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E DI TO R I A L

WILLKOMMEN

Der Bestsellerautor aus Graz schrieb für uns über Motivation. Sein Text kam einen Hauch zu spät. Kein Wunder – Glavinics Fazit lautet, dass jeder sein eigenes Tempo hat. Nachzulesen ab Seite 94.

MAHLZEIT FISCHSUPPE & FILTERKAFFEE

Weil ihre Küche immer besetzt war, bereitete eine Studentin ihr Essen mit der Kaffeemaschine. Wie das geht? Seite 76

Sie entspannt mit Harry Potter, verbringt gerne Zeit zu Hause und hat einfach Spaß am Sport. Wer Anna Gasser beobachtet, glaubt manchmal, ­immer noch das schüchterne Mädchen aus Millstatt in Kärnten vor sich zu haben, das mit dreizehn von Turnerfolgen und der großen, weiten Welt träumte. Doch seit damals hat sich vieles geändert. Aus dem Kunstturntalent wurde eine der besten Snowboarderinnen der Gegenwart, eine Olympiasiegerin, zweifache österreichische Sportlerin des Jahres und ein Liebling der Medien. Aber gerade dass sich Gasser immer wieder neu erfindet, macht ihre Persönlichkeit aus: Ab Seite 42 liest du das Porträt einer Frau, die wegen zu großem Ehrgeiz aufgeben musste, nur um dann die Grenzen ihres Sports neu zu definieren.

SATZ DES MONATS

„RampensauMentalität hilft. Ich stelle mich ohne Können und ohne viel Übung direkt auf die Bühne.“ Gespräch mit Florian Weber, Sportfreunde Stiller, ab S. 40

Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion

AUSZEIT KECK IN BLACK

BESTZEIT RUNDUM GLÜCKLICH

Ross Edgley hat gut lachen. Als Erster konnte er Großbritannien schwimmend umrunden. Das unglaubliche Abenteuer: ab Seite 36. 4 



Dass Fotograf Felix ­Krüger und Anna Gasser sich gut verstehen, beweisen nicht nur aufeinander abgestimmte Outfits und Posen während einer Pause, sondern vor allem die eindrucksvollen Bilder ab Seite 42.

THE RED BULLETIN

FELIX KRÜGER (COVER), GABY GERSTER, JEFF HOLMES/RED BULL CONTENT POOL, DAN SÖRENSEN

WARTEZEIT THOMAS GLAVINIC

AUS SPASS AM SPORT!


MIT AรงAI und

MIT ACEROLA EINER ECHTEN

VITAMIN C ZELLSCHUTZ INKLUSIVE BOMBE


I N H A LT The Red Bulletin Februar 2019

62

COVERSTORY

FLORIAN DAVID FITZ Der Schauspieler zeigt, dass Ordnung sein halbes Leben ist.

42 ANNA-LOGIE DES ERFOLGS Vom Kunstturn-Talent zur Snowboard-­Olympiasiegerin 2018: die 27-jährige Kärntnerin Anna Gasser im Porträt.

20 D ER ENTSPANNTE WEG ZUM GIPFEL

MULTITALENT

MUSIK

5-MINUTEN-COACH

Über den Umweg Striplokal zur Erfolgsrapperin: der un­ gewöhnliche Weg von Cardi B.

Weniger Bequemlichkeit heißt: mehr Erfolg in der Arbeit. Tipps vom Wirtschaftspsychologen.

Stephan Siegrist ist einer der besten Bergsteiger der Welt – auch dank seiner ungewöhn­ lichen Philosophie.

32 P LAN B: SUPERSTAR

40 D RUMMER OHNE DRAMA

Sportfreunde-Stiller-Schlagzeuger Florian Weber über seinen Erfolg in Disziplinen, die er eigentlich gar nicht beherrscht.

52 WECK DIE NEUGIER IN DIR

REKORDSCHWIMMER

ABENTEUER

Die Quallen der Wahl: Ross Edgleys persönlicher Rückblick auf sein Schwimmabenteuer rund um Großbritannien.

Mit Film- und Theatergröße Johann von Bülow im Škoda Kodiaq durch das einsamste Hinterland des Balkans.

36 23 WOCHEN IN DER NASSEN HÖLLE

ORDNUNG

Wie Hollywood-Durchstarter Michael B. Jordan sich selbst einen Namen gemacht hat.

Publikumsliebling Florian David Fitz zeigt uns die wichtigsten zehn Dinge seines Alltags.

8  GALLERY 14 ZAHLEN, BITTE! 16 KOLUMNE

6 



17 FUNDSTÜCK 18 LIFE HACKS 50 I NNOVATOR

MARCEL HIRSCHER Das kannst du dir vom Training des Superstars abschauen.

54 O FFROAD DURCH OSTEUROPA

FILM

38 IM SCHATTEN DES MICHAEL JORDAN

78 NORMAN KONRAD, RONNIE BÖHM, FELIX KRÜGER, THOMAS SENF

KLETTERN

62 DAS SURVIVAL-KIT FÜRS RICHTIGE LEBEN

94 READ BULL 96 IMPRESSUM 98 LIFESTYLE, EXTRAORDINÄR

42 ANNA GASSER Warum Österreichs Sport­ lerin des Jahres sich ständig neu erfindet

THE RED BULLETIN


„Ein blöder Witz kann manchmal eine Extremsituation entschärfen.“ STEPHAN SIEGRIST Der Kletterer erklärt, wie auch du leichter ans Ziel kommst. Seite 20

guide

DEIN PROGRAMM

70 REISEN Klippenspringen im Paradies: mit Orlando Duque auf die Azoren 74 ENTERTAINMENT Red Bull TV-Highlights, live und on demand 75 UHREN Was Flugretter und Weltumrunder am Handgelenk tragen

20 EXTREM LOCKER Stephan Siegrists unorthodoxer Weg auf den Himalaya-Gipfel Kishtwar Shivling

76 ESSEN Kochen mit der Kaffeemaschine – so geht’s! 78 FITNESS Extrem-Workout mit Marcel Hirscher 82 STREIF-SPECIAL Vorjahressieger Thomas Dreßen analysiert die Kitzbüheler Abfahrt 84 EVENTS Pflichttermine für die kommenden Wochen 87 AUTOS Das erwartet uns in Zukunft auf den Straßen.

THE RED BULLETIN 

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CHRIS TEDESCO/RED BULL CONTENT POOL

GA L L E RY

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THE RED BULLETIN


Indianapolis, USA

DER LUFTIKUS

Mit seiner Edge 540 V3 schlägt er Salti – vorwärts, rückwärts –, taucht ein in dichte Rauchschwaden, stößt wie aus dem Nichts daraus empor. Und dann fliegt Red Bull Air Race-Pilot Kirby Chambliss mit lässigen Schlenkern noch einmal Slalom zwischen Heißluftballonen – ein dröhnendes Spektakel bei Sonnenaufgang.  airrace.redbull.com

THE RED BULLETIN 

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GA L L E RY

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THE RED BULLETIN


Kinbane Castle, Nordirland

DER THRONFOLGER

LORENZ HOLDER/RED BULL CONTENT POOL

Auf den ersten Blick eine idyllische Landschaftsaufnahme, ein Schnappschuss von einem der „Game of Thrones“-Drehorte. Auf den zweiten Blick: hochkarätige Action. Was BMX-Star Senad Grosic da in dem unweg­ samen Gelände aufführt, sucht seinesgleichen. ­Sekunden nach dem Foto verlor Senad übrigens die Balance und stürzte, blieb aber ­unverletzt. Mehr über ihn: redbull.com

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SERGEY SHAKUTO/RED BULL CONTENT POOL

GA L L E RY

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THE RED BULLETIN


Sermeq Kujalleq, Grönland

DER EISMANN

Der Wakeboarder, der hier übers Eis schwebt, heißt Nikita Martyanov. Wo er l­anden wird, kann der Russe aber nur ahnen – denn der ­Sermeq Kujalleq in Grönland gilt mit bis zu 46,8 Meter pro Tag Fließgeschwindigkeit als schnellster Eisstrom der Welt. Der Gletscher verändert sich ständig: „Es kann passieren, dass du dort gegen einen Eisblock knallst, wo gerade noch ein feiner Landeplatz war.“ Instagram: @nikitamartyanov

THE RED BULLETIN 

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ZAHL E N, B I TT E !

Musik-Awards

„UND DER GRAMMY GEHT AN …“ Am 10. Februar werden zum 61. Mal die wichtigsten Preise der Musikindustrie vergeben. Welcher Moderator gefeuert wurde, welches Kleid alle verrückt machte und wer immer leer ausging.

Gold-Grammofone gewann der ungarischbritische Dirigent Georg Solti († 1997). Er ist damit Rekordhalter, gefolgt von Quincy Jones und Alison Krauss mit je 27.

wurden die Grammys erstmals verliehen. Platte des Jahres: „Nel blu dipinto di blu (Volare)“.

642.917

35

Mal wurden die Fotos von Jennifer Lopez im sexy VersaceKleid von der Grammy-Website am Tag nach der Show im Jahr 2000 heruntergeladen.

Sekunden brauchte der Sicherheitsdienst, um den Flitzer während Bob Dylans Grammy-Auftritt 1998 von der Bühne zu holen.

150

8

Musik-Experten hören sich alljährlich durch über 20.000 eingereichte Aufnahmen.

Mal seufzte Jay-Z bei der Show 2018: Er war der Mann mit den meisten Nominierungen und ging leer aus.

Mal war Snoop Dogg in den letzten 25 Jahren nominiert, gewonnen hat er nie.

Zentimeter messen die Trophäen, die „The Grammy Man“ John Billings seit 1983 für die Sieger exklusiv herstellt.

1

51.670.000

4

Mal moderierte US-Sänger Andy Williams die Show. Er wurde gefeuert, als er bei einer LiveSchaltung mit Stevie Wonder fragte: „Kannst du mich sehen?“

Menschen verfolgten die Award-Show 1984 live im TV. Der Abräumer des Abends: Michael Jackson mit acht Preisen.

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THE RED BULLETIN

CLAUDIA MEITERT

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21,59

Musik-Act musste den Preis zurückgeben: Milli Vanilli. Es war nämlich publik geworden, dass das Pop-Duo seine Songs nicht selbst sang.

84

Trophäen werden in diesem Jahr verliehen, nur zehn davon live im TV.

PICTUREDESK.COM, GETTY IMAGES

1959

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KO LUM NE

Thilo Mischke

BEGEGNUNGEN

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THE RED BULLETIN

THILO MISCHKE

Meine erste Reise alleine, mit dem Zug bis in die Westsahara, bezahlte ich 2001 mit von der Oma geborgtem Geld. Danach stand fest: Ich werde Journalist. Ich wollte über das Er­ lebte schreiben. Wollte Geschichten im Ausland erleben. Meiner Oma habe ich es als Erstes erzählt. Da nickte sie und betonte: „Streng dich an, du musst etwas machen, was kein anderer machen will oder kann.“ Auf jeder meiner Reisen begleitet mich meine Oma, nicht nur ideell. Irgendwann gab sie mir eine Goldmünze, die meinem armenischen Großvater Überhaupt habe ich die meisten Reisen mit meiner Oma gemacht. Nicht, gehört hatte. „Die wird überall an­ weil ich aus einer unglücklichen FaDie erste Reise mit meiner genommen, wenn du mal in einen milie komme, sondern weil der Fall Notfall gerätst“, erklärte sie mir. Oma war entscheidend, der Mauer meine Eltern in die Selb ständigkeit als Buchhändler geführt Ich war nie so fleißig wie meine Oma. weil ich gelernt habe: hat. Sie hatten wenig Zeit. Und meiAber das Kämpferische habe ich Die Welt da draußen, sie ne Oma, die war jung. Ende vierzig, wohl von ihr. Sie war die Erste, die steckt voller Abenteuer. oft wurde sie deswegen für meine wusste, dass ich mein Studium abbrechen werde – sie ahnte es. Sie Mutter gehalten, und ebenso oft war wusste auch, von ihrer Arbeit am Theater, wie schwer die sie deswegen geschmeichelt. kreative Arbeit sein kann. „Niemand braucht, was du tust, Im November ist meine Großmutter gestorben, und ich du musst die Menschen überzeugen, ja überreden, wenn stelle sie hier vor, weil ich hier über Menschen schreibe, du willst, dass sie lesen, was du schreibst.“ Immer, wenn die mich auf Reisen beeindruckt haben. Ohne meine ich dachte, ich werde doch Lehrer, hat meine Oma mich Oma hätte ich diese Menschen vermutlich nie kennen­ bekräftigt weiterzumachen. Wenn am Ende des Monats gelernt. Sie hat die Weichen gestellt für mein Leben. nicht genug Geld da war, hat sie mir 100 Euro gegeben Denn vieles, was ich heute bin, habe ich von ihr. Wir und meine Telefonrechnung (sowie Strom, Wasser und waren 1996 in New York, auf dem World Trade Center, den Wochenendeinkauf) bezahlt. haben im Waldorf Astoria einen Martini Orange getrunken. Meine Oma konnte die Kellner überzeugen, dass der Jetzt ist die Oma tot, und ich mache mir keine Sorgen Fünfzehnjährige, der da mit ihr saß, schon 21 war. Sie um sie, weil ich weiß, sie hatte keine Angst. „Omas müssen sterben“, sagte sie immer. Sie hatte recht, aber ein erzählte einfach, ich habe einen Gendefekt. Gutes Lügen Leben ohne Oma ist trotzdem schwer. habe ich von ihr gelernt. Meine Oma war immer vorlaut,

BLAGOVESTA BAKARDJIEVA

 „D

as müssen wir jetzt trotzdem machen“, sagte meine Oma vor 28 Jahren. Da war ich neun und saß in der Notaufnahme des Krankenhauses Berlin-Friedrichshain, nachdem ich von einem Kletter­ gerüst gefallen war. Der Arm war gebrochen, und Oma wollte am nächsten Tag mit mir nach Zypern. „Wir fahren auch mit Gips, machste eine Tüte rum, wenn du ins Meer willst“, sagte sie. Sie hatte recht, Urlaub geht auch mit einer Tüte um den Arm. Es war meine erste Auslandsreise, und ich habe sie mit meiner Oma ­gemacht. Auf Zypern habe ich zum ersten Mal Englisch gesprochen, ­gesehen, wie man die Zeche prellt, wenn das Essen nicht schmeckt, und an einem Automaten Videospiele ­gespielt. Diese Reise war wichtig, weil ich gelernt habe: Die Welt da draußen, sie ist voller Abenteuer.

immer ohne Angst, sie war Juristin, die für das Theater arbeitete und lebte. Sie kämpfte dafür, dass die Theater der DDR nach der Wiedervereinigung nicht auf der Verliererseite standen, setzte sich in der Verwaltung für die Rechte der Schauspieler ein. „Männer nur zum Vergnügen“, hat sie gesagt, „im Alter muss ich mich ja um die kümmern“, das war ihre Meinung, ja, so war sie. „Du musst dir die Welt ansehen“, hat sie mir immer ge­sagt. „Du musst dort alles ausprobieren, du musst dort untertauchen, ohne dass du dich anbiederst“, das erklärte sie mir. Deswegen flirtete sie mit zypriotischen Kellnern, mit amerikanischen Busfahrern und bis zuletzt, noch vor zwei Jahren, mit Hoteliers aus Nizza. Das war unsere letzte gemeinsame, große Reise. Oma wollte noch mal ans Meer. Vor allem einen Satz habe ich mir von ihr gemerkt: „Du musst der Beste sein in dem, was du tust, akzeptiere niemals Mittelmäßigkeit.“

PRIVAT

Er ist 200 Tage im Jahr unterwegs, Jetlag ist bei Korrespondent und Reisereporter Thilo Mischke (TVDokureihe „Uncovered“) ein Dauerzustand. Auf seinen Expedi­tionen trifft der 37-jährige Berliner immer wieder Menschen, die ihn faszi­ nieren. Dieses Mal: seine Oma, die ihn wie niemand sonst auf die ­Reisen seines Lebens vorbereitete.


B U L L EVA R D

Liebes Monster HENRY LEUTWYLER, BENNO FRIEDMAN/GETTY IMAGES

DER URVATER ALLER MUPPETS

Große Augen, ein riesiger Mund – eigentlich ein Monster, aber trotzdem möchte man es knuddeln. Es heißt Mushmellon, ist stolze 63 Jahre alt und war die erste Kreation des nachmaligen Muppets-Erfinders Jim ­Henson (1936  – 1990). Zu sehen war die Stoffpuppe in der 5-Minuten-­ Serie „Sam and Friends“, in der auch Kermit (allerdings noch als Eidechse) ­debütierte. Der spätere Superstar in Puppenform unterlag Mushmellon damals übrigens in einem Beliebtheitsranking.

THE RED BULLETIN

Jim Henson mit seiner ­wahrscheinlich berühmtesten Schöpfung: Kermit, in diesem Fall bereits als Frosch

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L IF E HACKS

Selber machen

BAU DIR DEINE KRAFTKAMMER DAHEIM Pfiffige Hacks für deinen Alltag, dieses Mal: mit Gartenschlauch und PVC-Rohren zum perfekten Body. Wie du dir mit einfachen Mitteln zu Hause ein Fitnessstudio einrichtest.

FÜR DEN OBERKÖRPER

FÜR DEN UNTERKÖRPER

Battle-Rope ist ein Fitnesstrend aus den USA. Beim Training werden dabei zwei Enden eines Taues abwechselnd im Rhythmus geschwungen.

Mit dem Wackelbrett trainierst du ­neben der Beinmuskulatur vor allem Koordination und Gleichgewichtssinn.

Vom Schlauch zum Schlachtseil

Die richtige Balance

8 ×

15 m

1

10 bis 20 kg

1

2 ×

Schraube Stopper an die Enden des Bretts (ca. 80 × 30 cm).

Verschließe ein Ende des ­Gartenschlauchs sorgfältig mit Klebeband.

2 Leg das Bord auf das

PVC-Rohr (Ø ca. 15 cm).

2

Stell sicher, dass der Sand ganz trocken ist, und füll ihn mit dem Trichter in den Schlauch.

FÜR RUMPF UND SCHULTERN 3 Verklebe nun auch das andere Ende des Schlauches. Wickle ihn in der Hälfte um eine be­festigte Stange – und das Workout kann beginnen!

Pump dich fit

Diese Liegestützbarren sind vielseitig und schonen die Handgelenke. 4 ×

8 ×

8 ×

4 × 2 × FLORIAN OBKIRCHER

4 ×

SASCHA BIERL

Verwende PVC-Rohre mit 25 cm (für die Höhe) und 50 cm (für die Länge).

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THE RED BULLETIN


Keine Kompromisse mehr!

Verbrauch: 4,9-6,6 l/100 km, CO2-Emission: 129-152 g/km. Stand12/2018.VerbrauchswertebeziehensichaufdieMotoren1.5TSI150PSund2.0TDI150PS.

Symbolfotos. *Die Garantie von bis zu 5 Jahren und 100.000 km Laufleistung endet, wenn entweder die vereinbarte Zeitdauer abgelaufen ist oder die max. Laufleistung überschritten wird, je nachdem, was früher eintritt. Aktion gültig bis auf Widerruf. **Unverbindl., nicht kart. Richtpreis inkl. MwSt., NoVA, € 1.500,– Frühbucherbonus (Aktion gültig bei Kauf eines Neuwagens bis 28.02.2019), € 1.000,– Porsche Bank Finanzierungsbonus für Privatkunden, € 500,– Versicherungsbonus und € 500,– Servicebonus. Finanzierungsbonus und Versicherungsbonus erhältlich bei Finanzierung über die Porsche Bank und Abschluss einer vollKASKO-Versicherung über die Porsche Versicherung. Servicebonus erhältlich bei Abschluss eines All Inclusive-Pakets. Aktionen gültig bis 30.06.2019 (Antrags- und Kaufvertragsdatum) für SEAT Neuwagen. Mindestlaufzeit 36 Monate. Mindestnettokredit 50 % vom Kaufpreis. Ausg. Sonderkalkulationen für Flottenkunden und Behörden. Stand 12/2018. Boni sind unverb., nicht kart. Nachlässe inkl. MwSt. und NoVA und werden vom Listenpreis abgezogen. Der Kauf eines Tarraco Neuwagens bis zum 30.06.2019 (Kaufvertragsdatum!) bzw. solange der Vorrat reicht, inkludiert einen gratis E-Scooter SEAT eXS powered by Segway. Details auf seat.at/tarraco oder beim SEAT Händler.

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EXTREMLEBENSKÜNSTLER Der Grenzgänger STEPHAN SIEGRIST bringt Familie, Abenteuer und Extremleistungen unter einen Hut. Wie ihm das gelingt? Indem er Erfolge nicht erzwingt. Text ALEX LISETZ  Fotos THOMAS SENF


Hier war vor ihm noch keiner: Siegrist bei der ­Erstbesteigung des Himalaya-Gipfels Khara­gosa (5840  m)

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ZEIT FÜR BEGEGNUNGEN

„Im Kaschmirgebiet gelangen uns 2015 ein paar Erstbesteigungen. In diesem Niemandsland waren uns Einheimische vom GudscharVolk eine große Hilfe. Viele boten uns ihre Gastfreundschaft an – wie ­dieser Ziegenhirte, der zum ersten Mal in seinem Leben Weiße sah.“

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Stephan Siegrist auf den letzten Metern des bis dahin unbestiegenen Ostgipfels des Kishtwar Shivling (5935 m)


DER WEG IST DAS ZIEL

„Bei meinen Expeditionen sammle ich an jedem einzelnen Tag un­ vergessliche Erinnerungen. Für mich zählt nicht allein der Gipfel­ sieg. Schon der Zustieg, die Zeit im Basislager und das Erobern ­eines menschenleeren Raums sind für mich Teil des Abenteuers.“   25


„Mach dir unterwegs keinen Stress. Das kostet nur Kraft.“ Auf der fast tausend ­Meter hohen Nordwand des Kishtwar Shivling in der Kaschmirregion

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THE RED BULLETIN


Stephan Siegrist (in Orange) und sein Schweizer ­Landsmann Andreas „Dres“ Abegglen auf einer 800 ­Meter messenden Eis­linie mit ­senkrechten Eisseillängen am Kishtwar Shivling

DRUCK R AUSNEHMEN

„In einer gefährlichen Situation kann ein lockerer Spruch die Anspannung auflösen. Man darf sich sowieso nie zu fanatisch auf sein Ziel fixieren. Zum Glück sind mir Ruhm und Ehre egal. Wenn mir das Risiko zu hoch wird, kehre ich um. Punkt.“


„D IE LEINE ­L OCKER LASSEN“ Stephan Siegrist ist als Extrembergsteiger deswegen so erfolgreich, weil er Extrem­ bergsteigen nicht für das Wichtigste auf der Welt hält. Im Interview erklärt er, warum man mit einer entspannten Einstellung leichter ans Ziel kommt.

A

ntarktis, Patagonien, Kirgisistan: Stephan Siegrist sucht das Abenteuer an Stellen, an denen vor ihm keiner war. Der 45-Jährige aus Ringgenberg bei Interlaken in der Schweiz ist Pionier eines neuen Bergsteigertypus, für den Teamgeist, Natur­erlebnis und saubere Technik mehr zählen als der Gipfelsieg selbst. Einer seiner Fans ist Reinhold Messner. „Es gibt immer weniger echte Abenteurer“, sagt Messner, „aber Siegrist gehört für mich zu den ganz Großen.“ the red bulletin: Stellen Sie sich vor, es wären nur noch drei Seillängen bis zum Gipfel. Sie haben sich monatelang auf diesen Berg vorbereitet, doch nun haben Sie ein mulmiges Gefühl. Was tun Sie? stephan siegrist: Ab­ brechen und umkehren. Die Haudegen von früher würden sagen: feige. Vielleicht ist es feige. Ich finde es vernünftig. Ich gehe auf Berge, weil es mich glücklich macht. Das klappt nur, wenn ich lebend zurückkomme. Thomas Huber von den ­„Huberbuam“ meint, Sie hätten eine neue Disziplin erfunden: „schönes, ent­ spanntes Extremberg­ steigen“. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Nein, denn ich genieße das Gesamterlebnis einer Expedi28  



tion. Die Kameradschaft im Basislager, die Begegnung mit völlig fremden Kulturen. Und natürlich den Kick, eine Route oder einen Gipfel zu schaffen, wo vorher ein weißer Fleck war. Eine Erstbesteigung in, ­sagen wir mal, der Antarktis kann doch weder schön noch entspannend sein! Ganz schlechtes Beispiel. Es gibt kaum einen schöneren Ort auf der Welt als die Antarktis. Was finden Sie denn in der Antarktis, was es in Inter­ laken nicht gibt? Abgesehen von der Ruhe und der Weite? Alle Probleme, die man im Alltag hat, schrumpfen auf ihre wahre Größe. Wenn ich von einer Expedition zurückgekommen bin, kann mich wochenlang nichts aufregen. Aber in Interlaken wartet Ihre Familie. In Ihrem Buch „Leben im Sturm“ benennen Sie sogar, was uns andere Abenteurer verschweigen:

„Die Berge machen mich glücklich. Aber nur, wenn ich lebend zurück­komme.“

Sie haben unterwegs Heim­ weh, beim Abschied von den Kindern plagt Sie schlechtes Gewissen, bei riskanten ­Unternehmungen agieren Sie vorsichtiger, seit Sie ­Familienvater sind  … Kein Gipfel ist so wichtig wie meine Familie. Aber ich muss sie manchmal für ein paar Wochen zurücklassen, weil es mich auf einen neuen Sehnsuchtsberg in irgendeiner weit entfernten Weltgegend zieht. Ich brauche die extremen Strapazen einer Expedition, damit ich im Alltag ruhig und ausgeglichen bleibe. Wie ist das, wenn Sie sich in einen Berg verlieben? Ich denke jeden Tag an ihn. Ich stelle mir sogar ein Foto des Berges auf mein Nachttischchen und zeichne mich selbst als Strichmännchen auf dessen Gipfel. Und dann setzen Sie alles in Bewegung, um dort hin­ zukommen? Je entlegener ein Berg ist, desto mehr interessiert er mich. Manchmal ist schon die Anreise das halbe Abenteuer: verschüttete Straßen, Überschwemmungen, Wetter­ umschwünge. Mit dem Heli­ kopter zum Fuß der Wand fliegen und raufklettern – das interessiert mich nicht. Könnte es sein, dass Sie von einer gescheiterten ­Expedition wertvollere ­Eindrücke mitbringen als ­andere Bergsteiger aus ­einer  gelungenen? Ich weiß es nicht, ich will nicht über andere urteilen. Und natürlich ärgere ich mich auch maßlos, wenn ich scheitere. Vielleicht würden Sie selte­ ner scheitern, wenn Sie ver­ bissener wären. Wenn Sie Ihr Leben völlig humorlos Ihren Zielen unterordnen würden, ohne links und rechts zu schauen. Dann wäre ich nicht nur ein unglücklicherer Mensch, sondern auch ein schlechterer Bergsteiger. Denn je lockerer

ich die Leine lasse, desto bessere Leistungen bringe ich. Das müssen Sie genauer erklären. Wenn du nervös und angespannt bist, machst du Fehler. Und wenn du fanatisch auf ein Ziel fixiert bist, nimmst du nicht wahr, was dir deine Sinne sagen. Im Job und im Alltag kann dich das Geld oder Freundschaften kosten. Aber am Berg – da kann es dich dein Leben kosten. Die Dinge nicht allzu ernst zu nehmen schützt also vor ernsten Konsequenzen? Hast du in der Seilschaft eine lustige Stimmung, gibt jeder sein Bestes und hält länger durch. Bei einem Hobbysportteam oder bei einer Arbeitsgruppe im Büro ist das genauso. Außerdem sparst du Kraft, wenn du dir weniger Stress

„Manchmal kann ein blöder Witz sogar eine Extremsituation entschärfen.“ machst. Denn dann kannst du dich umso besser auf deine Aufgabe fokussieren, wenn es wirklich darauf ankommt. In der Schlüsselstelle einer Wand ist dann aber Schluss mit lustig? Manchmal kann ein blöder Witz auch eine Extremsituation entschärfen. Das war schon als Kind so: Wenn einer von uns vom Baum fiel, wurden rundherum alle hysterisch. Da musste erst einer einen blöden Spruch machen, damit die Erwachsenen aus der Schockstarre erwachten und das aufgeschlagene Knie versorgten. Stephan Siegrists Abenteuer gibt es im Rahmen einer Vortragsreihe sowie in Buch- und Filmform zum Nacherleben. Alle Infos: stephan-siegrist.ch THE RED BULLETIN


Tausend-Sterne-Hotel: ­Unterwegs zelebriert Siegrist die Einfachheit des Expeditionslebens.


ZWISCHENDURCH ENTSPANNEN

„Selbst bei der anstrengendsten ­Expedition gibt es zwischendurch ein paar ruhige Phasen. Diese ­Momente darf man dann auch ­genießen – das ist gut für den ­Körper und für die Seele.“


„Ich genieße das Gesamterlebnis einer Expedition.“ Mit seinem Schweizer Kumpel Dres Abegglen und einem brummigen Einheimischen beim Ausspannen am Rande des Dharlang Valley im Westhimalaya

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HE RO ES

Cardi B

PLAN B: SUPERSTAR

Was tun, wenn Lebensträume platzen? Locker bleiben und den Dingen ihren Lauf lassen, sagt die New Yorkerin Cardi B. Sie wurde RapSuperstar, ohne Rap-Superstar werden zu wollen.

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the red bulletin: Als es mit deinem Traumjob als Lehrerin nicht klappte, wurdest du Rapstar. Das wird nicht allen von uns gelingen. Können wir uns trotzdem etwas aus deinen Erfahrungen abschauen? cardi b: Ja! Dass geplatzte Träume keine Katastrophe ­bedeuten. Ganz im Gegenteil. Sie geben dir die Chance, dein Leben neu auszurichten. Scheitern fühlt sich aber nur selten als Chance an. Dann sieh es doch so: Deinen Traum, das eine große Ziel, auf das du dich fixiert hast, kannst du ohnehin vergessen. Du hast also nichts mehr zu verlieren! Umso leichter

BENJAMÍN ACOSTA

„Geplatzte Träume sind keine Katastrophe. Im Gegenteil. Sie eröffnen neue Chancen!“

Zwischenzeitlich wurde sie für zwei Grammys nominiert, zählt laut „Time“-Magazin zu den hundert weltweit einflussreichsten Personen des Jahres 2018 und verkaufte mehr als vier Millionen Exemplare ihres Albums. Nicht schlecht für einen Plan B. Was sie auf ihrem Weg zum Erfolg über Erfolg gelernt hat? „Klammer dich an nichts fest“, sagt die 26-Jährige. „Wenn ­etwas nicht funktioniert, lass es einfach sein und versuch ­etwas Neues.“

WARNER MUSIC

B

elcalis Almanzar hatte einen Traum: Die Tochter karibischer US-Einwanderer wollte Lehrerin werden, Geschichte unterrichten. Doch am College ging ihr das Geld aus. Sie musste die Ausbildung hinschmeißen und sich als Stripperin durchschlagen. Verständlicherweise wollte sie das nicht auf Dauer bleiben. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als andere Talente zur Entfaltung zu bringen. Und deren gab es, wie sich schnell herausstellte, eine ganze Menge. Zuerst erregte sie Aufmerksamkeit mit ihren herrlich ­zitierbaren Instagram-Posts und ihren legendären Auf­ tritten in der VH1-RealityTV‑Show „Love & Hip Hop: New York“. Dann produzierte sie unter dem Künstlernamen Cardi B mit ihrem einzigartigen BronxSlang-Rap-Stil einen Nummereins-Hit nach dem anderen.


2016 startete Cardi B ihre Karriere mit dem Mixtape „Gangsta Bitch Music“, 2018 reiht sie das „Time“Magazin unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt.


HE RO ES

kannst du der Veränderung eine Chance geben. Du kannst ausprobieren, was du möchtest, und kannst einfach schauen, was passiert, ganz ohne Risiko. Als sich herausstellte, dass ich das College nicht fertig machen konnte, bin ich irgendwie in die Musik hineingerutscht. Davor hatte ich gar nicht gewusst, dass ich da ein Talent habe. Was ließ dich bei der Musik bleiben? Durch sie konnte ich meine kreative Seite ausleben. Ich erlebte richtige Produktivitätsausbrüche. Die machten mir schnell klar, dass ich auf dem richtigen Weg bin – auch wenn ich natürlich keine Erfahrung hatte, kein Wissen. Ich war ein Rookie! Was wäre aus dir geworden, hättest du diesen Glücksgriff mit der Musik nicht getan? Diese Frage hab ich mir nie gestellt. Wieso auch? Einfach tun, flexibel bleiben, du siehst dann schon, was dabei raus-

kommt. Sobald du dich in etwas verbeißt, bleibst du ganz leicht stecken, arbeitest gegen deine Natur, verlierst nach und nach das Vertrauen in dich. Wäre es mit der Musik nichts geworden, hätte ich ja später noch aufs College gehen können. Es ist nie zu spät, seinen Träumen zu folgen – wenn ihre Zeit gekommen ist. Wieso hat’s mit der Musik ­geklappt? Welche Eigen­ schaften machen einen ­Rookie zum Shooting­ star? Wenn du bei null beginnst, hast du die steilste Lernkurve. Du lernst schnell und auf die harte Tour, was funktioniert und was nicht. Ganz wichtig ist deine Einstellung dabei: Fehler passieren, a ­ kzeptier das einfach, du kannst sie ohnehin nicht verhindern. Geh es beim nächsten Mal einfach ein bisschen intelligenter an. Was war die wichtigste ­Lektion für dich?

Zu akzeptieren, dass du als Musikerin dreierlei zugleich sein musst: Künstlerin, Entertainerin und Geschäftsfrau. Du darfst dich nicht auf einen der drei Bereiche konzentrieren, sondern musst den Blick aufs Ganze haben – sonst wird das mit der Karriere nichts. Arbeite dich Schritt für Schritt vor, behalte die Warnschilder am Weg im Auge und werde immer professioneller. Profes-

„Fehler passieren, akzeptier das einfach. Du kannst sie ohnehin nicht verhindern.“ sionalität heißt auch, deiner Freiheit und deinen Launen freiwillig Grenzen zu setzen. Wenn du das nicht tust, machst du die wirklich schwachsinnigen Fehler. Oder du verlierst komplett den Halt und verläufst dich aus Unsicherheit in irgendeiner kreativen Katastrophe.

Wie man als Musikerin Erfolg hat? „Zugleich Künstlerin, Entertainerin und Geschäftsfrau sein!“

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Als dir klar wurde, dass das mit dem College nicht klappt … … ging es also darum, die Ressourcen zu nutzen, die ich zur Verfügung hatte. Ich fand heraus, dass ich Lyrics schreiben kann, rappen kann, Kontakte in der Szene knüpfen kann. Und natürlich kann ich auch noch das Internet für meine Zwecke nutzen. Ich blieb einfach dran. @iamcardib, cardibofficial.com THE RED BULLETIN

WARNER MUSIC

Du stammst aus bescheide­ nen Verhältnissen. Wie hast du diesen Nachteil wett­ gemacht? Es hat auch einen Vorteil, wenn du nicht mit einem ­silbernen Löffel im Mund geboren wurdest. Du lernst, dich auf ein Ziel vorzubereiten, dich anzustrengen, Geduld zu haben. Du lernst, dich auf die Stärken zu konzentrieren, die du hast – und nicht auf die Dinge, die andere haben und du nicht hast.


A L P H A T A U R I . C O M

A W 1 8


Diesen Körper hat die See gestählt – Ross Edgley am Ende seiner Rekordschwimmtour.


HE RO ES

„Wenn du das Gefühl hast, dass nichts mehr geht, hast du noch 40 Prozent Reserven.“

Der 33-Jährige unterwegs – bei einem seiner 40.000 Tempi am Tag

Ross Edgley

23 WOCHEN NASSE HÖLLE

OLAF PIGNATARO / RED BULL CONTENT POOL

JESSICA HOLLAND

DASHADIMA/GETTY IMAGES

Er schwamm einmal rund um Großbritannien. Ein Abenteuer über 2884 Kilometer, inklusive Quallen-Attacken, Hai-Society und eines Moments des Glücks.

R

oss Edgley taucht aus den eiskalten Fluten auf. Da ist etwas in seinem Gesicht, und es tut höllisch weh. Seit mehr als zwei Monaten ist er unterwegs. Er will Großbritannien umrunden. Schwimmend. Längst hat er sich an die ­Müdigkeit gewöhnt, an die mit Salz belegte Zunge, an die Quallen-Attacken. Doch so schlimm war es bisher noch nie. „Kumpel, das brennt!“, ruft er seinem Be­ gleiter im Schlauchboot zu. Ein Tentakel einer Feuerqualle hat sich um Edgleys Brille, Wangen und Stirn geschlungen. Er schafft es, ihn loszuwerden. Aber die Brille ist jetzt undicht, weil sein Gesicht vom Gift geschwollen ist. Ein guter Augenblick, um aufzugeben.

THE RED BULLETIN 

Doch Edgley drückt lediglich die Brille auf sein Gesicht – und schwimmt weiter. Vor der Küste von Suffolk, als wir ihn während einer Pause auf seinem Boot treffen, ist er am Tiefpunkt. Trotzdem hat er nur Margate im Kopf. In der Küstenstadt ist er gestartet, und dort muss er wieder hin. Dazwischen: 2884 Kilometer. Aber warum begibt sich ein 33-Jähriger mit Freundin und Diplom in Sportwissenschaft in diese nasse Hölle? Weil er herausfinden will, wozu ein Mensch fähig ist. Wie schon in den Jahren zuvor. Er hat Wasserball gespielt, ist einen Marathon mit einem Auto im Schlepptau gelaufen und hat während eines Triathlons einen 45-Kilo-Baum getragen – „ein Treeathlon: Ich habe es nur wegen des Wortspiels getan“, sagt er und strahlt eine an­steckende Fröhlichkeit aus. Diese Fröhlichkeit speist auch seine Willenskraft, sich immer wieder zu überwinden. „In der Irischen See habe ich nur gelacht – über meine eigenen Witze.“ Und dank der ­Royal Marines weiß er, „dass du, wenn du das Gefühl hast, dass nichts mehr geht, noch 40 Prozent Reserven hast“. Am 4. 11. 2018 schleppt sich Ross Edgley in Margate an den Strand. Es ist vollbracht.

Eine Woche danach treffen wir ihn in London. Er erinnert sich an eine Frau, die mit frischem Kuchen zu seinem Boot geschwommen kam, an den 6-Meter-Hai und an die Menschen, die er inspiriert hat, ihre Komfortzone zu verlassen. Vor allem aber erinnert er sich an jenen Zwergwal, der Ross Edgley im Bristolkanal entdeckte – das Tier hielt ihn für eine verletzte Robbe und lei­ tete ihn behutsam in flaches Wasser. „Diese Erfahrung“, sagt Edgley, „war alles wert.“ redbull.com, rossedgley.com

Die rote Linie markiert Ross Edgleys Schwimmroute.

DIE FAKTEN ZUM „GREAT BRITISH SWIM“

Wie Ross Edgley als erster Mensch die Insel umrundete.

2884 157 40.000 15.000

KILOMETER geschwommen

(das entspricht 57.680 Längen in einem Olympiabecken).

TAGE respektive 23 Wochen war Ross Edgley auf See.

TEMPI ist der 33-Jährige

täglich geschwommen, insgesamt waren es 2,3 Millionen.

KALORIEN hat er jeden Tag zu sich genommen, u. a. in Form von Bananen (610 insgesamt), insgesamt 504.000 verbrannt.

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DOSEN RED BULL trank Ross Edgley während seiner Zeit in der nasskalten Hölle vor Britanniens Küste.

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HE RO ES

Michael B. Jordan

DER SCHATTENBOXER Wer als Michael Jordan zur Welt kommt, hat verdammt schlechte Karten, sich einen eigenen Namen zu machen. Der „Creed“-Darsteller schaffte es trotzdem.

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Gut ist nicht gut genug für Hollywoodstar Michael B. Jordan.

bruch in dem mehrfach prämierten Rassismus-Drama „Nächster Halt: Fruitvale ­Station“. Inzwischen ist er ein Fixstarter in Hollywoods boomendem Franchise-Business: als finsterer Antagonist in dem Marvel-Blockbuster „Black Panther“ oder dem „Rocky“-

Spin-off „Creed“, wo er in der Titel­rolle als Sohn von Rockys erstem ­Gegner und späterem Freund Apollo Creed glänzt. Und wenn heute im Schulhof der Name Michael Jordan fällt, ist nicht mehr zwingend von Basketball die Rede …

RÜDIGER STURM

„Für meine eigene Identität musste ich wirklich großartig sein.“

MICHAEL ROWE/CONTOUR

n den 1990er-Jahren in ­Kalifornien mit dem Namen Michael Jordan aufzuwachsen war vermutlich so entspannend, wie in der großen Pause nackt im Schulhof zu stehen. Der überlebensgroße Schatten des „besten Basketballspielers aller Zeiten“ der NBA begleitete den kleinen Michael auf Schritt und Tritt. „Ich hatte Phasen in meiner Kindheit, da wünschte ich mir nichts sehnlicher, als meinen Namen zu ändern, weil ich ständig gehänselt wurde“, berichtet der heute 31-Jährige. „Es ist schon hart, wenn du ständig mit jemandem ver­ glichen wirst, den du nicht mal kennst.“ Tatsächlich erbte er den Namen von seinem Vater – zu einem Zeitpunkt, als die große Show von „Air Jordan“ gerade erst begann. Michael B. Jordan begriff ziemlich früh, wie er diesen Schatten loswerden konnte: mit voll aufgedrehten Scheinwerfern. „Ich wollte meine ­eigene Identität. Deshalb war es mein Ziel, in allen Sachen, in denen ich gut war, wirklich großartig zu sein.“ Besonders gut war er vor der Kamera. Mit elf startete er in Werbe­ filmen, es folgten viel beachtete Auftritte in Serien wie „The Wire“, 2013 dann der Durch-

„Creed II“ läuft ab 25. 1. im Kino.

THE RED BULLETIN


INNOVATION UNLOCKED

EXKLUSIV FÜR ABONNENTEN: 3 AUSGABEN KOSTENLOS DAZU Ab 2019 in Wien, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg.

theredbulletininnovator.com


HE RO ES

wieder auflösen. Aber da stand zufällig Marc Liebscher im Publikum, der uns über­ redete weiterzumachen und bis heute unser Manager ist. Was hat er in euch gesehen? Unsere Energie! Wir wollten an diesem einen Abend maximalen Spaß haben. Ich glaube, diesen Geist spüren unsere Zuschauer noch immer.

„ICH BIN EXTREM ANTI-PERFEKTIONISTISCH“ Schlagzeuger, Autor, Maler: Florian Weber, Mitglied der Sportfreunde Stiller, erklärt, wie er Erfolge in Disziplinen feiert, die er gar nicht beherrscht.

T

he red bulletin: ­Florian, nach deinem Sportstudium hast du eine Karriere als Drummer der Band Sportfreunde Stil­ ler hingelegt, zwei Romane veröffentlicht und 2018 eine Ausstellung als Maler gehabt. Du bist erfolgreich in Disziplinen, die du nie ­gelernt hast. Wie geht das? florian weber: Ich bin extrem neugierig und extrem anti-perfektionistisch.

„Wenn etwas schiefgeht, fühlen sich die Menschen mit dir verbunden.“

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Das sind zwar gute Voraus­ setzungen, etwas Neues aus­ zuprobieren, sie erklären aber den Erfolg nicht. Rampensau-Mentalität hilft. Ich stelle mich ohne Können und ohne viel Übung direkt auf die Bühne. Da merkst du: Fehler sind nicht schlimm. Wenn etwas schiefgeht, ­nehmen das die Zuschauer als menschlich wahr – und fühlen sich mit dir verbunden. Fehler allein reichen aber noch nicht, um Charts-Hits zu landen. Unser Vorteil war, dass wir ­genau das nie vorhatten. Mit der Vorgängerband von Sportfreunde Stiller wollten wir ­eigentlich nur ein Konzert spielen und sie danach gleich

Wann gibst du etwas auf? Wenn ich merke, dass ich nicht für etwas brenne. Ich habe mal ein Konzept für ein Brettspiel an einen Verlag geschickt, das fanden die ganz nett, wollten es aber nicht produzieren. Als ich merkte, dass mir die Absage eigentlich egal war, habe ich meine Karriere als Brettspiel-Erfinder wieder beendet. Was willst du als Nächstes ausprobieren? Schauspielen wäre toll! Ich hatte einen 30-Sekunden-Auftritt als Autoverkäufer in Marcus Rosenmüllers Film „Wer’s glaubt wird selig“ – da habe ich Blut geleckt. Auch ein RapAlbum steht noch auf der Liste. Jetzt konzentriere ich mich auf mein neues Band-Projekt. Du meinst Taskete, das ­Noise-Rock-Duo, das du mit Frontman Aren Emirze gegründet hast. Von den großen Bühnen geht’s zu­ rück in die kleinen Clubs. Sogar mein Schlagzeug werde ich wieder selbst aufbauen. Und gemeinsam im Hotel das Ehebett teilen. Ich hoffe, der Kick des Neuanfangs trägt mich lange genug. Mehr Infos unter: taskete.de THE RED BULLETIN

DANIEL SCHIEFERDECKER

Florian Weber

GERALD VON FORIS

Wieder was Neues: Mit Aren Emirze (re.) startete Florian Weber das BandProjekt­ Taskete.

Hilft dir dieser Geist auch, wenn du etwas Neues an­ fängst – wie die Malerei? Auf jeden Fall. Die Maxime ist: einfach machen. Fehler kannst du nachher immer noch ausbügeln. Aber durch die erste Unbedarftheit kommt Leben in die Kunst.


SEI DABEI, WENN SICH DIE TORE VON ATLANTIS ÖFFNEN! 16. - 27. Jan. 2019 | Wiener Stadthalle


Ganz schön flexibel: Anna Gasser, 27, streckt sich jeden Tag nach neuen Herausforderungen – am Schnee und abseits davon.

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IMMER ANDERS, IMMER ANNA Vom Kunstturn-Talent zum Snowboard-Star. Von der Einzelkämpferin zum Liebling der Nation. Wie sich ANNA GASSER Tag für Tag neu erfindet. Und warum Olympiasieg und X-Games-Gold erst der Anfang waren. Text ALEX LISETZ Fotos FELIX KRÜGER


Anna probiert jeden Tag etwas Neues. Manchmal auch etwas Neues, was vor ihr noch keine andere geschafft hat.


„H

arry wich, über seine eigenen Füße strauchelnd, weiter ­zurück, während ihm Panik das Gehirn vernebelte“, sagt die Stimme in Anna Gassers Kopfhörer. Anna lümmelt auf der Fensterbank ihrer frisch bezogenen Millstätter Eigentumswohnung, sieht hinaus auf den See und hört „Harry Potter“. „‚Harry Potter‘-Hörbücher bringen mich runter, wenn es rundgeht“, sagt die 27-Jährige, „das war schon als Kind so.“ Wenn Anna Gasser in Hogwarts Urlaub vom Alltag nimmt, ist sie keine X-GamesSiegerin mehr, keine Olympiasiegerin, keine ESPY-Gewinnerin. Dann ist sie wieder ein einfaches Kärntner Mädel, das daheim im Kinderzimmer vom Aufbruch in fremde Länder träumt, von Duellen mit mächtigen Gegnern, vom Kitzel riskanter Abenteuer. Im echten Leben hat sie diese Träume längst realisiert. Mit Mut und ­Disziplin formte sie sich zur Sportheldin. Und tut alles dafür, morgen eine noch bessere Athletin zu sein als heute. Darum muss Anna jetzt den Stress des Tages aus dem Kopf bekommen, damit sie morgen ausgeruht zum Training in den Snowpark kommt. Sie mümmelt sich ins Bett und stellt die Lautstärke auf ihrem Smartphone leiser. Normalerweise döst sie nach ein paar Minuten „Harry Potter“ einfach weg. „Ein graues, schleimiges, schorfiges Paar Hände glitt aus dem Umhang des Dementors“, fährt der Erzähler fort, „und langte nach ihm.“

JEDEN TAG BESSER SEIN ALS AM TAG DAVOR

Am nächsten Morgen kurvt Anna mit ­ihrem Auto zur Talstation der Stubaier Gletscherbahn, am Beifahrersitz ihr Freund und Trainingspartner Clemens Millauer. In Annas Auto sieht es aus, als wäre eine Bombe explodiert – in Annas Gedanken herrscht militärische Ordnung. „Wenn wir trainieren gehen“, erzählt ­Clemens, „hat Anna schon vorher ganz genau im Kopf, was sie heute schaffen will. Manchmal will sie nur ein winziges Detail perfektionieren, zum Beispiel die richtige Zehntelsekunde für einen Grab finden. Da THE RED BULLETIN 

„Ich wollte meine Zeit nicht verschwenden. Also musste ich etwas finden, in dem ich mit den Besten mitmischen konnte.“ kann sie sich richtig reinsteigern, da lässt sie nicht locker, bis ihr das gelingt.“ Im persönlichen Umgang ist Anna rücksichtsvoll und bescheiden. Doch wenn sie sich vom Kicker katapultiert, ahnt man die knallharte Entschlossenheit hinter der netten Fassade. Sie wiederholt den Trick zehnmal, zwanzigmal, dreißigmal. Nach jedem Versuch gibt Clemens Tipps für minimale Korrekturen. Einmal verzieht es ihr bei der Landung das Board. Sie stürzt hart, schlittert meterweit. Der scharfkantige Gletscherschnee schiebt den Jackenärmel über den Unterarm bis zum Ellbogen hoch und schürft ihre Haut großflächig auf. Anna schüttelt den Schnee ab, lacht, macht weiter. Wenn sie heute Nachmittag zurück ins Tal fährt, will sie diesen Trick in die Knie gezwungen haben.

EINE NIEDERLAGE ALS MOTIVATION

Dass Anna Gasser zur weltbesten Slopestyle- und Big-Air-Snowboarderin wurde, haben zwei Dutzend 14-jährige Russinnen, Bulgarinnen und Chinesinnen zu verantworten. „Mit 13, 14 war ich nicht nur begeisterte Kunstturnerin“, sagt Anna, „ich dachte auch, dass ich richtig talentiert darin war.“ Anna opferte damals jede Freizeitminute für ihre Leidenschaft. Wenn sie nicht in der Turnhalle herumwirbelte, saß sie im Zug zum Training, dreimal die Woche 80 Kilometer.

Seit ihrem Olympiasieg ist Anna der Liebling der Nation. Auch auf Instagram fehlen ihr nur noch ein paar Klicks zur beliebtesten heimischen Sportlerin.

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Anna feilt an jedem Detail. Sie lässt nicht locker, bis ihr ein Trick gelingt.

Perfekte Körperbeherrschung: Ihre Vergangenheit als Kunstturnerin verschafft Anna in den Contests einen Vorteil.

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Anna war 14, als sie zu einem prestigeträchtigen Turnier nach Rumänien fuhr. Ein erstes Messen mit der Welt-Elite. Und eine schmerzhafte Ernüchterung. „Ich habe realisiert, dass zwischen mir und den Besten Lichtjahre lagen. Dass ich keines von diesen Mädchen je würde schlagen können, auch wenn ich noch so hart dafür arbeitete.“ Sie lernte ein merkwürdiges Paradoxon: Manchmal muss man aus Ehrgeiz aufgeben. „Ich wollte meine Zeit nicht mit etwas verschwenden, in dem ich nur mittelmäßig war. Also musste ich etwas anderes finden. Etwas, in dem ich mit den Besten mitmischen konnte.“ Anna fühlte, dass darin auch eine Chance lag, die sie bis dahin nicht wahrgenommen hatte: Sie konnte sich völlig neu erfinden, als Sportlerin, aber auch als Person – und damit erst wirklich sie selbst werden. Sie war bereits 17, als sie mit dem Snowboarden begann. Ihre späteren ­Konkurrentinnen fuhren in diesem Alter schon jahrelang auf Contest-Niveau. Doch diesmal sollte Anna den Rückstand zu den Besten schnell aufholen.

Vorsicht, Pokerface: So sieht Anna auch aus, wenn sie gerade einen neuen Trick ausheckt.

SAISON-AUFTAKT MIT WELTSENSATION

Nach der Matura zog es Anna ein Jahr lang in die USA. Das Geld für die Flüge hatte sie mit Babysitten verdient, die täglichen Spaghetti mit Tomatensauce kos­ teten nicht viel. Nach drei Monaten fuhr sie gut, nach sechs fantastisch Snowboard. „Wir dachten, dass ihr ein Jahr in den USA fürs Studium und für den Lebenslauf nützlich sein könnte“, sagt Mutter Lisbeth Gasser, „und erfuhren erst nachher, dass sie jeden Tag nur snowboarden war.“ Zurück in Europa, nahm sie an den ersten Contests teil, feierte schnell Erfolge. Die Eltern, anfangs skeptisch, verfolgten mit Staunen, wie Anna 2013 über Nacht zum Star wurde, weil ihr als erster Frau ein Cab Double 900 (doppelter Rückwärtssalto mit halber Drehung, mit dem „falschen“ Fuß voraus angefahren) gelang. „Sie hat sich alles allein erarbeitet, ohne Unterstützung vom Skiverband oder sonst jemandem“, sagt ihr Vater. Es erwies sich, dass das Leben als Snowboard-Profi für Anna wie gemacht war. Ihre Sehnsucht, sich permanent weiterzuentwickeln, gehört in diesem immer

anspruchsvolleren Sport zur Job Description: Ein Trick, der dir heute den Sieg bringt, reicht in der nächsten Saison vielleicht nicht einmal mehr für die Top 5. Obwohl: So ganz stimmt das in Annas Fall nicht. „Anna ist technisch so gut, dass sie ihr Level die nächsten zwei, drei Jahre nur halten müsste, um konkurrenzfähig zu sein“, sagt ihr Manager Sani Alibabic. „Aber das reicht ihr nicht. Sie will immer besser werden.“ Darum startete Anna die Saison 2018/ 2019 kurzerhand mit einer Weltsen­sation: Sie landete im Training als erste Frau den Cab Triple Underflip 1260, den dreifachen Rückwärtssalto mit Drehung.

VOM SPORT- ZUM UNIVERSALTALENT

„Ich bin am besten, wenn ich nicht gut sein muss“, sagt Anna. So gesehen waren die Bedingungen für den 1260 an jenem November-Trainingstag am Stubaier

„Ich bin am besten, wenn ich nicht gut sein muss. Und seit dem Olympiasieg bin ich extra entspannt.“


Nächster Schritt Filmstar? Die Millstätterin versucht es 2019 zunächst einmal mit Snowboard-Filmen.

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­ letscher ideal. „Seit dem Olympiasieg G bin ich sowieso entspannter unterwegs“, sagt sie, „und an diesem Tag wollte ich eigentlich nur ein paar lockere Sprünge für einen BBC-Beitrag machen.“ Als die Aufnahmen abgedreht waren, bekam sie spontan Lust, den Trick zu ­probieren, der für Frauen als unschaffbar galt. „Ich hab’s erst eine Minute vorher zwei, drei Leuten gesagt“, erinnert sie sich, „und dann einfach durch­gezogen.“

Doch Anna entwickelt sich nicht nur als Sportlerin permanent weiter. Sie fühlt sich auch in ihrer Rolle als öffentliche Person immer wohler. „Bevor ich in Österreich zweimal Sportlerin des Jahres wurde, hatte ich nicht einmal eine Einladung für die Ver­ anstaltung bekommen“, sagt sie und lacht. „Das ging alles wahnsinnig schnell.“ Anna hat jetzt mehr als 300.000 Instagram-­ Follower, sie hat lukrative Werbeverträge, sie meistert Society-Auftritte wie den Red-Carpet-Walk am Life Ball souverän. Man ahnt: In dieser Frau steckt noch viel mehr als nur eine Sportlerin. „Anna könnte alles machen“, meint Clemens Millauer. „Vielleicht schließt sie ein Studium ab, wenn sie einmal Zeit hat. Vielleicht wird sie Fernsehmoderatorin.“ Vorher will Anna aber noch ihr volles Potenzial als Snowboarderin ausloten. „Ich werde weiter Contests fahren“, sagt sie, „aber daneben will ich mit Filmen ­beginnen, Tricks im Backcountry, Rail­ sliden in der Stadt, alles, wofür ich bisher nicht genug Zeit hatte.“ Anna denkt, dass die Zeit jetzt reif ­dafür ist. „Ich liebe diesen Sport so sehr, und ich will nicht, dass er mir irgendwann langweilig wird“, sagt sie. Es ist Abend geworden, für morgen hat sich wieder ein TV-Team angemeldet. Anna telefoniert noch einmal mit ihrer Pressebetreuerin. Sie besteht darauf, nicht vor 14 Uhr zu drehen – ihr Vormittags­ training ist ihr heilig. Nach dem Gespräch stellt sie ihr Smartphone auf Flugmodus. Sie legt die Beine hoch, dimmt das Licht, drückt auf Play. „Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge“, sagt die Stimme im Kopfhörer, „zumindest bis zu seinem elften Geburtstag.“ anna-gasser.com Styling SOO-HI SONG/SHOTVIEW Make-up CAROLINE TORBAN Outfit DSTM Schuhe NIKE Jacke STYLIST’S OWN Möbel BOCONCEPT

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INNOVATOR Fit statt kriminell

Beschlagnahmt! Ein Non-Profit-Projekt baut Fitness-Parks aus dem Stahl geschmolzener Messer – und gibt Jugendlichen so Selbstbewusstsein und Kraft.

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in Park in Ost-London: so groß wie zwei Fußballfelder, umgeben von Laubbäumen und grauen Sozialbauten. In der Mitte: 18 einfache Turnrecks in verschiedenen Größen. Auf den ersten Blick nichts Un­ gewöhnliches. Doch der Stahl, aus dem die Stangen gezogen

Seit November 2017 wird im Langdon Park in London auf geschmolzenen Messern geturnt.

wurden, ist ein ganz besonderer: Er stammt von Messern, die von der Polizei beschlagnahmt wurden. In London gab es 2017 an die 15.000 Messerstechereien, 91 endeten tödlich. Betroffen sind vor allem Jugendliche im Gang-Milieu. Diese Rekordzahl nahmen die Journalisten Ben Wintour und Pia Fontes zum Anlass, aktiv zu werden. „Die Londoner Polizei konfisziert im Monat rund eine Tonne Messer. Als wir davon erfuhren, kam uns die Idee zu ‚Steel Warriors‘“, sagt Wintour. Das Konzept: die beschlagnahmten Messer zu schmelzen und daraus einen Gymnastikpark zu bauen. „Viele Kids tragen Messer bei sich, um sich zu verteidi­

START-U PS PIONIER , UND GEN E IALE IDEEN

SCHRITT 1 Rund eine Tonne Messer wird ­monatlich von der Londoner Polizei im Einsatz konfisziert.

SCHRITT 2 In Verbrennungsöfen werden die Griffe der Messer abgeschmolzen, nur der gehärtete Stahl bleibt übrig.

SCHRITT 3 In Birmingham wird der Stahl in Bauteile gegossen und dann im Londoner Park zusammengesetzt.

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gen oder damit zu prahlen. Unser Ziel ist, ihnen zu ­zeigen: Ihr könnt auch ohne Messer kräftig und selbst­ bewusst sein – durch Sport.“ Seit der Eröffnung im ­November 2017 hat sich der Turnplatz als Treffpunkt für Calisthenics-Fans (intensives Eigengewichtstraining) und Safe Zone für Jugendliche im Viertel etabliert. Unterstützt wird das Projekt medien­ wirksam vom amtierenden Schwergewichts-Boxwelt­ meister Anthony Joshua.

„Unser Ziel ist, zu scheitern“, sagt der SteelWarriors-Gründer. Acht weitere Parks sind in Planung – in Stadtteilen, die von Messerstechereien am schlimmsten betroffen sind. „Unser Ziel ist aber eigentlich, zu scheitern“, so Wintour, „in dem Sinn, dass wir keine Parks mehr bauen können, weil der Polizei die beschlag­ nahmten Messer ausgehen. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.“ steelwarriors.co.uk

TOP-TERMINE 2019 HIER IST ZUKUNFT PROGRAMM

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bis 11. April 4GAMECHANGERS FESTIVAL Künstler, Influencer und Entscheider zeigen Visionen der Digitalisierung. Inspiration kommt 2019 aus Fernost – das Motto: „Europe meets Asia“ Marx Halle, Wien

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Smarte Küchenhilfe: In den kompakten Geschirrspüler passen zwölf Gläser bzw. zehn Teller.

und 10. Mai PIONEERS’19

Tetra packt’s

Renommierte Experten geben Antworten auf ­brisante Fragen: Werden wir auf fremden Planeten ­leben, Organe ausdrucken und bald Roboter lieben? Hofburg, Wien

Macht Geschirr sauber und das Gewissen rein Kompakt, sparsam und mit Chemielehrer begeisternder Technologie: der ideale Geschirrspüler für wenig Raum. Und Hummerliebhaber.

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und 7. Juni

Mehr Inspiration für ­ ukunftsmacher gibt es Z im aktuellen INNOVATOR. Infos und Abo unter: ­redbulletininnovator.com

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DAVID CLERIHEW

Von Nike bis NASA, von Hyperloop One bis Facebook reicht das Line-up der Speaker aus Wirtschaft, Wissenschaft, Mobilität & Technologie. Stadthalle, Graz

FLORIAN OBKIRCHER, CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO

15 SECONDS FESTIVAL

er in einem kleinen Haushalt wohnt, kennt das Problem: für einen Geschirrspüler ist entweder kein Platz oder nur selten Bedarf, weil man im Laufe einer Woche ohne­ hin nur ein paar Teller und Gläser benutzt – Lieferser­ vice sei Dank. Diese hän­ disch abzuwaschen bleibt dennoch eine recht freud­ lose Angelegenheit. Eine elegante Alternative dazu bietet der Tetra. Dieser kompakte Geschirrspüler hat nicht nur in etwa die Größe einer Mikrowelle, sondern ist genauso simpel zu installieren: einfach an­ stecken. Wasseranschluss: Fehlanzeige. Das Wasser zur Reinigung – knapp zwei Liter werden benötigt – fügt man vor dem Start manuell hinzu.

Und damit zum eigent­ lichen Highlight: der Tech­ nik im Tetra. Im Gegensatz zu herkömmlichen Geschirr­ spülern gibt es nämlich keine heiße elektrische Spule. Stattdessen werden mittels Graphit-Elektroden Minera­ lien im Wasser in Bewegung gebracht. Durch die kineti­ sche Energie entsteht Wär­ me, das Wasser wird erhitzt – auf über 80 Grad. Das reicht aus, um sogar Babyfläschchen zu sterilisie­ ren oder Hummer zu kochen. In erster Linie sorgt es aber dafür, dass der Wasch­ vorgang nach zehn Minuten beendet ist und pro Jahr 5000 bis 6000 Liter Wasser im Vergleich zum händi­ schen Abwasch ein­gespart werden. myheatworks.com

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5- M IN UT E N- COACH

00:00

01:59 SO WECKST UN N UTZT D D U NEUGIER

Bleib hungrig im Kopf! Kämpfe gegen die Bequemlichkeit, verlass deine Social-Media-Filterblase und trau dich, Backflips zu springen. Ein 5-Minuten-Coaching für mehr Erfolg im Job: Wirtschaftspsychologe Tomas ChamorroPremuzic über die verkannte Bedeutung von Neugier. 00:18

Mach den Sprint zum Marathon Die ersten drei Jahre im Beruf kreativ zu bleiben, ist einfach; nach 30 Jahren immer noch Lust auf Neues zu haben, ist hingegen hohe Kunst. Der erste Rat ist so einfach wie wirkungsvoll: einen Beruf suchen, der genug Spannung für ein ganzes Leben bietet. Nicht nur auf das Geld schauen, sondern auch auf die langfristige Herausforderung. Was wird einen in fünf, zehn oder gar 20 Jahren noch interessieren und begeistern? Gibt es einen Zusatzabschluss, der es später mal ermöglicht, im Ausland zu arbeiten? Gegen Langeweile hilft auch: ein Chef, der selbst nicht aufgehört hat, neugierig zu sein. Klar, nicht jeder kann für lebenslustige Milliardäre aus dem Silicon Valley arbeiten, aber beim Be­ werbungsgespräch merkt man schon, ob beim künftigen Vorgesetzten noch Leidenschaft für seine Arbeit da ist. Es gibt immer Möglichkeiten, sich auf gute Art herauszufordern: neue Projekte starten, Fortbildungen anregen, notfalls auch nur einen Chor gründen oder eine Laufgruppe. Und ganz wichtig: eine gesunde Portion Skepsis behalten und seinen Job regelmäßig ehrlich hinter­ fragen.

Wer ein Kind bleibt, macht Karriere

Triff dich mit Menschen, die du nie triffst

Adrenalinjunkies und Rebellen haben nicht den besten Ruf in Personal­ abteilungen. Aber das wird sich ändern. Weil Menschen, die etwa beim Sport viel riskieren, jenseits des Mainstreams leben und Regeln hinterfragen, meist auch sehr neugierige Menschen sind. Wie wichtig Neugier als Charakterzug für den Beruf ist, haben viele Firmen noch gar nicht verstanden, sie vertrauen auf Erfahrung, Anpassung und Fleiß. Wissenschaftler und Unternehmen wie Google, Amazon und Tesla hingegen haben die Neugier schon längst als Schlüsselqualifikation erkannt. Wenn künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt revolutioniert, braucht man möglichst furchtlose Mitarbeiter, die dazu bereit sind, altes Wissen über den Haufen zu werfen. Dabei ist der Schritt nach vorn gewissermaßen auch ein Schritt zurück: Denn neugierig waren wir alle mal, als Kinder. Aber schon mit 25 Jahren verliert unser Gehirn an Leistungskraft und Kreativität. Neugier kann diesen Prozess aufhalten.

Neugierig sein kostet Zeit. Etwa wenn man auf Ausstellungen, in Gesprächen oder auf Reisen neue Inspiration sucht. Aber woher nimmt man die Zeit? Die simple Antwort: von dort, wo man sie im Alltag liegen lässt. Einfach mal ­tracken, wie lange man am Smartphone unnütz die Timelines rauf und runter scrollt. Das sind schnell einige Stunden pro Woche. In dieser Zeit könnte 03:07 man etwa Leute treffen, die einem in der eigenen Handy-Filterblase auf Twitter, Facebook und Instagram nie begegnen. Wer fremde Meinungen und neue Standpunkte zulässt, auch irritierende oder provozierende, entdeckt mehr von Wer ein Team oder gleich ein ganzes der Welt, als ihm der Mark-ZuckerbergUnternehmen führt, muss nicht nur Algorithmus zu zeigen bereit ist. selbst neugierig bleiben, sondern auch Ebenso horizonterweiternd: die den Rest der Truppe motivieren können. Komfortzone der eigenen Talente ver­ lassen, also den Bereich, in dem man Der einfache Weg: Menschen einstellen, ohnehin gut oder erfahren ist – und die von Haus aus ein hohes Neugierdorthin gehen, wo es unangenehm Level haben. Doch Vorsicht: Sehr neu­ gierige Menschen neigen dazu, sich wird. Wo man als Rookie wieder bei rasch zu langweilen, lassen sich leichter null starten muss.

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THE RED BULLETIN

MARK BAUMANN

Die beste Mail der Woche


04:13

Begeisterung wirkt ansteckend Aufwendige Fortbildungen, eine den Horizont erweiternde Reise, ein Versuchsballon als Projekt (das freilich auch scheitern dürfen muss) – all das kostet viel Geld. Und rentiert sich trotzdem, auch für den Arbeitgeber. Es gibt leider kein Patentrezept, wie man seine Firma dazu bekommt, einem dieses Vertrauen (und Geld) zu geben. In jedem Fall erklärt man es aber besser von Angesicht zu Angesicht als via E-Mail. Im Gespräch zeigt sich nämlich die eigene Begeisterung. Den Satz „Ich will mehr erleben“ sollte man dennoch vermeiden. Weil er klingen kann wie: „Ich langweile mich.“ Also dem Vorgesetzten zunächst einmal deutlich machen, dass man den Job mag. Und dass der Wunsch, Neues zu ent­decken, ein klares Ziel hat: besser in seinem Beruf zu sein. Wenn keine Trainingsprogramme vorhanden sind, hilft vielleicht schon ein Ausflug in eine andere Abteilung oder eine andere ­Filiale. Oder zumindest das Mittagessen mit Kollegen aus anderen Konzernbereichen. Wer bei solchen Gelegenheiten positiv auffällt, hat auch bessere Karten für ein erneutes Anklopfen beim Chef.

05:00 Tomas Chamorro-Premuzic ist Wirtschaftspsychologe, Autor und Professor an der Columbia-Universität.

ablenken und überschreiten manchmal zu viele Grenzen. Entscheidend ist eine gute Balance aus Abenteuerlust und Vernunft. Am besten lebt man es als Chef vor: selbst Neues wagen und Herausforderungen suchen. Neugier lässt sich schon mit einer einfachen E-Mail am Montagmorgen anregen, die von einem spannenden

neuen Buch berichtet, einem Film, den man inspirierend fand, einer Studie, die neue Wege geht. Google rühmt sich damit, seinen Leuten einen Tag dafür freizuräumen, neue Dinge zu entdecken. Es muss ja nicht gleich ein ganzer Tag sein, aber Mitarbeiter sollten zumindest einige Zeitfenster haben, um ihre Neugier auszuleben.

04:12 THE RED BULLETIN 

Tomas Chamorro-Premuzic ist Teil des Expertenteams hinter Red Bull Wingfinder, einem neuartigen Test. Durch Beantworten simpler Fragen erhältst du eine Analyse deiner beruflichen Stärken sowie einen Coaching-Plan mit Strategien, sie noch zu optimieren. Jetzt testen: wingfinder.com

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SO MATSCH FUN Das Abenteuer ist da, wo du es zulässt, behauptet der Berliner Schauspieler JOHANN VON BÜLOW. Bei der Beweis­ führung behilflich: ein Škoda Kodiaq Scout und hunderte Kilometer unweg­samer Naturstraßen im einsamsten Hinterland des Balkans. Text ALEX LISETZ Fotos ENES KUCEVIC

„Du fährst doch nur in der Stadt, du brauchst keinen SUV“, sagte Johann von Bülows Frau. Er sah ein, dass sie recht hatte – und fuhr raus aus der Stadt.

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ls das Gewitter losbricht, ist Johann von Bülow ein­ einhalb Fahrstunden vom nächsten Dorf und vier von seiner Unterkunft entfernt. Das Unwetter prasselt jetzt auf Dach und Windschutzscheibe seines SUVs, und auf dem schmalen Karrenweg, den er bergauf­ holpert, kommen ihm ockerbraune Sturz­ bäche entgegen. Von Bülow, 45, Schauspieler, könnte gerade wohlbehütet in einer Berliner ­Theaterkantine sitzen. Beim Textlernen im Schminkraum eines „Tatort“-Drehs. Oder im Tonstudio bei einer Hörbuch­ aufnahme. Stattdessen graben sich unter ihm die grobstolligen 19-Zoll-Räder immer tiefer in den Schlamm. Es ist stockdunkel geworden, nur hie und da knipst ein Blitz Licht an die Felswände auf der anderen Talseite. Und dann, nach der nächsten Biegung, ist die Straße zu Ende. „Heute geht wirklich alles schief“, sagt von Bülow. Kurze Kunstpause. „Herrlich!“

TU’S EINFACH

Johann von Bülow ist ein kontrollierter Mensch, der das Unkontrollierbare liebt. Meist lebt er diesen Drang im Job aus. „Wenn ich spiele“, sagt er, „will ich die Kontrolle abgeben und meinen Instinkten folgen. Nur dann entsteht etwas Inter­ essantes, nur dann kann ich etwas Neues über mich und die Welt erfahren.“ Von Bülow hat Routine im Loslassen, er hat in „Mord mit Aussicht“ gespielt und in „Elser“, in „Kokowääh“ und zuletzt die Titelrolle in „Herr und Frau Bulle“, ­einer ZDF-Krimiserie, die im November 2018 Fernsehpremiere feierte.

„Wir können alle aus unserem Alltag ausbrechen und Abenteuer erleben, jederzeit.“ 56  



Jemand zu Hause? Auf seiner Offroad-Tour durch das Hinterland von Mazedonien entdeckte Schauspieler Johann von Bülow jahrzehntelang verlassene Dörfer.

„Vielleicht habe ich mir die Schau­ spielerei als Beruf ausgesucht, weil sie mich dazu zwingt, Abenteuer zu erleben“, sagt er, „aber man muss kein Schauspieler sein, um seinen Instinkten zu folgen. Wir können alle aus unserem Alltag aus­ brechen und Abenteuer erleben, jeder­ zeit. Wir müssen es nur zulassen.“ Meist zieht es von Bülow raus in die Natur, wenn er kleine Abenteuer zulässt. Zum Skitourengehen ins Wallis oder nach Graubünden, zum Mountainbiken oder Segeln. Doch diesmal wollte er etwas ganz Neues probieren. Er folgt den Spuren des Škoda Euro Trek, einer SUV-Offroad-Tour von Sofia nach Skopje. Es ist das erste Mal, dass er mit seinem Škoda Kodiaq im echten Gelände fährt. Und irgendwie ist seine Frau Katrin daran schuld. „Meine Frau war dagegen, einen SUV anzuschaffen, wenn man damit ohnehin nur in der Stadt herumfährt“, sagt er, „Und, nun ja: Ich habe eingesehen, dass sie recht hat.“ Darum ist er jetzt mit seinem SUV raus aus der Stadt. Aber so richtig.

RISIKO MACHT CHARISMA

Von Bülows 190 PS starker Kodiaq mit 7-Gang-Automatik kriecht jetzt irgendwo zwischen Kavadarci und Prilep durch den Wald. Links und rechts ragen die Konečka-­ Berge auf, unter den Reifen knirscht kinds­ kopfgroßes Geröll. Er hat im Autoradio einen Klassiksender bis zum Anschlag aufgedreht, es spielt Mahler, Schumann

oder Strauß, er ist nicht ganz sicher. Der letzte Mensch ist ihm wohl vor zwei Stun­ den begegnet, ein Schafhirte. Seine selbst­ bewussten Hütehunde haben das Auto verbellt. Es ergibt Sinn, dass sie keine ­Kuscheltiere sind: Draußen im Wald gibt es Luchse, Wölfe und Bären. „Ich weiß nicht“, sagt er und atmet tief die dampfende Luft ein, die jetzt, wo der Regen aufgehört hat, aus dem Wald auf­ steigt, „warum ich das nicht schon viel früher gemacht habe.“ Bei diesem Offroad-Abenteuer greift nämlich keine der Ausreden, die uns nor­ malerweise daran hindern, aus unserem Alltag auszubrechen. Keine Zeit? Die Offroad-Pisten des Zentralbalkans sind nur einen Autotag oder nicht einmal zwei Flugstunden von Wien entfernt. Kein Geld? Die Lebenserhaltungskosten in Mazedonien betragen weniger als die Hälfte, das Durchschnittseinkommen ein knappes Zehntel von Österreich. Mangelndes Fahrkönnen? Mit einem modernen Allrad-SUV kommen auch Ein­ steiger im Gelände klar, weil in heiklen Situationen Lamellenkupplung, Berg­ an- und -abfahrhilfe und elektronisches Differential mithelfen. Bleibt als letzte Hürde die Scheu vor dem Unbekannten. „Ich glaube“, sagt Johann von Bülow, „dass wir manchmal etwas riskieren müs­ sen. Einen sicheren Job kündigen, uns vor fremden Leuten zum Affen machen, THE RED BULLETIN


Mit 190 PS und 19 Zentimeter Bodenfreiheit ist der Škoda Kodiaq Scout auf wilden Natur­ straßen in seinem Element.

Vom hektischen Berlin in die mazedonische Ein­ samkeit: Johann von Bülow beim Zwischenstopp in Dunje am Rand der Pelagonischen Ebene


„Ich habe beobachtet, dass Menschen, die hin und wieder etwas wagen, dieses besondere Strahlen haben.“ Johann von Bülow pflügt mit Schwung durch die Gräben im Galičica-Nationalpark – jetzt nur nicht aufsitzen und stecken bleiben!

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Zum ersten Mal im Gelände und trotzdem souverän: Die Fahrassistenzsysteme des Kodiaq helfen auch in heiklen Situationen dabei, cool auszusehen.

Von Bülow übersieht einen spitzen Stein. Ein dubioses Tock-tock-tock wird rasch zu einem beunruhigenden Klack-klack-klack. in ein unbekanntes Land aufbrechen. Weil uns das im Leben weiterbringt. Ich habe schon oft beobachtet, dass Menschen, die hin und wieder etwas wagen, dieses ganz besondere Strahlen haben. Wagnisse ver­ ändern unsere Ausstrahlung.“

LEGALIZE IT

Wichtig: Wagnis und Unvernunft sind ­ungleiche Brüder. „Das ist schon wieder wie beim Schauspielen“, sagt von Bülow, „man muss vorher, in der Planungsphase, das Hirn einschalten. Aber dann, wenn ­alles klug und gründlich vorbereitet ist, kann man sich der Sache instinktiv hin­ geben.“ Darum ist von Bülow nicht allein ­unterwegs. Er hat zwei Profis dabei: Liviu Adam, einen rumänischen 4×4-, Enduround Snowmobile-Guide, der Red Bull ­Romaniacs mitorganisiert hat, den wohl härtesten Enduro-Bewerb der Welt. Und Vladimir „Vlado“ Sho­sholchev, einen ein­ heimischen Offroad-Experten, der jedes noch so entlegene Eckchen Mazedoniens mit dem Geländewagen erkundet hat. „Mazedonien hat tausende Kilometer aufregender Offroad-Strecken und eine wilde, unberührte Landschaft“, sagt V ­ lado Shosholchev. „Aber zum Geheimtipp für Offroad-Fans macht es unsere Straßen­ verkehrsordnung: Wir haben im Gelände keine Fahrverbote, man darf mit All­ radlern oder Motocrossmaschinen fahren, wo man Lust hat.“ Ein Tag ist vergangen, und von Bülow ist heute mit Adam und Shosholchev im Galičica-Nationalpark zwischen dem Prespa- und dem Ohridsee unterwegs. 60  



In Mazedonien gibt es keine O≠road-Fahrverbote. Damit es so bleibt, sollte man sich Natur und Anrainern gegenüber respektvoll verhalten.

6 OFFROAD-TIPPS FÜR EINSTEIGER

von 4×4-Experte Liviu Adam (facebook.com/motorange.moto) Langsam herantasten Das Fahren im Gelände ge­ horcht eigenen Gesetzen. Beginne mit einfachen ­Strecken und halte Sicher­ heitsabstand zu den Limits deiner Fahrkünste und ­deines Autos.

Richtiges Tempo wählen Wer zu schnell fährt, ­riskiert Unfälle und Defek­ te. In heiklen Passagen kann aber etwas Schwung das Steckenbleiben verhindern.

Immer in Bewegung bleiben

Tiefe Rinnen vermeiden

Am sichersten fährt, wer konstant bei niedrigem Tempo in Bewegung bleibt. Vermeide Stopps auf ­steilen Passagen oder im Schlamm!

Wenn der Unterboden auf­ setzt und die Räder keinen Bodenkontakt mehr haben, hilft nur noch der Traktor aus dem Nachbardorf – peinlich!

Reifendruck anpassen

Dem Auto vertrauen

Je nach Untergrund ab­ stimmen: Höherer Druck verhindert Durchschläge, niedrigerer Druck bringt mehr Grip.

Moderne Geländewagen wissen dank Assistenz­ systemen besser als du, was zu tun ist. Gib dich dem Flow hin, anstatt dem Auto deinen Willen aufzuzwingen.

THE RED BULLETIN


SOFIA

Start

Samokow

ROUTE DES ŠKODA EURO TREK Autobahn oder Bundesstraße O≠road

Blagoewgrad

SKOPJE Ende

Der Weg ist abwechselnd Schlammpfütze, Steilrampe oder Geröllhalde. Auf den ­Reifen klebt zentimeterdick rotbraune Erde, die Vegetation ist karg, nur die ­Königskerzen wuchern üppig am Rand des Weges. Es sieht ein bisschen aus wie in Australien. In einer Pause fragt von Bülow in die Stille: „Schön und gut, dass es legal ist. Aber macht uns das nicht zu Arschlöchern, wenn wir hier mit SUVs mitten durch die unberührte Natur fahren?“ Shosholchev nickt wissend. Er liebt sein Land, er hat sich diese Frage selbst schon oft gestellt, und er hat eine überzeugende Antwort gefunden: „Wir können diese tolle Landschaft nur erhalten, wenn wir hier sanften Tourismus etablieren. Der Natur macht es nichts, wenn hier am Tag ein, zwei Geländewagen durchfahren. Es ist die Holzindustrie, vor der wir sie schützen müssen.“

AUTONOMES FAHREN

Bei der Abfahrt nach Ohrid wirkt von ­Bülow schon viel lockerer als gestern bei seinen ersten Kilometern im Gelände. Er trägt jetzt schwarze Tom-Ford-Brillen zum kurzen rotblonden Bart und lässt die Finger am Lenkrad zum Takt eines VelvetUnderground-Albums tanzen. „Nimm ­ruhig mal die Füße von den Pedalen“, sagt Liviu Adam, „das Auto macht alles von selbst.“ Und wirklich: Im steilen ­Stolpergelände hat die Motorbremse das 1,7‑Tonnen-Fahrzeug autoritär im Griff. Von Bülow muss nicht einmal lenken: Die Räder suchen sich in den tiefen Spurrillen von selbst die sicherste Spur. Neben ihm ragt ein Abgrund in die Tiefe, ganz weit unten erahnt man das Blau des Ohrid­sees, der mit zwei bis fünf Millionen Jahren ­einer der ältesten Seen der Erde ist. Von Bülow lässt das Lenkrad los, ein paar Meter fährt das Auto quasi autonom. Da ist es wieder, das Wechselspiel aus Kontrolle und Loslassen. „Ich bin noch nicht da, wo ich gern wäre“, sagt von Bülow, „ich würde im ­Leben gern öfter loslassen und darauf vertrauen, dass die Dinge auch ohne mein Zutun gut werden. Dass es, wie die Kölner sagen, ohnehin ‚kütt wie et kütt‘.“ THE RED BULLETIN 

Ende 1. Tag Start 2. Tag Kavadarci

Bitola Ende 2. Tag Start 3. Tag

OFFROAD DURCH MAZEDONIENS NATIONALPARKS

So holst du das Maximum aus deinem Trip. Testauto

Und da passiert es. Von Bülow übersieht in einer Kurve ­einen spitzen Stein und rumst mit voller Wucht darüber. Das ist ihm heute schon ein-, zwei- oder dreimal passiert, jedes Mal ohne Folgen. Aber diesmal folgt darauf ein dubioses Tock-tock-tock, das rasch zu einem beunruhigenden Klack-klack-klack wird. Dazu kommt ein merkwürdig teigiges Gefühl rechts vorne. Ein Platten. Von Bülow darf jetzt ein weiteres Abenteuer erleben: einen Reifenwechsel in unwegsamem Gelände. Liviu Adam zeigt ihm, worauf er achten muss: Zuerst steuert er den Wagen auf eine halbwegs ebene, einigermaßen trockene Stelle. Dann gibt er dem Wagenheber mit einem Brett, das er am Wegesrand findet, einen stabilen Stand, damit der sich nicht im Schlamm eingräbt. Von Bülow hievt das Ersatzrad vom Dach und lässt sich von Adam die Arbeitsschritte erklären. Als das neue Rad endlich montiert ist, dämmert es bereits. Bis zum Hotel wären es noch achtzig Kilometer. Es sei denn … „Lasst uns doch in den Autos schlafen“, sagt von Bülow. Neben dem Hohlweg plätschert ein Bächlein, der Blick auf den rosaorangen ­Sonnenuntergang über dem See ist atemberaubend. „Vielleicht“, sagt Shosholchev, „hören wir in der Nacht ein Wolfsrudel heulen.“ Von Bülow nickt.

Škoda Kodiaq Scout 2.0 TDI SCR (1968 ccm, 190 PS, 46.000 Euro)

Anreise Flug mit Austrian Airlines von Wien oder zirka zehn Stunden Autofahrt von Wien nach Sofia

SUV-Verleih Zum Beispiel Sixt in Sofia (www.sixt. com/car-rental/bulgaria/sofia) oder Hertz in Skopje (www.hertz.mk)

Allgemeines In Mazedonien muss auch bei Tag mit Licht gefahren werden, die Benützung von Mobiltelefonen ist auch im Stand verboten. Tempolimits: 50/80/120 km/h. Keine Fahrverbote für O≠road-Strecken.

Essen Popova Kula Winery, Bulevar na vinoto No 1, Demir Kapija, Mazedonien, Tel.: +389 76 432630, popovakula.com.mk

Schlafen Aurora Resort & Spa Hotel, Ul. 3 BB, 2330 Berovo, Mazedonien, Tel.: +389 33 550965, auroraresort.mk

skoda.at twitter.com/johannvonbuelow

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Alle Hände voll: Fitz mit seinen liebsten Gegenständen

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„Das ist mein Survival-Kit“ Filmstar FLORIAN DAVID FITZ zeigt die wichtigsten Dinge seines Lebens und erklärt, wie ihn Aufräumen rettet. Text RÜDIGER STURM  Fotos NORMAN KONRAD


4. 1. 5.

2.

3.

„Was ich wirklich brauche ... FLORIAN DAVID FITZ zeigt uns zehn Gegenstände, von denen er sich niemals trennen würde.

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THE RED BULLETIN


Hund und Kegel: Terrier Elmo begleitete Fitz zum Shooting.

betrachte, wenn ich etwa Filme schaue. Dafür mag ich, dass es ein schönes Gerät ist, das ich gerne anfasse.“

3. Hundefutter

8.

6. 9.

7.

„Das steht repräsentativ für meinen Hund, der ja keine Sache ist. Ob­ wohl: Laut Gesetz ist Elmo ein ­Gegenstand, der mir gehört. Wenn jemand also meinen Hund tritt, dann ist das Sachbeschädigung. Finde ich lustig. Vor allem finde ich, dass jeder mit Tieren Kontakt ­haben sollte – es ist gut, ein Wesen um sich zu haben, für das deine Menschenprobleme unbedeutend sind. Das rückt die eigene Perspek­ tive gerade und bringt dich runter.“

4. Tagebuch „An der Schauspielschule mussten wir für eine Übung jeden Morgen drei Seiten über den vorherigen Tag schreiben. Der Clou: Wir sollten nicht lange nachdenken, sondern aufschreiben, was uns als Erstes einfällt. Ohne Denkbremse kommt zum Vorschein, was uns wirklich beschäftigt. Im Laufe der Jahre wurde ein normales Tagebuch draus. Das mache ich jetzt seit zwanzig Jahren, auch mal mit ­größeren Lücken. Wenn es mal schwierig wird, lese ich nach, wie es mir früher in ähnlichen Situationen ging, das hilft schon mal, die Sache einzuordnen. Wenn ich dann merke, wie läppisch mir die große Krise von damals mittlerweile vorkommt, kann ich die aktuellen Probleme entspannter sehen.“

10.

5. Federmäppchen

1. Kopfhörer „Ich liebe es, unter Menschen zu sein. Gleichzeitig brauche ich immer Raum, um mich zurückziehen zu können, sonst schwirrt mir irgend­ wann der Kopf. Deswegen kann ich mir kein Leben ohne Kopfhörer vor­ stellen. Sie sind mein Privatraum zum Mitnehmen. Wenn ich sie an THE RED BULLETIN 

hektischen Orten aufsetze, kann ich die Außenwelt vergessen und fühle mich in einer Art akustischem Zelt.“

2. MacBook „Mein Arbeitsgerät. Die Drehbücher für meine Filme schreibe ich auf meinem Laptop. Viel zu oft ist es das Fenster, durch das ich die Welt

„Schreiben ist für mich eine extrem persönliche Angelegenheit, des­ wegen habe ich immer mein eigenes Federmäppchen dabei. Wichtigster Inhalt: mein alter Kaweco-Minifüller aus unbehandeltem Messing, das immer mehr anläuft – wobei leider auch die Tinte immer wieder aus­ läuft. Dazu kommen Druckbleistift, Lineal, Radierer sowie Ersatz­ patronen und -minen.“

6. Smartphone „Ohne Handy wäre ich verloren, aber aus anderen Gründen, als du denkst. Außer zum Kommunizieren

nutze ich mein Smartphone nur zu sehr speziellen Zwecken: Privat würde ich ohne die Erinnerungs­ funktion jeden Geburtstag von Freunden vergessen. Beruflich praktisch ist die App ‚Sun Surveyor‘. Da kann man die Sonnenstände für jeden Tag des Jahres vorzeichnen, was für die Planung der Licht­ verhältnisse irre praktisch ist. Habe ich von meinem Kameramann ab­ geguckt. Sonst versuche ich auch mal ohne das Ding auszukommen.“

7. Zahnbürste „Wenn ich mich für ein Produkt zur Körperpflege entscheiden müsste, wäre das die Zahnbürste. Die Bors­ ten sollten nicht zu weich sein. In der Zahnpasta mag ich Eukalyptus.“

8. Arbeitsbuch „Wenn ich eine Idee für ein neues Drehbuch habe, wird es erst mal wild: Ich notiere ständig neue Ein­ fälle, schreibe Rechercheergebnisse auf und fertige Storyboard-Skizzen an. Früher passierte das auf ver­ schiedenen Zetteln, die dann alle rumflogen. Bei meinem Film ‚Der geilste Tag‘ vor ein paar Jahren ­wurde es mir zu viel – und ich kaufte mir ein großes Notizbuch. In so ­einem sammle ich nun bei jedem Film sämtliche Aufzeichnungen.“

9. Barttrimmer „Mein Bartwuchs ist alles andere als abendfüllend. Noch dazu wird er weiß, bevor er voll wird. Das ist, wie von Jugendakne direkt zu Haarausfall zu stolpern, man lässt einfach die guten Zeiten aus. Also: Barttrimmer.“

10. Buch „Ich habe generell immer ein Buch dabei, aktuell lese ich ‚Stimmen‘ von Wolfgang Herrndorf, einem meiner großen Helden. Es ist schwer aus­ zumachen, was einen tollen ­Autor von einem Genie unterscheidet. Bei Herrndorf ist es vermutlich das Eigenartige, seine unverwechsel­ bare Art, die Welt zu betrachten. Ich bin immer wieder überrascht, wie bei ihm im Einfachen Wahrheiten auftauchen, die ich noch nie be­ merkt habe. Als würde man die Welt noch mal neu erblicken.“   65


... und wie ich lernte, auszumisten“

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rehbücher schreiben, Regie führen, schauspielen: Wo die meisten von uns mit einem Job über ihre Work-Life-Balance klagen, jongliert Filmstar Florian David Fitz drei ­Berufe, ist Schirmherr zweier sozialer Initiativen und geht mehrmals am Tag Gassi mit seinem geliebten Hund Elmo. Das Verrückte: Florian David Fitz wirkt dennoch entspannt. Der Vierundvierzigjährige hat sein Leben im Griff, weil er sich auf die wichtigen Dinge konzen­triert. Deswegen wollen wir mit ihm übers Aufräumen sprechen. Irgendwo muss man ja anfangen, wenn man sein Leben in Ordnung bringen will. the red bulletin: Herr Fitz, in Ihrem Film „100 Dinge“ trennen sich zwei junge, konsum­ geile Männer für eine Wette von ihrem komplet­ ten Besitz, dürfen 100 Tage lang je einen Gegen­ stand zurückholen und lernen so, was ihnen wirklich wichtig ist. Wo liegt denn das große ­Problem, wenn jemand viele Dinge besitzt? florian david fitz: Ob das ein Problem ist, weiß ich gar nicht. Die Frage ist, ob sie dich glücklich ­machen oder eher am Glücklichsein hindern. Jedes Ding will benutzt, bespielt, repariert werden. Wenn es dich glücklich macht, ist es diese Aufmerksamkeit wert. Wenn nicht, müllt es dir die Wohnung voll. Sie übertreiben. Überhaupt nicht. Kennt doch jeder, das Gefühl, wenn man ausgemistet hat. Den ganzen Kram, den man nie benutzt. Wenn wieder Luft in der Wohnung ist. Innen ist außen. Deine Außenwelt spiegelt dein ­Innenleben wider. Und wie miste ich konsequent aus? Damit es leichter fällt, halte ich mir eine Hintertür ­offen – und räume alles erst mal in den Keller. Was ich nach drei Jahren nicht vermisse, kann endgültig weg. Wie entscheiden Sie, was in den Keller kommt? Da halte ich mich an die japanische Aufräum-Expertin Marie Kondō, die sagt: „Nimm jedes Ding in die Hand

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und frage: ‚Benutze ich dich?‘ oder ‚Machst du mich glücklich?‘“ Auf 80 Prozent der Sachen, die wir so ­besitzen, trifft weder das eine noch das andere zu. Andersherum gefragt: Können manche Dinge Sie wirklich glücklich machen? Na klar! Es gibt Fundstücke, Erbsachen, die einem viel bedeuten. Bücher, die man immer wieder lesen mag. Und wenn ich das Buch später im Regal sehe, erinnere ich mich an das Gefühl, das die Geschichte in mir ausgelöst hat. Unabhängig vom Inhalt macht es mich auch schon glücklich, optisch schöne Bücher einfach nur anzuschauen. Und besonders freue ich mich, dass jetzt Leineneinbände zurückkommen, die überzogenen Umschläge fühlen sich einfach toll an. Klingt das nicht nach einem eher oberfläch­ lichen Glück? Schönheit mit Oberflächlichkeit zu verwechseln ist jetzt aber ziemlich protestantisch. (Lacht.) Natürlich dürfen Dinge schön sein und gut in der Hand liegen. Ich habe ein schönes Fahrrad, das habe ich mir als Belohnung für ein Drehbuch geschenkt, da freue ich

„Einfach mal konsequent Ordnung schaffen und darauf achten, wie sich der Geist beruhigt.“ mich seit Jahren drüber. Und in meiner Wohnung liegt ein alter Berberteppich, der mehr haart als mein Hund und in dem sich unfassbar viel Dreck sammelt. Trotzdem würde ich ihn nie her­geben. Man kann gut auf ihm liegen, und er erinnert mich an die vielen Gespräche, die ich auf ihm schon mit Freunden ­geführt habe. Neues von Fitz und seinem Hund Elmo auf Instagram: @florian.david.fitz


Pro Jahr starten bis zu vier Fitz-Filme. Sein Durchbruch gelang ihm 2011 mit „Vincent will Meer“.


KEIN ZUCKER. NUR FLÜÜÜGEL.


guide Dein Programm

AUF EINEN SPRUNG IN EINE NEUE WELT

Mach deine nächste Reise außergewöhnlich: mit Destination Red Bull und Cli≠-Diving-Ikone Orlando Duque auf den Azoren.

SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL

SEITE 70

LUNCH AUS DER KAFFEEMASCHINE

TRAINIEREN MIT MARCEL HIRSCHER

ABFEIERN MIT DEN SKI-SUPERSTARS

SEITE 76

SEITE 78

SEITE 82

Not macht erfinderisch und dank dieser FoodBloggerin auch satt.

THE RED BULLETIN 

Fit wie ein Weltmeister: extreme Übungen und essenzielle Tipps.

Hahnenkamm-Rennen 2019: Termine, Bilder, Strecken-Insiderinfos.

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Reisen

Raue Natur: die Red Bull Cliff Diving World-Tour 2018 beim Stopp auf dem Inselchen Ilhéu de Vila Franca

ATLANTIKINSEL SÃO MIGUEL

SO WIRST DU KLIPPENSPRINGER Bei Destination Red Bull kannst du Weltklasse-Athleten als Reiseführer buchen. Hier erzählt Cliff Diver Orlando Duque, was er seinen Gästen über Höhenangst und Wale lehrt.

A

ls professioneller Cliff ­Diver reise ich seit mehr als zwei Jahrzehnten zu Wettkämpfen auf der ganzen Welt: in den Dschungel von Yucatán, in die Antarktis oder auf die Oster­insel – über die Jahre waren da ­einige legendäre Spots dabei.

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Auf die Azoreninsel São Miguel, das Ziel unserer Destination Red Bull-Reise, komme ich immer wieder gern zurück – vor allem wegen ihrer faszinierenden Natur. Die neun Azoren-Inseln liegen rund 1300 Kilometer westlich von Portugals Küste völlig abgeschie-

Dein Reisebegleiter: Weltklasse-Cliff-Diver Orlando Duque

THE RED BULLETIN


guide

REISE-INFO

FALSCHE VÖGEL UND HEISSER BODEN

Wo die Azoren liegen, warum sie einen falschen Namen haben und was du dort essen musst: Wir präsentieren Basiswissen, um in der Hotellobby aufzutrumpfen. Die Azoren liegen 1369 Kilo­ meter westlich von Portugal und 1930 Kilometer östlich von Neufundland (Kanada) im Atlantischen Ozean. Die Hauptinsel São Miguel ist mit 746 km2 so groß wie der Bezirk Baden.

Azoren

Cliff Diver Duque beim Absprung: „Ich lehre dich, wie du Klippenspringen genießt.“ Corvo Flores

Graciosa

Terceira

São Miguel

São Jorge

Faial Pico

Santa Maria

Ribeira Grande

São Miguel Ponta Delgada

ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL, DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL 82), RED BULL MEDIA HOUSE GMBH/ RED BULL CONTENT POOL, GETTY IMAGES ANDREAS ROTTENSCHLAGER

Ilhéu de Vila Franca

GESCHICHTE

Ilhéu de Vila Franca und seine Kraterlagune von oben. Dahinter: die Insel São Miguel

den im Atlantik und sind geprägt von Vulkangestein-Küsten und grünen Hängen. Dass dir dort beim Schwimmen Delfine oder Pott­wale Gesellschaft leisten, ist durchaus keine Seltenheit. Kurz: Die Azoren sind ein sehr guter Ort, um den Atlantik in all seinen Facetten kennenzulernen. Und ­genau das ist unser Plan. Die Homebase der Reise, das Santa Barbara Resort, liegt an der Südküste von São Miguel. Von hier aus werde ich mit meinen Gästen fünf Tage lang in das Element Wasser eintauchen – mit­ unter auch recht tief, denn die richtige Technik beim Sprung von den Klippen ist selbstverständlich Teil des Programms.

THE RED BULLETIN 

„Ich passe mich an euer Level an. Es gibt rund 100 Absprung­ orte auf der Insel.“ Für den Workshop setzen wir am zweiten Tag auf die Mini-Insel Ilhéu de Vila Franca über, die nur 500 Meter südlich von São Miguel liegt. Wer sich Luftaufnahmen des Eilands ansieht, dem sticht ­sofort die kreisrunde Lagune ins Auge, die sich in dem erloschenen Vulkankrater gebildet hat. Ein ­Naturjuwel – allein die Überfahrt ist ein magischer Moment. Obwohl

NAME Portugiesische Seefahrer gaben ihrer Entdeckung den Namen Habichtsinseln (Ilhas dos Açores). Blöd nur, dass die Habichte eigentlich Bussarde waren. EIN- UND AUSWANDERER Nach Jahrhunderten portugiesischer Einwanderung zogen 60 Azorer-Pärchen weiter und gründeten 1752 in Brasilien Porto Alegre, heute eine Millionenmetropole. STÜTZPUNKT Völkerverbindung: Erste Unterseekabel und Linienflüge zwischen Europa und Amerika verliefen über die Azoren.

GERICHTE COZIDO Vulkanischer Boden fungiert als natürlicher Herd für diesen Schmortopf aus Fleisch, Fisch und Gemüse. BOLO LÊVEDO Süßes Hefeteigbrot, das an einen Muffin erinnert und zu jeder Tageszeit verzehrt wird. ANANAS-CHUTNEY Die seit dem 19. Jahrhundert in Gewächshäusern angebaute Frucht wird in vielerlei Form verzehrt. Das Ananas-Chutney passt ideal zum Käse der Inseln.

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Reisen

guide

DESTINATION RED BULL

DEINE ABENTEUER MIT TOPATHLETEN

Offroad-Training in der Wüste mit dem fünffachen Rallye-Dakar-Sieger oder Downhill-Mountainbiken mit einem Weltmeister als Guide? Diese weiteren Reisen warten auf dich.

MIT GEE ATHERTON Der ehemalige DownhillWeltmeister nimmt dich mit auf zwei Touren durch die Sand­ steinhänge von Utah. VIP-Besuch von Red Bull Rampage inklusive.

ABU DHABI

MIT CYRIL DESPRES Einmal als Copilot in einem echten RallyeDakar-Mini sitzen? Mit dem fünffachen DakarSieger Cyril Despres überwindest du Dünen in Abu Dhabis Wüste.

BARCELONA

MIT SETE GIBERNAU UND DANI PEDROSA Motorradtraining auf der exklusiven Privat­ rennstrecke von Sete Gibernau plus VIP-Paket für den Gran Premi de Catalunya.

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LESOTHO

MIT ALFIE COX Südafrikas EnduroLegende erkundet mit dir eine Woche lang die schönsten Motorrad­ tracks entlang der Route der legendären Rallye Roof of Africa.

WIEN

MIT ANDI GOLDBERGER Der ehemalige Welt­ klasse-Skispringer und Topläufer geht mit dir beim Wings for Life World Run an den Start. Mit privatem Coaching und Athleten-Dinner.

SALOMONEN

MIT CHRISTIAN SCHIESTER Paradies pur: Der ehe­ malige Extremläufer und heutige Welt­umsegler nimmt dich auf seiner 58-Fuß-Jacht „El Toro“ mit auf den Törn deines Lebens.

„Das Gefühl beim Auftauchen ist überwältigend“, sagt Orlando Duque. Wir glauben ihm.

der Zutritt auf die Insel auf wenige Besucher pro Jahr beschränkt wurde, können wir sie einen gan­ zen Tag lang erleben, die pitto­ resken Kraterwände erklimmen oder schnorchelnd die Felstunnel am Fuß der Insel erforschen. Was beim Betrachten der Ilhéu de Vila Franca ebenfalls sofort auffällt, sind die rauen, steil abfal­ lenden Felsklippen – und das blieb auch der globalen Cliff-DivingCommunity nicht verborgen. Eines gleich vorweg: Niemand muss sich aus 27 Metern in die Tiefe stürzen wie die Topathleten. Auf der Insel finden sich mehr als 100 Absprungplätze in allen ­Höhen. Bei unserem Workshop richte ich mich individuell nach dem Fitness-Level und den Wün­ schen meiner Gäste. Natürlich geht es darum, sich selbst ein ­wenig zu überwinden, im Vorder­ grund steht aber immer der Spaß. Klippenspringen ist eine men­ tale Herausforderung. Der – im wahrsten Wortsinn – springende Punkt dabei ist, sich in der Luft wohlzufühlen. Viele Menschen springen ab und … verkrampfen

sich. Dagegen hilft das Wissen, dass du deine Haltung in der Flugphase korrigieren kannst. Ich zeige meinen Gästen die richtige Flug- und Eintauchtechnik und führe sie Schritt für Schritt so hoch, wie sie wollen – bis zirka 14 Meter ist an diesem Tag alles möglich. Im besten Fall lernst du dabei auch etwas über dich selbst: nämlich dass man nur vor Dingen Angst hat, über die man nicht ge­ nug weiß. Es ist normal, Angst zu haben, wenn man zum ersten Mal auf dem Absprungfelsen steht. Aber die Glücksgefühle, die einen nach dem Auftauchen umfangen, sind überwältigend. Apropos tau­ chen: Zwei Profitaucher begleiten uns und untersuchen jede Ein­ tauchstelle vorab. Es sind diesel­ ben Jungs, die die Weltklasse­ springer der Red Bull Cliff Diving World Series betreuen, deren Be­ werb wir zwei Tage später an Bord eines 14-Meter-Katamarans ver­ folgen werden. Abends treffen wir die Athleten zum Dinner, um über den Sport zu fachsimpeln. Wir wissen ja jetzt, wie Klippen­ springen funktioniert.

Informationen zu den Reisen und Buchungen unter: destination.redbull.com  oder  +43/664/88 11 07 06

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PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL

VIRGIN, UTAH, USA


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Clemens Aigner Andreas Kofler Manuel Fettner


Entertainment

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Ausgewählte Musik und ­inspi­rierende ­Interviews. Unsere aktuelle Empfehlung:

SPRINGT SOFORT INS AUGE

14

City-Tour mal anders: Tom Ritsch beim Red Bull Playstreets 2017

Februar   LIVE 

RED BULL PLAYSTREETS

Auf der Straße spielt man nicht. Es sei denn, das coolste Ski-Freestyle-Event ist zurück in der Stadt. Nach einem Jahr Pause verwandeln die Veranstalter von Red Bull Playstreets den Stadtkern von Bad Gastein für Rider wieder in ein Paradies aus Kickern, Rails und Rampen, um die Sau rauszulassen und die Fans mit irren Tricks zu verblüffen – ob direkt am Kurs oder dank Live-Übertragung der Finalläufe vor den Screens zu Hause.

27

Jänner   LIVE 

RED BULL MUSIC 3STYLE-FINALE

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine g ­ lobale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart-TV. Alle Infos: redbull.tv

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Die besten DJs der Qualifyer aus über 20 Ländern messen sich beim Weltfinale in Taiwan. Ihr Ziel: die DJ-Krone. Und das kollektive Ausflippen der Tanzwütigen.

14

Jänner   PREMIERE 

NOW OR NEVER

Nadine Wallner hat im Freeriden die ­Er­füllung und am Arlberg den idealen Playground dafür gefunden. Die Doku (auch auf ServusTV) folgt ihren Spuren von der Schule bis in den Tiefschnee.

PEAK TIME

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Jänner  ON AIR 

In den letzten Jahren hat sich Vivian Host die Radiowellen mit Größen wie Björk, Erykah Badu, Robyn, Lil Wayne, Charlotte Gainsbourg oder Kult-Filmemacher Werner Herzog geteilt. In ihrer Show, Montag bis Freitag um 18 Uhr live aus den Red Bull Radio Studios in New York, liefert die DJane und Musikjournalistin ­ihren Hörern spannende Neuvorstellungen, tiefgründige Künstler-Interviews sowie News und Event­berichte aus der Welt der Musik. AUFDREHEN: REDBULLRADIO.COM

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JOERG MITTER/RED BULL CONTENT POOL, TIM BLACKWELL/RED BULL CONTENT POOL, ANDREAS VIGL

Freestyle-Action in Bad Gastein, PartyMarathon in Taiwan und Freiheit pur am Arlberg: Das sind unsere Highlights auf Red Bull TV.


Watches

guide

FLUGZEIT

GRÜSS MIR DIE SONNE! Wingmen fürs Handgelenk: drei Uhren, die aus Partnerschaften mit außergewöhnlichen Flieger­einheiten entstanden sind. „Solar Impulse“ gelang 2016 die Umrundung der Welt erstmals in einem sonnenkraftbetriebenen Flugzeug.

Welt-Umrunder OMEGA Speed­master Solar Impulse HB-SIA* GMT* PARTNER

GEHÄUSE

Solar Impulse

Titan, 44,25 mm Durchmesser

SPEZIALEIGENSCHAFTEN

Ablesung einer zweiten Zeitzone und Bestimmung der Himmelsrichtung durch GMT-Zeiger. Geschwindigkeits­ messung.

UHRWERK

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Extrem gut ablesbar auch bei Nachtflügen durch Einsatz von blauer Super-LumiNova (hat eine bis zu hundertfach höhere Leuchtdichte als bisherige Leucht­ pigmente)

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*Gangreserve Zeit, die eine mechanische Uhr nach dem Aufziehen läuft, bis sie erneut aufgezogen werden muss *GMT „Greenwich Mean Time“, früher Weltzeit, wurde in ihrer Eigenschaft 1972 durch die „Koordinierte Weltzeit“ („Coordinated Universal Time“, UTC) abgelöst, von der aus­ gehend alle Zeitzonen unseres Planeten definiert werden. *HB-SIA Luftfahrzeug-Kennung (­Kennzeichen) jenes Prototyps, mit dem „Solar Impulse“ die ­ersten Testflüge absolvierte.

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Food HUNGRIG NACH NEUEN IDEEN?

KOCHEN MIT DER KAFFEEMASCHINE

Keine Küche? Kein Problem! Du kannst auch mit deiner Filtermaschine was Ordentliches zubereiten – meint zumindest eine schwedische Bloggerin.

guide

S

ie mag keinen Kaffee. Und sie hasst Kochen. Dass die in Göteborg lebende schwedische Künstlerin Katja Wulff trotzdem einen erfolgreichen Kochblog und YouTube-Channel betreibt, ist nur einer Not zu verdanken – die bekanntlich erfinderisch macht. „In meiner Zeit im Studentenwohnheim habe ich um die Gemeinschaftsküche einen großen Bogen gemacht – zu viele Leute. Als ich eines Tages mit ­einem schweren Kater in meinem Zimmer lag, war ich versucht, ­Nudeln so lange im Waschbecken

KNOW-HOW

MAHLZEIT!

Diese drei Gerichte gelingen mit der Kaffeemaschine immer. WEICHES FRÜHSTÜCKSEI Das Ei mit einem Papierfilter (dieser dient als Auslaufschutz, falls die Schale zu Bruch geht) in den Filtereinsatz geben. Die Maschine mit 10 Tassen Wasser füllen und starten. Das Ei ist fertig, sobald das Wasser durchgelaufen ist. HOTDOGS Die Würstel werden in der mit 10 Tassen Wasser gefüllten Kanne rund 10 Minuten gegart. Dann das aufgeschnittene Hotdog-Brötchen mit der ­Innenseite auf die Wärmeplatte der Maschine legen und etwa 3 bis 5 Minuten rösten.

Fischsuppe aus der Kaffeemaschine. Dauert halt länger als sonst. Und mitunter hat das Gericht eine leichte Kaffeenote.

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„Ich will die Leute ­animieren, ­kulinarisch kreativ zu denken.“ Katja Wulff, Bloggerin

Katjas Blog: coffeemachinecuisine.com

THE RED BULLETIN

WALTRAUD HABLE

in warmes Wasser einzuweichen, bis sie halbwegs gar sind. Dann fiel mein Blick auf die Filterkaffee­ maschine im Raum, und ich wusste sofort: Das wäre definitiv der schlauere Weg.“ Der Rest ist Geschichte. Wulff hat mittlerweile ganze Menüs auf diese Weise gezaubert und diese in Schweden auch als Buch herausgegeben: Sie hat Miesmuscheln im Filtereinsatz gedämpft, Spaghetti in der Kanne gekocht, Tapas und Mini-Pizza auf der Warmhalteplatte zubereitet. Auch Schokofondue gab’s. „Nicht alles schmeckt“, gibt sie zu. Eine großartige Köchin werde nie aus ihr werden. Aber zumindest sei sie experimentierfreudig. Stolz ist Wulff vor allem auf ihre Tacos mit gebratenen Schafhoden …

DAN SÖRENSEN

Ein Teil, viele Möglichkeiten: Wulff brät auf der Warmhalteplatte auch ­Hühnerfleisch oder Palatschinken.

HAFERBREI 1 Tasse Haferflocken in die Kanne füllen. Einen Filter einsetzen und in diesen 1 TL Honig und eine Prise Salz geben. Die Maschine mit 3 Tassen Wasser starten, nach dem Durchlaufen alles 5 Minuten ziehen lassen, fertig.


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Fitness

FIT WIE EIN WELTMEISTER

RONNIE BÖHM, FELIX KRÜGER

SO TRAINIERT MARCEL HIRSCHER Der erfolgreichste Skifahrer der Gegenwart zeigt, welche Übungen auch ihm kraft- und koordinationstechnisch alles abverlangen. Plus: seine Tipps, um die eigene Leistung zu steigern.

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THE RED BULLETIN


guide

ÜBUNG 1

30 KG OVERHEAD PISTOL SQUAT

Einbeinige Knie­ beuge mit der 30-Kilo-Lang­ hantel – und was Marcel Hirscher dazu sagt. VEREINFACHT GESAGT … … gehst du einbeinig mit einer 30-KiloLanghantel in die ­Kniebeuge. PRAKTISCH GESPROCHEN … … solltest du über­ haupt erst an diese Übung denken, wenn alle Muskelgruppen in Rumpf, Schulter, Po, Oberschenkel und Knie in Bestform sind. BRAUCHT … … Bewegungsgenauig­ keit, Stabilität und die Kraft in der kleinen Zehe genauso wie im Rumpf. RED BULLETIN RÄT FÜRS NACHMACHEN Kniebeugen erst ohne Gewicht machen und an zwei Stühlen an­ halten, bis das Gefühl für die Position da ist. Dann statt der Lang­hantel einen Besen nehmen – das schult die Überkopfmobilität.

„CrossFit tut mir gut, ich bin heute ausgeglichener als noch vor ein paar Jahren.“

THE RED BULLETIN 

„Ich kriege nach wie vor Muskelkater, weil ich immer wieder neu gefordert werde.“ Marcel Hirscher über sein Training

D

amit am Ende niemand sagt, wir hätten ihn nicht gewarnt: Do not try this at home! Wir wiederholen: Mach die Übungen, die Marcel Hirscher, 29, hier vorzeigt, auf keinen Fall nach – außer du bist in körperlicher Bestform und stehst unter Aufsicht eines qualifizierten Trainers. Andernfalls kannst du deinem ­Rücken, deinen Bandscheiben sowie deinen Sehnen und Bändern schon mal vorsorglich auf Nimmerwiedersehen sagen. Was Hirscher, der siebenfache Gesamtweltcupsieger, hier vorzeigt, ist alles andere als Skigymnastik. Einbeinig in die Kniebeuge zu gehen erfordert bereits ein hohes Maß an Körperbeherrschung und Kraft. Dabei noch eine 30-KiloLanghantel unfallfrei zu stemmen, dafür braucht’s schon etwas mehr. Im Fall von Marcel sind es 23 Jahre Training und eiserne Disziplin. Wobei der Schlüssel zum Erfolg inder Abwechslung liegt – wie Hirscher exklusiv in The Red Bulletin Heroes Edition verrät, einem Magazin, das der Skiheld gemeinsam mit unserem Team entwickelt hat: 140 Seiten Marcel pur. Aber lassen wir ihn selbst ­erzählen. Hier drei wichtige Erkenntnisse Hirschers, um die eigene Leistung graduell zu steigern.

TIPP 1: PROBIER ALLES AUS. Mein Motto ist: Was ich nicht kann, kann ich lernen. Zusätzlich zum Skifahren gehe ich alpin­ klettern, im Sommer findet man mich beim Wakesurfing, Slack­ lining oder Kajakfahren, dazu kommen Motocross und Enduro. Warum das alles? Ganz einfach: viele Sportarten = viele Bewegungsläufe = bessere Motorik. Jede Sportart bringt dich weiter. Klettern etwa schult deine Balance und deinen Fokus. Letzteren brauche ihn, um beim Riesentorlauf die Schwünge präzise zu treffen. Auch Motocross ist ein ideales Training für mich: Es geht körperlich extrem an die Substanz und ähnelt in den Bewegungsmustern dem Skifahren: Du steuerst mit der Hüfte an und tarierst mit dem Oberkörper aus. TIPP 2: HINTERFRAGE TRAININGSPLÄNE UND HÖR AUF DEN KÖRPER. Von rigorosen Trainingsplänen habe ich mich komplett verabschiedet. Warum mit aller Gewalt draußen trainieren und riskieren, dass ich mich verkühle? Nur weil der Trainingsplan es vorschreibt? Natürlich bin ich jemand, der ans Limit geht. Denn wenn ich das tue, dann muss der Körper sich wehren und kann sich weiter­

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Fitness

guide

ÜBUNG 2

FLOATING PUSH-UP

Liegestütz auf vier Schweberingen

VEREINFACHT GESAGT … … hängst du mit Händen und Füßen in vier Ringen und machst so Liegestütze.

BRAUCHT … … Koordination, Kraft und Körper­spannung. RED BULLETIN RÄT FÜRS NACHMACHEN Mach die Push-ups erst mal mit den Händen in den Ringen und den Füßen am Boden – und umgekehrt. Auf allen vier Ringen solltest du anfangs nur im Stütz stabilisieren.

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SEINE TRAININGSGEHEIMNISSE In der Red Bulletin Heroes Edition erklärt Marcel Hirscher, was ihn antreibt und wie er sich fit hält. Im Handel oder unter getredbulletin.com/ marcel erhältlich.

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Bei den Schwebe-Liegestützen sind eine extrem starke Körpermitte, viel Koordination und eine langsame Ausführung gefragt.

entwickeln. Aber ich habe gelernt, mehr auf meinen Körper zu ­hören: Wie weit darf ich gehen, ohne mich zu überfordern? Jeden Tag acht Stunden am Ergometer zu trainieren würde ich im Kopf nicht packen. Ich setze eher auf High Intensity, manchmal trainiere ich nur 30 Minuten pro Tag, manchmal zwei Stunden. TIPP 3: TRAINIERE MUSKELKETTEN ANSTELLE EINZELNER MUSKEL. 2011, mit 21 Jahren, bin ich bei einem Rennen gestürzt und habe mir das Kahnbein im linken Fuß gebrochen. Diese Verletzung – die erste meiner Profikarriere überhaupt – hat meinen Körper verändert. Das bis dato gewohnte Ausdauertraining war nicht mehr möglich, also bin ich mit meinem Gipshaxen mit Freunden in ein stinknormales Fitnessstudio gegangen: klassisches Bankdrücken, pumpen, Vollgas. Ich habe schnell bemerkt, wie das Krafttraining anschlägt. Später kam CrossFit dazu. Dieses funktionelle Training hat bei mir viel bewegt. Denn es werden Bewegungsabläufe, sprich Muskelketten trainiert. Das ist der

Reinbeißen! Nach Push-up Nr. 7 braucht auch Marcel eine Pause.

große Unterschied zum Gerätetraining, bei dem Muskeln großteils isoliert trainiert werden. CrossFit ist extrem facettenreich. Ich bin dabei sicher nicht der ­Beste. Manche Übungen kann ich besser, manche schlechter. Aber genau diese Bewegungsvielfalt braucht es, um irgendwo der ­Beste zu sein – zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.

„Wenn ich meinen Körper ans Limit bringe, muss er sich wehren und kann sich weiter­ entwickeln.“

Marcel Hirscher bloggt auch, u. a. auf marcelhirscher.at und auf redbull.com

THE RED BULLETIN

RONNIE BÖHM, FELIX KRÜGER (COVER)

PRAKTISCH GESPROCHEN … … senkst du deinen Körper mit gestreckten Beinen so weit ab, bis deine Brust sich auf Höhe der Ringe befindet, und hältst dabei den Rücken gerade. Dann ziehst du im Stütz die Knie an und ziehst sie bis zur Brust.


Special Event

26. Jänner

Karrieresprung: Thomas Dreßen auf dem Weg zum Abfahrtstriumph in Kitzbühel 2018, dem ersten von bisher zwei Weltcupsiegen

FAHRPLAN DURCHS WOCHENENDE „Bei Olympia kann es Zufallssieger geben – auf der Streif aber gewinnen nur die Besten“, meint der norwegische Skistar Aksel Lund Svindal. Selbst die Favoriten stürzen auf dieser anspruchsvollen Strecke regelmäßig, 2016 auch Svindal. Doch die Aussicht, beim berühmtesten Skirennen der Welt als Sieger hervorzugehen, wird den Profis auch 2019 das ­Risiko wert sein. Auftakt ist am Freitag (25. 1.) mit dem Super-G. Am Samstag

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(26. 1.) startet um 11.30 Uhr die Hahnenkamm-Abfahrt, der Höhepunkt des Rennwochenendes. Am Sonntag (27. 1.) folgt ab 10.30 Uhr der Slalom. Fast ebenso legendär wie die Streif sind die Partys rund ums Hahnenkamm-Rennen. Erste Anlaufstelle für Feierwillige (ab­ gesehen vom Zielbereich): die Fanzone in Kitzbühels historischer Innenstadt. Alle Infos unter: hahnenkamm.com

START Karussell Mausefalle

Alte Schneise Seidlalmsprung

Steilhang Gschöss

Lärchenschuss Hausbergkante Querfahrt

Die Streif START 1665 m ZIEL 805  m

Zielschuss

ZIEL

THE RED BULLETIN

MARKUS MITTERER, SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL, SERVUSTV/NEUMAYR/LEO

HAHNENKAMMRENNEN

85 Prozent Gefälle, Geschwindigkeiten von mehr als 140 Stundenkilometern, 80-Meter-Sprünge: Die Streif ist die schwierigste Ski-Abfahrt der Welt. Bei uns erklärt Vorjahressieger Thomas Dreßen Abschnitt für Abschnitt, worauf es zwischen Starthaus und Zielarena genau ankommt.


guide

Auf Streifzug durch Kitzbühel

Wem das Hahnenkamm-Wochenende zu ­wenig ist, der kann sich Kitzbühel nun ­dauerhaft nach Hause holen – in Buchform. Fotograf Markus Mitterer hat die Highlights seiner Heimatstadt in einem Bildband festgehalten: von der Action auf der Streif bis zur Ruhe am Schwarzsee. Bildband „Kitzbühel“ von Markus Mitterer (288 Seiten). Infos und Bestellung unter: markus-mitterer.com

Kitzbüheler Sehenswürdigkeiten: Panorama und Profis wie Marcel Hirscher (li.) und Hannes Reichelt (re.)

3,1 Zahlen zur Streif

Thomas Dreßen

„ADRENALIN PUR AUF JEDEM ABSCHNITT“

In Garmisch-Partenkirchen ge­ boren, lebt Thomas Dreßen heute in Scharnstein, Oberösterreich.

THE RED BULLETIN

g müssen die Skirennfahrer in der 180-Grad-Karussellkurve aushalten – also Fliehkräfte, die mehr als dreimal so groß sind wie jene der Erd­ beschleunigung. Zum Vergleich: ­Astronauten sind beim Start eines Spaceshuttles 4 g ausgesetzt.

DER START „Kurz bevor es losgeht, kannst du deinen Atem hören, so still ist es. In mir steigt die Spannung – eine Nervosität der positiven Art. Mit dem Countdown-Piepen senke ich meinen Kopf und ­denke: ­Attacke!“ MAUSEFALLE „Nach 8,5 Sekunden kommt ein Sprung, der bis zu 80 Meter weit gehen kann. Je kürzer er ausfällt, desto besser, denn Fliegen kostet Zeit. Beim Absprung gilt: nach vorn lehnen und dann möglichst nicht mehr bewegen. Jede Faser meines Körpers ist angespannt.“ KARUSSELLKURVE „Bei diesem 180-Grad-Rechtsschwung musst du gegen deine Intuition fahren: Du willst immer die engste Linie wählen – wegen des Speeds aus der Mausefalle wäre das aber blanker Wahnsinn. Ich zwinge die Ski auf eine etwas weitere Linie.“

50.000 STEILHANG „Die Piste scheint nach unten wegzukippen: 85 Prozent Ge­ fälle auf blankem Eis beschleunigen dich auf 120 Sachen.“ GSCHÖSS „Jetzt kommt die langsamste und flachste Passage. Zeit, meine weitere Taktik festzulegen. Wenn ich Zeit verloren habe, gehe ich ab hier mehr ins Risiko.“ ALTE SCHNEISE „Schluss mit Gleiten, nach diesem Sprung landest du wieder auf beton­hartem Eis. Jetzt gilt: möglichst ebenerdig mit der ganzen Fläche der Ski aufkommen und das Körpergewicht auf die Bretter pressen.“ SEIDLALMSPRUNG „Weil du in einer Rechtskurve landest, musst du den Körper noch im Flug nach rechts ­drehen. Ein Drahtseilakt, die kleinste Bewegung zu viel bringt dich aus der Balance.“

Zuschauer können das Hahnenkamm-Rennen direkt an der Strecke in Kitzbühel verfolgen. Die besten Plätze befinden sich im Ziel. Von dort aus können die Fans die letzten 35 Fahr­ sekunden von Abfahrt und Super-G verfolgen – inklusive Zielsprung.

LÄRCHENSCHUSS „Erst ­beschleunigen, dann mit Vollspeed in die fast 90 Grad scharfe Kurve. Jetzt bloß kein Tempo verlieren, danach wird’s kurz flach. Also musst du das Gewicht in die Kurve legen und die Füße mit aller Kraft ­gegen die Strecke pressen.“ HAUSBERGKANTE/ QUERFAHRT „Hier springst du in eine Kurve voller Bodenwellen. Du musst möglichst aufrecht bleiben, sonst hauen sie dich um. Planen kannst du hier gar nichts, du fährst einzig mit Intuition.“ ZIELSCHUSS „Mit 140 Sachen geht’s über die letzte Kante. Im Ziel schaust du sofort zur ­Anzeige. Dann ist Ausrasten angesagt – hoffentlich vor Freude.“

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Events

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Jänner Attacke der Gipfelstürmer Ob Schattberg Race, Tour oder Marathon (40 Kilo­ meter mit 3010 Höhenmetern) – die drei Bewerbe des legendären Tourenski-Events „Mountain At­ tack“ haben es in sich. Nach dem Startsprint über den Dorfplatz von Saalbach (Bild) warten Extrem­ steigungen von 70 Prozent und Abfahrten bei ­Dunkelheit mit bis zu 100 km/h auf die 1100 Teil­ nehmer. Bei diesem Bewerb wird sogar den Fans neben der Strecke einiges an Kondition abverlangt. Mountain Attack: Saalbach; mountain-attack.at

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Februar

PANNONISCHER WÜSTENROCK

Ihr Debütalbum „Anaana“ haben Cari Cari erst letzten November ver­ öffentlicht. Dabei agiert das burgen­ ländische Duo bereits seit der Grün­ dung 2011 auf internationalem Niveau: Die Single „White Line Fever“ lief 2013 in der US-TV-Erfolgsserie „Shame­ less“, das „Rolling Stone“-Magazin bezeich­nete Cari Cari als größte Ent­ deckung am Primavera-Sound-Festi­ val 2018 in Barcelona. Kein Wunder: Der Band gelingt ein einzigartiger Ba­ lanceakt zwischen brodelndem Wüs­ tenrock und unterkühlter Elektronik.

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Jänner Auf einen Sprung zu Anna Gasser Du möchtest Olympiasiegerin Anna Gasser einmal live dabei beobachten, wie sie auf Rails und Kickern die Limits ihres Sports verschiebt? Dann auf zum Slope­ style-Weltcup am Kreischberg! Wo unser Coverstar (Porträt Seite 42) sonst am Lande-Airbag an neuen Tricks feilt, fordert sie diesmal die internationale Snowboard-Elite. FIS Snowboard Slopestyle Weltcup: Murau; kreischberg.at

28

Jänner Kult-Kurt zerlegt die Politik Seine schrägen Musikclips auf YouTube machten ihn zu einem Szenestar: Kurt Razelli scannt Videos von Politikern nach Versprechern oder unfreiwillig witzigen Zitaten. Die sampelt er und unterlegt sie mit fetten HipHop-Beats. Eine Best-of seiner Mash-ups präsentiert er live unter dem Titel „TV Mania 2“. Kurt Razelli: Stadtsaal, Wien; kurtrazelli.com

12

Februar Musikalisches Hochdruckgebiet Wie keine andere Band derzeit verstehen es Cloud Nothings, zarte Emotionen in raue Energie umzuwandeln und fragile Melo­ dien in verzerrte Punk-Hymnen zu gießen. Nachzuhören auf dem aktuellen Album „Last Building Burning“, oder besser: direkt spü­ ren, mittendrin in der Moshpit eines ihrer stürmischen Konzerte. Cloud Nothings: Chelsea, Wien; cloudnothings.com

THE RED BULLETIN

ANDREAS JAKWERTH, LITTLE SHAO/RED BULL CONTENT POOL, WILDBILD

Cari Cari: Rockhouse, Salzburg; caricariragazzi.com


guide

26

Jänner

TANZ DEN VULKAN

Wiener Walzer war gestern. 2019 macht die World Tour des größten und prestigeträchtigsten StreetDance-Wettbewerbs „Juste Debout“ erstmals in Wien halt. Das heißt: 2-gegen-2-Duelle, vier Tanz­ stile (Hip-Hop, House, Popping, ­Locking), 300 internationale Tänzer, 1000 Fans und die Chance für jeden Act, sich ein Ticket für das Weltfinale in Paris (im Bild: Neguin und Kyoka bei ihrem Auftritt 2018) am 7. März zu sichern.

© Felicitas Matern

City Club Vienna, Wien; jdworldtour.com/jdaustria

Zuhören. Und dabei Visionen, Träume aber auch Sorgen ernst nehmen. Sich ständig weiterentwickeln. Niemals stehen bleiben und als Teil eines starken Teams erster Ansprechpartner sein: Vor allem, wenn es um Ihre Zukunft geht! All das macht eine Bank zur Hausbank – Ihrer Hausbank!

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MARCEL HIRSCHER


HALLO, ZUKUNFT! Elektrisch oder hybrid? Benziner oder doch noch Diesel? Crossover oder SUV? Limousine oder Sportler? Spannende Auto-Fragen, schlüssige Antworten. Text WERNER JESSNER

Mobilität im Umbruch: Die neuen Technologien setzen sich sichtbar im Innenraum fort. THE RED BULLETIN 

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SUV MIT PFIFF RANGE ROVER EVOQUE Was er ist: die zweite Generation des kantigen Charakterkopfs, der den Boom der Kompakt-SUVs losgetreten hat. Was man kriegt: Motoren von 150 bis 300 PS, gekoppelt an eine seidenweiche 9-Gang-Automatik. Frontantrieb, bei den Topmodellen auch Allradantrieb. Was er am besten kann: Keiner zelebriert die Kante so wie der Evoque. Und kein SUV lässt die Dachlinie so neckisch abfallen. Gebaut für: die Trendsetter von gestern, die eine Zugabe wollen.

1/ DESIGN & FUNKTION Man kennt das (hoffentlich): Man geht in der Früh zum Parkplatz und freut sich, den Schlüssel zum schönsten Auto weit und breit in der Tasche zu haben. Nein? Dann wird es Zeit, sich etwas Neues zu überlegen. Nach beinahe einer Dekade der Design-Uniformität, hervorgerufen durch vereinheitlichte Crash-Normen, entdecken die Zeichner Freiräume im strengen Korsett.

GESCHMACK MIT HIRN VW ARTEON Was er ist: die eleganteste Art, einen Volkswagen zu fahren. Was man kriegt: eine viertürige Limousine, die nach Coupé aussieht und dank der genialen Heckklappe ein Kofferraumvolumen von 1557 Litern bietet.

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Was er am besten kann: die Spreizung der unterschiedlichen Varianten. Ob 150 PS im Einstiegsmodell oder als 280-PS-Allradler, der Arteon hat viele hübsche Gesichter. Gebaut für: Menschen, denen flach und schlank immer schon besser gefallen hat als hoch und üppig.

THE RED BULLETIN


MUSKELN MIT TONUS BMW 8ER Was er ist: ein reinrassiger Sportwagen, kein luxuriöser Gran Turismo wie sein Vorgänger. Was man kriegt: bis zu 530 PS aus einem herrlich unvernünftig brüllenden Acht­ zylinder-Biturbo-Motor. 3,7 Sekunden bis 100 km/h. Spitze 250 km/h, elektronisch abgeregelt.

Was er am besten kann: schlüssiges Design und atemberaubende Fahrleistungen so verpacken, dass die Sehnsucht nach dem Autofahren als Selbstzweck erwacht, ganz oldschool. Gebaut für: alle, die schon immer einen Porsche 911 haben wollten und trotzdem lieber einen BMW fahren.

MODERNITÄT MIT BREITENWIRKUNG ŠKODA SCALA

ZURÜCKHALTUNG MIT MEHRWERT OPEL ASTRA

Was er ist: der Nachfolger des Rapid, exklusiv als Schrägheck und mit pfiffigerem Design. Was man kriegt: Škoda-Qualität in der Kompaktklasse und Gadgets im Innenraum, die kürzlich noch in der Ober­klasse daheim waren – zum Beispiel einen frei stehenden Monitor und digitale Armaturen. Was er am besten kann: Mit 467 Litern ohne umgeklappte Rücksitze hat er den größten Kofferraum in seiner Kategorie. Gebaut für: alle, denen ein Octavia mittlerweile zu groß, ein VW Polo zu konservativ und ein Audi A1 zu elitär ist.

Was er ist: eines der meistunterschätzten Autos überhaupt. Sein Geheimnis ist Harmonie, in der Optik ebenso wie in der Abstimmung. Was man kriegt: mit Matrix-LED das beste Licht seiner Klasse. Massagesitze vorn und Sitzheizung hinten. Automatischer Park-Assistent. Was er am besten kann: überraschen. In Tests deutscher Fachmagazine hat er sogar die Mercedes A-Klasse und den BMW 1er geschlagen. Gebaut für: alle, denen nicht unbedingt wichtig ist, dass auch der Nachbar weiß, was für ein gutes Auto man fährt.

THE RED BULLETIN 

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ZEHNKÄMPFER TOYOTA RAV4 Was er ist: eine Ikone. Das kann man nach 24 Jahren sagen. Immerhin hat der RAV4 einst die Soft-SUV-Kategorie begründet. Was man kriegt: ausschließlich Hybrid­ antrieb. Niemand hat darin so viel Erfahrung wie Toyota. In der fünften Generation eine maskulinere Optik außen und Echtzeit-Navi oder 360-Grad-Kamera innen.

Was er am besten kann: keine Fehler machen (nicht von ungefähr ist der RAV4 der meistverkaufte SUV der Welt); nicht hängen bleiben dank elektronisch geregeltem Allrad. Gebaut für: alle Lebenslagen. Es gibt wahrscheinlich keine Situation, in der ein RAV4 völlig deplatziert wirkt. Das ist sein Erfolgs­ geheimnis.

LANGSTRECKENLÄUFER CITROËN C4 SPACETOURER

FOOTBALL-QUARTERBACK FORD RANGER RAPTOR

Was er ist: der innen und außen erfrischte Nachfolger des C4 Picasso. Was man kriegt: einen fünfsitzigen Van, der Komfort in den Vordergrund rückt und auch mit Dieselmotor sämtliche gültigen Abgasnormen unterbietet. Was er am besten kann: Die 8-Gang-Automatik ist ein Gedicht. Und im Eco-Modus spart der Freilauf nicht nur Sprit, sondern auch Gehörnerven. Gebaut für: alle, die der Meinung sind, dass Sport dann beginnt, wenn man aus dem Auto aussteigt.

Was er ist: das kräftige Modell des klassischen Pick-ups nach US-Vorbild, optisch noch einmal deutlich verschärft. Was man kriegt: keinen brüllenden V8, sondern einen 2-LiterDiesel mit 213 PS, 500 Nm Drehmoment. 10-Gang-Automatik. Und natürlich Allrad. Was er am besten kann: Trotz überragender Geländekompetenz müssen wir doch nennen: den Auftritt. Jetzt noch zwei Motor­ räder oder Downhillbikes auf die Ladefläche! Gebaut für: Liebhaber des US-Style, die auf dessen bekannte Macken dankend verzichten können.

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2/ OUTDOOR & ABENTEUER

TEAM-TRANSPORTER SEAT TARRACO Was er ist: der große SUV von Seat, eng verwandt mit den bereits bekannten Škoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace. Was man kriegt: flexiblen Innenraum mit viel Platz und bis zu 7 Sitze; Allrad- oder Frontantrieb, 150 oder 190 PS als Benziner oder Diesel. Was er am besten kann: Einladen ohne Ende. 1775 Liter Stauraum sind eine echte Ansage. Gebaut für: Sportler mit erhöhtem Platzbedarf und einer Neigung zu überraschenden Straßenverhältnissen – Surfer, Biker, Boarder. Auch ein Kajak passt rein.

Mountainbikes, Snowboards oder Gleit­ schirme, ein paar Kumpels, das ganze Jahr über draußen und immer wieder unkalkulier­ bare Fahrbahnverhältnisse: Geräumige, robuste, intelligente Autos mit Schlechtweg-­ Kompetenz sind die wahren Sportwagen. Sie bringen uns nämlich dorthin, wo das Abenteuer wohnt und Sport auf uns wartet.

GLOBETROTTER PEUGEOT RIFTER Was er ist: ein Outdoor-Profi mit Hochdach, gewaltigem Stauraum, optionalem Allrad und luftig-leichtem Innenraum. Was man kriegt: Leistung zwischen 75 und 130 PS, Diesel­motoren gibt es ebenfalls. Und: Ja, sie erfüllen die strengsten aktuellen Abgasnormen.

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Was er am besten kann: Innenraum. Mehr Ablagemöglichkeiten hat keiner. Und das Peugeot-typische Cockpit mit kleinem, tiefem Lenkrad und hohen Armaturen überzeugt. Gebaut für: Outdoor-Sportler, die manches Mal auch ein wenig Schmutz ins Innere mitbringen.

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3/ ELEKTRO & ZUKUNFT

WILLKOMMEN IM ALLTAG! KIA E-NIRO Was er ist: ein voll alltagstauglicher elektrischer KompaktSUV mit praxisgerechter Reichweite. Was man kriegt: 100 oder 150 kW, je nach bestelltem Akku für 312 oder 485 Kilometer gut. Im City-Modus mit maximaler Rekupera­tion sollen sogar über 600 Kilometer möglich sein. Was er am besten kann: ganz normal sein. Innenraum: normal. Kofferraum: normal. Fahrleistungen: normal. Keine Spur von der Experimentalphase früher E-Autos mehr. Gebaut für: alle, die in der E-Mobilität die Zukunft sehen, sich aber auf keine Experimente einlassen wollen.

Wir stehen vor der größten Umwälzung in der Autobranche in den letzten Jahrzehnten. Kein Hersteller, der nicht an E-Mobilität tüftelt, ob mit zusätzlichem Verbrennungs­ motor als Rückversicherung oder rein elek­trisch. Die aktuelle Generation hat erst­ mals wirklich praxistaugliche Reichweiten von 300 Kilo­metern und mehr. Bonus: Die platzsparenden E-Motoren lassen mehr Raum für Insassen und Gepäck, weil man die Akkus in den Boden packt.

WILLKOMMEN BEIM WERKEN! VW I. D. BUZZ CARGO Was er ist: das erste elektrische VW-Nutzfahrzeug – reichlich Kult-Potenzial inklusive. Volle Praxistauglichkeit, keine Kompromisse. Kommt allerdings erst im Jahr 2022. Was man kriegt: 150 kW (202 PS) Leistung, bis zu 600 Kilometer Reichweite, Schiebe­ türen, genug Laderaum selbst für Profis.

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Was er am besten kann: Hemmschwellen abbauen. Wenn selbst der Handwerker elek­ trisch vorfährt, ist auch dem Letzten klar, dass E-Mobilität im Mainstream angekommen ist. Gebaut für: den vorausblickenden Unter­ nehmer von morgen. Und den Mountainbiker, den Surfer, den Motocrosser, den …

THE RED BULLETIN


WILLKOMMEN IN DER ZUKUNFT! POLESTAR 1 Was er ist: der erste Volvo, der nicht Volvo heißt. Polestar ist die neue Sport-Marke der schwedischen Firma mit chinesischen Eigentümern. Was man kriegt: zwei E-Motoren an der Hinterachse, einen Benzinmotor vorn. In Summe 441 kW (600 PS). Dazu eine Carbon-Karosserie und ein Fahrwerk vom Rennsport-Spezialisten Öhlins.

Was er am besten kann: Köpfe verdrehen. Das schönste Volvo-Coupé seit Roger Moores P1800 S aus den 1960er-Jahren („The Saint“) kommt noch in diesem Jahr. Gebaut für: Design-Connaisseurs, Beschleunigungs-Besessene, Volvo-Fans des dritten Jahrtausends.

WILLKOMMEN IM LUXUS! AUDI E-TRON

WILLKOMMEN IN DER STILLE! JAGUAR I-PACE

Was er ist: der erste elektrische Oberklasse-SUV von Audi. Was man kriegt: dank Motoren an der Vorder- und Hinterachse Allradantrieb mit insgesamt 300 kW (408 PS); 400 Kilometer Reich­weite; auf Wunsch Kameras statt Außenspiegel. Was er am besten kann: das schlechte Gewissen kaschieren, das sich manchmal doch regt, wenn man einen 4,9 Meter langen und 2,5 Tonnen schweren SUV fährt. Gebaut für: SUV-Fans und Early Adopters.

Was er ist: das erste rein elektrische Crossover auf unseren Straßen mit uneingeschränkter Alltagstauglichkeit und Stil – gebaut in Graz. Was man kriegt: 294 kW (400 PS) Leistung, das reicht für eine Spitze von 200 km/h und eine Reichweite von über 400 Kilometer. Was er am besten kann: Trotz SUV-Optik brilliert der I-Pace mit sportwagenähnlichem Fahrverhalten. 1,4 Kubikmeter Kofferraumvolumen gibt’s obendrein. Gebaut für: Fahrer, die Klischees punkto britischer Autos noch nie etwas abgewinnen konnten … außer dass Fahrzeuge gefälligst leise zu sein haben.

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Read Bull Hier schreiben namhafte österreichische Literatinnen und Literaten jeden Monat über Motivation.

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Thomas Glavinic

Der Grazer (geb. 1972) zählt zu Öster­ reichs auflagenstärksten Autoren und verfasst Romane, Essays, Hörspiele u. a. Seine Bestseller „Der Kamera­ mörder“ und „Wie man leben soll“ wurden für das Kino verfilmt. Zuletzt erschienen „Der Jonas-Komplex“ (S. Fischer) und die „Gebrauchs­ anweisung zur Selbstverteidigung“ (Piper). Der Autor lebt in Wien.

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aum eine Frage bekommt man als Schriftsteller so oft gestellt wie die nach der Schreibblockade. Fragt man nach, was gemeint ist, er­ geben die Antworten mehr oder minder ­immer das gleiche tragische Bild, das den Weg aus der Fantasie eines unbegabten Drehbuchautors ins kollektive Bewusstsein geschafft hat: Ein Mann sitzt am Schreibtisch, vor sich unübersehbar das weißeste Blatt Papier der Welt. In seinem buschigen Schnauzer kleben Reste vom Frühstücksei. Er hält sich den Kopf, als hätte er Migräne. Im Hintergrund sind prall gefüllte Bücher­ regale zu sehen. Nachdem der Mann eine Weile das unbeschriebene Papier ange­ starrt hat, ruft irgendein Trottel an, weil Autoren noch nichts Besseres eingefallen ist, um dem Zuschauer gleich zu Anfang unauffällig wichtige Informationen zu ­liefern. Die Kamera zeigt eine Großauf­ nahme eines Buches, dessen Autor uns unbekannt ist, aber der Aufmachung des Buches nach zu urteilen in der Welt der Filmhandlung eine bedeutsame Rolle spielen dürfte. Der Mann mit den Kopf­ schmerzen hebt ab, sagt seinen Namen, und siehe da, es ist derselbe Name wie der auf dem Buch, das gerade eingeblendet wurde. Nach dem Gespräch hält sich der verzweifelte Mann wieder den Kopf, mar­ schiert umher und seufzt. Wer es jetzt noch nicht kapiert hat, dem darf man verraten: Der arme Kerl hat eine Schreibblockade. Dass auch Frauen schreiben und Migrä­ ne haben, ist dem einen oder anderen Autor sicher zu Ohren gekommen, und doch sind

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as soll das eigentlich sein, eine Schreibblockade? Ist der Mensch, der sich an seinem Schreibtisch quält, Teil eines natürlichen Vorgangs? In Stillehrbüchern erfährt man dazu: ­„Einer muss sich quälen, der Autor oder der Leser.“ Was angesichts der vielen lang­ weiligen Bücher und anderer Druckwerke nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Haben wir es mit diesem Folteropfer seines nach Sinn suchenden Verstandes also mit einem gottgefälligen Teil der Ordnung der Dinge zu tun? Nein. Es gibt keinen Schriftsteller mit Schreib­ blockade, weil es keine Schreibblockade gibt. Es gibt nur Menschen, die von Beruf Schriftsteller sind und daraus fatalerweise die Pflicht ableiten zu schreiben. Aber ­warum zum Teufel sollte man dauernd schreiben müssen? Steht ein Koch um vier Uhr früh in seiner turnhallengroßen Gastroküche und kocht herum, wenn ­keine Gäste da sind und nicht einmal Vor­ räte, mit denen etwas vorbereitet werden könnte? Auf so eine idiotische Idee kommt kein Koch, obwohl so einige Köche in der gehobenen Gastronomie hundertprozentig zertifizierte Psychopathen sind – auf eine hochsympathische Weise allerdings.

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THOMAS GLAVINIC

ETWAS WOLLEN?

GABY GERSTER

MUSS MAN STÄNDIG

die Schreibblockadeschriftsteller in Serien wie „Traumschiff“ stets Männer. Wahr­ scheinlich, weil Schriftstellerinnen, anders als ihre männlichen Kollegen, selten Strick­ westen tragen und Pfeife rauchen und auch keinen Schnauzer für die Aufbewah­ rung von Essensresten haben. Die Männer wandern mit einem Gesichtsausdruck durch ihre Kabine, als sollten sie im Mor­ gengrauen hingerichtet werden, was man ihnen nicht verdenken kann, denn mir würde es nicht anders gehen, müsste ich fortwährend Strickwesten tragen und ­Pfeife rauchen wie meine fiktiven Berufs­ kollegen. Wenn ich ständig Pfeife rauchen und Strickwesten tragen müsste, würde ich mich auf die Hinrichtung freuen. Lie­ ber den Schierlingsbecher leeren als aus­ sehen wie deutsche Literaturnobelpreis­ träger, diese Wahl fällt einem nicht schwer.


Thomas Glavinic

So wie es keine Kochblockade gibt, so gibt es keine Schreibblockade. Es gibt nur: 1. Mir fällt nicht ein, was ich schreiben soll. 2. Ich habe keine Lust zu schreiben. Alles andere ist Folklore, Unsinn, Kli­ schee. In den allermeisten Fällen handeln Probleme in ihrem Kern nur davon, dass irgendjemand etwas nicht will. Vielleicht tut er es trotzdem, aber es gelingt ihm mehr schlecht als recht. Egal ob b ­ ewusst, als hinterhältige Subordination, oder un­ bewusst-schuldunbewusst und i­ rgendwie ja doch schuldbewusst, weil wir alle sowie­ so immer ein schlechtes Gewissen haben, das uns von der Werbung, ­unseren Part­ nern und dem Rest der Welt eingeredet wird: Wir machen etwas falsch. Auf die Spitze getrieben, könnte man es hart ­formulieren: Wir scheitern. Ja, aber mit Absicht.

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ir sind nicht motiviert, also ­scheitern wir. Wer nicht motiviert ist, hat dazu meistens eine Motiva­tion. Wenn jemand einen anderen nicht mehr liebt, trägt niemand daran Schuld. Wenn man schon unbedingt ­jemandem so etwas wie Verantwortung für eine so dramatische, existenzielle Ver­ änderung der Gegebenheiten zuschreiben will, dann dem, der verlassen wird: Er oder sie ist eben für den anderen nicht mehr liebenswert. Wenn uns eine innere Stimme zur Prokrastination mahnt, haben wir keinen neurologischen Defekt, sondern eine gesunde wehrhafte Psyche. Auf diese innere Stimme sollte man hören. Wie man generell inneren Stimmen ver­ trauen sollte, z­ umindest solange sie keine Mordaufträge erteilen. Hätte der „Traumschiff“-Schriftsteller nur diese Einsicht! Aller Welt wäre damit gedient. Zum einen sind gescheiterte oder verkannte Künstler lästige Leute, das be­ schränkt sich nicht auf Postkartenmaler. Zum anderen entwickeln Menschen, die keine Lust haben, in jeder Hinsicht Un-Lust auf die Welt, und für alles menschliche Leid waren historisch gesehen Leute ver­ antwortlich, denen aus welchen Gründen auch immer die Lust und die Freude ver­ gangen waren. Oder, wie ein berühmter Sinnspruch lautet: Alles Unglück dieser Welt hat darin seine Wurzel, dass die Leute nicht zu Hause bleiben können. Empfinden wir Langeweile als Nieder­ lage? Muss man wirklich ständig etwas wollen?

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I

ch bin ein gewissenlos fauler Mensch, und ich glaube, mir war es bislang nur deswegen möglich, überhaupt etwas zu tun, außer zu essen, zu trinken, zu schlafen und von mir aus auch noch Sex zu haben, weil ich frühzeitig die Tatsache akzeptiert habe, dass ich nicht immer wol­ len muss. Selbst ich bin nicht frei von dem inneren Vorwurf, zu wenig zu tun, aber ich will einfach manchmal nichts tun, und ich bin der tiefen Überzeugung, dass es ein Menschenrecht ist, nichts zu tun oder tun zu wollen. Es gibt nämlich nur eine Möglichkeit, ein großes Ziel zu erreichen: zu warten, bis es von selbst vorbeikommt. Oder anders gesagt: Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo. Nur wenn er sich ­dar­an hält, hat er eine Chance auf Glück. Scheitern ist der Normalzustand. Scheitern impliziert ein Ziel, und das ­Leben sollte absichtslos genossen werden. Das bedeutet nicht, dass man die Hände in den Schoß legen soll, es sei denn, man macht es sich selber. Es bedeutet, mit sich selbst in Frieden zu leben. Leben ist jedoch ein aktiver Begriff: Man lebt das Leben, es wird nicht für uns gelebt.

„Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo. Nur wenn er sich daran hält, hat er eine Chance auf Glück.“ Geht nicht gibt’s nicht, sagt der eine. Scheitern ist keine Option, meint der ­andere. Scheitern, wieder scheitern, bes­ ser scheitern, ruft uns Beckett zu, und: Scheitern kann nur, wer von sich zu viel verlangt. So kann man es natürlich auch sagen, und deswegen sagen es auch man­ che so, denn das Gegenteil von Mut ist ­zunächst natürlich Feigheit, aber dann kommt schon die Eitelkeit. Der größte Wunsch meines jugend­ lichen Ichs war es, ein bedeutender Schriftsteller zu werden. Das, so viel darf ich verraten, hätte ich mir besser über­ legen sollen, das ist nämlich recht viel ver­ langt – und klingt recht forsch und eitel. Andererseits hält unser Leben tückischer­ weise gerade in jenen Bereichen für uns Wertvolles bereit, von denen sich ein un­ ausgeglichener Mensch lieber fernhalten

sollte. Was aber keine Rolle spielt, weil mir noch nie ein wirklich ausgeglichener Mensch begegnet ist – jedenfalls nicht hier in dieser Welt, in diesem Irrtum unter den unendlich vielen Parallelwelten, in der es viel zu viel zu kämpfen gibt.

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s gibt gewiss Welten und Dimensio­ nen, in denen Krankheit, Tod und Werbefernsehen verboten sind, und wenn ich nun sage, dass Sie und ich und all die anderen liebenswerten Geschöpfe da draußen ausgerechnet in jenem Uni­ versum verwirklicht worden sind, dessen Allmächtiger ein eitler Massenmörder und Pfuscher ist, erzähle ich Ihnen nichts Neues. Unser Gott ist einer, der wahr­ scheinlich schon als Kindgott ziemlich rechthaberisch war, zu überschießenden Reaktionsmustern geneigt haben dürfte und im Gottkindergarten verdientermaßen das Ziel häufiger Hänseleien und Über­ griffe war. Mit dem zusammen sind wir im Blinddarm eines Universums eingesperrt. Leben macht nur Spaß, wenn man sich zu­ mindest ab und zu in Bereiche vorwagt, in ­denen man sich selbst auf die Probe stellt und von sich selbst eine ehrliche Antwort bekommen kann, denn die Mutigen unter uns sind auf sich selbst neugierig, auf das, was sie wirklich ausmacht, im Gegensatz zu unseren eitlen Mitmenschen. Das, was wir tun, sind wir. Der Agie­ rende, nicht der Theoretiker kann zu­ mindest den Anspruch auf Authentizität erheben, während das, was wir an Mei­ nungen, Ratschlägen und Weltbildern ­ungefragt unserem Gegenüber mitteilen, den Wert eines schlechten Zeichentrick­ films haben kann (und oft hat). Seine Wünsche kann man bis zu einem bestimmten Maß bezähmen, weil man in jenen inneren Bereichen, in denen es gefährlich wird, wegdenken kann, so wie man wegzuschauen gelernt hat, wenn man etwas Anstößiges erblickt – einen nackten Mann oder einen Autounfall zum Beispiel. Oder – ja, in die Falle getappt: Bei einem Autounfall schaut ja kein Mensch weg, im Gegenteil, alle kommen herangesprungen und filmen für die Daheimgebliebenen mit ihren Handys die verbogenen, verbeulten und kreischenden Gestalten, die die Lange­ weile eines normierten Alltags dankens­ werterweise durch ihr Missgeschick für ­einen Moment vergessen haben lassen. Solchen Hobbyfotografen mangelt es an der einzigen wirklich wichtigen Motiva­ tion: jener zu leben.

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IMPRESSUM

THE RED BULLETIN WELTWEIT

Aktuell ­erscheint The Red Bulletin in sieben Ländern. Für die Coverstory unserer FrankreichAusgabe haben wir uns mit Stand-upComedian Fary dar­ über unterhalten, wie ein starkes Ego ganze Hallen füllen kann. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com

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Chefredakteur Alexander Macheck Stv. Chefredakteure Waltraud Hable, Andreas Rottenschlager Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English, Tara Thompson Head of Photography Fritz Schuster Deputy Head of Photography Marion Batty Photo Director Rudi Übelhör Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Redaktion Jakob Hübner, Arek Piatek, Stefan Wagner Freie Mitarbeiter Werner Jessner, Alex Lisetz Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Global Head of Media Sales Gerhard Riedler Head of Media Sales International Peter Strutz Head of Commercial & Publishing Management Stefan Ebner Publishing Management Sara Varming (Ltg.), Magdalena Bonecker, Manuela Gesslbauer, Melissa Stutz, Stephanie Winkler Marketing & Communication Alexander Winheim Head of Creative Markus Kietreiber Creative Solutions Eva Locker (Ltg.), Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart Commercial Design Peter Knehtl (Ltg.), Sasha Bunch, Simone Fischer, Martina Maier Anzeigendisposition Manuela Brandstätter, Monika Spitaler Herstellung Veronika Felder Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Friedrich Indich, Walter O. Sádaba, Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher Office Management Yvonne Tremmel (Ltg.), Alexander Peham MIT-Experte Michael Thaler Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldaş Yarar (Abo) Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager & Publisher Andreas Kornhofer Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Gerrit Meier, Dietmar Otti, Christopher Reindl

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Christian Eberle-Abasolo Lektorat Hans Fleißner (Ltg.), Petra Hannert, Monika Hasleder, Billy Kirnbauer-Walek Country Project Management Manuela Gesslbauer Sales Director Alfred Vrej Minassian Sales Project Management Stefanie Krallinger Digital Sales Bernhard Schmied Media Sales Gerald Daum, Vanessa Elwitschger, Franz Fellner, Mario Filipovic, Thomas Hutterer, Franz Kaiser, Alexander Kopellos, Christopher Miesbauer, Nicole Okasek-Lang, Elisabeth Staber, Johannes Wahrmann-Schär anzeigen@at.redbulletin.com Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/ Jahr, www.getredbulletin.com, abo@redbulletin.at Druck Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb Nürnberg, D-90471 Nürnberg Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Informationen zum Medien­inhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: redbull.com/im/de_AT Redaktionsadresse Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com

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L I F EST YL E , EXT R AO R DI NA I R E

Die Red Bulletin To-do-Liste

Weil das Leben zu kurz ist für lähmende Routine, gibt es hier jeden Monat eine herzerfrischende Challenge. Diesmal:

SKIURLAUB FÜR FORTGESCHRITTENE *

In der Gondel den Schnee vom Snowboard eines Mit­ passagiers essen. Sich vor dem ­Ausstieg noch schnell Nachschlag ­sichern. ­Dankend nicken.

Vom Sessellift aus vorbei­ sausenden Skifahrern zurufen: „Achtung, du hast da was verloren!“ Sie vage ins Nirgendwo lotsen und sich nicht festlegen, was verloren wur­ de. Zum Abschied freundlich winken.

Nachts im Halteverbot ein Auto aus Schnee in Originalgröße bauen. Am nächsten Morgen den ­gerufenen Abschleppdienst so lange beobachten, bis ihm dämmert, was Sache ist. Schnell das Weite suchen.

Mit einer Flasche Bier zwei ­gelbe Linien in den Schnee zeichnen. Jeden, der diese doppelte Pisten-Sperrlinie überquert, staats­ tragend zur Ordnung rufen.

Eine Sturmmaske gegen die ­Kälte tragen und durch den Ski­ ort spazieren. Fragen, wo das nächste Bankinstitut ist.

Im Yeti-Kostüm aus einem Waldstück auf die Piste ­stapfen. Schauen, was passiert.

Sich lautstark telefonierend in den Whirlpool des Hotel-Spas setzen. In Einzelheiten eine Haut­ krankheit diskutieren, die man sich vermeintlich eingefangen hat.

Ein Kinderskirennen crashen und im Ziel euphorisch „Erster! Erster!“ jubeln. Auf eine Medaille bestehen.

Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 12. Februar 2019 98  



Im Smoking die Ski anschnallen. Auf Nachfrage vertraulich ­flüstern, dass gerade der nächste 007-Film gedreht wird. Höflich fragen, ob jemand vielleicht ein Autogramm möchte.

* Warnung: Diese Aktivitäten können zu sozialen Unverträglichkeiten führen.

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NICOLAS MAHLER


BRIAN LOWE

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The Red Bulletin 02/19 - AT  

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