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15. Innsbrucker Promenadenkonzerte 2009 Musik aus Altรถsterreich 15th Innsbruck Promenade Concerts Traditional Austrian Music

Allabendlich von Mittwoch, 8. Juli, bis Sonntag, 2. August, im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Every Evening from 8th July to 2nd August in the courtyard of the Imperial Hofburg Die Konzerte finden bei jedem Wetter statt. Freiwillige Spenden erbeten! Concerts take place in all kinds of weather. Donations are appreciated!


15. Innsbrucker Promenadenkonzerte 2009 Musik aus Altรถsterreich Programmbuch Redaktion: David Nagiller


Was wollen die Promenadenkonzerte? Viele bedeutende Komponisten kommen aus Österreich. Mozart, Haydn und Schubert haben aber nicht nur große Sinfonien, sondern auch Unterhaltungsmusik geschrieben. Die Zahl der Märsche, Menuette und Deutschen Tänze, die schließlich zum Walzer hinführten, ist unendlich. Der weltweite Erfolg der „Firma Strauß“ ist daher nicht nur auf Geschäftstüchtigkeit zurückzuführen, sondern auch darauf, dass die österreichische Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts nahtlos auf den ästhetischen Errungenschaften der ernsten Musik und den Werken der großen Komponisten der Klassik und Romantik aufbauen konnte. Dies gilt auch für die Militär- und Blasmusik der Habsburger-Monarchie. Ihre Aufgabe war es – beginnend bei den Harmoniemusiken der Klassik über die Türkischen Bandas bis hin zu den Militärorchestern und Trachtenmusikkapellen – die Werke der hohen Kunst durch Transkriptionen dem sogenannten gemeinen Volk in den Dörfern und Städten des ganzen Staates zugänglich zu machen. Es ist selbstverständlich, dass viele ehrgeizige Kapellmeister diesem Repertoire, wie sie es in den Metropolen Wien, Prag und Budapest kennenlernten, Eigenes hinzufügten, das sich an den strengen Formen der klassischen Vorbilder orientierte. Das Ergebnis dieses musikalischen Aufbruchs, der vor allem beim Walzertan-

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zen mit der Entdeckung der eigenen Körperlichkeit und des eigenen Lebensgenusses durch das Bürgertum einherging, ist die weltbekannte Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts, die aus dem kleinen Österreich, das von der Monarchie noch übrig blieb, auch heute noch eine musikalische Großmacht macht. Damit diese Literatur, die sich beim Publikum noch immer außerordentlicher Beliebtheit erfreut, niemals in Vergessenheit gerät, immer neu entdeckt und vor allem von den heimischen, der kommerziellen Trivialmusik oft hilflos ausgelieferten Musikkapellen wieder vermehrt gespielt wird, wurden die Innsbrucker Promenadenkonzerte gegründet. Ihr Erfolg beim Publikum ist nach wie vor ungebrochen. Die sommerlichen Konzerte lassen alljährlich eine Zeit aufleben, in der es, zumindest musikalisch, noch keinen Unterschied zwischen E und U, Hochkultur und Populärkultur, Oberschicht und Unterschicht gab. Um nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, dass wir im Heute leben, und um den Bogen zur Vergangenheit noch hörbarer zu spannen, enthalten viele Konzertprogramme ein markantes Werk der Moderne, das als Kontrapunkt zu den beseligenden Harmonien des 19. Jahrhunderts die Komplexität und den künstlerischen Reichtum der Gegenwart in Erinnerung zu rufen hat, von der aus wir uns zurückwenden. Alois Schöpf Künstlerischer Leiter

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Erfolgreich im Innsbrucker Sommer „Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.“ Dieses wohl zeitlos gültige Zitat von Friedrich Schiller sagt alles aus über den Wert der Musik in unserer Gesellschaft. Musik überwindet alle Grenzen, und wer erfreut sich nicht gern an den Klängen schöner Melodien? Nicht umsonst war und ist Innsbruck eine Stadt der Begegnung und auch eine Stadt der Musik. Die Innsbrucker Promenadenkonzerte sind ein besonderer Mosaikstein im Veranstaltungsreigen des Innsbrucker Sommers. Seit nunmehr 15 Jahren gehören diese Konzerte im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg zum kulturellen Veranstaltungsprogramm in Innsbruck – mit wachsendem Erfolg! Die Innsbrucker Promenadenkonzerte sind die erfolgreichste Veranstaltung des Vereins Innsbrucker Sommerspiele und so wurde aufgrund der positiven Resonanz der letzten Jahre die Dauer der Konzertreihe um ein Drittel verlängert. Heuer werden bei schönem Wetter bis zu 50.000 Zuhörerinnen und Zuhörer erwartet! Rund 1600 Musikerinnen und Musiker spielen über 400 verschiedene Originalwerke und Transkriptionen aus der Ära der österreichischen Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts und je nach Wunsch des Orchesters auch ein Werk der klassischen Moderne – ein reichhal-

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tiges Spektrum, das den musikalischen Bogen von damals bis heute spannt. 200 Jahre nach der Tiroler Aufstandsbewegung wird Andreas Hofers auch musikalisch gedacht: Mit dem Konzertmarsch Anno 2009 von Florian Pedarnig und der Tiroler Sinfonie (2009) von Franz Baur finden im Rahmen der Innsbrucker Promenadenkonzerte zwei Tiroler Uraufführungen statt. Liebe Konzertbesucherinnen und -besucher, als Obfrau des Vereins Innsbrucker Sommerspiele freue ich mich mit Ihnen auf den Klang des künstlerischen Reichtums der Vergangenheit und der Gegenwart! Allen mitwirkenden Orchestern wünsche ich gelungene Präsentationen und dem Team der Innsbrucker Promenadenkonzerte unter der Leitung von Kapellmeister Alois Schöpf gratuliere ich zum 15-Jahr-Jubiläum! Hilde Zach Bürgermeisterin und Kulturreferentin der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck

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Über die Grenzen hinaus bekannt! Die Innsbrucker Promenadenkonzerte haben schon eine lange Tradition und sind aufgrund ihrer hohen Qualität und des internationalen Standards nicht nur bei den Gästen aus dem In- und Ausland, sondern auch bei der einheimischen Bevölkerung sehr beliebt. Eine Folge dieser Beliebtheit ist, dass im Einverständnis mit dem Verein Innsbrucker Sommerspiele und mit dem Land Tirol die Konzertreihe um ein Drittel verlängert werden konnte. Die Gäste, die Innsbruck besuchen, haben also fast den ganzen Juli über die Möglichkeit, bei freiem Eintritt mitten in der historischen Altstadt bei ausgezeichneten architektonischen und akustischen Bedingungen österreichische Musikkultur auf hohem Niveau zu genießen. In welcher Stadt ist das sonst möglich? Der Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer ist glücklich, über ein solches Angebot zu verfügen, und wünscht den Veranstaltern gutes Wetter. Denn das ist bei Freiluftkonzerten die Basis des Erfolgs. Dr. Hubert Klingan Vorsitzender Innsbruck Tourismus

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Highlight des Innsbrucker Sommers Als Kulturreferentin des Landes Tirol ist mir die Musik ein großes Anliegen. In der vielfältigen Tiroler Musikwelt bereichern die Innsbrucker Promenadenkonzerte Jahr für Jahr den Innsbrucker Kultursommer. Für das Jahr 2009 hat der künstlerische Leiter Alois Schöpf wieder ein hochkarätiges Programm zusammengestellt. Das Repertoire reicht dabei von beliebten Operetten- und Walzermelodien über Brassbands bis hin zu Marschmusik und sinfonischen Werken. Besonders erwähnenswert im heurigen Jahr sind auch zwei Uraufführungen, der Konzertmarsch Anno 2009 von Florian Pedarnig und das Stück Tiroler Sinfonie (2009) von Franz Baur. Diese breite Palette an verschiedenen Orchestern und das Spektrum der dargebotenen Musikstücke begeistern immer wieder aufs Neue das Publikum. 1600 Musikerinnen und Musiker und das besondere Ambiente in der Kaiserlichen Hofburg zu Innsbruck sorgen für ein besonderes kulturelles, unvergessliches Erlebnis. Bei all der Begeisterung und Freude über diese großartige Veranstaltung darf jedoch nicht vergessen werden, wie viel Arbeit und Engagement Voraussetzung für das Gelingen dieses Projektes sind. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen und den Veranstaltern, allen voran dem künstlerischen Leiter Alois Schöpf und der Orga-

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nisationsleiterin Veronika Schmid mit ihrem Team, f端r die Organisation und die Durchf端hrung danken. Ich freue mich schon jetzt ganz besonders auf dieses herausragende Highlight des Innsbrucker Sommers, welches nicht nur mich, sondern sicherlich wieder Tausende Kulturinteressierte begeistern wird! Dr. Beate Palfrader Kulturreferentin des Landes Tirol

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Innsbrucker Promenadenkonzerte 2009 Musik aus Altösterreich Mittwoch, 8. Juli, bis Sonntag, 2. August Mittwoch, 8. Juli 19.00 Uhr: Eröffnung durch Frau Bürgermeisterin Hilde Zach und den Obmann des TVB Innsbruck und seine Feriendörfer Dr. Hubert Klingan Musikkapelle Terlan Dirigent: Hans Finatzer Obmann: Sepp Runer Seite 19 20.15 Uhr: Festkonzert Wind Music Orchester Reutte Dirigent: Gotthard Schöpf Seite 22 Donnerstag, 9. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Stadtmusikkapelle Wilten Dirigent: Peter Kostner Obmann: Roland Tanzer Seite 24 Freitag, 10. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Brassband Fröschl Hall Dirigent: Hannes Buchegger Seite 27

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Samstag, 11. Juli 19.00 Uhr: Abendkonzert Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Olpe Dirigent: Gerhard Reuber Obmann: Michael Ohm Seite 30 20.15: Abendkonzert Musikverein „Viktoria“ Altenmittlau Dirigent: Hans Rückert Vorsitzender: Volker Bilz Seite 33 Sonntag, 12. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Orchestra di Fiati „Liceo Rosmini“ Rovereto Dirigent: Andrea Loss Vorsitzender: Andrea Peroni Seite 36 Montag, 13. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Landespolizeiorchester Oberösterreich Dirigent: Andreas Schwarzenlander Seite 40 Dienstag, 14. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Gemeinschaftskonzert der Musikkapellen Patsch und Ellbögen Dirigenten: Alois Schöpf und Werner Mayr Obmänner: Manfred Knoflach und Ernst Tanzer Seite 43

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Mittwoch, 15. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Speckbacher Stadtmusik Hall Dirigent: Hermann Pallhuber Obmann: Herbert Ebenbichler Seite 47 Donnerstag, 16. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert K. u. k. Postmusik Tirol Dirigent: Stefan Laube Obmann: Bernd Raitmair Seite 50 Freitag, 17. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Audi Bl채serphilharmonie Dirigent: Christian Lombardi Management: Oliver Scharfenberg Seite 53 Samstag, 18. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Rundfunk Blasorchester Leipzig Dirigent: Stefan Diederich Management: Heiko Schulze Seite 56 Sonntag, 19. Juli 10.00 Uhr: Matinee Blasmusik St. Marein bei Neumarkt Dirigent: Werner Kainz Obmann: Gotthard Seidl Seite 59

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20.00 Uhr: Abendkonzert Städtisches Sinfonieorchester Wels Dirigent: Walter Rescheneder Seite 62 Montag, 20. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Luftwaffenmusikkorps 1 München Dirigent: Hans Orterer Seite 65 Dienstag, 21. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Ungarischer Abend Pannonisches Blasorchester Dirigent: Peter Forcher Obmann: Bernhard Habla Seite 68 Mittwoch, 22. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Französischer Abend Militärmusik Kärnten Dirigent: Sigismund Seidl Seite 71 Donnerstag, 23. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Stadtmusik Zürich Dirigent: Kurt Brogli Management: Marcel Fehr Präsident: Rico Kummer Seite 74

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Freitag, 24. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Musikkapelle Villnöß Dirigent: Toni Profanter Obmann: Christof Petriffer Seite 77 Samstag, 25. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Stadtkapelle Wertingen Dirigent: Manfred-Andreas Lipp Präsidentin: Marion Bussmann Seite 80 Sonntag, 26. Juli 19.00 Uhr: Abendkonzert Patriotischer Abend, 1. Teil Bürgerkapelle Brixen Dirigent: Sigisbert Mutschlechner Obmann: Martin Rastner Seite 83 20.15 Uhr: Abendkonzert Patriotischer Abend, 2. Teil Musikkapelle Swarovski Wattens Dirigent: Günther Klausner Obmann: Markus Schwanninger Seite 86

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Montag, 27. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Austria Festival Symphony Orchestra Dirigent und Management: Reinhold Wieser Seite 88 Dienstag, 28. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Brass Band Oberschwaben-Allgäu Dirigent: Peter Schmid Management: Klaus Merk Seite 91 Mittwoch, 29. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Rainermusik Salzburg Dirigent: Horst Egger Obmann: Heinz Stöllinger Seite 94 Donnerstag, 30. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Musikkorps der Bayerischen Polizei Dirigent: Johann Mösenbichler Seite 97 Freitag, 31. Juli 20.00 Uhr: Abendkonzert Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg Dirigent: Josef Feichter Obmann: Josef Hilpold Seite 100

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Samstag, 1. August 19.00 Uhr: Abendkonzert Harmoniemusik der Akademie St. Blasius Leitung: Erhard Ploner Seite 103 20.00 Uhr: Abendkonzert B端rgermusik Toblach Dirigent: Pepi Fauster Obmann: Hermann Rienzer Seite 105 Sonntag, 2. August 20.00 Uhr: Abendkonzert Stadtkapelle Marktoberdorf Dirigent: Maximilian Jannetti Obmann: Wolfgang Friedl Seite 108

Wenn nicht anders angegeben, finden die Konzerte im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg statt.

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Mittwoch, 8. Juli, 19.00 Uhr Musikkapelle Terlan Gerade im Gedenkjahr 2009 spielt der Gedanke der Landeseinheit auch bei den Promenadenkonzerten eine besondere Rolle. Daher wird heuer ein „Newcomer“ aus dem südlichen Landesteil, die Musikkapelle Terlan, das Eröffnungskonzert darbringen, das immer einer sehr guten Trachtenkapelle vorbehalten bleibt. Und eine solche sind die Terlaner ohne Zweifel! Orchester Trotz insgesamt mangelhafter Dokumentenlage scheint in den Pfarrarchiven 1840 als Gründungsjahr der Musikkapelle Terlan auf. Damals sammelte der Organist und Lehrer Anton Eppensteiner 14 Chorsänger und Bläser um sich, um zu musizieren. Die Terlaner verfügen heute über 53 aktive Mitglieder und vier Marketenderinnen. Das Durchschnittsalter beträgt zirka 30 Jahre. Dirigent Hans Finatzer steht seit neun Jahren am Dirigentenpult der Musikkapelle Terlan. Der gebürtige Trudner ist in diversen Musikschulen des Landes ein begehrter Musiklehrer des tiefen Blech und gehört zu den besten Posaunisten des Landes. Mit viel Einsatz, Engagement und Disziplin hat er die Kapelle zu einer der besten in Südtirol gemacht.

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Beim Goldenen Dachl Johann N. Král Bruckerlager Marsch František Kmoch Andulka Marsch Rudolf Novacek Castaldo Marsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Julius Fučík / Bearb.: Siegfried Rundel Danubia Marsch Georg Friedrich Händel / Bearb.: Scott Richards Einzug der Königin von Saba Matthäus Nagiller / Bearb.: Hans Obkircher Herzog Friedrich von Tyrol, Ouvertüre Jaroslav Labský / Bearb.: Franz Bummerl Olympiade Marsch Sepp Thaler Am schönen blauen Bodensee, Walzer Franz von Suppé / Bearb.: Gerhard Baumann Pique Dame, Ouvertüre Johann Strauß / Bearb.: Otto Wagner Unter Donner und Blitz, Polka schnell Norbert Rabanser / Bearb.: Franz Gerstbrein Terlaner Musikantenmarsch Franz von Suppé / Bearb.: Leo Ertl O du mein Österreich, Marsch

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Zum Programm Ein selten gespieltes Werk im Programm der Musikkapelle Terlan stellt die Ouvertüre Herzog Friedrich von Tyrol dar, welche vom Tiroler Komponisten Matthäus Nagiller stammt. Der in Münster geborene Nagiller (1815–1874) verrichtete in der Jugend Hirtendienste in den Bergen, konnte aber dann, von seinen armen Eltern zum Geistlichen bestimmt, doch eine Zeitlang die Schule besuchen, wo sich sein musikalisches Talent zeigte. 1837 kam er an das Konservatorium nach Wien, wo er 1840 einen Kompositionspreis zuerkannt bekam. 1855 schuf er sein größtes Werk, die melodiöse Oper Friedrich mit der leeren Tasche (Text von Eduard Ille), welche laut historischer Überlieferung „allmählich zu Coburg, Wieeszbaden, Innsbruck und Votzen mit der ehrenvollsten Anerkennung über die Bretter ging und den Localpatriotismus Tirols entzündete, ohne jedoch an einer größeren auswärtigen Bühne Annahme zu finden.“ Später wurde er Leiter des Innsbrucker Konservatoriums, am 8. Juli 1874 erlag er unerwartet einem Lungenleiden. Zu seinen Werken hieß es in einem Nachruf: „Nagillers Stil muss als groß, edel und klar bezeichnet werden; seine kirchlichen Tonwerke sind größtentheils dem Charakter seiner Heimath anbequemt; Nagillers große Vorliebe für Clarinette und Oboe klingt beinahe überall durch.“

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Mittwoch, 8. Juli, 20.15 Uhr Wind Music Orchester Reutte Gotthard Schöpf, Dirigent des Wind Music Orchesters, ist ein höchst profilierter Musikant, Musikschuldirektor und Wertungsrichter, den Alois Schöpf bereits seit geraumer Zeit zu einem Gastspiel bei den Promenadenkonzerten einladen wollte. 2009 wird Gotthard Schöpf nun erstmals mit seinem neuen Reuttener Orchester in Innsbruck konzertieren. Orchester Als Aushängeschild der Musikschule und der Region wurde das „Wind Music Orchester Reutte“ gegründet. Zielsetzung ist es, zeitgemäße Literatur mit Tradition zu verbinden, klangliche Möglichkeiten durch entsprechende Besetzung auszuschöpfen, das gemeinsame Auftreten von Lehrern und Schülern zu ermöglichen, ehemaligen Schülern eine Weiterbildung anzubieten, sowie der Region Außerfern im Kulturgeschehen ein besonderes Angebot hinzuzufügen. Dirigent Gotthard Schöpf aus Längenfeld ist einer der erfolgreichsten Kapellmeister und Musikschulleiter Tirols. Unter anderem baute Schöpf die Landesmusikschule Ötztal auf und wirkte von 1988 bis 1999 als musikalischer Leiter der Postmusik Imst. Seit Herbst 2006 fungiert Gotthard Schöpf als Direktor der Landesmusikschule Reutte.

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Richard Strauss / Bearb.: Eric Banks Festmusik der Stadt Wien Julius Fučík / Bearb.: Will van der Beck Marinarella, Ouvertüre Carl Michael Ziehrer / Bearb.: Siegfried Somma Der Traum eines österreichischen Reservisten, Tongemälde Zum Programm Mit dem Traum eines österreichischen Reservisten schuf Carl Michael Ziehrer ein großartiges militärisches Tongemälde zur Geschichte eines Dorfschmiedes, der nach einem arbeitsreichen Tag einschläft und im Traum seine Soldatenzeit mit all ihrem Glanz und Manöverzauber erlebt. Das musikalische Geschehen wird mit Wasserrauschen, Vogelgezwitscher, Schmiedegehämmer, Glockengeläute, Signalen, Kommandos und Schlachtenlärm untermalt. Die Erstaufführung dieses gewaltigen Werkes erfolgte am Silvesterabend des Jahres 1890 mit den Deutschmeistern, deren Kapellmeister Ziehrer zu dieser Zeit war.

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Donnerstag, 9. Juli, 20.00 Uhr Stadtmusikkapelle Wilten Die Wiltener sind ständiger Gast bei den Innsbrucker Promenadenkonzerten und garantieren seit Jahren höchstes Niveau. Diese bewundernswert konstante Leistung, aber auch ihre Funktion als „Lord-SiegelBewahrer“ der klassischen Tiroler Blasmusiktradition in der Nachfolge Sepp Tanzers, machen das Orchester zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Konzertreihe. Orchester In alten Urkunden des Stiftes Wilten ist das Geburtsjahr der Musikkapelle mit 1650 verbrieft – damals noch als eine der zu dieser Zeit gebildeten Pfarrmusiken. Zu einer regulären „Musikbande“ formierte sich die Wiltener Musik erst 1814 nach der Rückkehr Tirols zu Österreich. Seit dieser Zeit sind die Wiltener ununterbrochen urkundlich bei feierlichen Anlässen in Tirol genannt. Dirigent Peter Kostner (Jahrgang 1963) stammt aus Hatting im Oberinntal, wo er auch heute noch mit seiner Familie lebt. Seit 1983 ist Kostner Mitarbeiter im ORFLandesstudio Tirol, seit 1995 auch Bereichsleiter für Volks- und Blasmusik. Seine musikalische Tätigkeit begann er als Flügelhornist und Tenorist bei der Musikkapelle Hatting, die er fünf Jahre als Kapellmeister leitete. Die Stadtmusikkapelle Wilten leitet Peter Kostner seit 1995, sein Vorgänger war Michael Stern.

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Beim Goldenen Dachl Rudolf Achleitner Seyffertitz Marsch Gustav Mahr Andreas Hofer Marsch Hermann Josef Schneider Erzherzog Karl Marsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Georg Friedrich Händel / Bearb.: Katharina Jeitler Feuerwerksmusik, Ouvertüre Giovanni Orsomando Olandese, Marsch Joseph Haydn Sinfonie Nr. 100, 2. Satz, Kammermusikbesetzung Giuseppe Verdi / Bearb.: Franco Cesarini I vespri siciliani, Sinfonia Zum Gedenkjahr 2009 Sepp Tanzer Tirol 1809, Tongemälde in 3 Sätzen: Aufstand, Schlacht am Bergisel, Sieg Karl Mühlberger Speckbacher Marsch Jan Van der Roost Tirol Terra Fortis, Auftragswerk Johann Strauß / Bearb.: Hans Eibl Bei uns z’Haus, Walzer Gert Sprick Mens sana in corpore sano, Marsch

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Zum Programm Ein herrlich ausdrucksvolles Werk ist die Olandese von Giovanni Orsomando. Orsomando (1895–1988) entwickelte sich zu einem wahren Meister der italienischen Kompositionstradition, indem es ihm gelang, mit seinen brillanten Märschen das Erbe des „Grande Marcia Italiana“ aufleben zu lassen. Neben dem in Tirol durch die Swarovski Musik unter dem verstorbenen Franz Schieferer bekannt gewordenen Marsch Olandese zählen dazu auch Aurora, Banda sucre oder der für die Eröffnung der olympischen Spiele 1960 in Rom komponierte Marsch Olimpica. Orsomando war Klarinettist mit virtuosem Können. Er studierte am Konservatorium San Pietro a Majella in Neapel, wo er u. a. die Bekanntschaft des berühmten Camillo De Nardis machte. Einen Großteil seines Lebens verbrachte er in Caserta, wo er als Dirigent und Komponist wirkte.

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Freitag, 10. Juli, 20.00 Uhr Brassband Fröschl Hall Bereits vor zwei Jahren feierte die Brassband Fröschl Hall eine umjubelte und auch von Fachleuten vielbeachtete Premiere bei den Innsbrucker Promenadenkonzerten. Der kompakte und mit exzellenten Musikern besetzte Klangkörper bietet einen interessanten Kontrast zu den eingeladenen Blas- und Streichorchestern. Ergänzt wird die hohe musikalische Kompetenz des Ensembles durch die kreative Programmauswahl von Dirigent Hannes Buchegger. Orchester Durch mehrere Begegnungen mit englischen Brassbands von dieser Musizierform begeistert, startete Hannes Buchegger 1987 den Versuch, auch in Österreich eine Brassband nach englischem Vorbild zu gründen. Spätestens seit ihren Siegen in der Gruppe neuentstandener Brassbands bei den European Championships 1994 in Montreux, 1997 in London, 1998 in Kerkrade sowie 1999 in München ist die Brassband Fröschl Hall auch in der Brassband-Szene Europas ein Begriff. Die internationale Anerkennung wird durch die dreimalige Einbeziehung der Band in die CD-Reihe Highlights of the European Championships bestens dokumentiert. Seit 1996 wird die Formation von der Baufirma Fröschl gesponsert.

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Dirigent Geboren in Innsbruck, studierte Hannes Buchegger am Tiroler Landeskonservatorium und erwarb das Diplom im Fach Trompete. Anschließend absolvierte er eine Dirigierausbildung beim Innsbrucker Musikdirektor Edgar Seipenbusch. Seit 2000 wirkt der BrassbandExperte auch als Gast-Dirigent der neu gegründeten Brassband Oberösterreich. Als Juror ist er bei verschiedenen Solisten-, Ensemble- und Brassbandwettbewerben in Österreich, Deutschland und der Schweiz tätig. Beim Goldenen Dachl Trompeten-Quartett der Brassband Fröschl Hall Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Gioacchino Rossini / Bearb.: Gordon Langford Tarantella La Danza Ottorino Respighi / Bearb.: Howard Snell Marsch aus Pini di Roma Giuseppe Verdi / Bearb.: Frank Wright Die Macht des Schicksals, Ouvertüre Tomaso Albinoni / Bearb.: Joe Laube Celebre Adagio (Solist: Florian Klingler, Trompete) Giacomo Puccini / Bearb.: Sandy Smith O mio babbino caro, Arie (Solist: Florian Klingler) Gioacchino Rossini / Bearb.: Stephen Roberts Largo al Factotum (Solist: Mathias Raggl, Tuba) Giacomo Puccini / Bearb.: Howard Snell Nessun Dorma, Arie (Solist: Lito Fontana, Posaune) Sergei Rachmaninow / Bearb.: Howard Snell Variation über ein Thema von Paganini

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Paul Lovatt-Cooper Vitae aeternum Zum Programm Paul Lovatt-Cooper (Jahrgang 1976) ist Schlagzeuger und „Composer in Association“ der weltberühmten Black Dyke Band. Neben seiner Tätigkeit in der Band bereitet sich das junge Talent auf eine Karriere in der Brassband-Szene vor, die ihn sicher auf einen langjährigen und sehr erfolgreichen musikalische Weg bringen wird. Seinen ersten Durchbruch schaffte LovattCooper mit dem Werk Where Eagles Sing, das bereits weltweit von Brassbands gespielt und von der Black Dyke Band, der Cory Band und der Brighouse & Rastrick Brass Band aufgenommen wurde. Seine Komposition The Dark Side of the Moon wurde bei der 3. Sektion der National Brass Band Championships of Great Britain 2008 ausgezeichnet und in die Liste der Wertungsstücke für die 3. Sektion der Dutch National Brass Band Championships 2008 in Groningen aufgenommen. Eine seiner neueren Kompositionen nennt sich Vitae aeternum.

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Samstag, 11. Juli, 19.00 Uhr Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Olpe Dieses deutsche Orchester wurde von einem Freund der Innsbrucker Promenadenkonzerte, dem Militärmusikexperten Oberst a. D. Werner Probst empfohlen. Der Musikzug setzt seinen Schwerpunkt auf das authentische Spiel traditioneller deutscher Militärmusik und wird sich bei seinem Gastspiel vor allem der traditionellen deutschen Marschmusik widmen. Orchester Das Orchester wurde 1882 gegründet und bewies in den 1950er-Jahren bereits einen hohen Leistungsstandard: 1951 nahm der Musikzug am Internationalen Musikwettbewerb in Kerkrade/Holland teil und errang einen 1. Preis im Marsch- und einen 2. Preis im Konzertwettbewerb. 1952 folgte ein Internationaler Musikwettstreit in Lienz, bei dem die Feuerwehrkapelle mit zwei 1. Preisen ausgezeichnet wurde und gleichzeitig den Pokal des Bundeskanzlers erhielt. Das Orchester besteht derzeit aus 74 Musikern und verfügt über die typische Besetzung eines großen sinfonischen Blasorchesters. Dirigent Gerhard Reuber, geboren 1960, begann seine musikalische Ausbildung bei Heinrich Reperich, dem langjährigen Leiter der Feuerwehrmusikzüge Olpe und Iseringhausen. Von 1982 bis 1985 wurde Reuber als 1. Hornist im Stabsmusikkorps der Bundeswehr eingesetzt. Im Anschluss daran wurde Gerhard Reuber als Hornist in

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das Orchester des Nationaltheaters Mannheim engagiert. Ende des Jahres 1985 übernahm Gerhard Reuber die Leitung des Musikzuges Olpe und konnte schnell an die bisherigen Erfolge anschließen. Beim Goldenen Dachl Hermann Schmiedecke Kerntruppenmarsch Carl Teike Graf Zeppelin Marsch Emil Neumann Viktoria Marsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Giuseppe Verdi / Bearb.: Franco Cesarini Nabucco, Ouvertüre Gottfried Piefke / Bearb.: Theodor Grawert, Friedrich Deisenroth Der Königgrätzer Marsch Camille Saint-Saëns / Bearb.: José Schyns Danse et Bacchanale aus Samson et Delilah Friedrich Lübbert / Bearb.: Theodor Grawert, Friedrich Deisenroth Helenenmarsch Jerónimo Giménez / Bearb.: Clark Mac Alister Intermezzo aus La Boda de Luis Alonso Anonym / Bearb.: Theodor Grawert, Friedrich Deisenroth Herzog von Braunschweig Marsch Leonard Bernstein / Bearb.: Clare Grundmann Slava, Ouvertüre

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Karl Möller Wolhynischer Marsch Luigi Denza / Bearb.: Yo Goto Rhapsodie über Funiculi Funicula Zum Programm Wolhynien ist der historische Name eines Landstrichs in der nordwestlichen Ukraine. Ab 1569 gehörte Wolhynien zum polnisch-litauischen Staat. 1793 wurde das Gebiet im Zuge der Teilungen Polens und Litauens ebenfalls geteilt, der Osten fiel 1793 an Russland, der Westen folgte 1795. Seit 1830 fand eine massive Ansiedlung von Deutschen statt. Im Laufe des Ersten Weltkrieges wurden vom 5. bis zum 15. Juli 1915 alle 240.000 Deutschen des Gebietes zwangsweise ausgesiedelt. Ein Großteil wurde nach Sibirien deportiert. In den Jahren 1915 und 1916 kam es zu schweren Kämpfen in Wolhynien, bei denen sehr viele Gefallene zu verzeichnen waren. Um an diese Gefechte zu erinnern, komponierte Karl Möller den Wolhynischen Marsch.

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Samstag, 11. Juli, 20.15 Uhr Musikverein „Viktoria“ Altenmittlau Als Sieger des Deutschen Orchesterwettbewerbs 2008 präsentiert sich der Musikverein „Viktoria“ Altenmittlau als Deutschlands derzeit bestes Amateur-Blasorchester und wartet mit einem hochkarätigen Programm auf. Der Deutsche Orchesterwettbewerb richtet sich an Laienorchester aus den Bereichen der sinfonischen sowie der Zupf-, Blas-, Akkordeonmusik und des Jazz. Orchester Die Vereinsgründung geht auf einen Pädagogen namens Decher zurück, der am 1. November 1893 per Dekret der Königlich Preußischen Regierung zum zweiten Lehrer in Altenmittlau ernannt wurde. Im Jahr 1955 unternahmen die Altenmittlauer dann einen entscheidenden Schritt: Sie schlossen sich dem Volksmusikverband Rhein-Main an. Und das mit Erfolg: Beim ersten Wertungsspiel in Jügesheim erzielte das Orchester bereits die beste Wertung aller teilnehmenden Musikkapellen. Ein Jahr nach der Feier zum 80. Vereinsgeburtstag (1977) nahm die Viktoria das erste Mal an der Welt-Musik-Olympiade in Kerkrade in Holland teil. Im größten Musikwettbewerb der Welt errang der Musikverein eine Goldmedaille im Marsch- und eine Silbermedaille im Konzertwettbewerb. Bis heute hält diese Erfolgsgeschichte an.

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Dirigent Hans Rückert studierte Orchestermusik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Würzburg bei Prof. Walter Daum. Er beendete dieses Studium 1972 mit dem Diplom. Im selben Jahr war er Gewinner des Deutschen Hochschulwettbewerbs und wurde vom Hessischen Rundfunk in das Radio-Sinfonie-Orchester als Bassposaunist mit Verpflichtung zur Kontrabassposaune engagiert. Der gelernte Posaunist spielt derzeit noch immer im Sinfonieorchester des hessischen Rundfunks und ist Dozent an mehreren Musikhochschulen. Hans Rückert leitet den Musikverein Altenmittlau seit 1987. Beim Goldenen Dachl Giuseppe Verdi Triumph Marsch aus Aida Franz Lehár Gold und Silber Walzer Johann Strauß Unter Donner und Blitz, Polka schnell Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Johannes Brahms / Bearb.: Siegfried Rundel Ungarischer Tanz Nr. 5 Jacques Offenbach / Bearb.: Siegmund Goldhammer Orpheus in der Unterwelt, Ouvertüre Georges Bizet / Bearb.: Tohru Takahashi Suite aus Carmen, 4 Sätze: Les Toreadors, Aragonaise, Chanson du Toreador, Habanera Julius Fučík / Bearb.: Siegfried Rundel Die Regimentskinder, Marsch

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Carl Michael Ziehrer / Bearb.: Walter Tuschla Wiener Bürger, Walzer Dmitri Schostakowitsch / Bearb.: Johan de Meij Jazz Suite Nr. 2 (Solist: Stefan Kutscher, Akkordeon) – Finale, Marsch, Lyric Waltz, Dance II, Waltz II, Dance I Zum Programm Dmitri Schostakowitsch (1906–1975) komponierte seine Jazz Suite Nr. 2 im Jahr 1938. Die Partitur des 24 Minuten dauernden Werks ist allerdings während des Zweiten Weltkriegs verlorengegangen. Erst im Jahre 2000 hat der Komponist und Musikwissenschaftler Gerald McBurney auf der Grundlage eines wieder aufgetauchten Klavierauszugs drei Sätze für eine Aufführung im Rahmen der Last Night of the Proms in London rekonstruieren können. Seitdem ist Material für weitere Sätze entdeckt worden. Was man als Jazz Suite Nr. 2 kennt, ist eigentlich eine Suite für Theater- oder „Promenaden“-Orchester (mit Saxofonen und Akkordeon im Vordergrund), die auf der Grundlage verschiedener Ballett-, Film- und Bühnenmusiken erstellt wurde.

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Sonntag, 12. Juli, 20.00 Uhr Orchestra di Fiati „Liceo Rosmini“ Rovereto Auch die Freunde aus Rovereto sind im Rahmen der Innsbrucker Promenadenkonzerte keine Unbekannten mehr. Das Orchester, das durch sein gepflegtes Spiel bereits begeisterte, wurde erneut eingeladen, um einen Abend mit authentisch gespielter italienischer Musik des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts zu gestalten. Denn wer spielt die Werke Verdis und Rossinis besser als ein Orchester aus Italien? Orchester Das Orchester di Fiati „Liceo Rosmini“ Rovereto ist noch sehr jung, es wurde 1997 gegründet. Dennoch konnte es sich in kurzer Zeit zu einem qualitativ hochwertigen Klangkörper entwickeln und auch internationale Erfolge erzielen. Nach einem 1. Preis beim Wettbewerb Flicorno d’Oro 2003 wurde im Jahr 2005 eine Goldmedaille in der 3. Division der Blasmusikweltmeisterschaft in Kerkrade sowie ein 1. Preis in der 1. Kategorie beim Concorso Nazionale del Friuli-Venezia Giulia im Jahr 2006 erreicht. Dirigent Andrea Loss wurde 1977 in Rovereto geboren und ist ausgebildeter Klarinettist und Saxofonist. Seine Dirigentenausbildung absolvierte er bei Jan Cober – der bereits mehrmals in Innsbruck dirigierte –, Maurizio Dini Ciacci, Hardy Mertens und Jan Van der Roost. 1997 gründete er die Banda musicale del liceo „Antonio

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Rosmini“ di Rovereto; er leitet aber auch noch weitere Musikkapellen. Loss arbeitete mit bekannten Musikern wie Steven Mead, Roger Bobo, Eros Sabbatani, Carlo Serra oder Jacques Mauger zusammen. Er leitet die Städtische Musikschule von Arco, eine von 13 Musikschulen der Provinz Trient. Nadia Engheben, Sopran Die Sopranistin studierte bei Mario Tononi Gesang und erlangte ihren akademischen Abschluss 1993 am Konservatorium Luca Marenzio in Brescia bei Prof. Ida Bormida. Nadia Engheben trat bereits mit zahlreichen renommierten Orchestern und in Opernhäuser wie der Mailänder Scala auf. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Elihou Inbal, Jeffrey Tate, Riccardo Muti oder Daniel Barenboim zusammen. Gioacchino Rossini Fanfare per la Corona d’Italia Gioacchino Rossini Die diebische Elster, Ouvertüre Gioacchino Rossini Largo al factotum aus Der Barbier von Sevilla für Euphonium und Orchester Giacomo Puccini O mio babbino caro aus Gianni Schicchi (Nadia Engheben, Sopran) Giacomo Puccini Si, mi chiamano Mimi aus La Bohème (Nadia Engheben, Sopran) Michele Novaro Rom und Venedig, Konzertpolka

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Giacomo Puccini Tu che di gel sei cinta aus Turandot (Nadia Engheben, Sopran) Giacomo Puccini Un bel di vedremo aus Madame Butterfly (Nadia Engheben, Sopran) Davide delle Cese L’inglesina Vincenzo Bellini Norma, Sinfonia dall’opera Vincenzo Bellini Casta Diva aus Norma (Nadia Engheben, Sopran) Camillo De Nardis Il Giudizio Universale, Tongemälde Gioacchino Rossini La Danza, Tarantella Zum Programm „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken …“ – so heißt es im Matthäusevangelium, in dem das Weltgericht beschrieben wird. Musikalisch grandios vertont wurde dieses Zusammentreffen aller Völker vor Gott von Camillo De Nardis (1857–1951). Beginnend mit dem Grollen des tiefen Blech baut sich das Werk zu einem Furioso mit Paukenwirbeln und schallenden

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Trompeten auf. Komponist De Nardis studierte an den Konservatorien von Palermo und Neapel, an letzterem Institut unterrichtete er sein Leben lang. Er schuf f端nf Opern, zwei Operetten und ein Oratorium.

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Montag, 13. Juli, 20.00 Uhr Landespolizeiorchester Oberösterreich Seit geraumer Zeit entwickeln sich Österreichs Polizeimusiken zu Kulturträgern in Uniform, welche die Vormachtstellung der kaputtgesparten und ausgedünnten Militärmusiken auf diesem Gebiet massiv gefährden. Eines der besten österreichischen Polizeiorchester kommt aus Oberösterreich und überzeugt durch opulentes Spiel und seinen ambitionierten Kapellmeister Andreas Schwarzenlander. Orchester Das Landespolizeiorchester Oberösterreich ist ein sinfonisches Blasorchester, dessen Mitglieder Polizeibeamte sind. Sie verrichten an verschiedenen Dienststellen Exekutivdienst und kommen durchschnittlich einmal in der Woche zu einer Probe in Linz zusammen. Das Orchester tritt im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei sowohl bei dienstlichen als auch bei außerdienstlichen Anlässen in Oberösterreich selbst, aber auch in anderen Bundesländern und im Ausland auf und ist damit ein vielseitig einsetzbarer Imageträger der oberösterreichischen Polizei. Die vormalige Gendarmeriemusik Oberösterreich wurde am 4. Dezember 1951 offiziell mit Befehl des Landesgendarmeriekommandos für Oberösterreich gegründet. Seit Februar 1996 wird das Orchester von Andreas Schwarzenlander geleitet.

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Dirigent Andreas Schwarzenlander wurde 1965 in Vöcklabruck geboren. Im Oktober 1987 trat er in die Bundesgendarmerie ein. Von 1984 bis 1985 studierte Schwarzenlander am Bruckner-Konservatorium in Linz bei Prof. Kubizek. Um sich musikalisch weiterzubilden, besuchte er mehrere Dirigentenseminare und Meisterkurse für Dirigenten, unter anderem bei Alfred Reed, Jan Van der Roost, Nikolaus Harnoncourt und Daniel Barenboim. Vor dem Goldenen Dachl Julius Fučík Schneidig vor!, Marsch Josef Müller Jaskun Indulo, Ungarischer Marsch Johann Novotný 92er Regimentsmarsch (Aller Ehren) Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Ernst Urbach / Bearb.: Max Rhode Per Aspera ad Astra, Marsch Richard Wagner / Bearb.: Clark McAlister Rienzi, Ouvertüre Giuseppe Verdi / Bearb.: Frank Greiner Ballabili aus Macbeth Johann Strauß / Bearb.: Hans Kliment Wiener Bonbons Walzer Sergei Prokofjew / Bearb.: Paul Yoder Marsch Opus 99

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Antonín Dvořák / Bearb.: Vladimir Studnicka Slawischer Tanz Nr. 4 Franz von Suppé / Bearb.: Johann Kliment Leichte Kavallerie, Ouvertüre Dmitri Schostakowitsch / Bearb.: Robert Reynolds Volkstänze Emil Toft / Bearb.: Siegfried Rundel Ungarns Kinder Marsch Anton Bruckner / Bearb.: Johann Kieleithner Sinfonie Nr. 8 in c-Moll, Auszug aus dem Finale Zum Programm Schostakowitsch diente unter dem Druck des stalinistischen Terrors mit seiner Musik vielfach den politischen Zwecken der UdSSR. Nachdem er vom sowjetischen Komponistenverband dem Vorwurf eines von der kulturpolitischen Linie der Partei abweichenden Formalismus und einer bourgeoisen Haltung ausgesetzt worden war, befasste er sich zur Aufbesserung seines Rufes bei den Parteigranden und in Fortsetzung einer Tradition des 19. Jahrhunderts mit slawischer Nationalmusik. Die fröhlich-übermütigen „Volkstänze“ sind geprägt von überschwänglicher Freude: Verschiedene Melodien werden in einer fortlaufenden Linie aneinandergereiht und kombiniert – so entsteht ein Feuerwerk an Musikalität.

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Dienstag, 14. Juli, 20.00 Uhr Musikkapelle Patsch / Musikkapelle Ellbögen Erfolgreiche Kooperationen soll man nicht aufgeben, weshalb auch heuer ein Doppelkonzert der Nachbarkapellen des südöstlichen Mittelgebirges – Patsch und Ellbögen – angeboten wird. Dass das Programm, beginnend bei einem Stück eines französischen Revolutionskomponisten, in Idealform den Anforderungen der Innsbrucker Promenadenkonzerte entspricht, ergibt sich schon allein daraus, dass einer der Dirigenten, Alois Schöpf, der künstlerische Leiter der Konzertreihe und sein Kollege Werner Mayr einer der Tiroler Landeskapellmeister ist. Zur Geschichte der Orchester Die Gründung der Musikkapelle Patsch erfolgte 1819 mit zehn bis 15 „Schweglern“ und Trommlern (der „Schwegl“ ist eine historische Flöte), weitere Erwähnung in der Chronik finden 1853 ein Spiel beim Säkulumfest der Kirche mit 22 Musikanten unter Franz Troger sowie 1866 mehrere Ausrückungen beim Bau der Brennerbahn. Von 1902 bis 1939 erlebten die Patscher unter Johann Troger eine Blütezeit mit bis zu 40 Mitgliedern. Die Bundesmusikkapelle Ellbögen wurde 1846 von Nikolaus Knoll, einem Lehrer in St. Peter, gegründet. 1911 wurde die Kapelle mit der Wipptaler Tracht eingekleidet. 1954 wurde unter Peter Schaiter auf „Normalstimmung“ umgestimmt. In den 70er- und 80erJahren bestimmten Josef Eller und Willi Vogler die

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Geschicke des Vereins. Die Ellbögener Musikanten erleben derzeit einen beachtlichen Aufschwung und belegten bei mehreren Wertungsspielen in der Oberstufe erste Plätze. Seit 1991 leitet Dr. Werner Mayr die Kapelle. Unter ihm gelang 2001 der Einzug in das Finale des Großen Blasmusikpreises des ORF. Die Dirigenten Alois Schöpf, geboren 1950, absolvierte am Konservatorium in Innsbruck die Ausbildung zum Blasorchesterleiter, leitete 14 Jahre lang die Stadtmusikkapelle Innsbruck Saggen, die er bei Wertungsspielen bis in die höchste Leistungsklasse führte. Mit den Saggenern spielte er auch drei CDs ein, konzertierte bei Tourneen in Tschechien, Griechenland und Zypern und gründete 1994 die Innsbrucker Promenadenkonzerte. Danach leitete Schöpf drei Jahre lang die renommierte Postmusik Innsbruck und genießt inzwischen das musikalische Landleben als Kapellmeister in der Mittelgebirgsgemeinde Patsch. Aus seinem Erfahrungsschatz als Musiker heraus hat er nicht nur Librettos für Opern, sondern auch mehrere Musikerbücher wie etwa den Provinzklassiker Heimatzauber oder jüngst den „Essay mit Erinnerung“ Platzkonzert geschrieben. Werner Mayr ist Musikpädagoge und Erziehungswissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule Tirol, derzeit wirkt er dort als Vizerektor für Forschung. Mayr leitet seit 17 Jahren die Musikkapelle Ellbögen und ist langjähriger Leiter diverser Chöre. Im Landesverband der Tiroler Blasmusikkapellen fungiert er als Landeska-

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pellmeisterstellvertreter. Besonders intensiv beschäftigte sich Mayr mit Probenmethodik und der Didaktik der Musikerziehung. Beim Goldenen Dachl Karl Pilss Festmusik Nr. 1 (MK Patsch und Ellbögen) Johann Strauß Sperl Polka (MK Patsch) Julius Fučík Furchtlos und treu, Marsch (MK Ellbögen) Michael Haydn Coburger Marsch (MK Patsch und Ellbögen) Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg François-Joseph Gossec / Bearb.: Jan Molenaar Symphonie pour Musique Militaire Richard Strauss / Bearb.: Hans-Paul Breuer Königsmarsch Ludwig van Beethoven / Bearb.: Hermann Egner Wellingtons Sieg bei Vittoria 1813 Johann Schrammel / Bearb.: Hans Kliment Wien bleibt Wien, Marsch Franz von Suppé / Bearb.: Jaroslav Zeman Banditenstreiche, Ouvertüre Josef Strauß / Bearb.: Josef Pécsi Feuerfest Polka Anton Rosenkranz / Bearb.: Hans Kliment Mein Österreich, Charakterstück (Solist: Friedl Klingenschmid, Flügelhorn)

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Julius Fučík / Bearb.: Siegfried Rundel Die lustigen Dorfschmiede, Marsch Carl Michael Ziehrer / Bearb.: Walter Heyer Nachtschwärmer, Walzer Peter Kraiser Tiroler Landsturm, Marsch Zum Programm Anton Rosenkranz wurde 1827 in Prag geboren und erhielt am berühmten Prager Konservatorium, das zahlreiche Militärmusikkapellmeister ausbildete, seine Ausbildung. Mit 1. Oktober 1848 trat er in den Militärmusikdienst beim Steirischen Freiwilligen Jäger-Bataillon ein. 1878 wurde er Nachfolger Carl Michael Ziehrers beim damals in Wien stationierten IR 76. 1881 wurde das IR 76 nach Graz, 1882 schließlich nach Ödenburg verlegt, wo Rosenkranz 1888 verstarb. Eines seiner schönsten Werke ist Mein Österreich, in dem er bekannte Melodien aus dem alten Österreich zu einem Solo für Flügelhorn und Blasorchester verarbeitete, darunter Themen aus Oh du mein Österreich von Franz von Suppé, dem Donauwalzer von Johann Strauß und dem Walzer Loreley-Rhein-Klänge von Johann Strauß Vater. Spezifisch österreichisch sind in der Fantasie dabei nicht nur die musikalischen Ideen, sondern vor allem das Soloinstrument, das Flügelhorn, das unvergleichlich die gefühlige Innigkeit der alpinen Musizierpraxis erklingen lässt.

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Mittwoch, 15. Juli, 20.00 Uhr Speckbacher Stadtmusik Hall Tradition und Moderne auf hohem Niveau – dieser Idee hat sich auch die Speckbacher Stadtmusik Hall verschrieben. Das erfolgreiche Orchester zählt zu den Fixstartern der Innsbrucker Promenadenkonzerte. Im Gedenkjahr besonders zu betonen ist, dass Name und Tracht der Haller auf den Freiheitskämpfer Josef Speckbacher zurückgehen. Orchester 1826 ist als Gründungsjahr der Haller nachweisbar. Von 1875 bis 1910 gab es keine von der Stadt und ihrem Magistrat unterstützte Kapelle mehr. Die Neugründung erfolgte im Jahr 1911. Seit dieser Zeit trägt die Kapelle auch die typische Tracht. Unter den Kapellmeistern Theo Steiner (1945–1971) und Herbert Ebenbichler (1971–1994) entwickelten sich die Speckbacher zu einem profilierten Klangkörper. Dirigent Hermann Pallhuber, 1967 in Innsbruck geboren, absolvierte das Diplomstudium für Blasorchesterleitung und Instrumentation an der Musikhochschule NürnbergAugsburg und das Diplomstudium für Musikpädagogik bzw. Schulmusik am Mozarteum Salzburg in Innsbruck. Weiters nahm er Kompositionsunterricht bei Franco Cesarini und Richard Heller. Der vielseitige Musiker gründete 2003 das Sinfonische Blasorchester

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Innsbruck-Land. Seit 2007 ist Hermann Pallhuber Tiroler Landeskapellmeister. Beim Goldenen Dachl Karl Pichler Kaiser Franz Josef Marsch Gustav Mahr Hoch Tirol Marsch Josef Franz Wagner Schwert Österreichs Marsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Richard Strauss / Bearb.: Otto Hornek Feierlicher Einzug (Investiturmarsch) Gustav Holst First Suite in Es Felix Mendelssohn Bartholdy / Bearb.: John Boyd Ouvertüre für Harmoniemusik Amilcare Ponchielli / Bearb.: Emiliano Gusperti Milano, Gran Marcia Franz von Suppé / Bearb.: Johann Kliment O du mein Österreich, Marsch Joseph Haydn / Bearb.: Ernst Gruner St. Antonius Choral aus Divertimento in B Carl Michael Ziehrer / Bearb.: Johann Kliment Schönfeld Marsch Johann Strauß / Bearb.: Hans Hartwig Kaiserwalzer, op. 437 Josef Franz Wagner / Bearb.: Hans Weber Unter dem Doppeladler, Marsch

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Anlässlich des Gedenkjahres 2009 Karl Komzák / Bearb.: Hans Weber Andreas-Hofer-Marsch Josef Wetzinger Weißkunig, Fantasie für Blasorchester Friedrich Eichberger Anno Neun, Marsch Peter Kostner Reminiszenzen, Konzertwalzer Karl Mühlberger / Bearb.: Herbert Ebenbichler Speckbacher Marsch Zum Programm Die First Suite in Es wurde 1909 von Gustav Holst komponiert. Dieses revolutionäre Stück wurde eigens für Blasmusikorchester geschrieben, wobei sich Holst von der Tradition der bisher üblichen Programmmusikkompositionen für Blasmusikbesetzungen absetzen und mit einer neuen sinfonischen Instrumentation überzeugen wollte. Das Werk beginnt mit Chaconne, einer aus 16 Noten geformten Melodie, die im Bariton beginnt, den Weg durch das gesamte Orchester nimmt und in der Posaune als Umkehrung ertönt. Der 2. und 3. Satz basieren ebenfalls auf diesem Chaconne-Thema.

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Donnerstag, 16. Juli, 20.00 Uhr K. u. k. Postmusik Tirol Bereits vor Jahren war die Postmusik, damals noch als Postmusik Innsbruck, gerngesehener Gast bei den Innsbrucker Promenadenkonzerten. Die Entwicklung der uniformierten Kapelle, sich – einhergehend mit einer stetigen Leistungssteigerung – auf Musik der k. u. k.-Zeit zu spezialisieren, soll durch die Einladung in die Hofburg unterstützt werden. Orchester 1904 machte der Postkontrollor Johann An der Lan von Hochbrunn den Vorschlag, eine eigene Postkapelle zu gründen. Die Idee fand begeisterte Zustimmung, in drei Sitzungen wurde der Grundstein zur heutigen Postmusik gelegt. Bereits 1909 spielte die Postmusik zum Empfang von Kaiser Franz Josef in Innsbruck anlässlich der Kaiserfeier im Österreichischen Hof auf. Nicht nur wegen der Traditionsuniformen, sondern auch wegen ihres Könnens wurde die Postmusikkapelle Innsbruck immer wieder für besondere Anlässe angefordert. Unter Florian Pedarnig war die Postmusik eine der führenden Musikkapellen Tirols. Dirigent Stefan Laube wurde 1968 in Hall in Tirol geboren. Von 1985 bis 1993 studierte er am Tiroler Landeskonservatorium und absolvierte die staatliche Lehrbefähigungsprüfung und die Diplomprüfung im Fach Klarinette. Zudem absolvierte er Meisterkurse bei Alois Brandho-

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fer, Hans Deinzer, Sabine Meyer und Reiner Wehle. Der Mitbegründer der Holzbläserwoche Lienz ist seit mehreren Jahren Mitarbeiter im Tonstudio Sillton. Seit 2006 leitet Stefan Laube die K. u. k. Postmusik Tirol. Beim Goldenen Dachl Sepp Tanzer Mein Tirolerland Wilhelm August Jurek Deutschmeister Regimentsmarsch Johann Novotný 92er Regimentsmarsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Engelbert Anker Die Post Marsch Giuseppe Verdi / Bearb.: Stefan Laube Giovanna d’Arco, Ouvertüre Jean-Baptiste Arban / Bearb.: Stefan Laube Karneval von Venedig (Solist: Florian Partl, Trompete) Josef Strauß / Bearb.: Hans Kliment Frauenherz, Polka mazur Johann Strauß / Bearb.: Stefan Laube G’schichten aus dem Wienerwald, Walzer (Solist: Gerhard Scherbichler, Zither) Edward Elgar / Bearb.: Stefan Laube Pomp & Circumstance Nr. 1, Marsch Julius Fučík / Bearb.: Eduard Scherzer Traumideale Walzer Gaetano Fabiani / Bearb.: Siegfried Rundel Venezia Marsch

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Zdeněk Fibich / Bearb.: Gerhard Baumann Poème Eduard Strauß / Bearb.: Stefan Laube Ohne Bremse, Polka schnell Zum Programm Er stand und steht auch heute noch ein wenig im Schatten von Bedřich Smetana und Antonín Dvořák: der böhmische Komponist Zdeněk Fibich (1850– 1900). Zu Unrecht, denn mit seinem umfangreichen Œuvre hat der allzu früh verstorbene Musiker ebenfalls zur Begründung der tschechischen Nationalromantik beigetragen. Biografische Züge tragen die 376 Klavierstücke der Sammlungen Stimmungen, Eindrücke und Erinnerungen op. 41 aus den Jahren 1892–1898. Die vier Hefte waren immer wieder auch Materialquelle für andere Werke, so für die Miniatur Nr. 139 Lento, deren Melodie seit 1908 als Poème bekannt ist – eines der beliebtesten klassischen Kleinodien überhaupt.

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Freitag, 17. Juli, 20.00 Uhr Audi Bläserphilharmonie Als erstes echtes Werksorchester, das im Rahmen der Innsbrucker Promenadenkonzerte musiziert, stellt sich die Audi Bläserphilharmonie in der Hofburg vor. Das angesehene deutsche Blasorchester steht unter der Leitung von Christian Lombardi, der bereits als Musiker anderer Profikapellen in der Kaiserlichen Hofburg musiziert hat und vom Ambiente in Innsbruck begeistert war. Orchester Im Jahr 1962 schlossen sich musikbegeisterte Mitarbeiter von Audi mit Unterstützung der Unternehmensleitung zu einem Klangkörper zusammen. Anlässlich der Wiederkehr des Gründungstags präsentierte das Ensemble im Oktober 2007 erstmals ein Gemeinschaftskonzert mit dem SAP Sinfonie-Orchester. Die Audi Bläserphilharmonie besteht aus 58 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Audi AG, die aus den unterschiedlichsten Bereichen des Unternehmens kommen. Das Orchester gibt jedes Jahr eigene Konzerte in Ingolstadt und ist ständiger Gast bei den Audi Sommerkonzerten. Darüber hinaus prägen Gastspiele in zahlreichen deutschen Städten sowie mehrere Konzertreisen ins Ausland die mittlerweile über vier Jahrzehnte währende Geschichte des Klangkörpers. Am 6. April 2008 war die Audi Bläserphilharmonie zu Gast beim Musikfestival Heidelberger Frühling.

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Dirigent Christian Lombardi, seit 2006 künstlerischer Leiter der Audi Bläserphilharmonie, ist der vierte Chefdirigent in der Geschichte des Klangkörpers. Er begann seine Laufbahn als Oboist in verschiedenen Orchestern von München bis Kapstadt. Von 1982 bis 1985 absolvierte er sein Dirigierstudium am Richard Strauss Konservatorium bei Prof. Dr. Guenther von Noé. 1992 wechselte er ans Dirigentenpult und leitete die Musikvereine Dörzbach und Ottbergen. Es folgten Meisterkurse u. a. bei Prof. Salvador Mas Conde und Jörg Bierhance, Prof. Leif Segerstam (Helsinki) und Bernard Haitink. Seit April 2002 ist Christian Lombardi auch stellvertretender Dirigent des Bundespolizei-Orchesters München. Alfred Reed The Hounds of Spring Johan Halvorsen / Bearb.: Frederick Fennel Einzugsmarsch der Bojaren Johann Strauß / Bearb.: Otto Wagner Eine Nacht in Venedig, Ouvertüre Edvard Grieg / Bearb.: Otto Zurmühle Peer Gynt Suite Nr. 1: Morgenstimmung, Åses Tod, Anitras Tanz, In der Halle des Bergkönigs Albert W. Kètelbey / Bearb.: Ernst Schmidt-Köthen Auf einem persischen Markt, Charakterstück Johann Strauß / Bearb.: Friedrich Weingärtner Rosen aus dem Süden, Walzer Antonín Dvořák / Bearb.: Mark Hindsley 9. Sinfonie – Aus der neuen Welt, Finale

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Zum Programm Der Einzugsmarsch der Bojaren entstand vor hundert Jahren und hieß im Original Bojarenes inntogsmarsj. Der Begriff „Bojar“ bezeichnet russische Aristokraten, gilt aber auch für die privilegierte Klasse in Rumänien. Der norwegische Komponist Johan Halvorsen lebte von 1864 bis 1935. Er wurde vor allem bekannt durch seine Norwegische Rhapsodie. Der Einzugsmarsch ist ein Teil einer Suite, die Halvorsen als Bühnenmusik für das Theaterstück Königin Tamara komponierte. Der Einfluss von Edvard Grieg, dem Onkel seiner Ehefrau, ist deutlich zu merken. Es war gerade das Arrangement für Klavier von Grieg, das diesen Marsch sehr beliebt gemacht hat. Der Einzugsmarsch der Bojaren ist einer der schönsten festlichen Märsche, der im Repertoire vieler Sinfonie- und Blasorchester einen festen Platz gefunden hat.

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Samstag, 18. Juli, 20.00 Uhr Rundfunk Blasorchester Leipzig Mit dem RBO Leipzig besucht eines der besten professionellen Blasorchester Europas Innsbruck zum wiederholten Mal. Unter der umsichtigen Leitung des Dirigenten Jan Cober begeisterten die Sachsen das Publikum immer wieder mit ihren Programmen. Heuer, unter der Leitung von Stefan Diederich, setzt der Klangkörper mit einer „Italienischen Reise“ sicherlich wiederum einen interessanten Höhepunkt. Orchester Gegründet 1950, war das Ensemble 41 Jahre für den Sender Leipzig tätig. In dieser Zeit erlangte das RBO überregionale Bekanntheit durch unzählige Rundfunkund Fernsehauftritte. Nach Trennung des RBO vom Rundfunksender, blieb der – im wahrsten Sinne des Wortes – klangvolle Name weiter bestehen. Heute präsentiert sich das Rundfunk Blasorchester Leipzig als klingender Botschafter, der die lebendige Kultur der Landkreise Leipziger Land, Muldentalkreis, Delitzsch und Torgau-Oschatz überregional repräsentiert. Dirigent Stefan Diederich, geboren in Schwerin, studierte von 1994 bis 1999 Orchesterdirigieren und Klavier an der Hochschule für Musik in Dresden. Er wirkte als Gastdirigent bei diversen Orchestern und Opernhäusern. Seit der Saison 2004/05 ist Diederich als Kapellmeister an der Musikalischen Komödie tätig, wo er etwa die

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Uraufführung des Musicals Heidi, die Hochzeitsnacht im Paradies, Hair (im Opernhaus), Dancing Movies, Kiss me, Kate sowie die Broadway-Revue Show Biz einstudierte. Mit der Spielzeit 2007/08 wurde er Chefdirigent und Musikalischer Oberleiter der Musikalischen Komödie mit Aufführungen wie Peter und der Wolf, Hello, Dolly! und dem Doppelabend Alice im Wunderland. Gesang Simone Ditt, Sopran, ist Absolventin der Dresdner Musikhochschule. Besonders gelobt wurde von der Kritik unlängst ihr in allen Lagen strahlender Sopran. Tommaso Randazzo, Tenor, sang bereits in Ulm, Bonn und Halle. Gastspiele führten ihn an die Mailänder Scala sowie an die Opernhäuser in Rom, Bologna, Stuttgart, Mannheim, Kassel und Triest. An der Bayerischen Staatsoper singt Tommaso Randazzo die Partien des Herold aus Don Carlos und Specht und Hahn in Das schlaue Füchslein. Gioacchino Rossini Ouvertüre zur Oper Semiramis Giovanni Gabrieli / Bearb.: R. P. Block Sacrae Symphoniae Nr. 11 Gaetano Donizetti Sinfonia Giacomo Puccini / Bearb.: Jos van de Braak Vissi d’Arte aus Tosca Giacomo Puccini / Bearb.: Jacques Dubois E lucevan le stelle aus Tosca Pietro Mascagni Intermezzo aus Cavalleria Rusticana

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Giuseppe Verdi / Bearb.: Siegfried Bethmann Oh wie so trügerisch aus Rigoletto Luigi Arditi / Bearb.: Otto Wagner Il Bacio (Kusswalzer) Pjotr I. Tschaikowski / Bearb.: Piet Stalmeier Capriccio Italien Op. 45 Giacomo Puccini Ausschnitte aus der Oper La Bohème Zum Programm Giovanni Gabrieli, venezianischer Komponist (1553/ 1557–1612) und Neffe von Andrea Gabrieli, wurde 1585 Organist am Dom von San Marco. Gabrieli schrieb nach dem Vorbild seines Onkels Andrea, veranlasst durch die in der Kirche San Marco einander gegenüberliegenden großen Orgeln, für getrennt aufgestellten Doppel- oder Tripelchor (coro spezzato). Die Mehrchörigkeit wurde bis zum Einsatz von vier Chören und fünf Instrumentalgruppen gesteigert. Herausragend war Gabrieli als Sonatenkomponist für Instrumentalensemble (canzon da sonar). Gabrieli war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert und als einflussreichster Vertreter der venezianischen Schule einer der Schöpfer des musikalischen Barockstils. Er hat auf die geistliche Musik Deutschlands im 17. Jahrhundert stärkste Wirkung ausgeübt und war Lehrer von Heinrich Schütz. In seinem Werk befinden sich u. a. auch mehrere Sacrae Symphoniae für sechs bis 19 (!) Stimmen.

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Sonntag, 19. Juli, 10.00 Uhr Blasmusik St. Marein bei Neumarkt Diese Kapelle hat sich auf Anraten eines ehemaligen Musikanten, des derzeitigen Nordpark-Geschäftsführers Thomas Schroll, bei den Promenadenkonzerten beworben und mit einer Reihe sehr guter Demo-Aufnahmen überzeugt. Das Publikum darf sich auf eine ansprechende Darbietung des steirischen TraditionsKlangkörpers freuen, der in einer Matinee sein Können zeigen wird. Orchester Im Jahre 1963 haben sich beherzte und kulturbeflissene Männer – an der Spitze der damalige Bürgermeister Karl Köck – zusammengetan, um den Musikverein St. Marein ins Leben zu rufen; dies aus dem Bedürfnis heraus, der Bevölkerung für kirchliche und öffentliche Anlässe zur Verfügung zu stehen. Der Musikverein begann mit bescheidenen Mitteln an Instrumenten und Probemöglichkeiten mit einer Besetzung von 24 Mann. Heute zählt der Verein an die 70 aktive Musiker, knapp die Hälfte davon Frauen. Dirigent Werner Kainz wurde 1963 in Waidhofen an der Thaya (Niederösterreich) geboren. Ab 1973 erhielt er Trompetenunterricht an der örtlichen Städtischen Musikschule, im Jahre 1978 erlangte er auf diesem Instrument das Goldene Jungmusikerleistungsabzeichen. Zwischen 1979 und 1982 war Kainz Kapellmeister der Jugendka-

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pelle der Stadt Waidhofen/Thaya und Musiklehrer an der örtlichen Musikschule. 1980 absolvierte er die Musiklehrerprüfung für Trompete des niederösterreichischen Musikschulwerkes und die Kapellmeisterprüfung des niederösterreichischen Blasmusikverbandes. Seinen Präsenzdienst leistete er bei der Gardemusik Wien ab. Seit Juli 1982 arbeitet Werner Kainz als Kapellmeister der Blasmusik St. Marein bei Neumarkt, wo er auch hauptberuflich im Gemeindeamt tätig ist. Percy Aldridge Grainger Irish Tune from County Derry Richard Strauss / Bearb.: Hans-Paul Breuer Königsmarsch Franz von Suppé / Bearb.: Max Hempel Banditenstreiche, Ouvertüre Alfred Janauschek / Bearb.: Franz Thomasser In der schönen grünen Steiermark, Walzer Hans-Christian Lumbye / Bearb.: Gerhard Baumann Champagner-Galopp Anonym / Bearb.: Friedrich Deisenroth Marsch der Finnischen Reiterei Joseph Hellmesberger / Bearb.: Otto Wagner Teufelstanz Vittorio Monti / Bearb.: Willy Hautvast Czárdás Peter Graham Gaelforce Sepp Tanzer Raketenflug, Marsch

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Zum Programm Der Marsch der finnischen Reiterei geht auf die Hakkapeliitten (von finn.: hakkaa päälle – hau drauf!) zurück. „Hakkapeliitta“ war während des Dreißigjährigen Krieges ein volkstümlicher Name für die berittenen finnischen Söldner, die in Deutschland für Schweden kämpften. Ihr berühmtester Oberbefehlshaber war Torsten Stålhandske. Hakkapeliitten gab es aber über den Dreißigjährigen Krieg hinaus; sie nahmen an allen schwedischen Kriegen des 17. Jahrhunderts teil. Im Jahre 1891 wurde der traditionelle Marsch der Hakkapeliitten, dessen Komponist unbekannt ist, als Marsch der Finnischen Reiterei (im Dreißigjährigen Kriege) oder Schwedischer Reitermarsch von der preußischen Armee in das Marschrepertoire aufgenommen. Seither ist er in Deutschland ein beliebter Reitermarsch geblieben.

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Sonntag, 19. Juli, 20.00 Uhr Städtisches Sinfonieorchester Wels Schon vor zwei Jahren wäre das SSO Wels zu den Promenadenkonzerten eingeladen gewesen, musste aber damals aufgrund einer Erkrankung seines Dirigenten, Bundeskapellmeister Walter Rescheneder, absagen. Heuer aber wird das auch bei den Welser Wagner-Festspielen engagierte Streichorchester das Publikum in Innsbruck vorwiegend mit Wiener Musik erfreuen. Orchester Das Städtische Sinfonieorchester Wels wurde 1948 gegründet. Seit 1971 ist Walter Rescheneder musikalischer Leiter. In dieser langen Zeit entwickelte er immer wieder neue Ideen, die Musik in all ihren Facetten nicht nur den erwachsenen Zuhörern, sondern vor allem auch den Kindern, z. B. in der Reihe „Konzert für Groß und Klein“, näherzubringen. Die jährlichen Silvesterkonzerte und die Präsentation von Werken Welser Komponisten wurden von ihm initiiert. Neben der klassischen Musik widmet das Orchester sich auch der intensiven Pflege der Operettenmusik und des Musicals. Dirigent Walter Rescheneder, 1948 in Linz geboren, erlangte die Künstlerische Reife im Fach Klarinette und Dirigieren am Bruckner Konservatorium Linz sowie an der Hochschule Mozarteum Salzburg. 1979 bis 1997 war Rescheneder Direktor der Landesmusikschule Wels, seit

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März 2001 ist er Landesmusikdirektor von Oberösterreich. Seit 1991 ist der erfahrene Dirigent Landeskapellmeister des Oberösterreichischen Blasmusikverbandes, seit 2004 auch Bundeskapellmeister des Österreichischen Blasmusikverbandes. Weiters wirkt Rescheneder als Blasmusikreferent im ORF Oberösterreich, wo er die Blasmusik-Sendungen Klingendes Oberösterreich und Musikanten, spielt’s auf gestaltet und moderiert. Felix Mendelssohn Bartholdy Ein Sommernachtstraum Wolfgang Amadeus Mozart Die Hochzeit des Figaro, Ouvertüre Joseph Haydn Andante aus der Sinfonie Nr. 94 (Sinfonie mit dem Paukenschlag) Johann Strauß Accelerationen Walzer Johann Strauß Eine Nacht in Venedig, Ouvertüre Julius Fučík Der alte Brummbär, Humoreske (Solist: Michael Hinterreiter, Fagott) Johann Strauß Leichtes Blut, Polka schnell Johann und Josef Strauß Pizzicato Polka Johann Strauß Banditen Galopp

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Francois Borne Fantasie aus der Oper Carmen (Solistin: Julia Habenschuss, Flöte) Johann Strauß An der schönen blauen Donau, Walzer Zum Programm Der k. u. k. Militärkapellmeister Julius Fučík (1872– 1916) studierte Fagott, Schlagzeug und Violine und später Komposition beim berühmten Antonín Dvořák. Bereits in den 1890er-Jahren komponierte er vorwiegend Stücke für zwei Klarinetten und Fagott, das Instrument, dem er zeitlebens am meisten verbunden blieb. Diese Liebe spiegelt sich am deutlichsten in dem 1910 komponierten polkaähnlichen Stück Der alte Brummbär wider, einer Humoreske, in der sich Fagott und Orchester vice versa Rede und Antwort stehen. Das Fagott übernimmt hierbei gekonnt die Rolle des „brummligen Bären“, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

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Montag, 20. Juli, 20.00 Uhr Luftwaffenmusikkorps 1 München Dass deutsche Militärmusikkapellen in der Hofburg spielen, gehört bereits zur Tradition. Bereits zum zweiten Mal besucht auch das Luftwaffenmusikkorps 1 Innsbruck, nicht zuletzt aufgrund des Wunsches von Dirigent Hans Orterer – der zu den „Großen“ der deutschen Militärmusik zählt –, vor seiner Pensionierung noch einmal in Innsbruck auftreten zu dürfen. Orchester Das Luftwaffenmusikkorps 1 ist eines von 18 Musikkorps der Bundeswehr. Die 18 Klangkörper verteilen sich auf Heer, Luftwaffe und Marine. Das heutige Luftwaffenmusikkorps 1 wurde aus Teilen des heutigen Luftwaffenmusikkorps 2 im Jahre 1958 in Karlsruhe aufgestellt und im März 1959 nach Neubiberg, einer Gemeinde am südlichen Stadtrand von München, verlegt, wo es heute noch seine Heimat hat. Dirigent Oberstleutnant Hans Orterer, Jahrgang 1948, stammt aus dem oberbayrischen Jachenau. Er begann seine musikalische Laufbahn bei den weltberühmten Regensburger Domspatzen, an deren Gymnasium er 1967 das Abitur ablegte. Bevor ihm im Juli 1996 die Leitung des Luftwaffenmusikkorps 1 übertragen wurde, war er Chef bei Musikkorps in Hamburg, Regensburg, Gießen und Münster. Oberstleutnant Orterer ist Träger u. a. des Bundesverdienstkreuzes und der Bundesverdienstme-

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daille und der älteste aktive Soldat der deutschen Militärmusik. Beim Goldenen Dachl Friedrich Zikoff Deutscher Kaiser Marsch Josef Franz Wagner Unter dem Doppeladler, Marsch Andreas Hager Von der Tann Marsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Andreas Leonhardt / Bearb.: Theodor Grawert, Friedrich Deisenroth Alexandermarsch Antonín Dvořák / Bearb.: Vladimir Studnicka Slawischer Tanz Nr. 4 Giacomo Meyerbeer / Bearb.: Walter Tuschla Krönungsmarsch aus der Oper Der Prophet Johann Strauß / Bearb.: Thomas Greiner Im Krapfenwaldl, Polka française Franz von Suppé / Bearb.: Max Hempel Dichter und Bauer, Ouvertüre Johann Strauß / Bearb.: Herbert Malzer Leichtes Blut, Polka schnell Josef Strauß / Bearb.: Herbert Malzer Sphärenklänge, Walzer Carl Michael Ziehrer / Bearb.: Siegfried Rundel Loslassen!, Polka Léo Delibes / Bearb.: Heinz Bröcker Cortège de Bacchus aus dem Ballett Sylvia

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Carl Latann / Bearb.: Hermann Schmidt, Friedrich Deisenroth Frei weg!, Marsch Julius Fučík / Bearb.: Bruno Hartmann Marinarella, Ouvertüre Johann Strauß / Bearb.: Karel Belohoubek Russischer Marsch Zum Programm Sylvia, eigentlich Sylvia ou La Nymphe de Diane, wurde 1876 von Léo Delibes (1836–1891) komponiert. Es handelt sich um ein klassisches abendfüllendes Ballettstück in drei Akten. Die Handlung basiert auf Torquato Tassos Gedicht Aminta von 1573. Die Choreografie der Uraufführung stammt von Louis Alexandre Mérante und war ihrer Zeit weit voraus. Sie galt als revolutionär, da die Ballerinen als maskuline Jägerinnen auftraten – ungewöhnlich zu dieser Zeit. Cortège de Bacchus ist das zweite Stück im dritten Akt des Balletts. Das aus dem Spanischen stammende Wort „Cortège“ beschreibt einen Umzug, häufig auch einen Trauerumzug.

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Dienstag, 21. Juli, 20.00 Uhr Pannonisches Blasorchester Die Freunde aus dem Burgenland warten unter ihrem aus Osttirol stammenden Kapellmeister Peter Forcher immer mit sehr ansprechenden Programmen auf und haben es sich heuer zum Ziel gesetzt, mit einem „Ungarischen Abend“ das Flair der Puszta nach Innsbruck zu bringen. Orchester Das Pannonische Blasorchester (PBO) wurde im Herbst 1990 von Bernhard Habla und Peter Forcher gegründet und vereinigt Berufs- und teilweise auch Amateurmusiker, die das gemeinsame Interesse an konzertanter Musik für Blasorchester und an Projekten der Avantgarde für Bläser zusammenführt. Der Name des Orchesters bezieht sich auf die ursprünglich römische Provinz Pannonia, die das Gebiet des heutigen Burgenlandes sowie Westungarns umfasste. Der größte Teil der MusikerInnen lebt und wirkt in diesem Gebiet sowie in der angrenzenden Steiermark. Die Tätigkeit des Orchesters umfasst Konzerte mit zahlreichen Uraufführungen und Projekten in Österreich, Deutschland, Frankreich, Ungarn und Italien. Dirigent Peter Forcher studierte Klarinette in Innsbruck und Oberschützen. Seit 1982 wirkt Forcher als Musiklehrer an der Musikschule Birkfeld, seit 1989 ist er auch Lehrbeauftragter an der Kunstuniversität Graz, Institut

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Oberschützen. Das Pannonische Blasorchester leitet er seit 1990 als Chef-Dirigent. Joseph Haydn / Bearb.: Mark Hindsley Sinfonie Nr. 100: Allegretto, Menuetto Moderato, Presto Johannes Brahms / Bearb.: Josef Pecsi Ungarischer Tanz Nr. 5 Franz Liszt / Bearb.: A. Molenschot Ungarische Rhapsodie Nr. 2 Hector Berlioz / Bearb.: Yo Gotoh Ungarischer Marsch Ferenc Erkel / Bearb.: Franz Toth Festliche Ouvertüre Emmerich Kálmán / Bearb.: Cornelius M. Mellema Selectie Malma aus Die Czardas-Fürstin Ferenc Erkel Hunyadi Indulo Marsch Johann Strauß / Bearb.: Armin Suppan Czardas aus der Operette Ritter Pasman Johann Strauß / Bearb.: Johann Österreicher Eljen a Magyar Anton Hoffmann Magyar Orszag Zum Programm Gleich zwei Werke des großen ungarischen, im deutschsprachigen Raum kaum bekannten Komponisten Ferenc Erkel werden vom PBO geboten. Erkel stammte aus einer donauschwäbischen Familie. Sein Vater war der Kantorlehrer Joseph Erkel. Ferenc Erkel (geboren 1810 in Gyula, gestorben 1893 in Budapest)

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begann seine musikalische Laufbahn als Kapellmeister in Kolozsvár, dem siebenbürgischen Klausenburg. Ab 1837 findet man ihn am Nationaltheater in Budapest. Als Direktor der Landesmusikakademie wirkte er von 1875 bis 1886. Gleichzeitig leitete er eine Klavierausbildungsklasse. Im Jahre 1853 begründete Erkel die Philharmonischen Konzerte in Budapest. Bis zu seinem Tode spielte er eine maßgebliche Rolle bei der Musikentwicklung in der Hauptstadt. Zur Eröffnung der Staatsoper leitete Erkel das Eröffnungskonzert. Er gilt als Begründer der ungarischen Nationaloper. Von seinen insgesamt neun Opern werden heute noch Hunyadi László (1844) und Bánk Bán (1861), die ihre Stoffe der ungarischen Geschichte entlehnen, gespielt. Die „Große Oper“ eines Meyerbeer und des späten Rossini nahm er sich stilistisch zum Vorbild. Im Jahre 1844 komponierte Ferenc Erkel die ungarische Nationalhymne.

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Mittwoch, 22. Juli, 20.00 Uhr Militärmusik Kärnten Ein immer gerngesehener Gast ist auch die Militärmusik Kärnten, deren Bemühen um authentisches Musizieren innerhalb einer breiten Palette von musikalischen Epochen beeindruckend ist. Die Kapelle gilt auch als führend im Bereich der musikalischen Ausbildung und stellt sich regelmäßig für hochkarätige Kapellmeisterseminare zur Verfügung. Orchester Die Militärmusik Kärnten ist 1956 aus Musikern der Gendarmerieschule Kärnten II in Spittal an der Drau hervorgegangen. Einer der ersten Kapellmeister war Rudolf Kummerer – der Komponist des Kaiserschützen Marsches und des Gendarmerie Marsches. Während in den achtziger und neunziger Jahren mit zirka 60 Musikern musiziert werden konnte, sieht die Heeresreform 2010 nunmehr lediglich 47 Musiker für Österreichs Militärkapellen vor. Dirigent Militärkapellmeister Oberst Professor Mag. Sigismund Seidl, Jahrgang 1950, studierte in Graz, Salzburg und Wien Dirigieren und bei Sergiu Celibidache in München Phänomenologie der Musik. Von 1978 bis 1980 war er Leiter der Militärmusik Niederösterreich und seit 1980 wirkt er als Kapellmeister der Militärmusik Kärnten. 1980 bis 1992 war Seidl Landeskapellmeister, 2001 bis 2004 Bundeskapellmeister des Österreichischen

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Blasmusikverbandes. Seit 1992 ist Sigismund Seidl Vorsitzender des Kärntner Musikschulausschusses, 2002 wurde ihm der Titel Professor verliehen. Beim Goldenen Dachl Anton Friedrich Khevenhüller Regimentsmarsch Karl Safaric Kärntner Landsmannschafts-Marsch Anton Seifert Kärntner Liedermarsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Marc-Antoine Charpentier / Bearb.: Edmund Löffler Präludium Louis G. Ganne / Bearb.: Gösling Marsch Lorraine Jacques Offenbach / Bearb.: Lawrence Odom Die Tochter des Tambourmajors, Ouvertüre Jacques Offenbach / Bearb.: Walter Heyer Brasilianer Galopp aus der Operette Pariser Leben Camille Saint-Saëns Orient et Occident, Marsch Ida Gotkovsky Poéme du feu: Maestoso, Prestissimo Camille Saint-Saëns / Bearb.: Geoffrey Brand Karneval der Tiere Émile Waldteufel / Bearb.: Anton Sollfelner Herbstweisen Walzer Emanuel Chabrier / Bearb.: Robert Clerisse España, Rhapsodie

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Zum Programm Eine der großen Komponistinnen der Gegenwart ist die Französin Ida Gotkovsky, geboren 1933. Als Tochter des Violinisten Jacques Gotkovsky studierte sie am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris. Ihre Kompositionen werden auf der ganzen Welt aufgeführt, insbesondere in den Vereinigten Staaten, Japan, Korea, Australien und Russland. Gotkovsky war Schülerin der berühmten Nadja Boulanger in Paris und schuf seit Ende der 1970er-Jahre auch 19 moderne Bläserwerke, darunter das 1978 erschienene Poéme du feu für Harmonieorchester, bestehend aus zwei Sätzen: Maestoso und Prestissimo.

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Donnerstag, 23. Juli, 20.00 Uhr Stadtmusik Zürich Die Promenadenkonzerte haben sich in den vergangenen Jahren vermehrt den westlichen Nachbarn zugewendet. So sollen Musikkapellen aus der Schweiz in Hinkunft regelmäßig an der Konzertreihe mitwirken. Die Stadtmusik Zürich ist eines der bedeutenden Schweizer Blasorchester und steht unter der Leitung des bekannten Dirigenten und Musikredakteurs Kurt Brogli. Orchester Die Gründung der heutigen Stadtmusik Zürich geht auf das Jahr 1846 zurück. Es entwickelten sich zwei Blasmusikkorps, die sich ab 1876 „Stadtmusik Zürich“ und „Zürcher Stadtmusik Concordia“ nannten, bis sie sich 1917 nach rund 70 getrennten Jahren zur heutigen großen Stadtmusik Zürich vereinigten. Bei Konzerten und regulären Auftritten tragen die rund 80 Musiker eine diskret-elegante marineblaue Uniform, während bei hochoffiziellen Anlässen und im Ausland oft die prächtige, originalgetreue historische Uniform der „Musicanten des Militairs des Cantons Zürich, Ordonnanz 1818– 1837“ zum Zuge kommt. Dirigent Kurt Brogli wurde 1951 in Aarau geboren. Schon bald war er als musikalischer Zehnkämpfer bekannt. Kein Musikstil war vor ihm sicher, sei es Klassik, Jazz, Chor-, Volks- oder Tanzmusik. Bald leitete er so unterschiedli-

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che Formationen wie den Orchesterverein Entfelden, die Aargauer Troubadours oder das Swiss Brass Ensemble. Seine Karriere als Blasmusikfachmann begann mit der Wahl zum Dirigenten der Feldmusik Luzern 1977 und der Swissair-Musik 1978. Neben der SwissairMusik (neu: Swiss Band) ist Brogli seit 1984 auch Chefdirigent der Stadtmusik Zürich. Hauptberuflich arbeitet Kurt Brogli beim Schweizer Radio DRS1 im Studio Zürich. Seit 1983 hat er dort die verschiedensten Funktionen ausgeübt – vom Musikredakteur und Programmgestalter über Musikproduzent bis hin zum Moderator. Franz Lehár / Bearb.: Siegfried Rundel Jetzt geht’s los, Marsch Franz von Suppé / Bearb.: Gerhard Baumann Die Schöne Galathée, Ouvertüre Franz von Suppé / Bearb.: Siegfried Rundel Boccaccio Marsch Carl Michael Ziehrer / Bearb.: Otto Wagner Hereinspaziert, Walzer Julius Fučík / Bearb.: Frederick Fennell Florentiner Marsch Franco Cesarini Harlequin Igo Hofstetter / Bearb.: Josef Hartl Roulette der Herzen, Zwischenaktmusik Rudolf Herzer Hoch Heidecksburg Marsch Ralph Benatzky / Bearb.: Willi Löffler Im weißen Rössl, Potpourri

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Johann Strauß / Bearb.: Kurt Gäble Mein Herr Marquis aus Die Fledermaus Johann Strauß / Bearb.: Kurt Gäble Im Feuerstrom der Reben aus Die Fledermaus Fred Raymond / Bearb.: Marcel Saurer Maske in Blau, Potpourri Zum Programm Igo Hofstetter (*1926 in Linz; † 2002) war ein österreichischer Operettenkomponist. Hofstetter studierte am Brucknerkonservatorium in Linz unter Prof. Fritz Heinrich Klein, bei dem er 1956 die Reifeprüfung im Fach Komposition ablegte. Er lehrte bis zum Jahre 1986 als Musikprofessor am Bundesgymnasium Linz. Bekannt wurde er vor allem durch seine Operetten Roulette der Herzen und Schach dem Boss sowie durch Märsche wie Mein Linz. Seine Musik zeichnet sich durch markante Rhythmen aus. Die Blasorchesterfassung der Zwischenaktmusik seiner Operette Roulette der Herzen aus dem Jahr 1963 war im Studienjahr 1995/96 eines der Pflichtstücke der Leistungsstufe C des oberösterreichischen Blasmusikverbands.

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Freitag, 24. Juli, 20.00 Uhr Musikkapelle Villnöß Dass Musikkapellen sowohl im Bereich der Musik in Bewegung als auch im Bereich der konzertanten Musik Spitzenleistungen vollbringen können, ist keineswegs selbstverständlich. Eine Kapelle, auf die das jedenfalls zutrifft, ist die Musikkapelle Villnöß, die ebenfalls bereits zu den Stammgästen der Innsbrucker Promenadenkonzerte gehört. Orchester Nach einer Eintragung im Villnösser Pfarrarchiv wirkte bei der am 21. September 1801 erfolgten Einweihung der neuen Pfarrkirche von St. Peter Villnöß eine kleine Bläsergruppe mit. Hinweise auf einen Weiterbestand ergeben sich aus verschiedenen weiteren Eintragungen wie „Ankauf von Instrumenten“ oder „Empfang des Bischofs“. Durch konsequente Jugendarbeit und Probentätigkeit unter der Führung des heutigen Kapellmeisters Toni Profanter erlebte der Klangkörper in den 80er-Jahren einen neuen Aufschwung. Der bisherige Höhepunkt in der Geschichte des Musikvereins war die erfolgreiche Teilnahme am 4. Österreichischen BundesBlasmusik-Wettbewerb im September 1999 in Feldkirchen (Kärnten). Dirigent Toni Profanter wurde am 24. Juli 1954 in Villnöß geboren und ist Landesstabführer des Verbandes Südtiroler Musikkapellen und seit dem Jahre 1980 Kapellmeister

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der Musikkapelle Villnöß. Nach der Ausbildung zum Kapellmeister im Jahre 1976 leitete er verschiedene Musikkapellen im Raum Eisacktal. Zwischen 1989 und dem Jahre 2000 war er Bezirkskapellmeister von Brixen. Er arbeitet seit 1983 beim Verband Südtiroler Musikkapellen mit und ist seit 1996 Verantwortlicher für die „Musik in Bewegung“. Beim Goldenen Dachl Sepp Thaler Mein Heimatland, Marsch mit Gesang Sepp Tanzer Mein Tirolerland, Marsch mit Gesang Sepp Tanzer Standschützenmarsch, mit Gesang Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Gottfried Veit Festliche Fanfaren für 4 Blechbläserchöre Franz von Suppé / Bearb.: Max Villinger Die schöne Galathee, Ouvertüre Carl Maria von Weber / Bearb.: Robert Brunnlechner Andante und Rondo Ungarese James Barnes Symphonic Ouverture Ernst Uebel / Bearb.: Siegfried Rundel Jubelklänge Marsch Gioacchino Rossini / Bearb.: Erik Jonghmans Wilhelm Tell, Ouvertüre Franz Lehár / Bearb.: Bruno Hartmann Gold und Silber Walzer

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Carl Teike / Bearb.: Siegfried Rundel Alte Kameraden Marsch Zum Programm Carl Maria von Weber (1786–1826) hat Andante und Rondo Ungarese gleich für zwei Soloinstrumente komponiert: Die Originalfassung in c-Moll entstand 1809 für die Alt-Viola und war seinem Bruder Fritz von Weber gewidmet. Im Jahre 1813 arbeitete von Weber das Werk für Georg Friedrich Brand um, sodass nun das Fagott zum Soloinstrument und das Orchester um zwei Trompeten und zwei Pauken erweitert wurde. Der verdienstvolle Weber-Forscher Friedrich Wilhelm Jähns entdeckte die Partitur des ursprünglichen BratschenKonzerts bei dem Berliner Kapellmeister Semler, der sie von seinem Vater, dem berühmten Bratschisten Franz Xaver Semler, geerbt hatte.

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Samstag, 25. Juli, 20.00 Uhr Stadtkapelle Wertingen Einem ungeschriebenen Gesetz der Promenadenkonzerte zufolge bekommt eine Kapelle, deren Auftritt in der Hofburg verregnet wurde, eine „zweite Chance“. Dieser „Wetter-Paragraf“ findet heuer u. a. bei der Stadtkapelle Wertingen Anwendung. Das Orchester hat bereits mehrmals den Deutschen Orchesterwettbewerb gewonnen und ist eines der führenden Blasorchester Bayerns. Orchester Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadtkapelle Wertingen im Jahre 1772. Durch die Ereignisse einer turbulenten Geschichte erfolgte mehrfach die Auflösung und Neugründung des Orchesters. Die letzte dieser Neugründungen fand am 22. Oktober 1962 unter der Bezeichnung „Stadtkapelle Wertingen e. V.“ mit dem Eintrag in das Vereinsregister statt. Neben der Erfüllung von Pflichten im rein funktionalen Bereich (Feiern und Festen weltlicher und kirchlicher Art) wurden stets hochgesteckte Ziele durch die Hinwendung zur Kunstmusik verfolgt und zielstrebig umgesetzt. Dirigent Stadtmusikdirektor Manfred-Andreas Lipp ist Leiter der Musikschule Wertingen. Er ist zugleich Dirigent der Bläserphilharmonie, der Big Band, der Harmoniemusik und musikalischer Leiter des Gesamtvereins und hier verantwortlich für die Gesamtentwicklung innerhalb

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aller musikalischen Gruppen. Er ist Dozent an der Bundesakademie für Musikalische Jugendbildung in Trossingen, Wertungsrichter und Juror, Autor und Rezensent für die Fachpresse sowie freier Mitarbeiter der Tagespresse. Beim Goldenen Dachl Traditionell Wahre Freundschaft, Volkslied Max Hempel Laridah Marsch Carl Teike Alte Kameraden Marsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Heinrich Isaac / Bearb.: Dieter Mörtl Innsbruck ich muss dich lassen Aaron Copland / Bearb.: Dieter Mörtl Fanfare for the common man Gioacchino Rossini / Bearb.: Gerhard Baumann Der Barbier von Sevilla, Ouvertüre Julius Fučík / Bearb.: Walter Tuschla Einzug der Gladiatoren, Marsch Julius Fučík / Bearb.: Bruno Hartmann Donausagen Walzer Richard Wagner / Bearb.: Stephan Ametsbichler Einzug der Gäste aus der Oper Tannhäuser Gioacchino Rossini / Bearb.: Ralph Hermann Introduction, Thema und Variationen (Solist: Andreas Lipp, Klarinette)

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Sergei Prokofjew / Bearb.: Paul Yoder Marsch Op. 99 Paul Hindemith Sinfonie in B in 3 Sätzen Zum Programm Mit Heinrich Isaacs (um 1450–1517) Innsbruck ich muss dich lassen erklingt wohl eines der ältesten Stücke, das im Rahmen der Promenadenkonzerte jemals aufgeführt wurde. Der frankoflämische Komponist und Sänger – sein Geburtsname dürfte „Hendrick“ gewesen sein – kam im Herbst 1484 erstmals nach Innsbruck. Ab 1496/97 wirkte Isaac als Hofkomponist von Kaiser Maximilian I. Zwischen 1497 und 1507 hat Isaac mehrere Male die Alpen am Brennerpass überquert. Letztmalig reiste Heinrich Isaac im Herbst 1514 nach Innsbruck, um eine Pensionszahlung zu erreichen. Tatsächlich ordnete Maximilian I. am 9. Oktober die Wiederaufnahme der Zahlungen an Isaac an. Innsbruck ich muss dich lassen weist Merkmale des Volksliedes auf und gehört auch heute noch zu den populärsten Liedern der Musikliteratur.

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Sonntag, 26. Juli, 19.00 Uhr Bürgerkapelle Brixen Die Einladung der erfolgreichen Bürgerkapelle Brixen geht nicht nur auf frühere erfolgreiche Auftritte in der Hofburg zurück. Das heuer dargebotene Konzert an einem Abend zusammen mit der Swarovski Musikkapelle Wattens bringt die Aufführung von zwei Werken, die eigens für das Tiroler Gedenkjahr 2009 geschaffen wurden. Beide wurden am Vorabend des Konzerts in Toblach in Südtirol uraufgeführt. Orchester 1801 wird die Brixner „Musikbande“, die mit Trompeten und Paukenschall ein großes Freischießen eröffnet, erstmals erwähnt. Während der Weltkriege wurde die Kapelle mehrfach aufgelöst, da viele Musikanten zu den Standschützen einberufen wurden. Sie verkauften ihre Tracht nach Maishofen bei Zell am See. Trotzdem spielten sie in kleinen Gruppen weiter. Die Bürgerkapelle wurde 1947 im Hotel Elefant wiedergegründet. Heute verfügt die Bürgerkapelle über 60 Mitglieder. Dirigent Sigisbert Mutschlechner, Jahrgang 1977, lebt mit seiner Familie in Olang, unterrichtet an der Musikschule in Bruneck Schlagzeug und bildet Kapellmeister aus. Er studierte am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck bei Wolf-Dieter Köhler und Norbert Rabanser, Orgel bei Peter Waldner und Reinhard Jaud sowie Blasorchesterleitung bei Florian Pedarnig. Mutschlech-

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ner wirkt als Organist der Pfarre und seit 1997 als Kapellmeister der Pfarrmusik in Olang. Seit März 2004 ist er Bezirkskapellmeister des Pustertals und seit 2007 Landeskapellmeister von Südtirol. Vor dem Goldenen Dachl Wilhelm Lindemann Unter dem Grillenbanner, Marsch Gustav Mahr Andreas Hofer Marsch Sepp Tanzer Der Festtag, Vorspiel Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Felix Mendelssohn Bartholdy / Bearb.: Willem Steijn Hochzeitsmarsch aus Ein Sommernachtstraum Carl Michael Ziehrer / Bearb.: Otto Wagner Die Landstreicher, Ouvertüre Bedřich Smetana / Bearb.: Karel Belohoubek Marsch zur Shakespeare-Feier Franco Cesarini Poema Alpestre Zum Gedenkjahr 2009 Florian Pedarnig Konzertmarsch anno 9 Sepp Tanzer Sagen aus Alt-Innsbruck Walzer Johann Strauß / Bearb.: Otto Wagner Vergnügungszug

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Zum Programm Der Marsch zur Shakespeare-Feier stammt aus der Feder des tschechischen Nationalkomponisten Bedřich Smetana (1824–1884). Ab 1862 widmete Smetana sich vor allem dem Prager Interimstheater, das gegründet worden war, um Schauspielen und Opern ausschließlich in der tschechischen Sprache eine Bühne zu bieten. 1864 ergab sich die Gelegenheit, mit dem – wesentlich erweiterten – Orchester des Theaters als Beitrag zu den Feiern anlässlich des dreihundertsten Geburtstags von William Shakespeare Teile von Berlioz’ Roméo et Juliette aufzuführen. Smetanas eigener kompositorischer Beitrag war ein feierlicher Marsch. Während Anfang und Ende des Werks klangprächtig erklingen, wirkt der Hauptteil des Marschs würdevoll und lyrisch. Das Werk zeichnet sich durch eine feinsinnig durchdachte Dynamik aus, in die sich filigrane Holzbläser-Einwürfe einfügen, und gipfelt in einem klangvollen, pompösen und breit angelegten Finale.

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Sonntag, 26. Juli, 20.15 Uhr Musikkapelle Swarovski Wattens Ein „Urgestein“ bei den Promenadenkonzerten ist die Swarovski Musik Wattens, die heuer an einem Abend mit der Bürgerkapelle Brixen musiziert. Schon unter Kapellmeister Franz Schieferer hielt das Orchester die Tradition österreichischer Musikkultur hoch, sein Nachfolger Günther Klausner setzt diesen Weg auf hohem Niveau fort. Orchester Die Swarovski Musik Wattens, die im Jahr 2000 das 100-jährige Bestandsjubiläum feierte, ist ein österreichisches sinfonisches Blasorchester mit einem Repertoire, das sich über nahezu fünf Jahrhunderte erstreckt. Einen breiten Raum nimmt die Pflege der österreichischen Blasmusikliteratur ein. Dirigent Günther Klausner studierte am Tiroler Landeskonservatorium Instrumentalpädagogik im Hauptfach Trompete bei Erich Rinner und als Schwerpunktfach Blasorchesterleitung bei Florian Pedarnig. Klausner war bereits Kapellmeister der Bürgerkapelle Brixen und künstlerischer Leiter des Auswahl-Orchesters Bläserharmonie Brixen. Er ist als Juror, Referent und Aufnahmeleiter bei diversen Wettbewerben, Kursen und CDProduktionen tätig.

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Beim Goldenen Dachl Tylman Susato Pavane Bataille Gustav Mahr Andreas Hofer Marsch Sepp Tanzer Der Festtag Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Ludwig van Beethoven / Bearb.: Gerard Posch Egmont Ouvertüre Georg Friedrich Händel / Bearb.: Günther Klausner Konzert für Posaune in f-Moll Carl Zeller / Bearb.: Josef Seidl Der Vogelhändler, Potpourri Franz Baur Tiroler Sinfonie (Uraufführung) Zum Programm Georg Friedrich Händels (1685–1759) Konzert für Posaune in f-Moll wurde im Original als Konzert für Oboe in g-Moll komponiert. Das Werk wurde auch als Solo für Tuba bearbeitet. Mit diesem Werk erklingt ein Stück Musikgeschichte aus dem Generalbasszeitalter, genauer des Spätbarock (ca. 1710 bis 1750), dessen bekanntester Vertreter Händel ist.

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Montag, 27. Juli, 20.00 Uhr Austria Festival Symphony Orchestra Dieses Streichorchester überzeugte bereits im Vorjahr. Besonders gefiel die dem eigentlichen Sinn eines Promenadenkonzertes entsprechende Programmauswahl, die sich auf die Notwendigkeit, jede Minute das Laufpublikum einer historischen Altstadt überzeugen zu müssen, bestens einstellte. Orchester Aus der Tradition gewachsen – so wie es in Österreich üblich ist – entstammt dieses Orchester den traditionellen kulturellen Strukturen Alt-Österreichs. Auf den Spuren der Klassiker Mozart, Beethoven, Brahms, Strauß und Lehár & Suppé sieht sich das Orchester einer ständigen klanglichen und musikalischen Weiterentwicklung verpflichtet. Heimat des Austria Festival Symphony Orchestra ist Oberndorf nahe Salzburg, wo vor 191 Jahren das Weihnachts- und Friedenslied Stille Nacht, heilige Nacht den Siegeszug rund um die Welt antrat. Ein besonderes Konzert des Orchesters war sicherlich der Auftritt in der Volkskongresshalle am Platz des Himmlischen Friedens in Bejing. Dirigent Reinhold Wieser wurde 1959 in eine neunköpfige Familie in Mittersill geboren. 1978/79 diente Wieser bei der Militärmusik Salzburg. Zu dieser Zeit begann er auch sein Trompeten-Studium am Mozarteum. Seit 1981 arbeitet Wieser als Musiklehrer in Salzburg Stadt. Der

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zweifache Familienvater ist seit 2005 Akademischer Kulturmanager und betreibt seit neun Jahren einen intensiven Kulturaustausch mit der Volksrepublik China. Er gründete das Festival SalzARt, das er bis heute leitet, 2003 das Austria Festival Orchestra und 2004 das Austria Festival Symphony Orchestra. Otto Nicolai Die lustigen Weiber von Windsor, Ouvertüre Johann Strauß Secunden Polka Johann Strauß Accelerationen Walzer Johann Strauß Pizzicato Polka Antonín Dvořák Slawischer Tanz Nr. 9 Josef Franz Wagner Unter dem Doppeladler Marsch Antonín Dvořák Slawischer Tanz Nr. 2 Émile Waldteufel España Walzer Johann Strauß Stadt und Land, Mazurka Michail Glinka Ruslan und Ludmilla, Ouvertüre Johann Strauß An der schönen blauen Donau, Walzer

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Zum Programm Michail Glinka (1804–1857) gilt als Schöpfer der klassischen Nationalmusik Russlands. Um das Ausmaß der Leistungen Glinkas zu begreifen, muss zunächst die musikalische Situation Russlands, in die er hineingeboren wurde, in Betracht gezogen werden. Im Laufe des 18. Jahrhunderts waren Stileinflüsse aus Westeuropa in der russischen Kultur immer dominierender geworden. Sogar das russische Volkslied war vor fremden Einflüssen nicht mehr gefeit. Glinkas wichtigstes Vermächtnis liegt jedoch nicht so sehr in seinen stilisierten Volksliedern, sondern vor allem in seiner ganz persönlichen, sehr russisch geprägten Musiksprache. Ruslan und Ludmilla war Michail Glinkas zweite Oper und entstand 1842. Sie ist nach einem Gedicht Puschkins entstanden und sehr volkstümlich gehalten. Die Ouvertüre muss, sofern sie richtig interpretiert wird, in einem atemberaubenden Tempo gespielt werden, wodurch sie vom Anfang bis zum Ende mitreißend wirkt.

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Dienstag, 28. Juli, 20.00 Uhr Brass Band Oberschwaben-Allgäu Um der Begeisterung, die auch das Publikum der Promenadenkonzerte dem Brassband-Sound entgegenbringt, gerecht zu werden und die leistungsfördernde Wirkung, die diese Orchester auch im deutschsprachigen Raum zunehmend entfalten, zu unterstützen, wurde die Brass Band Oberschwaben-Allgäu eingeladen. Das Orchester ist in Deutschland eine führende Formation jenes nun auch in Mitteleuropa immer beliebteren Genres. Orchester Die Brass Band Oberschwaben-Allgäu ist eine der wenigen Brass Bands in Deutschland und spielt in britischer Original-Besetzung. Die Band hat sich in ihrem über 15-jährigen Bestehen zu einer festen Größe der süddeutschen Blechbläserszene entwickelt. In nur wenigen Jahren ist es der BBOA gelungen, die authentische Instrumentierung anzuschaffen, und zu fast allen europäischen Brass Band Nationen sind inzwischen Kontakte geknüpft. Als erster deutscher Vertreter nahm die BBOA erfolgreich an den European Championships teil. Dirigent Peter Schmid wurde 1973 in Luthern (Schweiz) geboren. Bereits im Alter von zehn Jahren begann er seine musikalische Laufbahn. 1997 schloss er erfolgreich das Studium der Blasmusikdirektion am Konservatorium in

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Luzern ab und absolvierte im Jahr 2000 einen Studienaufenthalt in Norwegen. Seine Dirigententätigkeit begann 1995 mit der Gründung der Jugendmusik Young Brassers in Ettiswil. Die musikalische Leitung der Brass Band Oberschwaben-Allgäu hat er seit Januar 2007 inne. Beim Goldenen Dachl Ensemble der Brassband Oberschwaben-Allgäu Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg William Byrd The Earl of Oxford March Johannes Brahms / Bearb.: Denis Wright Akademische Festouvertüre Volksweise / Bearb.: Thomas Rüedi S’isch äbe ne Mönsch uf Äärde, Volkslied Philip Sparke Flowerdale aus Hymn of the Highlands (Solist: Timo Bossler, Es-Cornett) Johann Sebastian Bach / Bearb.: Denis Wright Air Pjotr I. Tschaikowski / Bearb.: Thomas Wyss Trepak Gilbert Vinter James Cook – Circumnavigator Pablo de Sarasate / Bearb.: Thomas Rüedi Zigeunerweisen (Solistin: Irmgard Ripfel, Euphonium) Dmitri Schostakowitsch / Bearb.: Andrew Duncan Marsch No. 2 aus Jazzsuite

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Johann Strauß / Bearb.: H. Forster Auf der Jagd, Polka schnell James Barnes / Bearb.: Corsin Tuor Yorkshire Ballad (Solistin: Luzia Jans, Marimbaphon) Paul Lovatt-Cooper Horizons Zum Programm Das Berner Volkslied S’isch äbe ne Mönsch uf Äärde ist eines der vielen Söldnerlieder aus Guggisberg und Umgebung, wo viele junge Männer in den Genuesischen Söldnerdienst eintraten. Die beiden Protagonisten sind Hansjoggeli Simmen und Vreni aus Guggisberg (eine Berner Gemeinde – es gibt sogar ein Vrenelimuseum und einen eigenen Wanderweg rund um Guggisberg herum, der S’Vreneli ab em Guggisberg heisst, der eigentliche Titel dieses Liedes). Der Mann zieht in den Krieg und kehrt nach zwei Jahren zurück. Die Frau hat mittlerweile aber einen neuen Liebhaber. Hansjoggeli kommt also nach Hause und wirft sich in seiner Verzweiflung in den Mühlebach unters Mühlrad, der dann seine verzweifelte Liebe mahlen darf.

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Mittwoch, 29. Juli, 20.00 Uhr Rainermusik Salzburg Gemeinsam mit der Original Tiroler Kaiserjägermusik und den Hoch- und Deutschmeistern aus Wien pflegt die Rainermusik die Tradition altösterreichischer Militärmusik im Bereich uniformierter Amateurkapellen auf hohem Niveau. Drei erfolgreiche Gastspiele bei den Promenadenkonzerten und eine kontinuierliche Leistungssteigerung seit der Vereinsgründung machen die Kapelle zu einem gerngesehenen Gast. Orchester Der Verein – offizieller Name: Traditionsmusikkapelle des K. u. k. Infanterieregimentes „Erzherzog Rainer“ Nr. 59 („Rainermusik“) – wurde im Herbst 1999 mit Unterstützung durch Stadt und Land Salzburg aus der Taufe gehoben. Oberstes Ziel ist die Pflege der altösterreichischen Blasmusiktradition. Das Orchester will außerdem dazu beitragen, die Erinnerung an das ehemalige Salzburger K. u. k. Hausregiment und an dessen Musikkapelle hochzuhalten. Die Kapelle zählt inzwischen an die sechzig aktive Musikerinnen und Musiker. Dirigent Horst Egger wurde 1978 in Zell am See geboren. 1996 legte er die Jungmusikerleistungsprüfung in Gold ab. Von 1997 bis 2002 absolvierte er den Kapellmeisterkurs bei Landeskapellmeister Hans Ebner und besuchte im März 2002 auch einen Meisterkurs für Dirigenten bei Prof. Maurice Hamers. Seit August 2002 ist Horst

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Egger Kapellmeister und Stabführer der Bundesbahnmusikkapelle Bischofshofen und seit Juli 2002 Kapellmeister der Rainermusik Salzburg. Beim Goldenen Dachl Hans Schmid Rainermarsch Hermann Josef Schneider Alt Starhemberg Marsch Bartholomäus Berloger Salzburger Freiwilligen Schützenmarsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Johann Alzner 59er Fanfare Gustav Mahr / Bearb.: Johann Alzner Rainerregimentssignal Marsch Julius Fučík / Bearb.: Hans Eibl Miramare, Ouvertüre Franz Rezek / Bearb.: Johann Alzner Meduna Marsch Johann Strauß / Bearb.: Armin Suppan Secunden Polka Johannes Brahms / Bearb.: Anton O. Sollfelner Ungarischer Tanz Nr. 4 Johann Strauß / Bearb.: Elmer Neulinger Lagunen Walzer Johann Strauß / Bearb.: Eduard Scherzer Furioso Polka Johann Alzner Saxones, Tongemälde

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Julius Fučík / Bearb.: Jaroslav Sip Gigantic, Marsch Zum Programm „Saxones“ ist die lateinische Bezeichnung für Sachsen, in mittelalterlichen Quellen in Südosteuropa wird es auch als Bezeichnung für deutsche Siedler, z. B. die Siebenbürger Sachsen, verwendet. Im September des Vorjahrs fand in Elixhausen (wohin nach dem Krieg viele Siebenbürger Sachsen geflüchtet waren) ein internationales Treffen statt, für das Johann Alzner ein zirka 25-minütiges Tongemälde mit dem Titel Saxones schrieb. Alzner ist Siebenbürger von Geburt, Mitglied der Rainermusik und war lange Zeit Kapellmeister der Siebenbürger Musikkapelle in Elixhausen nahe Salzburg. Sein Werk Saxones ist im Wesentlichen ein Potpourri von Melodien aus der Heimat seiner Vorfahren.

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Donnerstag, 30 Juli, 20.00 Uhr Musikkorps der Bayerischen Polizei Auch das Musikkorps der Bayerischen Polizei verfügt bereits über „Innsbruck-Erfahrung“ und weiß das Publikum zu überzeugen. Kapellmeister Johann Mösenbichler zählt zu den bestimmenden Persönlichkeiten der europäischen Blasmusikszene, ist er doch Gründer und Leiter der „Mid Europe“, des internationalen Bläserkongresses in Schladming. Orchester Am 12. November 1951 wurde ein Musikzug der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Rebdorf bei Eichstätt ins Leben gerufen. Da sich die Auftritte vermehrt auf die Landeshauptstadt und den oberbayerischen Raum konzentrierten, wurde das Orchester im Jahre 1954 vom idyllischen Eichstätt nach München verlegt. Der Name „Musikzug der Bayerischen Bereitschaftspolizei“ wurde 1990 in „Musikkorps der Bayerischen Polizei“ abgeändert. Als einziges professionelles Blasorchester des Freistaates Bayern erfüllt das Musikkorps heute neben repräsentativen und hoheitlichen Aufgaben den Auftrag der Imagepflege für die Bayerische Polizei. Dirigent Johann Mösenbichler, Jahrgang 1959, ist Professor am Bruckner-Konservatorium in Linz. In seiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ist er für das Symphonische Universitätsblasorchester zuständig. Mösenbichler hat

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seinen Arbeitsschwerpunkt im Bereich der konzertanten Bläsermusik. Konzertauftritte, die Arbeit als Gastdirigent sowie umfassende Vortrags-, Lehr- und Jurorentätigkeiten bei verschiedensten Seminaren, Workshops und Wettbewerben führten ihn bereits nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, in die Schweiz, nach Tschechien, Ungarn, Japan, Taiwan und Amerika. Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Franz Lehár / Bearb.: Siegfried Rundel Jetzt geht’s los, Marsch Johann Strauß / Bearb.: Max Villinger Die Fledermaus, Ouvertüre César Franck / Bearb.: Douglas McLain Le Chausseur maudit, sinfonische Dichtung Johann Strauß / Bearb.: Armin Suppan Bauern Polka, Polka française Friedrich Gulda Konzert für Cello und Blas-Orchester (Solist: Yves Savary, Chello) Peter Jan Marthé / Bearb.: Hans Eibl Concerto Imperiale – Variationen über die österreichische Kaiserhymne Zum Programm Le chasseur maudit, FWV 44, ist ein Orchesterwerk aus dem Jahr 1882, welches aus zwei Sätzen besteht. Der 1. Satz wird in der Tempobezeichnung „Andantino quasi allegretto (sol majeur)“, der 2. Satz als „L’intesso tempo“ angegeben. Das Stück – übersetzt „Der wilde Jä-

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ger“ – ist in g-Moll gehalten und wurde zur gleichnamigen Ballade von Gottfried August Bürger komponiert. Der Komponist César Franck (1822–1890) veränderte die französische Musik nicht nur als Lehrer einer ganzen Generation junger Musiker (z. B. Vincent d’Indy oder Ernest Chausson), sondern auch durch seine Kompositionen, die einen Gegenpol zur französischen Opernmusik bildeten. Francks wichtigste Kompositionen entstanden im letzten Drittel seines Lebens, wie Six pièces pour grande orgue, die Sinfonie in d-Moll, die Sonate für Klavier und Violine, oder eben die sinfonische Dichtung Le Chausseur maudit. Das Werk schildert einen übermütigen Jäger, der dazu verdammt wird, „in Ewigkeit durch die Lüfte zu jagen“. Ein rhythmisch scharfes, manisch um den Ton „d“ kreisendes Thema im 9/8-Takt beherrscht das musikalische Geschehen.

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Freitag, 31. Juli, 20.00 Uhr Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg Schon unter Kapellmeister Andreas Reifer zählte die Musikkapelle Pfeffersberg zu den profiliertesten Musikkapellen Südtirols. Auch unter dem neuen Dirigenten Josef Feichter ist es für das Orchester wichtig, sich – neben anderen Aufgaben – mit der altösterreichischen Musikkultur auseinanderzusetzen. Orchester Am 25. November 1932 gründete Peter Mitterrutzner („Kerscherbauer“) mit Kapellmeister Leopold Mader die Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg. Aufgrund des Kriegsbeginns musste die Kapelle im Sommer 1939 aufgelöst werden. Doch schon 1945 fand man sich wieder zusammen. Im Februar 1963 übernahm Andreas Reifer aus Gereuth die Stelle des Kapellmeisters. Waren die „Pfeffersberger“ bisher als bescheidene Dorfkapelle aufgetreten, so gelang es dem neuen Dirigenten aufgrund seines musikalischen Talents, seines Fleißes und des unermüdlichen Einsatzes, die Musikkapelle im Laufe von 45 Jahren auf ein hohes Niveau zu bringen. Heute zählt die Musikkapelle zu den herausragenden Blasorchestern in Südtirol. Dirigent Josef Feichter leitet die Musikkapelle Pfeffersberg seit 2008. Er ist Nachfolger von Andreas Reifer, der 45 Jahre an der Spitze der Kapelle stand. Josef Feichter wurde 1963 in Sexten geboren und studierte in Inns-

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bruck, München, Wien und Boston Musik. Er ist mehrfacher Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe und war mehrere Jahre lang Mitglied des Gustav-Mahler-Jugendorchesters unter bedeutenden Dirigenten wie Claudio Abbado oder Franz Welser Möst. Feichter konzertiert mit dem Haydn-Orchester von Bozen und Trient sowie der Bozner Streicherakademie und ist Mitglied der Bläserformation I Fiati di Parma sowie musikalischer Leiter des Ensembles Concertino Brixen. Der Pfeffersberger Kapellmeister unterrichtet an den Musikschulen in Brixen und Bruneck. Letzterer steht er seit 1995 als Direktor vor. Beim Goldenen Dachl Julius Fučík Herzegowina, Marsch Julius Fučík Furchtlos und treu, Marsch Karl Komzák Vindobona Marsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Felix Mendelssohn Bartholdy / Bearb.: John Boyd Ouvertüre für Harmoniemusik Alfred Reed Sinfonie Nr. 4 Antonín Dvořák / Bearb.: Vladimir Studnicka Slawischer Tanz Nr. 8 Carl Friedemann Barcelona, Marsch

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Luigi Denza / Bearb.: Yo Goto Funiculi Funicula, Rhapsody Karl Komzák / Bearb.: Siegfried Rundel Barataria Marsch Josef Strauß / Bearb.: Michael Männecke Delirienwalzer Zum Programm Durch die überragende Bedeutung der altösterreichischen Operette erlangte der englische Operettenkomponist Arthur Sullivan (1842–1900) niemals die Bedeutung, die ihm eigentlich aufgrund seiner funkelnden musikalischen Ideen zustehen würde. Sein 1889 erschienenes Werk The Gondoliers, geschrieben zu einem Libretto von Sir William Gilbert, erlebte bis 1891 mehr als 550 erfolgreiche Aufführungen und wurde auch unter dem Titel Der König von Barataria bekannt. Die Musik zu der Politsatire begeisterte auch den österreichischen Komponisten und Kapellmeister Karl Komzák junior (1850–1905), der die schönsten Motive der Oper zu einem schmissigen Marsch, eben dem Barataria Marsch, zusammenfügte. Karl Komzák starb übrigens einen tragischen Tod, als er am Ostersonntag 1905 in Baden bei Wien versuchte, auf einen abfahrenden Zug aufzuspringen, und dabei überfahren wurde.

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Samstag, 1. August, 19.00 Uhr Harmoniemusik der Akademie St. Blasius Orchester Das Orchester der Akademie St. Blasius wurde im Jahre 1998 mit dem Ziel gegründet, Musik aus der Mitte des 20. Jahrhunderts aufzuführen. Regelmäßig werden aber auch Raritäten der klassischen und romantischen Epoche einstudiert. Allein im Jahr 2008 wurden bei zehn verschiedenen Projekten nicht weniger als fünf Urraufführungen einstudiert, darunter die Kinderoper Das Dschungelbuch von Franz Baur in Zusammenarbeit mit der Academia Vocalis Wörgl. Wichtig ist für das Orchester die immer intensivere Zusammenarbeit mit dem Institut für Tiroler Musikforschung und dem Tiroler Landesmuseum. Im Auftrag dieser beiden Institute werden Konzerte veranstaltet und CDs produziert, bei denen Werke von Tiroler Komponisten der Vergangenheit und Gegenwart im Mittelpunkt stehen. Zu den Innsbrucker Promenadenkonzerten 2009 hat das Orchester einen Teil seiner Holz- und Blechbläser entsandt. Joseph Haydn March for the Derbyshire Cavalry Regiment Nr. 2 Joseph Haydn March for the Prince of Wales Joseph Haydn Hungarischer Nationalmarsch

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Wolfgang Amadeus Mozart Divertimento Es-Dur KV 196e: Allegro moderato, Menuett, Adagio, Menuett, Rondo-Allegretto Antonín Dvořák / Bearb.: E. Klementi Slawischer Tanz Nr. 9 C-Dur Bedřich Smetana / Bearb.: Andreas Tarkmann Serenade aus der Oper Die verkaufte Braut Zum Programm Das Divertimento Es-Dur KV 196e wurde für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte geschrieben, ist also ein originales Bläserwerk. Als Divertimento (italienisch: Vergnügen, plural: Divertimenti) bezeichnet man ein mehrsätziges Instrumentalstück mit einem im Allgemeinen unterhaltsamen, heiteren bis tanzartigen Charakter. Bis Ende des 18. Jahrhunderts war das Divertimento an europäischen Höfen weit verbreitet und beliebt. Das Genre nimmt vor allem im Schaffen von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) sowie deren Zeitgenossen breiten Raum ein.

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Samstag, 1. August, 20.00 Uhr Bürgermusik Toblach Diese Qualitäts-Kapelle aus Südtirol garantiert hohes Niveau und identifiziert sich besonders mit traditioneller Musik. Insbesondere durch die Mitwirkung an den überregional bedeutsamen Gustav-Mahler-Wochen beweist das Orchester Gespür für die Musik des 19. Jahrhunderts und eine originalgetreue Aufführungspraxis. Orchester Die lange Geschichte des 1821 gegründeten Vereines ist untrennbar verwoben mit dem Chor und dem Orchester der Pfarrkirche Toblach, aus deren Reihen auch die ersten Musikanten kamen. Schon 1907 erhielt die Kapelle ihre eigene, ortstypische Festtracht, die bis heute beibehalten wurde. Auch während der schweren Kriegszeiten hat sich der Verein der Toblacher Musikkapelle nie ganz aufgelöst. Die Zwischenkriegszeit mit dem wachsenden Faschismus war für die Musikkapelle wie für alle traditionsbewussten Gruppierungen eine besonders große Bedrohung. Heute verfügt die Kapelle über 67 MusikantInnen mit vier Marketenderinnen und drei Fähnrichen. Dirigent Pepi Fauster, Jahrgang 1958, besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Meran. Er studierte die Instrumente Horn und Kontrabass. Der Fachberater für Musikerziehung arbeitet hauptberuflich als Grundschullehrer in Niederdorf. Er ist Kerngruppenleiter für Musikerzie-

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hung am Pädagogischen Institut und Koordinator des Lehrgangs für Musikpädagogik an der Uni Brixen. Seit 1997 leitet Fauster die Musikkapelle Toblach, seit 2007 fungiert er in der Nachfolge Gottfried Furglers als Obmann des Verbands Südtiroler Musikkapellen (VSM). Beim Goldenen Dachl Karl Komzák / Bearb.: Siegfried Rundel Erzherzog Albrecht Marsch Josef Dobes/ Bearb.: Hans Kliment Gieslingen Marsch Josef Biskup/Bearb.: Karl Pauspertl Vorwärts Marsch Im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg Johann B. Gänsbacher / Bearb.: Gottfried Veit Marsch für das Bürgerliche Schützenkorps Julius Fučík / Bearb.: Siegfried Rundel Einzug der Gladiatoren, Marsch Ambroise Thomas / Bearb.: Teruaki Matsushiro Raymond, Ouvertüre Carl Maria von Weber / Bearb.: Alfred Reed Concertino für Klarinette und Orchester Pascual Pérez Choví Flores de España, Paso Doble Thomas Doss Alpina Saga Gian Battista Mantegazzi Gandria Marsch

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Johann Strauß / Bearb.: Freek Mestrini Feuerfest Polka Julius Fučík / Bearb.: Siegfried Rundel Vom Donauufer, Walzer Heinrich Steinbeck Frei wie der Adler, Marsch Zum Programm Bereits mit elf Jahren wirkte der Schweizer Komponist Gian Battista Mantegazzi (1889–1958) im Blasorchester seines Tessiner Geburtsortes mit. In Genua-Nervi fand er seine erste Anstellung als Direktor der Banda Municipale und als Leiter der Musikschule „Giuseppe Verdi“. 1924 verließ er Italien wieder und kehrte er in sein Heimatland zurück, wo er sich anfänglich mit Komponieren über Wasser hielt. Eines seiner 250 Werke ist der Marsch Gandria, den er dem gleichnamigen Dorf am Nordufer des Luganosees widmete. Das früher von Fischern und Grenzwächtern geprägte Dorf ist an den steilen Hang des Monte Brè gebaut und hat sich seit über hundert Jahren kaum verändert.

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Sonntag, 2. August, 20.00 Uhr Stadtkapelle Marktoberdorf Wie auch die Stadtkapelle Wertingen wurde die Stadtkapelle Marktoberdorf im Vorjahr Opfer widriger Witterungsbedingungen und fällt daher unter den „RegenParagrafen“. Das Orchester bietet zudem unter dem Motto „Wien-Berlin“ einen besonders ansprechenden musikalischen Themenabend. Orchester Die Stadtkapelle Marktoberdorf kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits im Jahr 1781 spielte in Oberdorf eine Musikkapelle anlässlich der Aufstellung eines Galgens. Mittlerweile gehört das Orchester zu den führenden Blasmusikkapellen im schwäbischen Raum. Das Repertoire der rund 60 Musikerinnen und Musiker umfasst alle Sparten der Bläsermusik. Die Teilnahme an Wertungsspielen bei Bezirksmusikfesten ist selbstverständlich. Hier treten die Stadtmusikanten seit 1978 in der Höchststufe an und erspielten sich jeweils 1. Ränge mit Auszeichnung. Dirigent Maximilian Jannetti wurde 1967 in Ichenhausen (Landkreis Günzburg) geboren. Er erhielt seine Instrumentalausbildung am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg und studierte anschließend bei Manfred Hoppert an der Musikhochschule München. Mittlerweile wirkt Jannetti als Dozent für Dirigieren, Fachlehrer für Tuba, Juror und Wertungsrichter, Autor und

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Rezensent für die Fachpresse, Mitglied des Giegener Bläserensembles, Dozent bei den Blasmusikverbänden in Bayern und Baden-Württemberg, Gastdirigent bei nationalen und internationalen Orchestern, sowie als Komponist und Bearbeiter. Am 1. April 1993 wurde er zum Leiter der Stadtkapelle Marktoberdorf ernannt. Julius Leonhardt / Bearb.: Gerhardt Fetzer Berlin Wien Marsch Emil von Reznicek / Bearb.: Jos van de Braak Donna Diana, Ouvertüre Paul Lincke Glühwürmchen Idyll Robert Stolz Adieu, mein kleiner Gardeoffizier Klaus-Peter Bruchmann Tanzende Fontänen Franz Lehár / Bearb.: Eiji Suzuki Die lustige Witwe, Potpourri Richard Eilenberg / Bearb.: Max Villinger Die Mühle im Schwarzwald, Charakterstück Anonym Präsentiermarsch Friedrich Wilhelm III. Cuno Graf Moltke Des Großen Kurfürsten Reitermarsch Gottfried Piefke Düppeler Schanzen-Sturmmarsch Johann Strauß Annen-Polka Maximilian Jannetti / Bearb.: Gerhard Baumann Berlin bleibt doch Berlin

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Johann Schrammel / Bearb.: Hans Weber Wien-Berlin Zum Programm Der preußische Militärmusiker Gottfried Piefke komponierte im deutsch-dänischen Krieg 1864 anlässlich des Sturmes der preußischen Truppen auf die Düppeler Schanzen, in denen sich dänische Truppen zur Verteidigung eingerichtet hatten, zwei Militärmärsche: Der eine ist der Düppeler Sturmmarsch, der andere, wesentlich bekanntere der Düppeler Schanzen-Sturmmarsch, der heute fast ausschließlich nur noch als Düppeler Schanzen-Marsch bezeichnet wird. Piefke hatte am Angriffstag, dem 18. April 1864, den Auftrag, den Sturm der preußischen Truppen mit anfeuernder Marschmusik zu begleiten. Bei dieser Gelegenheit wurde der Düppeler SchanzenSturmmarsch erstmals zur Aufführung gebracht. Der Legende nach soll eine Kanonenkugel Piefke dabei den Taktstock aus der Hand gerissen haben, worauf er mit seinem Degen weiterdirigiert haben soll.


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Innsbrucker Promenadenkonzerte 2009