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magazin fĂźr digit@le und gedruckte kommunikation

p.b.b. verlagsort: 1120 wien, 12z039233 m

November 2012 Folge 198 22. Jahrgang Euro 5,– issn 1018 8054

Golden Pixel Award 2012: Die Besten der Besten Book Publishing: Random House und Penguin fusionieren ProzessStandard Offsetdruck: Nach elf Jahren mit neuer Version


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editorial

drupa weiter im 4-Jahres-Rhythmus... Beim Bekanntwerden der Entscheidung des 20-köpfigen drupa Komitees, dass man beim 4-Jahres-Turnus festhalten werde, dürfte dem für die Ipex 2014 verantwortlichen Trevor Crawford die Erleichterung zu Gesichte gestanden sein. Nachdem in den letzten Wochen immer wieder damit spekuliert wurde, dass man sich bei der Messe Düsseldorf den Wechsel auf einen 3-Jahres-Rhythmus ernsthaft überlege, dürften beim Ipex Management die Alarmglocken geläutet haben. Obwohl man bei der Messe Düsseldorf immer wieder betonte, dass diese Diskussion sich nicht gegen die Ipex richte, wären die Konsequenzen für die Briten wohl spürbar gewesen. Eine drupa im Jahre 2015 hätte wohl dazu geführt, dass sich einige Unternehmen sehr wohl eine Beteiligung an einer Ipex im Jahr 2014 nochmals überlegt bzw. kleinere Stände gebucht hätten. Ähnliches hätte wohl auch die drupa betroffen. Einige namhafte Unternehmen dachten schon laut darüber nach, ihre Standgrößen wesentlich zu verringern, sollte die drupa alle drei Jahre stattfinden. Nun hat man also entschieden. Die drupa wird das nächste Mal im Jahr 2016 vom 31. Mai bis 10. Juni 2016 stattfinden, jedoch nicht mehr 14 Tage, sondern reduziert auf 11 Tage. Das war der vielfach geäußerte Wunsch der Aussteller und wurde vom drupa-Komitee in seiner konstituierenden Sitzung am 2. November 2012 beschlossen. »Die Besucherstruktur der drupa hat sich geändert. Reisten früher große Gruppen – bevorzugt am Wochenende – an, so entwickelt sich die drupa zunehmend zur B2B-Messe mit einem hohen Anteil von Top-Entscheidern«, erläutert Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, diese Entscheidung. Mit elf Tagen – also einem Wochenende und neun Werktagen – bringe man die Interessen von Angebot und Nachfrage bestens auf einen Nenner. Leicht aufatmen wird auch die Nachfolgerin des scheidenden drupa-Projektleiters Manuel Mataré. Sabine Geldermann bekommt damit mehr Zeit sich in das Projekt zu vertiefen, also auch an der Konzeption und den inhaltlichen Punkten der drupa zu drehen. Immer mehr Stimmen verlangen ja nach einer inhaltlichen Neuorientierung bzw. Anpassung der Messe an die sich rasant verändernden Anforderungen in der Industrie. Das drupa-Komitee repräsentiert die gesamte Technologiebreite – von Premedia über Druck bis zur Weiterverarbeitung bzw. Packmittelproduktion und Papierverarbeitung. Auch die Anwenderseite ist durch Mediendienstleister vertreten – ebenso die fünf wichtigsten Branchenverbände. Es ist auch zudem ein offenes Geheimnis, dass derzeit an einem erweiterten Gremium gearbeitet wird, da bis dato beispielsweise das nicht unerhebliche Segment des Digitaldrucks im Komitee nicht repräsentiert ist. Das soll sich aber nun in den nächsten Wochen jedoch klären…. Der zweite große Programmpunkt auf der Tagesordnung der konstituierenden Sitzung waren personelle Weichenstellungen. Einstimmig ernannte das Gremium Dipl.-Ing. Claus Bolza-Schünemann, Vorstandsvorsitzender der Koenig & Bauer AG, zum Präsidenten der drupa 2016. Mit dem 56-jährigen stellt Koenig & Bauer wie schon in den Jahren 1995, 2000, 2004 und 2008 den drupa Präsidenten. In dieser Ausgabe werden Sie, verehrte Leserinnen und Leser, einen stärkeren redaktionellen Part zum Thema Medien & Publishing finden. Das war nicht ganz so geplant, aber die aktuellen Veränderungen bei Random House und Penguin als auch die aktuellen Entwicklungen im Zeitungsbereich haben uns veranlasst, diesem Bereich in dieser Ausgabe mehr Stellenwert zu geben. Und dass wir damit richtig liegen, beweist leider die aktuelle Nachricht, dass mit 7. Dezember die Financial Times Deutschland – Print als auch Online – eingestellt wird. Damit hat das Zeitungssterben nun tatsächlich Europa erreicht, wie Sie ab Seite 26 lesen können. »Zeitungen und Magazine bieten eine einmalige Möglichkeit sich im Informationsdschungel zurecht zu finden. Sie gehen tiefer ins Thema, machen Zusammenhänge sichtbar und liefern fundierte Hintergrundinformationen. So kann sich der Leser ein eigenes Bild machen, das auf relevanten Fakten beruht. Und schlussendlich: Seine Meinung bekommt mehr Gewicht«, meinte Mariusz Jan Demner, geschäftsführender Gesellschafter Demner, Merlicek & Bergmann, im September bei der Vorstellung der neuen VÖZ Kampagne »Steigern Sie den Wert Ihrer Meinung.« Obwohl viele den Wert meinungsbildender Medien als notwendig erachten, scheitern diese offensichtlich immer mehr an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch vernünftigen Konzepten im neuen digitalen Leben. Zudem fehlt hierzulande – wie der ÖZV immer wieder betont – eine passende Politik in Sachen Presseförderung, um damit den Wert hochwertiger journalistischer Arbeit zu erhalten.

Herzlichst Michael SEIDL m.seidl@printernet.at

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in diesem heft

Am 08. November 2012 wurden die Golden Pixel Awards in 14 Kategorien verliehen. Durch den Abend führte Katrin Lampe.

»Wir liegen in diesem Geschäftsjahr bisher absolut in der Planung«, so Heidelberg-Vorstand Services Marcel Kiessling im Gespräch mit PRINT & PUBLISHING.

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Europas größter Medienkonzern Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson legen ihre Buchverlage zusammen.

Globales Know-how stand diesmal im Vordergrund auf dem Datafest von Dataform, zu dem wie immer rund 600 geladene Gäste nach Großebersdorf bei Wien kamen.

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editorial

03 drupa weiter im 4-Jahres-Rhythmus

herausgeberbrief

03 Die neuen Gesetze der Medienwelt

leute/events 08 10 11 11 12

Heidelberg eröffnet neu adaptiertes Print Media Center: Jeden Tag eine kleine drupa 10 Jahre Portucel Soporcel Austria GmbH: Runder Geburtstag in der portugiesischen Botschaft Konica Minolta trifft auf Start Ups: Win-Win am Pioneers Festival OWN-X in Österreich: Fast Jet übernimmt Vertrieb Golden Pixel Award 2012: Die Besten der Besten

business 18 22 23 23 23 23

Im Gespräch: Heidelberg-Vorstand Services Marcel Kiessling Xerox und die Arbeitswelt von morgen: Ein Blick in die digitale Kristallkugel Efi erweitert Web-to-Print-Portfolio Mathias Bäuerle GmbH nicht zu retten CUG-Deutschland e.V. gegründet Wall Street Journal Technology Innovation Award

messen

24 digi:media 2013: Positives Feedback aus der Branche

media/publishing 26 30 32

Klimawandel beim Book Publishing: Random House und Penguin planen Fusion Schwere Zeit für Verlage: Zeitungssterben erreicht Europa Frankfurter Buchmesse 2012: Das Publishing-Universum dehnt sich aus

prozessoptimierung

34 Relaunch des ProzessStandard Offsetdruck

hardware

38 Apple stellt iPad mini vor

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39 Herbstlook fürs iPad: Ultrathin Keyboard Cover und Solar Keyboard Folio 39 USB Publisher 2100 von Primera

digitaldruck

40 Dataform Oktoberfest 2012: Der Lösungsanbieter zeigte, was er kann

ökologie

42 Gerin: »mehr druck« durch nachhaltiges Wirtschaften 42 Sappi auf Baumpflanz-Expedition 43 EMAS Awards 2012: Arctic Paper Munkedals nominiert

druck 44 45 45 45

Good Design Award 2012: Ryobi überzeugt mit 1050-Baureihe Efis SGIA-Auftritt: Rekord bei Messeverkäufen Goss: Erste Sunday Vpak Verpackungsdruckmaschine ausgeliefert Onlineshop onlineprinters.at: Präsentationsartikel für Büro, Gastronomie, Multimedia, Messe und Event

weiterverarbeitung 46 47

Futurefinishing bei Ammerer: Kombinierte Perforier-, Rill- und Falzmaschine Multigraf Touchline CPF375 DisaPeel von WRH Marketing: Haftstoff mit einmaligen Eigenschaften

papier

48 Chromolux von Metsä Board: Neues Sortiment, neue Kollektion, neue Website

Information/impressum 50 Info: Nächste Ausgabe 50 Impressum 50 Terminkalender

Der Umschlag dieser Ausgabe wurde gedruckt auf Carta Elega 230 g/m2, geliefert von Antalis Austria und hergestellt von Metsä Board.

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herausgeberbrief

Weichen stellen auf den Medientagen in München 2012

Die neuen Gesetze der Medienwelt Von 24. bis 26. Oktober 2012 traf sich die deutschsprachige Medienwelt in München, um über die schwierigen Zeiten der Printmedien zu diskutieren. Der Kongress wurde von 6.000 Teilnehmern besucht. Wie sich die Medien für die künftigen Herausforderungen wappnen, war wohl das wichtigste Thema der Veranstaltung. Text Dr. Werner Sobotka

Die Distribution und Monetarisierung von Internetinhalten entwickelt sich zu einem wesentlichen Faktor der Medienwirtschaft. Die Werbung im digitalen Zeitalter wird mobiler, interaktiver und messbarer. Im Bereich der Bewegtbilder gewinnen Online-Angebote stark an Bedeutung. Die Konvergenz von Fernsehen und Internet führt aber auch zu neuen Verteilungskämpfen zwischen den traditionellen Anbietern und Wettbewerbern aus dem Online-Bereich. Allerdings fehlt der Print-Branche nach wie vor eine erfolgreiche Digitalstrategie. Wie können sich die Verlage im Zuge der veränderten Mediennutzung neu positionieren und vor allem, dass junge Menschen kaum noch Printmedien nutzen und dies auch im Alter nicht tun werden, sei eine Tatsache, auf die sich die Verlage einstellen müssten. »Deshalb darf die Kundenbindung nicht mehr rein monologisch stattfinden. Bindung muss über Emotionen erreicht werden, und die Medienmarke muss Inhalte über multiple Kanäle anbieten«, sagte Dennis Teichmann, Freiberuflicher Strategieberater, Roland Berger Strategy Consultants Zürich. Eine Änderung der alten Strukturen hält auch Thomas Henkel, Leiter des Bereichs Unternehmensentwicklung von Gruner + Jahr für unabdingbar und mahnte: »Wenn wir mit unseren alten Strukturen weiterarbeiten, können wir die Bedürfnisse der modernen digitalen Welt nicht bedienen.« Dabei gebe es keine einfachen Lösungen. Doch die Möglichkeiten seien noch lange nicht ausgereizt und es sei auch vieles »verschlafen« worden. »Journalisten sind kreative Köpfe, die nicht

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einfach so multipel einsetzbar sind«, warnte dagegen Alexander Koppel, Chief Commercial Officer des Red Bull Media House, vor zu massiven Einschnitten und riet: »Spezialisten sollten da bleiben, wo sie sind.« Natürlich kämpfe man schon seit zehn Jahren mit den Folgen zunehmender Digitalisierung, berichtete der Geschäftsführer des Süddeutschen Verlages Dr. Detlef Haaks. »Markenmanagement wird in Zukunft essentiell sein«, unterstrich auch Alexander Mogg, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants. Burkhard Graßmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Burda News Group, setzt ebenfalls auf Distributionskanäle rund um den »Content-Kern«. So sei beispielsweise die Focus-App vielversprechend angelau-

fen. Dennoch, so gab er zu bedenken, sei »der Printkunde zehnmal mehr wert als der digitale Kunde«. Angesichts der Flüchtigkeit in der mobilen Welt sei die Haltbarkeit einer Kundenbeziehung außerdem lange nicht so hoch wie bei einem Print-Abo. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass noch viel in digitale Produkte investiert werden müsse. Wenn man für ein qualitativ hochwertiges Produkt ein digitales Konzept – unter anderem eine Pay Wall – entwickeln wolle, das Leser wie Werbekunden davon überzeugt Geld auszugeben, brauche man viel Zeit und Geld, wies Tobias M. Trevisan, Sprecher der Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf ein aktuelles Problem der Branche hin. Er prognostizierte, dass die

Die Medientage in München boten wieder eine ausgezeichnete Gelegenheit sich über neueste Trends in der Medienindustrie zu informieren. Foto: Medientage München

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herausgeberbrief Online-Erlöse erst in zehn Jahren so hoch wie die im Print-Bereich sein werden.

20 Minuten in der Schweiz »20 Minuten« im Tessin habe nach sieben Monaten eine Reichweite von vierzig Prozent bei den 14- bis 29-jährigen Lesern erreicht. »Zwei Millionen Print-Leser stehen hier 700.000 im Netz gegenüber«. Die Macht der Leser war ein weiteres intensiv diskutiertes Panel-Thema. Red-Bull-Manager Koppel plädierte für eine stärkere Leserorientierung: »Wir richten uns konsequent nach dem User aus, mit Servus Magazin und Servus TV sind wir konsequent ausgerichtet und sitzen nicht zwischen den Stühlen.« Also ist die Zukunft für die Printwelt zwar sehr dornenreich, aber auch durchaus nicht so trist, wie sie von manchen gezeichnet wird. Wichtig sind einfach neue Ideen und das Verlassen von eingefahrenen Pfaden.

Ohne ein starkes Kerngeschäft geht gar nichts Absage an die Gratiskultur: Einig sind sich große Zeitungs- und Zeitschriftenverleger in Bezug auf die Zukunft von Bezahlinhalten. Nicht ganz einig sind sie sich dagegen in Bezug auf den besten Weg zum Erfolg. Mögliche Wege zum Erfolg sind eine Stärkung des Kerngeschäfts, auf dem digitalen Aufbau der Printmarken und auf Diversifikation. Kann man die Inhalte der analogen Welt auch digital verkaufen? Diese Frage stand im Zentrum, wobei Dr. Andreas Wiele, im Vorstand der Axel Springer AG zuständig für die Bild-Gruppe und Zeitschriften, vom Erfolg digitaler Erlösquellen überzeugt ist. Man muss das Kerngeschäft digitalisieren und dadurch nicht unbedingt diversifizieren »Die Digitalisierung

einfach

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schnell

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Die Medienbranche verändert sich nicht nur durch die Digitalisierung, sondern auch durch den wachsenden Einfluss transnational agierender Online-Konzerne aus den USA. Foto: Medientage München

wird in Zukunft eine größere Rolle spielen. Die regionalen Verleger und Fachzeitschriften werden nicht umhinkommen ihre digitalen Inhalte zu verkaufen.« Doch werde es immer Wettbewerber geben, die »ähnliche Inhalte ohne Entgelt anbieten«. Daher sei es entscheidend, »einen Inhalt auszusuchen und mit Qualität zu pflegen, damit die Menschen bereit sind dafür zu bezahlen«. Dass das so einfach funktionieren könne, wurde jedoch angezweifelt, und analoge Modelle in die digitale Welt zu übertragen, sei schwierig. Aus dem Grund lege man bei Burda »Produkte von Anfang an mehrdimensional an« und setze auf digitale Diversifikation einerseits und das klassische Verlagsgeschäft andererseits. Marc Walder, Geschäftsführer des Schweizer Verlags Ringier, berichtete von Erfahrungen aus der Schweiz mit der Monetarisierung digitaler Inhalte, die sich dort mehr und mehr etablierten. In Bezug auf die Werbeerlöse sagte er: »Was wir im Print verlieren, holen wir im digitalen Werbemarkt nicht mehr zurück.« Man muss einfach vieles gleichzeitig tun, das scheint der Königsweg zu sein. Die Strate-

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gien müssen zur Marke passen und es muss einfach Spaß machen. Die Medienbranche verändert sich nicht nur durch die Digitalisierung, sondern auch durch den wachsenden Einfluss transnational agierender Online-Konzerne aus den USA. Daraus resultieren neue Kräfteverhältnisse, oft aber auch regulatorische Ungleichgewichte. Dies wurde vor allem während der Gipfel-Veranstaltungen der Medientage München deutlich. Durch die Konvergenz der digitalen Medienwelt bestehen unterschiedliche Regulierungssysteme. Während etwa für den klassischen Rundfunksektor Zuschauermarktanteilsmodell und Werbezeitenbeschränkungen gelten, ist im globalen Internet alles nahezu unlimitiert möglich. Verlage wehren sich gegen die Marktdominanz von Google. Das US-Unternehmen müsse transparenter und von staatlichen Behörden stärker kontrolliert werden. Während im Fall Google nach Regulierung verlangt wird, waren sich in punkto Datenschutz die Vertreter aller Branchen darüber einig, dass eine Überregulierung etwa für die Online-Werbung auch Geschäftsmodelle bedrohen könne.

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leute/events

Heidelberg eröffnet neu adaptiertes Print Media Center

Jeden Tag eine kleine drupa

Heidelberg hat am Standort in Heidelberg das Print Media Center (PMC) für den Werbedruck kürzlich neu eröffnet. Der Grund? Um seinen Kunden den bestmöglichen Überblick über die Angebote und Innovationen zu verschaffen. Das PMC wurde renoviert, technisch auf den neuesten Stand gebracht und zu einer vollstufigen, komplett integrierten Druckerei für den Werbedruck ausgebaut. Zusätzlicher Effekt: die Demoaktivitäten des Weiteren konzentriert, in dem auch der Weiterverarbeitungsbereich im neuen Democenter integriert wurde. Text Michael Seidl Alle Neuheiten der drupa 2012 für das Marktsegment Werbedruck sind im PMC installiert und für Kunden verfügbar. Das komplette Programm für Postpress Commercial ist ebenfalls zu sehen, das vollständig in den Prinect Workflow integriert ist. Die Ausstattung – inklusive der Wanddekoration mit Druckplatten – erinnert an den drupa-Auftritt von Heidelberg unter dem Motto »Discover HEI«. Auf einer Gesamtfläche von über 5.000 Quadratmeter können Kunden in Heidelberg die Integration von Prepress, Press und Postpress über den Prinect Workflow – und zwar über alle Produktionsbereiche hinweg – verfolgen und testen. Im Print Media Center in Wiesloch-Walldorf, das 2008 eröffnet wurde und ca. 5.400 Quadratmeter umfasst, sehen Verpackungsdrucker in der Halle 11 Präsentationen entlang der kompletten Produktionskette für Faltschachteln.

Dort werden auch alle Aspekte des Großformats bis 162-er Bogenbreite und Druckveredelungen mit verschiedensten Spezialanwendungen demonstriert und die Umsetzung des Markttrends HEI Emotions gezeigt. Zusammen arbeiten an den beiden PMC-Standorten 135 Mitarbeiter und 15 Auszubildende, die 2011 nahezu 1.300 individuelle Kundenvorführungen durchgeführt haben. Bei Open House- und anderen Veranstaltungen kamen in Summe knapp 1.400 Besucher.

Zwei komplette Teststandorte Somit bietet Heidelberg seinen internationalen Kunden im Werbe- und Verpackungsdruck mit beiden PMC-Standorten ideale Plattformen zum praktischen Testen von Technik und Anwendungen.

Vor über 140 Kunden eröffnete Marcel Kiessling das neue Print Media Center (PMC) in Heidelberg. Das PMC ist nun zu einer vollstufigen, komplett integrierten Druckerei für den Werbedruck ausgebaut worden, in der alle Neuheiten der drupa 2012 installiert sind. Foto: P&P

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Das neue PMC in Heidelberg wird dabei künftig noch stärker für die Kundenansprache in Europa genutzt. Heidelberg stellt sich global auf die sich verändernden Marktgegebenheiten in der Printmedien-Industrie ein. So passt das Unternehmen seine Vertriebs- und Marketingstrukturen entsprechend an, indem der Fokus auf Wachstumsmöglichkeiten in den Schwellenländern und eine Effizienzsteigerung der Druckproduktion in Industrienationen liegt. In diesem Zusammenhang werden verstärkt Messen in Schwellenländern wie China und Brasilien unterstützt und in den industrialisierten Märkten der Schwerpunkt auf Open Houses und spezielle Kundenveranstaltungen in Print Media Centern gelegt. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, für seine Kunden quasi jeden Tag eine kleine drupa veranstalten zu können.

Neu ist die komplett ausgestattete Buchbinderei im PMC in Heidelberg, wo die komplette Weiterverarbeitung mit Schneiden, Sammeln, Heften und Binden gezeigt wird. Dies von Klein- bis hin zu Großauflagen. Foto: Heidelberg

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leute/events vorführungen und -veranstaltungen, aber auch anwendungstechnische Trainings für Kunden, eigene Instrukteure und Vertriebsmitarbeiter. »Die Vorführungen sind das wichtigste Werkzeug für den Praxisbeweis und beim richtigen Konfigurieren der Ausstattung für die Kunden«, erklärt Roland Krapp, Leiter des PMC. Weiterhin unterstützt das PMC die Forschung und Entwicklung bei der Qualifizierung von neuen Produkten, den Service im Feld sowie andere Democenter im globalen Verbund mit Demojobs, Konzepten sowie Personal für Shows und Open Houses. Praxistests mit verschiedenen Verbrauchsmaterialien der Saphira-Reihe wie Druckfarben, Lacke oder Druckplatten runden das breite Leistungsspektrum ab. Besonders großen Wert legt Heidelberg beim neuen PMC auf die Integration mit Prinect und hat hierfür einen eigenen Raum mit entsprechenden Workflow Trainings- und Vorführmöglichkeiten geschaffen. Foto: Heidelberg

»Um unseren Kunden und Interessenten je nach Region umfangreich und gezielt unser Lösungsangebot vorstellen zu können, greifen wir künftig noch stärker mit den Print Media Centern auf unsere eigene Infrastruktur zurück«, erklärte Marcel Kiessling, Vorstand bei Heidelberg für den Bereich Sales und Services bei der Einweihung. »Mit unserem globalen PMC-Netzwerk decken wir hier alle wichtigen Themen und Märkte ab. Zu dem Netzwerk gehören neben dem PMC in Heidelberg und Wiesloch-Walldorf noch Atlanta (USA), Sao Paulo (Brasilien) und Shenzhen (China).« (Siehe dazu auch das aktuelle Interview mit Marcel Kiessling in dieser Ausgabe.)

Durchgängig von Prepress über Press zu Postpress Unter den drupa-Neuheiten im PMC in Heidelberg befinden sich die neuen SX-Modelle, wie die

Speedmaster SX 52 und SX 74, die Speedmaster SX 102 und CX 102. Ein weiteres Highlight ist die Speedmaster XL 106-Zehnfarben mit einer maximalen Produktionsgeschwindigkeit von 18.000 Bogen pro Stunde im Schön- und Widerdruck, die eine Antwort auf den Trend der schlanken Produktion – HEI Productivity – gibt. In der Weiterverarbeitung sind nun unter anderem der neue Sammelhefter Stitchmaster ST 500 und der Klebebinder Eurobind Pro zu sehen – beide ebenfalls für höchsten Durchsatz ausgelegt. Für die wichtige Marktanforderung des Short-Run-Printings – HEI Flexibility – zeigt Heidelberg seine Digitaldrucksysteme Linoprint C 751 und C 901, die im Zusammenspiel mit der Speedmaster SX 52-Fünffarben und eingebunden in den Prinect Digital Print Manager höchste Flexibilität bietet. Zu den Aufgaben des neu eröffneten Print Media Centers in Heidelberg gehören Kunden-

HEI Eco im Haus Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Produktion von eigenen Publikationen und Broschüren. Alle eigenen Druckprodukte werden dabei klimaneutral auf FSC-Papier (Forest Stewardship Council) gedruckt. Darüber hinaus sind alle Maschinen im PMC klimaneutral gestellt und zeigen die Umsetzung des ökologischen Druckens – HEI Eco – in der Praxis. Beispielsweise benötigt die Speedmaster SX 52 Anicolor 90 Prozent weniger Makulatur und spart somit pro Jahr nahezu 25 Tonnen an CO2 ein. Mit der Saphira Eco Linie vertreibt Heidelberg besonders umweltschonende Verbrauchsmaterialien, die die höchsten Standards für Verbrauchsmaterialien in der Printmedien-Industrie erfüllen. »Wir bringen die drupa in den Alltag und zeigen, wie moderne Technik unseren Kunden dabei helfen kann, wettbewerbsfähig zu bleiben. Ökologie und Ökonomie sind dabei kein Widerspruch«, fasst Roland Krapp zusammen.

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leute/events

10 Jahre Portucel Soporcel Austria GmbH

Runder Geburtstag in der portugiesischen Botschaft Am 11. Oktober 2012 gab die portugiesische Botschafterin Dr. Ana Martinho einen Empfang zu Ehren des 10. Geburtstages von grupo Portucel Soporcel in Österreich. Von Wien aus betreut das Team rund um Renate Rendulic eine Region, die flächenmäßig doppelt so groß wie die USA ist.

Dr. Ana Martinho, portugiesische Botschafterin in Österreich und Dipl. Ing. Antonio Redondo, Vorstandsmitglied Portucel Soporcel begrüßten die Gäste.

Nach einer ausgiebigen Stadtrundfahrt mit einer Oldtimer Tramway durch Wien wurden durch das Vorstandsmitglied der grupo Portucel Soporcel Dipl. Ing. Antonio Redondo, Verkaufsdirektor für Europa Dipl. Ing. Antonio Porto Monteiro sowie das Herz der österreichischen Gesellschaft, Dr. Renate Rendulic, eine große Schar von Gratulanten, allesamt Freunde und Geschäftspartner, begrüßt. Die Botschafterin Dr. Ana Martinho als auch Dipl. Ing. Antonio Redondo verwiesen in ihren Ansprachen auf die positive Entwicklung der österreichischen Gesellschaft als auch auf die ausgezeichneten Beziehungen zwischen dem portugiesischen Papierhersteller und seinen Kunden in dieser Region Europas. Und die Entwicklung der österreichischen Gesellschaft kann sich durchaus sehen lassen. Als das Unternehmen in Österreich startete, verkaufte man 12.000 Tonnen Papier an 23 Großhändler und lieferte an 42 Bestimmungsorte. Heute beliefert ein inzwischen 8-köpfi-

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Dr. Renate Rendulic, die Geschäftsführerin von Portucel Soporcel Austria freute sich über die vielen Gäste und ließ die letzten zehn Jahre Revue passieren.

gesTeam in Wien und den Niederlassungen in Polen und der Schweiz 21 Länder, in denen 22 unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Das betreute Gebiet hat eine Bevölkerung von 342 Millionen Menschen (davon 200 Millionen in Russland), verteilt über 19,5 Millionen Quadratkilometer. Es werden neben der Schweiz und Österreich alle osteuropäischen Länder beliefert; in Russland von Kaliningrad bis nach Wladiwostok, was ein Arbeiten über 11 Zeitzonen bedeutet. Die Bevölkerung dieser Region ist größer als die der USA (315 Millionen), die Fläche fünf Mal größer als Westeuropa und zwei Mal größer als die USA. Mit Hilfe von 83 Partnern liefert man Papier inzwischen an 246 verschiedene Bestimmungsorte in den einzelnen Regionen. Damit hat sich das Verkaufsvolumen versechsfacht. Seit 2009 hat sich die Kapazität in der Papierproduktion um 50 Prozent erhöht. Diese Region war der Schlüssel der strategischen Entwicklung. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Papier

in dieser Region liegt noch deutlich unter dem in Westeuropa oder den USA. Der Marktanteil liegt derzeit bei zwei Prozent, während grupo Portucel Soporcel in Westeuropa bei 12 Prozent liegt. Es gibt also noch viel zu tun in den nächsten zehn Jahren.

Kein portugiesisches Jubiläum ohne delikaten Portwein, der beim Empfang verkostet wurde.

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leute/events

Konica Minolta trifft auf Start Ups

Win-Win am Pioneers Festival Konica Minolta war Hauptsponsor des Pioneers Festivals. Die Konferenz, die sich rund um die Themen Unternehmertum, Innovation und Technologie drehte, bot eine ideale Plattform zum Austausch für junge Start Ups und etablierte Unternehmen. In Diskussionen, Vorträgen und Workshops lernten alle Teilnehmer voneinander und entwickelten Innovationen und Geschäftsmodelle der Zukunft. Ziel sei es, Entrepreneure bestmöglich zu fördern. »Ganz gleich, ob globaler Player oder junges Start Up, es geht darum eine gute Idee in wirtschaftlichen Erfolg umzuwandeln«, betonte Ken Osuga, President Konica Minolta Business Solutions Europe, bei seinem Aufenthalt beim Pioneers Festival in der Wiener Hofburg. »Die Konferenz bietet eine Win-Win Situation für alle Beteiligte: Start Ups sind die Innovationsträger der Zukunft, gleichzeitig können wir sie als erfolgreiches Unternehmen mit 140 Jahren Erfahrung beraten und als Mentor zur Seite stehen«, so Osuga weiter. Eines der Hauptziele des Pioneers Festivals, das von STARTeurope organisiert wurde, ist die Schaffung von optimalen Rahmenbedingungen für junge Entrepreneure. »Neben den ökonomischen Aspekten geht es uns vor allem um ein neues Mindset. Junge Menschen mit einer Vision sollen es sich zutrauen, diese auch zu verwirklichen. Start Ups sind die Zukunft Europas, daher bauen wir ein internationales Netzwerk aus Entrepreneuren, Investoren, Unternehmen und Experten auf«, erklärt Andreas

Ken Osuga und Johannes Bischof von Konica Minolta waren von der Kreativität der jungen UnternehmerInnen begeistert. Foto: Konica Minolta

Tschas, Co-Founder und CEO STARTeurope. Erfolgreiche Unternehmen antizipieren Entwicklungen, setzen Trends und passen sich laufend den Bedürfnissen der Kunden an. »Innovation stellt für Konica Minolta einen Schlüsselfaktor dar. Austausch und Wissenstransfer mit den besten Köpfen der Community sind für uns wertvoll – denn wer erkennt die Zeichen der Zukunft besser als Start Ups«, zeigte sich Johannes Bischof, Geschäftsführer Konica Minolta Business Solutions Austria

GmbH, begeistert von der Veranstaltung. »Konica Minolta ist natürlich kein Start Up, aber auch wir befinden uns in einer Veränderung vom Hardwarehersteller zum Anbieter von IT-Services. Wir können daher in zahlreichen Bereichen von Start Ups lernen und ihnen gleichzeitig mit unserer langjährigen Erfahrung wertvolle Hilfestellung und Inputs liefern«, so Bischof, der sich besonders von der Motivation und der Kreativität der jungen Unternehmer beeindruckt zeigte.

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OWN-X in Österreich Fast Jet übernimmt Vertrieb Robert Vacek hat mit seiner Firma Fast Jet den Vertrieb der OWN-X Produkte in Österreich übernommen. Der quirlige Vertriebsprofi war zuvor jahrelang erfolgreich für den Wide Format Bereich von Xerox tätig, den er seit 2010 selbständig betreute. Doch ab sofort dreht sich das Leben des Robert Vacek noch schneller, angetrieben von den schnellen Druckern von OWN-X mit Memjet Technologie. Mit dem WideStar 2000 Drucker hat man ein Produkt im Angebot, das für Unternehmen konzipiert ist, die hohe Volumina zu verarbeiten haben. Das Rückgrat des Druckers besteht in dem Memjet-Druckkopf mit über 70.000

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integrierten Farbdüsen, welche die wasserbasierende Farbe gleichzeitig über das Medium verteilen. Die Maschine druckt mit fünf Druckköpfen bis zu einer Breite von 1,07 Meter von zwei Materialrollen bei bis zu 18 Meter pro Minute. So erhält man etwa einen A0 Ausdruck in CMYK binnen 6 Sekunden. Seit 2009 baut OWN-X mit der SpeedStar Serie schnelle Etikettendrucker, die in verschiedensten Industrien in unterschiedlichen Anwendungen zum Einsatz kommen. Von den Druckern sind mittlerweile einige Hundert Maschinen weltweit im Einsatz. Kostenpunkt je nach Ausstattung rund 9.000 Euro.

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leute/events

Golden Pixel Award 2012

Die Besten der Besten Am 8. November 2012 wurden zum zwölften Mal im Marxpalast in Wien die diesjährigen Sieger des Golden Pixel Awards prämiert. Rund 220 Gäste unterhielten sich bestens in der von Katrin Lampe unterhaltsam moderierten Galaveranstaltung.

Bis auf den letzten Platz war der Golden Pixel Award Galaabend ausgebucht. Die lockere Atmosphäre des Marxpalasts in Wien sorgte für gutes Feeling und Networking Charakter. Was die Veranstalter des 12. Golden Pixel Awards – der VFG und der Fachverlag EMGroup – besonders freute, war die hohe Einreichqualität und mit 198 Einreichungen ein neuer Beteiligungsrekord. Die Jury unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Sobotka hatte somit alle Hände voll zu tun, um aus der Fülle von hervorragenden Projekten die Sieger zu bestimmen. Als Jurymitglieder waren heuer vertreten: Anton Albert, Alfred Bartosch, Ingeborg Dockner, Prof. Dr. Wolfgang Faigle, Carina Felzmann, Dipl.-HTL-Ing. Franz König, DI Christian Kornherr, Andrea Neuwirth, Rolf F. Rehe, Mag.art Dr.phil. Peter Stasny sowie Dkfm. Gerhard Wasshuber. Der Golden Pixel Award ist die österreichische Auszeichnung für fortschrittliche und innovative Druckprojekte und wurde heuer in folgenden 14 Kategorien vergeben: - Ökologisch & Umweltfreundlich - Akzidenzen - Geschäftsberichte - Plakat & Visuelle Kommunikation - Buch & Bildbände - Direct Mail & TransPromo - Cross Media Projekte (plattformübergreifende Anwendungen) - Hybridproduktion - Magazine - Printer’s Best – Eigenprojekte Druckereien - Studentenprojekte mit internationaler Beteiligung - Verpackung & Veredelung - Etiketten - Flexodirektdruck auf Wellpappe Der Golden Pixel Award zeichnet nicht nur das Endprodukt aus, sondern hebt vor allem den gesamten Projektgedanken hervor und bewertet somit die Qualität des Produkts in seiner Gesamtheit. Neu waren in diesem Jahr

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In insgesamt 14 Kategorien wurden heuer die begehrten Golden Pixel Statuen verliehen. Foto: Golden Pixel Award/Franz Reiterer

Erstmals führte Moderatorin Katrin Lampe durch das Programm. Foto: Golden Pixel Award/Franz Reiterer

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leute/events

Die Golden Pixel Trophy, also das beste Projekt der 14 Kategorien, ging heuer an die Grasl Druck & Neue Medien GmbH für das Projekt »Raum für die Zukunft – BIG Nachhaltigkeitsbericht 2011«. Foto: Golden Pixel Award/Franz Reiterer

die Kategorien Etiketten und Flexodirektdruck auf Wellpappe in Zusammenarbeit mit dem Forum Wellpappe Austria. Damit reagierten die Veranstalter auf die starke Entwicklung von Einreichungen aus dem Verpackungsbereich. Die anfängliche Befürchtung, dass sich knapper gewordene Print-Budgets auf die Einreichqualität auswirken werden, konnte eindrucksvoll widerlegt werden. »Wir freuen uns über die hohe Einreichqualität des diesjährigen Golden Pixel Awards. Die Projekte stehen für eine lebendige und kreative Druckindustrie, was uns sehr freut«, betont Juryvorsitzender Dr. Werner Sobotka.

Eine Auszeichnung, die wirkt Der Golden Pixel Award ist der Award für die österreichischen Druck- und Medienindustrie. Die Gewinner des Golden Pixel Awards setzen die Auszeichnung in der Kommunikation mit ihren Kunden ein und verstehen sie als Anerkennung ihrer hervorragenden Leistung. Unternehmen wie Grasl Druck & Neue Medien,

Die glücklichen Golden Pixel Award Gewinner 2012. Foto: Golden Pixel Award/Franz Reiterer

Paul Gerin, Gutenberg-Werbering, Plandruck +, Gugler, digidruck.at, Styria Print, agensketterl, Leykam Druck, Marzek Group und Smurfit Kappa Interwell GmbH & CoKG reihten sich dieses Jahr in die Siegerliste der Druckereien ein. Renommierte Auftraggeber wie BIG Bundesimmobiliengesellschaft, Umdasch AG, Julius Meinl Austria GmbH, Falstaff Verlags-GmbH bzw. Agenturen wie Demner & Merlicek, Spreitzerdrei Werbeagentur GmbH oder Alessandri GmbH sorgten für eine Vielzahl von interessanten Projekten. Mit der Golden Pixel Trophy wurde wieder ein Gesamtsieger aller Kategoriesieger ermittelt. Es handelt sich dabei um eine Wanderstatue, die jährlich an den jeweils neuen Gesamtsieger weiter gegeben wird und heuer an Grasl Druck & Neue Medien GmbH für das Projekt »Raum für die Zukunft – BIG Nachhaltigkeitsbericht 2011« vergeben wurde (Auftraggeber: BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H; Agentur: Nofrontiere Design GmbH).

»Der Golden Pixel Award 2012 hat gezeigt, dass Österreichs Druckindustrie ganz hervorragend arbeitet«, meinte Chefredakteur Michael Seidl von PRINT & PUBLISHING. »Mit diesem Award wollen wir Print promoten, und das ist dieses Jahr eindrucksvoll gelungen.«

Die Beziehungen eines Award Der 12. Golden Pixel Award wurde wieder von einer Reihe namhafter Unternehmen unterstützt, die damit nicht nur ihre Wertschätzung zum Ausdruck bringen, sondern ihr Sponsoring als Signal an die Druck- und Medienindustrie verstehen. Als Hauptsponsor hat sich wie schon 2011 der Papierhersteller Lenzing engagiert, der dieses Jahr seinen 130. Geburtstag feiert. Antalis Austria, Burgo, Canon, Chromos mit HP Indigo, Esko, Konica Minolta, Putz Drucktechnik, Rogler und Xeikon engagierten sich in diesem Jahr als Kategoriesponsoren. Erstmals mit dabei: Esko, das Forum Wellpappe Austria und das Lebensministerium.

Die Golden Pixel Award 2012 Sieger Kategorie Ökologisch & Umweltfreundlich Raum für die Zukunft – BIG Nachhaltigkeitsbericht 2011 Einreicher: Grasl Druck & Neue Medien GmbH, 2540 Bad Vöslau Auftraggeber: BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H, 1031 Wien Agentur: Nofrontiere Design GmbH, 1040 Wien Druckerei: Grasl Druck & Neue Medien GmbH, 2540 Bad Vöslau

Kategorie Akzidenzen Think! Kollektionskatalog Frühjahr/Sommer 2012 Einreicher: Habesohn, Doucha Werbeagentur GmbH, 1130 Wien Auftraggeber: Think Schuhwerk, 4794 Kopfing Agentur: Habesohn, Doucha Werbeagentur GmbH, 1130 Wien Druckerei: Paul Gerin GmbH & Co KG, 2120 Wolkersdorf

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leute/events Kategorie Geschäftsberichte Bionic Sense Einreicher: Heidlmair GmbH, 4020 Linz Auftraggeber: Umdasch AG, 3300 Amstetten Agentur: Heidlmair GmbH, 4020 Linz Druckerei: Gutenberg-Werbering GmbH, 4020 Linz

Kategorie Direkt Mail & TransPromo Gradus Mailing Einreicher: Gugler GmbH, 3390 Melk Auftraggeber: Gradus Assekuranzkontor GmbH, 1010 Wien Design: Gugler GmbH, 3390 Melk Druckerei: Gugler GmbH, 3390 Melk

Kategorie Plakat & Visuelle Kommunikation Julia Meinl Einreicher: Demner, Merlicek & Bergmann Werbeges. mbH, 1061 Wien Auftraggeber: Julius Meinl Austria GmbH, 1160 Wien Agentur: Demner, Merlicek & Bergmann Werbeges. mbH, 1061 Wien

Kategorie Cross Media

Druckerei: Plandruck + Gesellschaft m.b.H., 1060 Wien

Prospect Mailing Sterntalerhof

Demner, Merlicek

& Bergmann

Einreicher: Mindworker, 1100 Wien Auftraggeber: Sterntalerhof – Kinderhospiz, 7411 Loipersdorf-Kitzladen Design: Mindworker, 1100 Wien Druckerei: digidruck.at, 1100 Wien

poetrycafe.at

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Kategorie Buch & Bildbände Ein Garten für das 21. Jahrhundert Einreicher: Edition Lammerhuber – Lammerhuber KG, 2500 Baden Auftraggeber: Edition Lammerhuber – Lammerhuber KG, 2500 Baden Design: Edition Lammerhuber – Lammerhuber KG, 2500 Baden Druckerei: Grasl Druck & Neue Medien GmbH, 2540 Bad Vöslau

Kategorie Hybridproduktion Linzlabyrinth Einreicher: agensketterl Druckerei GmbH, 3001 Mauerbach Auftraggeber: Linzlabyrinth – Handelsinitiative der Linzer Seitenstraße, 4020 Linz Design: 100und1 media OG, 1160 Wien Druckerei: agensketterl Druckerei GmbH, 3001 Mauerbach

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leute/events

Kategorie Magazine Falstaff Einreicher: Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl Auftraggeber: Falstaff Verlags-GmbH, 1190 Wien Druckerei: Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl

Kategorie Verpackung & Veredelung Astellas Origamikalender 2012 Einreicher: Spreitzerdrei Werbeagentur GmbH, 1030 Wien Auftraggeber: Astellas Pharma GmbH, 1140 Wien Agentur: Spreitzerdrei Werbeagentur GmbH, 1030 Wien Druckerei: Styria Print Ges.m.b.H., 8101 Gratkorn

Kategorie Etiketten Kategorie Printer’s Best Wir machen uns die Hände schmutzig Einreicher: Gutenberg-Werbering Gesellschaft m.b.H., 4020 Linz Auftraggeber: Gutenberg-Werbering Gesellschaft m.b.H., 4020 Linz

Madeira Collection Einreicher: Marzek Group, 2514 Traiskirchen Agentur: Alessandri GmbH, 1090 Wien Druckerei: Marzek Group, 2514 Traiskirchen

Agentur: mooi-design, 4040 Linz Druckerei: Gutenberg-Werbering Gesellschaft m.b.H., 4020 Linz

Kategorie Flexodirektdruck auf Wellpappe Spar »wie früher« Kategorie Studentenprojekte

Einreicher: Smurfit Kappa Interwell GmbH & CoKG

Kartenspiel »Press Ahead«

Auftraggeber: Fa. Url & CoGmbH, 8141 Unter Premstätten

Einreicher: Hochschule der Medien, D-70569 Stuttgart

Agentur: Atelier Raos Design GmbH, 6850 Dornbirn

Auftraggeber: Hochschule der Medien, D-70569 Stuttgart

Druckerei: Smurfit Kappa Interwell GmbH & CoKG

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leute/events

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leute/events

Wir bedanken uns bei folgenden Partnern

Kategorie

Direkt Mail & TransPromo

Auszeichnung f端r fortschrittliche und innovative Druckprojekte

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business

Im Gespräch: Heidelberg-Vorstand Services Marcel Kiessling

Heidelberg auf Kurs Mit einem hohen Auftragseingang auf der drupa ist Heidelberg in sein neues Geschäftsjahr – beginnend mit 1. April 2012 – gestartet. Mittlerweile ist viel passiert. Das Unternehmen hat mit Dr. Gerold Linzbach einen neuen CEO und mit dem derzeit in der Umsetzung befindlichen Focus 2012-Effizienzprogramm will man wieder in die Gewinnzone kommen. Michael Seidl sprach mit Heidelberg Vertriebs-, Marketing- und Services Vorstand Marcel Kiessling über die Veränderungen, die das Unternehmen derzeit mitmacht. PRINT & PUBLISHING: drupa 2012, eine Messe, die für Heidelberg sehr gut gelaufen ist. Wie stellen sich aktuell Auftragslage und -eingänge dar? Und was hat sich seit der Messe bei Heidelberg getan? Marcel Kiessling: Die Messe war – unter Berücksichtigung der allgemeinen Situation der Branche – gut für uns. Wir konnten rund 890 Millionen Euro Auftragseingang im ersten Quartal verbuchen – den höchsten, den wir in den letzten vier Jahren hatten. Wir haben in Summe rund 2.000 Bestellungen aus

80 Ländern erhalten. Was uns auch gefreut hat, ist, dass 30 Prozent der Aufträge absolute drupa Neuheiten betrafen. Vor allem die neue Speedmaster SX-Plattform, von der wir inzwischen mehr als 1.000 Druckwerke verkaufen konnten, ist gut angelaufen. Wir haben auch etliche Abschlüsse mit der XL 106 realisiert, darunter einige Wendemaschinenprojekte. Speziell hier kamen die Aufträge aus den industrialisierten Ländern. Zudem haben wir die XL 145 und XL 162 gut verkauft, speziell im Verpackungsbereich und an Web-to-Print-Unternehmen. Mit der

Markteinführung der XL 75 Anicolor sind wir auch zufrieden. Die erfolgreiche Messe darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich am Umfeld der Branche und an der Gesamtsituation Grundlegendes geändert hat. Die Situation war vor der Messe und bleibt auch aktuell herausfordernd. Sowohl für unsere Kunden als auch für Heidelberg selbst. P&P: Die drupa hatte aber auch den Effekt, dass mehr Aufträge aus den sogenannten Emerging Markets kamen?

Auf der drupa 2012 verzeichnete Heidelberg einen Auftragseingang von 890 Millionen Euro. Foto: Messe Düsseldorf

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business MK: Traditionell erhalten wir einen Großteil der Aufträge aus Deutschland. China war heuer Nummer zwei, und dann kamen überraschend die USA auf Platz drei, gefolgt von Japan. Letztere beiden haben uns wirklich positiv überrascht, da wir gespürt haben, dass sich dort ein gewisser Investitionsstau auflöst. Ebenso positiv überrascht haben uns die Schwellenmärkte. Insbesondere der Nahe Osten war erstaunlich stark. Weniger gut gelaufen sind klarerweise die südeuropäischen Länder wie Griechenland, Italien oder Spanien. Aber nochmal... die Welt ist grundlegend nicht anders als vor der drupa. P&P: Kann man aufgrund der erfolgreichen drupa schon sagen, ob sich das auf das Gesamtergebnis von Heidelberg auswirken wird, oder ist es noch zu früh darüber eine Aussage zu treffen? MK: Wir liegen in diesem Geschäftsjahr bisher absolut in der Planung. P&P: Im Quartalsbericht, der nach der drupa 2012 publiziert wurde, stand zu lesen, dass Heidelberg die Vertriebsorganisationen neu ausrichtet und an die veränderten Marktgegebenheiten anpasst. Dazu würden die Vertriebs- und Serviceprozesse in den Industrieregionen harmonisiert und stärker zentralisiert sowie die Präsenz in den Schwellenländern wie China, Indien, Russland und Brasilien weiter ausgebaut. Würden Sie uns diesen Prozess bitte näher erklären sowie die organisatorischen Zusammenhänge? Ist das ein Teil des Focus 2012-Programmes? MK: Focus 2012 ist das Effizienzsteigerungsprogramm von Heidelberg mit dem Ziel, ab 2013/14 180 Millionen Euro einzusparen, um im nächsten Geschäftsjahr auch wieder einen Gewinn zu erzielen. Das Programm beinhaltet verschiedene Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens. Das betrifft in erster Linie Kapazitätsanpassungen in allen direkten Bereichen wie etwa in der Produktion aber auch in einzelnen Servicebereichen, sofern Überkapazitäten vorhanden sind. Weiter die Anpassung und Überprüfung aller Strukturkosten wie Administration und Verwaltung. Das Programm ist im Frühjahr angelaufen und in den Zentraleinheiten bereits weitgehend umgesetzt. Es gibt desweiteren Maßnahmen, die einer längerfristigen Betrachtung bedürfen. Hierzu zählen im Besonderen die Aktivitäten, die sich auf die Vertriebsorganisation auswirken. Wir müssen uns im Markt auf die veränderten Strukturen in der Druckindustrie ausrichten. Die Märkte verändern sich, es gibt weniger Druckereien, und die verbleibenden Unter198|12 print+publishing

Marcel Kiessling: »Wir müssen uns im Markt auf die veränderten Strukturen in der Druckindustrie ausrichten. Die Märkte verändern sich, es gibt weniger Druckereien, und die verbleibenden Unternehmen haben unterschiedlichste Anforderungen«. Foto: P&P

nehmen haben unterschiedlichste Anforderungen.

P&P: Warum diese Maßnahmen gerade jetzt so massiv?

P&P: Wie dürfen wir das verstehen?

MK: Warum wir das tun? Weil sich unser Markt dramatisch verändert hat und Heidelberg seit mehreren Jahren Verluste schreibt. Eine Situation, die wir nicht akzeptieren. Wir haben den gleichen Anpassungsdruck wie unsere Kunden, mit denen wir in einem Boot sitzen. Und unsere Kunden verstehen das. Nehmen Sie als Beispiel China: Aktuell haben wir dort Investitionsbedarf. Wir brauchen dort mehr Service- und Vertriebskollegen. Ähnlich die Entwicklung in anderen aufstrebenden Märkten. Andersherum haben wir in den industrialisierten Regionen einen anderen Unterstützungsbedarf bei industriell arbeitenden Unternehmen, die rund um die Uhr drucken und produzieren. Diese Firmen haben einen ganz anderen Bedarf an Serviceleistungen bei gleichzeitig höherem Anspruch. In Summe haben wir es aber mit insgesamt weniger Druckereien und Kunden zu tun.

MK: Die Schwellenländer haben grundsätzlich Investitionsbedarf bei Service, Vertrieb und die eigene Infrastruktur, während in Industrieländern generell gesprochen eher der Schwerpunkt auf Effizienzsteigerung oder Kostenreduktion liegt. Zurückkommend auf Focus 2012 heißt das, dass wir derzeit Anpassungen in den Marktorganisationen durchführen, um Kosten zu optimieren. Strukturen im weltweiten Vertrieb und Service werden überprüft und angepasst. Die Leitlinie ist, dass wir die Funktionen, die für den direkten Kundenkontakt zuständig sind – also Vertrieb und Service – grundsätzlich nicht verändern. Alles andere hinter den Kulissen wie Support, Auftragsabwicklung, Vertriebsunterstützungsfunktionen, eine Spezialisten- oder Finanzfunktion werden wir bündeln oder über Märkte oder Regionen hinweg effizienter organisieren. Einige Projekte sind schon vor einem halben Jahr in Gang gesetzt worden. Zum Beispiel die Zusammenlegung von Verwaltungsfunktionen in den Ländern Tschechien, Slowakei, Ungarn und Österreich. Da lassen wir, wie schon vorhin erwähnt, die Vertriebs- und Serviceorganisationen in den jeweiligen Ländern vor Ort unangetastet. Aber die Verwaltungsprozesse – und das war übrigens der Vorschlag der Kollegen in dieser Region – werden verändert, um dadurch effizienter und besser zu werden. Ebenso denken wir daran, die Betreuung bei Spezialmaschinenprojekten grenzübergreifend zur Verfügung zu stellen.

P&P: Wie lösen Sie das? Wird es dann quasi Servicehotspots geben, die für derartige Einsätze zur Verfügung stehen? MK: Exakt, das wird der Weg sein. Wir reden von globalen und regionalen Kompetenzzentren, um sicher zu stellen, dass wir die 24-Stunden-Erreichbarkeit und die entsprechende Expertise bereitstellen können. Dazu gehört auch das Angebot, ein Unternehmen vollkommen von A bis Z zu betreuen. P&P: Das von Ihnen beschriebene Konzept mit Focus 2012 wurde ja vor Amtsantritt

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business etwa 2.000 Stellen weniger haben werden – also unter 14.000 Mitarbeiter weltweit. P&P: Das ist die Grenze? MK: Ich bin mir nicht sicher, ob das Wort »Grenze« hier richtig ist. Die Frage ist, wie sich der Markt entwickelt. Gestützt auf Prognosen und Studien ist das die Größe, die zu Heidelberg passt. P&P: Wird es Ihrer Meinung nach in der Druckmaschinenzulieferindustrie zu weiteren Konsolidierungen kommen?

Marcel Kiessling meint, dass Heidelberg gemeinsam mit den Kunden den Strukturwandel erfolgreich gestalten will. Und hier sieht er noch genug Potenzial, um innovative Lösungen zu entwickeln, bei denen Druck im Kommunikations- und Marketingmix eine wichtige Rolle spielt. Foto: P&P

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des neuen CEO Dr. Gerold Linzbach entwickelt und begonnen. Trägt der neue CEO das nun in voller Form mit? MK: Das Programm wird inhaltlich so fortgesetzt wie es angedacht war, um Heidelberg profitabel zu machen. Dr. Linzbach sieht das selbstverständlich genauso. Dazu gehört, dass wir die Wachstumsmöglichkeiten, die wir für Heidelberg in den Bereichen Schwellenländer, Verbrauchsmaterial, Verpackungs- und Digitaldruck sehen, voll ausschöpfen. Wir müssen unsere Prozesse und Strukturen in den Industrieländern abgleichen und harmonisieren. Das führt zu einer gewissen Ressourcenverschiebung auch in den Schwellenländern, daher müssen wir die Anpassung der Marktorganisationen über die nächsten Jahre vorantreiben. P&P: China wächst nach wie vor zu Ihrer Zufriedenheit?

MK: Das Werk hat mit der fertigen dritten Ausbaustufe eine gute Auslastung, da wir nun auch dort Maschinen Im Format 70 x 100 in Standardkonfigurationen bauen. Wir sind mit Qingpu sehr zufrieden und es war für Heidelberg ein wichtiger Schritt, um den chinesischen Markt weiter zu erschließen. P&P: Das Heidelberg Schiff bewegt sich in diesen rauen Zeiten hinsichtlich der Wirtschaftskrise als auch der veränderten Bedingungen in der Druckindustrie auf herausforderndem Kurs? P&P: Das würde ich bestätigen. Mit der drupa im Rücken haben wir aber die richtigen Produkte und Dienstleitungen, wir haben unsere Marktführerschaft in der Krise gehalten und teilweise leicht zugelegt und definitiv nicht verloren. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Strukturveränderung der Branche beschleunigt. Diese war vorher schon da und geht weiter.

MK: Lassen Sie mich es so formulieren: Der chinesische Wachstumsmotor stottert derzeit etwas, da das Exportwachstum in China zurückgegangen ist. In Summe war das Wirtschaftswachstum nun mit knapp über 7 Prozent eher gering, für chinesische Verhältnisse eigentlich ein Stillstand. China braucht ein Wachstum über 8 Prozent, um die Maschine am Laufen zu halten. Uns stimmt natürlich zuversichtlich, dass nun eine neue Regierung in die Verantwortung kommt und viel Geld vorhanden ist, um Wachstum im Land unabhängig vom Export zu finanzieren. China ist meiner Meinung nach in einer gesunden Wachstumsphase.

P&P: Wenn dieser Prozess getan ist, wie viele Mitarbeiter wird Heidelberg dann haben?

P&P: Das Werk in der Nähe von Shanghai ist gut ausgelastet?

MK: Wir haben zu Beginn des Effizienzprogramms gesagt, dass wir bis zum Jahr 2014

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P&P: Diese Krise hat die Branche mehr getroffen als der Schock im Jahr 2001? MK: Ja, das ist richtig. Daher haben wir die Strukturen angepasst und werden alles daran setzen, wieder profitabel zu werden. Unsere Kunden erwarten von Heidelberg, dass wir wie in der Vergangenheit ein stabiler Partner sind, der in der Lage ist, in die Entwicklung von Innovationen oder neuen Geschäftsmodellen zu investieren. Und das setzt voraus, dass wir Geld verdienen.

MK: Aktuell sehe ich da keine Ansatzpunkte. Allerdings müssen sich alle Anbieter überlegen, ob Kooperationen in unterschiedlichen Bereichen nicht sinnvoll sind, um bessere Lösungen effizienter anbieten zu können. P&P: Wie argumentieren bzw. begründen Sie die Entscheidung von Heidelberg, nicht an der Ipex 2014 teilnehmen zu wollen? Gehört das zu Ihrem vorhin angesprochenen Transformationsprozess? MK: Das ist Teil des Prozesses, wobei Heidelberg offensichtlich nicht der einzige Hersteller ist, der von einer Teilnahme absieht. In Industrieländern kennen wir in der Regel alle Kunden und haben gute und langjährige Beziehungen zu ihnen. Eine Messe als Marketinginstrument macht vor allem im Hinblick auf Neukundenkontaktgewinnung sowie der Vorstellung von neuen Produkten und Dienstleistungen Sinn. Dieses Instrument verliert in Industrieländern immer mehr an Bedeutung. Wir werden unsere Kunden in Industrienationen zukünftig themenspezifisch und damit direkter und persönlicher in unserer eigenen Infrastruktur mit unseren Experten ansprechen. Daher haben wir uns entschieden, nicht an der Ipex 2014 teilzunehmen. Messen in Schwellenländern wie z. B. die China Print, Print China oder die Expografica in Brasilien werden weiterhin ihre Bedeutung für uns behalten. Daher werden wir an diesen Messen teilnehmen. Die drupa hat hier eine Sonderrolle, sie ist die weltweite Leitmesse. P&P: Zurzeit gibt es ja eine lebhafte Diskussion rund um die drupa 2016, was Laufzeit und Frequenz betrifft. Wie ist Ihre Meinung als größter Aussteller dazu? MK: Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir die drupa als die globale Leitmesse für die Industrie sehen. Und diese Funktion hängt an diesem 4-Jahres-Rhythmus, da die dazu erforderlichen Investitionen auch nur in diesem Zeitraum getätigt werden print+publishing 198|12


business können. Deswegen sprechen wir uns für die Beibehaltung dieses Rhythmus aus und sehen eine Diskussion über die Dauer als notwendig an. Die Entscheidung, die Messe jetzt auf 11 Tage zu verkürzen, begrüßen wir. (Anmerk. d. Redaktion: Dieses Interview entstand knapp vor der Bekanntgabe der Entscheidung des drupa-Komitees, die nächste Messe im Jahr 2016 mit eine Länge von 11 Tagen veranstalten zu wollen.) P&P: Wo sehen Sie die aktuellen Wachstumspotenziale für Heidelberg? Stichworte »Verpackung«, »Digitaldruck«, »Electronic Printing«, »Umwelt«, »Lohnfertigung«, »Verbrauchsmaterialien« etc. – wie haben sich diese Bereiche entwickelt? MK: Bei den Verbrauchsmaterialien sind wir, so denke ich, auf einem guten Weg. Wir liegen derzeit bei einem Marktanteil von 4,5 Prozent in einem 8 Milliarden Euro Markt und peilen mittelfristig 7 Prozent an. Unser Angebot an Verbrauchsmaterial unter dem Namen Saphira ist komplett und wir harmonisieren stetig. Wir sind zudem mit der Einführung der Saphira EcoLine sehr zufrieden, da es durch den zertifizierten Einsatz des Verbrauchsmaterials für den Anwender möglich ist, umweltfreundlich zu produzieren. Innerhalb unserer HEI ECO Kampagne haben wir das auch sehr stark vorangetrieben. Wir sind mittlerweile ein wichtiger und wachstumsstarker Partner für viele Verbrauchsmaterialhersteller geworden, da wir weltweit tätig sind und entsprechende Volumina mit insgesamt etwa 400 Millionen Euro Umsatz generieren. Viele Hersteller von Verbrauchsmaterialien überdenken aus Kostengründen ihre Vertriebswege, da empfiehlt sich Heidelberg mit seinem weltweiten Kundenzugang als interessanter Partner. Mit dem Wachstum im Bereich der Verpackung sind wir sehr zufrieden. Die Zahlen der CX 102 stimmen uns sehr positiv, mit der XL 105 und XL 106 und den Großformatmaschinen im Format 6 und 7b legen wir bei Verpackungsdruckern zu und gewinnen Marktanteile. Unsere Technologie bringt den Verpackungsdruckern nicht nur die Produktivität, sondern das Gesamtpaket stimmt. P&P: Mit dem Gesamtpaket meinen Sie nicht nur den Service, sondern auch den Bereich Vorstufe und die Verpackungsendfertigung wie Stanzen oder Faltschachtelfertigung? MK: Ja, genau. Und da sind wir mittlerweile bei allen großen Verpackungskonzernen weltweit tätig, was uns auch durchaus stolz macht, wenn man bedenkt wie anspruchsvoll die Lieferantenauswahl dieser Gruppen ist. Dazu gehört auch unser Prinect Packaging 198|12 print+publishing

Workflow, der auf der drupa vorgestellt wurde und bei den Kunden gut aufgenommen wurde. Der Bereich New Ventures, also die Fertigung für Dritte, da sind wir mit vielen unterschiedlichen Unternehmen aus den Bereichen Automotive oder Maschinenbau unterwegs. Wir erwirtschaften hier aktuell einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro. Das ist ein laufendes Geschäft, und es entwickelt sich erfreulich gut. Wir bestücken hier beispielsweise Leiterplatten für Solarwechselrichter, um nur ein spannendes Projekt zu nennen. Beim Digitaldruck sind wir in der weltweiten Roll-out-Phase mit unserem Partner Ricoh. Weltweit haben wir mittlerweile rund 100 Maschinen verkauft und installiert. Die Kooperation läuft gut und es bestätigt sich, dass eine Digitaldruckmaschine mit einer Leistung von 75 oder 90 Seiten in Verbindung mit einer Anicolor Kleinformatmaschine die wirtschaftlich effizienteste Lösung für den Druck kleiner Auflagen ist und darüber hinaus genügend Flexibilität bietet, auch variable Aufträge abzudecken. Wichtig bei diesem Thema ist auch die von uns angebotene Prinect Hybrid Workflowlösung für Digital und Offset, die ebenfalls auf der drupa präsentiert wurde. Meines Wissens nach ist das auch die einzige integrierte Lösung am Markt, die derzeit verfügbar ist. Ein ganz klarer Erfolgsfaktor, um schnell und sicher die richtige Produktionsentscheidung zu treffen. Wichtig hierbei ist auch das Color Management. Parallel dazu haben wir die Aktivitäten rund um Linoprint L, also die Label- und Verpackungsanwendungen auf Inkjet-Technologie ausgeweitet. Hier haben wir einige Maschinen mit Spezialanwendungen installiert. Diese gehen z. B. direkt in den Pharmabereich, wo Faltschachteln am Ende des Produktionsprozesses mit variablen Daten bedruckt werden. P&P: Spüren Sie eine Reflexion des Marktes, was Ihre nicht unerheblichen Bestrebungen in Bezug auf Ökologie betrifft? Die EcoPrint Messe in Berlin war ja eine schöne Initiative, litt aber doch unter mangelnden Besucherzahlen. MK: Unsere Meinung dazu ist ganz klar. Ökologie macht Sinn, da es auch ökonomisch Sinn macht und man unterm Strich Geld sparen kann. Das ist besonders wichtig in Zeiten, in denen alle Druckereien Kostendruck haben. Daher legen wir großen Wert auf die Senkung des Energieverbrauchs oder die Makulaturreduzierung bei der Entwicklung unserer Maschinen. Unser Aufwand für die EcoPrint war sehr überschaubar, hat uns jedoch sehr viele gute und interessante Leads und Ideen gebracht, da sich neben Kunden ebenfalls viele Agentu-

ren und Print Buyer - und damit die Einkäufer von Print - intensiv über ökologisches Drucken erkundigt haben. P&P: Wie und wo sehen Sie Heidelberg nun in der sich ändernden Medienwelt? MK: Uns ist sehr wohl bewusst, dass unser angestammtes Geschäft die Druckindustrie ist. Es liegen noch immer Welten zwischen den Umsätzen, die wir in der Druckindustrie generieren und jenen außerhalb der Druckindustrie. Wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden diesen Strukturwandel erfolgreich gestalten. Und hier sehe ich noch genug Potenzial, um innovative Lösungen zu entwickeln, bei denen Druck im Kommunikations- und Marketingmix eine wichtige Rolle spielt. Wir müssen alle gemeinsam – Druckereien, Hersteller, Medien - die Vorteile gedruckter Kommunikation wesentlich stärker propagieren. Ein anderes wichtiges und zentrales Thema ist die Integration. Produktionsprozesse müssen wie in anderen Branchen kontinuierlich optimiert werden. Integration bringt schnellere Durchlaufzeiten, mehr Transparenz und geringere Kosten. Hierzu haben wir für unsere Kunden mit Prinect und mit unseren Lösungen sehr gute Angebote. P&P: Wie gestaltet sich nun nach der drupa die Zusammenarbeit mit Landa Corp.? Gibt es dazu etwas Neues? MK: Wir haben ja angekündigt, dass wir eine Form der Zusammenarbeit prüfen. In dieser Situation sind wir noch. Es findet ein reger Austausch der Technologie-Experten statt, um das Verständnis beider Seiten zu festigen. Mehr kann ich Ihnen dazu noch nicht sagen. Dass wir Potenzial sehen, haben wir auf der drupa ja eindeutig gesagt. Herr Kiessling, haben Sie herzlichen Dank für das Gespräch. Der aktuelle Vertrieb von Heidelberg Derzeit sind rund 4.500 MitarbeiterInnen in den 30 Verkaufs- und Serviceorganisationen von Heidelberg beschäftigt, davon etwa 2.500 ausschließlich im Servicebereich. Es werden mit Nordamerika, Brasilien, Westeuropa, Osteuropa, China und Asien/Pazifik insgesamt sechs große Verkaufsregionen abgedeckt. In den Emerging Markets geht man bei Heidelberg von einer Wachstumsrate an Druckvolumen von 6 Prozent aus. Das dürfte wohl mit ein Grund sein, warum jetzt schon etwa 33 Prozent der Angestellten im Service und Vertrieb in diesen Wachstumsländern beschäftigt sind.

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Xerox und die Arbeitswelt von morgen

Ein Blick in die digitale Kristallkugel Xerox hat kürzlich im Rahmen eines Business Breakfast zum Thema »Reise in die Zukunft« einen Ausblick darauf gegeben, wie wir in Zukunft arbeiten werden. Neuerungen, die das effektive Managen von Wissen und intellektuellem Kapital ermöglichen, wurden dabei ebenso live präsentiert wie Lösungen für die mobile Arbeitswelt und für nachhaltiges Outputmanagement.

Das Unternehmen betreibt weltweit fünf Forschungszentren und hält mehr als 10.700 aktive Patente. Zu den Kernbereichen der Forschung bei Xerox zählen etwa Themen wie Farbwissenschaft, Digital Imaging, elektromechanische Systeme, Materialforschung sowie andere Disziplinen, die in Verbindung mit Druck- und Dokumentenmanagement stehen. Eines der fünf Xerox Forschungszentren befindet sich in Frankreich. Die Arbeit am Forschungszentrum XRCE (Xerox Research Centre Europe) konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Technologien zur Dokumenten- und Informationsverarbeitung, um die Produktivität am Arbeitsplatz und Geschäftsprozesse zu verbessern. Ziel ist es, neue Technologien der Dokumentenverarbeitung zu kreieren, die in der Geschäftswelt ankommen und gebraucht werden. Dabei sollen Sprache, Ort oder Medium des Dokuments keine Einschränkung darstellen.

Das Dokument 3.0 Virtualisierung ist ein heißes Thema, und in Fachkreisen wird bereits über die Weiterentwicklung des Internets in Richtung Web 3.0 gesprochen. Eine Frage, die Xerox hier beschäftigt, ist, wie sich das Dokumentenmanagement durch diese technologischen Fortschritte verändert. Denn auch die Rolle von Dokumenten, ihre Form, Funktion und Definition wandeln sich und mit ihnen unsere Arbeitsweise. In den vergangenen 25 Jahren sind unsere Dokumente dynamischer und vielfältiger geworden: Sie enthalten heute neben Textinfomationen auch Bilder, Multimedia-Content und Hyperlinks. Dokumente können Inhalte automatisiert und verknüpft mit den Managementinformationssystemen des Unternehmens aktualisieren. Durch die Beschaffenheit und Zugänglichkeit von Dokumenten wird die Informationssuche

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vereinfacht und sich so auch automatisch produktivitätssteigernd auswirken.

eDiscovery Der Multi-touch Tisch Die Wissenschaftler von Xerox haben ein Prototyp-System namens »Smart Document System« kreiert, durch das User mit Hilfe eines berührungsempfindlichen Multi-touch Tisches Dokumente klassifizieren und bearbeiten können. Dahinter steckt die Idee, mit elektronischen Dokumenten auf die gleiche Weise zu arbeiten, wie mit Hardcopy-Dokumenten. Die Smart Document System-Technologie hilft den Nutzern ähnliche Dokumente einfach anzuordnen, sie zu vergleichen, zu skalieren oder in einer Ecke des Tisches virtuell zu stapeln. Dabei ist das System selbstlernend – es lernt zum Beispiel vom Benutzer, welche Dokumente und Informationen wichtig sind. Das nutzt sein angelerntes Wissen automatisch, um Millionen von Dokumenten zu sortieren und zu kategorisieren und hilft so Arbeitsprozesse zu

vereinfachen. Konkrete Anwendungen wurden hier zum Beispiel für die Vorbereitung von Anwälten auf große Gerichtsprozesse entwickelt. Beim BAWAG Prozess etwa wäre die Lösung, die sich derzeit in der Pilotphase befindet, wohl hilfreich gewesen.

Mobile Arbeitswelt Mobile Printing Seit neuestem kann nicht mehr nur von Notebooks und Desktop-PCs aus gedruckt werden. Mit der Mobile Print Solution von Xerox kann auf einfache, praktische und sichere Weise ohne Installation von Druckertreibern von jedem E-Mail-fähigen Gerät aus gedruckt werden – egal ob Smartphone, iPad, Cisco Cius oder Notebook. Die Mobile Print Solution ist eine Lösung für Unternehmen mit vielen mobilen Mitarbeitern, die flexiblere Möglichkeiten zum Drucken brauchen. Dabei kann eine App zum Beispiel auf einer Karte die in der Umgebung liegenden Drucker anzeigen, auf denen gedruckt werden kann.

Spannende Einblicke in die Zukunft der Arbeitswelt präsentierte Mario Jarmasz vom Xerox Forschungszentrum in Grenoble. Foto: Xerox

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Übernahme der Online Print Solutions Efi erweitert Web-to-Print-Portfolio Efi erweitert sein Web-to-Print-Portfolio auf Cloud-Basis durch die kürzlich bekanntgegebene Übernahme der Online Print Solutions (OPS). Die OPS-Lösungen werden nun in die Sparte Produktivitätssoftware von Efi eingebunden. Neben Digital StoreFront sollen die OPS-Lösungen weiterhin zum Kauf angeboten werden, bereits in naher Zukunft wesentliche Funktionen für medienübergreifendes Marketing und variable Daten in Digital StoreFront und Efi-Branchenlösungen integriert werden

sollen. Integriert werden soll die OPS-Plattform zudem mit den digitalen FieryFrontends, um OPS-Anwendern eine nahtlose Vernetzung mit den zahlreichen von Fiery angesteuerten Druckermodellen – etwa von Xerox, Ricoh, Canon oder Konica Minolta – zu ermöglichen. Über die kommenden Jahre schließlich möchte Efi die Stärken der OPS- und Digital StoreFront-Technologie in einer einzigen Plattform vereinen. Geplant ist ein Upgrade, das allen Kunden mit laufendem Wartungsvertrag für eines der beiden Systeme zur Verfügung gestellt wird. Finanzielle Details der Akquisition wurden nicht bekannt. Mit wesentlichen Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2012 von Efi wird jedoch nicht gerechnet.

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Mathias Bäuerle GmbH nicht zu retten Zeichen stehen auf Zerschlagung Für die insolvente Mathias Bäuerle GmbH (MB) gibt es keine Rettung mehr. Der Betrieb wird am 01. Dezember stillgelegt, Gebäude samt Inventar sollen verkauft werden. Wie auf einer Betriebsversammlung kürzlich verkündet wurde, verlieren alle 153 Beschäftigte Ende November ihren Arbeitsplatz. Ob ein Sozialplan zustande kommt, ist derzeit noch ungewiss. Grund für den Insolvenzantrag war nicht zuletzt ein schleppender Auftragseingang. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Martin Mucha der Anwaltskanzlei Grub Brugger & Partner, hat sich bereits auf die Zerschlagung eingestellt. Vor der drupa waren die Kunden zurückhaltend. Schon während und auch nach der Messe hatte sich der Auftragseingang bereits wieder stabilisiert. Deshalb standen die Vorzeichen für eine Fortführung und erfolgreiche Sanierung des Unternehmens gut, hatte Mucha noch Ende Juli signalisiert. Auf der Homepage des Unternehmens steht noch immer, der in Insolvenz geratene Herstel-

Foto: Mathias Bäuerle

ler von Kuvertier- und Falzmaschinen suche einen neuen Investor. Die Rettungsbemühungen verliefen jedoch offenbar im Sand. Was die Versorgung von Anwendern mit Ersatzteilen betrifft, so werde es mit Sicherheit eine Lösung geben, meinte Andreas Posner von der druma auf unsere Anfrage. Das Innsbrucker Unternehmen hatte zuletzt MB in Österreich vertreten.

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Gemeinsame Weiterentwicklung CUG-Deutschland e.V. gegründet Durch den CUG-Deutschland e.V. (Océ Cosmos User Group) erhalten die Mitglieder des neu gegründeten Vereins erstmals die Möglichkeit, aktiv an der Weiterentwicklung der Software mitzuwirken. Die Gründungsmitglieder nutzen Océ Cosmos seit mehreren Jahren zur Steuerung ihrer Output-Prozesse in unterschiedlichen Segmenten. Initiiert wurde die User Group von Jürgen Helfer, Mitglied der Geschäftsleitung Océ-Deutschland GmbH und Gründungsmitglied der Océ Cosmos User Group. Der Zweck des gemeinnützigen Vereins ist die Förderung des Erfahrungsaustauschs und die Vertretung der Benutzerinteressen. Gemeinsame Veranstaltungen und ein regelmäßiger Informationsaustausch sollen klären, welche Funktionalitäten in Zukunft entwickelt werden sollen, wie Anwender im Dokumenten-Management noch mehr unterstützt werden und wie Prozesse zukünftig bei sich ändernden Herausforderungen optimal gesteuert werden können.

Die Gründungsmitglieder der CUG-Deutschland (v.l.n.r.): Ulf Thiele (Interkommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm GmbH), Jürgen Helfer (Océ-Deutschland GmbH), Robert Steinke (EagleBurgmann Germany GmbH & Co. KG), Karl Jegglin (GM Consult IT GmbH), Klaus-Peter Ehrlich-Schnelting (RES Consulting GmbH), Oliver Simon (arvato direct services Gütersloh GmbH) und Christian Kempf (Fiducia, IT AG). Es fehlt der Vorsitzende Lars Prüssing (quindata GmbH).

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Verknüpfung von Offline- und Online-Inhalten Wall Street Journal Technology Innovation Award In der zwölfjährigen Historie des Wall Street Journal Technology Innovation Award, die Auszeichnung für bahnbrechende Technologie-Innovationen, ist die Printechnologics GmbH der erste Gesamtsieger aus Deutschland. Aus insgesamt 536 Bewerbungen aus zwei Dutzend Ländern kürten die Reporter des Wall Street Journal gemeinsam mit einer hochkarätigen Jury aus Risikokapitalgebern, Unternehmen und Wissenschaftlern die 37 vielversprechendsten Konzepte in 18 Kategorien. Printechnologics überzeugte mit einem Verfahren, bei dem Informationen durch einfaches Auflegen einer Karte oder eines Gutscheins auf ein Touchpad

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an ein Smartphone oder einen Tablet-PC übertragen werden. Für diesen unsichtbaren Code, der Online- und Offline-Welt nahtlos verknüpfen soll, wurde das Foto: Printechnologics GmbH Unternehmen mit dem Wall Street Journal Technology Innovation Award in Gold ausgezeichnet. Das Code-Verfahren von Printechnologics begeisterte die Juroren vor allem durch seine Einfachheit. Bei dem Touch-Code werden Markierungen hinterlegt, die mit Hilfe einer App oder auf einer Webseite ausgelesen werden. Die Technik wird beispielsweise bei Konzertkarten genutzt. Legt man diese mit dem Code auf den Bildschirm eines Smartphones, kann über eine App ein Video des Konzerts gezeigt werden.

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messen

digi:media 2013

Positives Feedback aus der Branche Die Planung und Vorbereitung zur digi:media 2013, die von 10. bis 12. April in Düsseldorf stattfinden wird, ist bereits in vollem Gange. Dabei stößt die Fachmesse für commercial publishing & digital printing bei ihrer zweiten Auflage auf positives Feedback aus der Branche. Dieses gilt sowohl der Messe selbst als auch dem breit gefächerten Fachprogramm.

Unter dem Motto »Content trifft Technik trifft Business« ist die digi:media als lösungsorientierte Kongressmesse für die crossmediale, alle Medienkanäle abdeckende Kommunikation konzipiert. Unabhängig davon, ob es um Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Corporate Publishing, Marketing-, Mailing- oder Werbekampagnen geht, immer steht der erfolgreiche Dreiklang von Content, Technik und Business im Fokus, sind die passenden Workflows für erfolgreiche Businessmodelle gefordert. Dementsprechend richtet sich die digi:media an Kreativ- und Werbeagenturen, Druckdienstleister, Copy- und Lettershops, Marketingentscheider sowie die Verlagsbranche. Begrüßt werden von der Branche insbesondere die lösungsorientierte Ausrichtung sowie die Fokussierung auf die Interessen der verschiedenen Besucherzielgruppen. Das positive Feedback lässt sich gut am derzeitigen Anmeldestand erkennen; die Größe der bisher verkauften Ausstellungsfläche bewegt sich im vierstelligen Quadratmeterbereich. Voraussichtlich werden rund 160 Aussteller bei der digi:media dabei sein. Vor allem der lösungsorientierte Workflow-Charakter macht die Messe für die Industrie interessant.

vagentur, Verlagswelt oder Marketer – jede der adressierten Besucherzielgruppen findet ihren Event. Möglich wird dieses umfangreiche und den gesamten Workflow abbildende Veranstaltungsprogramm durch das Netzwerk strategischer Partnerschaften, die die Messe Düsseldorf mit relevanten Branchenverbänden, Verlagen und Brancheninitiativen aufgebaut hat. Der Fachverband Medienproduktioner organisiert am 10. und 11. April in Kooperation mit der Messe Düsseldorf und zahlreichen Partnern und NGOs aus der Industrie so etwa

den 5. Media Mundo Kongress für nachhaltige Medienproduktion. »Die digi:media ist für uns als Fachverband Medienproduktioner und für unsere Mitglieder ein wichtiger Baustein in der aktuellen Wissensvermittlung. Durch die Vortragsforen vor Ort und durch die Technikpräsentationen der Aussteller ist die Messe quasi ein Muss«, unterstreicht Rüdiger Maass, Geschäftsführer des fmp, die Bedeutung der digi:media. »Hinzu kommt, dass der Zyklus als jährliche Messe zwingend notwendig ist, um den schnellen Veränderungen, Innovationen und Neuerungen gerecht zu werden.«

Starkes Netzwerk Auch die Gespräche mit potenziellen Kooperations- und Medienpartnern laufen vielversprechend. Wie schon zur Premiere erwartet die verschiedenen Besuchergruppen ein breit gefächertes fachliches Rahmenprogramm auf den Vortragsbühnen. Unabhängig ob Druckdienstleister, Werbe-, oder Kreati-

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Die Messe Düsseldorf rechnet mit etwa 160 Ausstellern an der digi:media 2013. Foto: Messe Düsseldorf

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media/publishing

Klimawandel beim Book Publishing

Random House und Penguin planen Fusion Europas größter Medienkonzern Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson legen ihre Buchverlage Random House und Penguin zusammen. Der Deal ist die logische Konsequenz der gravierenden Umwälzungen, die der Buchmarkt im letzten Jahrzehnt erfuhr. Unternehmen wie Amazon setzen den etablierten Häusern vehement zu. Mit dem geplanten Zusammenschluss rüstet man sich nun für die Zukunft. Text Stefanie Hermann

Noch ist der Deal nicht unter Dach und Fach, schon spricht man in der Branche von seiner Geschichtsträchtigkeit. Im Zusammenschluss soll der neugegründete Verlag »Penguin Random House« immerhin zwischen 25 und 30 Prozent Anteil am Publishingmarkt erzielen. Bertelsmann wird dem aktuellen Stand der Verhandlungen nach 53 Prozent, Pearson 47 Prozent halten. Den Chefsessel wird der derzeitige CEO der Bertelsmann

und spanischen Publikationen machen werde. Die neue Verlagsgruppe wird daher die Geschäftseinheiten von Random House und Penguin in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika, sowie die Penguin-Aktivitäten in China und die Random-House-Verlage in Spanien und Lateinamerika umfassen.

Die Ausgangsposition

Foto: Random House Markus Dohle, CEO der Bertelsmann Buchsparte Random House Foto: Bertelsmann SE & Co. KGaA

Buchsparte Random House, Markus Dohle, übernehmen, während der aktuelle PenguinVorstandschef John Makinson das Amt des Chairman bekleiden wird. Von dem Deal ausgeklammert wird die deutsche Verlagsgruppe Random House mit Sitz in München, da der neue entstehende Buchkonzern einen großen Teil seiner Geschäfte mit englischen

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Random House, 1925 in den USA gegründet, wurde 1998 mitsamt der Marke von Bertelsmann übernommen und als weltweite Dachmarke etabliert. Diese umfasst mittlerweile rund 200 Verlage (wie etwa Goldmann oder Ebury) in 19 Ländern. Zu den Autoren zählen Größen wie John Grisham und Stephen King. Das Unternehmen landete jüngst mit dem Bestseller Fifty Shades einen Coup. Zwischen März und Ende Juni wurden laut Angaben des Verlags mit 15 Millionen E-Books genauso

Murdoch wehrt sich Auch der Medienmogul Rupert Murdoch, der seit dem Abhörskandal rund um »News of the World«keine größeren Schritte gesetzt hatte, dürfte über die Entstehung des Megaverlages nicht sonderlich glücklich sein. Er will die Fusion von Random House und Penguin nun möglicherweise verhindern, indem er selbst ein Last-Minute-Übernahmeangebot vorlegt. Die Sunday Times berichtete ohne Angabe von Quellen, die News Corp, deren Teil sie auch selbst ist, wolle ein substanzielles Angebot für Penguin vorlegen. Ziel sei der Zusammenschluss mit der eigenen Verlagstochter Harper Collins. Der Zeitung zufolge sei das US-Unternehmen bereit, die stolze Summe von einer Milliarde Pfund (1,25 Milliarden Euro) aufzubringen. Offiziell kommentiert wurde dies jedoch noch von keinem der Beteiligten. print+publishing 198|12


media/publishing viele Exemplare verkauft wie bei den gedruckten Ausgaben. Der Traditionsverlag Penguin wurde 1935 von Allen Lane gegründet. Lane suchte, der Entstehungsgeschichte des Verlags nach, damals für eine Zugfahrt ein Foto: Penguin Books Ltd gleichermaßen gutes wie günstiges Buch. Nachdem er keines fand, gründete er kurzerhand einen eigenen Verlag für die Publikation anspruchsvoller Taschenbücher. Unter den ersten Titeln befanden sich Klassiker wie Ernest Hemingway und Agatha Christie. Auch heute finden sich unter den Büchern mit dem Pinguin-Emblem weitgehend anspruchsvolle Paperbacks. Der Umsatz des Unternehmens liegt bei 1,2 Milliarden Euro (Betriebsgewinn 138 Millionen Euro), jener von Random House bei 1,7 Milliarden Euro (Betriebsgewinn 185 Millionen Euro). Während Random House die derzeit größte Buchverlagsgruppe der Welt ist, ist Penguin nach eigenen Angaben hingegen die bekannteste Buchmarke. Man könnte also meinen, dass beide Verlage auf die Fusion keineswegs angewiesen sind. Die Zusammenlegung der beiden Häuser ist in erster Linie eines: Eine Abwehrreaktion auf den größten Buchhändler der Welt, der die Spielregeln in den letzten Jahren im großen Stil verändert hat – Amazon. Penguins Jahresumsätze von 2005 bis 2011 in Millionen Euro 1100

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Nutzung von E-Readern in den USA 30% 28% 23% Ja

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2011

2012 Quelle: Statista GmbH

die Preise mehr oder minder offen diktiert. Man kann es sich leisten. Über 60 Prozent der gekauften Bücher werden über Amazon vertrieben. Damit rücken auch die traditionellen Buchverlage immer stärker ins Visier des Onlinehändlers. Amazon bietet Autoren in den USA seit 2011 an, ihre Bücher direkt zu verlegen und somit die Buchverlage zu umgehen. Der Anreiz dazu ist groß. Um als Autor ein Buch in der elektronischen Variante über Amazon zu vertreiben, muss man nichts weiter tun als das Manuskript hochzuladen. Verkauf, Zahlungsabwicklung und elektronische Distribution wird vom Online-Händler übernommen. Bis zu 70 Prozent (bei einem Preis von 2,60 bis 8,69 Euro, darunter oder darüber 35 Prozent) erhält der Autor als Tantiemen. Im Vergleich zum durchschnittlichen Autorenhonorar bei gedruckten Büchern (ca. 8 Prozent), ein enorm hoher Betrag. Neben dem finanziellen Anreiz lockt Autoren vor allem auch das höhere Mitspracherecht. Und das nicht mehr nur bei E-Books sondern auch bei den gedruckten Versionen. Gegründet wurde der hauseigene Verlag Amazon Publishing 2009 mit der Un-

termarke AmazonEncore. Mittlerweile umfasst die Dachmarke sieben Verlage mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Langsam wird sie auch zur ernsthaften Konkurrenz, konnte Amazon Publishing doch schon Autoren wie Timm Ferriss gewinnen. Auch die Rechte an der Biographie der Hollywood-Regisseurin Penny Marshall sicherte sich der Newcomer.

Die Verlage im Visier Damit agiert Amazon nun nicht mehr nur offensiv gegen Händler sondern attackiert auch die Verlage. »Die Einzigen, die im Verlagswesen noch nötig sind«, sagte Amazon-Buchvize Russel Grandinetti gegenüber der New York Times, »sind der Autor und der Leser.« Dem Unternehmen zufolge bräuchten Leser also keine Läden und Autoren keine Verlage. Traurigerweise scheinen die jüngsten Zahlen diesem Statement Recht zu geben. Vor allem der Siegeszug der E-Books hat den Abwärtstrend der Branche massiv beschleunigt, Buchhändlern wird der digitale Wandel teils zum Verhängnis. Borders, die größte Buchkette der USA, ging vor Monaten Pleite, wovon wieder –

875

Erwarteter E-Book Absatz in Deutschland in Millionen Stück 800 2005

2006

2008

2009

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70 60,16

Quelle: Pearson

Druck aus dem Internet In den westlichen Industriestaaten schrumpft das Geschäft mit den gedruckten Büchern, während der Markt der E-Books rasant wächst. Im Kontrast zu Apple und Amazon wird der neue Riese vergleichsweise klein sein, dominieren die beiden doch vor allem durch ihre Geräte iPad und Kindle sowie die konzerneigenen Onlineshops den Markt für elektronische Bücher. In Deutschland werden über iStore und Amazon vier von fünf E-Books verkauft. In den USA ist es bereits so weit, dass Amazon 198|12 print+publishing

52,5

35

28,58

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2009-2010

2010-2011

6,77 2011-2012

2012-2013

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Quelle: Statista GmbH, Oktober 2009

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wer sonst – Amazon am stärksten profitierte. Den Marktforschern von Bowker zufolge hat Amazon nach der Pleite der Kette in den USA nun 27 Prozent Marktanteil erreicht – und damit die in der Fläche größte Buchkette Barnes & Noble (Marktanteil 16 Prozent, Vorjahr 18 Prozent) um 11 Prozentpunkte überholt. Wie auch die New York Times berichtete, ging Amazon bereits so weit, seine Kunden zu ermutigen, traditionelle Buchhandlungen als Showroom zu nutzen, um dann die gewählten Bücher günstiger via Amazon zu erwerben. Auch in Deutschland, dessen Buchmarkt als weitgehend stabil gilt, baut etwa Thalia die Verkaufsfläche rasant zurück. Der gängige Vertriebsweg wird damit immer unsicherer. Und auch die Verlage tun gut daran sich zu schützen. Vom Vertriebshändler Independent Publishers Group (IPG) etwa forderte Amazon im Februar größere Gewinnmargen. Nachdem IPG nicht bereit war, dem Drängen des Onlinehändlers nachzugeben, wurden kurzerhand über 5.000 Titel aus dem Sortiment geschmissen. Bryce Milligan, Autor bei Wings Press, der jahrelang von der Amazon-Verkaufsstrategie profitiert hatte, musste eigenen Angaben zufolge auf einmal Umsatzbußen von über 40 Prozent verzeichnen.

Abwehrreaktion Größenmäßig keineswegs mit Wings Press vergleichbar sieht man jedoch, welchen enormen Stellenwert die Verhandlungsmacht von Pearson Random House gegenüber Amazon noch haben könnte; an dem 2,5 Milliarden schweren Buchriesen in spe werden die Online-Händler wesentlich schwerer vorbei kommen. »Vor zehn Jahren hätte man diese Fusion als Katastrophe angesehen«, sagte John Mitchinson vom unabhängigen Verleger Unbound. »Aber Amazon hat das Spiel dermaßen verändert, dass diese Art von Nachhutgefecht unvermeidlich geworden ist.« Gebündelt werden die Kräfte deshalb vor allem in jenen Ländern, in denen beide Verlagshäuser stark präsent sind. Es geht hier weniger um Einsparmöglichkeiten, die mit rund zwei bis drei Prozent der Verlagskosten, so die Einschätzung von Alex de Groote, Analyst der Londoner Investmentbank Panmure Gordon, eher marginal sind. Es geht ausnahmsweise nicht um Synergien, sondern vielmehr um die dringend benötigte Verhandlungsmacht.

Kartellverdacht Das Entstehen des neuen Megaverlags sorgt aber keineswegs nur für Jubelgeschrei. Autoren sorgen sich, dass die Preise empfindlich ge-

drückt werden könnten. Auch für die österreichischen Buchverlage könnte der neue Gigant zum Problem werden. »Die Marktbereinigung findet ja schon länger statt. Für kleinere Verlage wird es dadurch immer schwieriger in den Buchhandel hineinzukommen«, sagt Benedikt Föger, Vorsitzender des Österreichischen Buchverlegerverbandes. Der heimische Markt werde bereits jetzt zu 80 Prozent von deutschen Verlagen dominiert. Auch die Literaturagenten sind skeptisch. »Letzten Endes wird es weniger Wettbewerb und weniger Verlage geben, denen man ein neues Buch anbieten kann«, sagt etwa Carol Blake, Agentin bei Blake Friedmann. Ob dem so sein wird, werden die Kartellbehörden diverser Länder in den nächsten Monaten zu prüfen haben. Auch wenn Pearson und Bertelsmann zuversichtlich sind, dass sie grünes Licht für die Fusion erhalten werden, sehen Experten eine 50-50 Chance, dass sich die Unternehmen zuerst von Teilmarken wie Ebury oder Viking trennen müssen, die innerhalb der beiden Verlage ohnehin eher unabhängig agieren. Der Analyst Paul Richards zieht hier Parallelen zur Übernahme von EMI durch Universal. Universal musste sich ebenso erst von wertvollen Labels trennen.

Verkauf der Financial Times? Spekulationen, dass sich Pearson von der Financial Times trennen wolle, wurden bereits Anfang Oktober laut, als die aktuelle Konzernchefin Marjorie Scardino bekanntgab, sie werde das Unternehmen zu Jahresende verlassen. Scardino hatte während ihrer 16 Jahre an der Spitze von Pearson stets betont, dass der Verkauf des renommierten Wirtschaftsblattes nur über ihre Leiche stattfinden würde. Zudem wird schon länger darüber gesprochen, dass Pearson plane sich stärker auf das Geschäft mit Schulbüchern und Lehrmaterialien zu konzentrieren, erwirtschaftet die Bildungssparte doch bereits gut drei Viertel des Konzernumsatzes. Und auch die jüngsten Gerüchte, die immerhin über die Finanznachrichtenagentur Bloomberg die Runde machten, besagen, dass der Verlagskonzern noch in diesem Jahre Kaufangebote einholen wolle. Einer Quelle nach (die Bloomberg zufolge anonym bleiben wolle) soll sich der erhoffte Erlös auf eine Milliarde Pfund (1,25 Milliarden Euro) belaufen; zwei weitere sprachen von einer Milliarde Dollar (750 Millionen Euro). Pearson dementierte dies jedoch umgehend: »Wir haben schon oft betont, dass die Financial Times ein geschätzter und wertvoller Teil von Pearson ist. Und wir äußern uns nicht zu Gerüchten und Spekulationen über unser Portfolio«, sagte ein Pearson-Sprecher. Platz für Spekulationen lässt man jedoch nichtsdestotrotz: »Diese konkrete Geschichte von Bloomberg ist falsch.« Die Agentur Bloomberg, die selbst zum Kreis der möglichen Interessenten zählt, steht jedoch zu dem Bericht.

Random House Building USA, New York City Foto: Bertelsmann

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»Verkauf der Financial Times findet nur über meine Leiche statt«, so Pearson CEO Marjorie Scardino. Foto: Pearson plc

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Schwere Zeit für Zeitungsverlage

Zeitungssterben erreicht Europa Zurzeit möchte man meinen, dass die großen Printmedien dieser Welt wie die Fliegen wegsterben. Täglich erreichen uns neue Meldungen von Medien, die nun endgültig das Handtuch werfen. Wenige Wochen nach der Bekanntgabe, dass das Nachrichtenmagazin Newsweek seine PrintAusgabe einstelle, meldete die Frankfurter Rundschau nun Insolvenz an. Text Stefanie Hermann

Kurz vor seinem 80. Geburtstag wird das renommierte Magazin Newsweek seine Print-Ausgabe einstellen. Die Rettungsversuche der letzten Jahre müssen nun endgültig als gescheitert angesehen werden. Nach dem Fall der Auflagenhöhe der Print-Ausgabe von vier Millionen auf zuletzt 1,5 Millionen Stück werden die Druckmaschinen im Dezember ein letztes Mal angeworfen. Im Februar 1933 vom ehemaligen Time-Redakteur Thomas J.C. Martyn als News-Week gegründet, wurde das Magazin von der Washington Post 1961 übernommen. Im 21. Jahrhundert fing es an bergab zu gehen. Hatte das Magazin 2008 noch 3,1 Millionen Abnehmer, sank die Zahl bis Juli 2009 auf 1,9 Millionen.

Der Versuch einer Rettung

Das Cover der ersten Ausgabe – damals erschien das Magazin vierteljährlich. Foto: News-Week magazine, Newsweek, Inc.

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2008 und 2009 begann man deshalb mit drastischen Umstrukturierungen, die zuerst in einer neuen Fokussetzung ihren Niederschlag fanden. Statt auf die neuesten News setzte man nun ab Ende Mai 2009 verstärkt auf Meinungen und Kommentare. Die Strategie war jedoch keineswegs von Erfolg gekrönt. Im Jänner 2010 hatten die Leserzahlen ein neues Tief von 1,5 Millionen erreicht. Als nächster Schritt wurden die Abo-Preise verdoppelt, um den Werbetreibenden eine einkommensstärkere Zielgruppe anbieten zu können. Da die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahr jedoch trotzdem nur noch 50 Prozent ausmachten, wurde in dieser Zeit auch verstärkt Personal abgebaut. All dies nützte jedoch nichts, im Mai 2010 hatte man bereits zwei Jahre lang konstant rote Zahlen geschrieben – die Washington Post Company zog die Reißleine und bot das Magazin zum Verkauf an. Knapp 50 Jahre nach der Übernahme durch die Washington Post wurde Newsweek 2010 für den symbolischen Wert von einem Dollar an den US-Industriellen Sidney Harman veräußert. Dieser übernahm dafür die Schulden des Magazins und schloss es mit der Online-Publikation The Daily Beast zu The Newsweek Daily Beast Company zusammen. Aufgabe des Daily Beast war es Neuigkeiten sofort zu berichten, während Newsweek Hintergrundberichte liefern sollte. Sowohl die print+publishing 198|12


media/publishing Neuausrichtung als auch das Redesign 2011 konnten den Niedergang der Print-Publikation jedoch nicht aufhalten. Mitte Oktober wurde ihre Einstellung bekanntgegeben, die Online-Ausgabe wird künftig unter dem Namen Newsweek Global erscheinen.

Insolvenz der Frankfurter Rundschau Prinzipiell war es nur eine Frage der Zeit, bis das Zeitungssterben als Teil der Medienrevolution auch den deutschsprachigen Teil Europas erreicht. In den letzten zehn Jahren war die Branche bereits von stetig sinkenden Leserzahlen betroffen. Von 2001 bis 2011 sank die Zahl der in Deutschland verkauften Zeitungen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV) zufolge um rund 21 Prozent von 23,7 Millionen auf 18,8 Millionen. Mitte November kam nun die erste große Schreckensnachricht aus Deutschland. Die Frankfurter Rundschau (FR) musste Insolvenz anmelden. Das angesehene Traditionsblatt, das mit einer Auflage

von rund 118.000 Exemplaren erscheint, dürfte das erste prominente Opfer des Zeitungssterbens in Deutschland sein. Von der Insolvenz betroffen sind bei der FR 487 Mitarbeiter, deren Gehälter jedoch bis Ende Jänner 2013 durch das Insolvenzgeld abgesichert seien. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Frank Schmitt aus der Kanzlei Schultze & Braun benannt. Angesichts massiver Verluste sei jedoch »keine Perspektive der Fortführung des Unternehmens mehr erkennbar«, teilten die Eigentümer mit. Man versuche nun zunächst noch den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und hofft bis Ende Jänner doch noch einen Käufer zu finden. Weiters ist auch noch fraglich, ob dies Auswirkungen für die Berliner Zeitung haben wird, mit der der DuMont-Verlag die FR im Zuge der vorausgegangenen Sparmaßnahmen teilweise zusammengelegt hat. Dass die Folgen für die Berliner Zeitung noch nicht abzuschätzen seien, gestand der amtierende Betriebsratsvorsitzende Alfred Hase auch gegenüber der dapd ein.

Foto: Eva K.

Die Frankfurter Rundschau Timeline 2003: FR erhält Landesbürgschaft vom CDU-regierten Land Hessen. 2004: Im Mai übernimmt die Mediaholden DDVG (in SPD Besitz) 90 Prozent der FR. 2006: DDVG reduzierte den Anteil angeblich auf unter 50 Prozent. Die drohende Insolvenz versucht man mittels Sparkurs mit Hilfe der Unternehmensberatergruppe Schickler & Partner abzuwenden. Entlassungswelle: Zahl der Beschäftigten sinkt binnen drei Jahren von 1.700 auf 750. Im Juli werden 50 Prozent plus eine Aktie an den Verlag M. DuMont Schauberg veräußert. 2007: Umstieg auf das Tabloid-Format. Reduzierung von sieben auf drei Regionalausgaben. 2008: Steigerung der verkauften Auflage um 3.693 Exemplare. Abonnentenrückgang um 5.035 Exemplare. 2010: European Newspaper Award: Sonderpreis für die iPad-Ausgabe. Zahl der Abonnenten ist von 92.555 auf 75.000 gesunken. Verlust der Zeitung beträgt zu Jahresende 19 Millionen Euro. 2011: Neustrukturierung und Verkleinerung der Redaktion um 58 Stellen. Das Minus zu Jahresende beträgt 20 Millionen Euro. 2012: Am 13. November muss die FR endgültig Insolvenz anmelden. 198|12 print+publishing

Sterben der Lokalblätter Mitte November wurde die Einstellung einer weiteren US-amerikanischen Lokalzeitung bekannt. Aus den USA an und für sich keine ungewohnte Meldung, diesmal war es jedoch Investmentlegende Warren Buffet, der hier scheiterte. Buffet hatte erst im Mai dieses Jahres 63 Tages- und Wochentitel im Süden der USA übernommen. Darunter befand sich auch das Blatt »News & Messenger« in Virginia, das nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sei. Die Zeitung hatte eine Auflage von 10.000 Exemplaren, 33 direkte Mitarbeiter verlieren ihren Job. In Buffets Zeitungsimperium World Media Enterprise wurden heuer insgesamt 105 Stellen gestrichen.

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media/publishing

Frankfurter Buchmesse 2012

Das Publishing-Universum dehnt sich aus Rund 7.300 Aussteller aus rund 100 Ländern waren auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse vertreten. Die internationale Leitmesse für Bücher, Medien und digitalen Content zeigte eine vitale Branche, die sich mit dem umfassendsten Paradigmenwandel seit Einführung der Druckerpresse befasst und dabei eine beeindruckende Dynamik aufweist. Text Dr. Werner Sobotka

»In unserer Branche kommen täglich neue Mitspieler hinzu, es entstehen vollkommen neue Zusammenhänge, Produktideen und Geschäftsmodelle. Diese Entwicklung kann als ‚Urknall‘ im Publishing bezeichnet werden«, sagte v Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. »Wir haben versucht Muster zu identifizieren und dabei eine ‚Roadmap to Publishing Trends‘ entwickelt, die aufzeigt, wo neue Geschäftsmodelle im Ansatz sichtbar werden, welche neuen kulturellen Muster entstehen und welche Kompetenzen in Zukunft wichtig werden«, so Jürgen Boos. »Am deutlichsten zeigen sich die Veränderungen im Bereich der Kinder- und Jugendmedien.«

Neue Player in Frankfurt Die Strahlkraft der Frankfurter Buchmesse als hochrangiges Kultur- und Medienereignis zieht internationale Medienkonzerne immer stärker an: In diesem Jahr präsentierten Sony und Nintendo ihre neuesten Produktinnovationen. Aus der reinen Buchmesse ist ein multimediales Spektakel geworden. Sieben Wochen vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland zeigte Nintendo in der Story Drive Media & Entertainment Area die neue TV-Konsole Wii U erstmals der breiten Öffentlichkeit. Messebesucher hatten Gelegenheit, die ersten Wii USpiele auszuprobieren und völlig neue Formen des interaktiven Videospiels kennenzulernen.

Eines der Trendthemen war Innovation & Technologie, allem voran neue Formate für digitalen Content. Während E-Reader-Verkäufe in Westeuropa 2012 laut GfK um 93 Prozent zulegten, entwickelte sich der Umsatz mit Tablets noch dynamischer – er wuchs um 142 Prozent. Foto: Frankfurter Buchmesse

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Ebenfalls weit vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland schlug Sony Computer Entertainment sein interaktives »Wonderbook« auf. Erstmalig präsentiert sich der finnische App-Entwickler Rovio: »Angry Birds« ist nicht nur die erfolgreichste App aller Zeiten – auf der Frankfurter Buchmesse stellten die Finnen ihre erste E-Book-App vor.

Digitaler Content Die neuesten internationalen Entwicklungen – von mobilen Geräten über Self-PublishingPlattformen bis hin zu multimedialen Dienstleistungen - wurden an den Frankfurt Hot Spots gezeigt. Eines der Trendthemen war Innovation & Technologie, allem voran neue Formate für digitalen Content. Während E-Reader-Verkäufe in Westeuropa 2012 laut GfK um 93 Prozent zulegten, entwickelte sich der Umsatz mit Tablets noch dynamischer – er wuchs um 142 Prozent. Amazons europaweite Einführung des Kindle Fire dürfte diesen Trend beflügeln. Angesichts dieser Entwicklung wird die Nachfrage nach multimedialen und interaktiven Verlagsinhalten steigen. Mit EPUB3 und HTML5 wurden zwei Standards eingeführt, die es Verlagen und Autoren ermöglichen ihre E-Books kostengünstig mit Bildern, Videos und Musik anzureichern. Rund 30 Fachveranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse widmeten sich den beiden Technologien, einer davon war der dreistündige Praxisworkshop »HTML5 & EPUB 3 für Fortgeschrittene: Die nächste Stufe des E-Books.« print+publishing 198|12


media/publishing

Inhalt als Marke Ob gedrucktes Buch oder interaktive App – die Frankfurter Buchmesse ist der relevanteste Handelsplatz für das internationale Lizenzgeschäft. Weiter stand zum einen der gigantische Rechtemarkt Chinas mit seinen Chancen und Risiken im Fokus. Zugleich sind aber auch zahlreiche kleinere Rechtemärkte interessant geworden – auch im Hinblick auf digitale Rechte. Von Star Wars zum kleinen Prinzen: für Verlage eine einträgliche Erlösquelle. Merchandising ist ein wichtiges Geschäftsfeld gewordenen und Experten aus beiden Welten erklärten, worauf es beim Merchandisinggeschäft ankommt, wie man Bücher erfolgreich zu Markenwelten aufbaut und wie aus Marken Bücher werden. Warum ist 360°- Storytelling so erfolgreich? Wie finanziert man aufsehenerregende crossmediale Projekte? Und wie sehen Entscheidungsträger aus den Bereichen Games, Film und Medien die Zukunft ihrer Branchen? Wer beim Medienwandel die Nase vorn haben will, muss in die neuen Medien massiv Zeit und Geld investieren. Zum dritten Mal traf sich die internationale Medien- und Entertainmentbranche – Stargäste waren der Hollywood-Regisseur Stephen Daldry (»Extrem laut & unglaublich nah«) und Special-Effects-Designer und Mitbegründer von Weta Workshop Sir Richard Taylor (»Avatar«, »Tim & Struppi«, »The Hobbit«).

Das Publishing-Universum dehnt sich aus und die Frankfurter Buchmesse startete eine Reihe von Projekten zur Frage, woher das Geld zum Leisten dieser Leidenschaft kommt. Die Vielfalt im Publishing wächst eindeutig hin von der reinen Technik zu den Kreativen. Foto: Frankfurter Buchmesse

Leidenschaft & Vielfalt Das Publishing-Universum dehnt sich aus und die Frankfurter Buchmesse startete eine Reihe von Projekten zur Frage, woher das Geld zum Leisten dieser Leidenschaft kommt. Die Vielfalt im Publishing wächst eindeutig hin von der reinen Technik zu den Kreativen. Es entsteht eine neue Öffentlichkeit, die sich durch Schlagworte wie Kooperation, Crowdfunding, Self Publishing, Nutzen statt Besitzen, aber auch Corporate Content und Licensing & Merchandising definiert. »Das über 500 Jahre alte Geschäftsmodell der Buchbranche heißt: Inhalte sind wertvoll, und Leser schätzen den Wert von Geschichten. Paid content wird auch in der Ära der Digitalisierung eine der wichtigsten Quellen der Refinanzierung von Kreativität sein«, so Holger Volland, Geschäftsleiter Media Industries bei der Frankfurter Buchmesse. »Im Online-Publishing treffen jedoch ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle aufeinander, es entstehen neue. Hier zeigt sich, dass die Digitalisierung auch eine neue Form des Wirtschaftens mit sich bringt und damit ganz neue Möglichkeiten, Inhalte zu verwerten. Eines bleibt dabei jedoch gleich: die Leidenschaft von Autoren, Lesern und Verlegern als Motor des Publishing.« Wie sich die Digitalisierung auf die (Re-)Finanzierung 198|12 print+publishing

Foto: Frankfurter Buchmesse

von Kreativität auswirkt, und welche neuen Geschäftsmodelle dabei in Sicht sind, war ein Hauptthema der Frankfurt Academy.

Die Medienwelt im Jahr 2022 Wie schaut die Zukunft nun aus? Was ist die »Message from the future«? Wie wird die Medienwelt in zehn Jahren aussehen? Trendsetter aus der Medienbranche beschrieben ihre Vision in kurzen Video-Statements, die von der Messe online für das Publikum zur Verfügung gestellt wurden. Mit dabei waren etwa Kristian Costa-Zahn, Head of Creation der UFA New Media Units »UFA Lab« und »UFA Interactive« und Ricardo dos Santos Miquelino, Gründer und Geschäftsführer von »...and dos Santos« sowie Polit-Bloggerin und Beraterin Karina Fissguss. Einig war man sich, dass kein Stein auf dem anderen bleiben werde. Es werde künftig eine neue »Welt des Buches« in all

ihren vielfältigen Facetten, einem immer breiterem Lesepublikum zur Verfügen stehen. Die großen Verlage werden oder sind bereits zu multimedialen Produzenten mutiert, deren Geschäftsfelder vor allem die effektive Nutzung von gut aufbereiteten Content sein wird. Das Buch lebt. Es ist moderner denn je, dennoch hat es mit der von Gutenberg geschaffenen gedruckten Version nur mehr wenig zu tun. Bücher sind multimedial geworden und auch das Leseverhalten, vor allem jenes der jungen Generation, hat sich bereits massiv verändert und wird sich vor allem durch die elektronischen Medien noch stärker verändern: eine Botschaft, die bei der Frankfurter Buchmesse klar und deutlich erkennbar war. Der Wandel einer rein printbezogenen Buchmesse zu einer multimedialen Contentmesse hat sich bereits jetzt vollzogen. Vor allem die Printbranche muss diesen Entwicklungen Rechnung tragen und entsprechend reagieren.

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prozessoptimierung

Der Leitfaden für die professionelle Druckproduktion in aktualisierter Form

Relaunch des ProzessStandard Offsetdruck

Den ProzessStandard Offsetdruck, der auf der ISO-Normenreihe 12647 aufbaut, gibt es seit 2001. Seither ergänzten ihn bei Bedarf Publikationen des bvdm, der ECI und der Fogra. Doch das immer komplexere Wissen um die fortschreitende technische Entwicklung musste irgendwann in einem einzigen Leitfaden zusammengefasst werden. Die Zeit war reif für eine zweite, vollständig neu bearbeitete Ausgabe dieses führenden Handbuchs für den Offsetdruck. Text Dieter Kleeberg

Der ProzessStandard Offsetdruck gilt als die Referenz für die qualitätsorientierte industrielle Produktion von Druckerzeugnissen. Dr. Friedrich Dolezalek (Fogra) war Autor der 2001 erschienenen Erstausgabe, die über den deutschen Sprachraum hinaus zu einem weithin anerkannten Leitfaden wurde – nicht zuletzt auch deshalb, weil die ISO 12647 ihre Wurzeln bei bvdm und Fogra hat. Ab 2003 entwickelte sie sich zu einer Grundlage für die ISO-Zertifizierung der Betriebe. Nach inzwischen elf Jahren verlangen jedoch die mit der digitalen Produktion verbundenen Innovationen, alternativen Szenarien (medienneutral, CMYK, Sonderfarben) und Forschungsergebnisse sowie neue bzw. aktualisierte ISO-Normen dringend ein neues Handbuch. Etwa das Messen auf CtP-Druckplatten, das in der ersten Edition noch mit Densitometern propagiert worden war. Angesichts der komplexeren Themen war es also erforderlich, mehr ins Detail zu gehen, so dass das neue Werk deutlich umfangreicher geworden ist. Die völlig überarbeitete und stark erweiterte Ausgabe 2012 stellt noch mehr als ihr Vorgänger im Prinzip einen Wissensspeicher und ein Nachschlagewerk dar. Deshalb sollte das neue Handbuch weiterhin auch unabhängig von geplanten Zertifizierungen in keinem Unternehmen fehlen, das eine professionelle Druckproduktion realisieren will. Sollwerte und Toleranzen waren und sind nur ein Aspekt

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dieses Standardwerks. Interpretation und Kommentare der ISO- und DIN-Vorgaben mit dem Ziel ihrer technologisch korrekten, professionellen und wirtschaftlichen Umsetzung in der Praxis sind das eigentliche Anliegen.

Kompetente Autorenschaft Die vielen detailliert oder allgemein beschriebenen Szenarien sind besser nachvollziehbar als in der alten Edition begründet und dargestellt. Der Text liest sich keineswegs lehrbuchhaft. Zur besseren Durchdringung und Übersichtlichkeit tragen prägnante Anmerkungen in der Randspalte bei, die das Wesentliche treffend und präzise in einem Satz zusammenfassen; früher standen da nur die Absatzthemen. Dass der Leitfaden jetzt inhaltlich und stilistisch konsistenter und wortgewandter erscheint, ist der Verdienst von Autor Harry Belz. Bei dem staatlich geprüften Drucktechniker, seit Jahren als Offsetdruck-Referent beim bvdm tätig, lag das über mehrere Jahre laufende Mammutprojekt in den absolut richtigen Händen. Er sorgte außerdem dafür, dass die Publikation dank vieler aussagekräftiger Farbillustrationen, Tabellen und Ablaufdiagramme sowie mehr treffenden Beispielen aus der Praxis noch verständlicher wird. Belz’ ausgesprochene Expertise in Verbindung mit kompetenten »Zuarbeitern« haben eine fachlich tiefgehende und unangreifbare Publika-

Das neue Handbuch kommt in einem Ringordner.

tion geschaffen. Das Impressum liest sich wie das »Who’s who« der verbrieften Experten und Ideengeber unserer Branche – aus dem Bundesverband sowie aus führenden Medien- und Beratungsunternehmen, die in den Landesverbänden organisiert sind, und natürlich auch wieder aus der Fogra und der European Color Initiative (ECI). Besonders erwähnt werden muss die Grafik- und Layout-Arbeit der mayart GmbH, Ingelheim. Sie setzte die komplizierten Diagramme und Prozessablaufübersichten, Tabellen und Grafiken sehr anschaulich und handwerklich perfekt um. print+publishing 198|12


prozessoptimierung

Erweiterter Geltungsbereich Widmete sich der alte ProzessStandard lediglich der Produktionskette im Bogenoffset- und Heatset-Rollenoffsetdruck (ISO 12647-2), sind im neuen Handbuch alle Offsetdruckbedingungen vereint. Das heißt, auch ColdsetZeitungsdruck (ISO 12647-3) und SchmalbahnRollenoffsetdruck (ISO 12647-2, jedoch ohne die Charakterisierungsdaten Fogra 31 bis 38, die noch nach Positiv- und Negativkopie unterscheiden) werden jetzt einbezogen. Die 2008 nachgereichte Prüfdrucknorm ISO 12647-7 spiegelt sich in den aktualisierten Färbungstoleranzen für die Medienkeil-Auswertung sowie den umfangreichen Ausführungen zur Kontrolle von Digital-Prüfdrucken wider. Der größere Geltungsbereich zeigt sich in der Aufnahme neuer Papiertypen und der Präzisierung der bisherigen. Positiv- und Negativkopie; das entsprechende Schreibverhalten des CtP-Systems spielt keine Rolle mehr. Wie schon länger in der Praxis gehandhabt, wird in den Fogra-Charakterisierungsdaten nicht mehr nach Papiertyp 1 (glänzend gestrichen) und 2 (matt gestrichen) unterschieden. Dafür werden jeweils CIELAB-Werte für periodische sowie nichtperiodische/Fein-/Hybridraster ausgewiesen. An die Stelle des Papiertyps 3 (LWC) sind drei neue, der Vielfalt der Rollenpapiere gerechter werdende Typen bzw. Druckbedingungen getreten: LWC-I, LWC-S und MFC. Die ungestrichenen Papiertypen 4 und 5 wurden um SC und verbessertes Newsprint erweitert. Darüber hinaus steuerte die WAN-Ifra die Charakterisierungsdaten für den Zeitungsdruck (Ifra26) bei.

Die Struktur wird durch einen Farbcode mit Griffregister unterstützt.

Großformartiges Flachbett

UV-Offsetdruck bewusst nicht eigenständig behandelt Auf Seite A-16 werden die Besonderheiten des Offsetdrucks mit UV-härtenden Druckfarben behandelt. UV-Anwender können durchaus mit diesem Handbuch arbeiten, da die grundsätzlichen Abläufe in Vorstufe und Druck ohne weiteres übertragbar sind. Ganz bewusst gibt es für dieses Verfahren keine speziellen standardisierten Charakterisierungsdaten, Sollwerte und Toleranzen. Zumindest beim Einsatz der aufgeführten Papiertypen kann mit den Werten für ölbasierte Druckfarben gearbeitet werden, sofern die verwendete UV-CMYKSkala farbmetrisch der ISO 2846 entspricht und alle Komponenten des Drucksystems gut aufeinander abgestimmt sind. Beim Druck auf andere Materialien, wie z.B. Folien, werden die Anwender wie bisher die Vorgaben für Tonwertzunahmen und Volltonfärbungen individuell festlegen und mit sinnvollen Toleranzen versehen. Diese Herangehensweise gilt ganz allgemein auch für die Tipps zur Anwendbarkeit von Sollwerten und Toleran198|12 print+publishing

:Anapurna M 2540 FB • • • • • • • • •

hochqualitativer UV-Flachbettdrucker Flachbettgröße: 2,54 x 1,54 m 8 Farben (CMYK, Lc, Lm, 2 x Weiß) max. Mediendicke 45mm automatische Medienstärkenmessung Ionisierung Mediengewicht bis 80 kg 8 Vakuumzonen (2 x 4 Bereiche) mit Umkehrfunktion 11 versenkbare Registerpins zur perfekten Medienpositionierung

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16.07.2012 15:14:33


prozessoptimierung 112

Kontrolldittel rnd ihre Arfga en

A 2.4.1

eCi-Monitortestbild Das eCi-Monitortestbild zeigt die eignung eines Bildschirms zur farbkritischen Betrachtung von Bildern

Mit ded ECI-Monitortestild lässt siuh ü erprüfen, o siuh ein Monitor prinzipiell zrr far critisuhen Berrteilrng bon Bildern eignet oder niuht. Sind die Mögliuhceiten der Monitor-Grrndeinstellrngen arsgesuhöpft, rnd das Test ild zeigt nouh idder ein rn efriedigendes Erge nis, so sollte der Monitor niuht zrr Bild ear ei- Abbildung A-100: eCi-Monitortestbild trng, zrr Far controlle oder zrr Anzeige bon Far borlagen genrtzt werden. Das Test ild liegt in gängigen Monitorarflösrngen als BMP- rnd TIFF-Datei für Windows- zw. Mauintosh-Reuhner bor, wo es als Hintergrrnd ild berwendet werden soll. Es enthält folgende Kontrollfelder: Ä grarer Hintergrrnd (R = G = B = 127) zrr Kontrolle der Gleiuhdäßigceit

ü er das Bildsuhirdfordat,

Prüfdethoden rnd Ar eitsdittel

Ä Liuhter- rnd Tiefencontrollfeld zrr Berrteilrng bon Helligceit rnd Kontrast, Ä Gradationsfeld zrr Prüfrng des Gaddawertes, Ä Verlarfsgrarceil zrr Kontrolle arf A risse, Ä Un rnt-Strfenceil zrr Prüfrng arf Far stiuhe.

Fogra-Monitortestbilder Mit den Fogra-Monitortestbildern lassen sich Betrachtungswinkelabhängigkeit und Homogenität prüfen sowie verschiedene Bildfehler feststellen

Die in einer PDF-Datei zrsaddengestellten 15 Fogra-Monitortest ilder liegen in einer Arflösrng bon 1920 × 1200 Pixeln bor rnd eignen siuh zrr bisrellen Berrteilrng der Betrauhtrngswincela hängigceit rnd Hodogenität bon Monitoren. Mit der Kontroll ilderserie cönnen arßerded Pixelfehler, Liuhtein rüuhe an den Bildrändern sowie die Neigrng eines Monitors ercannt werden, einen ü er längere Zeit dargestellten statisuhen Bildinhalt nauh ded Bildweuhsel nouh für eine Weile als Geister ild id neren Motib anzrzeigen.

Abbildung A-101: Fogra-Monitortestbilder (Auswahl) ProzessStandard Ofsetdrruc

Logisch aufgebautes Schema zum Einsatz von Kontrollmittel.

»

zen auf alle anderen nicht standardisierten Druckbedingungen sowie für die Erläuterung der Voraussetzungen, die an einer Druckmaschine erfüllt werden müssen, um überhaupt standardisiert drucken zu können.

Neue Struktur Die analoge Vorstufenproduktion wird nur noch am Rande behandelt, da sie auch in der Praxis kaum noch stattfindet. Auch daher bot sich eine neue, straffere Strukturierung des Werkes an. Die früheren Punkte 1 bis 10 (Prüfmethoden/Arbeitsmittel, Bedruckstoff bestimmt Druckausfall, Arbeitsablauf vom Original bis zum Endprodukt, Anforderungen an Daten und Filme, Prüfdruck und Andruck, Druckformherstellung, Auflagendruck, Normdruckfarben, Kontrollfragen/Antworten, Glossar) wurden jetzt in die vier Sektionen A bis D eingegliedert: A Grundlagen, B Arbeitsablauf, C Qualitätssicherung, D Übersichten, wobei nun die Tabellen mit sämtlichen Sollwerten und Toleranzen in einem einzigen Abschnitt zusammengefasst sind. Das Literaturverzeichnis erweist sich durch Kommentare als besonders wertvoll für vertiefende Studien. Der hochwertigen Gestaltung und Neustrukturierung entsprechend folgt die überarbeitete

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bdd

Monitortestbilder nicht nur der Fogra, sondern auch der ECI wurden berücksichtigt.

Benutzerführung einem Farbcode in Griffregister-Trennseiten/Schnittmarken. Erstmalig liegt dem Handbuch eine CD-ROM bei. Darauf finden sich exportierbare Excel-Tabellen mit allen Sollwerten und Toleranzen, die den Druckbedingungen entsprechenden ICC-Profile, thematisch ausgewählte digitale Kontrollmittel, die sich der Anwender somit nicht erst mühsam selbst zusammenstellen muss, und weiteres wertvolles Begleitmaterial.

Zentrale Rolle des ICC-Farbmanagement… Einen umso breiteren Raum nehmen nun ICC-Farbmanagement (2001 noch auf 20 Seiten abgehandelt) und die verwandten Themen Digital- und Monitor-Proof ein. Da durch Voreinstellungen und intuitives Arbeiten in Photoshop das frühere Reproduktionerwissen allgemein verloren zu gehen droht, werden spezielle Separationsparameter, die u.a. in den Charakterisierungsdaten bzw. ICCProfileinstellungen verankert sind, besonders anschaulich erläutert. Wer in der Praxis unmittelbar damit zu tun hat, kennt wahrscheinlich die auf Prepress-Anwendungen bezogenen Publikationen »Digital Color Management« (von Jan-Peter Homann)

und »PDF/X und Colormanagement« (von CleverPrinting). Der ProzessStandard Offsetdruck geht jedoch weit über diese Publikation hinaus, da er unter ebenso praxisnahen Aspekten die gesamte technologische Wertschöpfungskette beinhaltet. Kein anderes Werk bietet eine so kompakte und vollständige Übersicht einschließlich konkreter Empfehlungen für Charakterisierungsdaten und ICC-Profile. Ausgehend von der standardisierten CMYKProduktion und den Eigenschaften von Druckfarben, werden erstmals Ratschläge zur Qualitätssteuerung beim Druck mit Sonderfarben gegeben. Dies schließt auch das sonderfarbenfähige und ICC-konforme PDF/X-4 – neben PDF/X-1a und /X-3 aktuell empfohlener Standard zur Druckdatenweitergabe – ein.

… und der besseren visuell-messtechnischen Übereinstimmung Mehr als früher spielen Betrachtungsbedingungen und Messverfahren eine Rolle, was den Fortschritten in der Messtechnik und den neuen Möglichkeiten des authentischen Monitorproofs unter helligkeitsanpassbaren Abmusterungsleuchten (unter Berücksichtigung der ISO 3664:2009) geschuldet ist. Überhaupt nimmt die bessere Übereinstimmung zwischen print+publishing 198|12


prozessoptimierung die periodische, auftragsbegleitende und anlassbezogene Prozesskontrolle hin. Besonders ausführlich beschrieben werden Linearisierung und Tonwertkorrektur im CtP-RIP mit Hilfe eines Plattenmessgeräts. Außerdem widmet sich der Standard erstmalig der technischen Reklamationsbearbeitung. Doch nicht nur qualitätsbezogene Vorstufenprozesse werden detaillierter beschrieben. Stärker als früher geht das neue Werk auf die Prozessabläufe, Messmittel und Toleranzen beim Einrichten und während des Fortdrucks an der Offsetdruckmaschine ein.

Fazit: Antworten auf viele Praxisfragen Der ProzessStandard Offsetdruck war nie als Begleiter für die ISO-12647-Zertifizierung geplant worden, sondern eignet sich aus objektiven Gründen dafür. Viel wichtiger und entscheidend ist: Kein anderes Fachbuch als die Neuausgabe diskutiert die Praxisfragen zielführender. Deshalb sei jedem professionell ambitionierten Betrieb mit Vorstufen- und Offsetdruckbezug dieses Praxishandbuch nachdrücklich empfohlen. Die Wirkung der verschiedenen Gamut-Mapping-Methoden inklusive Tiefenkompensierung wird an einem Roman16-Referenzbild demonstriert.

Betrachtungs- und Messergebnissen einen breiten Raum ein. Denn in der Vergangenheit war der visuelle Eindruck gegenüber den reproduzierbaren Messergebnissen mehr oder weniger ignoriert worden. Hierzu gehört auch, dass die Auswirkungen und Bewertungsmöglichkeiten von Bedruckstoff- und Druckfarbeneigenschaften auf die Druckqualität sehr umfassend behandelt werden. Erstmalig ein Thema sind optische Aufheller im Papier und Farbortverschiebungen nach dem Druck: Eine neue Generation von Farbmessgeräten berücksichtigt die visuelle ProzessStandard Offsetdruck – Wirtschaftlich und farbsicher produzieren von der Datenerzeugung bis zum Auflagendruck von Harry Belz. Herausgegeben vom Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm), Wiesbaden, Oktober 2012. 670 A4-Seiten im Ringordner, 419 meist farbige Abbildungen, 79 Tabellen. Beiliegende CD-ROM mit Begleitmaterial. Art.-Nr. 85498; € 449,– (jeweils zzgl. MwSt. und Versand). Infos: www.prozess-standard.com, Bestellung: www.point-online.de, js@bvdm-online.de. Die internationale Ausgabe (englisch) ProcessStandard Offset – Ensuring economical, accurate colour from data creation to print run soll Anfang 2013 erscheinen. Infos: www.process-standard.com.

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Aufhellerwirkung in Papieren durch Simulation des D50-Spektrums bis in den UV-Bereich. Und neben der Dichteänderung zwischen nassen und trockenen Drucken wird erstmalig auch die farbmetrische Trocknungsdrift diskutiert. Weitere Farbortverschiebungen sind durch Lackieren und Kaschieren möglich, wozu erst kürzlich abgeschlossene Untersuchungen in das Handbuch eingeflossen sind.

Neuer Schwerpunkt Qualitätssicherung Detaillierter und systematischer als der alte ProzessStandard Offsetdruck rückt die neue Ausgabe die Methoden der Qualitätssicherung in den Mittelpunkt. Sehr sinnvoll sind dabei die erläuterten theoretischen Grundlagen der Statistik, die nicht ohne weiteres in der Praxis vorausgesetzt werden können. Der Theorie folgt der Praxisbezug: die Interpretation von Toleranzgrenzen, das Beurteilen gedruckter Auflagen, eine Übersicht zur Fehleranalyse einschließlich Tipps zur Fehlervermeidung. Die in der Branche üblichen und empfohlenen Testbilder, Testformen und weitere Kontrollwerkzeuge werden ergänzt durch Hinweise zum Gestalten eigener Testformen und zum Anfertigen eigener Färbungsstandards. Zuvor unberücksichtigt geblieben waren organisatorische Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Hierzu weist der neue Leitfaden auf

Die Drift der CIELAB-Werte trocknender Drucke wird erstmalig behandelt.

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hardware

Klein aber fein

Apple stellt iPad mini vor Apple hat Ende Oktober das neue iPad mini sowie das iPad der vierten Generation vorgestellt. Das iPad mini ist 23 Prozent dünner und 53 Prozent leichter als das iPad der dritten Generation, lässt sich in einer Hand halten und bietet bis zu zehn Stunden Akkulaufzeit.

Das Tablet ist mit 7,2 Millimetern so dünn wie ein Bleistift und mit 308 Gramm Gewicht in etwa so schwer wie ein Block Papier. Das 7,9-Zoll Multi-Touch Display bietet 35 Prozent mehr Bildschirmgröße als 7-Zoll-Tablets. Der Dual-Core A5 Chip liefert ansprechende Grafik und eine schnelle, fließende MultiTouch-Erfahrung. Das iPad mini hat vorne eine FaceTime HD Kamera und auf der Rückseite eine 5 Megapixel iSight Kamera mit weiterentwickelter Optik für die Aufnahme scharfer Fotos und Full-1080p-HD-Video. Die DualBand 802.11n Wi-Fi Unterstützung ermöglicht einen drahtlosen Durchsatz von bis zu 150 Mbit/s. Dies entspricht der doppelten Wi-FiÜbertragungsgeschwindigkeit im Vergleich zu früheren iPad-Modellen. iPad mini ist auch als Wi-Fi + Cellular-Versionen erhältlich, die mit eingebauter Unterstützung für ultraschnelle Datenübertragungsstandards wie LTE und DC-HSDPA für einen weltweiten Einsatz bereit sind. Es werden Datentarife für das iPad mini ohne Abschluss eines Vertrags verfügbar sein, sodass man sich direkt über das iPad für diesen Service anmelden kann.

Foto: Apple Inc.

iPad der vierten Generation Das Unternehmen hat darüber hinaus das iPad 4 vorgestellt, das ein 9,7-Zoll Retina Display, den neu entwickelten A6X Chip und eine FaceTime HD Kamera besitzt sowie ultraschnelle mobile Datenübertragung ermöglicht. Im Vergleich zum A5X Chip bietet der A6X Chip eine bis zu doppelt so schnelle CPU-Leistung und bis zu doppelt so schnelle Grafik-Performance. Zudem konnte auch die Wi-Fi Geschwindigkeit verdoppelt werden. Sowohl das iPad mini als auch das iPad 4 werden mit dem mobilen Betriebssystem iOS 6 ausgeliefert, das über 200 neue Funktionen beinhaltet. Auf den Tablets laufen über 700.000 Apps aus dem App Store. Für das iPad

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sind außerdem über 5.000 Tageszeitungen und Magazine sowie über 1,5 Millionen Bücher erhältlich. Die neue iBooks App verspricht eine völlig neue, mitunter interaktive Art E-Books zu erleben. Elektronische Bücher, die mit der

neuen Software iBooks Author erstellt wurden, bieten Vollbild-Bücher mit interaktiven Animationen, Diagrammen, Fotos, Videos, benutzerdefinierten Schriftarten, mathematischen Ausdrücken und vielem mehr.

Preise und Verfügbarkeit Die Tablets sind über den Apple Online Store (www.apple.com) und über ausgewählte autorisierte Apple Händler erhältlich. Die iPad mini mit Wi-Fi-Modelle sind in Schwarz und Graphit oder Weiß und Silber ab 329 Euro (16 GB), die Modelle des iPad 4 mit Wi-Fi sind in Schwarz oder Weiß ab 499 Euro (16 GB) erhältlich. Der Verkaufsstart für iPad mini mit Wi-Fi + Cellular und iPad 4 mit Wi-Fi + Cellular ist für Anfang Dezember angesetzt. iPad mini mit Wi-Fi + Cellular wird ab 459 Euro (16 GB), das iPad 4 mit Wi-Fi + Cellular ab 629 Euro (16 GB) zu kaufen sein. Alle genannten Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.

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hardware

USB Publisher 2100 von Primera Kopieren von USB-Speichersticks leicht gemacht

Ultradünn, leicht und überdies stylish – mit diesen Eigenschaften haben es die iPad-Cover von Logitech bereits zu einiger Bekanntheit geschafft. So waren sie auch auf dem Laufsteg der Mercedes Benz Fashion Week in New York vertreten. Dort wurde der neue Colour Collection Look der Must-Haves für das iPad präsentiert. Das Ultrathin Keyboard Cover im klassischen Design wird neben schwarz auch in glossy weiß erhältlich sein. Wem der Sinn dann doch nach etwas mehr Farbe steht, der hat beim Solar Keyboard künftig die Wahl zwischen Carbon Black, Urban Grey, Ice Blue oder Coral Pink. Das Logitech Ultrathin Keyboard Cover in weiß ist in Österreich seit Oktober für 99,99 Euro erhältlich. Die Colour Collection Modelle des Solar Keyboard Folios sind im Logitech Online Shop für 129,99 Euro verfügbar.

Primera Technology stellt Unternehmen mit dem neuen USB Publisher 2100 ab sofort einen Kopiertower für die Vervielfältigung von Daten auf USB-Sticks zur Verfügung. Mit 90 Megabyte Datendurchsatz pro Sekunde und 21 individuell steuerbaren USB-Steckplätzen ist der USB Publisher 2100 einer der schnellsten USB-Duplizierer der Welt. Das vom deutschen Hersteller Altec entwickelte System ist bereits mit Windows 7 (entweder in Deutsch oder Englisch, andere Sprachen auf Anfrage) vorinstalliert und wird mit der Altec »PowerSoftware«, DVD-Laufwerk, Maus und Tastatur ausgeliefert. So ist das der USB-Tower sofort einsatzbereit. Außerdem ist das Kopieren von SD- und anderen Flash-Karten optional mittels Adapter möglich. Das spart Geld, da Benutzer nicht mehrere Kopierlösungen für verschiedene Medientypen kaufen müssen. Ferner ist die Integration in bestehende Netzwerke denkbar einfach, so dass nur wenig Platz benötigt wird und sich die Folgekosten z.B. für die Wartung zudem reduzieren. Die PowerSoftware bietet verschiedene Funktionen für einen fortschrittlichen und intelligenten Kopiervorgang wie beispielsweise das Setzen individueller Rechte für verschiedene Benutzergruppen. Alle 21 USB-Steckplätze können einzeln durch zwei unterschiedliche Betriebsmodi gesteuert werden. Beim sogenannten »Standard Parallel Mode« startet der Kopiervorgang erst, wenn alle USB-Sticks in den Steckplätzen sind und der Start-Knopf gedrückt wird. Die zweite Methode wird als »Copy on Insertion Mode« bezeichnet. Sobald ein Steckplatz mit einem USB-Stick bestückt ist, beginnt der Kopiervorgang. Wenn der letzte Datenträger im Steckplatz ist, ist es nicht unüblich, dass der erste bereits fertig kopiert ist. Der Preis für den USB Publisher 2100 liegt bei 1.995 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) und ist über Primeras europäisches Händlernetzt erhältlich. © Kodak, 2011. Kodak ist eine Marke von Kodak.

Herbstlook fürs iPad Ultrathin Keyboard Cover und Solar Keyboard Folio

ES iST ZEiT FÜR SchNELLERE PROZESSE

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ATTRAKTiVE PUBLiKATiONEN. Es ist Zeit für weniger Makulatur UND höhere Produktivität. Es ist Zeit für weniger Kompromisse UND bessere Partnerschaften. Wie wäre es, wenn Sie bei allem Wandel des Verlagsgeschäftsmodells mehr Gewinn machen könnten? Sie können es! Mit einer Kodak Lösung. Wir bieten Ihnen Digital- und Offsetdruck-Lösungen mit einem robusten Workflow, die Ihnen, Ihren Lesern und Ihren Werbekunden den entscheidenden Mehrwert bringen. Es ist Zeit für Lösungen, die den Ansprüchen von Menschen und den Zielen Ihres Unternehmens gerecht werden. Es ist Zeit für Sie UND Kodak. hier finden Sie den Anschluss: kodak.com/go/connect

KODAK LÖSUNGEN FÜR VERLAGSPRODUKTE 198|12 print+publishing Zeitungen | Magazine | Bücher | Verzeichnisse

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digitaldruck

Dataform Oktoberfest 2012

Der Lösungsanbieter zeigte, was er kann Globales Know-how stand diesmal im Vordergrund auf dem Datafest von Dataform, zu dem wie immer rund 600 geladene Gäste nach Großebersdorf bei Wien kamen. Seit Dataform nicht nur in Zentral- und Osteuropa vertreten ist, sondern auch in Australien und Neuseeland, fließen noch mehr globale Erfahrungen aus erster Hand in die Gespräche mit ein.

Auf dem Datafest trifft sich die Branche jedes Jahr im Oktober, um Know-how und Neuigkeiten auf höchstem Niveau auszutauschen. Auch heuer trafen sich am Datafest außerdem österreichische, deutsche und Schweizer Experten der Branchenvereinigung Doxnet, ständig auf der Suche nach den besten Praxisideen. Gemeinsam mit Produktions- und Serviceleitern aus dem gesamten CEE-Raum suchen sie Antworten auf jene Fragen, die sie aus ihren dynamischen Märkten mitbringen. Hier die wichtigsten Highlights:

Eventdrucksorten bewegen Veranstalter und Sponsoren Große Erfolge konnte die Dataform Media 2012 mit Eventdrucksorten einfahren. Eine enge Partnerschaft mit dem jeweiligen Veranstalter ermöglicht komplexe Dienstleistungen rund um zahlreiche Produkte wie Eintrittskarten, VIP-Pässe, Pressemappen für ein Großevent wie etwa die Ski-Weltmeisterschaft 2013 in Schladming. Für diesen Bereich wurde extra eine Xeikon 6000 Anlage angeschafft, die die Produktionspalette bei Dataform Media ideal ergänzt.

Der Geschäftsbereich Events ist ein wichtiger Faktor bei Dataform geworden. Stefan Achter mit dem Schladminger WM-Maskottchen Hopsi. Foto: Dataform

Digitaldruck für Kunstbücher

Diesmal lag ein besonderes Prickeln in der Luft. Denn einige Entwicklungen, die sich in den letzten Jahren angekündigt hatten, sind jetzt reif. Foto: Dataform

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Die Frage, ob Digitaldruck oder Offsetdruck zum Einsatz kommen, ist keine Qualitätsfrage mehr, sondern nur noch ein Rechenexempel. Dataform Media hat alle Möglichkeiten und kann daher jedem Kunden ein maßgeschneidertes Paket verschiedenster Produkte in verschiedensten Auflagen anbieten, einzeln personalisiert, für kleine oder größere Zielprint+publishing 198|12


digitaldruck

Verbindung von gedruckter und elektronischer Post Elektronische Mails in einem Druckunternehmen? Ja, natürlich! Es spart Porto und Produktionskosten, wenn Empfänger, die ihre Abrechnungen per E-Mail wünschen, diese auch auf diesem Wege erhalten. Dataform Media führt die entsprechenden Dienstleistungen durch wie Datenübernahme, Datenaufbereitung und Produktion. Gemeinsam mit Partnern wie der Softwareschmiede GMC, dem Maildienstleister Exthex und der österreichischen Post im Hause gehen die Sendungen in der richtigen Form an die richtigen Empfänger – fälschungssicher und bei Bedarf auch signiert.

Das Team Xerox bei der Buchproduktion. Foto: Dataform

gruppen. Qualitativ hat der Digitaldruck mit dem Offsetdruck aufgeschlossen, zu sehen auf dem Datafest bei digitalem Buchdruck vom Feinsten: in einem Kunstband mit Werken von Gustav Klimt, gedruckt auf Xerox Color Press 1000.

Weltpremiere für schnelle Kuvertiermaschine Überrascht hat diesmal die MK Series von KICM, der Firma von Peter Kern, die auf dem Datafest ihre Weltpremiere feierte. Sie verbindet höchste Leistung mit extremer Flexibilität. Formate von C5/6 bis B4 sind kein Thema, modulare Beilagentechnik ist selbstverständlich, 24.000 Kuvertierungen pro Stunde sind mit der berührungslosen Kuvertiertechnik kein Problem, aber die überraschend kompakte Anlage rechnet sich auch schon bei geringeren Taktungen. Im Bereich der großen und schnellen Kuvertiermaschinen tun sich die Alleskönner hervor. Die Kern 2600 eignet sich mit ihrer Modulartechnik ideal für verschiedenste Aufgaben im mittleren Leistungsbereich.

Bedrucken von befüllten Kuverts Wenn im Bereich zum Beispiel von Stromabrechnungen Kuverts verschiedener Anbieter gewechselt werden müssen, kostet dies Zeit und Geld und beansprucht zudem die Lagerlogistik für die Vorratshaltung. Dem kann jetzt abgeholfen werden: Inkjet-Drucker passen sich der Stärke der Sendung an und liefern ein Druckergebnis, das sich sehen lassen kann. Mit demselben weißen Kuvert können Abrechnungen für verschiedene Anbieter in einem Lauf gefahren werden. Ein enormer Gewinn für das Output-Center genauso wie für die Auftraggeber. 198|12 print+publishing

Peter Kern (2. von rechts) überraschte mit der neuen MK Series von KICM. Foto: Dataform

Die Dataform-Gruppe Das Unternehmen wurde im April 1973 von Geschäftsführer Klaus Entrup als Formulardruckerei am Standort Wien Leopoldau gegründet. Die Unternehmensgruppe wurde kontinuierlich aufgebaut und hat im Kalenderjahr 2011 mit rund 135 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 33 Millionen Euro erwirtschaftet. Heute steht sie auf vier Säulen: Die Dataform Print GmbH umfasst den klassischen Formulardruck wie EDV-Formulare, Laser Print-Formulare in Rolle, Endlosstapel und Einzelblatt, Inkjet-Formulare, Durchschreibe- und Snap-Out-Formulargarnituren sowie die Produktion von personalisierten und nicht personalisierten Mailings, Tickets, Integrierten Kundenkarten, Integrierten Etiketten und Werbedrucksorten. Sechs Formulardruckmaschinen mit insgesamt 34 Druckwerken sorgen für den nötigen Durchsatz. Die Printex Druckerzeugnisversand Ges.m.b.H. ist ein im Jahr 1999 gegründetes Dienstleistungsunternehmen, das auf die Herstellung von personalisierten Produkten spezialisiert ist: Für das Adressieren und Personalisieren von Versicherungspolizzen, Bausparverträgen oder Erlagscheinen für den Versandhandel über die Konzeption, Produktion und Personalisierung von Kunden- und Mitgliedskarten bis zur Komplettproduktion von Büchern im elektronischen Druckverfahren kommen je nach Anforderung sowohl Einzelblatt- als auch Endlos-Hochleistungslaserdrucker zum Einsatz. Zusätzlich ist die Printex der führende Anbieter Österreichs für Folierungen (Einschweißen) und Direktadressierungen von Zeitschriften, Broschüren und Mailings. Die Dataform Media Ges.m.b.H. wurde im Dezember 2002 gegründet und hat seit dem 1.1.2003 den Verkauf für Dataform Print und Printex übernommen. Der Maschinenhandel der Dataform-Gruppe wurde bereits im Jänner 1997 als Dataform Paper Processing Ges.m.b.H. in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. Die Paper Processing vertreibt hochwertige Falz- und Kuvertiersysteme sowie Poststraßensysteme der Marke Kern und Peripherie-Systeme für Hochleistungslaserdrucker der Marke Hunkeler. Zum Sortiment gehören auch kleine und mittlere Maschinen – insbesondere Kuvertier- und Frankiermaschinen – verschiedener Marken. Die Paper Processing ist nicht nur in Österreich, sondern auch in Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Rumänien, Bulgarien und weiteren osteuropäischen Ländern sowie in Australien über ihre Tochterfirma Dataform Paper Processing Australia Pty Ltd und in Neuseeland über die Dataform Paper Processing NZ Pty Ltd aktiv.

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ökologie

Gerin: »mehr druck« durch nachhaltiges Wirtschaften

Energieversorgung durch Biomasse Ökologisch nachhaltiges Wirtschaften in einer Druckerei ist nicht nur durch den Einsatz von CO2-neutralen Bedruckstoffen, zertifizierten Papieren, lösemittelfreien Druckfarben und einer umfassenden Mülltrennung und -entsorgung gekennzeichnet, sondern drückt sich für die Druckerei Paul Gerin auch in Nutzung von ressourcenschonend erzeugter Energie für Warmwasser und Heizen aus. So haben sich im Industriegebiet Wolkersdorf vier Unternehmen - unter ihnen als treibende Kraft die Druckerei Paul Gerin - zur BIOenergie Wolkersdorf GmbH zusammengeschlossen und errichteten auf dem Betriebsgelände der Baufirma Lahofer das nunmehr dritte Biomasse-Heizwerk in der Stadtgemeinde Wolkersdorf. Die Inbetriebnahme erfolgte Anfang Oktober. Im Zuge der Erweiterung des Unternehmens und der geplanten Maschineninvestitionen wird die Druckerei Paul Gerin nach der kommenden Heizperiode im März 2013 an die Leitungen des Biomasse-Heizwerks angeschlossen und Warmwasser- sowie Heizwärme aus umweltfreundlicher Energie beziehen. »Mit unserer Investition in das BiomasseHeizwerk sind wir unabhängig von fossilen

Brennstoffen, den Preissteigerungen durch Aktienspekulation und auch unabhängig von politischen Entscheidungen, wenn es etwa um die Lieferung von russischem Gas nach Europa geht«, so Ing. Richard Gerin, Eigentümer und Geschäftsführer der Druckerei Paul Gerin. »Für die Druckerei Gerin ist diese Investition ein weiterer Schritt am Weg zur grünen Druckerei«, ergänzt Geschäftsführer Ing. Michael Braun, »die Energieversorgung für Warmwasser und Heizen auf Basis vorhandener Rohstoffe wie etwa Hackschnitzel ist ökologisch nachhaltig und ressourcenschonend. Pro Jahr können ab der nun beginnenden Heizperiode bis zu 1.200 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid eingespart werden.« Die Druckerei Paul Gerin arbeitet seit einigen

Foto: Druckerei Paul Gerin/Herbert Eidelpes

Jahren konsequent am Ziel »Grüne Druckerei«. Österreichs führendes Plakatdruckunternehmen produziert bereits seit 2009 Plakate ausschließlich auf CO2-neutralem und umweltschonend im Recycling-Verfahren hergestellten Plakatpapier von Lenzing Papier und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Im Mai 2009 wurde die Druckerei Paul Gerin nach Prüfung der eingereichten Unterlagen und positivem Gutachten mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert, das vom Lebensministerium verliehen wird. Die Zertifizierung gilt für die komplette Produktpalette des Unternehmens. Im Herbst des vergangenen Jahres setzte man mit der Zertifizierung nach FSC/PEFC einen weiteren Schritt zur ökologisch nachhaltigen Druckproduktion. Papiere mit dem FSC/PEFC-Zertifikat stammen aus umweltverträglich bewirtschafteten Wäldern. Gleichzeitig stellt des Zertifikat sicher, dass Mitarbeiter der Holz-verarbeitenden Betriebe unter fairen Arbeitsbedingungen zu gerechten Löhnen beschäftigt sind.

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Das Problem an der Wurzel packen Sappi auf Baumpflanz-Expedition Am 16. November machten sich Mitarbeiter von Sappi Fine Paper Europe in Brüssel auf den Weg in den Forêt de Soignes, um dort 2.750 Jungpflanzen auszupflanzen. Sappi startete die Mitarbeiter-Initiative zum Pflanzen von Bäumen im Frühjahr 2010. Seit damals wurden von den Mitarbeitern in Kooperation mit der Agentschap voor Natuur en Bos (ANB), das Pendant zum Forstwirtschaftsministerium, über 8.000 Bäume gepflanzt. Die Organisation pflanzt im Rahmen des Nationalen Waldwirtschaftsplanes für Belgien jedes Jahr 30.000 Bäume im Forêt de Soignes. Mehr als 50 Freiwillige aus dem Unternehmen nahmen an der körperlich anspruchsvollen wie auch teambildenden Aktion teil. Die Baumpflanz-Aktion ist Teil einer Reihe von Initiativen von Sappi zum Thema Nachhaltigkeit. Sappi engagiert sich und möchte andere anspornen, dasselbe zu tun. Im September wurde das Treehouse eröffnet. Die Treehouse-Partnerschaft ist

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eine sowohl physische als auch virtuelle Plattform für gleichgesinnte Menschen und Unternehmen, die Nachhaltigkeit in ihre tägliche Routine einbringen möchten. »We Care« ist der Titel der neuen Nachhaltigkeits-Webseite von Sappi, die Knowhow und Erfahrung zur Verfügung stellt und die nötige Dynamik bei anderen erzeugen soll.

Foto: Sappi Fine Paper Europe

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ökologie

EMAS Awards 2012

Arctic Paper Munkedals nominiert Foto: Arctic Paper S. A.

Der schwedische Rat für Umweltmanagement hat Arctic Paper Munkedals AB für die EMAS Awards 2012 nominiert. Der EMAS Award ist die wichtigste Auszeichnung im Bereich des Umweltmanagements und wird ausschließlich an Unternehmen und Behörden mit Spitzenwerten vergeben. Zusammen mit 26 anderen Unternehmen und Organisationen wurde Arctic Paper Munkedals AB für eine Auszeichnung auf dem Gebiet »Wasserverwaltung (einschließlich Wassereffizienz und Wasserqualität)«, dem Thema des EMAS Award im Jahr 2012, nominiert. Laut Aussage der Europäischen Kommission haben »die Nominierten ihr Engagement auf dem Gebiet der Wasserverwaltung nachdrücklich bewiesen«. Ohne angemessene Versorgung mit sauberem Wasser

ist Leben nicht möglich. Unsere Wasserläufe liefern nicht nur unser Trinkwasser, sondern auch das Prozesswasser für die Industrie. Sie sind außerdem Lebensraum für eine Vielzahl von Arten aus Flora und Fauna und tragen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei. Der richtige Umgang mit sauberem Wasser ist lebenswichtig. »Bei Arctic Paper Munkedals beschäftigen wir uns im Rahmen unserer Umweltstrategie schon seit vielen Jahren mit der Wasserverwaltung und der effizienten Wassernutzung«, erklärt Anders Fransson, Technik- und Umweltkoordinator der Gruppe von Arctic Paper. »Wir fühlen uns durch diese Nominierung als Anerkennung unserer Bemühungen und bisherigen Erfolge geehrt. Wir wissen, dass unser Werk

im schwedischen Munkedal bei der effizienten Wassernutzung eine der Fabriken mit dem höchsten Wirkungsgrad der Welt ist. Diese Nominierung ist für uns alle eine wichtige Bestätigung, auf diesem Weg der Entwicklung weiter in die Zukunft zu gehen und unsere Ziele demnächst noch höher zu stecken.« Eine Liste mit allen Namen der Kandidaten nach Kategorie sortiert befindet sich auf der Webseite der EMAS Awards sowie auf der Facebook-Seite der Abteilung für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch der Generaldirektion Umweltschutz der Europäischen Kommission.

Grüne Druckproduktion in Österreich 2012 Die komplette Übersicht aller mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichneten Betriebe der grafischen Industrie (Produzenten, grafische Papiere, Wiederaufbereitung von Farbträgern, Digitaldruck-Geräte) Jetzt Bestellen! Zum Preis von 4,– Euro (inklusive USt. und Versand) Mail an: office@printernet.at Gedruckt auf Mondis NAUTILUS® SuperWhite CO2 neutral.

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Good Design Award 2012

Ryobi überzeugt mit 1050-Baureihe Die von Ryobi Ltd. hergestellten B1-Format-Hochgeschwindigkeits-Mehrfarben-Offesetdruckmaschinen der Baureihe Ryobi 1050 erhielten den von der Japan Industrial Design Promotion Organization gestifteten Good Design Award 2012.

Die mit dem Design Award ausgezeichneten Produkte reichen von Artikeln des täglichen Gebrauchs bis zu industriellen Ausrüstungen und öffentlichen Gebäuden, wobei es nicht nur auf gute Gestaltung ankommt, sondern auch auf das Gesamt-Design unter Einschluss von Funktion, Qualität, Sicherheit, Preis und Umweltverträglichkeit. Ryobi erhielt den Good Design Award 2012 für ein Modell der B1-Format-Hochgeschwindigkeits-Mehrfarben-Offsetdruckmaschinen der 1050-Baureihe mit einem LED-UVDrucksystem für den schnelltrocknenden Druck. Das System verwendet LED-Strahlung anstelle einer Quecksilber-UV-Lampe (Ultraviolett-Trocknungslampe) zum Trocknen.

vergrößern. Das Einstellen der LED-Breite und -Intensität kann auch über einen Flüssigkristall-Touchpanel-Bildschirm erfolgen, der durch eine einfach zu benützende grafische Bedieneroberfläche hervorsticht. Diese Gesamtharmonie der funktionalen Umwelt- und DesignGesichtspunkte war der Grund dafür, dass die Ryobi 1050-Baureihe den diesjährigen Preis

erhielt. Das System kann in die wichtigsten Ryobi-Druckmaschinen eingebaut werden, wie die A1-Format-Hochgeschwindigkeits-Mehrfarben-Offsetdruckmaschinen der Baureihe Ryobi 920, die B2-Format-HochgeschwindigkeitsMehrfarben-Offsetdruckmaschinen Ryobi 750G und die A3-plus-5-Farben-Offsetdruckmaschinen Ryobi 525GX/525GE.

Umweltfreundliche Technologie Die Verwendung des LED-Prinzips als Lichtquelle ermöglicht eine markante Reduzierung des Stromverbrauchs um ca. 87 Prozent im Vergleich zum herkömmlichen UV-Lampensystem. Zudem ist die Lebensdauer einer LEDLichtquelle etwa 15 Mal länger. Weil LEDs sofort ein- und ausgeschaltet werden können, sind überdies keine Wartezeiten für die Erwärmung und Abkühlung mehr erforderlich. Da die Beleuchtungsfläche auf die Papierbreite angestimmt werden kann, ist es möglich mit den LED-Lichtquellen mehr Energie einzusparen und damit die Umweltauswirkungen zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil ist die minimale Wärmeentwicklung, weshalb kein Abzug für Ozon und Wärme vorgesehen werden muss.

Die Ryobi Mehrfarben-Offsetdruckmaschinen der Baureihe Ryobi 1050 erhielten den von der Japan Industrial Design Promotion Organization gestifteten Good Design Award 2012. Foto: Ryobi

Kompaktes Design Bei der Entwicklung des Maschinentyps hat Ryobi das LED-UV-Drucksystem mit einbezogen, ohne die Gesamtlänge der Maschine zu

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Efis SGIA-Auftritt Rekord bei Messeverkäufen Efi ist mit seiner diesjährigen Teilnahme an der SGIA Expo in Las Vegas mehr als zufrieden. »Dass der Spezialdruck im Aufwind ist, zeigen klar die Besucherrekorde auf der SGIA - nicht nur für Efi, sondern auch für die Messe als Ganzes«, so Scott Schinlever, Senior Vice President (Efi) und General Manager (Efi Inkjet Solutions). Präsentiert wurde das gesamte Druckerportfolio des Unternehmens im Zusammenspiel mit mehreren integrierten Workflow-Produkten. Besonderes Interesse weckten die neuesten Inkjetdrucker VUTEk HS100 Pro, VUTEk GS3250lx Pro, VUTEk QS3 Pro, Efi R3225 und Jetrion 4900M-330. Den Innovationskurs des Unternehmens demonstrierten die Bildgebungstechnologie Pin & Cure, die LED-UV-Härtung und die Druckköpfe mit echter Graustufentechnologie, die mittlerweile für zahlreiche XXL-formatige VUTEk-Drucker angeboten werden.

Den ersten Efi VUTEk QS3 Pro in ganz Nordamerika erwarb übrigens Imaged Advertising Creations. »Den Ausschlag gab der beachtliche Wertbeitrag des Druckers«, erläutert Kurt Wenzel, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. »Als Hybridmodell für den Rollen- und Flachbettdruck bietet er uns genau die Flexibilität, die wir zur effizienten Produktion dynamischer, margenstarker Jobs benötigen. Wir sehen die Anschaffung nicht einfach nur als Erweiterung unseres Maschinenparks, sondern als Investition in Produktivität und Gewinnwachstum auf lange Sicht.«

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Goss Erste Sunday Vpak Verpackungsdruckmaschine ausgeliefert Nach intensiven Drucktests, die im Oktober am Hauptsitz in Durham im USBundesstaat New Hampshire durchgeführt wurden, hat Goss International die planmäßige Auslieferung der ersten Sunday Vpak Verpackungsdruckmaschine an Precision Press in Minnesota (USA) begonnen. Das neue Rollenoffsetdrucksystem mit variabler Rapportlänge wird für die Herstellung von flexiblen Verpackungen und Etiketten konfiguriert und mit Sunday Vpak 500 Druckeinheiten sowie Inline-Flexodruck- und Beschichtungseinheiten ausgestattet. Darüber hinaus verfügt die Maschine über Zusatzaggregate für UV- und EB-Trocknung. Goss International hat die gesamte Maschine vor der Auslieferung im Werk aufgestellt und umfangreiche Drucktests auf verschiedenen Bedruckstoffen durchgeführt. Die Goss Sunday Vpak Druckmaschinen, die erstmals auf der drupa 2012 präsentiert wurden, sind für eine Vielzahl von Anwendungen zur Herstellung von Faltschachteln, Preprint-Produkten, flexiblen Verpackungen und Etiketten konfigurierbar und erreichen eine Produktionsleistung von bis zu 457 Metern pro Minute. Das Modell Sunday Vpak 3000 ist in Bahnbreiten bis zu 1.905 Millimeter mit einer Rapportlänge von 700 bis 1.400 Millimeter verfügbar. Das Modell Sunday Vpak 500 ist in Bahnbreiten bis zu 1.051 Millimeter mit einer Rapportlänge von 406 bis 812 Millimeter lieferbar.

Goss International hat an seinem Hauptsitz in Durham, New Hampshire, eine Sunday Vpak 500 Rollenoffset-Verpackungsdruckmaschine mit variabler Rapportlänge aufgesetzt und getestet, bevor das System an Precision Press in Minnesota (USA) ausgeliefert wird. Foto: Goss

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Onlineshop onlineprinters.at Präsentationsartikel für Büro, Gastronomie, Multimedia, Messe und Event Die Onlinedruckerei onlineprinters.at hat ihr Sortiment um Zubehör und Präsentationsartikel für den Werbeauftritt am Point of Sale erweitert. »Ab sofort gibt es Drucksachen und passendes Zubehör aus einer Hand im Onlineshop. Quantitativ gehen wir mit der Erweiterung des Sortiments einen großen Schritt in Richtung Full-Service-Druckdienstleister«, freut sich Ulrich Dietzel, KeyAccount-Manager der Onlineprinters GmbH, über das erweiterte Produktangebot der Onlinedruckerei. Flyerständer, Menükartenhalter, Visitenkartenetuis, Posterschienen, CD-Taschen, Klemmschienen und viele weitere praktische Zubehörprodukte rücken Drucksachen wirkungsvoll in den Mittelpunkt. Im neuen Zubehörsortiment finden Werbetreibende aller Branchen, Künstler und Privatleute nützliche, praktische und hochwertige Artikel. So gibt es zur

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Präsentation von Werbematerialien wie Flyer und Prospekte transparente Halter und Thekenaufsteller sowie Werbeständer aus Acrylglas. Design-Visitenkartenetuis in Edelstahl oder Knallfarbenoptik bringen Visitenkarten wirkungsvoll zur Geltung. Transparente Visitenkartenboxen und Ledermappen werten die Präsentation auf. Selbstklebende CD-Clips und Visitenkartentaschen oder Blanko-Briefumschläge sind vielseitig einsetzbar bei Mailings und im Briefverkehr. Eine Auswahl an Klemmschienen sorgt für Ordnung im Büro und für die hochwertige Präsentation von Drucksachen bei Messe und Event gibt es Posterschienen aus Aluminium.

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weiterverarbeitung

Kombinierte Perforier-, Rill- und Falzmaschine Multigraf Touchline CPF375

Futurefinishing bei Ammerer

Nach der erfolgreichen Markteinführung der Rill- und Falzkombination, sowie der Perforier- und Rillmaschinen aus der Mutigraf Touchline Familie ist nun die Kombimaschine Multigraf Touchline CPF375 lieferbar.

Weltweit einmalig können mit der neuen Kombimaschine mehrere Endfertigungsprozesse mit einer Maschine in nur einem Durchlauf abgearbeitet werden: Längs- und Querperforation – beides auch abgesetzt, Rillen mittels materialschonender Kammrillung und qualitatives Falzen mittels Schwert. Bis zu 4 Perforierköpfe können für die Längsperforation eingesetzt werden, bis zu 20 Perforationen oder auch Rillungen pro Bogen quer sind möglich. Schließlich wird der Bogen mittels Saugband an das Onlinefalzaggregat übergeben. Dank Schwertfalztechnologie können Grammaturen bis 400 Gramm pro Quadratmeter verarbeitet werden. Geschäftsführer Karl Ammerer dazu: »Die Touchline CPF375 erfüllt lange gehegte Wünsche der grafischen Industrie. Die Funktionen der neuen Kombimaschine waren zum einen noch nie in einer einzigen Maschine möglich, zum anderen machten enorme Rüstzeiten Kleinauflagen unwirtschaftlich und daher nicht machbar. Mit

der Touchline ergeben sich darüber hinaus auch völlig neue Geschäftsmodelle. Unsere zahlreichen Verkäufe der beiden Maschinen CF375 für Rillen und Falzen und CP375 für Rillen und Perforieren zeigen anschaulich, dass der Markt auf diese Lösung gewartet hat. Dabei ist es auch interessant, dass nicht die Betriebsgröße ausschlaggebend für eine Investition ist, sondern die Vision durch das effiziente Herstellen von Produkten wie Antwortkarten, Gutscheinen, Coupons, Losen und Falzkarten auch bei kleinen Auflagen Marktvorteile zu generieren.«

One Touch Die Jopprogrammierung erfolgt mittels Touchscreen. Die symbolgesteuerte Bedienung ist klar und übersichtlich. In etwa 2-3 Minuten ist selbst ein komplexer Job neu eingerichtet und kann auch gespeichert werden. Für das Ändern eines Jobs werden nur wenige Sekunden benötigt. Mit dem patentierten, vollautomatisierten Werkzeugwechselsystem werden neu

eingesetzte Werkzeuge automatisch detektiert und der jeweils benötigte Druck vollautomatisch eingestellt.

Plug & Play Dank des modularen Aufbaus der Multigraf Touchline Serie ist ein Ausbau auf sich ändernde Bedürfnisse leicht möglich. »Im Klartext heißt dies, dass ein Kunde, der heute eine Rill- und Perforiermaschine Touchline CP375 kauft, diese Maschine morgen um das Falzmodul erweitern kann. Dabei bieten wir die Einzelkomponenten so an, dass weder eine elektronische Ansteuerung noch eine Auslage übrig bleibt«, erklärt Karl Ammerer. Mit dieser Produktlinie wird nicht nur das Verhältnis Einrichtezeit zu Produktionszeit speziell bei Kleinauflagen auf eine wirtschaftlich sinnvolle Relation gebracht, sondern es können mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6.000 Bogen auch größere Volumen produziert werden. Und dies im Formatbereich zwischen 105 x 148 und 375 x 1.050 Millimeter!

Mit der neuen Kombimaschine können mehrere Endfertigungsprozesse in nur einem Durchlauf abgearbeitet werden. Foto: Ammerer

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weiterverarbeitung

DisaPeel von WRH Marketing

Haftstoff mit einmaligen Eigenschaften DisaPeel ist ein neuartiges Verschlussverfahren In der Wortmarke DisaPeel verbergen sich alle der WRH Marketing AG. Ein unsichtbarer HaftEigenschaften des Haftstoffs: Verschlossene stoff hält die Einzelseiten von Printerzeugnissen Werbung vermittelt einen Anreiz (Appeal), wirksam zusammen. Erst durch ein Auftrennen mehr Informationen zu einem beworbenen der Seiten wird der Inhalt sichtbar. Der ÜberraProdukt zu gewinnen. Das Trennen der schungseffekt folgt sogleich: nach dem Öffnen Seiten geschieht absolut schonend (Peel), verliert DisaPeel seine Haftwirkung, die Seiten ohne Beeinträchtigung des Druckbildes. können nicht wieder verschlossen werden. Nach dem Trennen der Seiten verschwindet Bei DisaPeel handelt es sich um einen lackdie Haftwirkung vollständig (Disappear). ähnlichen, transparenten Haftstoff, der vollfläZurück bleibt eine saubere und beschreibchig aufgetragen wird. Der Spielraum bei der bare Papieroberfläche, je nach Anwendung Drucksachengestaltung bleibt nicht nur erhalder beiden verfügbaren DisaPeel-Sorten mit ten, sondern wird so um eine neue, spannende einem Seidenmatt- oder Hochglanzeffekt. Der Komponente reicher. Mit seinen einmaligen Haftstoff wird in Bogenoffsetdruckmaschinen Hafteigenschaften kommt DisaPeel der Funkmit dem Dispersionslackierwerk vollflächig tion eines Siegels gleich, indem sich eindeutig auf die Druckbogen aufgetragen. Die Inlinefeststellen lässt, wenn ein Printprodukt schon Verarbeitung im herkömmlichen Druckprozess Print & einmal Publishing Ted. 205x140 8-10-2012 9:56 Pagina 1 geöffnet Europe worden ist. spart Zeit und Kosten. Der Haftstoff entwi-

ckelt seine einmalige Wirkung erst durch den Kontakt von zwei mit DisaPeel bedruckten Seiten im Falzprozess. Die Stapelbildung in der Auslage der Druckmaschine ist problemlos, die Druckbogen lassen sich wie gewohnt weiterverarbeiten. Das Anwendungsspektrum von DisaPeel ist breit und vielseitig: • Werbeprospekte • Wettbewerbs-Flyer einschließlich Rubbelfelder • Printprodukte mit vertraulichen Daten (einmal geöffnet, lässt sich DisaPeel nicht wieder verschliessen) • Antwort- und Abonnementskarten • Druckerzeugnisse im Mailing-Bereich

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DIE WELT BRAUCHT KOMMUNIKATION. DIE KOMMUNIKATION BRAUCHT DEN DRUCK. DER DRUCK BRAUCHT GRAFITALIA . GRAFITALIA 2013 ist der einzige Treffpunkt der gesamten Fachgemeinschaft der Printmedien, Drucker, Kommunikationsprofis, Printbuyer. Diese Gelegenheit für Geschäftsmöglichkeiten sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Reservieren Sie Ihren Platz sofort.

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papier

Chromolux von Metsä Board

Neues Sortiment, neue Kollektion, neue Website Das Sortiment von Chromolux wurde überarbeitet. Damit soll es das Beste seiner Art sein für alle Druck- und Verarbeitungsverfahren mit der ultimativen Auswahl bei Oberflächen, Farben und Flächengewichten.

Foto: Metsä Board

neue Chromolux Design klar und modern und symbolisiert den nächsten großen Schritt in die Zukunft. Foto: Metsä Board

Die Gussstrich-Experten aus Bergisch Gladbach haben sich auf das Wesentliche fokussiert. Die angepasste Farbpalette wurde bei sechs Farben (white, chrome, silver, gold, red und black) um das neue Flächengewicht 350 Gramm pro Quadratmeter erweitert. Chromolux ist dadurch noch besser auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten und bietet vor allem im Bereich hochwertiger Luxusverpackungen neue Möglichkeiten. Das leistungsstarke Kartonsortiment eignet sich auch hervorragend für Displays, Covers und unzählige Varianten von Karten. Um die Auswahl der Chromolux Papiere und Kartons so einfach und übersichtlich wie möglich zu machen, gibt es neue Kollektionsbücher und eine praktische, handliche Minikollektion. Für die Bereiche Papier und Karton gibt es jeweils ein Kollektionsbuch. Hier sind alle wichtigen Informationen wie Produkteigenschaften und -vorteile, Anwendungsbereiche sowie Hinweise zu Druck und Verarbeitung, die für die Produktauswahl entscheidend sind, aufgeführt. Für einen ersten optischen und haptischen Eindruck des jeweiligen Papiers enthalten die Broschüren Papiermuster in allen Grammaturen. Für den schnellen Überblick werden die Kollektionsbücher durch die praktische

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Minikollektion ergänzt. In Form eines Fächers befinden sich hier alle Papiere und Kartons des gesamten Sortiments.

Markenauftritt im neuen Gewand Die Überarbeitung des neuen Sortiments sowie die Namensänderung des Unternehmens von M-real Zanders GmbH in Metsä Board Zanders GmbH war Anlass, Chromolux ein neues Gesicht zu geben. In puristischem Silber mit einem großen weißen C wirkt das

Neue Website Um den neuen Markenauftritt von Chromolux perfekt zu machen, wurde auch die Website www.chromolux.de überarbeitet. Noch übersichtlicher und mit allen technischen Informationen ausgestattet, lässt sich das gesamte neue Sortiment auch online schnell und übersichtlich erkunden. Durch eine bequeme Bestellfunktion können Musterbögen und Informationsbroschüren schnell, einfach und kostenlos angefordert werden. Eine Galerie mit den unterschiedlichsten Anwendungsbeispielen ergänzt das Onlineangebot und dient nicht nur der Inspiration, sondern veranschaulicht eindrucksvoll die Möglichkeiten von Chromolux.

Foto: Metsä Board

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DIE UHR TICKT!

Der Tiger kämpft um sein Überleben. Nur noch 3.200 frei lebende Tiger gibt es weltweit. Die Zeit läuft. Es sei denn, Sie kämpfen mit. Für die letzten Tiger. Ihre 10 Euro pro Monat helfen, damit sie leben können.

Werden Sie Pate unter 01/488 17-242 oder https://tiger.patenschaft.at Der WWF dankt dem Magazin PRINT & PUBLISHING für die Unterstützung unserer Arbeit durch die Schaltung dieses Gratisinserats. WWF Österreich ZVG: 751753867 Foto: Staffan Widstrand/WWF Layout: www.gaijeger.at


information/impressum

Die nächsten Ausgaben und deren Schwerpunkte

PRINT & PUBLISHING 199 Special: Visuelle Kommunikation - Large- und Wide Format Druck Erscheinungstermin: 07. Dezember 2012 Redaktions- und Anzeigenschluss 23. November 2012 PRINT & PUBLISHING 200 Special: Kommunikation: Individuelle Kundenansprache mit digitalen Drucklösungen

Messen: Hunkeler Innovationdays – Luzern

Herausgeber Chefredakteur Geschäfts-/ Verlagsleitung Verlagsassistenz/ Produktion Autoren Layout Druck

EMGroup GmbH Rotenmühlgasse 11/10/7, A-1120 Wien Telefon +43(0)1/983 06 40 Fax +43(0)1/983 06 40-18 Administration E-Mail office@printernet.at Redaktion E-Mail edit@printernet.at Internet: www.printernet.at (e.h.) Prof. Dr. Werner Sobotka Michael Seidl Michael Seidl Rainer Gruber Michael Seidl, Rainer Gruber, Prof. Dr. Werner Sobotka, Mag. Izabela Kwiatkowska, Stefanie Hermann, Dieter Kleeberg Projekt11 »agensketterl« Druckerei GmbH, 3001 Mauerbach

Erscheinungstermin 01. Februar 2013 Redaktions- und Anzeigenschluss 15. Jänner 2013

PRINT & PUBLISHING erscheint in den jeweiligen Landessprachen in Österreich, Polen sowie Ungarn und unterhält Medienkooperationen in der Tschechischen Republik, Slowakei, Russland und Indien. Internationale Koordination EMGroup GmbH, Rotenmühlgasse 11/10, A-1120 Wien, Telefon +43(0)1/983 06 40, Fax +43(0)1/983 06 40-18, E-Mail office@printernet.at

Terminkalender Datum

Veranstaltung

Ort

Internet

20.01. - 22.01.

Sign & Graphic Imaging 2013

Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

www.signmiddleeast.com

26.01. - 29.01.

Paperworld The World of Office and Paper Products

Frankfurt, Deutschland

www.paperworld.de

Hunkeler Innovationdays 2013

Luzern, Schweiz

www.innovationdays.hunkeler.ch

01.03. - 04.03.

Sign China 2013

Guangzhou, China

www.signchina-gz.com

13.03. - 16.03.

Digital Image & Print

Sao Paulo, Brasilien

www.digitalimaging.com.br

14.03. - 17.03.

Leipziger Buchmesse Erlebnis Buch

Leipzig, Deutschland

www.leipziger-buchmesse.de

Usetec 2013 Weltmesse für Gebraucht-Technik

Köln, Deutschland

www.usetec.com

07.05. - 11.05.

Grafitalia Graphic Arts, Print Meida and Communication

Mailand, Italien

www.grafitalia.biz

07.05. - 11.05.

Converflex Package Printing and Converting

Mailand, Italien

www.converflex.biz

17.05. - 22.05.

Printtek 2013 12th International Print Technologies and Paper Fair

Istanbul, Türkei

www.tuyap.com.tr

19.06. - 20.06.

Mailingtage 14. Fachmesse für Direkt- und Dialogmarketing

Nürnberg, Deutschland

www.mailingtage.de

25.06. - 29.06.

Fespa 2013

London, England

www.fespa.com

Ipex Internationale Fachmesse für integrierte Medienproduktion, Druck und Weiterverarbeitung

London, England

www.ipex.org

Jänner 2013

Februar 2013 11.02. - 15.02. März 2013

April 2013 22.04. - 24.04. Mai 2013

Juni 2013

März 2014 26.03. - 02.04.

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