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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

Bei Unzustellbarkeit retour an: risControl, 3701 Oberthern, Oberthern 33

NR. 03 • 2014 • HEFT 416 • 35. JAHRGANG • EURO 10,00

SteffShop das Bonus Programm

Umfrage Rechtsschutzversicherungen

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Demner, Merlicek & Bergmann

IHRE SORGEN MĂ–CHTEN WIR HABEN

wienerstaedtische.at

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EDITORIAL

„W

er Frauen nicht nennt, ignoriert sie. Sprache muss ganz einfach gesellschaftliche Realitäten abbilden bzw. eine gesellschaftspolitische Wertehaltung.“ So lautet das Statement von der Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm der SPÖ Frauen. Grund der Empörung ist das laute Nachdenken über eine gendergerechte Schrift-Sprache. Das beim geschäftlichen Schriftverkehr, Empfehlungen ausgesprochen werden, welche Schreiben etwas erleichtern sollen. Denn wer schreibt schon gerne, wir bieten Seminare an für unsere Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner und deren Kundinnen und Kunden, sowie auch für Konsumentinnen und Konsumenten. Auch die Möglichkeit des Binnen - I ist in Schriftform manchmal etwas störend, und die Vorlesefunktion bei BeraterInnen ist etwas irritierend. Ein Angriff ist auch gegen das gendergerechte Niederschreiben von akademischen Titeln, man ließ leise anklingen das hochgestellte a bei der akademischen Titelbezeichnung Magistra vielleicht wegzulassen. Aber nein, eine Welle der Empörung. Meine Damen, meine Damen, fühlen Sie sich wirklich nur wertgeschätzt, wenn Sie gendergerecht Ihren Titel vor Augen sehen? Glauben Sie, dass Sie deshalb weniger Wert sind, und deshalb die Gesellschaft uns Frauen nicht schätzt? Es handelt sich nicht um die Abwertung, sondern um eine Erleichterung in der Sprachführung im Schriftverkehr. Es soll im stillen Kämmerlein, und es ist zum Glück das Kämmerlein, kurz die Überlegung gestattet sein, festzustellen - die Sorgen möchte ich haben. Denn wie schon bei der Einführung der gendergerechten Sprache und den damals angedachten Änderungen von einigen Kinderliedern und Ähnlichem. Ohne empirische Studien zu zitieren, nehme ich an das rund 60% der Frauen wirklich andere Sorgen haben. Wichtiger wäre es, Kinderbetreuungsplätze zu schaffen, die Öffnungszeiten haben, wo es den Verkäuferinnen möglich ist, ihre Kinder hinzubringen ohne auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Das Gehalteschema von Frauen und Männer gleichzustellen. Sich die Anzahl der Mindestpensionistinnen anzusehen und einmal nachdenken, wieso signifikant mehr Frauen als Männer an dieser fast „Armutsgrenze“ leben müssen. Hier wäre eine Welle der Empörung angebrachter und nicht bei einem vielleicht wegzulassenden „a“. Und um Zurückzukommen zu den Titeln, die Zeiten wo Frau am Standesamt promoviert hat, ist doch schon lange vorbei. Obwohl so manche Grabinschrift am Friedhof, wie Hausbesitzersgattin, doch zeigt wir Frauen haben uns immer präsentieren können, wenn wir wollten. Wir wissen, was wir wert sind, da braucht`s keine Vorschriften.

Geschlechtersensibler Umgang

Liebe Leserinnen und Leser!

Ihre Doris Schachinger

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4 INHALT

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Ausgabe-Nr.: 03 | risControl 03/2014 Heft-Nr.: 416 | 35. Jahrgang

3 EDITORIAL Geschlechtersensibler Umgang Obmann Michael Holzer im Gespräch über Standesregeln, den Bedarf an persönlichen Beratungsgesprächen und seinem Engagement bei der letzten Nationalratswahl

6 KARRIERE 6 COFACE: Neuer Produktionsmanager 6 VERSICHERUNGSAGENTEN STEIERMARK: Neue Gremialgeschäftsführerin 6 ÖSTERR. BEAMTENVERSICHERUNG: Landesdirektion Kärnten 6 SWISS LIFE: Unternehmenskommunikation 7 VERO VERSICHERUNGSMAKLER GMBH: Expansion 7 EFM VERSICHERUNGSMAKLER AG: Positiver Jahresstart 7 WÜSTENROT VERSICHERUNG: Vertriebsleitung

8 KURZNACHRICHTEN 8 Satte Erhöhung 8 Kolumbien 8 Slowakei und Tschechische Republik 8 Zulassungsstelle 8 Ein reines Vergnügen 8 Sachbezug 9 How can we help? 9 Visum Änderungen 9 Zuwachs 9 Aktionäre erfreut 10 Auszeichnung 10 Vorsorgepakete 10 Wir bleiben in der Ukraine 10 Ausgaben 10 Rückrufkostenversicherung

12 INTERVIEW 12 Bestätigung 16 Im Rechtsschutz rücken 16 Qualität und Serviceorientierung in den Vordergrund 19 SteffShop - Das neue Bonus-Programm für Makler von UNIQA 21 Wüstenrot setzt neue Akzente im Rechtsschutz 22 ROLAND Rechtsschutz

Seite 12 risControl im Interview mit Klaus Pointner, Leiter Partnervertrieb der D.A.S. Rechtsschutz AG

Seite 16 SteffShop - Was sollten Sie darüber wissen? Wir haben im Exklusiv-Interview mit Peter Prinz und Stephan Eberharter bei UNIQA nachgefragt.

Seite 18 Interview mit Vertriebsdirektor Magister Ludwig H. Strobl, ROLAND Rechtsschutz

26 KOMMENTAR 26 Bitcoins - Die Tulpenblase des 21. Jahrhunderts 30 Wirtschaft und Strafrecht

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Seite 22 21.03.2014 11:46:43


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INHALT

32 REISE Im Land der Mostbarone

34 UMFRAGE Alles Sicher?

42 FINANZEN

Im Land der Mostbarone

TBTF - Too big to fail

48 VERSICHERUNG

Seite 32 Umfrage: Alles Sicher?

Seite 34

48 Erfolgreich elektronisch abwickeln! 49 2 in 1 49 Gewinnsteigerung 50 Der Versicherungsboom kommt 52 Trendstudie 52 Rückblick 54 „Hilfe, ich kann mir mein Auto nicht mehr leisten!“ 55 Wetterkapriolen kosten 400 Milliarden Euro 56 Zeitgemäße Rechtsschutzvorsorge 57 Neuer Einmalerlag 57 Eindeutig positiv 58 Noch viel vor 60 BU-Schutz mit Bestnote ausgezeichnet 61 Krankenversicherung 62 Einmalerlag 63 Schweizer Präzision 64 Zuwachs erwartet 66 Optimaler Weg

67 VERANSTALTUNG Too big to fail

Seite 42

67 „Liquiditätsvorsorge“ 68 un.sicht.bar 70 Workshops 72 Volles Programm 74 Gründung 74 Behindertensportverband Wollen Sie keine Ausgabe versäumen? Dann abonnieren Sie risControl unter www.riscontrol.at

Abo

Impressum: “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221, Telefon: +43 (0)720 515 000, Fax: +43 (0)720 516 700, e-mail: office@riscontrol.at Doris Schachinger, Chefredakteurin, Christian Proyer, Prof. Goran Devrnja, Layout

Wiener Städtische Roadshow

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Titelbild: risControl, Weitere Bilder: risControl, fotolia.de, 123rf.de, Coface, Sputnik GmbH, Ricardo Herrgott, Petra Spiola, Mostviertel Tourismus, Genussregion. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/Public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2012 / (ca)

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KARRIERE

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COFACE

ÖSTERR. BEAMTENVERSICHERUNG

Neuer Produktionsmanager

Landesdirektion Kärnten

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ünter Hammerschmid ist neuer Commercial Operations Manager bei Coface Österreich, er berichtet direkt an Christian Berger, Country Manager Österreich. Der gebürtige Salzburger begann seine Karriere 2007 bei Coface Central Europe, als International Account Manager für die Geschäftsfelder Business Information und Inkasso und war seit 2012 zusätzlich als Commercial Operations Manager für Zentraleuropa zuständig. Vor Coface sammelte Günter Hammerschmid Erfahrung bei Bisnode.

VERSICHERUNGSAGENTEN STEIERMARK

Neue Gremialgeschäftsführerin

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as Landesgremium der Versicherungsagenten in der WKO Steiermark wird ab sofort von Mag. Eva-Maria Larissegger geleitet. Die ausgebildete Juristin arbeitet seit 2007 in der Wirtschaftskammer, und war Anfangs in der Sparte Handel als Referentin und zuletzt im Arbeitsrechtsservice tätig. Ihre Aufgabe übernimmt sie von Mag. Günther Knittelfelder, der sich nun als Geschäftsführer um den Bereich Ernähung und Tabak kümmert. „Günther Knittelfelder hat gemeinsam mit unserem Obmann KommR Karlheinz Hödl die Steirischen Versicherungsagenten zu einer erfolgreichen, starken und unter den Kunden äußerst populären Gemeinschaft gemacht. Ich danke ihm herzlich für diese wertvolle Arbeit und wünsche ihm alles Gute“, fand Larissegger anerkennende Worte für ihren Vorgänger. „Unsere 1.400 Mitglieder sind ein großer Ansporn und gleichzeitig eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg. Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und auf die Zusammenarbeit mit den engagierten Versicherungsprofis“, sagt Larissegger. „Als moderne Mutter und ausgebildete Juristin, versteht sie die Anliegen der Versicherungsagenturen und auch die Wünsche der vielen Agenturkunden in der Steiermark. Ich freue mich auf gemeinsame Erfolge im Sinne unserer Mitglieder“, sagte KommR Karlheinz Hödl, Obmann der Steirischen Versicherungsagenturen.

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ainer Greilberger hat mit 1. März die Landesdirektion in Kärnten der Österreichischen Beamtenversicherung übernommen. Greilberger ist seit zwanzig Jahren in der Versicherungsbranche tätig und ein ausgewiesener Branchenkenner mit langjähriger Führungs- und Vertriebserfahrung. Der 45-jährige absolvierte den Universitätslehrgang für Versicherungswirtschaft in Graz. Für die Zürich Versicherung war er 17 Jahre lang tätig, zuletzt als Verkaufsleiter in Klagenfurt, Villach und Hermagor. Weitere Stationen waren die Donau Versicherung und die Wiener Städtische. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung in einem zukunftsorientierten Umfeld und mit einem engagierten Team“, so Rainer Greilberger zu seiner Bestellung. Er wird als Landesdirektor für 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den beiden Geschäftsstellen Villach und Klagenfurt zuständig sein.

SWISS LIFE

Unternehmenskommunikation

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ag. Andrea Bauer leitet seit Anfang Februar die Unternehmenskommunikation von Swiss Life Select in Österreich. Die Betriebswirtin bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung im Aufbau und der Pflege von Markenpositionierungen mit, davon allein 10 Jahre im Finanzdienstleistungsbereich. Ihre wichtigsten Aufgabenfelder sind die Öffentlichkeitsarbeit in den Offline- und Online-Medien, Social Media Management und die Kommunikation zu den internen Stakeholdern. Bevor sich die 48-jährige Wienerin für diese neue Herausforderung entschied, war sie unter anderem in der Erste Bank für strategisches Marketing zuständig, leitete in der CA Immo die Unternehmenskommunikation mit starkem Fokus auf die Kapitalmarktpositionierung und zeichnete als Marketingleiterin der ING-DiBa für die Repositionierung mit einer mehrfach prämierten Markenkampagne verantwortlich.

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EFM VERSICHERUNGSMAKLER AG

Expansion

Positiver Jahresstart

KARRIERE

VERO VERSICHERUNGSMAKLER GMBH

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v.l.n.r.: Michael Bichler und Alexandra Kollmann, beide Prokuristen der Kollmann GmbH, Mag. Christian Kaiser, Geschäftsführer der VERO Versicherungsmakler GmbH; KR Peter Kollmann, Geschäftsführer der Kollmann GmbH

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ie VERO Versicherungsmakler GmbH hat ihren Wachstums – und Expansionskurs fortgesetzt und die Kollmann GmbH in Vorarlberg gekauft. Die Kollmann GmbH hat eine über 29 -jährige Erfahrung am Markt und bringt diese in die Unternehmensgruppe ein. Durch den Kauf ist man nun auch erstmals außerhalb Österreichs in Deutschland und Liechtenstein vertreten. „Wir freuen uns sehr, eine so renommierte und über Jahrzehnte am Markt erfolgreich agierende Versicherungsmaklergesellschaft in unsere Unternehmensgruppe integrieren zu können, und bauen damit unsere Marktpräsenz gezielt weiter aus. Durch den Standort in Liechtenstein sind wir nun erstmals berechtigt, den Schweizer Markt zu bearbeiten, was aufgrund der strengen Gesetzeslage in der Schweiz bisher nicht möglich war“, streicht Mag. Christian Kaiser, Geschäftsführer der VERO Versicherungsmakler GmbH, die Vorteile der Expansion hervor. Insgesamt ist das Unternehmen durch die Übernahme ab sofort an acht Standorten in Wien, Niederösterreich, Kärnten, Salzburg, Vorarlberg und Tirol, sowie in Deutschland (Augsburg) und Liechtenstein (Eschen) präsent. KR Peter Kollmann, Geschäftsführer der Kollmann GmbH, wird künftig seine Erfahrung im Management Team von VERO einbringen. Die bisherigen Mitgesellschafter Alexandra Kollmann und Michael Bichler sind als Prokuristen für das Unternehmen weiterhin in leitender Funktion tätig. Die Gesellschaft bleibt vorerst als eigenständiges Unternehmen bestehen. Christian Kaiser zieht neben Peter Kollmann in die Geschäftsführung der Kollmann GmbH ein.

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ach einem sehr erfolgreichen 2013 beginnt das heurige Jahr bereits in gewohnt positiver Weise. Paul Lausegger hat als neuer Franchiseunternehmer sein EFM Büro in Ferlach eröffnet. Laussegger ist gelernter Einzelhandelskaufmann, seit 1991 in der Versicherungsbranche tätig und hat somit über 20 Jahre wertvolle Branchenerfahrung. Sein Weg begann als Außendienstangestellter bei der Allianz Versicherung. Dort gewann er in sechs Jahren Beschäftigung fundiertes Wissen und Erfahrungen in der Versicherungsbranche, wovon er danach als Generalagent bei der AXA (mit eigener Zulassungsstelle) erfolgreich profitierte. 2005 hat Paul Laussegger den großen Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und sein Büro in Ferlach als Versicherungsmakler eröffnet. Seit Anfang des Jahres ist er nun Teil der EFM. Laussegger betreut mittlerweile rund 1.000 Kunden (hauptsächlich im Privat- und Agrarbereich) und ca. 100 slowenische Kunden im Gewerbe- und Industriebereich. Sein zweites Standbein ist die Landwirtschaft: Seit 2008 widmet sich Paul Laussegger der Schafzucht von Kärntner Brillenschafen.

WÜSTENROT VERSICHERUNG

Vertriebsleitung

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it Anfang März hat Martin Stempfl die Abteilungsleitung „VermittlerService Österreich“ übernommen. Er bringt umfassendes Fachwissen in der Versicherungsbranche mit und hat in den letzten 8 Jahren bei der Zürich Versicherung den Salzburger Maklervertrieb sehr erfolgreich ausgebaut. „Wir freuen uns mit Herrn Stempfl, das zentrale Vertriebsführungsteam zu verstärken und sind überzeugt, gemeinsam den qualitativen und quantitativen Wachstumskurs erfolgreich fortzuführen“, sagte Vorstandsdirektor Mag. Erwin Mollnhuber.

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KURZNACHRICHTEN

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GRIECHENLAND

VIG

DIAMANTEN

Satte Erhöhung

Slowakei und Tschechische Republik

Ein reines Vergnügen

In Griechenland wurden die Mautgebühren auf den beiden Hauptstrecken des Landes (Athen – Thessaloniki und Athen – Patras) drastisch erhöht. Seit 6. Februar wurden die Gebühren um 60% erhöht. Um Mautflüchtlinge zu erwischen wurden an den Mautstellen Kameras installiert, die ersten Kameras wurden auch schon in Betrieb genommen. Sollte man dennoch keine Mautgebühr bezahlen gibt es außerordentlich hohe und wirkungsvolle Strafen. Ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro, der Entzug des Führerscheines und der Stilllegung des benutzen Fahrzeuges für 20 Tage. In wie weit das auf ausländische Fahrzeuglenker und Fahrzeuge anwendbar ist, ist zurzeit noch Gegenstand unserer Recherchen, wir werden weiter berichten.

COFACE

Kolumbien Der Kreditversicherer ist seit 2007 durch eine Partnerschaft mit Mundial Seguros in Kolumbien präsent, das Unternehmen hat nun eine Lizenz der lokalen Regulationsbehörde erhalten und kann Kreditversicherungen diCoface-CEO rekt anbieten. Damit ist Jean-Marc Pillu Coface in Südamerika in neun Ländern tätig. Kolumbien hat enormes Wachstumspotential: Heute nutzen dort lediglich rund 500 Unternehmen Kreditversicherungslösungen. „ Mit unserer jüngsten Direktpräsenz werden wir noch näher bei unseren Kunden sein und ihnen Lösungen anbieten können, die sich ganz an ihren Bedürfnissen orientieren – für jede Unternehmensgröße. Multinationale Konzerne haben in Kolumbien jetzt einfachen Zugang zu Coface Global Solutions, einem einzigartigen System für internationale Großkonzerne. Momentan sind wir in 9 Ländern Lateinamerikas direkt präsent. 2014 werden wir unsere Präsenz weiter ausbauen und damit unsere Marktführerschaft in der Region festigen“, sagt Jean-Marc Pillu, Chief Executive Officer von Coface.

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Der VIG Konzern hat seine erfolgreiche Entwicklung in den beiden Staaten fortgesetzt.

Die tschechischen Konzerngesellschaften konnten ein Plus von 3,3% auf 50 Mrd. tschechische Kronen erwirtschaften, damit wurde der Marktanteil auf 33,1% ausgebaut. Positiv ist auch die Entwicklung der Lebensversicherungen, hier betrug der Zuwachs beachtliche 7,5%. In der Slowakei steigerte sich der Marktanteil auf 34,5% und die Prämien sind um 5,5% auf rund 750 Mio. Euro gestiegen. Im Leben stiegen die Prämien um 9,2%, wobei die Kooperation mit der Erste Group über die Konzerngesellschaft PSLSP besonders dazu beigetragen hat. Im Nichtleben sind die Prämien um 1% gestiegen, während der Markt rückläufig war.

MUKI

Zulassungsstelle Der muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit hat Anfang März seine zweite Kfz-Zulassungsstelle in der Steiermark eröffnet. Im Versicherungsbüro Hofbauer- Posch-Wusche in Judendorf-Straßengel stehen alle Serviceleistungen rund ums Kfz für die Bezirke Graz (G), Graz-Umgebung (GU), Südoststeiermark (SO), Voitsberg (VO) und Weiz (WZ) zur Verfügung. Elfriede Hofbauer-Hönegger und Martin Wusche bieten das komplette Service-Paket rund um die Kfz-Zulassung an. Geöffnet ist montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr und von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Die Bürogemeinschaft der Versicherungsmakler ist in die ehemalige Schlecker Filiale – nur einige Meter vom derzeitigen Standort gezogen.

Investitionen in Diamanten soll laut dem CEO von De Beers heuer eine Renaissance erleben. Mit einer geringen Inflationsgefahr und jederzeit verwertbar ist ein Diamant ein sicheres „Anlageprodukt“. De Beers gehört zu den dominierenden Produzenten der Welt. CEA Philippe Mellier erwartet für heuer eine Steigerung bei der Nachfrage um 4 %. Vor allem viele Amerikaner und Chinesen wollen in den Markt investieren. Das Unternehmen hat die jährliche Förderung um 12 % auf 31,2 Mio. Karat gesteigert. Und was ein Karat Wert ist kommt zwar auf den Schliff und die Form des Steines an, aber mit ca. 6.000 Dollar kann man schon rechnen.

STEUER NEWS

Sachbezug Der Sachbezug für PKWs wurde mit 1. März erhöht, die Höchstgrenze liegt nun bei € 720,-- monatlich bisher lag der Betrag bei € 600,--. Liegt die Privatnutzung nachweislich unter 500 km pro Monat (jährlich 6000 km) ist neu ein Höchstbetrag von € 360,-anzusetzen (halber Sachbezug). Geändert wurde allerdings nur der Höchstbetrag, der Sachbezugswert von 1,5% der tatsächlichen Anschaffungskosten des Kraftfahrzeuges bleibt gleich.

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SWISS RE/MUNICH RE

How can we help?

Aktionäre erfreut

Als internationaler Marktführer bei Assistance, Reiseversicherungen und damit verbundenen Gesundheitsdienstleistungen beschäftigt Allianz Global Assistance heute weltweit 12.171 Mitarbeiter, die insgesamt 40 verschiedene Sprachen sprechen und eng mit einem internationalen Netzwerk von 400.000 Dienstleistungsanbietern und 118 Korrespondenten in 150 Ländern zusammenarbeiten. 250 Mio. Menschen bzw. 4 Prozent der Weltbevölkerung profitieren von den Leistungen, welche die Gruppe auf allen fünf Kontinenten anbietet. Die Allianz Global Assistance Österreich ist eine Tochtergesellschaft der deutschen Allianz SE und betreut mit der eigenen 24-Stunden-Notrufzentrale

von Wien aus nicht nur Österreich, sondern auch Ost- und Südosteuropa. Im letzten Jahr nahm das Wiener Team über die weltweite Notfall-Hotline 333.000 Anrufe entgegen und sorgte in 74.000 Assistance- und Schadenfällen für Hilfe.Website: www.allianz-assistance.at. Ab März 2014 präsentiert die Allianz Global Assistance Reiseversicherung wieder Österreichs beliebtes TV Reisemagazin „Besser Reisen“. Die G.E.U.S. TV Produktion ist im 14-tägigen Rhythmus jeweils Samstag, Sonntag und Montag auf ORF III zu sehen. Unter dem Motto „Damit Sie beim Wegfahren nicht einfahren“ informiert Weltenbummlerin Edith Späll zu attraktiven Reisezielen, Fluglinien, Hotels sowie zu den verschiedensten touristischen Highlights.

TÜRKEI

HDI VERSICHERUNG

Visum Änderungen

Zuwachs

Bei der Einreise in die Türkei gibt es ab 10.4. eine wichtige Veränderung: Das bisher an den Grenzübergängen ausgestellte „Aufkleber Visum“ wird durch das elektronische Visum ersetzt. Bereits vor Reisebeginn muss man dieses online beantragen und ausdrucken. Die Antragsteller müssen nur die Anmeldung auf www.evisa. gov.tr durchführen, die angeforderten Informationen eintragen (nach dem der Antrag genehmigt wird), die Online-Zahlung tätigen und ihr E-Visa herunterladen. Der ganze Vorgang dauert nicht länger als 10 Minuten. Auf Grund einer österreichischen Anfrage wird eine Verschiebung dieses Termins, das Visum auch nach diesem Termin bei der Einreise zu erhalten, seitens der türkischen Behörden geprüft.

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Beim HDI Werkstattnetz gibt es Zuwachs. Seit Anfang 2014 findet sich ein neuer prominenter Name auf der Liste der Werkstattnetzpartner. Einer der erfahrensten Dellendrücker Österreichs, Reinhart Clark, wird sich künftig um die Hagelschadenreparaturen von HDI Kaskokunden kümmern. Clarks Karosserie-Dienst kann aber noch viel mehr. Der langjährige Familienbetrieb in Wien 22 bietet mit seinen bestgeschulten Mitarbeitern höchste Qualität

zu fairen Preisen. HDI Kunden erhalten in allen Betrieben des Werkstattnetzes 11% Nachlass auf Unfallreparaturen als Selbstzahler, im Kaskoschadenfall fällt nur der halbe Selbstbehalt an. Aktuell umfasst das HDI Werkstattnetz 167 Betriebe in ganz Österreich. 2013 wurden 17,3% der Kaskoschäden im Netz repariert. In manchen Bundesländern sind es sogar bis 32% der Kunden, die von den Vorteilen Gebrauch machen. 97% der Kunden würden den Betrieb ihrer Wahl weiterempfehlen.

KURZNACHRICHTEN

ALLIANZ GLOBAL

Die Swiss Re hat aufgrund der geringer, als erwarteten, ausgefallen Schadenbelastung durch Naturkatastrophen und durch einmalige Steuergutschriften und Auflösungen von Rückstellungen einen überaus erfreulichen Gewinn erarbeitet. Der Gewinn liegt bei 4,4 Mrd. Euro, die Combined Ratio liegt bei 85,% bereinigt bei 94,6%. Die Aktionäre können sich über eine Dividendenerhöhung freuen, so kommt zur Dividende von 3,85 Schweizer Franken eine Sonderdividende in Höhe von 4,15 zur Auszahlung. Die Aussicht auf das heurige Jahr ist ein weiter beibehalten der Finanzziele 2011 -2015. Ziel der Swiss Re ist es, die Rendite der 5-jährigen US Staatsanleihen um 700 Basispunkte zu übertreffen. Munich Re konnte ebenfalls mit einem satten Gewinn glänzen. Nach vorläufigen Berechnungen liegt das Konzernergebnis bei 3,3 Mrd. Euro. Die Dividenden wurden auf 7,25 Euro pro Aktie erhöht (2012 7,0 Euro). Auch bei hier lag die Belastung aus Großschäden in der Schaden- und Unfall Rückversicherung unter den Erwartungen. Und ebenfalls wurden Schadenrückstellungen für frühere Jahre aufgelöst. Die Combined Ratio lag bei 92,1%. Mit dem Ausblick auf 2014, der Erneuerung der Rückversicherungsverträge im Schaden- Unfallgeschäft zum 1.Jänner ist man insgesamt zufrieden, das Marktumfeld bleibt allerdings sehr herausfordernd. Man geht davon aus, dass der Preisdruck im Verlauf des Jahres weiterhin stark zu spüren sein wird, sofern keine außerordentlichen Schadenereignisse eintreten. Der Wettbewerb ist zum Jahresende sogar noch spürbar härter geworden. Die französische Societe General hat die Munich Re von „Hold“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 148 auf 139 Euro gesenkt.

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KURZNACHRICHTEN

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DIE VBV – VORSORGEKASSE AG

VVO

Auszeichnung

Wir bleiben in der RückrufkostenUkraine versicherung

Die Vorsorgekasse wurde von der Stadt Wien im Rahmen der Verleihung des Umweltpreis 2014 für ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung ausgezeichnet. Denn neben zahlreichen bereits implementierten Maßnahmen zur Steigerung der Qualität setzt die VBV durch die Teilnahme am Pilotprojekt „ONR 192500“ des Lebensministeriums ein weiteres Zeichen. Ziel des Projektes ist es, Praxiserfahrungen aus der Anwendung des österreichischen Standards ONR 192500 zu gewinnen und zu bewerten. Dieser Standard für gesellschaftliche Verantwortung bietet Orientierung bei der Umsetzung von CSR (Corporate Social Responsibiliy)-Managementsystemen in Unternehmen. Darüber hinaus liefert er inhaltliche Anforderungen, Empfehlungen und Kriterien, die etwa für eine Zertifizierung genutzt werden können.

NÜRNBERGER VERSICHERUNG

Vorsorgepakete Die Nürnberger Versicherung rät im Bezug auf private Pensionsvorsorge zu Kombipaketen. „Dass eine private Pensionsvorsorge unerlässlich ist, um die Pensionslücke zu schließen, ist nach vielen Jahren der Aufklärungsarbeit bei den Menschen angekommen. Jetzt geht es in die nächste Phase. Wir müssen den Kunden erklären, dass zu einer privaten Altersvorsorge auch die Absicherung von biometrischen Risiken gehört“, erläutert Molterer. Denn diese diene nicht nur dem Risikoschutz, sondern, in Form von Risikozusatztarifen, auch der Sparzielsicherung. Das Vorsorgepaket Kurt Molterer, „Dreifach-Vorsorge“ welches Vorstandsvorsitzender voriges Jahr lanciert wurde, NÜRNBERGER Versicherung bietet eine Produktlösung für den Kapitalaufbau, die Berufsunfähigkeitsvorsorge sowie die Pflegevorsorge. „Unsere Vertriebspartner haben die Dreifach-Vorsorge bevorzugt eingesetzt, um individuelle Vorsorgebedürfnisse ihrer Kunden zu lösen. So wurden 2013 um rund 60% mehr Risikozusätze bei den Vorsorgeprodukten abgeschlossen. Das zeigt, dass wir mit den Paketlösungen auf dem richtigen Weg sind, freut sich Molterer.

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Die österreichischen Versicherungen dürften sich nach Einschätzung von Versicherungsverbands-Chef Günter Geyer vorerst nicht aus der Ukraine zurückziehen. Geyer, der auch Vorstandschef des Vienna-Insurance-Mehrheitseigentümers ist, geht davon aus, dass jene Gesellschaften, die in der Ukraine vertreten sind, ähnlich denken. Das würde bedeuten, dass die Versicherungen anders als die Banken unmittelbar keine dramatischen Auswirkungen erwarteten - sofern der Staat als solcher existent und zahlungsfähig bleibe und sich die politische Lage stabilisiere, so Geyer. Die Vienna Insurance (VIG) und die UNIQA haben Tochtergesellschaften in der Ukraine. Die VIG erzielte dort im Jahr 2012 ein Prämienvolumen von rund 75 Mio. Euro. Bei der UNIQA waren es rund 64 Mio. Euro.

XL GROUP

Die XL Group hat ein neues Produkt für die KFZ-Zulieferindustrie lanciert, welches mit einem professionellen und etablierten Risikomanagement ausgestattet ist. In Deckung werden vertragliche Haftungsvereinbarungen genommen, die die KFZ-Hersteller mit den Zulieferern in Form von Gewährleistungsvereinbarungen abgeschlossen haben. Die Höhe der Prämie hängt im wesentlichen vom zu versichernden Risiko ab, denn die Deckungsinhalte sind individuell kalkulierbar, und daher werden die Prämien und der Selbstbehalt auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst. Dieser Deckungsbaustein wird ausschließlich Kunden angeboten, die bereits einen Betriebsund Produkthaftpflichtschutz und eine KFZRückrufkostendeckung beim Unternehmen abgeschlossen haben.

EUROPÄISCHER VERSICHERUNGSVERBAND

Ausgaben Welcher Bürger in welchem Land gibt wie viel für seine Versicherungen aus? Dieser Frage ist der europäische Versicherungsverband nachgegangen und hat folgende Ergebnisse veröffentlicht. Wir Österreicher haben im Jahr 2012 rechnerisch 1.929 Euro pro Kopf für Versicherungen ausgegeben. Deutsche haben mit 2.219 Euro um 15 % mehr in Sicherheit investiert. Knapp die Hälfte wird in Deutschland in die private Altersvorsorge eingezahlt. Im gesamteuropäischen Durchschnitt gaben die Bürger laut der Studie zufolge 1.843 Euro pro Kopf für Versicherungsprodukte aus, der Hauptanteil mit 1.083 für biometrische Risken und 760 Euro für Sachversicherungen. Insgesamt sind laut Studie Großbritannien,

Frankreich, Deutschland und Italien die wichtigsten Märkte für die Anbieter von Lebensversicherungen, sie machen zusammen rund 70 % der Einnahmen aus Lebensversicherungen aus. Insgesamt nahm die europäische Versicherungsindustrie 2012 Beiträge in Höhe von 1,093 Bil. Euro ein. Die Versicherungsindustrie in Europa ist die größte der Welt, sie macht 33 % des globalen Versicherungsmarktes aus und liegt damit vor Nordamerika und Asien. Die größten Versicherer Europas nach Beitragseinnahmen: Platz 1 Axa (Frankreich) mit 84,6 Mrd. Euro, Platz 2 Allianz Deutschland Einnahmen 72 Mrd. Euro, Platz 3 Generali Italien Einnahmen 62,6 Mrd. Euro. (Ziffern 2012)

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KURZNACHRICHTEN

ktien gewinnen A en d en g ei st Bei n. en nicht verliere aber bei fallend

SmartGarant Vorsorge am richtigen Kurs mit Bruttoprämiengarantie von der Donau. Bei steigenden Aktien gewinnen - aber bei fallenden nicht verlieren. 100%ige Donau-Garantie auf die eingezahlten Prämien zum Laufzeitende Chance auf hohe Rendite Flexibilität und Sicherheit Jährlicher Lock-In bereits erreichter Gewinnanteile Denn die Vorsorge sollte sich den Bedürfnissen der Kunden anpassen – und nicht umgekehrt.

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INTERVIEW

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FACHVERBAND DER FINANZDIENSTLEISTER NIEDERÖSTERREICH

Obmann Michael Holzer im Gespräch über Standesregeln, den Bedarf an persönlichen Beratungsgesprächen und seinem Engagement bei der letzten Nationalratswahl

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INTERVIEW

risControl: Wie ist die Erfahrung mit den neuen Standesregeln der Finanzdienstleister in Niederösterreich? Holzer: Der Zulauf ist in Niederösterreich sehr gut, die Kolleginnen und Kollegen nehmen die Thematik sehr gut an. Es ist auch sinnvoll sich den Standesregeln zu unterwerfen, weil es zeigt wie sehr man sich für seinen Beruf engagiert. Die freiwillige Ausbildungsverpflichtung, die ethischen Regeln, etc. dass wird à la longue einen Vorteil bei den Konsumenten bringen. Die ersten offiziellen Urkunden an Mitgliedsbetriebe werden am Fachgruppentag am 10.04.2014 übergeben. Damit wollen wir auch eine dementsprechende mediale Außenwirkung erreichen. risControl: Sie glauben, dass die Einhaltung der Standesregeln beim Konsumenten einen Wettbewerbsvorteil ergeben wird? Holzer: Es wird noch einige Zeit benötigen, aber ich bin davon überzeugt. Der Fachverband startet in den nächsten Wochen eine Initiative, um eine noch größere mediale Beachtung zu erhalten, und um die Kon-

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sumentinnen und Konsumenten über die Vorteile zu informieren. Auch die bereits eingerichtete Homepage www.wko.at/prokunden unterstützt die Kampagne und die bereits teilnehmenden Mitgliedsbetriebe.

auf Fragen eingehen werden. Wir werden aufzeigen welche Tools der Vermögensberater hat, um den Konsumenten und Konsumentinnen ihre Pensionslücke zu berechnen und wie der Kunde, mit welchen Maßnahmen auch immer, seine „Lücke“ schließen kann.

risControl: Welche Veranstaltungen wird es von seitens der Niederösterreichischen Fachgruppe heuer geben?

risControl: Wie geht es den Niederösterreichischen Finanzdienstleistern?

Holzer: Wir werden, wie jedes Jahr, für unsere Mitglieder, deren Kunden, Konsumentinnen und Konsumenten unsere „ViertelVeranstaltungen“ abhalten. Die Termine sind bereits auf unserer Homepage veröffentlicht und wir starten im Juni. Der Schwerpunkt heuer liegt, neben den bewährten Klassiker „Fremdwährungskredite“, bei der Pensionsthematik. Was kann man aus einem Pensionskonto herauslesen, wie hoch wird die Pension sein, worauf soll mach achten, etc. Bei der Veranstaltung wird es Informationen für den Endkunden geben, um aufzuzeigen, dass man sich an die VermögensberaterInnen wenden soll, um seine Pensionsvorsorge sicherzustellen. Wir werden Experten entweder aus der Pensionsversicherungs- oder Sozialversicherungsanstalt dabei haben, die die Thematik aus ihrer Sicht darstellen und

Holzer: An sich sind wir in einer Konsolidierungsphase, die Mitgliederzahlen werden nicht mehr so rasch weniger wie in den letzten Jahren. Nun ist es Aufgabe der Fachgruppe, dass wir unseren Mitgliedern den Rücken wieder mehr stärken. Denn die fachliche Qualifikation bei unseren Mitgliederbetrieben ist ausgezeichnet. Durch die neuen kommenden gesetzlichen Regelungen wird Aus- und Weiterbildung auch gesetzlich verankert sein. Wir bieten nun kostenlose Seminare in den Bereichen Persönlichkeitsbildung, Führungsqualifikation, Unternehmensführung und Weiterentwicklung an. Denn es Bedarf noch mehr als nur fachliche Qualifikation, um in schwierigen Zeiten bestehen zu können. Im Februar haben wir beim ersten Seminar Johannes Gutmann den Gründer von „Sonnentor“ gewinnen können, und die mehr als

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40 Teilnehmer konnten sich vieles aus dem Seminar mit nach Hause nehmen.

persönlichen Gespräch oder hat das Internet alles abgelöst?

risControl: Sehen Sie die Branche im Aufwind?

Holzer: Ich glaube der Internethype wird übertrieben. Wobei das Internet als Informationsmedium sicher ideal geeignet ist. Als nicht geeignet, sehe ich es als Ersatz für ein umfassendes ausführliches Beratungsgespräch. Bei einem konkreten Produkt mit Marke und Type ist ein Vergleich übers Internet sicherlich möglich, aber nicht bei einer Finanzierung, einer Analyse des Veranlagungstyps eines Kunden oder bei der Absicherung eines biometrischen Risikos. Was vielleicht über das Internet besser und transparenter darstellbar ist, sind die Kosten der Produktgeber, aber noch einmal, ein persönliches Gespräch wird nicht zu ersetzen sein. Deswegen sehe ich auch eine große Chance für die unabhängigen Beraterinnen und Berater.

Holzer: Nur leicht, aber sicherlich sehe ich eine Bestätigung der Betriebe, die die schwierige Phase überstanden haben und derjenigen die sich rechtzeitig breiter aufgestellt haben. Es ist vernünftig, dass viele den nächsten Schritt machen und sich eine weitere Gewerbeberechtigung holen. Es ist auch eine wichtige Botschaft, wenn man in dieser Branche erfolgreich sein möchte, muss man den KundInnen auch alles anbieten können. Dh,. nicht das man ein Bauchladen ist, sondern man hat die gewerberechtlichen Voraussetzungen und nützt diese Möglichkeit. Wie man in der Versicherungsmaklerbranche gesehen hat, konnte diese die schwierige Phase besser bewältigen als die VermögensberaterInnen. risControl: Wie sehen Sie den Bedarf beim Konsumenten, gibt es noch Interesse am

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risControl: Sie waren bei der letzten Nationalratswahl als Kandidat aufgestellt, haben ein sehr großes persönliches Engagement auf sich genommen. Wie ist ihr Resümee?

Holzer: Der Aufwand und mein persönlicher Einsatz um in den Nationalrat einzuziehen waren wirklich sehr hoch, aber dennoch war es nicht ausreichend. Meine Analyse daraus ist, dass ich zu spät mit dem „Wahlkampf “ begonnen habe. Die Maschinerie von Wahlwerbung, persönlichen Kontakt und die vielen Veranstaltungen wurde zu spät gestartet. Schade ist es auch, dass die Kolleginnen und Kollegen es nicht geschafft haben, die Notwendigkeit eines Vertreters aus den eigenen Reihen im Nationalrat zu erkennen. risControl: Würden Sie sich wieder einer Nationalratswahl stellen? Holzer: Es ist sicherlich eine interessante Herausforderung und würde mich sehr reizen. Es wäre auch für die Branche sehr wertvoll mit jemanden aus den eigenen Reihen im Nationalrat vertreten zu sein. risControl: Wir bedanken uns für das Gespräch.

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MEINE WAHL: ZWEI RÄDER. UND EINMAL UM DIE WELT.

Foto: clipdealer.de

MIT DER MOTORRAD-VERSICHERUNG DER VAV

„Gemütliches Cruisen zu außergewöhnlichen Destinationen – das ist mein Traum!“ Genussfahrer kommen voll auf ihre Rechnung. Die neue Motorrad-Versicherung der VAV: Gewohnt günstig – für viele Modelle. Informieren Sie sich im Internet unter www.VAVPRO.at oder bei Ihrem Service Team.

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risControl im Interview mit Klaus Pointner, Leiter Partnervertrieb der D.A.S. Rechtsschutz AG

Im Rechtsschutz r체cken Qualit채t und

Serviceorientierung in den Vordergrund risControl_03.indd 16

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Klaus Pointner: In den letzten Jahren konnten wir beobachten, dass Rechtsschutz aus unterschiedlichsten Gründen attraktiver und interessanter wurde – sowohl für Versicherer als auch für Kunden und Vermittler. Zum einen haben Versicherer aus wirtschaftlichen Aspekten heraus begonnen, sich vermehrt auf Sparten zu konzentrieren, die Wachstumschancen boten. Zum anderen wurde Recht in den letzten Jahren immer komplexer – unter anderem durch die zahlreichen Vorgaben und Reglementierungen der europäischen Union. Aufgrund dieser verdichteten Komplexität wurde Rechtsschutz für viele Teile der Bevölkerung immer wichtiger. Dazu kam, dass man gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verstärkt versucht, sein Recht durchzusetzen – und dementsprechend vermehrt auf eine Rechtsschutzabsicherung zurückgegriffen wurde. Diese Entwicklung hat den Markt daher auch für Vermittler wichtig und interessant gemacht. risControl: Auf welche Trends werden Rechtsschutzprodukte künftig eingehen müssen, um Kundenwünschen gerecht zu werden? Klaus Pointner: Ich denke, dass sich allem voran die Diskussion weg von der Prämienhöhe hin zu Inhalten verlagert. Kunden werden anspruchsvoller, Qualität und Serviceorientierung rücken in den Vordergrund. Für Versicherungsnehmer wird vielmehr entscheidend, dass im Schadenfall umfassende

INTERVIEW

risControl: Herr Pointner, welche Entwicklungen haben Ihrer Ansicht nach den Rechtsschutzmarkt in den vergangenen Jahren geprägt?

und kompetente Lösungsvarianten geboten werden. Nicht immer möchten Kunden sofort vor Gericht gehen sondern aus alternativen Methoden zur Streitbeilegung wählen können. Dahingehend nimmt auch die Beratung eine zentrale Rolle ein. Aus Erfahrung wissen wir, dass bei steigender Rechtsunsicherheit durch zunehmende Reglementierung der Bedarf an Rechtsauskünften - auch im präventiven Bereich - wächst. Diese steigende Nachfrage merken wir laufend bei unserer telefonischen Rechtsauskunft, die unsere Kunden gerne und regelmäßig nutzen. risControl: Wie schafft die D.A.S. den Spagat zwischen Preisdebatte und Qualitätsanspruch? Klaus Pointner: Unsere Maxime war und ist es, Kunden im Rechtsschutz umfassend zu betreuen. Statt reinen Ausschnittsdeckungen bieten wir eine breite und fundierte Absicherung sowie umfangreiche Serviceleistungen. All das kostet Geld und hat seinen Preis. Uns ist völlig bewusst, dass wir dadurch nicht immer erste Wahl preisinteressierter Makler und preissensibler Kunden sein können. Dennoch verfolgen wir unsere Strategie, Qualität und Service im Vordergrund zu sehen, seit nunmehr fast 60 Jahren unverändert und mit Erfolg. risControl: Ein Teil Ihrer Verkaufsstrategie ist die regionale Partnerbetreuung in Österreich. Bleiben Sie diesem Konzept weiterhin treu? Klaus Pointner: Ja, natürlich. Und wir setzen in Zukunft noch verstärkter darauf. Rechtsschutz, insbesondere Firmen-Rechtsschutz, ist

eine äußerst komplexe Versicherungssparte. Um unsere Maklerpartner im Verkaufsalltag und in Beratungsfragen bestmöglich unterstützen zu können, brauchen wir unsere regionalen Partnerbetreuer vor Ort. Diese stehen auf Wunsch des Maklers gerne und auch bis hin zu Verkaufsgesprächen direkt bei Firmenkunden zur Verfügung. risControl: In Anbetracht der herausfordernden Wirtschaftslage und der stetig ansteigenden Reglementierungen wird ein umfangreicher Firmen-Rechtsschutz immer essenzieller. Mit welchen Produktvorteilen überzeugt die D.A.S. den Makler und dieser beim Verkaufsgespräch? Klaus Pointner: Ein wesentlicher Produktvorteil ist die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung benötigter Rechtsschutzlösungen. Weil z.B. ein Betrieb nie sowohl für eigene als auch für fremde Lieferungen und Leistungen gleich große Absicherungsbedürfnisse hat, bieten wir beispielsweise als derzeit einziger Versicherer für den Einkauf und den Verkauf unterschiedliche Anspruchsobergrenzen im Vertrags-Rechtsschutz. Ein weiteres bedeutendes Verkaufsargument ist unser Inkasso-Rechtsschutz: Aktuell ist fehlende Liquidität eine der häufigsten Insolvenzursachen bei Firmen. Gerade KMU geraten immer wieder in Bedrängnis, wenn die Zahlungsmoral ihrer Geschäftspartner mangelhaft ist. Unser umfassender InkassoRechtsschutz sichert Unternehmen jeder Größenordnung ein professionelles Forderungsmanagement und sorgt dadurch für die nötige Liquidität und betriebliche Stabilität. risControl: Vielen Dank für das Gespräch.

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Was sollten Sie dar端ber wissen? Wir haben im ExklusivInterview mit Peter Prinz und Stephan Eberharter bei UNIQA nachgefragt.

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SteffShop Das neue Bonus-Programm für Makler von UNIQA risControl: UNIQA hat dieses Jahr den SteffShop eröffnet. Was dürfen sich die Versicherungsmakler in Österreich davon erwarten? Peter Prinz: Eine ganze Menge. Wir wollten damit einen weiteren Anreiz für unsere Geschäftspartner schaffen, die Zusammenarbeit mit uns zu intensivieren. Jede an uns vermittelte Prämie bringt seit heuer Punkte, welche dann laufend eingelöst werden können. risControl: Und wird es sich auszahlen, Punkte zu sammeln? Prinz:Sie sprechen einen wesentlichen Aspekt an. Punkte zu sammeln lohnt sich wirklich. Nur ein Beispiel: Ein TopPartner unseres Hauses – und wir haben knapp 1000 davon – wird bei einer durchschnittlichen Jahresproduktion, Waren oder Gutscheine um ca. 450 Euro im einlösen können. Ich denke, da bewegen wir uns in einer Größenordnung, die durchaus interessant ist. Noch dazu, wo unsere Geschäftspartner mit dem Punkte sammeln keinerlei Aufwand haben. Das passiert automatisch im Hintergrund. risControl: Können nur TopPartner im Shop „einkaufen“? Prinz: Nein. Auch all jenen Geschäftspartnern, die von unserem MaklerServiceDirekt

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betreut werden, steht der Shop offen. Die Kriterien sind für alle gleich und – wie ich finde – denkbar einfach: Jeder vermittelte Euro laufender Neu- und Mehrprämie bringt 1 Punkt. Egal aus welcher Sparte. Sobald ein Geschäftspartner 10.000 Punkte gesammelt hat, öffnen sich die Tore. Einzige Einschränkung: Mehr als 300.000 Punkte pro Kalenderjahr können nicht gesammelt werden. Das entspricht dann einem Gegenwert von ca. 4.500 Euro.

Wie gesagt, es lohnt sich, möglichst viele Punkte zu haben. risControl: Und wie können die Punkte eingelöst werden? Prinz: Auch dabei war es uns wichtig, dies denkbar einfach zu gestalten. Auf unserer Vermittlerplattform U.KMS - und bald auch auf Together - finden Sie einen Link in den SteffShop. Der Shop selbst ist Teil unserer

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bestehenden Bestellplattform E-procure. Nach einmaliger Anmeldung bei E-procure wählen Sie einfach den Warenkatalog „SteffShop 2014“ aus und sehen alle verfügbaren Produkte und Leistungen. risControl: Ich denke, unsere Leser sind inzwischen gespannt darauf, was denn nun genau im Detail auf sie wartet. Prinz: Wir haben versucht einen interessanten Mix aus Gutscheinen und ganz konkreten Produkten ins Angebot aufzunehmen, um möglichst viele Wünsche abdecken zu können. Hervis Sport und Spar sind ebenso dabei wie Hartlauer, Raiffeisen Reisen oder EurothermenResorts. Sie finden aber auch hochwertige Produkte von Samsonite, Riedel und einige mehr. Wichtig auch: Das Angebot kann laufend adaptiert werden – da liegt für uns primär die Nachfrage unserer Geschäftspartner im Focus. risControl: Wie ist das Thema der Versteuerung geregelt? Prinz: Auch das ist einfach und klar geregelt: Der Gegenwert der eingelösten Punkte in Euro, erscheint als Sachprovision auf einer der folgenden Provisionsnoten. risControl: Verraten Sie uns noch, wie es zu dem Namen „SteffShop“ kam?

Peter Prinz, Leiter Maklervertrieb UNIQA Österreich Prinz: Es ist uns gelungen Stephan Eberharter als Testimonial für den UNIQA Maklervertrieb zu gewinnen. Sobald das feststand, konnten wir uns unter den vielen Namensvorschlägen, die wir hatten, sehr rasch auf „SteffShop“ einigen. Aber nicht nur das. Stephan ist auch gewissermaßen der Star im Angebot. Denn neben den vorhin erwähnten Gutscheinen und Produkten, bieten wir unseren Geschäftspartnern etwas an, das sie exklusiv nur bei uns bekommen: Nämlich Golf spielen mit Stephan Eberharter und Schifahren mit Stephan Eberharter.

risControl: Wie darf man sich das vorstellen? Stephan Eberharter: Ich war schon in den letzten Jahren immer wieder bei Maklerveranstaltungen von UNIQA dabei. Es waren durchwegs angenehme und abwechslungsreiche Begegnungen. Deshalb habe ich gerne meine Unterstützung zugesagt, als es darum ging den SteffShop des MaklerServices ins Leben zu rufen. Im Moment sieht es so aus, dass wir zwei Golftermine anbieten. Einen im September und einen weiteren im Oktober. Beide GolfEvents finden im Golfclub Achensee in Tirol statt. Im darauf folgenden Winter steht dann der gemeinsame Schitag am Programm. Kleingruppen mit maximal 12 Personen ermöglichen es, dass man sich persönlich kennenlernen und einen schönen Tag am Golfplatz oder auf der Piste verbringen kann. Prinz: Es kann der komplette Event inkl. Abendessen, Nächtigung, Greenfee oder Liftkarte sowie Tagesverpflegung für 80.000 Punkte pro Person eingelöst werden. Einzig die An- und Abreise erfolgt individuell. Erste Rückmeldungen von Maklern aus persönlichen Gesprächen zeigen mir, dass wir damit wirklich einen Nerv getroffen haben. Denn manche Dinge kann man nicht einfach so kaufen. Und hier wollten wir unbedingt auch diesem Anspruch nach Einzigartigkeit gerecht werden.

Stephan Eberharter

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risControl: Wir danken für das Gespräch.

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Wüstenrot setzt neue Akzente im Rechtsschutz Wüstenrot ist einer der wichtigsten österreichischen Finanzdienstleister und freut sich über das Vertrauen von 1,6 Mio. Kunden. Die Produktpalette umfasst attraktive Angebote zum Sparen, Finanzieren, Veranlagen, Vorsorgen und Versichern. Besonders im Versicherungsgeschäft ist Wüstenrot mit Komplett-Paketen und interessanten Produktinnovationen auf der Überholspur. Martin Stempfl, Leiter des Makler- und Agenturvertriebs von Wüstenrot, im Interview zu den aktuellen Highlights im Bereich Rechtsschutz. risControl: Herr Stempfl, was dürfen Vertriebspartner von der Wüstenrot PrivatRechtsschutzversicherung erwarten?

dargestellt. Das heißt, dass – anders als sonst marktüblich – einzelne Bausteine vom Kunden bewusst und aktiv ausgeschlossen werden müssen. Dieses Ausschlussprinzip macht es deutlich schwieriger, dem Vermittler später einen Beratungsfehler vorzuwerfen.

Stempfl: Im Sachversicherungsbereich punktet der Wüstenrot Privat-Rechtsschutz mit einer ganzen Reihe von Vorteilen: Allem voran mit einer dreijährigen Prämiengarantie, die wir nach der Kfz-, Eigenheim/Haushaltsversicherung und dem Landwirtschaftspaket auch hier anbieten. Damit vernetzen wir zur Unterstützung der Vermittler Vorteile über alle Produktlinien. Gerade dieser Wüstenrotexklusive Bestandteil bringt sehr viele Pluspunkte: Er schützt Vermittler vor unnötigen Fragen, lässt Kunden ihre Budgets exakter planen und öffnet Ressourcen für wichtigere Aufgaben.

risControl: Wie sieht es im Bereich Unternehmer-Rechtsschutzversicherung aus? Stempfl: Für Selbstständige, sogenannte Ich-AGs und Unternehmen mit ein bis fünf Arbeitnehmern steht ein spezieller Unternehmens-Rechtsschutz zur Verfügung, der die wesentlichen Vorteile des Privat-Rechtsschutzes ebenso beinhaltet. Das bringt noch einen zusätzlichen Vorteil für den Vermittler: Durch den gleichartigen Aufbau beider Produkte kann er beim Beratungsgespräch mit nur sehr geringem Aufwand das jeweils richtige Angebot vorlegen.

risControl: Welche weiteren Vorteile bietet der Privat-Rechtsschutz Ihren Kunden? Stempfl: Im Rechtsschutz-Bereich gehört sicher die freie Anwaltswahl zu den Highlights, denn sie wird zwar von allen in den Mund genommen, tatsächlich aber nur von Wüstenrot im außergerichtlichen Bereich angeboten. Zum Beispiel beim Beratungs-Rechtsschutz, der ja am häufigsten in Anspruch genommen wird. Damit verbunden ist auch der Verzicht auf das Recht der Selbstregulierung. Das bedeutet, dass der Kunde sicher sein kann, dass seine Interessen für den Versicherer an erster Stelle stehen. Außerdem umfasst das Produkt einen Europa-Gerichts-Rechtsschutz sowie einen Schutz bei Streitigkeiten aus Ver-

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Martin Stempfl, Leiter des Makler- und Agenturvertriebs von Wüstenrot sicherungsverträgen. Besonders zeitgemäß ist der inkludierte „XXL-Schutz“, der unter anderem einen Daten-, Mobbing- und AntiStalking-Rechtsschutz beinhaltet. risControl: Das Wüstenrot RechtsschutzPaket ist„all inclusive“. Was bedeutet dies? Stempfl: Um auch beim schwierigen Thema „Vermittlerhaftung“ Unterstützung zu geben, ist das Rechtsschutz-Paket „all inclusive“

risControl: Viele Vorteile für Vermittler… Stempfl: Genau. Zusätzlich wird stetig in die Stärkung des Makler- und Agenturvertriebs investiert – etwa durch laufende Produktoptimierung, Innovation oder den Aufbau von Qualität und Servicekompetenz in unseren neun VermittlerService Centern in den Landesdirektionen. Dies ist die Basis des partnerschaftlichen Umgangs, den Wüstenrot auch künftig stärken und ausbauen will. risControl: Vielen Dank für das Gespräch!

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Zweifelsfrei, Rechtschutz ist „in“. Die liebenswürdigen, freundlichen, niemals grantigen Österreicher streiten gerne und mehr noch, sie haben gerne immer Recht. Deshalb wünscht sich die Mehrheit einen Rechtschutzversicherer auf ihrer Seite. Roland Rechtschutz, bei unseren Lesern bestens bekannt, ist seit 1994 in Österreich aktiv und ist längst zu einem der führenden Anbieter auf dem österreichischen Markt geworden. Hier unser Gespräch, mit Vertriebsdirektor Magister Ludwig H. Strobl. risControl: Herr Magister Strobl, was kann man von ROLAND Rechtsschutz erwarten? Mag. Strobl: Wir stehen für Sicherheit und Kompetenz. Sehr oft auch in solchen Fällen, wo andere Versicherer das Risiko nicht decken wollen.

natürlich nur eine kleine, lockere Auflistung unsers Leistungsangebotes. Es soll keineswegs in Selbstlob ausarten, aber lassen Sie es mich so sagen: Ohne Grund gehören wir sicher nicht zu den zehn führenden Anbietern am Markt. risControl: Geht es konkreter, bitte?

risControl: Was genau meinen Sie damit? Mag. Strobl: Wir decken Risiken im Rechtschutz, wo wir zahlreiche Alleinstellungsmerkmale haben, wie beispielsweise die telefonische Konfliktlösungsunterstützung (Kurz: KLU genannt). Wir sind auch bereit, Managerrisiken abzusichern die andere Mitbewerber entweder gar nicht oder nur partiell abzudecken bereit sind. Überdies sind wir in Maklerkreisen für unsere zielgruppenspezifischen Deckungskonzepte bekannt. Das ist

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Mag. Strobl: Ein Beispiel? Es gibt sehr viele gute Anwälte in Österreich. Das Problem für den Kunden ist jedoch, den richtigen Anwalt, den Spezialisten, für eine bestimmte Sache zu finden. Deshalb haben wir auf unserer Homepage ein Netzwerk mit von uns empfohlenen Anwälten aufgebaut. Wir haben nachhaltig geprüft und wir, aber vor allem unsere Kunden, haben wirklich gute Erfahrungen mit diesen Advokaten gemacht. Das ist es, was wir unter der Devise verstehen

-hundertprozentigen Rechtsschutz zu bieten. Wir stehen zu unserer Spezialisierung und wir wollen diesen Weg unbeirrt fortsetzen. risControl: Klingt gut. Was bedeutet Partnernetzwerk? Mag. Strobl: Es ist eine hoch qualitative Auslese. Wir wollen unseren Kunden wirkliche Spezialisten, mehr noch, Experten, für ihre Sache nennen können. Deshalb müssen die von uns angesprochenen Kanzleien gewisse Servicestandards von Roland erfüllen, damit sie in unser Netzwerk aufgenommen werden. Und Dr. Schober, Leiter des ROLAND Austria Innendienstes und der Leistungsabteilung, der das Partnernetzwerk betreibt, achtet penibel darauf, dass die Standards auch eingehalten werden. Es geht also nicht nur um Empfehlung. Dieser beliebte Weg des geringsten Widerstandes würde unseren Kunden auch nicht wirklich helfen und unser Partnernetzwerk abwerten. Wir machen es uns nicht leicht, wir dürfen es uns nicht leicht machen. Aus verständlichen Gründen. Was uns ebenfalls sehr freut und was wir als essenziell ansehen ist, dass wir in den Social Medien gut ankommen. Als moderner Rechtschutzversicherer sind wir jetzt auch im Xing-Netzwerk. Produktmäßig haben wir unser Programm jetzt auch auf unseren „Best Ager“-Rechtschutz erweitert. So nennt man heute Menschen die man früher als Rentner bezeichnete. Heute kann man bis ins hohe Alter rüstig sein und Jüngeren durchaus Paroli bieten. Es stimmt auch nicht, dass die „Silver-, Gold- oder Bestager“ nicht für Produktinnovationen zu faszinieren sind. Dem haben wir mit unserem Rechtschutz für diese Zielgruppe Rechnung getragen. Mit unserem Baustein „mobiler Anwalt“ bieten wir genau jene Leistung welche diese große Personengruppe heute erwartet: erstens umfassend abgesichert zu sein und zweitens, dass man auf ihr Befinden Bedacht nimmt. Deshalb sind die Anwälte unseres Partner-

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netzwerks bereit eine solche Dienstleistung anzubieten, und kommen auch zu unserem Versicherungsnehmer nach Hause, wenn unser Kunde gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist, das Bett zu verlassen. risControl: Spontan gefragt: ROLAND Rechtschutz liegt gut am Markt? Sind Sie zufrieden? Mag. Strobl: Es ist wohl kein Geheimnis: Wer zufrieden ist fällt zurück, verharrt im Stillstand. Wir wollen weiterhin kräftig am Markt wachsen. Und ohne falsche Bescheidenheit: Mit unseren umfangreichen Sicherheitsangeboten und unseren – teilweise unvergleichbaren – Leistungen werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit immer wieder unterstreichen. risControl: Spontan gefragt: Will ROLAND künftig mit eigenem Außendienst reüssieren? Mag. Strobl: Unser Credo lautet: Unsere Vertriebspartner sind eindeutig die Versicherungsmakler. ROLAND Rechtschutz hat keinen eigenen Außendienst. Und weil unser Spezialistentum gut ankommt, haben wir zwei weitere Maklerbetreuer angestellt, um den Versicherungsmakler vor Ort noch mehr

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zu unterstützen. Wir haben ein spezielles Verständnis für die Betreuung von Vertriebspartnern. Wir unterstützen sie, durchaus auch im eigenen Interesse, mit einem eigenen Homeoffice im Süden und im Westen. Gerne begleiten wir unsere Vertriebspartner – falls gewünscht – auch bei Kundenterminen. Wobei immer klar gemacht wird, dass wir nur der Deckungsgeber sind. Der wirklich wichtige Mann vor Ort ist natürlich unser Partner, der Versicherungsmakler. Und die sind dynamisch, energisch und erfahren genug, um uns die Wünsche und Forderungen ihrer Kunden in deckungsfähiges Deutsch zu übersetzen. Darüber hinaus unterstützen wir die Maklerschaft mit speziellen Informationen aus dem Leistungsbereich. Wir bieten auch Schulungen an, beispielsweise im Bereich Strafrecht und last but not least möchte ich auf unsere Workshops hinweisen, bei denen wir unsere Expertise an unsere Vertriebspartner weitergeben. Wir sind sehr praxisorientiert und reden Klartext. Wir präsentieren Rechtsangelegenheiten zum Thema „aktive Schadensfälle“. Diese Information, über mögliche Fallen in der Rechtschutzversicherung, aufbereitet vorgetragen, das kommt bei der Maklerschaft gut an - und erhöht auch das Verständnis dafür, warum manche Fälle eben nicht versicherbar sind. Und für heuer ha-

ben wir uns vorgenommen, besonders viele Maklerveranstaltungen abzuhalten. risControl: ROLAND Rechtsschutz feiert heuer „zwanzig Jahre in Österreich“ Mag. Strobl: Wir werden mit Augenmaß feiern. Natürlich mit einer ROLAND-Feier. Und mit einer Jubiläumsaktion – natürlich mit Sonderrabatt. risControl: Wie beurteilen Sie das vergangene Jahr? Mag. Strobl: Wir haben im vergangenen Jahr einen neuen Tarif aufgelegt. Sehr schlank und sehr einfach. Das Motto heißt: „klar und kalkulierbar“. Mit diesem Tarif, der von der Maklerschaft wirklich gut angenommen wurde, haben wir einen neuen Firmenrechtschutz – unseren „Business-Rechtsschutz“ geschaffen, der mit dem Prädikat sehr gut vom Assekuranz Award Austria bewertet wurde. Musste man doch früher für bestimmte Risiken immer mehrere Tarife durchstöbern. Und waren wir bisher im Bereich Vertragsrechtschutz eher restriktiv, haben wir nun die Tür geöffnet – bildlich gesprochen. Wir haben mit einem Inkassobüro eine Kooperation, damit das Risiko „unbestrittene Forderungen“ – auch bei Kleinschäden abgedeckt wird und

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risControl: Nachbarschaftsstreitigkeiten seien ein besonders heißes Pflaster, heißt es. Mag. Strobl: Da haben Sie Recht. Doch gerade bei Nachbarschaftsstreitigkeiten ist in Österreich teilweise verpflichtend – wie zum Beispiel bei dem „Recht auf Licht“ – Mediation vorgesehen. Man will ja mit dem Nachbarn auch weiterhin nachbarschaftlich zusammenleben. Geht man zu Gericht, dann bekommt man zwar einen gerichtlichen Titel, aber auch einen Nachbarn der sauer ist. Das wollen die allermeisten so gut wie möglich vermeiden. Man will sich auch weiterhin ins Gesicht schauen können und man will gemeinsam eine Lösung finden. Und eine telefonische Konfliklösung ist dafür einzigartig geeignet. Die Menschen sitzen zu Hause, man sieht den Streitpartner nicht, und macht Mediation per Telefon. Das Ganze geht sehr unkompliziert und sehr schnell. Wichtig ist allerdings auch, die Kunden was das Thema Mediation anbelangt zu sensibilisieren. Also, nicht sofort zum Anwalt zu gehen, sondern Kontakt mit der Leistungsabteilung aufzunehmen. Das ist wesentlich. Da sollte unbedingt ein Umdenken auch von Seiten der Maklerschaft stattfinden. Ist es doch ein Thema bei dem der Vertriebspartner sehr schnell zum unverzichtbaren „Liebling des Kunden“ wird, hat er doch den Frieden gebracht! Also, Mediation ist etwas, das man seinen Kunden nur empfehlen kann. Natürlich kann es aber auch sein, dass Mediationen scheitern. In solchen Fällen besteht weiterhin das volle Recht auf eine weitere Leistungsdeckung. risControl: Und kommt das an? Mag. Strobl: Es wird sehr gut angenommen. Nicht umsonst heißt es doch: Mit dem Reden kommen die Leute zusammen. Gerade in den letzten Monaten haben wir einen Geschäftszuwachs im dreistelligen Bereich erzielt. Unsere Leistungsabteilung unterstützt dieses Vorhaben mit voller Kraft. Das Interessante daran ist, dass nicht nur der Klassiker, die Nachbarschaftstreitigkeiten, eingeschlagen hat. Auch beim Thema Hundehalterhaftpflicht läuft die Sache rund. Es hat einen Fall gegeben, bei dem vergessen wurde einem kleinen Hündchen einen Beißkorb anzulegen. Unsere

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Versicherungsnehmerin erhielt eine Strafe in Höhe von 450 Euro. Dagegen ist sie mit Mediation vorgegangen. Wie die Mediationen ausging und wie das im Detail ablief, das unterliegt dem Datenschutz. Wir erfahren nur, ob die Mediation gut ausgegangen ist, oder nicht. Aber wie gesagt, es läuft sehr gut. risControl: Bei gewissen Rechtsproblemen ist Mediation teilweise gesetzlich vorgeschrieben. Gilt Ihre Erfahrung Mediation nur für Nachbarschaftsstreitigkeiten und Hundbiss, oder gibt es auch andere Anwendungsgebiete? Mag. Strobl: (lacht). Auch beim Thema Familienrecht, Stichwort: Besuchsrechtsregelung eignet sich unsere KLU sehr gut. Nicht so erfolgreich ist die telefonische Mediation im Bereich Erbrecht. Allein schon weil hier mehrere Personen involviert sein können. Die telefonische Mediation funktioniert am besten, wenn nur zwei Streitparteien beteiligt sind. Bei mehreren Parteien braucht man schon eine Präsenzmediation. Auch bei Firmen haben wir Fälle, bei denen sich Mediation anbietet. Aber grundsätzlich ist zu sagen: Mediation ist in allen Bereichen anwendbar.

sind der richtige Weg um solche Probleme zu lösen.

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der Kunde nicht bei jeder unbestrittenen Forderung zum Anwalt gehen muss.

risControl: ROLAND Rechtsschutz bietet in Österreich Prozessfinanz an? Mag. Strobl: Richtig. Seit Beginn 2014. Und erfolgreich möchte ich gleich vorweg sagen. Der Vertrieb startete über den Weg der Anwälte, aber ich habe schon bemerkt, dass auch die Versicherungsmakler sehr an dieser Dienstleistung interessiert sind. Das gilt besonders für jene Fälle in denen jemand keine Rechtsschutzversicherung hat. Es könnte auch sein, dass ein möglicherweiser bestehender Rechtschutz keine Deckung bietet. Wir sehen uns solche Fälle natürlich sehr genau an und machen eine gründliche Risikoprüfung. Hervorzuheben ist, dass wir die klagende Partei unterstützen. Allerdings erst ab einer Streitwertgrenze von 100.000 Euro. Und die Bonität der beklagten Partei muss vorliegen. Das sind die wesentlichsten Punkte. Ich meine, auch diese Dienstleistung kommt bei den Maklern gut an. Unstrittig ist aber, dass es eine sehr komplexe Materie sein kann. risControl: Ihr Ausblick für 2014 ?

risControl: Das heißt, konsequenterweise, müssen Sie ihre Rechtsschutzprodukte immer wieder den gesetzlichen Anforderungen anpassen? Mag. Strobl: Natürlich. Gesetze und Rechtsprechung entwickeln sich unaufhaltsam weiter. Man kann sagen, es ist eine stetige Umbruchphase. Ich bin auch teilweise für den Italienischen Markt zuständig. Und dort ist Mediation mittlerweile Pflicht. Da mussten wir die Bedingungen sofort ändern. Und zwar in fast allen Bereichen. Weil bekanntermaßen Prozesse in Italien sehr lange dauern, wurde die Mediation Pflicht.

Mag. Strobel: Immer vorwärts, immer besser werden und immer erfolgreicher. Was sonst? risControl: Herr Magister Strobl, wir danken für das Gespräch.

risControl: Kommt es so auch in Österreich? Bezirksgerichten schließen. Man befürchtet, dass dadurch Prozessen länger dauern könnten. Wie sehen Sie die Entwicklung? Mag. Strobl: Also einfacher wird es nicht werden. Im Gegenteil, die Lage wird sich verschärfen. Gerichte werden noch mehr überlastet sein. Und ich denke, gerade die von uns angebotenen Präventivmassnahmen

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Bitcoins Die Tulpenblase des 21. Jahrhunderts

Von Michael Kordovsky

Bitcoins gelten für die einen als knappe virtuelle Weltwährung und Alternative zum inflationären Bargeld-System. Kenner der Materie hingegen warnen vor einer gefährlichen spekulativen Blase und weltweit mehren sich die staatlichen Einschränkungen. Die Europäische Bankenaufsicht warnt vor Diebstahl und massiven Wertverlusten, während in den USA bereits die ersten Ermittlungen wegen Geldwäsche begonnen haben.

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itcoin ist ein von anonymen privaten Programmierern und Hackern entwickeltes länderübergreifendes Z ahlungssystem in Form von sogenanntem „virtuellem Geld, bei dem kryptographische Techniken eingesetzt werden (Kryptowährung). Ein Bitcoin ist dabei kein materieller Gegenstand, sondern nur eine Zahl, die einer Bitcoin-Adresse zugeordnet ist. Bitcoins sind eine Online-Rebellion gegen das bestehende Bankensystem indem sie das herkömmliche Transaktionsprozedere und die per Ausweis-Identifikation einer Person zugeordneten Konten umgehen. Die Übertragung der Rechnungseinheiten im Zuge von Transaktionen erfolgt von Teilnehmer zu Teilnehmer (Peer-to-Peer) und Bitcoin-“Accounts“ lauten weder auf Namen noch beziehen sie sich auf Individuen. Jeder Kontostand ist einfach mit einem zufällig generierten Public-Privat-Schlüsselpaar verbunden und „gehört“ demjenigen, der den privaten Schlüssel besitzt. Eine Bitcoin-Adresse stimmt mathematisch einfach mit einem öffentlichen Schlüssel überein. Dieser ist ein eigener Kontostand zugeordnet. Das Konzept von Bitcoins basiert auf einem Whitepaper von „Satoshi Nakamoto“ (erschienen 2008), der laut einem Bericht der US-amerikanischen Zeitung Newsweek in seinem Haus in einem Vorort von Los Angeles aufgespürt wurde und aussagte, er sei längst nicht mehr in das Bitcoin-

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Projekt involviert. Gegenüber der AP habe er sogar bestritten, für das Projekt verantwortlich zu sein. Das Bitcoin-Netzwerk entstand am 3. Januar 2009 mit der Berechnung des ersten Blocks, der die ersten 50 Bitcoins schöpfte. Die Blöcke sind die zentrale Datenstruktur der Bitcoins und vergleichbar mit einem Orderbuch an der Börse. Neue Blöcke werden am Ende der Blockkette hinzugefügt. Ein Block und somit neue Bitcoins werden generiert, wenn ein Netzwerk-Knoten als Erster die Lösung zu einem schwer lösbaren mathematischen Problem findet. Dieser Vorgang wird auch als Mining bezeichnet.

Künstliche Verknappung als zentraler „PR-Gag“ Allerdings wird eine Verknappung der „Ressourcen“ simuliert. Es wird nämlich für Newcomer zunehmend schwieriger neue Bitcoins zu generieren. Konnte man zu Beginn noch 50 Bitcoins pro Block verdienen so sind es aktuell nur noch 25, denn die Zahl der generierten Bitcoins wird alle 210.000 Blocks halbiert. Da jede Stunde nur 6 Blocks entstehen – alle 10 Minuten ein neuer Block, liegt die Halbwertszeit bei exakt 3,995 Jahren. Etwa alle vier Jahre halbiert sich die Belohnung. Dabei folgt im Laufe der Jahre eine Annäherung der Gesamtzahl an Bitcoins an die 21 Millionen, wobei diese Zahl nie erreicht wird. Der letzte Block aus dem Bitcoins generiert werden können ist Block Nr. 6.929.999 mit dem um das Jahr 2140 die Gesamtzahl, der im Umlauf befindlichen virtuellen Münzen bei 20.999.999,9769 BTC stehen bleiben wird. In der Praxis erfolgt bereits 2033 eine relativ enge Annäherung an 21 Millionen. Dadurch und durch den programmierten Algorithmus wird es zunehmend schwieriger neue Bitcoins zu generieren. Erstens wird die „Belohnung“ alle vier Jahre halbiert und zweitens kann es mit herkömmlicher PC-Rechnerleistung viel zu langjährige Zeiträume erfordern um überhaupt noch Bitcoins schöpfen zu können, denn pro

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Das deutsche Finanzministerium (BMF) teilt die Einschätzung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“), die bereits in Dezember 2011 in ihrem Merkblatt zum Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) geäußert hatte, dass Bitcoins kein E-Geld im Sinne des ZAG sind, sondern nur „Rechnungseinheiten“, die nach Ausführungen des BMF u.a. Werteinheiten sind, die die Funktion von privaten Zahlungsmitteln bei Ringtauschgeschäften haben sowie jedes andere „private Geld“ oder sonstige Komplementärwährungen“. Diese Passage darf nicht dahingehend missverstanden werden, dass Bitcoins als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt sind. Genau das Gegenteil ist der Fall. Da Bitcoins nur Rechnungseinheiten sind, unterliegen sie nicht dem ZAG und die Schaffung derartiger Werteinheiten und ihr Einsatz als Zahlungsmittel ist laut BaFin erlaubnisfrei. Allerdings sind die Bitcoins Finanzinstrumente im Sinne des deutschen Kreditwesengesetzes („KWG“) und deren gewerbsmäßiger Handel bedarf einer Erlaubnis der BaFin. Stunde kommen nur 6 Programmierer bzw. Programmierungs-Teams (Mining Pools) zum Zug. Die mittlerweile hohen Preise locken immer mehr Glücksritter an, die ausgerüstet mit modernster Software und hoher Rechenleistung ihr Glück versuchen. Doch je mehr Leute es versuchen, desto schwieriger wird es, neue Bitcoins zu schaffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ein mathematisches Problem löst und somit einen Block schafft, ist abhängig von der Leistung des verwendeten Rechners im Vergleich zur Leistung aller anderen Rechner, die im Netzwerk ebenfalls versuchen, Blöcke zu generieren. Bitcoin-Experte, Silver Shield, informiert darüber, dass es für OttoNormalverbraucher mittlerweile kaum noch möglich ist, Bitcoins zu minen. Alternativ kann man sich an einem Mining Pool beteiligen oder man kommt zu Bitcoins, indem man Waren gegen Bitcoin-Bezahlungen anbietet. Wem das zu viel Aufwand ist, kann man über lokale Bitcoin-Händler oder an Bitcoin-Börsen Cash gegen Bitcoins tauschen. Genau das ist so gewollt. Da beim Minen die Kosten für Strom

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und Ausrüstung mit hoher Wahrscheinlichkeit den Gegenwert der neu geschaffenen Bitcoins überschreiten werden, soll so der Eindruck entstehen, dass diese virtuellen Rechnungseinheiten einen hohen Wert besitzen.

Wer profitiert? Genauso wie während des Goldrausches am Klondike weniger die Goldgräber, sondern viel mehr diejenigen Reich wurden, die die Werkzeuge zum Schürfen verkauften, genauso ist es auch beim Bitcoin-Mining. In erster Linie verdienen die Anbieter von Mining-Software und die verlangen ihren Preis unabhängig von den Börsenkursen der Bitcoins. Doch es wäre nie so weit gekommen, wäre nicht das ganze Bitcoin-Experiment eine Insiderpartie: Das Projekt wurde nach dem Start ein Jahr lang getestet und Bitcoins hatten keinen konkreten Wert. 2010 wurden die ersten Wechselkurse durch Personen in den Bitcoin-Talk-Foren ausgehandelt. Am 25. April 2010 startete der öffentliche Handel mit Bitcoins zum Preis von 0,3 US-Cent pro Einheit. Zwei Pizzen wurden für 10000 Bitcoins verkauft und zu den ersten Produkten, die gegen Bitcoins verkauft wurden gehörten Alpaca-Socken aus Massachusetts. Im Laufe des Jahres 2011 propagierte die BloggerCommunity verstärkt Bitcoins als Alternativwährung. Am 10. Februar 2011 näherte sich der Kurs der Bitcoins bereits einen US-Dollar an. Am 20. April wurde diese Cyberwährung im US-Magazin Forbes erwähnt ehe bis 9. Juni 2011 ein erstes Zwischenhoch bei 29,57 US-Dollar erreicht wurde. Doch Hacker-Attacken gegen die größte Bitcoin-Börse Mt. Gox und Diebstähle beim Transaktionsdienstleister, MyBitcoin.com, dem die Hälfte aller Bitcoins abhanden kamen, setzen den Kurs vorübergehend massiv unter Druck. Je nach Handelsplattform variierten die Kurse. Dies ist auf das unterschiedliche Vertrauen in die Plattformen zurückzuführen. Den Informationen von „Silver Shield“ zufolge, fiel der Bitcoin-Preis von einem Wochenhöchstwert von 32 Dollar auf einen Cent am 19. Juni 2011.

wurden faktisch gratis geschöpft und hatten an sich keinerlei Wert. Es fehlte jegliche Wertdeckung und staatliche Legitimation als Währung. Rein rechtlich sind Bitcoins lediglich Rechnungseinheiten wie sie auch in Tauschringen zum Einsatz kommen. Sie haben als sogenannte „virtuelle Währung“ oder auch „Parallelwährung“ keinerlei Legitimation. Während der Geldumlauf einer echten virtuellen Währung mit der Wirtschaft wächst, sind Bitcoins als deflationäre „Währung“ konzipiert, deren Umlauf ab einer bestimmten Obergrenze nicht mehr weiter wächst. Dadurch war automatisch ein explosionsartiger Anstieg vorprogrammiert, der umso größer wurde, je mehr Online-Stores, Geschäfte und Restaurants Bitcoins akzeptieren. Berlin ist mittlerweile zu einer europäischen Hochburg der Bitcoins geworden. Zahlreiche Geschäfte akzeptier(t)en dort diese virtuelle Rechnungseinheit. Anfang 2014 lag das tägliche Transaktionsvolumen bei 114 Millionen US-Dollar (pro Jahr 41,6 Mrd. US-Dollar). Im Vergleich dazu liegt jenes von Visa und Mastercard bei jeweils 16,5 bzw. 9,9 Milliarden Dollar pro Tag. Per 11. März lag bei einem Bitcoin-Umlauf von 12,46 Millionen Einheiten der Kurs bei 627 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von 7,81 Milliarden USDollar entspricht. Die 10000 Bitcoins für diese berühmten zwei Pizzen der Anfangsphase sind heute schon 6,27 Millionen US-Dollar wert. Was hat das noch mit Währung zu tun? Wäre es eine Währung, wäre dies von Anfang an ganz anders konzipiert worden. Man hätte zum Beispiel jeder IP-Adresse ein fixes Startguthaben an Bitcoins geben können und die Bitcoins an einen Währungskorb bestehend aus den wichtigsten Weltwährungen gebunden. Doch daran bestand offensichtlich kein Interesse. Wer arbeitet schon gerne billig oder gratis an der Schöpfung von 3,4 Millionen Bitcoins? Diese Schöpfung war ein klarer Insider-Job. Wer die Algorithmen und den Marketing-Plan von Anfang an kannte, wusste, dass er dabei

KOMMENTAR

BITCOINS RECHTLICH BETRACHTET:

Zockergier statt Währungsstabilität Umso mehr waren die Gründer der „Bitcoin-Community“ um den Aufbau einer guten Reputation und einen breiten Einsatz bemüht. Denn die ersten 3,4 Millionen Bitcoins Gebrüder Winklevoss

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KOMMENTAR NTAR A

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war, sich seine zukünftigen Millionen Dollar herbeizurechnen.

Haben die Bitcoin-Initiatoren schon Kasse gemacht? Diese deflationäre Währung lädt generell zum „Sammeln und Horten“ ein und lebt weniger von einem nachhaltigen seriösen Vertrauen, sondern mehr von der Gier der Zocker, die die enormen – für eine Währungsfunktion kontraproduktiven – Schwankungen ausnützen. Indizien dafür liefert die ungleiche Verteilung des Besitzes von Bitcoins: Eine Aufstellung vom November 2013 zeigte, dass nur 5,24% der insgesamt 11.462.007 Konten mehr als 0,001 Bitcoins hatten. Auf lediglich 1350 Konten liegen mehr als 1000 Bitcoins. Dabei fallen auf 1000 Adressen 45% des Bitcoins-Vermögens und die 100 reichsten Bitcoin-Besitzer sitzen auf 20% der Bestände. Das größte Konto hatte zum Zeitpunkt der Publikation (28.11.2013) 111.111 Bitcoins im Wert von 106 Millionen US-Dollar. Damit ist das Bitcoin-Vermögen ungleichmäßiger verteilt als das Nettovermögen deutscher Haushalte wo die oberen 10% 52,9% halten. Zahlreiche Bitcoin-Besitzer der ersten Tage waren sich nie des zukünftigen Wertes bewusst und so ist bereits ein Fall bekannt, wo eine Festplatte mit gespeicherten Bitcoins im Wert von heute mehreren Millionen USDollar auf dem Müll landete. Es ist jedoch erstaunlich, dass unter den „Superreichen“ der Bitcoin-Szene keine noch stärkere Konzentration auftritt. Denn nur eine Handvoll Personen schöpften die ersten 3,4 Millionen Bitcoins,

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die heute (11.3.14) einen Gesamtwert von 2,13 Milliarden Dollar haben. Namentlich als Bitcoin-Großbesitzer in den Medien erwähnt wurden die Gebrüder Winklevoss, die mit ihrem mehrjährigen Rechtsstreit mit Facebook für Schlagzeilen sorgten. Laut eigenen Angaben sollten sie die Idee zu Facebook gehabt haben. Und auch wird kolportiert, dass sie 1% der in Umlauf befindlichen Bitcoins besitzen. Dies erklärt auch die euphorische Marktprognose von Cameron Winklevoss, dass der BitcoinMarkt im „small bull case scenario“ bereits auf 400 Mrd. US-Dollar anwachsen sollte, was zum damaligen Zeitpunkt einem Preis von 40.000 US-Dollar pro Bitcoin entsprochen hätte. Der Bitcoin Price-Index erreichte am 4. Dezember 2013 seinen vorläufigen Höchststand von 1147,25 Punkten, ehe eine Reihe von Hackerattacken und behördlichen Einschränkungen vorübergehend sogar zu einer Halbierung führten. Offensichtlich ist diese Entwicklung von den Bitcoin-Profis der ersten Stunde auch erwartet worden. Dies könnte auch erklären, weshalb außer den Winklevoss-Brüdern kaum noch jemand, selbst Bitcoin-Chefentwickler, Gavin Andresen nicht, offiziell als Großbesitzer von Bitcoins erscheint. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bitcoin-Schöpfer der ersten Stunde bereits viel früher Kasse gemacht haben und nur noch über verhältnismäßig wenige virtuelle Münzen verfügen. Eine andere Erklärung wäre es, dass manche über mehrere Konten verfügen.

Der Abstieg der Bitcoins Der Samen des Untergangs der Bitcoins wurde bereits durch ihre anonymisierte Transaktionsstruktur gesät, die sich jeglicher behördlichen Kontrolle entzieht und Nährboden liefert für Abwicklung von Drogen- und Waffengeschäften, Terrorismusfinanzierung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Bereits im Juni 2011 haben die US-Senatoren Charles Schumer und Joe Manchin dem Justizministerium und der Abteilung für Drogenfandung (DEA) ihre Bedenken mitgeteilt, dass Bitcoin für illegale Aktivitäten verwendet werden könnten. Kurz darauf wurde der Chefentwickler der Bitcoins, Gavin Andresen aufgefordert, vor dem CIA im Rahmen einer Präsentation das virtuelle Zahlungssystem zu erklären. Chronologie eines Abstiegs: 30.07.2013: Präzedenzfall – Thailands Zentralbank verbietet Bitcoins:

Die Bank of Thailand hat den An- und Verkauf der virtuellen Währung Bitcoin verboten. Auch für Zahlungsvorgänge dürfen sie nicht mehr verwendet werden und es ist untersagt, über die Landesgrenzen hinweg Bitcoins zu versenden oder zu empfangen. Thailand gilt hier bereits als Vorreiter für mögliche Restriktionen in der EU und den USA. Oktober 2013: Das FBI verhaftet den mutmaßlichen Betreiber von Silk Road, einer OnlinePlattform für Drogen, die als Zahlungsmittel Bitcoin verwendete. 04.12.2013: BKA und GSG9 nehmen mutmaßliche Bitcoin-Betrüger fest: Das Bundeskriminalamt hat in Bayern und Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Spezialeinheit GSG9 zwei mutmaßliche Hacker festgenommen. Der Vorwurf lautet modifizierte Schadsoftware eingesetzt zu haben um damit fremde Computer unter ihre Kontrolle zu bringen und zu einem Botnet zusammenzuschließen über das dann Bitcoins im Wert von 700.000 Euro geschöpft wurden. 05.12.2013: Chinas Zentralbank verbietet den Finanzinstituten des Landes Transaktionen mit Bitcoins: Begründet wurde dieser Schritt, um Geldwäsche und anderen kriminellen Geschäften mit Bitcoins entgegenzuwirken. Im Internet dürfen Bitcoins zwar weiterhin benutzt werden. Ein Umtausch in den chinesischen Yuan Renminbi ist untersagt. 13.12.2013: Die Europäische Bankenaufsicht warnt vor den Gefahren, die von Bitcoins ausgehen: „Es gibt keinen speziellen regulatorischen Schutz für den Fall, dass eine Plattform, auf der virtuelle Währungen gehandelt oder gesammelt werden können, kaputt geht.“ - Konkret wurden auf der Homepage der EBA neben dem Risiko von Wertverlusten u. a. noch folgende Gefahren genannt: Digitale Taschendiebe: Die EBA berichtet, dass in manchen Fällen virtuelles Vermögen von mehr als einer Million Dollar durch Hackeraktionen verloren ging. Passwort vergessen – Game Over: Ist das Passwort einmal vergessen, dann droht der Totalverlust des virtuellen Vermögens, denn es gibt keine zentralen Stellen mit Ansprechpartnern, wo Passwörter gespeichert sind oder neue vergeben werden können. Falsche Buchungen können kaum mehr rückgängig gemacht werden und darüber hinaus

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28.01.2014: US-Behörden verhaften Charlie Shrem, Chef der BitCoin-Börse BitInstant:

Bitcoin-Netzwerk bestätigt wird. Es gibt keine Kontonummern, die auf Personen oder Firmen lauten. Erhält jemand eine Gutschrift so wird dessen Kontonummer mittels Verschlüsselungsalgorithmus in die Block-Kette eingearbeitet. Die Lösung wäre deshalb, die Täter zu fassen, damit diese eine Rücküberweisung durchführen. Seitens der Hacker-Community unter Verdacht steht Mt. Gox-Chef, Mark Karpeles. Angeblich hätten Cyberangreifer Daten erbeutet, die belegen sollen, dass Karpeles einen Teil des verschwundenen Guthabens besitzt. Es gilt die Unschuldsvermutung. In der entdeckten Datei mit der Unternehmensbilanz werden angeblich 951.116 Bitcoins ausgewiesen. Mittlerweile hat ein US-Bundesrichter das in den USA befindliche Vermögen von Karpeles einfrieren lassen. 04.03.2014: Die kanadische Bitcoin-Plattform, Flexcoin stellt nach einer Hacker-Attacke ihren Betrieb ein.

Charlie Shrem war Vizepräsident der Bitcoin Foundation, einer Art Lobby-Gruppe für die virtuelle Währung. Der Vorwurf: Shrem soll einem Komplizen Krypto-Geld zur Verfügung gestellt haben, der unter dem Pseudonym „BTCKing“ Nutzern der Drogenseite Silk Road beim Geldwechsel in Bitcoin geholfen haben sollte. 06.02.2014: Apple hat die letzte in seinem App Store angebotene Bitcoin-Geldbörse namens Blockchain entfernt. Sie ermöglichte Zahlungsabwicklungen in Bitcoins. 09.02.2014: Russland will Einsatz von Bitcoins einschränken: Die Generalstaatsanwaltschaft verkündete, dass die Verwendung von Bitcoins als Parallel-Währung illegal sei. Konkrete Maßnahmen zur Einschränkung der Bitcoins sind in Ausarbeitung. Russische Politiker äußerten bereits Bedenken bezüglich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. 28.02.2014: Die Bitcoin-Börse Mt. Gox schlittert in die Insolvenz: Hacker nutzten eine Sicherheitslücke des Handelsplatzes. Insgesamt sind nach Angaben von Mt. Gox ca. 850.000 Bitcoins verschwunden oder gestohlen worden, davon ca. 750.000 aus Einlagen von Kunden. Das entsprach einer Wertvernichtung von 473 Millionen US-Dollar. 127.000 Kunden sind betroffen und eine Rückabwicklung nicht möglich, denn jede Transaktion ist eine Veränderung der Block-Kette, die von allen Computern im

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06.03.2014: Die Chefin der Bitcoin-Handelsplattform, First Meta, wurde in Singapur tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Es war kein natürlicher Tod. Angesichts der jüngsten Bitcoin-Turbulenzen kann hier von mysteriösen Umständen gesprochen werden.

Conclusio: ähnliche Zustände wie bei der Tulpenspekulation 1637 Wer online Zahlungen abwickeln möchte, hat PayPal, Visa etc. und muss das Rad nicht neu erfinden. Die totale Anonymität brauchen nur diejenigen, die etwas zu verbergen haben. Wer integer ist und nichts zu verbergen hat, hat in

Preisindex Tulpen 1636–37 12. Dez

der Bitcoin-Szene nichts verloren. Wer hingegen in der Hoffnung auf die Megagewinne mit Bitcoins spekuliert, braucht sich nicht wundern, wenn beispielsweise durch Hackerattacken über Nacht der ganze Kapitaleinsatz weg ist. Bitcoins sind teils eine moderne Neuauflage der Tulpenspekulation des 17. Jahrhunderts. Am Beginn des 17. Jahrhunderts galten in den Niederlanden Tulpen in den Gärten der Oberschicht als eine Art Statussymbol. Zwar konnte theoretisch jeder Tulpen züchten. Doch dies erforderte ein gewisses Know How und man musste sich damit abfinden, dass Tulpenzwiebeln nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Doch eine kleine Gruppe von mehreren hundert Drahtziehern witterte das Megageschäft und so wurden laufende Tulpenauktionen organisiert. Ca. 300 Personen waren an der Tulpenspekulation involviert, wobei die meisten Beteiligten namentlich nachweisbar und untereinander stark vernetzt waren. Dabei kamen bereits Derivate auf Tulpenzwiebeln zum Einsatz. Das Tulpenfieber setzte 1633 ein und erreichte im Jänner 1637 seinen Höhepunkt. Von 1634 bis zum Höchststand stiegen die Preise für manche Sorten sogar um das 50 bis 100Fache. Für eine Tulpenzwiebel wurde damals in den Niederlanden der Gegenwert eines luxuriösen Hauses gezahlt. Jeder spekulierte auf den noch größeren Narren, der bereit wäre, für die Tulpenzwiebeln noch mehr zu bezahlen, bis am 3. Februar 1637 bei einer Auktion in Haarlem auf einmal die Nachfrage aussetzte. Plötzlich brach Panik aus und binnen weniger Monate verloren die Tulpen wieder 95% an Wert. Ein ähnliches Ende droht auch bei der BitcoinSpekulation an der ebenfalls nur eine kleine „Insiderclique“ profitierte.

KOMMENTAR

ist das Bitcoin-Netzwerk besonders attraktiv für Kriminelle, die ihre Machenschaften verschleiern. Werden aufgrund von Ermittlungen Handels-Plattformen geschlossen, dann sind auch unschuldige Marktteilnehmer davon mitbetroffen. Gewinne aus Bitcoins sind grundsätzlich steuerpflichtig. Wer sie nicht anführt, begeht Steuerhinterziehung.

3. Feb 5. Feb 9. Feb

25. Nov 1. Dez

12. Nov

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KOMMENTAR

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Wirtschaft und Strafrecht Dr. Helmut Tenschert, Geschäftsführer Gesellschafter Consultor Versicherungsservice und Wirtschaftsberatung GmbH

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orruptionsstaatsanwaltschaft und Finanzpolizei, das sind für uns noch weitgehend unbekannte Begriffe, mit denen wir uns in naher Zukunft intensiver auseinandersetzen werden müssen. Es ist üblich geworden, wirtschaftliche Aktivitäten unter strafrechtlichen Aspekten kritisch zu beäugen. Die neuen Rechtsgrundlagen sind als Task-Force gegen Wirtschaftskriminalität geschaffen worden und werden konsequent eingesetzt. Von manchen erwünscht, andere reden von einer zunehmenden Kriminalisierung der Wirtschaft. Beinahe schon regelmäßig wird vor der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen wegen behaupteter Managementfehler Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen „Untreue“ des Organs gegenüber dem eigenen Unternehmen erstattet. Nicht selten führt das nach Vorerhebungen und Voruntersuchungen zu einer Anklage nach § 153 StGB, dem Untreuedelikt. In diesen Fällen gilt es, den Beschuldigten von der ersten Sekunde an mit allen juristischen Mitteln effizient zu vertreten, um nach Möglichkeit die Einleitung eines solchen Strafverfahrens zu verhindern. Das erfordert eine Vernetzung von Rechtsbeistand durch geeignete Anwaltskanzleien, spezifisch tätigen Sachverständigen und Kommunikationsprofis. Eine komplexe, aber auch kostenintensive Aufgabe.

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Der freie Berater im Auftrag des Kunden, ist der ideale Ansprechpartner, um Firmenchefs und leitende Manager in Richtung einer Absicherung zu informieren und mit punktgenau entwickelten Konzepten auszustatten. Die Tarifwelt der anbietenden Versicherungsgesellschaften kennt solche Lösungen nur in Ausnahmefällen. Weder von den Versicherungssummen her, noch von Seite der Produktinhalte erfüllen sie meist die hohen Anforderungen, die eine leistungsfähige Unterstützung sicherstellen können. Es braucht individuelle Deckungskonzeptionen, die allen denkbaren Hilfestellungen Rechnung tragen und die Übernahme der daraus resultierenden, erheblichen Kosten garantieren. In solchen existentiell bedrohlichen Situationen darf nichts unversucht bleiben, um die im Fokus der Gerichte und Behörden stehende Führungspersönlichkeit von weitreichendem Schaden zu bewahren. Abgesehen von der kaum vorstellbaren psychischen Belastung geht es auch noch um die Abwendung der privaten Insolvenz. Also ein echtes Katastrophenszenario. Ein Schadenereignis, das ohne spezielle Versicherungslösung für den einzelnen gar nicht zu bewältigen ist. Jeder denkt dabei sofort an notwendige Vermögensschadenhaftpflicht und D&OVersicherungen, die in der Lage sind, durch die Abwehr gestellter Schadenersatzansprü-

che, Sicherheit zu geben. Viel zu wenig wird aber berücksichtigt, dass im Vorfeld der Auseinandersetzung um zivilrechtliche Forderungen ein Strafrechtsvorwurf steht. Die erste Konfrontation findet vor dem Strafrichter im Strafprozess statt. Die erfolgreiche Bewältigung dieses Verfahrens stellt eine unbedingte Voraussetzung für weiteres erfolgversprechendes Agieren des beauftragten Rechtsanwaltes dar. Kurz gesagt, ohne maßgeschneiderte Strafrechtsschutzversicherung entsteht eine große Deckungslücke. Die Verbindung strafrechtlicher und zivilrechtlicher Absicherung ist das Gebot der Stunde. Diese Herausforderung richtet sich in erster Linie an den Versicherungsmakler, nicht zuletzt auch aus Haftungsgründen. Eine Aufklärung der Unternehmensleiter über das immer schärfer werdende Geschäftsführerrisiko ist ganz sicher eine Aufgabe für den im Kundenauftrag tätigen freien Berater. Viel mehr aber noch eine perfekte Möglichkeit die eigene Kompetenz nachhaltig unter Beweis zu stellen. Wenn aus gutem Grund der richtigen Versicherung für die Unternehmen Bedeutung zugemessen wird, dann sollte das doch zumindest im gleichen Ausmaß auch für die Chefs dieser Betriebe gelten. Im Interesse aller. Dr. Helmut Tenschert

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KOMMENTAR

Allianz Assistance Hilft dort, wo andere aussteigen. Sofort und rund um die Uhr! Fragen Sie Ihren Maklerbetreuer!

Bernhard Pichler – Makler-Center Salzburg

Unser Anspruch: höchste Qualität für unsere Vertriebspartner! Ihre Rückmeldungen, auf die wir stolz sind: 1. Platz im Weiterbildungsangebot: Wir sind stolz auf unsere Top Partner- und BAV-Akademie und informieren Sie gerne. 1. Platz in der BAV: Wir sind der Partner in diesem stark wachsenden Bereich und werden das auch weiterhin bleiben. 1. Platz in der Technischen Versicherung: Ein klarer Auftrag, den Vorsprung zu halten und auszubauen.

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Hoffentlich Allianz.

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Im Land der Mostbarone von Micky Klemsch Die niederösterreichische Region südlich der Donau ist allemal einen Urlaub oder einen Wochenendausflug wert. Zum Schifahren im Winter oder Wandern oder Radeln im Sommer. Im Mittelpunkt steht aber immer mehr der Genuss, verbunden mit dem Kultgetränk, daß dieser Region seinen Namen gab.

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ahlreiche Lebensmittel beziehen sich schon im Namen auf ihre Ursprungsregion: Emmentaler Käse, Champagner oder Schwarzwälder Schinken. Nur wenige Regionen tragen aber den Namen eines Lebens- oder vielmehr Genussmittels. Das Most- und das Weinviertel, zwei Regionen in Niederösterreich zählen dazu. Interessanterweise tragen die Vierteln ja nichteinmal den Namen von Früchten, die dort wachsen (Weintrauben oder Äpfel/ Birnen), sondern den Namen des veredelten Genussmittels. Während man sich bei den feinen Leuten immer schon Wein einschenkte, waren die alkoholischen Getränke, die aus Äpfeln oder Birnen vergoren wurden über Jahrhunderte das Berauschungsgetränk der armen Leute. Der Name Viez, wie er heute in den westlichsten Teilen Deutschlands für Apfelwein

verwendet wird, steht historisch sogar für Vize, also den Stellvertreter oder zweitbesten Wein. Dem war auch in England so, wo die Äpfel vor allem in der südwestlichen Region Somerset zu Cider vergoren werden. Jahrhundertelang fristete der angelsächsische Apfelwein das Dasein des billigen Gesöffs, in vielen Köpfen ist Cider noch heute mit dem ersten jugendlichen Rausch verbunden, denn das Getränk war nicht nur billig und leicht verfügbar: Im Gegensatz zu säuerlichem Wein und bitterem Bier hatte Cider die vertrauten süssen Aromen des Apfelsaftes. Spuren von vergorenen Obstweinen gehen bis auf die Zeit der Kelten zurück, schon damals soll Most beliebt gewesen sein und hat seitdem feste Wurzeln in der heimischen Tradition geschlagen. Aus heimischen Früchten, wie Äpfel und Birnen, war er in Österreich stets gut anbaubar und erhältlich – besonders

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diese Regionalität überzeugt noch heute. Im Herbst geerntet, im Winter gereift, findet der frische Most ab April wieder Einzug in die Gläser der Geniesser. Dabei kann sowohl der Kenner als auch der Laie) geschmackliche Unterschiede nicht nur zwischen Apfel und Birne feststellen, sondern auch feine Übergänge von trocken bis lieblich erkennen. Getrunken wird er jedoch nur als „Junger“, also in den ersten beiden Jahren und dann stilsicher aus dem Weißweinglas.

Salon des Mostes Inmitten der Mostfestwochen von Ende März bis Ende April kann man den Weg durch die hügelige Landschaft des Mostviertels auch zur Schallaburg finden. Unweit von Melk an der Donau findet dort am Sonntag, dem 13.April 2014 zum zweiten Mal der Salon

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des Mostes statt. Über 30 Obstbauern und Veredler präsentieren ihre handwerklich produzierten Moste zum Verkosten und Kauf. Auch internationale Aussteller aus Irland, Frankreich, Italien, Tschechien oder Deutschland präsentieren ihre vergorenen Apfel- und Birnenmoste. Dazu gibt es regionale und saisonale Schmankerln (wir empfehlen den Feuerfleck mit Speck), die den Verkoster nicht hungrig davonziehen lassen. Auffallend zeigen sich die Mostviertler Produzenten mit ihren volkstümlichen Trachten: Die Männer mit den roten Westen und den breiten schwarzen Hüten mit roter Schleife und Adlerflaum sind die Mostbarone. Schon im 19.Jahrhundert, als der Most der Region Wohlstand und Ansehen gebracht hatte, nannte man so die Herren der mächtigen Vierkanthöfe. Gemeinsam haben sie einen Schwur abgelegt: Die Kultur rund um den vergorenen Birnenmost zu fördern und weiterzuentwickeln.

In Küche und Schnapsglas Einer dieser Mostbarone ist auch Josef Farthofer, der mit seiner Partnerin Doris Hausberger die Mostelleria in Öhling bei Amstetten führt. In dem bereits 1874 errichteten Gebäude mit angeschlossenem Produktionsbetrieb und Schaubrennerei sind neugierige Gäste immer herzlich willkommen. Bei Veranstaltungen und geführten Touren zeigt Doris – als ausgebildete Most- und Edelbrandsommeliere – die Genusswelt von Most und anderen veredelten Obstprodukten. Ihr Mostello ist eine ausgewogene Mischung aus Birnenmost und Edeldestillat und besticht vor allem als

Aperitiv. Weltruf erlangte dieser Betrieb aus dem Mostviertel allerdings mit einem ganz anderen Produkt: Der Wodka aus der O-Serie (O steht für Organic, weil bei den Farthofers alles in Bio-Qualität produziert wird) wurde 2012 in London zum weltbesten Wodka prämiert. Seitdem findet man Destillate aus dem Mostviertel in den angesagtesten Bars der Welt. Spitzenköche wie Robert Letz vom prämierten Schlosspark Mauerbach setzen tolle Mostprodukte bereits in ihrer Küche ein. In pikanten Gerichten, wie auch in süssen Kompositionen. Ich für meinen Teil wende mich nun den Topfenknödeln auf Birnenmost-Hollunderragout zu. Prost und Guten Appetit!

www.moststrasse.att www.mostelleria.at

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Die Fragen vo

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Gibt es heuer ein neues Prod ukt im Bereich Bedingungen er RS, oder werde weitert, Decku n ngssummen er die Einführung höht, oder ist eines Selbstbe haltes geplant? Mediation ist in manchen Rech tsstreitigkeiten vorgeschrieben, gesetzlich was bieten Sie Ihren KundenIn Richtung? nen in diese

Alles W Sicher?

Wie ist aus Ihre r Sicht die Entw icklung der Stre Österreich? itkultu

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ir haben die am Markt führenden Versicherungsunternehmen im Bereich Rechtsschutzversicherung zu einer Umfragen eingeladen. Denn die Streitfreudigkeit der Österreicher nimmt jährlich zu. Lesen Sie hier die Antworten auf unsere Fragen.

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UMFRAGE

Robert Svoboda, Market Management Privatkunden Allianz Versicherung

Im Bereich Rechtsschutz haben wir unsere Produktpalette um viele interessante Features 2013 erweitert bzw. erneuert: Wir bieten z. B. die Möglichkeit, die Deckungssumme auf das Dreifache zu erhöhen, einen erweiterten Patientenschutz, eine VermögensveranlagungsRechtsschutzdeckung sowie eine weltweite Deckung nach Unfällen mit Personenschäden

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auf Reisen. Eine Einführung eines generellen Selbstbehaltes ist derzeit kein Thema.

Familienrechtsschutz automatisch inkludiert.

In unseren Produkten ist die Mediation in den Bereichen Schadenersatz-, ArbeitsgerichtsRechtschutz, im Allgemeinen VertragsRechtsschutz, im Rechtsschutz für Grundstückseigentum und Miete sowie im Erb- und

Wir sehen, dass die Bereitschaft, einen Streit mit der Unterstützung eines Anwalts zu schlichten bzw. auch vor Gericht auszufechten, im Steigen begriffen ist.

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Ing. Roman Pfisterer, Donau Versicherung AG

Eine umfangreiche Überarbeitung und Erweiterung erfuhren kürzlich die Rechtsschutz-Produkte SicherZumRecht, für Privat- sowie Firmenkunden. Mit der Überarbeitung des Tarifes im Unternehmensbereich haben wir insbesondere für KMU und jetzt neu auch für Vereine zahlreiche Neuerungen eingeführt, die die optimale Absicherung im Rechtsschutzbereich ermöglichen. Viele neue Elemente im bereits bewährten Bausteinsystem bieten nun attraktive Wahlmöglichkeiten zum Rechtsschutz, darunter:

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• Komplett-Straf-Rechtsschutz (wahlweise mit doppelter Versicherungssumme) • Rechtsschutz für Grundstückseigentum und Miete • Rechtsschutz für Lebensmittelgegenprobe • Gutachten-Rechtsschutz • Versicherungsvertrags-Rechtsschutz für den Betriebsbereich • Umfassende Pakete für den Privatbereich von Geschäftsführern • Möglichkeit, zusätzliche Geschäftsführer auch privat zu versichern • Servicepaket „Check & Cash“

In unserem RS-Produkt SicherZumRecht ist als Ergänzung eine Kostenübernahme für außergerichtliche Konfliktlösung durch Mediation bzw. Diversion, sowohl für Privat- als auch Firmenkunden vorgesehen.

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In wirtschaftlich nicht besonders guten Zeiten beobachten wir eine verstärkte Inanspruchnahme der Rechtsschutzversicherung.

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Dr. Matthias Effinger, ARAG Se Direktion f. Österreich

Unser Schwerpunkt der Tarifentwicklung liegt im Jahr 2014 im Betriebs-Rechtsschutz. Als brandneue Serviceleistung der ARAG steht in allen Varianten des neuen Tarifs das Forderungsmanagement zur Verfügung. Dies beinhaltet neben dem außergerichtlichen Inkasso nunmehr auch das gerichtliche Inkasso bis zu einer Streitwertobergrenze von € 5.000,-. Dies über den bewährten Kooperationspartner KSV 1870. Besonderes Highlight: keine Begrenzung der Inkassofälle! Nicht nur neue Serviceleistungen kennzeichnen den neuen Tarif, auch wurde die Struktur neu gestaltet und der Betriebs-RS in neue inhaltliche Module gegossen. Analog zum Privat-Rechtsschutz haben wir auch im Betriebs-Rechtsschutz die dreistufige Struktur BASIS – KOMFORT- PREMIUM eingeführt. Mit dem BASIS-Schutz wurde ein „echtes Einstiegsprodukt“ für Neugründer und Kleinstunternehmer geschaffen. Neben Grunddeckungen, wie dem Schadenersatz- und Straf-Rechtsschutz für Fahrlässigkeitsdelikte steht das neue Forderungsmanagement im Vordergrund. Ebenso neu mitversichert gilt der Lenker-Rechtsschutz für den Firmeninhaber und die Beschäftigten des versicherten Unternehmens. Der neue KOMFORT-Schutz ist am ehesten mit dem aus dem Tarif 2013 bekannten Betriebs-RS inkl. „Strafverfahren für Vorsatzdelikte und Ermittlungs-Straf-RS“ vergleichbar.

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Dieser bietet eine „breite Deckung“ ohne Allgemeinem Vertrags-RS im Betriebsbereich, natürlich aber inkl. Forderungsmanagement und Lenker-Rechtsschutz. Der PREMIUM-Schutz wurde nicht nur um die außergerichtlichen SV-Gutachten im Strafverfahren erweitert. Es ist hier besonders hervorzuheben, dass der PREMIUMSchutz noch um mehrere Module erweitert werden kann. Vor allem die Erhöhung der Versicherungssumme auf € 350.000,-- im Straf-RS ist hier zu erwähnen. Parallel zur Summenerhöhung gilt die Vorausdeckung für Vorsatzdelikte als mitversichert. Im Modul Allgemeiner Vertrags-Rechtsschutz im Betriebsbereich wurde neu das gerichtliche Inkasso unbestrittener Forderungen integriert und mitversichert. Neu ist die Wahlfreiheit für die genannten Geschäftsführer oder Gesellschafter, den Privatbereich aus dem Privat-RS BASISKOMFORT oder PREMIUM mit begünstigten Prämien zu wählen. Neu ist auch die Möglichkeit, ab 3 Fahrzeugen die Bestandsklausel mit begünstigten Prämien für die Fahrzeuge des Unternehmens zu vereinbaren. Unabhängig von diesen neuen tariflichen Möglichkeiten werden wir auch im Underwriting sehr flexibel auf die Bedarfe der Makler in den Angebotsanfragen eingehen und uns damit verstärkt im betrieblichen Segment im Österreichischen Markt wieder zu Wort melden.

Generell gibt es in Österreich die Mediation als Möglichkeit der außergerichtlichen Streitbeilegung schon seit über 10 Jahren. ARAG Österreich hat diese Möglichkeit schon seit 2003 in den Bedingungen und Produkten implementiert. Der neue §433a ZPO hält die rechtliche Möglichkeit fest, aus einer freiwilligen und selbstbestimmten Vereinbarung (win-win Situation einer Mediationsvereinbarung) einen exekutierbaren Vergleich zu machen. Dies ist nicht nur sinnvoll in Familienrechts- oder Nachbarschaftsstreitigkeiten, sondern auch in langfristigen Geschäftsbeziehungen. In der täglichen Schadenpraxis sehen wir aktuell eine Zunahme von Mediationsverfahren und viele unserer Kunden nehmen von dieser Möglichkeit Gebrauch.

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Es wird deutlich mehr geklagt als noch vor einigen Jahren. Einige Bereiche betrifft das besonders. Dauerbrenner ist der allgemeine Vertragsrechtsschutz, es gibt sehr viele Bagatellstreitigkeiten. In letzter Zeit wird, in der Tat krisenbedingt, der Arbeitsrechtsschutz intensiver nachgefragt. Wir hatten auch in einigen Randbereichen, Brustimplantate zum Beispiel, einige Klagen.

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UMFRAGE

Mag. Ingo Kaufmann, Vorstand D.A.S. Rechtsschutz AG

Einen Schwerpunkt setzen wir heuer im Bereich unseres Rechtsdienstleistungsangebots. Hier werden wir unser Service und die Leistungserbringung weiter professionalisieren. Im Zuge dessen werden wir auch unser bestehendes Produktangebot für Firmen und Private neu bewerten und aktualisieren. Daneben investieren wir bewusst in das individuelle Underwriting im Firmengeschäft. Grundsätzlich bieten wir Rechtsschutz ohne Selbstbehalt an. Auf Wunsch des Kunden kann jedoch gegen eine Prämienreduktion ein Selbstbehalt vereinbart werden. Dieser ist im Privat- und Firmen-Rechtsschutz unterschiedlich hoch und entfällt dann, wenn der Kunde einen von uns empfohlenen Anwalt wählt.

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Wir erachten Mediation als eine besonders effektive außergerichtliche Konfliktlösung. Aus diesem Grund haben wir diese Methode der Streitbeilegung bereits vor mehr als 10 Jahren als erste Rechtsschutzversicherung in unser Angebot aufgenommen. Dabei übernimmt

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die D.A.S. die Kosten außergerichtlicher Konfliktlösung durch Mediation bis 2% der Versicherungssumme im ArbeitsgerichtsRechtsschutz, im Grundstücks- und Mietrechtsschutz, im Rechtsschutz für Erbrecht sowie bei Streitigkeiten im Familienrecht inklusive Scheidungsmediation. In Rechtsschutzbausteinen, in denen Mediation bedingungsgemäß nicht abgedeckt ist, prüfen wir in geeigneten Fällen ebenfalls die Anwendung und Kostenübernahme einer Mediation zur Vermeidung von Gerichtsverfahren. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden eine kostenlose Mediationsberatung an, die über das Wesen des Mediationsverfahrens bis zum Abschluss des Mediationsvertrages aufklärt.

lich abgeschlossenen Schadenfälle. Daraus schließen wir, dass der unbedingte Weg vor Gericht in der österreichischen „Streitkultur“ an Bedeutung verliert. Dafür rücken außergerichtliche Konfliktlösungen in den Vordergrund. Das bestätigen auch unsere juristischen Mitarbeiter, die vermehrt gerade in Fällen mit geringeren Streitwerten eine hausinterne außergerichtliche Schadenabwicklung für unsere Kunden übernehmen. Demgegenüber steht die Entwicklung der Schadenfälle aus gescheiterten Veranlagungsgeschäften. Hier kam es in den vergangenen Jahren zu einer erheblichen Anzahl an gerichtlichen Auseinandersetzungen, die nicht nur die gesamte Branche, sondern auch die Justiz belasten.

Aus Rechtsschutzversicherungssicht registrieren wir eine stabile Schadenentwicklung – sowohl die Frequenz als auch den Aufwand betreffend. Vergleicht man das Verhältnis von außergerichtlich zu gerichtlich erledigten Fällen, verzeichnen wir in den letzten Jahren eine Verschiebung in Richtung der außergericht-

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Walter Kupec, Vorstand Generali Versicherung

Die Generali hat den neuen RS Tarif 2014 bereits am 5.12.2013 eingeführt. Die neue Versicherungssumme beträgt nunmehr EUR 84.000,- bzw. gegen Prämienzuschlag EUR 125.000,-. Im Privatbereich haben wir den Pflegegeld-RS eingeführt: Mit diesem Zusatzmodul werden die rechtlichen Interessen unserer Versicherungsnehmer in gerichtlichen Verfahren vor österreichischen Gerichten über Zuerkennung/Höhe des Pflegegeldes nach dem Bundespflegegeldgesetz wahrgenommen. Um insbesondere auch das Pflegeinteresse von Eltern und Großeltern abzusichern wurde der versicherte Personenkreis erweitert: Versicherungsschutz haben im Pflegegeld-RS nicht nur der Versicherungsnehmer, sein in häuslicher Gemeinschaft mit ihm lebender Ehegatte oder Lebensgefährte und deren minderjährige Kinder, sondern neu auch die Eltern und Großeltern des Versicherungsnehmers und des Ehegatten/Lebensgefährten. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass unser

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Versicherungsnehmer bzw. Ehepartner/Lebensgefährte das Pflegegeld für die Eltern/ Großeltern beantragt hat und sich die Angehörigen in häuslicher Pflege befinden. In Fällen der außergerichtlichen Konfliktlösung durch Mediation trägt die Generali Versicherung im Rahmen ihres Rechtsschutzangebotes, sowohl die auf den Versicherungsnehmer entfallenden Kosten des Mediators wie auch die Kosten der Verfassung der abschließenden Mediationsvereinbarung.

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Grundsätzlich meiden die „Österreicher“ gerichtliche Auseinandersetzungen und sind weit weniger streitbar als landläufig behauptet wird. Wenn etwa der Schädiger haftpflichtversichert ist, werden die meisten Schadenfälle direkt mit den Versicherungsprofis erledigt. Anders aber, wenn es um unversicherte Streitfälle geht, da ist es schon schwieriger, zu seinem Recht zu kommen, und man braucht als Geschädigter

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meist doch anwaltliche Unterstützung, v. a. den „finanziellen Atem“ um einen teuren Prozess führen zu können. Wenn man gar der Strafgerichtsbarkeit gegenübersteht, sowohl im Verwaltungsstrafverfahren oder vor Gericht, braucht man jedenfalls einen Anwalt. Da schützt eine RS Versicherung alle, die nicht wegen eines vorsätzlichen Deliktes verurteilt werden, d. h. ohne böse Absicht oder unschuldig vor den Strafrichter kommen. Fazit: Recht haben und Recht bekommen ist nicht immer das Gleiche! Auch wer nicht streiten will, kann einer rechtlichen Auseinandersetzung nicht immer aus dem Wege gehen und Recht zu bekommen kann manchmal auch teuer werden.

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Mag. Ludwig Strobl, Vertriebsdirektor Roland Rechtschutz

2013 hatte ROLAND einen komplett neuen Tarif eingeführt mit der höchsten Standarddeckungssumme von € 250.000,-Dieser Tarif beinhaltet viele neue und überarbeitete Produkte wie zB der Best-Ager-Rechtsschutz für die ältere Generation oder der Business-Rechtsschutz. Wir haben sich auch vom prozentuellen Selbstbehalt verabschiedet (der im Leistungsfall oft empfindlich hoch sein kann) und bietet nur mehr ohne Selbstbehalt oder Fix-

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Selbstbehalte an, im Privatbereich vom € 150,- und im Firmenbereich von fix € 250,-. Dieser Fix-Selbstbehalt von € 250,- gilt auch für den Firmen-Vertrags-Rechtsschutz. 2014 ist eine Überarbeitung des Bedingungswerkes zum Universal-Straf-Rechtsschutz für Unternehmen, geplant. Die Präsenzmediation haben wir, wie andere Mitbewerber auch schon länger in den Rechtsschutzbedingungen vom Versicherungsschutz umfasst. Seit einem Jahr bieten wir darüber hinaus als einziger Anbieter auch noch die telefonische Mediation die sogenannte telefonische Kon-

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fliktlösungsunterstützung kurz: KLU genannt an. Dies bietet dem Kunden zusätzlich die Möglichkeit, einen möglichen Rechtsstreit gütlich, stressfrei und kostengünstig innerhalb kürzester Zeit am Telefon zu beenden. Man spürt sehr deutlich, dass die Streitkultur in Österreich zugenommen hat, und zwar in allen Bereichen. Allem voran im Verkehrsbereich, bei Nachbarschaftsangelegenheiten, arbeitsrechtlichen Angelegenheiten oder Erbstreitigkeiten. Deswegen nimmt die Nachfrage an Rechtsschutz immer mehr zu.

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Rudolf Böck, Bereichsleiter Rechtsschutzversicherung UNIQA Österreich

Ja, im Jänner 2014 hat UNIQA das neue Privat-Rechtsschutzprodukt „Recht & Vertreten“ lanciert, das es nunmehr in den drei Varianten Kompakt, Optimal und Premium gibt. Highlights des neuen Produktes: die Versicherungssumme wurde von 120.000 auf 130.000 Euro angehoben. Außerdem wurde der Deckungsumfang um folgende Bausteine erweitert: Patienten- und VerfügungsRechtsschutz, Eltern und Kinder in fremder Pflege, Lenker-Vertrags-Rechtsschutz sowie Schadenersatz- und Straf-Rechtsschutz für selbstständig nebenberuflich ausgeübte Tätigkeiten.

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Zudem wurde der maximale Kostenersatz für Mediation von 1 auf 3 Prozent der Versicherungssumme angehoben. Für Co-Mediation stehen im neuen Tarif maximal fünf Prozent der Versicherungssumme zur Verfügung. Im privaten Bereich werden UNIQA Rechtsschutzversicherungen generell ohne Selbstbehalt angeboten. Zu den am häufigsten in Anspruch genommenen Leistungen zählen bei UNIQA: Allgemeiner Vertrags-Rechtsschutz, FahrzeugRechtsschutz sowie Schadenersatz- und Straf-Rechtsschutz. Wie oben erwähnt, wurde der maximale Kostenersatz für Mediation deutlich angehoben. Mediation kann bei Streitigkeiten im Arbeitsrecht,

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im Grundstückseigentum und Mietrecht sowie im Erb- und Familienrecht in Anspruch genommen werden. Das allgemeine Rechtsbewusstsein ist sicher gestiegen. Kunden, die im Fall der Fälle auf eine Rechtsschutzversicherung zurückgreifen können, erwarten, dass Ihnen ein Rechtsanwalt zur Seite gestellt wird. Mediation wird nach unseren Erfahrungen dabei weniger in Anspruch genommen, obwohl das in bestimmten Fällen eine gute Möglichkeit wäre, einen Streit schnell und unkompliziert, ohne Gerichtsprozess zu lösen.

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KR Gerhard Heine, Leitung Alternativer Vertrieb Wiener Städtische Versicherung

Mit Anfang 2014 haben wir unsere Rechtsschutzversicherungen mit einer neuen Regeldeckungssumme von EUR 70.000,-- ausgestattet, die jederzeit auf EUR 140.000 verdoppelt werden kann. Um den Ansprüchen des Marktes nach besonders hohen Versicherungssummen entgegenzukommen haben wir außerdem eine weitere Erhöhungsvariante in unser Produktportfolio aufgenommen, die eine Versicherungssumme von EUR 200.000,-zur Verfügung stellt. Die bewährte inhaltliche Qualität unserer bestehenden Rechtsschutzversicherungslösungen wird dabei voll beibehalten.

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Die Mediation ist fixer Bestandteil unserer Allgemeinen Rechtsschutzversicherungsbedingungen und wird bereits grundsätzlich im Artikel 6 Pkt. 8 entsprechend festgehalten - hier kurz ein Auszug der Deckung für Mediation: In Fällen einer Mediation, die ab der 2. Mediationssitzung auf den Versicherungsnehmer entfallenden Honorarkosten des

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eingetragenen Mediators und die Kosten der Verfassung der abschließenden Mediationsvereinbarung (§ 17 Abs. 2 ZivMediatG) bis maximal 2% der Versicherungssumme. Sind auch nicht versicherte Personen als Partei am Mediationsverfahren beteiligt, trägt der Versicherer die Kosten anteilig im Verhältnis versicherter zu nicht versicherten Personen. Scheitert die Mediation und verlangt der Versicherungsnehmer Deckung für die Vertretung vor Gericht oder einer Verwaltungsbehörde, zahlt der Versicherer die Kosten für maximal drei zweistündige Mediationssitzungen. Die Versicherungsleistung für Mediation erstreckt sich nicht auf Kosten beigezogener Sachverständiger sowie Kosten der Verfassung formalrechtlich wirksamer Schriftsätze, Vereinbarungen und Behördeneingaben, wie von Dienstverträgen, Mietverträgen, Grenzberichtigungsanträgen, Servitutsverträgen etc. Wir bieten die Mediation explizit in den Deckungsbausteinen Arbeitsgerichts-RS; Haus- und Wohnungs-RS; Familien-RS und Erb-RS an.

Grundsätzlich ist ein erhöhter Bedarf an Beratung, Rechtssicherheit und ein leichter Anstieg der „Streitfälle“ zu erkennen. Aus unserer Sicht wird durch die Vielfalt der Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu treten (e-mail, Facebook, Messenger,...) auch gleichzeitig das Feld der potenziellen Möglichkeiten „zu streiten“ erhöht. Ein weiterer Aspekt für die zu erkennende Steigerungen der Leistungsfälle könnte auch die Globalisierung des Handels - Stichwort: Interneteinkäufe - und der in diesem Zusammenhang stehenden Unsicherheit unserer Klienten sein. Wir versuchen daher, aktiv mit unseren Produkten unseren Kunden die Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu sichern.

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Mag. Raimund Wurm, Leitung Underwriting Rechtsschutz Zürich Versicherungs AG

Der Rechtsschutz ist eine sehr dynamische Sparte, die einem ständigen Wandel unterliegt. Zurich hat erst kürzlich die gesamte RechtsschutzProduktpalette überarbeitet. So wird nun beispielsweise der Spezialstraf-Rechtsschutz, der zuvor nur für Firmenkunden galt, auch Privatpersonen standardmäßig angeboten. PrivatkundInnen profitieren seither zudem vom Reise-, Anti-Stalking-, Herausgabe- und Patienten-Rechtsschutz sowie der Kostenübernahme außergerichtlicher Gutachten bei Versicherungsvertragsstreitigkeiten. Zusätzlich wurden auch die Versicherungssummen erhöht (wählbar zwischen 125.000 Euro bis 205.000 Euro). Prämienaffine KundInnen profitieren weiterhin von günstigeren Prämien, wenn Sie einen

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Selbstbehalt bei freier Anwaltswahl wählen. Dieser entfällt aber, wenn der Kunde im Leistungsfall einen Anwalt des Zurich-Partneranwaltsnetz beauftragt. Die Einführung von weiteren Selbstbehalten ist momentan kein Thema. Die Mediation hat vor allem in Österreich bei Weitem nie die Bedeutung erlangt, die man erwartet hätte. Das ist schade, vor allem wenn man sich vor Augen führt, wie langwierig und teuer Prozesse sein können. Bereiche, in denen es um zwischenmenschliche Beziehungen geht wie z.B. Erb-, Obsorge- und Nachbarschaftsstreitigkeiten münden oft in einem vom Richter angeregten Vergleich, mit dem meist keiner der Beteiligten zufrieden ist.

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Eine vorgelagerte Mediation ist stattdessen oft kostengünstiger und kann zu einem guten Ergebnis führen. Zurich übernimmt die auf die VersicherungsnehmerInnen entfallenden Kosten des Mediators und der Anfertigung einer abschließenden Mediationsvereinbarung bis insgesamt maximal EUR 2.500,-. Das Anspruchsdenken der Menschen steigt und die Bereitschaft, das eigene Recht durchzusetzen, wird zunehmend größer. In Krisenzeiten verstärken sich diese Trends und damit auch die Wertigkeit des Rechtsschutzes, was meines Erachtens das enorme Potenzial dieser Sparte unterstreicht.

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Willkommen, smarte, kluge Leserinnen und schöne Leser. Der Fall ist klar. Wir sind Retter und Opfer zugleich. Zwar sind wir als Retter nicht ausgebildet, aber gerade deswegen dürfen wir im Katastrophenfall aushelfen. Mit allen unseren Mitteln. Und das ist wortwörtlich gemeint. Ein Unternehmen – vorzugsweise eine Bank – muss nur groß genug sein, damit sie im Falle einer Krise vom Staat – also von uns - gerettet wird: TBTF nennt man das: „too big to fail“.

Die Krise im TV

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oo Big To Fail (2011) ist eine Verfilmung des gleichnamigen Sachbuches, eine Chronik der Finanzkrise. Der Film erzählt die Geschichte aus der Sicht der damals amtierenden obersten Finanzbeamten der Vereinigten Staaten: des Finanzministers Hank Paulson (William Hurt), des Notenbankchefs Ben Bernake (Paul Giamatti) und des Chefs der New Yorker Notenbank (und damaligen Finanzministers) Thimothy Geithner (Billy Cudrup). Im Zeitraum von Ende März bis Mitte Oktober 2008 steht die Finanzwelt Kopf, die Banken sind hochverschuldet. Richard Fuld (James Woods), Geschäftsführer der Pleitebank Lehman Brothers, versucht das Unternehmen zu retten, um die Weltwirtschaft vor der großen Krise zu bewahren. Gemeinsam mit dem Finanzminister, dem Chef der amerikanischen Notenbank, und anderen wichtigen Ökonomen sucht er verzweifelt nach einer privaten Lösung für die angeschlagene, hoch verschuldete Bank. Die Angst davor, Banken zu haben, die unfähig sind, Menschen Kredite zu gewähren, setzt alle unter nie dagewesenen Druck. Nichts Geringeres als die größte Finanzkrise aller Zeiten scheint zu drohen und neben der beruflichen Krise gerät auch das Privatleben der Protagonisten mehr und mehr unter Druck. Die Finanz- wird für manchen zur Lebenskrise.

Weltwirtschaftskrise 1929 Ein wenig haben wir schon gelernt aus den Ereignissen des dunkelsten Tages der Börsengeschichte. Damals am 25. Oktober 1929 dem sogenannten „schwarzen Freitag“ stürzten die Kurse ins Bodenlose und es folgte die schwerste Weltwirtschaftskrise des vergangenen Jahrhunderts. Auslöser dieser Bankenkrise waren Zahlungsschwierigkeiten

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der österreichischen Creditanstalt für Handel und Gewerbe, die im Mai 1931 die Schalter schließen musste. In der aktuellen Finanzmarktkrise ist man sich einig, dass es Finanzinstitute gibt, die nicht untergehen dürfen. Aufgrund ihrer schieren Größe genießen diese faktisch eine Staatsgarantie. Unternehmen, die „too big to fail“ sind, entziehen sich weitgehend der Disziplinierung durch die Marktkräfte. Dabei trägt der Staat – also wir alle - ein gigantisches

Nationalrat, Wettswil (Schweiz), in seiner Studie, veröffentlicht von Credit Suisse. Er meint weiter: Bankenregulierer haben das „Too big to fail“-Problem in der Finanzbranche unterschätzt. Allein in den USA summieren sich die versteckten Subventionen für Großbanken auf mehrere Milliarden Dollar pro Jahr und Institut. Der staatliche Schutz ist so attraktiv, dass Geldinstitute systematisch versucht haben, den „Too big to fail“-Status zu erreichen – die impliziten

Risiko, das in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Steuererträgen und Arbeitsplätzen bei Großbanken steht. Er ist eher als Denkanstoß (food for thought) für all jene gedacht, die sich wegen der Großrisiken der großen Finanzinstitute für unsere Volkswirtschaft Sorgen machen. Wer sich mit der Thematik beschäftigt stellt sehr rasch fest, dass eine Reduktion dieser Systemrisiken auch Folgen für die Realwirtschaft haben wird. Es bedarf deshalb großer Weitsicht und eine richtige Dosierung im Ausmaß und im zeitlichen Ablauf, die anstehenden Probleme anzugehen, denn eine falsche Regulierung kann zu Wettbewerbsverzerrungen und zu einer markanten Verteuerung der Finanzdienstleistungen führen, und damit ebenfalls beträchtliche volkswirtschaftliche Schäden verursachen, so Hans Kaufmann,

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Staatsgarantien waren eine zentrale Triebfeder für die vielen Fusionen und Übernahmen in der Branche seit den 90er-Jahren. Das „Too big to fail“–Problem wurde einfach unterschätzt. Gerät eine Großbank in Schieflage, haben die Steuerzahler keine andere Wahl, als ihr aus der Patsche helfen. Viele Ökonomen fürchten: Diese unausgesprochene Staatsgarantie führt dazu, dass sich Großbanken bewusst in riskantere Geschäfte stürzen – und so Krisen wahrscheinlicher werden. Mehr noch. Es mehren sich Indizien dafür, dass Großbanken die wirtschaftliche Stabilität eines Landes eher gefährden als sichern – weil sie den Staat de facto in Geiselhaft nehmen. Denn globale Geldkonzerne sind für Finanzsystem und Realwirtschaft so wichtig, dass sich keine Regierung erlauben kann, sie pleitegehen zu lassen. Die versteckten staatlichen Subventionen lieferten starke Anreize für Banken, größer zu werden. Aufgrund der asymmetrischen Staatsgarantien verändert sich das Risikoprofil von Banken allein dadurch, dass sie ihren Cash-Flow zusammenlegen. Genau diesen Effekt haben Elijah Brewer (De Paul University, Chicago) und Julapa Jagtiani (Federal Reserve Bank of Philadelphia) in einer separaten Studie empirisch nachgewiesen. Die beiden Forscher stellen fest: Zwischen 1991 und 2004 waren zahlreiche Fusionen von Banken in den Vereinigten Staaten dadurch motiviert, den „Too big to fail“-Status zu erreichen. Die Privilegien waren so viel wert, dass mittelgroße GeldTO BIG TO FAIL Als systemrelevant oder too big to fail (englisch: „Zu groß, um zu scheitern“) bezeichnet man Institutionen wie Staaten und deren Glieder, auch Banken, Konzerne, Massenmedien und ähnliche Organisationen, die so systemstabilisierend sind, dass ihr Ausfall die herrschende Hegemonie auflösen würde und die darum auch zu Lasten der Gemeinschaft gerettet werden. Als systemische Einrichtungen werden sie rechtzeitig von den Herrschenden Organisationen durch eine Staatsintervention (Bail-out) gerettet, um eine weiterreichende Gefahr für das System abzuwenden. (Wikipedia)

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institute erhebliche Preisaufschläge zahlten, wenn eine Übernahme sie über die Schwelle hievten, ab der sie TBTF-Status hatten. Als Schwellenwert für den „Too big to fail“Status zogen sie eine Bilanzsumme von 100 Milliarden Dollar heran. Aus den Bewertungsdifferenzen errechneten die Forscher den durchschnittlichen Wert der unausgesprochenen staatlichen Garantien für Großbanken. Ihre Schätzung ist atemberaubend: Die US-Regierung subventioniert jede Großbank im Jahr im Schnitt mit 4,7 Milliarden Dollar. Die Anzahl großer Finanzinstitute, deren Pleiten für einzelne Volkswirtschaften und das globale Finanzsystem dramatische Folgen hätten, ist im Verlaufe der Finanzkrise nochmals angestiegen. In der EU repräsentieren 22 Banken rund 60% aller Bankaktiva innerhalb der EU, und

in den USA dominieren heute 19 Institute den US-Finanzmarkt, wobei 4 Banken als Gewinner der Finanzmarktkrise noch nie erlebte Marktanteile bei den Kundengeldern, den Kreditkarten und den Hypotheken erobern konnten, obwohl auch diese Banken ihre Bilanzsummen (BS) merklich reduzierten (Bank of America BS Ende 2009: USD 2.223 Mrd., J.P. Morgan Chase BS USD 2.031 Mrd., Citigroup BS 1.856 Mrd.; Wells Fargo BS USD 1.239 Mrd.)

Realitäten lösen die alten Mythen ab Waren es in Europa vor der Krise 10 Finanzkonzerne mit einer Bilanzsumme, die das BIP ihres Sitzlandes überstieg, sind es heute 19. Vor 20 Jahren stellte sich der Marktanteil der 10 größten US-Banken an den Bankaktiva auf

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too complex to manage Der Kampf um Marktanteile, das Streben nach Skaleneffekte im Massengeschäft, aber auch die Abwicklung immer größeren Finanzierungsvolumina haben in den letzten Jahren zu zahlreichen Übernahmen und Fusionen im Finanzsektor geführt. Viele Transaktionen und eine kostengünstige Refinanzierung setzen eine gewisse Mindestgröße der Marktteilnehmer voraus. Der Begriff TBTF ist prägnant und griffig, aber irreführend. Auch Krisen, die durch den Zusammenbruch kleiner Banken ausgelöst wurden, haben in der Vergangenheit großen Schaden angerichtet und waren sehr gefährlich. So brachen beispielsweise während der großen Depression im Mittleren Westen der USA kleine Banken in Wellen zusammen, wodurch letztendlich nahezu die Hälfte aller US-Banken unterging. Diese Panik veranlasste Präsident Roosevelt, bei seiner Amtseinführung einen „bank holi-

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day“ zu verkünden: An diesem Bankfeiertag blieben sämtliche US-Banken geschlossen, sodass die starken Banken von den schwächeren getrennt werden konnten. In letzter Zeit gibt es Stimmen, wonach das eigentliche Problem nicht die Größe der Banken sei, sondern die Tatsache, dass Großbanken „too complex to manage“ seien. Während der Krise gerieten einige Unternehmensbereiche und Regionen unter erheblichen Druck, während sich andere als stabiler erwiesen und diversifizierten Konzernen zugutekamen. Auf diese Weise konnten zahlreiche „komplexe“ Institute Probleme vermeiden. Dagegen traten während der Krise einige der schwersten Verluste bei kleineren, weniger diversifizierten Banken wie Anglo Irish, Countrywide und Laiki Bank in Zypern auf – prozentual gesehen waren diese Ereignisse wesentlich schwerwiegender als die Verluste der großen, diversifizierten Gruppen. Banken zu verkleinern oder ihre Komplexität zu verringern mag wie eine nahe liegende, einfache Lösung aussehen, ist jedoch kein Instrument für den Umgang mit den oben genannten wichtigen Fällen. Solche Maßnahmen könnten die Dinge sogar noch schlimmer machen. Beispiel Spanien: Dort fungierten Großbanken in den letzten Jahren als wichtige Inseln der Stabilität und trugen dazu bei, die Auswirkungen der schweren Probleme der cajas – der kleineren Sparkassen – abzumildern.

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20 Prozent. Ende 2009 waren es 60 Prozent. Diese Monsterkonzerne sind mehrheitlich auf Geheiß der Regierungen entstanden, die gesunde Banken zur Übernahme von Pleitebanken zwangen. Doch bei politischen Entscheidungsträgern und Experten aus dem Privatsektor hat sich ein Meinungswandel vollzogen: TBTF wird derzeit langsam, aber mit gutem Grund zu Grabe getragen. Langsam lösen neue Realitäten die alten Mythen ab.

GRUNDSÄTZLICH Größe und Komplexität einer Bank sind nicht das eigentliche Problem für TBTF. Bail-in (schnelle Rekapitalisierung) bietet eine starke neue Option für den Umgang mit Bankenzusammenbrüchen; kann bereits heute in den USA eingesetzt werden, demnächst auch in Europa. Die Bankenfinanzierung passt sich bereits der neuen Realität des Risikos an. Grenzüberschreitende Problemfelder können durch entsprechende Strukturen und Anreize angegangen werden. Living Wills (Sanierungs- und Abwicklungspläne) müssen angepasst werden – in einigen Fällen auch die Bankstrukturen.

Bail-in Die Krise machte den Bedarf für eine neue Strategie deutlich, mit der eine angeschlagene Bank schnell und sicher und ohne Steuergelder abgewickelt werden kann. Im Laufe der letzten Jahre haben sich die politischen Entscheidungsträger auf einen einfachen Ansatz, den sogenannten „Bail-in“, verständigt. Die gute Nachricht ist, dass für den Bail-in in den USA keine neuen Gesetze erforderlich sind und dass in der EU – trotz eines komplexen Gesetzgebungsprozesses – hierfür soeben eine politische Einigung erzielt wurde. In den USA hat die Regierung die Abwicklungsbefugnisse der FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation / Einlagensicherungsfonds der Vereinigten Staaten) gestärkt. Im Krisenfall wird im Rahmen des Bail-in Fremdkapital in Eigenkapital umgewandelt, eine Technik, die der Sanierung nach Chapter 11 im US-Insolvenzrecht ähnelt. Dabei wird statt Steuergelder internes Unternehmenskapital verwendet, um Verluste aufzufangen und das Unternehmen zu rekapitalisieren. Ein solcher Bail-in beschleunigt die Abwicklung deutlich. Auf den heutigen schnelllebigen Märkten funktioniert eine monatelange juristische Verhandlung einfach nicht.

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Die Schlüsselelemente müssen während des „Abwicklungswochenendes“ ausgeführt werden, sodass die Märkte am Montag wieder funktionieren können. Ein Bail-in hält wesentliche Funktionen aufrecht, um eine übermäßige Ansteckung der Finanzmärkte oder der Realwirtschaft zu verhindern. Er vermeidet eine umfassende Liquidation, die wichtige Zahlungsfunktionen beeinträchtigen und im Falle einer schweren Krise enorme zerstörerische Kräfte entwickeln kann. Die US-Notenbank Fed hat angedeutet, dass sie in den nächsten Monaten Regeln veröffentlichen wird, mit denen Großbanken gezwungen werden, ausreichende Ressourcen – am richtigen Ort und mit der richtigen Laufzeit – vorzuhalten, um in Zukunft einen Bail-in unterstützen zu können. Die EU nimmt derzeit ähnliche Ausstattungsregeln in ihre Rechtsvorschriften auf sowie die Auflage, auf private Mittel zurückzugreifen, bevor staatliche Gelder oder Abwicklungsfonds in Anspruch genommen werden können. Um die TBTF-Problematik zu beenden, müssen die Abwicklungsinstrumente in jeder Situation greifen können. Wenn die erste Bank zusammenbricht, weiß niemand, ob dies ein einmaliges Problem oder der Beginn einer allgemeinen Bankenkrise ist. Leider müssen

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im wahren Leben Entscheidungen in Echtzeit getroffen werden – ohne die Dinge aus der Distanz betrachten zu können. Trotz einer besseren Lösung im Fall Lehman kann davon ausgegangen werden, dass einige andere Banken dennoch in den Tagen nach dem Bail-in von Lehman zusammengebrochen wären. Wenn entsprechende Vorkehrungen getroffen sind, gibt es keinen Grund, warum eine Gruppe angeschlagener Banken nicht gleichzeitig rekapitalisiert werden könnte. Grenzüberschreitende Aspekte stellten in der Krise im Jahr 2008 ein großes Problem dar, insbesondere in Situationen, in denen nationale Bail-outs im Spiel waren. In manchen Fällen kam es zu schweren Konflikten, wie etwa bei Fortis, wo die Beneluxstaaten hart darum kämpften, wer am Ende die Zeche zu bezahlen hätte, oder in der Island-Großbritannien-Kontroverse, in der sogar AntiTerrorismus-Gesetze zur Anwendung kamen. In diesen Situationen war der Geldbeutel der Nation in Gefahr, daher stellen derartige Konflikte keine Überraschung dar. Ein Bailin nimmt dieses Problem direkt in Angriff, indem der von Natur aus destabilisierende Einsatz von Steuergeldern vermieden wird. Jedoch muss das Bail-in rechtlich durchsetzbar sein. Die meisten Bail-in-Gesetze sehen

die Möglichkeit vor, diese Abwicklungen im Inland zu stoppen, im Ausland werden derartige Befugnisse jedoch möglicherweise nicht anerkannt. Es gibt mehrere Wege, dieses Problem anzugehen, wie etwa die Änderung von Standard-Swap-Kontrakten. Die Arbeit hieran ist auf einem guten Weg und muss fortgesetzt werden.

Das Spiel beginnt von vorn Die über tausendseitigen Berichte der USRegierung und andere Studien zeigen: es führt kein Weg an einer sukzessiven Stärkung der Eigenkapitalbasis und der Liquiditätshaltung vorbei. Viele meinen jedoch Es gebe weiterhin gute Chancen mit Investitionen in Wertpapieren, die auf Hypotheken wenig zahlungskräftiger Kunden basieren. Das Spiel beginnt von vorn. Quellen Credit Suisse, Autoren: Wilson Ervin, Vice Chairman, Credit Suisse, Wikipedia, Hans Kaufmann, Nationalrat, Wettswil (Schweiz), Internet, Blogs, Stefan Schneider, Deutsche Bank Research: Globale Neubewertung der Risiken, Ermes Gallarotti: Die ZKB wird systemrelevant. In: Neue Zürcher Zeitung vom 11. November 2013, u.v.a.m.

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Harald Krassnitzer

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TOGETHER

Erfolgreich elektronisch abwickeln! Jederzeit und überall.

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nabhängig davon, ob das Maklergewerbe Haupt- oder Nebenberuflich ausgeübt wird, die elektronische Geschäftsfallabwicklung bringt viele Vorteile. Geschäftsfälle können jederzeit und ortsunabhängig erstellt, bearbeitet und abgeschlossen werden. Standardisierte und automatische Abläufe reduzieren zusätzlich die Haftungsrisiken und den Arbeitsaufwand pro Kunde. Damit wird durch die elektronische Allroundabwicklung wertvolle Zeit gewonnen.

Offerte können im Büro, zu Hause oder direkt beim Kunden erstellt, nach Kundenwunsch angepasst und direkt biometrisch unterschrieben werden. Der Zugriff auf alle Daten ist geräteunabhängig und kann sowohl mit dem eigenen Standcomputer oder Laptop, wie auch mit dem Tablet genützt werden. Viele Versicherungspartner bieten bei der elektronischen Antragsübermittlung einen sofortigen Deckungsschutz an. Neben der Antragsübermittlung können auch Schadenmeldungen, Finanzamtsbestätigungen, Adressänderungen und vieles mehr elektronisch abgewickelt werden. Die Historisierung erfolgt dabei automatisch und papierlos.

Überall abwickeln.

man sich nicht nur zeitaufwändige Mehrfacheingaben, sondern reduziert auch die Wahrscheinlichkeit einer falschen Dateneingabe. Standardisierte und automatische Abläufe unterstützen bei der Fehlervermeidung, ebenso wie eine intelligente Erinnerungsfunktion. Die Übertragung der Daten erfolgt auf gesichertem Weg und wird zusätzlich durch Zertifikate oder die Zweiphasen- Authentifizierung geschützt. Nicht zuletzt entstehen durch den Sofortschutz keine zeitlichen Deckungslücken. Dadurch minimiert sich in Summe das Haftungsrisiko für den Makler.

Administrationsaufwand minimieren. Haftungsfallen vermeiden.

Egal ob im Büro, im Kaffeehaus oder im Urlaub – der Zugriff besteht jederzeit und von überall auf alle Daten und Funktionen.

Einmal eingegebene Daten können immer wieder verwendet werden. Somit erspart

Offerte müssen nicht mehr im Büro vorgerechnet, in mehreren Versionen ausgedruckt, zum Termin mitgenommen, dann vor Ort händisch korrigiert, im Büro wieder in mühsamer Nacharbeit adaptiert und noch einmal zum Kunden gebracht werden. Alle diese Schritte können direkt beim Kunden erledigt werden, von der Berechnung bis zur Unterschrift. Weiters können unterschiedliche Personen an ein und demselben Offert arbeiten, beispielsweise kann ein Offert im Office angelegt werden und dann direkt beim Kunden verändert und abgeschickt werden. Damit spart man sich enorm viel Zeit, sodass wieder mehr Ressourcen für die eigentliche Arbeit- die Neukundengewinnung und die Stammkundenbetreuung- zur Verfügung stehen.

Holen Sie sich weitere Infos bei der ÖVM Messe Linz am Stand Nr. 14.

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ATRADIUS

Gewinnsteigerung

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Isidoro Unda, Vorstandsvorsitzender Atradius

iner der weltweit führenden Anbieter von Kreditversicherungen, Atradius, konnte im Jahr 2013 sein Jahresergebnis bei den Beitragseinnahmen um 18,4% auf 134,5 Mio. Euro nach Steuern steigern. Der Vorsteuergewinn ist um 14,8% auf 172,8 Mio. Euro gewachsen. Das Eigenkapital ist um 90,6 Mio. Euro auf 1,2 Mrd. Euro gestiegen. Im letzten Jahr erweiterte das Unternehmen seine weltweite Präsenz mit der Eröffnung neuer Büros in Australien, Kanada, der Türkei und den USA. Dazu kamen zusätzliche Investitionen in die bestehenden Niederlassungen in den wichtigen Märkten und internationalen Handelszentren in China, Dubai und Singapur. Der Vorstandsvorsitzende von Atradius, Isidoro Unda, zum

Ausblick für heuer: „2014 verspricht ein Jahr globalen Wachstums zu werden, mit einer erwarteten Erholung der Volkswirtschaften in Westeuropa sowie anhaltendem Wachstum in Nord- und Südamerika, Asien-Pazifik, Mittel- und Osteuropa sowie in Afrika. Wir sind gut aufgestellt, um unseren bestehenden und neuen Kunden dabei zu helfen, ihre Wachstumspotenziale zu maximieren. Wir werden weiterhin in die technologische Weiterentwicklung investieren, um unsere Kunden mit den Informationen zu versorgen, die sie optimal bei der Verfolgung ihrer Geschäftstrategien unterstützen. Wir wollen weiterhin daran arbeiten, für unsere Kunden der bevorzugte Anbieter von Services im Bereich Forderungsmanagement zu sein.“

VAV VERSICHERUNG

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ie VAV Versicherung hat den D & O Tarif auf den österreichischen Markt abgestimmt. Üblicher Weise sind nur Manager von Großunternehmen und Konzernen abgesichert, nun besteht auch die Möglichkeit Manager von KMUs, die mehr als 98% der heimischen Unternehmen ausmachen, abzusichern. „Das Berufsrisiko der KMU-Manager steigt stark“, so Dr. Norbert Griesmayr, „zivilrechtliche und strafrechtliche Haftungen werden schlagend. Ermittlungen in der Chefetage gehören heute zur Tagesordnung.“ Darüber hinaus nehmen auch Auseinandersetzungen aus dem Dienstverhältnis zu. Griesmayr: „Wenn eine unternehmerische Entscheidung

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Dr. Norbert Griesmayr, Generaldirektor der VAV Versicherungs-AG

nicht zum gewünschten Erfolg führt, sind die Gesellschafter heute schnell zu drastischen Konsequenzen bereit – dazu gehören Entlassungen und auch Schadenersatzansprüche.“ Der Manager Komplettschutz inkludiert Haftpflicht- und Rechtsschutzkomponenten. Die Jahresprämie beträgt bei einer Versicherungssumme von 500.000 Euro, 950,-bei einer Versicherungssumme von einer Million 1.240,-- Euro. (Der Tarif gilt für Geschäftsführer von Unternehmen mit einer Bilanzsumme bis zu 100 Millionen Euro). Der Leistungskatalog geht sehr weit, und umfasst auch außergerichtliche Streitigkeiten sowie die Übernahme der Kosten von Privatsachverständigen. Die Wahl des Rechtsanwalts ist

frei, die VAV berät aber, welche Spezialisten im konkreten Fall geeignet sind. „In Anbetracht der enormen finanziellen Summen, um die es im Fall des Falles gehen kann, sollte jedem Geschäftsführer die eigene persönliche Sicherheit durchaus knapp 80 Euro pro Monat wert sein“, appelliert Griesmayr.

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Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender Allianz Versicherung

ALLIANZ VERSICHERUNG

Der Versicherungsboom kommt

A

llianz-Österreich-Chef Wolfram Littich ist trotz des niedrigen Zinsniveaus optimistisch, dass die Lebensversicherung weiter attraktiv bleibt. Zudem gebe es immer mehr Pensionisten, die mit einer Lebensversicherung vorsorgen wollen. Im Vorjahr seien in Österreich erstmals mehr Leute in Pension gegangen als auf den Arbeitsmarkt strömten. In Österreich kämen 95 Prozent der Pension aus dem staatlichen System und fünf Prozent aus privater Vorsorge. In Deutschland stammten 85 Prozent aus dem staatlichen System. Eine Erhöhung des privaten Anteils auf deutsches Niveau würde in Österreich eine Verdoppelung des Gesamtvolumens in der Lebensversicherung bis 2020 bringen. Im Vorjahr summierten sich die Einnahmen der Versicherungen aus der Lebens-Sparte auf 6,5 Mrd. Euro (minus 0,3 Prozent).

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Durch die steigende Lebenserwartung werde auch später vererbt - pro Jahr sterben in Österreich mehr als 70.000 Menschen in einem Alter über 60, 43 Prozent davon gar über 85. Im Schnitt werden 242.000 Euro vererbt. Und wer eine Lebensversicherung etwa an uneheliche Kinder vererben wolle, könne das an der Verlassenschaft vorbei tun. 1960 lag der Anteil der unehelichen Kinder in Österreich bei elf Prozent, aktuell seien es 40 Prozent. „Es geht um Souveränität und Schnelligkeit bei der Weitergabe von Erspartem“, argumentierte Littich. Mit der Lebensversicherung lassen sich Erbschafts- und Schenkungsregelungen individuell gestalten. Auch an der Allianz geht das Hypo-Problem nicht vorbei. Wie der Versicherer mitteilt, sind Anleihen der Hypo-Alpe Adria Bank in Höhe von 60 Millionen Euro in den Büchern. Allianz-Österreich-Chef Wolfram Littich:

„Wir rechnen mit keinem Ausfall, weil das Land Kärnten dafür haftet.“ Für 2013 meldet die Allianz-Gruppe einen moderaten Prämienzuwachs auf insgesamt 1,35 Milliarden Euro. Die Prämieneinnahmen beim Einmalerlag sind hingegen gesunken. Für 2014, so der Allianz-Chef, will man verstärkt auf die Lebensversicherung setzen. Littich ist zuversichtlich dass durch die Reform des Abgabenänderungsgesetzes auch das Einmalerlaggeschäft wieder belebt werden wird. „Wir haben den erfreulichen Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt und auch 2013 wieder Kunden gewonnen“, so Littich bei der Bilanz-Pressekonferenz. Das Ergebnis im Kerngeschäft zeige, dass man sich auch in schwierigen Zeiten gesund entwickeln könne. „Das Geschäftsmodell der Allianz hat sich einmal mehr bewährt. Wir sind

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„Wir rechnen mit keinem Ausfall, weil das Land Kärnten dafĂźr haftet.“

Unser Service fĂźr Ihren Verkaufserfolg.

D.A.S. PARTNERSERVICE stolz darauf, in Zeiten von Jahrhundert-Wetterkapriolen so ein Ergebnis erreicht zu haben“, so Littich.

Zuwachs in der Sach- und Krankenversicherung Im Bereich Schaden-Unfall wurde die Wachstumsphase der vergangenen Jahre prolongiert: Die abgegrenzten Bruttoprämien legten von 885,4 Millionen Euro auf 907,9 Millionen Euro (+2,5 Prozent) zu. Bei den Sparten sticht insbesondere die Kfz-Kaskoversicherung heraus, die um 5,8 Prozent auf 180,7 Millionen Euro wuchs. In der Krankenversicherung stehen die Zeichen weiter auf Zubau: Die Prämien stiegen von 53,0 Millionen Euro um 6,8 Prozent auf 56,6 Millionen Euro. In der Lebensversicherung gab es eine zweigeteilte Entwicklung: Die Einnahmen gegen laufende Prämien lagen bei 355,3 Millionen Euro (-0,6 Prozent) und konnten damit weitgehend gehalten werden. Im Bereich Schaden-Unfall stiegen die Aufwendungen – vor allem wegen Naturkatastrophen – um 1,8 Prozent auf 626,7 Millionen Euro von 615,5 Millionen Euro. In der Lebensversicherung wurden mit 319,8 Millionen Euro (2012: 345,4) um 7,4 Prozent weniger Leistungen ausbezahlt als 2012. In der Krankenversicherung sind die Aufwendungen fĂźr Versicherungsfälle um 7,3 Prozent gestiegen: von 30,6 Millionen Euro auf 32,8 Millionen Euro. Die Aufwendungen, Ăźber alle Geschäftsbereiche gerechnet, lagen um 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau: „Im Jahr 2013 haben wir Leistungen in HĂśhe von insgesamt 979,4 Millionen Euro an unsere Kunden ausbezahlt“, erklärte Littich. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen haben wir unser Ergebnis im Kerngeschäft weiter gesteigert“, erklärte Littich. Damit konnte die Allianz das beste versicherungstechnische Ergebnis nach der Jahrtausendwende erzielen: Nach 52,7 Millionen Euro im Vorjahr stieg das versicherungstechnische Ergebnis, trotz steigender Aufwendungen fĂźr Schäden durch Naturgefahren, um 16,0 Prozent auf 61,1 Millionen Euro. Die Combined Ratio war mit 96,5 Prozent (2012: 97,3) im Branchenvergleich wieder ein sehr guter Wert, ohne Tief „Frederik“ wäre dieser bei 94,7 gelegen. Das Investmentergebnis befand sich mit 192,2 Millionen Euro um 22,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (2012: 249,3), das aufgrund von Einmaleffekten um 82,5 Prozent Ăźber dem Wert des Jahres 2011 lag. Bedingt durch einen RĂźckgang beim Investmentergebnis ging insgesamt das Ergebnis der gewĂśhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 104,9 Millionen Euro im Vorjahr um 2,8 Prozent auf 102,0 Millionen Euro zurĂźck. Der Jahresgewinn lag mit 73,4 Millionen Euro um 7,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

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FAIR FINANCE

Rückblick

D Mag. Markus Zeilinger, Vorstandsvorsitzender der fair-finance Vorsorgekasse AG

ie Vorsorgekasse fair-finance hat mit einer Performance von 3,1% das Jahr 2013 abgeschlossen. Es wird ein Kundenvermögen von 120 Mio Euro verwaltet und etwa 115.000 Anspruchsberechtigte betreut. Mit Anfang Jänner konnten mehr als 200 neue Vertragspartner in der Vorsorgekasse begrüßt werden. Markus Zeilinger Vorstandsvorsitzender & Gründer: „Wir versuchen unserem Namen

und unserer Vision von fairer Finanzdienstleistung in allen kleinen und großen Entscheidungen zu entsprechen. Die FMA hat unseren Antrag auf Gebührensenkung bewilligt. Ab 2015 werden unsere Gebühren auf laufende Beitragszahlungen für DienstnehmerInnen mit mehr als 10 Dienstjahren von 1,7% auf 1,4% abgesenkt. Und alle bestehenden Kunden profitieren selbstverständlich automatisch davon“.

STANDARD LIFE

Trendstudie

D

as Trendforschungsinstitut „2b AHEAD Think Tank“ hat gemeinsam mit dem Versicherungskonzern Standard Life und dem Anbieter für Kommunikationslösungen und -services Unify GmbH & Co. KG (ehemals Siemens Enterprise Communications) eine neue Trendstudie zur „Zukunft der Versicherungen“ veröffentlicht. Die qualitative Delphi-Studie basiert auf den Prognosen von 30 Innovationsentscheidern, Strategiechefs und Zukunftsexperten und geht weit über die Planungen der etablierten Branchenplayer hinaus. Sie untersucht zugleich die Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Lebenswelten der Kunden sowie die Strategien der Angreifer im Versicherungsmarkt und die Neuordnung der Kundensegmente und Geschäftsmodelle. Gegliedert in 6 Trendfelder beschreibt die Studie auf 60 Seiten die kommenden Veränderungen im Versicherungsmarkt aus der Sicht der Makler und Versicherungsunternehmen. Sie analysiert, in welchen Feldern Makler an strategischer Macht verlieren und wo es Zukunftspotenziale für sie gibt. Sie untersucht zudem, wie sich Versicherer künftig voneinander diffe-

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Bernhard Fasching, Sales Manager Austria, Standard Life Versicherung renzieren und welche strategisch wichtigen Kompetenzfelder sie dafür besetzen müssen. Mag. Bernhard Fasching, Sales Manager Austria bei Standard Life, weist darauf hin, dass diese Zukunftstrends bereits in anderen Märkten sichtbar sind: „Als britischer Versicherer kommt Standard Life aus einem Markt, der in einigen Bereichen dem österreichischen um einige Jahre voraus ist. Dies bestätigen auch

die Ergebnisse der vorliegenden Studie. In Großbritannien sehen wir bereits seit einiger Zeit eine deutliche Zweiteilung des Versicherungsmarktes: auf der einen Seite das digital getriebene Direktgeschäft mit standardisierten Produkten, auf der anderen Seite der von unabhängigen Maklern dominierte Bereich der persönlichen (Honorar-) Beratung. Auch wenn der österreichische Markt noch einige Schritte von diesen Entwicklungen entfernt ist, so gilt es für Versicherer und vor allem für Makler bereits jetzt, sich aktiv auf die anstehenden Veränderungen vorzubereiten und ihr aktuelles Geschäftsmodell zu überprüfen. Aufgrund der langjährigen Erfahrungen aus Großbritannien kann Standard Life dem Markt in dieser Hinsicht wichtige Impulse geben.“ Zum Abschluss zeigt die Studie in insgesamt 27 Strategieoptionen auf, dass die etablierten Akteure der Branche keinesfalls ausweglos den Angriffen der Internetakteure ausgeliefert sind, sondern konkrete und begehbare Wege zur Veränderung ihres Geschäftsmodells vor sich haben. Link zur Studie: www.2bahead. com/studien/trendstudie/detail/trendstudiezukunft-der-versicherungen/

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Den Steff gibts jetzt zum Sammeln. sammeln. te k n u P . ln te it Prämie verm einlösen. e in e h c ts u G / n Ware

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VAV

„Hilfe, ich kann mir mein Auto nicht mehr leisten!“ Die Kosten für das Auto explodieren. Seit 2000 haben sich der Preis für die Vignette um 106,8%, die motorbezogene Versicherungssteuer um 74,3%, die NoVA um 67,5% und Diesel um 43,3% erhöht (Quelle: MFU.Studie). So bleiben für KFZ-Halter nur wenige Optimierungspunkte, um die Ausgaben für ihr Fahrzeug zu beeinflussen. Das meiste Sparpotenzial gibt es bei der Versicherung. Die VAV ist dabei seit Jahren die erste Wahl. Auch bei Vermittlern, die dank Bonus-Provision mit KFZ-Verträgen gutes Geld verdienen.

„Der neue KFZ-Tarif der VAV ist in vielen Regionen jetzt noch attraktiver – auch durch die Bonus-Provision!“

B

ereits bei der ersten Generation ihres KFZ-Tarifs im Jahr 1988 setzte die VAV auf eine Differenzierungsstrategie und erfand den „BeamtenRabatt“. Im Laufe der Zeit wurden die Preisvorteile schrittweise verfeinert, bis 1997 der in Deutschland erfolgreiche Typenklassen-Tarif, bekannt unter dem Begriff „TYPTOP“, eingeführt wurde. Durch weitere Maßnahmen konnten die VAV-Prämien – entgegengesetzt zu den sonstigen Auto-Kosten – seit 2000 um mehr als 20% reduziert werden.

Günstige KFZ-Prämien gefragter denn je

Dr. Peter Loisel, Vorstand Vertrieb und Marketing VAV Versicherungs-AG ca. 30% des Geschäftes aufgrund der guten Risikoselektion unsere Prämien reduzieren, und zwar zwischen 2 und 12%“, rechnet Loisel vor. „Damit agiert die VAV antizyklisch, denn viele andere Versicherer haben in ihre neuen Tarife spürbare Prämienerhöhungen einkalkuliert. Hier nutzen wir unseren Kostenvorteil als junge Gesellschaft, die keinen kostenintensiven angestellten Außendienst unterhält und keine teure Werbung macht.“

Wettbewerbs-Vorteile im Service „Mit der Tarifgeneration 2014 werden die VAV-Prämien für kW-schwächere Fahrzeuge sowie in guten Regionen noch attraktiver“, erklärt Dr. Peter Loisel, Vorstand Vertrieb und Marketing der VAV Versicherungs-AG. So beträgt die KFZ-Haftpflicht-Prämie für einen Seat Ibiza mit 55 kW im Zulassungsbezirk Leoben bisher 237,50 Euro, im neuen Tarif nur mehr 210,44 Euro (35-jähriger Lenker, BonusStufe 0). „Das entspricht einer Absenkung der Prämie von 11,39%. Insgesamt können wir bei

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Loisel: „Unsere Online-Tarifrechner sind einfach und bequem zu bedienen und erfreuen sich – mit allen sonstigen Informationen, die wir auf unserem Vertriebspartner-Portal VAV PRO zur Verfügung stellen – großer Beliebtheit.“ Gleichzeitig fällt die VAV den Kunden, die Vergleichsportale zur Informationseinholung benutzen, immer öfter auf. „Wir beobachten, dass das Geschäft trotzdem zum allergrößten Teil beim unabhängigen Berater

abgeschlossen wird, weil man dessen Beratungskompetenz schätzt. Bei der VAV – anders als bei manchen Mitbewerbern – gibt es exakt die gleichen Prämien bei Vergleichsportalen und beim Vermittler. Die Bekanntheit durch die Vergleichsportale ist einer der häufigst genannten Gründe für neue Courtageanfragen bei der VAV und wir rechnen, dass dies 2014 noch zunehmen wird. Zudem routen wir ca. 50.000 Kunden pro Jahr über die VermittlerSuche auf vav.at an unsere Vertriebspartner. Bei anderen Versicherern werden diese Kunden an den eigenen Außendienst geleitet. Hier hat die VAV aufgrund ihres Geschäftsmodells ein klares Plus als Maklerversicherer“, so Loisel.

Bonus-Provision als Einkommensplus „2010 haben wir die Bonus-Provision eingeführt. Sie gilt für alle Makler und Agenten und verdoppelt die Provision für gut verlaufende Fahrzeuge, die sogenannten TOPTYP-Modelle, wenn die Anträge elektronisch bei uns eingereicht werden. Die Bonus-Provision gilt ab dem ersten Vertrag und über die gesamte Laufzeit“, verrät Loisel. „Bereits das fünfte Jahr in Folge beteiligen wir damit unsere Vertriebspartner am Erfolg der KFZ-Versicherung der VAV. Wir honorieren damit auch den gestiegenen Arbeitsaufwand, den die unabhängigen Vermittler im Kfz-Geschäft aufgrund der vielfältigeren Angebote haben. Trotz gesunkenem Prämienniveau ist die Provision durch die Bonus-Provision höher als früher!“ Weitere Informationen zum neuen KFZTarif der VAV und der Bonus-Provision unter www.VAVPRO.at.

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ALLIANZ VERSICHERUNG

Wetterkapriolen kosten 400 Milliarden Euro

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aturkatastrophen werden von Unternehmen als Gefahr erkannt und versichert – die beträchtlichen Auswirkungen von Wetterschwankungen werden bis dato kaum wahrgenommen“, kommentiert Dr. Johann Oswald, Vorstandsmitglied der Allianz Gruppe in Österreich, die Ergebnisse einer aktuellen Allianz Studie zu Wetterrisiken für Unternehmen. Der Allianz Studie zufolge übersteigen die finanziellen Folgen der zunehmenden alltäglichen Wetterabweichungen bei weitem die ohnehin hohen Summen, die jährlich in Zusammenhang mit Naturkatastrophen zu zahlen sind. Legt man die Studie der

österreichischen Volkswirtschaft zugrunde, so könnten sich die Auswirkungen der Wetterschwankungen hierzulande auf mehr als 10 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Nach der Allianz-Studie „The Weather Business“ haben auch geringere Abweichungen vom üblichen Wetter große Auswirkungen auf die Performance eines Unternehmens. Die Allianz schätzt, dass Schäden Wetterabweichungen EU-weit etwa 400 Milliarden Euro betragen. 2012 gab es weltweit 905 Naturkatastrophen, von denen 93 Prozent wetterbedingt waren. Rupert Pichler, Leiter der Abteilung Rückversicherung & Naturkatastrophen-Management: „Viele Unternehmen erkennen den ursächlichen Zusammenhang zwischen den

Dr. Johann Oswald, Vorstandsmitglied Allianz Versicherung Klimabedingungen und ihren Umsatzströmen nicht, woraus hohe Verluste entstehen.“ Und weiter: „Mittels eines „Wetter-Risikomanagements“ könne ein Unternehmen aber Erträge vor den Auswirkungen ungünstiger Wetterbedingungen schützen“

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GARANTA

Zeitgemäße Rechtsschutzvorsorge

Kurt Molterer, HBV Garanta Versicherung

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urt Molterer, Hauptbevollmächtigter der GARANTA Versicherung in Österreich:“Wir sind davon überzeugt, dass es uns gelungen ist, eine richtungweisende Form der Absicherung für branchentypische Rechtsprobleme geschaffen zu haben, und laden alle Versicherungsmakler ein, dieses Produkt ihren Gewerbekunden aus dem Kfz-Bereich anzubieten.“ Nach Schätzungen des Rechtsschutzexperten Dr. Helmut Tenschert ist nur einer von fünf Kfz-Betrieben ausreichend gegen die Kostenfolgen von rechtlichen Auseinandersetzungen abgesichert. Durch neue gesetzliche Vorgaben bei Streitigkeiten aus Importeursverträgen gewinnt die Rechtsschutzvorsorge für die Betriebe zusätzlich an Brisanz.

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In Kooperation mit dem Bundesgremium des Fahrzeughandels in der WKO und Dr. Tenschert, hat der Branchenversicherer eine auf die aktuelle rechtliche Situation der Branche ausgerichtete, spezifische Rechtsschutzversicherung entwickelt. Da im Gesetz der schriftliche Nachweis für ein vor Beschreiten des ordentlichen Rechtsweges absolviertes Schlichtungsverfahren festgelegt worden ist, wurde ein geeignetes Mediationsverfahren in den Rechtsschutztarif integriert. Die Kosten für dieses Streitbereinigungsinstrument werden in vollem Umfang getragen. Maßgeblich für die Entwicklung der neuen Produktlösung war neben den inhaltlichen Leistungsverbesserungen üblicher Angebote, auch die Kombination mit zeitgemäßen Assistance-Leistungen. So wurden an den Rechtsschutzversicherungsvertrag eine eigens geschaffene Schlichtungsstelle sowie ein effizientes Forderungsmanagement für die Eintreibung offener Rechnungen angeschlossen. Bekanntlich schreibt der Gesetzgeber im seit 1.6.2013 gültigen KraftfahrsektorSchutzgesetz (KraSchG) vor, dass bei Auseinandersetzungen aus Vertriebsvereinbarungen zwischen Händlern und Importeuren vor Beschreiten des ordentlichen Rechtsweges, also vor Einbringung einer entsprechenden Klage, der Versuch einer außergerichtlichen Streitbeilegung zwingend vorzunehmen ist. Scheitert der Schlichtungsversuch, kann nach drei Monaten die Klage bei Gericht eingebracht werden.

Trotz des umfangreichen Deckungsumfanges konnte eine Prämie kalkuliert werden, die weit unterhalb bekannter Versicherungsangebote liegt.KommR Burkhard Ernst, Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel und KommR Josef Schirak, Vorsitzender des Fachausschusses Fahrzeugeinzelhandel unisono: „Wir haben den Tarif mitentwickelt und sind von der ausgezeichneten Qualität der angebotenen Absicherung überzeugt. Es ist uns ein Anliegen, dass die Mitgliedsbetriebe für denkbare Streitfälle geeignet Vorsorge treffen, um nicht von hohen Anwaltshonoraren überrascht zu werden. Leider zeigen erste Anlassfälle bereits, wie wichtig es ist, im Bedarfsfalle derartig versichert zu sein.“

Dr. Helmut Tenschert, Geschäftsführer Gesellschafter Consultor Versicherungsservice und Wirtschaftsberatung GmbH

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GENERALI VERSICHERUNG

Neuer Einmalerlag

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er 1. März wurde die Laufzeit bei Einmalerlägen bei über 50-jährigen verkürzt. Die Generali Versicherung hat für diese Zielgruppe ein neues Produkt auf den Markt gebracht. „Diese Neuregelung erfüllt den Wunsch nach mehr Flexibilität vieler älterer Versicherungsnehmer vor ihrem Pensionsantritt „, erläutert Generali-Vorstandschef Dr. Peter Thirring. Es hat zur Folge, dass Versicherungskunden der Altersgruppe 50+ einen größeren Geldbetrag, etwa aus einer Erbschaft oder Abfertigung, wieder in kürzeren Laufzeiten ab 10 Jahre veranlagen können, ohne mit einem Steuersatz von 11 Prozent bestraft zu werden. Mit dieser Änderung hat der Staat nun wieder Anreize für eine zusätzliche private Pensionsvorsorge geschaffen, so Thirring. Die Generali erwartet einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach

Einmalerlägen rund um 20%. Die neuen Einmalerläge werden entweder in Form einer klassischen Lebensversicherung oder mit dem Hybridprodukt Generali LifePlan als fondsorientierte Lebensversicherung angeboten. Bei der klassischen Lebensversicherung besteht aktuell eine Gesamtverzinsung in Höhe von 3,4% - auf den veranlagten Prämienanteil. Bei Einlösung besteht die Möglichkeit einer Kapitalauszahlung oder einer lebenslang garantierten Pensionszahlung. Das Hybridprodukt bietet das Beste aus dem Bereich klassischer und fondsgebundener Lebensversicherung. Das Kapital kann auch während der Laufzeit umgeschichtet werden. Zur Absicherung der Hinterbliebenen kann ein Ablebensschutz individuell festgelegt werden. Vorzeitige Teilauszahlungen sind möglich. Bei Ablauf des Vertrages besteht die Option einer ein-

Dr. Peter Thirring, CEO Generali Versicherung

maligen Kapitalauszahlung, einer laufenden Zusatzpension oder ein Mix aus beidem. Der Einstieg ist gegen Einmalerlag bis zum 75. Lebensjahr möglich.

VALIDA VORSORGE MANAGEMENT

Eindeutig positiv

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Mag. Andreas Zakostelsky, Vorsitzender des Vorstandes der Valida Vorsorge Management

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as Geschäftsjahr 2013 war für die Valida Vorsorge Management eindeutig positiv. Das veranlagte Vermögen ist um 7% auf knapp 6 Mrd. Euro gestiegen. Bereits 2 Millionen Menschen sind Begünstigte einer Valida Vorsorgelösung. Mit der Performance lag man klar über dem Branchendurchschnitt. „Wir freuen uns, dass der Ausbau unserer führenden Marktposition in allen Geschäftsfeldern gelungen ist. Das bestätigt uns als das Kompetenzzentrum für betriebliche Vorsorge in Österreich“, erklärt Mag. Andreas Zakostelsky, Vorstandsvorsitzender der Valida Vorsorge Management. „Wir erwarten 2014 weltweit eine Erholung der Märkte, auch in Öster-

reich wird mit einem Wachstum gerechnet. Daher sind wir als Valida positiv in das neue Geschäftsjahr gestartet. Im Geschäftsfeld Pensionskasse rechnen wir durch die Einführung des Pensionskontos und den Versand der Kontoerstgutschrift mit einer zunehmenden Sensibilisierung; die betriebliche Vorsorge wird hier als optimale Ergänzung zur gesetzlichen Pension weiter an Bedeutung gewinnen“, so Zakostelsky weiter. „Im Geschäftsfeld der Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorge wollen wir ebenfalls weiter wachsen – hier sind neue Vertriebsaktionen – vor allem für Neugründer – geplant. Bestandskunden informieren wir weiterhin über die Vorteile eines Abfertigungs-Vollübertritts.“

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UNIQA VERSICHERUNG

Noch viel vor

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Bekenntnis zu Ukraine

Dr. Andreas Brandstetter, Vorstandsvorsitzender Generaldirektor UNIQA Versicherung

Trotz der aktuellen Situation in der Ukraine gebe die UNIQA ein „klares Bekenntnis“ ab, im Markt zu bleiben, wo das Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern die zweitgrößte Versicherung sei. Im Vorjahr wurde bei einem Umsatz von 80 Millionen Euro ein Ergebnis von sechs Millionen Euro erzielt. Vom gesamten Veranlagungsvolumen im Ausmaß von 27 Milliarden Euro seien neun Millionen Euro in ukrainischen Papieren veranlagt, sagte Brandstetter. Im Jänner konnten die Prämien sogar um zehn Prozent gesteigert werden. Die UNIQA Group hat sich zum Ziel gesetzt, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in 2014 gegenüber dem Jahr 2013 weiter deutlich zu steigern. Dies setzt ein stabiles Kapitalmarkumfeld, eine weitere Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds und eine Schadenbelastung durch Naturkatastrophen, die im normalen Rahmen bleibt, voraus.

her, weil die Kunden zusätzlich noch eine Gewinnbeteiligung erhalten.

Prämienentwicklung im Segment UNIQA Österreich

Hypo Alpe Adria

Dieses Segment umfasst die UNIQA Österreich Versicherungen AG, die Salzburger LandesVersicherung AG und 50%der FinanceLife Lebensversicherung AG. Die gesamten verrechneten Prämien - inklusive der Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung - stiegen in diesem Segment um 3,6%auf 2.806,7 Millionen Euro (2012: 2.708,2 Millionen Euro). In der Schaden- und Unfallversicherung erhöhten sich die Prämien in diesem Segment um 3,5% auf 1.326,2 Millionen Euro (2012: 1.280,9 Millionen Euro). In der Krankenversicherung wuchs das Prämienvolumen um 3,7% auf 866,2 Millionen Euro (2012: 835,4 Millionen Euro). Die verrechneten Prämien in der Lebensversicherung - inklusive der Sparanteile der fondsund indexgebundenen Lebensversicherung - wuchsen um 3,8% auf 614,2 Millionen Euro (2012: 591,9 Millionen Euro). Dabei erhöhten sich die laufenden Prämien um 5,5% auf 582,1 Millionen Euro (2012: 552,0 Millionen Euro). Die Einmalerlagsprämien fielen um 19,4% auf 32,1 Millionen Euro (2012: 39,9 Millionen Euro).

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NIQA Chef, CEO, Andreas Brandstetter: „2013 war für uns ein gutes Jahr. Wir sind deutlich gewachsen, haben die Kostenquote gesenkt und können auf Basis eines mehr als verdoppelten Konzernergebnisses eine höhere Dividende für unsere Aktionäre vorschlagen. Zusätzlich haben wir mit dem Re-IPO vom Oktober unsere Kapitalbasis gestärkt und den Streubesitz deutlich erhöht. In Summe haben wir 2013 eine weitere Etappe unseres langfristigen Strategieprogrammes UNIQA 2.0 plangemäß abgeschlossen - aber auch nicht mehr. Wir haben noch viel vor und werden konsequent weiterarbeiten.“ Noch nicht vollends zufrieden ist Vorstandschef Brandstetter mit der konzernweiten Combined Ratio. Sie konnte zwar knapp unter die 100-Prozent-Marke gedrückt werden (99,9%). Kostenquote und Combined Ratio müssten aber weiter gesenkt worden, so Brandstetter bei der Pressekonferenz. Das Niedrigzinsniveau könnte in der österreichischen Lebensversicherung zu einem geringeren Garantiezinssatz führen: Brandstetter hält es für möglich, dass es zu einer weiteren Absenkung kommt, wie er in der Pressekonferenz sagte. Die Entscheidung, ob die UNIQA künftig auch Lebensversicherungen ohne Garantiezins anbieten wird, soll bis Jahresmitte fallen. Ob und in welcher Form ein neues Produkt für die Lebensversicherung auf den Markt gebracht wird, soll im ersten Halbjahr entschieden werden. Die UNIQA leidet wie alle in der Branche unter der lange anhaltenden Niedrigzinsphase. Der Garantiezinssatz liegt aktuell bei 1,75%. Er wird von der Finanzmarktaufsicht (FMA) festgesetzt und nach einer Formel berechnet, die sich am langjährigen Durchschnitt der Sekundärmarktrendite orientiert. Dieser Höchstzinssatz war zuletzt von der FMA im Herbst 2012 gesenkt worden. Er ist eine Obergrenze für die versprochene Mindestverzinsung in der Lebensversicherung, ein Unternehmen kann auch weniger Zinsen garantieren. Die Gesamtrendite in der Lebensversicherung liegt aber in der Regel hö-

abgebaut, nun wird versucht, das Portfolio „zu drehen“. Soll heißen: weg vom Kfz-Geschäft, hin zu ertragreicheren Produkten.

Die UNIQA Versicherung hat aktuell 60 Mio. Euro an Anleihen der notverstaatlichten HypoAlpe Adria in den Büchern. 15 Mio. davon hätten eine Staatsgarantie und der Rest eine Garantie des Landes Kärnten, sagte UNIQAFinanzvorstand Hannes Bogner bei der Pressekonferenz. Die Anleihen wurden bereits Anfang 2000 gekauft. „Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass wir nichts abschreiben müssen.“

Rumänien Sorgen bereitet CEO Brandstetter Rumänien. Lokale Anbieter agieren in der Kfz-Versicherung mit Dumpingpreisen und versprechen Leistungen, die sie im Schadensfall mangels Kapitals nicht einlösen können. Mittlerweile wurden zwei Leiter der rumänischen Finanzmarktaufsicht verhaftet und die Astra-Versicherung unter staatliche Aufsicht gestellt. Für Brandstetter sind das „ermutigende Signale“. Selbstkritisch gibt er zu, dass in Rumänien zu wenig auf die Kosten geschaut habe. Im vergangenen Herbst wurden 300 Mitarbeiter

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tiv ausgezeichneten Berufsunfähigkeitsschutz, der jedem Bedarf gerecht wird. Nun wurde die Produktlinie um EGO Basic erweitert, den Grund erläutert Michael Miskarik, Leiter der HDI Lebensversicherung AG, Niederlassung Österreich: „Ein Großteil der Berufstätigen wird mit den bisher am Markt existierenden Produktlösungen zur Einkommensabsicherung nicht erreicht. Mit dem neuen Produkt schließen wir diese Lücke“. Nur 15% der erwerbstätigen Österreicher haben für den Fall einer Berufsunfähigkeit vorgesorgt. Dabei ist der Bedarf enorm: Im Durchschnitt scheidet jeder vierte Erwerbstätige vorzeitig aus dem aktiven Erwerbsleben aus. Die

häufigsten Ursachen sind heute psychische Erkrankungen, dahinter folgen Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie Herz-Kreislauferkrankungen. Mit Jahresbeginn wurde der Zugang zur staatlichen Pension vor dem Regelpensionsalter weiter erschwert, so wurde die befristete Invaliditätspension ersatzlos gestrichen und durch Rehabilitations- und Umschulungsmaßnahmen ersetzt. Für die Betroffenen ist eine Erwerbsunfähigkeit fast immer mit dramatischen finanziellen Folgen verbunden. Das Produkt bietet eine vereinfachte Gesundheitsprüfung und ermöglicht somit eine einfachere Beratung im Vergleich zur Berufsunfähigkeit. Außerdem enthält EGO Basic eine Nachversicherungsgarantie und es wird auf Meldefristen sowie Wartezeiten verzichtet. Optional kann auch ein Zusatzbaustein gewählt werden, der eine Einmalleistung im Todesfall oder bei schwerer Krankheit erbringt. Diese Kombination aus selbstständiger BU mit Zusatzbausteinen und Assistanceleistungen ist einzigartig am Markt. Auch Schüler ab 15 Jahren können EGO Basic abschließen und später – ohne erneute Gesundheitsprüfung – auf den BUSchutz „EGO Top“ umsteigen.

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VERSICHERUNG

UNIQA VERSICHERUNG

Krankenversicherung

P

eter Eichler, UNIQA Österreich Vorstand: „Sportliche Menschen, die bei UNIQA eine Krankenversicherung abgeschlossen haben, werden belohnt. Es ist kein Geheimnis, dass Versicherungen Risiken einschätzen und davon eine Prämie ableiten. Weil sich ein gesunder Lebensstil eindeutig positiv auswirkt, haben wir einen neuen Tarif auf den Markt gebracht der eine sportliche Lebensweise belohnt.“ Es überrascht kaum, dass Menschen mit Übergewicht und leichter Fettleibigkeit häufiger den Arzt aufsuchen und behandelt werden müssen, als Normalgewichtige. Das bestätigt nun auch eine Analyse von 97 Studien, die im US-Fachblatt „Journal of the Medical American Association“ veröffentlicht wurde. Ein Grund für Fettleibigkeit ist zu wenig Sport. Mit dem Tarif „Sonderklasse Select PLUS Optimal“ kann sich nun für jedermann fit sein lohnen. Wer sich dem Fitnesstest unterzieht, kann pro Jahr bis zu 200 Euro der Prämie zurückbekommen. Beim neuen Tarif „Sonderklasse Select PLUS“ liegt die Prämie zum Beispiel für einen 30-Jährigen bei rund 100 Euro pro Monat. Wer fit ist, kann somit bis zu zwei Monatsprämien sparen. Wissenswert: Wer den oben genannten Bonus in Anspruch nehmen will, kann bei einem der Vertragspartner (die Liste der Vertragspartner finden sie online auf http://www.uniqa.at/ uniqaat/cms/privatkunden/krankenversicherung/Produktuebersicht.de.xhtml) einen Fitnesscheck durchführen. Dort wird ein UNIQA FitnessProfil erstellt, das einem herkömmlichen FitnessProfil im Fitnesscenter ähnlich ist. Eruiert werden unter anderem das Körperfett, die Beweglichkeit, die Koordination, Ausdauer, Kraft und die Haltung. Außerdem werden die Risikofaktoren und bestehenden Krankheiten erhoben, sowie ein Ruhe-EKG und ein Herz-Kreislauftest gemacht. Für die Berechnung der Punkte, die dann in eine Prämienreduktion umgewandelt

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werden, wird je nach Alter und Geschlecht ein anderer Maßstab festgelegt.

Sonderklasse und Ärztekomponente in einem Tarif Neu ist bei dem Tarif auch, dass neben der Sonderklasse im Spital auch automatisch ein ambulanter Tarif integriert ist. Die sogenannte Ärztekomponente liegt mit maximal 10.000 Euro nun auch deutlich über den herkömmlichen Standard-Tarifen, bei

Geld-Zurück-Option für Freiberufler Ein UNIQA Krankenversicherungs-Tarif, der die Geld-Zurück-Option schon seit rund zwei Jahren im Programm hat, ist jener für Freiberufler. Eichler: „Von insgesamt rund 15.000 Freiberuflern, die diesen UNIQA Tarif abgeschlossen haben, haben im vergangenen Jahr 1,34 Prozent den Fitnessbonus ausgenutzt. Ich wünsche mir, dass es künftig mehr werden.“ Mit dem neuen Tarif „Sonderklasse Select PLUS Optimal“ könnte das gelingen. Im Pa-

Dr. Peter Eichler, Vorstand „UNIQA Österreich“ denen im Schnitt Ärzterechnungen bis zu 1.500 Euro pro Jahr übernommen werden. Dafür deckt der Tarif keine Leistungen wie etwa Apothekenrechnungen oder Sehbehelfe ab. Eichler: „Wir haben uns bei diesem Tarif bewusst auf die wesentlichen Risiken beschränkt. Eine Versicherung soll ja in Extremfällen und bei echten Kostenbelastungen einspringen.“ Als Extra inkludiert der Tarif auch eine garantierte Prämienrückerstattung, wenn in einem Kalenderjahr keine Leistung der Krankenversicherung in Anspruch genommen wird. Diese entspricht rund 16 Prozent der Jahresprämie.

ckage ebenfalls enthalten sind neben dem FitnessProfil auch das Erstellen eines VitalChecks (Vorsorgeuntersuchung) und sechs VitalCoach-Trainer-Stunden pro Kalenderjahr. Alle die bereits eine Krankenversicherung bei UNIQA haben, können den Krankenversicherungsbaustein „VitalPlan“, der rund 12 Euro pro Monat kostet, dazu abschließen. Damit besteht die Möglichkeit das UNIQA FitnessProfil und die VitalCoach-Trainingseinheiten in Anspruch zu nehmen. Eichler: „Auch wenn es hier keine finanziellen Anreize gibt - der Fitnessgedanke und das persönliche Wohlfühlgefühl stehen ja im Mittelpunkt.“

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VERSICHERUNG

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FINANCE LIFE

Einmalerlag D

ie UNIQA Finance Life lanciert einen neuen Einmalerlag mit einer Mindestauszahlung von 147,84% auf den Nettobeitrag (einbezahlter Beitrag abzüglich 4% Versicherungssteuer) auf den Markt. Bei UNIQA läuft dieses limitierte Produkt unter dem Namen „Wert & Wachstum II“ und bei der Raiffeisen Versicherung unter „Raiffeisen Horizont 05 2014“. Die vereinbarte Mindestauszahlung folgt aus der Veranlagung in einer Senior Anleihe der Raiffeisen Bank International AG (RBI ist Emittentin der Anleihe mit der ISIN AT000B013222). Die neue Einmalerlagstranche bietet eine Mindestauszahlung, federt die Auswirkungen der Inflation ab und inkludiert im Fall des Todes einen Ablebensschutz für die Hinterbliebenen. Liegt die Inflation während der gesamten Laufzeit über fünf Prozent pro Jahr (auf Basis des zu Grunde gelegten HVPI-Index), dann erhöht sich der Auszahlungsbetrag am Laufzeitende entsprechend. Einstieg ist ab 2.000 Euro möglich, Laufzeit beträgt 15 Jahre und 3 Monate. Petra Schausz und Thomas Jaklin, beide Vorstände der FinanceLife Lebensversicherung AG, erläutern: „Unser neuer Einmalerlag bringt im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine solide Verzinsung von 2,6% pro Jahr und verringert die Auswirkungen einer sehr hohen Inflation.“ Durch die vereinbarte Mindestauszahlung können am Ende der Laufzeit von 15 Jahren und drei Monaten mindestens 147,84% des Nettobeitrages (das entspricht einer Verzinsung von 2,6% p.a. auf

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Beitrag von 10.400 Euro) in die neue Tranche der indexgebundenen Lebensversicherung einzahlt, bekommt am Laufzeitende mindestens 14.784 Euro ausbezahlt. Liegt die Entwicklung des zugrunde liegenden Inflationsindex HVPI jährlich im Schnitt bei sechs Prozent, erhöht sich die Auszahlung auf 18.057,24 Euro. Eine Auszahlung kann zudem auch als lebenslange Pension durch die UNIQA Österreich Versicherungen AG oder der Raiffeisen Versicherung AG erfolgen.

Petra Schausz, Vorstand der FinanceLife Lebensversicherung AG den Nettobeitrag) ausbezahlt werden. Diese Verzinsung entspricht der Entwicklung einer KESt-pflichtigen Veranlagung von 3,10% bezogen auf den Gesamtbeitrag. Die Mindestauszahlung gemessen am Bruttobeitrag (= einbezahlter Beitrag) beträgt 142,15%. Das entspricht einer Rendite von 2,33% p.a.

Inflationsschutz zur Kaufkraftstabilität Wer zum Beispiel einen Nettobeitrag von 10.000 Euro (entspricht einem einbezahlten

Thomas Jaklin, Vorstand der FinanceLife Lebensversicherung AG

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HELVETIA VERSICHERUNG

Schweizer Präzision D

ie Helvetia Versicherung kann auf ein erfreuliches Jahr 2013 zurückblicken. Das Gesamtprämienaufkommen hat erstmals die 250 Mio. Euro Marke überschritten - ein Plus von 6,15 auf 262,9 Mio. Euro. Die Bilanzsumme stieg um 3,9% auf 1,2 Mrd. Euro die Vermögensbestände sind mit einem Plus von 0,5% auf 1,08 Mrd. Euro. Das EGT liegt mit 6,7 Mio. Euro neuerlich auf einem hohen Niveau. Die Combined Ratio liegt mit 95,7% wieder deutlich unter Hundert. Burkhard Gantenbein, Vorstandsvorsitzender: „Nach dem schweren Hochwasser im Juni 2013, erbrachte die Helvetia an ihre Kunden Leistungen von rund 4,5 Mio. Euro. Eine sehr gute Entwicklung im zweiten Halbjahr sowohl im Bereich der Basis- wie auch der Großschäden und ein Ausbleiben weiterer Naturereignisse führten aber in Summe zu einem mehr als zufriedenstellenden technischen Ergebnis. Zusammen mit dem schon seit Jahren stabilen Finanzergebnis können wir auf ein ertragsseitig gutes Jahr 2013 zurückblicken.“ Ebenfalls zufrieden ist Gantenbein mit dem stabilen Wachstumspfad in der Schaden-Unfall-Versicherung und der neuerlich hervorragenden Prämienentwicklung in der Lebensversicherung. Die Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung sind um 12% auf 105,7 Mio. Euro gewachsen. Vertriebsvorstand Werner Panhauser: „Wachstumstreiber in der Lebensversicherung waren die FLV (59,6%) sowie das für unsere Größe starke Einmalerlaggeschäft mit einem Volumen von 31,5 Mio. Euro.“

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Das Schaden-Unfall Segment ist um 2,7% auf 149,2 Mio. Euro gewachsen, in den Sachsparten hat es einen Zuwachs von 3,6% auf 87,9 Mio. Euro gegeben. Die erbrachten Versicherungsleistungen beliefen sich 2013 im Schaden-Unfall Bereich auf 113,4 Mio. Euro und liegen damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Bruttoschadensatz ging auf 62,1% zurück. (2012; 66,2%)

Der Ausblick Das angepeilte Ziel, unter die Top Ten am österreichischen Markt zu kommen wird

Burkhard Gantenbein, Vorstandsvorsitzender und Vertriebsvorstand Werner Panhauser

auch 2014 weiterverfolgt. Wachstumsimpulse werden durch attraktive Produktneuerungen sowie Agentur- und Maklerausbau gesetzt. Die Rentabilität wird durch die im Jahr 2012 eingeführte Maklerportallösung mit automatischer Polizzierung, risikogerechten Tarifierungsmodellen und durch weitere Prozessautomatisierungen verbessert werden.

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VERSICHERUNGSVERBAND (VVO)

Zuwachs erwartet VVO-Präsident Günter Geyer

V

VO-Präsident Günter Geyer sagte bei der Jahrespressekonferenz, der Versicherungsverband (VVO) erwarte, dass die in den vergangenen Jahren rückläufige Lebensversicherung heuer wieder wächst. Grund dafür seien Änderungen bei den steuerlichen Einmalerlags-Mindestbindefristen für über 50-jährige. Deshalb wird heuer bei den Einmalerlägen ein Anstieg der Prämieneinnahmen um rund 20 Prozent erwartet. Geyer erklärte weiters: „Mit der per Anfang März wirksamen Änderung werden die gesetzlichen Mindestbindefristen für die steuerliche Begünstigung von Einmalerlägen für über 50-jährige auf 10 Jahre gesenkt. Mit Jahresbeginn 2011 war bei den Einmalerlägen in der Lebensversicherung die Mindestlaufzeit von 10 auf 15 Jahre verlängert worden, um nur vier statt elf Prozent Versicherungssteuer bezahlen zu müssen. Massive Einbrüche im Einmalerlagsgeschäft im Ausmaß von rund 1 Mrd. Euro waren die Folge. Dies entspreche in etwa 40 Mio. Euro Versicherungssteuer, so Gayer in Richtung Gesetzgeber. Ein für die Regierung positiver Nebeneffekt der Neuregelung sei ein höheres Steueraufkommen aus der Versicherungs-

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wirtschaft. Für das gesamte Lebensversicherungsgeschäft wird heuer ein Prämienplus um 1,5 Prozent auf 6,6 Mrd. Euro erwartet. „Bei der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge sei das Geschäft im Vorjahr sehr ruhig gelaufen“, so Geyer weiter. Doch mit der Anfang August wirksamen Reform habe es im zweiten Halbjahr wieder Zuwächse gegeben: Und auch heuer gebe es erneut Bewegung. Viele Kunden, die ihren Vertrag ruhig gestellt hätten, wollen wieder einsteigen. Im Vorjahr waren rund 1,5 Millionen Verträge mit einem Prämienvolumen von rund einer Milliarde Euro abgeschlossen worden. Zur Diskussion über die Niedrigzinsphase sagte Geyer: „Zwischen Deutschland und

Österreich gebe es deutliche Unterschiede. In Österreich liege der durchschnittliche Rechnungszinssatz bei knapp unter 3 Prozent und damit um rund 1 Prozentpunkt unter dem deutschen Markt. Auch einen kleinen Seitenhieb auf die Sparbuchzinsen konnte sich Geyer nicht verkneifen als er erklärte, die Gewinnbeteiligung bei Lebensversicherungen liege im Durchschnitt zwischen 3 und 3,5 Prozent. Seit dem Geschäftsjahr 2013 müssen zusätzlich Zinszusatzrückstellungen gebildet werden, für den Fall, dass die Zinsen noch sehr lange niedrig bleiben. Das gebe den Kunden die Sicherheit, dass die Lebensversicherer ihre Verpflichtungen gegenüber den Kunden einhalten werden können.

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GENERALI VERSICHERUNG

Optimaler Weg Vorstandsvorsitzender Dr. Peter Thirring

Arno Schuchter, Vertriebsvorstand

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orstandsvorsitzender Dr. Peter Thirring ist mit dem Status seines Unternehmens zufrieden: „Wir stehen heute besser da als vor der Krise.“ In der Schaden-Unfallversicherung liegen die Prämieneinnahmen über der Inflationsrate. Die Combined Ratio wird mit 94,6 Prozent angegeben. Auch in der Lebensversicherung wurde eine moderate Steigerung erzielt. Thirring ist überzeugt, dass sich die positiven Trends auch heuer fortsetzen werden. Die neuen gesetzlichen Mindestlaufzeiten bei Einmalerlägen seien eine gute Voraussetzung dazu. Klaus Wallner, Finanzvorstand, meint endlich sei es so weit, dass ein Zeitplan für

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Solvency II vorliegt. Der Start sei mit 2016 vorgesehen. Kritisch sieht Wallner die sogenannte „Säule III“ Während die „Säule I“ die Höhe des Minimum-Solvenzkapitals regelt und „Säule II“ das RisikomanagementSystem, soll mit der 3. Säule die Berichterstattungspflicht der Versicherer geregelt werden. Wallner sorgt sich, dass ein noch größerer administrativer Aufwand droht, als ohnedies befürchtet wird. Die von der Finanzmarktaufsicht verordneten „Zinszusatzrückstellungen“ für Lebensversicherungsverträge werden sich, so Wallner, auf etwa acht Millionen Euro belaufen. Besser wäre es, könnten diese Rückstellungen als Eigenmittel betrachtet werden. Die Gesamtverzinsung in der klassischen Lebensversicherung belaufe sich auf 3,4 Prozent. Und das sei sicher kein Grund um neue Vorschriften über Zinsrückstellungen zu erlassen. Erfreut zeigte sich Arno Schuchter, seit 1. Jänner 2014 Vertriebsvorstand, dass es wieder einen Zuwachs bei den KundenbetreuerInnen gebe. Dieser Trend soll noch verstärkt werden, denn die Generali plane bis zu 60 neue Mitarbeiter in diesem Bereich einzusetzen. Für den Bankenvertrieb sieht Schuchter viel Potential. „Da ist noch einiges möglich“. Dem Internetmarkt sieht Schuchter derzeit noch nicht wirklich entwickelt. „Aber wir sind wachsam und beobachten den Markt.“ Was bei der Generali bleibt ist

das zentrale Vertriebskonzept, sagte Schuchter weiter. Bei den Kapitalanlagen habe es im vergangenen Jahr kaum Abschreibungen gegeben, sagte Thirring abschließend. Für 2014 will die Generali verstärkt am Markt auftreten. Das soll mit mehr eigenen Kundenberatern und dem Ausbau des BankenVertriebsweges gelingen. Dazu kommen neue, modernisierte Produkte. Besonderes Augenmerk will Thirring der Kundenbindung widmen. Dazu soll bis 2015 eine neue Kundenplattform entstehen.

E S Klaus Wallner, Finanzvorstand

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HELVETIA EXPERTEN CERCLE

„Liquiditätsvorsorge“

„W

as Sie von mir heute nicht bekommen werden, ist eine Produktpräsentation.“ So begrüßt Stefan Moser, Experte im Bereich Unternehmenssicherung der BAV Concepts & Solutions, auf etwas unorthodoxe Weise die Teilnehmer des Helvetia Experten Cercles im Café Landtmann in Wien. Er unterstreicht damit was bereits Edwin Mayer, Vertriebspartnercoach Finanzdienstleistung Wien/ Bgld., als den „neuen“ Weg der Helvetia beschrieben hat – Austausch unter Experten im kleinen Kreis anstelle von Massenveranstaltungen mit Frontalvortrag. Gemeinsam mit Co-Organisator Christian Rosner, Vertriebspartnercoach Finanzdienstleistung NÖ, legen sie das Augenmerk in diesem Rahmen bevorzugt auf Nischenthemen.

Der Anlass dieses Experten Cercles, die Liquiditätsvorsorge, ist ein unterschätztes, aber wichtiges Thema. „Von der Abfertigung ALT sind immerhin noch bis zu 1 Million Österreicher betroffen – das sind ca. 1/3 aller Arbeitnehmer“, verdeutlicht Moser. Zu Liquiditätsproblemen in Folge der Abfertigung ALT kommt es gerade in kleinen Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern. „Hier muss ich auch uns Berater in die Pflicht nehmen – wir müssen aufklären, rechtzeitig Probleme erkennen und Lösungen anbieten“. Den Teilnehmern der insgesamt fünf Veranstaltungen in fünf Bundesländern, stellen Stefan Moser und die Helvetia ein Package bestehend aus Leitfäden, Vorlagen und Berechnungs-Tools zur Verfügung. Alexander Neubauer, Leiter Helvetia Partnervertrieb, über die Intention des Experten

Cercles: „Es ist uns ein großes Anliegen, dass wir Fachdiskursen zu Nischenthemen bewusst Platz einräumen, und diese mit Vertriebspartnern, Maklern und anderen Vertreter der Branche aus unterschiedlichen Perspektiven erörtern. Das Feedback ist durchwegs positiv und das Interesse an der Teilnahme groß. Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe liegt durchaus in unserem Interesse. Entscheidend ist aber die Meinung unserer Vertriebspartner.“

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D WIENER VERSICHERUNGSMAKLER SMAKLER

er 12. Informationstag der Wiener Versicherungsmakler stand unter dem Motto „un.sicht.bar“. Durch das fulminate Programm führte in bewährter Weise Alexander Göbel. Mehr als 450 Gäste nahmen an der Veran-

un.sicht.bar KommR Helmut Mojescick, Fachgruppenobmann Wiener Versicherungsmakler

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staltung teil. Bei seinen Begrüßungsworten verlieh Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler, Helmut Mojescick, der Unsichtbarkeit von Gefühlen Worte, und sprach so manch brisantes Thema direkt an. „Mehr als 40.000 Menschen vermitteln in Österreich Versicherungen, aber wir Versicherungsmakler und Versicherungsmaklerinnen bieten den Kundinnen und Kunden Absicherung für ihr Leben. Der Wunsch unserer Kunden nach Sicherheit ist in allen Lebenslagen groß. Wie sich dieser Wunsch auf den Vorsorge- und Versicherungsbereich auswirken wird, und wie wir unsichtbare Hindernisse aufdecken und darauf reagieren können, wollen wir hier mit hochkarätigen Experten und Referenten aufzeigen und diskutieren.“ Selbst der beste Berater kann nicht voraussehen, was die Zukunft bringt und welchen Hürden sich Konsumenten künftig stellen müssen. Nach dem Prinzip des Zufalls, ist die Zukunft offen und nicht vorhersehbar.

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Der reine Zufall kann aber in der Wissenschaft auch nützlich sein, nämlich um unsichtbare Hürden zu überwinden. Der Quantenzufall wird beispielsweise dazu verwendet, perfekte Zufallszahlen zu erzeugen. Derartige Zufallszahlen sind von großer Bedeutung für unterschiedliche Problemstellungen, die Computer künftig lösen sollen, wie etwa der beste Weg von A nach B. Prof. Dr. Anton Zeilinger, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, hat als Quantenphysiker weltweit erstmalig die Möglichkeit gefunden, unsichtbare Ströme durch Teleportation sichtbar zu machen und damit den Weltrekord für die größte Entfernung aufgestellt. Diese liegt derzeit bei 144 Kilometer und entspricht der Luftlinie von Wiener Neustadt nach Graz. „Mithilfe der Quantenteleportation werden künftige Quantencomputer Information austauschen können, die in der Lage sind, heute verwendete Verschlüsselungssysteme zu brechen. Damit wird eine absolut sichere Verschlüsselung in der Quantenkryptographie sichergestellt, die auf dem reinen Zufall beruht“, erläuterte Zeilinger in seinem Vortrag und im anschließenden Podiumsgespräch mit Dr. Peter Thirring (CEO Generali) und Helmut Mojescick. Wie Prof. Dr. Gerd Gigerenze erklärte, inwieweit wir noch auf unsere Sinne hören, und nach unserem Bauchgefühl entscheiden. Die Hammurabi Gewinner und deren Arbeiten, sowie alles über die Podiumsdiskussionen lesen Sie in der Sonderausgabe „Nachlese zum 12. Informationstag der Wiener Versicherungsmakler“.

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DIALOG LEBENSVERSICHERUNG AG

Workshops „B

U verkaufen in diesen Zeiten – geht das überhaupt?“ Ja, mit dem richtigen Werkzeug. Davon ist die Dialog Lebensversicherung überzeugt. Bei sechs Workshops in ganz Österreich war die Bezahlbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung neben der Notwendigkeit der Absicherung das wichtigste Thema. Dabei war der didaktische Ansatz anders als üblich gewählt. Marktbefragungen der Dialog haben nämlich ergeben, dass die Makler und Finanzdienstleister keine reinen Präsentationen mehr wünschen, sondern in Workshops interaktiv mit den Gesellschaften zusammenarbeiten wollen, um so zu bestmöglichen Erkenntnissen, Schlussfolgerungen und verwertbaren Ergebnissen zu kommen. Auch in mehreren Einzelgesprächen äußerten Vertriebspartner immer wieder den Wunsch, praxisbezogene Themen gemeinsam zu bearbeiten. So wurde das Veranstaltungskonzept entwickelt, das u.a. in der Verpflichtung des bekannten Trainers Alfons Breu von b2b als Coach bestand. Nach der Einführung durch Direktor Helmut Karner, verantwortlich für das Österreich-Ge-

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schäft der Dialog, wurden die Teilnehmer von Key Account Manager Mario Woltsche über die gravierenden Neuerungen informiert, die mit dem Sozialrechtsänderungsgesetz vom 1. Jänner 2014 in Kraft getreten sind. Sie bedeuten erhebliche Einschränkungen in der staatlichen Berufsunfähigkeitpension, die der arbeitenden Bevölkerung bisher noch in keiner Weise ins Bewusstsein getreten sind. Verwunderlich ist dabei die karge Berichterstattung der Medien zu diesem Thema. Das Fazit kann nur lauten, dass die private Absicherung gegen das existenzbedrohende Risiko Berufsunfähigkeit auch in Österreich zu einer Notwendigkeit geworden ist. Danach wurde von Alfons Breu das brisante Thema Berufsunfähigkeit dramaturgisiert. Die Teilnehmer erhielten wertvolle Anregungen und praxisorientierte Tools für ihre tägliche Beratung in diesem immer wichtiger werdenden Geschäftsfeld. Rüdiger R. Burchardi, Vorstandssprecher der Dialog, konnte gemeinsam mit Direktor Karner im Anschluss ein positives Resümee ziehen: „Unser interaktiver Workshop-Ansatz hat seine Feuerprobe bestanden. Gemeinsam sind

BU-Workshop mit hohem Maklernutzen: (v.li.) Direktor Helmut Karner, Alfons Breu, Vorstandssprecher Rüdiger R. Burchardi, Mario Woltsche

wir zu wichtigen Ergebnissen und Praxislösungen gekommen, die für unsere Partner und uns zu einer Win-win-Situation führen. Wir werden auf diesem eingeschlagenen Weg weitermachen.“ VERSICHERUNGSMAKLER BERNHARD FINK AUS BREGENZ HAT DER WORKSHOP SEHR GUT GEFALLEN: „Die Themen waren gut gewählt und wurden interessant präsentiert. Die Teilnehmer wurden immer wieder zur Mitarbeit angeregt.“ Die Qualität der Veranstaltung bewertet er als „ausgezeichnet“. „Der Vortragende ließ sehr viel an Praxiserfahrung einfließen, die auch unmittelbar umsetzbar ist.“ Zum persönlichen Nutzen aus dem WorkshopBesuch stellt Fink fest: „Die Kernbotschaft der Veranstaltung, ‚spitz statt breit’, wird mir in Zukunft beim Verkauf helfen. Eine gezieltere Selektion potentieller Kunden wird sicher zu einer Erhöhung meiner Effizienz beitragen.“

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WIENER STÄDTISCHE ROADSHOW

Volles Programm Q uer durch Österreich führt auch heuer die Roadshow der Wiener Städtischen Versicherung. Das Motto dieses Jahr lautet „Volles Programm“. Vertriebsvorstand Dr. Ralph Müller, Leiter des Alternativen Vertriebes, KR Prok. Gerhard Heine und der jeweilige Landesdirektor führen im lockeren Dreiergespräch durch den Abend. Ein besonderes Highlight des Abends ist der Auftritt von Prof. Bernhard Ludwig. Die zahlreichen Gäste erleben einen unterhaltsamen Abend mit dem Kabarettisten und Verhaltenstherapeut. Der zum kreativen Nachdenken unter dem Motto: Love it, change it or leave it, anregt.

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Denn Humor und Wissenschaft schließen sich nicht aus. Nachdem Seminarkabarett und dem anschließenden Abendessen nutzen viele die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Kollegen und Freunden. Sehen Sie hier die Bilder der Veranstaltungen in Graz mit Landesdirektor Dr. Gerald Krainer, im schneebedeckten Kärnten mit Landesdirektor Erich Obertautsch, im Burgenland mit Landesdirektor Mag. Gerold Stagl und in Krems mit Landesdirektor Wolfgang Lehner. Bei der Auftaktveranstaltung in Graz hat sich auch Akad. Vkfm. Gunther Riedlsperger Fachverbandsobmann der Versicherungsmakler vom „Vollen Programm“ überzeugen können.

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ELVIS AG

Gründung

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ie ELVIS AG (Der Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure) ist das größte Transportnetz Europas und mit mehr als 120 Partnern an 185 Standorten in 20 Ländern ein internationales LKWKomplettladungsnetzwerk. In Österreich wurde die Tochtergesellschaft 2013 gegründet und der operative Start in Sankt Lorenzen im Mürztal ist für diesen Monat geplant. Die fünf Gründungsmitglieder sind die Johann Huber Spedition und Transportgesellschaft mbH, die Johann Weiss GmbH, die Scheffknecht Transporte GmbH, die Koch Spedition KG und die E.L.V.I.S. europäischer LadungsVerbund Internationaler Spediteure AG. Die Zentral-Hauptumschlagsbasis (Hub) in Salzburg ist zirka 2.500 Quadratmeter groß und wird, wie die zweite Hub im Wiener

Neudorf, zirka 4.000 Quadratmeter, von der Johann Weiss GmbH betrieben. Die Unternehmensgruppe hat nun in Zusammenarbeit mit der Wirtschafts-Assekuranz Gruppe ihre Serivceleistungen ausgebaut und die ELVIS Versicherungsmakler GmbH und die ELVIS Dienstleistung GmbH gegründet. Ziel ist es, den Mitgliedern deutliche Kostenersparnisse zu ermöglichen, und sie in den Bereichen Schadenvermeidung sowie Schadenreduzierung zu unterstützen. Zudem bieten die neuen Gesellschaften ihre Beratungskompetenz in verschiedenen Themenfeldern wie Zertifizierung, Sozialvorschriften oder Technik an. Für ihre Mitglieder operiert die ELVIS Versicherungsmakler GmbH als unabhängiger Versicherungsmakler, der mit allen Versicherungen für den gewerblichen Güterverkehr am Markt verhandelt.

Jochen Eschborn, Vorstand der ELVIS AG

ERGO VERSICHERUNG AG

Behindertensportverband

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v.l.n.r.: Kommerzialrätin Brigitte Jank, Präsidentin des ÖBSV und der Wirtschaftskammer Wien und Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der ERGO Austria International AG

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ie ERGO fördert österreichischen Athleten, die bei den 11.Paralympischen Winterspiele in Sotschi antreten. Ziel des Projekts „Medaillen-Partizipationsschein“ ist, den heimischen Aktiven hilfreiche Vorbereitungsmöglichkeiten auf die Winter-Paralympics zu bieten. „Wir unterstützen im Rahmen unserer Corporate Responsibility Strategie Organisationen, die den Schutz des Lebens im Fokus haben, bzw. die Menschen helfen wollen, die unter ihren schwierigen Lebensumständen leiden. Der Österreichische Behindertensportverband sorgt nicht nur dafür, dass vielen motivierten Menschen die Ausübung sportlicher Aktivitäten erleichtert wird, sondern uns imponiert vor allem, dass der Verband durch seine Arbeit zur besseren Integration von Menschen mit Behinderung in unsere Gesellschaft beiträgt“,

erklärt Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der ERGO Austria International AG. Der Österreichische Behindertensportverband setzt sich seit über 50 Jahren für die Entwicklung und Betreuung des Breitensports von Menschen mit Behinderung ein. „Unser Credo ist, dass Sport für alle möglich sein soll. Behinderte Menschen müssen jedoch viele Hürden überwinden, um sportlich aktiv zu sein. Kooperationen wie mit ERGO erleichtern uns die Umsetzung unseres Leitsatzes“, freut sich Kommerzialrätin Brigitte Jank, Präsidentin des ÖBSV und der Wirtschaftskammer Wien. Darüber hinaus hat sich der ÖBSV zum Ziel gesetzt, Ausbildungsprogramme und Schulungen der Betreuer auszuweiten. Zusätzlich wurde ein Fonds eingerichtet, der in besonderen Fällen die Anschaffung von Sportgeräten unterstützen soll.

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