auftreten gegenüber den Versicherungsunternehmen. Auch dem Thema „Digitalisierung“ kommt bei uns große Bedeutung zu. Wir haben im letzten Jahr an unserer Onlineplattform „Justus Versicherungsfuchs“, welche nicht nur eine Vergleichsplattform, sondern auch eine Plattform ist die dem Endkunden sehr viel Information rund um den Versicherungsbereich bietet, gearbeitet. Dort findet man täglich News aus dem Versicherungsbereich, eine Vergleichsplattform für Privatkunden und eine Expertensuche für jede Branche und Betriebsart. Im Vordergrund

stehen aber immer die Aspekte des Versicherungsmaklers. Wir bieten unseren Onlineund Offline - Versicherungsmaklerpartnern Gebietsschutz für unsere Aktivitäten. Das bedeutet, es ist keine reine Vergleichsplattform, sondern wie es sich für einen ordentlichen Versicherungsmakler gehört, wird das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aus dem Markt heraus gesucht und dieses Angebot dann in der Vergleichplattform und somit dem Kunden präsentiert. Wie sieht es bei den Produkten aus?


INTERVIEW

Vogelmann: Ein nicht unwesentlicher Vorteil in der Gruppe ist, dass wir gemeinsame Produkte verhandeln. Unser Ziel ist es aber nicht ein Produkt aufzublähen, sondern wir ziehen sozusagen die Giftzähne und schauen, dass wir Zusatzvereinbarungen machen, die Sinn ergeben. Wir verhandeln keine Vereinbarungen nur damit das Produkt speziell für die Maklergruppe ist, da sind wir eher uneitel sondern wir verhandeln Produkte, die das Beste für unsere Kunden beinhalten. Der zweite Punkt ist natürlich, dass wir durch unsere vielen Maklergruppen - Partner eine

dementsprechende Kraft bei Verhandlungen mit unseren Produktpartnern aufweisen können. Im Endeffekt arbeiten wir alle, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, denn die wenigsten können es sich leisten nur aus Spaß an der Freude zu arbeiten. Transparenz, ein Wort, das man immer häufiger hört, wie sieht es damit in der Gruppe aus? Vogelmann: Wir sind sehr transparent, das ist sicherlich auch ein Aspekt den viele Partner

schätzen. Es sind alle Vereinbarungen, Bonifikationen etc. tagaktuell über unser Informationssystem einsehbar. Ich glaube, dass es zurzeit in keiner anderen Gruppierung mehr Transparenz gibt als bei uns. Was ist, wenn ein Makler aus der Gruppe aussteigen möchte? Lindenhofer: Da es bei uns im Normalfall nur Einjahresverträge gibt, ist ein Ausstieg also fast jederzeit möglich. Wir möchten die Mitglieder durch Leistung an uns binden risControl 09/16 39


INTERVIEW und nicht durch Knebelverträge. Wie schon des Öfteren erwähnt, ist die menschliche Komponente sehr wichtig bei uns. Sollte ein Partner nicht mehr mit uns zusammen arbeiten wollen, so werden wir kurzfristig eine für beide Seiten akzeptable Lösung finden. Auch wir haben kein Interesse daran, mit einem Partner zusammen zu arbeiten, der nicht mehr will. Sie habe eine digitale Offensive angesprochen, welche Vorteile bietet die neue Plattform? Lindenhofer: Wie bereits vorher erwähnt haben wir über ein Jahr lang an der Plattform „Justus Versicherungsfuchs Online. Schlau. Versichern“ gearbeitet. Wir sind damit am österreichischen Versicherungsmaklermarkt Vorreiter und verbinden damit die digitale Versicherungswelt mit persönlicher Beratung, damit sind unsere Maklergruppenpartner gut gerüstet für die Zukunft. Auf der Plattform bieten wir unseren Kunden zahlreiche Onlinerechner mit persönlicher Beratung, ein Kundenportal, einen digitalen Versicherungsordner mittels APP und eine umfangreiche Expertensuche für die Region und jede Betriebsart an. Mit umfangreicher Information über Versicherungen bieten wir interessierten Kunden die Möglichkeit sich über alle gängigen Versicherungssparten zu informieren. Sind sie der Meinung das Versicherungsmakler ein Beruf mit Zukunft ist oder wird sich alles ins Internet verlagern?

Unser Ziel ist es aber nicht ein Produkt aufzublähen, sondern wir ziehen so zusagen die Giftzähne und schauen, dass wir Zusatzvereinbarungen machen, die Sinn ergeben. Vogelmann: Ich denke, dass der Beruf des Versicherungsmaklers jetzt und auch in Zukunft weiterhin seine Berechtigung haben wird. Wir glauben nicht, dass sich alle Versicherungsprodukte im Internet verkaufen lassen können. Meiner Meinung nach ist eine ordentliche unabhängige Beratung noch nicht von einem Roboter oder dergleichen abbildbar. Es wird natürlich standardisierte Produkte geben die durchaus ins Internet passen, wie

zum Beispiel im Kfz - Bereich. Aber auch hier ist es wichtig, dass der Makler von Anfang an mit dabei ist, sei es mit Vergleichsrechnern oder was es sonst noch für Tools geben wird, die er auf seiner Homepage dem suchenden Kunden zur Verfügung stellen kann. Auch über diese Wege kann es zu einer Kundenbindung bzw. Neuakquisition kommen. Schlechter schaut es meiner Meinung nach für den angestellten Außendienst aus. Ich denke, dass der klassische Außendienst über weite Strecken durch diese neuen Technologien im Onlinevertrieb ersetzt wird. Wo sehen Sie die Hauptaufgabe eines Versicherungsmaklers? Vogelmann: Die Hauptaufgabe eines Versicherungsmaklers sehe ich persönlich in der korrekten Schadenabwicklung. Einen Schadensfall gut abzuwickeln ist das Meisterstück eines jeden Maklers. Das bedeutet nämlich, dass er schon im Vorfeld, sprich bei der Auswahl des Produktes gute Arbeit geleistet hat. Sowohl bei der Risikoanalyse als auch bei der Beratung des Kunden. Speziell in den Klein- und Zusatzdeckungen gibt es sehr viele Unterschiede. Und hier schließt sich der Kreislauf wieder. Wurde bei der Auswahl und Analyse alles richtig gemacht, gibt es auch kein Problem bei der Schadensabwicklung. Notwendig dazu ist aber auch ein verlässlicher Versicherer, der nicht alle 14 Tage seine Strategie ändert um das „Meisterstück“, den Schadensfall, korrekt zu erledigen. Wir danken für das Gespräch.

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Ich plane immer. Gut so! Julia H., Wien

Verstanden: Die Generali orge Rundum-Risikovors

Um zu verstehen, muss man zuhören. Das Leben ist oft unberechenbar. Heute ist die Welt noch völlig in Ordnung, doch morgen kann es schon ganz anders sein. Ein plötzlicher Unfall, eine schwere Krankheit oder ein Todesfall hinterlassen nicht nur emotionale Spuren, sondern meist auch finanzielle. Die Generali bietet im Bereich der Risikovorsorge mehrere Möglichkeiten zur Rundum-Absicherung an. Von der Ablebensversicherung mit Zusatzoption bei schwerer Krebserkrankung bis zur Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung stehen individuelle Vorsorgelösungen zur Verfügung. Das Leben ist nicht planbar - die Risikovorsorge schon.

Unter den Flügeln des Löwen.


VERSICHERUNG

Wissen als Schlüssel zum Erfolg Allianz Top Partner Akademie. Wissen zählt zu jenen Dingen im Leben, von denen wir ganz sicherlich niemals zu viel haben können. Und Fachwissen und die damit verbundene Qualität der Beratung sind auch ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber Mitbewerbern und Online-Angeboten. „Ich denke, der Fortschritt kommt so oder so, daher müssen wir das Beste aus ihm machen – statt zu versuchen, ihn aufzuhalten“, sagte einmal Microsoft-Gründer Bill Gates. Und wirklich schreitet die Digitalisierung unaufhaltsam voran: Smartphones sind unser ständiger Begleiter, und der Zugang zum Internet ist in Österreich mittlerweile flächendeckend gegeben. Als logische Konsequenz hat sich auch das Informationsverhalten in den letzten Jahren zunehmend in Richtung Online-Recherche verlagert und entstehen alternative Vertriebsmodelle abseits der ausgetretenen Pfade. Das Schlaumachen im Internet erfreut sich also immer größerer Beliebtheit, dennoch setzt der Löwenanteil der Versicherungskunden auf persönliche Beratung und schließt auch Verträge lieber auf herkömmlichem Weg ab. „Unsere Antwort auf die aktuellen Herausforderungen ist mehr Wissen, mehr Know-how, mehr Ausbildung. Genau dieses Ziel verfolgen wir mit unseren Maklerpartnern schon seit

Jahren mit der Allianz Top Partner Akademie“, sagt Claudia Schlosser, Bereichsleiterin Maklervertrieb bei der Allianz. Existenzabsicherung „Die rege Teilnahme an den Seminaren und Workshops ist ein klares Zeichen dafür, dass auch unsere Maklerpartner und -partnerinnen die Qualität ihrer Beratung als wesentlichen Wettbewerbsvorteil sehen“, so Schlosser. Sie sei immer wieder aufs Neue beeindruckt vom großen Wissensdurst. Lebenslanges Lernen stehe bei den ungebundenen Vermittlern offenkundig ganz oben auf deren Prioritätenliste: Alle Seminare der Top Partner Akademie (TPA) sind mit Credits versehen, die für das Weiterbildungszertifikat des Fachverbands der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten angerechnet werden, und entsprechen den IDD-Anforderungen. Fach- und Expertenwissen zu Versicherungslösungen finden sich ebenso im TPA-Angebot

Claudia Schlosser 42 risControl 09/16

der Allianz wie Personal Skills im Umgang mit Beschwerden oder schwierigen Kundenbeziehungen – jeweils präsentiert von anerkannten Fachleuten. Steigender Beliebtheit erfreuen sich die seit 2014 im Ausbildungsprogramm befindlichen „Web Based Trainings“, und stärker als bisher sollen aktuelle Inhalte auch über Webinare in knapper und kompakter Form transportiert werden und dabei Experten die Fragen der Maklerpartner beantworten. „Für viele Inhalte ist ein WBT oder Webinar ungleich effizienter als der Besuch eines Seminars und spart Zeit und Wege“, fasst Schlosser die Rückmeldungen der Maklerpartner zusammen. BAV-Wissen gefragt Eine immer stärkere Durchmischung mit bisher mehr oder weniger reinen „Sach“Maklern ist seit geraumer Zeit bei der Teilnehmerstruktur der BAV-Akademie der Allianz zu beobachten. Denn Betriebliche Altersvorsorge zählt zu den am stärksten wachsenden Bereichen in Österreichs Finanzindustrie. Hatten über lange Jahre hinweg nur ein paar Dutzend Makler ihren Fokus darauf, kommt BAV nun immer mehr in die Breite. Schließlich gilt BAV als Schlüssel zu qualifiziertem Personal am Arbeitsmarkt und hilft Unternehmen ihre Lohnnebenkosten zu senken. „Wer sich als Experte und Ansprechpartner im BAV-Bereich positioniert, gewinnt für seine Klientel eindeutig an Profil und hebt sich von Mitbewerbern ab“, erklärt Schlosser. Vom einführenden Grundlagenseminar bis hin zum Expertenseminar haben alle drei Einzelmodule der BAV-Akademie als gemeinsames Ziel: fundiertes Fachwissen vermitteln – und dieses sofort in der Praxis umsetzbar machen. „Unser Ziel ist also der Erfolg unserer Maklerpartner“, so Schlosser.


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MARKT Allianz Versicherung

Sicherheitsgefühl Was sorgt für ein starkes finanzielles Sicherheitsgefühl bei Frau und Herrn Österreicher? Die Allianz hat das Marktforschungsinstitut marketagent beauftragt dieser Frage nachzugehen. Finanzielle Sicherheit bedeutet für 56,1 % der Besitz eines Grundstücks, eines Hauses oder einer Wohnung. Damit liegt das Eigentum von Immobilien an erster Stelle eines Rankings der emotionalen Bewertung von Investitionsmöglichkeiten vor Sparbuch, Bausparvertrag und Lebensversicherung. Etwa jeder Neunte empfindet keine einzige Form der Geldanlage als wirklich sicher. „Es ist interessant, dass Immobilien, die für die meisten das größte Einzelinvestment darstellen, mit dem größten Sicherheitsempfinden assoziiert werden, obwohl der Weg dorthin zumeist mit einer jahrzehntelangen Verschuldung einhergeht“, gibt Martin Bruckner, Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG und Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich, zu bedenken. „Geld auf der Bank“ zu haben wird laut Allianz Umfrage von 44,7% der Befragten als sehr sicher empfunden, während der Bausparvertrag einen Wert von 29,9 Prozent erreicht. Hinter Edelmetall (28,4 %) und Bargeld (25,4 %) löst die Lebensversicherung für 20,2 Prozent der Befragten ein

Gefühl hoher Sicherheit aus. Am unteren Ende der Sicherheitsgefühl-Skala liegen Fonds (5,0 %), Aktien (4,0 %) das Schlusslicht bilden Anleihen (2,1 %). Bei den Detailergebnissen zeigen sich zwischen den Befragten spannende Unterschiede: Junge Menschen tendieren in hohem Maße zum „Sparen unter dem Kopfpolster“: 40,6 % der Unter 20-Jährigen – und damit um 15 % mehr als in der Gesamtbevölkerung – halten es für sicher, Bargeld zu Hause zu bunkern. Vier von zehn Kärntnern halten Bargeld zu Hause für sicher, gegenüber nur 12,9 % bei den Salzburgern. Als einzige Bevölkerungsgruppe in Österreich empfinden die Wiener Bankeinlagen sicherer als Immobilien. Langfristig ertragreichere Investmentformen werden hingegen von relativ wenigen Menschen als sicher erlebt, am ehesten noch von Männern in der Einkommensklasse über 3.000 Euro monatlich. 9,3 % der Männer und 13,3 % der Frauen fühlen sich bei keiner einzigen Vorsorge-Alternative wirklich sicher. Sicherheitsempfinden drückt auf Renditechancen Fazit: Die Umfrage zeigt deutlich die ängstliche Haltung vieler Menschen in unserem

Land gegenüber Finanzinstrumenten auf. „Am Ende des Tages führen genau diese Emotionen bei vielen Menschen Jahr für Jahr zu einem realen Wertverlust ihres Vermögens“, erklärt Bruckner. Das belegt auch eine Untersuchung der Allianz, welche die Rendite der privaten Geldvermögen der privaten Haushalte in neun Euroländern unter den Bedingungen der Niedrigzinspolitik seit 2010 analysierte. Zwischen 2010 und 2014 erzielten die österreichischen Haushalte im Mittel eine jährliche Rendite von 2,6 % und schnitten damit im internationalen Vergleich am schlechtesten ab. Bereinigt man die Gesamtrendite um die Inflationsrate, so sieht es hierzulande noch düsterer aus: Österreich bildet auch hier mit einer realen Rendite von nur 0,3 % das Schlusslicht. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Österreicher noch stärker in Bankeinlagen (mehr als 40 %) und noch schwächer in Aktien (4,5 %) investiert haben als alle anderen untersuchten Länder. „Für fast die Hälfte des Geldes hierzulande werden potenzielle Renditechancen nicht ausgeschöpft. Beim Geldhorten unter dem Kopfpolster besteht die einzige Sicherheit darin, dass man Wert verliert“, so Bruckner abschließend.

GfK

Beliebteste Anlageform Auch im zweiten Quartal ist Wohneigentum die beliebteste Anlageform von uns Österreichern. Mit 40 % liegen Eigentumswohnung bzw. Haus an der Spitze der Ergebnisse der Studie die jährlich unter 18.000 Österreichern hinsichtlich ihres Interesses an Spar- und Anlageformen – unabhängig von der eigenen Nutzung- gemacht wird. An zweiter Stelle rangiert erneut der Grundstückskauf, wie auch im ersten Quartal des heurigen Jahres. Bausparverträge haben sich wieder gefestigt und liegen mit 32 % am dritten Platz. Insgesamt scheinen Österreicher wieder zunehmend Interesse an Bankprodukten zu gewinnen. Gold hat sich, nach seinem Höchstwert im ersten Quartal, am 4. Platz manifestiert. Das 44 risControl 09/16

Sparbuch hat in den letzten Jahren deutlich an Beliebtheit eingebüßt, kann aber seinen Wert im Vergleich zum ersten Quartal zumindest stabil halten. Erfreulich ist, dass es wieder einen leichten Aufwärtstrend bei der staatlich geförderten und privaten Altersvorsorge gibt. Trotz eines insgesamt wieder etwas gefestigteren Interesses an traditionellen Sparprodukten bleiben viele Österreicher nach wie vor skeptisch. Überdurchschnittlich zulegen konnten Aktien bei Personen mit niedrigem bis mittlerem Haushaltseinkommen, wenn auch das Interesse an Aktien bei Personen mit mittlerem bis höherem Einkommen generell etwas höher ist. „Die Entscheidung, welche Spar- und Anlageformen interessant sind,

hängt stark von den persönlichen finanziellen Mitteln ab. Dort, wo das dafür in aller Regel notwendige Eigenkapital verfügbar ist, zeigt sich auch ein verstärktes Interesse am Grundstücks- oder Hauskauf, während dies für Haushalte mit niedrigerem Einkommen deutlich seltener eine ernsthafte Option darstellt“, so Sebastian Huchler Finanzmarktforscher bei GfK. „Personen mit geringerem Einkommen zeigen auch weiterhin wachsendes Interesse am „Sparstrumpf“, was ein Indiz für eine weiterhin vorherrschende Verunsicherung ist.“ Nachdem sich die klassischen Sparformen aber in diesem Quartal wieder etwas erholt haben, bleibt zu hoffen, dass das Ende der Talfahrt nun erreicht ist.


MARKT Allianz Global

Sightseeing mit Pikachu & Co Mehr als 100 Millionen Menschen spielen es weltweit, in Parks, auf der Straße, in Einkaufszentren. Aber auch auf Reisen ist das Augmented Reality Spiel ein beliebter Begleiter und peppt für viele junge Menschen den Urlaub auf. Attraktive „Pokéstops“ ergänzen das klassische Sightseeing, man findet unterwegs rasch Kontakt zu anderen Pokémon-Fans, und mittlerweile werden sogar die ersten organisierten „Pokéreisen“ angeboten. Wie gefährlich Ablenkungen im Straßenverkehr sind und was alles passieren kann, ist in vielen Studien nachzulesen. Aufgrund der immer größer werdenden Spielercommunity gibt es hier einige Infos zu diesem eigentlich „alten“ (Anm. d. Red.: 1996 tauchte das Spiel erstmalig am GameBoy auf ) und wieder neue entdeckten Spiel zu lesen: • Pokémon Go wurde vom amerikanischen Spieleproduzenten Niantic Inc. entwickelt und kam am 6.7. in den USA, Australien

und Neuseeland und am 16.7. in Österreich offiziell auf den Markt. • In mehr als 35 Ländern wurde die Pokémon Go App insgesamt bereits weit über 100 Millionen Mal auf iOS- und Android-Geräten heruntergeladen. • Insbesondere die Gruppe der 18-24-Jährigen begeistert sich für das sogenannte Augmented

Reality Spiel, das virtuelle und echte Mobilität verknüpft. • 88 Prozent der Unter-30-Jährigen wollen laut Umfrage Pokémon Go in ihren nächsten Urlaub einbauen und teilweise bis zu vier Stunden täglich spielen. • Als „Pokémon-trächtigste“ Städte weltweit gelten New York, Tokio und Berlin, gefolgt von Los Angeles, London und Las Vegas. • Die Tourismus-Branche hat rasch reagiert und bietet mittlerweile die ersten „Pokéreisen“ an, mit gemeinsamer Pokémon-Suche, Wettkämpfen uvm. • In vielen Städten kommt es zu PokémonPartys, Pokémon-Flashmobs und Pokémon-Wanderungen. Auch das Marketing zahlreicher Geschäfte und Lokale hat die Pokémons als Lockvögel entdeckt. • Nur 17 Prozent der österreichischen Bevölkerung halten Pokémon Go grundsätzlich für eine gute Sache, 38 Prozent finden es nervig, 45 Prozent ist es egal.

Fachverband Versicherungsmakler

Recommender Studie Kunden, die von einem unabhängigen Makler betreut werden, sehen sich im Schadensfall sowohl hinsichtlich Höhe der Auszahlung als auch hinsichtlich Geschwindigkeit der Abwicklung deutlich besser gestellt als jene ohne Makler: Das sind die Haupterkenntnisse aus der aktuellen Recommender-Studie. Die Recommender-Studie wird jährlich vom unabhängigen Finanz-Marketing Verband Österreich (FMVÖ) in Auftrag gegeben und misst in einer repräsentativen Umfrage u.a. die Weiterempfehlungsbereitschaft von Bank-, Versicherungs- und Bausparkassenkunden. Für die Recommender-Studie 2016 umfasste die Stichprobe insgesamt 9.000 österreichische Kunden von Versicherungen und Banken im Alter von 16 bis 70 Jahren. Knapp 70% der für die aktuelle RecommenderStudie Befragten geben an, durch die Betreuung eines Maklers die Entschädigung im Schadensfall rascher zu erhalten. Auch würden erneut mehr als 80% der befragten Kunden

eine Empfehlung ihres Beraters in Versicherungsfragen an Freunde und Kollegen aussprechen. Damit liegen Versicherungsmakler im Vergleich zu Bankberatern und Außendienstmitarbeitern bei der Weiterempfehlungsbereitschaft wie auch in den Jahren zuvor mit Abstand vorne. „Diese Ergebnisse zeigen, dass sich wir unabhängigen Versicherungsmakler uns stets für unsere Kunden einsetzen und uns dabei auch erfolgreich durchsetzen“, freut sich Gunther Riedlsperger, Obmann des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten (WKÖ). Für die Mehrheit der Befragten (94%) ist es wichtig, bei der Angebotslegung durch einen ungebundenen Makler beraten zu werden. Dieser steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite und die Kunden erfahren somit eine individuelle Betreuung. Wichtig ist aber auch, dass die Polizze von einem unabhängigen Makler geprüft wird (93%) sowie im Zuge eines Versicherungsleistungsfalles von einem

ungebundenen Fachmann beraten zu werden (93%). „Die Bereitschaft, seinen Makler weiterzuempfehlen, ist bei den Versicherungskunden seit Jahren auf konstant hohem Niveau. Das spiegelt die hohe Serviceorientierung der Makler gegenüber ihren Kunden wieder“, bestätigt auch Robert Sobotka, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Telemark Marketing und Leiter der Recommender-Studie. Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Recommender-Studie ist, dass sich Kunden wünschen, rund 2-mal jährlich von ihrem Makler kontaktiert zu werden. Das stärkt die Beziehung zum Kunden und unterstützt zusätzlich die Beratung. „Zu Zeiten der stetigen Digitalisierung in der Versicherungsbranche ist der persönliche Kontakt unumgänglich. In einem Gespräch ist es möglich sich auf individuelle Wünsche einzustellen und erfährt so, was der Kunde wirklich braucht“, ist Riedlsperger überzeugt. risControl 09/16 45


ALLIANZ VERSICHERUNG

Das wichtigste Kommunikationstool – Zuhören Mit Anfang April hat Claudia Schlosser die Leitung des Bereichs ungebundener Vertrieb in der Allianz übernommen. Die Niederösterreicherin hat ihre Karriere vor 25 Jahren in der Allianz Vertragsabteilung begonnen. Sie war unteranderem als Abteilungsleiterin für den Privatkundenbereich im Market Management tätig, zuletzt leitete sie vier Jahre lang den Vertriebsbereich NÖ Industrieviertel. Wir haben über Strategiepläne, Digitalisierung und noch vieles mehr gesprochen.

Das erste Halbjahr in Ihrer neuen Funktion ist vorbei, wie ist Ihr Resümee? Schlosser: Es ist eine große Herausforderung, die Allianz Versicherung am Maklermarkt anders zu positionieren. Wir sind bekannt für einen großen Verkaufsansatz mit unserer eigenen Verkaufsmanschaft, wir haben ein sehr gutes Agentursystem, auf das wir sehr stolz sind, und wollen nun noch intensiver mit dem freien ungebundenen Vertrieb zusammenarbeiten. Partnerschaft kann nur gelebt werden, indem man beiden Seiten zuhört und Gemeinsamkeiten erarbeitet. Welchen Anreiz gibt es für den freien Vertrieb, um wieder vermehrt mit der Allianz zusammenzuarbeiten? Schlosser: Wir möchten gemeinsam mit dem Versicherungsmakler die kommenden Herausforderungen bewältigen, zuhören, was von uns erwartet wird, und unsere Unterstützung den Versicherungsmaklern auf allen Ebenen anbieten. Sie möchten also die Versicherungsmakler aktiv bei den neuen Herausforderungen unterstützen? Schlosser: Partnerschaft kann nur gelebt werden, indem man beiden Seiten zuhört 46 risControl 09/16

und Gemeinsamkeiten erarbeitet. Wir arbeiten jetzt schon mit den Maklern sehr eng zusammen, dazugehört gute und umfassende Kommunikation. In einer Umfrage unter unseren Vertriebspartnern haben wir ihre Bedürfnisse evaluiert und setzen nun einige Wünsche auch bereits um. Auch im Bereich Digitalisierung, Produkte und Datentransfer nehmen wir die Anregungen seitens des ungebundenen Vertriebes sehr ernst. Digitalisierung fordert auch mehr als einen Datenaustausch untereinander. Der bipolare Weg bis hin zur automatischen Vollpolizzierung ist das, was der Versicherungsmakler braucht. Denn er möchte anbieten und verkaufen können in einer Zeitspanne, welche die Digitalisierung auch zulässt und der Kunde verlangt. Es ist schade, wenn man etwas machen kann und dann aber nicht nützt, hier wollen wir noch mehr Unterstützung anbieten. Der bipolare Weg bis hin zur automatischen Vollpolizzierung ist das, was der Versicherungsmakler braucht. Wie sehen Sie die Zukunft im Versicherungsvertrieb? Schlosser: Ich glaube, dass Beratung ein ganz wichtiges Thema ist, sowohl im privaten als auch im Business Bereich. Es wird meiner Meinung nach immer Menschen mit Know-how geben müssen, um Risiken

zu evaluieren, zu beschreiben, um richtige Lösungen zu finden, um vor Ort zu beraten und für die Kunden persönlich da zu sein. Es ist aber auch wichtig, sich im Internet zu präsentieren, nicht um Abschlüsse zu generieren, sondern um Aufmerksamkeit zu erregen. Denn Versicherung ist eine unsichtbare Ware, und das Internet bietet sich als Schaufenster dafür ungemein an. Es ist aber auch wichtig, sich im Internet zu präsentieren, nicht um Abschlüsse zu generieren, sondern um Aufmerksamkeit zu erregen. Wie lautet die Strategie des 2. Halbjahres im Bereich ungebundener Vertrieb? Schlosser: Ein wichtiger Fokus liegt auf der Segmentierung des Maklermarktes. Wir möchten uns noch mehr bei unseren Partnern positionieren. Wir wollen bereits den Herbst dazu nutzen, Vereinbarungen für das Jahr 2017 mit unseren Partnern abzuwickeln, um den Jahresstart etwas ruhiger zu gestalten. Wie schon angesprochen, haben wir bei unserer Maklerbefragung die Wünsche und Anregungen seitens unserer Partner evaluiert und werden daher im Servicebereich vieles verändern. Wir müssen in unseren Abläufen in der Angebotsphase und bei der Polizzierung schneller werden und haben bereits einige Strukturen angepasst, ohne die Ansprechpersonen für unsere Partner zu verändern. Unsere Position bei


INTERVIEW

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INTERVIEW Veränderungen ist nicht viel darüber reden, sondern es einfach machen. Es ist geplant, ein digitales Produkt im Motorbereich für den Versicherungsmakler auf den Markt zu bringen, angelehnt an das Privatkundenprodukt Allianz Now. Wie weit beeinflusst die Digitalisierung die Kommunikation zum Vertriebspartner? Die Allianz investiert sehr viel Geld in die Zukunft der Digitalisierung, was wird sich verändern? Schlosser: Aufgrund der aktuellen Situation hat die Allianz Österreich ihre Digitalisierungspläne geändert. Es ist geplant, ein digitales Produkt im Motorbereich für

den Versicherungsmakler auf den Markt zu bringen, angelehnt an das Privatkundenprodukt Allianz Now. Damit bekommt der Makler die Chance, noch heuer Berechnungen im Internet direkt zu machen. Weiters ist der Relaunch des Maklerportales in Arbeit, und je nachdem, wie das Feedback des Marktes ist, haben wir vor, weitere Standardtarife internettauglich zu machen. Wir planen darüber hinaus, mehr Produkte und Entscheidungsprozesse zu standardisieren, zu vereinfachen und einfach schneller zu werden, das ist unser Ziel. Das Makler Service Center sehe ich nicht als Backoffice, sondern als Frontoffice für den Vertriebspartner, hier wird die meiste Kommunikation geführt plus einer umfassenden Maklerbetreuung von 80 bis 90 Personen, die sich exklusiv nur um den Maklermarkt kümmern.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich selbst weiterzuentwickeln, man sollte sich einfach mehr trauen und ausprobieren. Sie sind seit über 25 Jahre erfolgreich in einer männerdominierenden Wirtschaft tätig, wie haben Sie sich durchgesetzt? Schlosser: Ich musste mich nicht durchsetzten, seit Beginn meiner Karriere bin ich im Allianz Konzern tätig, und hier gibt es kein Durchsetzten, sondern ein Begleiten, Coachen, Ausbilden, eine Förderung und eine Herausforderung. Obwohl ich eine Familie gegründet habe, daher in Karenz war und eine Weile in Teilzeit gearbeitet habe, konnte ich das weiterhin als Führungskraft machen und habe nie eine Benachteiligung erfahren. In der Allianz Versicherung gibt es Standards, welche für manch andere Unternehmen noch in weiter Zukunft liegen. Ich würde auch immer wieder Frauen ermutigen, den Schritt in die Berufstätigkeit in die Versicherungswirtschaft bei der Allianz zu machen, weil wir Gleichberechtigung leben. Ich musste mich nicht durchsetzten, seit Beginn meiner Karriere bin ich im Allianz Konzern tätig, und hier gibt es kein Durchsetzten, sondern ein Begleiten, Coachen, Ausbilden, eine Förderung und eine Herausforderung. Was brauchen Frauen, um erfolgreich zu sein? Schlosser: Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch für den Erfolg geschaffen ist, jeder hat seine persönlichen Stärken, und die heißt es, herauszufinden und zu leben, dann ist es unerheblich, ob Frau oder Mann. Viele stehen sich selbst im Weg, und eines ist sicher, Männer trauen sich mehr und Frauen unterschätzen sich oft, und viele haben zu wenig Selbstwertgefühl. Es gibt viele Möglichkeiten, sich selbst weiterzuentwickeln, man sollte sich einfach mehr trauen und ausprobieren. Wir danken für das Gespräch.

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REISE

Wenn jemand eine Reise tut, So kann er was verzählen. Viele unserer Leser haben uns, da wir jeden Monat eine Reisegeschichte veröffentlichen, einige Tipps aus ihren Urlaubsreisen zugesandt. Wir stellen diese gerne vor.

Die Urlaubsreise nach Holland kann nun mit einem besonderen Highlight gekrönt werden, ein Besuch des Riesenrades am Pier von Den Haag. Es ist Europas erstes Riesenrad, das über dem Meer gebaut wurde. Das Riesenrad ist über 40 Meter hoch und verfügt über 36 geschlossene Gondeln. Diese bieten Platz für bis zu sechs Personen. Es gibt auch eine VIP Gondel mit Glasboden, der Panoramablick über das Meer und die Skyline von Den Haag sollen wunderschön sein.

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Es erreichte uns auch ein Urlaubstipp der anderen Art, ein Survival Wochenende in Niederösterreich. Mit der Möglichkeit die Natur pur zu erleben. Aussteigen aus dem Alltag mit einer gehörigen Portion Adrenalin, bei Sonnenschein picknicken auf der Wiese hat mit diesem Survival „Überlebenstraining“ nichts zu tun. Es ging ans Eingemachte mit Feuer machen ohne Feuerzeug, Notunterkunft im Wald bauen und Ressourcen aus der Natur nutzen. Es waren auch Nachtwanderungen dabei, der Abenteurer meinte, dabei kommt „Mann“ wirklich an seine Grenzen. Aber die Erfahrung, welche Schätze die Natur bietet und wie oberflächlich wir oft durch dieselbe gehen, sei grenzgenial. 50 risControl 09/16

de n e n e h c Wo l a v i v r Su


REISE

Das Leben in Kuba ist ein Einfaches und dennoch scheint es, sind die Menschen zufrieden und fröhlich. Nachdem sich Amerika und Kuba wieder angenähert haben sind viele Touristen erneut in das Land der Vergangenheit gereist. Danke für Informationen von einer unserer Leserinnen. Diese wollte nochmals, bevor es amerikanische FastfoodKetten in Havanna gibt, ihre Erinnerungen auffrischen. Von einer Öffnung Richtung Westen ist noch nichts zu spüren. Die Mietwägen sind immer noch aus der Vergangenheit und haben schon einige Jahre auf den Buckel, man sollte nicht verabsäumen Reserveräder mitzunehmen, und im Gebrauchsfall diese auch in der nächsten Stadt sofort wieder vulkanisieren zu lassen. Das Land bietet viele kulinarische Genüsse, es wächst und gedeiht am Straßenrand, das Meer bietet das seine und aus diesem reichen Angebot wird geschöpft. Man muss damit vorlieb nehmen was es gibt, Regionalität braucht nicht beworben zu werden, es gibt nichts anderes. Was aber der Gastfreundlichkeit keinen Abbruch tut.

Bergtour i n

Norwegen

uba K h c e na

Reis

Empfohlen nur mit einem kundigen Bergführer, denn es gibt fast keine beschilderten Wanderwege, im Gegensatz zur umfassenden Beschilderung in den österreichischen Alpen. Die norwegische Landschaft mit Fjorden, Wasserfällen und Seen bietet sowohl für Anfänger als auch geübte Bergwanderer Touren und Wege. Eine wurde uns besonders empfohlen – die nur für Experten mit ausreichender Kondition und Erfahrung zu bewältigen ist – Trolltunga, sie führt durchs Hochgebirge und dauert so um die 12 Stunden. Um zur Zunge des Trolls zu gelangen warten einige Herausforderungen auf die „Bezwinger“, gleich zu Beginn müssen 400 Höhenmeter überwunden werden. Aber man wird mit einem außergewöhnlichen Farbenspiel des Himmels belohnt. Ist die Strecke über die norwegischen Berge bezwungen und die Trolltunga, die steinerne Zunge, (ein ungefähr 10 Meter langer Felsvorsprung 350 Meter über den darunterliegenden Stausee) erreicht, eröffnet sich dem Wanderer ein unsagbarer phänomenaler Ausblick.

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FACHVERBAND DER VERSICHERUNGSMAKLER

Notwendige Fortschritte oder unnötige Irrwege? Rund 250 Versicherungsmakler nahmen am elften Alpbacher Expertentreffen mit dem Generalthema „Rechtsentwicklung und Digitalisierung - notwendige Fortschritte oder unnötige Irrwege?“ teil. Die Top Tagungsdestination in den Alpen wurde in den letzten 15 Monaten erweitert. Das als „Green Meeting Location“ zertifizierte Kongresszentrum wurde seit März 2015 mit nachhaltigen Standards erweitert und mit neuesten Technologien ausgestattet. Alle Bereiche des Tagungs- und Kongresswesens wurden berücksichtigt und erfüllen nun höchste Qualitätsansprüche. Neben einem mehrfach unterteilbaren Plenarsaal wurden nach den Plänen der Innsbrucker Architekturwerkstatt DIN A4 unter DI Markus Prackwieser drei Seminarräume, ein großzügiges Foyer sowie eine zweigeschossige Tiefgarage errichtet. Bei der Veranstaltung der österreichschen Versicherungsmakler wurde die im Februar 2016 veröffentlichte Richtlinie über den Versicherungsvertrieb – IDD – breit diskutiert. Der allgemeine Tenor: Die Versicherungsmakler, die kraft Gesetzes immer unabhängig und nach dem Best-AdvicePrinzip arbeiten, könnten bei der Umsetzung von IDD im Vergleich zum Online- oder Bankenvertrieb stark benachteiligt werden. Deshalb wurden auch entsprechende Argumente und Forde-

Gunther Riedlsperger 52 risControl 09/16

rungen an die Politik formuliert, um dieses Ungleichgewicht bei der Umsetzung von IDD in Österreich auszugleichen. Nach mehr als dreijähriger Diskussion und unter massivem Einsatz des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten bei den Verhandlungen in Brüssel wurde im Sommer 2015 die nunmehr von der EU Kommission vorgegebene Versicherungsvertriebsrichtlinie „Insurance Distribution Directive“ (IDD) beschlossen. Die Richtlinie muss bis Jänner 2018 in Österreich umgesetzt sein. Der Fachverband der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten hat die Richtlinie auf Herz und Nieren geprüft und sieht die Politik in einigen Punkten gefordert. Fachverbandsobmann Gunther Riedlsperger sieht die verpflichtende Weiterbildung, die im Artikel 10 der IDD unter „Berufliche und organisatorische Anforderungen“ beschrieben wird, als sinnvoll und ausdrücklich gewünscht, da dies die Qualität der Beratung weiter steigert. Laut Artikel 10 der IDD unterliegen Versicherungsvermittler bzw. die

für den Vertrieb verantwortlich angestellten Personen einer Weiterbildungsverpflichtung mit mindestens 15 Stunden pro Jahr. Die berufliche Schulung oder Weiterbildung muss entsprechend ihrer ausgeübten Tätigkeit bzw. der vertriebenen Produkte angepasst werden. „Für den Fachverband stellt sich jedoch die Frage, wie diese entsprechend organisiert, verwaltet und kontrolliert werden kann. Unseren mehr als 3.500 Gewerbeberechtigten die verpflichtende Weiterbildung durch Schulungen und entsprechenden Service bieten zu können, wird eine extrem schwierige Herausforderung, der wir uns jedoch stellen werden,“ erklärt Riedlsperger. Für Fachverbandsobmann-Stellvertreter Christoph Berghammer, der mit September die Agenden des Fachverbandsobmannes übernommen hat, gibt es in Artikel 17 doch großen Klärungsbedarf für alle Versicherungsvermittler außerhalb der Versicherungsmakler. In Artikel 17 wird festgehalten, dass die Vermittler von Versicherungsprodukten ihre Kunden ehrlich, redlich und in deren bestmöglichem Interesse behandeln sollen.


VERANSTALTUNG „Für uns Makler stellt dies kein Problem dar, da wir durch das Maklergesetz auch bisher dem Best Advice Ansatz verpflichtet sind. Es stellt sich für mich aber die Frage, wie diese Vorgabe von Außendienstmitarbeitern der Versicherer, Versicherungsagenten oder Bankmitarbeiter, die Versicherungsprodukte vertreiben, gehandhabt werden kann. Was passiert, wenn das Konkurrenzprodukt für den Kunden attraktiver wäre als das Produkt aus dem eigenen Haus?“ Bei IDD wird ausdrücklich auf Einfach- bzw. Mehrfachagenten - d.h. vertraglich an ein oder mehrere Versicherungsunternehmen gebundene Vermittler - Bezug genommen. Dabei soll den Besonderheiten dieser Vermittlergruppen Rechnung getragen werden. Der Kunde muss vor Vertragsabschluss über die Vertragsbeziehung zu einem oder mehreren Versicherern hingewiesen werden. Der Kunde muss also vor Vertragsabschluss darüber informiert werden, ob der Versicherungsvermittler an eine Versicherung gebunden oder ungebunden ist und welche Art der Vergütung er erhält. Es kann sich für Beratung und Vermittlung um ein Honorar, eine Provision oder eine Mischform handeln. Diese Form der Transparenz, die in Artikel 19 geregelt ist, wird von FVO-Stv. Christoph Berghammer ausdrücklich unterstützt, da „der Kunde wissen soll, in welcher Form wir Makler honoriert werden.“ Anders verhält es sich mit dem Grundsatz der Beratung sowie Standards für

den Vertrieb ohne Beratung, der in Artikel 20 festgehalten wird. Berghammer führte in seinem Referat aus, dass es eigentlich nicht möglich ist, außerhalb von Standardprodukten eine Versicherungsvermittlung ohne Beratung zu geben. Bei der Frage, wo Beratung anfängt und wo diese aufhört sieht der designierte Fachverbandsobmann schon einiges an Arbeit für die Gerichte. Keine Sonderregelung fordert Berghammer für den Onlinevertrieb. „Die digitale Welt hat Einzug gehalten und wir müssen uns dieser Herausforderung stellen. Die Verpflichtungen, die Makler, Agenten, Außendienstmitarbeiter und auch der Bankenvertrieb haben, müssen jedoch auch für den Onlinevertrieb gelten.“ Berghammer bietet allen an der Umsetzung der Richtlinie beteiligten Personen offene Gespräche an, um eine vernünftige Lösung zu erarbeiten. „Es muss für uns alle ein Anliegen sein, die Ziele der IDD nach einem Mindeststandard an Regeln zu erfüllen und trotzdem unter gleichen und fairen Marktvoraussetzungen im Sinne der Kunden arbeiten zu können“, so Berghammer abschließend. OMDS Award Im Zuge der Veranstaltung wurde vom Fachverband erstmals die Beste OMDS Integration im Einsatz bei Versicherungsunternehmen ausgezeichnet. Der OMDS-Award wurde bei der Abendveranstaltung in Tirol vergeben. Die

Ing. Mag. Thomas Tiefenbrunner (Obmann Fachgruppe Tirol), Akad.Vkfm. Gunther Riedlsperger (Fachverbandsobmann), KommR Gerhard Heine (Wiener Städtische), Mag. Alastair McEwen (Donau Versicherung), Mag. Werner Müller (Allianz Elementar), KommR Siegfried Fleischacker (Leiter AK Technologie)

Christoph Berghammer Verleihung erfolgte durch KommR Siegfried Fleischacker, Leiter des Arbeitskreis-Technologie. Der dritte Platz ging an die Wiener Städtische Versicherung, vertreten durch KR Prok. Gerhard Heine. Mag. Werner Müller, Vorstandsdirektor Vertrieb der Allianz Versicherung, durfte sich über den zweiten Rang freuen. Mit 44 von maximal 48 erreichbaren Punkten sicherte sich die Donau Versicherung den ersten Platz, Mag. Alastair McEwen nahm den Award entgegen. „Besonders freut mich die rege Teilnahme an der Umfrage. Das zeigt mir, dass Leistung und somit auch die Zusammenarbeit zwischen Maklern und Versicherungsunternehmen anerkannt werden will“, so der Leiter des Arbeitskreis-Technologie, Siegfried Fleischacker, der die Verleihung eröffnete. „Auf Basis der Eigeneinschätzung der Versicherungsunternehmen hinsichtlich der genannten Kriterien, erfolgte die Wertung selbst durch die Jury. Diese setzt sich aus den Mitgliedern des Arbeitskreises Technologie zusammen“, erklärte Fleischacker. Für die Selbsteinschätzung wurde ein Bewertungsbogen an die Versicherungsunternehmen versendet. Durch die Übermittlung der ausgefüllten retournierten Bögen erfolgte die Teilnahme am OMDS Award 2016. „Je vollständiger die Daten sind, desto rascher und effizienter ist die Kundenbetreuung möglich. Unser Anliegen ist es, den Kunden optimal zu beraten und einen hervorragenden Service zu gewährleisten. Ich bin davon überzeugt, dass die Prämierung eine Motivation für Versicherungsunternehmen ist“, so Gunther Riedlsperger, Obmann des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). risControl 09/16 53


KOLUMNE

Der risControl Expertenausblick 2016 von Michael Kordovsky Die Volatilität hat im S&P 500 wieder ein im historischen Vergleich sehr niedriges Niveau erreicht und kann als „Ruhe vor dem Sturm“ gewertet werden. Und tatsächlich sind die Finanzmärkte umgeben von kritischen Rahmenbedingungen, die jederzeit die Tagesthemen dominieren könnten. Der US-Wahlkampf lässt zunehmend protektionistische Tendenzen in den USA erkennen, was für den Welthandel alles andere als förderlich ist. Gleichzeitig brachen durch die Russland-Sanktionen und Rubel-Abwertung und die Folgen des Putschversuchs in der Türkei Märkte weg, während die Schäden des BREXITs noch nicht absehbar sind und ebenfalls beunruhigen. risControl befragte Experten aus 5 renommierten heimischen und internationalen Fondsgesellschaften zu ihrer Einschätzung der Märkte und aktuellen Anlageempfehlungen. Berater und institutionelle Anleger brauchen in diesem Marktumfeld mehr denn je die richtigen Ideen und Impulse, um noch überdurchschnittlich gut abzuschneiden. Dazu können u.a. Orientierungshilfen von Experten großer Investmenthäuser nützlich sein. Die besten Anlagekategorien der kommenden Jahre Die Basis jeden Portfolios liefert die strategische Aufteilung der Asset-Klassen. Die einzelnen Experten zeigen hier ihre Einschätzung der kommenden Jahre und geben teils verblüffende Antworten: Columbia Threadneedle Investments Zurzeit wird erwarten die Experten des Hauses, laut Country Head Austria von Threadneedle International Investments, Herbert Kronaus, dass sich Rohstoffe und britische Immobilien außerhalb des Londoner Stadtzentrums gut entwickeln werden. Im Rohstoffbereich gehen die Experten davon aus, dass wir uns am Ende der Rohstoffbaisse befinden, was hohen Value quer durch die Asset-Klasse bedeutet. Dazu Kronaus: „Tatsächlich befinden sich die meisten Komponenten des Bloomberg CommodityIndex nahe der Talsole ihrer Trading-Range nach 2000. In zahlreichen Fällen liegen die Preise signifikant unter historischen MedianWerten“. Differenzierter werden die Aktienund Anleihemärkte betrachtet: „Obwohl wir 54 risControl 09/16

gegenüber Aktien und Anleihen neutral bleiben, so erwarten wir eine gute Entwicklung japanischer Aktien, da hier die positive Gewinnentwicklung zu einer niedrigeren Bewertung führte. Wir glauben auch, dass sich europäische High Yield Bonds über die kommenden Jahre positiv entwickeln werden. Es herrschen nämlich attraktive Spreads gegenüber Staatsanleihen vor und auch die Ausfallsraten sind erträglich.“ M&G Juan Nevado, Co-Manager des M&G Dynamic Allocation und des M&G Prudent Allocation Fund verfolgt einen anderen Ansatz: „Unser Ausgangspunkt ist immer die Bewertung. Wir denken, dass die Erstellung richtiger Wirtschaftsprognosen nahezu unmöglich ist. Stattdessen glauben wir, dass der aktuelle Kurs eines Wertpapiers den besten Ausblick über zukünftige Erträge gewährt. Aber vereinfacht ausgedrückt, versuchen wir für Assets „zu wenig“ zu bezahlen anstatt dafür überbezahlen. Das bedeutet die Ermittlung des langfristigen „Fair Value“ im Vergleich zum aktuellen Kurs.“ Allerdings ist es dabei auch wichtig, zu verstehen, worauf die Abweichung vom „Fair Value“ zurückzuführen ist. Nur so kann eine adäquate Risikoprämie generiert werden. Darauf basierend sieht Nevado derzeit Aktien günstiger bewertet als Anleihen. Im Aktienspektrum bevorzugt M&G Europa und Japan. Dazu Nevado: „Wir glauben, dass der US-Markt potenziell überbewertet ist, auch

wenn einzelne US-Sektoren wie Banken und Technologie günstig gepriced sind. Emerging Markets hingegen sind zwar günstiger bewertet, jedoch mit soviel fundamentalen Risiken behaftet, dass besonders selektiv vorgegangen werden muss.“ Am Bondmarkt betrachtet M&G die „sicheren Häfen“ von Staatsanleihen aus den USA, UK, Deutschland und Japan als gefährlich überbewertet und verwundbar für einen Sell-off. Hingegen eine attraktive Risikovergütung bieten die europäischen Peripherieländer und Lateinamerika, aber auch andere Segmente des Anleihenmarkte wie zum Beispiel US-Anleihen der Bonitätsstufe BBB. Pioneer Investments Austria Hans Köck, Investmentstratege, Pioneer Investments Austria, umschreibt die aktuellen Notwendigkeiten wie folgt: „Wir befinden uns seit längerer Zeit in einem Umfeld, das von hoher Volatilität und immer neuen „Überraschungen“ geprägt ist. Und das wird wohl auch weiterhin so bleiben. Für Anleger ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, möglichst breit aufgestellt zu sein, um flexibel auf Marktsituationen reagieren und Chancen nützen zu können. In der Praxis umsetzbar ist das am besten mit Multi Asset-Fonds, die innerhalb ihrer jeweils vorgegebenen Rahmenbedingungen flexibel handeln und Chancen in allen Anlagesegmenten nützen können“. Bei Pioneer Investments wären das die Pioneer Funds Austria (PIA) – Komfort Invest Fonds. Will man in der ge-


KOLUMNE genwärtigen Situation (extrem niedrige Zinsen!) Chancen auf attraktive Erträge wahren, wird man nicht umhinkommen, ein gewisses Risiko einzugehen. „Um dieses Risiko bestmöglich an individuelle Anlageziele anpassen zu können, sind die PIA Komfort Invest Fonds in ihren fünf Varianten sehr gut geeignet“, so Köck. Pioneer ist derzeit übergewichtet in japanischen Aktien und Aktien der Emerging Markets, USStaatsanleihen, Euro-Unternehmensanleihen und Staatsanleihen der Emerging, Markets. Indessen untergewichtet sind Aktien USA, Europa und global sowie Euro-Staatsanleihen. Einen mit Vorsicht geprägten Ausblick für US-Aktien gibt Köck aus folgenden Gründen: „Über dem langfristigen Durchschnitt liegende Bewertungen, wirtschaftliche und politische Risiken (wie die Unsicherheit um den Brexit), die Möglichkeit einer Fed-Zinserhöhung, die Krise in der Türkei und die US-Präsidentschaftswahlen sprechen für eine vorsichtige Haltung. Wir favorisieren in den USA nach wie vor Qualitätsaktien, die über ein besseres Gewinnwachstum verfügen sollten.“ Auch für europäische Aktien hält sich die Begeisterung

in Grenzen: „Es bleibt abzuwarten, ob es den Notenbanken gelingen wird, das Wirtschaftswachstum weiterhin zu unterstützen und die Stimmung unter den Investoren nachhaltig zu verbessern. Vor allem aber ist die Politik mit Reformen und Antworten auf die großen Fragen Flüchtlingskrise, Integration und Arbeitsmarkt sowie Wirtschaftswachstum gefordert. Außerdem braucht es eine Verbesserung der Fundamentaldaten, um die Aktienmärkte nachhaltig nach oben zu bringen“. Vom Aktienmarkt kann sogar ein konjunkturelles Risiko ausehen. Dazu Köck: „Eine weitere Abschwächung der Aktienmärkte erhöht das Risiko, dass die derzeit positive Stimmung der Konsumenten und des Dienstleistungssektors negativ wird und eine Abwärtsspirale in Gang kommt. Wir gehen von weiterhin hohen Volatilitäten aus. Unser Szenario lautet niedriges Wachstum/niedrige Inflation – die LowLow-Falle.“ ERSTE-SPARINVEST Neue Aspekte in der Argumentation für Aktien bringt Harald Egger, Aktien-Analyst der Erste Asset Management: „Die Bewertun-

gen sehen im Vergleich zu den historischen Daten zwar nicht allzu verlockend aus, doch im Vergleich zu Anleihen sind sie überaus attraktiv. Aktieninvestoren profitieren auch von im Vergleich zu den Anleihenzinsen weitaus höheren Dividendenrenditen. Selbst wenn die Dividendenzahlungen bei europäischen Aktien schon morgen um die Hälfte gekürzt würden, und der Euro-Stoxx-600 Aktienindex um 20 Prozent über die nächsten zehn Jahre fallen sollte, ist am Ende die Wertentwicklung annähernd gleich gut (bzw. gleich schlecht), wie wenn man eine zehnjährige deutsche oder japanische Staatsanleihe bis zur Endfälligkeit halten würde. Daher: Aktien haben einen komfortablen Sicherheitspolster.“ Zusätzlich zur Bewertung der Aktien relativ zu Anleihen könnte die jüngste Stärke des Aktienmarkts auch mit Anlegererwartungen bezüglich einer Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik zu erklären sein. Dazu Egger: „In den USA wie auch in Europa wird die Fiskalpolitik vermutlich expansiver. Darüber hinaus wird Japan vermutlich ebenso auf

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KOLUMNE fiskale Expansion setzen, nachdem von Premierminister Abes berühmten „drei Pfeilen“ bisher nur einer, nämlich der geldpolitische, abgeschossen wurde. Aus einer Hinwendung zu einer expansiveren Fiskalpolitik in allen drei entwickelten Hauptregionen der globalen Wirtschaft würden eine stärkere Nachfrage und nominelles Wachstum resultieren, was auf moderatem Inflationsniveau generell positiv für Aktien ist. Nach Jahren, in denen man sich nur auf die Zentralbanken verließ, sehen die Märkte nun einen zweiten Silberstreifen am Horizont.“ KEPLER FONDS-KAG Rudolf Gattringer, Leiter Aktienfondsmanagement KEPLER Fonds, zeigt wie ausgereizt herkömmliche Staatsanleihen derzeit sind: „Noch vor zwei, drei Jahren konnte man in allen Anleihesegmenten Erträge erzielen. Das hat sich grundlegend geändert. Als gutes Beispiel dienen deutsche Staatsanleihen. Vor drei Jahren lag die Rendite bei 10-jährigen Papieren im Bereich von zwei Prozent. Heute liegt sie nur mehr bei -0,07 Prozent, wenn das Papier 10 Jahre im Portfolio bleibt“. Die Aussichten, bei Staatsanleihen mit TopBonität in den kommenden Jahren Gewinne zu erzielen, sind sehr gering. „Es gibt allerdings weiterhin Anleihesegmente, die ansprechende Gewinnchancen ausweisen. Dazu gehören für uns Anleihen aus den Emerging Markets und Unternehmensanleihen. Wichtig ist hier allerdings ein breit gestreutes Anleiheportfolio, um Risiken bestmöglich abzufedern“, so

Gattringer zu den ertragreicheren Anleihensegmenten. Auch Aktien sind derzeit keine Schnäppchen mehr und daher sehr langfristig zu betrachten: „Aktuell sind Aktien nicht mehr billig, haben sich aber langfristig als wertvoller Portfoliobaustein bewährt. Die langfristigen Ertragsprognosen von Aktien sehen wir klar über jenen von Anleihen“. Die größten Risiken der Finanzmärkte in den kommenden 12 Monaten Mit dem US-Wahlkampf, den geopolitischen Spannungen und der hohen Erwartungshaltung gegenüber den Notenbanken bestehen mehrere Gefahrenpotenziale, die jederzeit wieder für Turbulenzen sorgen können. Die befragten Experten sehen auf 12-MonatsSicht folgende Risiken: Columbia Threadneedle Investments Herbert Kronaus (Country Head Austria), weist auf eine Reihe von Risiken hin: „In Großbritannien ist es der Brexit, zumal vom Artikel 50 noch nicht Gebrauch gemacht wurde. Da der Präzedenzfall noch nicht offiziell eintrat herrscht jede Menge Unsicherheit. Weitere politische Risiken gehen von der US-Wahl, dem Verfassungsreferendum in Italien, den Wahlen in Spanien und 2017 von den Wahlen in Frankreich und Deutschland aus. China ringt weiterhin mit seiner eigenen Bankenkrise, ganz zu schweigen vom Schuldenüberhang der westlichen Welt, der eine reale Bedrohung für die Märkte darstellt.“

M&G Fondsmanager Juan Nevado weist auf den schnellen Wandel der im Vordergrund stehenden Marktthemen hin: „Die Themen des letzten Jahres - das abschwächende Wachstum Chinas, die Aussichten von Leitzinsanhebungen in den USA, politische Ereignisse wie Brexit und US-Wahlen – sind noch nicht vom Tisch. Sie können in den kommenden Monaten in den Schlagzeilen auftauchen oder es könnte ein völlig neues Ereignis dominieren, das wir heute noch nicht erahnen können.“ Aus diesen Gründen halten die Experten von M&G nicht viel von Wirtschaftsprognosen. „Stattdessen konzentrieren wir uns auf das, was wir wissen, nämlich was das Asset-Pricing im aktuellen Umfeld über potenzielle Chancen und Risiken in naher Zukunft signalisiert. Das größte Risiko ist dabei zu viel für eine Geldanlage zu bezahlen.“ Nevado konkretisiert: „Unsere Aufmerksamkeit gilt erneut den geldpolitischen Entscheidungsträgern. Es scheint so, als verlagert sich derzeit die Aktivität von den Zentralbanken hin zur Fiskalpolitik. Wir glauben, diese Verlagerung des politischen Kurses könnte infolge der potenziellen Auswirkungen auf das Pricing von gängigen Staatsanleihen von Bedeutung sein. Aus unserer Sicht hat der Staatsanleihenmarkt begonnen, die sinkende Bereitschaft der Investoren zu reflektieren, unglaublich niedrig oder gar negativ rentierende Bonds zu kaufen – nicht zuletzt aus dem Grund, dass die geldpolitischen Entscheidungsträger langsam das gesamte Zinssenkungspotenzial ausgeschöpft haben.“

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KOLUMNE Pioneer Investments Austria Investmentstratege Hans Köck zeigt gleich eine ganze Reihe von Gefahren auf, nämlich einen möglichen Währungskrieg, die Fragilität des Finanzsektors (speziell in Europa), eine Reihe von Wahlen und Referenden, ein Missmanagement in China beim strukturellen Übergang der Wirtschaft, ein zu rasches Tempo bei der Normalisierung der Zinsen durch die Fed, wieder stark fallende Rohstoffpreise, Terrorismus und geopolitische Spannungen. Hinzukommt noch die Low/Low-Falle: Niedriges Wachstum und niedrige Inflation. ERSTE-SPARINVEST Erste Asset Management-Analyst Harald Egger sieht die Gefahr an der „Zinsfront“ in Form eines starken Renditeanstiegs bei Staatsanleihen: „Dieser könnte zu einem Ausverkauf von Aktien mit hoher Dividendenrendite führen, also zB Telekom-Unternehmen und Versorger. Die geopolitischen Risiken, jüngste Putschversuche, Flüchtlingsbewegungen und selbst den Brexit haben die Finanzmärkte relativ gut verdaut.“ KEPLER FONDS-KAG Rudolf Gattringer, Leiter des Aktienfondsmanagements warnt: „Die Notenbanken haben durch die extrem expansive Ausrichtung eine gewisse Sorglosigkeit an den Finanzmärkten geschaffen. Sollte diese gelenkte Stimmung kippen, könnten sehr rasch die vorhandenen Belastungsfaktoren wie wirtschaftliche und politische Krisenherde in den Vordergrund treten“. Passende Fonds für die zu erwartenden Marktentwicklungen Columbia Threadneedle Investments Der Global Asset Allocation Fund hat völlige Flexibilität einzelne Asset-Klassen unabhängig von einer Benchmark im Portfolio zu gewichten. Der Fonds investiert dort, wo das Management die höchsten risiko-adjustierten Erträge sieht. Gleichzeitig werden Bereiche vermieden, die überbewertet sind oder signifikante Risiken aufweisen. Alternativ kommt der Threadneedle Lux Global Multi Asset Income Fund in Frage, dessen Ertragsziel bei 5% p.a. liegt. Dieses solll durch eine Kombination aus globalen Aktien, globalen Anleihen mit

Covered Call-Writing auf die Hälfte der Aktien-Exposure erreicht werden. Angesichts des in unseren Breiten vorherrschenden „risikolosen“ Negativzinses ist dieser Fonds auf der Suche nach Rendite ein geeignetes Vehikel. M&G Auch wenn die richtige Auswahl der Investment Strategie von individuellen Umständen abhängt glaubt Fondsmanager Juan Nevado, dass das aktuelle Umfeld geeignet ist für M&Gs Palette an Multi-Asset-Fonds und führt dabei den M&G Prudent Allocation Fund, den M&G Income Allocation Fund und den M&G Dynamic Allocation Fund an. Dazu Nevado: Wir befinden uns in spannenden Zeiten, sowohl an den Märkten als auch darüber hinaus. Investoren könnten mit einem unsicheren Umfeld konfrontiert werden. Das bedeutet, die Volatilität, die wir in den vergangenen Monaten erlebten, kann jederzeit wiederkehren. Wir glauben ein flexibler MultiAsset-Ansatz ist am besten dafür geeignet, um mit diesem Umfeld zurechtzukommen, sowohl in punkto Risiko als auch Ertrag.“ Pioneer Investments Austria Pioneer weist auf die „Pioneer Funds Austria – Komfort Invest“ Fonds hin. Es gibt sie in 5 Varianten, je nach Anlagezielen und Risikobereitschaft des einzelnen Anlegers. Hier folgt eine Übersicht: PIA Komfort Invest konservativ – Stabilität steht im Vordergrund. Dachfonds für Anleger mit eher geringer Risikobereitschaft. Breit gestreute Veranlagung in verschiedenen Segmenten der Anleihenmärkte. Keine Aktienveranlagung. Bis zu 10% Fonds mit flexiblen Anlagestrategien. PIA Komfort Invest traditionell – Stabilität ist wichtig, aber auch Ertragschancen der Aktienmärkte werden genützt. Dachfonds für Anleger mit etwas höherer Risikobereitschaft. Zwischen 20 % und 33 % des Fondsvermögens werden in globale Aktienfonds investiert, der Rest veranlagt breit gestreut in verschiedenen Segmenten der Anleihenmärkte. PIA Komfort Invest ausgewogen – Ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktien- und Anleihenveranlagungen. Dachfonds für Anleger mit deutlich ausgeprägter Risikobereitschaft. Zwischen 30% und 50% des Fondsvermögens werden in globale Aktienfonds investiert, der Rest veranlagt breit gestreut in verschiedenen

Segmenten der Anleihenmärkte bzw. bis zu 10% in Fonds mit flexiblen Anlagestrategien. PIA Komfort Invest dynamisch – Dynamisches Investment. Dachfonds für Anleger mit hoher Risikobereitschaft. Zwischen 40% und 67% des Fondsvermögens werden in globale Aktienfonds investiert, der Rest veranlagt breit gestreut in verschiedenen Segmenten der Anleihenmärkte bzw. bis zu 10% in Fonds mit flexiblen Anlagestrategien. Bis zu 10 % des Aktienteils können in Rohstofffonds veranlagt werden. PIA Komfort Invest progressiv – Hier geht es ausschließlich um die Dynamik. Dachfonds für Anleger mit sehr hoher Risikobereitschaft. Veranlagt zu 100 % in globalen Aktienfonds. Bis zu 10% können in Rohstofffonds veranlagt werden. ERSTE-SPARINVEST Pressesprecher Dieter Kerschbaum zeigt interessante Aktienfonds für Langfristanleger und gibt folgenden Hinweis: „Es kommt zunächst darauf an, ob ein Anleger grundsätzlich für Aktieninvestments aufnahmebereit ist. Es muss ein entsprechend langer Anlagehorizont vorhanden sein, um Rückschläge "aussitzen" zu können bzw. generell die Risikobereitschaft passen“. Ist dies der Fall, so bieten sich globale Aktienfonds als Core-Investment an und Aktienfonds mit Fokussierung auf bestimmte Länder/ Regionen oder Branchen. Beispiele für globale Aktienfonds: ESPA STOCK GLOBAL, ERSTE RESPONSIBLE STOCK GLOBAL, ESPA BEST OF WORLD. Länder/Regionen-Fokus: ESPA STOCK EUROPE-EMERGING, ESPA STOCK GLOBAL EMERGING MARKETS. Branchen: ESPA STOCK BIOTEC, ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT, ESPA STOCK COMMODITIES. KEPLER FONDS-KAG Dazu Gattringer: „KEPLER hat je nach Risikoneigung der Anleger dynamische Mischfonds im Angebot. Die breite Streuung auf mehrere Anlagekategorien wird in diesen Portfolios entsprechend umgesetzt. Zusätzlich fließen in unserem Managementansatz auch antizyklische Aspekte mit ein. Denn KEPLER integriert in der Zusammensetzung der Asset Allokation marktpsychologische Faktoren aus dem Bereich der Behavioral Finance.“ risControl 09/16 57


SCHLUSSPUNKT

VORSCHAU Interview mit Willi Bors, dem neuen Österreich Chef der Dialog Lebensversicherung

Vorsorge, rund ums Leben und Sterben – vom Sparen für die Ausbildung bis hin zur Vorsorgevollmacht

Nachberichterstattung Asscompact Trendtag

Interview mit Alexander Neubauer, Leiter des Partnervertriebes der Helvetia Versicherung

IMPRESSUM “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221. Telefon: +43 (0)720 515 000 Fax: +43 (0)720 516 700 e-mail: office@riscontrol.at Team: Doris Schachinger, Chefredakteur; Christian Proyer, Geschäftsführer; Isabella Schachinger; CAS-Design, Layout. Fotos: EUCUSA /Diva Shukoor, Ingo Folie, Christian Proyer, CAS-Design, Konrad Lagger, Harry Schiffer, Ricardo Herrgott, Kurt Patzak, Martin Steinthaler | tinefoto.com, Foto Fayer, Maurice Haak, Foto Wilke, Daniel Schalhas. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres.

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