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NR. 304 I 37. KW I 13.09.2013 I ISSN 1860-6369 I KOSTENLOS PER E-MAIL

Inhaltsverzeichnis Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

1

Single-Tenant-Büroobjekte 2 keine Core-Immobilien (WR) Helaba: Offene Immobilienfonds strafen Gegner Lügen (WR)

6

Wohnimmobilienpreise steigen weltweit

8

ShoppingcenterInvestments rückläufig (WR)

10

Ladenmieten bleiben konstant

12

Die Chinesen kommen!

14

Hotel Betreiber Bonität: Auswahlkriterien (Völcker)

16

Die Energiewende beginnt vor Ort (Müller)

19

Ausgaben für Wohnen steigen (WR)

19

Großraum Paris zieht deutsche Investoren an

20

Wohnimmobilien-Miet21 trends unterschiedlich (WR) Hamburger Zinshausmarkt 22 überschreitet Höhepunkt (WR) Köln bleibt begehrter Einzelhandelsmarkt (WR)

24

Krise auf dem Hamburger Wohnungsmarkt? (Richter)

25

Volle Städte, leeres Land? (KK)

26

Interview Deckelung Maklercourtage (Hoffmann)

28

Neues Einkaufserlebnis in Frankfurt (CW)

29

ABG plant Sozialwohnungen 30 (CW) DIW Berlin zu den Wahlen 2013 (KK)

30

Immobilienbrief Köln

31

Immobilienbrief Ruhr Impressum

32

33

Partner und Sponsoren der heutigen Ausgabe: aurelis Real Estate, Bouwfonds Real Estate Investment Management Deutschland GmbH, Catella Real Estate AG, Deka Immobilien Investment, E&P Real Estate GmbH & Co. KG, fairvesta, Garbe Group, RWE Energiedienstleitung

heute ist „Freitag, der 13.“. Vorsicht! Auf das über Anlage-Zynismus kopfschüttelnde AnleiheEditorial gab es natürlich Reaktionen. Vorab: Ich habe nichts gegen Anleihen. Für Unternehmen können sie insbesondere durch die Flexibilität der Mittelverwendung ein gutes Instrument sein wenn es denn eine sinnvolle unternehmerische Verwendung gibt. Der Blick in manche Immo AG Bilanz zeigt auf, dass der FFO in Prozent oft noch nicht einmal für die Zinsen reicht. Die Immobilien Zeitung hat inzwischen in einem schönen Artikel unter anderem den Risiko- und Eigenkapitalcharakter von Mittelstands-Immobilienanleihen herausgearbeitet. Da muss die Wissenschaft wohl umdenken. Als studiertem „Finanzierungswissenschaftler“ führt mich die Anleihe-Definition durch die Unterstellung einer vom Anleihegläubiger geplanten Rückzahlung leicht in die Irre. Für den Mittelstand ist die Eigenkapital-Anleihe mit 6 oder 7% effektiven Kosten vordergründig verführerisch. MezzanineKapital mit vergleichbarem Risiko muss das Unternehmen zweistellig kalkulieren. Andererseits zieht die 5-Jahresanleihe das Trojanische Pferd direkt in die Unternehmensmauern. Während bei abweichenden Investmentergebnissen beim Geschlossenen Fonds oder bei Mezzanine der Unternehmer freundlich die Schulter zuckt, gibt es bei der Immobilien-Mittelstand-Anleihe einen Rückzahlungsanspruch. Einen Prolongationsautomatismus gibt es nicht. Wie die IVG gerade zeigt, können AnleiheZocker lästig werden. Man ist schnell sein Unternehmen los. Und punktgenau nach 5 Jahren aus Immobilieninvestitionen einen satten zweistelligen Millionenbetrag wieder verfügbar zu halten, ist eine herausfordernde Aufgabe. Mit Bestandsimmobilien echte 6 bis 7% zu verdienen, ist nicht einfach. Liegt das Geld z. B. bei einer Projektentwicklung zu lange herum, ist es zu teuer. Ist es aus Investitionen noch nicht wieder da, kann es existenziell teuer werden. Gestern fand in Berlin die 2. Megatrend-Konferenz der Kollegen des Immobilienmanager statt. Das neuartige diskussionsintensive Format überzeugt und macht Spaß. Unter Moderation von Steffen Uttich wurde der Megatrend „Digitalisierung“ mit Konsequenzen für die Immobilienwirtschaft engagiert diskutiert. Der lt. Saatchi & Saatchi unaufhaltsame Kommunikationsweg von „Paid Media“ (Werbung) zu „Shared Media“ (soz. Netzwerke) und von Trustmarks (Markenvertrauen) zu Lovemarks (Markenliebe) wird viele von uns am Straßenrand zurücklassen. Viele Fragezeichen des „Wie“ blieben in der Luft hängen. Ansonsten wurden viele Ideen des Internet-Booms (vgl. Rohmert/Böhm, eBusiness in der Immobilienwirtschaft, Gabler 2001) mit Smartphone-Justierung neu diskutiert. Die letzten 15 Jahre enttäuschten die Erfinder des Themas eher mit ruhiger Entwicklung. Allerdings wurden schon damals die Beschleunigungsfolgen eines Generationenwechsel aufgezeigt. Ist es heute soweit, dass sich Einkaufs- und Arbeitsverhalten rasant beschleunigt ändern? Trifft das die Immobilienwirtschaft? Oder bleibt es dabei, dass die Immobilienwirtschaft in quantitativ und qualitativ angepassten Marktsegmenten nachfrageorientiert weiter die Hüllen bereit stellt, in denen andere die digitale Revolution durchführen. Apple hat wieder einmal überrascht. Ein preiswertes Einsteigertelefon am oberen Ende der Preisscala zu positionieren, ist eine innovative Idee. Seit ich vor gut einem Jahr am 6.7.2012 im Editorial prognostizierte: „Apple steht vor dem perspektivischen ‚Aus’. Meine 12-jährige Tochter, mit dem Finger am Puls der Zeit, wünscht sich das neue Luxus-Smartphone von „Aitschtiecie“ – und kein iPhone mehr.“ dauerte der Boom gerade noch 8 Wochen, bis die Börse das Problem verstanden hatte. Im Sturzflug fiel die Aktie von 700 auf 400. Nach Konsolidierung auf 500 geht es jetzt wieder bergab. Und heute: Der neue iPhone Home-Button mit Fingerabdruckscanner war schon immer der Traum der Anwender. Auf „Home-Button“ bringt google sowieso nur Reparaturhinweise. Ob der Fingerabdruckscanner das simple mechanische Problem beseitigen kann? Wenn nicht, gibt‘s das nächste Problem. Als Küchenbrett ist das iPhone zu klein.

GmbH, RA Klumpe, Schröder & Partner und sontowski & partner gmbh.

Werner Rohmert, Herausgeber


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DIC: Weitere Erfolge im operativen Geschäft Frankfurt: Die DIC Asset AG hat im August zwei weitere Erfolge im operativen Geschäft erzielt: Die Deutsche Bank AG mietet eine Büroimmobilie mit 5.300 qm Fläche von der DIC Onsite. Die DIC Asset AG ist an dieser Immobilie aus dem Co-InvestmentBereich mit 20% beteiligt. Der Mieter wurde von Jones Lang LaSalle beraten. Mit der Veräußerung von drei kleineren Objekten über rund 10 Mio. Euro aus ihrem Direktbestand (Commercial Portfolio) hat das Unternehmen inzwischen ein Verkaufsvolumen von insgesamt 83 Mio. Euro realisiert und damit das Jahresziel von 80 Mio. Euro bereits frühzeitig erreicht. Die Verkaufspreise lagen im Durchschnitt mehr als 5% über den zuletzt festgestellten Marktwerten. Bis zum Jahresende wird nun mit vereinzelten kleineren Verkäufen ein Transaktionsvolumen von maximal 100 Mio. Euro angestrebt. Insgesamt hat das Unternehmen im laufenden Jahr 10 Objekte verkauft, von denen 6 Immobilien aus dem CoInvestment-Bereich kommen (mit 20%-Beteiligung der DIC Asset AG). Vier Objektverkäufe stammen aus dem Commercial Portfolio. Nach dem aktuellen Stand wird die DIC Asset AG einen Verkaufsgewinn von bereits mindestens rund 3,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2013 erzielen.

Studie sieht Single-Tenant-Büroobjekte nicht als Core-Immobilien Experten bestätigen alte „Der Immobilienbrief“und Platow-Thesen Werner Rohmert, Hrsg. „Der Immobilienbrief“, Immobilienspezialist „Der Platow Brief“ Die DIWG | STIWA Deutsche Immobilien Wirtschafts Gesellschaft hat in einer aktuellen Studie untersucht, ob „Single-Tenant-Büroobjekte“ Core-Produkte, die auf dem Investmentmarkt als besonders sichere Anlage gelten würden, sind. Ein-Mieter-Objekte eigneten sich nur für Anleger, die im Worst Case den vollständigen Verlust ihrer Einlagen verkraften können und Rücklagen in ausreichender Höhe gebildet haben, schließt DIWG. Das bestätigt alte Argumente des Anlegerschutzes. Leider bleibt die Presszusammenfassung an der Oberfläche. Wir haben ergänzt. „Der Platow Brief“ und „Der Immobilienbrief“ haben Sie regelmäßig seit 20 Jahren und auch in Zusammenhang mit einem Anlegerschutzportal auf die manchmal existenziellen „Zeitbomben-Risiken“ von Ein-Mieter-Objekten oder noch schlimmer KonzernEntsorgungsimmobilien hingewiesen. Die Core-Einordnung von Ein-Mieter-Objekten ist aus unserer Sicht oft eher dem Sicherheitsstreben der Asset Manager und der Entscheider geschuldet, die in ihrer persönlichen Entwicklung einige Jahre Ruhe durch Mietvertragssicherheit wünschen, als der langfristigen (Renten-)Sicherheit des letztendlichen Kapitalanlegers bei den Kapitalsammelstellen. Andererseits können Portfolio-Aspekte in institutionellen Großportfolios die Single-Tenant-Kumulrisiken deutlich relativieren. Die DIWG | STIWA Deutsche Immobilien Wirtschafts Gesellschaft hat jetzt in einer aktuellen Studie untersucht, ob „Single-Tenant-Büroobjekte“ tatsächlich Core-Produkte, die auf dem Investmentmarkt als besonders sichere Anlage gelten würden, seien. In der Pressezusammenfassung, die Erfahrung und Know How der Journalisten eher sehr allgemein ansetzt, bleiben die Aussagen allerdings eher rudimentär und vermitteln bei allen Risikohinweisen bezogen auf das Chancen-/Risikoraster der Einzelimmobilie noch ein zu positives Bild. Wir hatten leider keine Zeit, die Studie zu beschaffen und im Detail zu suchen, ob alle seit 20 Jahren vielfach vorgetragenen Argumente enthalten sind. Hinzu kommt, dass die


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Groß-Portfolio-Welt anders aussieht als die Einzelobjektwelt bzw. die Geschlossene-Fonds-Welt. Von den STIWA-Profis hatten wir mehr erwartet. Beispielhaft hat die aus Fusion der Bewertungsaktivitäten entstandene DIWG die drei Büroimmobilien, Neue Börse Frankfurt/Main, Grüne Mitte Essen und Vodafone Campus Düsseldorf, unter dieser Fragestellung näher untersucht. Dabei hat die DIWG die Risiken in die vier Kategorien Objekt, Mieter, Vermietung und Verkauf eingeteilt. Grund für ein Investment in Single-Tenant-Objekte sei neben der vertraglichen Mietsicherheit häufig der als gering eingestufte Verwaltungs- und Managementaufwand im Vergleich zu MultiTenant-Objekten. Risiken sieht DIWG aber schon zu Mietbeginn. Mängellisten könnten zu einem über Jahre geführten Thema mit Mietminderungen werden. Bei Single-TenantObjekten seien die Auswirkungen signifikant stärker. Darüber hinaus sollte der Vermieter spätestens zwei Jahre vor Vertragsauslauf beginnen, sich intensiv mit unterschiedlichen Nachvermietungsszenarien auseinander zu setzen und Strategien zu erarbeiten. Dagegen sieht DIWG die Anleger mit Multi-Tenant-Gebäuden im Core-Segment auf der sichereren Seite. Auch hier bleibt das Ergebnis aus „Der Immobilienbrief“-Sicht auf plakativem Mainstream-Niveau. In einem

großen Portfolio von 70 oder 100 Immobilien ist ein SingleTenant-Objekt nicht wichtiger als ein Normalmieter eines geschlossenen Multi-Tenant-Fonds. Es entfallen sogar bei Nachvermietungs- oder Sanierungssituation die Leerzugsaufwendungen. Gegen fallende Marktmieten hilft MultiTenant auch nicht. Im Gegenteil, durch die Mietvertragsstreuung ist es schneller getroffen als bei einem SingleTenant-Mieter, der brav Miete und Indexierung bis zum Auszug bezahlt. Aber interessanterweise sind in der Praxis gerade professionelle Großinvestoren z. B. der Offenen Immobilienfonds eher zurückhaltend, da sie die Risiken oft höher einschätzen als Initiatoren und Anleger von Geschlossenen Immobilienfonds. Die DIWG kommt zu dem Fazit, dass Investoren, die sich trotzdem dem Segment der Single-TenantImmobilien zuwenden wollen, sich im Vorfeld ihrer Investition mit der Drittverwendungsfähigkeit ihres Investments intensiv auseinandersetzen sollten, um sicher zu stellen, dass sich nach einem Totalauszug des Erstmieters kein böses Erwachen einstelle. Insbesondere die unkalkulierbare Weitervermietungssituation und ein nur schwer abschätzbarer Exit führen laut DIWG dazu, dass sich Ein-MieterObjekte nur für Anleger eignen, die im Worst Case den

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Personalien Eschborn: Markus Koch (50) tritt am 1.10.2013 in die Geschäftsführung der Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG ein und wird dort künftig die Bereiche Finanzierung, Controlling, Rechnungswesen, Steuern, Unternehmensplanung, Treasury und IT verantworten. Zuvor war Koch CFO bei der DIC Asset AG in Frankfurt.

Frankfurt: Martin Eberhardt FRICS (49) ist neuer Vorstandsvorsitzender der RICS Deutschland. Der Hamburger Martin Eberhardt ist aktuell Geschäftsführer und Country Manager des Investment Managers Bouwfonds REIM Deutschland. Daneben ist er Mitglied des Aufsichtsrats der börsennotierten Polis Immobilien AG.

Frankfurt: Jörn Stobbe FRICS wird im September in die Geschäftsführung der RREEF Management GmbH eintreten. Als Managing Director wird er die Bereiche Asset Management und Transactions für den deutschsprachigen Raum verantworten. Bis August war er langjähriger Vorstandsvorsitzender der Royal Institution of Chartered Surveyors in Deutschland und ist Vorstandsmitglied der ICG Initiative Corporate Governance der deutschen Immobilienwirtschaft.

vollständigen Verlust ihrer Einlagen verkraften können und Rücklagen in ausreichender Höhe gebildet haben, um notwendige Revitalisierungsmaßnahmen durchführen zu können. Die Studie ermittelt mannigfaltige Risiken von Single-Tenant-Objekten“.

Transaktionsvolumen in Deutschland nach Risikoklassen

Die weiteren Risiken – aus dem Stegreif: „Der Platow Brief“/„Der Immobilienbrief“ fällt ohne großes Nachdenken noch mehr zu den Effekten von Single-TenantImmobilien ein. Ein ungeplanter Mieterauszug während der Vertragslaufzeit kostet leicht drei Jahresmieten und mehr, für die oft die Liquidität z. B. bei Geschlossenen Fonds nicht vorgehalten werden kann. Bei Aufteilung des Objektes in der Nachvermietung verschwinden oft schon Flächen allein durch die neuen Flächendefinitionen abhängig von der Verhandlungsmacht des neuen Mieters. Auch multifunktionale Immobilien sind bei aller Professionalität oft zunächst auf den Erstmieter maßgeschneidert. Oft sind bei späterer Aufteilung 95% Vermietung der neu definierten Flächen die sowieso durchschnittlich maximal erreichbare Vollvermietung. In Verbindung mit engeren Flächendefinitionen drückt das schon bei gleichen Mieten den Ertrag um 10% und mehr. Zukünftig dürften bei Fonds und auch Investoren Bewertungsrisiken eine weit größere Rolle spielen. Abnehmende Mietrestlaufzeiten drücken auf die Werte. Zweitvermietung bringt geringere Mieten als Neubau-Erstbezug. Bei mieterspezifischen 2. Lagen werden Nachvermietungsperspektiven oft überschätzt. Auch bei einem frühzeitigen Mieterauszug, bei dem noch über Jahre die Miete bezahlt wird, müssen häufig drastische Bewertungsabschläge in Kauf genommen werden, die Banken mit Eigenkapital unterlegt sehen wollen. Oft versucht der professionelle Mieter auch juristisch aus dem Mietvertrag herauszukommen, wenn er die Immobilie nicht mehr braucht oder die Marktmieten gesunken sind. Spätestens bei geplantem Auszug mit anschließendem Leerstand steht die Bank mit Neubewertung und Eigenkapitalabruf auf der Matte. Vernachlässigt werden regelmäßig Image-Risiken eines Gebäudes, das mit einem bekannten Mieternamen verbunden war. Die Immobilie muss langfristig durch Marketing und Revitalisierung kostspielig umpositioniert werden. Welcher Promi-Mieter zieht in eine Namensimmobilie, die schlimmstenfalls sogar zuvor noch von einem Wettbewerber genutzt wurde? Bei Nachvermietung nach 10 Jahren ist fortgeschrittene Renovierung und Mieteranpassung fällig. Nach 20 bis 30 Jahren drohen Investments auf Neubaukosten-Niveau. Schlimm wird es, wenn der bonitäre Mietvertrag als Ersatz für Standortqualität genommen wurde und „langfristig gesicherter Cash Flow“ als Core-Definition gewählt wird. Aber selbst wenn alles gut geht und der Markt sich stabil hält, kann allein die Summe aus Nachvermietungskosten, Mietausfällen, neuen Flächendefinitionen, Restleerständen auch bei Vollvermietung und Differenz einer Gebrauchtimmobilien-Miete zur ursprünglich kalkulierten Neumiete ganz leicht Wertdifferenzen von 20 bis 50% ausmachen. Dabei ist eine Markkorrektur, wie wir sie in Deutschland ab 1993 für fast 15 Jahre erlebten, noch nicht einmal berücksichtigt. Auch nach längerer Erholungsphase liegen heute die Mieten sogar nominal noch unter dem Niveau von 1993 z. B. mit damals 40 bis über 50 Euro Spitzenmiete in Frankfurt. Platowbrief/Immobilienbrief wundern sich seit vielen Jahren über die Bewertungsstabilität von Single-Tenant-Immobilien. Entscheidend ist am Ende die Fähigkeit des Investors, Risiken zu managen. Denn auf der anderen Seite ist eine Single-Tenant-Immobilie in einem großen Portfolio eines institutionellen Anlegers auch nichts anderes als ein Etagenmieter in einem Multi-Tenant-Hochhaus eines Einzelinvestments. 


Bamberg: Matthias Hofmann ist am 31. Juli 2013 aus der Geschäftsführung der PROJECT Fonds GmbH und der PROJECT Fondsverwaltungs GmbH ausgeschieden und jetzt Vorstand der neu gegründeten Kapitalverwaltungsgesellschaft PROJECT Investment AG. Gleichzeitig wurde Dr. Ralf Weller als Geschäftsführer beider Gesellschaften berufen. Dr. Ralf Weller verantwortet das Management und die Verwaltung der seit 1995 emittierten PROJECT Immobilienentwicklungsfonds, die weiterhin von den beiden PROJECT-Gesellschaften gemanagt werden. Alle zukünftigen Fonds werden von der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG), der PROJECT Investment AG, emittiert und verwaltet.

Immobilienreport – Offene Immobilienfonds strafen Gegner Lügen Helaba sieht Immobilienaktien weltweit im Bann der Geldpolitik Werner Rohmert Totgesagte leben länger, meint der Immobilienreport der Helaba zu Offenen Immobilienfonds. Sie profitieren als typisch deutsches indirektes Immobilieninvestment von der Sachwertstimmung. Immobilienaktien bestätigen weltweit die Abhängigkeit von Zinsen, Notenbankpolitik, allgemeiner Immobilienentwicklung und allgemeinen Aktientrends. Das 1. Halbjahr brachte Offenen Immobilienfonds hohe Mittelzuflüsse, bestätigt der Helaba Immobilienreport. Im Vorfeld der neuen Regulierung sei es bei den Offenen Immobilienfonds erwartungsgemäß zu erhöhten Mittelzuflüssen gekommen. Diese dürften seit dem Stichtag jedoch deutlich abgeflaut sein. Allerdings sei die Performance der Offenen Immobilienfonds, die die Helaba mit einem eigenen „Helaba OIF-Index“ misst, deutlich abgeflacht. Der Index wies zuletzt eine 12-Monats-Performance von lediglich 2% aus. Die Bandbreite der Einzelfonds lag zwischen knapp 1% und 2,7%. Mit der eigenen Renditeerwartung von durchschnittlich 2,5% im Index geht die Helaba aufgrund der anhaltend niedrigen Verzinsung der liquiden Mittel und weiterer Abwertung von Immobilien in schwierigeren Märkten inzwischen auch eher skeptisch um. Im Ausblick geht die Helaba davon aus, dass die Offenen Immobilienfonds nach den zwischenzeitlichen Irritationen der Regulierungspolitik doch sicher zu den Überlebenden der deutschen Fondslandschaft gehören werden. Sie seien neben dem selbst genutzten Wohneigentum in Deutschland eine bevorzugte Immobilienanlage für Privatanleger. Attraktiv machen Offene Immobilienfonds für Privatanleger vor allem die hohe Diversifikation und die geringen Mindestanlagesummen. Die seit dem 22. Juli geltenden neuen Regelungen des Kapitalanlagegesetzes, die für Neuanleger von Offenen Immobilienfonds - Altanleger haben nach wie vor die tägliche Rückgabemöglichkeit - jetzt eine Haltedauer von mindestens 24

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Monaten und eine Kündigungsfrist von 12 Monaten vorsehen, sieht die Helaba positiv. Die Neuregelungen machten das Vehikel für institutionelle Anleger weniger interessant, so dass sich die in der Finanzkrise als gefährlich herausgestellte Mischung von institutionellen Anlegern und Privatanlegern nicht mehr ergebe. Gleichzeitig werde die Liquiditätssteuerung in schwierigen Marktphasen erleichtert. Die Neuregelung unterstreiche den Charakter der Offenen Immobilienfonds als langfristig orientiertes Investment. Gleichzeitig behebe sie die grundsätzliche Konstruktionsschwäche der Offenen Immobilienfonds, da die tägliche Rückgabemöglichkeit nur schwer mit einer langfristig orientierten Anlageform vereinbar sei. Die Helaba untersucht in ihrem Immobilienreport wei-

Stand vom Jahreswechsel gefallen und zeigen eine klare Underperformance gegenüber dem US-Aktienmarkt insgesamt. Das Immobiliensegment in Europa bewegt sich dagegen weitgehend im Einklang mit dem Gesamtmarkt, da hier das geldpolitische Störfeuer ausbleibt. Das Versprechen von EZB und Bank of England, die expansive Geldpolitik über einen längeren Zeitraum nicht zu verändern, stützen die Kurse. 

ter u.a. die aktuelle Kursentwicklung weltweiter Immobilienaktien. Es bestätigen sich als Haupteinflussfaktoren der Kursentwicklung die Zinsentwicklung, die allgemeinen Determinanten des jeweiligen Aktienmarktes sowie die Fundamentaldaten der Immobilienmärkte. Dies lässt sich aus regionalen Unterschieden zurzeit deutlich ablesen. Immobilientitel in Japan wurden gemeinsam mit dem Leitindex Nikkei durch die expansive Geldpolitik in die Höhe getrieben. Dagegen hat allein die Ankündigung der US-Notenbank, den „Einstieg in den Ausstieg“ der Niedrigzinspolitik zu betreiben, die Kurse der US-Immobilientitel stark gedrückt. Sie sind unter den

Wohnimmobilienpreise steigen weltweit um 6,1% Auch Europa dreht wieder ins Plus Die Wohnimmobilienpreise in den europäischen Metropolen hatten in den letzten Jahren mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen. Erstmals seit 2010 sind jetzt auch die Preise in den europäischen Märkten im Durchschnitt gestiegen. Knight Frank erhebt quartalsmäßig im „Global House Price Index“ das Zahlenwerk. Trotzdem bleibt Europa der Kontinent mit dem geringsten Zuwachs. Während weltweit Wohnimmobilien auch im mittleren Segment allein im 2. Quartal um durchschnittlich 2,4% stiegen und im 12-MonatsVergleich um 6,1% zulegten, erreichte Europa lediglich ein Plus von 0,7% im Vorjahresvergleich. Hinter dem europäischen Durchschnittswert von +0,7% verbergen sich stark divergierende Trends in den einzelnen Ländern. Die Band-

breite liegt zwischen zweistelligen Zuwachsraten in der Türkei mit 12,2% bis zu ebenso hohen Verlusten z. B. in Griechenland mit -11,5%. Mit einem Plus von 5,4% zählt Deutschland zu den Gewinnern in Europa. Die Preise für Immobilien mittlerer Wohnqualität liegen in Griechenland um 31%, Spanien um 29% und Italien um 15% unterhalb des letzten jeweiligen Hochs. Die europäischen Länder liegen zum vierten Mal in Folge am Ende des Rankings. Während Griechenland, Spanien und Portugal die Schlagzeilen bestimmen, werden die gleichfalls prekären Bedingungen in den Niederlanden, Ungarn und Kroatien oft übersehen. Die Niederlande mussten einen Preiseinbruch von 8,5%, Ungarn von 8,2% und Kroatien von 5,5% verkraften. Schlechte Finanzierungsbedingungen und eine hohe Privatverschuldung gehen Hand in Hand mit steigender Ar-


Deutschlands erfolgreichste Immobilienentwicklungsfonds laufen mit AIFM-Regulierung weiter

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Personalien München/Frankfurt: Die UBS Real Estate KAG mbh beruft Axel Vespermann und Gabriele Merz mit Wirkung zum 1. Oktober 2013 als neue Mitglieder in die Geschäftsführung. Gabriele Merz folgt auf Dr. Christine Bernhofer, die die UBS zum 30. September verlassen wird, um sich u.a. karitativen Projekten in Afrika zu widmen. Axel Vespermann wird zu einem neuen Mitglied der Geschäftsführung berufen. Zuvor war er bei der Allianz Real Estate GmbH.

beitslosigkeit. Dagegen hat nach drei Jahren negativer Performance im mittleren Marktsegment Großbritannien mit einem Plus von 2,6% wieder Fuß gefasst. In den weltweit 55 untersuchten Ländern stiegen im 2. Quartal in 37 Ländern die Preise. In einigen aufstrebenden Volkswirtschaften, die zuletzt die Tabellen anführten, hat sich das Wirtschaftswachstum jedoch verlangsamt. Die Effekte auf den Wohnimmobilienmarkt sind beispielsweise in Brasilien spürbar. Die Preissteigerung liegt aber immer noch im zweistelligen Bereich. In China haben die Preise stagniert. Dagegen zeigen die Pfeile in den USA jetzt zum zweiten Mal in Folge nach oben. Im Vorjahresvergleich sind die US-Preise um 10,2% gestiegen. Atlanta und Chicago liegen an der Spitze des US-Rankings. 

Shoppingcenter-Investments in Deutschland 35% rückläufig Knapp 1 Milliarde Euro gingen im 1. Halbjahr über die Theke Im 1. Hj. belief sich das Transaktionsvolumen von Shopping Centern in Deutschland auf 970 Mio. Euro. Im Vorjahresvergleich mit damals 1,5 Mrd. Euro bedeutet das jedoch einen herben Rückgang um 35%. Im 2. Quartal wechselten mit u. a. der Aachener Kaiserplatz-Galerie und dem Anteilsverkauf an der Dresdner Altmarkt-Galerie insgesamt vier Objekte im dreistelligen Millionenbereich den Eigentümer. Jedoch bleibt das Angebot an großvolumigen Centern gering. Mit einem Anteil von 94% dominierten Einzeltransaktionen das Investmentgeschehen im 1. Halbjahr. Das durchschnittliche Transaktionsvolumen der Einzeltransaktionen stieg im 1. Halbjahr auf 124 Mio. Euro nach 95 Mio. Euro im Vorjahresvergleich bzw. 88 Mio. Euro im

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Gesamtjahr 2012. Während im Core-Markt das Angebot nach wie vor knapp ist, bieten sich lt. Jones Lang LaSalle bei nur leicht erhöhter Risikobereitschaft attraktive Chancen außerhalb des engen Core-Segmentes. Dies könnte lt. JLL in der 2. Jahreshälfte zu einem deutlich höheren Investmentvolumen führen. Die Multiplikatoren bzw. Renditen für Shoppingcenter haben sich in den vergangenen 6 Monaten nicht verändert. Die Spitzenrendite für Top-Immobilien liegt unverändert bei 4,75% vor Erwerbsnebenkosten. Aufgrund des knappen Angebotes werden die Preise lt. JLL bis zum Jahresende weiter hoch bleiben. Vor allem institutionelle Anleger zeigten wenig Flexibilität bei den Investitionskriterien. Dies führe zu einer Zweiteilung des Marktes. Die institutionellen Investoren beschränkten sich auf Core-Immobilien, denen sie einen hohen Grad Sicherheit unterstellten. Auch die internationalen Staats- und Pensionsfonds blieben in ihren Anlageprofilen weitgehend starr. Für diese Investoren sei die deutsche Standort-Dezentralität sehr oft ungewohnt. Es sei den Einkäufern oft unmöglich, dem heimischen Investment-Comittee Investitionen außerhalb der drei oder fünf wichtigsten Metropolen Deutschlands nahe zu bringen.

Auf der anderen Seite gibt es lt. JLL zahlreiche opportunistische bzw. risikobereitere Investoren, die Shoppingcenter in Deutschland suchen. JLL erkennt erste Ansätze, dass sich die Lücke zwischen diesen beiden Anlegergruppen schließe. Für problematische Sachverhalte setze der Markt hohe Abschläge ein. Dabei könnten Objekte mit Entwicklungspotential mit gezielten Asset-Management-Maßnahmen angegangen werden, um einen Verkauf zu erleichtern. JLL erwartet insgesamt eine geschäftige zweite Jahreshälfte. Das Produktangebot bei Core werde weiter knapp bleiben. JLL erwartet jedoch mehr Aktivität bei Core+ und Value-add-Immobilien. Die hochpreisige und stabile Marktlage in Deutschland führe auch dazu, dass viele Eigentümer überlegten, die aktuelle Hochpreissituation für einen Verkauf zu nutzen. Indiz dafür könnte das Ausbleiben der klassischen Sommerpause im laufenden Jahr sein. (WR)     

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Neues Logistikzentrum für Daimler Bremen: Goodman hat sein Immobilienprojekt für Daimler abgeschlossen: 10 Monate nach Baubeginn kann der Mieter in das neue rd. 33.000 qm große Logistikzentrum einziehen. Der Neubau befindet sich im Hemelinger Hafen. Die Immobilie ist durch Umwandlung einer alten Industriebrache entstanden und auf die Anforderungen der Automobillogistik zugeschnitten. Das Objekt wurde vom Goodman European Logistics Fund (GELF) erworben. Goodman managt den Fonds und übernimmt auch die Gebäudeverwaltung für den Automobilhersteller.

Ladenmieten in Deutschlands Einkaufsmeilen bleiben konstant JLL sieht Spitzenmieten in 185 Städten nur um 0,3% steigen Die Mieten für Einzelhandelsflächen in den 185 wichtigsten deutschen Einkaufsstädten bleiben lt. Jones Lang LaSalle (JLL) im zweiten Halbjahr 2013 konstant. Auch 2014 sieht das Maklerhaus kaum Steigerungstrends. Im Durchschnitt der untersuchten Einkaufsstädte beziffert Jones Lang LaSalle (JLL) den erwarteten Zuwachs im Vergleich zum ersten Halbjahr auf lediglich 0,3%. Nur in zehn der 185 untersuchten Städte zeichnen sich bei der Neuvermietung eines 100 qmStandardladenlokals höhere Mieten als im ersten Halbjahr 2013 ab. Bis Ende Juli wurden in Deutschlands Einkaufsmeilen wie im Vorjahr Shops mit einer Gesamtfläche von rund 270.000 qm vermittelt. Der Konsolidierungs- und Verdrängungsprozess im

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Einzelhandel bleibe trotz positiver Vermietung jedoch stark, prognostiziert JLL. Der Druck auf die Margen bleibe sehr hoch. Die Wettersituation mit einem ausgefallenen Frühjahrs- und zu langen Sommergeschäft habe hierzu beigetragen. Zudem ließen sich die positiven Umsatzprognosen der Handelsverbände nicht 1:1 auf die Situation in den 1aLagen übertragen. Die Retailer legen lt. JLL aktuell ihr Hauptaugenmerk auf eine Optimierung ihrer Standortnetzwerke. Die an manchen Stellen vorhandene Überdistribution werde abgebaut. Neue Roll Outs und die Anmietung großer Flagshipstores seien derzeit eher die Ausnahme. Dies wirke sich zwangsläufig auch auf die Mieten aus, die im zweiten Halbjahr aus JLL-Sicht überwiegend auf dem Niveau des ersten Halbjahres verharren würden. In den zehn Top-Metropolen erwartet JLL im Vergleich zum ersten Halbjahr gleichbleibende Mieten. Einzige Ausnahme sei Düsseldorf mit einem Anstieg um knapp 4% auf jetzt 275 Euro. Spitzenreiter bleibe München mit bis zu 350 Euro, gefolgt von Frankfurt mit 290 Euro. Berlin und Düsseldorf hätten den Abstand zu den beiden Städten in den vergangenen Jahren reduziert und erzielten in der Spitze 280 bzw. 275 Euro. Hamburg komplettiere die Top 5 mit bis zu 255 Euro. Köln (250 Euro), Stuttgart (240 Euro) und Dortmund (220 Euro) seien die weiteren Städte, deren Spitzen-

mieten die 200 Euro-Marke überschritten. Hannover und Nürnberg machen die Top 10 mit 185 bzw. 165 Euro komplett. Auch für 2014 erwartet JLL eine Seitwärtsbewegung der Mieten.  

Die Chinesen kommen! Chinesische Versicherungsfonds investieren verstärkt im Ausland Rund 11 Mrd. Euro sollen mittelfristig von chinesischen Versicherungsfonds international in Immobilien investiert werden. Allerdings steht diesmal Deutschland nicht oben auf der Investitionsliste. Büroimmobilien in USA, Kanada und Australien sind gesucht. Für die chinesischen Investoren sind internationale Immobilienanlagen bislang noch relatives Neuland. Versicherungsfonds dürfen überhaupt erst seit 2009 in Immobilien investieren. Lt. CBRE verfügen chinesische Versicherungsfonds heute aber über mehr als 10,5 Mrd. Euro für Immobilieninvestitionen im Ausland. Die Chinesen bevorzugen hierbei Länder mit hoher Transparenz. Hier punkten vor allem die Märkte in Großbritannien, USA, Kanada, Singapur, Hongkong und Australien. Nachgefragt sind vor allem

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Deal Frankfurt: Die HIH Hamburgische Immobilien Handlung erwirbt das im Bau befindliche Bürogebäude am Hauptbahnhof (Ecke Niddastraße 107/Hafenstraße) für einen Immobilien-Spezialfonds der Warburg - Henderson Kapitalanlagegesellschaft für Immobilien mbH. Verkäufer mit einem Investitionsvolumen von rd. 50 Mio. Euro ist der Projektentwickler Groß & Partner. Der Neubau verfügt über rund 14.300 qm Gesamtfläche. Mieter des sechsgeschossigen Bürogebäudes ist die als „Passivhausmacher“ bekannte ABG Frankfurt Holding. Die Transaktion wurde von Catella Property vermittelt.

hochwertige PrimeBüroimmobilien in den wichtigsten Städten weltweit. Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen begrenzen lt. CBRE Investments „auf etablierte Einzelhandels- und Büroimmobilien mit stabilen Märkten, die sich in zentralen Lagen der wichtigsten Städte in den 25 entwickelten Märkten befinden“. Das schließe auch gelistete REITs ein, meint CBRE. Der Auslandstrend wird verstärkt durch den aktuellen Mangel an erstklassigen Immobilien in den chinesischen Metropolen bei einem gleichzeitig steigenden Risiko eines Überangebotes in den Sekundär- und Tertiär-Märkten. Durch den stark gestiegenen Renminbi (RMB) und das gegenwärtig niedrige Zinsumfeld können lt. CBRE auch bei PrimeImmobilien attraktive Renditen generiert werden. Insgesamt beläuft sich das Gesamtvermögen der chinesischen Versicherungsinstitutionen auf 900 Mrd. Euro. Neue Gesetze ermöglichen es, bis zu 15% des Vermögens in nicht selbst genutzte Immobilien zu investieren. So sind theoretisch derzeit ca. 135 Mrd. Euro für Immobilieninvestments verfügbar.

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DVI mit 10.500 qm Neuvermietung Düren/Berlin: Die DVI Deutsche Verwaltungsgesellschaft für Immobilien mbh (DVI) schließt in den ersten acht Monaten 2013 Neuverträge über 10.500 qm Fläche in ihren Einkaufs-Center und Einzelhandelsimmobilien. Im „PLAZA Frankfurter Allee“ in Berlin-Friedrichshain konnten Mieter (darunter Hewlett Packard, LBB, WISAG) mit Büroflächen von über 6.400 qm gewonnen bzw. Flächenerweiterungen realisiert werden; im „Spreebogen Plaza“ im Berliner Bezirk Charlottenburg waren es ca. 1.400 qm Büroflächen (darunter IAV, ASK, Ackon). Auch im Berliner „RathausCenter Pankow“ gab es mit dem Drogeriemarkt dm einen neuen Einzelhandelsmieter (528 qm); im Einkaufszentrum „Forum Köpenick“ konnte mit dem Fachhändler für Wohnaccessoires „Das Depot“ ebenfalls ein neuer wichtiger Retail-Kunde gewonnen werden (540 qm). Am Heimatstandort Düren konnten insgesamt ca.1.600 qm Neuvermietungen realisiert werden. „Angesichts des scharfen Wettbewerbs vor allem durch den Online-Handel ist das ein sehr gutes Ergebnis, mit dem wir die Quasi-Vollvermietung unserer Objekte halten können. Das schaffen nur wenige unserer Konkurrenten“, freut sich DVI-Geschäftsführer Helmut Jagdfeld.

In der Praxis liegen die Immobilienquoten dagegen bei 6%. Bei einer Relation von 80/20 zwischen nationalen und internationalen Investitionen errechnet sich lt. CBRE ein potenzielles, grenzüberschreitendes Investitionsvolumen von knapp 11 Mrd. Euro. Da trotz steigenden Angebotes insgesamt die anlagefähigen Immobilien im asiatisch-pazifischen Raum begrenzt sind, werden sich chinesische Investoren auf Prime-Büroimmobilien in internationalen Gateway-Cities konzentrieren.  

Hotel Betreiber Bonität: Auswahlkriterien Was gibt den Ausschlag und was zählt wirklich? Winfried D. E. Völcker, Hotelier & Patron Neugierde, Wissensdurst und die Freiheit, es tun zu dürfen, bringt allein aus China jedes Jahr 20 Millionen neue Touristen in die globale Umlaufbahn. 2015 wird China der größte Quellmarkt für Deutschland sein. Andere BRIC Länder machen es China nach. Amerikaner und Europäer sind weiter voll dabei. Alle brechen friedlich auf, die Welt zu erobern, vornehmlich Europa. Kontinentaleuropa ist der größte Hotelmarkt weltweit. In der EU gibt es mehr als 145.000 klassische Hotels mit 5,4 Millionen Zimmern. Deutschland, Spanien und Frankreich stellen das Hauptangebot. In Deutschland ist eine starke Dynamik der Hotelindustrie zu beobachten. Hotelketten mit Midscale und Upscale Hotels dominieren den Markt. In knapp 13.000 Hotels bieten sie 1,5 Millionen Zimmer und repräsentieren in der EU einen Marktanteil von 28%. Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa, viertgrößte weltweit, ist „mitten mang“: Bevorzugtes Reiseziel der Menschen aus aller Herren Länder. Unter den Top 5 weltweit, wenn auch 82% der Übernachtungen dem Inlandtourismus zuzuordnen sind. Waren den Reisenden einst vertraute Standards und bekannte Kost wichtig, so erwarten die Millionen neuen Touristen heute - gebildet, wohlhabend und gar nicht ängstlich: Lokale Authentizität! Die finden sie eher nicht bei den Hotelketten, sondern bei den rd. 130.000 Privathotels bzw. privaten Hotelgruppen in der EU, die immerhin 3.9 Millionen Zimmer anbieten. Doch wie lange noch? Der Renovierungsstau ist hoch. Er konnte durch die Umsatzsteuerreduzierung (allgemein in der EU 7%) abgebaut werden. Das reicht aber nicht! Trotz exzellenter Performance, trotz niedriger Zinsen, bekommen die Privaten kaum Kredite, um sich als authentische Stätten der Begegnung für den weltweiten Reiseboom in Position zu bringen bzw. um neue Kapazitäten zu schaffen. Acht Prozent Kapitaldienst sollte jede Investition verdienen. Beim heutigen Zinsniveau macht das 4 plus 4, entsprechend 40% Tilgung in 10 Jahren, plus keine schlechte Marge für die Bank. Was das mit Betreiberbonität zu tun hat? PWC nahm sich des Themas schon vor Jahren an und kam, wie ich heute, zu diesem Schluss: Betreiberbonität definiert man nicht durch des Betreibers Geldvermögen, sondern durch dessen Vermögen, den Hotelbetrieb allzeit kompetent und wirtschaftlich erfolgreich positionieren und betreiben zu können. Darin liegt Sicherheit! Das können die meisten privaten Hoteliers besser als die Konzerne mit ihren ferngelenkten, ständig wechselnden Filialleitern. Ob im Krisenfall all die Absicherungen der Konzerne das Papier wert sind, worauf sie stehen, wer weiß es denn? Der Privathotelier, dessen Wohlergehen vom Wohlergehen seines Hotelbetriebes abhängt, der wird in der Krise seinen Mann, stehen. Mit Sicherheit! Es ist nicht automatisch


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Deal Leipzig: Der Bouwfonds European Real Estate Parking Fund II erwirbt eine Tiefgarage am Augustusplatz von den Versicherungsunternehmen Provinzial Rheinland und Provinzial NordWest, die das Objekt in einer gemeinsamen Gesellschaft gehalten hatten. Zu der Tiefgarage am Augustusplatz gehören neben den 1.268 Parkplätzen auch oberirdische Service- und Einzelhandelsflächen. Das Transaktionsvolumen liegt bei rund 30 Mio. Euro. Mit dem Parkhausbetreiber Q-Park besteht ein langfristiger Mietvertrag. Die Immobilientransaktion wurde von Aengevelt Immobilien vermittelt.

richtig, zu folgern, Geld und Erfahrung stehen für einen weiten Horizont und Erfolg, nach dem Motto, wer erfolgreich ist, der hat auch Geld, wer kein Geld hat, der ist nicht erfolgreich. Wer Geld hat, der kriegt auch was dazu. Geld regiert die Welt… Ein solcher Hotelhorizont ist oft ein Kreis mit dem Radius Null: Der eigene Standpunkt: Albert Einstein. Ich stimme ihm zu! Angesichts der geschilderten Chancen für den mittelständischen Unternehmer graust mich die Erkenntnis, dass die Entscheider über „Kapital oder kein Kapital“ nachhaltig beratungsresistent sind. Bekommen deutsche Hotelunternehmer nicht bald auskömmlich Kapital für Renovierungen, Restrukturierungen, Erweiterungen und Neubauten, so wird es zu einem Aderlass authentischer Herbergen in deutschen Landen kommen, ein großer Verlust… Ausschlaggebend für die Beurteilung der Betreiberbonität sollte eine positive Antwort auf diese 5 Fragen sein, denn es zählt, was der Betreiber zu schaffen vermag: 1.

Hat der Betreiber so ein Hotel schon mehrfach erfolgreich positioniert und wirtschaftlich gut geführt?

2.

Hat der Betreiber mit der Kategorie, dem Konzept und der Kapazität schon positive Erfahrung?

3.

Hat der Betreiber als Patron oder dessen Filialleiter Management- und Führungkompetenz? ►

4.

Hat der Betreiber Kompetenz in Sachen Controlling & Marketing?

5.

Ist der Betreiber umsetzungsstark, kreativ & innovativ?

(Infos: http://www.voelcker-hospitality.de) 

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Deals Berlin: Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt mietet ca. 270 qm Bürofläche am Hackeschen Markt in der Dircksenstraße 47 über Catella Property. München: Die Aon Holding Deutschland GmbH mietet rd. 2.000 qm Fläche im Objekt Sunyard, St.-Martin-Str. 58-68, von der Deka Immobilien GmbH aus dem offenen ImmobilienPublikumsfonds DekaImmobilienEuropa. Vorgesehen ist zudem, dass Aon bis zum Jahresende weitere 1.500 bis 3.000 qm anmietet. CBRE war beratend tätig.

Garmisch-Partenkirchen: Die Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG hat ihr letztes Grundstück an die Marktgemeinde verkauft. Das rund 28.000 qm große Gelände liegt an der Olympiastraße. Das Areal ist derzeit als Brachfläche ungenutzt. Die Aurelis hat in den vergangenen Monaten alle ihre drei Grundstücke in GarmischPartenkirchen mit einer Gesamtfläche von rund 75.000 qm verkauft. Niederlande: Die Aberdeen Asset Management Deutschland AG verkauft aus dem Portfolio des Degi Europa eine Immobilie in Hoofddorp an die PPF Real Estate Holding. Für das Objekt mit rund 30.000 qm Mietfläche und 325 Stellplätzen zahlte der Käufer 47 Mio. Euro.

Die Energiewende beginnt vor Ort – deutschlandweit Dr. Hanns-Ferdinand Müller, Vorstandssprecher der RWE Vertrieb AG Der Umstieg kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Aber jeder einzelne Baustein ist wichtig. Dezentrale Energieerzeugung ist solch ein Baustein, mit dem die Energiewende in Deutschland gelingen kann. Der gesamten Gesellschaft wird so die „Energie von morgen“ ein bisschen näher gebracht. Es müssen nur ausreichend Maßnahmen angestoßen und umgesetzt werden. Das Schöne daran: Jeder kann mitmachen! Beispiel Schmalkalden: Die kleine Gemeinde in Thüringen setzt für ihre Bürgerinnen und Bürger ab sofort auf eine sichere, energiesparende und umweltfreundliche Wärmeversorgung. Im Rahmen umfassender Modernisierungsmaßnahmen im Fernheizwerk Schmalkalden hat die RWE Energiedienstleistungen GmbH dort – gemeinsam mit der kommunalen Gesellschaft Dezentrale Energien Schmalkalden – die Wärmeversorgung erneuert und ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk (BHKW) in die Wärmeanlage integriert. Ein Projekt, das so oder ähnlich in ganz Deutschland machbar ist. Vorteile: Die komplette Wärmeerzeugungsanlage wurde optimiert. Sie besteht nun aus dem neuen BHKW und wird umweltfreundlich mit Biomethan betrieben. Das BHKW speist über eine Vorrangschaltung die thermische Energie ins Fernwärmenetz ein. Die Wärmeerzeugung wird durch die Mikrogasturbinenanlage ergänzt, die über einen Pufferspeicher verfügt. In der kalten Jahreszeit werden dann bedarfsgerecht die Heizkessel zugeschaltet. Ergibt eine CO2-Einsparung in Höhe von 2.750 Tonnen pro Jahr gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme. Nicht nur Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski freut sich über die nun höhere Versorgungssicherheit für die Bürger Schmalkaldens. Auch Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig überzeugte sich bei der Inbetriebnahme von der Leistungsfähigkeit der Anlage. Wohl wissend, dass in dem freundlichen, thüringischen Ort wieder ein kleines, aber bedeutendes Puzzleteil der deutschen Energiewende entstanden ist.  

Ausgaben für Wohnen steigen in Europa trotz Wirtschaftskrise EU-Bürger geben 1,7 Billionen Euro für Wohnen aus Die Ausgaben für Wohnen bestimmen den größten Anteil an den Konsumausgaben der europäischen Haushalte. 2011 wurden in den 27 EU-Mitgliedsstaaten insgesamt rd. 1,7 Billionen Euro für das Wohnen ausgegeben. Das entspricht 23,6% der gesamten Ausgaben der privaten Haushalte. Dieser Anteil ist im Vergleich zu 23% im Jahre 2000 und noch 22,5% im Jahr 2008 deutlich gestiegen. Auch im Zuge der Finanzkrise sind die wohnungsbezogenen Ausgaben die einzigen haushaltsbezogenen Ausgabenpositionen, die sich im Gegensatz zu anderen Konsumkomponenten erhöht haben. Das ist ein zentrales Ergebnis des Reports der RICS Royal Institution of Chartered Surveyors. Allerdings sind lt. RICS bei den Ausgabenpositionen starke Unterschiede zwischen den Ländern zu verzeichnen. In EU-Mitgliedsstaaten, in denen das Einkommensniveau deutlich oberhalb des EU-Durchschnittes liegt, wie z. B. in Skandinavien, den Niederlanden und Luxemburg, liegen die wohnungsbezogenen Ausgaben vergleichsweise hoch. In den Mitgliedsstaaten in Südeuropa liegen sie mit Ausnahme Griechenlands tendenziell geringer. Jedoch ist die eigentlich positiv Botschaft für den Vermieter deutlich zu relativieren. Der Grund, warum der Wohnsektor von 2008 bis 2011 der stabilste Posten bei den Kosten der privaten Haushalte war, sind neben länderspezifischen Mietentwicklungen vor allem die überall stark gestiegenen Nebenkosten. Die Ausgaben für Instandhaltung und Instandsetzung gingen dagegen um 3,2% zurück. Allerdings ist die generelle Aussagefähigkeit


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der Studie zu relativieren. Der größte Unsicherheitsfaktor ist die Schätzung der Anteile der wohnbezogenen Ausgaben bei selbst genutzten Immobilien. Dies macht bei Wohneigentumsquoten, die in den einzelnen Ländern zwischen 50 und 90% liegen, eine erhebliche Unsicherheit aus. Hinzu kommen deutliche Unterschiede bei den Miettrends. (WR) 

Der Großraum Paris zieht deutsche Investoren an

melstellen, die 11% des Investmentvolumens tätigten. Deutsche Investoren sind auf große Volumina abonniert. In der Größenordnung ab jeweils 100 Mio. Euro entfiel in den letzten 10 Jahren bis zu einem Drittel dieser Großinvestments auf deutsche Investoren. Im Durchschnitt lag der Anteil bei 15%. Im 1. Halbjahr tätigten die Deutschen sogar wieder ein Viertel der Großinvestitionen. Der größte Deal war dabei der Kauf des Objektes „33 Rue Lafayette“ mit ca. 28 700 qm für 277 Mio. Euro im 2. Quartal durch die Deka Immobilien.

Globale Kapitalsammelstellen sind größte Geldgeber Paris steht bei ausländischen Investoren wieder ganz oben auf der Liste. Ca. 36% des gewerblichen Immobilien-Transaktionsvolumens im Großraum Paris wurden im 1. Halbjahr 2013 von internationalen Investoren getätigt. Mit einem Anteil von 8% am Gesamttransaktionsvolumen von 4,3 Mrd. Euro im 1. Halbjahr lagen die deutschen Investoren auf dem 2. Platz hinter den globalen Kapitalsam-

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Deals Deals Deals Frankfurt: Der Kreditfonds „Deka Infrastrukturkredit“ erwirbt eine Erstrangtranche einer Projektfinanzierung mit einem Volumen von 10 Mio. Euro von der DekaBank. Die Tranche ist Bestandteil einer Finanzierung über 250 Mio. Euro, die von der DekaBank mit einem Volumen von 20 Mio. Euro und anderen Banken für den Kauf, den Betrieb sowie die Vermarktung eines digitalen, terrestrischen Fernseh- und Radioübertragungsnetzes in Skandinavien vergeben wurde. Düsseldorf: Ab dem 1. November 2013 sind weitere rund 6.700 qm Bürofläche im „K-LAN“, Home of Innovation, vermietet. Der Vermietungsgrad im Bürogebäude der Real I.S. in der Schiessstraße 43 in D-Heerdt steigt damit auf 85%. Die insgesamt größte Fläche ist von der Portigon AG für ihre in der Gründung befindliche Tochtergesellschaft Portigon Financial Services (PFS) ausgewählt worden. Ab November werden insgesamt weit über 600 Mitarbeiter im K-LAN arbeiten und den Düsseldorfer Standort beleben. Im Frühjahr dieses Jahres hatten bereits die Firmen ALPS Electric Europe und CHG-MERIDIAN, ein führender Anbieter von IT-Leasing und Dienstleistungen im Bereich der Informationsund Kommunikationstechnologie, Flächen im K-LAN angemietet.

Bereits seit Ende der 90er Jahre sind deutsche Fonds in Frankreich präsent. Sie waren lange die stärksten ausländischen Player. Deka, Commerzbank, Allianz und RREEF sind die größten Investoren, die mehrere Milliarden Euro in ihrem Bestand haben. Anlageziel waren auch schon vor der allgemeinen Core-Fixierung gute und langfristig vermietete Objekte in guten Lagen. 

Wohnimmobilien-Miettrends unterschiedlich zwischen Neu- und Bestandvermietung Horror-Steigerungsmeldungen weit übertrieben Im 12-Monats-Vergleich zur Jahresmitte sind lt. F+B, Hamburg, die Mieten und Preise für Häuser und Wohnungen durchschnittlich um insgesamt 3% gestiegen. Mit seiner langjährigen breiten Erfassung relativiert hier der F+B-Index viele aktuelle Horrormeldungen zu Preisexplosionen. Der F+B-Wohn-Index Deutschland ermittelt einen Immobiliengesamtindex für die Bundesrepublik. Basis ist die nach eigenen Angaben größte Datenbank über Kauf- und Mietobjekte in Deutschland, die jetzt seit 10 Jahren Daten erfasst. Allerdings haben auch bei F+B Eigentumswohnungen ein Plus von 5,8% erzielt. Die Eigenheimpreise stiegen in den vergangenen 12 Monaten dagegen um lediglich 2,3%. Die Mieten entwickelten sich insgesamt moderater. Bei Neuvermietungen waren im Bundesdurchschnitt um 2,1% höhere Mieten zu zahlen als vor einem Jahr. Bestandsmieten entwickelten sich lediglich um 1%. Aus F+B-Sicht bringen die aktuell politisch diskutierten Mietdeckelungen nur bei einem kleinen Teil der Wohnungen überhaupt einen Effekt. Die Mietentwicklung weist nach wie vor ein deutliches West-Ost-Gefälle auf. Mit Blick auf die erhofften Effekte der Mietpreisdeckelung stellt F+B fest, dass lediglich die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie die Länder Bayern und Baden-Württemberg überdurchschnittliche Mietsteigerungen aufweisen. Rheinland-Pfalz, Hessen und Bremen liegen mit 1,9 bzw. 1,8% knapp unter dem Mittelwert. In den ostdeutschen Ländern und in dem bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen wurden dagegen auch bei Neuvermietungen nur Mietsteigerungen von 1% ermittelt. Die Bestandsmieten haben sich erwartungsgemäß noch deutlich weniger erhöht. Sie stiegen im Gesamtschnitt um lediglich 1%. Über dem Durchschnitt lagen auch hier Berlin, Hamburg und Bayern. Der Bundesdurchschnitt liegt aktuell bei 6,37 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für eine 10 Jahre alte 70-qm-Wohnung. Die aktuellen Marktmieten bei Neuvermietung liegen mit 6,81 Euro also auch lediglich 44 Cent und damit undramatisch über den Bestandsmieten. Die größten Unterschiede gibt es in Bayern mit 83 Cent Differenz, in Hamburg mit 1,39 Euro, BadenWürttemberg mit 58 Cent und Berlin mit 72 Cent. Wer in Hamburg umzieht, muss al-


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Deals Amsterdam: Die österreichische Raiffeisen Immobilien Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. erwirbt für den Immobilienfonds R 320 zwei Bürogebäude mit LandmarkCharakter in zentraler Lage von der IVG Institutional Funds GmbH, die die Objekte treuhändig gehalten hat. Die Objekte sind langfristig an einen Mieter aus dem Medienbereich vermietet. München: Die Corpus Sireo Projektentwicklung Wohnen erwirbt ein Wohnbaugrundstück mit rd. 3.600 qm Fläche in der Wolfratshauser Straße. Der Gebäudebestand auf dem Entwicklungsgrundstück im Stadtteil Obersendling ist derzeit noch vermietet. Der Mieter wird das Objekt noch bis Ende 2015 nutzen, bevor der neue Eigentümer die Bestandsgebäude zurückbaut und das Grundstück wohnwirtschaftlich entwickelt. Geplant sind ca. 50-60 Wohneinheiten für den frei finanzierten Wohnungsbau. Colliers International war transaktionsbegleitend tätig.

Stuttgart: Cushman & Wakefield Investors und Scottish Widows Investment Partnership erwerben das Haus Hugendubel für 11,95 Mio. Euro. Dies ist das 7. Objekt, das vom PURetail Fund gekauft wurde. Die an der Ecke Breite Straße und Hirschstraße gelegene Immobilie umfasst 3.575 qm Einzelhandels-, Büro- und Wohnfläche. 65% der Mieteinnahmen werden durch den Einzelhandel generiert.

lein für den Wohnungswechsel 17,5% mehr Kosten kalkulieren. 11 bzw. 12% kostet auch in Berlin und Bayern ohne weitere Größen und Qualitätseffekte alleine der Wechselwunsch. Trotz der aus Bundessicht insgesamt eher „normalen“ Entwicklung, die oftmals noch lediglich in die Kategorie „Aufholen“ seit dem Markthöhepunkt 1993 fällt und die unter der kumulierten Inflationsrate liegt, sieht aber auch F+B-Chef Bernd Leutner in einigen Städten eine vergleichsweise hohe Mietentwicklung bei Neuvermietungen. Die Entwicklungen bei Neuvermietungen liegen zum Teil beim drei- oder vierfachen der Preisentwicklung im Bestand. Politischer Handlungsbedarf bestehe aber überhaupt nur in den Metropolen und dem Umland mit knappheitsbedingtem Mietanstieg. Die höchsten Bestands- und Neuvertragsmieten werden seit mehreren Jahren für München ermittelt. Für die gleiche Wohnung müsste ein Münchner Umzugswilliger statt 11,09 Euro/qm jetzt 12,78 Euro zahlen. Der Großraum München liegt bei den Eigentumswohnungspreisen nach wie vor unangefochten an der Spitze der Rangliste. Allein 7 der Top 10 Städte liegen in diesem Gebiet. In München sind als Kaufpreis für Eigentumswohnungen durchschnittlich 4 360 Euro/qm zu kalkulieren. Garmisch-Partenkirchen kommt auf 3 510 Euro. Aber auch Germering, Dachau und Freising liegen zwischen 2 960 und 3 200 Euro. In diese Kategorien kommen auch Konstanz mit 3 240 Euro, Freiburg im Breisgau mit 3 150 Euro und auf Platz 10 Hamburg mit einem Durchschnittspreis von zurzeit 2 930 Euro. Erst danach kommt der Raum Rhein/Main. Frankfurt mit 2 750 Euro, Bad Homburg mit 2 490 Euro, Darmstadt mit 2 390 Euro und Wiesbaden mit 2 290 Euro liegen ebenso wie Mainz mit 2 350 Euro im Vergleich schon fast im preiswerten Bereich. Auf einem ähnlichen Level liegt der Raum Stuttgart. Düsseldorf mit 2 470 Euro, Münster mit 2 380 Euro und Köln mit 2 250 Euro führen die Rangliste in Nordrhein-Westfalen an. Trotz der oftmals monierten dramatischen Veränderungen in Berlin liegt die Bundeshauptstadt insgesamt bei den Durchschnittspreisen auf Rang 127 in Deutschland. Hier werden lediglich 1 880 Euro durchschnittlich bezahlt. Allerdings gehört die Hauptstadt seit Mitte 2012 mit Plus 8,8% zu den Metropolen mit der höchsten Preisdynamik bei Eigentumswohnungen. München legt um 8% zu, Mainz und Wiesbaden stiegen um 6,5% und Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und Köln kamen auf 4 – 7,3%. (WR) 

Hamburger Zinshausmarkt überschreitet Höhepunkt Transaktionen und Volumina sinken, Preise bleiben oben In Hamburg ging 2012 die Zahl der Verkäufe im Vorjahresvergleich um 4% auf 404 Transaktionen zurück. Das Umsatzvolumen reduzierte sich jedoch lediglich um 3% auf rd. 873 Mio. Euro, so dass das durchschnittlich gehandelte Objektvolumen auf einen Wert von 2,16 Mio. Euro stieg. Die Nachfrage nach Wohn- und Geschäftshäusern übersteigt weiterhin das Angebot, berichtet Engel & Völkers im aktuellen Marktreport. Das günstige Zinsniveau und das positive Klima für Sachwertinvestitionen wirken in Verbindung mit knappem Angebot stützend auf das Preisniveau. Die hohe Nachfrage führt dazu, dass inzwischen in nahezu allen Lagen gekauft wird. Käufer sind vor allem eigenkapitalstarke, lokale Erstkäufer oder private Bestandshalter. Ihr Hauptmotiv ist der Mangel an Investitionsalternativen. Ausländische Investoren sind auf dem Markt nur punktuell aktiv. Professionelle, institutionelle Bestandshalter nutzen die aktuelle Hochpreisphase, um Gewinne zu realisieren. Mit einer Leerstandsquote von 1,6% belegt Hamburg einen bundesweiten Spitzenplatz. Insbesondere kleinere Wohneinheiten für 1–2 Personen werden ungebremst nachgefragt. Die ab September geltende Mietrechtsreform, die eine maximale Mieterhöhung von 15% innerhalb von 3 Jahren vorsieht, hat lt. Engel & Völkers geringe praktische Relevanz, da die Mieterhöhungspotenziale vor allem bei Neuvermietungen genutzt werden. Die Attraktivität Hamburgs resultiert, wie auch in den anderen bevorzugten Metropolregionen, vor al-


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Hamburg: Das Joint Venture aus Deutsche Immobilien AG und cds Wohnbau Hamburg GmbH hat das Wohnungsbauprojekt „Thadenstraße“ noch vor Baubeginn für rd. 24. Mio. Euro an die Aberdeen Asset Management Deutschland AG für einen ihrer Immobilienspezialfonds verkauft. Insgesamt sollen drei Wohnhäuser mit 66 attraktiven Mietwohnungen entstehen. Der Baubeginn ist für Ende dieses Jahres vorgesehen. Die Fertigstellung der Gebäude mit insgesamt rund 6.100 qm Wohnfläche und 56 Tiefgaragenstellplätzen wird im Herbst 2015 erwartet.

lem aus der Zunahme der Haushalte. Während die Bevölkerung mit 1,77 Mio. Einwohnern annähernd konstant blieb, legte die Zahl der Haushalte von 971 000 auf 989 000 zu. Entsprechend sank die durchschnittliche Haushaltsgröße von 1,82 auf 1,79 Personen. Während die Renditen et vice versa die Multiplikatoren inzwischen ausgereizt scheinen, haben die Preise in sehr guten Lagen aufgrund der immer noch leicht steigenden Mieten auf durchschnittlich 3 300 pro Quadratmeter zugelegt. In guten Lagen werden im Schnitt 2 500 Euro bezahlt. Dagegen sind einfache Lagen mit einem Durchschnitt von 1 400 Euro deutlich preiswerter. Die Mieten liegen in der Spitze bei bis zu 22 Euro/qm. In guten Lagen erreicht die Spanne einen Wert zwischen 10,50 Euro und 15 Euro. Der Markt für Zinshäuser in den klassischen, beliebten Stadtteilen rund um die Alster und an der Elbe ist aufgrund des niedrigen Objektangebotes zum Stillstand gekommen. Ein Teil der Gutachterausschüsse meldete keine Transaktion in Toplagen. Insgesamt wurden in ganz St. Georg gerade 3 Verkäufe gezählt. Harvestehude kam auf 6 Transaktionen. In den Toplagen haben die Preise inzwischen auch ein Höchstniveau erreicht, so dass Engel & Völkers empfiehlt, in interessanten Stadtteillagen zu investieren, da hier auch noch die Mietanpassungspotenziale oftmals größer seien als in den Topregionen. Engel & Völkers sieht insgesamt die Kaufpreisobergrenze erreicht. 2013 werde vielleicht noch das Vorjahresniveau einstellen. Ca. 400 Transaktionen sollten ein Umsatzvolumen von 850 bis 900 Mio. Euro darstellen. Das Preisniveau sollte nur noch im Einzelfall ansteigen. (WR) 

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Köln bleibt begehrter Einzelhandelsmarkt Wohnen zieht Handel Während als klassischer Immobilienstandort bei Büroflächen Köln regelmäßig hinter dem verfeindeten Nachbarn Düsseldorf zurück hängt, punktet die nordrhein-westfälische Millionenmetropole mit der größten Bahnhofskapelle der Welt, dem Kölner Dom, als Wohnstandort und in der Folge naturgemäß auch als Einzelhandelsstandort. Seit römischer Zeit war Köln Sitz weltlicher und kirchlicher Macht. Aufgrund der zentralen Lage war die Domstadt schon immer ein bedeutender Handelsstandort und Verkehrsknotenpunkt. Comfort hat den Standort untersucht. Im Ballungsraum leben rd. 3 Mio. Menschen. Köln hat das größte Schienenverkehrsaufkommen, den zweitgrößten Binnenhafen und den größten Container- und Umschlagbahnhof in Deutschland. Die rd. 70 000 Studenten und etwa 1 Mio. Touristen tragen dazu bei, dass Köln eine der renommiertesten und nachhaltigsten Einzelhandelsstandorte Deutschlands ist. Einzelhandelsspezialist Comfort schätzt, dass auf der Verkaufsfläche in der City knapp 1,6 Mrd. Euro umgesetzt wurden. Das liegt mit etwa 22% knapp oberhalb des Durchschnittes der 4 deutschen Millionenstädte. Während Köln bei der Einzelhandelskaufkraft mit 110,1 knapp hinter Frankfurt mit 114,6 liegt, ist aber die Zentralitätskennziffer der Rheinmetropole mit 123,6 deutlich höher als in Frankfurt, das vor allem unter seinem eigenen attraktiven Umland leidet. Kölns Einzelhandelskaufkraft liegt deutlich über dem Bundesschnitt. In Bezug auf die Zentralität liegt Köln sogar auf dem Spitzenplatz. Bei der Modezentralität erreicht Köln gemeinsam mit Frankfurt den 3. Platz hinter München. Die Schildergasse bleibt lt. Comfort die absolute Top-1A-Lage Kölns. Sie ist eine klassische Konsumlage mit der höchsten Passantenfrequenz. Galeria Kaufhof, Peek & Cloppenburg, Anson’s und C&A sind typische Großflächenkonzepte. Neue Mieter sind Karstadt Sports und Guess. Die aktuelle Spitzenmiete liegt bei 275 Euro. Die Hohe Straße als schmale Straßenflucht ist gleichfalls 1A. Sie ist inzwischen Young-Fashion-Meile und durch kleinteiligen Einzel-handel geprägt. Die Spitzenmiete erreicht 240 Euro. Domkloster/Wallrafplatz ist eine Luxuslage zwischen Hohe Straße und Dom mit Mietern wie Etienne Aigner, Louis Vuitton, Chopard, Hermès, Montblanc und Bulgari. Die Lage profitiert als Touristenlage von der Nähe zum Dom. Victorinox ist neuer prominenter Mieter am Wallrafplatz. Die Mittelstraße hält sich als hochwertige Lage mit schwächerer Passantenfrequenz. Hier gibt es bis zu 85 Euro. Die Ehrenstraße mit Mieten bis zu 100 Euro ist

eine szenige Trendlage. Die Breite Straße ist Verbindungsachse zwischen Ehrenstraße und Hohe Straße. Hier werden immer noch bis zu 80 Euro erzielt. Für viele internationale Einzelhändler ist die Kölner City lt. Comfort nach München der wichtigste und erfolgsreichste Standort. Köln zählt als Sprungbrett in den deutschen Markt. Die beiden Top-Fußgängerzonen liegen traditionell ganz oben in den Rankings der deutschen Einkaufsstraßen. Aus Sicht der Einzelhandelsinvestoren gehört Köln schon lange zu den Top-Standorten. Während in früheren Dekaden vor allem kirchliche Einrichtungen ein gutes Händchen hatten, sind heute die Toplagen von nationalen und internationalen institutionellen Investoren gesucht. In der Spitze werden Kaufpreisfaktoren von 22 bis 25 erzielt. Die Institutionellen Anleger konzentrieren sich auf die Schildergasse und die Hohe Straße. Lt. Comfort gehen Privatinvestoren und Family Offices derzeit in andere Einkaufslagen, da hier bei vergleichbarer Attraktivität und Werthaltigkeit Geschäftshäuser zwischen der 16- und 20-fachen Nettomiete zu kaufen sind. Insgesamt übersteigt lt. Comfort die Nachfrage das Angebot um ein vielfaches. Aus dem Grunde erwarten die Einzelhandelsspezialisten weiterhin steigende Kaufpreise. Diese Erwartung wird gestützt, da die relevanten Bevölkerungsprognosen bis 2030 von einer anhaltenden Bevölkerungszunahme auf über 1,1 Mio. Einwohner ausgehen. In Verbindung mit wachsendem Umland und steigenden Touristenzahlen gewinnt der Kölner Einzelhandel damit erhebliches Potenzial. Zudem hat der rd. 3 km lange ShoppingRundlauf durch die Haupteinkaufslagen einen hohen Verweilcharakter. Von dem jetzt seit Jahren anhaltenden Nachfrageüberhang nach Flächen in der 1A-Lage und der City profitieren inzwischen auch die Nebenlagen.     


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„Zustände“, die vom Mieterverein bestätigt werden. In der Hansestadt fehlten 40.000, vor allem preiswerte Wohnungen.

Krise? Welche Krise auf dem Hamburger Wohnungsmarkt? Sabine Richter Gemeinschaftsstudie der Wohnungswirtschaft soll belegen, dass der Markt funktioniert. „Es gibt keine Wohnungsnot sondern Mangelerscheinungen“ So viel Prominenz war selten: Andreas Ibel vom BFW und Joachim Wege vom VNW saßen auf dem Podium, Axel Kloth vom IVD Nord, Heinrich Stüven vom Grundeigentümerverband und Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau. Zwischen den Pressevertretern Eckard Pahlke, Chef des Hamburger Mieterverein und Vertreter von Genossenschaften. Anlass: Die Vorstellung der bisher größten Studie zum Hamburger Mietwohnungsmarkt, verfasst vom Center for Real Estate Studies (CRES). Auftraggeber: die Hamburger Wohnungswirtschaft unter dem Dach „Bündnis für das Wohnen in Hamburg“. Die Message: Der Markt funktioniert, Engpässe sind überschaubar, Mieter finden ausreichend Angebote zu marktrealistischen Konditionen. Hochgerechnet auf alle rund 692.000 Wohnungen in Hamburg liege die durchschnittliche Nettokaltmiete im Bestand derzeit bei 7,28 Euro pro Quadratmeter, sagte Prof. Michael Lister, Verfasser der Studie. 68% der Nettokaltmieten lägen zwischen 5,25 und 9,32 Euro. Bei kommunalen Vermietern und Wohnungsgenossenschaften liege die Durchschnittsmiete sogar nur bei 5,95 Euro, bei privaten Vermietern bei 8,06 Euro. Dies zeige, dass der Wohnungsmarkt trotz der geringen Leerstandsquote von unter 2% grundsätzlich funktioniere, so Lister. Jeder, der sich mit der Vielzahl von Studien zum Hamburger Wohnungsmarkt auseinandersetzt, reibt sich verwundert die Augen. Die HSH Nordbank sprach jüngst von einem Durchschnittswert von 10,80 Euro Kaltmiete, das Forschungs- und Beratungsunternehmens F+B von überdurchschnittlichen Mietsteigerungen in der Stadt. Die HypoVereinsbank in ihrer Studie: „Die Mieten steigen das vierte Jahr in Folge so stark wie in kaum einer anderen Stadt Deutschlands“. In den Neubaugebieten Hafencity und im Überseequartier, wo 5.800 Wohnungen entstehen, würden für durchschnittlich ausgestattete Mietwohnungen Quadratmeterpreise zwischen 14 und 19 Euro verlangt – und bezahlt. Reaktion eines Wohnungssuchenden auf die Veröffentlichung der Studie im Hamburger Abendblatt: „Nettokaltmieten unter zehn Euro sind so gut wie nicht mehr existent, das meiste spielt sich zwischen elf und zwölf Euro ab, und zwar in normalen Wohnlagen. Selbst zu diesen Preisen ist es trotz Maklereinsatzes schwierig, überhaupt an eine Wohnung heranzukommen“. ►

Übergewicht von kommunalen Daten Die Betrachtung der Datengrundlage gibt Aufschluss über das Zustandekommen der Werte. Ausgewertet wurden Daten von knapp 250.000 Mietwohnungen. Diese deckten 75,9% der städtischen und genossenschaftlichen Wohnungen ab, aber nur 8,6% aller in Hamburg privat vermieteten Wohnungen. Private Vermieter erzielten bei der Neuvermietung nicht preisgebundener Wohnungen Durchschnittsmieten von 9,50 Euro in normaler und 11,33 Euro in guter Wohnlage. (Bestand: 7,70 bzw. 9,90 Euro.) Bei kommunalen und genossenschaftlichen Vermietern beträgt die Neuvertragsmiete in guter Wohnlage 6,60 Euro (Bestand 6,09 Euro). Hier stellt sich die Fragen nach der Chance, an eine dieser preiswerten Wohnungen zu kommen. Tägliche Gespräche mit Wohnungssuchenden bestätigten, dass kommunale und genossenschaftliche Vermieter mehrjährige Wartefristen hätten, sagte der Chef des Mietervereins Pahlke und stellte den Nutzen der Studienergebnisse in Frage. Der Verfasser der Studie, Michael Lister, verwies darauf, dass nicht Neuvertragsmieten (aus Internetportalen und Tageszeitungen), die in der Regel für die Marktstudien herangezogen werden, sondern Bestandsmieten den größten Teil des Mietwohnungsmarktes ausmachten. Zudem seien bisher die vielen preisgünstigen kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungen nicht berücksichtigt worden. Deshalb würde die Studie zur Versachlichung der Diskussion beitragen. Staatliche Eingriffe sollen abgewehrt werden Vor allem dient die Studie dazu, staatliche Eingriffe wie Mietpreisbremse und andere Regulierungen abzuwehren. So hatte schon ZIA-Präsident Mattner gemahnt, die steigenden Baugenehmigungszahlen seien ein Indikator für die Selbstregulierung der Märkte, dies lege nahe, die Mietpreisbremse noch einmal zu überdenken. In Hamburg sind im vergangenen Jahr 8.200 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt worden, davon ein Drittel öffentlich gefördert. Gemäß einem alten Versprechen der Politik sollen 6.000 Wohnungen pro Jahr fertig gestellt werden, ein Ziel, das seit Jahren verfehlt wird. Die in Hamburg außergewöhnliche hohe Spreizung der Mieten nach Bezirken wird auch in dieser Studie bestätigt. Bezirke wie Hamburg-Nord, Altona und Eimsbüttel liegen vorn. In wenig beliebten Viertel wie Rahlstedt, Bergedorf oder Harburg seien die Mieten günstiger und die Verfügbarkeit höher. ►


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Deals Deals Deals Hannover: Die Union Investment Real Estate GmbH erwirbt für ihren Offenen Immobilienfonds UniImmo: Deutschland die das „Kröpcke-Center“ in der Innenstadt. Union Investment übernimmt das Objekt von einem Konsortium, bestehend aus einer Projektgesellschaft der Centrum Gruppe Düsseldorf und der First Kröpcke GmbH. Das im Jahr 1972 erbaute „Kröpcke-Center“ wurde von Centrum um- bzw. neugebaut. Die Fertigstellung ist für Anfang 2014 geplant. Im neuen Geschäftshaus wird P&C Anfang 2014 ein weiteres Weltstadthaus mit stark erweiterter Ladenfläche von 11.158 qm eröffnen. Darüber hinaus entstehen 15 individuelle Ladeneinheiten mit ca. 5.100 qm Verkaufsfläche.

München: Quantum Global Real Estate und LaSalle Investment Management erwerben mit ihrem Joint Venture Plaza Global Real Estate Partners das Bürogebäude Atrium von einem deutschen ImmobilienSpezialfonds, für den die HIH Hamburgische Immobilien Handlung als Asset Manager mandatiert ist. Das Atrium besteht aus einem Ensemble von vier benachbarten Bürogebäuden und hat eine Gesamtfläche von über 43.000 qm. Das Atrium ist an mehrere erstklassige internationale Mieter vollständig vermietet.

Ausgeklammert wird in der Gemeinschaftsstudie, dass auch in bisher preiswerten innenstadtnahen Wohnlagen die Mieten stark ansteigen und dass dies angesichts sinkender Realeinkommen stark ins Gewicht fällt. In allen mittleren Lagen sei das durchschnittliche Mietniveau auf über zehn Euro pro Quadratmeter gestiegen, heißt es beispielsweise der Hypovereinsbank. Und auch in den einfachen Lagen wie Horn, Rothenburgsort, Veddel und Wilhelmsburg seien Preissteigerungen zu erwarten, und der Mietwohnungsbau springe trotz bester Verkaufs- und Vermietungsperspektiven nicht wirklich an. 

Volle Städte, leeres Land? Brandenburg und Sachsen-Anhalt sterben aus – Massenphänomen schrumpfende Städte Deutschland diskutiert steigende Immobilienpreise und horrende Mieten. Und das, obwohl nur 15 der 80 Mio. Bundesbürger in Regionen leben, in denen das Wohnen in den vergangenen Jahren tatsächlich teurer geworden ist. Dort werden die Märkte über kurz oder lang ihr Gleichgewicht wiederfinden. Vielmehr wird der Wohnungsleerstand zu einem immer größeren Problem – nicht nur für ländliche Regionen im Osten, sondern auch für Großstädte im Westen. Das zeigen neue Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die IW-Wissenschaftler haben für ihre Analyse die Nachfrage nach Wohnfläche für alle 402 Landkreise und kreisfreien Städte vorausberechnet. In verschiedenen Szenarien haben die Wissenschaftler unter anderem berücksichtigt, dass sich der Pro-Kopf-Bedarf an Wohnraum unterschiedlich entwickeln könnte. Doch ganz gleich, welches Szenario Realität wird: Im Jahr 2050 wird der Gipfel bei der Wohnungsnachfrage auf jeden Fall überschritten sein – selbst bei jährlich 200.000 Zuwanderern aus dem Ausland und einem weiteren Anstieg der Pro-Kopf-Nachfrage. IWImmobilienexperte Professor Michael Voigtländer: „Wichtig ist, dass wir aus den absehbaren Entwicklungen die richtigen Schlüsse ziehen und mit einer Vielzahl langfristiger finanzieller Maßnahmen die Potenziale im ländlichen Raum bündeln.“ Die demografischen Fakten Allen Prognosen zufolge gehen die deutschen Bevölkerungszahlen in den nächsten Jahrzehnten zurück – die Frage ist nur, um wie viel. Selbst wenn es gelingt, den Zuwanderungssaldo dauerhaft auf 200.000 pro Jahr zu erhöhen und die Geburtenrate auf 1,6 Kinder je Frau steigt, werden im Jahr 2060 nur noch knapp 75 Mio. Menschen in Deutschland leben. Realistischer ist allerdings eine jährliche Nettozuwanderung von 100.000 und eine Geburtenrate von 1,4. Dann werden 2060 nur noch knapp 65 Mio. Menschen in Deutschland leben, also rund ein Fünftel weniger als heute. ►


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Regionale Unterschiede – Um minus 20 Prozent sogar Ein Blick auf die Prognosen für die einzelnen Bundesländer zeigt allerdings, dass sich dieser Rückgang regional sehr unterschiedlich verteilen wird. Während die Stadtstaaten bis 2030 noch ordentlich zulegen werden, müssen sich vor allem die ostdeutschen Bundesländer darauf einstellen, dass ihre Bevölkerungszahlen je nach Region um bis zu 20% zurückgehen. Aber auch das Saarland und NordrheinWestfalen erwarten einen Rückgang von 5 bis 10% gegenüber dem Status quo. Die Nachfrage nach Wohnraum Für Immobilienmärkte spielt eine sinkende Einwohnerzahl eine ganz besondere Rolle, denn diese Märkte können der Nachfrage nun einmal nicht folgen. Der Zuzugs-Boom in vielen Großstädten wird also das Überangebot an Wohnraum in ländlichen Regionen noch verstärken. Wie groß dieser Effekt ausfällt, hängt davon ab, wie sich der altersabhängige Pro-Kopf-Wohnflächenkonsum entwickelt. Eine Auswertung des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) zeigt, dass die durchschnittliche Wohnfläche zwischen 1995 und 2011 über alle Altersgruppen hinweg um 21% gestiegen ist.

die aggregierte Wohnflächennachfrage um 20% gegenüber 2012 – das entspricht rund 200.000 zusätzlichen Wohneinheiten pro Jahr. Hinzu käme noch der Ersatzbedarf für den sogenannten „Abgang von Wohnungen“, dazu gehören zu m Beispiel Wohnungen, die abgebrannt sind oder zur Schaffung öffentlicher Frei- und Verkehrsflächen abgerissen wurden. Variante 2: Auch hier steigt die Wohnfläche pro Kopf, allerdings wandern netto nur 100.000 Menschen jährlich nach Deutschland ein. Die aggregierte Wohnflächennachfrage steigt dann bis zum Jahr 2040 um knapp 16%, danach fällt sie binnen zwei Jahrzehnten auf 6%. Varianten 3 und 4: In diesen beiden Szenarien nimmt der Wohnflächenkonsum pro Kopf nicht weiter zu. Bei einer Nettozuwanderung von 200.000 (Variante 3) bedeutet das eine aggregierte Wohnflächennachfrage von gerade einmal 1,4% bis 2023, das entspricht 40.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Danach sinkt die Nachfrage bis 2060 um fast 9% im Vergleich zu heute. Kommen netto nur 100.000 Zuwanderer (Variante 4), steigt die Nachfrage nur noch um 0,6% oder 25.000 Wohnungen pro Jahr und läuft bereits 2020 aus, um dann bis 2060 um mehr als 15% zu fallen.

Vier Szenarien

Die Entwicklung in den Kreisen

Unterscheidet man nicht nur zwischen einer Untergrenze und einer Obergrenze des Pro-Kopf-Wohnraumkonsums, sondern auch zwischen 100.000 und 200.000 Nettozuwanderern, ergeben sich für die Wohnflächennachfrage in Deutschland vier Szenarien:

Die ohnehin starke Differenzierung nach Bundesländern setzt sich auf der Ebene der Kreise noch stärker fort. Das IW Köln hat die Wohnflächennachfrage für alle 402 Landkreise und kreisfreien Städte vorausberechnet, und zwar für die beiden Szenarien Unter- und Obergrenze, also für einen konstanten und einen steigenden ProKopf-Flächenkonsum. Hier einige besonders auffällige Ergebnisse:

Variante 1: In diesem optimistischen Szenario steigt die Wohnflächennachfrage pro Kopf weiter an – zum Beispiel, weil die Gesellschaft wohlhabender wird oder auch, weil es mehr Single-Haushalte geben wird. Bei einer Nettozuwanderung von rund 200.000 Menschen pro Jahr kann dann bis Mitte der 2040er Jahre mit einem Anstieg der Wohnflächennachfrage gerechnet werden. Obwohl die Bevölkerung in diesem Szenario auf 75 Mio. sinkt, erhöht sich

● Den stärksten Zuwachs an Wohnflächennachfrage werden erstaunlicherweise nicht Großstädte wie Berlin und Hamburg haben, sondern das Umland von München. Im Obergrenzen-Szenario liegen die vier Landkreise mit den höchsten Zuwächsen – Erding, Ebersberg, Dachau und Freising – allesamt im Einzugsgebiet der bayerischen Landeshauptstadt. Die Nummer fünf des Rankings ist München selbst. 9 der 10 Kreise und kreisfreien Städte mit den stärksten Zuwächsen an Wohnflächennachfrage liegen in Bayern – die Ausnahme ist Potsdam – als Sogwirkung von Berlin. ● Den stärksten Rückgang an Wohnflächennachfrage muss Ostdeutschland hinnehmen. Alle 10 Kreise und kreisfreien Städte mit den prozentual stärksten Minuszahlen liegen in Sachsen-Anhalt (5), Thüringen (3) und Brandenburg (2). Bei konstanter Pro-Kopf-


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Wohnfläche reichen die Rückgänge der gesamten Wohnflächennachfrage von rund 20% im thüringischen SaalfeldRudolstadt bis zu mehr als 23% im Landkreis MansfeldSüdharz in Sachsen-Anhalt. Was das konkret bedeutet, zeigt das Beispiel Suhl in Thüringen: Wenn in der Stadt im schlimmsten Fall fast 23% ihrer heutigen Wohnungsnachfrage wegbrechen, dann ist im Jahr 2030 jede fünfte Großstädten, für die das Untergrenzen-Szenario – also ein konstanter Pro-Kopf-Flächenkonsum – wahrscheinlicher ist, hat München mit knapp 14% die größte Zunahme an Wohnflächennachfrage von 2012 bis 2030 zu erwarten. Es folgen Hamburg, Frankfurt am Main und Berlin mit 6 bis 7% sowie Düsseldorf, Stuttgart und Köln mit 2 bis 4%. Die Ruhrgebietsstädte Dortmund und Essen müssen dagegen ein Minus von 4 bis 6% hinnehmen. Leerstand Treibsatz für Niedergang Leerstand ist auch ein gesellschaftliches Thema, so Voigtländer. Erstens, weil er negative Folgewirkungen hat. Oftmals verringern verlassene Gebäude die Vermietungschancen umliegender Gebäude und führen im schlimmsten Fall zu Vandalismus und Verwahrlosung. Dies kann eine Abwärtsspirale auslösen, die ganze Stadtviertel unattraktiv werden lässt – das weltweit vielleicht bekannteste Beispiel dafür ist derzeit Detroit. Zweitens, und dies ist gravierender, führt Leerstand zur Zersiedlung und zu „löchrigen“ Stadtbildern. Dies wirkt sich negativ auf die Infrastrukturkosten aus, denn bei gleicher Stadtfläche bleiben diese Kosten konstant und steigen pro Kopf sogar. Schon im Jahr 2008 zeigte eine Untersuchung der IW Consult, dass die Abfallgebühren in ostdeutschen Städten genau aus diesem Grund besonders hoch sind. Leerstand kann also der Treibsatz für einen beschleunigten Niedergang der Städte und Kommunen sein: Verwahrloste Stadtviertel und steigende Kosten lassen die mobilen Haushalte abwandern und die Probleme verstärken sich weiter. Innenentwicklung stärken Schrumpfende Städte und Kommunen dürfen nicht mehr nach außen wachsen, so das IW. „Viel zu oft ist noch zu hören, dass der Rückgang der Nachfrage durch die Ausweisung neuer Flächen gestoppt werden könne – in der vagen Hoffnung auf Ansiedlung neuer Unternehmen und Haushalte. Neue Gewerbe- und Wohngebiete in schrumpfenden Regionen führen aber im Zweifelsfall nur dazu, dass sich die eigene Situation sowie die der Nachbargemeinden noch verschlimmern“, so Voigtländer. Immer noch werden jeden Tag 80 ha als Siedlungsfläche neu ausgewiesen. Das können wir uns nicht mehr leisten, warnt das IW. Ausweg Flächenhandel? Als (einen) Ausweg schlägt das IW einen bundesweiten Handel mit Flächenzertifikaten vor, die zur Ausweisung von

neuen Baugebieten berechtigen. Das könnte daher nicht nur aus ökologischen Gründen sinnvoll sein, sondern auch schrumpfende Regionen belohnen, die auf die Ausweisung neuer Flächen verzichten. Das Institut begleitet im Auftrag des Umweltbundesamtes ein entsprechendes Modellprojekt. Im realitätsnahen Planspiel Flächenhandel soll, unter der Mitarbeit von Modellkommunen, getestet werden, ob handelbare Flächenausweisungszertifikate ein Instrument sein können, um den Städten und Gemeinden dabei zu helfen, die Neuflächeninanspruchnahme zu vermindern und die Innenentwicklung zu erleichtern. Doch eines muss klar sein: Der alleinige Verzicht auf neue Baugebiete wird aber ebenso wenig reichen wie die staatlichen Programme „Stadtumbau Ost“ und „Stadtumbau West“. Im Rahmen dieser Programme wurden bislang etwa 300.000 Wohnungen in Ostdeutschland abgerissen und zahlreiche Projekte zur Belebung der Innenstädte durchgeführt. Doch künftig wird sich das Phänomen schrumpfender Städte und Kreise zum Massenphänomen ausweiten. Deshalb braucht es systematische und ständige Instrumente zur Unterstützung der Innenentwicklung. (KK) 

Interview Deckelung Maklercourtage Jürgen Hoffmann Der Berliner Senat hat beschlossen, zum 1. Januar 2014 die Grunderwerbssteuer von 5 auf 6% zu erhöhen. Für Immobilienkäufer wird der Erwerb eines Hauses oder einer Wohnung damit teurer. Die Regierenden erhoffen sich aus der Anhebung der Steuer – erst im April 2012 war sie um 0,5% erhöht worden - Mehreinnahmen von rund 100 Mio. Euro. Dieses Geld braucht die Hauptstadt dringend, denn nach den vorliegenden Ergebnissen des Zensus 2011 muss Berlin ab 2014 Einnahmenverluste von jährlich bis zu 470 Mio. Euro verkraften. Kompensieren will der SPD/CDU-Senat die Steuererhöhung mit einer Begrenzung der Maklerprovision. Nach Plänen von Finanzsenator Ulrich Nussbaum (parteilos) sollen die Vermittler künftig vom Käufer höchstens 5% des Kaufpreises plus Mehrwertsteuer für ihre Arbeit bekommen. Derzeit beträgt in Berlin die ortsübliche Provision 6%. Die Branche läuft Sturm gegen diese Pläne. Der Ring Deutscher Makler (RDM) hat das Vorhaben in einen Protestbrief an Bürgermeister Klaus Wowereit und Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann „unverschämt“ und „populistisch“ genannt. Damit nicht genug: Der RDM hat den Verfassungsrechtler Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Bub, der als Rechtsanwalt in der Münchener Kanzlei Bub, Gauweiler & Partner arbeitet und Ehrenpräsident des Dachverbandes Deut-


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scher Immobilienverwalter ist, mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt, um feststellen zu lassen, dass gesetzliche Deckelung der Gebühren nicht verfassungsgemäß ist. Bub gilt in Branchenkreisen als einer der besten Anwälte in Deutschland. Markus Gruhn, Vorsitzender des RDM Berlin und Brandenburg, begründet gegenüber dem IMMOBILIENRIEF das Vorgehen des Verbandes und erläutert die Gefahr, dass der „Berliner Weg“ Schule machen könnte und andere Bundesländer nachziehen werden. Frage: Warum erregen Sie sich so über Pläne des Berliner Senats? Markus Gruhn: Weil es sich um eine Scheindebatte handelt, die nur von der Grunderwerbssteuererhöhung ablenken soll. Verbunden ist sie mit einer Hetzkampagne gegen den Berufsstand der Immobilienmakler! Das nimmt ungeheure Formen an. Gerade in Wahlkampfzeiten wird auf uns eingeprügelt. Frage: Hat der Senat den Ring Deutscher Makler zum Thema Immobilien-Provisionen konsultiert? Markus Gruhn: Nein, keiner der handelnden Politiker hat sich mit uns oder einem anderen Maklerverband vorher zusammengesetzt. Hätte man mit uns gesprochen, hätten wir beispielsweise darauf hingewiesen, dass nur 50% aller Immobilienverkäufe in Berlin über Makler gehen, jeder zweite Erwerber durch eine Zwangssenkung der Maklergebühren also gar nicht entlastet wird, dass nur bei kleineren Immobilienkäufen die Provision von sechs Prozent entrichtet wird, sie bei höheren Kaufpreisen jedoch sinkt, dass durch die Pläne viele kleinere Maklerfirmen in ihrer Existenz bedroht sind und dass nach unserer Überzeug der Ankauf von Anteilen von Objektgesellschaften (ShareDeal), die nur gegründet wurden, um den Weiterverkauf einer Immobilie steuerlich zu optimieren, ebenfalls grunderwerbssteuerpflichtig sein muss. Frage: Sie haben bei Professor Bub ein Gutachten in Auftrag gegeben. Was bezwecken sie damit? Markus Gruhn: Nach unserer Ansicht ist die geplante Zwangssenkung der Gebühren rechtlich nicht umsetzbar. Sie verstößt gegen die Berufsfreiheit. Das wollen wir von einem renommierten Verfassungsrechtler feststellen lassen. Sollte der Senat seine Pläne trotzdem umsetzen, wovon wir ausgehen, werden wir die Gerichte anrufen und wenn notwendig bis zum Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe gehen. Den Politikern wird das wahrscheinlich egal sein, sie müssen die Kosten eines Streits ja auch nicht persönlich tragen, sondern die Steuerzahler. Frage: Der Weg nach Karlsruhe ist weit und dauert möglicherweise Jahre. Eine schnelle Lösung bekommen Sie also nicht. ►

Markus Gruhn: Nein, wahrscheinlich nicht. Wir befürchten vor allem, dass eine Zwangssenkung der Provisionen in Berlin bundesweit Nachahmer findet. Andere Bundesländer werden sich ermutigt fühlen, dem Beispiel ihrer Politiker-Kollegen aus der Hauptstadt zu folgen. Und es wird nur ein, zwei Jahre dauern, dann wird der erste Politiker eine erneute Erhöhung der Grunderwerbssteuer auf sieben Prozent und eine weitere Senkung der Maklerprovisionen vorschlagen. Frage: Was ist für Sie der Grund, warum die Politik an die Maklergebühren herangeht, an die Entgelte für beispielsweise Notare aber nicht? Markus Gruhn: Schauen Sie sich doch bitte an, wer in den Parlamenten sitzt: vorwiegend Rechtsanwälte. Und die arbeiten in meist großen Kanzleien, denen Notare angeschlossen sind. 

Neues Einkaufserleben in Frankfurt Der Frankfurter Einzelhandel bewertet die Zukunft für den Konsum offensichtlich positiv. Obwohl es in der Mainmetropole sehr viele Einkaufsmöglichkeiten gibt, entstehen weitere Einkaufszentren. Immerhin verfügt die Stadt mit der Zeil über eine der umsatzstärksten Einkaufsmeilen Deutschlands. Und dennoch: kürzlich eröffnete in der ehemaligen Diamantenbörse das Geschäftshaus Ma. Auf 370 qm befinden sich Geschäfte wie etwa das Kaufhaus Lieblings, das Möbelhaus Bo Concept und das Designhaus Stockholm. Am Goetheplatz entsteht Goethe Plaza. In dieser Häuserzeile werden künftig die Luxuswaren von Louis Vuitton, Escada und Omega feilgeboten. Bereits eröffnet wurde jetzt nach zweijähriger Bauzeit das Skyline Plaza mit 38.000 qm Verkaufsfläche im Europaviertel. Auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs können Kunden in 170 Läden und Restaurants einkaufen und speisen. Der Betreiber, die ECE aus Hamburg, wendet sich aber nicht nur an die Frankfurter, sondern setzt auch auf Käufer und Gäste aus der Region, auf Pendler und Büroangestellte sowie die Tagungsteilnehmer aus dem angeschlossenen Kongresszentrum, das im Mai eröffnet wird. Bereits vor 20 Jahren gab es Planungen für diesen Standort. Ursprünglich sollte unter dem Namen Urban Entertainment Center ein multifunktionales Gebäude mit Theater entstehen. Doch dafür fand sich kein Investor. ECE – sie betreut 189 Einkaufszentren in 17 Ländern - und CA Immobilien entwickelten das Projekt und investierten 360 Mio. Euro. Zu 80% gehört die Immobilie der Allianz. Je 10% halten die Bauherren. Die


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von farbigen Lamellen geprägte Fassade stammt vom Frankfurter Architekturbüro Jourdan & Müller. Sie verantworten auch den großen, begrünten Dachgarten mit Tischtennis, Yoga und Gastronomie, der auch nach Geschäftsschluss geöffnet ist. (CW) 

Parteipräferenzen erfassen. Die große Fallzahl der Stichprobe erlaubt eine Auswertung bis zum reichsten einen Prozent der Bevölkerung. Die längerfristige und tiefer gehende Parteineigung ist dabei nicht gleichzusetzen mit der sogenannten Sonntagsfrage, die die aktuelle politische Stimmungslage wiedergibt.

ABG plant 1.400 Sozialwohnungen

Zusammenhang zwischen Parteibindung und Vermögen noch stärker

Die ABG Frankfurt Holding (ABG)plant für 2013 etwa 600, für 2014 rund 800 Sozialwohnungen. Die ABG hat bereits 500 nicht öffentlich geförderte Wohnungen über das Frankfurter Programm des Belegungskaufs der sozialen Bindung unterstellt. Bei diesen Wohnungen hat die Stadt das Vergaberecht. Dadurch konnten 500 Wohnungen sozialverträglich vergeben werden.

Der Zusammenhang zwischen dem Einkommen und der Parteibindung ist besonders stark bei der FDP: So bekennen sich von den einkommensschwächsten 20% der Haushalte lediglich 3,4% zu den Liberalen, während es im oberen Zehntel der Einkommensverteilung 10,1% sind. Bei den Unionsparteien liegen die Werte bei 31,4 und 44,8%. Bei den oberen 10% fühlen sich gut 17% der Haushalte mit den Grünen verbunden. Das ist ein deutlich höherer Anteil an Anhängern als in den unteren und mittleren Einkommensgruppen (jeweils rund 12%) – der Anteil der Topverdiener unter den grünen Parteianhängern liegt damit auch deutlich über dem der FDP. Bei SPD und Linken fällt der Anteil der Parteianhänger von 33,7 beziehungsweise 12,9% bei den unteren 20% der Einkommensverteilung auf 23,4 beziehungsweise 2,9% bei den oberen 10% der Einkommensverteilung.

Dieses Programm wird jetzt fortgesetzt. Zum 31.Dezember 2013 läuft die Sozialbindung für 595 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 36.700 qm Wohnfläche aus. Hierfür bietet die ABG die Verlängerung der öffentlichen Bindung um zehn Jahre an. Gleiches gilt auch für die 785 Einheiten mit einer Wohnfläche von 50.000 qm, die Ende 2014 aus der Bindung fallen. Dadurch wird neben dem Neubau bezahlbarer Wohnraum für Geringverdiener langfristig gesichert. (CW) 

DIW Berlin zu den Wahlen 2013 Je höher das Einkommen, desto größer die Anhängerschaft von Union und FDP – Umgekehrtes Bild bei SPD und Linken – doch die Grünen Steuerpläne würden auch eigene Anhänger treffen – das ist kurz gefasst die Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seiner aktuellen Analyse. Die Anhängerschaft von CDU/CSU und FDP nimmt mit steigendem Einkommen zu: In der Gruppe der einkommensstärksten 10% haben die aktuellen Regierungsparteien mit 55% eine klare Mehrheit unter den Parteianhängern. Die Analyse DIW Berlin auf Basis von Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) zeigt zudem, dass Besserverdiener und Wohlhabende auch überdurchschnittlich stark den Grünen zuneigen. Für SPD und Linke ergibt sich hingegen ein umgekehrtes Bild: Je geringer die Einkommen und Vermögen ausfallen, desto ausgeprägter ist die Anhängerschaft für diese beiden Parteien. „Angesichts dieser Zusammenhänge überrascht es nicht, dass die bürgerlichen Parteien höhere Reichensteuern ablehnen, während die Parteien des eher linken politischen Spektrums sie fordern“, urteilen die DIWÖkonomen Stefan Bach und Markus Grabka. Für die Studie haben die beiden Wirtschaftsforscher SOEP-Datensätze ausgewertet, die sowohl die Haushaltsnettoeinkommen und Vermögen als auch die

Noch stärker als beim Einkommen ist der Zusammenhang zwischen der Parteibindung und dem Vermögen: Hier erreichen Union und FDP bei den reichsten zehn Prozent der Haushalte sogar eine Zustimmung von insgesamt rund 66%. Dies habe auch mit der Altersstruktur der Union-Anhänger zu tun, da mit steigendem Lebensalter gewöhnlich auch das Nettovermögen zunehme und gleichzeitig eher konservativ gewählt werde, erklärt das DIW. Steuerpläne der Parteien entsprechen ihrer Anhängerstruktur Die Ergebnisse sind auch vor dem Hintergrund der steuer- und finanzpolitischen Vorschläge der Parteien in den Bundestagswahlprogrammen interessant: Entsprechend ihrer vergleichsweise geringen Anhängerschaft unter Besserverdienern fordern SPD und Linke höhere Steuersätze im oberen Einkommensbereich, während CDU/ CSU und FDP mit ihrem relativ hohen Anteil an Topverdienern dies ablehnen. Die Grünen nehmen eine Sonderstellung ein, wie DIW-Steuerexperte Bach erklärt: „Deren Pläne würden auch einen Teil der eigenen Anhängerschaft treffen, obwohl insgesamt nur die einkommensstärksten fünf Prozent der Haushalte nennenswert belastet würden.“ Da die Grünen-Anhänger aber relativ häufig im öffentlichen Dienst oder staatsnahen Bereichen wie der Wissenschaft beschäftigt seien, könnten sie ein höheres Interesse an leistungsfähigen Staatsfinanzen haben und Mehrbelastungen eher akzeptieren. (KK) 


NR. 251 I 32. KW I 13.08.2011 I ISSN 1860-6369 I SEITE 1 NR. 304, 37. KW, 13.09.2013, Seite 31

Kurz berichtet

KölnTurm erhält Auszeichnung

LEED-Gold-

Der KölnTurm im Mediapark, höchstes Bürogebäude der Domstadt, hat als erstes Bestandsgebäude in ganz Nordrhein-Westfalen die LEED-Zertifizierung in Gold erhalten. Rund ein Jahr haben die KölnTurm-Manager der Art-Invest und die Projektleiter von Drees & Sommer, die den KölnTurm auf seinem Weg hin zum goldenen Nachhaltigkeitssiegel „Leadership in Energy and Environmental Design“ begleitet haben, an der Konzeption und Umsetzung des Zertifizierungsprozesses gearbeitet. Um den KölnTurm ökologisch und ökonomisch zu optimieren, wurden gebäudetechnische Eigenschaften verbessert und Prozesse so umgestellt und geändert, dass sie den strengen internationalen Nachhaltigkeitskriterien für einen umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Betrieb gerecht werden.

Gutshof Schierenhorst steht zum Verkauf In Petershagen, etwa 50 km westlich von Hannover steht das Gut Schierenhorst zum

Verkauf. Insgesamt verfügt das Anwesen über 10 ha Ackerland, ein MFH (550 qm) mit fünf WE, fünf Garagen und Nebengebäuden. Interessierte wenden sich bitte an: info@deckstein-Immobilien.de

CBRE: GUESS mit neuem Store auf der Kölner Schildergasse Die US-Lifestyle-Marke GUESS hat ca. 500 qm auf der Kölner Schildergasse 41-45 angemietet. Im neuen GUESS Store wird nach dem derzeitigen Umbau die aktuelle GUESS-Mode für Woman + Man nebst Accessoires angeboten. Die Eröffnung wird Ende August erfolgen.

Immobilienpreise in Köln steigen weiter Die Preise für Wohn- und Geschäftshäuser in Köln sind mit Ausnahme der einfachen Lagen weiter gestiegen. So erreichen sie in den sehr guten Lagen einen gewichteten Mittelwert von 2.700 Euro/qm und in einfachen Lagen einen Mittelwert von 895 Euro/ qm, heißt es in einer Studie von Engel & Völkers Commercial Köln. Aufgrund des geringen Angebots ging 2012 die Zahl der Transaktionen in Köln um 7% auf 697 zurück. Das Umsatzvolumen sei von 705 auf 700 Mio. Euro gesunken. Die Mieten liegen in den guten Lagen zwischen 8,60 und 11,70 Euro/qm und steigen in den sehr guten Lagen bis auf 14,00 Euro an. In den mittleren Lagen werden bis zu 9,30 Euro und in den einfachen Lagen bis zu 7,00 Euro/qm erzielt. Bei einem Bestand von knapp 540.000 Wohnungen sei die Leerstandsquote mit 2,5% gering und liege weit unter dem Bundesdurchschnitt von 4,2%. Als „Kreativquartier“ entwickelt sich der rechtsrheinische Stadtteil Mülheim weiterhin sehr positiv, sodass dieser bei Investoren aufgrund der dort zu erzielenden Mieten verstärkt in den Fokus rücke. Aufgewertet worden sei auch das Quartier Waidmarkt in der Altstadt-Süd. Positive Impulse seien auch durch geplante und entstehende Projekte wie die Bebauung auf dem Clouth-Areal in Nippes und durch das Quartier Reiterstaffel in Marienburg zu erwarten. Wie groß der Nachfrageüberhang beim Wohnraum ist, werde auch durch die Projektierung eines neuen Wohnquartiers auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Welle in Marienburg deutlich. Insbesondere bei Privatanlegern bleibe die Investition in Wohnimmobilien attraktiv. Als Verkäufer seien am Kölner Markt sowohl private als auch institutionelle Investoren aktiv, die nach längeren Haltefristen das derzeitige hohe Preisniveau nutzen wollen. Für das Gesamtjahr 2013 rechnen die Immobilienexperten mit einem leichten Anstieg der Zahl der verkauften Wohn- und Geschäftshäuser in Köln auf 700 bis 720. Wie aus dem Marktbericht hervorgeht, haben auch die Preise noch leichtes Steigerungspotenzial.


NR. 304 I 37. KW I 13.09.2013 I ISSN 1860-6369 I SEITE 32

Impressum Rheda-Wiedenbrück, T: 05242901250, F: 05242-901251 info@rohmert.de, www.rohmert-medien.de, Chefredaktion: André Eberhard (V.i.S.d.P.) Immobilienredaktion: Dr. Thomas Beyerle, Dr. Gudrun Escher, Marion Götza, Uli Richter, Werner Rohmert Immobilienaktien: Hans Christoph Ries Berlin: Karin Krentz Frankfurt: Christina Winckler München: Alexander Heintze/Thomas Döbel (u.v.a.) Einzelhandel: Dr. Ruth Vierbuchen Volkswirtschaft: Prof. Dr. Günter Vornholz Hrsg.: Werner Rohmert Recht / Anlegerschutzrecht: RA Klumpe, Schroeder & Partner, Köln; Dr. Philipp Härle - Tilp RA, Berlin; Redaktl. Beirat: Klaus Ansmann (Deutsche Post Immobilien), Dr. Kurt E. Becker (BSK), Bernhard Garbe (stilwerk/Garbe Logistic AG), Dr. Karl Hamberger (Ernst & Young), Klaus Hohmann, Prof. Dr. Jens Kleine, Frank Motte, Prof. Dr. Wolfgang Pelzl (Uni Leipzig), Fritz Salditt (Stb.), Andreas Schulten (Bulwien AG) Wissenschaftliche Partner: Prof. Dr. Hanspeter Gondring FRICS (Studiendekan, Duale Hochschule BadenWürttemberg Stuttgart) Prof. Dr. Robert Göötz (Studiendekan/FRICS; Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen Geislingen) Verlag: Research Medien AG, Rietberger Str. 18, 33378 Rheda-Wiedenbrück, T.: 05242 901-250, F.: 05242 - 901-251 Vorstand: Werner Rohmert Aufsichtsrat: Senator E.h. Volker Hardegen (Vorsitz), Unsere Bankverbindung erhalten Sie auf Anfrage. Bildquellen: fotolia.com Namens-Beiträge geben die Meinung des Autors und nicht unbedingt der Redaktion wieder. stellv.: Dr. Karina Krüger-Junghanns

Unternehmen, die in "Der Immobilienbrief" erwähnt werden: Aberdeen Asset Management (19,23), ABG Frankfurt Holding (15,30), Ackon (16), Aengevelt (17), Albert Schweitzer Stiftung (19), Allianz Real Estate (10,21,29), ALPS Electric Europe (21), AON Holding Deutschland (19), ASK (16), Aurelis Real Estate (5,6,19), BFW (25), Bouwfonds (4,5,17), CA Immo (29), Catella Property (15,19), Catella Real Estate (3), CBRE (14,15,16,19), cds Wohnbau Hamburg (23), Centrum Gruppe (26), CHG Meridian (21), Colliers International (22), Comfort (24), Commerzbank (21), Corpus Sireo (22), CRES (25), Cushman & Wakefield (22), Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (29), Daimler (12), Das Depot (16), Deka (14,18,20,21), Deutsche Bank AG (2), Deutsche Immobilien AG (23), DIC Asset AG (2,5,15), DIC Onsite (2), DIW Berlin (30), DIWG/STIWA (2,4), dm (16), DVI Deutsche Verwaltungsgesellschaft für Immobilien mbh (16), Ebertz & Partner (7), EBZ (13), ECE (29), Engel & Völkers (22,23), F+B (21,22,25), Fairvesta (10), First Kröpcke GmbH (26), Garbe Logistic (17), Goodman (12), Groß & Partner (15), Grundeigentümerverband (25), Hamburger Mieterverein (25), Helaba (6), Hewlett Packard (16), HIH (15,26), HSH Nordbank (25), Hugendubel (22), HypoVereinsbank (25), IAV (16), ICG (5), Immobilienmanager (18,23), IVG (22), IVD Nord (25), IW Köln (26), Jones Lang LaSalle (2,11,12,14), Kanzlei Bub, Gauweiler & Partner (28), Knight Frank (8), LBB (16), P&C (26), Plaza Global Real Estate Partners (26), Polis Immobilien aG (5), Portigon AG (21), PPF Real Estate Holding (19), Project Gruppe (6,9), Provinzial Nord-West (17), Provinzial Rheinland (17), PWC (16), Q-Park (17), Quantum Global Real Estate (26), RaiffeisenImmobilien-Kapitalanlagegesellschaft (22), RDM (28), Real I.S. (11,21), RICS (5,19), RREEF Management (5,21), RWE (12,19), Scottish Widows Investment Partnership (22), sontowski & partner (20), UBS Real Estate (10)Union Investment (26), VNW (25), WarburgHenderson (15), WISAG (16), ZIA (25).

Personen, die in "Der Immobilienbrief" erwähnt werden: Bach, Stefan (30); Bernhofer Dr., Christine (10); Blankau, Jutta (25), Bub Prof. Dr., WolfRüdiger (28); Eberhardt, Martin (5); Grabka, Markus (30); Gruhn, Markus (29); Heilmann, Thomas (28); Hofmann, Matthias (6); Ibel, Andreas (25); Jagdfeld, Helmut (16); Kaminski, Thomas (19); Kloth, Axel (25), Koch, Markus (5); Leutner, Bernd (22); Lister Prof., Michael (25), Machnig, Matthias (19); Merz, Gabriele (10); Nussbaum, Ulrich (28); Pahlke, Eckard (25), Stobbe, Jörn (5); Stüven, Heinrich (25), Vespermann, Axel (10); Voigtländer, Michael (26); Wege, Joachim (25), Weller Dr., Ralf (6); Wowereit, Klaus (28).


Nr. 54, 37. KW, 13.09.2013

Nr.: 54

Sehr geehrte Damen und Herren!

37. KW/13.09 2013 Kostenlos per E-Mail

Wir hier in Deutschland haben das einzigartige Privileg, in Frieden alt werden zu dürfen, darauf wies Hartmut Miksch, Präsident der Architektenkammer NW, hin anlässlich des ersten Wohnungsbautages NRW. Blickt man dieser Tage nach Syrien oder, der professionellen Immobilienwirtschaft näher gelegen, nur nach Istanbul, wo zunehmend gewaltsam das Demonstrations- und Versammlungsrecht Inhaltsverzeichnis verweigert wird, könnte das nachdenklich und vielleicht sogar bescheiden machen: Worüber regen wir hier uns eigentlich auf. Dass es durchaus, wenn auch in anderer Hinsicht, Grund gibt sich aufzuEditorial 1 regen, war der Anlass für den Wohnungsbautag und war schon vor Jahresfrist Anlass für das breite Aktionsbündnis „Impulse für den Wohnungsbau“ in NRW, das diesen Kongresstag (mit großer Wohnen in NRW überall 2 Beteiligung der Politik so kurz von der Bundestagswahl) initiierte. Das Bündnis, das Bauwirtschaft teurer geworden und Wohnungswirtschaft, Mieterverbände und Hauseigentümer, Architekten und Ingenieure umfasst, LEG Wohnungsmarkt4 sieht in dem Mangel an bezahlbarem und „demografiefestem“ Wohnungsangebot ein rasant wachreport 2013 sendes Problem. Weil wir in Frieden alt werden dürfen, aber möglichst lange selbstbestimmt leben Sanierungsmanagement 6 möchten und die Renten schrumpfen, brauchen wir auch immer mehr barrierearme und für kleine Geldbeutel finanzierbare Wohnungen. Worum es dem Bündnis geht, sind dauerhaft verlässliche Rahfür das Berufskolleg Castrop-Rauxel menbedingungen für den Wohnungsneu- und Umbau, keine Kostensteigerungen durch immer schärDas neue Hans-Sachs8 fere gesetzliche Vorgaben zur Energieeinsparung und keine ständig wechselnden Kriterien für Fördergelder. Vielleicht die wichtigsten Signale an die Landes- und Bundespolitik: 1) das einstimmige Ja Haus in Gelsenkirchen zur Wiederbelebung des Sozialen Wohnungsbaus, d.h. einen Ausgleich zwischen der Förderung der 9 Alternative: Personen über Transferleistungen und der Förderung von Sachen i.e. Wohnraum zu erreichen, und Boardinghaus 2) das Ja zur steuerlichen Abschreibung von Investitionen in den Wohnungsbau und zwar auf dem Verkauft sich das 10 Niveau früherer Jahre. Nur noch 2% lineare Abschreibung seien kein Investitionsanreiz. Da habe, so Ruhrgebiet unter Wert? Lutz Pollmann, Vertreter der Baugewerblichen Verbände in NRW, der Bund Haushaltssanierung Impressum 12 auf Kosten des Wohnungsbaus betrieben. Wenn durchschnittlich 50% der Einwohner in egal welcher Stadt theoretisch Wohnberechtigungsscheine bekommen könnten, aber nur noch 20% der Wohnungsbestände dafür in Frage kommen, weil die Sozialbindungen auslaufen und zu wenig neu hinzu kommt, lässt das die Dimensionen erahnen. Kein Wunder, dass die Jahresprognose der deutschen Bauwirtschaft negativ ausfällt. Weiteres zum Wohnen im Lande lesen Sie in dieser Ausgabe. Nur dieses noch: Die europaweite Studie des RICS „The Housing Sector in Europe – Household Consumption long-term and during the crisis“ ergab, dass nur die wohnungsbezogenen Ausgaben im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise im Gegensatz zu anderen Konsumkomponenten und BIPTrends gestiegen sind von 20,3% im Jahr 2000 und 22,5% in 2008 auf jetzt 23,6%. Und sie werden weiter steigen, dafür sorgen schon die Energiekosten. Darüber, wie sich die Energiewende auf die Wohnungspreise auswirkt, wird mal wieder heftig gestritten. Die Erfahrung der Wohnungswirtschaft in NRW und im Ruhrgebiet im Besonderen bestätigt jedoch den Ansatz der TU Darmstadt, wonach Investitionen in energetische Gebäudesanierung unterdurchschnittliche Eigenkapitalrenditen erbrächten. Die regierungsnahe dena ist da natürlich anderer Meinung. ISSN 1860-6369

Ihr direkter Weg zu uns!

Lebensqualität steht auch am Stand der Metropole Ruhr auf der diesjährigen Expo Real in München vom 07.-09.Oktober im Mittelpunkt. Wie gewohnt auf der gemeinsamen Standfläche 330 in Halle B1 kündigt die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr wmr neue urbane Konzepte an, „die gleichzeitig positive ökonomische Impulse setzen. Sie treiben energieeffiziente Quartiersentwicklungen voran, werden mit alternativen Mobilitätskonzepten kombiniert und ermöglichen somit ein Nebeneinander von Arbeiten, Wohnen und Freizeit. Dieses Mehr an Lebensqualität ist ein wichtiger Standortfaktor für die Metropole Ruhr. Lebenswerte Städte zeichnen sich durch die Balance zwischen Wirtschaft und Lebensgüte aus, denn der Rohstoff für die Arbeitswelt der Zukunft ist der motivierte Mensch.“ Die Claudius-Höfe in Bochum oder der Paulusanger in Recklinghausen, der Lippe-Park in Hamm oder die Soziale Innenstadt in Oberhausen wollen die Aufmerksamkeit auf – noch – verborgene Qualitäten lenken.

Dr. Gudrun Escher, Chefredakteurin


Nr. 54, 37. KW, 13.09.2013

Wohnen in NRW ist überall teurer geworden Der LEG Wohnungsmarktreport 2013 zeigt in allen Segmenten fast nur eine Richtung: nach oben. Auch bei den Wohnkosten, die sich aus Kaltmieten und pauschalierten Nebenkosten im Verhältnis zur Kaufkraft am Ort zusammensetzen.

Personalien Die MEC Metro-ECE Centermanagement hat zum 1. August zwei Führungspositionen aus den eigenen Reihen neu besetzt. Zum einen übernimmt Falk Deckstein die Leitung der Vermietungsabteilung. Darüber hinaus wird Peter Otting neuer Centermanager für das "Indupark Center Dortmund", das "Mercator Center" in Duisburg sowie das im Herbst eröffnende "Kronenberg Center" in Essen. Der 51-Jährige war zuletzt Centermanager im "Stern Center" Sindelfingen und dem "Suma Center" in München.

Der GdW hat die besten Immobilienökonomen des Jahres 2012 ausgezeichnet, darunter Pascal Schoppol und Jill Lanfermann, von der EBZ Business School – University of Applied Sciences in Bochum und beschäftigt bei Vivawest Wohnen GmbH in Gelsenkirchen. Thema der Arbeit: „Neue Medien und erweiterte Kundenan-forderungen – Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft“.

Der vierte Wohnungsmarktreport 2013 der LEG NRW basiert wie bisher auf Marktdaten, die die Immobilienberater von CBRE ermittelten. Auch die Angaben über Leerstände entstammen dem CBRE-empirica-Leerstandsindex. Ausgewertet wurden knapp 360.000 Mietangebote, 116.000 Kaufangebote für Eigentumswohnungen und 15.000 Kaufangebote für Mehrfamilienhäuser aus allen 864 Postleitzahlgebieten in NRW. Nur in 43 Postleitzahlgebieten gab es zu wenige Angebote für eine statistisch valide Auswertung der Wohnkosten. In dieser Breite und mit wissenschaftlichem Anspruch sei dieser Report, so Thomas Hegel, CEO der LEG, in Deutschland einzigartig. Und COO Holger Hentschel ergänzt: Durch die Reports, die bis nach New York und Singapur auf Interesse stießen, habe NRW international ein differenzierteres Gesicht erhalten. Die gesamte Studie kann zum Preis von 595 Euro in Deutsch oder Englisch erworben werden. Die einzelnen Portraits der Städte und Kreise stehen auf www.legnrw.de als pdf-Dateien bereit. Nachdem es im vergangenen Jahr so aussah, als ob die Preisrallye zumindest für luxuriöse Wohnungen ihrem Ende entgegen ginge, zogen jetzt Mieten für Wohnraum auf ganzer Front überall in NRW an – überall? nein, nicht in Bottrop und nicht im Kreis Höxter. Da wurde es minimal billiger. Wohnungen einfacher Lage und Ausstattung wurden in Bottrop mit durchschnittlich 4,44 Euro/qm um 0,3% günstiger als im Vorjahr angeboten, ebenso in guten Lagen mit 7,53 Euro/qm gegenüber 7,55 im Vorjahr. Diese Mittelwerte ergeben sich aus 1.429 Mietangeboten (2012 1.635). Zum Vergleich: Die mittlere Angebotsmiete in NordrheinWestfalen liegt bei 6,05 Euro, Wohnungen im unteren Preissegment kosten 4,25 Euro, und Hochwertiges liegt bei 11,41 Euro pro Quadratmeter und Monat. Andererseits stieg in Bottrop die Größe der angebotenen Wohnungen seit 2009 pro Jahr um 2 qm auf heute durchschnittlich 74 qm. D.h.: Die Bottroper bekommen für mehr Geld auch mehr Wohnfläche. Damit stiegen auch die Wohnkosten, d.h. der Anteil für Kaltmiete und Nebenkosten (angenommener Wert 3,07 Euro/qm im Landesdurchschnitt nach Angaben der Mietervereine) am Haushaltseinkommen. Die Zunahme der Kaufkraft der Bottroper Mieterhaushalte reiche nicht aus, so heißt es im Report, um die steigenden Wohnkosten komplett aufzufangen. Mit 20,2% falle das Verhältnis zwischen Wohnkosten und Kaufkraft am ungünstigsten in der Bottroper Altstadt (PLZ 46236, Altstadt, Nord-Ost, Süd-West) aus. Die Höchstmieten bis 6,18 Euro/qm wurden im angrenzenden Südwesten der Innenstadt aufgerufen. Waren in den Vorjahren (vgl. Bericht DIB Ruhr Nr. 44) die Mieten erstaunlicherweise noch spürbar gestiegen bei Leerständen um 2% weit unter dem Landesdurchschnitt von 3,04%, so scheint sich die Nachfrage inzwischen abgeschwächt zu haben. Laut Bevölkerungsprognose (Quelle: BBSR) werden 5% der 116.300 Einwohner und 2,7% der 56.600 Haushalte künftig wegfallen. Bottrop schrumpft, InnovationCity hin oder her. Wohnungsüberhänge, die sich in Leerständen manifestieren, würden an vielen Standorten abgebaut, so heißt es. Zu wenig allerdings in den Landkreisen mit den geringsten Miethöhen im Sauerland und in Westfalen. Den höchsten Leerstand verzeichnet der Hochsauerlandkreis mit 11,5%, aber auch Krefeld habe 6,3% der verfügbaren Wohnfläche im Angebot, mehr noch als Duisburg mit 5,6% und Gelsenkirchen mit lt. Report 5,0%. Wie bei Büromarktberichten so erweist sich auch hier die Unschärfe von Leerstandsquoten. Nach Definition des CBRE-empirica-Leerstandsindex und damit auch im Report würden nur „marktaktive“ Geschosswohnungen berücksichtigt und solche, die mittelfristig aktivierbar seien. Die Stadt Gelsenkirchen selbst errechnete aber 11% Leerstand insgesamt (vgl. Bericht DIB Ruhr Nr. 51) und nur diese Gesamtzahl kann Direktive für kommunales Handeln sein. Was der Report dagegen leistet und bieten will, sind Orientierungsdaten für den Wohnimmobilienmarkt mit Blick auf private Käufer und institutionelle Investoren. Noch nicht einmal für Mietpreisvergleiche ist er gut


Nr. 54, 37. KW, 13.09.2013

geeignet, denn er bezieht sich in der Regel auf Mediane, d.h. die Mittelwerte einer hinreichend großen Zahl von Daten.

Personalien Knapp einen Monat nach dem Tod von Berthold Beitz ist die Rektorin der TU Dortmund und Professorin für mathematische Statistik Ursula Gather in seiner Nachfolge zur Vorsitzenden des Kuratoriums der KruppStiftung berufen worden. Das Kuratorium gilt als einflussreiches Gremium quasi in der Funktion eines Aufsichtsrats. Die Stiftung hält eine Sperrminorität von 25,3%

Nicht zuletzt nutzt die LEG den Report, der jetzt nach vier Jahren auch Trendaussagen ermögliche, im Eigeninteresse für ihre Ankaufs- und Investitionsstrategie. Diese differenziere stark nach Lage und mikroökonomischem Umfeld. Als ein Beispiel wird ausgerechnet Gelsenkirchen benannt mit den bekannt hohen Arbeitslosenzahlen, der niedrigen Kaufkraftkennziffer von nur 84,9 (Essen 99,7) und einer engen Mietpreisspanne zwischen 4,64 als niedrigster und 5,56 als höchster Quadratmeterpreis aus 7.454 Angeboten. Hier investiert die LEG seit Frühjahr 2012 rund 5,2 Mio. Euro in ihren Bestand Eichkampsiedlung in der Resser Mark am nordöstlichen Stadtrand. Die einfachen Satteldachhäuser im Standard von 1957 in einer ziemlich isolierten Siedlung der früheren Zeche Ewald (heute Zukunftsstandort Ewald auf Hertener Gebiet mit dem W a s s e r s t o f f - A n we n d e r z e n t r u m h2herten) liegen ruhig in den WälEichkampsiedlung Gelsenkirchen saniert. Foto: LEG dern des Emscherbruch und trotzdem dicht an der Auffahrt zur A2. Jetzt bekommen sie nach individuellem Bedarf Balkons oder neue Bäder, werden mit neuen Grundrissen vergrößert oder verkleinert, gedämmt und farbig gestrichen. Und weil die Grundstücke groß genug sind, ergänzen Mietergärten das neue Angebot sowie Dienstleistungen für ältere Menschen, denn viele wohnen hier schon über dreißig Jahre. Aktuell werden dort Wohnungen zu 4,34 oder 4,88 Euro/qm angeboten.

an ThyssenKrupp. Folge der Unternehmensstrategie sind nach dem erfolgreichen Börsengang die im Halbjahresbericht bestätigten Ergebniszahlen. Demnach stieg das bereinigte Ebitda der LEG Immobilien um 4,9% auf 113,4 Mio. Euro und der FFO I (ohne Verkäufe) legte um 10,9% auf 68,4 Mio. Euro zu. Dabei hätten sich vor allem gestiegene Mieteinnahmen und niedrigere Zins-

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Nr. 54, 37. KW, 13.09.2013

Bochum Die IMS group Holding Deutschland GmbH, ein Unternehmen der französischen Jacquet-Gruppe, hat 95% der Anteile an der Finkenholl Stahl-Service-Center GmbH von der Eigentümerfamilie

aufwendungen günstig ausgewirkt, denn es gelang, die Nettokaltmieten um 4% auf 178,1 Mio. Euro zu steigern. Parallel sank die Leerstandsquote von 3,9% im Vorjahr auf 3,0%. Zum 30.06.2013 betrug der Net Asset Value (NAV) 2.446,4 Mio. Euro (46,19 Euro pro Aktie), was einen Anstieg von 3,3% zum Vergleichswert am Bilanzstichtag darstellt (31.12.2012: 2.368,3 Mio. Euro/ 44,72 Euro pro Aktie). Im 1. Halbjahr wurden rd. 3.500 Wohnungen hinzugekauft, weitere Portfoliokäufe seien in Vorbereitung. Für das Gesamtjahr erwartet die LEG weiterhin einen FFO von 138,5 bis 141,5 Mio. Euro. Im Wohn-Index der Hamburger F+B Forschung und Beratung für Wohnen Immobilien und Umwelt rangieren unter den 50 Städten mit den höchsten Neuvertragsmieten im 2. Quartal 2013 Düsseldorf an 25. (Q1 Platz 23) Köln an 26. Stelle (Q1 Platz 22), und Münster an

50. Stelle (Q1 Platz 47). Unter den 50 preiswertesten bundesweit finden sich dann Warstein, Brilon und Meschede im Sauerland. Der Ländervergleich hinsichtlich der Veränderung von Bestandsmieten und Neuvertragsmieten ergibt für NRW insgesamt mit eine der geringsten Koch erworben. Außerdem Steigerung und zudem keinen Unterschied zwischen Bestands- und Neuverträgen. Vor diesem erwarb ein Unternehmen der Hintergrund sind die differenzierenden Daten des LEG Reports umso wichtiger. Was der F+B Jacquet-Gruppe das 42.000 Index jedoch auch belegt: Bestandsmieten haben sich in ganz Deutschland und erst recht in qm große Betriebsgelände der NRW kaum verändert mit Steigerungsraten weit unter der Inflationsrate. Finkenholl Stahl-ServiceGmbH von einer Immobiliengesellschaft der DeutschenAnlagen-Leasing GmbH, Mainz. CMS Hasche Sigle war beratend tätig.

Nach der Refinanzierung des 2,3 Mrd. Euro schweren Grand-Darlehens stieg der FFO der Deutschen Annington im 1. Halbjahr (ohne Verkäufe) um 35,3% auf 103,4 Mio. Euro. Die Mieteinnahmen blieben trotz Verkäufen dank einer auf 3,9% gesenkten Leerstandsquote mit 364,0 Mio. Euro fast konstant (H1 2012: 365,4 Mio. Euro). Die Ist-Mieten stiegen um 2,1% auf 5,35 Euro/qm.

Der Studentenworkshop 2013 des Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) widmete sich dem von Überformung und Leerstand bedrohte Quartier Alter Bahnhof in Langendreer. Er wurde

Wo neu gebaut wird LEG Wohnungsmarktreport 2013 mit neuen Zahlen

Der Wohnungsmarktreport 2013 von LEG NRW und CBRE verzichtet entgegen der bisher geübten Praxis auf ein Ranking der 54 Wohnungsmarktgebiete in NRW auf einer Attraktivitätsskala, weil sich die Rahmenbedingungen doch nur sehr langsam veränderten. Das nächste Scoring wird deshalb erst für 2015 angekündigt. Wegen des großen Interesses wurde dagegen fachlich betreut von der FH erneut recherchiert, wo in welchem Umfang und für welches Preissegment Wohnanlagen neu Dortmund. Die Ergebnisse gebaut werden. Dabei blieben Einfamilienhäuser unberücksichtigt, es sei denn sie stehen in werden am 14. September einem Quartierskontext mit anderen Wohnformen. Ebenfalls nicht enthalten sind bereits be2013, 10 Uhr, in der ev. Lutherkirche, Alte Bahnhofstraße zugsfertige Projekte sowie Sanierungen. 168 präsentiert.


Nr. 54, 37. KW, 13.09.2013

Datteln Das Land NRW hat nach Jahren des Zögerns eine Bürgschaft über 17,5 Mio. Euro für die newPark GmbH abgelehnt. Diese wäre nötig gewesen, um das 290 ha große Areal in den Rieselfeldern zwischen Datteln und Waltrop von RWE erwerben zu können. Das bedeutet das Aus für ein einzigartiges Kooperationsprojekt, an dem 23 Kommunen und zwei Kreise beteiligt sind. Mit newPark wäre eines der größten Flächenangebote für industrielle Großansiedlungen im Ruhrgebiet entstanden.

Dinslaken Die Neutor Galerie auf dem Areal des ehemaligen HertieKaufhauses, ein Projekt der Hellmich Unternehmensgruppe und Multi Development, ist zu 60% vermietet. Ankermieter sind Kaisers Tengelmann, Hennes & Mauritz und Expert. Der Foodcourt im Obergeschoss ist zu 90% vermietet. Das Einkaufszentrum mit 22.000 qm Mietfläche soll im Herbst 2014 eröffnen.

Insgesamt stieg die Anzahl der Neubauprojekte von 138 im Vorjahr auf 208. Auch die Zahl der genehmigten Wohnbaueinheiten stieg gegenüber 2011 von 38.822 auf 39.989 im Jahr 2012. Und es konnten wieder mehr Wohnungen fertig gestellt werden, jedoch reichen selbst in den zwölf größten Städten die Zahlen nicht an das Niveau früherer Jahre heran. Die meisten Projekte entstehen in den Großstädten der Rheinschiene und den Universitäts-Hochburgen Münster und Aachen. Die Hälfte der Neubauprojekte landesweit betraf demnach weniger als 20 Wohneinheiten und nur 20 Großprojekte mit über 100 Einheiten konnten ermittelt werden. Darunter haben Mietwohnungen Seltenheitswert und Wohnungen mit Sozialbindung erst recht. Beides hänge damit zusammen, dass die für Neubauten geforderten Standards einschließlich Energiesparmaßnahmen nur selten in den erzielbaren Miethöhen realisierbar seien. Dennoch könne der Neubau selbst im hochpreisigen Segment der gefragten Eigentumswohnungen für Entspannung auf den Wohnungsmärkten sorgen denn in der Regel würden im Gegenzug Bestandswohnungen frei. Kappungsgrenzen, wie sie politisch diskutiert würden, führten nur zu Verunsicherung des Marktes mit der Gefahr von Substanzverlusten. Wirksamer für das untere Preissegment wäre es, den Anstieg der Nebenkosten, für den in nicht geringem Umfang politische Entscheidungen verantwortlich seien, zu begrenzen, meint Thomas Hegel, CEO der LEG NRW. Dem Ungleichgewicht der Regionen und dem Mangel an gefördertem Wohnungsbau will die Landesregierung mit angepassten Förderhöhen begegnen, allerdings bezweifelt der Verband der Wohnungsunternehmen VdW die Wirksamkeit der vorgesehenen Anreize etwa im Ruhrgebiet und für die strukturschwachen Regionen im Sauerland, für die es noch keine Konzepte gebe. Aber auch hier sei Neubau energieeffizient und altengerecht nötig. In einer Auflistung der 50 größten Neubauprojekte in NRW nach Anzahl der Wohneinheiten rangieren im Report Projekte in Köln ganz oben. Etwas wie das Waldbadviertel, wo bis 2017 in sechs Bauabschnitten 720 Wohneinheiten entstehen sollen, gab es seit langem nicht mehr. Die 14 größeren Projekte in Düsseldorf summieren sich auf rund 1.500 Einheiten, vom Grafenthal-Projekt der israelischen Investoren Brack Capital Properties als größtes mit 191 Einheiten bis „it’s urban – Parklane“ mit 43 Einheiten. Essen ist sechs Mal vertreten mit 626 Einheiten. Dabei dominieren das Projektgebiet „grüne mitte Essen“ sowie Kupferdreh – Kettwig – Baldeneysee. Diese traditionell ohnehin hochpreisigen Lagen entlang der Ruhr profitieren zusätzlich von der Nähe zu Düsseldorf. Am „Kettwiger Ruhrbogen“ ist die ten Brinke Gruppe aktiv, Kondor Wessels ebenfalls in Kettwig auf dem Gelände der ehemaligen Scheidt’schen Hallen (kein ganz neues Projekt), sowie die Essener Nesseler Hopf IEG am Seebogen in Kupferdreh. Diese 81 Eigentumswohnungen plante das Aachener Architekturbüro pbs, das auch die 100 Wohneinheiten entwarf, die das Versorgungswerk der Architektenkammer in der „grünen mitte“ baut, die Grundsteinlegung ist erfolgt. Weitere 65 Eigentumswohnungen entwickelt hier die Arsatec GmbH. Die Preise bewegen sich zwischen 2.500 und 5.000 Euro/qm je nach Lage. Hochpreisig auch die Entwicklung von Kölbl Kruse in Rüttenscheid „Bel Etage II“ für 4.740 Euro/qm. Von dem kleinen Boom in Kupferdreh möchte auch Vivawest profitieren, die unweit der Dierdorfer Höhe mit dem Bau von drei Einfamiliendoppelhäusern zur Miete begonnen haben, ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Projekt, auf das wir zurück kommen werden. Aus dem Rahmen fällt hinsichtlich der Lage die Entwicklung der Wohnungsgesellschaft allbau, die im Freisenbruch östlich von Steele 63 Mieteinheiten in sechs Mehrfamilienhäusern errichtet. In Dortmund liegt die gefragte Lage am neuen Phoenix-See, wo wiederum auch Vivawest 50 neue Mietwohnungen baut. Für ein breit aufgestelltes Wohnungsunternehmen wie Vivawest lohne es sich, im hochpreisigen Segment Mietwohnungen anzubieten bei entsprechender architektonischer Qualität, wie die Erfahrungen mit der von Norman Foster entworfenen Wohnzeile am Duisburger Innenhafen beweise. Daneben haben in Dortmund private Initiativen bestimmte Mikrolagen in der Innenstadt für Wohnprojekte entdeckt. So im Kreuzviertel, wo 70 Einheiten in den „Four Windows“ entstehen, ein Privatinvestment der Gruppe „green!“


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Dortmund Die erste Akquisition des Spezialfonds Cordea Savills Invest GmbH, der über 65 Mio. Euro Eigenkapital verfügt, ist das Projekt "Dortmunder U - Das Viertel", das zum Großteil für 25 Jahre an die Stadt Dortmund für zwei Berufskollegs vermietet ist. Verkäufer ist eine Projektgesellschaft aus Hochtief PPP Solutions, Hochtief Projektentwicklung und Kölbl Kruse, die Bauarbeiten für 52.000 qm Gesamtfläche haben begonnen. Cordea Savills wurde von CMS Hasche Sigle beraten.

aus Düsseldorf oder die „Südtribüne“ für bis zu 20 Loftwohnungen auf einem ehemaligen Tiefbunker, eine Initiative um den Dortmunder Architekten Norbert Post. Ein generelles Fazit des Wohnungsmarktberichtes ist die Beobachtung, dass, bei Projekt Südtribüne, Dortmund. Norbert Post allen sektoralen Unterschieden, die Gewinner die Hochschulstandorte seien und die Verlierer die Industriestandorte. Aber das kann nicht wirklich ausschlaggebend sein: Das Ruhrgebiet bietet die dichteste Hochschul- und Forschungslandschaft in Deutschland, vielleicht sogar in Europa mit Universitäten in Duisburg, Essen, Bochum (Ruhruni 38.675 Studierende, Münster ca. 48.000) und Dortmund, Hochschulen in Mülheim, Gelsenkirchen, Recklinghausen, dazu die stetig wachsenden Fraunhofer und Max-Planck-Institute. Warum profitiert der Wohnungsmarkt davon nicht?

Sanierungsmanagement für das Berufskolleg Castrop-Rauxel Das Budget unterschritten und im Zeitplan geblieben: Bei richtigem Management von Anfang an kann Innovation greifen und können auch größere Projekte gelingen. Öffentliches Bauen zumal dann, wenn Altbestand involviert ist, scheint auf Skandale

Die MEC Metro-ECE Centermanagement hat nach zweijähriger Umbauzeit und einer Investition von 32 Mio. Euro das Indupark Center in Dortmund-Oespel wieder eröffnet. Die insgesamt 31.000 qm große Handelsimmobilie Baujahr 1976 wurde von METRO PROPERTIES im laufenden Betrieb revitalisiert und erweitert. 19.000 qm reine Verkaufsfläche sind durch die Veränderung des Grundrisses entstanden, dazu Shopzonen, Ruheflächen und Aktionsflächen auf weiteren 5.000 qm.

abonniert. Aber es geht auch anders, wie der Kreis Recklinghausen vormacht. Dafür waren keine innovativen Finanzmanöver notwendig und auch keine Hexerei, sondern nur von Anfang an der Wille zur Transparenz. Das Vorhaben im Volumen von 13 Mio. Euro, davon ca. 9 Mio. Euro reine Baukosten, war keine Kleinigkeit angesichts der Haushaltslage. Umso mehr musste daran gelegen sein, sich gleich zu Beginn Klarheit über die Ziele der Aufgabe, den Umfang und die Risiken zu verschaffen. Ausgangspunkt war die Notwendigkeit, in dem Großkomplex des Berufskollegs in Castrop-Rauxel, an dem 2650 Schülerinnen und Schüler von etwa 170 Lehrenden in den Bereichen Gesundheit, Sozialpädagogik und Wirtschaft, teils berufsbegleitend teils bis zur Hochschulreife, unterrichtet werden, das zentrale Gebäude 6 von 1979 grundlegend zu sanieren. Das bot die Chance, hier als erste große Schule in NRW ein offenes Raumkonzept für selbstorganisiertes Lernen einzurichten, so der Beschluss des Kollegiums. Für ein solches Konzept gibt es bisher deutschlandweit nur wenige Beispiele, eines davon im hessischen Westerburg. Die Frage stellte sich nun, ob überhaupt und wie das in dem Bestandsbau umgesetzt werden könne mit seinen ganz anderen Anforderungen an Akustik, Raumluft und technische Ausstattung. Der erste Schritt war die Ausschreibung einer Machbarkeitsstudie, für die sich Drees & Sommer qualifizieren konnte. In der Folge erhielt dann auch die Niederlassung Düsseldorf den Auftrag für die Projektsteuerung. So können beide Verfahrensschritte, Vorstudie und Steuerung in der Realisierung bis hin zum Management der Inbetriebnahme ineinandergreifen, damit die Schule Ostern 2014 planmäßig übergeben werden kann. Mit der Machbarkeitsstudie sollte geklärt werden, was günstiger wäre, eine Sanierung oder der Abriss des Gebäudes - dessen Fassaden unter dem Sturm Kyrill erheblich gelitten hatten - und ein maßgeschneiderter Neubau. Olaf Kirschner, Geschäftsführer von Drees & Sommer in Düsseldorf, nennt das den „Fluch der ersten Zahl“. An der zuerst genannten Größenordnung werde man immer gemessen werden, unabhängig davon welche Faktoren später noch wirksam würden. Deshalb sei es so wichtig, von Anfang an Klarheit zu schaffen, auch um spätere Änderungswünsche auszuschließen. In Castrop-Rauxel stellte sich zudem die besondere Aufgabe, eine Schule mit einem offenen Raumkonzept zu realisieren, das die Schulbau-


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Düsseldorf Die in Gründung befindliche Portigon Financial Services (PFS), Tochtergesellschaft des WestLB-Nachfolgers Portigon AG, mietet ab 1. November rd. 6.700 qm im Bürogebäude "K-LAN", Schiessstraße 43 in Heerdt. Das Fondsobjekt der Real I.S. AG mit rd. 16.000 qm Gesamtfläche hat ein Nach-Zertifikat der DGNB in Bronze erhalten.

Cura Versicherungsvermittlung GmbH und der amerikanischer Werkzeug-/ Maschinenbaukonzern ITW LLC & Co. KG mieteten in dem Objekt Fritz-Vomfelde-Straße 1420 am Seestern ca. 2.100 qm Bürofläche über BNPPRE. Eigentümerin ist die Deka Immobilien Investment GmbH. Die Umzüge sind im Frühjahr 2014 geplant.

Die Immobiliengruppe Ferox erhielt die Baugenehmigungen für die Revitalisierung des "Seestern Bürocenters“. Das Hochhaus soll nun komplett für 305 Ein- und Zwei-ZimmerWohneinheiten auf rd. 18.200 qm Mietfläche umgebaut werden, durchschnittlicher Mietpreis ca. 11,20 Euro/qm. Im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss werden eine Kindertagesstätte und ein Fitnessstudio der Kette FitX eingerichtet.

ordnung so nicht vorsieht. Seitens Drees & Sommer konnten hier aber Erfahrungen aus der Büroorganisation mit offenen, nonterritorialen Konzepten einfließen, wie sie das Unternehmen z.B. in der eigenen Zentrale in Stuttgart realisierte. Zunächst wurde mit detaillierten Fragen ermittelt, welche Ziele erreicht werden sollen, welche Flächen wo benötigt werden und was dort stattfinden soll. Parallel wurde in der „technischen Grundlagenermittlung“ mit dem Bauherrn und den Nutzern alles durchgegangen, was sich auf die Gesamtaufgabe auswirkt, vom Sicherheitskonzept bis zur Fassadentechnik, von der automatisierten Belüftung für immer ausreichend Sauerstoff zum besseren Denken bis zu Akustiklamellen und eigens entworfenen Möbeln, damit die einzelnen Lerngruppen sich gegenseitig nicht stören. Gebäudetechnik, so die Erfahrung, mache ca. ein Drittel der Baukosten aus und müsse überlegt werden, bevor man sich überlegt werden, bevor man sich im Detail mit Materialien und Farbkonzepten befasst (vgl. Grafik). Erst aus einem solchen Gesamtpaket konnten belastbare “erste Zahlen“ abgeleitet werden, mit denen sich alle Beteiligten einverstanden erklären und die dann auch nicht mehr in Frage gestellt werden. Das heißt Transparenz von Anfang an. Drees & Sommer verstehen sich so gesehen zunächst auch als eine Art Unternehmensberater und nicht nur als technische Dienstleister. Die genaue Überprüfung aller Planungsschritte seitens der Architekten und Ingenieure im Hinblick auf das Gesamtkonzept ist dann eine Leistung, die Vertrauen schafft und die die Auftraggeber letztlich honorieren. Aus solcher Detailkontrolle konnten auch die Einsparungen erwachsen, die es dem Kreis Recklinghausen ermöglichen, Renovierungsarbeiten an dem Altbau von 1911, die eigentlich erst später vorgesehen waren, jetzt anzuschließen, wo die Baugerüste noch stehen, ein zusätzlicher Einspareffekt. Cay Süberkrüb, Landrat im Kreis Recklinghausen bestätigt: „Der Kreis Recklinghausen und die Stadt Castrop-Rauxel haben sich gemeinsam für die Sanierung des Berufskollegs stark gemacht und stehen voll und ganz dahinter. Als Bauherr haben wir uns ganz auf die Kompetenz von Drees & Sommer verlassen und wurden nicht enttäuscht“. Die Schule in Castrop-Rauxel, die ganz neue Wege der Lernvermittlung und des Lernens gehen will im Interesse ihrer Absolventen und damit auch der Unternehmen in der Region, setzt Innovation bis in die Verfahren und Bauabläufe voraus, Anforderungen wie sie auch Unternehmen stellen. Der Vodafone-Campus in Düsseldorf, den ebenfalls Drees & Sommer als Projektsteuerer betreuten, war allein schon durch die Größe von über 90.000 qm Fläche eine Herausforderung, aber auch weil der Nutzer ein Unternehmen der Telekommunikationsbranche ist. Nutzer ein Unternehmen der Telekommunikationsbranche ist. Jörg Ewald-Lincke, Geschäftsführer und Partner von Drees & Sommer: „So ergab sich in der Zusammenarbeit ein Vertrauensverhältnis, das zu dem Folgeauftrag der Betreuung des einzigen Testcenters von Vadafone für Mobilfunktechnik in Europa führte“. Vodafone ist Mieter des Objektes im Business Park „Prinzenpark“ der Brune Immobilien Gruppe am Seestern.


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Das neue Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen Im zweiten Anlauf gelang der Neubeginn für das berühmte Rathaus und Bürgerforum. Düsseldorf In den Gebäuden Friedrichstr. 62 bis 80 mietet das Land NRW für das Innenministerium rd. 45.000 qm Bürofläche. Das Innenministerium muss seinen jetzigen Sitz an der Haroldstraße aufgrund einer Asbestbelastung aufgeben. Noch sind in dem PortigonKomplex Mitarbeiter des WestLB-Nachfolgers tätig. Der Umzug ist Ende 2014 geplant.

In der ehemaligen HortenZentrale "Seestern 3" hat Union Investment 4.300 qm Einzelhandelsfläche an die Autohausgruppe Moll vermietet. Das Büro- und Geschäftshaus mit rd. 32.800 qm Fläche gehört seit 1999 zum Offenen Immobilienfonds UniImmo:Europa und wird von Union Investment Real Estate für rd. 25 Mio. Euro saniert.

Strabag Real Estate errichtet mit den Bürogebäuden KB4 und A-ERO zwei weitere Neubauten in der Airport City. Die "Zwillingsgebäude" bieten jeweils rd. 4.300 qm Nutzfläche und ca. 100 PkwStellplätze für insgesamt ca. 34 Mio. Euro. Das KB4 befindet sich bereits im Bau. Hauptmieter ist dort auf etwa 2.600 qm der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer auf Vermittlung von BNPPRE und im A-ERO auf 1.700 qm die Softwarefirma Lumesse, beraten von JLL. Die Fertigstellungen sind für Juni bzw. Dezember 2014 avisiert.

Das Hans-Sachs-Haus (Fotos, Escher) in Gelsenkirchen wurde nach Plänen von Alfred Fischer 1924-27 im Stil des sog. Backstein-Expressionismus als multifunktionales Stadt-Haus errichtet. Damals war es ein Fanal für eine neue Zeit in der Zechenstadt, die sich auf der Höhe ihrer Entwicklung der Kultur zuwandte und alle kommunalen Belange in einem zeitgemäßen Gebäude zusammenführen wollte. Der Grundriss bildete einen vierseitigen Block um einen offenen Raum in der Mitte, den der Hans-Sachs-Saal mit der damals größten profanen Orgel Europas einnahm. Darum gruppierten sich der Ratssaal, die städtische Verwaltung und fremd vermietete Firmenbüros, die Bibliothek mit Lesesaal, ein Hotel mit Gaststätte und Konferenzräumen und zur Ebertstraße im ersten Obergeschoss ein Café hinter einer gebogenen Glasfront, darunter eine Reihe von Geschäften. Diesem heute wieder aktuellen multifunktionalen Konzept folgte, um nur ein prominentes Beispiel zu nennen, auch der Palast der Republik in Ostberlin 1973-76. Kaffee und Hotel mussten aus wirtschaftlichen Gründen bald schließen und ein Bombentreffer zerstörte im Krieg den Flügel Ebertstraße/Munckestraße. Wo wieder aufgebaut wurde, bemühte man sich um Angleichung der äußeren Verkleidung mit dunklem Zenchenbrandklinker, aber innen wurde manches anders. Die städtischen Nutzungen insbesondere des großen Saales blieben aber erhalten. 1986 wurde das Hans-Sachs-Haus als Denkmal eingetragen. Sanierungsstau und Baumängel aus der Wiederaufbauzeit führten Ende der 1990er Jahre zu prekären Zuständen. 2001 wurde das Haus aus Brandschutzgründen geschlossen, der Stadtrat zog aus in das Rathaus Buer. Zuvor schon entschloss sich die Stadt für eines der ersten PPP-Verfahren in NRW, um die Kosten über die Mietlaufzeit von 25 Jahren zu strecken. Vertragspartner waren eine Objektgesellschaft der Düsseldorfer Xeris, die Deutsche Immobilien Leasing und das Architekturbüro Novotny Mähner Assoziierte, Offenbach a.M. mit einem Umbauentwurf unter Erhalt des historischen Bestandes. Seit Beginn der Entkernung traten immer neue Probleme auf, es häuften sich die Gutachten, die Kostenkalkulation stieg von 40 auf 143 Mio. Euro. Zwischenzeitlich ging das Architekturbüro in die Insolvenz. Als letzter Ausweg schienen Abriss und Neubau unausweichlich. Das rief engagierte Bürger auf den Plan – den Begriff Wutbürger gab es noch nicht, aber die Gelsenkirchener erhoben auch so ihre Stimme laut, Architektenverbände und der Werkbund schalteten sich ein, Petitionen ergingen an die Landesregierung – kurz, nach einem Politikwechsel an der Stadtspitze zog man 2006 die Reißleine, das Verfahren „Hans-Sachs-Haus“ wurde ganz neu überdacht. Schließlich glückte auch der Rückkauf in einem für die Stadt glimpflichen Vergleich. Ein neuer Wettbewerb mit der Voraussetzung, die historischen Fassaden zu erhalten und innerhalb der Kubatur ein – jetzt nach unten korrigiertes – Raumprogramm unterzubringen, führte mit großer Einstimmigkeit zu dem Entwurf von gmp Architekten, Hamburg. Dieser Entwurf wurde mit nur geringen Abweichungen umgesetzt. Die Eröffnung mit ca. 20.000 Gästen an zwei Tagen der offenen Türen konnte inzwischen gebührend gefeiert werden. Offen bleibt das Haus jedoch ohnehin, denn der gesamte Erdgeschossbereich gilt als Bürgerforum mit Bürgerbüro, Stadtinformation, Café und Veranstaltungssaal. Darüber der Ratssaal und im Kranz um das bis unter das Dach offene Foyer herum die fünf Büroetagen. Unnötig zu erwähnen, dass mit Erdsonden und Photovoltaik neueste Energietechnik Einzug hielt. Der gesetzte Kostenrahmen von 55 Mio. Euro plus 10 Mio. Puffer konnte auch diesmal nicht eingehalten werden


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Duisburg Hamborner Reit konnte im 1. Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Erlösen und Gewinn zulegen und hebt die Prognose leicht an. Durch Zukäufe stiegen die Miet- und Pachterlöse um rd. 22% auf 22,2 Mio. Euro. Der Gewinn lag bei 5,5 Mio. Euro (H1/2012: 3,8 Mio. Euro), das operative Ergebnis (FFO) erreichte 12,4 Mio. Euro und liegt damit rd. 27% über Vorjahresniveau. Die Eigenkapitalquote beträgt derzeit 51,9% (H1 2012: 60,3%) und der Loan to Value 43,8% (34,2%), bei einem Portfoliowert von aktuell 674 Mio. Euro.

Essen Die französische Groupe Spie hat die Service-Sparte der Hochtief Solutions AG gekauft, nachdem die Wettbewerbshüter der EU am 26.08. grünes Licht gegeben hatten. Unter der Bezeichnung Spie GmbH werden die Aktivitäten in Deutschland gebündelt. Hochtief erzielte im 2. Quartal einen Gewinn von 82,7 Mio. Euro nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum von 15,7 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern lag bei 328,2 Mio. Euro (Q2 2012: 164,8 Mio. Euro), bei einem Umsatz von 7,1 Mrd. Euro (6,4 Mrd. Euro). Darin enthalten Verkaufserlöse u.a. des Telekommunikationsgeschäfts der Tochter Leighton. Der Auftragseingang ging konzernweit von 8,7 Mrd. Euro im Vorjahresquartal auf 6,1 Mrd. Euro zurück. Für die Tochterunternehmen aurelis, HTP und formart würden weiter strategische Partner gesucht.

u.a. weil Auftragnehmer schlecht arbeiteten oder durch Insolvenz ganz ausfielen, daher auch die halbjährige Verzögerung. Die Schlussrechnung wird erst in etwa einem Jahr vorliegen, dürfte sich aber bei 67-68 Mio. Euro bewegen, immer noch weniger als für Abriss und Neubau veranschlagt worden war. Die Bruttogeschossfläche beträgt ca. 22.300 qm, davon ca. 12.400 qm Nutzfläche für den Ratssaal mit Besucheremporen (ca. 610 qm), Sitzungszimmern (ca. 480 qm) und sonstigen Funktionsflächen (1.700 qm). An Tribut an die einschränkenden Vorgaben sind z.T. recht enge Büroräume mit kleinen Fenstern, dafür aber im 5. OG mit Oberlichtern. Insgesamt blieb man bescheiden, von luxuriöser Raumfülle und Ausstattung kann selbst im Büro des Oberbürgermeisters keine Rede sein. Der schlanke Turm, einst Wahrzeichen des Hotels im Hans-Sachs-Haus, blieb als ungenutztes Monument erhalten, sonst hätte das Ganze baurechtlich als Hochhaus gegolten. Trotzdem zugänglich, könnte sich der Architekt dort Kunstaktionen vorstellen in der Verbindung von Bürgergesellschaft und Kultur wie in den 1920er Jahren – mit einem unvergleichlichen Überblick über die Stadt.

Alternative: Boardinghaus Eine bundesweite Studie von Georg Consulting, Hamburg, konstatiert Nachholbedarf in den Ruhrgebietsstädten. Die Liste der potenziellen Nutzer eines Boardinghaus führen nicht die früheren „Reisenden“ und heutigen Vertriebsmitarbeiter, sondern mit 74,6% die Mitarbeiter von Großunternehmen, die nicht ständig am Platz arbeiten. Das ergab die Befragung von 240 Anbietern bundesweit. Und deshalb besteht bei ThyssenKrupp in Essen auch der Plan zu einem eigenen Hotel. Besucher von Messen und Kongressen machen 62,4% der Nutzer von Boardinghäusern aus. Nimmt man Vertrieb (50,4%), Montage (26,4%) und Berufspendler (36,2%) zusammen, wobei Mehrfachnennungen möglich waren, ist damit die hauptsächliche Klientel benannt. Für andere wie Praktikanten, Politiker, Künstler, Sportler und Mitarbeiter im Tourismus würde sich die Einrichtung eines Boardinghaus sicher nicht lohnen bzw. der Standort für ein Boardinghaus wird sich nach den erstgenannten Zielgruppen ausrichten. Im Angebot unterscheidet Georg Consulting im Wesentlichen: - reine Boardinghäuser bzw. Apartmenthäuser - Hotels mit Apartments in separatem Gebäude (Mischkonzept) - Hotels mit integrierten Apartments im gleichen Gebäude (Mischkonzept) - Möblierte Apartments in Wohngebäuden. Die reinen Apartmenthäuser machen die etwa ein Drittel des Angebots aus. Die Verweildauer habe seit der ersten Befragung 2009 tendenziell abgenommen, über die Hälfte bliebe nur noch maximal eine Woche. Die durchschnittliche Auslastung bei den befragten Anbietern von Serviced-Apartments lag 2012 bei 67% mit einer Spanne von 50 bis rund 85%. Da der break even jedoch mit 70 bis 80% angegeben wird, liegen die Belegungszahlen im Durchschnitt darunter. Über die Preise sind nur schwer Aussagen zu machen, da sie nach Serviceleistung und Ausstattung stark differieren. Grundsätzlich aber seien sie seit 2009 gestiegen und nähern sich zumal bei Kurzaufenthalten den Hotelpreisen am Standort an.


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Essen Hochtief verhandelt nach Presseberichten mit dem

In den vier großen Ruhrgebietsstädten wurden für die Studie insgesamt 14 Boardinghäuser und Aparthotels mit rund 450 Apartments ermittelt, die meisten davon in Essen. Die Gesamtzahl dürfte bei 490 liegen. Die durchschnittliche Betriebsgröße sei mit 32 Apartments pro Betrieb relativ gering (Düsseldorf 40 Apartments pro Betrieb, Frankfurt 47, München 93, Hamburg 54). Die Zahl der Übernachtungen in Serviced-Apartments in Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg wird auf rd. 161.000 geschätzt. Das entspreche einem Marktanteil von rd. 4,7% an den rund 3,4 Mio. Gesamtübernachtungen, die seit Jahren und nicht erst seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 kontinuierlich steigen.

Konkurrenten am Markt, die in anderen Großstädten bereits eine ausgeprägte KonkurFonds Bilfinger Berger Glo- renz darstellen wie in Berlin oder selbst Stuttgart, sind privat vermietete Gästezimmer oder Ferienwohnungen. Das Thema sei im Ruhrgebiet aber nicht so evident. Der Grund für den bal Infrastructure (BBGI) über den Verkauf einiger PPP- Boom von Boardinghäusern sei die Tatsache, dass man (bei Bedarf) hotelähnlichen Service Projekte. Die Hochtief-Sparte und eine gewisse Anonymität habe. Geschäftsleute bevorzugten daher in aller Regel als Alterist derzeit an weltweit 31 PPP- native zum Hotel ein Serviced-Apartment vor der Ferienwohnung oder einem Privatquartier. Als ein Beispiel für ein regionales Buchungsportal sei hier „Zimmer im Revier“ genannt, die Projekten im Volumen von nach eigenen Angaben derzeit „Monteurzimmer, Messezimmer und Ferienwohnungen von 135 über 7 Mrd. Euro beteiligt. Vermietern in 25 Ruhrgebietsstädten anbieten. Neben den großen Städten wie Dortmund, Bilfinger hatte seinen Fonds mit 18 PPP-Projekten 2011 an Duisburg, Essen, Gelsenkirchen etc. könne man auch in den kleineren Städten wie Bottrop, die Londoner Börse gebracht. Datteln, Gladbeck, Herten, Krefeld, Marl, Meerbusch, Oer-Erkenschwick, Ratingen, Schwerte, Velbert, Waltrop und Witten übernachten“. Inzwischen ist das Portfolio auf 20 Projekte gewachsen.

BNPPRE vermittelte 770 qm Bürofläche an das alfatraining Bildungszentrum e.K. An der Reichsbank 8. Das Gebäude mit denkmalgeschützter Straßenfassade wurde 2003 als Büro- und Geschäftshaus neu entwickelt und ist jetzt voll vermietet.

Essen biete das höchste Angebot an Serviced Apartments im Ruhrgebiet. „Das Beispiel Essen zeigt, dass es im Ruhrgebiet einen Markt für Serviced-Apartments gibt. Dort wo größere Unternehmenszentralen zu Hause sind, gibt es auch einen Markt für diese spezielle Übernachtungsart“ - so Achim Georg. Hier eine Auswahl der Anbieter (Quelle: Georg Consulting): Stadt

Name

Adresse

Essen

Boarding-Appartement Weststadt Altendorfer Straße 1

Anzahl Preis ab Apartments €

Website

22

http://www.aparento.de

38

essen apart

diverse

k.A.

70

http://www.essen-apart.de

Hotel im Girardet Hau

Girardetstraße 2-38

42

99

http://www.hotel-girardet.de

Art Hotel Körschen

Hindenburgstraße 6

26

25 (mtl.)

http://www.hotelkoerschen.de

Petul Aparthotel Stadtgarten

Helen-Keller-Straße 22 12

64

http://www.petul-stadtgarten.de

Petul Aparthotel City Relax

Katzenbruchstraße 7-9 19

44

http://www.petul-city.de

Petul Aparthotel Residenz

Essener Straße 69

11

53

http://www.petul-residenz.de

Die Essener Wirtschaftsförde-

Boardinghouse am Stadtgarten

Skagerrakstraße 6

10

25 (mtl.)

http://www.brille-wirtshaus.de

rung EWG verzeichnet in dem Gewerbegebiet econova eine unvermindert hohe Nachfrage. Von den ursprünglich 119 ha

Bleibe Boardinghouse Essen

Nelkengarten 12

11

19 (mtl.)

http://www.bleibe.de

Ruhrturm

Huttropstraße 60

8

k.A.

http://www.ruhrturm.de

Eigentümerin ist die Kölnische Haus- und Grundstücksverwaltung.

der RWE Power AG stünden nur noch 9 ha zur Verfügung. U.a. erwarb die Hellmich Gruppe 36.000 qm Grundstück und erreichtet z.Zt. auf einer Teilfläche eine Halle mit 7.000 qm für DHL. Zwei Bauprojekte der Stricker Projektgesellschaft GmbH & Co. KG für HKL Baumaschinen GmbH und die GbE Grundbau Essen GmbH werden Anfang 2014 bezugsfertig.

Dortmund Prodomo Hotel

Paderborner Straße 79 114

41

http://www.prodomohotel-dortmund.de

Duisburg Apart Hotel Duisburg-Nord

Duisburger Straße 182 1

55

http://www.aparthotel-duisburg.de

Bochum

Apart Hotel Petul

Dr.-C.-Otto-Straße 141 17

40

http://www.petul-ruhrbogen-bochum.de

Acora Hotel

Nordring 44

123

k.A.

http://www.acora.de

32

48

Durchschnittswerte (gerundet)

Unternehmensimmobilien Verkauft sich das Ruhrgebiet unter Wert? Nicht die Immobilie ist für die Immobilienwirtschaft interessant, sondern der cash flow. Auf diese banale Tatsache verwies Stephan Bone-Winkel, Vorstand der BEOS AG bei einer gemeinsamen Tagung von Vertreter der Corporate Real Estate und Property Welt, vertreten durch


Nr. 54, 37. KW, 13.09.2013 CoreNet Global CNG, und der Immobilienwirtschaft, vertreten durch den ZIA. Gastgeber war die TU Darmstadt. Dabei bestätigte sich das Motto der Veranstaltung „Bridging the Gap“ insofern, als die Asset Manager in Unternehmen auf der einen Seite und Vertreter der Immobilienwirtschaft auf der anderen feststellen mussten, dass sie unterschiedliche Sprachen sprechen. Aber es lohne sich, enger zusammen zu arbeiten. Der Marktwert von Corporate-Immobilien

Essen Der zweite Bürobau der Europa-Center AG an der Friedrichstraße / Kruppstraße ist bezugsfertig. In dem Sförmigen Bürokomplex mit Tiefgarage stehen ca. 14.500 qm Gesamtfläche zur Verfügung. Das Objekt mit Bauteiltemperierung und Dachbegrünung erzielte ein Vorzertifikat

beträgt nach Angaben von Andreas Pfnür von der TU Darmstadt derzeit etwa 3 Billionen Euro. Auch wenn nicht der gesamte Bestand marktfähig sei, weil Unternehmen ihre Kernimmobilien weiterhin im eigenen Besitz halten wollten, werde das wirtschaftliche Potenzial dieses Bestandes von beiden Seiten noch immer unterschätzt. Ein Thema unter anderen war die zu erwartende Veränderungen der Arbeitswelt durch digitale Medien und dezentrale Herstellungsmethoden (Stichwort: Industrie 4.0 bzw. das „Internet der Dinge“) und ihr Einfluss auf Flächenbedarfe und die Gestaltung von Arbeitsplätzen. CoreNet Global (CNG) und ZIA widmen dem Thema der Unternehmensimmobilien auf der Expo Real eine eigene Konferenz unter dem Motto: „Betriebsimmobilien: Schwer- oder Leichtgewicht in der Immobilienwirtschaft“, Termin Montag, 7. Oktober 2013 um 10 Uhr Konferenzraum B32, Halle B3. Die BEOS AG ist ein auf Unternehmensimmobilien spezialisierter Entwickler und Asset Manager und verfügt über langjährige Erfahrung auf dem Sektor. In der jüngsten Ausgabe

der DGNB in Silber.

der Quartalsstudien, die mit BulwienGesa erstellt werden, wird der Marktwert betrieblicher Unternehmensimmobilien 2012 mit 540 Mrd. Euro angegeben. Dabei wachse das Interesse Das spanische Modeunterneh- von Investoren für den Sektor mit meist gemischt genutzten Flächen. Lt. einer Umfrage der IREBS 2012 bei 173 institutionellen Investoren in Deutschland habe ein Drittel bereits in Untermen Desigual mietete rd. 560 nehmensimmobilien investiert. Das hat seinen Grund in den langfristig konstanten Mietrenditen qm in der Limbecker Str. 60 von aktuell um 8% (vgl. Grafik), die damit deutlich über den erzielbaren Renditen der Sektoren über BNPPRE und Immo VeBüro, Handel und Wohnen liegen. ro GmbH. Desigual ist in 72 Ländern aktiv und wird mit der neuen Filiale in Essen seinen 27. Store in Deutschland eröffnen.

Die Deka Immobilien GmbH hat frühzeitig ihre Verträge mit den Property Management Dienstleistern Hochtief Property Management GmbH und STRABAG Property & Facility Services GmbH um drei Jahre verlängert. Beide Vertragspartner bewirtschaften bis Ende 2016 insgesamt rund 230 Gebäude der Deka Immobilien in Deutschland, das entspricht einer Fläche von rund 3,2 Mio. qm.

Die Competence Call Center GmbH eröffnet am 1. Oktober eine Niederlassung in der Dahnstr. 51 auf rd. 4.800 qm Bürofläche, unterstützt durch die EWG – Essener Wirtschaftsförderung. In den Räumen ist bislang die Callcenterfirma Tectum ansässig.

Als Unternehmensimmobilien gelten Produktionsstätten ebenso wie reine Logistikimmobilien, sog. Transformationsflächen, wo Flächen oder Gebäude leer gezogen wurden, und Gewerbeparks. Klassische Gewerbeparks haben der Erfahrung nach Vermietungsprobleme, wenn die Büroanteile zu hoch seien, und werden derzeit nicht mehr neu erstellt. Einerseits, so Bone-Winkel, suchten Investoren zunehmend gemischt genutzte Objekte, andererseits achteten Unternehmen zunehmend darauf, ihre Standorte flexibel und reversibel zu gestalten. Z.B. betrage die Mietquote bei Siemens bereits 40%. Nicht mehr unbedingt der „Maßanzug“ für einen bestimmten Produktionsprozess stehe im Vordergrund, sondern eine für eine Zeit nutzbare Fläche. Beide Tendenzen brächten Zulauf in den Sektor, der international unter „industrial“ gelistet wird, in Deutschland pauschal unter „Logistik“, auch wenn andere Anteile in den Transaktionen enthalten seien. Aktuell prüft BEOS Objekte im Raum Köln – Düsseldorf bzw. hat bereits gekauft. Im Ruhrgebiet habe man sehr detailliert geprüft, sehe aber derzeit keine Optionen für ein erfolgreiches Geschäft. Stephan Bone-Winkel: „Bei der Auswahl einer Immobilie konzentrieren wir uns auf das direkte Wettbewerbsumfeld eines Objekts und prüfen aus Sicht des Mieters, ob ein anderer Vermieter bessere oder günstigere Flächen anbieten könnte. Im Ruhrgebiet gibt es ein großes Angebot an historischen Industriearealen in verschiedenen Qualitäten, die sehr preiswert angeboten werden. Dabei handelt es sich häufig nicht um professionelle Vermieter, son-


Nr. 54, 37. KW, 13.09.2013 dern um Konzerne und kommunale Gesellschaften, die mit den Flächen Ansiedlungspolitik betreiben. Obwohl das Ruhrgebiet insgesamt ein riesiger Markt ist, bei genauerem Hinsehen ist er jedoch sehr zersplittert. So bleibt das Transaktionsvolumen in den einzelnen Kommunen recht überschaubar und gleichzeitig ist die Mobilität bzw. die Umzugsbereitschaft der Firmen an neue Standorte sehr gering.“

Essen Die ACREST Property Group GmbH hat i. A. des Eigentümers den seit 1999 bestehenden Mietvertrag mit Aldi in der Aktienstr. 42 langfristig verlängert. Gleichzeitig wurde ACREST mit der Modernisierung eines neuen Standortes für Aldi mit rd. 1.200 qm Fläche innerhalb des Fachmarktzentrums mit 7.800 qm Gesamtmietfläche beauftragt. ACREST betreut seit August 2012 das Transaktions- und Asset Management für das Immobilienportfolio mit 42 Gewerbeobjekten, zu dem auch das Fachmarktzentrum gehört.

Herten Im Innovationszentrum h2herten auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald ist die erste WindstromElektrolyse-Anlage in NRW in Betrieb gegangen. Im Verbund mit der Windkraftanlage auf der benachbarten Halde Hoppenbruch sollen so rd. 250 Megawattstunden Strom und 6.500 kg Wasserstoff für den Eigenbedarf des Zentrums erzeugt werden.

Mülheim a.d. Ruhr Unter den diesjährigen 10 Preisträgern des Deutschen Preis für Denkmalschutz zeichnete das Deutsche Nationalkomitee Denkmalschutz u.a. den Trägerverein Haus der Vereine in der Alten Dreherei e.V. in Mülheim aus für die Rettung eines „dem Verfall preisgegebenes einzigartiges Zeugnis der deutschen Technik- und Industriegeschichte“.

„Bridging the Gap“ scheint auch hier eine stete Herausforderung zu sein. Auf der einen Seite ein nicht immer professionell betreutes Überangebot, auf der anderen „Deutschlands größte Industrieregion auf dem Weg zum Innovationsstandort“, so eine der zentralen Feststellungen des Initiativkreises Ruhr. Die 2002 beschlossenen Schwerpunktsetzung auf die Leitthemen Energie, Werkstoffe und Logistik habe sich bewährt, erste Erfolge zeigten sich bereits. Mit InnovationCity Ruhr wurde etwa die energieeffizienteste Tankstelle Deutschlands entwickelt und im Bereich Werkstoffe habe sich das Materialforschungsinstitut ICAMS Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation) mit weltweiter Spitzenforschung als Vorbild für Kooperationen zwischen Unternehmen und Universitäten etabliert. Deutlicher noch die Ergebnisse des EffizienzClusters LogistikRuhr mit über 30 Einzelprojekten. „Das Fundament für Wachstum ist die enge Vernetzung von Industrie und Logistik. In Zeiten globaler Finanzkrisen hat sich unser Industriestandort Ruhr robust behauptet. Unser Weg ist richtig, und wir gehen ihn zuversichtlich und entschlossen weiter“, so der künftige Moderator des Initiativkreises Ruhr Klaus Engel, CEO von Evonik.

Weitere Nachrichten Essen: Im Rahmen der Messe DEUBAUKOM vom 15.-18.01.2014 findet am 16.01. der erste Industriebau-Kongress statt. Gleichzeitig wird ein „Kompetenzzentrum Industriebau“ organisiert. Essen: Die Metropole Ruhr verzeichnet im 2. Quartal 2013 einen leichten Rückgang in der Beherbergungsstatistik und folgt damit dem rückläufigen Landestrend. Im zweiten Quartal kamen 1.708.742 Gäste (- 2,7%) die 3.390.199 Übernachtungen (- 2,6%) tätigten. Dagegen wächst die Nachfrage nach Ferienhäusern und Ferienwohnungen bei zunehmender Angebotsvielfalt. Minden: Das Projekt "Wesertor-Galerie" der ECE im Volumen von 130 Mio. Euro ist gefährdet, weil mehrere optionale Grundstückskaufverträge am 31. August ausgelaufen seien, teilte die Stadt mit. Aus Sicht der ECE würden die Kosten für den Grunderwerb zu hoch. Entscheidungen sind bisher nicht gefallen. Auf dem Areal des ehemaligen Hertie-Hauses und des C&AKomplexes ist ein Neubau mit insgesamt 23.000 qm Verkaufsfläche geplant. Münster: Das neue Geschäftsquartier am Alten Fischmarkt ist eingeweiht. Es besteht aus sechs Gebäuden mit insgesamt rd. 11.000 qm Nutzfläche, Investor die Kaufmannsfamilie Lohmann, Gesamtinvestition rd. 40 Mio. Euro. Mieter der Büroräume u.a. die Privatbank Merck Finck & Co. Neukirchen-Vluyn: Knapp zwei Jahre nach Beginn der Erschließung des im Jahr 2000 still gelegten Bergwerks Niederberg ist die Vermarktung der Wohnquartiere I und II a mit insgesamt ca. 36.000 qm Wohnfläche abgeschlossen und die meisten der 80 Einfamilienhäuser auf Grundstücken zwischen 400 und 800 qm sind bezogen. 8.000 qm Grundstücksfläche übernahm die Gesellschaft für werthaltiges Bauen gwb für barrierefreie Miet- und Eigentumswohnungen in Geschosswohnungsbau. Die RAG Montan Immobilien investierte in die hochwertige Gesamtentwicklung rund 12 Mio. Euro. Solingen: Für das Einkaufszentrum „Hofgarten“, ein Joint-Venture von Sonae Sierra und MAB Development, wurde ein eigenes Managementsystem für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz entwickelt. Als erstem Einkaufszentrum in Deutschland wurde dafür durch Lloyd's Register Quality Assurance (LRQA) gleichzeitig die ISO 14001 und OHSAS 18001 Zertifizierungen für die Bauphase vergeben.


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Sonstiges Der Entwurf der NRW-Landesregierung zu einem „Wohnaufsichtsgesetz��� habe die Empfehlung der Enquetekommission „Wohnungswirtschaftlicher Wandel und neue Finanzinvestoren

Mülheim a.d. Ruhr Der Wohnungskonzern Gagfah hat im 1. Halbjahr etwas weniger verdient als in der ersten Jahreshälfte 2012, hält aber wegen der verbesserten Kapitalstrukur an seiner günstigen Gewinnprognose fest. Der FFO (ohne Verlauf) sank von 49,8 Mio. auf 47,7 Mio. Euro, das Ebit verringerte sich von 173,6 Mio. auf 165,0 Mio. Euro. Die Mieteinnahmen fielen wg. Verkäufen von 283,7 Mio. auf 277,5 Mio. Euro. Zinseinsparungen aus Umstrukturierungen will die Gagfah in den Immobilienbestand investieren, insgesamt 250 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren.

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auf den Wohnungsmärkten in NRW“ aufgegriffen, so der VdW. Demnach sollen die Kommunen besser eingreifen können, wenn Wohnungen zu verwahrlosen drohen, sogar eine Unbewohnbarkeitserklärung soll im schärfsten Fall möglich sein. Dafür müsse aber die Wohnungsaufsicht in den Kommunen auch personell gestärkt werde. In den vergangenen Jahren seien gerade in diesem Bereich sehr viele Stellen abgebaut worden. DDIV und KfW haben das Wichtigste zu den KfW-Fördermöglichkeiten speziell für Immobilienverwaltungen und WEG zur Finanzierung von energetischen und altersgerechten Sanierungsmaßnahmen zusammengetragen. Downloads unter www.ddiv.de und www.kfw.de/ immobilienverwalter. Die Pläne für eine dritte Internationale Bauausstellung IBA Berlin sind dem Sparstift zum Opfer gefallen. "Draussenstadt wird Drinnenstadt", so das Motto, sollte experimentelle und zukunftsorientierte Planungs- und Bauprozesse, soziale Nutzungs-Durchmischung und Innovation im Wohnungsbau in städtischen Randgebieten vorantreiben.

Firmen, die in der Immobilienbrief Ruhr erwähnt werden: Acrest Property Group (12), Aldi (12), Alfaltraining Bildungszentrum (10), allbau (5), Architekturbüro Novotny Mähner Assoziierte (8), Architekturbüro pbs (5), Arsatec GmbH (5), Aurelis Real Estate (3,9), Autohausgruppe Moll (8), BBSR (2), Beos AG (10,11), Bilfinger Berger (10), BNPPRE (7,8,10,11), Brack Capital Properties (5), Brune Immobilien Gruppe (7), BulwienGesa (11), C&A (12), CBRE (2,4), CMS Hasche Sigle (4,6), Competence Callcenter (11), Cordea Savills (6), CoreNet Global (11), Cura Versicherungsvermittlung (7), DDIV (13), Deka (7,11), Desigual (11), Deutsche Annington (4), Deutsche Immobilien Leasing (8), Deutschen-Anlagen-Leasing (4), DGNB (7,11), DHL (10), DNK (4), Drees & Sommer (6,7), EBZ (2), ECE (12), empirica (2), Europa Center AG (11), Evonik (12), EWG (10,11), Export (5), F+B Forschung und Beratung (4), Ferox (7), FH Dortmund (4), Finkenholl-Stahl Service-Center (4), FitX (7), formart (9), Gagfah (13), GbE Grundbau Essen (10), GdW (2), Georg Consulting (9,10), Gerresheimer (8), gmp Architekten (8), Groupe Spie (9), gwb (12), H&M (5), h2herten (12), Hamborner Reit (9), Hellmich Unternehmensgruppe (5,10), Hertie (5), HKL Baumaschinen (10), Hochtief (6,9,10,11), Horten (8), HTP (9), ICAMS (12), Immo Vero (11), IMS Group Holding (4), ITW LLC (7), Jacquet-Gruppe (4), Jones Lang LaSalle (8), Kaisers Tengelmann (5), KfW (13), Kölbl Kruse (5,6), Kölnische Haus- und Grundstücksverwaltung (10), Kondor Wessels (5), Krupp-Stiftung (3), LEG (2,3,4), Leighton (8), Lumesse (8), MAB Development (12), MEC (2,6), Merck Finck & Co. (12), Metro Properties (6), Multi Development (5), Nesseler Hopf IEG (5), newPark (5), Portigon (7,8), RAG Montan Immobilien (12), Real I.S. (7), RWE (5,10), Sonae Sierra (12), Strabag (8,11), Stricker Projektgesellschaft (10), Tectum (11), ten Brinke Gruppe (5), ThyssenKrupp (3,9), TU Darmstadt (11), TU Dortmund (3), Union Investment (8), VdW (5,13), Versorgungswerk der Architektenkammer (5), Vivawest (2,5), Vodafone (7), WestLB (7,8), Xeris (8), ZIA (11).

Personen, die in „Der Immobilienbrief Ruhr“ erwähnt werden: Beitz, Berthold (3); Deckstein, Falk (2); Engel, Klaus (12); Ewald-Lincke, Jörg (7); Fischer, Alfred (8); Foster, Norman (5); Gather, Ursula (3); Hegel, Thomas (2); Hentschel, Holger (2); Kirschner, Olaf (6); Lanfermann, Jill (2); Miksch, Hartmut (1); Otting, Peter (2); Pfnür, Andreas (11); Pollmann, Lutz (1); Post, Norberg (6); Schoppol, Pascal (2); Süberkrüb, Cay (7).


Der immobilienbrief nr 304