Das Vollblut
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Die Diskussionen um das Verbrennerverbot ab 2035 wurden in den vergangenen Wochen teils sachlich, teils emotional gefĂŒhrt. Und zwar derart, dass immer mehr LĂ€nder sich in letzter Minute gegen das Vorhaben stemmen, nur noch Elektrofahrzeuge in der EU zuzulassen.
Die Bedenken haben nun auch Luxemburg erreicht, und zwar in Form einer Petition, die es mittlerweile auf 7.700 Unterschriften (Stand am 16.3.) geschafft hat. Es bleiben noch 33 Tage bis zum Abschluss. Mit einer höheren Zahl darf demnach gerechnet werden.
Um was geht es bei all diesen EinwĂ€nden? Unter den BeitrĂ€gen zum Klimaschutz haben die EU-Institutionen sich natĂŒrlich mit den Schadstoffen aus dem StraĂenverkehr befasst und streben nun das Ziel von Null Emissionen an. Dabei
haben die MaĂnahmen zur Schadstoffreduzierung bei Fahrzeugen schon viel frĂŒher begonnen, als die inzwischen akuten Diskussionen ĂŒber Klimaschutz.
Doch trotz aller Verbesserungen, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hinsichtlich der Schadstoffreduzierung (Abgasnormen) erreicht wurden, hat sich die EU jetzt frĂŒhzeitig auf die ElektromobilitĂ€t als einzige Alternative zur Verbrennung fossiler Energien festgelegt. Und das bei all den Bedenken hinsichtlich des Abbaus der benötigten Rohstoffe, der sich daraus ergebenden sozialen Probleme, der AbhĂ€ngigkeit vom chinesischen Markt, der Frage des Recyclings, und vielem mehr.
Technologieoffenheit war ab diesem Zeitpunkt aus dem Vokabular der Politiker gestrichen worden. Genau das bemÀngeln all jene, die sich gegen das Verbrennerver-
bot stemmen. Wie wĂ€re es denn, wenn die Politik den Rahmen setzt und Forschung und Entwicklung die AusfĂŒhrung ĂŒberlĂ€sst. Die Politik legt in diesem Fall die Emissionswerte fest (hier also Null) und die Entwickler bringen Fahrzeuge auf den Markt, die den Anforderungen entsprechen. Ob Elektroautos oder mit E-Fuels betriebene Fahrzeuge gehört nicht in diese Diskussion. Es sei denn, die Politik ist darauf erpicht, diese oder jene Lobby zu bevorzugen. Man darf gespannt sein, wie diese Debatten ausgehen.
Ăbrigens: Von den 80 Millionen Fahrzeugen, die jĂ€hrlich weltweit produziert werden, entfallen deren gerade mal 10 auf die EU-LĂ€nder. Was natĂŒrlich nicht heiĂen soll, dass wir weiterhin Abgase in die Luft blasen sollen. Vielmehr geht es darum, zu verdeutlichen, wie wenig Impakt die europĂ€ischen MaĂnahmen auf ein globales Problem haben.
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Ă 5,3-6,2 L/100 KM. Ă 121-140 G/KM CO2. (WLTP) Informationsenvironnementales(A.R.19/03/2004):www.ford.lu/environnement.Les vĂ©hicules Ford sont homologuĂ©sselon lanormeWLTP(âWorld HarmonisedLightVehicle TestProcedureâ)depuis2018.Ilsâagitdâunenouvelle procĂ©dure dâessai permettant de mesurer la consommation de carburant, les Ă©missions de CO2 et lâautonomie Ă©lectrique/le rayon dâact on du vĂ©hicule de maniĂšre standardisĂ©e dans un laboratoire dâessai. Les valeurs WLTP ne sont pas une reprĂ©sentation exacte Ă 100 % de âautonomie,de la consommationdecarburantetdesĂ©missionsdeCO2 desvĂ©hicules.LesĂ©quipementsenoption,lestyledeconduite,lesconditionsdecirculationoucertainsfacteurs environnementauxtelsquela tempĂ©rature extĂ©rieure peuventaffecter les Ă©missions totales de CO2 du vĂ©hicule, sa consommation de carburant ou son autonomie. Par consĂ©quent, la consommation de carburant et les Ă©missions de CO2 rĂ©elles ainsi que lâautonomie rĂ©elle du vĂ©hicule (en particulier la distance quevous pouvez parcourir entre deux recharges) peuvent diffĂ©rer (parfois de maniĂšre significative) des valeurs WLTP Le distributeur vendeur et Ford dĂ©clinent toute responsabilitĂ© Ă cet Ă©gard. En outre, lâintroduction du test WLTP a des consĂ©quences surla taxation de lâachat et de lâutilisation du vĂ©hicule. Ces valeurs sont donc encore provisoirement mentionnĂ©es sur notre site web. Contacteznous ou notre site web www.ford.lu pour en savoir plus sur la fiscalitĂ© des vĂ©hicules, leur consommation, lesĂ©missions de CO2 ou lâautonomie. ford.lu.
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Purosangue, italienisch fĂŒr Vollblut â schon mit dem Namen macht Ferrari klar: Hier ist kein KaltblĂŒter fĂŒr schweres GelĂ€uf entstanden, sondern ein Rennpferd. âDas ist kein SUV, das ist ein Supercar mit mehr Bodenfreiheitâ, betont man bei Ferrari. Und es ist der erste Ferrari mit vier TĂŒren. TatsĂ€chlich kommen beim Purosangue wohl noch weniger Menschen auf die Idee, damit ins GelĂ€nde zu fahren, als mit den SUVs von Lamborghini, Bentley oder Porsche.
Text: Guido Reinking / Fotos: Ferrari
Dennoch wollte sich Ferrari dem Trend zur etwas höheren Sitzposition nicht ganz verschlieĂen â aber dann, wie es sich fĂŒr ein Supercar aus Maranello gehört, angemessen motorisiert, mit zwölf Zylindern, 725 PS und einer Beschleunigung in 3,3 Sekunden aus dem Stand auf 100. Eine AnhĂ€ngerkupplung gibt es natĂŒrlich nicht.
Anders als Porsche, wo mittlerweile mehr SUV als SportcoupĂ©s gebaut werden, will Ferrari den Anteil der VollblĂŒter auf höchstens 20 Prozent begrenzen. Der CO2-Bilanz des Herstellers dĂŒrfte das gut tun, denn mit 393 Gramm pro Kilometer (nach WLTP), was einem Verbrauch von 17,3 Litern entspricht, stöĂt der Purosangue so viel Kohlendioxyd aus wie zwei Ferrari SF90.
FĂŒr die weltweite Klimabilanz des StraĂenverkehrs wird der Viersitzer aber keine groĂe Rolle spielen. Zu klein sind die StĂŒckzahlen, die Ferrari vom Purosangue bauen will: Keine 3.000 pro Jahr werden in Maranello entstehen.
Wie sich das fĂŒr einen Ferrari gehört, sind die ersten anderthalb Produktionsjahre auch schon verkauft. Da der Zwölfzylinder nicht mehr ewig im Programm bleiben wird â auch Ferrari muss elektrifizieren â kaufen die Ferraristi jedes neue Modell mit der ikonischen Zylinderzahl blind und zahlen fast jeden Preis dafĂŒr. Im Fall des Purosangue sind das stolze 380.000 Euro.
Drehzahlgrenze per LEDs am oberen Lenkrad angezeigt â wie in der Formel 1. Das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe an der Hinterachse schaltet im Sportmodus schnell hoch und mit Zwischengas wieder herunter. Nur im Komfort-Modus sind Gasannahme und Schaltzeiten etwas zögerlich.
Sie werden nach der ersten Fahrt nicht enttÀuscht sein: Der frei atmende 65-Grad-Motor mit 6,5 Litern Hubraum klingt so heiser fauchend, wie man es erwartet. Bis 8.250 Umdrehungen dreht die Maschine. Dann wird die nahende
StandesgemÀà ist die StraĂenlage: Die ausgeglichene Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterachse (49/51) und die sehr direkte Lenkung machen kurvige PassstraĂen zu einem Genuss auf hohem Niveau. In engen Kehren lenkt die Hinterachse mit, und man meint, der Radstand des 4,74 Meter langen Wagens sei geschrumpft. Das fĂŒr einen Ferrari hohe
Keine 3.000 pro Jahr werden in Maranello entstehen.
Gewicht von 2.170 Kilogramm mag man kaum glauben, auch wenn Spurwechsel nicht ganz so digital funktionieren wie bei den Mittelmotor-Sportwagen aus dem VollblĂŒter-Stall.
Das aktive Fahrwerk ist höhenverstellbar, falls es dann doch mal ĂŒber einen Feldweg oder durch eine Schneewehe geht. Traktion ist auch dann reichlich vorhanden, denn der Motor versorgt âwenn nötig â die Vorderachse ĂŒber ein separates Dreiganggetriebe direkt mit
6.496 cm3
533 kW/725 PS
716 Nm/1.400-3.000 U/min
3,3 s 0-100 km/h
310 km/h
Drehmoment. Auch der RĂŒckwĂ€rtsgang ist hier untergebracht.
WĂ€re der Purosangue ein SUV, er wĂ€re nicht nur das stĂ€rkste, sondern auch das am aufwendigsten konstruierte der automobilen Welt. Mit hinteren TĂŒren, die sich elektrisch wie beim Rolls-Royce nach vorne öffnen. Ăhnlich anspruchsvoll ist
die Aerodynamik konzipiert: Ein Teil der KĂŒhlluft wird neben der Motorhaube abgeleitet, um zusĂ€tzlichen Anpressdruck zu erzeugen. Vergessen ist Enzo Ferraris berĂŒhmte Maxime, Aerodynamik sei von Leuten erfunden worden, die nichts von Motoren verstehen.
Auch die Burmester-Soundanlage mit 23 Lautsprechern und 1.420 Watt hĂ€tte der FirmengrĂŒnder wohl ĂŒberflĂŒssig gefunden. Wer braucht Musik, wenn er einem Zwölfzylinder lauschen kann? Aber die Zeiten Ă€ndern sich. Heute fragen Kunden selbst im Ferrari-Autohaus nach solchem Komfort â und wie es denn um dem Umweltschutz bestellt sei. Auch da hat Ferrari eine Antwort: Das im Innenraum ĂŒppig verarbeitete Alcantara besteht zu 68 Prozent aus recyceltem Polyester. Wenigstens das.
Eine Stufenheck-Limousine? Wer will denn sowas heute noch fahren?
Nun, in Ost- und SĂŒdeuropa, dem mittleren Osten und Afrika ist die viertĂŒrige Karosserieform, vor allem als Taxi und Familienkutsche, immer noch sehr populĂ€r.
Text: Frank Wald (cen) / Fotos: Citroën
Deshalb lĂ€sst CitroĂ«n seinem kompakten FlieĂheckmodell C4 nun die gestreckte Crossover-Variante C4 X mit Kofferraumdeckel folgen. Mit 4,60 m in der LĂ€nge reiht sich der Ă«-C4 X unterhalb des C5 X (4,80 Meter) und ĂŒber seinem 24 Zentimeter kĂŒrzeren FlieĂheck-Zwilling ein. Damit ist zugleich offensichtlich, was die neue Karosse vor allem bringen soll: mehr Kofferraum. Und tatsĂ€chlich ĂŒbertrifft das GepĂ€ckfach des Stromers mit maximal 510 Liter Volumen das des C4 (380 Liter) um mehr als 120 Liter. Dank asymmetrisch geteilt umklappbarer RĂŒcksitzlehne samt Durchreiche lieĂe sich die KapazitĂ€t sogar noch auf maximal 1.360 Liter ausbauen. Zum Cockpit und Innenraum: OberflĂ€chen und Materialien sind wegen einiger Hartplastikdetails nicht unbedingt premiumlike, aber insgesamt schnörkellos und ansprechend gestaltet. Auch Tasten und Bedienelemente sind ĂŒbersichtlich und intuitiv geordnet, das Multifunktions-Lenkrad mit Leder bezogen. Immer serienmĂ€Ăig ist das digitale 5,5-Zoll-Kombiinstrument sowie ein Infotainment-System mit 10-Zoll-Touchscreen, dessen Funktionslogik allerdings einer gewissen Eingewöhnung bedarf. Immerhin: Apple CarPlay und Android Auto lassen sich kabellos integrieren, das Smartphone lĂ€dt optional induktiv in der Mittelkonsole oder ĂŒber eine der vier USB-C-AnschlĂŒsse.
Die breiten, loungeartigen Sessel sind bequem und auch fĂŒr die Langstrecke bestens geeignet, vor allem, wenn sie optional mit Sitzheizung und Massagefunktion ausgestattet sind. FĂŒr die dynamische Kurvenfahrt bieten sie allerdings zu wenig Seitenhalt. Doch Querdynamik
scheint ohnehin nicht das vorrangige Entwicklungsziel des Ă«-C4 X gewesen zu sein. Dann schon eher Komfort und Ausgewogenheit. So wie die âAdvanced Comfortâ-Sitze sorgt auch das gleichnamige Fahrwerk, das mit seinen hydraulischen AnschlĂ€gen der StoĂdĂ€mpfer an die legendĂ€re hydropneumatische Federung der französischen Marke erinnert, unterwegs fĂŒr Wohlbefinden. So gleitet der Stromer bei unserer ersten Ausfahrt ĂŒber Bodenwellen und bĂŒgelt Querfugen und AsphaltbrĂŒche souverĂ€n glatt. Auch die ausgezeichnete GerĂ€uschdĂ€mmung trĂ€gt zur gemĂŒtlichen AtmosphĂ€re bei.
Passend dazu lĂ€sst es auch der Elektro-Antrieb ruhig angehen. Der CitroĂ«n Ă«-C4 X steht noch auf der Ă€lteren e-CMP-Plattform, womit er auch noch mit der bekannten Kombination aus 100 kW (136 PS) starkem E-Motor und 50-kWh-Batterie, wie sie auch in Opel Mokka-e, Peugeot e-208 oder eben CitroĂ«n Ă«-C4 zu finden sind, fĂ€hrt. Das soll auch hier im Idealfall fĂŒr bis zu 360 Kilometer Reichweite sorgen, bei einem Normverbrauch nach WLTP von 15,0
LxBxH: 4,60 x 1,83 x 1,53 m
100 kW/136 PS
260 Nm
9,5 s 0-100 km/h
150 km/h
kWh. Bei unserer knapp 100 Kilometer langen Runde, vorwiegend ĂŒber LandstraĂe und Autobahn, zeigte der Bordcomputer am Ende 16,6 kWh.
Doch wie seine Stellantis-Kollegen reiĂt auch der 1.659 Kilogramm schwere französische Crossover damit keine BĂ€ume aus. Via Kippschalter in der Mittelkonsole lĂ€sst sich die Leistung ĂŒber drei Fahrmodi variieren. Die Maximalleistung von 100 kW steht im Sportmodus bereit, 80 kW sorgen im Normalmodus fĂŒr Vortrieb und im sparsamen Ecomodus leistet der Elektromotor noch 60 kW.
Stattlich, komfortabel und vor allem teuer: Wer einen Luxusliner wie den Audi A8 sein Eigen nennt, der hat es im Leben weit gebracht.
Mindestens 100.000 Euro rufen die IngolstĂ€dter fĂŒr ihr Flaggschiff auf.
Text: Guido Borck / Fotos: Audi
Dabei sind die vielen Extras, die Audi in HĂŒlle und FĂŒlle bietet und die Business-Limousine noch exklusiver anrollen lassen, nicht einmal mit eingerechnet. Der aktuelle A8 wird der letzte mit Verbrennungsmotoren sein, da sein Nachfolger zukĂŒnftig rein elektrisch ĂŒber die StraĂen stromern wird.
Bis es soweit ist, hĂ€lt die aktuell vierte Generation die Fahnen fĂŒr die betuchte KĂ€uferschaft hoch. Sie ist 2017 erscheinen und erhielt im letzten Jahr ein grĂŒndliches Update. Optisch nur dezent verĂ€ndert,
doch mit unter anderem digitalen Matrix-LED-Scheinwerfern aufgefrischt. FĂŒnf Motorisierungen, vom V6-TDI mit 286 PS bis hin zum V8-Benziner mit 571 PS in der Sportversion S8, stehen fĂŒr die Oberklasse-Limousine zur Wahl. Dabei ist der Allradantrieb immer serienmĂ€Ăig an Bord.
Mit einer AuĂenlĂ€nge von 5,19 Metern ist der Audi eine stattliche Erscheinung. Zum imposanten Erscheinungsbild trĂ€gt ebenfalls der ausladend breite Singleframe-KĂŒhlergrill bei, und der ĂŒppig dimensionierte Radstand von exakt drei
Metern sorgt fĂŒr ein wohliges Raumangebot im Innern bei. Noch behaglicher geht es in der Langversion zu, die sich auf 5,32 Metern erstreckt und mit einem um 13 Zentimeter verlĂ€ngertem Radstand aufwartet. Somit qualifiziert sich die XL-Variante zur standesgemĂ€Ăen Chauffeurs-Limousine, um jedoch in den vollen Genuss der agilen Fahreigenschaften zu kommen, sollte der Firmenchef seinen A8 lieber selbst fahren. Genauso wie wir, die wir uns fĂŒr den V6-Diesel in der regulĂ€ren Karosserievariante entschieden haben.
Das erste optionale Feature lernen wir dann auch gleich schnell zu schĂ€tzen: Die Allradlenkung fĂŒr 1950 Euro extra macht den A8 nicht nur auf kurvigem GelĂ€uf spĂŒrbar agiler, sondern auch beim Rangieren in engen Tiefgaragen um einiges handlicher. Mit ihr schrumpft der Wendekreis von herkömmlichen 12,5 Metern auf 11,4 Meter zusammen. Klingt nach wenig, bewirkt in der Praxis jedoch viel. Dadurch fĂŒhlt sich der A8 trotz seiner opulenten Abmessungen eher wie ein kleineres Fahrzeug aus der Mittelklasse an. Aus diesem Grund gilt die Allradlenkung als eine empfehlenswerte Investition.
Ebenso empfehlenswert ist das digitale Matrixlicht fĂŒr 1820 Euro. Mit der innovativen Scheinwerfer-Technologie wird das LED-Licht noch prĂ€ziser und mit einer sehr hohen Auflösung angesteuert. Dadurch wird die eigene Fahrspur noch heller ausgeleuchtet, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Dank des hochauflösenden Lichts können auĂerdem Informationen direkt vor dem A8 auf die StraĂe projiziert werden. So unterstĂŒtzt die Lichttechnik den Fahrer an Autobahn-Baustellen und weist ihm bei einer Verschwenkung hilfreich den Weg.
Ăberhaupt bietet der Audi A8 massenhaft Fahrerassistenten. Ăber 40 sind es insgesamt, dazu gehört auch das vollautomatische Einparken. Wird es aktiviert, setzt der A8 automatisch den Blinker, wechselt selbsttĂ€tig die Fahrstufe auf R und manövriert rĂŒckwĂ€rts in die LĂŒcke. Hat der Fahrer zudem eine vorherige Parkmöglichkeit am StraĂenrand verpasst, bietet ihm der Luxusliner die freie Stelle nochmals an und tastet sich bei Bedarf wieder langsam
von alleine zurĂŒck. Selbst in Garageneinfahrten rollt der A8 selbststĂ€ndig hinein. Und sollte es einmal richtig eng werden, kann der Fahrer seinen A8 auch per Smartphone-App dirigieren â ohne selbst hinterm Steuer zu sitzen.
Der Fahrer blickt im A8 auf eine digitale Kommandozentrale mit virtuellem Cockpit. Herkömmliche Schalter gibt es so gut wie keine mehr, dafĂŒr aber neben dem Multimedia-Bildschirm einen weiteren groĂen Touchscreen im unteren Bereich der Mittelkonsole. Das hochauflösende Display bietet eine haptische RĂŒckmeldung und lĂ€sst sich vielfĂ€ltig personalisieren. So können etwa Navigationsziele, Telefonnummern oder etwa die eigene Musik-Playlist in einem separaten Feld abspeichert werden und sind dadurch sofort griffbereit.
SelbstverstĂ€ndlich arbeitet im Audi die Sprachsteuerung mit Online-UnterstĂŒtzung und versteht auch ganze SĂ€tze. Und wurde ein Kommando nicht gleich verstanden, stellt das System konkrete RĂŒckfragen, um genaue Ergebnisse zu liefern. Das Ganze funktioniert ziemlich zuverlĂ€ssig und erweist sich als angenehm komfortabel. Dabei gibt die virtuelle Stimme Tipps zu empfehlenswerten Restaurants in der NĂ€he oder stellt auf Zuruf die gewĂŒnschte WohlfĂŒhltemperatur der Klimaautomatik ein.
Beim Fahren entpuppt sich der Audi als komfortabler Gleiter. Dank serienmĂ€Ăiger Luftfederung bĂŒgelt der IngolstĂ€dter Unebenheiten wie Bodenwellen und Schlaglöcher einfach glatt. Dabei gibt sich die 2,1 Tonnen schwere Chef-Limo ĂŒberraschend
2.967 cm3
210 kW/286 PS
600 Nm/1.750-3.250 U/min
5,9 s 0-100 km/h
250 km/h
leichtfĂŒĂig und folgt mit seiner prĂ€zise ansprechenden Lenkung zielgenau dem auferlegten Kurs. Auch der 3,0-Liter-V6-Diesel gefĂ€llt. Der 286 PS starke TDI entfaltet seine kraftvollen 600 Newtonmeter an Drehmoment bereits bei frĂŒhen 1750 Touren und gibt sich durchzugsstark, wĂ€hrend die Automatik unauffĂ€llig durch ihr Acht-GĂ€nge-MenĂŒ schaltet.
Bei Bedarf sprintet der leise und kultivierte A8 50 TDI Quattro in 5,9 Sekunden auf die Hunderter-Marke und ist bis zu 250 km/h schnell. Den angegebenen Normverbrauch von 7,0 Litern Diesel schafften wir jedoch nicht. Exakt 7,5 Liter waren es bei zurĂŒckhaltender Fahrweise. Insgesamt konsumierte das Audi-Flaggschiff bei uns 8,4 Liter im Schnitt â immer noch ein akzeptabler Wert fĂŒr den opulenten Luxusliner aus Ingolstadt.
Akio Toyoda ist Perfektionist und verzeiht keine Defizite bei seinen Fahrzeugen. Deshalb kommt die neuartige Lenkung beim Lexus RZ
450e erst in zwei Jahren zum Einsatz. âDas können wir noch besserâ, beschied er seine Entwickler und schickte sie in eine weitere Runde.
Bei dieser Technik gibt es keine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und RĂ€dern, stattdessen werden die Lenkbefehle des Fahrers ĂŒber eine elektrische Steuerung an die RĂ€der geschickt. Der RZ 450e besitzt, wenn er mit der neuartigen Lenkung ausgestattet ist, deshalb kein konventionelles Lenkrad, sondern eine Steuereinheit, wie sie ansonsten in Flugzeugen zum Einsatz kommt. Die neue Lenkung wird auch in den anderen neuen Modellen der Marke angeboten werden. Der RZ 450e steht am 17. April bei den HĂ€ndlern. âDie ersten Bestellungen der Launch-Edition werden nach zwei Monaten bei den Kunden stehenâ, verspricht Lexus-Generalmanagerin Nadine Busch.
Der RZ450e ist der erste Vertreter der Marke, der exklusiv fĂŒr den Elektroantrieb
entwickelt wurde und dabei den neuen Antrieb mit Motoren an der Front- und Hinterachse nutzt und mit der ebenfalls neuen Direct-4-Allradsteuerung ausgerĂŒstet ist. Die Systemleistung erreicht 230 kW und beschleunigt den RZ 450e in 5,3 Sekunden auf 100 km/h. Bei 160 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Als Reichweite verspricht Lexus 440 Kilometer, wenn der SUV mit 18-ZollrĂ€dern ausgestattet ist. Mit 20-Zöllern kommt der Lexus maximal 395 Kilometer weit.
Der RZ 450e ist ein typischer Vertreter der Marke, und auch die neuartige Lenkung samt âLenkknochenâ verlangt nur ein kurzes Umdenken. Sie arbeitet schon jetzt prĂ€zise, so dass sich der Mensch am Steuer fragt, was die Techniker noch verbessern sollen. Vor allem auf kurvenreichen
Strecken und beim Rangieren fĂ€llt das bei konventionellen Lenkungen ĂŒbliche Umgreifen weg, reicht ein Griff, um den Lexus in die verlangte Richtung zu manövrieren.
Wenn das System in zwei Jahren eingefĂŒhrt wird, kommen zusĂ€tzliche Kosten auf die Kunden zu. Wie hoch der Aufpreis sein wird, ist allerdings noch unbekannt. UnabhĂ€ngig von der Lenkung hĂ€tte allerdings der Wendekreis des 4,8 Meter langen SUV etwas handlicher ausfallen können. Auch die maximale AnhĂ€ngerlast ist mit 750 Kilo ĂŒberschaubar.
Doch zurĂŒck zur Gegenwart. Auch mit konventionelle Zahnstangenlenkung ist der RZ450e leicht zu beherrschen und stellt den Menschen hinter dem Lenkrad nicht vor Probleme. Der âveganeâ Innen-
raum ist, wie von der Marke gewohnt, edel ausgestattet, die Instrumente ĂŒbersichtlich angeordnet, die (optionale) Audioanlage von Mark Levinson liefert den Sound zur Fahrt, und kann ihre StĂ€rke angesichts der Stille im groĂzĂŒgig dimensionierten Interieur voll ausspielen. Elektroautos sind stets akustisch zurĂŒckhaltend unterwegs, der RZ450e ist in dieser Disziplin noch einmal besser als seine Konkurrenten. Erst jenseits von 140 km/h machen sich WindgerĂ€usche dezent bemerkbar.
Als Verbrauch verspricht Lexus 16,8 kWh fĂŒr die Varianten mit 18 ZollrĂ€dern und 18,7 kWh bei 20 Zöllern. Bei einer ersten Ausfahrt in SĂŒdfrankreich meldete der Rechner 22,6 kWh. Je nach gewĂ€hlter Fahreinstellung (Normal, Eco, Range oder Sport) variiert die Reichweite. Am weitesten bringt Range den RZ450e, allerdings ist dann die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h begrenzt, und auch Komforteinstellungen wie die Klimaautomatik stellen ihren Dienst ein. Den besten Kompromiss bietet daher die
Einstellung Eco, gepaart mit dem Einsatz der vier Rekuperationsmöglichkeiten, die ĂŒber Schaltwippen am Lenkrad angesteuert werden können und die Reichweite deutlich verbessert.
Die 71,4 kWh starke, im Wagenboden platzierte Batterie lÀsst sich an der
SchnellladesĂ€ule in 30 Minuten auf 80 Prozent aufladen. Lexus verspricht fĂŒr den Energiespeicher eine Leistung von mindestens 70 Prozent nach zehn Jahren und gewĂ€hrt eine entsprechende Garantie. Der RZ 450e ist mit dem Lexus Safety System plus ausgestattet einschlieĂlich Safe Exit Assist, einem proaktiven Fahrassistent mit LenkunterstĂŒtzung und einem Monitor, der den Fahrer auf Anzeichen von MĂŒdigkeit oder Ablenkung ĂŒberwacht.
Der RZ450e ist die Fortsetzung der Elektrifizierungsoffensive von Toyotas Premiummarke. âBis zum Jahr 2026 werden wir in jedem Segment ein vollelektrisches Modell anbietenâ, blickt Nadine Busch nach vorne. Dazu gehört auch âein volumenfĂ€higes Modellâ, mit dem die Modellpalette nach unten abgerundet werden soll, um so auch jĂŒngere Kunden an die Marke zu binden. Mit dem CT 200 stand bereits ein kompakter Lexus im Angebot. Der neue kompakte Lexus soll auch helfen, die Zulassungen in Deutschland auf 7.000 Modelle zu verdoppeln.
Text: Michael Kirchberger / Fotos: Opel
Mit ihren MaĂen ist die mittlerweile zwölfte Modellgeneration nahezu identisch mit ihrem VorgĂ€nger, die Ănderungen bewegen sich im einstelligen Millimeterbereich, nur der Radstand hat um 1,4 Zentimeter zugelegt. Neben dem Vorzeigemodell, dem Plug-in-Hybrid, gibt es weiter einen Diesel im Programm. Das ist erfreulich, denn wer vorzugsweise Langstrecke fĂ€hrt oder den Weg zur Tanke nicht zu oft antreten will, ist mit dem 1,5-Liter-SelbstzĂŒnder bestens bedient.
Mit der neuen Formensprache hat sich Opels Bestseller weit nach vorn geschoben. Seine Frontpartie Ă€hnelt dem knackigen Mokka, die BĂŒgelfalte auf
der Motohaube, einst vom GM-Designer Adam Smith eingefĂŒhrt, gibt ihm optischen Schwung. Die Silhouette spielt mit der dritten Dimension, hinter dem Golf braucht er sich nicht zu verstecken. Das gilt noch mehr mehr fĂŒr den Innenraum. Denn der bietet zumindest auf den vorderen PlĂ€tzen ĂŒberdurchschnittlich viel Platz, vor allem die Kopffreiheit werden auch HĂŒnen zu schĂ€tzen wissen. Uns erfreut aber auch das schlanke Armaturenbrett mit seinen erfreulicherweise noch vorhandenen Schaltern und Reglern. Was bei VW gerade im Dunkeln zu vagem Umhertasten auf den Touchscreens und Slidern gerĂ€t, gelingt im Astra auf den ersten Griff.
Gut, ganz ohne Digitalisierung kommt auch der Opel nicht mehr aus. Aber die Bedienung bleibt beherrschbar, dies sollte ja wohl das oberste Gebot der Designer sein. Von den Rundinstrumenten klassischer Couleur hat sich die Kompaktklasse mit dem Modellwechsel verabschiedet, auf dem Monitor hinter dem Lenkrad wird alles digital oder quasi-analog angezeigt. Auf dem mittleren Monitor, der sanft dem Fahrer zugeneigt ist, lassen sich die wesentlichen Funktionen mit Direktwahltasten zusÀtzlich zu den Schaltern am Lenkrad steuern. Die passende Sitzposition ist ebenso schnell wie angenehm zu finden, die konturierten Sessel tragen das AGR-Symbol und halten auch bei langen Fahrten frisch.
Im Fond geht es enger zu, drei Personen kommen nur knapp unter, aber auch zwei Mitfahrer mĂŒssen nach dem Einsteigen erstmal FĂŒĂe und Knie sortieren. Immerhin ist auch hinten die Kopffreiheit in Ordnung. Reichlich Platz gibt es im Kofferraum. 422 bis 1.559 Liter lassen sich verstauen, ein solides Einlegebrett mit eleganter Verkleidung macht den Frachtraum eben. Bekommt er eine AnhĂ€ngerkupplung (775 Euro), darf dieser Astra 1.550 Kilogramm ins Schlepp nehmen. Das reicht fĂŒr einen Mittelklasse-Caravan oder auch ein respektables Motorboot.
Sekunden, bis der Kompaktwagen aus dem Stand die 100-km/h-Marke erreicht hat. Immerhin gilt es, stattliche 1,42 Tonnen in Fahrt zu bringen. In Sachen Höchstgeschwindigkeit gibt er sich dagegen keine BlöĂe, 209 km/h sind möglich. Die Maschine arbeitet laufruhig und unaufgeregt, das spiegelt nicht zuletzt der Verbrauch wieder.
Bei einem Tankvolumen von 52 Liter sind mehr als 1.000 Kilometer Reichweite möglich. Der Diesel-Astra ist also kein Sprinter sondern eher der Marathon-Mann, dem die Puste so schnell nicht ausgeht.
Die Fahreigenschaften sind standesgemĂ€Ă, der Opel lĂ€sst sich kaum aus der Spur bringen und umrundet die Kurven mit stoischer Gelassenheit. Die Lenkung gibt dabei zuverlĂ€ssige RĂŒckmeldungen von der Fahrbahn und die Bremsen erweisen sich als ĂŒberaus standfest. Nur der Federungskomfort gehört nicht zur Schokoladenseite des Astra, Bodenwellen nimmt er noch zufriedenstellend, Asphaltflicken oder gar Kanaldeckel quittiert er mit unwilligem Ruckeln.
LxBxH: 4,37 x 1,86 x 1,86 m 1.498 cm3
96 kW/130 PS @ 3.750 U/min
300 Nm @ 1.750 U/min
10,6 s 0-100 km/h
209 km/h
Der Diesel stemmt satte 300 Newtonmeter Drehmomentspitze bei 1.750 Umdrehungen in der Minute. Und das bei nur 1,5 Litern Hubraum. Die Fahrleistungen sind jedoch nicht sonderlich beeindruckend, das serienmĂ€Ăige Automatikgetriebe knabbert an den KrĂ€ften und so dauert es vergleichsweise lange 10,6
Am Ende ĂŒberzeugt der Opel mit der Summe seiner Eigenschaften. Bestens ausgestattet, mit guten Fahreigenschaften und einem Ă€uĂerst sparsamen Verbrauch macht er uns die Abkehr vom Verbrennungsmotor einmal mehr schwieriger. FĂŒr alle anderen mag der rein elektrisch angetriebene Astra, der im Lauf dieses Jahres erscheinen soll, die glĂŒckselig machende Alternative sein.
Die Maschine arbeitet laufruhig und unaufgeregt, das spiegelt nicht zuletzt der Verbrauch wieder.
Text: Guido Reinking (cen) / Fotos: BMW
Mit einem leichten Pfeifen setzt sich der BMW X5 in Bewegung. Ansonsten herrscht die Ruhe, wie man sie von Elektroautos kennt.
Trotzdem ist in der kalten Morgenluft eine Wolke hinter dem Auto zu sehen. Denn dieser BMW fÀhrt zwar elektrisch, erzeugt den Strom aber in einer Wasserstoff-Brennstoffzelle an Bord selbst, in einer Art umgekehrten Elektrolyse. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.
BMW fĂ€hrt zweigleisig in die klimaneutrale Zukunft: Neben batterieelektrischen Autos (BEV) wollen die Bayern auch solche mit Wasserstoff-Brennstoffzelle anbieten. âDie BEV-Economy wird entwickelt, aber daneben muss es eine Wasserstoff-Economy gebenâ, fordert BMW-Entwicklungschef Frank Weber. 2035, wenn es in der EU keine Neuwagen mit Verbrenner mehr geben darf, sollen die BMW-Kunden deshalb zwischen beiden Antrieben wĂ€hlen können. Derzeit produzieren die Bayern eine Pilotserie von 100 iX5 Hydrogen.
Die Brennstoffzelle des iX5 stammt aus einer Kooperation mit Toyota. Denn die Japaner fahren, wie ĂŒbrigens auch Hyundai, ebenfalls zweigleisig. Eine kleine Puffer-Batterie im iX5 mit weniger als 10 Kilowattstunden KapazitĂ€t speichert Bremsenergie und sorgt fĂŒr ausreichend Strom zur Beschleunigung. Brennstoffzelle und Batterie kommen zusammen auf 295 kW/401 PS Leistung. 125 kW davon stammen aus der Brennstoffzelle. Der BMW iX5 Hydrogen macht nicht nur Wasserdampf: In sechs Sekunden kann er von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Als mögliches Dauertempo gibt BMW 185 km/h an, 205 km/h sind kurzzeitig möglich.
Bei einer ersten Probefahrt zeigt sich das Auto so gut wie serienreif: Nur das leichte Pfeifen des Kompressors, der die Luft in die Brennstoffzelle drĂŒckt, ist zu hören. Ansonsten fĂ€hrt der iX5 Hydrogen wie ein normales Elektroauto. Den Gewichtsvorteil von mehreren hundert Kilogramm gegenĂŒber den batterieelelektrischen Autos von spielt der iX5 Hydrogen noch nicht aus: âWir haben ihn noch nicht gewichtsoptimiertâ, sagt ein BMW-Entwickler. Mitte des Jahrzehnts,
wenn die Produktion beginnt, sollen die Wasserstoff-Autos deutlich leichter sein.
Zwei mit Karbonfaser ummantelte Tanks â im Mitteltunnel und unter den RĂŒcksitzen des iX5 - speichern sechs Kilogramm Wasserstoff unter 700 bar Druck. 500 Kilometer Reichweite verspricht BMW, dann muss der iX5 an eine Wasserstofftankstelle. In drei Minuten sind die Tanks wieder gefĂŒllt. Eine âLadezeitâ, von der BEV-Fahrer nur trĂ€umen können.
Text: Walther Wuttke (cen) / Foto: Dacia
Als Dacia auf den Markt rollte, stand der rumĂ€nische Renault-Ableger allein fĂŒr eine Eigenschaft: billige MobilitĂ€t (Betonung auf billig). Inzwischen hat sich die Marke in der automobilen Hierarchie nach oben gearbeitet und bietet Automobile an, die noch immer zu den preiswertesten Angeboten auf dem Markt gehören, bei Design, Ausstattung und Technik aber deutlich zugelegt haben.
Der Jogger Hybrid 140, eine eigenstĂ€ndige Dacia-Mischung aus SUV, Kombi und Familientransporter mit bis zu sieben Sitzen, nutzt die bewĂ€hrte Renault-Technik und kombiniert einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit zwei Elektromotoren, was eine Systemleistung von 141 PS ergibt. Die Energie fĂŒr den elektrischen Antrieb liefert eine 1,2 kWh starke Lithiumionen-Batterie, die Platz sparend unter den RĂŒcksitzen untergebracht ist, so dass weder Innenraum noch das GepĂ€ckabteil beeintrĂ€chtigt werden.
Im Innenraum wird deutlich, was âKonzentration auf das Wesentlicheâ bedeutet. Die TĂŒren schlieĂen sich mit einem deutlichen âPengâ statt dem sonoren âPlopâ â das ist der Tribut an eine möglichst preiswerte Produktion. Doch ob âPlopâ oder âPengâ, die TĂŒr schlieĂt sich so oder so. Auch bei den gewĂ€hlten Materialien zeigt sich, wie bei Dacia gedacht wird. Hartplastik mag in Verruf sein, doch wenn es so wie von den Menschen im rumĂ€nischen Pitesti verarbeitet ist, wirkt es alles andere als minderwertig. AuĂerdem lĂ€sst es sich leicht reinigen. Die Sitze sind komfortabel, erreichen einen guten Seitenhalt, das Fahrwerk verschluckt die Unebenheiten der Fahrbahn, und ĂŒberhaupt herrscht im Innenraum eine angenehme AtmosphĂ€re ganz ohne Verzicht auf Komfort.
Nach dem Start rollt der 4,54 Meter lange Jogger zunĂ€chst elektrisch ĂŒber den Asphalt, der Verbrenner schaltet sich bald zu, verstummt aber immer wieder, wenn die Akkuleistung fĂŒr den elektrischen Betrieb ausreicht. Dank der sehr gut arbeitenden Rekuperation ist der Energiespeicher die meiste Zeit bereit. Vor allem in der Stadt ist der Dacia ĂŒberwiegend elektrisch unterwegs. Dort liegt der Verbrauch bei den versprochenen 4,9 Litern. Kom-
rÀuschverhÀltnisse, erst danach machen sich FahrgerÀusche bemerkbar, halten sich aber durchaus im Rahmen. Lediglich rauer Asphalt bringt eine deutliche Abrollakustik in den Innenraum.
Die Kraftentfaltung ist harmonisch, und fĂŒr den kurzen Ăberholsprint zwischendurch reichen die 141 PS vollkommen. Der Jogger Hybrid beschleunigt in 9,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, und bei 167 km/h ist die familienfreundliche Höchstgeschwindigkeit erreicht.
men Fahrten auf Autobahn und LandstraĂe hinzu sind es gut sechs Liter.
Als bisher einziges Modell der Marke besitzt der Jogger eine Getriebeautomatik, die dezent im Hintergrund die jeweils passende Ăbersetzung wĂ€hlt. Bis Tempo 130 km/h herrschen angenehme Ge-
Der Jogger, das Wortspiel muss jetzt einfach sein, ist kein Sprinter, sondern wie der Name schon sagt, eher ein DauerlÀufer, der seine Passagiere ohne Hektik komfortabel von A nach B bringt und bei Bedarf auch die schnellere Kurvenfahrt nicht verachtet. Dabei helfen die angenehm prÀzise Lenkung und die schnelle Umsetzung der Beschleunigungsbefehle.
GroĂe Autos mit kleinen Motoren gewinnen mehr und mehr
Akzeptanz. Das liegt unter anderem daran, dass es kein Problem mehr ist, selbst fĂŒr schwere SUV genĂŒgend Leistung bereit zu stellen.
Der Levante GT gehört ohne Zweifel in diese Kategorie, denn er ist knapp ĂŒber fĂŒnf Meter lang und wiegt laut Datenblatt 2.090 Kilogramm. Der Testwagen brachte sogar 2220 Kilo auf die Waage. Aber mit 330 PS (243 kW) ist er auch standesgemÀà motorisiert â bei nur 1.998 Kubikzentimetern Hubraum. Im Ghibli hat sich dieser Antrieb bereits bewĂ€hrt.
Damit gehört er nicht nur zu den leistungsstĂ€rksten Vierzylindern auf dem Markt, sondern auch zu den teuersten: 92.344 Euro sind mindestens fĂ€llig, wenn man sich fĂŒr den GT entscheidet. Das ist ein ordentlicher Schluck aus der Pulle. Mehr geht natĂŒrlich immer: Das Topmodell Trofeo ist nicht unter 170.000 Euro zu haben, hat dafĂŒr aber auch doppelt so viele Zylinder und Hubraum. Die Exklusi-
vitÀt seines Dreizack-Logos lÀsst sich der Hersteller also gut bezahlen.
Allzu harmlos darf ein sportliches SUV italienischer Herkunft natĂŒrlich nicht ausschauen, so dass der gewaltige KĂŒhlergrill, die tief liegenden LufteinlĂ€sse, schmale ScheinwerferglĂ€ser und rahmenlose Seitenscheiben imagekonforme Merkmale sind. Hinten lassen die Scheiben sich ĂŒb-
rigens wegen des TĂŒrzuschnitts nur zu zwei Dritteln versenken. Und das bisschen Blendwerk unten an der HeckschĂŒrze ist verzeihlich, auch wenn niemand wirklich glauben mag, dass zur EntlĂŒftung von zwei Litern Brennraum wirklich vier Auspuff-Endrohre notwendig sind. Die Signale fĂŒr einen grĂŒnen Anstrich des Mildhybrids sind blau: Der Dreizack und einige Applikationen tragen diesen Farbakzent.
Der Innenraum prĂ€sentiert sich gewohnt edel. Das Ambiente passt zum luxuriösen Beiklang, der mit dem Namen verbunden ist. Die QualitĂ€t der gegerbten TierhĂ€ute ist kuschelweich, die Sitze schmiegen sich bequem an, und selbst im Fond hat man nicht das GefĂŒhl, in der zweiten Reihe zu sitzen. Die Kabinenbreite betrĂ€gt vorn 1,47 Meter, hinten sind es vier Zentimeter weniger. Die vorderen Sitzschienen sind ungewöhnlich lang, lassen eine Varianz von 25 Zentimetern zu.
Nur ein Detail im Cockpit hĂ€lt nicht ganz das hochwertige Niveau: Die Ablage der Mittelkonsole ist von einer ungedĂ€mpften Klappe bedeckt, die beim Ăffnen und SchlieĂen einfach nur ein billiges Klacken erzeugt. GroĂe Aluminium-Schaltwippen, die bei Maserati traditionell fest mit der
LxBxH: 5,01 x 1,98 x 1,69 m 1.998 cm3
243 kW/330 PS @ 5750 U/min
450 Nm @ 2.250 U/min
6,0 s 0-100 km/h 245 km/h
LenksĂ€ule verbunden sind, gehören zu den Sonderausstattungen, die verzichtbar sind. Die vorzĂŒgliche Acht-Gang-Automatik bedarf keiner manuellen Nachhilfe und mit dem Verzicht vermeidet man auĂerdem Kollisionen beim Fingern nach dem rechten Lenkstockhebel.
Das Infotainment-System mit 8,4-ZollTouchscreen hat eine strukturierte OberflĂ€che und gibt kaum RĂ€tsel auf. Von zwanghafter Schaltervermeidung hĂ€lt man bei Maserati offenbar nichts. Was technisch ist, darf auch so aussehen. Die elektrische Heckklappe, auch sie serienmĂ€Ăig, wird nicht an ihrem unterem Ende betĂ€tigt, sondern an der Innenverkleidung links.
Theoretisch kann der Laderaum nach Umklappen der hinteren Sitze bis auf zwei Meter Tiefe gestreckt werden, in der Praxis ist es weniger, denn vorn kann dann niemand mehr sitzen. Zwischen 580 und 1.625 Liter fasst das GepĂ€ckabteil, die Luftfederung erleichtert das Be- oder Entladen durch automatische Absenkung beim Ausschalten der ZĂŒndung. In Gegenrichtung zeigt sie sich ebenfalls flexibel: Im Offroad-Fahrmodus wird die Karosserie um 50 Millimeter angehoben, damit der Allradantrieb jenseits der StraĂe seine QualitĂ€ten voll entfalten kann â auch wenn wohl nur wenige Levante-Besitzer ihrem Edel-Schlitten dies zumuten werden.
Am Fahrkomfort gibt es nichts zu tadeln, nur der Motorsound könnte dem sportlichen Anspruch ein wenig mehr gerecht werden. Dem 48-Volt-Mildhybrid-System hat Maserati zwei Aufgaben zugewiesen. ZusĂ€tzlich zum Startergenerator gibt es noch einen elektrischen Verdichter, der als E-Booster gemeinsam mit dem Turbolader den Vierzylinder mit Luft versorgt. Die dafĂŒr nötige Energie holt sich der Startergenerator durch Rekuperation beim Bremsen und Verzögern und speichert sie in der Batterie. Nutzen des Verfahrens: Der Zwei-Tonnen-Trumm kann bei zurĂŒckhaltender Fahrweise mit unter zehn Litern bewegt werden. Der Langzeitspeicher des Bordcomputers errechnete ĂŒber fast 8.000 Testkilometer einen Durchschnittsverbrauch von 10,8 Litern.
Fazit: Ohne besondere SchwĂ€chen zu offenbaren, schnurrt sich der kleinvolumige Maserati Levante GT lĂ€ssig in den Kreis der Luxus-SUV, die hĂ€ufig mit sechs oder mehr Zylindern unterwegs sind. Mit Porsche und BMW, aber auch mit Range Rover oder Volvo fĂ€hrt er auf Augenhöhe. Zum gehobenen Komfort und konkurrenzfĂ€higen Fahrleistungen bietet er die Portion ExklusivitĂ€t, die andere wegen ihrer gröĂeren PrĂ€senz auf den StraĂen schon lĂ€ngst eingebĂŒĂt haben.
Peugeot wird im zweiten Quartal im 3008 und 5008 ein neues 48-Volt-Hybridsystem einfĂŒhren. Der neu entwickelte 1,2-Liter-Dreizylinder mit 136 PS (100 kW) ersetzt den Puretech 130 EAT8. Er ist an ein ebenfalls neu entwickeltes Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt, in dem auch der neun kW (zwölf PS) starke Elektromotor untergebracht ist. Er sorgt fĂŒr zusĂ€tzliches Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen und soll so dazu beitragen, den Kraftstoffverbrauch um bis zu 15 Prozent zu senken. Zudem geht Peugeot davon aus, dass im Stadtverkehr ĂŒber die HĂ€lfte der Zeit rein elektrisch gefahren werden kann. Ausgegangen wird von einer Senkung des durchschnittlichen CO2-AusstoĂes um 20 Gramm pro Kilometer.
Mit neuem V8 und 48-Volt-Technologie sowie einer Leistung von 625 PS (460 kW) schickt BMW den X5 M Competition und den X6 M Competition ins neue Modelljahr. Die unterstĂŒtzende Elekroeinheit liefert bis zu neun kW (zwölf PS) und ist in das GetriebegehĂ€use der neuen Acht-Gang-M-Steptronic integriert. Der 4,4 Liter groĂe V8-Twinturbo erreicht seine Höchstleistung bei 6000 Umdrehungen in der Minute und mobilisiert im breiten Drehzahlband von 1800 bis 5800 Touren ein Drehmoment von 750 Newtonmetern. Damit beschleunigen die beiden Competi-
tion in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das Allradsystem und das Differenzial sind nicht mehr nur mit der StabilitĂ€tskontrolle verknĂŒpft, sondern erstmals auch mit der
aktornahen Radschlupfbegrenzung. Das soll die Reaktionen auf verĂ€nderte Fahrsituationen beschleunigen und fĂŒr bessere Traktion sorgen.
Dacia hat heute auf der Motorshow in BrĂŒssel den Spring Extreme vorgestellt. Die neue Ausstattungsvariante setzt nicht nur auf eine etwas markantere âOutdoorâ-Optik (O-Ton Hersteller), sondern vor allem auf einen stĂ€rkeren Motor. Statt 33 kW (44 PS) gibt es 48 kW (65 PS). Die Normreichweite betrĂ€gt 220 Kilometer.
MG beansprucht fĂŒr sich, den weltweit ersten Elektro-Kombi auf den Markt gebracht zu haben. Nun legt Mini mit dem ersten vollelektrischen Carbio nach. Ab April wird es den Cooper SE Cabrio in einer Kleinserie von europaweit 999 StĂŒck geben. Jedes Fahrzeug ist durchnummeriert. Der Motor liefert 135 kW (184 PS) und beschleunigt den offenen Viersitzer in 7,3 Sekunden auf Tempo 100. Die Normreichweite betrĂ€gt rund 200 Kilometer. Der Mini Cooper SE Cabrio ist in den Farbtönen Enigmatic Black und White Silver erhĂ€ltlich. Dazu kommen kleine AuĂenakzente in Resolute Bronze sowie unter anderem beheizbare Leder-Sportsitze mit verstellbarer Oberschenkelauflage.
Mit dem MercedesMaybach S 580 e bringt die Mercedes-Benz Group erstmals ein Plug-in-Hybrid-Modell ihrer Luxusmarke auf den Markt. Er soll eine Normreichweite von bis zu 100 Kilometern haben und fĂŒhrt einen 3,0-Liter-Reihen-Sechszylinder mit 367 PS (270 kW) mit einer Elektromaschine zu einer Systemleistung von 510 PS (375 kW) zusammen. Die elektrische UnterstĂŒtzung liefert 440 Newtonmeter Drehmoment und kann den Maybach S 580 e bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h auch ohne Verbrenner antreiben. Das Gesamtdrehmoment des Hybridsystems betrĂ€gt 750 Nm. Damit beschleunigt der Wagen in 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h.
Nachdem das aktuelle Modell seit 2017 auf dem Markt ist, entwickelt Porsche die dritte Generation des Cayenne weiter und passt sie den aktuellen Entwicklungen an. Die neue Ausbaustufe soll im FrĂŒhling vorgestellt werden und wird derzeit noch erprobt. Neben einer Neuausrichtung des Antriebportfolios griffen die Ingenieure im Porsche in Weissach in die Fahrwerkstechnik des Erfolgsmodells ein. Ziel war eine noch gröĂere Bandbreite zwischen Porsche-typischer Onroad-Performance, Langstrecken-Komfort und Offroad-Tauglichkeit. So wird der nĂ€chste Modelljahrgang unter anderem ĂŒber ein neues, semiaktives Fahrwerk verfĂŒgen. Die Anzeigen werden digitalisiert und das Bedienkonzept erhĂ€lt erweitere KonnektivitĂ€tsfunktionen. Zudem erhĂ€lt das SUV eine neue Lichttechnik im HD-Matrix-LED-Hauptscheinwerfer.
Alpine legt noch einmal nach. Mit dem A110 R erhĂ€lt der Sportwagen nochmals eine Performancesteigerung. Die Sonderserie des kompakten Mittelmotor-Sportwagenwagens wiegt mit 1082 Kilogramm nochmals 34 Kilogramm weniger als das bisherige Spitzenmodell A110 S. Eine neue Frontgestaltung mit integrierter Spoilerlippe, ein optimierter Diffusor und ein HeckflĂŒgel mit Schwanenhals-StĂŒtzen sorgen fĂŒr gröĂtmögliche FahrstabilitĂ€t bei hohen Geschwindigkeiten und verringern im Vergleich zum S mit Aero-Kit den Luftwiderstand um fĂŒnf Prozent. So benötigt der 300 PS (221 kW) starke Alpine lediglich 3,9 Sekunden fĂŒr den Standardsprint von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit betrĂ€gt 280 km/h.
Der Wankelmotor ist zurĂŒck in Europa: Mazda setzt einen neu entwickelten Ein-Scheiben-Kreiskolbenmotor als Range Extender ein. Er soll dem nicht gerade fĂŒr groĂe Reichweite bekannten MX-30 langstreckentauglich machen. Als Antrieb dient ein 125 kW (170 PS) starker Elektromotor, der aus der Batterie Strom fĂŒr bis zu 85 Kilometer ziehen kann. Der als Generator arbeitende Wankel leistet bei einem Kammervolumen von 830 Kubikzentimetern 75 PS (55 kW) und lĂ€dt die Batterie wĂ€hrend der Fahrt nach. Bis zu einem Batterieladestand von 40 Prozent fĂ€hrt der Mazda MX-30 e-Skyactiv R-EV ausschlieĂlich mit Energie aus der Hochvolt-Batterie, bevor sich der Kreiskolbenmotor hinzuschaltet. Dann wird der Ladestand bei etwa 45 Prozent gehalten. Mazda gibt fĂŒr den bis zu 140 km/h schnellen R-EV eine Gesamtreichweite von 600 Kilometern an.
Opel lĂ€utet den Jahresbeginn mit den neuen Plug-in-Hybrid-Topmodellen Astra GSe und Grandland GSe ein. Das KĂŒrzel steht fĂŒr âGrand Sport electricâ und 18- bzw. 19-Zoll-LeichtmetallrĂ€der, modellspezifische FrontstoĂfĂ€nger und Heckdiffusor sowie exklusive Performance-Sitze. Der zehn Millimeter tiefergelegte Opel Astra GSe generiert aus 1,6 Litern Hubraum und seinem Elektromotor eine Systemleistung von 225 PS (165 kW) und 360 Newtonmetr Drehmoment. Sie sorgen fĂŒr eine Spitzengeschwindigkeit von 235 km/h und einen Beschleunigungswert von 7,5 Sekunden fĂŒr den Sprint von 0 auf 100 km/h. Beim Grandland sind es ein Motor mehr und 300 PS (221 kW) sowie 6,1 Sekunden und ebenfalls 235 km/h. Beide Modelle können ĂŒber 60 Kilomeer rein elektrisch zurĂŒcklegen.
Model S und Model X von Tesla können ab sofort in den Basisvarianten mit Allradantrieb und dualem Motor bestellt werden. Sie verfĂŒgen ĂŒber die Designupdates der dreimotorigen Plaid-Modelle und verfĂŒgen ebenfalls ĂŒber das rundum erneuerte Cockpit. Anders als das Model X Plaid, das standardmĂ€Ăig als Sechssitzer produziert
wird, kann die Basisversion allerdings sowohl als FĂŒnf-, Sechs- oder Siebensitzer konfiguriert werden. Beide Modelle können auf Wunsch auch mit einem herkömmlichen Lenkrad bestellt werden. Der neue Dual-Motor-Allradantrieb beschleunigt das Model S in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, den X in 3,9 Sekunden. Beide erreichen eine
Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Dank optimierter Aerodynamik sowie einem geringeren Basisgewicht verspricht Tesla WLTP-Normreichweiten zwischen 576 (Model X) und 634 Kilometern. Zu erkennen ist die neue Modellgeneration auch am âTeslaâ-Schriftzug auf der Heckklappe an Stelle des bisher ĂŒblichen T-Markensymbols.
Mitsubishi wird den neuen ASX im MĂ€rz auf den Markt bringen. Das mit dem Renault Captur baugleiche Modell wird es als Benziner sowie Mild-, Voll- und Plug-in-Hybrid geben. Das Leistungsspektrum reicht von 91 PS bis 159 PS (67 kW bis 117 kW). Kunden können zwischen den vier Ausstattungsvarianten Basis, Plus, Intro Edition und Top wĂ€hlen. Die Einstiegsversion wird von einem 1,0-Liter-Benziner angetrieben und verfĂŒgt unter anderem serienmĂ€Ăig ĂŒber Bi-LED-Scheinwerfer, Tempomat, 17-Zoll-RĂ€der und ein bluetoothfĂ€higes Sieben-Zoll-Infotainment-System sowie zwei USB-Schnittstellen.
Der Enyaq wird vielfĂ€ltiger: Skoda erweitert das Motorenangebot seiner Elektro-Baureihe. So kann nach dem CoupĂ© nun auch die SUV-Variante als RS iV bestellt werden. Zwei Elektromotoren sorgen fĂŒr Allradantrieb und eine Leistung von 220 kW (299 PS). Das maximale Drehmoment betrĂ€gt 460 Newtonmeter, die Reichweiete nach WLTP ĂŒber 500 Kilometer. Das bislang ausschlieĂlich als RS erhĂ€ltliche CoupĂ© gibt es alternativ nun auch als iV 80 mit Heckantrieb und 150 kW (204) PS.
Nachdem Toyota mit dem GR 86 vorgeprescht ist, kehrt nun auch der Subaru BRZ als Gemeinschaftsentwicklung zurĂŒck auf den Markt. Der 2+2-Sitzer wird in limitierter StĂŒckzahl Euro angeboten. Der 2,4-Liter-Vierzylinder-Boxermotor entwickelt auch hier 234 PS (172 kW) und liefert bei 3700 Umdrehungen in der Minute ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern. Die KraftĂŒbertragung ĂŒbernimmt wahlweise ein knackiges Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine sportlich abgestimmte Sechsstufen-Automatik. Der BRZ verfĂŒgt ĂŒber ein aktives âSoundkontrollsystemâ ĂŒber die Lautsprecher. Die Serienausstattung des Sportwagens mit Heckantrieb umfasst unter anderem konturierte Sportsitze mit Leder-/Ultrasuede-Bezug, ein sieben Zoll groĂes Digital-Cockpit und einen zentralen Acht-Zoll-Touchscreen sowie Sitzheizung vorn, RĂŒckfahrkamera und Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Rote KontrastnĂ€hte setzen Interieurakzente.
Hyundai frischt den i10. Der Kleinwagen aus dem A-Segment erhĂ€lt eine neue Front mit geĂ€ndertem KĂŒhlergrill sowie neu gestalteten Scheinwerfern. Die LED-RĂŒckleuchten zeigen jetzt ein âHâ als Lichtsignatur. SerienmĂ€Ăig sind kĂŒnftig ein 4,2 Zoll groĂes Fahrerdisplay, USB-Typ-C-AnschlĂŒsse auch hinten sowie Over-the-Air-Kartenupdates. Den Innenraum werten auĂerdem blaues Ambientelicht, lilafarbene Akzente und neue Stoffmuster auf. Der automatische Notbremsassistent erkennt nun auch FuĂgĂ€nger, und der Spurfolge-Assistent (LFA) arbeitet mit aktivem Lenkeingriff.
Wenn ĂŒber den CO2-AusstoĂ im Verkehr diskutiert wird, geht es vor allem um Autos, Flugzeuge und die Schifffahrt. Meist vergessen werden die vielen Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft sowie auf dem Bau.
Dabei gehen etwa fĂŒnf Prozent des gesamten Dieselverbrauchs in Deutschland, das sind 1,8 bis zwei Milliarden Liter pro Jahr, auf das Konto der Bewirtschaftung von Feldern und WĂ€ldern. Der Deutsche Bauernverband spricht von etwa fĂŒnf Millionen Tonnen CO2, die dadurch emittiert werden. Anderes als im Pkw- oder auch zunehmend im Lkw-Sektor könne aber nur ein kleiner Teil der Fahrzeuge wegen der schweren ArbeitseinsĂ€tze elektrifiziert werden, betont Udo Hemmerling, stellvertretender DBV-GeneralsekretĂ€r.
Anders als im Individualverkehr ist die Landwirtschaft nicht nur Teil des Problems, sondern gleichzeitig auch Teil der Lösung. Vor sechs Jahren hat sich die Branchenplattform âBiokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaftâ gegrĂŒndet, dem neben dem Bauernverband und dem Bundesverband Bioenergie sowie weiteren Organisationen auch drei Landmaschinen-
hersteller angehören. Um den Energiebedarf der Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft mit einem Fifty-Fifty-Mix aus Biomethan und Biodiesel bzw. Pflanzenöl wĂ€ren laut Hemmerling lediglich 450.000 Hektar AnbauflĂ€che nötig. Das sind etwas ĂŒber zweieinhalb Prozent der GesamtflĂ€che. Zum historischen Vergleich: Vor rund 100 Jahren wurden seinen Angaben nach noch 15 bis 20 Prozent der ĂckerflĂ€che nur fĂŒr die FĂŒtterung der Zugtiere genutzt.
Eine Elektrifizierung kommt nach EinschĂ€tzung von Stephan Arens, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Union zur Förderung von Ăl- und Proteinpflanzen (UFOP), in der Land- und Forstwirtschaft nur fĂŒr Fahrzeuge mit schwacher Leistung oder autonom fahrenden Maschinen in Frage. Erdgas und Biomethan könnten im mittleren Leistungsspektrum eingesetzt werden, Biodiesel und Kraftstoffe aus Rest- und Abfallstoffen in den mittleren bis schweren
Segmenten. Erste AnsĂ€tze in der Industrie sind bereits da. New Holland hat schon einen Biomethan-Schlepper im Angebot und gerade erst auch den Prototyp eines FlĂŒssiggas-Traktors prĂ€sentiert, und John Deere hat einen Multifuel-Schlepper entwickelt.
Auch bestehende Land- und Forstmaschinen lieĂen sich teilweise umrĂŒsten oder mit Bio-Beimischungen betreiben, verdeutlicht Arens das derzeitige Potenzial. So fordert die Branche klare Bekenntnisse und entsprechende Förderprogramme der Bundesregierung, denn sie gebe schlieĂlich auch die Ziele politisch vor. Dabei wird nach EinschĂ€tzung von Stephan Arens mit zweierlei MaĂ gemessen. Er zitiert Studien, nach denen bei dem derzeitigen Energiemix eine verfahrene Kilowattstunde ĂŒber 400 Gramm CO2 verursache, allein im vergangenen Jahr die ElektromobilitĂ€t hierzulande aber mit fast sechs Milliarden Euro gefördert worden sei. Den Jahreseinsparungen von etwa 50.000 Tonnen CO2 durch neue E-Autos stĂŒnden elf Millionen Tonnen durch den Einsatz von Biokraftstoffen gegenĂŒber, rechnet Arens vor.
Text: Frank Wald (cen) / Fotos: Mercedes
Mercedes rollt die Elektrifizierung seiner Modellpalette auch bei den Nutzfahrzeugen weiter aus.
Doch mehr noch als im privaten Bereich zĂ€hlt in der kilometerfressenden Liefer- und Logistikbranche die Reichweite. Und ausgerechnet der Sprinter als Paradepackpferd im schwĂ€bischen Stall musste sich als Vollelektriker hier bislang mit maximal 158 WLTP-Kilometer beschrĂ€nken. Mit der Neuauflage des âeSprinterâ wird sich das jetzt Ă€ndern. Und nicht nur das.
Die wesentliche Neuheiten gleich mal vorweg: Anders als im aktuellen Stromer-Sprinter, der noch auf der konventionellem Verbrenner-Plattform aufbaute, wechselt der neue e-Sprinter von Frontauf Heckantrieb. Und wÀhrend es bislang nur eine Kastenvariante in der StandardlÀnge (A2) gab, so ist der neue e-Sprinter nun auch in unterschiedlichen Karosserieformen und -lÀngen (A2 und A3) mit Aus- und Aufbauten, wie sie bisher vom Sprinter mit Verbrenner bekannt waren, zu haben.
Möglich macht das ein modularer Aufbau und die neue elektrische Hinterachse. Das Frontmodul umfasst als einheitlicher Vorbau nun sĂ€mtliche Hochvolt-Komponenten und kann, unabhĂ€ngig von Radstand und BatteriegröĂe, mit allen Fahrzeugvarianten kombiniert werden. Im Unterboden zwischen den Achsen steckt das Modul fĂŒr die integrierte Hochvoltbatterie, das zusammen mit dem schĂŒtzenden BatteriegehĂ€use fĂŒr einen niedrigen Schwerpunkt sorgt. Und das Heckmodul schlieĂlich beherbergt den neuen eATS-Antriebsstrang, bestehend aus elektrisch angetriebener Hinterachse und integrierter E-Maschine. Der Permanentmagnet-Synchronmotor leistet in der Spitze wahlweise 100 oder 150 Kilowatt bei jeweils identischen 400 Nm Drehmoment. Zum Vergleich:
Der jetzige eSprinter ist nur mit einem 85-kW-Motor erhÀltlich.
Und auch bei den Hochvolt-Batterien gibt es nun eine gröĂere Auswahl. Sind im aktuellen Modell nur zwei Akkus mit 35 kWh und 47 kWh verbaut, so stehen dem neuen e-Sprinter nun gleich drei Stromspeicher mit 56 kWh, 81 kWh oder 113 kWh zur VerfĂŒgung. Das Besondere daran: Dank verĂ€nderter Zellchemie (Lithium-Eisenphosphat) können alle drei auf die unter humanitĂ€r wie ökologisch pro-
blematischen Bedingungen geförderten Bestandteilen Kobalt und Nickel verzichten. FĂŒr die stĂ€rkste Version gibt Mercedes Reichweiten bis zu 400 Kilometern an. DafĂŒr hĂ€ngt der e-Sprinter gegenĂŒber dem alten auch etwas lĂ€nger an der hinter dem Stern im KĂŒhlergrill untergebrachten Ladebuchse. Aufgeladen werden die Batterien per Wechselstrom (AC) dreiphasig mit maximal 11 kW oder an öffentlichen SĂ€ulen via Gleichstrom (DC) mit maximal 115 kW. Wobei letzteres nur gegen Aufpreis, serienmĂ€Ăig liegt die Ladeleistung bei 50 kW.
Volvo hat den weltweit ersten FMX Electric als schweren Transportbetonmischer ausgeliefert. Der Vierachser wurde von Cemex ĂŒbernommen. Das weltweit agierende Baustoffunternehmen setzt das Fahrzeug in einem Betonwerk in Berlin-Spandau ein. Der Betonmischer kann nach Angaben von Volvo Trucks mit seinen vier Hochvoltbatterien einen ganzen Arbeitstag bewĂ€ltigen, gegebenenfalls mit einer Aufladung wĂ€hrend der regulĂ€ren Pausen. Er verfĂŒgt ĂŒber eine Akku-KapazitĂ€t von 360 kWh und wird von zwei Motoren mit einer Leistung von 330 kW (449 PS) befeuert.
Abgesehen davon, dass es auch auĂerhalb Europas noch jede Menge MĂ€rkte gibt, die bis Mitte des nĂ€chsten Jahrzehnts den Verbrennungsmotor nicht verbannen werden, steht die Zukunft der Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen noch etwas in den Sternen. Renault gibt daher dem Diesel weiterhin eine Chance. Gemeinsam mit dem Antriebs- und Elektronikentwickler Punch Torino sollen abgas- und verbrauchsarme SelbstzĂŒnder fĂŒr leichte Nutzfahrzeuge entwickelt werden. Das italienische Unternehmen soll die aktuellen und zukĂŒnftigen Vier-Zylinder-Dieselmotoren von Renault erwerben, nutzen und verkaufen können. Erstes Projekt sind die Euro 6- und Euro-7-Varianten fĂŒr Transporter, die ab 2025 produziert werden sollen. Die Motoren werden im französischen Werk ClĂ©on in der Normandie hergestellt. Beide Unternehmen dĂŒrften auch die gemeinschaftliche Entwicklung wasserstoffbetriebener Verbrennungsmotoren vorantreiben.
Das französische Start-up Hyliko will bei seinen Brennstoffzellen-Lkw auf die Technologie von Toyota zurĂŒckgreifen. Damit erweitert der japanische Konzern sein Wasserstoff-Partnernetzwerk in Europa. Schon heute kommen Brennstoffzellenmodule des Unternehmens in ZĂŒgen, Bussen, Generatoren und diversen maritimen Anwendungen zum Einsatz. Hyliko will auf Basis von Renault-Lastwagen zwei Modelle mit dem Brennstoffzellenantrieb von Toyota bauen: eine 44-Tonnen-Zugmaschine und einen 26-Tonner, der in den Varianten 6x2 und 6x4 angeboten werden soll. Als Teil seines Lkw-Leasingangebots plant der Newcomer die EinfĂŒhrung einer eigenen Infrastruktur fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff, einschlieĂlich Produktion, Lagerung und Vertrieb.
Designer von Daimler Truck haben auf Basis eines Fahrgstells des Fuso Canter ein mobiles BĂŒro entworfen. Der Nomad Pro, wie das Konzept getauft wurde, ist auch Ausdruck eines sich durch die Corona-Pandemie geĂ€nderten Blicks auf den Arbeitsplatz. Hauptmerkmal des Fahrzeugs ist der aufklappbare rechte FlĂŒgel des Aufbaus, der ein Arbeiten im Freien ermöglicht. Im Innenraum dominieren natĂŒrliche Materialien und japanische Design-Elemente wie Bambusholzböden mit Fliesenintarsien, NaturholzoberflĂ€chen und Sitze im Tatami-Stil. Das Fahrzeug ist mit einem verstaubaren Tisch und BĂ€nken ausgestattet, die bis zu zwei ArbeitsplĂ€tze bieten. Eine kleine KĂŒche, ein ausziehbares Bett und ein Waschbecken sowie ein Duschbereich sind ebenfalls an Bord.
Der EuropĂ€ische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) hat seinen neuen Doppelstockauflieger vorgestellt. Der gemeinsam mit den Herstellern Krone und Wiese entwickelte Planenauflieger Vario Liner bietet auf zwei Ebenen bis zu 62 PalettenstellplĂ€tze. Er kann sowohl von den Seiten als auch ĂŒber die HecktĂŒren beladen werden. Dieses Konzept reduziert den Zeitaufwand zum Beund Entladen und trĂ€gt durch das Doppelstock-System zur Minimierung der möglichen Schadensquote bei. Durch die segmentweise variabel verstellbare zweite Ebene steigt nicht nur die Zahl der PalettenstellplĂ€tze, sie vermeidet auch, dass Waren falsch gestapelt werden und wegen zu hoher Druckbelastung Schaden nehmen.
Euro NCAP hat die Sicherheitsausstattung von 18 Transportern unter die Lupe genommen. Fast alle haben zwar serienmĂ€Ăig einen MĂŒdigkeitsassistenten an Bord, etwas weniger als die HĂ€lfte verfĂŒgt in der Basisversion ĂŒber einen Tempomat, aber einen Notbremsassistenten gibt es in allen FĂ€llen nur optional. Diesen dann oft auch nicht mit FuĂgĂ€nger- oder Radfahrererkennung. Spurhaltehelfer sind ebenfalls nirgendwo Standard. Ford Transit und Fiat Ducato bekamen den âGoldâ-Status zuerkannt, der Mercedes-Benz Vito rutschte aufgrund der ab diesem Jahr verschĂ€rften PrĂŒfkriterien eine Stufe nach unten. Ebenfalls ein âSilberâ-Rating bekamen der Mercedes-Benz Sprinter und der Nissan Primastar sowie die beiden Volkswagen-Modelle Crafter und T6.1. Bronze gab es fĂŒr CitroĂ«n Jumpy und CitroĂ«n Jumper sowie die baugleichen Modelle Opel Vivaro, Peugeot Expert und Toyota Proace bzw. Opel Movano und Peugeot Boxer. Ebenfalls eine âBronze-Medailleâ gab es fĂŒr den Iveco Daily und den Renault Master
Was nehmen selbstfahrende Autos von ihrer Umgebung wahr und wie interpretieren sie die Informationen? Diese Fragen sind entscheidend fĂŒr die weitere Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, aber auch von intelligenten mobilen Robotern. Informatiker haben jetzt einen wichtigen Entwicklungsschritt fĂŒr eine verbesserte, menschenĂ€hnliche Wahrnehmung komplexer urbaner Umgebung geschafft.
Text & Fotos: Ampnet
Mit Hilfe KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) können sich Roboter zwar heute schon selbststĂ€ndig in ihrer Umgebung zurechtfinden und durch sie navigieren, wenn sie gelernt haben, wie diese Umgebung aussieht. Allerdings ist die Wahrnehmung und korrekte EinschĂ€tzung von unbekannten, teilweise verdeckten Dingen und beweglichen Objekten oder Menschen bislang eine groĂe Herausforderung, wie der Roboterforscher Prof. Dr. Abhinav Valada von der Freiburger Albert-Ludwigs-UniversitĂ€t erlĂ€utert. Ihm gelang jetzt mit seinem Team vom Robot Learning Lab der Uni ein maĂgeblicher Schritt zur Lösung des Problems.
Die Antwort der Freiburger Wissenschaftler auf die Aufgabestellung, die Umgebungswahrnehmung autonomer Fahrzeuge zu verbessern und so zu mehr Sicherheit beizutragen, lautet âamodale panoptische Segmentierung mit Hilfe von KI-AnsĂ€tzenâ.
Bislang können autonome Fahrzeuge ihre Umgebung mittels panoptischer Segmentierung erfassen. Das bedeutet, dass sie bisher nur vorhersagen können, welche Pixel eines Bildes zu welchen âsichtbarenâ Regionen eines Objekts wie einer
Person oder eines Autos gehören, wie die Freiburger Forscher erklÀren. Dagegen sind die Fahrzeuge nicht in der Lage, auch die gesamte Form von Objekten vorherzusagen, insbesondere wenn diese teilweise von anderen Objekten verdeckt werden. Der Mensch wiederum kann sich die vollstÀndige physische Struktur von Objekten vorstellen, selbst wenn diese teilweise verdeckt sind. An dieser FÀhigkeit mangelt es den bisherigen Algorithmen, die es Robotern und selbstfahrenden Fahrzeugen ermöglichen, ihre Umgebung wahrzunehmen, noch.
Das soll sich durch die Wahrnehmung mit amodaler panoptischer Segmentierung Ă€ndern, da diese ein ganzheitliches VerstĂ€ndnis der Umgebung ermöglicht â Ă€hnlich wie beim Menschen. Amodal bedeutet in diesem Fall nach Auskunft der Freiburger Forscher, âdass von einer teilweisen Verdeckung von Objekten abstrahiert werden muss â statt sie als Fragmente zu betrachten, sollten sie in ihrer Ganzheit gesehen werden.â So werde eine neue QualitĂ€t der visuellen Umgebungserfassung möglich, die fĂŒr die Verkehrssicherheit autonom fahrender
Autos einen enormen Fortschritt bedeuten wĂŒrde, heiĂt es. Neue KI-Algorithmen fĂŒr diese Aufgabe könnten Roboter â und autonome Fahrzeuge â in die Lage versetzen, die visuelle Erfahrung nachzuahmen, die Menschen haben, indem sie die vollstĂ€ndige physische Struktur von Objekten wahrnehmen, erklĂ€rt Prof. Valada.
Das wĂ€re eine elementare Voraussetzung fĂŒr die weitere Entwicklung autonomen Fahrens, da die Sensoren der Autos der Zukunft ihre Umgebung im StraĂenverkehr klar erkennen und auch klassifizieren können mĂŒssen: Dies ist ein anderes Auto, das ist ein Radfahrer, jenes ist ein FuĂgĂ€nger usw. DafĂŒr kommen verschiedene Sensoren zum Einsatz, da man sich aus SicherheitsgrĂŒnden nicht auf einen Sensortypen verlassen kann. Zudem ist es unterschiedlichen Sensoren möglich, etwaige Defizite der anderen
MessfĂŒhler zu kompensieren. So kommen viele Daten zusammen, die mit Hilfe KĂŒnstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Auf diese Weise werden die Fahrzeuge darauf trainiert, andere Verkehrsteilnehmer und Umgebungsobjekte immer besser zu identifizieren.
KĂŒnstliche Intelligenz werde den Verkehr voraussichtlich sicherer machen, ist sich Prof. Alfred HöĂ, Leiter des Forschungsprojekts KI-ASIC (KI-Prozessorarchitekturen fĂŒr Radarmodule im autonomen Fahrzeug) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, sicher. Er verweist dazu gegenĂŒber dem Bayerischen Rundfunk auf die Ethik-Kommission, die sich schon mit dem Thema beschĂ€ftigte. Der Tenor war, dass mit Systemen, die zuverlĂ€ssig funktionieren, werden mehr UnfĂ€lle vermieden als man auf der anderen Seite durch fehler-
haftes Verhalten der Systeme produziert, wie die Hamburger Academic Society for Artificial Intelligence, Studiengesellschaft fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz, berichtet.
Das Projekt KI-ASIC dient der Erforschung einer neuartigen Prozessorarchitektur, so genannten neuromorphen Prozessoren, die es erlauben sollen, KI-Methoden speziell fĂŒr Mustererkennung und -analyse beim autonomen Fahren einzusetzen. Mit ihnen könne eine deutlich verbesserte Verarbeitung der Radardaten bereits im Sensor erfolgen, erlĂ€utert das Bundesforschungsministerium. Durch KI-ASIC soll demnach die neuromorphe Elektronik aus der akademischen Grundlagenforschung in die automobile Anwendung ĂŒberfĂŒhrt werden. Die Verbindung von Methoden der KĂŒnstlichen Intelligenz mit hochentwickelten Elektronikkomponenten schafft so die technologische Grundlage dafĂŒr, dass autonome Fahrzeuge angemessen auf alle Fahrsituationen reagieren können.
An dem Vorhaben sind neben der OTH Amberg-Weiden die Infineon Technologies Dresden als Verbundkoordinator, BMW, die Technische UniversitĂ€t MĂŒnchen und die Technische UniversitĂ€t Dresden beteiligt.
KĂŒnstliche Intelligenz werde den Verkehr voraussichtlich sicherer machen, ist sich Prof.
Ein Team der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen hat eine Software fĂŒr autonomes Fahren entwickelt, die das Risiko auf der StraĂe besser abwĂ€gt. Sie gilt als der erste Algorithmus, der die 20 Ethik-Empfehlungen der EUKommission berĂŒcksichtigt und so deutlich differenzierter abgewogene Entscheidungen trifft als bisherige Algorithmen.
Text & Fotos: Ampnet
Dabei wird das unterschiedliche Risiko der Verkehrsteilnehmenden berĂŒcksichtigt, was den Betrieb von automatisierten Fahrzeugen deutlich sicherer machen soll. Der Code steht als Open Source öffentlich zur VerfĂŒgung. Rund 2.000 Szenarien mit kritischen Situationen wurden dabei getestet, verteilt auf unterschiedliche StraĂentypen und Gebiete wie Europa, die USA und China. Die Forschungsarbeit, die im Fachjournal âNature Machine Intelligenceâ veröffentlicht wurde, entstand in Zusammenarbeit der LehrstĂŒhle fĂŒr Fahrzeugtechnik und fĂŒr Wirtschaftsethik am Institute for Ethics in Artificial Intelligence (IEAI) der TUM.
Maximilian GeiĂlinger, Wissenschaftler am Lehrstuhl fĂŒr Fahrzeugtechnik, erklĂ€rt den Ansatz so: âBislang wurden autonome Fahrzeuge im Falle einer ethischen Fragestellung immer vor die Entscheidung ,entweder oder gestellt. Allerdings lĂ€sst sich der StraĂenverkehr nicht in Schwarz und WeiĂ einteilen, sondern bedarf auch der Betrachtung der unzĂ€hligen Graustufen. Unser Algorithmus wĂ€gt verschiedene Risiken ab und trifft aus tausenden möglichen Verhaltensweisen eine ethische Entscheidung â und das in Sekundenbruchteilen.â
Die ethischen Rahmenbedingungen, an denen sich die Risikobewertung der Software orientiert, hat eine Expertenrunde im Auftrag der EU-Kommission 2020 in einem Empfehlungsschreiben definiert. Es beinhaltet GrundsÀtze wie den Schutz schwÀcherer Verkehrsteilnehmender und die Aufteilung von Risiko im gesamten
StraĂenverkehr. Damit diese Regeln in mathematische Berechnungen ĂŒbertragen werden konnten, teilte das Forschungsteam Fahrzeuge und Personen im Verkehr anhand des von ihnen ausgehenden Risikos fĂŒr andere und anhand ihrer unterschiedlichen Risikobereitschaft ein. Ein Lastwagen kann anderen Verkehrsteilnehmenden mehr Schaden zufĂŒgen, wĂ€hrend er selbst in vielen Szenarien nur in kleinerem MaĂe beschĂ€digt wird. Bei einem Fahrrad ist es umgekehrt. Im nĂ€chsten Schritt wurde dem Algorithmus vorgegeben, in den verschiedenen Verkehrssituationen ein maximal akzeptables Risiko nicht zu ĂŒberschreiten. AuĂerdem wurden Variablen einkalkuliert, die aus der Verantwortung der Verkehrsteilneh-
menden resultieren, beispielsweise sich an Verkehrsregeln zu halten.
Bisherige AnsĂ€tze behandelten kritische Situationen auf der StraĂe nur mit einer geringen Anzahl möglicher Manöver. Im Zweifel blieb das Fahrzeug einfach stehen. Durch die nun in den Code eingebrachte Risikobewertung entstehen mehr Freiheitsgrade bei weniger Risiko fĂŒr alle, so die TU MĂŒnchen.
Ein Beispiel: Ein autonomes Fahrzeug möchte ein Fahrrad ĂŒberholen, auf der Gegenfahrspur kommt ihm ein Lkw entgegen. Alle vorhandenen Daten ĂŒber die Umgebung und die einzelnen Beteiligten werden nun herangezogen. LĂ€sst sich das
Rad ĂŒberholen, ohne in die Gegenfahrspur zu fahren und gleichzeitig genug Abstand zum Fahrrad zu halten? Welches Risiko besteht fĂŒr welches Fahrzeug und welches Risiko bedeuten diese Fahrzeuge fĂŒr einen selbst? Im Zweifel wird das autonome GefĂ€hrt mit der neuen Software immer warten, bis das Risiko fĂŒr alle akzeptabel ist. GefĂ€hrliche Manöver werden vermieden, gleichzeitig bleibt das selbststĂ€ndig fahrende Fahrzeug nicht urplötzlich stehen. Es gibt kein reines âJaâ oder âNeinâ und Nein spielen keine Rolle, es findet eine AbwĂ€gung statt, die viele Optionen beinhaltet.
âBislang wurden hĂ€ufig traditionelle ethische Denkmuster gewĂ€hlt, um Entscheidungen autonomer Fahrzeuge zu begrĂŒnden. Das fĂŒhrte letztlich in eine Sackgasse, weil in vielen Verkehrssituationen nichts anderes ĂŒbrig blieb, als ein ethisches Prinzip zu verletzenâ, sagt Franziska Poszler, Wissenschaftlerin am Lehrstuhl fĂŒr Wirtschaftsethik der TUM. âWir dagegen betrachten den Verkehr mit der Risikoethik als zentralem Ausgangspunkt. Das ermöglicht uns, mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten und differenzierter abzuwĂ€gen.â
Der Algorithmus wurde bislang in Simulationen validiert. Mit dem Forschungsfahrzeug Edgar auf Basis einjes VW T7 wird die Software kĂŒnftig auch auf der StraĂe getestet. Die Entwickler der TU MĂŒnchen betonen, dass auch Algorithmen, die nach der Risikoethik handeln, zwar jegliche mögliche Situation abdecken und eine Entscheidung auf Basis von moralischen Prinzipien treffen, aber trotzdem keinen unfallfreien StraĂenverkehr garantieren können. KĂŒnftig mĂŒssten zudem weitere Differenzierungen wie etwa kulturelle Unterschiede in den Entscheidungen der Software berĂŒcksichtigt werden.
Bisherige AnsÀtze behandelten
kritische Situationen nur mit einer geringen Anzahl möglicher Manöver.
Verkehr in Indien ist bekanntlich turbulent. Regeln sind nicht ersichtlich. Autos, Minibusse, Lkw, Traktoren, Tuk-Tuks, Rindviecher und kleine MotorrĂ€der teilen sich die StraĂen. Die Hupe löst den Vorfahrtsanspruch.
Text: Ralf Bielefeldt / Foto: Royal Enfield
Faustregel: Der Kleinere gibt nach. Sonst kracht es. Es sei denn, er hat vier Beine und ist eine heilge Kuh. Wir sind in Rajasthan, genau genommen in Jaisalmer, die Grenze zu Pakistan ist nah, und mit der Royal Enfield Super Meteor 650 unterwegs. Royal Enfield beschert seinem Erfolgsmodell Meteor 350 eine groĂe Schwester. Und einen groĂen Namen. Von 1956 bis 1962 gab es die legendĂ€re Super Meteor 700. Als erstes Modell von Royal Enfield knackte sie die Geschwindigkeitsmarke von 161 km/h und hatte ein speziell auf sie zugeschnittenes GepĂ€ckset â genau wie die neue Super Meteor 650.
Entspannter FahrspaĂ mit hohem Entschleunigungsfaktor. Darum geht es bei der Super Meteor 650. Aufsteigen, losfahren, genieĂen. Der Parallel-Twin leistet 47 PS bei 7250 Touren. Das maximale Drehmoment betrĂ€gt 52 Newtonmeter bei 5650 Touren. Ein- und Auslass des Twin-Motors haben die Motorenentwickler feingeschliffen im Vergleich zu den Heritage-Modellen Interceptor und Continental GT. Rahmen und Schwinge sind komplett neu. FĂŒr sonoren Sound sorgen zwei verchromte Endlos-Auspuffrohre und eine groĂe Airbox.
Die Super Meteor 650 beschleunigt schön von unten heraus. FĂŒr indische VerhĂ€ltnisse ist sie ein echter Racer. Sie erreicht mĂŒhelos Tempo 100 und cruist dann entspannt weiter bis maximal 164 km/h. Breiter Lenker, niedrige Sitzhöhe, voluminöser Fender, nach vorn verlagerte FuĂrasten mit serienmĂ€Ăiger Schaltwippe, dazu der lĂ€ngste Radstand der Marke â Fahrerergonomie und Proportionen ĂŒberzeugen.
Die Federvorspannung hinten ist einstellbar. Davon sollte Gebrauch machen, wer mehr als 85 Kilo auf die Waage bingt: Die Werkskonfiguration ist eher sportlich, die Federwege sind ĂŒbersichtlich bemessen (101 Millimeter hinten, 120 mm vorn).
241 Kilogramm wiegt die Super Meteor fahrbereit. Das ist fĂŒr einen Cruiser voll okay, eine gewisse Schwere ist hier gewĂŒnscht, auch in der Mittelklasse. Die kompakte Super Meteor ist ein gut austariertes, handliches Bike, das sich mĂŒhelos in SchrĂ€glage bringen lĂ€sst. Zweikanal-ABS und eine vergleichsweise groĂe hintere Bremsscheibe (300 mm) sorgen fĂŒr adĂ€quate Verzögerung. Die vordere Scheibe misst 320 mm und wird von den meisten Fahrern vermutlich eher selten beansprucht: Cruiser bremsen bevorzugt hinten. 15,7 Liter Tankinhalt geben rein rechnerisch 350 Kilometer Reichweite (Werksangabe: 4,5 l/100 km) her. Beim niedrigen Durchschnittstempo in Indien sind auch mehr Kilometer drin. Wir landeten bei circa 4,2 Liter auf 100 Kilometer.
Die Super Meteor 650 geht in zwei Versionen an den Start: Das Standard-Mo-
648 cm3
35 kW/47 PS
52 Nm/5.650 U/min
164 km/h
4,5 l/100 km
CO2 99 g/100 km
dell mit zweiteiliger Sitzbank kommt in den Mehrfarblackierungen Interstellar Green und Interstellar Grey sowie in den Unifarben Astral Black, Astral Blue und Astral Green. Die Super Meteor 650 Tourer fĂ€hrt in den Zweifarbkombinationen Celestial Blue vor, beide sind mit WeiĂ abgesetzt. Der Lenker neigt sich hier weiter zum Fahrer und ist hier höher. Dazu gibt es ein transparentes Windschild, das gern etwas höher sein dĂŒrfte, und eine endlos lange Komfortsitzbank mit Sissy-Bar. Der maĂgeschneiderte Koffersatz fasst 35 Liter. Plus Topcase (28 l) bietet die Super Meteor dann insgesamt 63 Liter Stauraum.
Pulsierend und wunderschön. Und mittendrin: Myriaden von Rollerfahrern, die zwischen den Autos, Bussen, Lkw und Touristenströmen hindurchpesen als gÀbe es kein Morgen.
Text: Ralf Bielefeldt / Foto: Vespa
Smartphone zwischen Ohr und Jethelm, nackte Knöchel in Sneakern, Sonnenbrille zu jeder Uhrzeit. Wer hier nicht durchdreht vor Dolce-Vita-Lebensfreude, dem ist nicht mehr zu helfen. Das haben sich vermutlich auch die Produktstrategen von Piaggio gedacht, als sie den passenden Ort fĂŒr die PrĂ€sentation der neuen Vespa GTS suchten.
Die âBig Bodyâ-Vespa ist mit ihrem charakteristischen Blechkleid so italienisch wie Pasta und Espresso. Und ab sofort besser als je zuvor. Das liegt in erster Linie an den neuen Bremsen und der komplett ĂŒberarbeiteten Einarmschwinge. In Kombination mit dem neuen Federbein bringt die vordere Schwinge jetzt eine SouverĂ€nitĂ€t und Ruhe ins Fahrwerk, die man der Vespa mit ihren putzigen Zwölf-Zoll-RĂ€dern nie zugetraut hĂ€tte. Keine Vibrationen beim Fahren, kein Klappern oder Poltern, dazu ein sonorer, angenehm zurĂŒckhaltender Sound. Der Motor reagiert prompt auf Gasbefehle. Unangestrengt und souverĂ€n schiebt er die knapp 158 Kilogramm schwere Vespa nach vorn. Durchaus mit Schwung und Nachdruck, aber völlig unaufgeregt.
Richtig viel MĂŒhe haben sich die Piaggio-Designer mit der Karosserie gegeben: Die neuen LED-Blinker sind optisch bĂŒndig ins Frontschild integriert. Am Heck leuchten schmale LED-Blinker mit einem LED-RĂŒcklicht im Stil des Fiat 500 um die Wette. Durch den breiteren Lenker gewinnt die Ergonomie. Das liegt auch an den neu geformten SitzbĂ€nken. Die Sitzposition ist wie gehabt brav, aber erhaben und passt hervorragend zur Grandezza der Vespa GTS.
Vier Modellvarianten sind im Angebot: GTS, GTS Super, GTS Super Sport und GTS Super Tech. Die Ausstattung unterscheidet sich beispielsweise durch die Anbauteile und Farben. Die Leistung der Modellvarianten ist gleich: knapp 24 PS bei der Vespa GTS 300 und 14 PS bei der Vespa GTS 125. Der FuĂraum beziehungsweise die AbstellflĂ€che fĂŒr die beschuhten FĂŒĂe könnte etwas gröĂer sein. Aber nun, wer schert sich bei einer Stilikone schon um Banales wie funktionale Abmessungen?
Gestartet wird ab sofort einheitlich per Keyless-System. Als GTS 125 verfĂŒgt die Vespa serienmĂ€Ăig ĂŒber eine abschaltbare Start-&-Stopp-Automatik. Die groĂe Schwester verzichtet darauf. Insgesamt stehen 14 Lackierungen zur Wahl. Super Sport und Super Tech schmĂŒcken sich mit zackigen Farbakzenten auf der vorderen Radabdeckung, in den drei Einlassöffnungen der âKrawatteâ auf dem Beinschild und auf den hinteren KotflĂŒgel-Backen. Die Sitzbank öffnet per Fernentriegelung auf dem SchlĂŒssel oder mittels Taster rechts am Lenker. Ein Integralhelm passt nicht hinein, dafĂŒr finden zwei Jethelme Platz. Neben ABS â auch bei der 125er â ist bei der groĂen GTS grundsĂ€tzlich auch eine sehr aufmerksam und gefĂŒhlvoll einschreitende Traktionskontrolle (ASR) an Bord.
Der bewĂ€hrte Motor ist nach wie vor ein vorzĂŒglicher Antrieb. An der Ampel ist die Vespa GTS 300 ruckzuck weg. Gas geben und ab durch die Mitte, lautet das Motto. Das maximale Drehmoment von 26 Newtonmetern reicht hier vollkommen.
Yamaha erweitert die Modellpalette der TĂ©nĂ©rĂ© nach der World Raid um zwei weitere Varianten. Die Extreme Edition prĂ€sentiert sich mit voll einstellbaren KYB-Federelementen und zwei Zentimetern mehr Federweg noch offroadtauglicher. Zur StandardausrĂŒstung gehören Titan-FuĂrasten, ein KĂŒhlerschutz aus Aluminium, KettenfĂŒhrung, eine hohe Enduro-Vorderradabdeckung und eine Rallye-Sitzbank mit flachem Profil. Die Explore Edition wiederum setzt mit ihrer geringeren Sitzhöhe als die Standard-TĂ©nĂ©rĂ©, reduziertem Federweg, breiterem und höheren Windschild sowie Quickshifter und serienmĂ€Ăigen Kofferhaltern auf mehr Komfort und TouringqualitĂ€ten.
Die Ducati Riding Experience (DRE) bietet in diesem Jahr gleich acht Termine fĂŒr abenteuerlustige Motorradfahrer. Mit der Multstrada V 4 S, der neuen Multistrada V4 Rally und der Desert X geht es auch abseits der StraĂen durch die HĂŒgel der Toskana. Das âDRE Adventureâ schlieĂt auch spezielle FahrĂŒbungen und -techniken ein. Ausgangspunkt der zweitĂ€gigen Veranstaltungen ist das Schloss Castello di Nipozzano in der Provinz Florenz. Termine sind 25. und 26. Mai sowie 27. und 28. Mai, im Juli 13. und 14., 15. und 16., 20. und 21. sowie 22. bis 23., gefolgt von zwei weiteren im September 7. bis 8. und 9. bis 10.. Der erste Tag dient dem Kennenlernen der MotorrĂ€der und der DurchfĂŒhrung von technischen Ăbungen. Am zweiten Tag stehen dann eine Tour mit auf der StraĂe und im GelĂ€nde auf dem Programm. Das Instruktorenteam besteht aus Ducati-Champions und Testfahrern unter Leitung des mehrfachen Rallyemeisters Andrea Rossi. NĂ€here Informationen gibt es im Bereich DRE Academy auf der Webseite Ducati.com
Auch wenn die Typenbezeichnung E 125 S etwas anderes andeutet, so ist der bisherige Elektroroller von Segway in der Mopedklasse zu Hause. Mit dem E 300 SE strebt das Unternehmen ab FrĂŒhjahr nun in die höhere Liga der Leichtkraftroller. Versprochen werden eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h, ABS und Traktionskontrolle sowie bis zu 130 Kilometer Reichweite. Der Roller beschleunigt in drei Sekunden von 0 auf 50 km/h. Er verund entriegelt sich automatisch via Smartphone und Bluetooth. Auch eine Trackingfunktion ist in der App hinterlegt. Unter der Sitzbank ist ein 34 Liter groĂes Staufach, das Platz fĂŒr zwei Jethelme bieten soll oder eine dritte Batterie aufnimmt. Ein Preis fĂŒr den Segway E 300 SE wurde noch nicht genannt.
KĂ€ufer einer Ducati Diavel V4 können ab Werk auch drei Ausstattungspakete fĂŒr den Power-Cruiser bestellen. Das Sport-Paket u mfasst eine Auswahl an Zubehörteilen aus Carbon und einen eloxierten Tankdeckel, das Style-Paket beinhaltet unter anderem Anbauteile von Rizoma und wahlweise schwarze oder rote BremssĂ€ttel vorn. Beheizbare Griffe, Seitenkoffer und eine Sozi-
uslehne wiederum finden sich im Touring-Paket. Um das neue Muscle-Bike stilistisch ins Rampenlicht zu rĂŒcken hat Ducati in Metropolen wie Amsterdam, Paris, BrĂŒssel, London und New York zu âDiavel V4 Design Nightsâ eingeladen. Sie werden in den kommenden Monaten fortgesetzt. Und auch auf der MailĂ€nder Designwoche im April wird Ducati mit der Diavel prĂ€sent sein.
Mit der Ninja ZX-4R wird Kawasaki ab Herbst auch in Deutschland die 400-Kubik-Klasse aufmischen. Die Supersportlerin der unteren Mittelklasse wird von einem neu entwickelten Vierzylinder angetrieben, der mit dem Ram-Air-System bis zu 80 PS (59 kW) leistet und Drehzahlen von 15.000 Umdrehungen in der Minute erreicht. Es gibt vier Fahrmodi, der Bordcomputer verfĂŒgt auch ĂŒber eine Track-Anzeige. Neben der Basisisversion ZX-4R wird es die SE und die RR geben, die unter anderem ĂŒber einen Quickshifter und Showa-Federelemente verfĂŒgen. Die aktuelle Ninja 400 hat zwei Zylinder und 35 PS weniger.
Harley-Davidson taucht das 88 PS (65 kW) starke Trike Freewheeler zum Modelljahr 2023, dem 120sten der Marke, stellenweise in Schwarz. An Front End, ScheinwerfergehÀuse, Tankkonsole,
Hand- und FuĂhebeln, Motor und der Auspuffanlage ersetzen entsprechend beschichtete Bauteile die bislang silberfarbenen oder verchromten Komponenten. Wichtigste Neuerung sind die neuen
18-Zoll-HinterrÀder anstelle der bislang verwendeten 15 Zoll. Sie sind zudem auf glÀnzend schwarze Leichtmetall-GussspeichenrÀder mit freiliegenden Radmuttern aufgezogen.
Mit der EinfĂŒhrung der Super Meteor 650 hat Royal Enfield auch die Interceptor 650 und Continental GT 650 einer Modellpflege unterzogen. Beide Modelle erhalten die neuen Schalter sowie einen USB-Ladeanschluss und LED-Scheinwerfer sowie einen verbesserten Sitzkomfort. Zudem sind sie nun auf Wunsch auch mit geschwĂ€rztem Motor und Auspuff erhĂ€ltlich. Die neuen Varianten zeichnen sich auĂerdem durch Leichtmetallfelgen mit schlauchlosen Reifen aus.
Airoh arbeitet nach der PrĂ€sentation einer Vorstudie auf der EICMA im vergangenen Jahr weiter an einem Airbaghelm fĂŒr Motorradfahrer. Er soll im Falle eines Falles den Aufprall bei einem Sturz vor allem im Bereich der Stirn abfedern. Ausgelöst wird er durch eine Gaskartusche, die unter einer Hutze hinten am Helm steckt. Der Airbag selbst entfaltet sich durch Aufklappen bestimmter Bereiche der AuĂenschale. Bislang sind ĂŒber zwei Jahre gemeinsame Entwicklungsarbeit mit Autoliv in den Helm geflossen. Wann er serienreif sein könnte, ist noch unklar. Jetzt geht es in der weiteren Entwicklung erst einmal um die sensorischen Parameter fĂŒr das Auslösen des Kopfairbags.
Die neue Bekleidungskollektion von Ducati ist ab sofort im Handel und online erhĂ€ltlich. Das Angebot teilt sich in die Produktlinien Racing, Sport, Touring, Urban und Sportswear auf. Eine Neuheit in diesem Jahr ist das grafisch einheitliche Thema innerhalb der Linie Ducati Corse fĂŒr sportlich orientierte Fahrer. Es ist eine Anspielung auf die drei unterschiedlichen Rottöne der Moto-GP-Lackierung. Dazu gehört beispielsweise die Jacke Fighter C2 aus weichem Rindsleder und technischem Stretchgewebe, die Dainese fĂŒr Ducati entworfen hat. FĂŒr Langstreckenfahrer, die bei jedem Wetter mit dem Motorrad unterwegs sind, gibt es in der Linie Touring den weiterentwickelten Zweiteiler Strada C5. Er bietet jetzt neue modulare Lösungen fĂŒr mehr WĂ€rme oder kĂŒhlere Luft. Der Strada C5 greift das Farbschema der neuen Multistrada V4 Rally auf und ist auch in DamengröĂen erhĂ€ltlich.
Wohl keine andere Zweiradmarke ist auĂerhalb von Motorradkreisen so bekannt wie Harley-Davidson. Sie hat als einzige aus den USA ĂŒberlebt und feiert heuer ihr 120-jĂ€hriges Bestehen. PĂŒnktlich zum runden Geburtstag liegt nun das Buch âHarley-Davidson â 120 Jahre Kultâ des ausgewiesenen Experten Mitch Bergeron vor. Und das hat es in sich. Auf 288 Seiten zeichnet der Autor die Entstehung und evolutionĂ€re Entwicklung der prĂ€genden Baureihen aus Milwaukee nach. âHarley-Davidson â 120 Jahre Kultâ von Mitch Bergeron ist im Delius-Klasing-Verlag erschienen. Das Buch hat 288 Seiten mit 350 Fotos und Abbildungen und kostet 49,90 Euro.
Zwei Jahre mussten die Camping- und Reise-Fans darben, nun durfte die CMT erstmals nach dem Corona-Lockdown wieder ihre Tore öffnen im Januar. Im Caravaning-Bereich, der Neuheitenschau zum Saisonbeginn, warteten mehr als 1.000 Fahrzeuge aller namhaften Marken und Hersteller auf die Besucher.
Passend zum Umfeld der Stuttgarter Messe prĂ€sentierte Carthago das teilintegrierte Reisemobil Chic C-Line T jetzt auf der Basis des Mercedes-Benz Sprinter mit Al-Ko-Tiefrahmen. Der T 4.9 LE ist 7,5 Meter lang und hat einen Grundriss mit L-Sitzgruppe und breiter Seitensitzbank, eine gerĂ€umige WinkelkĂŒche, ein ĂŒppiges Komfort-Raumbad und bis zu zwei Meter lange LĂ€ngseinzelbetten mit im Schlafraum.
Der Carthago Liner-for-Two, ein groĂes, auf zwei Bewohner zugeschnittenes Reisemobil, bekommt eine Ăberarbeitung mit neuer AuĂengrafik und einem helleren, freundlicherem Interieur. Funktionalere Griffe fĂŒr die Klappen der DachstaukĂ€sten, einen Bodenbelag in der Optik eines Schiffsparketts und neue OberflĂ€chen der Waschraum- und KleiderschranktĂŒr in Hochglanz-Elfenbein mit einem integrierten Chromstreifen sollen vor allem die ebenso solventen wie erfahrenen Camper ansprechen. New Generation nennt Carthago das Komfortmobil und bietet es zum Modelljahr 2023 in vier Grundriss-Varianten und zwei Basisfahrzeugen, dem Iveco Daily mit Heckantrieb und Zwillingsbereifung sowie auf dem Fiat Ducato mit Al-Ko-Tiefrahmen als Ein- und Doppelachser.
Neu bei preisgĂŒnstigeren Tochtermarke Malibu ist die Struktur des Van-Programms. Es setzt sich nun aus sieben Ba-
sismodellen mit zahlreichen Varianten und Sonderausstattungen zusammen. Der 540 DB und 600 LE rangieren in der Kategorie Compact und sollen sich vor allem fĂŒr den alltagstauglichen Einsatz ĂŒbers ganze Jahr eignen. Wer mehr Reisekomfort wĂŒnscht, ist mit den Modellen 600 DB und 640 LE gut beraten, die sich durch die gröĂere KĂŒche und das gerĂ€umige Flexibad auszeichnen. Alternativ dazu gibt es bei den Diversity-Versionen des Duos einen breiteren Durchgang und aufgrund der freien Blickachse ein groĂzĂŒgiges RaumgefĂŒhl. Spitzenmodell ist der Malibu Van First Class Two Rooms 640 LE RB, der ein Zweiraum-Konzept auf 6,4 Meter LĂ€n-
ge nebst ĂŒppigem Stauraum bietet. Alle Mitglieder der Van-Familie bekommen als Family-for-4 Version ein im eigenen Haus entwickeltes und gefertigtes Aufstelldach, das die Bettenzahl an Bord verdoppelt.
Hobby zeigte den neuen Maxia 595 KML, einen einachsigen Familien-Wohnwagen, der bis zu sieben SchlafplĂ€tze bietet. Das Heck wurde dafĂŒr multifunktional gestaltet, bis zu drei Stockbetten mit jeweils 100 Kilogramm Traglast finden dort Platz. Die oberen lassen sich durch ein Stecksystem mit Rollrosten und Matratzen im Handumdrehen zu komfortablen Betten mit den MaĂen von jeweils 76 x 200 Zentimeter auf- und abbauen. Das untere besteht aus drei Polsterkissen und einem Topper mit einer LiegeflĂ€che von 73 x 200 Zentimetern. TagsĂŒber lassen sich die Polster zur Sitzecke umbauen und werden so zum Spielzimmer. Leselicht spenden LED-Lampen auf allen Etagen, dank Dimmfunktion und integrierten USBA/C-AnschlĂŒssen dienen sie gleichzeitig als Nachtlicht und Stromquelle.
Kernelement des multifunktionalen Konzepts ist die gelochte RĂŒckwand. Sie sichert eine gleichmĂ€Ăige WĂ€rmeverteilung in den einzelnen Bettebenen. Gleichzeitig dienen die Ăffnungen als Verankerung fĂŒr verschiedenes Zubehör â zum Beispiel Netztaschen und Spanngurte. Die herausnehmbare Leiter macht den Einstieg in die oberen Bettetagen auch fĂŒr KinderfĂŒĂe einfach und komfortabel.
Wird der untere Bereich nicht als Bett oder Spielzimmer genutzt, dient sie als Sicherung fĂŒr dort verstautes GepĂ€ck. Alternativ finden dort Vierbeiner einen gemĂŒtlichen RĂŒckzugsort mit Platz fĂŒr ein Ruhekissen. Passend zum neuen Kinderbettbereich hat auch der Schlafplatz fĂŒr Erwachsene mehrere Funktionen: Die zwei bewĂ€hrten Einzelbetten lassen sich mit der Erweiterung in ein gemĂŒtliches Familienbett mit einer Breite von 2,20 Metern umbauen.
Bei Carado ist der Camper Van CV 590 4x4 das erste Fahrzeug mit Allradantrieb im Portfolio. Und zum ersten Mal nach elf Jahren dient wieder ein Ford Transit Kastenwagen als Basis. Der CV 590 4x4 ist als Sondermodell Edition 24 in Chroma blau erhĂ€ltlich und kostet 68.999 Euro. DafĂŒr gibt es einen 170 PS (125 kW) starken Vier-Zylinder-Diesel, die KĂŒche mit ĂŒblicher Ausstattung sowie Waschraum mit Dusche und Toilette. Geschlafen wird auf einem quer eingebauten Doppelbett im Heck. Mit knapp sechs Metern LĂ€nge ist
der Camper Van noch halbwegs wendig, auf StellplĂ€tzen manövriert er mĂŒhelos, auch wenn der Untergrund feucht und weich oder schneebedeckt ist. Auf den Markt bringt das Leutkirchener Unternehmen den 4x4-Camper ohne eine Begrenzung der StĂŒckzahl.
Auch die Zubehöranbieter waren auf der CMT prĂ€sent. Garmin zeigte mit den Modellen Camper 895 und Camper 1095 zwei neue Navigationssysteme fĂŒr Wohnmobile und Gespanne. Die Achtbzw. Zehn-Zoll-Navis sind zusĂ€tzlich zu ihrer bekannten Pkw-Wegweisung mit Spezialfunktionen fĂŒr Wohnmobil und Wohnwagengespanne ausgestattet. Sie können auch in Mietfahrzeugen sinnvoll eingesetzt werden und berĂŒcksichtigen bei der fahrzeugspezifischen RoutenfĂŒhrung Abmessungen und Gewicht sowie die Besonderheiten im AnhĂ€ngerbetrieb. Je nach hinterlegtem Fahrzeugprofil werden Umweltzonen bei der Routenberechnung ein- oder ausgeschlossen. FĂŒr ein Plus an Sicherheit sorgt die Fahrerassistenz, die unter anderem vor scharfen
Kurven, Seitenwind, BahnĂŒbergĂ€ngen und GefĂ€llen oder Steigungen warnt. Das integrierte Höhenprofil unterstĂŒtzt einen vorausschauenden Fahrstil und weist auf schwierige Stellen hin. Dank Bluetooth-Freisprechfunktion, Smart Notifications und integrierter Sprachsteuerung bleiben die HĂ€nde wĂ€hrend der Fahrt jederzeit am Steuer und Benachrichtigungen und eingehende Anrufe werden direkt auf dem Navi angezeigt. AuĂerdem ist eine Suchfunktion fĂŒr Stell- und CampingplĂ€tze integriert. Die Camper-Garmins kosten zwischen 689 und 899 Euro.
Erstmals gab es in diesem Jahr in Stuttgart einen separaten Bereich fĂŒr Dachzeltanbieter sowie fĂŒr Firmen, die Kleinwohnwagen prĂ€sentieren. Dachzelte lassen sich auf fast jedes Auto befestigen und gehören zu den aktuellen Campingtrends. Wer mit dem Camper, Wohnmobil oder Ă€hnlichem zur CMT anreist und gerne auf dem MessegelĂ€nde ĂŒbernachten möchte, kann sich bereits vorab online einen Parkschein lösen.
Die Hymer-Tochter Sunlight erweitert ihr Programm an teilintegrierten Wohnmobilen und zeigte auf der Stuttgarter CMT eine neue Baureihe auf Ford-Basis. Die Modelle T 670 S, T 680 und T 690 L nutzen ein Transit-Chassis mit 130 PS und Sechs-Gang-Getriebe. SerienmĂ€Ăig verfĂŒgen alle drei Modelle ĂŒber schwarze Alu-Felgen und ein schwarzes Fahrerhaus. Der T 670 S ist mit 6,99 Metern etwas kĂŒrzer als die beiden anderen Modelle mit jeweils 7,36 Metern FahrzeuglĂ€nge. Alle drei sind 2,32 Meter breit und 2,93 Meter hoch. Der 670er bietet vier Sitzund zwei (bzw. vier) SchlafplĂ€tze, wĂ€hrend sich die beiden gröĂeren Fahrzeuge mit einem jeweils zusĂ€tzlichen fĂŒnften Sitz- bzw. Schlafplatz auch fĂŒr die Familie mit drei Kindern oder eine kleine Gruppe eignen. Die KĂŒchen sind jeweils mit einem zweiflammigen Kocher mit 12-Volt-ZĂŒndung, einem groĂen SpĂŒlbecken sowie 156-Liter Absorber-KĂŒhlschrank inklusive Gefrierfach ausgestattet. Der T 670 S hat das Variobad an Bord, T 680 und T 690 L verfĂŒgen ĂŒber RaumbĂ€der.
Der EQT Marco Polo Concept von Mercedes ist eine Studie, die zeigt, wie auf rund 4,9 Meter LĂ€nge vier Schlaf- und ebenso viele SitzplĂ€tze samt Kocher und flieĂend Wasser unterkommen. Das alles soll mit dem 45-kWh-Akku bis zu 300 Kilometer weit kommen. Das Platzangebot wird wesentlich von dem geprĂ€gt, was Wettbewerber zumindest ab Werk nicht haben. Ein Hubdach. Angetrieben wird die Studie wie der avisierte EQT von einem 90 kW starken Elektromotor. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 140 km/h begrenzt. Der Akku lĂ€sst sich an einer Gleichstrom-Station mit 80 kW in 40 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen, fĂŒr die Klimatisierung ist eine WĂ€rmepumpe zustĂ€ndig.
Die Lust aufs Caravaning wird noch weder von Inflation noch dĂŒsteren Wirtschaftsprognosen geschmĂ€lert. Das lockt immer mehr neue Reisemobilausbauer auf den Plan, so wie das niedersĂ€chsische Unternehmen Hannes Camper, das nach fĂŒnf Jahren im VermietgeschĂ€ft ab Januar auch eigene Kastenwagen vertreiben will. Als Partner dafĂŒr hat GeschĂ€ftsfĂŒhrer Tim Aster das Karosseriebau-Unternehmen Robeta in Slowenien gewinnen können, dort entstehen kĂŒnftig zwei Modelle auf Basis des CitroĂ«n Jumper mit 6,0 und 6,40 Metern LĂ€nge. Viele Extras wie die Dieselstandheizung, RĂŒckfahrkamera, Armaturen von Grohe, Seitz-Privacy-Rahmenfenster, Druckwasserpumpe, Navigations- und Audioanlage, USB-Steckdosen im gesamten Aufbau, Alufelgen von Borbet oder eine AuĂendusche gibt es bei Hannes serienmĂ€Ăig.
Die Hymer-Tochter Etrusco startet erstmalig mit Teilintegrierten auf Basis des Renault Master in die Saison. Der sechs Meter lange V 5.9 DR und der 6,82 Meter lange V 6.8 SR sollen ab FrĂŒhjahr lieferbar sein und ergĂ€nzen die Modellvarianten auf Ford-Chassis. Der gröĂere V 6.8 SR verfĂŒgt ĂŒber zwei Einzelbetten, die zum Doppelbett umgebaut werden können und ĂŒber eine LĂ€ngssitzbank auf der Beifahrerseite. Der V 5.9 DR bietet ein Querbett im Heck. Die Modelle sind jeweils 2,14 Meter breit und haben einen Vierzylinder mit 145 PS (107 kW). Doe Preise beginnen bei 51.199 Euro. Auf Wunsch ist auch fĂŒr die beiden neuen Fahrzeuge das Ausstattungspaket âComplete Selectionâ erhĂ€ltlich.
Es ist windig in Punta Arenas, an der SĂŒdspitze von Chile. Es blĂ€st krĂ€ftig genug, um dem Ăffnen der TĂŒren meines Porsche Panamera gehörigen Widerstand entgegenzusetzen.
Text: Mark Richardson (cen) / Fotos: Porsche
Synthetische Kraftstoffe aus Kohlenstoff und Wasserstoff sind nichts Neues, aber seit einigen Jahren steckt Druck hinter dem Thema.
Wenn ich nicht aufpasse, schlagen sie mit Wucht wieder zu. Marcelo Daller spricht von einem âWind von hoher QualitĂ€tâ: In ĂŒber 70 Prozent der Zeit ist er durchgĂ€ngig so stark, dass er die FlĂŒgel einer gewaltigen Turbine mit Vehemenz in Bewegung setzen kann. In den verbleibenden 30 Prozent blĂ€st der Wind manchmal zu schwach, meistens aber noch heftiger. Bei mehr als 90 km/h (Beaufort 10) schaltet sich die Turbine ab.
Daller leitet die Haru-Oni-Fabrik, die von dieser Turbine komplett mit Energie versorgt wird und derzeit noch als Demonstrationsobjekt dient. Sie gehört HIF, das steht fĂŒr Highly Innovative Fuels; Porsche hat rund 70 Millionen Euro in das Projekt investiert. Im Moment kann die Fabrik pro Tag 350 Liter synthetischen Kraftstoff erzeugen, aber wenn sie voll ausgebaut ist â mit 60 WindrĂ€dern und einer groĂ dimensionierten Vorrichtung zur CO2-Ab-
scheidung â soll sie pro Tag 230.000 Tonnen CO2 aus der AtmosphĂ€re holen und 66 Millionen Liter e-Fuels erzeugen.
Synthetische Kraftstoffe aus Kohlenstoff und Wasserstoff sind nichts Neues, aber seit einigen Jahren steckt Druck hinter dem Thema. Der Prozess wird permanent verbessert, um sie gĂŒnstiger zu machen. HIF hat groĂe PlĂ€ne: Schon dieses Jahr will man in Patagonien in den regulĂ€ren Betrieb gehen, nĂ€chstes Jahr beginnen die Bauarbeiten an im US-Staat Texas und auf der australischen Insel Tasmanien. 2027 sollen alle drei Standorte zusammen pro Tag 150.000 Barrel e-Fuels erzeugen (ca. 24 Millionen Liter) und 25 Millionen Tonnen CO2 aus der AtmosphĂ€re holen.
Die meisten Anteile an HIF gehören der chilenischen Firma AME (Andes Mining and Energy), und ein fĂŒhrender Manager dort ist ein alter UniversitĂ€ts-Kollege von Thomas Friemuth, dem Baureihenlei-
ter des Panamera. Ein glĂŒcklicher Zufall: âAls er mir von dem Potential berichtet hat, das in den e-Fuels steckt, war mir eigentlich klar, dass Porsche sich hier engagieren sollteâ, sagt Friemuth. âElektroautos sind sehr gut, aber wir werden noch viele Jahre lang Autos mit Verbrennungsmotor auf der StraĂe haben â neue und alte. E-Fuels sind der einzige Treibstoff, der CO2-neutral ist. Strom ist es nicht.â
Friemuth bezieht sich auf den gerne verschwiegenen Umstand, dass die ElektrizitĂ€t, mit der E-Autos angetrieben werden, oft mit Kohle oder Gas erzeugt wird. Strom aus Wasser, Wind oder Solarzellen ist zwar sauber â genauso wie Kernenergie -, doch e-Fuels gehen noch einen Schritt weiter, indem sie aus dem Kohlenstoff erzeugt werden, der aus dem atmosphĂ€rischen CO2 geholt wird. Mit dem alternativen Kraftstoff können Ottound Dieselmotoren sogar mehr CO2 aus der AtmosphĂ€re holen als sie emittieren.
Das Projekt in Chile hat momentan noch keine Anlage zur CO2-Abscheidung, noch heuer wird sie allerdings aufgebaut. Vereinfacht dargestellt: Die Anlage zieht Kohlenstoff aus der Luft und mischt ihn mit Wasserstoff, der per Elektrolyse aus Meerwasser gewonnen wird, um Methanol zu erzeugen. Der Energiebedarf dafĂŒr wird vollstĂ€ndig durch den Wind abgedeckt. Das Methanol wird zu e-Fuel synthetisiert, aus dem dann Treibstoff fĂŒr Autos, Flugzeuge oder Schiffe gemacht wird. Der wird aus SĂŒdamerika mit Schiffen nach Europa gebracht. Die geplante Fabrik in Texas soll Nordamerika versorgen, aus Tasmanien wird nach Asien geliefert.
Die gröĂte Herausforderung fĂŒr die e-Fuels sind die Kosten. Es braucht groĂe Volumina â und selbst dann werden die Kraftstoffe noch teurer sein als die Raffinierung von Mineralöl, das es schlieĂlich noch in groĂen Mengen gibt. âSo billig wie Rohöl können wir nicht werden,â sagt Marcos Marques, Projektmanager bei Porsche fĂŒr e-Fuels. Auf einen Preis will er sich nicht festlegen.
Doch er sagt: âDie Treibstoffkosten sind weitgehend durch Steuern und Regulierung definiert. Deshalb mĂŒssen sich die Regierungen einbringen und fĂŒr WettbewerbsfĂ€higkeit sorgen. Rohöl muss teurer werden â oder synthetische Kraftstoffe mĂŒssen gefördert werden.â
Ein Sprecher der kanadischen Firma Carbon Engineering gewĂ€hrte der âNew York Timesâ ĂŒbrigens schon 2019 Einblicke: UngefĂ€hr 1,35 Euro pro Liter wĂŒrde der Kraftstoff kosten â ohne Transportkosten und Steuern. Carbon Engineering beschĂ€ftigt sich in British Columbia mit dem Thema CO2-Abscheidung, ist jedoch nicht in das HIF- und Porsche-Projekt involviert.
Die e-Fuels sind der ultimative Schritt zur Dekarbonisierung: âEs ist wichtig zu wissen, dass die Technologien zur Reduzierung des CO2-AusstoĂes, einschlieĂlich synthetischer Kraftstoffe mit niedrigem CO2-Abdruck, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit immer noch Restemissionen verursachenâ, so ein Sprecher von Carbon Engineering. Er erlĂ€utert: âDie anspruchsvollen Lösungen zur CO2-Abschneidung können parallel dazu genutzt werden, um diese CO2-Restemissionen netto auf Null zu reduzieren. Letztlich
brauchen wir einen ganzen Werkzeugkasten von MaĂnahmen zur CO2-Reduzierung und zur CO2-Eliminierung, um die Welt zu dekarbonisieren.â
Das schöne an e-Fuels ist es, dass sie als direkte Alternative zu hochoktanigem Benzin ohne jegliche Modifikationen im Motor verwendet werden können. Um das zu demonstrieren, hat Porsche mich auch hierhin eingeladen, an die SĂŒdspitze SĂŒdamerikas. Und mir einen Panamera E-Hybrid fĂŒr eine 500-Kilometer-Tour zur VerfĂŒgung mit e-Fuel im Tank zur VerfĂŒgung gestellt, einmal um den Nationalpark Torres del Paine herum.
Der FĂŒnftĂŒrer funktionierte genau wie erwartet: Keine Verschlucker, kein Leistungsabfall, kein Mehrverbrauch. Und die Gedanken des Fahrers kreisen nicht um den Kraftstoff (oder den Ladezustand), sondern um die StraĂe und die Landschaft.
Das Marktpotential fĂŒr e-Fuels scheint gewaltig zu sein, auch wenn Regierungen den Verbrenner in Zukunft verbieten wollen. Selbst wenn es dazu kommt, wird es nĂ€mlich einen Markt bei Flugzeugen und Schiffen geben, die kaum sinnvoll mit ElektrizitĂ€t betrieben werden können. Und fĂŒr die Autos gilt, was Thomas Friemuth so formuliert: âMit den e-Fuels können wir unsere existierenden Autos immerhin weiterfahren. SchlieĂlich will nicht jeder ein Elektroauto fahren.â
Das Marktpotential fĂŒr e-Fuels scheint gewaltig zu sein, auch wenn Regierungen den Verbrenner in Zukunft verbieten wollen.
Text & Fotos: Ampnet
Zugegeben, die Anreise zieht sich, schon aus der Mitte Deutschlands heraus zĂ€hlt der Tacho gut 1.300 teure Kilometer bis nach Barcelona. Die StraĂen sind meist gebĂŒhrenpflichtig und der Treibstoff will ebenfalls bezahlt werden. Aber wer den Weg zum Ziel macht und durch Frankreich bummelt, kann dabei sparen und sieht mehr, wenn er die richtige Route nimmt.
DafĂŒr gilt es einen kleinen Schlenker zu machen. Statt der Autoroute du Soleil nach SĂŒden zu folgen, lohnt die westliche Umgehung des Nadelöhrs von Lyon ĂŒber Clermont-Ferrand, wo die A75 Richtung BĂ©ziers beginnt und sich knapp am Zentralmassiv vorbei bis auf 1.000 Meter Höhe schraubt. Sie ist nicht stark befahren und vor allem gratis. Zudem gibt es malerische StĂ€dtchen mit ihren Camping
Municipale, wo guter Standard zum gĂŒnstigen Preis geboten wird. Oft sind weniger als 20 Euro fĂŒr ein Wohnmobil mit zwei Passagieren zu zahlen. Issoire oder Mende sind lohnenswerte Etappenziele. Eine Mautstation gibt es trotzdem: FĂŒr das eindrucksvolle Viaduc de Millau, die weltweit lĂ€ngste SchrĂ€gseilbrĂŒcke, werden je nach Camper-Klasse bis zu 25 Euro fĂ€llig. Wer Zeit hat, nimmt die kurvige
Strecke durch Millau, von unten ist das von Norman Foster gestaltete Bauwerk ohnehin besser zu betrachten. Und ein Abstecher in die berĂŒhmten Schluchten des Tarn lohnt allemal.
Unterwegs lĂ€sst sich bei Ruynes auf einem eigens angelegten Rastplatz an der A75 eine weitere BrĂŒcke bestaunen, das eiserne Gabarit-Viadukt ĂŒberspannt mit seiner GesamtlĂ€nge von 564,69 Metern den Fluss TruyĂšre. Bei ihrer Fertigstellung 1884 war sie mit 122 Meter fĂŒr die nĂ€chsten 25 Jahre die höchste EisenbahnbrĂŒcke der Welt. Gebaut hat sie kein geringerer als Gustave Eiffel, dem wir aber spĂ€ter noch einmal begegnen werden. Noch heute rattern die ZĂŒge der Regionalbahnen unentwegt ĂŒber das historische Bauwerk.
Wir entscheiden uns fĂŒr eine weitere Bergtour, der kĂŒrzere Weg wĂ€re nun zwar der ĂŒber Perpignan, um nach Katalonien zu fahren. Auf den Spuren der Tour de France geht es in die PyrenĂ€en, vorbei an Foix, ĂŒber Ax-les-Thermes hinauf nach Pas de la Casa, einem der typischen aber wenig heimeligen Ski-Ressorts zwischen den Gipfeln. Die StraĂe steigt krĂ€ftig an, der Pass dâEnvalira liegt auf 2407 Meter, die Aussicht ist berauschend. Hier oben gibt es einen Stellplatz fĂŒr Wohnmobile. FĂŒr rund 13 Euro hĂ€tten wir das Bergmassiv auch im 2,9 Kilometer langen Tunnel dâEnvalira unterqueren können, das aber wĂ€re nur der halbe SpaĂ gewesen. Der Campingplatz von Andorra la Vella, der Hauptstadt des Steuerparadieses, ist empfehlenswert und halbwegs ruhig gelegen, die Stadt selber eher uncharmant.
Dann aber liegt Katalonien vor uns, vorbei an Seu dâUrgell, dem Amtssitz des Bischofs, der gemeinsam mit dem französischen StaatsprĂ€sidenten formal ĂŒber den Zwergstaat herrscht, fĂŒhrt die Reise nach AlbanyĂ zum Campingplatz Bassegoda. Das Camp ist besonders. Nicht nur, dass seine Betreiber auf Nachhaltigkeit setzen und eine Beleuchtung gebaut haben, die dem Sternenhimmel nicht durch Streulicht seine Strahlkraft nimmt, auch die Spitzenköche der Region geben sich im platzeigenen Restaurant ein Stelldichein. Ein bisserl molekular, vor allem aber landestypisch sind die Speisen, der anschlieĂende Besuch im Observatorium
zeigt, dass das Sternenlicht tatsÀchlich nicht von optischer Luftverschmutzung beeintrÀchtigt wird.
Am folgenden Tag soll es dann doch ein wenig Meer sein. Von Roses aus segeln wir mit einem Katamaran zum Cap Creus, das mit seinen bizarren Felsformationen das Fotomotiv schlechthin ist. 56 Euro kostet die fĂŒnfeinhalb Stunden dauernde Tour einschlieĂlich Verpflegung. Sie fĂŒhrt auch vorbei am Dorf CadaquĂ©s, wo Salvador Dali lange wohnte. Auf seinen Spuren werden wir bald noch ausfĂŒhrlicher wandeln. Wir fahren zum Vorzeige-Camp der Costa Brava, dem Camping Bungalow
Resort & Spa La Ballena Alegre in Sant Pere Pescados. Die Anlage ist gigantisch. Mehr als 1.000 StellplĂ€tze verschiedener GröĂe warten auf die Camper. Dazu gibt es mehr als 100 Bungalows, Restaurants, picksaubere SanitĂ€rrĂ€ume und natĂŒrlich einen kilometerlangen Sandstrand direkt vor dem Mobil.
Das Baden ist dankenswerterweise reglementiert. Denn die Riegen der Kiteund Wind-Surfer, Segler und Wasserskifahrer treffen besser nicht aufeinander, in einigen Zonen ist das Schwimmen daher untersagt und die FlĂ€chen bleiben Surf-Artisten vorbehalten. Der Platz versorgt sich selbst mit Energie, Geothermie und Photovoltaik heizen das Duschwasser. Selbst die Herde. KĂŒhlschrĂ€nke und Wachmaschinen werden mit erneuerbarer Energie betrieben. DafĂŒr gab es bereits mehrere Auszeichnungen. Am Abend besuchen wir das Weingut Castel Peralada, dessen Weinkeller mit gewaltigem Aufwand und viel Geld stilvoll erweitert wurden, die Weine werden in Barriques-FĂ€ssern, und Tanks aus Beton oder Ton ausgebaut. Direkt nebenan residiert die Spielbank des Inhabers im alten Schloss, ein Schelm, wer ahnt, woher die Millionen dafĂŒr stammen. Aber die Tropfen schmecken und sind nicht ĂŒberteuert, im angrenzenden Restaurant werden sie serviert und auch die KĂŒche kann sich sehen lassen.
Der nĂ€chste Tag fĂŒhrt uns wieder auf die Spuren des exzentrischen Salvador Dali. Seiner Frau hat er den Ruhm und die Anerkennung seiner Arbeiten zu verdanken. Vor dem Zweiten Weltkrieg wanderte er in die Vereinigten Staaten von Amerika aus, wo sie ihn in New York bekannt machte. Nach der RĂŒckkehr ins heimische Katalonien entdeckte er beim einem Helikopterflug das Castell des Ărtchens PĂșbol, kaufte es und lieĂ es fĂŒr seine Frau Gala Dali renovieren. Heute beherbergt es ein sehenswertes Museum, in dem zahlreiche Werke des AusnahmekĂŒnstlers zu sehen sind. AuĂergewöhnlich war auch die Beziehung der beiden TrĂ€umer. Ein Dialog: âIch schenke dir eine gotische Burg, Gala.â âIch akzeptiere unter einer Bedingung, nĂ€mlich dass du mich nur auf der Burg und mit einer Einladung besuchst.â âIch akzeptiere, denn im Prinzip akzeptiere ich jegliches unter der Bedingung, dass es Bedingungen gibt. Das ist der Beginn einer höfischen Liebe.â Vor den Toren des Castells gibt es einen
Gratis-Stellplatz fĂŒr drei Mobile, aber es fehlt die Infrastruktur der Gastronomie. Empfehlenswert ist der Abstecher also nur mit gut gefĂŒlltem KĂŒhlschrank.
Auf der Weiterfahrt steuern wir das Mooma Cider House an (Mas Saulot s/n, 17257 Fontanilles), das verschiedenste Apfel-Produkte auf eigenen Plantagen erzeugt. Apfelweine und SĂ€fte, Essig, Backwaren, das Beste, was einem Apfel passieren kann, sagen die Einheimischen. Deshalb ist auch das Restaurant mehr als gut besucht, unbedingt vorher reservie-
ren. ZurĂŒck an den Strand. Diesmal ist der Campingplatz SĂšnia Cala Gogo in Calonge das Ziel, das Camp ist an einem steilen Hang in Terrassen aufgeteilt. Der Blick ĂŒber den Golf de Roses ist fantastisch, der Aufstieg vom Meer zum Stellplatz jedoch schweiĂtreibend. Aber der Betreiber bietet einen Shuttle-Service an und wer lieber schwere Dieselabgase schnuppert als auĂer Atem zu kommen, steigt auf den AnhĂ€nger hinter dem betagten Traktor. Wer nun unbedingt noch nach Barcelona will, sollte dafĂŒr einen Standort auĂerhalb der quirligen Metropole wĂ€hlen. Gut
geeignet hierfĂŒr ist Camping Barcelona, der einen Bus-Shuttle direkt ins Zentrum der katalonischen Hauptstadt oder zur S-Bahn-Station in Mataro anbietet. Wer die SehenswĂŒrdigkeiten wie die Sagrada Familia (ab 32,50 Euro pro Person) oder den Park GĂŒell (13 Euro) besuchen will, muss rechtzeitig buchen, wenn er lange Wartezeiten vermeiden will. FĂŒr den Strandurlaub taugt das Camp nicht. Zwar liegt es kaum 100 Meter vom Meer entfernt, eine vielbefahrene LandstraĂe und die Bahnlinie sind jedoch nicht direkt zu ĂŒberwindende Hindernisse. Immer-
hin gibt es einen stattlichen Pool fĂŒr den BadespaĂ. Wer die Wahl hat, sollte sich eine der hinteren Parzellen sichern, da ist von StraĂenlĂ€rm und Bahngeratter nichts mehr zu hören.
Unsere letzte Station in Katalonien liegt schon wieder auf dem Weg nach Norden. Girona, die Provinzhauptstadt mit ihren gut 100.000 Einwohnern, gilt als Zentrum der Separatisten, die sich gerne von Spanien loslösen wollen. Ăberall an den HĂ€usern wehen die katalonischen Fahnen. Aber das ist nur ein Tupfer in
der langen Stadtgeschichte. Viele waren schon hier. Zuerst die Iberer, dann die Römer und die Mauren. Karl der GroĂe gab sich ein Stelldichein und eroberte die Stadt zurĂŒck, einst lebte hier eine groĂe jĂŒdische Gemeinde. Daher gehört die Altstadt mit dem Ghetto und den (heute noch genutzten) arabischen BĂ€dern zu den am besten erhaltenen historischen Vierteln Europas. Was eine ganze Reihe von Cine-Scouts anlockte. Unter anderem wurden hier zahlreiche Szenen des Fantasy-Abenteuers âGame of Thronesâ gedreht und wer die Stufen zur Kathedrale hinaufschreitet wird sie unschwer als Kulisse wiedererkennen. Es gibt sogar gefĂŒhrte Touren zu den verschiedenen SchauplĂ€tzen. Auch Tom Tykwers Film âDas Parfumâ nutzte die Altstadt Gironas statt der Gassen von Paris.
Der Fluss Onyar teilt Girona in zwei HĂ€lften und verlĂ€uft vorbei am alten Fischerviertel, dessen farbenfrohe HĂ€user heute zu den angesagtesten Domizilen gehören. Eine der zahlreichen BrĂŒcken, die ihn ĂŒberqueren, ist der FuĂgĂ€ngersteig Pont de les Peiscateries Velles und der wurde, jetzt begegnen wir ihm ein zweites Mal auf unserer Reise, 1877 von Gustave Eiffel, dem Mann des Eisens, konstruiert. Gekostet hat sie damals nur 22.500 Peseten, dafĂŒr steht sie noch heute solide und sicher auf ihren Fundamenten.
Unterdessen machen wir uns auf den Heimweg. ZurĂŒck geht es etwas rascher als bei der Anreise.
La filmographie de Louis de FunĂšs a trĂšs souvent Ă©pousĂ© les modes liĂ©es Ă un contexte social, culturel, Ă©conomique ou politique. Lâhistoire de lâAutomobile du XXĂšme siĂšcle nây Ă©chappe pas. La 2CV du Corniaud, la DS dâHibernatus et de Rabbi Jacob, la MĂ©hari des Gendarmes⊠Dans ces films, les voitures emblĂ©matiques des annĂ©es 60 et 70 sont des personnages Ă part entiĂšre qui ont marquĂ© lâimaginaire de toute une gĂ©nĂ©ration de spectateurs!
Du 5 avril au 5 novembre 2023, le musĂ©e national de lâAutomobile invite le public Ă redĂ©couvrir les vĂ©hicules phares de ces scĂšnes devenues mythiques grĂące au gĂ©nie comique de Louis de FunĂšs. Lâexposition rĂ©unit des modĂšles de voitures vues dans les films, des affiches, des photos de tournage ou encore des accessoires de films. Le commissariat de lâexposition est assurĂ© par Nora Ferreira, directrice du musĂ©e Louis de FunĂšs de Saint-RaphaĂ«l, partenaire de lâexposition.
Le parcours commence par les annĂ©es 60, pĂ©riode durant laquelle la voiture devient progressivement un symbole de libertĂ© et de prosperitĂ© pour de nombreux français. IcĂŽne de lâĂ©poque, la 2CV, est aussi la star dâun film de 1965 et dâune scĂšne dâouverture devenue culte: celle du Corniaud dans laquelle Bourvil, brusquement arrĂȘtĂ© dans sa course par la rencontre fracassante avec la Rolls-Royce de Louis de FunĂšs, se retrouve au volant dâune 2CV complĂštement disloquĂ©e. Pour la premiĂšre fois, cette scĂšne est reproduite grĂące Ă lâexposition dâune Rolls-Royce et du modĂšle original de la 2CV du film.
Cet espace met aussi en lumiĂšre la CitroĂ«n DS, voiture rĂ©volutionnaire Ă lâĂ©poque, adoptĂ©e notamment par le GĂ©nĂ©ral de
Gaulle, et lâun des modĂšles que lâon aperçoit le plus dans les films de Louis de FunĂšs: Les Aventures de Rabbi Jacob, Les Grandes vacances, Hibernatus, Le Grand restaurant, sans oublier la version volante spĂ©cialement créée pour FantĂŽmas se dĂ©chaĂźne.
Le visiteur redécouvre ensuite le modÚle le plus emblématique du cinéma de Louis de FunÚs: la Citroën Méhari de la série des Gendarmes, qui a acquis une notoriété au-delà de nos frontiÚres grùce au succÚs de la saga. En 1964, Le Gendarme de Saint-Tropez a réuni plus de 8 millions de spectateurs dans le monde!
La seconde partie du parcours est dĂ©diĂ©e Ă la route des vacances, en Ă©cho au film Les Grandes vacances de Jean Girault. Un espace spĂ©cial est proposĂ© ici pour permettre aux enfants dâapprĂ©hender de maniĂšre ludique lâunivers automobile sous plusieurs angles. Par ailleurs des extraits de films sont projetĂ©s dans la salle de projection du musĂ©e nouvellement rĂ©novĂ©e. Lâexposition plonge ensuite les visiteurs dans les annĂ©es 70. LâHomme orchestre sâouvre sur une cour-
se poursuite infernale dans laquelle Louis de FunĂšs, au volant de sa Fiat 124 coupĂ©, affronte des voitures sportives de lâĂ©poque.
La visite se poursuit avec Les Aventures de Rabbi Jacob, film devenu mythique entre autres pour sa cĂ©lĂ©brissime rĂ©plique «Salomon, vous ĂȘtes juif?» lancĂ©e par Louis de FunĂšs Ă son chauffeur dans une scĂšne tout aussi cĂ©lĂšbre. Les 70s sont aussi la dĂ©cennie de LâAile ou la cuisse, La Zizanie, sur un arbre perchĂ© ou encore La soupe aux choux.
Le public dĂ©couvre ensuite un focus sur RĂ©my Julienne, surnommĂ© le «Einstein des cascades», qui collabora Ă plusieurs reprises avec Louis de FunĂšs. Pour clĂŽre lâaventure, lâexposition aborde les liens quâentretenait Louis de FunĂšs avec les voitures en dehors des plateaux de cinĂ©ma, lui qui possĂ©dait quelques modĂšles incontournables de son Ă©poque.
Du 05.04. - 05.11.2023
MusĂ©e national de lâAutomobile
192 rue de Colmar, 68100 Mulhouse
www.musee-automobile.fr
45 Euro + Versandkosten
· Gebunden · mit Schutzumschlag · 192 Seiten · viele groĂformatige Fotos · 30 x 22,6 cm
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nach Luxemburg: 4,20 Euro
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Baby-Benz steht heute ânoch wunderbar auf der StraĂeâ.
Text & Fotos: ampnet
Erst gewöhnungsbedĂŒrftig wegen des Designs und seiner GröĂe â der Mercedes-Benz 190, schnell âBaby-Benzâ genannt. Am 8. Dezember 1982 erweiterte Mercedes-Benz seine Modellpalette um die Baureihe 201 unterhalb der oberen Mittel- und der Oberklasse. Das damalige Einstiegsmodell der Marke gehört nach wie vor zum StraĂenbild. Zum Start gab es zwei brave Benziner zur Wahl und am Ende eine komplette Palette und der sportliche Sechzehnventiler 190 E 2.3-16 mit Erfolgen in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).
Ăber Jahrzehnte gehören Mercedes-Benz Personenwagen nur der Oberklasse und der oberen Mittelklasse an. Das Ă€ndert sich Ende 1982 mit den Typen 190 und 190 E. Diese Portfolioausweitung der Marke ist damals keineswegs selbstverstĂ€ndlich. Denn ĂŒber eine kompaktere Baureihe wird seit 1974 disku-
tiert, als Entwicklungsvorstand Professor Hans Scherenberg nach dem Ende der Ălkrise die Eckpunkte fĂŒr einen Mercedes-Benz Personenwagen unterhalb der Mittelklasse festlegt: âHierbei muss es sich um einen typischen Mercedes-Benz handeln. Wir können also an Fahrkultur, der Sicherheit und den entsprechenden Mercedes-Benz Eigenschaften nicht zu viele Abstriche machen.â
Wie erfolgreich Mercedes-Benz diese AnsprĂŒche umsetzt, wird bei der Vorstellung in den Niederlassungen und bei den Vertragspartnern am 8. Dezember 1982 deutlich: Die kompakte und handliche Limousine vermittelt Fahrfreude, die Sitzpositionen von Fahrer wie Beifahrer sind ebenso gut wie in den gröĂeren Mercedes-Benz Fahrzeugen, auch StraĂenlage, Fahrkomfort, QualitĂ€t, ZuverlĂ€ssigkeit und Langlebigkeit fallen nicht gegen die GroĂen ab.
Die Verwirklichung des Projekts wird am 19. Oktober 1978 beschlossen. Damals legt der Unternehmensvorstand fest, dass der 190 kleiner, leichter und sparsamer sein soll als die bekannte Mittelklassebaureihe 123. GegenĂŒber diesen Fahrzeugen werden diese MaĂe festgelegt: GesamtlĂ€nge 4.420 Millimeter (minus 305 Millimeter), Breite 1.678 Millimeter (minus 108 Millimeter), Höhe 1.383 Millimeter (minus 55 Millimeter). Das Gewicht des Typs 190 sinkt gegenĂŒber dem Typ 200 um 280 Kilogramm auf 1080 Kilogramm.
Den Serienanlauf erlebt der W 201 in Sindelfingen, bevor die Produktion auch im Mercedes-Benz-Werk Bremen beginnt, das 1978 aus dem dortigen Borgward-Werk hervorgeht. An dem Standort entsteht eigens fĂŒr die Baureihe 201 das Nordwerk Im Holter Feld. Es gilt seinerzeit als modernste Fahrzeugproduktion der Welt. Erstmals in der Branche werden
beispielsweise die Achsen automatisiert eingebaut. Rund 1,4 Milliarden DM hatte die damalige Daimler-Benz AG in das neue Werk investiert, die bis dahin gröĂte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte.
Die Produktion beginnt im September 1982 mit Rohbaukomponenten, die zunĂ€chst noch ins Montagewerk Sindelfingen geliefert werden. Mit der Inbetriebnahme der Lackierung und der Montage im Jahr 1984 startet der Bau von Gesamtfahrzeugen. Der groĂe Erfolg der Kompaktklasse sorgt dafĂŒr, dass KapazitĂ€ten und ArbeitsplĂ€tze im Werk Bremen kontinuierlich erweitert werden. Insgesamt werden bis August 1993 an der Weser rund eine Million 190er gebaut. Bis heute ist Bremen das weltweite Lead-Werk fĂŒr die C-Klasse.
Ein wichtiges Argument fĂŒr den kleinen Mercedes-Benz liefert der US-amerikanische Kongress 1975 mit der weiteren VerschĂ€rfung des 1970 eingefĂŒhrten âClean Air Actsâ. Die Novellierung verlangt, dass der Flottenverbrauch eines Herstellers ab dem Modelljahr 1985 maximal umgerechnet 8,3 Liter pro 100 Kilometer betragen darf. Ein kompakter Mercedes-Benz kann im wichtigen Exportmarkt USA entscheidend dazu beitragen, dieses Ziel zu errei-
chen â unter anderem auch mit einer ausgefeilten Aerodynamik. TatsĂ€chlich hat die Baureihe 201 bei ihrer MarkteinfĂŒhrung 1982 mit 0,34 den besten Strömungswiderstandskoeffizienten aller Mercedes-Benz Limousinen.
Der Leichtbau der neuen Kompaktklasse soll keinesfalls auf Kosten der aktiven
und der passiven Sicherheit erzielt werden. Die Karosserie des W 201 wird in manchen Bereichen sogar zum Vorbild weiterer Mercedes-Benz Baureihen. Dazu gehört die Dachkonstruktion mit nach auĂen gelegten DachlĂ€ngstrĂ€gern. Erstmals wird eine GabeltrĂ€gerstruktur aus hochfesten Blechen eingefĂŒhrt, deren extreme Steifigkeit eine definierte Verformung bei Crashs
bietet und zudem zu einer Gewichtsverminderung um acht Kilogramm fĂŒhrt.
Wegweisend beim Fahrwerk ist vor allem die Hinterachskonstruktion. Diese Raumlenker-Hinterachse trĂ€gt ihren Namen, weil fĂŒnf in genau festgelegter Position zueinander im Raum angeordnete Lenker jedes Hinterrad einzeln fĂŒhren. Spur, Sturz, SpurweitenĂ€nderung, Anfahr- und BremsnickabstĂŒtzung können unabhĂ€ngig voneinander festgelegt werden. Diese kontrollierte RadfĂŒhrung gleicht die Seiten- und LĂ€ngskrĂ€fte in allen FahrzustĂ€nden weitgehend aus. Vorn arbeitet eine an einzelnen Dreiecksquerlenkern gefĂŒhrte DĂ€mpferbein-Vorderachse mit BremsnickabstĂŒtzung. Die garantiert guten Geradeauslauf und schafft mit geringer Bauhöhe Platz unter der Motorhaube.
Das klare Design der Baureihe W 201 entsteht unter der Ăgide von Chefdesigner Bruno Sacco und wird maĂgeblich von Pe-
ter Pfeiffer beeinflusst. Pfeiffers Maxime: âAuch ein Baby-Benz muss wie ein Mercedes-Benz aussehen, aber nicht wie eine verkleinerte S-Klasse.â Im RĂŒckblick erklĂ€rt der Designer: âDieser Mercedes-Benz sieht auch nach 40 Jahren nicht aus wie ein Oldtimer. Das Fahrzeug mit seinem Design steht auch heute noch wunderbar auf der StraĂe.â Das sehen Klassiker-Liebhaber genauso: Seit Jahren steigen die Preise fĂŒr gut gepflegte Fahrzeuge der Baureihe.
Die Vergaservariante des ersten 190 im Jahr 1982 leistet 66 kW (90 PS), der mit einer Benzineinspritzung ausgerĂŒstete 190 E 90 kW (122 PS). Danach wird die Motorenpalette kontinuierlich erweitert. 1983 erscheint der 190 D (53 kW/72 PS), der âFlĂŒsterdieselâ mit schalldĂ€mmender Triebwerkskapselung. Die Reihe der erfolgreichen Sechzehnventiler beginnt 1984 mit dem 190 E 2.3-16 (136 kW/185 PS), der 1988 durch den 190 E 2.5-16 (143 kW/195 PS) abgelöst wird. FĂŒr EinsĂ€tze
im Motorsport entstehen 1989 und 1990 die Homologationsmodelle 190 E 2.5-16 Evolution sowie 190 E 2.5-16 Evolution II. Im letzten Produktionsjahr 1992 stellt Mercedes-Benz die Avantgarde-AusfĂŒhrungen von 190 E 1.8, 190 E 2.3 und 190 D 2.5 als Sondermodelle vor.
Der 190 E 2.3-16 stellt 1983 in NardĂČ in SĂŒditalien drei Weltrekorde auf. 1985 wird er fĂŒr den Motorsport zugelassen (homologiert) und zuerst in der Französischen Tourenwagen-Meisterschaft eingesetzt. In der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) wird Volker Weidler 1986 mit einem technisch von AMG unterstĂŒtzten 190 E 2.3-16 Vizemeister der Fahrerwertung.
1988 beschlieĂt Mercedes-Benz die RĂŒckkehr in den Motorsport, ab 1991 bĂŒndelt der neue Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug die Rennentwicklung des 190 E 2.5-16 EVO II bei AMG. Nach Siegen in den Vorjahren belegt der EVO II in der DTM 1992 mit Klaus Ludwig, Kurt Thiim und Bernd Schneider die ersten drei PlĂ€tze, Mercedes-Benz verteidigt dazu den Sieg in der Markenwertung. 1993 wird Roland Asch mit dem 190 E âKlasse 1â zum zweiten Mal Vizemeister.
Der Konzern hat angekĂŒndigt, sich von den Modellreigen A und B wieder zu trennen und sich auf die gröĂeren Modelle zu konzentrieren. Dann werden die Nachfolger des Mercedes-Benz 190 wieder zum âBaby-Benzâ.
Das klare Design der Baureihe W 201 entsteht unter der Ăgide von Chefdesigner Bruno Sacco und wird maĂgeblich von Peter Pfeiffer beeinflusst.
Pegasus, das der griechischen Mythologie entsprungene, geflĂŒgelte Pferd, gab einer der legendĂ€rsten Nutzfahrzeug-Marken Europas ihren Namen. Die Rede ist von dem spanischen Hersteller ENASA, welcher seit 1946 unter dem Namen âPegasoâ, neben sĂŒndhaft teuren Supersportwagen, vor allem seine berĂŒhmte Lkw- und OmnibusBaureihen vermarktete.
ProduktionsstĂ€tte war von 1947 bis 1955 zunĂ€chst die ehemalige Hispano-Suiza-Fabrik in Barcelona. AnschlieĂend zog das Unternehmen in ein neues Werk nach Madrid um. Die ersten beiden Lkw-Typen, der Pegaso I sowie der Pegaso II, erhielten das Fahrerhaus des Hispano Suiza 66 G. Bekannt unter dem Spitznamen âMofletesâ (spanisch fĂŒr âPausbackeâ) prĂ€gten die als Z-203 bezeichneten 7-Tonner jahrzehntelang das spanische StraĂenbild.
Abgelöst wurde dieser Ursprungstyp durch den technisch wie formal anspruchsvollen Z-207, der mit der Zusatzbezeichnung âBarajasâ schnell den Beinamen der Madrider Pegaso-Fabrik erhielt. Der ebenso ungewöhnliche wie fortschrittliche, 110 und spĂ€ter 120 PS leistende 7,5 Liter-V6-Motor war von Direktor Wilfredo Ricart, vor dem 2. Weltkrieg Alfa Romeos Technik-Chef, höchstpersönlich entworfen worden. Als besonderer Bonus verfĂŒgte er ĂŒber eine unabhĂ€ngige VorderradaufhĂ€ngung, welche ihm ein HöchstmaĂ an Komfort sicherte. Was das Design anging, so hob sich der als 6-Tonner ausgelegte âBarajasâ ebenfalls deutlich von seinen zeitgenössischen Konkurrenten ab. Als markante Designelemente traten das sanft nach hinten abfallende Kabinendach, die Wellblechstruktur der AuĂenhaut des Fahrerhauses wie auch das von den Sportwagen der Marke ererbte und seitdem zur Tradition gewordene, die KĂŒhleröffnung schmĂŒckende Kreuzdekor hervor. Leider
sollte sich die Produktion dieses avangardistischen Lkw-Entwurfs als allzu kostspielig erweisen, so dass der neue Technik-Chef Claudio Boada den problematischen Z-207 âBarajasâ im Jahr 1961 umgehend einstellte. Das gleiche Schicksal ereilte die 1959 vorgestellte, fĂŒr höhere Nutzlasten ausgelegte Z-206 âCabezonâ-Baureihe mit 140 PS leistendem 9,4 Liter-Sechzylindermotor. Beide Typen wurden durch den konventionelleren âCometâ ersetzt.
Im Jahre 1972 brach mit der Vorstellung der âSerie 80â genannten LKW-Typenreihe in Madrid abermals ein neues Zeitalter an. Die Ă€uĂerst modern wirkenden und wegen ihres charakteristischen Kabinendesigns im Volksmund schnell als âCabina Cuadradaâ bekannt gewordenen Laster waren dazu ausersehen, den inzwischen veralteten âCometâ nach und nach zu ersetzen. Da die spanische Regierung mittelfristig eine Mitgliedschaft in der europĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) anstrebte, musste die Konstruktion mit deren Normenkatakog kompatibel sein. Das quadratische Fahrerhausdesign stammte aus der Feder des Italieners Aldo Sessano, wĂ€hrend die Technik, darunter der 200 SAE PS leistende Sechszylinder-Diesel, dagegen vom VorgĂ€nger âCometâ ĂŒbernommen wurde. Als mögliche ExportausfĂŒhrung kam eine 352 PS leistende Turbo-AusfĂŒhrung hinzu. Allerdings dauerte es bis 1978, bevor eine kippbare AusfĂŒhrung des âCabina Cuadradaâ-Fahrerhauses geordert werden konnte.
Das quadratische Fahrerhausdesign stammte aus der Feder des Italieners Aldo Sessano.Fahrer Richard Boudeaux mit seinem Pegaso T-2 âTecnoâSchwerlastzug der Bauunternehmung âSoludecâ. Pegaso 2080-Zugmaschine der Firma âInterRouteâ.
In Luxemburg tauchten die ersten Pegaso-Lkw Mitte der siebziger Jahre auf. Als Teil einer Export-Offensive der in unseren Breiten bis dahin völlig unbekannten Marke hatte das spanische Mutterhaus die im belgischen Kontich ansĂ€ssige Firma Moorkens damit beauftragt, eine Montagelinie fĂŒr die âSerie 80â mit dem Ziel einzurichten, die Wagen, weitgehend zollbefreit, nach Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg liefern zu können. Hierzulande war die Firma Seyler (Nr. 81, rue de Cessange) fĂŒr Verkauf und Wartung der spanischen Exoten zustĂ€ndig.
Als eines der Ersten hierzulande hatte sich das in Mamer ansĂ€ssige Transportunternehmen Schonckert im Jahre 1975 nicht weniger als vier 260 PS leistende Pegaso-Zugmaschinen des Typs 2080 zugelegt. Fahrer Christophe Didier allerdings weiĂ lĂ€ngst nicht nur Gutes von den spanischen Exoten zu berichten. So etwa seien sie wahrlich kein Ausbund an ZuverlĂ€ssigkeit gewesen. Allzu oft habe er allerlei SchĂ€den, von durchgescheuerten Kraftstoffleitungen ĂŒber defekte Stromregler bis hin zu undichten KĂŒhlwasserschlĂ€uchen, nicht selten am StraĂenrand, beheben mĂŒssen. Zudem sei die Isolierung des Fahrerhauses unzureichend gewesen,
was zur Folge hatte, dass im Sommer geschwitzt und im Winter gefroren wurde. Und so kam es nicht von ungefĂ€hr, dass Didier nach einem Jahr des Pegasofahrens entnervt den Arbeitgeber wechselte. Angesichts solcher MĂ€ngel darf es denn auch nicht verwundern, dass die Zulassungszahlen der spanischen Exoten hierzulande Ă€uĂerst spĂ€rlich ausfielen.
Im Jahr 1983 stellte das spanische Unternehmen mit dem Typ T-1 eine völlig neue Lkw-Baureihe vor. Um das von den VorgĂ€ngerserien â80â und â180â ĂŒbernommene Fahrerhaus optisch vom Ă€lteren Modell abzusetzen, verzichtete man auf das traditionelle Kreuz in der KĂŒhleröffnung, so dass der Neue umgehend den Spitznamen âBocanegraâ (schwarzer Mund) erhielt. Zwei Jahre spĂ€ter erfuhr der T-1 anlĂ€sslich des Automobilsalons von Barcelona eine weitere Modellpflege. Die nunmehr auf den Namen T-2 âTecnoâ hörende Modellpalette verfĂŒgte ĂŒber einen neuentwickelten 12 Liter-Sechszylinder, welcher dank Turboaufladung und zusĂ€tzlichem Einsatz eines LadeluftkĂŒhlers 340 DIN PS leistete. Auch das Fahrerhaus hatte von aerodynamischem Feinschliff in Gestalt eines erhöhten Kabinendaches profitiert.
FĂŒr Pegaso war jetzt der Zeitpunkt gekommen, sein GlĂŒck erneut auf dem europĂ€ischen Exportmarkt zu versuchen. Hierzulande hatte man in der âGarage Euromotorâ zudem einen neuen, auf dem Territorium des GroĂherzogtums besonders gut eingefĂŒhrten Vertragspartner gefunden. Und der Erfolg lieĂ denn auch nicht lange auf sich warten. Auf Anhieb vermochte es die traditionsreiche spanische Marke, vor allem dank einer deutlich optimierten ZuverlĂ€ssigkeit, mit dem âTecnoâ auf dem einheimischen Markt zu punkten.
Im Jahr 1983 stellte das spanische Unternehmen mit dem Typ T-1 eine völlig neue LkwBaureihe vor.Pegaso T-3 âTronerâ der Firma âUnitrackâ.
Nachdem die anvisierte Partnertschaft mit dem amerikanischen Hersteller âInternational Harvesterâ gescheitert war, strebte man in Kooperation mit der niederlĂ€ndischen Marke DAF die Entwicklung eines gemeinsamen Fahrerhauses an, woraus der Pegaso-Typ âTronerâ entstand. Das intern T-3 geheiĂene Baumuster wurde 1987 der Ăffentlichkeit vorgestellt und ersetzte in den höheren Gewichtsklassen den T-2 âTecnoâ. Was die mittleren Tonnagen wie auch den Baustellensektor anging, blieb der T-2 unter dem Namen âMiderâ bzw. âTrakkerâ in Produktion.
Weiterhin verfĂŒgte der âTronerâ ĂŒber den bewĂ€hrten 12-Liter-Motor, dessen Leistung allerdings auf 370 und spĂ€ter 400 PS gesteigert wurde. Doch fĂŒr Pegaso sollte auch dieser modern gestylte
T-3 die Rettung nicht bringen. Im Jahr 1990 wurde ENASA durch die italienische IVECO-Gruppe geschluckt, und der letzte Pegaso verschwand zugunsten der von den Italienern ĂŒbernommenen âEuroTechâ- und âEuroStarâ-Baureihen endgĂŒltig in der Versenkung. Damit war die einst so stolze Marke mit dem geflĂŒgelten Pferd im Emblem endgĂŒltig Geschichte.
WĂ€re das Ende fĂŒr ihn nicht derart abrupt gekommen, so hĂ€tte sich der âTronerâ auf dem Benelux-Markt durchaus behaupten können. So aber blieb er, wie auch alle anderen Lkw des spanischen Traditionsherstellers, hierzulande leider eine exotische Eintagsfliege.
Mein besonderer Dank gilt Christophe Didier, der so manches ĂŒber Pegaso zu berichten wusste.
Weiterhin verfĂŒgte der âTronerâ ĂŒber den bewĂ€hrten 12-Liter-Motor.Pegaso 2080-Zugmaschine, Halter unbekannt. Fahrer Christophe Didier vor seinem Pegaso 2080.
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