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MATCHBOX 2015


MATCHBOX 2015

Von links nach rechts: F o t o 2 , 3 , 4 , 7, 8 , 11, 13 , 15 , 17, 18 : A n d r e a s N e u m a n n F o t o 6 , 9 : R al f M a g e r F o t o 16 , 17: M a r i l y n N o v a W h i t e


IMPRESSUM

Herausgeber: Metropolregion Rhein-Neckar GmbH und Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V. Kulturb端ro N7, 5-6 68161 Mannheim Tel.: 0621 1298762 E-Mail: matchbox@m-r-n.com www.matchbox-rhein-neckar.de www.facebook.com/matchbox.rheinneckar www.m-r-n.com/kulturbuero Grafik, Design und Redaktion: Atelier Kontrast Kulturb端ro MRN GmbH


INHALT

MATCHBOX – DAS WANDERNDE KUNST- UND KULTURPROJEKT IN DER REGION RHEIN-NECKAR

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DENKFEST

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SLEEPING DRAGON

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EINHAUSEN UNPLUGGED

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HEMSBACH PROTOCOL

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ODENWALD MAN

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MATCHBOX DIARIES

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NIBELUNGEN CYCLE

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KOCHEN MIT MATCHBOX

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MATCHBOX DANKT

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PARTNER UND UNTERSTÜTZER

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F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

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MATCHBOX-TEAM:

Fabian Burstein, Julia Kizhukandayil, Thomas Kraus, Marina Stefan, Désirée Blank, Isabella Heppting, Anna Arenz. Nicht auf dem Bild: Viola Benz, Florian Malzacher, Maximilian Weiß.

MATCHBOX 2015:

– Sieben Projekte in zehn Kommunen im Odenwald und an der Bergstraße – Über 20 internationale, nationale und regionale Künstler – 34 Veranstaltungen in acht Wochen – Über 3.000 Beteiligte


MATCHBOX – DAS WANDERNDE KUNST- UND KULTURPROJEKT IN DER REGION RHEIN-NECKAR

Matchbox ist ein außergewöhnliches Theater-, Tanz-, Performance-, Kunst-, Musik-, Literatur- und Diskursprogramm, das durch die Region zieht, sich in unterschiedlichsten Formen manifestiert, wieder verschwindet, weiterwandert, Spuren hinterlässt. Ein Format, das auf den Entdeckergeist und die Sammelleidenschaft des Publikums der Region setzt und zugleich mit seinen sehr eigenen, immer orts- und gesellschaftsspezifischen Projekten international renommierter Künstlerinnen und Künstler über Landes- und Bundesgrenzen hinausstrahlt. Schritt für Schritt erschließt Matchbox dabei die Landkarte des Rhein-Neckar-Gebietes. Im Auftaktjahr trafen von 1. August bis 27. September 2015 Musikerinnen und Musiker, Performerinnen und Performer, Autorinnen und Autoren und bildende Künstlerinnen und Künstler auf Kommunen der Region, in und mit denen sie ungewöhnliche, eigensinnige und sehr ortsspezifische Kunstprojekte entwickelten. Das Kulturbüro der Metropolregion Rhein-Neckar hatte sie eingeladen, gezielt den ländlichen Raum abseits der urbanen Zentren zu bespielen. Im Mittelpunkt dieses einzigartigen Kunst- und Kulturprogramms steht der künstlerische Prozess, die unmittelbare Teilhabe und das Erleben von Kunst direkt vor der eigenen Haustür – in Gemeinden in BadenWürttemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Die einzelnen künstlerischen Projekte sind soziale Ereignisse, die besondere gemeinsame Räume schaffen. Denn Matchbox ist ein partizipatives Format, das zur Teilhabe einlädt: Mit einer Kunst, die sich mit den realen Lebenswelten von Menschen auseinandersetzt, sie an ihren Arbeiten beteiligt, sie zum Thema, aber auch zu Protagonistinnen und Protagonisten macht. Matchbox lebt von der Unterstützung und Teilnahme der Städte, Gemeinden und vor allem der Menschen vor Ort. Bei der Erstauflage von Matchbox wurden sie eingeladen, gemeinsam über die Beziehung von Kultur und Gesellschaft zu diskutieren (Denkfest in Weinheim), sich an einem Street-Art-Projekt zu beteiligen (Sleeping Dragon in Lindenfels), Unlpugged-Konzerte zu genießen (Einhausen Unplugged), ein Vorbild gelebter Willkommenskultur zu werden (Hemsbach Protocol), an einem Feuerritual teilzunehmen (Odenwald Man in Fürth, Mörlenbach und Rimbach), ein Teil von gelebter Stadtgeschichte zu werden (Matchbox Diaries in Lorsch), bei einem Film mitzuspielen (Nibelungen Cycle in Bensheim, Einhausen, Fürth, Hemsbach, Lindenfels, Lorsch, Mörlenbach, Rimbach, Weinheim und Worms) oder einfach Zuschauerinnen und Zuschauer zu sein.

Matchbox 2015 Eine Veranstaltung des Kulturbüros der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH und des Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V.

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DENKFEST KUNST MACHT GESELLSCHAFT – GESELLSCHAFT MACHT KUNST!?

15. – 16.09.15 WEINHEIM

F o t o : R al f M a g e r

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Das 5. Denkfest stellte die Überzeugung in den Mittelpunkt, dass Kunst und Kultur sozial, politisch und wirtschaftlich relevant sein können und bildete damit zugleich das diskursive Zentrum von Matchbox 2015. Kunst kann Veränderungsprozesse in Gang setzen und zivilgesellschaftliches Engagement entwickeln. Denn Kunst und Kultur finden nicht losgelöst von gesellschaftlichen Realitäten statt, sie nehmen Bezug, spiegeln, diskutieren oder wollen sich zunehmend direkt einmischen. Immer mehr Künstlerinnen und Künstler konzipieren soziale Projekte, operieren im politischen Raum und nutzen künstlerische Mittel, um Antworten auf gesellschaftliche Fragestellungen zu finden. Und so fragten die anwesenden Matchbox-Künstlerinnen und Künstler und andere Referentinnen und Referenten danach, welche Kunst und welche Gesellschaft wir wollen. Anregungen dazu gaben u.a. der irische Street-Artist Will St Leger, der durch seine Kunst direkt in der Gesellschaft interveniert, die österreichische WochenKlausur, die mittels künstlerischer Interventionen Lösungen für konkrete gesellschaftliche Probleme sucht, sowie der kanadische Künstler und Städteplaner Darren O’Donnell mit seinem Kollektiv Mammalian Diving Reflex, dessen Arbeiten zwischenmenschliche Beziehungen in den Fokus rücken. Weitere Denkanstöße gaben: Fabian Rojás und Tobias Schirneck von Who.am.I, die Kindern und Jugendlichen durch Rap zu mehr Selbstvertrauen verhelfen; Kirsten Ben Haddou, die mit der Silent University Ruhr Geflüchteten und Asylsuchenden eine Stimme (zurück)gibt; Sascha Feuchert, der sich mit PEN Writers-in-Prison für verfolgte und unterdrückte Schriftstellerinnen und Schriftsteller einsetzt; Esther Bishop, die mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen individuelle Potenziale durch Musik fördert und Doris Rothauer, die die Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft beleuchtet.


F o t o : R al f M a g e r

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GUNNAR FUCHS, LEITER DES KULTURBÜROS IN WEINHEIM:

F o t o : G u n n a r Fu c h s

Matchbox und Denkfest – innovative Formate und Initiativen, die die Metropolregion braucht, um kulturell zusammenzuwachsen. Weinheim gestaltet diesen offenen und inspirierenden Prozess gerne mit.

HEINER BERNHARD, OBERBÜRGERMEISTER VON WEINHEIM:

Weinheim, als größte Stadt im Rhein-Neckar-Kreis, treibt gerne die Vernetzung der Metropolregion mit voran. Gerade interdisziplinär orientierte kulturelle Projekte wie Matchbox und das Denkfest eignen sich sehr, sowohl in den Raum als auch ins Bewusstsein zu wirken. Ich denke, als Gastgeber konnten wir auch mit dem Ambiente unseres schönen Stadtkerns zum Denken anregen.


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SLEEPING DRAGON WILL ST LEGER

17.08. – 20.09.15 LINDENFELS

Lindenfels ist eine malerische Stadt mit einer mittelalterlichen Burgruine, dem Deutschen Drachenmuseum und gespickt mit diversen Drachenskulpturen auf den Dächern. Doch das Stadtbild ist auch geprägt von leerstehenden Geschäften an der Hauptstraße, geschlossenen Pensionen und aufgegebenen Restaurants. Inspiriert von diesen Gegensätzen verlagerte Will St Leger, der seit zehn Jahren wichtigste Protagonist der aktivistischen irischen Street-Art, seinen Lebensmittelpunkt von Dublin nach Lindenfels. Mit seinem Projekt Sleeping Dragon nahm er die Besonderheiten von Lindenfels – sowohl die Geschichte als auch die gegenwärtigen Schwierigkeiten – als Ansatzpunkt, um Hoffnung zu schöpfen und Neues zu schaffen. Sechs Wochen lang lebte Will in Lindenfels, richtete ein Atelier im leerstehenden St.-Josefs-Heim ein und entwickelte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Kommune mehrere Kunstprojekte, die im September vorgestellt wurden: Er feierte das „Fest des St Leger“ mit dem örtlichen Männerchor und vielen Gästen, ließ den Bürgerturm durch gespendete CDs mit den Lindenfelserinnen und Lindenfelsern in neuem Glanz erstrahlen. Es entstand eine „Tellergalerie“ im Ortskern und Will verabschiedete sich von Lindenfels mit einem großen Fest auf der Burg, bei dem er gemeinsam mit Lindenfelser Künstlerinnen und Künstlern auftrat.


JÜRGEN HERZING, MATCHBOX-UNTERSTÜTZER IN LINDENFELS:

Für mich war das Projekt mit Will St Leger, vor allem die Möglichkeit, diese besondere Art der Straßenkunst kennenzulernen, eine Bereicherung. Sicherlich gab und gibt Ihre Kunstinitiative einen Impuls für die Zukunft in Lindenfels. Meines Erachtens sollte Matchbox jedoch bei den künftigen Projekten versuchen, zumindest teilweise Aktionen zu starten, die auch eine größere Anzahl von Menschen ansprechen, die sich nicht besonders für Kunst interessiert, wie es zum Beispiel beim Odenwald Man der Fall war.

RAJAA BUICK-HAJJI, KÜNSTLERIN AUS LINDENFELS:

F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

Matchbox war für mich eine wertvolle und spannende Erfahrung, die Zusammenarbeit mit Will besonders inspirierend und auch bleibend. Grundlagen, auf denen wir Künstlerinnen, Künstler und Kulturinteressierte in Lindenfels weiter aufbauen können, wurden in den Matchbox-Wochen zahlreich geschaffen.

MICHAEL HELBIG, BÜRGERMEISTER VON LINDENFELS:

Geprägt von hohen Schulden und dem Struktur- und Demografiewandel muss Lindenfels einen Weg vom Kurort zu einem anderen Leitbild finden. Stolz bin ich darauf, dass in Lindenfels so viele hochmotivierte und engagierte Bürger leben. Sie arbeiten sehr viel ehrenamtlich, wie man auch bei dem Projekt Matchbox sehen konnte. Auf Matchbox muss man sich einlassen, um Kunst auf eine so ganz andere Art und Weise zu erleben. Wir sind sehr gespannt auf den Film und ich bin froh, teilgenommen zu haben, denn die nationale, vielleicht sogar internationale Kunstszene hat man nicht alle Tage zu Gast in einer ländlichen Region. So konnten wir in Lindenfels den Flair aus New York, Montreal und Vancouver spüren!

WILL ST LEGER, IRISCHER STREET-ART-KÜNSTLER:

Matchbox ist eines meiner Lieblingsprojekte, die ich bisher gemacht habe, und zwar u.a. deswegen, weil es voller Herausforderungen war: Matchbox war ein neues, unbekanntes Format in Lindenfels, und ich musste meine Kunst an ein sehr spezifisches Publikum richten. Dabei haben einige Formate, wie mein „Fest des St Leger“ super funktioniert, meine Ideen für das Abschlussfest waren leider weniger gut konzipiert. Unvergesslich für mich sind die vielen, engagierten, aufgeschlossenen und freundlichen Menschen, denen ich begegnet bin und ohne die mein Aufenthalt im Odenwald niemals so bereichernd geworden wäre.

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Foto: Andreas N eumann

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STATUE „MATCHES“ VON WILL ST LEGER


F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

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WILL ST LEGER BEIM ABSCHLUSSFEST AUF BURG LINDENFELS „SCHWERT“ UND „WASCHMITTELZEICHNUNG“ VON WILL ST LEGER


EINHAUSEN UNPLUGGED MUSIKCORPS EINHAUSEN MIT MINE, JULIUS GALE UND ZIGGY HAS ARDEUR

21.09.15 EINHAUSEN

F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

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Einhausen ist eine blühende, harmonische Gemeinde. Mit einem regen Vereinsleben, begeisterten Musikerinnen und Musikern, großen und kleinen Festen und Kerwe sowie mit vielen jungen Familien, die sich in ihren schmucken Einfamilienhäusern sehr wohl fühlen. In diese Beschaulichkeit fiel Matchbox ein und eroberte sich die Wohnzimmer mit Einhausen Unplugged. Am 21. September traten drei Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Musikcorps Einhausen auf und spielten als neu gegründete Einhausen Unplugged-Formation drei einzigartige Konzerte. Schon im Vorfeld waren die Einhäuserinnen und Einhäuser aufgerufen, sich mit ihren Locations um die Auftritte zu bewerben, und so fanden die Konzerte an drei außergewöhnlichen Orten statt: Die Mainzer Musikerin MINE, die 2014 ihr Debütalbum veröffentlichte und schon mit Musikern wie Samy Deluxe oder Die Orsons arbeitete, eröffnete Einhausen Unplugged mit einem Konzert im Evangelischen Pfarrhaus. Das zweite Konzert an dem Abend spielte Julius Gale in der alten Scheune von Heike Kaiser. Der Mannheimer Produzent und Songwriter hat sich eigentlich elektronischer Musik verschrieben und wagte sich mit Einhausen Unplugged auf ungewohntes Terrain. Die Alte Schlosserei in Einhausen öffnete ihre Türen für den Auftritt von Ziggy Has Ardeur. Der gebürtige Österreicher gründete 2004 die Art-Rock-Band MY BABY WANTS TO EAT YOUR PUSSY und sorgt derzeit mit seiner Indietronic-Band CUCUC für Aufsehen. Unterstützt wurden die drei Sängerinnen und Sänger an diesem Abend von den Einhäuser Musikerinnen und Musikern Christiane Abresch (Altsax), Hansi Deckers (Tuba), Tobias Gomer (Tenorsaxofon), Alexander Hedderich (E-Bass), Martina Hillenbrand (Klarinette), Heike Kaiser (Querflöte), Jürgen Kilian (Trompete), Bernd Schinke (Posaune/Trompete), Burny Schneider (Drums), Rolf Schneider (Keyboard), Mark Schwarzmayr (Keyboard), Walter Stumpf (Klarinette/Altsax) und Hans-Bernhard Wüst (Bariton). Die Arrangements der Einhausen Unplugged-Konzerte und die Leitung der Proben übernahm der Komponist und Musiker Matthias Dörsam.


F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

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HEIKE K AISER, GASTGEBERIN UND MUSIKERIN:

ZIGGY HAS ARDEUR:

MINE:

Bei Einhausen Unplugged hat mich besonders begeistert, in einer für mich ungewohnten Besetzung zusammen mit Freunden und mit anderen Spitzenklasse-Musikern coole Musik zu spielen, mit der die meisten von uns bisher nur passiv (also als Zuhörer) Kontakt hatten. In Erinnerung bleibt mir als „DorfMusikerin“ vor allem, den regional und überregional bekannten „Saxofon-Gott“ Matthias Dörsam persönlich kennengelernt und erfolgreich mit ihm zusammengearbeitet zu haben. In der Rolle als Gastgeberin für eines der drei Konzerte freut es mich, dass es allen Sängern, Musikern und Gästen in der Scheune nicht nur wegen der klasse Musik, sondern auch wegen der tollen Atmosphäre super gut gefallen hat (ein ganz großes Danke dafür an meinen „verrückten Nachbarn“ Holger!).

Das Projekt Matchbox 2015 war für mich eine wahnsinnig positive Erfahrung. Mein Eindruck war, dass es bei Einhausen Unplugged weniger darum ging, ein perfektes künstlerisches Endprodukt zu schaffen, sondern vielmehr darum, gemeinsam zu arbeiten und etwas Neues zu kreieren. Und so fühlte es sich für mich in jedem Moment danach an, als würden die Begeisterung und Leidenschaft von ganz verschiedenen Menschen aufeinander losgelassen, die sich aufeinander verlassen haben und die schlussendlich an einem großartigen Abend voll zur Geltung kamen. Abgesehen von der tollen, entstandenen Musik, den außergewöhnlichen Konzert-Locations und den vielen neuen Erfahrungen für alle Beteiligten und Besucher, habe ich das Gefühl, dass die Gemeinde, ebenso wie ich, längerfristig von diesem gemeinsamen Erlebnis zehren wird.

Für mich war Einhausen Unplugged eine außergewöhnliche Erfahrung. Ich hatte vorher noch nicht in einer solchen Besetzung gespielt. Mit den Matchbox-Musikern zu arbeiten war angenehm locker. Wir haben bei den Proben recht spontan auf die Arrangements reagiert und einfach Dinge umgestellt, damit der Song besser klang. Beim Konzert herrschte dann eine ganz liebevolle und heimisch gemütliche Atmosphäre. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis, das mir eine Weile im Kopf bleiben wird.

MATTHIAS DÖRSAM, ARRANGEUR FÜR

HELMUT GLANZNER,

EINHAUSEN UNPLUGGED:

BÜRGERMEISTER VON EINHAUSEN:

Wir hatten bei Einhausen Unplugged drei super Konzerte in drei sehr schönen Locations. Es war von skurril bis Gänsehaut alles dabei. Die Musiker, die allesamt ihre Freizeit geopfert hatten, liefen zur Höchstform auf und ließen die Solisten in gutem Licht erstrahlen. Ich hatte große Freude an der Kombination von edler Sangeslust und bodenständiger Blasmusik. Es ist unstrittig, dass hier etwas ganz Eigenes entstanden ist, mit der Seele von Frank Zappa und den Spirit von Tom Waits.

Matchbox setzt nachhaltige, gesellschaftliche Impulse in den beteiligten Gemeinden und damit bald in der ganzen Region. Durch die Vernetzung der Künstler mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort macht Matchbox Kunst greifbar und sogar erlebbar.


HEMSBACH PROTOCOL – KOCHWETTBEWERB HAUSGEMACHTES HEMSBACH MAMMALIAN DIVING REFLEX

08.– 28.08. & 24.09.15 HEMSBACH

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Das Rhein-Neckar-Gebiet ist seit jeher auch ein Ort der vielfältigen kulturellen Einflüsse, der Menschen, die herziehen, die wegziehen, die ein Leben suchen. Zu Zeiten ein Ort der Gastfreundschaft und zu anderen Zeiten der Ressentiments. Die Schicksale von Geflüchteten und die Frage ihrer Unterbringung sorgen für politische und gesellschaftliche Diskussionen in Europa, Deutschland und der Region und stellen die Kreise und Kommunen vor große finanzielle, organisatorische, vor allem aber menschliche Aufgaben. Wie wir mit Menschen in Not umgehen, sagt viel darüber aus, was für eine Welt wir wollen, was uns unsere eigenen Werte und Ideale bedeuten. Die Stadt Hemsbach stellt sich dieser Aufgabe auf bemerkenswerte Weise, indem sie verstärkt auf Bürgerbeteiligung setzt und versucht, die Geflüchteten von Anfang an zu integrieren. Das Künstlerkollektiv Mammalian Diving Reflex unter der Leitung des kanadischen Performers und Stadtplaners Darren O’Donnell hat sich voll und ganz der sozialen Kunst verschrieben und greift diese gesellschaftliche Herausforderung im Rahmen des Projekts Hemsbach Protocol auf. Nach einem dreiwöchigen Rechercheaufenthalt der Künstlerinnen und Künstler in der Hemsbacher Flüchtlingsunterkunft Luisenhof präsentierten sie im Rahmen von Matchbox 2015 einen ersten Zwischenstand ihres Vorhabens, das auf zwei Jahre angelegt ist und mit Unterstützung des Rhein-Neckar-Kreises umgesetzt wird. So traten bei dem internationalen Kochwettbewerb „Hausgemachtes Hemsbach“ fünf Kochteams, bestehend aus Hemsbacherinnen und Hemsbachern und Bewohnerinnen und Bewohnern des Luisenhofs, in einen kulinarischen Wettstreit: Innerhalb einer Stunde mussten sie aus einer vorher unbekannten Mischung von Zutaten aus Deutschland, Gambia, Afghanistan, Indien, Albanien, Georgien und Nigeria ein Gericht kreieren. Eine Jury kürte im Anschluss das Gewinnerteam. Dabei entstand jedoch weit mehr als fünf leckere Gerichte, denn die neuen Essenskreationen sollen ein Symbol sein, für all die guten Dinge, die entstehen können, wenn Kulturen sich aufeinander einlassen und Verbindungen eingehen.


DARREN O’DONNELL, MAMMALIAN DIVING REFLEX:

F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

Hemsbach Protocol ist das schwierigste Projekt, das ich bisher geplant habe, denn es geht um mehr als Kunst, es geht um Menschen. Und das ist eine große Verantwortung. Ich bin jedoch sehr froh, dass wir das Projekt in Hemsbach umsetzen, denn die Menschen hier heißen ihre neuen Mitbürger mit offenen Armen willkommen. Die Bevölkerung hat die Chance, die Komplexität der Welt vor ihrer eigenen Haustür kennenzulernen, und nutzt diese mit Freuden. Dabei gehen zwei Menschen in Hemsbach als Vorbilder voran: Jürgen Kirchner, der Bürgermeister von Hemsbach, der mit ständigem Einsatz versucht, Verbindungen zwischen Alteingesessenen und Neuankömmlingen zu finden, und Thomas Pohl vom Ordnungsamt der Stadt. Ich habe selten jemanden getroffen, der sich mit so viel Hingabe, Interesse und Liebe der Aufgabe widmet, Menschen ein neues Zuhause zu geben.

JÜRGEN KIRCHNER, BÜRGERMEISTER DER STADT HEMSBACH:

Hemsbach ist eine attraktive Wohngemeinde für alle Generationen mit einem breiten Sportund Freizeitangebot und einem abwechslungsreichen Kulturprogramm. Die gelebte Willkommenskultur gegenüber den Flüchtlingen, die in Hemsbach untergebracht sind, sowie die breite Bürgerbeteiligung bei unserer Stadtentwicklung zeigen einmal mehr, dass Hemsbachs Bevölkerung engagiert und offen gegenüber Neuem ist. Dass die Hemsbacher Bevölkerung die Möglichkeit bekommen sollte, sich und ihre Ideen in eine Nibelungen-Verfilmung und in ein Flüchtlingsprojekt einzubringen, fanden wir großartig an Matchbox. Solch ein Kunst- und Kulturprojekt gab es in Hemsbach bisher noch nicht, und wir wollten die Chance nutzen, Teil davon zu sein und neue Erfahrungen zu machen. Sowohl die Filmdreharbeiten als auch das Flüchtlingsprojekt waren und sind eine Bereicherung für Hemsbach, da beides neue Dimensionen in einer aktiven Kulturarbeit, bei der jede und jeder mitmachen kann, eröffnet hat.

BÜRGERMEISTER JÜRGEN KIRCHNER MIT DARREN O‘DONNELL, JANA EITING UND CHOZIN TENZIN (V.L.N.R.) VON MAMMALIAN DIVING REFLEX

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Alle Fotos: Andreas N eumann

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ODENWALD MAN SHOWCASE BEAT LE MOT

17.08. – 25.09.15 FÜRTH, MÖRLENBACH, RIMBACH

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DIE KÜNSTLERGRUPPE SHOWCASE BEAT LE MOT ERÖFFNET DAS RITUAL ZUM ODENWALD MAN

Nichts weniger als die Austreibung all der bösen und die Freisetzung all der guten Geister des Odenwalds haben sich Showcase Beat Le Mot, die Meister eines sehr eigenen, stets entspannten postdramatischen Theaters, diesmal vorgenommen: Sechs Wochen lang zogen sie an die Weschnitz, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Region die monströse Figur des Odenwald Man – eine etwa acht Meter hohe Holzstatue – zu konzipieren und zu realisieren. Gemeinsam wurden Wünsche und Ängste in den Koloss verbaut, Sagen und Mythen des Odenwalds freigelegt und neue erfunden, um sie am Ende in einem rauschenden Ritual zu opfern. Das große Feuer schließt an alte Traditionen an: In China werden Geld und Markenturnschuhe verbrannt, damit die Toten es im Jenseits besser haben, im Odenwald gab es jahrhundertelang Lärmfeuer als Frühwarnsystem vor Krieg und anderer Unbill. Feuer zerstört, reinigt und hinterlässt den Humus für Neues. Showcase Beat Le Mot – eine der international bekanntesten Gruppen der Gießener Schule, die seit den 1990er Jahren die Theaterlandschaft umpflügt – greift solche historischen Verbindungen lustvoll auf und katapultiert sie in die Gegenwart. Schon im Vorfeld waren alle Menschen in der Region aufgerufen, das Opferfest mitzugestalten: Wie soll er aussehen, der Odenwald Man, was soll er symbolisieren? Was soll die Zukunft bringen? Die Kommunen Fürth, Mörlenbach und Rimbach mit ihren über 180 Vereinen haben sich für dieses Projekt zusammengeschlossen, halfen bei Konstruktion, Aufbau und Abfackeln, während Musikvereine und Chöre das neue Ritual angemessen umrahmten. Aber auch alle anderen waren eingeladen, sich als Brandbeschleunigerinnen und Brandbeschleuniger zu beteiligen, denn schließlich mussten auch die Baumaterialien gefunden werden: Der alte Stuhl erinnerte an eine verflossene Liebe. Der Zeitungsstapel stand für all die schlechten Nachrichten, die dauernd auf uns einprasseln. Und so wuchs und gedieh der Odenwald Man und wurde schließlich gemeinschaftlich in einem großen Reinigungs- und Opferritual dem Feuer übergeben, mit dem alle Wünsche und Verwünschungen in Rauch aufgingen.


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SHOWCASE BEAT LE MOT:

Odenwald Lässt euch kalt Zündet an Und seht wie gut Odenwald brennen kann Odenwald Man Landschafts-Gangrän Im Holozän Warst du schön Odenwald Man Zündet an Und seht wie gut Er brennen kann Odenwald Wind blas halt Fach gut an Den Odenmann Odenwald Man Bleibt nicht stehn Mein Feuerzeug Sagt ihm Auf Wiedersehn Odenwald Man Landschafts-Gangrän Im Pleistozän Warst du schön Odenwald Man Zündet an Und seht wie gut Er brennen kann

HOLGER SCHMITT, BÜRGERMEISTER VON RIMBACH:

MARINA STEFAN, PROJEKTMANAGERIN:

Das Matchbox-Projekt ist aus meiner Sicht so besonders, da es überregional stattfindet und internationale Künstler in unsere Region bringt. Durch die Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro und den umliegenden Kommunen wird die interkommunale Zusammenarbeit gefördert und das „Wir-Gefühl“ der Menschen in der Region gestärkt. Das Kunst- und Kulturprojekt ist für alle Personenkreise zugänglich, da es zu den Menschen in die Region kommt und vor Ort stattfindet.

Von außerhalb kommend, betrachtet man seine Umgebung immer mit anderen Augen, erkennt neues Potenzial in Alltäglichem und kann Perspektiven verrücken. In Fürth, Mörlenbach und Rimbach gibt es eine wahnsinnig hohe Vereinsdichte. Alles ist ein Verein, und jeder ist in mindestens drei Vereinen Mitglied. Das behaupte ich mit Sicherheit. Die Leute sind mir immer offen und mit großem Stolz auf ihren Verein begegnet. Ohne es zu merken, habe ich mir im Weschnitztal einen kleinen Freundeskreis aufgebaut. Letztlich ist es so einfach: Wer mit Neugier, Zeit und Interesse auf sein Gegenüber zugeht, wird auf offene Gesichter stoßen. Aber wer die Bereitschaft zur Begegnung nicht mitbringt, weil einem das Gegenüber zu „anders“ erscheint, wird sich von seiner Umgebung nie inspirieren lassen können. Ich vermisse meinen Campingwagen, der für zwei Monate mein Zuhause war, jeden Tag.

PETER BUDSKY, ARK ANSAS TRAVELLERS:

Als kleiner Verein sind wir immer bestrebt, uns in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Da war der Odenwald Man für uns natürlich die ideale Plattform. Eigentlich war es auch ein Ziel der Aktion, viele Vereine aus dem Weschnitztal einzubinden und sich dabei gegenseitig kennenzulernen. Leider ist es dazu nicht gekommen. Jeder Verein hat (wieder mal) sein „Ding“ gemacht, und an der Abschlussveranstaltung haben dann ausnahmslos Fürther Vereine teilgenommen. Das fand ich schade, denn die Grundidee fand ich sehr gut.


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Foto: Andreas N eumann

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MATCHBOX DIARIES AKOS DOMA, MARJANA GAPONENKO, QUE DU LUU, JOSÉ F. A. OLIVER, NELLJA VEREMEJ

01. – 15.08. & 27.09.15 LORSCH

Nachkriegsgeschichten, Vorwendegeschichten. Fluchtgeschichten, Ankunftsgeschichten, Dableibgeschichten. Geschichten mit dramatischen Wendungen und Geschichten mit Liebe zum Detail. Würde nur jemand all die Lebensgeschichten aufschreiben, der Alteingesessenen, der Neuhinzugekommenen, der Durchreisenden: Das wäre ein Stadtporträt! In Lorsch machten die Matchbox Diaries den Anfang einer solchen oral history: Alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt wurden aufgerufen, Menschen aus den verschiedensten Ecken der Gesellschaft vorzuschlagen, deren Leben sie gerne einmal lesen würden. Fünf davon wurden ausgewählt – und mit vier Schriftstellerinnen und Schriftstellern zusammengebracht, die dann diese Erzählungen zu Papier brachten. So wird in jener Stadt, die den Lorscher Codex aus dem 12. Jahrhundert zu ihren berühmtesten Kulturschätzen zählt und deren UNESCO-geschütztes Kloster alljährlich tausende Touristinnen und Touristen anzieht, die Gegenwart anhand von Alltagsbiografien in die Geschichtsschreibung miteinbezogen. Die beteiligten Autorinnen und Autoren – Akos Doma, Marjana Gaponenko, Que Du Luu, José F. A. Oliver und Nellja Veremej – sind allesamt Trägerinnen und Träger des renommierten Chamisso-Preises bzw. des Chamisso-Förderpreises: Diese wichtige Literaturauszeichnung wird an deutschsprachige Autorinnen und Autoren verliehen, die nicht mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen sind – wie einst Adelbert von Chamisso. Ein Grundmotiv, das auch Matchbox prägt: das Rhein-Neckar-Gebiet als eine Gegend zu zeigen, die historisch immer wieder von starken Migrationszügen verändert wurde, als eine Gegend im dauernden Umbruch. Akos Doma porträtierte die Erzieherin Jacky Maier (Jahrgang 1970), die auch einen Seconhandladen in Lorsch betreibt. Marjana Gaponenko setzte sich mit dem Leben des pensionierten Lehrers Elmar Ullrich (Jahrgang 1939) auseinander, der als Musikforscher im Kloster Lorsch aktiv ist, und schrieb zudem über den Metallbildhauer Jürgen Heinz (Jahrgang 1969), dessen Atelier sich in Lorsch befindet. Que Du Luu brachte die Biographie des pensionierten Einzelhandelskaufmanns Peter Dorn (Jahrgang 1929) zu Papier, der sich leidenschaftlich im Heimat- und Kulturverein engagiert. Nellja Veremej schrieb über die Dolmetscherin Aster Walter (Jahrgang 1971), die sich ehrenamtlich in die Flüchtlingshilfe einbringt. Während des zweiwöchigen Aufenthalts der Matchbox-Autorinnen und -Autoren in Lorsch fand neben der intensiven Arbeit an den Biografien ein literarisches Rahmenprogramm statt: Gegen kleine Geschenke gab es exklusive Lesungen in der „Literatur Solo Kabine“, einem umfunktionierten Bauwagen. Eine Woche lang patrouillierte täglich die „Literatur Polizei“, bei der Texte über die Lautsprecheranlage eines Polizeiautos vorgetragen wurden. Zwei Autorinnen erarbeiteten in dem Workshop „Chapter: Escape“ mit afghanischen Flüchtlingen Texte zum Thema Flucht, und in einem weiteren Workshop führte der Chamisso-Preisträger José F. A. Oliver eine Gruppe interessierter Lorscherinnen und Lorscher in die Grundlagen des biografischen Schreibens ein. Die Essays, die in den ungewöhnlichen Lorscher Matches entstanden, wurden Ende September 2015 in einem Lesungs-Parcours von den Autorinnen und Autoren gemeinsam mit den literarischen Protagonistinnen und Protagonisten präsentiert – jeweils an Orten, die für die Porträtierten von besonderer Bedeutung sind. So spazierte man, mit musikalischer Begleitung von Reverend Krug und der B-Jugend, von Leben zu Leben, von Ort zu Ort, durch die Stadt, durch die Jahrzehnte.


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QUE DU LUU, MATCHBOX-AUTORIN:

Erst im Nachhinein habe ich gemerkt, wie perfekt durchdacht und organisiert die ungewöhnliche Lesetour zum Abschluss der Matchbox Diaries war. Meist wollen Veranstalter gar nicht, dass das „Publikum“ mitmacht, es wird als etwas sehr weit Entferntes gesehen. Das Publikum darf normalerweise nur aus der Distanz bestaunen. Ich denke aber, Mitmachen ist die Zukunft, sonst wird Kunst – in allen Sparten – zunehmend uninteressant, wenn man nicht wirklich etwas damit zu tun hat, wenn keine Interaktion erfolgt. Beeindruckend fand ich auch, wie viele unterschiedliche Aktionen bei Matchbox gleichzeitig stattfinden konnten – immer noch kaum vorstellbar. Das ist ja auch Kunst, nicht nur das, was die Künstler vor Ort machen, sondern Kunst sind ebenso die Einfälle vom Matchbox-Team für kuriose Aktionen: durch Neues zu irritieren. Vor allem: weg von den normalen Lesungen. FABIAN BURSTEIN, KÜNSTLERISCHER LEITER MATCHBOX DIARIES:

Die Idee zu den Matchbox Diaries ist fast schon organisch aus der Philosophie von Matchbox hervorgegangen: Über allem steht ja das „Match“, die enge Verbindung zwischen Künstlern aus internationalen Bezügen und sogenannten normalen Bürgern aus ländlichen Kommunen des Deltas, die in vertrauensvoller Arbeit etwas Originäres hervorbringen. Im Kontext Literatur findet dieser Anspruch im biografischen Schreiben seine ultimative Entsprechung. Biograf und Porträtierter müssen auf Augenhöhe agieren und eins werden, um die inhaltliche Tiefe einer Lebensgeschichte erlebbar zu machen. Dass es die Matchbox Diaries geschafft haben, die bekannten Schriftsteller und ChamissoPreisträger quasi zu „dienstleistenden“ Biografen und die Lorscher Bürger zu den literarischen Helden der daraus resultierenden Biografien zu machen, ist wiederum ein Kulturbruch, den nur ein unkonventionelles Format wie Matchbox hervorbringen kann.

DIE LORSCHER MATCHES BEIM GEMEINSAMEN FRÜHSTÜCK

CHRISTIAN SCHÖNUNG,

PETRA-MARLENE GÖLZ, UNTERSTÜTZERIN AUS

BÜRGERMEISTER VON LORSCH:

LORSCH, NIBELUNGENSCHATZ-SAMMLERIN,

Das Benediktinerkloster in Lorsch war schon immer ein Ort, an dem viele Nationen zu Gast waren. Nicht umsonst gilt Karl der Große, dessen Reichskloster die Abtei war, als Vater Europas. Die große Leistung der Karolinger, auf die Lorsch zurückgeht, bestand darin, dass man Fremdes respektierte, ja assimilierte und wertschätzte – selbst wenn es aus der heidnischen Antike stammte. So nahm beispielsweise die Geschichte der modernen Medizin im christlichen Abendland, die auf antiken Rezepturen aufbaut, in Lorsch ihren Anfang. Wenn es wahr ist, dass die Identität einer Bevölkerung (auch) in ihrer Geschichte ruht, dann gründen wir in einem Erbe, wie es gerade heutzutage nicht wertvoller sein könnte. Wir sind stolz, dieses Erbe durch Matchbox fortgeführt zu haben.

STATISTIN, TEILNEHMERIN DES SCHREIBWORKSHOPS:

Der Workshop „Biografisches Schreiben“ mit José F. A. Oliver war ein besonderes Geschenk für mich, denn wir hatten in der Gruppe einen intensiven, achtsamen und konzentrierten Abend. Die spontanen Ergebnisse überraschten uns alle. Wir möchten uns im kleinen Kreis sporadisch weiter treffen, um am Thema zu bleiben. Ich habe seither etwa 18 Lebensjahre erzählerisch notiert. Der Nibelungenschatz von Matchbox 2015 liegt hier, in den Begegnungen, in allen, die partizipiert haben.


NIBELUNGEN CYCLE NATURE THEATER OF OKLAHOMA WORMS, BENSHEIM, LORSCH, EINHAUSEN, WEINHEIM, HEMSBACH, MÖRLENBACH, RIMBACH, FÜRTH UND LINDENFELS

01. – 20.09.15

F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

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MATCHBOX-ERÖFFNUNG IN WORMS

Auf der Suche nach dem verlorenen Schatz der Nibelungen oder zumindest nach dem Geheimnis und der Bedeutung des größten deutschen Epos: Das New Yorker Nature Theater of Oklahoma begab sich auf eine dreiwöchige Fahrradtour durch die Nibelungenlande. Die Gemeinden und Städte lieferten Motive und Themen: von der original Wormser Burgkulisse, die Fritz Lang für seinen Film in Babelsberg umständlich nachbauen musste, über das schöne Deutsche Drachenmuseum in Lindenfels, bis zum Lorscher Kloster, das dem Nibelungenlied zufolge von Ute nach dem Tod ihres Gatten Dankrat gestiftet wurde. Die international gefeierten Theatermacher Kelly Copper und Pavol Liška waren diesmal nicht in den großen Hauptstädten der Welt tätig, nicht am Wiener Burgtheater oder beim Festival von Avignon, sondern radelten mit großer Filmausrüstung auf theatraler Spurensuche durch kleine Kommunen und abgelegene Gegenden. Auf ihrer Tour mobilisierten sie die Bevölkerung und drehten gemeinsam eine neue Fassung des Nibelungenliedes. Inspiriert vom expressiven Schauspielstil und den eindrücklichen Bildern Fritz Langs wurden die 191 Szenen und die 21 öffentlichen Drehs selbst zu Theaterperformances und zum Mitmachereignis, musikalisch unterstützt vom Hermann Art Kollektiv – einem regional einzigartigen und interdisziplinär ausgerichteten Verbund von Künstlerinnen und Künstlern – und zahlreichen Musikerinnen und Musikern vor Ort. Am Ende steht dann ein filmisches Gesamtwerk, das nur durch die aktive Beteiligung vieler Hunderter Menschen gelingen konnte. Das Opus, das Langs Stummfilmklassiker an Monumentalität selbstverständlich in nichts nachstehen wird, feiert 2016 in der Region Rhein-Neckar Premiere, wenn die beiden Künstler zurückkehren, bevor sie den Film anschließend auf den Festivals der Welt zeigen.


Foto: Marilyn N ova White

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F o t o : A n d r e a s N e um an n

VOLKERS PROPAGANDAZUG DURCH BURGUND AUF DEM LORSCHER MARKTPLATZ

KELLY COPPER UND PAVOL LIŠK A, NATURE THEATER OF OKLAHOMA:

Wir haben von Matchbox zum ersten Mal von Florian Malzacher gehört (Kurator von Matchbox, Anm. d. Red.). Wir kennen Florian schon sehr lange, und er wusste, dass wir auf der Suche nach einer Möglichkeit waren, die Art und Weise unseres Arbeitens zu ändern, nachdem wir ein sieben Jahre andauerndes Projekt abgeschlossen hatten. Als er uns von Matchbox erzählte, hörte es sich für uns wie die perfekte Gelegenheit an, diesen Wunsch umzusetzen. Nach über einem Jahr der Zusammenarbeit mit dem Matchbox-Team können wir sagen, dass Matchbox uns wirklich geholfen hat, bei unserer Arbeit neue Wege zu gehen. Wir hoffen, dass wir das für die Zukunft beibehalten können.

DREHARBEITEN AM BADESEE IN BENSHEIM


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DIE GROSSE SCHLACHT GEGEN DÄNEMARK UND SACHSEN IN RIMBACH


Foto: Marilyn N ova White

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Foto: Marilyn N ova White

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Foto: Marilyn N ova White

DREHARBEITEN IM MÖRLENBACHER BETONWERK

Foto: Marilyn N ova White

DIE BURGUNDER AUF DER WEINHEIMER WACHENBURG

DAS GROSSE INFERNO IN EINHAUSEN


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F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

DAS MATCHBOX-PRODUKTIONSBÜRO IN FÜRTH

ANKUNFT DES NIBELUNGEN CYCLE AUF DER BURG IN LINDENFELS

HEMSBACH TRAUERT UM SIEGFRIED


KOCHEN MIT MATCHBOX REZEPTE AUS WORMS, BENSHEIM, LORSCH, EINHAUSEN, MÖRLENBACH, WEINHEIM, HEMSBACH, RIMBACH, FÜRTH UND LINDENFELS

„IM LAUFE DES NIBELUNGEN CYCLE IST EINES DEUTLICH GEWORDEN: WIR HABEN MENSCHEN GETROFFEN, DIE BEREIT WAREN, UNSERE TRÄUME GEMEINSAM MIT UNS UMZUSETZEN. EGAL, WELCHE IDEEN WIR HATTEN, DAS MATCHBOX-TEAM UND DIE BEWOHNER DER ZEHN KOMMUNEN HABEN ALLES DARAN GESETZT, ES MÖGLICH ZU MACHEN. BESONDERS BEEINDRUCKEND WAR DABEI DIE ALLGEGENWÄRTIGE GASTFREUNDSCHAFT. WIR BEKAMEN IMMER HILFE, UNS WURDEN BETTEN ANGEBOTEN, UND STÄNDIG GAB ES EINLADUNGEN ZUM ESSEN. WIR KONNTEN DIE REGION SO SEHR GUT KENNENLERNEN, VOR ALLEM AUCH KULINARISCH. DAFÜR UND FÜR DIE VIELEN SCHÖNEN BEGEGNUNGEN IN DER REGION RHEINNECKAR KÖNNEN WIR UNS GAR NICHT GENUG BEDANKEN.“ KELLY COPPER UND PAVOL LIŠK A, NATURE THEATER OF OKLAHOMA


WORMS BACKFISCH IN BIERTEIG

F o t o : A n d r e a s N e u ma n n

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MICHAEL KISSEL, OBERBÜRGERMEISTER VON WORMS:

Die Nibelungenstadt Worms hat sich sehr über die Hochzeitsgäste zur Eröffnung von Matchbox 2015 von nah und fern gefreut, eine bunte Gesellschaft, die viel Anfang und wenig Ende hat spüren lassen. PATER RALF SAGNER OP, DOMINIK ANERKLOSTER ST. PAULUS, WORMS:

Das Matchbox-Projekt Nibelungen Cycle reiht sich in meinen Augen in die Aktionskunst ein, in der Künstler mit engagierten Menschen und an geprägten Orten etwas Einmaliges, Unwiederholbares schöpfen. Beides, die Menschen und die Orte, bestimmen neben der klaren Intention, die Nibelungenlegende zu interpretieren, das Ergebnis. Die jetzt folgende Postproduktion ist eine Art Veredlung. So wie man einen kostbaren Stein in ein Schmuckstück fasst und ihn damit wertmäßig hebt, aber gleichzeitig etwas Eigenständiges schafft. Vielleicht sehen wir das 2016 auf der Leinwand. Dann gehört die Erinnerung der Mitwirkenden daran unlösbar zu diesem Werk.

500 G F i s c h f i l e t s 125 ML B i e r 125 G M e h l 2 Eier 40 G B u t t e r Salz Pfeffer

Zunächst das Mehl mit Salz würzen und mit Bier glatt verrühren. Die Eier trennen und das Eiweiß beiseitestellen. Das Eigelb unter den Bierteig rühren und den Teig ca. 15 Minuten quellen lassen. Die Butter auf niedriger Temperatur zerlassen und etwas abkühlen lassen, dann mit dem Handrührgerät unter den Bierteig rühren. Das Eiweiß steif schlagen und unter den Bierteig heben. Rotbarschfilet oder Seelachsfilet in mundgerechte Stücke teilen und mit etwas Küchenpapier trocken tupfen. Mit Pfeffer und Salz würzen. Die Fritteuse ohne Korbeinsatz auf ca. 170°C vorheizen. Die Fischportionen einzeln durch den Teig ziehen und vorsichtig ohne Korb in das heiße Frittierfett legen. Dabei nicht mehr als 5 oder 6 Fischstücke auf einmal frittieren. Nach ca. 5 Minuten den ausgebackenen Fisch mit einer Schaumkelle aus der Fritteuse heben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Dazu passt hervorragend Pfälzer Kartoffelsalat.


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Foto: Marilyn N ova White

BENSHEIM APFELWEINTIRAMISU

400 G L ö f f e l b i s k u i t ¾ L A p f e l w e i n 200 G Z u c k e r 1 PKG V a n i l l e p u d d i n g 2 EL E s p r e s s o p u l v e r 3 EL A m a r e t t o 6 Eigelb 150 G Z u c k e r 500 G M a s c a r p o n e

Apfelwein, Zucker und Vanillepudding aufkochen und abkühlen lassen. Das Espressopulver in 150 ml heißes Wasser rühren und 3 EL Amaretto zufügen. Eigelb und Zucker schaumig schlagen und mit Mascarpone mischen. Eine viereckige Backform mit einer Schicht Biskuit auslegen. Einen Teil der Apfelweinmischung auf die Biskuits geben, anschließend eine Schicht Mascarponecreme aufstreichen. Darüber eine Schicht Biskuit (mit Espresso-Amaretto beträufeln). Mit einer Schicht Mascarponecreme abschließen. Über Nacht in den Kühlschrank stellen und vor dem Servieren mit Kakao bestäuben.

ROLF RICHTER, BÜRGERMEISTER VON BENSHEIM:

Mit dem Projekt Matchbox hat die Metropolregion Rhein-Neckar mit ihrem Kulturbüro und den beteiligten Städten und Gemeinden einen sehr produktiven Weg beschritten, der zu einer weiteren kulturellen Aufwertung der Region führt. Ich bin mir sicher, dass durch solche Aktionen das „Wir-Gefühl“ in der Region gestärkt wird. BERTHOLD MÄURER, TEAMLEITER PARKTHEATERVHS-GALERIEN STADTKULTUR BENSHEIM:

Wir gehörten zu den ersten, die bei Matchbox mitgemacht haben, weil wir neugierig waren. Und wir waren sehr gerne dabei. Die Idee, das Nibelungenland in einem derartigen Film neu zu präsentieren, fanden wir sehr faszinierend. Bensheim ist eine wunderschöne Stadt an der Bergstraße, gesegnet mit natürlichen Ressourcen, wie Wein und viel Landschaft, und einer an Kultur sehr interessierten Bevölkerung. Das Projekt kam bei uns sehr gut an. So war es auch nicht verwunderlich, dass eine ganze Reihe von Personen aus der Kulturszene sich daran beteiligte. Das Projekt fiel wunderbar aus dem Rahmen, ohne dass dabei etwas zerbrach. Wir konnten uns an einem interessanten und spannenden Spiel beteiligen, das durch alle Beteiligten, sei es vor oder hinter der Kamera, sehr ernsthaft und gewissenhaft gespielt wurde. Ich würde sofort noch einmal mitspielen und bin schon sehr gespannt auf den Film. Man muss in der Kulturarbeit oft etwas wagen, um diese zu bereichern und voranzutreiben.


LORSCH WELSCHBROT

Foto: Marilyn N ova White

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GABI DEWALD, LEITERIN DES KULTUR- UND TOURISMUSAMTS LORSCH:

Matchbox stellt nicht nur die Region statt der Metropolen in den Mittelpunkt, sondern verkehrt auch die klassischen Parameter der darstellenden und bildenden Kunst: aus dem „White Cube“, aus den klassischen Institutionen hinaus auf die „Bühne des Lebens“. Die Künstler setzen den Alltag mit dessen Akteuren in Szene, treten selbst dahinter zurück. Die Leute werden zur Kultur, zur Kunst ermutigt, ohne pädagogischen Impetus, die Schwelle ist denkbar niedrig. Doch der Anspruch an die Qualität und die Sinnhaftigkeit der Aktionen sind – und das ist außerordentlich entscheidend – enorm hoch. Nur so kann man ein „Best Practice“ entwickeln. Ein spannendes und unbedingt lohnenswertes Experiment, das hoffentlich weitergeführt wird.

550 G M e h l 250 G M a i s m e h l ( W e l s c h m e h l ) 200 G Z u c k e r 125 G R o s i n e n 200 G B u t t e r 125-250 ML M i l c h 1 PKG H e f e Geriebener Anis Salz

Mehl und Salz in eine Schüssel sieben. In der Mitte eine Vertiefung eindrücken. Die mit 3 EL lauwarmer Milch und einer Prise Zucker angerührte Hefe hineingeben. Dann die restliche Milch hinzufügen und alle Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten. So lange schlagen, bis der Teig Blasen wirft und sich vom Schüsselrand löst. Aus dem Teig zwei gleichrunde Brote formen. Die Brote zugedeckt 30 Minuten gehen lassen, dann sofort im vorgeheizten Backofen bei 200°C etwa 1 Stunde backen.


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Foto: Marilyn N ova White

EINHAUSEN KRAUTWICKEL

15 g r o ß e W e i ß k o h l b l ä t t e r 250 G H a c k f l e i s c h 1 altes Brötchen 1 Ei 1 große Zwiebel, in Würfeln ¼ L B r ü h e Salz, P fef fer, Muskat, Peter silie

Das Hackfleisch mit dem zuvor eingeweichten Brötchen, dem Ei, der Zwiebel und mit Salz, Pfeffer, Muskat und Petersilie würzen. Krautblätter in Salzwasser halbweich kochen. Mit der Hackfleischmasse belegen und als Roulade zusammenwickeln. Dicht nebeneinander in eine Kasserolle legen. Etwas Fett, Salz und Brühe darüber geben. Zugedeckt weich dämpfen.

HEIKE K AISER, GASTGEBERIN FÜR MEHRERE FILMSZENEN:

Als Gastgeberin für die Filmszenen zu Kriemhilds Komplott beim Nibelungen Cycle fand ich toll, dass ich selbst meine Mama und meine neugierige Tante (beide über 70) zum Mitmachen überreden konnte.


MÖRLENBACH ODENWÄLDER WASSERSPATZEN

Foto: Marilyn N ova White

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JENS HELMSTÄDTER, BÜRGERMEISTER VON MÖRLENBACH:

Matchbox erlaubt den Menschen vor Ort, den künstlerischen Schaffensprozess unmittelbar zu erleben und mitzugestalten. Das Außergewöhnliche ist, das Matchbox genau auf die Region zugeschnitten ist und alle Projekte einen direkten Bezug zum jeweiligen Ort haben, gleichzeitig strahlen sie aber auch weit über die Grenzen der Gemeinden hinaus, was sich im Nachhinein auch bestätigte. DANIEL KENNIG, SPIELTE „THE NAKED DUDE“:

Durch das Projekt Nibelungen Cycle bin ich wahrscheinlich der erste Nacktdarsteller auf dem Lorscher Marktplatz und im Wormser Kloster. Es hat mir großen Spaß gemacht, an diesem doch recht verrückten Projekt teilzunehmen, vor allem wegen der netten Leute. Ich bin gespannt, was aus dem Film wird, insbesondere, da ich ja praktisch nur den Teil kenne, an dem ich teilgenommen habe. Ich habe mir vorgenommen, jetzt auch irgendwo anders noch Theater zu spielen, insofern war das Ganze schon inspirierend für mich.

600 G M e h l 5 Eier Salz

Wasserspatzen sind recht einfach zu machen. Mehl und Ei vermengt man zu einer zähflüssigen Masse. Diese wird dann mit einem Esslöffel in kochendes Salzwasser geschabt. Wenn die Wasserspatzen oben schwimmen, sind sie fertig. Am besten schmecken sie zu Haschee oder Gulasch, aber man kann sie auch mit eingemachtem Obst servieren.


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Foto: Marilyn N ova White

WEINHEIM WEINHEIMER ZWIRBELBROT

500 G W e i z e n m e h l 300-350 ML k a l t e s W a s s e r 10 G H e f e 10 G S a l z

Alle Zutaten etwa 10 Minuten in der Küchenmaschine kneten. Den Teig in eine gut geölte rechteckige Frischhaltedose oder Auflaufform geben und mit geölter Folie abdecken. Dann etwa 10 bis 12 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig danach aus dem Kühlschrank nehmen (er sollte nun gut aufgegangen sein) und auf eine gut bemehlte Fläche stürzen. Die Teigränder an den Seiten mit einem Spatel vorher vorsichtig lösen und den Teig nicht mehr kneten! Mit einem Messer oder Spatel den Teig in zwei längliche Stücke teilen, dann Stück für Stück mit beiden Händen zweimal um die Längsachse drehen und auf Backpapier legen. Teigstücke mit Roggenmehl bemehlen. Den Teig dann sofort in den auf 240°C vorgeheizten Ofen geben und ca. 15 Minuten backen, dann die Hitze auf 200°C reduzieren (je nach gewünschter Bräunung) und noch etwa weitere 20 Minuten backen, bis eine knackige Kruste entsteht.

CHRISTIAN BARTHEL, WACHENBURG WEINHEIM:

Die Anfrage für das Projekt Nibelungen Cycle kam an einem Wochenende im Sommer. Wir waren sofort von Kelly und ihrer sympathischen Art sowie dem spannenden Projekt begeistert. Bei den darauffolgenden Dreharbeiten wurde unser erster Eindruck nur bestätigt. Die Zusammenarbeit mit Kelly und Pavol war nicht nur für unsere Gäste sehr spannend und interessant, sondern auch für uns eine Bereicherung! Wir möchten uns auch noch einmal für die unvergessliche Zeit mit dem Team von Matchbox Rhein-Neckar bedanken und freuen uns auf ein Wiedersehen.


HEMSBACH CHAKRI (AUS GAMBIA)

Foto: Marilyn N ova White

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MONIK A LOSER, SPIELTE DIE KRIEMHILD:

Einen Film zu drehen, ist etwas ganz anderes als Theater zu spielen, das habe ich beim Nibelungen Cycle gelernt. Aber durch die Führung der beiden Regisseure war es unglaublich interessant, geformt zu werden, bis man letztendlich zu der Figur wurde, die man darstellte. Das hat mir auch für meine jetzigen Stücke im Theater sehr geholfen. Auch von meinen Kollegen und den Regisseuren höre ich, dass ich mich enorm weiterentwickelt hätte und die Charaktere nun viel intensiver erarbeite. Insgesamt war es für mich eine ganz wunderbare Erfahrung. Viele neue Freunde und auch der Kontakt zu Kelly und Pavol sind geblieben. Ich weiß jetzt, wie viel Arbeit hinter einem Film steckt, der uns für einen kurzen Zeitraum eine tolle Geschichte erzählt. Hut ab vor allen Schauspielern! MICHEL SPICK A, FÖRDERVEREIN KUNSTPLATZ HEMSBACH E.V.:

Meine Begeisterung für das Projekt Matchbox war nach den ersten beiden Informationsveranstaltungen in Hemsbach noch sehr zögerlich. Wir wussten einfach nicht, was auf uns zukommt. Danach hat sich auch unser Rathaus aktiv eingeschaltet. Die Bürger wurden mit mehr Informationen versorgt, persönlich angeschrieben und langsam wussten wir, in welche Richtung das Projekt gehen wird. Aus meiner Sicht ist bei einem derartigen Projekt die persönliche Ansprache der einzelnen Bürger das Entscheidende und das hat dann jeder von uns getan. Der Förderverein KunstPlatz Hemsbach e.V. hat sich deswegen besonders engagiert, weil die aktive Vernetzung im kulturellen Bereich innerhalb der Metropolregion eines unserer Ziele ist.

50 G C o u s c o u s 100 ML M i l c h ( g g f . K o k o s m i l c h ) 100 G J o g h u r t 1 EL R o s i n e n 1 EL K o k o s r a s p e l n 1 EL Z u c k e r

Milch mit Zucker erhitzen, Couscous hinzufügen und quellen lassen. Wer mag, kann die Milch ganz oder teilweise durch Kokosmilch ersetzen oder auch einige Rosinen mitgaren (dann Zucker evtl. reduzieren). Den abgekühlten Couscous mit dem Joghurt mischen, in Portionsschalen füllen und servieren (hält im Kühlschrank bis zu 3 Tage). Je nach Geschmack mit Rosinen oder frischen Früchten garnieren.


500 G K ä s e m a t t e ( Q u a r k ) 1 TL N a t r o n Butter 1 Ei

Natron und Salz werden über die Käsematte gestreut und gut eingemischt. Nach 2-3 Stunden ist die Masse glasig geworden. Jetzt wird sie in einem Topf vorsichtig erhitzt. Dabei muss dauernd gerührt werden, denn Kochkäse brennt leicht an. Nach dem Erkalten wird ein Eigelb und etwas Butter untergerührt. Über den fertigen Käse kann man Kümmel streuen.

Foto: Marilyn N ova White

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Foto: Marilyn N ova White

RIMBACH KOCHKÄSE


FÜRTH SCHWEINEBÄCKCHEN IN BIERSAUCE

Foto: Marilyn N ova White

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VOLKER OHLENSCHLÄGER, BÜRGERMEISTER VON FÜRTH:

Das Besondere an Fürth und dem gesamten Weschnitztal ist die sehr soziale und familienfreundliche Struktur. Fürth hat an Matchbox teilgenommen, weil wir uns davon eine Wahrnehmung in der ganzen Metropolregion versprochen haben und gerne Teil eines neuartigen, ungewöhnlichen und experimentell-dezentralen Kunstprojektes sein wollten... und das hat funktioniert.

800 G S c h w e i n e b a c k e 300 G Z w i e b e l n , g r o b g e s c h n i t t e n 500 ML d u n k l e s B i e r (bspw. Basalt von der Weschnitztaler Braumanufaktur)

500 ML K a l b s f o n d 1 Scheibe Weizenbrot 2 EL S e n f 2 EL B u t t e r Salz Pfeffer

In einem Schmortopf Butter schmelzen und die Zwiebeln andünsten. In einer Pfanne die mit Pfeffer und Salz gewürzten Schweinebäckchen von allen Seiten goldbraun anbraten. Das Fleisch zu den Zwiebeln im Schmortopf geben. Die Pfanne mit dem Bier ablöschen und Angebackenes vom Pfannenboden lösen. Das warme Bier mit dem Kalbsfond über das Fleisch gießen und die mit Senf bestrichene Scheibe Brot auflegen. Bei schwacher Hitze ca. 2 Stunden schmoren. Das Fleisch aus dem Topf nehmen und die Sauce evtl. noch etwas einkochen. Dazu passen Kartoffeln.


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Foto: Reinhard Küßner

LINDENFELS ROTE-BEETE-SALAT

3-4 K n o l l e n R o t e B e e t e 4 hartgekochte Eier 1 EL S o n n e n b l u m e n k e r n e 1 EL g e h a c k t e W a l n u s s k e r n e 1 PKG Z i e g e n k ä s e m i t K r ä u t e r n 1 EL O l i v e n ö l 1 EL L e i n ö l 1 EL B a l s a m i c o - E s s i g Salz und Pfeffer 1 kleine Zwiebel 1  BUND S c h n i t t l a u c h 2-3 EL S a h n e

Rote Beete weich kochen, schälen und in kleine Würfel oder dünne Scheiben schneiden und kalt stellen. Die hartgekochten Eier schälen, in kleine Stücke schneiden und in eine Salatschüssel geben. Den Ziegenkäse in kleine Würfel schneiden, zu den Eiern geben. Die Sonnenblumenkerne in einer heißen Pfanne ohne Öl unter ständigem Rühren etwas anrösten. Die Walnusskerne grob hacken. Beides in die Salatschüssel geben. Die kleine Zwiebel fein hacken, den Schnittlauch waschen und kleinschneiden. Zum Salat geben. Nun die Rote Bete dazugeben. Salz, Pfeffer, Öl, Balsamico und Sahne darüber gießen. Den Salat gut durchmischen und ca. 1 Stunde durchziehen lassen.

KLAUS JOHE, KUR- UND TOURISTIKSERVICE LINDENFELS:

Der heilklimatische Kurort Lindenfels ist durch seine herrliche Lage im Odenwald etwas ganz Besonderes. Aufgrund der Topografie gibt es hier keine Industrie, dadurch fehlen auch Steuereinnahmen. Auch Geschäfte und Gastronomie sind leider nur spärlich in der Kernstadt vertreten. Matchbox hat Lindenfels ein Medieninteresse eingebracht, das sich die Stadt so sonst nie leisten könnte. Lindenfels war acht Wochen lang in aller Munde. Wir freuen uns auf die Filmtour nächstes Jahr und hoffen, dass der Funke noch einmal mehr auch auf die Menschen in Lindenfels überspringt!


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MATCHBOX DANKT BENSHEIM

Team Auerbacher Schloss DLRG Bensheim Victoria Fendel Doris Föbel-Reichenbach Team Fürstenlager GGEW Bensheim Margret Hensel Thomas Herborn Historischer Tanzverein Bensheim David Laan Berthold Mäurer Heiner Neuschlid Andreas Pietralla Dis Silomon-Pflug Ulrike Reiser Rolf Richter Lukas Ritter Lars Wagenknecht Wassermädchen Tanja Weber Daniela Werner-Ihl Familie Wisniewski EINHAUSEN

Christiane Abresch Yvonne Bohrer Sebastian Burk Hansi Deckers Jean Diehl Freiwillige Feuerwehr Einhausen Manfred Eisel Hans Forell Familie Gärtner Helmut Glanzner Tobias Gomer Albert Grieser Stefan Grimm Natalie Grüger Holger Grüner Albert Haag Hubert Hahn Alexander Hedderich Hartmut „Hucky“ Hedderich Jan Henneberger Christiane Hiemenz Katrin Hildenbrand Heiko Hillenbrand Martina Hillenbrand Heike Kaiser Jürgen Kilian Martina Knaup Oliver Kreidemacher Andrea Mizera Musikcorps Einhausen Hanne Novakowski May Sackenheim Willi Schäfer Bernd Schinke Burny Schneider Rolf Schneider Angela Schumacher

Walter Stumpf Michel Suljic Hans-Bernhard Wüst Gerda Ross FÜRTH, MÖRLENBACH, RIMBACH

Arkansas Travellers Nicole Agostin-Spies Eberhard Bickel Peter Budsky Callas Multikulturelle Begegnungsstätte e.V. Matthias Dörsam Udo Dörsam Michael Dreier Andrea Dudszus Fritz Emmert Stefan Eckert Ulrike Flath Egbert Fischer Günther Friedel Fürther Schützenverein „Hassia“ 1928 e.V. Freiwillige Feuerwehr Fürth Bauamt Fürth Katja Gesche Elke Griech Katharina Hartmann Marion Hartmann Reiner Helferich Jens Helmstädter Heuhotel In‘s Scholze Rolf Ihrig Chris Jakob Petra Jünger Daniel Kennig Jonas Kilian Beate Mann Edith Meyer Volker Oehlenschläger Odenwälder Volkstanz- und Trachtengruppe Weschnitz e.V. Odenwälder Baumaschinen Philipp Ohlig Bernd Pfeiffer Ellen Philipp Bauamt Rimbach Rimbacher Gospelchor José Rodriguez Holger Schmitt Erich Schmitt Bernhard Schneider Mark Schwarzmayr Swinging Chords Marina Stefan Rainer von Stein Annelie Szych Josef Wagner Manuela Vögeler Rainer und Ruth Wallewein Peter Wecht Maria Wetzel Joachim Wittke Weschnitztaler Braumanufaktur Gasthaus Zum Talhof

HEMSBACH

Lukas Adamik Manuela De Angelis Denise Bauer Clemens Domeier Justine Dudek Tina Eck, ev. Posaunenchor Ernst Eckardt Fernando Gomez Gospelchor des GV Germania 1889 e.V. Hemsbach Eva und Mary Hohenadel Christa Hohenadel Herr Jung Jürgen Kirchner Frau Kovac Reinhard Küßner Jochen Lehmann Männergesangsverein Liederkranz 1867 Monika Loser Luisenhoferinnen und Luisenhofer Jenny Pfister Klaus Pflästerer Thomas Pohl Heike Pressler Iris Reinemuth Juliane Rösler Klaus Schollmeier Gisela Schulz-Bauerhin Annmarie Sidor Familie Spicka Maria Stoehlker Tabitha Waitheven Josef Walch Winfried Wehrle Anita Wetzig Michaela Zimmer LINDENFELS

Matthias Arras Crack up! Frau Bonn Peter Bitsch Rajaa Buick-Hajji Harry der Drache Michael Helbig Jürgen Herzing Pia Honerath Klaus Johe Christina Kindinger Peter Kunert Stephan Lauterbach Agnes Magyar Jörg Marquard Rainbow Teens Gilbert Rest Regina Richter Lennart Scheuren Walter Schneider Otto Schneider Familie Schwarzmüller Familie Spielmann Yalla Yalla Peter Woitge


45 LORSCH

Natascha Beutel Gerda Brunnengräbers Kostümverleih Gabi Dewald Reinhard Diehl Andy Dirkmann Emilie Dohrmann Familie Dorn Entwicklungsgesellschaft Lorsch Wolfgang Ensinger Manuela Feiler Petra-Marlene Gölz Lenhart Gutermuth Melanie Hartmann Margot Hasler Jürgen Heinz Nadja Hohler Eberhard Kabisch Julius Krapp Stefanie Levasier Astrid Lichti Petra und Andreas Löw Jacky Maier Pia Marienfeld Annette Moll Nicole Mutsch Herr Neumann Odenwaldbike Cornelia Odetra Ökumenische Flüchtlingshilfe Lorsch Melanie Reibold Alfred Riedmayer Sibylle Römer Birgit Saborowski Jens Schambach Familie Scheyhing Christina Streckfuß Theater Sapperlot Elmar Ullrich Aster Walter Wikinger-Volk Lorsch WEINHEIM

Brasserie Bellini Heiner Bernhard La Cantina Evangelische Johannisgemeinde Weinheim Evangelisches Kinder- und Jugendwerk Gunnar Fuchs Kerweverein Alt Weinheim e.V. Faith Meyer Marlies Pfisterer Klaus Pflästerer Stadtbibliothek Frau Röder Vlieseline Juliane Wasser und Team Wachenburg Burg Windeck WORMS

Corinna Biermann Rudolf Böß Heike Eckstein

Otto Deis Hochzeitstauben Luisa Dietz Pia Freimuth Astrid Frisch-Balonier Klaus Feuerbach Marika Fürst Volker Gallé Hr. und Fr. Gölz, Abenteuerspielplatz Dr. Thomas Herbel Hr. Hermann, Ordnungsamt Dr. Gregor M. Hess Michael Kissel Elke König Claudia Kraus David Maier Mitarbeiter Rathaus Worms Nibelungenfestspiele Olaf Mückain Hr. Paulus und freiwillige Feuerwehr Worms Astrid Perl-Haag Hr. Rauh, Grünflächenamt Doris Rocker Hr. Römer, Wasser- und Schiffahrtsamt Hr. Ruthmann, Hafen Worms Ralf Sagner, Dominikanerkloster Sven Schlachter Hans-Joachim Schlosser Hr. Schlung, OHF Flußbau GmbH Hr. Steinfeldt Strandbar 443 Matthias Zoller REGIONAL, NATIONAL, INTERNATIONAL

Norman Amour Katja Angerbauer Thanit Areerasd Inka und Tobias Bankwitz Johanna Barth und Familie Beate Becker Nicole Berry Lukas Breitkreutz Claus Boesser-Ferrari Thomas Busse Stefan Dallinger Maximilian Damm Justine Dudek Grace Dyas Henning Franke Geiger & Salber Peter Giefer Wolfram Glatz Lukas Gluch Petra Grafenhorst Nicole Günther Ulrike Hacker Anna Hahn Max Hathaway Hermann Art Kollektiv Eleonore Hefner Karin Heyl Andrea Hintermaier Gisela Hoffmann Ursula Holdermann

Alexander Hölzer Herbert Hügenell Joachim Jäger Stefanie Jansen Christine Kirsch Ekle Junga-Knapp Sarah Knapp Christoph Kölmel M. Koschik Monika Krauss Christian Kreklau Sally de Kunst Arne Löber Susanne Marx Theo Metzler Robert Montoto Desina Muth Nationaltheater Mannheim Kris Nelson Andrea Neugebauer Dr. Claus Peinemann Thomas Rechtenwald Dr. Frederike Reutter Alex Riederer Markus Riefling Reverend Krug und die B-Jugend Dr. Pascal Riewe Julia Rützel Peter von Saalfeld Annette Scheu Sabrina Schimo Claudia Schmid Hedi Schmidt Sonay Ilgar-Schmidt Stephanie Schmidt und Familie Horst Schmitt Patricia Scholz Jochen Schulz Knud Seckel Hannes Seibold Christine Seikel Alexandra Theobalt Julia Thiemann Christian Thurm Christina Trefz Ursula und Elmar Ullrich Don Verboven Waschfreunde Mannheim Anne Waack Thomas Wagner Andrea Weber Marilyn Nova White Karl Winkler Silvia Wiesenäcker Judith Zaiser René Zechlin


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PARTNER UND UNTERSTÜTZER

K ARIN HEYL, LEITERIN GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT DER BASF SE:

Manchmal muss ein Förderer auch in Ideen investieren. Das haben wir bei Matchbox gerne getan und so dazu beigetragen, dass das Konzept entstehen konnte. Wir sind davon überzeugt, dass das innovative Projekt einen fruchtbaren Austausch zwischen Bürgern und Künstlern in Gang setzt. Das Projekt erlaubt den Menschen vor Ort, den künstlerischen Schaffensprozess unmittelbar zu erleben und mitzugestalten. Matchbox wird aber nicht nur die Wahrnehmung der Kunst, sondern auch die Wahrnehmung der Region verändern. Es erzählt die Geschichten eines Raumes, der neben den bekannten großen Städten auch unbekanntere ländliche Gebiete und weniger prominente kleinere Städte umfasst. Damit trägt es zur Identifikation mit der Metropolregion Rhein-Neckar bei. Wir wünschen dem Projekt den verdienten Erfolg und eine Wahrnehmung über die Region hinaus. HENNING FRANKE, LEITER STANDORTENTWICKLUNG ROCHE DIAGNOSTICS GMBH:

Roche Diagnostics verbindet eine langjährige Partnerschaft mit dem Kulturbüro der Metropolregion RheinNeckar. Als wir zum ersten Mal von Matchbox hörten, waren wir vom innovativen Potenzial dieser ungewöhnlichen Veranstaltungsform überzeugt. Matchbox verbindet nicht nur internationale Künstler mit Kommunen aus der Region, sondern auch die Kommunen untereinander. Dies sind gute Voraussetzungen, um kreative Freiräume zu schaffen und gesellschaftliche Impulse zu setzen. Daher unterstützt Roche Diagnostics das Projekt Matchbox.

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Matchbox - Das wandernde Kunst- und Kulturprojekt in der Region Rhein-Neckar (Dokumentation 2015)  

http://www.matchbox-rhein-neckar.de Matchbox ist ein außergewöhnliches Theater-, Tanz-, Performance-, Kunst-, Musik-, Literatur- und Diskur...

Matchbox - Das wandernde Kunst- und Kulturprojekt in der Region Rhein-Neckar (Dokumentation 2015)  

http://www.matchbox-rhein-neckar.de Matchbox ist ein außergewöhnliches Theater-, Tanz-, Performance-, Kunst-, Musik-, Literatur- und Diskur...