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Ausgabe Januar 2020

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seit 23 Jahren

IM INTERVIEW

Benjamin Werndl, Ausbilder von

Famoso OLD

Wasser und Grundfutter


WirwünschenunserenLeserinnenund Lesern ein Gutes Jahr 2020! Titelfoto: Benjamin Werndl auf FAMOSO OLD in Wiesbaden Foto: Equitaris

Januar 2020 6 Stiller Kamerad

8 Interview mit

Benjamin Werndl Grand Prix - Dressurreiter Mitglied im Olympiakader 2020

16 Haflinger Bundesprämienhengst 20 Wasser und Grundfutter 33 Kreuzverschlag 34 Irish Sport Horse Wieder ein neuer Reiter-Kurier! Und was für Themen interessieren euch? Verratet es uns: redaktion@reiterkurier.de

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Zuckerpuppenquadrille

Zauberhafte und feurige Weihnachtsfeier beim Reitverein Thierhaupten Tolle reitsportliche Vorführungen gab es beim Reitverein Thierhaupten am 2. Adventssamstag. Das reiterliche Weihnachtsprogramm begeisterte die Besucher in der bis auf die letzte Ecke gefüllten Tribüne der Reithalle auf der Reitanlage Meir. Lange vorher trainierten die Aktiven in verschiedenen Programmnummern. Eine zauberhafte Vorstellung brachten die Inklusionskinder mit Sarah Brandl zu Beginn an diesem Nachmittag. Für die Geschichte „Der traurige Engel“ hatten sich die Eltern was die Kostüme anging, mächtig ins Zeug gelegt. Im Anschluss wartete Jürgen Neißl mit 8 Aktiven unter dem Motto „Zuckerpuppenquadrille“ mit einer Dressurquadrille auf. Dabei musste Sabrina Grimm, nachdem ihr Pferd für den Auftritt an diesem Tag ausfiel, kurzfristig auf ein anderes Tier umsteigen. „Springende Weihnachtselche“ übernahmen dann die Arena. Lenya Wolters, Julie Hehl und Sina Wilfer warteten mit einer Springnummer auf. Gekonnt nahmen die beiden kleinen Mädchen Sina und Julie ebenfalls zügig einige Hürden. Weinachtskobolde

Auch die Westernreiter hatten ihren Beitrag und brachten mit Kindern des Reitvereins und der Reitanlage Westernatmosphäre in die Halle. Ihre Tanzeinlage „Ranch Dance“ ließ auch so manchen Besucher im Takt mit dabei sein. Ihnen ging es nicht nur ums Pferd, sondern auch um Freunde, Freude und Spaß. „Jacky der Therapie-Quarter-Horse-Wallach“ schaute nur interessiert und gelassen zu. Ihm war nicht so nach Tanzen. Langsam dämmerte es und die weihnachtlich beleuchtete Reithalle betonte die „Kostüm-Kür“ mit Lenya Wolters/Charly und Ulrike Schmid/Ambra. Das Thema der beiden „Hochzeit bei den Weihnachtselchen“ ließ kurzfristig romantische Hochzeitsstimmung aufkommen und präsentierte, Weihnachten, das Fest der Liebe auch bei den Tieren. Die Ritte wurden immer rasanter und als Ulrike Schmid, Lucia Kurz und Alexandra Stocker die Geschichte der „Thierhauptener Weihnachtskobolde“ darboten, war große Spannung angesagt. Die einzige Möglichkeit der Kobolde nicht den schweren Nikolausschlitten im nächsten Jahr ziehen zu müssen, mussten sie viele tückische Hindernisse, so schnell als möglich bezwingen. Der Kobold der am schnellsten das „Lichtertor im Zauberwald“ erreichen konnte, wurde im nächsten Jahr davon befreit. Luciana und ihr treues Rentier Spoke, die bekannt für ihre brachialen Ritte sind, stoben durch den Zauberwald, gefolgt von Kobold Alvaria und ihr junges unerfahrenes Rentier Valerie. Das Rentier Herbstkönigin und ihr Kobold Ullvina waren schon immer

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rasant unterwegs und konnten für den Weihnachtsmann die schnellsten Runden drehen. Nach einer kleinen Pause, in der sich die Besucher mit dem kulinarischen Angebot, u.a. Würstl, Glühwein, Lebkuchen und selbstgebackenen Kuchen versorgen konnten, wurde von der Moderatorin und 1. Vorsitzenden Hildegard Steiner der Nikolaus und das Christkind in einer vollgepackten Kutsche, gezogen von zwei hübschen Haflinger-Pferden, angekündigt. Alle Kinder durften an der Bescherung teilnehmen und bekamen ein kleines Präsent. Bis zum Schluss der Veranstaltung hatten alle Besucher ausgeharrt, wollten sie doch noch die angekündigte „Feuershow“ des „Inflammable Showteams“ erleben. Allen voran Josef Türk mit seinem 7jährigen Andalusier-Wallach Desperado und Judith Kreuzer auf ihrem erst 4jährigen P.R.E. Wallach Despacito. Für das Spiel mit dem Feuer ist es enorm wichtig, dass die Pferde großes Vertrauen zu ihren Reitern haben. Nur durch intensives Training und einer guten Beziehung zu den Tieren ist es möglich, diesen die Angst vor dem Feuer zu nehmen. Dies ist Josef Türk und Judith Kreuzer voll gelungen. Sie boten mit ihrem Team und Helfern eine beeindruckende Vorstellung, die als High Light und Krönung das diesjährige Weihnachtsprogramm beenden konnte. Zum Ausklang wurde im weihnachtlich geschmückten Reiterstüberl noch lange und gesellig beisammen gesessen. Text/Fotos: Hildegard Steiner

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MEDIEN

STILLER KAMERAD im Bundestag Ende November wurde Stiller Kamerad - Dokumentarfilm auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Pascal Kober und des Parlamentskreis Pferd im JakobKaiser-Haus gezeigt. Die Abgeordneten und Vertreter des Deutschen BundeswehrVerbandes (DBwV) diskutierten anschließend u.a. mit Claudia Swierczek die Probleme bezüglich der Kostenübernahme von Pferdegestützten Therapien. Weitere Themen wie die Wichtigkeit der Einbindung der Familien in den Therapieablauf sowie der Ausführort wurden besprochen. Pascal Kober (FDP) und Gäste, u.a. vom Gesundheits- und Verteidigungsausschuss.

DVD-Tipp Der Dokumentarfilm „Stiller Kamerad“ von Regisseur Leonhard Hollmann begleitet eine Soldatin und zwei Soldaten der Bundeswehr, sie versuchen, mit Hilfe einer pferdegestützten Traumatherapie einen Weg zurück in den Alltag, zurück ins Leben zu finden. Entstanden sind einfühlsame Porträts von Menschen, die sich allein gelassen fühlen. Während die Gesellschaft sie oft ignoriert, können sie sich beim Kampf gegen die schlimmsten Kriegserinnerungen ganz auf die Kameradschaft der Pferde verlassen.

Einen kleinen FORTSCHRITT können wir schon vermelden: Aus dem Teilnehmerkreis hieß es, Pferdegestützte Traumatherapie werde ab Januar 2020 zunächst in Einzelfällen durch die truppenärztliche Versorgung übernommen. Somit sei "ein Fuß in der Tür" und es könne weitergehen auf dem Weg zur vollen Anerkennung dieser Therapieform! Wir danken allen Teilnehmern! Text: Leonhard Hollmann

Dieser Bericht wird unterstützt von: - Hildegard Steiner, 1. Vorsitzende/Turnierleiterin - www.melanie-smaka.de, Reittherapeutin und Traumatherapeutin - www.orenda-ranch.com, Ausbildungsakademie für tiergestützte Therapie - www.Nikolinenhof.de - www.Trab-ev.de - Verband der Reitpädagogen im Großraum München

STILLER KAMERAD ist erhältlich unter shop.stillerkamerad.de

Soulbalance - Mensch durch Pferd Pferdegestützte Therapie begleitend zur Psychotherapie Wir arbeiten in unseren Einzeltherapien einfühlsam und diskret. Unser Angebot beinhaltet die Möglichkeit einer Kompakttherapie über 1 Woche oder einer Intensivtherapie über 2 Wochen. Wir unterstützen abgestimmt auf Deine individuellen Bedürfnisse bei Traumata, Depressionen, Burn Out, Essstörungen, Angststörungen, Psychosomatische Störungen, Hochsensibilität, Sozialphobie Besuche uns auf www.menschdurchpferd.de/therapie-mit-pferden 6

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„Stiller Kamerad“ auch beim Reitverein Thierhaupten Profil der Inklusionsgruppe „Inklusionsgruppe“ – seit 2018 Erweiterung unseres bestehenden Ponyprojekts „Kinder mit Pferden stark machen!“ Reitschule: Reitverein Thierhaupten/Ötz e.V. Ponyprojekt/ Inklusionsgruppe

PROJEKTBESCHREIBUNG: 1. Vorsitzende und Projektleiterin der Ponygruppe "Kinder mit Pferden stark machen", Hildegard Steiner und Partnerin Anni Gross haben 2007 das Ponyprojekt gegründet. Sie sind für ihre Arbeit auch von höchsten Ebenen mehrfach ausgezeichnet worden. Nachdem sich in all den Jahren immer wieder auch viele behinderte Kinder und Jugendliche gemeldet haben, wurde lange vorher darüber nachgedacht, die Ponygruppe mit einer „Inklusionsgruppe“ -Behinderte und Rehabilitation, Rehasport Reiten" auszu-

weiten. Nun bieten sich die Bedingungen an. Es besteht die Möglichkeit fundierten Unterricht innerhalb unseres Ponyprojekts auch für behinderte und emotional benachteiligte Kinder und Jugendliche anzubieten. Der Verein ist Mitglied beim „BVS Behinderten- und RehabilitationsSportverband Bayern“. Es werden feste regelmäßige Einzel- und auch Gruppenstunden, je nach Leistungsvermögen der Jugendlichen, angeboten. Es wird in Zukunft Reitertage und Pferdeerlebnistage, auch für diese Zielgruppe und gemischt mit gesunden Kindern geben.

VISION: Pferde sind hervorragende „Heiler“! Der Reitsportverein achtet gezielt auf eine gesundheitliche, sportliche Förderung mit Empathie, die eben auch hier „Kinder mit Pferden stark machen!“ kann. Mit

keiner Sportart kann man Selbstvertrauen besser fördern als mit einem Pferd/ Pony. Das Motto des Verein war und ist immer „Reiten lernen oder genießen mit Spaß. Ein Pony oder Pferd ist nicht nur ein Sportgerät, es hat eine Seele und auch die Kinder haben viel versteckte Seele, die sie dabei lernen sich zu trauen, diese zu spüren. Wenn eine Übungsleiterin selbst im Unterricht aufgeht, weil sie durch diese Kinder selbst ihre eigene Seele spüren kann, dann ist es ein guter Unterricht. Im Besitzer der Reitanlage Meir in Thierhaupten hat der Verein einen hilfreichen Partner und hat alle Voraussetzungen dazu, auch die Inklusionsgruppe im Rahmen des Ponyprojekts viele Jahre nachhaltig anzubieten.

ZIELGRUPPEN: Kinder und Jugendliche mit Handicap im geistigen, emotionalen, milieugestörten oder körperlich behinderten Bereich ab 3 Jahren. (Es gibt Ponys für die ganz Kleinen) Die Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Hilfsinstitutionen, Therapeuten, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten und Psychologen ist bereits Grundlage. Teilweise erhalten die Kinder und Jugendlichen finanzielle Unterstützung durch Kliniken, Jugendfürsorge, Projekte etc. um daran teilnehmen zu können. Alle Kinder und Jugendlichen sind Mitglieder im Verein und genießen dessen Vorteile (freie Teilnahme an unseren Wettbewerben und Veranstaltungen) u.a. auch die Tatsache der Sportversicherung in den Bayerischen Landessportverbänden BLSV und BSV. Für die Kleinen hat der Verein im Ponyprojekt von Beginn an Ponys, die in der Größe auch zu den Kindern passen, seit einiger Zeit auch Großpferde mit weiteren Übungsleiterinnen, da die Kinder, die oft seit vielen Jahren schon am Reitunterricht teilnehmen gewachsen sind und nun auf normal große Pferde wechseln konnten. Text/Foto: Hildegard Steiner

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INTERVIEW MIT BENJAMIN WERNDL AUSBILDER AUS LEIDENSCHAFT Benjamin Werndl (35) bildete schon zu Junge-Reiter-Zeiten selbst Pferde aus. Über die Jahre wurde es seine Leidenschaft, junge Pferde an den Sport heranzuführen und sie später auf höchstem Level zu reiten. Aktuell macht insbesondere Famoso OLD von sich reden. Vor wenigen Wochen gab es für Werndl als Reiter und Ausbilder des Pferdes sowie für Besitzerin Flora Keller den prestigeträchtigen Otto-Lörke-Preis. Er wurde nach dem Dressurstallbesitzer und Ausbilder Otto Lörke (1879–1957) benannt und geht an Ausbilder, Reiter und Besitzer des höchstens zehn Jahre alten Dressurpferdes, das dem Dressurausschuss durch besonders herausragende Erfolge in GrandPrix-Prüfungen in Deutschland aufgefallen ist. Für Benjamin Werndl als Ausbilder eine große Ehre. Unter anderem ging der Preis bereits an die Menschen hinter Rembrandt, Gigolo, Bella Rose, Weihegold, Showtime und Cosmo. Im Interview spricht Benjamin über seine Top-Pferde und deren Weg nach oben, über sein Leben in Aubenhausen und insbesondere über seine Ausbildungsphilosophie für junge Pferde.

Du hast vor einiger Zeit einmal einen tollen Satz zu Daily Mirror gesagt... „Er ist mein täglicher Spiegel...“ Wie würdest du die Beziehung zu diesem Pferd beschreiben? Wie hast du ihn bekommen? Wie würdest du euren gemeinsamen Weg bislang beschreiben?

Ich habe Daily Mirror bekommen nachdem er eine längere Rekonvaleszenzzeit hinter sich hatte. Flora Keller, die Halbschwester von Beatrice Bürcheler-Keller, der Besitzerin von vielen unserer Top-Pferde, hatte ihn zu uns gebracht und das erwies sich als wunderbarer Glücksfall. Zunächst hat Jessica ihn geritten, aber sie wurde dann schwanger und ich übernahm ihn. Die Chemie hat gleich gepasst. Ich bin jetzt wirklich sehr dankbar, dass ich ihn weiterhin reiten und langfristig mit ihm planen kann. Was sind die besonderen Stärken von Daily Mirror?

Daily Mirror ist ein unglaublich liebes und total ehrliches Pferd. Im Umgang sage ich immer, dass er ein richtiger Gentleman ist. Anderen Pferden gegenüber ist er immer freundlich, einfach ein toller Charakter. Ich habe selten so eine Beziehung zu einem Pferd gehabt. Er kämpft immer richtig mit, wenn wir im Viereck sind. Er ist sehr ganggewaltig und hat in allen drei Grundgangarten eine enorme Bewegungsqualität. Er kann im Grunde technisch alles und ist da auch sehr feinfühlig.

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Mit Daily Mirror hast du ja 2019 dein erstes Weltcup-Finale erlebt. Wie war das?

Das war eine unheimlich tolle Erfahrung, die viel Lust auf mehr macht. Es ist natürlich eine ganz besondere Atmosphäre und die Bedingungen 2019 waren wahrlich weltmeisterlich. Es war die absolute Top-Klasse am Start. Insofern war ich mehr als zufrieden mit dem, was wir gezeigt haben. Aber natürlich weiß ich auch, dass es bei uns beiden noch Luft nach oben gab. Und daran haben wir, denke ich, in diesem Jahr gut gearbeitet. Auch dein Pferd Famoso macht ja in letzter Zeit immer mehr von sich reden...

Famoso OLD ist ein Nachkomme des Farewell III aus einer Welt Hit II Mutter. Er ist jetzt zehn Jahre alt und wächst immer mehr in den großen Sport hinein. Wir haben schon früh erkannt, dass Famoso OLD ein unglaublich großes Talent für Piaffen und Passagen hat. Nun ist die Zeit gekommen, dass er diese Stärken im Grand Prix wirklich zeigen kann. Ich bin sehr glücklich, dass ich dank meiner Pferdebesitzerin Flora Keller langfristig mit Famoso OLD planen kann. Der Otto-Lörke-Preis vor wenigen Wochen war ein toller Beweis, das wir auf dem richtigen Weg zusammen sind. Wie würdest du den Charakter von Famoso OLD beschreiben?

Man kann ihn durchaus als Kindskopf beschreiben! Famoso OLD

macht immer irgendwelchen Blödsinn. Er ist ein richtiger Entfesselungskünstler. Ob Decke, Anbindestrick, Bandagen etc. – das ist vor ihm alles nicht sicher. Aber mit ihm macht es immer Spaß! Sein Boxennachbar ist einer unserer Youngster, Discover. Er ist ein großer „Bewunderer“ von Famoso OLD und macht ihm immer alles nach. Die zwei sind wie Brüder. Vielleicht entwickelt er sich ja dann auch mal so gut... Wie haben Sie Famoso OLD nach Aubenhausen in den Stall bekommen?

Die Besitzerin von Famoso OLD, Flora Keller, hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Pferde bei uns. Sie fragte, ob sie auch den kürzlich erworbenen Famoso OLD zu uns bringen dürfte. Wir haben selbstverständlich zugestimmt. Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als ich Famoso OLD zum ersten Mal ritt. Flora Keller war mit in der Halle und am Ende bin ich zu ihr gegangen und habe sie einfach umarmt und mich bedankt, dass wir solch ein Pferd bei uns haben dürfen. Famoso OLD war von Anfang an ein ganz besonderes Pferd. Wie viele Pferde reitest du aktuell täglich?

Ich reite aktuell um die vier bis acht Pferde täglich. Das hängt ein wenig von meinen anderen Aufgaben am jeweiligen Tag ab. Ich habe mehrere Schüler, die ich betreue. Außerdem bin ich in unserem Unternehmen Aubenhausen ge-


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meinsam mit unserem Auszubildenden Raphael Netz für den Verkauf zuständig. Insgesamt bin ich neben dem Profireitsport auch Unternehmer, was mir ebenfalls viel Freude bereitet. Wir haben sowohl unsere eigenen Pferde, die wir jung kaufen, ausbilden und zum Teil auch wiederverkaufen. Das zweite Standbein sind die Berittpferde. Außerdem trainieren wir nicht nur Pferde, sondern auch Reiter. Ich reite den ganzen Vormittag. Manchmal habe ich dann auch die eine oder andere Unterrichtseinheit. Nachmittags kümmere ich mich um das Unternehmen Aubenhausen. Unsere Familie hat ja noch weitere Unternehmen, weshalb ich einmal pro Woche in den Strategie-Sitzungen aller unserer Unternehmen dabei bin. Doch im täglichen Ablauf ist meine Aufgabe ausschließlich Aubenhausen, darauf liegt mein ganzer Fokus. Vormittags will ich mich ganz auf die Ausbildung der Pferde konzentrieren. So etwas braucht Zeit und die muss man dem Pferd immer geben. Schon als junger Reiter haben du und Jessica selbst Pferde ausgebildet, was nicht so häufig vorkommt. Warum habt ihr euch dazu entschlossen?

Wir haben in der Tat schon in der Junge-Reiter-Zeit damit begonnen. Allerdings hatten wir natürlich auch unheimlich Glück mit unserem damaligen Trainer Stefan Münch, der uns durch diese Zeit geführt hat. Wir sind damals bereits mit dem Ausbilden von Pferden groß geworden. Danach ging es für uns weiter mit tollen Trainern wie Isabell Werth, Klaus Balkenhol und Jonny Hilberath, Monica Theodorescu, Andreas Hausberger, Morten Thomsen. Das sind alles Namen, die uns geprägt haben und bis heute prägen. Wir haben zwar das Glück, auch uns gegenseitig mit Tipps unterstützen zu können, aber etwa einmal im Monat nehmen wir doch gerne die Unterstützung in Anspruch. Sie haben uns immer auch mit jungen Pferden unterstützt und ich denke, darum konnten wir auch so gut Erfahrungen sammeln. Das Ausbilden junger Pferde hat uns immer schon Spaß gemacht und neben dem Sport ist es meiner Ansicht nach das, was uns am meisten motiviert. Das sich mit dem Pferd zusammen zu entwickeln und die Fortschritte zu sehen und zu erleben, ist ein wunderbares Gefühl. 10

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Du hast bereits viele junge Pferde in den Sport gebracht. Was reizt dich an deren Ausbildung ganz besonders?

Es stimmt, wir haben sehr viele junge Pferde im Stall und es hat mich schon immer gereizt, diese auszubilden. Wir haben insgesamt etwa 50 Pferde bei uns in Aubenhausen. Die Hälfte sind ungefähr eigene und die andere Hälfte Pferde in Beritt. Wir wollen immer darauf hinarbeiten, dass die Pferde ihren Höhepunkt ab neun- oder zehnjährig haben und nicht schon mit sechs Jahren. Das Bundeschampionat hat bei uns nicht wie bei manchen anderen Reitern hohe Priorität. Wir reiten es, wenn wir denken, dass es für ein Pferd gut passt. Aber grundlegend geben wir ihnen viel Zeit, sich zu entwickeln. Unser Ziel ist der internationale Grand Prix Sport. Wie gehst du vor, wenn du ein junges Pferd in den Stall bekommst? Wie sehen die ersten Schritte mit ihm aus?

Wie ich schon erwähnte, geben wir unseren Pferden viel Zeit für die Entwicklung. Das bedeutet aber nicht, dass wir ganz lange „nichts“ mit ihnen machen. Wir fangen beispielsweise mit Lektionen wie der Piaffe ganz früh an, aber geben den Pferden umso mehr Zeit dafür. Wir beginnen zum Beispiel mit der Piaffe mit manchen Pferden schon fünfjährig. Aber sie dürfen das dann bis etwa acht- oder neunjährig ganz und gar spielerisch erlernen. Der größte Fehler, den man machen kann, ist unserer Ansicht nach bis siebenjährig zu warten und dann nach dem Prinzip vorzugehen „Nun sollte er das aber endlich mal lernen“. Genauso verhält es sich etwa beim Fliegenden Wechsel. Spielerisch machen wir das schon mit unseren Vierjährigen bevor sie den Außengalopp lernen. Es ist für die Pferde ja viel natürlicher umzuspringen, das sieht man ja schon auf der Koppel. Das „Zeit lassen“ bedeutet nicht, nichts mit den Pferden zu machen, sondern ganz langsam und spielerisch vorzugehen. Man muss ja nur einmal bei uns Menschen schauen, da sagt man auch nicht zum Kind, dass es etwas innerhalb kürzester Zeit können muss. Stattdessen geht man im Alltag, Kindergarten, Schule anfangs immer spielerisch und auf lange Sicht vorausblickend vor. Das möchten wir auch unseren Pferden ermöglichen.

Fehler, welche die Pferde im Rahmen der Ausbildung machen, werden von uns möglichst ignoriert. Dinge, die unsere Pferde gut machen, werden entsprechend belohnt. Anerkennung ist bei vielen Tieren – und auch uns Menschen – einer der Urtriebe. Wird anerkannt, dass sie etwas gut gemacht haben, möchten sie es immer wieder tun. Wir ermöglichen unseren Pferden auch immer so viel Spaß wie möglich zu haben durch all die Möglichkeiten, die wir auf unserer Anlage haben wie AquaTrainer, Rennbahn, Freispringen, riesige Weiden und Ausreitgelände. Sie sollen niemals die Freude an der Arbeit verlieren und ich denke, das gelingt uns. Was würdest du sagen, was Reiter besonders beachten sollten, wenn sie junge Pferde ausbilden? Vielleicht hast du ein paar Tipps...

Der Reiter sollte immer darauf achten, dass die Ausbildung eines Pferdes Zeit braucht. Mal eben eine Abkürzung zu nehmen, damit etwas schneller geht, ist meist der falsche Weg und führt nicht selten in eine Sackgasse. Man sollte lieber einmal einen Schritt zurückgehen, denn oftmals ist dies der eigentliche Weg nach vorne. Außerdem sollte man immer an ausreichend Abwechslung und Anerkennung denken. Der Reiter sollte für jeden Tag ein wenig etwas anderes planen, sodass es für das Pferd nie langweilig wird. Er sollte sich beispielsweise speziell etwas heraussuchen, was er an jenem Tag mit dem jungen Pferd üben möchte, und am nächsten Tag wird wieder etwas anderes gemacht. Weil ein Pferd eine Lektion noch nicht begreift und diese nicht gelingt, diese überhaupt nicht mehr zu üben, ist nicht der richtige Ansatz. Kleine Schritte und Ansätze, die gelingen, müssen belohnt werden. Der Reiter muss langsam vorgehen, aber nicht das Training einer Lektion „brachliegen“ lassen. Wenn ein Pferd für den Ansatz gelobt wird, dann möchte es dies auch wieder machen. Als Beispiel muss der Reiter schon einen einzigen Piaffe-Tritt belohnen. Es müssen gar nicht drei oder mehr sein. Denn das Pferd sucht eine Lösung und möchte es gut machen. Die Anerkennung direkt in dem Moment, wo es etwas richtig macht, wird das verstärken. Und eins muss ich noch unterstreichen: Junge Pferde sind meist weiter


als man denkt! Nur der Reiter muss es verstehen, sie auf die richtige Art und Weise zu fördern. Welchen Stellenwert haben für dich/euch Nachwuchspferdeprüfungen wie Burgpokal und Louisdor?

Diese beiden Plattformen sind für uns absolut super. Man reitet auf großen Turnieren, was die jungen Pferde enorm fördert. Außerdem stellt man sich der gleichaltrigen Konkurrenz. Es bringt dem jungen Pferd nichts, immer nur zuhause zu trainieren. Es muss auch diese Atmosphäre erleben und damit umgehen lernen, soll es in den Turniersport hineinwachsen. Außerdem möchten wir uns natürlich auch den Richtern präsentieren. Das ist praktisch immer wieder ein Feedback, wie weit wir sind. Ihr habt ja in Aubenhausen ein echtes Pferdeparadies geschaffen. Was schätzt du ganz besonders an diesem Ort?

Das stimmt, wir haben schon einen besonderen Ort für unsere Pferde und uns selbst geschaffen. Wir tun alles, damit es den Pferden hier gut geht und sie geben uns das ja auch zurück. Es ist auch diese besondere Atmosphäre bei uns, die ich unheimlich schätze. Ich würde es so beschreiben, dass wir niemals Erfolg über alles andere stellen. Natürlich sind wir sehr ehrgeizig und das ist unser Antrieb, aber wir stellen die Pferde über alles und ich denke, das macht uns auch erfolgreich. Ihr lebt ja mit euren Familien allesamt auf der Anlage in Aubenhausen. Was bedeutet dir dieser Zusammenhalt auch mit euren Eltern und deiner ganzen Familie?

Das ist mir sehr wichtig. Ich habe mittlerweile auch drei eigene Kinder, zwei davon mit meiner Frau und eine Tochter aus einer früheren Beziehung. Auch zu ihr habe ich viel Kontakt und wir verstehen uns gut. Meine Familie ist für mich das Allerwichtigste. Leider ist es nicht immer so einfach, mit der ganzen Familie aufs Turnier zu fahren. Wir denken, dass es jetzt mit den Kindern in diesem Alter einfacher wird, sie auf Turniere mitzunehmen. Wenn sie dann erstmal in die Schule kommen, wird es mit Sicherheit wieder komplizierter. Aber deshalb ist es für mich auch sehr wichtig, immer wieder Auszeiten zu nehmen, damit wir bewusst gemeinsame Zeit ohne Turniere verbringen. Ich möchte auch nicht jede Woche ein Turnier reiten, sondern für meine Familie da sein. Für deine Schwester Jessica sind Yoga, Fitness und Co. für den reiterlichen Alltag enorm wichtig. Wie sieht das bei dir aus?

Ich mache ebenfalls sehr viel und es ist mir sehr wichtig. Ich mache auch Yoga und drei Mal die Woche machen wir gemeinsam mit dem ganzen Team Aubenhausen Sport. Darüber hinaus gehe ich Laufen und mache funktionales Training. Außerdem achte ich auf die Ernährung und ernähre mich sehr bewusst. Du hattest ja schon wirklich viele tolle Erfolge in deiner Karriere. An welche erinnerst du dich besonders gern?

Ein besonderes Highlight war für mich, als Jessica und ich Erste und Zweiter bei der Europameisterschaft der Jungen Reiter waren. Bei den Deutschen Meisterschaften war es

dann umgekehrt, sie war Zweite und ich Erster. Ein ganz spezielles Erlebnis war auch das erste Mal in Aachen. Nach unserer Junge Reiter Zeit hatten wir ja auch eine Durststrecke, während der wir viele junge Pferde ausgebildet hatten. Das war schon sehr anstrengend und nicht einfach, nur auf kleineren Turnieren zu reiten und dennoch immer weiter an sich zu glauben. Dann kam das Turnier in Donaueschingen, welches ich mit Der Hit gewann. Es war die Qualifikation zum Louisdor Preis. Für uns war es ein Meilenstein, weil wir wirklich ein Pferd bis zum Grand Prix ausgebildet hatten und nun mit ihm in der höchsten Klasse Fuß fassen konnten. Mit ihm ging es dann großartig weiter und auch Jessica hatte daraufhin mit Unee solch großartige Erfolge. Damit kam so richtig alles ins Rollen und darum ist es ganz besonders. Außerdem habe ich die kompletten letzten zwei Jahre mit Daily Mirror und Famoso als außergewöhnlich erlebt. Du erwähnst dein ehemaliges Top-Pferd Der Hit. Wie geht es ihm?

Er ist nach wie vor bei uns und ich reite ihn bei Turnieren. Ihm geht es richtig gut. Wir haben vor kurzem in Ising den zweiten Platz geholt. Er ist jetzt 16 Jahre alt und ich möchte mit ihm einfach noch schöne Turniere reiten und ihm dafür danken, was er die letzten Jahre alles geleistet hat. Beatrice Bürchler-Keller, der ja viele unserer Pferde gehören, ist Mitbesitzerin von Der Hit und liebt ihn ganz besonders. Sie kommt oft zu uns und reitet ihn. Interview: Alexandra Koch Foto: Equitaris

Alexandra Koch

Mit Jessica und Benjamin ist sie seit Jahren in Kontakt. Man ist nicht nur in Sachen Liebe zum Pferd, sondern auch durch die positive Lebensphilosophie auf einer Wellenlänge. redaktion@reiterkurier.de

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Eiskönigin Elsa und das Pferd Die Eiskönigin 2 - ist ein Pferdefilm der besonderen Art. Nokk hat die Macht und die Gewalt des Wassers. Er ist eine Gefahr, denn seine Kraft ist gewaltig. Kann Elsa das Pferd Nokk zähmen und für sich gewinnen? Sven, das Rentier, glänzt in – die Eiskönigin 2 - nur noch in der Nebenrolle. Er hat die Hauptrolle aus dem Kinofilm – Die Eiskönigin Völlig unverfroren - an das Pferd abgegeben. Die Kinder, die mit Sven und dem Schneemann Olaf lachen und weinen konnten, haben nun das richtige Alter für die Fortsetzung, denn diese ist kein Kleinkinderfilm. Unser Fazit: Sehr empfehlenswert ***** Foto: rk

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Lea Siegl gewinnt Vielseitigkeitsprüfung CCI* mit dem Hengst Lebenstraum ( V. Abendtanz / MV. Heops 2)

Lea Siegl gewann mit dem gekörten Trakehnerhengst Lebenstraum (Besitzer Karl Ochsner) am 3. November 2019 die Premiere des Vielseitigkeitsturniers in Pardubitz. Züchter des 8-Jährigen Trakehnerhengstes ist Dr. Hans Ernst Wezel aus Burgkirchen, Gestüt Schralling. Foto: Team Myrtill Januar 2020

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PFERDEMESSE

Pferd Bodensee 28. Februar bis 01. März 2020 Messe Friedrichshafen

Das Pferd steht im Mittelpunkt Die Internationale Pferdefachmesse geht mit einem neuen Erscheinungsbild vom 28. Februar bis 1. März 2020 an den Start und bietet ein spezielles und vielfältiges Angebot mit innovativen Themen zum Sport, zur Zucht und zur Haltung.

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ie internationalen Aussteller sind Pferdebetriebe, Pferdesportverbände, Reitsportausrüster, Anbieter von Einstreu, Futter und Nahrungsergänzungen sowie Anbieter zum Thema Pferdegesundheit. Sowohl Sportprofis als auch Hobby-Reiter werden hier fündig. Auf der Pferd Bodensee 2020 präsentieren sich in acht Messehallen rund 400 Aussteller aus 10 Ländern zu den Themen Sport, Zucht und Haltung. Führende Anbieter zeigen auf der Pferdemesse hochqualitative und zukunftsweisende Stalleinrichtungen, die neuesten Führmaschinen, verschiedene Futtermittel, Anhänger und Trucks sowie alles rund um Pferd und Reiter. „Wir haben das Konzept der Pferd Bodensee über die letzten Jahren im Sinne der Aussteller

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als auch der Besucher maßgeschneidert und sie zu einer bedeutenden Fachmesse entwickelt“, sagt Roland Bosch, Bereichsleiter der Pferd Bodensee. Auch das Thema Pferdezucht und Pferdegesundheit ist ein fester Bestandteil der Fachmesse geworden. Im Forum „Pferd & Mensch“ referieren namhafte Experten über die Gesunderhaltung und die Anatomie des Pferdes und zusätzlich über verschiedene Arten des Trainings mit dem Pferd. Über Neuheiten im Bereich der Pferdehaltung und des Stallbaus informiert das Forum „Pferdebetrieb“. Im Reiterjournal-Ring erleben die Besucher die Pferderassen in Aktion: Nationalgestüte, Vereine und Verbände informieren über verschiedene Pferderassen und Reitweisen. Dreimal täglich zeigt der Erste Deutsche Hufbeschlagschmie-

de Verband die Kunst des Schmiedens und bietet eine fachkundige Beratung der Messebesucher an. Ebenso steht das Westernreiten im Mittelpunkt und wird auf der Pferd Bodensee durch Anbieter von Sätteln, Bekleidung und Zubehör präsentiert. Im Reitring informieren fachkundige Referenten über die Techniken und Trends. Am Freitag- und Samstagabend bezaubert das spannende und faszinierende Show-Highlight „im Takt der Pferde“ mit rasanten, eleganten und sportlichen Show-Nummern. Weitere Informationen zur internationalen Fachmesse sind hier zu finden: www.pferdbodensee.de oder auf Facebook https://de-de. facebook.com/pferdbodensee.

Text/Foto: Messe Friedrichshafen GmbH


8. Dezember AMADEUS HORSE INDOORS 2019 Tag 04 Victoria Max-Theurer auf Benaglio in der Grand Prix Kür

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nternationale Dressurreiter von Weltformat, voll besetzte Zuschauertribünen und großartige Stimmung: Das war der fünfte FEI World Cup™ Dressage presented by Molkerei MEGGLE Wasserburg GmbH & Co KG in Salzburg. Im Rahmen der 14. Amadeus Horse Indoors fand zum fünften Mal eine Etappe der hochkarätigen Serie auf österreichischem Boden statt. Die Besten der Besten traten gegeneinander an, um wertvolle Punkte zu sammeln auf dem Weg zum Weltcupfinale in Las Vegas im April 2020, und die Siegerin hieß – genau wie bei der Salzburger Weltcup Premiere im Jahr 2015 - Isabell Werth (GER). In der publikumswirksamen Musikkür tanzte der 13-jährige Westfale Emilio (Ehrenpreis x Cacir AA) unter der unangefochtenen Nummer eins der Dressurwelt, der 6-fachen Olympiasiegerin, 9-fachen Welt- und 20-fachen Europameisterin Isabell Werth, zum Sieg. Bereits im Weltcup Grand Prix am Samstag hatten vier der fünf Richter Isabell und Emilio auf Rang eins gesehen und auch heute überzeugten die beiden auf ganzer Linie und erhielten großartige 85,905%. Die höchste Kürwertung in der Geschichte des Dressur Weltcups in Salzburg

Weltcupsieg für Isabell Werth, Vici Max-Theurer wird Dritte

„Ich bin sehr zufrieden mit Emilio, er hat sich nur einmal ganz kurz erschreckt, hat aber sonst hier in Salzburg sehr sichere und souveräne Runden gezeigt. Auch Madeleine geht es gut und damit ist am Ende alles gut ausgegangen. Ich wünsche allen eine gute Heimreise und hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Gratulation an den Veranstalter zu diesem tollen Event für die ganze Familie“, resümierte Isabell Werth zufrieden. Zweiter wurde die Nummer 18 der Welt Benjamin Werndl (GER) mit seinem 15-jährigen Westfalen Daily Mirror (Damon Hill x Florestan I). Der Vorjahressieger vom Team Gut Aubenhausen erritt in Salzburg seinen persönlichen Weltcup-bestscore von 84,705%. Da Isabell Werth als Weltcupfinalsiegerin bereits für das Finale in Las Vegas vorqualifiziert ist, scheint sie in der Wertung nicht auf und Benjamin Werndl führt nach fünf Runden die Zwischenwertung 2019/2020 mit insgesamt 63 Punkten an. „Salzburg fühlt sich ein bisschen an wie ein Heimturnier, wir haben ja nur eine Fahrzeit von 50 Minuten hierher“, erzählte Werndl bei der Pressekonferenz nach der Kür. Sein erfreutes statement, dass er sehr froh sei, so nah an Isabell herangekommen sein, quittierte diese mit einem trockenen „Solange es so bleibt“.    

Auf Platz drei stand Victoria Max-Theurer (OÖ) für Österreich. Die 13-fache Staatsmeisterin hatte den 11-jährigen Breitling W-Sohn Benaglio mit nach Salzburg gebracht und erstmals mit dem Fuchswallach die 78%-Marke geknackt. Exakt 78,525% waren das hervorragende Ergebnis mit dem sich Vici sehr zufrieden zeigte: “Ich bin wirklich überglücklich. Ich habe nicht an ein Top 3 – Ergebnis geglaubt, aber Benaglio und Rocky (Anm: Mit Nachwuchspferd Rockabilly gewann Theurer am Freitag den CDI4* GP Special) haben so einen tollen Job gemacht hier in Salzburg. Ich bin unfassbar stolz auf meine beiden Pferde.“ Marina und Toni Meggle ließen es sich nicht nehmen, ihrer Siegerin und den Platzierten im FEI World Cup™ Dressage presented by Molkerei MEGGLE Wasserburg GmbH&Co KG persönlich zu gratulieren: “Wir sind dankbar für die Möglichkeit, Salzburg zu unterstützen, da wir ja zur Hälfte Salzburger sind. Wir bedanken uns herzlich für die Einladung und möchten bei dieser Gelegenheit, unseren großen Respekt vor der Leistung des Veranstalters zum Ausdruck bringen.“ Text uppercat.at /Foto: ©kaiser

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3 Fragen an Andreas Dittrich

Züchter des Bundesprämienhengstes Akarino D

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Der Haflingerhengst Akarino D wurde von seiner Besitzerin Julia Götz in der Saison 2019 sowohl auf Turnieren geritten und auch als Zuchthengst eingesetzt. Welche Erfolge in Zucht und Sport kann Akarino D vorweisen?

Als Zuchthengst lässt Akarino mit bester Bewegungsqualität und bestem Charakter, den er an seine durchwegs korrekten Fohlen weitergibt, keine Wünsche offen. Er ist 2016 bereits zum Bayernsieger auf dem Zlf gekürt worden und erhielt im Oktober 2019 auch noch die heiß begehrte Bundesprämie.

Halbbruder Adoiko aus der Aurelie: 2008 geb. Wallach, im Springund Vielseitigkeitssport vorgestellt und platziert bis Kl. A* Halbschwester Adrienne aus der Aurelie: 2007 geb. Stute, im Fahrsport mit seinem Besitzer bis zur Kl. M* im Einspänner hoch erfolgreich und siegreich. Vollbruder Avellino aus der Aurelie, ebenfalls von Alabaster B erst 4-jähriger Wallach, siegreich in Reitpferdeprüfungen, hoch platziert in der Dressur Klasse A*

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Da Sie öfters auf Turnieren dabei sind: Was sind Ihre Aufgaben als TurnierTierpfleger von Akarino D, wenn Sie mit auf Veranstaltungen fahren? Hänger misten Pferd Wässern und zwischendurch Füttern Vergessene Sporen und Gerten vom Auto holen Beim diesjährigen Deckeinsatz im Natursprung konnte wiederholt eine Trächtigkeitsrate von 100 % erreicht werden. Im Sport lief der erst 7-jährige Akarino dieses Jahr die erste Saison in der Dressur in der mittelschweren Klasse gegen Warmblüter und konnte das Viereck mit vielen positiven Ergebnissen verlassen. Highlight sind hier natürlich die drei M-Platzierungen, u. a. zwei mit der 7 vor dem Komma. Damit haben sich Julia und Akarino in der Dressur Leistungsklasse 3 erritten und sind damit in der Klasse S startberechtigt.

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Gibt es Geschwister von Akarino D, die auch erfolgreich gefahren oder geritten werden? Geschwister von Akarino D, die ebenfalls von Fam. Dittrich gezogen wurden, gibt es:

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Pferd halten, wenn Reiter vorm Start noch schnell wo hin muss Mit dem Traktor aufs Tournier fahren, wenn die Wiesen mit dem Auto nicht befahrbar sind Und zu guter letzt, wenn die Reiter aufgeregt sind, beruhigen Wir bedanken uns bei Herrn Dittrich vielmals für die Beantwortung unserer Fragen und auch, für das Einfangen der freilaufenden Stute unserer Reiterkurier-Mitarbeiterin auf einem Turnier 2019.

Reit- und Fahrsport Tierzuchtgeräte Weissl Michael ––––––––––––––––––– Ob Fahren oder Reiten: Bei uns sind Sie immer auf der richtigen Seite!

Große Auswahl an Geschirren und Kutschen auf Lager –––––––––––––––––––––––––––––– Reit- und Fahrsport Michael Weissl Schabing 52 • D-84549 Engelsberg Tel. 08634 - 16 34 • priv. 56 27 • Fax: 66 072 Mobil 0171 - 62 25 012 • www.weissl.de Januar 2020

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Meisterehrung für die Reitsportlerin Samira Meir

Eine besondere Ehrung durfte das 13jährige Vereinsmitglied des Reitverein Thierhaupten Samira Meir, durch die Meisterehrung des Marktes Thierhaupten für ihre Reitsporterfolge 2019 erfahren. Drei schwäbische Meistertitel konnte Samira aufweisen, die ihre reitsportlichen Erfolge krönten. Kontinuierlich eignete sie sich Technik und Einfühlungsvermögen über die Jahre in vielen Trainingsstunden mit und ohne Trainer an, das sie auch zur Aufnahme in den Jugendkader des Reitverbandes Schwaben brachte. 1.Bürgermeister Toni Brugger überreichte ihr bei der Veranstaltung der Meisterehrungen des Marktes Thierhaupten, (Reitverein, Sportverein und Schützenverein Thierhaupten), die prächtige Ehrenmedaille. Er würdigte und bedankte sich für ihre Leistung und das große Engagement in der Heimatgemeinde und setzte ein Zeichen der öffentlichen Anerkennung. Sicher kann dies ein Ansporn und Vorbild für andere Sportler sein, so Toni Brugger, der der harten Disziplin, etwas besser machen zu können, - vollen Lobes war, das durch den großen Applaus

aller Gäste bestätigt wurde. Der Dank ging auch an die Betreuer von Samira, die ihr dabei halfen, ihre geliebte Sportart mit ihren Pferden zum Erfolg zu führen. Mama Nicole Meir, Trainer Markus Miller und 1. Vorsitzende des Reitvereins Hildegard Steiner, bei der sie mit 4 Jahren das Reiten auf dem Shetty-Pony Jenny begann, waren sichtlich stolz und freuten sich mit dem aktiven Pferdemädchen. „Schwäbische Meisterin“ im E-Springen, E-Kombination (Dressur/Springen) und im „Schwäbischen Ponypreis“ Siegerin im Springen zu werden, die mit je einer großen Anzahl und qualitativ hochwertigen Auswahl an Pony- und Jugendreitern besetzt waren,

von links: Bgmst. Toni Brugger, Mama Nicole Meir, Samira Meir, Trainer Markus Miller

die Meistertitel zu erreichen, war von der Realschülerin Samira eine hervorragende Leistung, wozu man ihr herzlich gratulieren kann. Text/Bild: Hildegard Steiner

Neu: Mühldorfer iQ Landwiesen Quarter Cubes – Raufutterwürfel aus besten Wiesengräsern und wertvoller Luzerne Das getreidefreie iQ-Sortiment von Mühldorfer Pferdefutter bekommt Zuwachs: Die Landwiesen Quarter Cubes bieten, durch ihr Zusammenspiel von Heu und Luzerne, eine optimale hochwertige Grundfutterversorgung für jedes Pferd. Mit einem Anteil von 70 % bestem Heu gewährleisten die Mühldorfer Quarter Cubes einen ausgewogenen Rohfasergehalt und somit eine ausgezeichnete Versorgung der Mikroorganismen des Verdauungssystems, die sich auf die Darmflora positiv auswirken kann. Die besondere Form und der hohe Gehalt an naturgesunden Grünfasern sorgen für eine extralange Fress- und Kauzeit, die die Speichelbildung anregt und die Landwiesen Quarter Cubes zu einer besonders magenschonenden Raufutteralternative machen. Um die Futterration für das Pferd wertvoll abzurunden, enthalten die Raufutterwürfel 30 % Luzerne, die von Natur aus essentielle Aminosäuren aufweist, die die Muskulatur des Pferdes hervorragend unterstützen können. Mühldorfer iQ Landwiesen Quarter Cubes sind zum Preis von 19,90 € (UVP) im Handel oder direkt bei Mühldorfer Pferdefutter erhältlich. Weitere Informationen: www.muehldorfer-pferdefutter.de www.facebook.com/MuehldorferPferdefutter www.instagram.com/muehldorfer.pferdefutter Januar 2020

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Wasser und Grundfutter

Wasser ist das wertvollste Gut auf der Welt, auch für unsere Pferde. Ohne Wasser hält es niemand lange aus. Wassermangel führt schnell zu Verhaltensänderungen, wie Aggressivität oder Müdigkeit und Stolpern. Grundfutter soll das Pferd dauerhaft mit allem Notwendigen versorgen. Mit seinem Verhalten kann uns das Pferd von Fütterungsproblemen erzählen. Nervosität, Muskelverspannungen, überschüssige Kraft oder Müdigkeit, das sind Auswirkungen von Mangelerscheinungen oder Überdosierung. Die Pferde sind von ihrem Typ, von ihrer Größe und von der Arbeitsintensität sehr unterschiedlich und die Inhaltsstoffe des Fut20

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ters müssen auf die Situation angepasst sein. Grasen auf der Weide ist die natürliche Futternahme. Eine große Ganzjahresweide bietet Vitamine, Nährstoffe, Auswahlmöglichkeit und auch die Möglichkeit durch Bewegung überschüssige Energie abzubauen. Heufütterung liefert eventuell genügend Energie, aber oft nicht ausreichende Mineralstoffe und Vitamine um ein Pferd mit allem Notwendigen zu versorgen. Eine Analyse des Heus auf seine Inhaltsstoffe gibt Aufschluss, welche Mineralien, Vitamine, Spurenelemente und Nährstoffe noch zugefüttert werden müssen. In Heulage kann ein höherer Anteil von Mineralstoffen und Vitaminen


Das brauchen wir: Pferde sollen nicht mit leerem Magen arbeiten, deshalb ist eine handvoll Heu vor dem Satteln immer beliebt.

Man sagt: Ein Pferd sollte pro Tag etwa 1,5 kg Raufutter je 100 kg Lebendgewicht fressen.

enthalten sein, als in Heu. Haferstroh, so wird gesagt, mögen Pferde gern und eignet sich zur Beimischung in Heu für Leichtfütterige, jedoch nicht das Stroh von jedem anderen Getreide. Hafer liefert Energie für erhöhte Arbeitsleistung. Müsli, Kraftfutter und Futtermischungen im Handel sind für die verschiedenen Anforderungen zusammengestellt, wobei die Inhaltsstoffe der Futtermischungen analysiert werden und gekennzeichnet werden. So ist es möglich die Menge des jeweiligen Futtermittels auf den Bedarf des Pferdes anzupassen. Ernährungsberater, Tierärzte, Futtermittelhersteller, Online-Rationsberechner, oder auch die eigene Fortbildung im Bereich der Pferdeernährung, liefern Informationen um eine passende Pferdefütterung zu finden. Text: rk,AkA

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Besonderheiten der Pferdeweide in 2020 Durch die extreme Belastung der Weiden in 2019 durch die Trockenheit und Hitze, und die Mäusebelastung jetzt über Winter, konnten sich Wiesen und Weiden deutlich schlechter regenerieren als in anderen Jahren. Hinzu kommen die Besonderheiten der Pferdeweiden. Diese sind vielfältiger und anspruchsvoller als die einer Rinderweide, das erschwert das optimale Management gegenüber Rinderweiden mit Schnittnutzung und Beweidung.

DIE VIELFÄLTIGEN GRÜNDE: Die gegenüber Rindern stärkere verdichtende Wirkung der Pferdhufe führt schnell zu Lücken, die wiederum ungünstige Artenverschiebungen im Bestand (größeren Lücken, Unkraut, Weißklee, Gemeine Rispe, Löwenzahn etc.) nach sich ziehen. Pferdeweiden müssen bei heutigen Haltungszielen vor allem als „Laufweiden“ dienen. Eine mäßige Trittbelastung kann die Narbendichte durchaus fördern, die Trittwirkung von Pferden mit den daraus wirkenden Scherkräften fördern im Vergleich zu anderen Tierarten die Schädigung der Weidenarbe. Die Schädigung hängt vom Gewicht der Pferde und dem individuellen Bewegungsdrang der Rasse, der Besatzdichte sowie dem Alter der Tiere ab, je jünger umso größer sind die Schäden. Besonders nach Trockenschäden aus 2018, dem schlechten Wiederaustrieb im Frühjahr, schnelles Stoppen und Wenden beim Laufen ver-

ursachten größere Zerstörungen an den erwünschten Arten, der Narbendichte und am Bodengefüge. Der Verbiss ist tiefer als beim Rind, was ebenfalls zu größerem Stress der Narbe und letztlich auch zu deren langsameren Regeneration und Lückigkeit beiträgt. Wenn die Kotstellen nicht abgesammelt werden, der Besatz hoch ist, dann entarten die Bestände von dort aus. Kotstellen werden nicht abgeweidet (Schutzmechanismus). Es kann zu einer starken Stickstoff-, Phosphat und Kalianreicherung im Boden führen, die wiederum z. B. Fruktanreiche Gräser fördert, die gut schmecken, gerne gefressen werden – wir diese aber eigentlich nicht in der Pferdeweide haben möchten, oder nur zu geringen Anteilen. Dies kann gegenüber einer Wiesen/Weidenutzung zu einer stark schwankenden Nährstoff- und Artenverteilung führen.

GEGENMASSNAHMEN: Regelmäßiges „pflegen“ der Weide! Mit einem Striegel oder Schleppe nach dem absammeln der Kotstellen zusammen mit einer für Pferde optimierten Nachsaatmischung wie die zusammengesetzten Gräser Arten führt zu Klima- und Besatzresilienten Weiden. Diese sind für die Witterungsschwankungen, Nässe, Trockenheit, Hitze, Kälte notwendig um gesundes Grundfutter auf der Weide für die Pferde zu Verfügung zu stellen. Der Planterra PferdeKIT bietet so eine Möglichkeit. Mit Fruktanarmen Gräsern, einer Starthilfe mit Nährstoffen die der junge Sämling braucht um sich schnell im Boden zu etablieren, ohne die Stickstoffgehalte in die Höhe zu treiben. Nach dem leichten einarbeiten mit Striegel oder Stahlrechen, einem leichten an walzen bei trockenen Verhältnissen, haben sie so binnen weniger Wochen wieder eine Weide die Futter und Auslauf bietet. Im Weiteren kommt es auf die Witterung an, wann die nächste flächige Beweidung für eine längere Zeit machbar ist. Für gesundes Grundfutter bei Pferden ist es Ratsam erst später – zum Rispenschieben der Gräser zu beweiden. So sind die Proteingehalte niedrig und das Frischfutter bestens für Pferde geeignet.

Text/Foto: Planterra Mehr Infos dazu unter www.planterra.de

Junge Sämlinge 3 Wochen nach der Aussaat des Planterra PferdeKIt, in weiteren drei Wochen sind diese bei trockenen Bedingungen für eine kurze Zeit (2-3 Tage) für eine Beweidung bereit. Foto: www.planterra.de

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EMPFEHLUNG FÜR STABILE WEIDEN UND PFERDEWIESEN: Regelmäßiges „Pflegen“ der Weide ist unabdingbar! In der Praxis sieht das wie folgt aus: › Kot absammeln › Mit Striegel oder Schleppe die Weiden abziehen › Nachsäen mit einer für Pferdeweiden optimierten Nachsaatmischung › Saatgut ganz flach mit Striegel oder Rechen (Lichtkeimer) einarbeiten und andrücken (anwalzen) So sind Sie die Pferdeweiden für Witterungsschwankungen gerüstet und Einflüsse wie Nässe, Trockenheit und Kälte richten geringere Schäden an. Das Grundfutter auf der Weide bleibt in einem optimalen Zustand für das Pferd.

EM Springen – Dressur – Para-Dressur Rotterdam 2019 Sehnsüchtig erwartet, jetzt endlich da: DAS Buch von der EM Dressur, Springen und Para-Dressur in diesem Jahr in Rotterdam/ NED. Alle Medaillen, alle Highlights, alle Emotionen unserer deutschen Teamreiter – auf 92 Bilderseiten zum Nacherleben und in Erinnerung behalten. Format 21 x 29,8 cm, fester Einband, 92 Seiten Kosten 19,80 Euro (inkl. MwSt.) zzgl. Versand ISBN 978-3-00-063636-3 Bestellbar über www.equi-la.de und info@equila.de sowie den Buchhandel

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WASSER UND GRUNDFUTTER

Fressen, fressen, fressen, Was dann passiert, dazu gibt es eine Untersuchung *1, die wir hier zusammenfassen: Einer Gruppe von Islandpferden wurde für 11 Tage Heufütterung, Eat what you like, angeboten. 10 Tage vorher gab es einen Umstellungszeitraum. Das Ergebnis war, auf den Punkt gebracht: Das Pferd frisst zu viel!

Über Bewegung der Pferde durch leichtes Reiten wird folgendes gesagt: „Um die erhöhte Aufnahme durch Reitleistung zu kompensieren, sollte diese also eine schwere bis sehr schwere Intensität haben, was für den Großteil der Freizeitreiter nur schwer umzusetzen ist ..“ Die Untersuchungspferde, die viel geritten wurden, wobei es immer nur leichte und mittlere Arbeitsintensität war, nahmen mehr zu, als die Pferde, die weniger tun mussten. Die Pferde, die am häufigsten geritten wurden, nahmen am meisten zu. Der Appetit wird mehr gesteigert, als abtrainiert wird. Auch bei Menschen gibt es Untersuchungen, die diesen Zusammenhang zeigen (WOO UND PI-SUNYER 1985; KING et al. 2011). Das ranghöchste Pferd, gleichzeitig das älteste Pferd, nahm am meisten zu. Das rangniedrigste, das jüngs-

te Pferd, nahm am wenigsten zu. Es wurde auch festgestellt, dass das rangniedrigste Pferd deutlich kürzere Zeit fressen konnte, also begrenzten Zugang zum Futter hatte. Zu Beginn der Untersuchung war nur das jüngste Pferd normalgewichtig mit 1,44 m Stockmaß und 414 kg. Die Pferde hatten zu Beginn ein Stockmass von 1,33m bis 1,44m und ein Gewicht von 355 kg bis 455 kg. Pferd 1 und 9 waren zwischen normal und leichtem Übergewicht. Die Pferde 2, 3, 4, 5, 6, und 7 hatten ausgeprägtes Übergewicht zu Beginn der Untersuchung. Dies sei der repräsentative Durchschnitt für Islandpferde in der BRD. Im Durchschnitt hatten die Pferde 17,5 kg zugenommen, der niedrigste Wert war 8 kg und die meiste Gewichtszunahme war 64 kg. Die durchschnittliche gefressene Menge Heu pro Tag und Pferd betrugen 10,34 bis 11,76 kg. Die Heuaufnahmemenge hat den aus der Literatur errechneten Bedarf um 4-5 kg täglich überstiegen. „Auch der Energiebedarf im Erhaltungsstoffwechsel wurde in der Untersuchung im Durchschnitt um fast 80 %, der Proteinbedarf um 44 % überschritten. Die Pferde waren also nicht in der Lage die bedarfsübersteigende Energieaufnahme zu erkennen (GFE 2014).“ Ein Grund für die Untersuchung war, dass das Raufutter ad libitum anzubieten als Lösungsmöglichkeit für Probleme in der Offenstallhaltung gesehen wird. „… Denn eine begrenzte Raufutterversorgung kann zu vermehrten Auseinandersetzungen und aggressivem Verhalten in der Gruppe führen, wodurch das Verletzungsrisiko ansteigen kann.“

*1) Die Raufutteraufnahmemenge von Islandpferden in Gruppenhaltung bei ad libitum Fütterung; (2017) Wiebke Kunz, Prof. Dirk Winter, Prof. Peter Theobald; eine Bachelorarbeit von Wiebke Kunz an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Fachbereich Pferdewirtschaft (B.Sc)

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Foto: Pixabay

Die Untersuchung endet mit dem Schlusssatz: „Da es bei leichtfuttrigen Robustrassen, wie dem Islandpferd, also leicht zur Verfettung kommen kann, ist hier eine Begrenzung der Futteraufnahmemenge insgesamt bzw. eine Verlangsamung der Futteraufnahmegeschwindigkeit durch Heunetze oder die energetische Verdünnung durch Strohzusatz empfehlenswert.“


WAS HEISST: LEICHT, MITTEL, SCHWER BEI ARBEITSINTENSITÄT DES PFERDES Beispiele sind:

Leicht: 30 Minuten Schritt 10 Minuten leichter Trab 10 Minuten schneller Trab 10 Minuten leichter Galopp 60 Minuten Gesamt bei 600 kg Pferd mit 70 kg ReiterIn

Mittel: 60 Minuten Schritt 30 Minuten leichter Trab 10 Minuten leichter Galopp 10 Minuten mittlerer Galopp 110 Minuten Gesamt bei 600 kg Pferd mit 70 kg ReiterIn

Schwer 45 Minuten Schritt 60 Minuten leichter Trab 20 Minuten schneller Trab 20 Minuten leichter Galopp 10 Minuten mittlerer Galopp 5 Minuten schneller Galopp (ca. 30 km/h) 160 Minuten bei 600 kg Pferd mit 70 kg ReiterIn

WIE VIEL MEHR DARF/SOLL EIN PFERD FRESSEN, WENN ES LEICHT, MITTEL ODER SCHWER ARBEITET? Bei leicht 0,25 bis 0,5 mehr als der Erhaltungsbedarf Bei mittel 0,5 bis 0,75 mehr als der Erhaltungsbedarf Bei schwer 1,0 bis 1,5 mehr als der Erhaltungsbedarf „Quelle: Meyer/Coenen 2014, Seite 72“

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Slow-feeding-Systeme für Pferde im Test Eine Zusammenfassung des Tests von 2016 Agrarforschung Schweiz 7 (5):246251, 2016 von Christa Wyss, Gabriela Gerster, Anja Zollinger und Iris Bachmann

dem Maul auf das Netz drücken. Wobei das Fressverhalten dem beim Grasen, also dem natürlichen Fressverhalten sehr nahe kommt.

Es wurde eine Sparraufe mit Netzen mit zwei verschiedenen Maschenweiten getestet. Der Zugang zum Raufutter wird dabei zeitlich gesteuert und mit einem Netz, das über dem Heu gespannt ist, wird die Fressgeschwindigkeit gebremst. Dabei wurde die Fressgeschwindigkeit und die Funktionalität der Technik geprüft. Es wurde Heu mit einem 3 cm und 4,5 cm Netz und Haylage mit einem 4,5 cm Netz getestet.

Interessant ist, dass große individuelle Unterschiede zwischen den sechs untersuchten Tieren bestanden. Einige Pferde haben ohne Netz weniger Heu aufgenommen als mit Netz.

Bei Haylage hat sich die Fressgeschwindigkeit verringert, jedoch bei keinem Pferd signifikant geändert. Dazu wird erklärt, das könnte daran liegen, dass die Haylage sehr langfaserig war und relativ fest zusammenklebte. Entsprechend konnte die Haylage büschelweise durch die Maschen gezogen und aufgenommen werden.

Möglicherweise fressen gewisse Pferde ohne Netz eher selektiv und daher langsamer, wurde dazu erklärt.

Bei Heu konnte die erwünschte Reduktion der Fressgeschwindigkeit nachgewiesen werden, jedoch weniger als bei früheren anderen Studien mit aufgehängten Heunetzen. Da das Heu unter den Netzen lag, konnten die Pferde mit

„Einige Pferde haben ohne Netz weniger Heu aufgenommen als mit Netz. “

Das Verletzungsrisiko war durch eine Metallbox im Aktionsbereich der Pferde gegeben. Beim Ausweichen vor Drohungen von Nachbarpferden schlugen sich Pferde den Kopf beim raschen Zurückziehen. Dies wurde technisch verändert und verbessert. „Die Versuchspferde waren nicht beschlagen. Bei beschlagenen Pferden, besonders solchen die häufig scharren, besteht das Risiko, dass sich das Netz

zwischen Huf und Hufeisen verklemmt und es zu Verletzungen kommen kann.“ In der Schlussfolgerung heißt es: „Es sollte nicht vergessen werden, dass Gruppenhaltung vom Pferdehalter eine besondere Art von Kow-how erfordert. Obwohl pro Tier durchschnittlich weniger Arbeitsaufwand entsteht (Schwarz et al. 2013), muss der Betreuer über Erfahrung und Feingefühl verfügen, um etwaige Probleme sowohl tiergerecht als auch arbeitstechnisch sinnvoll zu lösen. Besonderes Augenmerk sollte der Hierachiestruktur und der Harmonie der einzelnen Gruppen zugegolten werden: In einem weiteren Teil dieser Studie wurde sowohl während der Fütterung als auch während der Ruhephasen beobachtet, dass Rangniedrige vermutlich regelmässig ihre Bedürfnisse nach ungestörter Futteraufnahme und unbehinderten Liegephasen nicht befriedigen können. Diese Probleme gilt es ernst zu nehmen und als tierschutzrelevant zu betrachten. Es bedarf weiterer Forschung und der Entwicklung innovativer Lösungsansätze. Text/Foto: rk,AkA/Antonia Lauber

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WASSER UND GRUNDFUTTER

Problem Wasser, im zu heißen Sommer und im frostigen Winter Im Sommer, da kann das Pferd Selbstversorger sein, wenn wir ihm nur genug Raum geben und natürliche Wiesen. Auf den Almen suchen sich die Noriker und die Haflinger ihr Futter und Wasser selbst. Ok, das Wasser wird schon hier und da mit einer Widderpumpe zur Verfügung gestellt und Heu ist auch zur Reserve im Lager, für Wintereinbruch oder sonstige Fälle. Der Winter, der zwingt uns Versorger von allen unseren Pferden zu werden. Zu allererst muss das Pferd genug trin-

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ken. Ein Pferd braucht ungefähr 50 Liter Wasser am Tag. Der Bedarf ist abhängig von der Außentemperatur, von der Füt-

terung und von der Arbeitsleistung des Pferdes. Tränkebecken, Wasserfass, …, wenn es zu kalt wird, dann friert alles


ein. Die Wasserleitung schön warm immer über der dem Gefrierpunkt halten ist eine Möglichkeit um das Einfrieren zu verhindern. Es braucht etwa 80 Mal mehr Energie Eis aufzutauen, als diesen 1 Grad Wärme zu leisten, damit das Wasser nicht einfriert. Man kann den ganzen Stall warm halten und heizen, damit die Leitungen warm bleiben. Aber Vorsicht, trotzdem sollte man das gute Lüften nicht vernachlässigen, denn Frischluft ist das beste Mittel gegen Husten. Viel Trinken ist auch ein gutes Mittel gegen Husten, weil es Schleim verdünnt. - Nur so nebenbei: Ein Schuss Apfelsaft regt den Appetit der Pferde auf Flüssigkeit ungemein an. Anstatt den ganzen Stall zu heizen, kann man auch nur die Wasserversorgung wärmen. Beheizte Tränkebecken

gibt es so ab 100,- € pro Stück aufwärts. Sehr wichtig ist, dass bei der Installation keine Stromkabel zum Anknabbern freiliegen. Es gibt auch isolierte Wasserfässer, und für die Wiese im Freien, so einige gute Ideen zum Wasser warm halten.

Auch das Wasser in Bewegung zu halten, verhindert das Zufrieren. Fliesendes Wasser friert langsamer ein. So gesehen wäre auch Umrühren eine Möglichkeit. Vielleicht sollte man im Winter die Führanlage mit einer Rühranlage kombinieren, oder das Wasserfass

so beweglich aufstellen, dass es die Pferde ständig in Bewegung setzen. Oder, wir setzen uns in Bewegung und tragen das Wasser in Kübeln zum Pferd. Text/Foto: rk,AkA/Pixabay

Wie funktioniert eine Widderpumpe? Der hydraulische Widder ist eine wasserbetriebene Pumpe, welche ohne fremde Energie Wasser nach oben fördert. FUNKTIONSWEISE Durch die Triebleitung fließt das Wasser zunächst durch den Widder und das vorne angebaute Stoßventil. Dieses wird durch eine Feder offen gehalten. Bei einer bestimmten Fließgeschwindigkeit schließt das Stoßventil schlagartig. Mit dem Stoß in der Triebleitung wird das Druckventil im Widder für einen kurzen Moment (bis

die Energie aus dem Stoß verbraucht ist.) geöffnet. Somit wird ein gewisser Teil des Wassers in den sogenannten Windkessel und damit in die Förderleitung gedrückt. Nun ist die Energie des Stoßes verbraucht und die Feder am Stoßventil öffnet dieses erneut. Im Windkessel befindet sich ein Luft-

polster, wodurch das Förderwasser gleichmäßig am Leitungsausgang austritt. Um einen Widder optimal zu Betreiben, müssen die Verhältnisse von Triebhöhe und Trieblänge stimmen. Durch dieses Verhältnis kann das Wasser bis zum 20fachen seiner Triebhöhe gefördert werden.

WIDDERGRÖSSE Die Widdergröße ergibt sich aus der vorhandenen Wassermenge und der erforderlichen Fördermenge. Bild/Text: VWM Vera Weinmann Mechanik https://www.weinmann-online.de/ de/hydraulischer-widder

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Internationale Weihnachtsparty in Vechta Gäste aus aller Welt trafen sich zum Christmas-Shopping im Oldenburger Pferde Zentrum Vechta.

Mehr als 70 Prozent aller Auktioniken der 2. Oldenburger Special Edition werden künftig Oldenburger Freunde im Ausland begeistern. Die Top-Five für internationale Oldenburger Fans: Für 101.000 Euro ersteigerte ein erfolgreicher Teilnehmer der Asian Games aus Taiwan sein Weihnachtsgeschenk in Vechta. Der siebenjährige Final Dancer v. Fidertanz - Sir Donnerhall I - Lafontaine stammt aus der Zucht von Bernd Broghammer aus Bösingen, und wurde ausgestellt von Nicole Hartmann aus Hennef. Zweite Preisspitze mit einem Zuschlag bei 86.000 Euro wurde der vierjährige Parcourscrack Touchdown v. Toulon - Argentinus - Landadel, gezogen von Reinhold Schnieder aus Lastrup, und ausgestellt von Agmenton, Estland. Der sprunggewaltige, gekörte Hengst entspringt einer sportiven Familie und wird künftig von einer ameri-

kanischen Nachwuchsreiterin vorgestellt. Für 58.000 Euro in die USA wechselte die dritte Preisspitze London Calling OLD v. Carembar de Muze (Glock’s London) - Cordalmé Z - Grannus, aus der Zucht und ausgestellt von Henry Gr. Macke aus Uptloh. Die fünfjährige Stute stammt aus der Walmeria II, die Schwester von zwei gekörten Hengsten, darunter der in 1,55 m-Springen erfolgreiche Clemence unter Rolf Moormann. In der Preisliste folgte die bewegungsstarke Veuve Clicquot v. Vivaldi - Stedinger - Rotspon, aus der Zucht von Thore Kockerols aus Bremen, und ausgestellt von Perkovic Equestrian Investments, Bremen. Die bezaubernde Stute wechselte für 53.000 Euro in einen renommierten Dressurstall nach Schweden. Ein ganz besonderes Weihnachtsfest fei-

ert Grand Prix-Reiterin Evi Strasser aus Kanada. Sie sicherte sich die Finalteilnehmerin der diesjährigen Bundeschampionate Vive la Vie OLD v. Honoré du Soir/ Trak. - Detroit - Rohdiamant, gezogen von Bodo Willms aus Oldenburg, und ausgestellt von der Besitzgemeinschaft BTWW aus Oldenburg, für 52.000 Euro. Mehr als Zweidrittel, 15 von 21 Auktionskandidaten, wurden von Oldenburger Freunden aus dem Ausland ersteigert. Sie werden künftig in Belgien (3), Schweden (3), Kanada (2), Niederlande (2), Irland (1), Österreich (1), Spanien (1), Taiwan (1) und in den USA (1) Freude bereiten. Die 2. Oldenburger Special Edition glänzte mit einem Durchschnittspreis von rund 34.000 Euro und einem Umsatz von 712.000 Euro. Text/Foto: Oldenburger Pferdezuchverband e.V./gr.Feldhaus

Ein Zebra wurde von der Tierrettung erschossen Zwei Zebras sind Anfang Oktober 2019 aus einem Zirkus in Mecklenburg-Vorpommern ausgekommen. Ein Tier wurde schnell wieder eingefangen, das andere lief auf die A20, verursachte einen Unfall ohne Verletzte, beschädigte einen Streifenwagen und lief dann in einen kleinen Ort. Mit der Polizei war vereinbart, dass die Tiere mit einem Betäubungsgewehr gestoppt werden. Gewicht und Dosierung waren bereits abgesprochen. Ein Mitarbeiter der Rostocker Tierrettung tötete das Zebra durch Schüsse mit scharfer Munition.

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Jetzt steht die Frage im Raum, ob das Zebra, das Pumba hieß, erschossen werden durfte. Im Tierschutzgesetz unter Paragraph 17 heißt es: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.“ In der Süddeutschen Zeitung vom 4.10.19 wird der Referatsleiter im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MecklenburgVorpommern zuständig für Tierschutz,

Bernd Broschewitz, zitiert: „Wenn Gefahr in Verzug ist, kann es durchaus gerechtfertigt sein, ein Tier in einer solchen Situation zu erschießen“. Auch eine Anwohnerin wird in der SZ zitiert: „Es ging doch gar keine Gefahr aus, der war kaputt, der Kopf war unten.“ (Infos aus: www.sz.de/1.4626986) Text: rk,AkA


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Prüfung

Trainingsvideos analysieren und erklären die Hindernisse der Working Equitation, geritten nach den Regeln des WED, Schritt für Schritt und geben wesentliche Praxistipps zur Herangehensweise. Gemeinsam mit Andrea Jänisch (Richterin und Ausbilderin) und den Fachleuten des WED entsteht eine Serie aus ca. 30minütigen Trainingsvideos, die die Trail-Hindernisse der Working Equitation erklären, wie sie nach den Regeln des WED geritten werden und worauf die Richter besonderen Wert legen.

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Working Equitation Das Tor Das Spannende dabei: Mit drei Kameras wird jedes Hindernis aus verschiedenen Perspektiven gezeigt. Die Trainingsanleitung erklärt nicht nur Schritt für Schritt jede einzelne Phase am Hindernis, sondern gibt auch Tipps, wie an das Hindernis herangegangen werden soll. Den Anfang macht das Tor. Hier gibt es laut Regelwerk des WED vier Varianten, wie es erfolgreich bewältigt werden kann. Dazu hat sich das Team Jänisch/ Rosinger Folgendes ausgedacht, um den Ablauf für den Zuschauer verständlicher zu machen: Andrea Jänisch reitet jede der vier Varianten. Parallel dazu baut Filmprofi Rosinger graphische Animationen ein, so dass der Zuschauer den

Ablauf auch aus der Vogelperspektive beobachten kann. Ergänzend dazu erfährt der Worker, wie er sein Pferd bereits in der Dressur gut auf die einzelnen Phasen des Hindernisses vorbereiten kann – beim Tor geht es z.B. um Vor- und Hinterhand-Wendungen, Seitwärtsbewegungen sowie Rückwärts-Richten. Er erhält wichtige Hintergrund¬informationen z.B. zum Lernverhalten der Pferde und wie dieses genützt werden kann, um Unsicherheiten rasch zu bewältigen. Auch der Spaß darf beim Lernen nicht zu kurz kommen: Jedes Video ist garniert mit Ausschnitten aus Turnierritten der Spitzenkönner. Die Lehr- und Trainingsvideos sind im Webshop unter https://shop.esr-luftbild.de abrufbar.

Foto/Text: Team Rosinger, Jänisch


GESUNDHEIT

Gefahr Kreuzverschlag Eine an Stehtagen nicht selten vorkommende Erkrankung ist der Kreuzverschlag (auch bekannt als belastungsbedingte Myopathie), welcher in der Regel entsteht, wenn das Pferd deutlich weniger als normalerweise bewegt wird. OHNE VORZEICHEN „Die Erkrankung setzt oft ohne Vorzeichen ein“, erklärt Fütterungsexpertin und Veterinärmedizinerin Dr. Julia Mack aus Ohlstadt. „Kurz nach Beginn der Arbeit zeigt das Pferd bereits Probleme im Bewegungsablauf. Symptome sind „klamme“ Bewegungen des Pferdes und Steifheit in der Hinterhand. Die Pferde knicken ein und auch Körpertemperatur, Puls und Atmung steigen an. Teilweise können die Pferde sich nicht mehr bewegen, die Muskeln fühlen sich völlig hart an. Dramatisch wird die Situation, wenn sich das Pferd nicht mehr durch den Reiter kontrollieren lässt und sich ohne große Vorwarnung plötzlich hinzulegen versucht.“ Verursacht wird der Kreuzverschlag durch eine Auflösung der Zellen in der Muskulatur (Rhabdomyolyse). Unterschieden wird zwischen dem Akuten Kreuzverschlag, der typisch für zu lange Stehzeiten bei unpassender Fütterung ist. Hinzu kommen das Tying-UP-Syndrom sowie PSSM, eine vererbbare Form.

FALSCHE FÜTTERUNG „Ein Grund für die Erkrankung kann nor-

male Fütterung bei stark verminderter Bewegung sein. Dabei wird Glykogen, ein Kohlenhydrat, in überdurchschnittlicher Menge in den Muskeln eingelagert. Normalerweise würde es durch tägliche Arbeit verbraucht, doch in der Stehzeit sammelt es sich an. Wird das Pferd dann plötzlich wieder – vor allem ohne ausreichend lange Aufwärm-Phase – gearbeitet, entsteht Milchsäure und die Muskulatur übersäuert. Im schlimmsten Fall kann der Organismus dadurch so stark belastet werden, dass das Pferd einen lebensgefährlichen Kreislaufkollaps erleidet. Eine weitere Komplikation kann entstehen, wenn das in den Muskeln entstehende Protein Myoglobin die Nieren schädigt und das Pferd dadurch keinen Harn mehr absetzen kann. Hier kann Nierenversagen die schlimmste Folge sein.“ Häufig liegen sich Pferde mit Kreuzverschlag auch in der Box fest. In diesem Fall sollte dafür gesorgt werden, dass extra dick um das Pferd herum eingestreut wird, sodass es sich nicht verletzen kann. Zur Beruhigung sind Bachblüten Rescue Tropfen sinnvoll, sofern das Pferd darauf anspricht. In jedem Fall muss augenblicklich der Tierarzt informiert werden, betont Dr. Mack.

Zu einer veränderten Fütterung rät Expertin Julia Mack, wenn im Winter die Bewegungsintensität des Pferdes verringert ist und sein normales Futter einen recht hohen Kraftfutteranteil enthält. „Wenn ein hoher Anteil der täglichen Ration aus stärkereichem Kraftfutter besteht, ist eine Reduktion der Kraftfuttermenge in Zeiten verringerter Arbeitsleistung sinnvoll und notwendig, um das Risiko für Folgeerkrankungen wie Koliken und Kreuzverschlag möglichst gering zu halten.“

GEFÄHRLICHE KOMPLIKATIONEN Auftreten kann der Kreuzverschlag auch im Zuge des sogenannten „refeeding syndrome“, erklärt Dr. Mack. „Dieses Syndrom stellt eine große Gefahr für schwerst unterernährte Pferde dar. Der Stoffwechsel des Pferdes im Zustand des Hungerns ist auf Fett- und Eiweißabbau ausgerichtet. Wenn nun schlagartig Kohlenhydrat-haltige Futtermittel wie Getreide verabreicht werden, kommt es zu einer plötzlichen hochgradigen Ausschüttung von Insulin, einem Hormon, das in der Kontrolle des Blutzuckerspiegels eine Rolle spielt. Für Weiterverarbeitung des Zuckers in der Zelle sind aber zahlreiche andere Nährstoffe, die der Körper in seinem ausgezehrten Zustand nicht zur Verfügung hat, nötig. Der Versuch des Körpers, diese Nährstoffe in die Zellen zu holen, um die Glucose weiter zu verwerten, führt zu dramatischen Imbalancen verschiedener Nährstoffe im Blut und damit neben Herzrhythmusstörungen und Lähmungserscheinungen auch zum Kreuzverschlag. Eine derartige Veränderung des Stoffwechsels kann innerhalb weniger Tage bei Pferden zum Tod führen.“ Text: Alexandra Koch

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rtrait o p e s s a R

DAS IRISH SPORT HORSE Gestalt: Das Irish Sport Horse ist groß und stark wie ein Draught Horse mit dem eleganten, gelenkigen Körperbau eines Vollblutpferdes. Kräftiger als ein Vollblut, mit ausgewogenen Proportionen, starker Hinterhand, guter Balance, korrekten Gangarten, leichtfüßigem Trab und einer bemerkenswerten Schnelligkeit im Galopp steht es mit einer Höhe von 15 zu 17 Hands, also ca. 1,60 m bis 1,75 m mit einem Durchschnittsgewicht zwischen 550kg und 680kg muskelbepackt und leistungsbereit.

Farbe:

Die Farbschläge reichen von

schwarz, weiß, grau, braun, fuchs bis hin zu zweifarbigen Piebald (farbig meist schwarz gescheckt auf weiß) und Skewbald (weiß gescheckt auf farbig). Der Kopf ist ausdrucksstark mit intelligenten Augen und wachem Blick.

Charakter: Zuverlässig, ausdauernd, charakterstark und gelassen wie ein Irish Draught Horse, dabei temperamentvoll und ehrgeizig wie ein Vollblut. Lernwillig und leistungsbereit, großzügig und auf Sicherheit bedacht, achtet auf seinen Reiter, nimmt gerne Hilfen an, aber trägt auch seinen Reiter verantwortungsbewusst sicher zum Ziel oder nach Hause.

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RIOGHAN RUA, Irish Sport Horse, EinzelBronzemedaille-Gewinner bei der Vielseitigkeit-Europameisterschaft 2019 in Luhmühlen, mit dem irischen Reiter Cathal Daniels

Irish Sport Horse Das Irish Sport Horse-Irisches Sport Pferd-auch Irish Hunter genannt, ist bei weitem das erfolgreichste Turnierpferd Irlands. Die gezielte Kreuzung zwischen Irish Draught Horse-Irisches Zugpferd-und Thoroughbred-Vollblut-Blutlinien erzeugt ein außergewöhnliches, extrem athletisches Pferd, das in Wettkämpfen allerhöchster Stufe des Reitsports mit großem Erfolg teilnimmt und sich auszeichnet. Weltberühmt für sein wundervolles Temperament und eine starke Bereitschaft zu lernen und sein Bestes zu geben, ist das Irish Sport Horse vorzüglich geeignet für Dressur, Springreiten und Eventing/ Cross Country. Eine beständige, langjährige Erfolgsbilanz, einschließlich Siege bei zahllosen Olympischen Wettbewerben beweist, dass diese Züchtung zurecht immer wieder den ers-

ten Platz bei der Weltzuchtvereinigung -World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) einnimmt. Berühmte Sieger im Springreiten sind unter anderem Boomerang, Ryan’s son, Cruising, Flexible, Castlefield Eclipse, Lisona und Rollercoaster, sie alle haben über Jahrzehnte hinweg das Niveau des Springens entscheidend mitbestimmt. Generationen des Irish Sport Horses beherrschen die Eventing Szene und gewinnen nicht nur Titel, sondern auch die Herzen der Pferdesportliebhaber weltweit. Unvergesslich bleiben die Auftritte von Pferden wie Biko, Custom Made, Supreme Rock oder erst kürzlich Mr Medicott und Imperial Cavalier, um nur einige wenige zu nennen.


Ein international erfolgreiches Pferd, das mit entsprechendem Training seinen Reiter von Sieg zu Sieg tragen wird und bei allem Ehrgeiz immer auf seines Reiters Sicherheit bedacht ist, stark, zuverlässig, mit Temperament – das ideale Turnierpferd also, aber nicht nur: das vielseitige Irish Sports Horse ist auch ein idealer Begleiter und Freund für den Amateur und Freizeitreiter, denn es fühlt sich auf weiten Wanderpfaden und im Gelände noch viel wohler als in der Arena.

trait r o p e s s Ra

GESCHICHTE Seit 1923 wurden Kreuzungen zwischen dem Irish Draught Hore und dem Thoroughbred gezüchtet, um ein ideales

Pferd für Hunting und Querfeldeinturniere zu erhalten. Es vereint die besten Eigenschaften beider Pferderassen und wurde immer wieder gezielt verbessert. In den 1990er Jahren wurden Kontinentale Zuchtlinien wie Hannoveraner, Selle Francais und Trakehner mit eingekreuzt. ¾ TB/ ¼ ID ergibt ein gutes Springpferd oder Eventer; ½ TB/ ½ ID eignet sich für Dressur und selbst diejenigen, die es nicht an die Spitze schaffen, sind anpassungsfähig genug für einen Freizeitwanderreiter. Foto/Text: AGENTUR Equitaris/Claudia Bennich

Seabiscuit – Der oscargekrönte Film über dieses Pferd Das ist Poesie – so sprach Red’s Vater, als er ihn Reiten sah. Er hätte ihm beinahe ein Pferd gekauft, aber eben nur beinahe. Dann kam die Wirtschaftskrise und wie viele andere auch, verloren sie alles. Red wurde später der Jockey von Seabiscuit und Seabiscuit ist ein legendäres Rennpferd.

D

er „schwarzen Freitag“ am 24. Oktober 1929 war der Paukenschlag-Anfang der Wirtschaftskrise und einige Jahre später zieht das Rennpferd Seabiscuit alle aus der Krise, seinen Jockey, sein trauriges MillionärsBesitzerehepaar, und seinen eigenartigen Pferdetrainer, der meint: „Man wirft doch nicht ein ganzes Leben weg, nur weil es ein wenig beschädigt ist.“ Und, er zieht die Massen auf die Rennbahn. Seabiscuit war ein Verliererpferd, seine Aufgabe war es, den Siegerpferden Selbstvertrauen zu geben, weil er überholt wurde. Und dann, dann kann dieses Pferd einen Turbo ak-

tivieren, so Wunderreserven, die Superkräfte herzaubern. Nicht nur das Pferd aktiviert Superkräfte. Jeder gibt sein Bestes, und das Unmögliche wird wahr. Der begeisternde Radioreporter, der Promoter-Pferdebesitzer, mit viel Vertrauen in Pferd und Mensch, und das Pferde-Trainer-Jockey-Dream-Team bewegen die Ost- und die Westküste Amerikas. Der Film SEABISCUIT MIT DEM WILLEN ZUM ERFOLG erzählt packend diese wahre Geschichte. Text: rk,AkA Januar 2020

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Adventsturnier des RPV auf dem Gestütshof Brendlberg in Ruhpolding Das Adventsturnier, traditionell am 1. Adventssonntag, liegt den aktiven Reitern und Reiterinnen besonders am Herzen; sie freuen sich schon das ganze Jahr darauf. Das beweist die jährlich hohe Teilnehmerzahl von ca. 50 Kindern und Jugendlichen mit 65 Starts. Um 08:00 Uhr begann der Wettkampftag in der wunderschön weihnachtlich geschmückten Reithalle mit der E-Dressur, die dieses Jahr in 2-er Teams geritten und auch so gewertet wurde. Es kam also für die Akteure darauf an, möglichst harmonisch und im Einklang die Aufgabe zu reiten. Im Anschluss kämpften acht Teilnehmer in der A-Dressur um die Platzierungen. Die Siegerehrung dieser beiden Bewerbe wurde gleich im Anschluss mit großem Applaus abgehalten. Auch wurden die Vereinsmeis-

terin 2019 Luise Keil und Kombinationsmeisterin 2019 Leonie Grömmer in Abwesenheit geehrt. Der Nachmittag gehörte dann dem jungen und jüngsten Nachwuchs. Er begann mit einer Schritt-Trab Prüfung, bei der die einzelnen Reiter zum einen leichttraben, aussitzen und den leichten Sitz zeigen mussten, zum anderen unabhängig auch gegen die Abteilung Hufschlagfiguren reiten mussten. Weiter ging es mit einem Dressur- und einem einfachen Reiterwettbewerb. Diese Prüfungen wurden in verschiedene Leistungsklassen eingeteilt. Mit viel Elan, Ehrgeiz und Konzentration zeigten die Kinder, auch die jüngsten, ganz tolle Leistungen. Ein besonderer Dank gebührt Herrn Alex Hansen, der uns als Richter den ganzen Tag zur Verfügung stand. Vor der Siegerehrung gab es eine Voltigierdarbietung. Anna und Mia, 5 und 7 Jahre alt, zeigten auf Isländer Tillberry, liebevoll Tilli genannt unter der Leitung von Sonja Sojer viele schwierige Übungen, die sie in nur wenigen Wochen gelernt hatten. Anschließend wurden die Kinder und Jugendlichen gebührend von den Eltern und Zuschauern gefeiert und erhielten je nach Platzierung Pokale, Urkunden, Medaillen und Schleifen. Ein wunderschöner Abschluss der Veranstaltung war der Auftritt des Nikolaus mit Kramperl und drei Engerln, die Naschwerk an die Kinder verteilten. Am Ende dieses schönen Tages verabschiedete Frau Stephanie Kleinecke alle Zuschauer und Teilnehmer und dankte den zahlreichen Helfern, insbesondere unseren Damen im Reiterstüberl, die den ganzen Tag für das leibliche Wohl der Zuschauer und Teilnehmer gesorgt hatten. Sie richtete auch ein herzliches Dankeschön an die Eltern, die ihren Kindern das Reiten ermöglichen und immer pünktlich zum Unterricht bringen und wünschte allen eine friedvolle Advents- und Weihnachtszeit.

Die 3 Erstplatzierten der A Dressur: in der Mitte Cynthia Dominguez, links Luise Keil auf Gridör, rechts Babsi Christofori auf Capitano.

Die Ergebnislisten und Fotos sind auf der Vereinshomepage rpv-ruhpolding. de zu finden.

Text/Fotos: Barbara Rahn Glückliche Sieger und Platzierte der Reiterwettbewerbe

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Schwäbisches Ponytreffen 2019 Zum Abschluss der Saison lud auch dieses Jahr der „Fachbeirat Pony“ des Reitverband Schwaben zum traditionellen „Ponytreffen“ ein. Der Möglichkeit zum Austausch und Information stellten sich Verbandsjugendleitung Bernd Miller, Sabine RenauerSchnell, Fachbeirat Thomas Bamberg und Ehrenvorsitzender Wulf-Dieter Mittelstrass. Das „Ponyteam Schwaben“ war dieses Jahr erfolgreich auf dem Landesponyturnier und konnte den Springpokal der Klasse L, sowie den Mannschaftsdressurpokal gewinnen. Der Dank des Ponyteams geht besonders an die Firmen Logistik³, Gersthofen, Scheiffele-Schmiederer KG, Egling und Reitsport Rudolph, Königsbrunn für ihre Unterstützung, sowie an alle Eltern, die alles, (z.B. mit Fahrdiensten zum Training auf Lehrgänge und Turniere), erst möglich gemacht haben. Nach der offiziellen Begrüßung wurden Ehrungen des „SVS-Cup, Logistik3-Cup & Schwäbischer Ponypreis“ vollzogen. Über den „Schwäbischen Ponypreis“ in der Dressur Kl. E freuten sich: Mia Sechtenbeck, Leonie Wagner, Max Beck, Lena Beck, Charlene Pichler, Samira Meir und Sophia Haas. Im Springen Kl. E traten Samira Meir, Lena Beck, Leonie Wagner, Franziska Zeller, Amelie Gistl und Anika Miehle hervor. Beim „Schwäb.Ponypreis“ Dressur Klasse A lagen vorne: Juliane Kamenz, Charlotte Haas, Edda Jaberg, Sophie Herfert, Kristin Mertens und Josefine Schmid. Besondere Ehrung auch für den „Ponypreis“ im Springen Kl. A, Charlotte Haas, Carlotta Reisacher, Guiliana Angerer und Annika Bamberg. Für den „SCS Cup“ Dressur Kl. A** qualifizierten sich Edda Jaberg, Juliane Kamenz und Annika Bamberg. Im „SCS Cup“ Springen Kl. A** konnten Alina Schmiederer und Charlotte Haas die Ehrung entgegennehmen. In der Klasse L im „Logistik3 Cup“ Dressur waren Annika Bamberg, Kristin Mertens, Kim Cronauer, Josephine Ruppert, Jana Reichl, Emily Rother über die feierliche Ehrung mächtig stolz. Mit besonderer Leistung behauptete sich Ella

Die Erfolgreichen Mannschaften vom Landes Pony TurnierKim Cronauer, Josephine Ruppert, Jana Reichl, Annika Bamberg, Leonie Wagner, Cilia Marie Oberhuber, Charlene Pichler, Charlotte Haas, Eva Maria Scherer, Aline Schmiedrer, nicht auf dem Bild: Isabel Reiter

Neff im „Logistik3-Cup“ Springen in der Klasse L. Der „Fair Play Preis 2019“ ging an Alina Schmiederer. Sie wurde wegen ihres vorbildlichen Verhaltens auf Turnieren, gegenüber ihrem Pony, dem respektvollen Umgang mit anderen Teilnehmern und weiteren beteiligten Personen, mit diesem Preis ausgezeichnet. Die Verabschiedung aus dem Ponykader aufgrund des Erreichens der Altersgrenze folgte. Charlotte Haas und Kim Cronauer mussten ausscheiden. Beide waren mehrere Jahre fester Bestandteil des Kaders und hinterlassen eine Lücke, die von jungen Reiterinnen nun wieder gefüllt werden muss. Charlotte konnte Erfolge im Springen bis zur Klasse L vorweisen und wurde dieses Jahr 5. bei den Bayerischen Meisterschaften. Kim erritt sich in der Dressur Erfolge auf ihrem Pony bis zur Klasse M und war in der Klasse L siegreichl

Thomas Bamberg gab einen interessanten Ausblick auf das Jahr 2020. Vorgestellt wurde der neue „Schwäbische Jugend Cup 2020“. Er gab einige erste Eckdaten: Springen in den Klassen E, A und L. Dressur in den Klassen E und A in den Klassen: Klasse E: LK 0 & 6, Klasse A: 6 & 5, Klasse L: 5 & 4. Keine Anmeldung, keine Startgebühr, es werden alle Reiter, die starten gewertet. Startberechtigt sind alle U18, die Mitglied in einem Reitverein im Regionalverband Schwaben sind. Rückfragen hierzu an Thomas Bamberg Tel. 0178/3474134. Mit gemütlichem Beisammensein, mit Anregungen und interessanten Gesprächen ging der Abend zu Ende. Text/Foto: Hildegard Steiner

Ihr habt Neuigkeiten aus eurem Verein? Schickt uns gern Texte und Fotos an redaktion@reiterkurier.de Januar 2020

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Aachen Dressage Youngsters: Emma Blatt siegt mit Akanthus im Childrens Cup Ein talentiertes Trakehner Nachwuchspaar trat bei den Aachen Dressage Youngsters in die Öffentlichkeit: Emma Blatt startete mit dem 13jährigen AKANTHUS v. Connery-Sixtus (Z.: Dr. Martin Mehrtens, B.: Gestüt Moosbend) in der Childrens Tour und konnte sich nach jeweils Platz zwei in der Team- und der Einzelaufgabe in der Gesamtwertung den Sieg sichern! Emma Blatt reitet Akanthus seit gut eineinhalb Jahren und war im Sommer bereits international in Lipica erfolgreich. Text: Imke Eppers

Adlerkralle - Der Indianerjunge und sein Wolf Der Indianerjunge Adlerkralle erlebt viele kleine, aber gefährliche Abenteuer, denn er lebt mit seinem Stamm am Fluss in der Wildnis. Von Bären, Wölfen und Puma bedroht, verbringt er den Tag mit Fischen und Jagen. Natürlich bleiben da die Überraschungen nicht aus. Dieses Buch empfehlen wir vor Allem auch zum Vorlesen, da es auch für Erwachsene interessant ist, wie das Leben in der Wildnis gemanagt wird. Nur - es fehlt - das Pferd! Die Autorin von Adlerkralle hat auch ein Pferde-Indianerbuch für Kinder ab 9 Jahren geschrieben: Geflecktes Indianermädchen Kerstin Groeper, die Schritstellerin der beiden Bücher, spricht Lakota, die Sprache der Indianer und erzählt von den Gechichten, die sie bei den Indianern in Kanada gehört hat. Mit liebevollen Details schildert sie das nachhaltige Leben der Indianer in Mitten der Natur mit all ihren Gefahren. Die beiden Bücher erscheinen im Traumfänger Verlag. rk Adlerkralle ISBN 978-3-941485-58-7 Geflecktes Indianermädchen ISBN 978-3-941485-61-7

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MARKTPLATZ

REITURLAUB 12.02.-19.02.20: Duft der Wüste, 19.-26.02.20: Zauber des Südens m. Wanderungen 18.-25.03.20: Atlasgebirge-Salzsee-Grand Erg-Daharberge 27.03.-03.04.20: Sternschnuppen RK Tunesien Reisen GmbH, Rosi Krämer, Hemberg 5, 83093 Bad Endorf www.rk-tunesien-reisen.com Tel: 0171-5349126, info@rk-tunesien-reisen.de

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Kalte Markt

Rossmarkt

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23.01. - 26.01.2020

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Dressur-Turnier Kl. L bis Kl. S

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InklusionsWestern-Reit- turnier Reitanlage Meir turnier 86672 Thierhaupten 3.4. - 5.4.2020

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eurocheval – Europamesse des Pferdes Süddeutschlands größte Fachmesse rund um Pferdezucht, Pferdehaltung und Pferdesport Vom 23. bis 26. Juli 2020 wird die Messe Offenburg wieder zum Treffpunkt für Reitsportler, Züchter und Pferdebesitzer. Über 400 Aussteller präsentieren sich auf dem Freigelände oder in den Hallen. Bei den Produkten dreht sich alles um Pferd und Reiter, wobei die Themen Zucht, Haltung und Pferdesport gleichermaßen abgedeckt werden. Die riesige Produktvielfalt wird durch erstklassige Vorführungen und Shows abgerundet. Text: www.eurocheval.de

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Das lest Ihr in der

Verlag Reiter-Kurier Wasserburger Strasse 12 D-83093 Bad Endorf Tel. +49 (0) 8053 - 798 809 E-Mail: info@reiterkurier.de www.reiterkurier.de

Februar-Ausgabe

Herausgeber: Andrea Akhigbe Redaktion: Andrea Akhigbe Layout: Antonia Lauber

KLEINE PFERDE, ZU GROSSE PONYS

Mediaberatung: Andrea Akhigbe Rita Buschbacher Rita Schmitz

Pferde, die kleiner sind als 160 und größer als 148, werden wir im Februar unter die Lupe nehmen. Welche Rassen eignen sich für welchen Spaß? Spaß machen soll es auf jeden Fall mit den handlicheren Hottehüs. Falls Ihr was darüber lesen wollt, dann ist hoffentlich was dabei für Eueren Wunsch ans Pferd.

Direkt-Vertrieb an: Verbände und Vereine, Pferdepensionsbetriebe, Abonnenten, Reitsport­geschäfte, Messen, Turniere, Gastronomiebetriebe und Verkehrsämter in Bayern und Österreich. Erscheinung: monatlich Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten. Die Wiedergabe von Texten und Fotos, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung des Verlags gestattet. Für unverlangt e­ ingesandte Beiträge und Fotos wird keine Haftung übernommen. Veröffentlichungen von Artikeln behält sich die Redaktion vor. Veröffentlichte Texte geben inhaltlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht die der Redaktionsleitung oder des Herausgebers. Es gelten die Mediadaten 2020. Alle Rechte liegen beim © Verlag Reiter-Kurier

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Mully am S-Hindernis

KLEINE PRÜFUNGEN FÜR GROSSEN SPASS In unserer Prüfungsseite werden wir Prüfungen für Pferd, Reiter und sonst noch Teilnehmer vorstellen, die aus dem Rahmen fallen. Ideen für Euch zum Üben und für Veranstalter zum Vorbereiten gibt es in Hülle und Fülle. Vielleicht ist eine Anregung für Euch dabei.

Der Reiter-Kurier informiert Pferdehalter, Reitsportler und Rossnarrische über aktuelle Themen aus dem Bereich Pferdehaltung und Reitsport. Unser Magazin gibt es kostenlos überall dort, wo sich Pferdefreunde aufhalten: in Reitställen, Reitsportgeschäften, bei Reitvereinen und auf Veranstaltungen in Bayern und Österreich. Und das gibt es nur beim Reiter-Kurier: Alle Ausgaben gratis online lesen!

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Reiterkurier Januar 2020  

Das Informationsmagazin für den Pferdesport in Bayern und Österreich. In dieser Ausgabe finden Sie unter anderem ein exklusives Interview mi...

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