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VECTURA #24

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fertigt Hublot in eigenen Werkstätten aus schwarzem Verbundkunstharz und leichter Kohlefaser, welche wiederum für Ferrari ein hohes Mass an Bedeutung besitzt. Als Hublot und Ferrari Ende 2012 die 30-jährige Präsenz in Hongkong zelebrierten, debütierte die weltweit erste Armbanduhr mit Keramiklünette in leuchtendem Ferrari-Rot. Von der «Big Bang Ferrari Hong Kong» gab es wegen des immens hohen Fertigungsaufwands für die rote Keramiklünette lediglich dreissig Exemplare. Logischerweise waren sie im Handumdrehen ausverkauft. Dazu Jean-Claude Biver im Zuge der Produktpräsentation: «Die hohe Uhrmacherkunst der Marke Hublot verbindet sich mit den aussergewöhnlichen industriellen Leistungen des italienischen Hauses Ferrari und dem fortwährenden Streben nach überragender Qualität und Innovation. Diese Uhr ist ein leuchtender Mosaikstein, dem noch viele andere folgen werden.» Selbstverständlich wurde im 45.5 Millimeter grossen, kratzfesten Gehäuse das aus 330 Komponenten in Manufakturarbeit zusammengefügte und auf Ferrari-Look getrimmte Kaliber Unico 1241 verbaut. Der Stoppmechanismus mit Flyback-Funktion, Doppelkupplung und Schaltradsteuerung erledigt seinen Job direkt unter dem Zifferblatt. Eine kräftige Zugfeder stellt 72 Stunden Gang­ autonomie selbst 100 Meter unter dem Meeresspiegel sicher. Die Lünetten­farbe ist freilich nicht das Einzige, was die futuristisch anmutende Weltpremiere mit den Strassen-Boliden in Rot verbindet. Letztere verfügen über hoch belastbare Keramikbremsen. An ein weiteres Zitat von Enzo Ferrari könnte sich Jean-Claude Biver erinnert haben, als er Mathias Buttet den Auftrag zur Entwicklung von «MP-05 LaFerrari» erteilte: «Ich vertraue meinen Mitarbeitern voll und ganz. Das ist der einzige Weg herauszufinden, ob sie das verdienen. Wenn sie gut sind, werden sie alles tun, um ihren Dank zu zeigen. Sind sie es nicht, gibt es keinen besseren Weg, ihre Fehler aufzudecken.» Die leisteten sich weder der studierte Mikromechanik-Ingenieur, der seit Februar 2010 bei Hublot als Direktor für Forschung, Entwicklung und Produktion agiert, noch seine Mannschaft. Der 2013 vorgestellte, aus 637 Teilen zusammengefügte Zeitmesser mit elf akkurat hintereinander angeordneten Federhäusern, 50 Tagen Gangautonomie und senkrecht positioniertem Tourbillon funktionierte von Anbeginn perfekt. Eine Aufzugskrone der üblichen Art hätte die Besitzer beim Aufziehen an den Rand der Verzweiflung getrieben. Deshalb erledigt ein kleiner Elektro­motor, der sich auf der Rückseite andocken lässt, das Spannen der vielen Energiespeicher. Stunden, Minuten und die aktuell verbleibende Gangreserve lassen sich von digitalen Anzeigen ablesen. Stattlich auch die Dimensionen von 45.8 x 39.5 Millimeter, Bauhöhe 15.3 Millimeter. 2016 spendierte Hublot dieser Maschine fürs Handgelenk eine hochkomplexe, weil vollkommen transparente Schale. Möglich macht es Saphir: Die Gehäusefertigung verlangt nach aus­ geklügelten Verfahren unter Einsatz hochpräziser Laser und wirkungs­voller Poliermethoden. Die äussere Schale besteht aus zwei Saphir-Teilen und Titan-Komponenten. Das Uhrwerk selbst umgibt ein spezieller Container aus «itr2», einem ultraleichten und dennoch extrem widerstandsfähigen Kompositharz. Dauerhafte Exklusivität gewährleisten bei der «LaFerrari Sapphire» 102 VECTURA #24

der Preis in den Dimensionen eines Ferrari und die Mini-Auflage von nur 20 Exemplaren. Im letzten Jahr schliesslich bündelten Flavio Manzoni, seines Zeichens Chefdesigner von Ferrari, und die Hublot­-Produkt­gestalter ihre Kräfte mit Blick auf den 70. Geburtstag der italienischen Traditions­marke. Das Resultat nennt sich «Techframe Ferrari 70 years Tourbillon Chronograph» und kommt in einem völlig neuen, skelettierten Design. An Hublot erinnern lediglich die sechs charakteristischen Gehäuseschrauben sowie die grundsätzliche Schalenform mit integrierten Bandan­ stössen. Das eigens für diese Edition um­gestaltete und im Gehäuse um 30 Grad nach rechts gedrehte Handaufzugs­ kaliber HUB6311 basiert auf jenem HUB6300, welches die allererste Hublot mit dem «cavallino rampante» beseelte. Insgesamt 253 Komponenten be­­ nötigen die Uhrmacher für ein Exemplar dieses tickenden Mikrokosmos m ­ it


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