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THEATERWAHN

DOKUMENTATION


Wie macht man eine

Dokumentation? Wir haben uns entschlossen die Hauptakteure und unsere Gäste zu Wort kommen zu lassen. Fotos, Gästebucheinträge, Zitate aus den Diskussionen nach dem Festival mit den Ensembles des Theater Chaosium bilden die Grundlage dieser Dokumentation, die hoffentlich die Lebendigkeit all der gemeinsam verbrachten Festivaltage widerspiegelt. Beim Durchblättern dieses Heftes, bitten wir zu berücksichtigen, dass dies eine durch und durch subjektive Rückschau des Festivals ist, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Die Dokumentation ist durch die Wahrnehmung und das „Zu–Wort–kommen–lassen“ vieler Beteiligter geprägt. Sie bündelt Sichtweisen von Gästen, Akteuren, Organisatoren und vielen anderen. Viel Spaß dabei! Reinhild Alber, Simone Dieling, Lotta Heinisch & Dirk Radunz


Danke! Danke! Danke! Wir möchten uns ganz herzlich bedanken bei allen Helfern, die uns tatkräftig in sämtlichen Bereichen zur Seite standen, allen Kooperationspartnern an denen wir gemerkt haben, wie wichtig Netzwerke sind. Ganz besonders danken wir allen Sponsoren, Spendern und Förderern ohne deren Hilfe ein Festival dieses Ausmaßes nie hätte stattfinden können!

Gerhard Fieseler Stiftung

Erika Sperber Stiftung

Kasseler Kunstpreis Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung


Ein Fest - Eine Nachlese - Ein Aufruf

Das Glück der Bühne Da gab es viel zu sehen und zu hören. Im April 2010 gastierten eine gute Woche lang Gruppen aus Deutschland und Tschechien im Dock 4. Theaterwahn hieß das Festival. Gemeinsam war allen: Menschen mit und ohne Psychiatrie- und Psychoseerfahrung spielen zusammen Theater. Was sich erst mal wie eine Geduldsprobe, eine anödende Mischung aus political correctness und Wohltätigkeitsveranstaltung anhört, war alles andere als das: Zuschauer, Spieler und die Organisatoren erlebten Tage randvoll mit aufregendem Theater, Werkstätten und Aufführungsgesprächen – ein Fest. Ein Theaterfest im großen Stil sollte es auch sein, das Chaosium sich, seinen Zuschauern und seiner Heimatstadt zum 20sten Geburtstag schenken wollte. Rückblickend muss man sagen, das ist trefflich geglückt. Umsorgt vom erweiterten Team des Café März, das zu diesem Anlass eine Festivalfiliale im Dock 4 eröffnet hatte, setzte sich der Festivalzug mit solcher Vitalität und Energie in Bewegung, dass Juliane Sattler von der HNA in ihrem Artikel „Ein zerbrechlicher Traum“ ausrief „Poetisch und luzid, surreal und bizarr: Besser konnte der Auftakt zum Theaterwahnfestival in Kassel nicht sein.“ Die Zuschauer teilten dies, das Stück der Theatergruppe „Bohnice Theatre Company“ aus Prag fand sein Ende mit eindringlichem Applaus.

Dass in der Eröffnung dem nun schon jubiläumslangen Engagement der heutigen Leiter des Theater Chaosium Rechnung getragen wurde, war dringend geboten. Jemand muss schon Theaterverrückt sein dies all die Jahre für so wenig Geld zu machen. Dass den Gründern und Unterstützern der Theatergruppe die Rührung anzumerken war, zeigt wie sehr dieses Theater, das in den Jahren mehrmals um seine Existenz hat kämpfen müssen, jene bewegt hat. Und umso mehr bewegte natürlich, dass Chaosium sich einen Platz in der Stadt, im Land und in den Herzen seiner Zuschauer hat erobern können – allen Finanzierungsschwierigkeiten zum Trotz. Welche wichtige Rolle Theater im Leben von Menschen und nicht zuletzt im Leben von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen hat, ist oft schon beschrieben worden. „Ich spiele, dass ich nicht spiele ... insofern spiele ich mich selbst ... doch bin ich auch eine Illusion.“ Präziser als in diesen Sätzen aus dem Stück „Best Song of My Life“ von Theater hArt Times aus Hannover lässt sich die conditio sine qua non menschlicher Existenz nicht beschreiben. Wie viel schwerer wiegt der Satz, wenn die Verstrickung im Kampf ums eigene Selbst jeden Moment der eigenen Biographie durchzieht und die Person zeitweilig unkenntlich verstellt? Wie groß ist der Spielraum den das Spiel auf der Bühne dann bieten kann?


Sycorax zeigte zum Abschluss des Festivals das unmenschliche Korsett des Imaginären, in das der börsengetriebene Zeitgeist jeden zwängt: „ Ein gelungenes Un-Sittengemälde über den Absurditäten einer perfekten Selbstinszenierung, mit der man den Anschluss an eine Gesellschaft sucht, aus der man schwuppdiwupp wegrationalisiert wurde.“ schrieb da Caroline Rehrmann in der HNA über die „Arbeits-Marktschreier beim autogenen Bewerbungstraining“ Die Gastgeber zeigten ihre beiden Stücke „Don Q“ und „Die Reise der Vögel“, beides Wiederaufnahmen aus dem vergangenen Jahr, vor ausverkauftem Haus. Ein kleines Juwel war die mit leisen Tönen daherkommende Robert Walser Lesung von Brigitte Rohde, begleitet von einer Performance der Gruppe Maske Blauhaus in Tinaia am dritten Festivaltag. Hier kam die Sonntagnachmittagsatmosphäre des Festivalcafés wunderbar zum Tragen. Zu guter Letzt ein Fest aller Teilnehmer mit ausgelassenem Tanz und langen Gesprächen, bevor am nächsten Morgen glücklich müde Gesichter ihre Koffer über den Hof des Dock4 zogen. Wir wünschen uns weitere 20 Jahre dieses „... still crazy after all this years ...“ Georg Sauer-Lochter (Vorstand Netzwerk Theater e.V.)


Bohnice Theatre Company / Prag

Naked Life Es war eine freudig-gespannte Stimmung und ein toller Auftakt für das Festival. Die Aufführung war spannend durch Gesten und Überraschungen wie Stepptanz, Kafkas Maulwurf auf deutsch, indischer Tanz und resolute ältere Damen, die kaum noch laufen konnten aber Schachfiguren vom Tisch fegten. Mit den Dias haben sie ein sehr stimmungsvolles Bühnenbild geschaffen. Das Stück hat mich gefühlsmäßig stark angesprochenIch, ich wurde plötzlich von Emotionen überschwemmt, Traurigkeit und Fröhlichkeit alles gemischt.


Sehr beeindruckt war ich von den Tschechen! Zunächst, dass sie so kurzfristig und unkompliziert eingesprungen sind und dann, dass sie ihr Stück so interessant sprachlich modifiziert haben. Doch es hätte auch ohne Sprache, in Grommolo oder tschechisch beeindruckt, da es einfach ausdrucksstark war. Die Prager waren unbeschreiblich nett; über alle Sprachbarrieren hinweg lieb, lustig und herzlich. Mit dieser Aufführung hatten wir einen wundervoll gelungenen Auftakt, der uns für unsere Aufführung am nächsten Tag unter Strom gesetzt hat. Somit war es auch schön, dass die tschechische Gruppe uns am nächsten Tag noch gesehen und am Abend mit uns abgerockt und abgefeiert hat.


Theater Chaoisum / Kassel

Don Q

Liebes Chaosium, als Vertreterin des Zentrum für Psychotraumatologie Kassel habe ich “Don Q” nochmal genauso genossen wie zu unserem 10. Jubiläum. Tolle Truppe, tolle Inszenierung! Es war eine echte Freude! Don Q hat mich im Herbst als Zuschauer beeindruckt. Jetzt konnte ich ein Teil davon sein. Nach einer Krise konnte ich da rein finden. Es war auch schön mal unter so vielen Leuten zu sein, auch sehr anstrengend. Aber so ist das Leben.


Ich habe tolle Rückmeldungen von Freunden bekommen, aber auch von fremden Leuten die mich beim Bäcker erkannt haben. Das ist ein tolles Gefühl. Samstag vor dem ersten Auftritt als ich schon umgezogen war, ging ich noch mal ins Café. Dort fragte mich Vendula von Bohnice, ob ich verheiratet wäre und sie sagte, dass das Hemd schön sei. Sie wünschte mir noch alles Gute für den bevorstehenden Auftritt. Irgendwie war ich so gerührt! Später bei der Party war ich so stolz, dass ich mich noch mal bei Ihr bedankt habe. Glücklich die, die mit offenen Augen träumen können.


Theater Chaoisum Dienstagsprojekt / Kassel

Die Reise der Vรถgel


Das Stück “Die Reise der Vögel” hat mich stark beeindruckt. - Mit Menschen die sich nicht viel bzw. nicht soviel merken können eine Improvisation zu inszenieren, ist ein Wagnis. Wie ich finde ein gelungenes. Für mich der lebhafte Beweis, dass man nicht unbedingt so streng formal arbeiten muss. Zu den Stücken da gab es ja unterschiedliche Meinungen. Aber das Stück die Vögel fand ich echt Klasse.


Theater hAart Times / Hannover

Best Song of my Life Best song of my life ist wie ein Drahtseilakt. Ich kenne das auch von mir, dass ich bei großen Erlebnissen an Musik denke und wenn man das Lied wieder hört, hat man eine direkte Rückkopplung zu sich selbst. Ich hätte mich gerne daneben gestellt und mich auch geoutet, weil in der Gesellschaft ja nie darüber gesprochen wird. Ich habe im Publikum gesessen und richtig Gänsehaut bekommen, am ganzen Körper. Die haben von allen Gruppen am wenigstens mit einander gespielt, sondern mehr diese Einsamkeit vermittelt. In seiner Krankheit ist man oft allein. Das Stück macht nachhaltig nachdenklich.


Mich hat der Umgang mit Privatheit auf der Bühne sehr beeindruckt. Mir kamen die Tränen und es hat mich erst einmal still gemacht. Da war so viel drin ich hätte es mir zwei drei mal anschauen können und hätte jedes mal etwas anderes entdeckt. ... und dann habe ich gedacht, die sind mir gar nicht so fremd. Es gab aber auch zarte Momente der Unterstützung, wenn in Stücken schwierige Sachen angesprochen werden, dann braucht man seine Zeit um sich wieder abzugrenzen, um zu sagen: Das ist das Stück und das bin ich. Dieses Stück ersetzt jede Podiums-Diskussion.


Theater Sycorax / Münster

Kommt noch was Soviel Vergnügen hatte ich selbst auch mit der Arbeitslosigkeit! ... haben mit winzigen Nuancen eine spannungsvolle Stimmung erzeugt. Jeder stellt einen Typ im Wartezimmer dar und jeden dieser Menschen-Typen gibt es wirklich. Das hat mich berührt, weil ich als Arbeitsloser fast jeden Satz genau so von den Management-Typen gehört habe. Die Tiermasken waren ein Zeichen der Entmenschlichung. Sie wurden zu Nutztieren gemacht und sogar zwischendurch wie Raubtiere im Zoo gefüttert. ... tolle Besetzung und perfekt gespielt. Eine Momentaufnahme des Alltags.


Bei dem Stück von Sycorax waren die Kostüme wie im Regenbogen, das hat mir gut gefallen. Große Gruppendynamiken - die Wechsel vom Schnellen ins Langsame und alle spielen voll integriert mit. Es hat mich bewegt das die Menschen am Ende auch als Tiere glücklich waren, auf ihre Art und ohne Arbeit Menschen mussten Topfpflanze tragen und weiter reichen wie bei einer ABM Maßnahme, nur um beschäftigt zu sein, wenn auch völlig sinnlos.


Brigitte Rode / Kassel (Lesung)

Applaus für Robert Walser „Der Mensch ist ein feinfühliges Wesen. Er hat nur zwei Beine, aber ein Herz, worin sich ein Heer von Gedanken und Empfindungen wohlgefällt. Man könnte den Menschen mit einem wohl angelegten Lustgarten vergleichen.“ (Robert Walser)


Maske Blauhaus in Tinaia / Kassel

Masken Walk Act

Der Maskenauftritt hatte was skurriles. Kam echt gut. Ich habe bemerkt das sich tats채chlich Leute erschreckt haben. Die Masken hatten etwas geheimnisvolles. Ich habe nicht viel verstanden, aber sie sind mir in meine Tr채ume gefolgt.


Schön dabei zu sein, schön mitzumachen.

Workshops & Gespräche

Besonders schön war, wie die Gruppen Hart Times, Sycorax und Chaosium zusammen den Workshop in der großen Halle gemacht haben. Einfach so viele Leute. Ich hatte Spaß bei den Übungen, leider verging die Zeit wie im Fluge. Das Theaterfestival war ein tolles Gruppenerlebnis, nicht nur in unserer Gruppe sondern auch mit den anderen Gruppen. Es gab keine Konkurrenz, wie beispielsweise im Sportverein meines Mannes, stattdessen wurde mitgefiebert und sich gemeinsam gefreut. Das schweißt zusammen.


Ich fand die Workshops sehr toll; ohne viel Vorbereitung einfach Warm Up machen, das hat Lust gemacht weiter zu arbeiten und auch die Gespräche danach über die Stücke fand ich super.

Der Workshop mit den Pragern und dem Namensspiel hat mir gefallen und überhaupt verschiedene Leute kennen zu lernen, die alle Theater-verrückt sind.

Ich habe mich gefreut, so viele nette Leute kennengelernt zu haben.

Die Woche hat uns wie eine Familie zusammen geschweißt und wir haben auf und abseits der Bühne viele Erfahrungen gesammelt.


Festivalcafé

Es heißt doch „Tee“ater und nicht „Kaffee“ater. So ein gemütliches Café! Das Festival hat richtig gut angefangen und ich fühlte mich wohl im Café des Dock 4 Ich glaube ich habe mich selten soooo schnell an einem Ort zuhause gefühlt, wie hier im Theatercafé und im Theaterwahnfestival im Allgemeinen. Vielen Dank für die leckeren Speisen, das gute Bier und vor allem für die perfekte Betreuung! (Technik Sycorax) Das Café fehlt jetzt schon!


Das Café war immer ein Grund zur Vorfreude. Auch nach den Veranstaltungen war es schön, diesen Treffpunkt zu haben. Das fehlt einem jetzt schon! Das Essen war jedenfalls sehr lecker. Erster Eindruck: Das tolle Café, in den ich mich sofort wohl fühlte!

Es gab während der Gespräche mit den anderen Gruppen viele skurrile Situationen mit den teilweise sehr speziellen Schauspielertypen. Es war eine angenehme Wohlfühlatmosphäre. Die Gäste waren alle voll nett. (Caféteam)


Pressespiegel


Kunsthalle Fridericianum, Ausstellungsbesuch

(WHITE REFORMATION CO-OP) MENS SANA IN CORPORE SANO

Es war eine guter Zufall, dass die Ausstellung im Fridericianum stattgefunden hat. Die Ausstellung in Kombination mit dem Theatest체ck (hArt Times) hat mir Alptr채ume verursacht. Also hat es mich scheinbar nachhaltig beeindruckt und bewegt.


Das ist mal ein Festival!

Laudatio

Auf diesem Wege vom hArt Times Theater noch einmal ein herzliches Dankeschön an euch und euer ganzes Team. Ihr habt eine Super-Stimmung kreiert, so dass sich alle von uns sehr gut aufgehoben gefühlt haben. Das wird nachhaltig in Erinnerung bleiben und unsere Arbeit weiter beflügeln.

Eurem Fotografen habe ich schon ein Kompliment ausgesprochen, ihr könnt ihm aber gern nochmal sagen, wie gut mir seine Fotos auf der ChaosiumHomepage gefallen.

Der Ort des Festivals im Herzen und kulturellen Mittelpunkt der Stadt Kassel hat zudem einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Wie aktiv das Publikum war, spürten wir nicht Veranstaltung geleistet. So eine Akzeptanz von nur am „vollen Haus“, sondern auch an den Seiten der assoziierten etablierten Kulturträger vielen Nachfragen zu unserer Aufführung. der Stadt ist beispielhaft für die Förderung der Speziell der Workshop als Brücke zu den anderen Kunst von Menschen mit besonderen psychischen Gruppen mit dem anschließenden Austausch über Wahrnehmungs- und Artikulationsformen. Gratulation! „Best Song of my Life“ hatte eine sehr hohes Niveau, was zu solchen Gelegenheiten nicht selbstverständlich ist. Einen besseren Moderator Frank Matzke (Theater hArt Times) konntet ihr zu diesem Zweck nicht finden.


Theaterwahn ist viel besser als Verfolgungswahn!

Very nice Festival with a good idea! We spend pleasure time with you and saturday night fever ... Die Stücke sind nicht zu vergleichen, damit wird man den Gruppen nicht gerecht. Jedes Theater hat sein eigenes Konzept und alle arbeiten professionell.

Danke für die schöne Zeit, den Facettenreichtum der künstlerischen Darbietungen, die aufnehmende warme Atmosphäre im Festivaltreffpunkt. Anregende Gespräche und Austausch über die Schön, dass ihr Kassel Kultur schenkt und die Arbeit geben neue Impulse und die Hoffnung, Bühne des Lebens bespielt … dass es in der Zukunft eine weitere gemeinsame Große Freude hier teilgenommen zu haben. Viele Erfahrung gibt. schöne Begegnungen und Aufführungen. Bis zum Paula Artkamp (Theater Sycorax) nächsten Mal.


Theaterwahn …

sinn … sinn … sinn … sinn … Es war eine geile Zeit. Ich bin froh, dass ich bei diesem Festival mit helfen durfte und miterleben konnte wie alles entsteht. Ein ganz tolles Festival, einfach nicht zu beschreiben. Eine unvergessliche Woche geht zu Ende. Konnte viele neue Eindrücke sammeln, super Gruppen sehen und nette Leute kennen lernen. Danke für die tolle Zeit. Ich bin begeistert von der Vielfalt der von mir besuchten Theateraufführungen: “Naked Life”, “Don Q” und“Kommt noch was”. Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Festival so erfolgreich war. Respekt! Für die Arbeit und die Betreuung! Danke! Tolle Zeit, tolle Begegnungen, nette Leute und Aufführungen, toller Service, etc. pp.

Impressum Kontaktadresse: THEATERWAHN c/o Dirk Radunz - Kantstr. 10 - 34121 Kassel Fon: 0172 99 59 458 Internet: http://theaterwahn-kassel.de/ eMail: festival@theaterwahn-kassel.de Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Dirk Radunz Fotos: Norbert Risch, Jule Taher


So viele Ideen! Das Geschirr, Besteck und die Getränkekisten türmen sich vor dem Eingang zum Zwischendeck, das die vergangenen zehn Tage den Begegnungsort des Festivals ausmachte. Hier traf man sich zum Reden, Kaffee trinken, etwas Essen oder schaute einfach mal kurz herein, um im Gästebuch zu schauen, ob ein neuer Kommentar zur Aufführung am Abend vorher darin steht. Nun ist dieser Ort wieder leer, ausgeräumt. Gleich kommt der Getränkelieferant, holt die Kisten ab und das Geschirr wird auch wieder woanders verstaut. Soll es das einfach gewesen sein? Kann nicht entstandene Energie aus dem Festival mitgenommen und in neuen Projekten eingesetzt werden? Ideen gibt es viele – wieso soll denn eigentlich das Café leer stehen, keinen Betrieb haben, wo es doch in den letzten Tagen eine so zentrale Bedeutung hatte? Gibt es nicht Möglichkeiten diese Räume weiterhin mit Leben zu füllen?

Lebendig sollen auf jeden Fall auch weiterhin der Austausch und die Kooperation innerhalb der verschiedenen Gruppen sein. Warum nicht einfach mal einen Ausflug machen und einer anderen Gruppe beim Spielen zuschauen? Zumal es doch wahnsinnig spannend ist, Menschen auf der Bühne zu beobachten, die man zum Teil selber kennt und wenn sich nachher unter „Profis“ ausgetauscht werden kann. So viele Ideen! Von der Sonntagslesung schweben noch Texte von Robert Walser in den Köpfen. Kann man mit denen nicht mal was machen? Die Aufführung der tschechischen Gruppe dagegen hat sehr dazu animiert, uns mit Kafka zu beschäftigen. Vielleicht gibt’s ja bald eine tschechisch – deutsche Aufführung? Das Klatschen der Namen haben wir zumindest schon geübt!


etwa 70 Akteure ca. 700 Zuschauer bestimmt 20 Helfer/innen im Café 8 tolle Auf- und Abbauhelfer 3 Techniker 1 Auszubildende 2 Praktikantinnen 10 Eimer Kaffeesatz jeden Tag eine große Schüssel Süßigkeiten hunderttausendfaches Klatschen viele Stunden Schlafmangel mehr als 1500 Fotos bleibende Eindrücke tolle neue Ideen min. zwei frisch Verliebte große Freude

In Erinnerung bleibt mir auch der letzte Tag, da verschwanden die Münsteraner um die Ecke und das ergab ein stimmungsvolles Abschiedsbild in schwarz-weiß.


Dokumentation Theaterwahn