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Launched in 1953, the Fifty Fathoms is the first modern diver’s watch. Created by a diver and chosen by pioneers, it played a vital role in the development of scuba diving. It is the catalyst of our commitment to ocean conservation.




erscheint vierteljährlich
OWNER
Schweizer Fachmedien GmbH
Pfeffingerstrasse 19
CH-4153 Reinach
Telefon +41 61 711 13 93 info@schweizerfachmedien.ch www.schweizerfachmedien.ch
PUBLISHER
FRANCESCO J. CIRINGIONE
PUBLISHING DIRECTOR
HASAN DURSUN
HEAD OF PRESTIGE
BORIS JAEGGI
b.jaeggi@schweizerfachmedien.ch
EDITOR IN CHIEF
URS HUEBSCHER
u.huebscher@schweizerfachmedien.ch
HEAD OF SALES
HAZIM JUNUZOVIC h.junuzovic@schweizerfachmedien.ch
SALES
VIRGINIE VINCENT v.vincent@schweizerfachmedien.ch
HEAD OF PRODUCTION & ART DIRECTION
MELANIE MORET m.moret@schweizerfachmedien.ch
PRODUCT PUBLIC RELATION info@schweizerfachmedien.ch
EDITORS
KONSTANTIN ARNOLD
BETTINA BÄCK
NATHALIE BECKER
DETLEF BERG
GISBERT L. BRUNNER
ALEXANDER CHETCHIKOV
VIVA CRUISES
NORBERT EISELE-HEIN
VIVIEN GRÜNDEMANN
THOMAS HAUER
MARIO HETZEL
SILVA IMKEN
BEAT KRENGER
VAS MUSCA
NELA PANIC
GABRIELA RÖTHLISBERGER
BETTINA SCHMID
MAURA WASESCHA
SKNIFE
SWENJA WILLMS
CORRECTOR
MARIO HETZEL
COVER Visit Arizona
PHOTOGRAPHS
Matthieu Ronsse, Stefan Rohner, Fotografis, Omega, Cartier, Rolex, Patek Philippe, Richard Mille, Die Gestalten Verlag GmbH, Nube, White Wall, Image database, Gucci, Vacheron Constantin, Tornaghi, Al Coro, Pomellato, IsabelleFa, Gübelin, Hermès, Hublot, Swarovski, Hamilton, Venezianico, Ralph Lauren, IWC, Glashütte, Sinn,Porsche Design, Roger Dubuis, Favre Leuba, Bvlgari, Thomas Sabo, Audemars Piguet, Chopard, Audi, Baume&Mercier, Montblanc, Minase, Astion Martin, Jaguar, McLaren, Porsche, Loberon, Lamborghini, Rolls-Royce, Ferrari, Bentley, Tsatsas, Crocs, Windsor., Jimmy Choo, Longchamp, Replay, Barbour x Farm Rio, Falke, Fila, Viky x Lodenfrey, Tommy Hilfiger, Hackett, Moscot, Calvin Klein, JM Vetement Manufaktur, Frama, Dolce&Gabbana, La Prairie, Brioni, Infiniment Coty Paris, Louis Vuitton, Tom Ford, Rivoli, Coco Mademoiselle, Rituals, Zwilling Beauty, Douglas, Prada, Birkenstock, Molton Brown, Nivea Men, Lalique, Zebra, La Prairie, Zwiesel und Glas, Laufen, Sweef, Roberto Cavalli Home Interiors, Stylish Club, Bucherer Fine Jewellery
ADMIN, COORDINATION & SUBSCRIPTIONS
SERPIL TÜRKMEN s.tuerkmen@schweizerfachmedien.ch
PRICE
Issue CHF 10.–/€ 11.–Year CHF 39.–/€ 40.–
is a registered trademark. (IGE 596.147)
ISSN Print: 1662-1255
ISSN E-Mag: 2813-1495
A PART OF FIRST CONSULENZA AG

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20 OZZY FOREVER Dreamer, Madman oder Prince of Darkness?
26 STREET SCENES
Metropolen durch das Objektiv von Phil Penman
32 DER ETIKETTEN(-SCHWINDEL) Wo ein Jackett zum Eklat wird
37 EDITOR’S CHOICE
Entdeckungen im Zeichen der Kultur
38 EINE FRAU, DIE GESCHICHTE MALTE UND AUS IHR VERSCHWAND Das Kunsthistorische Museum in Wien
40 BLÜHENDE MUSE
Eine Hommage an die Rose
47 SHORTCUT BOOKS
Buch-Highlights auf einen Blick
48 LAS VEGAS’ FANTASTISCH FUNKELNDER FRIEDHOF Das Neon Museum

54 LUST AUF LUXUS(-UHREN) Wenn Leidenschaft stärker als der Markt ist
63 WUSSTEN SIE SCHON ...? Harry Winston
66 DER FEURIGE RUBIN
Der König der Edelsteine
70 NEXT GENERATION DIAMONDS Der Diamant im Wandel der Zeit
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Leica Ambassador Phil Penman begeistert mit seiner faszinierenden Bildstrecke aus Biel-Bienne und zeigt eindrucksvoll, wie ausdrucksstark Fotografie sein kann. Entdecken auch Sie die Welt der ambitionierten Fotografie – mit Ihrer Teilnahme an einem Leica Entdeckerkurs.
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74 DIE ERFINDUNG DES AUTOS Eine kleine Zeitreise auf vier Rädern
78 MOTORSPORT TRIFFT LEGENDEN Goodwood Festival of Speed 2025
86 GEBOREN UND AUFGEWACHSEN IN SANT'AGATA
Lamborghini zeigt den Temerario GT3
88 LAMBORGHINI AUF REKORDKURS Im Gespräch mit Stephan Winkelmann
90 ROUTE 66
Unterwegs auf dem legendären Highway
95 WUSSTEN SIE SCHON ...? Kicks an der Route 66 in Missouri
96 DIE STILLE GLUT DER GESCHWINDIGKEIT Genesis GV60
100 DER FÜNF-STERNE-FLUGHAFEN Hamad International Airport Katar
102 GADGETS
Mehr als nur Accessoires
104 STILSICHER Modeklassiker, die bleiben
114 SKINNY JEANS
Das grosse Comeback der figurbetonten Jeans
118 GASTFREUNDSCHAFT
TRIFFT HAUTE COUTURE Luxus neu definiert
122 FASHION MADE IN SWITZERLAND Jelena Zoric bringt die Fashionweek nach Basel
125 WUSSTEN SIE SCHON ...? Die Geschichte von Denim
126 FÄDEN DER ZEIT Spitzenkunst von Nevena Couture
130 MEISTER DER COUTURE Cristóbal Balenciaga
136 DER WINTER WIRD ICE PINK Die Winterkollektion von ELHO
BALGACH Eggenberger Wohnen BASEL Möbel Rösch, Passion for Beds BÜLACH Scheidegger Möbel KRIENS Möbel Amrein LUZERN Buchwalder-Linder, Colombo la Famiglia OLTEN Möbel Kissling ROLLE Styles Interiors SCHATTDORF Muoser WILL Gamma Einrichtungshaus ZOLLIKON Colombo la Famiglia ZÜRICH Zingg-Lamprecht ZWEISIMMEN Müller-Hirschi Interieur



138 IM BANN DES JASMINS
Daphné Bugey über die Entstehung von Gelsomino
144 SCHÖNHEIT AUS DER HÖHE DER ALPEN 20 Jahre Alpeor
146 DR. HAUSCHKA Long Lasting Mascara
148 HAUTVERJÜNGUNG FÜR ZU HAUSE
FAQ™-400-Kollektion
152 ERGEBNIS: NICHT 100, SONDENR 120 PROZENT! Wenn Ruebli als Augenbooster versagen
156 UNIQ LINE
Wo Schönheit, Präzision und Wohlbefinden eins werden
158 DIE NEUE ÄRA DER HAUTGESUNDHEIT Skingevity
159 INNOVATION FÜR GESTRESSTE HAUT
Le Visage N°02

160 RAUM FÜR GENUSS
Wo Architektur und Kulinarik Hand in Hand gehen
167 TRADITION TRIFFT SCHLAFLUXUS Hästens
168 KOLUMNE Maura Wasescha
169 HANDWERKSKUNST AUS DER UHRENSTADT BIEL sknife
172 DER MIT DEM FALKEN TANZT Faszination Falknerei in den Emiraten
178 NATURVERBUNDENER LUXUS Wiesergut
180 DIE ERSTE WELTUMSEGLERIN DER GESCHICHTE Jeanne Baret
182 DREI FLÜSSE, DREI WINTERMÄRCHEN Festtage auf Seine, Donau und Rhein
186 STEWARDESSENMODE Ein Flug durch die Geschichte der Uniformen
192 KAMBODSCHA Faszinierendes Königreich in Südostasien
195 MADE IN ITALY Florenz, die Wiege der Haute Cuture
196 WUSSTEN SIE SCHON ...? Hilton Hotels
198 WO GESCHICHTE WOHNT UND LUXUS LEBT Rosewood München
200 DIE WELTWEITE ANERKENNUNG DES CARLTON HOTEL SINGAPORE Interview mit Darren Ware
202 WUSSTEN SIE SCHON ...? Motorworld Mallorca
203 «ICONS TESTED» Kompromisslos zur IKONE

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Technogym Boutique
Pelikanstrasse 5, 8001 Zürich
Technogym Showroom
Werkstrasse 36, 3250 Lyss Tel 032 387 05 12
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209 SYNONYM FÜR PREMIUMSCHOKOLADE und Sprüngli
210 STILVOLLE BARKULTUR
Bar
NEUER WEG
GOLS: Die Handschrift Paul Achs
213 WUSSTEN SIE SCHON ...? faszinierende Geschichte Champagners
VISION VOM PERFEKTEN JAHRGANG Laurent-Perrier
64 JEWELLERY
68 WATCHES MEN
72 WATCHES WOMEN
116 FASHION WOMEN
134 FASHION MEN
150 BEAUTY WOMEN
154 BEAUTY MEN
170 LIVING
204 REISE DURCH RAUM UND AROMEN ConTanima
216 CHAMPAGNER DER ZUKUNFT Louis Roederer präsentiert Vintage 2018
219 PRICKELNDER GENUSS Paladin bringt Dolce Vita ins Glas
220 ANNA ROS Botschafterin der besten Küche Sloweniens
222 ZU FUSS IN DEN MILLIARDENMARKT

Investment
EIGENMIETWERTS den Wandel


MAURA WASESCHA AG: DIE KUNST DES LUXUS, DIE ESSENZ DER EXZELLENZ IN ST. MORITZ
Seit über 47 Jahren steht Maura Wasescha AG für höchste Eleganz und Prestige im Luxusimmobilienmarkt von St. Moritz. Mit tiefem Wissen über die Region und einem exklusiven Netzwerk bieten wir außergewöhnliche Residenzen an den schönsten Orten des Engadins und darüber hinaus. Unser Anspruch geht über klassische Vermittlung hinaus: Wir gestalten maßgeschneiderte Erlebnisse – von individueller Beratung über diskrete Verwaltung bis hin zu stilvollem Interior Design und Concierge-Services auf höchstem Niveau. Jede Immobilie ist ein Meisterwerk, in dem Komfort, Privatsphäre und natürliche Schönheit eine perfekte Einheit bilden. Mit Maura Wasescha AG wird Luxus zur gelebten Realität – einzigartig, stilvoll und unvergleichlich.



Im laufenden Jahr erlebt die Luxusbranche rasante Fortschritte wie die Hyperpersonalisierung, bei der künstliche Intelligenz Produkte und Dienstleistungen auf den individuellen Geschmack zuschneidet. Nachhaltigkeit ist ein grosses Thema: Upcycling-Materialien und ethische Praktiken werden zum neuen Standard. Luxusmarken werden heute nicht mehr nur nach Ästhetik und Handwerkskunst, sondern auch nach ihrem ökologischen Fussabdruck und ihrer ethischen Beschaffung beurteilt. Verbraucher fordern Transparenz, und Luxusanbieter müssen sich daran halten. Umweltfreundliche Materialien, nachhaltige Lieferketten und ethische Arbeitspraktiken sind nicht nur «nice to have», sondern unverzichtbar. Darüber hinaus werden Innovationen im Bereich Öko-Luxus – von biologisch abbaubaren Stoffen bis hin zu kohlenstoffneutralen Produktionsprozessen – zum Markenzeichen erstklassiger Marken. Die Philosophie «Grün ist das neue Schwarz» stellt sicher, dass die Pracht von Luxusgütern heute nicht auf Kosten des Wohlbefindens von morgen geht.
Darüber hinaus gewinnen «phygitale» Erlebnisse – die Kombination aus physischer Präsenz und digitaler Erweiterung – an Bedeutung und verwischen die Grenzen zwischen stationärem und Online-Shopping. Ein weiterer aufkeimender Trend ist die Kreislaufwirtschaft: Secondhand-Luxusartikel zelebrieren Langlebigkeit und Geschichte. Und schliesslich ist mit einem Aufschwung des Erlebnisluxus zu rechnen: Vermögende Privatpersonen entscheiden sich für Produkte und Erlebnisse voller Exklusivität, Geschichten und kulturellem Reichtum.
Der moderne Luxuskonsument legt also viel Wert auf Zweckmässigkeit wie auch auf Prestige. Er definiert Luxus neu und bevorzugt Marken, die seinen Werten entsprechen – sei es Nachhaltigkeit, Innovation oder eine persönliche Note, die seine Individualität unterstreicht.
Viel Lesevergnügen!
Urs Huebscher Editor in Chief





Das Füllhorn des Lebens wurde von Ozzy Osbourne –Frontman von Black Sabbath, Pionier der Heavy- Metal-Szene, Solokünstler, Skandalrocker mit bizarren Auftritten und Reality-TV-Star – mit Sicherheit mehrfach zum Bersten gebracht. Am 22. Juli 2025 verliess der an Parkinson erkrankte Weltstar im Alter von 76 Jahren die irdische Welt. Die Retrospektive auf seine knapp acht Jahrzehnte
Lebenszeit, in denen er unter anderem vielen das Weltbild kräftig vom Sockel gestossen hat, ergibt eine unglaubliche Summe an bemerkenswertem Material zu seiner schillernden Persönlichkeit.
Autorin_Gabriela Röthlisberger
Seine Präsenz in der Öffentlichkeit hielt er bis fast zuletzt aufrecht, denn am 5. Juli 2025, lediglich 18 Tage vor seinem Tod, hatte Osbourne seinen letzten öffentlichen Auftritt bei einem mit Bestimmtheit in die Geschichte eingehenden Konzert in seiner Heimatstadt Birmingham. Aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen sass er dabei auf einem schwarzen Thron – selbstredend in Fledermaus-Optik. Es war das erste Mal seit 20 Jahren, dass die Originalbesetzung von Black Sabbath wieder gemeinsam auf der Bühne stand. Karten für das Konzert, bei dem auch Metalbands wie Metallica, Guns N’ Roses, Tool und Slayer auftraten, waren im Februar innerhalb von 16 Minuten ausverkauft. Für alle, die keine Tickets mehr ergattern konnten, bestand die Möglichkeit, das Abschiedskonzert online als Livestream miterleben zu dürfen.
ABSCHIEDSSHOW HINTERLÄSST BLEIBENDEN EINDRUCK
Nun sind Black Sabbath – die Band verkaufte während der Zeit ihres Bestehens satte 75 Millionen Alben – und der gute alte Ozzy Osbourne also Geschichte, und zwar eine, die mit purer Selbstlosigkeit endet: einer vorbildlichen Dimension der Werteorientierung, die fremde Vorteile priorisiert, anstatt in die eigenen Taschen zu wirtschaften. Bei der Benefizveranstaltung wurden schätzungsweise 190 Millionen Dollar eingespielt. Und die Sache ging sogar noch weiter, schliesslich verfolgten zusätzlich rund fünf Millionen Zuschauende das legendäre Konzert der wiedervereinten Kultband Black Sabbath im Pay-per-View-Livestream, was wiederum einen Umsatz von stolzen 150 Millionen Dollar einbrachte. Die Frage eines Fans auf Facebook, ob die Einnahmen aus dem Livestream zusätzlich zu den Einnahmen aus der Live-Veranstaltung selbst für wohltätige Zwecke gespendet werden würden, beantwortete Osbournes Team einstimmig: «Die gesamten 100 Prozent der Einnahmen aus dem Livestream werden an Acorns Children’s Hospice, das Birmingham Children’s Hospital und Cure Parkinson’s gehen.» In unserer aktuell schnelllebigen, oberflächlichen und leider zum grössten Teil konsumorientierten Gesellschaft ein richtiggehender Lichtblick auf den Sozialhumanismus und die damit zusammenhängende hoffnungsvolle Zukunft.

Die kursierenden Spendeneinnahmen sind logischerweise nur Schätzungen. Fakt ist jedoch, dass eine enorme Menge Geld für den guten Zweck zusammengekommen ist – und zwar konkret für Kinderheime und Kinderkrankenhäuser.
IST EINE DERARTIGE KARRIERE HEUTZUTAGE NOCH REALISIERBAR?
Die Musikwelt trauert also um eine ihrer grössten Ikonen – Ozzy Osbourne, prägende Figur der Heavy-Metal-Szene, ist diesen Sommer im Alter von 76 Jahren verstorben. Geboren 1948 in Birmingham, verliess er die Schule mit 15 Jahren. Als Frontman von Black Sabbath drückte der «Prince of Darkness» mit seiner theatralischen Bühnenpräsenz dem Ruhm der Band und der Heavy-Metal-Szene seinen Stempel nachhaltig auf – letztendlich gelten die Musiker von Black Sabbath als Pioniere des Heavy Metal.
Den Titel, Heavy Metal erfunden zu haben, gaben sich die Musiker keinesfalls selbst, sondern diejenigen, die die Musik dieses Genres mitgestalteten, bezeichneten Black Sabbath als die erste Metal-Band.
Der weltweit bekannteste Song und die Single mit der höchsten Chartplatzierung von Black Sabbath ist der 1970 entstandene Song «Paranoid». Auch mit «Iron Man» und «War Pigs» feierten sie grossartige Erfolge. Mit ihrem düsteren, schweren Sound, den harten Gitarrenriffs und den zynischen Texten wurden Black

Sabbath wahre Meister dieses neuen Genres. Man höre und staune: Die Band verkaufte während ihrer jahrzehntelangen Karriere mehr als 75 Millionen Alben.
Der hohe Wiedererkennungswert von Osbournes markanter nasaler Stimme war neben dem ausgesprochen düsteren Gitarrensound von Tony Iommi die kennzeichnenden Elemente der Musik. Ozzy riss die Bühnenshow buchstäblich an sich, denn der exzessive Showman wirkte neben dem eher introvertierten Leadgitarristen und dem fast stoischen Bassisten Geezer Butler wie ein in Rage geratener Wahnsinniger, indem er auf der Bühne herumhüpfte und wild in die Hände klatschte. Sein überwiegend unkontrolliertes Verhalten blieb nicht ohne Konsequenzen: Wegen Drogen- und Alkoholproblemen feuerte ihn die Band 1979.
VOM BERÜCHTIGTEN ROCKSTAR ZUM ERFOLGREICHEN SOLOKÜNSTLER
Dank seiner Managerin und späteren Ehefrau Sharon Arden startete Osbourne eine senkrechte Solokarriere. Mit Hits wie «Crazy Train», «Mr. Crowley» oder «I Don’t Know» wurde sein Debütalbum «Blizzard of Ozz» (1980) unmittelbar nach dem Erscheinen ein kommerzieller Erfolg. Insgesamt soll der Rockstar trotz seiner regelmässigen Alkohol- und Drogeneskapaden etwa 100 Millionen Platten verkauft haben.
Skandale zogen sich wie ein roter Faden durch das Leben von Ozzy Osbourne. Wer erinnert sich nicht mit leichtem Schaudern an eine der berühmtesten Rock’n’Roll-Geschichten aller Zeiten, als er am 20. Januar 1982 bei einem Konzert im Des Moines Veterans Memorial Auditorium in Iowa einer lebenden Fledermaus den Kopf abbiss, weil er sie für ein Gummitier hielt? Diese hatte ihm ein Zuschauer auf die Bühne geworfen, der sie zuvor aus dem naturwissenschaftlichen Bereich der hiesigen High School gestohlen hatte.
In seinen Memoiren «I am Ozzy» beschreibt der Musiker den Vorfall: «Es hat sich sofort falsch angefühlt. Sehr falsch. Mein Mund war plötzlich voll mit einer warmen, glibberigen Flüssigkeit mit dem schlimmsten Nachgeschmack, den man sich nur vorstellen kann. Ich habe gespürt, wie sie meine Zähne verfärbt hat und mein Kinn runterlief.» Nach dem Konzert suchte Ozzy sofort einen Arzt auf, um sich gegen Tollwut impfen zu lassen.
GERÜCHT UM «SCHWARZE MAGIE»
HAFTETE ZEITLEBENS AN OZZY
Zu diesem Zeitpunkt hatte der «Madman» unglaublicherweise bereits Übung im Abbeissen von Tierköpfen. Als er im März 1981 in einem Plattenfirmen-Meeting mit CBS Records sass, sollte der Musiker als besondere Geste drei Tauben fliegen lassen, welche er bis zu dem grossen Moment in der Tasche aufbewahrt hatte. Doch zu diesem ursprünglichen Plan kam es nicht mehr. Beim wieder einmal schwer betrunkenen Osbourne stellte sich Langeweile ein und es kam zu einem heftigen Streit mit einer Angestellten des Labels, der eskalierte – Ozzy sah rot. Laut Musikjournalist und OzzyBiograf Mick Wall soll der Musiker später gesagt haben: «Ich habe eine der Tauben rausgeholt und ihr den Kopf abgebissen, nur damit sie die Klappe hält.» Das reichte dem «Madman» damals allerdings noch nicht: «Dann habe ich das Gleiche mit einer weiteren Taube gemacht und ihren Kopf auf den Tisch gespuckt. Daraufhin haben sie mich rausgeworfen.»
Folglich erscheint «Diary Of A Madman» nicht via CBS Records – die nächste Platte «Bark At The Moon» (1983) allerdings schon. Seit diesen Vorfällen wurde ihm immer wieder vorgeworfen, ein Teufelsanbeter zu sein, was der Musiker jedoch vehement von sich wies. Stets beteuerte er, mit schwarzer Magie nichts am Hut zu haben.


FAMILIENMENSCH, REALITY-TV-STAR
ODER BEIDES?
So skurril und vollgepackt mit Exzessen sein Leben auch gewesen sein mag, die eigene Familie hatte für Ozzy Osbourne immer einen besonders hohen Stellenwert. Aus seiner Ehe mit Sharon gingen drei Kinder hervor, darunter die Sängerin Kelly Osbourne, zwei Kinder brachte er aus erster Ehe mit. Mit der Doku-Soap «The Osbournes» zelebrierte er sein Alltagsleben im Kreis seiner Familie, doch auch heikle Themen wie Ozzys Alkoholprobleme und Sharons Krebserkrankung wurden thematisiert. Die Sendung wurde zwischen 2002 und 2004 in drei Produktionsstaffeln produziert und zwischen 2002 und 2005, je nach Zählweise, in vier oder fünf Sendestaffeln auf MTV ausgestrahlt. Die Soap wurde sogar mit einem Emmy-Award ausgezeichnet.
KAMPF GEGEN PARKINSON ENDET
MIT TRIUMPH FÜR OZZY
Ozzy Osbourne hatte sich mehreren Operationen an Rücken und Nacken unterziehen müssen, nachdem er 2019 bei einem Unfall in seinem Haus in Los Angeles eine Wirbelsäulenverletzung erlitten hatte – noch im selben Jahr wurde bei ihm Parkinson diagnostiziert. In einem emotionalen Interview

mit «Good Morning America» gab er 2020 öffentlich zu, an Parkinson zu leiden, einer Erkrankung des zentralen Nervensystems, die langsam, aber kontinuierlich fortschreitet.
Überraschenderweise trat Osbourne 2022 dennoch bei den Commonwealth Games in Birmingham auf. Nicht lange bevor er den Kampf gegen seine Krankheit aufgeben musste, erfüllte sich sein grösster Traum: das finale Black-Sabbath-Konzert am 5. Juli 2025!
PLATZ IM PANTHEON DER ROCKGÖTTER
Acht Tage nach dem Tod von Ozzy Osbourne versammelten sich Tausende Fans der Heavy-Metal-Legende zu einem Trauerzug durch dessen Heimatstadt Birmingham, wobei der Bürgermeister Safar Iqbal offiziell betonte, wie wichtig es sei, Ozzy als «Sohn der Stadt» angemessen und würdevoll die letzte Ehre zu erweisen. Die Stadtverwaltung hatte Osbournes letztes Geleit nach eigenen Angaben gemeinsam mit dessen Familie geplant. Mit Stolz blickt man nun in der zentralenglischen Stadt darauf zurück, den respektvollen Abschied der Rocklegende gemeinsam mit seiner Familie begangen zu haben – an dem Ort, an dem alles angefangen hatte.
Auf Plakaten in der Stadt war allerorts «Ozzy forever» zu lesen.

Am 9. September 2022 wurde das 13. Studioalbum «Patient Number 9» des britischen Rockmusikers Ozzy Osbourne veröffentlicht. Für den Titelsong, der am 24. Juni 2022 als erste Single erschien, designte Todd McFarlane das Musikvideo. Der selbstreflexive Text handelt von Osbournes Klinikaufenthalten und verarbeitet den Suizidversuch seiner Frau Sharon.
Wie bereits beim Vorgängeralbum «Ordinary Man» versammelten sich Gastmusiker und ehemalige Weggefährten um Osbourne, wie etwa Chad Smith und Duff McKagan. Als Zeichen einer grossen Ehrerbietung wirkten erstmals Musikgrössen wie Mike McCready, Eric Clapton und Jeff Beck an einem Osbourne-Soloalbum mit. Ebenso lieferte der im März 2022 verstorbene Foo-FightersSchlagzeuger Taylor Hawkins Gastbeiträge, der bereits 2010 mit Osbourne «Crucify the Dead» auf Slashs Soloalbum sang.
Robert Trujillo, der mit Ozzy bereits «Down to Earth» mit der Hit-Single «Dreamer» aufnahm, und Zakk Wylde kehrten zurück, Letzterer erstmals seit «Black Rain» (2007). Ex-Black-Sabbath-Kollege Tony Iommi komplettierte die grandiose Besetzung. Die Produktion übernahmen erneut Andrew Watt sowie Louis Bell, und Alexandra Tamposi wirkte einmal mehr am Songwriting mit.





Die Strassen einer Stadt erzählen Geschichten. Seien es die Gebäude, die schon seit Jahrzehnten dort stehen, Tausende Menschen, die täglich die Strassen überqueren, oder Autos, die die Stadt zum Rauschen bringen – man braucht eine Gabe, um diese Geschichten einzufangen und sie weiterzuerzählen. Phil Penman ist ein wahrer Meister seines Handwerks und schuf mit seinem neuen, im teNeues Verlag erschienenen Bildband «Street Scenes» einen visuellen Liebesbrief an die pulsierenden Metropolen unserer Welt.
Autorin_Nathalie Becker
Bilder_Phil Penman
Phil Penman hat eine besondere Begabung dafür, das zeitgenössische Stadtleben zu beobachten und einzufangen. Seit über 25 Jahren lebt der britische Street-Fotograf in New York und schafft es mithilfe seines unvergleichlichen Timings, die Essenz von Städten auf der ganzen Welt in seinen Fotografien festzuhalten.
Nach dem weltweiten Erfolg seines Bestsellers «New York Street Diaries» beweist Penman sein Gespür für Emotionen und Szenerie erneut in seinem neuen Bildband «Street Scenes». Die Aufnahmen des Buchs führen von der melancholischen Schönheit Neapels über die nebelverhangenen Boulevards von Paris bis in die pulsierenden Strassen Tokios und weiter nach Melbourne, Zürich, London, Basel, Rom, Berlin oder Biel/Bienne. Jede dieser Städte hat ihren eigenen Rhythmus, ihre eigene Kultur, ihre eigene Sprache –und doch haben sie etwas gemeinsam: Sie alle sind Teil eines Dialogs zwischen Fotograf und Motiv. Was Penmans Kunst so besonders macht, ist sein Blick für das Flüchtige, mit welchem er geografische und zeitliche Grenzen verschwimmen lässt: eine einsame Gestalt auf einer in Nebel gehüllten Brücke, ein farbiger Regenschirm, der das Grau durchbricht, ein zufälliges Zusammenspiel von Licht,




Bewegung und Atmosphäre. Penmans Aufnahmen lassen den Betrachter Städte kennenlernen, als wären sie lebendige Wesen. Mit Bildern, die zwischen flüchtiger Ironie, tiefer Stille und filmischer Atmosphäre schwingen, ist das Buch ein visuelles Fest und eine tiefgreifende Meditation über das urbane Dasein zugleich. Bei all dieser Dramatik ist jedoch keines der Bilder inszeniert.
Selbst das Wetter setzt Penman gezielt als Motiv und nicht nur als Kulisse ein. Er nutzt seine Motive stets dafür, einen negativen Moment, gar einen Moment der Krise, in eine Botschaft der Wandlung zu transformieren. In einem unvergesslichen Bild, aufgenommen während der Rauchkrise durch die kanadischen Waldbrände 2023, zeigt Penman die Skyline von New York, eingehüllt in orangenen Dunst – eine apokalyptische, ungefilterte Vision einer Stadt im Schwebezustand.
Ein immer wieder auftretendes Motiv Penmans ist der Regenschirm als Symbol für Anonymität und Individualität, Schutz und Ausgesetztsein, für Vergänglichkeit und Zeitlosigkeit. Dieses Gefühl von Zeitlosigkeit versprühen Penmans Werke durch seinen einzigartigen Stil. Seine Art zu fotografieren erinnert beinahe an impressionistische Gemälde sowie an Filmszenen des Film Noir, wodurch es ihm gelingt, vertraute Motive zu entfremden. Durch sein Objektiv lädt er die Leute dazu ein, ihre Städte aus einem völlig neuen Blickwinkel zu sehen und die einzigartige Poesie des urbanen Lebens wahrzunehmen.
WWW.PHILPENMAN.COM
WHITEWALL UND PHIL PENMAN: SCHWARZ-WEISS IN PERFEKTION Formen, Kontraste und Lichtverhältnisse: Schwarz-Weiss-Fotografie verleiht diesen Eigenschaften eine besondere Ausdruckskraft. Phil Penman nutzt diesen Effekt, um seinen Bildern das gewisse Etwas zu verleihen. Für ihn steht fest: Ein qualitativ hochwertiger Abzug ist genauso wichtig wie das aufgenommene Bild. Genau hier setzt das renommierte Fotolabor WhiteWall an: für hochwertige Schwarz- WeissFotografie bietet es Barytabzüge auf edlem Fotopapier an, welches mit seiner einzigartigen, seidigen Haptik überzeugt. Mithilfe dieser Besonderheit verschmilzt die Begeisterung für Fotografie des Fotolabors mit der seiner Kunden und wird jedes Bild zum Unikat.
WWW.WHITEWALL.COM

Konstantin Arnold zieht das Jackett auf einer Hochzeit in der Hitze des Südens aus, bevor das alle anderen tun. Das sorgt für einen Eklat und Brennmaterial zum Denken.
Autor und Bilder_Konstantin Arnold

Neulich war ich auf einer Hochzeit im Süden, in einer Gegend, die man auch die Bratpfanne bei Lissabon nennen kann. Die Hitze kommt von der Stadt her und wird von der Serra in der Ebene gehalten. Viele schöne Weingüter stehen da, die im Sommer gerne zum Heiraten genutzt werden. Die Wege sind trocken, die Bauern ziehen die Hüte vor einem und rufen einen zu sich, vor allem in den Mittagsstunden, in denen die Arbeit ruht und nur die Bienen noch Kraft haben. Ich war spät dran, was hier aber nicht heisst, dass man nicht noch Zeit für ein Glas hat, wenn man jemanden nach dem Weg fragt, der einen dann fragt, ob man nicht eines mittrinken möchte.
Der Bauer trug eine Weste, wie mein Grossvater früher eine trug, und hatte eine Schiebermütze auf. Ein stattlicher Mann mit guten, offenen Augen und derben Händen, deren Adern wie die Flüsse auf einer Landkarte von der Wüste auf seinen braunen Handrücken zusammenflossen. Ihn umgab jene Würde, die Menschen umgibt, die schon früh gearbeitet haben und nicht nur Marketing machen. Ich erzählte ihm, dass ich auf dem Weg zu einer Hochzeit sei, auf der fast alle irgendetwas damit machen, aber er wusste nicht, was das ist. Früher, meinte er, hätte der Schuster Schuhe und der Bäcker Brot und der Müller Mehl gemacht. Das wäre alles. Ich sagte, früher hätte es mich noch gar nicht gegeben. Er lachte. Wir verstanden uns gut. Der Wein war kühl und schmeckte. Es war so angenehm bei ihm, dass ich gar nicht rauchen brauchte. Für die Hochzeit hatte ich mir zwei Schachteln eingesteckt. Ich halte das sonst nicht aus – den Smalltalk, die Gesichter, lachen und es nicht so meinen, bis man besoffen genug ist. Das Verhalten von Menschen, die zu lange in be -
stimmten Gruppen an bestimmten Orten gewissen Regeln gefolgt sind. Sachen auf Instagram posten, bevor sie passiert sind. Die Dienstmädchen mit Spitzenhäubchen, die einem auf dem Rasen nachschenken, geben mir den Rest. Ich stelle mir dann immer vor, auf die Tanzfläche zu scheissen oder die Braut zu küssen, oder denke darüber nach, mein Weinglas über die Frisur meines Gegenübers zu schütten, denke es aber nur, wie Zwangsgedanken eben so sind. Es sind oft die gleichen Feste. Das gleiche Essen, die gleichen Gesten, sogar dieselbe Musik. Die gleichen Menschen wie überall oder es sind andere, die die gleiche Beziehung zueinander führen und Werte übernehmen, die vielleicht gar nicht ihre eigenen sind. Der Bauer fragte, wer denn heiratet. Ein Engländer eine Portugiesin. Caramba, sagte er. Engländer und Portugiesen verbindet die Geschichte. Das Wort Tea ist portugiesisch, viele Familien sind englisch hier und haben den Portugiesen mit ihrer blossen Anwesenheit über den eigenen Minderwertigkeitskomplex geholfen.
Portugal ist ein stolzes Weib, das nicht jeden an sich ranlässt. Das Heimatland sehnsüchtiger Melancholiker. Eine von seidenfeinen Nuancen durchtätowierte Gesellschaft, die am Tropf ihrer eigenen Geschichte hängt, es lange Zeit nur mit sich selbst getrieben hat und es jetzt okay findet, dass man sich einmischt. Eine Gesellschaft, die in den Ferien nie in die Wildnis machen würde und ihre Zivilisation auf klassischer Mode und englischen Manieren aufgebaut hat. Beschützt durch hohe Temperaturen und eine rigide Sensibilität, die hinter einer lässigen Leinenhemdfassade einer bizarren Ansammlung altmodischer Regeln folgt, die jeder selbst entschlüsseln muss. Stunden, Tage, Jahre, in denen man sich Bewegungen und die Art zu reden aneignet. Volltrunken mit Freundlichkeit, die eigentlich nicht zum Überleben gebraucht wird, und verschlossen wie eine staubige Flasche alter Schnaps. An allen Ecken lauern Unterhaltungen, die dich ins Nichts führen und heiter machen, bis du denkst, das Leben bestünde nur noch aus Mittagspausen und Wein. Aus dicken Olivenölmuttis, die aus romantisch verwilderten Einfahrten winken, deren endlose Alleen zur Erfüllung südländischer Träume führen. Ein Leben, mehr Kurve als Gerade. Durch eine Landschaft, die man ständig giessen möchte. Ein in der Ferne fahrendes Auto. Lautlos. Daneben eine Bucht. Ein mit Meer vollgelaufenes Aquarell mit Booten drauf, die weisse Linien in tiefes Blau ziehen, das sich plötzlich von den

Klippen abtut, als hätte es die Küste kaum kommen sehen. Man schweift ab und sagt zu dem Bauern, dass man nun aber los müsse, weil diese Einleitung zu lang wird und man mal einen Punkt machen muss und spät dran ist.
Die Trauung fand im Freien statt und die Männer mussten ihr Jackett anbehalten, trotz Mittagshitze oder bis der Vater der Braut seines auszieht und die Tochter somit an den Bräutigam übergibt. Das ist im Süden Geste und sicher auch anderswo und es ist fürchterlich. Ich hatte einen champagnerfarbenen Anzug an, der Rest trug Schwarz und Blau. Keine Ahnung, wie die das schafften. Nach dem vierten Hochzeitsschwur legte ich das Ding ab und alle sahen mich an, sahen, wie sich der Ausländer freimachte vom Rost längst ausgedienter Formalitäten. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich schätze Etikette, aber sie muss praktisch sein und nicht sinnlos wie Krawatten, die einfach nur baumeln. Natürlich sehen Männer mit denen am besten aus, aber sobald sich etwas nur um dieses Etwas dreht, dreht es sich um sich und verwehrt sich gegen das Leben, wie es sich bietet. Das ist dekadent und muss weg. Ich brauche mir keine Serviette auf den Schoss legen, wenn ich eh nah genug am Tisch sitze, und ich muss auch nicht von aussen nach innen essen, wenn mir das Essen mit kleinerem Besteck besser schmeckt. Ausserdem trinke ich Wein am liebsten aus kleinen Wassergläsern, ohne zu wechseln, genau wie der Bauer, bei dem
ich gerade war. Wieso sollte ich mich im schönsten Moment dieser beiden Menschen totschwitzen, anstatt ihn im Leinenhemd zu geniessen?
Da ich dieses Trauungsgequatsche ohne Denken langweilig finde, dachte ich darüber nach. Ich dachte an Knigge, Diplomaten, Protokolle und Gott. An gutes Benehmen, Engländer und die Queen und ich verstand einfach nicht, wieso ich den einen Menschen anders begrüssen sollte als den anderen. Ich will in keiner Welt ohne Kirchen und Königinnen leben, aber auch nicht in einer, in der ich «your highness» sagen muss oder Amen. Nach der Trauung gings rein, weil es draussen immer noch zu heiss war. Beim Aperitif sah ich mir die Leute an und das Haus und versuchte, mich abzulenken, wie mir das mein Therapeut beigebracht hatte. Es war ein schönes Haus, mit grossen, weissen Fensterläden, die an etwas Schwerem hingen, das vor lauter Staub um Luft ringt. Draussen roch es nach trockenen Dünen und hier drinnen nach feuchten, mit Laken abgedeckten Dingen, die nicht mehr gebraucht, aber auch nicht entsorgt werden können. Familientradition und Aberglaube. Mit Erinnerungen tapezierte Wände und Würde, die neben Heiligenfiguren im Regal steht. Reine, unbefriedigte Madonnen, die ihre Töchter bis zur Hochzeit daran erinnern, dass nur Schlampen mit dem Feuer spielen. Werte, die langsam einen neuen Putz bräuchten und sich bei den Verwandten



Ich fragte mich, was Moral ist und was Manieren sind und woher sie kommen und ob die Engländer wohl wieder schuld daran sind, weil sie ihr Benehmen jahrhundertelang in alle Welt exportiert haben und kolonialisierten.

bedanken. Ich fragte mich, was Moral ist und was Manieren sind und woher sie kommen und ob die Engländer wohl wieder schuld daran sind, weil sie ihr Benehmen jahrhundertelang in alle Welt exportiert haben und kolonialisierten. Man steckte Südseemänner in Jacketts und vergewaltigte ihre Frauen. Man zerstörte Kulturen und zwang ihnen die eigenen Essgewohnheiten auf. Man nahm karibische Piratenschiffe im Namen der Krone fest und behielt das Gold für sich. Von der Sauerei im Nahen Osten ganz zu schweigen. Feine englische Art. Heute zeigt sich die vor allem in Männergruppen, die grölend durch Lissabon ziehen und Sonnenbrand bekommen. Die Portugiesen nennen sie Bifes, rot, wie rohes Fleisch. Natürlich sind das nicht alle. Der Rest sind Robotermenschen mit Blutzucker und geschwollenen Knöcheln, die auf Kosten der Produktivität alles Menschliche hintangestellt haben und ihr ganzes Leben stets pünktlich zum Tee waren. Bravo! Da waren Männer in glatten Hemden, die gerne Grand sagten und nach drei Bier die Fassung verlieren, sich nach fünf in FastfoodSchlangen stellen, vögeln und prügeln. Da waren Girls, in Miniröcken und Schminke, die sich an billigem Caipirinha besaufen und dauernd schreien. Natürlich gibt es die in jedem Land, aber die, die sich für die feinsten halten, kommen aus einem nicht weit entfernten, mit Sperrstunde, in dem um 18 Uhr alle gegessen haben und Taxifahrer sich durch Sicherheitsglas bezahlen lassen. Mit Abstand, auf Links. Die Pubs stinken nach Teppich und Bier, einem süsslichen Geruch, der sich im gesamten Commonwealth breitgemacht hat bis nach Australien. Es ist eine verbrauchte Stimmung, die nur darauf wartet, wieder entfacht zu werden, irgendwie brenzlig. Wie Testosteron, das in der Luft liegt und erlöst werden will. Manieren, die eine Nummer zu eng sitzen: Connor McGregor! Dazu diese selbstgefällige Zufriedenheit, die andere Steckdosen braucht, um noch einmal betont zu werden. Dafür gibt es in dieser von Frischhaltefolie behüteten Tradition wenigstens noch einige bescheuerte Regeln, die man brechen kann. Ausgangssperren und Polizisten auf Pferden, die ohne Kanonen das Gute beschützen wollen. Alle paar Meter liegt ein bisschen Kacke auf der Strasse und dazwischen darf nach der Arbeit gekotzt werden. Kaum einer raucht, aber alle essen gern Pommes und Fett. Die Steinhäuser sind alt und stehen in Reihen und unterscheiden sich nur durch Nummern. Ich wäre für diese Geschichte


danach klein schlagen, dieses Tun ohne Denken. Die Backsteine und Schaufenster, die mit der Schere geschnittenen Vorgärten, alle Parkverbotsschilder. Alles, nur die roten Telefonzellen dürften stehen bleiben, weil sie an gute alte Tage erinnern, die man heute nur noch im Flugzeug oder auf dem Mount Everest erleben kann. Oben, über den Wolken, im Himmel, wo das Internet nicht hinkommt, weil dort das Wort Gottes herrscht. Ich war voller Vorurteile, klar und fest entschlossen, mir die vorerst auch nicht mehr nehmen zu lassen.
eigentlich nach England geflogen, aber ich konnte es nicht, weil in Lissabon der Flieder blüht oder das, was ich mir unter Flieder vorstelle: etwas Lilafarbenes. Ausserdem habe ich gerade Jules Verne gelesen und bin auf der Isle of Man gewesen. Ich mietete ein Haus für das Motorradrennen und gleich nach dem Einzug kam ein Mann von nebenan, der sich als der Nachbar und ehemaliger Polizeichef vorstellte. Er hatte militärisch geschnittene Haare und trug ein weisses T-Shirt, das ich unter seinem pinken Hemd sehen konnte. Er fragte, ob ich zum Tee kommen wolle, das wäre auf der Insel so Ritual, nur eine lange Hose und ein Jackett müsste ich mir anziehen, wegen der Frauen. Ich tat, wie er sagte, und nachdem wir ein paar Bier drin hatten, sprach er nur noch von Frauen und benutzte das F-Wort. Wir zogen durch die Pubs der Stadt und wurden im Morgengrauen von einem Kumpel auf der Ladefläche eines Pick-ups illegal transportiert. Ich wollte diese Heuchelei
Die englischen Manieren finden sich heute auf der ganzen Welt. Sie sind ein Exportschlager für alle, die sich nicht selbst zu benehmen wissen, nachdem die Industrialisierung die Briten so reich gemacht hat, dass sich die ganze Welt nach ihren Bedürfnissen richtet. Afternoon Tea auf Madeira, English Breakfast in Kairo, Jacketts in der Hitze, Grand Hotels überall. Letztere sind gute Orte. Die Lobby ist marmorweiss, die Kellner tragen Manschettenknöpfe und verteilen Häppchen. Sie bewahren längst vergessene Höflichkeiten und halten Berufe ausgestorbener Professionen am Leben. Sie haben etwas Verlorengegangenes an Bord, wie eine Arche, die durch die Zeit fährt, damit es die Welt von gestern auch morgen noch geben darf. Man kommt nach Jahrzehnten wieder und alles ist so wie immer und die gleichen Leute arbeiten da und begrüssen einen, egal was war, wird und ist. Alles wie immer. Die Sommeliers tragen Fliegen, die Restaurantchefs schwarz, jemand spielt Klavier, als wäre alles in bester Ordnung. Das tut, bei aller Vergänglichkeit, die uns umgibt, gut. Es ist der noble Versuch, Gelassenheit in den unvorhersehbaren Wahnsinn der Menschheit zu bringen. Jetzt kam das Essen und mit ihm mehr Wein und die Leute kehrten langsam in ihr Wesen zurück. Bei der Party hingen die Hemden raus und manche Gürtel konnten die Bäuche nicht mehr tragen. Auf dem Klo torkelten die Typen rein und raus und einmal kam einer und meinte, ob ich wohl der gewesen bin, der sein Jackett zur Trauung ausgezogen hat. Die Portugiesen waren nur misstrauisch, die Engländer neidisch und besoffen, weil trinken ohne essen Teil ihrer Kultur ist, für die sie Aufsicht benötigen. Wir haben Anlässe geschaffen, um die passende Garderobe zu tragen, und ich frage mich, was zuerst da war: die Anlässe oder die Garderobe? Ich hatte vielleicht mein Jackett ausgezogen, aber meine Weste war bis auf den letzten Knopf geschlossen. Ich trug keine Krawatte wie er, trug aber auch keine braunen Schuhe zum blauen Anzug, der viel zu eng sitzt. Schon gar keine Socken, die beim Beineüberschränken das Stück Haut zwischen Socke und Hose freilässt. Ich hatte die ersten drei Hemdknöpfe offen, und es hätten auch vier sein können, aber ohne das Gefühl des sanften Verzichts und den Neid dieses Engländers.

Das Kunstmuseum Bern zeigt in Kirchner x Kirchner rund 65 hochkarätige, selten in der Schweiz gezeigte Werke von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), einem der bedeutendsten Protagonisten der Moderne. Die Ausstellung erinnert an die umfangreichste Retrospektive zu Lebzeiten des Künstlers, die er 1933 in der Kunsthalle Bern selbst kuratierte. Erstmals steht Kirchner als Kurator seines eigenen Werks im Mittelpunkt: Durch gezielte Gegenüberstellungen und Überarbeitungen mancher Werke inszenierte er seinen künstlerischen Lebenslauf.
Laufzeit: 12. September 2025 bis 11. Januar 2026
Ort: Kunstmuseum Bern

Templon eröffnet die neue Saison mit der ersten Einzelausstellung des belgischen Malers Matthieu Ronsse in Brüssel. Seit über 20 Jahren verbindet Ronsse frei und unkonventionell Abstraktion und Figuration, klassische Bezüge und zeitgenössische Gesten. Hotel Prado zeigt rund 20 neue Werke, die den Galerieraum in eine Erweiterung seines Ateliers verwandeln – ein poetisches Chaos aus Erinnerungen, Fragmenten und spontanen Spuren, in ständigem Wandel und fern von jeder Endgültigkeit.
Laufzeit: 4. September 2025 bis 31. Oktober 2025
Ort: Galerie Templon, Brüssel

Mit Dialogues. Collection FOTOGRAFIS x Helmut Newton wirft die Helmut Newton Foundation einen frischen Blick auf das Werk ihres Gründers. Erstmals treten Newtons Fotografien in einen direkten Dialog mit Arbeiten von Diane Arbus, Alfred Stieglitz, Margaret Bourke-White, Man Ray, August Sander und anderen. Die teils harmonischen, teils kontrastreichen und stets überraschenden Bildpaare zeigen, wie Newton sich inspirieren liess – und wie ähnliche Motive in der internationalen Fotografie oft unabhängig und sogar Jahrzehnte später entstanden.
Laufzeit: 5. September 2025 bis 15. Februar 2026
Ort: Helmut Newton Foundation im Museum für Fotografie, Berlin
Vergessen, verdrängt, gefeiert: Das Kunsthistorische Museum in Wien zeigt die bisher grösste Ausstellung zur Malerin Michaelina Wautier – eine der bedeutendsten Wiederentdeckungen der jüngeren Kunstgeschichte.

DER TRIUMPH DES BACCHUS
Michaelina Wautier
1655 / 59
Öl auf Leinwand, 271.5 x 355.5 Zentimeter
Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie
Noch bis zum 22. Februar 2026 widmet das Kunsthistorische Museum in Wien der flämischen Barockmalerin Michaelina Wautier (1614 / 18 bis 1689) eine grosse Ausstellung. Die Schau bietet den bislang umfangreichsten Einblick in das Werk der Künstlerin, darunter Gemälde, die erstmals öffentlich zu sehen sind. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Royal Academy of Arts in London. «Michaelina Wautier zählt zu den bedeutendsten Wiederentdeckungen der Kunstgeschichte. Das Kunsthistorische Museum zeigt, was jahrhundertelang übersehen oder anderen zugeschrieben wurde», sagt Jonathan Fine, Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums.
Michaelina Wautier war eine Ausnahmekünstlerin des 17. Jahrhunderts. Dennoch wurde ihr Werk jahrhundertelang verkannt, vergessen oder männlichen Kollegen zugeschrieben. Ihre Arbeiten – Historienbilder, Porträts, Altargemälde, Allegorien –sprengen nicht nur die Erwartungen an Künstlerinnen ihrer Zeit, sondern zeichnen sich ausserdem durch Innovation, feinen Humor und psychologische Tiefe aus.
Ihr monumentaler Triumph des Bacchus etwa wurde bis in die 1960er-Jahre irrtümlich Rubens-Schülern oder gar Luca Giordano zugeschrieben – zu gross, zu stark, zu viel nackter männlicher Körper, als dass das Bild von einer Frau stammen könne. Heute gilt das Werk als Ikone und ist ein Herzstück der KHMGemäldegalerie.
GRÖSSTE WERKSCHAU
Die Ausstellung im Kunsthistorischen Museum ist die bislang umfassendste Präsentation der Künstlerin. 29 Gemälde, eine signierte Zeichnung und eine Druckgrafik nach einem verlorenen Werk werden gezeigt – darunter auch ihre berühmte Serie «Die fünf Sinne», die erstmals in Europa in vollständiger Form zu sehen ist. Insgesamt versammelt die Schau rund 80 hochkarätige Werke und Realia aus dem eigenen Bestand und von internationalen Leihgebern.
Viele der Werke stammen aus Privatsammlungen in Europa und den USA und sind deshalb selten öffentlich zu sehen. In Wien wird Wautiers Werk wieder vereint und erstmals in einen Dialog mit der Antike, Rubens, Van Dyck und anderen Meistern ihrer Zeit gestellt und neu verortet.
KUNSTGESCHICHTE ALS ERKENNTNISREISE
Wautiers Leben bleibt in weiten Teilen ein Rätsel. Man weiss nicht genau, wann sie geboren oder wo sie ausgebildet wurde. Vermutlich arbeitete sie gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Charles Wautier in einer Werkstatt in Brüssel. Der grosse Kunstsammler jener Zeit, Erzherzog Leopold Wilhelm, sammelte ihre Werke. Dennoch gibt es keinerlei zeitgenössische Kommentare über ihre Kunst. Es existieren weder Briefe noch Selbstzeugnisse – nur ihre Gemälde. Diese aber erzählen eindrucksvoll von einer klugen, mutigen und hoch originellen Frau, die selbstbewusst mit «invenit et fecit» signierte – «erfunden und ausgeführt von ihr selbst». «Wir haben zwar kaum biografische Daten, Urkunden oder Briefe, aber ihre Bilder. Das genügt, um eine der stärksten Künstlerinnen ihrer Zeit wieder sichtbar zu machen», sagt Kuratorin Gerlinde Gruber.
Nach der Premiere in Wien wird die Ausstellung 2026 in adaptierter Form in der Royal Academy of Arts in London zu sehen sein.
ZWEI MÄDCHEN ALS HEILIGE AGNES UND HEILIGE DOROTHEA
Michaelina Wautier
um 1655
Öl auf Leinwand, 89.7 x 122 Zentimeter
Fotograf: Rik Klein Gotink
Königliches Museum für Schöne Künste Antwerpen –Flämische Gemeinschaft


ZWEI JUNGEN BEIM SEIFENBLASEN
Michaelina Wautier 1650 / 55
Öl auf Leinwand, 90.5 x 121.3 Zentimeter
Seattle Art Museum, Schenkung von Mr. Floyd Naramore

Autor_Beat Krenger
Ob in der Malerei, im Film oder auf dem Laufsteg: Seit Menschengedenken hat die Rose namhafte Kunstschaffende in ihren Bann gezogen und inspiriert. Eine Hommage an die Königin der Blumen.
Eine indische Legende besagt, dass sich die Götter Brahma und Vishnu darüber stritten, welche Blume die allerschönste sei: die Rose oder die Lotusblume? Erst als Vishnu eine duftende Rose für ihn pflückte, wurde auch Brahma schlagartig klar, dass diese Blume alle anderen in den Schatten stellte. Als Belohnung erschuf er aus mehr als 1000 Rosenblättern eine Braut für Vishnu – die Göttin Lakshmi.


Die Rose ist eine faszinierende Pflanze. Unzählige Erzählungen ranken sich über Jahrtausende hinweg um sie. Nicht nur, dass sie eine Zierde für jeden Garten ist und auch noch wunderbar riecht, nein, sie hat mit ihrer Symbolkraft auch weite Teile des Lebens wie Kunst, Literatur, Mythologie, Politik, Religion und Liebe beeinflusst. Fossilienfunden zufolge gibt es die Wildrose schon seit mehr als 35 Millionen Jahren. Vor ungefähr 5000 Jahren nahm bereits der Rosenanbau in China und Afrika seinen Anfang. Man nutzte die Blume damals für heilige Rituale und zur Dekoration von Tempeln und Palästen.
Auch die ägyptische Königin Kleopatra hatte eine Schwäche für die Rose. Die für ihre Extravaganzen berüchtigte Herrscherin soll ihren Geliebten Marcus Antonius in der ersten Liebesnacht in einem Gemach empfangen haben, das knietief mit Rosenblüten bedeckt war. Er musste zuerst hindurchwaten, bevor er seine Angebetete erreichen konnte.
BLUTIGE ROMANTIK
Sappho, die berühmteste Lyrikerin der Antike, besang bereits im 6. Jahrhundert vor Christus die Rose als «Königin der Blumen». Doch erst durch Aphrodite bekam sie ihre romantische Bedeutung. Die griechische Göttin der Liebe verletzte sich an einem Rosendorn und ihr Blut, das auf die weissen Blumenblätter tropfte, färbte diese tiefrot – ein Zeichen dafür, dass die Schönheit der Rose sowohl verletzen als auch tiefe Gefühle an die Oberfläche bringen kann. Im Mittelalter erhielt die Rose zusätzliche Konnotationen, insbesondere im Christentum, wo sie zum Symbol der Jungfrau Maria wurde. Ihre Darstellung in religiösen Bildern und Texten spiegelte Reinheit und göttliche Liebe wider.
Da Lust und Fortpflanzung nach wie vor als Tabuthemen in der Gesellschaft galten, musste die Blume als Symbol der verbotenen Gefühle herhalten. Dies spiegelt sich auch im Rosenkranz wider, mit dessen Hilfe viele Gläubige noch heute ihre Gebete aufsagen.
In der Renaissance begann dann die Rose in die Körperkunst Einzug zu halten, parallel zur wachsenden Akzeptanz von Tätowierungen, besonders unter Seefahrern. Im 16. Jahrhundert wurde in Europa, vor allem in den Niederlanden, die Rose im grossen Stil gezüchtet. Heute gibt es über 30’000 verschiedene Arten, somit verfügt die Rose weltweit über den kompliziertesten Stammbaum aller Blumensorten.
Mit ihren Knospen und einer Krone aus Blütenblättern hat die Rose als geschichtsträchtiges Emblem alle grossen Meister der Kulturgeschichte beeinflusst und begleitet. Künstler wie Tizian, Sandro Botticelli, Claude Monet, Henri Matisse, Paul Gauguin und Pierre-Joseph Redouté haben die Blume liebend gerne als Leitmotiv für botanische Illustrationen, Stillleben, Skulpturen und Deckenverzierungen in Szene gesetzt.
Eine Rose kann viele verschiedene Farben und Duftnuancen haben, sie bleibt immer einzigartig. Das zeigt auf 248 Seiten mit 223 Abbildungen der Bildband «Die Rose» von Amy de la Haye auf (Prestel Verlag). Nebst den Maestros der alten Schule kommen darin auch Persönlichkeiten aus Mode, Grafik, Design, Gegenwartskunst und Fotografie vor. Dazu gehören Christian Dior, Irving Penn, Sir Michael Craig-Martin und Cy Twombly ebenso wie Jean Jullien, Lizzie Richens oder Elsa Peretti, die alle mitgeholfen haben, der Blume ihren Kultstatus zu verleihen.
ZWISCHEN LEBEN UND TOD
Ein Kunstwerk kann über Jahrhunderte bestehen, Schnittblumen nur wenige Tage. Sie blühen und welken vor unseren Augen und leben uns im Zeitraffer die eigene Endlichkeit vor.


Vincent van Gogh malte seine «Rosen» kurz vor der Entlassung aus der Nervenheilanstalt in Saint-Rémy-de-Provence, wo er nach einer psychischen Krise ein ganzes Jahr verbracht hatte. In dieser Zeit schuf er rund 150 Gemälde, darunter seine berühmtesten Werke wie «Sternennacht» und «Schwertlilien».
Einer philosophischen Frage ging im Jahr 1908 der Maler John William Waterhouse nach, als er sein bekanntestes Werk schuf. Kunstkritiker glauben, in seinem Gemälde «The Soul of the Rose» sei die Verehrung der jungen Frau für den verlockenden Duft der zarten Blume in ihrer Hand spürbar. Damit würden schmerzliche Erinnerungen an ihren Geliebten geweckt, vielleicht an jemanden, den sie verloren hat.
Es gibt kaum einen Maler des 19. und 20. Jahrhunderts, der nicht Rosen gemalt hat. Ende 1887 bekam der Künstler Sir Lawrence Alma-Tadema den Auftrag zu «The Roses of Heliogabalus». In diesem Werk serviert er dem Betrachter ein skandalöses Spektakel aus dem Leben des römischen Kaisers Heliogabalus.
Denn was in zarten Frühlingsfarben gemalt wurde und nach einem Trinkgelage unter der mediterranen Sonne aussieht,

entpuppt sich beim genauen Betrachten als sadistische Grausamkeit. Aus schriftlichen Überlieferungen geht hervor, dass der Kaiser eingeladen hatte, um zu feiern. Als seine Gäste vom vielen Alkohol in einen Dämmerzustand verfielen, war der Zeitpunkt für seine tödliche Überraschung gekommen.
Eine Decke aus Stoffbahnen stürzte herunter und gab so einen Schwall von Blütenblättern frei, der auf die versammelte Gesellschaft herunterfiel. Zunächst ein Effekt, der die Gäste ins Staunen versetzte, doch der Blütenregen schien kein Ende zu nehmen, sodass viele von ihnen dem Erstickungstod zum Opfer fielen.
Sir Lawrence Alma-Tadema galt als ein Meister der Details. Besonders die exakte Darstellung der Blüten lag ihm am Herzen und er scheute daher keine Kosten, sich vier Monate lang Rosen aus der italienischen Riviera in das winterliche England schicken zu lassen.
Als der deutsche Dichter Rainer Maria Rilke am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Val-Mont bei Montreux starb, war seine Beisetzung bis ins Detail geregelt – von Rilke selbst. Alles dazu hatte er schriftlich in seinem Testament festgehalten. Und so steht
©Jean Jullien
Blumige Tuschzeichnung aus Jean Julliens Feder.


bis heute auf seinem Grabstein auf dem Friedhof des Schweizer Bergdorfs Raron auch die von ihm verfasste Inschrift:
Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern
Acht Meter hohe Kunst: «Rose II» von Isa Genzken
Die Rose als Muse der grossen Künstler: eine ewige Liebesgeschichte. Die amerikanische Künstlerin Georgia O’Keeffe sammelte im Sommer 1930 nach einer langen Dürre einen Büffelschädel in der Wüste New Mexicos und malte ihn zusammen mit weissen Calico-Rosen als modernes Stillleben mit Ölfarben. Damit warf die Künstlerin essentielle Fragen zu Leben und Vergänglichkeit auf.
In den 1980er-Jahren konzentrierte sich Robert Mapplethorpe, der zuvor durch Porträts und Aktfotografien Berühmtheit erlangt hatte, auf Rosen, Orchideen und Lilien. Viele seiner Weggefährten waren erstaunt, warum die florale Welt plötzlich eine derart starke Anziehungskraft auf ihn ausübte.
Bis zu seinem Tod 1989 erforschte Mapplethorpe mit Hingabe das Aufblühen und Verwelken der Blumen als Metapher für sein Verlangen und die Sterblichkeit. Durch seine Linse schien ein Strauss weisser Rosen die Kraft einer letzten leidenschaftlichen Umarmung auszustrahlen.
Florale Kunstwerke fungieren als eine eigene Sprache, erklären äussere und innere Umstände, spiegeln den Zeitgeist und die Bedürfnisse einer Gesellschaft wider. 1993 liess die deutsche Gegenwartskünstlerin Isa Genzken eine gut acht Meter hohe Version einer Rose aus Stahl fertigen – als Sinnbild für Liebe, Schönheit und Reinheit, das seither um die Welt tourt.
In New York steht auch eine ihrer XL-Rosen. Seit 2018 thront sie neben dem neuen World Trade Center und erinnert an die Toten des Terroranschlags vom 11. September 2001.
DIE NATUR ZAHLT SICH AUS
Der Stuhl «Miss Blanche» von Shiro Kuramata mit einer Auflage von lediglich 56 Stück ist eine besonders raffinierte Konstruktion. Er wurde erstmals 1988 auf der KAGU-Ausstellung während der Tokyo Designer’s Week im Axis Gallery Annex und im darauffolgenden Jahr in Paris in einer Einzelausstellung des Designers gezeigt.
Miss Blanche besteht überwiegend aus Acryl, einem Material, das sein Schöpfer wegen des vermittelnden Gefühls der «Nichtexistenz» liebte. Die darin eingefassten künstlichen Rosen bilden einen starken Kontrast zu den industriell gefertigten Materialien des Stuhls. Sie betonen das Zusammenspiel der Natur mit dem Künstlichem.
Das ungewöhnliche Sitzmöbel ist nach Blanche Dubois, der Antiheldin aus dem Theaterstück «Endstation Sehnsucht», benannt und soll von der Corsage inspiriert sein, die Vivian Leigh in der Verfilmung von Elia Kazan aus dem Jahr 1951 trug. Die eingeschlossenen Rosen würden Blanches Eitelkeit und ihre Vorstellungen von bewahrter Jugend symbolisieren.
Der Designerstuhl ist nach wie vor beliebt bei Auktionen. 2015 wurde ein Exemplar bei Sotheby’s für rekordverdächtige 269’000 Pfund (knapp 300’000 Schweizer Franken) versteigert.


Durch die eingefassten Rosen betont Shiro Kuramata das Zusammenspiel der Natur mit dem Künstlichem.


Das duftende Konzentrat, das aus Rosenblättern gepresst wird, gilt als eines der teuersten Parfüms der Welt. Auf Joseph Muls Feldern in der Nähe von Pégomas in Frankreich werden auf fünf Hektaren seit Mitte der 1980er-Jahre exklusiv Jasmin und Rosen für Chanel angebaut. Das Familienunternehmen verwendet die Blüten für Chanel No.5.
Die Rosenart wird für ihren süssen, honigartigen Duft geschätzt. Er ist so unverwechselbar, dass Joseph Mul, dessen Urgrossvater den Hof Anfang des 20. Jahrhunderts gründete, eine hier wachsende Blume mit geschlossenen Augen erkennen kann. Es folgen noch viele weitere Schritte, aber am Ende repräsentiert jede 30-Milliliter-Flasche Chanel No.5 das Aroma von 1000 Pégomas-Jasminblüten und zwölf Pégomas-Rosen. Nichtsdestotrotz wird der intensivste Rosenduft der Welt dem Parfüm «Miss Dior Rose N’Roses» zugeschrieben. Nicht weiter erstaunlich, da Monsieur Christian Diors erklärte Lieblingsblume und Inspiration für zahlreiche seiner Kreationen die Rose war.
«Hut und fünf Rosen» heisst ein berühmtes Modefoto von William Klein aus den späten 1950er-Jahren. Und es ist der Beweis dafür, wie gekonnt der Künstler mit den Erwartungen seines Publikums spielt. Für die «Vogue» fotografierte Klein in Paris ein Model aus nächster Nähe. Er fing dabei nicht nur die blumige Kopfbedeckung ein, sondern auch den Wunsch einer Frau, aus ihrem geordneten Leben auszubrechen. Dass sie auf dem Porträt eine Zigarette raucht, galt damals als kalkulierte Provokation. Geradezu brav erscheinen dagegen die Fotoarbeiten von Patrick Demarchelier aus den Jahren 1975 bis 2022. Auch jetzt, drei Jahre nach seinem Tod, gelten viele seiner Kompositionen für die grössten Modemagazine und Luxushäuser als Zeitzeugen einer vergangenen Ära. Ein besonders oft reproduziertes Foto von ihm aus dem Jahr 1990 zeigt Supermodel Christy Turlington mit einem weissen Rosenhut von Jasper Conran – anmutig wie eine moderne Königin mit ihrer Krone.
HOCHSPANNUNG IN HOLLYWOOD
In Alfred Hitchcocks Spielfilmen wird nichts dem Zufall überlassen – so auch im Thriller «Vertigo». Kim Novak verkörpert die mysteriöse Madeleine Elster, die von Scottie Ferguson (James Stewart) geradezu vergöttert und deshalb verfolgt wird. Das Motiv der Rose spielt eine elementare Rolle in der Geschichte, da sie mit einem alten Familiengeheimnis verbunden ist.
In einer Schlüsselszene kauft sich Madeleine in einem Blumenladen einen kleinen Strauss mit Rosen. Seine zerbrechliche Vollkommenheit ist wie ein Zeichen für die persönliche Katastrophe, die sich im Leben der jungen Frau anbahnt. Die Blumen tauchen danach mehrmals auf, vor allem als Madeleine in der Bucht vor der Golden Gate Bridge steht, dabei in Gedanken versunken die Rosen zerpflückt und die einzelnen Blütenblätter ins Wasser wirft.
Die mutwillige Zerstörung spiegelt Madeleines verwirrtes Innenleben wider, das darin gipfelt, dass sie ins Meer springt. Später folgt eine hypnotische Darstellung aus Scotties Albtraum, in dem ein animierter Blumenstrauss durch die Luft wirbelt und dann zerfällt – eine symbolische Bestätigung von Madeleines Tod. Unvergessen bleibt auch der Film «American Beauty» (1999) von Sam Mendes, wo Schein und Wirklichkeit aufeinanderprallen. Der moderne Klassiker kann vieles für sich beanspruchen: eine gute Geschichte, gute Schauspieler, fünf gewonnene
«Rose is a rose is a rose is a rose is a rose.»
Gertrude Stein
Oscars und ein kultiges Filmplakat. Wir erinnern uns an das schlichte, aber geniale Design: nackter Frauenbauch, darauf eine Hand mit Rose. Die Referenz ist eine Anspielung auf den Traum des frustrierten, bis zum Hals in der Midlife-Crisis steckenden Hauptdarstellers. Dieser fantasiert davon, wie sich seine deutlich jüngere Nachbarin splitterfasernackt in einem Bett aus Rosen räkelt. Auch James Camerons «Titanic» enthält eine wichtige Filmszene, in der eine Rose die zentrale Rolle spielt. Eine zusätzliche Anspielung auf den Vornamen der Protagonistin, verkörpert von Kate Winslet. Im Erfolgsfilm symbolisiert die Blume pure Liebe, die trotz aller Widrigkeiten bestehen bleibt, und steht im Kontrast zur sich anbahnenden Katastrophe und der tragisch endenden Romanze von Jack und Rose.
TRÄNEN AUF DEM LAUFSTEG
Sobald Rosen im Rampenlicht stehen, darf auch die berühmte Zeile von Gertrude Stein nicht fehlen: «Rose is a rose is a rose is a rose is a rose.» Damit will die amerikanische Schriftstellerin die Einzigartigkeit der Blume betonen. Designer Olivier Rousteing verwendete das gleiche Zitat als Inspiration für seine BalmainFrühlingskollektion 2024. Der Gründer des französischen Modehauses, Pierre Balmain, galt übrigens als ein enger Freund von Gertrude Stein.
Der Trend zu Rosen auf dem Laufsteg oder anderen grossen Bühnen ist alles andere als neu. Einzelne Exemplare wurden einst zum Schluss einer erfolgreichen Präsentation als Geste der Anerkennung geworfen. Es machte also doppelt Sinn, dass die Königin aller Blumen zum roten Faden wurde, der sich im vergangenen Herbst durch Sarah Burtons letzte Kollektion für Alexander McQueen zog. 26 Jahre lang war sie für das Modehaus tätig gewesen, davon 13 Jahre als Kreativdirektorin.
Burton betonte, dass sie Inspiration in der weiblichen Anatomie, Queen Elizabeth I. und vor allem der englischen TudorRose gefunden habe – ein Motiv, das bereits auf Alexander McQueens früheste Kollektionen zurückgeht. Stolze Blumen blühten im Pariser Carreau du Temple in zahlreichen Variationen auf: gemalt auf einem durchsichtigen, schwarzen Seidenkleid, als blühende Rüstung aus rotem Samt, in Form von opulenten Gold-Ohrringen. Es war ein Abschied mit Ansage, der viele Anwesende zu Tränen rührte. Der heutige Zeitgeist bestärkt die Legendenbildung der Rose, die uns Menschen stärker als jede andere Blume berühren kann. Über Jahrtausende ist sie zur perfekten Botschafterin für Schönheit, Liebe und Leidenschaft herangewachsen, weil sie ein eigenes Universum verkörpert – eine Kunst für sich.


Emotionaler Abschied: Mariacarla Boscono läuft auf der letzten Modenschau von Sarah Burton für Alexander McQueen.
«Was ist schon ein Name? Was wir eine Rose nennen, würde mit jedem anderen Wort genauso süss duften.» Das berühmte Zitat stammt von Julia, als sie in Shakespeares Drama «Romeo und Julia» den Namen ihres Geliebten beklagt, der zu seiner Ächtung führt.
Am Valentinstag werden über 250 Millionen Rosen weltweit verschenkt. Alleine in der Schweiz sind es vier Millionen Stück, die am 14. Februar verkauft werden.
Alle Rosen bilden Hagebutten – kleine, vitaminreiche Früchte, die für Brotaufstrich, Tee und sogar Kosmetikprodukte genutzt werden. Ein wahres Superfood!
Wissenschaftler haben auf der Raumstation ISS eine eigene Rosenzucht betrieben, um herauszufinden, wie sich Schwerelosigkeit auf den Duft der Blumen auswirkt. Das Ergebnis: Sie duften im All anders als auf der Erde.
In vielen Kulturen wird der Anzahl der Blütenblätter einer Rose eine spezielle Bedeutung zugeschrieben. Zum Beispiel symbolisieren fünf Blätter «Liebe», während sieben Blätter für «Glück» stehen.

I Love New York ist eine Hommage an die Stadt der Träume und lädt den Leser ein, die pulsierende Energie und die romantische Anziehungskraft New Yorks mit den Augen des international berühmten Künstlers David Drebin zu erleben.
In seinem aufwändig gestalteten Bildband I Love New York präsentiert Drebin seine Vision dieser ikonischen Stadt, die niemals schläft. Mit seinem beeindruckenden Format und zahlreichen Klassikern wie «Balloons over New York» oder «Girl in Orange Dress» nebst vielen unbekannten Werken ist dieses Buch ein visueller Genuss für alle Kunstliebhaber.
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Mit Street Scenes präsentiert Phil Penman, einer der bedeutendsten Streetfotografen unserer Zeit, eine eindrucksvolle Hommage an die Metropolen der Welt – von New York über Paris bis Tokio. Bekannt für seine Fähigkeit, die Essenz urbanen Lebens einzufangen, zeigt Penman dynamische Strassenszenen ebenso wie stille, berührende Momente. Der in New York ansässige Fotograf nimmt Betrachter mit auf eine visuelle Reise, die die Schönheit, Vielfalt und Seele moderner Städte offenbart.
teNeues, Die Gestalten Verlag GmbH und Co. KG
224 Seiten | ISBN: 978-3-96171-724-8

Entdecken Sie die faszinierende Welt der Hermès-Taschen mit dem neuen Bildband «Hermès Bags: Der ultimative Guide», geschrieben von der Autorin und Stylistin Alexandra Fullerton. Dieses visuell beeindruckende Buch ist Teil der neuen Brand-Bible-Reihe, die sich den ikonischsten Handtaschen-Modellen der renommiertesten Designer widmet. Auf 192 Seiten liefert die Autorin einen umfassenden Einblick in die Geschichte, Handwerkskunst und den kulturellen Einfluss dieser begehrten Luxus-Accessoires.
teNeues, Die Gestalten Verlag GmbH und Co. KG
193 Seiten | ISBN: 978-3-96171-730-9
Autor und Bilder_Norbert Eisele-Hein


Das Neon Museum der Stadt der Sünde ist weit mehr als ein Ort blinkender Reklameschilder. Die «Neons» erzählen unglaubliche Geschichten von Kunst, Kommerz, Kriminalität und dem Kampf um Gleichberechtigung – insbesondere jener schwarzen und indigenen Künstler und Akteure, die sonst nur allzu oft im Trubel der glitzernden Szenerie verblassen würden.
Schon der Eingang durch die ehemalige Hotel-Lobby des «La Concha»-Hotels ist ein Statement. Die drei tatsächlich muschelähnlichen Hallen (Concha bedeutet im Spanischen «Muschel») wurden von Paul Revere Williams, dem ersten schwarzen Mitglied des American Institute of Architects, erschaffen. Kaum auf dem Freigelände strahlt uns eine huldvolle Bodenplakette, ein Strassenstern à la Hollywood, zu Ehren von Elvis Presley entgegen. Der King of Rock’n’Roll spielte von 1969 bis 1976, also bis kurz vor seinem viel zu frühen Tod, sage und schreibe 636 Shows am Las Vegas Boulevard, dem «Strip».
Exakt hier treffen wir zu Beginn der Abenddämmerung auf unseren Guide Steven, der uns volle 45 Minuten kongenial durch diese welteinzigartige Ausstellung leiten wird. Er steigt direkt ein: «Welche Neonreklamen kennt ihr aus eurer Kindheit? Gelb und rot, die immer noch auffälligste Farbkombination? Na, gebt euch Mühe ... das grosse M? Richtig McDonald’s und Shell, Fastfood und Tankstelle. Bravo! Neon ist ein einatomiges Edelgas und gehört zu den häufigsten Elementen unseres Universums. Mit seiner Hilfe lassen sich die Farben Rot, Orange und Pink erzeugen. Für die
Erzeugung der anderen Farben Blau, Weiss, Gelb und Grün benötigen wir Argon in den handgefertigten Glasröhren unserer mehr als 250 ausgestellten Objekte. Dieses Edelgas ist nach Stickstoff und Sauerstoff das häufigste Element in unserer Atmosphäre.»
Aber alles der Reihe nach. Las Vegas wurde 1905 gegründet. So schwungvoll der Name auch klingen mag, die lapidare Übersetzung aus dem Spanischen verheisst lediglich ein paar «Wiesen». Vegas war damals noch nicht einmal eine Westernstadt, nur ein staubiger Bahnstopp zwischen Los Angeles und Salt Lake City. Ein Kaff zur Versorgung der Loks.
Die Neonwerbung in Vegas begann in den 1920er-Jahren. Zunächst ging es um simple «directional signs», wie sie Steve nennt. Ein gutes Beispiel: das Yucca-Hotel-Schild mit dem Richtungspfeil, einem stilisierten Saguaro-Kaktus aus der Wüste nachempfunden. Etwas später, 1931, wurde das Glücksspiel in Nevada offiziell erlaubt und die Neonwerbung nahm Fahrt auf. Die Glasbläserei wurde zu einem ehrbaren, zunehmend fürstlich bezahlten Job. Die meisten Schilder wurden von YESCO, der Young Electric Sign Company, gefertigt. Aus ihrer Werkstatt stammt auch Vegas Vic. Der idealtypisch stilisierte Cowboy mit Zigarette im Mund liess alle 15 Minuten auch noch ein «Howdy Partner» mit sonorer Stimme in der Freemont Street erklingen. Das Meisterwerk der Neonkunst aus den 1950er-Jahren gilt auch heute noch als die Werbeikone aus Las Vegas, die jeder kennt. Damals lächelte ihm Vegas Vickie – ein adrett-kurviges Neon-Cowgirl – von gegenüber des sogenannten «Glitter Gulch», also des Glitzer-Canyons, zu. Vegas Vic qualmt immer noch an Ort und Stelle, wurde aber stumm gestellt – die dümmliche Dauerschleife erzürnte die umliegenden Casinos. Die verführerische Vicky wurde inzwischen generalüberholt. Sie lächelt jetzt im Foyer des Circa-Hotels den Spielern zu.





Stephen führt uns über den knarzenden Kiesweg zur besonders gut erhaltenen Neonreklame «Chief Hotel Court» aus dem Jahr 1940. «Der Indianerhäuptling mit seinem prächtigen Federschmuck verkörpert den Stereotypen der Indianer, wie ihr ihn aus unzähligen Western kennt. Das Hotel auf der Route des bereits 1936 fertiggestellten, gewaltigen Hoover Dam lockte damals schon mit Steamed Heat, einer dampfbetriebenen Heizung, die wohlige Wärme in kalten Wüstennächten versprach. Er griff bewusst die Motive der «First Nations» auf, während die indigenen Gemeinden bis in die 1950er-Jahre ohne Strom, Wasser und Schulbildung darben mussten. Ein schmerzhafter Zynismus, den Stephen in seiner Tour explizit herausarbeitet. Das Neon Museum zeigt nicht nur ästhetisch gelungene, werbewirksame Leuchtreklamen, sondern thematisiert auch die damit einhergehende kulturelle Ungleichheit und Aneignung. Kurios: Nur ein paar Schritte weiter befindet sich das Neonschild des Palms Hotel, eines der jüngsten Schilder der Sammlung aus dem Jahr 2001. Es stammt von den «San Manuel Band of Missions Indians», deren ethnische Gruppe sich heute Yuhaaviatam nennt und die in ihren selbstverwalteten Gebieten eigene Casinos betreiben.
Das Schild zu Binion’s Horseshoe stammt aus dem Jahr 1951. «Benni Binion kam seinerzeit aus Texas nach Vegas – mit einer sagenhaften Million Dollar im Kofferraum und Anklagen wegen Mord, Schwarzbrennerei und illegalem Glücksspiel am Hals. In Vegas, der prosperierenden Stadt der Sünde, machte er genau so weiter: Er liess der Legende nach mehrere Kontrahenten aus dem Weg räumen. Die Morde konnte man ihm nie richtig nachweisen. Ende der 50er wanderte er trotzdem in den Bau – wegen Steuerhinterziehung. Genau wie sein berühmter und berüchtigter Kollege von der Ostküste Al Capone. Binion führte das «Coup-System» ein, wodurch Zocker immer gratis mit Drinks versorgt wurden. Er war auch der Erste, der Teppich in den Spielhöllen auslegte. Bis dahin standen die Spieltische auf Holzböden mit reichlich Sägespänen. Es war üblich, den Kautabaksaft kräftig auszuspucken. Teilweise waren sogar noch die Pferde mit im Casino», schildert Stephen die wilden 50er. Das rosarote Champagnerglas-Neon des «Red Barn» datiert auf das Jahr 1958. Es beherbergt die Aura einer ersten schillernden LGBTQ-Historie von Las Vegas. Die Betreiber erhielten Anfang der 60erJahre eine Art Express-Genehmigung des örtlichen Mobs, wie die Mafia in den Vereinigten Staaten genannt wird. Natürlich hatte sich die ehrenwerte Familie längst ihre Anteile an dem grossen Geschäft unter den Nagel gerissen. «Solange sie den Fusel bei uns kaufen, können sie während ihrer Pink Nights treiben, was sie wollen», wird der Pate gern zitiert und hielt seine schützende Hand über die florierende Schwulenbar. In den 1970ern wurde die Rote Scheune zur ersten offiziellen Gay Bar Nevadas. «Der elegante Sektkelch ist eines der ersten Schilder, die wir nach unserem Start als Non-Profit-Organisation 1996 erstehen konnten», plaudert Stephen aus dem Nähkästchen.
So oszillieren wir durch die Ausstellung. Neonwerbung für eine Wäscherei, für Molkerei-Produkte, einen Billard-Saloon. Stephen wüsste zu allen Themen spannende Hintergründe und versteht sie unterhaltsam zu präsentieren. Über einen QR-Code lassen sich zusätzliche Informationen zu den Künstlern, Casinos und technischen Daten abrufen.
Die späten 50er bescherten Las Vegas einen gewaltigen Boom. Die Hotels konnten gar nicht schnell genug hochgezogen werden, um all die spiel- und vergnügungssüchtigen Touristen zu beherbergen. 1958 wurde auch das ikonografische Stardust-Schild, das grösste, das bis dahin jemals in Las Vegas gebaut wurde – zweifellos eines der Prunkstücke des Freiluftmuseums –, fertig produziert. Bis das Stardust 2006 – begleitet von einem pompösen Medienrummel – gesprengt wurde, um einem grösseren und moderneren Hotel Platz zu machen, wurde es 48 Jahre lang von sage und schreibe 11’000 Glühbirnen zusätzlich erhellt. «Alleine die Demontage und der Transport auf unseren «Boneyard» haben seinerzeit 250’000 Dollar verschlungen», weiss Steve.

Rouge-Neon direkt in den Kampf gegen die Rassendiskriminierung. Das Hotel, seinerzeit gleich vis-a-vis der Bahngleise, deklarierte sich bereits 1955 als das erste «fully racially integrated» Casino in Vegas –mit weissen und schwarzen Gästen, Angestellten und Künstlern. Der Kampf für die Gleichstellung afroamerikanischer Bürger war entfacht. Aber es sollte bis 1960 dauern, bis die Stadtverwaltung im Zuge des «Moulin Rouge»-Abkommens einlenkte und gefeierte schwarze Stars und Publikumslieblinge wie Nat King Cole, Harry Belafonte, Josephine Baker und Sammy Davis Jr. nicht mehr durch den Hintereingang auf die Bühne schleichen mussten. Sammy Davis Jr., immerhin Gründungsmitglied des legendären Rat Pack um Frank Sinatra, Dean Martin, Peter Lawford und Joey Bishop, weigerte sich schliesslich, im Sands Hotel aufzutreten, weil er als einziger Künstler kein eigenes Hotelzimmer für seine nächtlichen Auftritte bekam. Er erhielt volle Rückendeckung von seinem Freund Frank Sinatra, der die gemeinsamen Auftritte am Strip ebenso boykottiert hätte. Nur aufgrund dieses Drucks erhielt Sammy Davis Jr. 1960 als erster schwarzer Künstler eine eigene markiert das Neonschild des Moulin Rouge die entder Segregationspolitik der Stadt Las Vegas. Schritte weiter stehen wir vor der Neon-Wer-


als die Beatles während ihrer ersten Welttournee. Im Zentrum des Open-Air-Areals ragt eine weithin sichtbare, monumentale Gitarre in die Höhe. Ein originalgetreuer Nachbau der Gibson-Les-PaulStromklampfe vom Frontman der Kultband «The Who», Pete Townsend. Für das 25 Meter hohe und 7.5 Meter breite Kunstwerk wurde ein guter Kilometer an Neonglas-Röhren verbaut. Das Instrument stand bis 1990 direkt am Eingang des Hard-Rock-Hotels in der Paradise Road. Die Saiten leuchteten im Rhythmus etlicher Rockklassiker wie Stairway to Heaven und Smoke on the Water auf. Auf dem Boneyard ist das gewaltige Flaggschiff des Museums über zehn Meter tief in der Erde verankert. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn der Stadtrat 1996 die nötigen Fördermittel für die Beschaffung und Restaurierung der Neonkunst verweigert hätte, bewahren die «Neons» doch einen grossen Teil der Seele und Identität von Las Vegas. Versprüht dieses kulturelle Erbe doch eine Aura funkelnder Vibes. Erzählt künstlerisch wertvoll die Geschichte einer verrückten Stadt und bezeugt bunt leuchtend den sozialpolitischen Werdegang der USA. Fazit: unbedingt sehenswert.


Die Stadt ist als «Welthauptstadt des Glücksspiels» und «Sin City» bekannt, da sie eine Vielzahl von Casinos und Unterhaltungsmöglichkeiten bietet.
Mit 40 Millionen Touristen jährlich ist die Wüstenstadt mit dem berühmten Las Vegas Strip ein global bedeutendes Touristikzentrum.
Las Vegas ist die grösste Stadt im Bundesstaat Nevada.
Der Umsatz von Casinos und Hotels in Las Vegas liegt jährlich bei über 25 Milliarden US-Dollar.
Las Vegas ist auch bekannt als die «Stadt der Lichter», da es über 15’000 Neonlichter gibt.
Auch die vielen Hochzeitskapellen sind bekannt in Las Vegas, welche dank der unkomplizierten Eheschliessung- und Scheidungsgesetze in Nevada Heiratswillige aus aller Welt anlocken.
Naturfans wählen Las Vegas als Ausgangspunkt für Ausflüge in Nationalparks, zum Beispiel in den Grand Canyon und das Death Valley.


Ganz ohne Frage sind feine und luxuriöse Armbanduhren en vogue – und zwar bei Menschen beiderlei Geschlechts. Daran ändert auch die Tatsache grundsätzlich nichts, dass sich das Firmament über dieser Szene seit 2024 sukzessive eingetrübt hat. Zu den auslösenden Faktoren gehören einmal die geopolitische Weltlage und mehr oder minder gravierende ökonomische Verwerfungen. Zum anderen schwächeln jahrelang extrem starke Märkte in Festland-China und Hongkong. Offensichtlich zur Schau gestellter Luxus kommt bei den kommunistischen Herrschern nicht mehr so gut an. Ob sich in dieser bevölkerungsreichen Region über kurz oder lang eine Erholung oder gar Trendwende einstellt, lässt sich gegenwärtig nur schwer vorhersehen. Zu diesen Problemen gesellte sich Anfang April 2025 die Ankündigung massiv auf 31 Prozent steigender Zölle auf Exporte in die Vereinigten Staaten von Amerika. So heiss wie gekocht musste die Suppe dann vorerst doch nicht gegessen werden. Mit Blick auf bilaterale Verhandlungen räumten die Amerikaner auch den Eidgenossen ein 90-tägiges Zoll-Moratorium ein. Während dieser Zeit lagen die Einfuhrabgaben bei verschmerzbaren zehn Prozent. In den ersten Augusttagen zerbarst die Hoffnung, dass sich letztlich alles zum Guten wenden möge, jedoch wie auf einen Steinboden gefallenes Glas. Statt der ursprünglich angedrohten 31 Prozent standen über Nacht deren 39 im Raum, zahlbar auf alle Importe ab dem 7. August 2025. Damit gehört die Eidgenossenschaft mit ihrer exportabhängigen Industrie zu den am härtesten getroffenen Ländern.
Autor_Gisbert L. Brunner

Ganz leicht hat es die Uhrenindustrie derzeit nicht. Aber die Lust auf tickenden Luxus am Handgelenk schmälert das keineswegs.
EXTREM WICHTIGER US-MARKT
Neben Pharmazeutik und Maschinenbau leidet die Schweizer Uhrenindustrie besonders stark, denn der US-amerikanische Markt rangiert bei den Exporten schon lange an erster Stelle. Aus den monatlich veröffentlichten Exportstatistiken geht hervor, dass sein Anteil seit 2019 ständig gewachsen ist, während Festland-China und Hongkong deutlich nachgaben. 1999 exportierte die Uhrenbranche Erzeugnisse im Wert von rund 21.7 Milliarden Franken in alle Welt. Davon flossen wertmässig gut elf Prozent in den Spitzenreiter USA. 2023, im bisher besten Uhrenjahr, lag der US-amerikanische Marktanteil bei knapp 15.6 Prozent. Im schwächeren Jahr 2024 waren es sogar knapp 17 Prozent. Die immense Bedeutung des Uhrensektors geht daraus hervor, dass er fast sieben Prozent der gesamten Ausfuhren erlöst. Daher taten die Verantwortlichen genau das, was in einer derart heiklen Situation geboten und verständlich ist: Sie exportierten Uhren in die USA, was das Zeug hält. Im April kletterten die Ausfuhren in die USA gegenüber dem Vorjahresmonat um knapp 150 Prozent. Zwar sanken die Ausfuhren im Mai 2025, aber sie taten das moderater als erwartet. Ähnliches gilt auch für den Juni. Neuere Exportzahlen standen bei Redaktionsschluss nicht zur Verfügung. So oder so ist davon auszugehen, dass Uhrenhersteller ihre Lager in der Neuen Welt mit Zöllen von «nur» zehn Prozent nach Kräften auffüllten.
BUMERANG ODER CHANCE?
Von diesen Beständen können die amerikanischen Händler vermutlich einige Monate zehren. Der amerikanische Einzelhandelsanalyst Luxury Watch Barometer (LBW) spricht von bemerkenswerten Umsatzsprüngen bei den Verkäufen an uhraffine Konsumenten, die ihren Hedonismus noch zu den günstigeren alten Konditionen befriedigen wollen. Sollte sich indes keine Zolleinigung zwischen den Regierungen der Schweiz und der USA erreichen lassen, ist das böse Erwachen nur eine Frage der Zeit. Weil Asien, Europa, der Mittlere Osten, Afrika und Ozeanien die amerikanische Lücke definitiv nicht füllen können, steht der Schweizer Uhrenindustrie eine schmerzhafte Durststrecke bevor. Die bekannten starken Player werden diese überstehen, wenn auch womöglich mit einigen Blessuren. Anders gestalten sich die Dinge bei weniger gut aufgestellten Marken mit starkem USA-Fokus sowie bei Zulieferern beispielsweise von Armbändern, Gehäusen, Zeigern und Zifferblättern. Insolvenzen oder Liquidationen scheinen vorprogrammiert. Aber womöglich hat das gegenwärtige Zolldesaster auch seine positiven Seiten. Kluge Firmenlenker werden zur Erkenntnis kommen, dass die Uhrenpreise in den Boomjahren zu sehr ins Kraut geschossen sind, und entsprechend handeln. Ausserdem stünde der über Jahre hinweg erfolgsverwöhnten Branche etwas Demut gut zu Gesicht. Die potenzielle Klientel würde beides freuen und zudem motivieren, ihrer Passion für feine Luxusuhren treu zu bleiben.
NEUE UHREN
Angesichts der misslichen gegenwärtigen Situation bleibt der Branche keine andere Wahl, als in die Offensive zu gehen. Attraktive Neuheiten stimulieren zum Erwerb einer neuen Begleiterin fürs Handgelenk. Und genau das demonstrieren die nachfolgend vorgestellten Armbanduhren.

SPRUNGHAFTES WESEN
Grundsätzlich neu ist das «Zeitwerk» von A. Lange & Söhne nicht. Bereits seit 2009 gibt es diese markante Armbanduhr mit grossflächiger Anzeige von Stunden und Minuten. Aber die Zeit ist seitdem auch in Glashütte nicht stehengeblieben. 2019, also pünktlich zum zehnten Geburtstag, erhielt die sächsische Zeitikone eine Datumsanzeige. Weil sich das bekannte Grossdatum technisch nicht realisieren liess, umrundet eine eigens auf das Zeitwerk-Design abgestimmte Indikation das Zifferblatt. Ein gläserner Datumsring trägt die Zahlen 1 bis 31. Jeweils rot hervorgerufen ist der aktuelle Tag. Das darunterliegende rote Farbsegment springt täglich mitternachts um eine Position weiter. Korrekturen erfolgen per Drücker bei «8» in der linken Gehäuseflanke. Ein Pendant bei «4» gestattet Stundenkorrekturen unabhängig von den Schaltvorgängen des Uhrwerks. Dabei trennt eine ausgeklügelte Kupplung den zugehörigen Ring bei jedem Tastendruck vom Sprungziffermechanismus. Von aussen nicht erkennbar ist die 24-Stunden-Indikation. Schliesslich verdoppelte sich bei dem aus 516 Teilen assemblierten Manufaktur-Handaufzugskaliber L043.8 die Gangautonomie von 36 auf beruhigende 72 Stunden. Nichts geändert hat sich am sogenannten Nachspannwerk für die blitzartige Ausführung der täglich 1440 Zeitsprünge ohne Auswirkungen auf die Unruh-Amplitude. Seit Juli 2025 gibt es besagtes «Zeitwerk Date» in einer augenfälligen Kombination aus rotgoldener Schale und einem dezent grauen Zifferblatt.
SCHNELLER BANDWECHSEL
Zur Uhrenkollektion von Blancpain gehört die Linie «Fifty Fathoms» wie das Salz zum Meer, für dessen Eroberung sie vor rund 70 Jahren entwickelt wurde. Neu im Jahr 2025 ist die «Fifty Fathoms Tech 45 mm», deren Titangehäuse, wie der Name unschwer erkennen lässt, 45 Millimeter misst. Zur Herstellung der 14.1 Millimeter hoch bauenden und bis zu 30 bar wasserdichten Sichtbodenschale findet Titan Grad 23 Verwendung. Bei diesem Werkstoff handelt
es sich um eine Variante der Ti-Grad-5-Legierung. In der Medizintechnik schätzt man sie wegen ihrer guten Biokompatibilität sowie ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gegen Salzwasser und Korrosion. Die Rändelung der breiten, natürlich nur einseitig drehbaren Tauchzeit-Lünette ermöglicht eine präzise Handhabung, selbst wenn die Träger dieser Armbanduhr dicke Taucherhandschuhe tragen. Ein Heliumventil lässt das beim Auftauchen entstehende Gas gefahrlos aus dem Gehäuseinneren entweichen. Da es bis zu 97 Prozent des Lichts absorbiert, leistet das schwarze Leuchtzifferblatt einen bedeutenden Beitrag zur unmissverständlichen Ablesbarkeit unter Wasser. Nicht minder wichtig sind die drei Leuchtzeiger zur Darstellung von Stunden, Minuten und Sekunden. Als Antrieb dient das Manufakturkaliber 1315A mit Rotor-Selbstaufzug. Fünf Tage oder 120 Stunden kommt es nach Vollaufzug ohne Energienachschub aus. Aus 227 Komponenten erfolgt die Assemblage des mit Fensterdatum ausgestatteten Uhrwerks. Gleichermassen schnelles wie unkompliziertes Tauschen der beiden mitgelieferten Kautschukbänder gestattet das neue werkzeuglose Wechselsystem.
1918 debütierte bei Cartier die von martialisch anmutenden Kampfpanzern inspirierte «Tank». Dabei handelt es sich ohne Wenn und Aber um eine der am längsten ununterbrochen hergestellten Armbanduhren. Im Laufe von mehr als 100 Jahren entstanden ganz unterschiedliche Ausführungen, darunter «Tank Etanche», «Tank Savonnette, «Tank Allongée», «Tank à Guichets» oder «Tank Asymétrique». Das Jahr 1989 stand im Zeichen der länglichen und gewölbten «Tank Américaine». Eigens für die anspruchsvolle europäische Klientel entwickelten die Produktgestalter eine spezielle Ausführung dieser amerikanischen «Tank». Zu ihren Merkmalen gehören ein gestrecktes Platingehäuse. Die flachere Ausführung kombiniert mit balancierterer Wölbung verleiht diesem Zeitmesser am Handgelenk mehr Harmonie. Den distinguierten Auftritt unterstreicht zudem ein in Blautönen gehaltenes und vom Art déco angeregtes Zifferblatt. Eine Gravur auf der Rückseite des Gehäuses weist auf die limitierte Edition hin. Nach 120 Exemplaren endet die Produktion. Um die Anzeige von Stunden und Minuten kümmert sich das exklusive Kaliber 1899 MC mit rund 40 Stunden Gangautonomie. Die Bezeichnung dieses 2019 eigens für die «Tank Américaine» kreierten Automatikwerks verweist auf das Eröffnungsjahr der Boutique in der Pariser Rue de la Paix Nummer 13. Von hier aus eroberte der einzigartige Cartier-Stil die ganze Welt.
TIEFGANG MIT TRADITION
Zweifellos kann die Breitling «SuperOcean» als gelungenes Beispiel für die Verbindung von Funktionalität und Stil gelten. Im Jahr 1957, als Willy Breitling auf 25 Jahre erfolgreicher Unternehmensführung zurückblickte, stieg das Interesse an professionellen Taucheruhren. In der Nachkriegszeit waren derartige Armbanduhren unverzichtbar für die Erforschung und Erschliessung der Ozeane. Aus dieser Notwendigkeit heraus entwickelte Breitling seine «SuperOcean» als Dreizeigeruhr und dazu auch als Chronograph. Beide Varianten besassen eine rastende Drehlünette. Augenfällige Leuchtziffern und -zeiger gestatteten präzises Ablesen der Zeit selbst unter widrigen Bedingungen. Seitdem nimmt besagte «SuperOcean» einen festen Platz in der vielfältigen Breitling-Kollektion ein. Nach einem Relaunch im Jahr 2017 präsentiert sich die Breitling SuperOcean Heritage aktuell mit markanterem und dennoch eleganterem Design. Die nun mit einem kratzfesten Keramikinlay ausgestattete Drehlünette lässt sich aus Sicherheitsgründen nur entgegen dem Uhrzeigersinn bewegen. Neu am Markt ist unter anderem eine Edelstahl-Version mit 40 Millimetern Durchmesser. Samt bombiertem und beidseitig entspiegeltem Saphirglas misst das Gehäuse nur 11.73 Millimeter in der Höhe. Die Wasserdichte reicht bis zu 20 bar Druck.

©Breitling

Ein echtes Highlight ist das neue Manufaktur-Automatikkaliber B31, welches aus 181 Komponenten besteht. Es zeigt sich durch den Sichtboden des Gehäuses. Seine Unruh oszilliert mit vier Hertz. Der Kugellagerrotor spannt die Zugfeder in beiden Drehrichtungen. Nach Vollaufzug beträgt die Gangautonomie etwa 78 Stunden. Vor dem Einschalen muss jedes der verbauten Uhrwerke die offizielle COSC-Chronometerprüfung bestehen.
KLEIN, ABER FEIN
Seit mehr als zwei Jahrzehnten verbindet die Omega «Seamaster Aqua Terra» sportiven Stil mit präzisen inneren Werten. Während dieser Zeit hat sie sich als Allrounder im tickenden Luxussegment etabliert. Zum weiteren Wertespektrum gehören ausgewogen gestaltete Zifferblätter, applizierte Indizes, filigrane Dauphine-Zeiger, Fensterdatum bei «6» sowie ein Saphirglas-Sichtboden im klassisch runden Gehäuse, welches den Blick auf die verbauten Uhrwerke freigibt. Neu in dieser Produktfamilie ist eine kleine, aber feine 30-Millimeter-Version explizit für das weibliche Geschlecht. Trotz Mini-Dimensionen macht Omega keine Abstriche beim mechanischen Innenleben. Die präzise Indikation von Stunden, Minuten und Sekunden obliegt den neu entwickelten Automatikkalibern 8750 und 8751. Ihr Durchmesser von nur 20 Millimetern und ihre



weniger als vier Millimetern Bauhöhe demonstrieren, dass eine kompakte Bauweise keine technischen Kompromisse bedingt. Jedes der beiden Werke verfügt über die exklusive Co-Axial-Hemmung, eine vollkommen amagnetische Silizium-Unruhspirale, beidseitig wirkenden Selbstaufzug sowie gut 48 Stunden Gangautonomie. Die Master-Chronometer-Zertifizierung garantiert Resistenz gegen Magnetfelder bis zu 15’000 Gauss. In den Stahl- und BicolorModellen der neuen Linie findet sich das Kaliber 8750. Für die Ausführungen in Sedna- oder Moonshine-Gold ist das 8751 mit veredeltem Finish reserviert.
ERINNERUNGEN AN DIE 1960ER-JAHRE
Während des «Kalten Kriegs» propagierte Amerika die «Polaris» getauften Raketen als wirksames Machtsymbol des Westens gegenüber der Sowjetunion. Daneben symbolisierte dieser Terminus aber auch das menschliche Entdeckungsstreben der 1960er-Jahre. Bei Sammlern geniessen die damals von Jaeger-LeCoultre lancierten «Polaris»-Armbanduhren absoluten Kultstatus. Schliesslich vereinen sie die robusten und praktischen Eigenschaften einer sportlichen Uhr mit einem gerüttelten Mass an Eleganz. Hinzu gesellt sich der heutzutage sehr geschätzte Vintage-Charme. Das trifft auch auf den funktionalen «Polaris-Chronographen» zu. Dessen 2025erAusführung mit 42-Millimeter-Gehäuse aus edlem Stahl besticht durch ein komplexes Zifferblatt. Insgesamt 35 Lackschichten, ergänzt durch drei verschiedene Veredelungen und eine äussere Tachymeterskala, tragen massgeblich zur starken Optik dieses sportlichen Zeitmessers bei. Hinzu gesellen sich ausdrucksstarke Stundenziffern und -indexe. Zu diesem Ensemble passen bestens ablesbare Leuchtzeiger. Weniger prominent tritt hingegen das fürs Messen und Stoppen der Zeit zuständige Uhrwerk in Erscheinung. Es nennt sich 761, besteht aus 248 Komponenten, besitzt etwa 65 Stunden Gangautonomie, vier Hertz Unruhfrequenz, ein Schaltrad zum Steuern der drei zeitschreibenden Funktionen Start, Stopp und Nullstellung sowie eine vertikale Reibungskupplung. Die bis zu zehn bar wasserdichte Sichtbodenschale hält ein Armband aus schwarzem Kautschuk sicher und komfortabel am Unterarm. Zum Lieferumfang gehört ein zusätzliches Armband aus grauem Stoff. Die zugehörige Faltschliesse lässt sich ohne grossen Aufwand tauschen.




Bei Patek Philippe hat die 1976 lancierte «Nautilus» über all die vielen Jahre nichts an Aktualität eingebüsst. Femininen Luxus verkörpert die neue Referenz 7010 / 1G-013 mit lediglich 32 Millimeter grossem Gehäuse. Funkelnden Glanz ohne Einbusse der Identität dieses Uhrenklassikers verleihen 46 Diamanten im Brillantschliff. Einträchtig versammelt sind die besten Freunde anspruchsvoller Frauen auf dem breiten Glasrand der Schale. Als Hingucker erweist sich auch das azurblau lackierte Zifferblatt mit wellenförmiger Textur. Die augenfällige Scheibe trägt applizierte arabische Ziffern und dazu noch neun Strich-Indexe. Wie die Zeiger, das Gehäuse sowie das Armband mit satinierten und polierten Flächen sind sie in Weissgold ausgeführt. Nachleuchtendes Super-LumiNova erleichtert das Ablesen bei Dunkelheit. Um die Anzeige der Uhrzeit und des Datums kümmert sich in diesem Fall keine Mechanik, sondern ein flaches Quarzwerk vom Kaliber E 23-250 S C. Der hohe Anspruch des Hauses Patek Philippe äussert sich dadurch, dass die Veredelung des elektronischen Innenlebens nach den gleichen Kriterien wie bei konventionell tickenden Uhrwerken erfolgt.
FLACH DANK MIKROROTOR
Von der unentwegten Weiterentwicklung einer renommierten Luxusmarke zeugt die Richard Mille «RM 33-03 Automatic». Dieser prägnante Zeitmesser baut auf der bewährten technischen wie ästhetischen Marken-DNA auf. Zudem zeigt er sich in einem neuen runden Design, welches jedoch die bemerkenswerte Ergonomie der Vorgängerversion RM 33-02 bewahrt.
Im Inneren des Gehäuses bewahrt das innovative skelettierte Automatikkaliber RMXP3 mit 33 Millimetern Durchmesser die kostbare Zeit. Ablesen lassen sich die Stunden, Minuten und Sekunden. Anders als bei Richard Mille bislang üblich, dreht der Zeiger für «secunda diminutiva pars» bei «6» und nicht im Zentrum. Die halbspringende Indikation des Datums erfolgt auf die charakteristische Weise, bei der die Ziffern unter- und nicht nebeneinander angeordnet sind. Mitverantwortlich für die geringe Werkshöhe von nur 3.28 Millimetern ist ein dezentral positionierter Mikrorotor aus massivem Platin. Im Zentrum besitzt die Schwungmasse ein Keramik-Kugellager. Die Energieerzeugung erfolgt in einer Drehrichtung. Rund 42 Stunden beträgt die Gangautonomie dieser Zeitmechanik mit Platine und Brücken aus Titan Grade 5. Für die unverzüglich ins Auge stechende Optik sorgen schwarze Beschichtungen. Stündlich vollzieht die Masselot-Unruh mit variabler Trägheit 21’600 Halbschwingungen. Schutz für das kostbare Uhrwerk bietet ein dreiteiliges Titangehäuse mit 41.7 Millimetern Durchmesser. Am Handgelenk trägt es lediglich 9.7 Millimeter auf. Bis zu drei bar Druck reicht die Wasserdichte.
PISTAZIE FÜRS HANDGELENK
2025 übt sich Rolex einmal mehr in Farbe, und zwar bei der Uhrenlinie «Oyster Perpetual», welche drei wichtige Leistungen der bedeutenden Schweizer Uhrenmanufaktur in sich vereinigt. Gemeint sind offiziell geprüfte Chronometer, wasserdichte Schraubgehäuse und Rotor-Automatikwerke. Das Thema signifikanter Zifferblattfarben hat das 1905 gegründete Unternehmen bei den stählernen Einstiegsmodellen ohne Datumsindikation 2020 aufgegriffen und damit spontan echte Begeisterungsstürme ausgelöst. 36 Millimeter Gehäusedurchmesser wenden sich in erster Linie an Vertreterinnen des zarten Geschlechts, aber auch an Männer mit sehr schlanken Handgelenken. Mit dem neuen Farbton Pistachio oder Pistazie hat Rolex nun erneut einen echten Hit gelandet. Markenfans stehen Schlange, um eine dieser sportlich-eleganten Armbanduhren mit dem dezent grünen Zifferblatt erwerben zu können. Alternativ zum 36-Millimeter-Modell gibt es auch eine 41 Millimeter messende Version. In der wie auch immer gearteten Schale aus Edelstahl 904L, welche dem Druck des nassen Elements bis zu zehn bar widersteht, tickt das natürlich selbst entwickelte und gefertigte Kaliber 3230. Das mit amagnetischer Parachrom-Unruhspirale und moderner Chronergy-Hemmung ausgestattete Automatikwerk läuft rund 70 Stunden am Stück. Nach der amtlichen Chronometerprüfung durchlaufen die eingeschalteten Werke noch einen internen Zertifizierungsprozess. Nur wenn die fertige Uhr täglich nicht mehr als zwei Sekunden falsch geht, darf sie die Genfer Fabrikationsstätte verlassen.
HOMMAGE AN DIE VERGANGENHEIT
1963 schlug die Geburtsstunde des legendären Heuer-«CarreraW»Chronographen. Die darauffolgenden Varianten und Evolutionsstufen würden ein ganzes Buch füllen. 2015 ergänzt TAG Heuer, wie das Unternehmen seit 40 Jahren heisst, die breit gefächerte Carrera-Palette um ein limitiertes Modell, dessen Auflage nach der Herstellung von summa summarum 500 Stück endet. 42 Millimeter beträgt der Durchmesser des charakteristischen Edelstahlgehäuses mit bis zu zehn bar reichender Wasserdichte. Durch den Sichtboden zeigt sich das «Calibre TH20-00». Dieses Automatikwerk aus den eigenen Ateliers verfügt über einen beidseitig wirkenden Kugellagerrotor, Schaltradsteuerung für den Chronographen mit 30-Minuten- und Zwölf-Stunden-Zähler sowie die von Firmengründer Edouard Heuer erfundene Schwingtrieb-Kupplung. Wirklich neu an dieser Edition ist das mitternachtsblaue opalisierende Zifferblatt. An den um 1950 von Heuer für den amerikanischen Kunden Abercrombie & Fitch entwickelten «Seafarer»-Chronographen mit Regatta-Minuten-Countdown erinnert die farblich abgesetzte Gestaltung des Felds für den Minutentotalisator bei «3». Die Vergangenheit lebt ferner in den Dreiecken auf der äusseren Sekundenskala auf. Dass sich beim Uhrwerk stündlich 28’800 Unruh-Halbschwingungen zählen lassen, geht aus jeweils drei kleinen Indexen zwischen den längeren Strichen für die vollen Sekunden hervor. Sie tragen den vier Herz Unruhfrequenz Rechnung. Aus blau gegerbtem Kalbsleder besteht das durchbrochene Armband mit kontrastierender Naht und stählerner Faltschliesse.
Weisse Keramik nutzt Zenith zur Produktion von Gehäuse
Gliederband der auf 100 Exemplare limitierten «Defy Skyline
Skeleton White Surfer Ceramic». Bis zu einem Druck von zehn kann das nasse Element nicht ins Innere der 41 Millimeter gros Sichtbodenschale vordringen. Dort tickt das hauseigene Automatik kaliber El Primero 3620 SK mit einer Hochfrequenz von Hertz. Folglich vollzieht die Unruh jede Stunde flotte 36’000 Halb schwingungen. Durch die spezielle Konstruktion des Uhrwerks erfolgt der Antrieb des kleinen Sekundenzeigers bei «6» per Ankerund zusätzlichem Zwischenrad. Alle zehn Sekunden dreht er einmal um seine Achse. Diesem Sachverhalt trägt die zugehörige Indexierung selbstverständlich Rechnung. Zwischen den grösseren Sekundenstrichen lassen sich jeweils neun kleinere BruchteilIndexe zählen. Präzises Richten der drei Zeiger ermöglicht ein Sekundenstopp. In beiden Drehrichtungen liefert der Kugellagerrotor Energie ans Federhaus, das Kraft für rund 60 Stunden Gangautonomie speichern kann.


Bemerkenswert ist die durchbrochene und an das bekannte Zenith-Logo erinnernde Gestaltung der 30 Millimeter messenden Manufakturmechanik. Die leuchtend blaue Beschichtung zieht Blicke magisch an. Bei Dunkelheit verstärkt sich das Schauspiel noch, denn Zenith zeichnet die Konturen mit Super-LumiNova nach. Durch dessen nachleuchtende Eigenschaften sticht der Stern immer dann ins Auge, wenn das Umgebungslicht schwindet. Natürlich besitzt die Rückseite des 3620 SK mit sternförmig ausgeführter Schwungmasse die gleiche blaue Farbgebung.

KLANGVOLLES AUS GENF
Seit 1996 bietet Vacheron Constantin die «Overseas» an. Für ihr Design zeichnete eine interne Abteilung verantwortlich. Während der anschliessenden Jahrzehnte entstanden Versionen ohne und mit uhrmacherischen Zusatzfunktionen. Eine Minutenrepetition, also ein Modell, das die lautlos verstreichende Zeit auf Wunsch durch Schläge auf Tonfedern minutengenau akustisch wiedergibt, umfasste die Kollektion allerdings noch nicht. Diesem Manko hilft die Traditionsmanufaktur im Jahr ihres 270. Geburtstags unüberhörbar ab. Möglich macht’s das gerade einmal 7.9 Millimeter hoch bauende Kaliber 2755 QP mit rund 58 Stunden Gangautonomie. Für ein Exemplar dieses Handaufzugswerks benötigen die Uhrmacher 602 Teile. Zu ihnen gehören auch 45 funktionale Steine. Wie die Kaliberbezeichnung zu verstehen gibt, besitzt das Œuvre auch einen ewigen Kalender, der theoretisch erst Ende Februar 2100 einer manuellen Korrektur bedarf. Die zugehörige Kadratur zeigt sich bei jedem Blick aufs transparente Saphirglas-Zifferblatt mit blauen Ringen für die jeweilige Beschriftung oder Indexierung. Bei «6» dreht zudem ein Minutentourbillon seine Pirouetten. Nur 9000-mal schwingt die darin untergebrachte Unruh pro Stunde in jede Richtung. Das entspricht einer Unruhfrequenz von 2.5 Hertz. Aus antiallergischem Titan Grade 5 bestehen das bis drei bar wasserdichte Gehäuse und das integrierte Gliederband. Dieser leichte Werkstoff bewirkt ein eindrucksvolles Klangverhalten. Ein Schieber in der linken Gehäuseflanke löst das Minutenschlagwerk aus. Zum Lieferumfang der 44 Millimeter grossen und mit dem Genfer Siegel qualifizierten Armbanduhr gehören zwei zusätzliche Armbänder: eines aus blauem Alligatorleder und das andere aus gleichfarbigem Kautschuk. Der Austausch lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst vornehmen.



Harry Winston, auch «König der Diamanten» genannt, soll den Stil des Edelsteinschleifens revolutioniert haben und ist dafür bekannt, dass er den HopeDiamanten im Wert von 250 Millionen Dollar dem Smithsonian Museum schenkte, nachdem sich dieser ein Jahrzehnt lang in seinem Besitz befunden hatte.

Sein Schmuckimperium nahm 1926 mit dem Kauf der Schmuckkollektion von Arabella Huntington für 1.2 Millionen Dollar Gestalt an. Arabella, die Frau des Eisenbahnmagnaten Henry E. Huntington, hatte es geschafft, eine der prestigeträchtigsten Schmuckkollektionen der Welt zusammenzustellen, die grösstenteils aus Stücken berühmter Pariser Juweliere wie Cartier bestand.
Harry Winstons Vater Jacob gründete ein kleines Juweliergeschäft, nachdem er mit seiner Frau aus der Ukraine in die Vereinigten Staaten ausgewandert war. Winston, der 1896 in New York geboren wurde, wuchs in der Atmosphäre der Werkstatt seines Vaters auf, wo er schon in jungen Jahren in die Geheimnisse der Edelsteine eingeweiht wurde. Mit gerade einmal zwölf Jahren zeigte er einen bemerkenswerten Instinkt für Schmuck: Er entdeckte einen zweikarätigen Smaragd in einem Pfandhaus, kaufte ihn für nur 25 Cent (zusammen mit einem beliebigen Stein, um den Verdacht des Antiquitätenhändlers nicht zu erregen) und verkaufte ihn zwei Tage später für 800 Dollar weiter, obwohl sein Vater zunächst dachte, es handle sich um ein einfaches Stück Glas.
Richtig los als Unternehmer ging es 1932 mit der Eröffnung seines ersten Geschäfts in New York – damit begründete Winston seinen legendären Namen in der Luxusschmuckbranche. Innert kurzer Zeit hatte er sich einen guten Ruf erworben und sein Unternehmen etablierte sich in der Elite des New Yorker Edelsteinhandels. Auf Kundenwunsch begann er, Schmuck unter seinem eigenen Namen herzustellen, und gründete die Firma Harry Winston, Inc. Damit legte er den Grundstein für eine Marke, die zum Synonym für absoluten Luxus werden sollte. Bei seinem Tod im Jahr 1978 hinterliess Harry Winston, der sein Leben lang immer einen Edelstein in seiner Brusttasche trug, ein wahres Edelsteinimperium im Wert von etwa 150 Millionen Dollar. Heute gehört die Marke zum Portfolio der Swatch Group.

TORNAGHI
«Rock in Titanium»-Ohrringe, Weissgold und Diamanten
Armband 18 Karat Roségold aus der Stretchy-Kollektion


POMELLATO
«Blue Chain Cascade»-Halskette

ISABELLE FA
Ring «Digne 14», Roségold


Ohrhänger, 18 Karat aus der Horsebit-Kollektion

HHERMÈS

GÜBELIN
Diamantring


SWAROVSKI
Millenia-Halsband

Er fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Der feurige und symbolträchtige Edelstein wird seit Langem mit Stärke, Leidenschaft, Schutz und Exklusivität in Verbindung gebracht.
Der Rubin, der als «König der Edelsteine» bekannt ist, ist einer der wertvollsten und geschichtsträchtigsten Edelsteine, die es gibt, und inspiriert alles von der antiken Mythologie bis hin zum modernen Schmuckdesign. Seine tiefrote Farbe –manchmal als die Farbe eines schlagenden Herzens beschrieben – ruft intensive Emotionen hervor und steht für viele für Vitalität, Mut und anhaltende Liebe.
Autor_Urs Huebscher
Der Name Rubin leitet sich vom lateinischen Wort ruber ab, was rot bedeutet. Im Gegensatz zu anderen Edelsteinen, die in einer Vielzahl von Farben erhältlich sind, wird der Rubin speziell für seinen purpurroten Farbton geschätzt. Diese Farbe entsteht durch Spuren von Chrom in der Korund-Struktur des Steins. Tatsächlich sind alle anderen Korund-Sorten als Saphire bekannt –nur die rote Sorte wird mit dem Namen Rubin geehrt. Die feinsten Rubine, vor allem die aus Burma (heute Myanmar), weisen ein sattes, samtiges Rot auf, das oft als «Taubenblut» bezeichnet wird. Diese Steine wurden im Laufe der Geschichte so geschätzt, dass man einst dachte, dass sie die Kraft des Lebens selbst in sich tragen.
In allen Kulturen hat der Rubin eine heilige und übernatürliche Rolle gespielt. Im alten Indien wurden Rubine ratnaraj oder «König der Edelsteine» genannt und man glaubte, dass sie Sicherheit, Wohlstand und sogar Wiedergeburt als Herrscher im nächsten Leben bringen, wenn sie der Gottheit Krishna geopfert wurden. Die alten burmesischen Krieger glaubten, dass Rubine sie in der Schlacht unbesiegbar machen würden. In China bedeuteten sie einen adligen Status und wurden als Talismane gegen das Böse getragen. Auch im Westen wurde der Rubin verehrt – sowohl im Alten als auch im Neuen Testament der Bibel wird er häufiger als jeder andere Stein erwähnt und sein Wert vor Perlen und Korallen gepriesen. Die Europäer des Mittelalters glaubten, dass Rubine Gefahren erkennen, ihre Farbe in Gegenwart von Gift ändern und vor Pest und Unglück schützen können. Ein Reisender aus dem 17. Jahrhundert dokumentierte sogar, wie ein Rubin vor dem Tod seiner Frau seine Farbe verlor, um danach seinen Glanz wiederzuerlangen.
Die Legenden um den Rubin sind so lebendig wie seine Farbe. Eine Geschichte aus Burma erzählt von einem majestätischen Adler namens Lal, dessen Name in mehreren asiatischen Sprachen «Rubin» bedeutet. Lal schwebte über der Welt – bis zu seinem letzten Opferakt, bei dem sein Blut in Rubine verwandelt wurde, die in die Erde eingebettet wurden. In einer anderen alten östlichen Tradition heisst es, dass Rubine dem Träger die Kraft eines Löwen, die Furchtlosigkeit eines Adlers und die Weisheit


einer Schlange verleihen. Diese Eigenschaften machten den Rubin nicht nur zu einem Symbol persönlicher Macht, sondern auch zu einem mystischen Schlüssel zu Langlebigkeit, Gesundheit und Liebe. Im Laufe der Zeit wurde dem Stein auch zugeschrieben, die Fruchtbarkeit zu fördern, Albträume abzuwehren und sogar das Verlangen zu stimulieren, wenn er zu einem Pulver gemahlen und mit Wein gemischt wird.
Jenseits des Mythos besitzen Rubine sehr reale physikalische Eigenschaften, die zu ihrer Mystik beitragen. Rubine rangieren in ihrer Härte knapp unter Diamanten und nach diesen an zweiter Stelle in Bezug auf Haltbarkeit, was sie ideal für den täglichen Gebrauch macht. Ihre auffällige Farbe und ihr innerer Glanz – oft als Fluoreszenz bezeichnet – verleihen ihnen eine unverwechselbare Präsenz sowohl in antikem als auch in zeitgenössischem Schmuck. Innerlich makellose Rubine von bemerkenswerter Grösse sind seltener als Diamanten, und wenn sie unbehandelt und von hoher Qualität sind, erzielen einige die höchsten Preise in der Edelsteinwelt.









Autorin_Nathalie Becker
Bilder_Nevermined
Der Diamant steht im Wandel. Als Symbol der Unvergänglichkeit erzählt er damals wie heute Geschichten der Liebe und Beständigkeit. Aber über seine Begehrlichkeit entscheiden längst nicht mehr nur Karat, Reinheit und Seltenheit. In Zeiten sich ändernder Werte sind es auch Verantwortung und Entstehung, Transparenz und Nachhaltigkeit, Innovation und Zeitgeist, die den «neuen Wert» eines Diamanten beeinflussen. Genau hier setzen zwei

PRESTIGE: Frau Marhofer, welche Verantwortung tragen Luxusmarken heute?
CHRISTINE MARHOFER: Definitiv eine grosse. Luxus bedeutet heute nicht mehr nur, ein Statussymbol zu besitzen. «Conscious Luxury» versteht Verantwortung in seinem Konsum zu übernehmen nicht als Trend, sondern als Standard – vor allem in einer Welt, in der Wert nicht mehr nur über den Preis und künstliche Verknappung, sondern auch über die Intention hinter den Pieces bestimmt wird.
Nevermined lässt sogenannte «Lab-grown Diamanten» wachsen. Was unterscheidet sie von Moissanit oder Zirkonia –und gibt es Unterschiede zu natürlichen Diamanten?
Bei Moissanit und Zirkonia handelt es sich um DiamantImitate. Sie ähneln echten Diamanten zwar in der Optik, aber nicht in der Struktur, Härte oder Zusammensetzung. Unsere Nevermined lab-grown Diamanten hingegen bestehen zu 100 Prozent aus reinem Kohlenstoff. Es sind also echte Diamanten! Sie sind physikalisch und chemisch identisch mit Minendiamanten, nur dass sie unter kontrollierten Bedingungen und mit 100 Prozent Ökostrom in unserem Labor wachsen – und nicht in der Erde. Aufgrund seines Wachstumsprozesses ist jeder Nevermined lab-grown Diamant ein Unikat.

Welche Vorteile bringt das mit sich?
Nevermined lab-grown Diamanten sind durch die Produktion im Labor nachhaltiger, ethisch vertretbar und wirtschaftlich sinnvoll, weil sie bis zu 70 Prozent günstiger angeboten werden können. Bei sogenannten Fancy Colours kann der Preisvorteil im Vergleich zu farbigen Minendiamanten sogar einem Faktor von bis zu 20 entsprechen. Während man für einen farbigen Minendiamanten zuweilen also den Betrag eines mittelgrossen Hauses aufbringen muss, bewegen sich Schmuckstücke von mandana mit echten farbigen Diamanten im vierstelligen Bereich. Das macht Diamantschmuck mit modernen Fancy Colours für eine neue Zielgruppe zugänglich. Wir demokratisieren Luxus, ohne dabei an Qualität oder Wert zu sparen.
Was fasziniert Sie persönlich an Fancy Coloured Diamonds?
Besonders spannend finde ich den Herstellungsprozess. Für die «Fancy Colours» ersetzen wir im CVD-Prozess, der chemischen Gasphasenabscheidung, etwa jedes zweimillionste Kohlenstoffatom durch ein anderes Gitteratom – ein wahnsinnig kompliziertes Unterfangen, das wir im Labor eigenhändig entwickelt haben. Heute entstehen so natürliche Farbwirkungen wie Pink, Blau, Gelb oder Grün. Es ist, als würden wir das Licht der Natur einfangen und in einem funkelnden Diamanten aufbewahren. Sie tragen dadurch noch mehr Emotion, Charakter und eine individuelle Note in sich.
Welche Farben sind derzeit besonders gefragt?
Aktuell sind es vor allem lebendige Farben wie Fancy Blue oder Pink. Sie tragen eine besondere Tiefe in sich: Blau steht für Ruhe und Klarheit und Pink für Liebe und Mut. Beide drücken eine gewisse Individualität aus, ohne dabei an Eleganz zu verlieren. Das eröffnet auch ganz neue kreative Möglichkeiten im Schmuckdesign.
Spielen Sie damit auf die «mandana Elements»-Kollektion an?
Genau! Das ist eine unserer neuesten Kollektionen, bei der unsere farbigen Lab-grown Diamanten in «Fancy Cuts», also aussergewöhnlichen Schliffen, erstmalig in Schmuck von mandana verarbeitet wurden. Mit dieser Kollektion zeigen wir, dass Labgrown Diamanten so vielseitig sein können wie wir Menschen –und wie stark wir mit der Natur verbunden sind. Jede Farbe spiegelt eines der vier Elemente wider: Feuer, Wasser, Erde und Luft. In der Kollektion findet sich auch immer wieder unser Erkennungszeichen, und zwar nicht als Logo, sondern als Symbol. Das Achteck steht für Balance, Unendlichkeit und Wertschätzung und taucht in vielen unserer Designs auf, mal subtil am Karabiner, mal etwas präsenter zum Beispiel als Ringschiene. Aber immer bewusst, denn die Zahl «8» erinnert auf der Seite liegend an das


Mit mandana und Nevermined steht Christine Marhofer heute für einen neuen Luxusbegriff, der Ästhetik, Verantwortung und Innovation vereint. Ihre Vision: Luxus demokratisieren für eine neue Generation, die durch Schmuck ihre Werte ausdrückt.
Während das mandana-Achteck für «Unendlichkeit» steht, setzt Nevermined stark auf sein «Made in Germany»Versprechen. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Weil es zum Zeitpunkt unserer Gründung noch keine Lab-grown Diamanten aus Europa gab. Damit waren einige Herausforderungen verbunden: Wenn ich Lab-grown Diamanten für meinen mandana-Schmuck in Asien oder Amerika eingekauft hätte, hätte ich intransparente Arbeitsbedingungen und nicht nachhaltige Produktionsprozesse in Kauf nehmen müssen. Aber das hätte der Vision, mit Lab-grown Diamanten eine nachhaltige Alternative anzubieten, komplett widersprochen! Deshalb haben wir unsere eigene «Made in Germany»-Produktion aufgebaut. Unser deutscher Standort steht für Verlässlichkeit, europäische Transparenz, modernste Technologie und höchste Qualität. In unserem Labor in Essen produzieren wir mittlerweile jährlich rund 245’000 Karat Rohdiamant, und das ausschliesslich mit zertifiziertem Ökostrom und nach streng geprüften SCS-Kriterien. Diese Transparenz und Präzision spüren auch unsere Kunden: Von der Herkunft über die Rückverfolgbarkeit bis hin zu ethisch verantwortungsvollem Handeln hinsichtlich Umwelt, Sozialem und der Unternehmensführung kann man sich auf Nevermined und mandana verlassen. Das garantiert auch unser eigenes Nevermined-Siegel.

«Mit dieser Kollektion zeigen wir, dass Lab-grown Diamanten so vielseitig sein können wie wir Menschen.»

The perpetual calendar










Autor_Urs Huebscher

Es braucht wirklich eine Menge Vorstellungskraft, um sich unser Leben ohne die Erfindung des Autos auszumalen. Aber mal ehrlich, das wollen wir auch gar nicht, denn noch nie waren wir so mobil und damit so frei wie heute. Spannend wird es allerdings, wenn wir nur für wenige Minuten vom PW mobils

Die Geschichte von Carl Benz ist zweifellos die eines Visionärs, der an seine Ideen glaubte, auch wenn es andere nicht taten. 1871 gründete er als gelernter Maschinenbauer mit den finanziellen Mitteln seiner zukünftigen Ehefrau die Eisengiesserei und die mechanische Werkstätte in Mannheim. 1879 gelang es ihm, einen verdichtungslosen Zweitaktmotor zu konstruieren. Später gründete er die Benz & Cie. – ein deutsches Maschinenbau- und Automobilunternehmen. Seine Gasmotoren verkauften sich zunächst sehr erfolgreich als Stationärmotoren, doch das war dem deutschen Ingenieur Carl Benz nicht genug. Er wollte einen praxistauglichen Wagen schaffen, bei dem Motor und Fahrgestell eine Einheit bilden. Das Resultat: ein Zweisitzer auf drei Rädern, der als erstes «richtiges» Auto in die Geschichte einging. 1886 meldete Benz das «Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb» zum Patent an und wurde zu Beginn für «die motorisierte Kutsche ohne Pferde» belächelt. Heute wissen wir: Die Geburtsstunde des modernen Fahrens wurde von ihm eingeläutet.
Dampfwagen waren die ersten «selbst fahrenden» Kraftwagen, die mittels Dampfmaschine, -motor oder -turbine durch einen Dampferzeuger (meistens Kessel) angetrieben wurden. Als Brennmaterial liessen sich zum Beispiel Brennholz, Kohle oder Teeröl nutzen. Nicholas Cugnot stellte bereits 1769 eine schwer lenkbare und nur Schrittgeschwindigkeit fahrende Artilleriezugmaschine der europäischen Öffentlichkeit vor – und damit einen enormen industriellen Fortschritt. Es folgten das erste in Serie gebaute Dampfautomobil von Amédée Bollée mit 50 Exemplaren sowie das Modell «Stanley Rocket Steamer» von Fred Marriott, welches 1906 mit 205.5 km / h einen Geschwindigkeitsrekord aufstellte. Dampfbetriebene Fahrzeuge kamen noch bis in die 1950er-Jahre zum Einsatz – beispielsweise als Strassenwalzen.
Allgemein kann man aber sagen, dass ein Dieselmotor für weniger Verbrauch und mehr Leistung steht. Und genau das wollte Rudolf Diesel mit seiner Erfindung erreichen. 1897 konstruierte der Ingenieur einen ersten Prototyp, der allerdings 4.5 Tonnen schwer und drei Meter hoch war. Nach Verbesserungen im Bereich der Einspritzung und Gemischbildung setzte sich Diesels Erfindung durch. Bei Schiffs- und Stationärmotoren gab es keine Alternative mehr. 1936 (und damit 50 Jahre nach der Erfindung des Autos) ging der Mercedes 260 D als erster PW mit einem Dieselmotor in Serie und wurde zum Liebling der Taxifahrer.



Am Silvesterabend des Jahres 1879 lief zum ersten Mal der von Carl Benz entwickelte stationäre Benzinmotor. Diese Erfindung von Benz verkaufte sich erfolgreich, weshalb er sich seinem nächsten grossen Traum widmen konnte: der Konstruktion eines praxistauglichen Automobils. Im Januar 1886 meldete Carl Benz aus Mannheim ein «Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb» zum Patent an – den ersten Benziner mit einem schnell laufenden EinzylinderViertaktmotor, der liegend im Heck eingebaut wurde.

Holländer Sibrandus Stratingh und Christopher Be1835 (also schon viele Jahre vor der Erfindung des einen Elektromotor, der ein kleines Modellfahrzeug Ereignis gilt als erste nachweisbare Nutzanwendung Motors, der elektrische in mechanische Energie umwandelt. Das weltweit erste Patent holte sich aber Jahre später Thomas Davenport in den USA. Mit dem von ihm entwickelten Elektromotor baute er ein Modell eines elektrisch angetriebenen Schienenfahrzeugs. Heute wird der Elektromotor zum Zukunftsmotor. Aufgrund des Klimawandels setzen wir immer mehr auf E-Mobilität und umweltfreundliche Alternativen im Alltag.



Das 1993 erstmals veranstaltete Goodwood Festival of Speed ist die weltweit grösste Autogartenparty vor der spektakulären Kulisse des Goodwood House in West Sussex, Grossbritannien. Über 600 Autos und Motorräder aus der phänomenalen Geschichte des Automobils und Motorsports nahmen in diesem Jahr teil, zusammen mit legendären Persönlichkeiten aus der Automobilwelt.
Beim legendären Hillclimb, dem Kultevent des Festivals, rasen Strassen- und Rennwagen sowie Motorräder – alte und neue – den Berg hinauf. Der 1.87 Kilometer lange Hügel schlängelt sich durch das Zentrum des Geländes und ist das Herzstück des Geschehens. Jedes Jahr verwandelt sich dieser unscheinbare Strassenabschnitt in eine der anspruchsvollsten Strecken des Motorsports. Für legendäre Hersteller, Fahrer und Rennteams ist dies eine Chance, ihre atemberaubenden Maschinen und perfektionierten Fahrkünste zu präsentieren. Weltbekannte Fahrer und Autos fighten abwechselnd um den schnellsten Aufstieg. Ein weiterer Höhepunkt dieses Events ist die Premiere zahlreicher Autoneuheiten. Als Besucher ist man einer der Ersten, die Zeugen werden, wie globale Marken und Hersteller ihre neuesten Modelle enthüllen.
Bei der grössten Einzelfeier der Veranstaltung wurde das 75-jährige Jubiläum der Formel-1-Weltmeisterschaft gefeiert. Den Fans wurde ein historischer Moment geboten, als der Balkon des Goodwood House neben Bernie Ecclestone, Karun Chandhok und dem Duke of Richmond auch die Ex-Formel-1-Stars Alain Prost, Emerson Fittipaldi, Sir Jackie Stewart, Jacques Villeneuve, Mario Andretti, Mika Häkkinen und Nigel Mansell begrüsste. Mit über 100 anwesenden Formel-1-Autos wurde die Geschichte der Formel 1 zum Leben erweckt. In den erweiterten F1-Pit-Lane-Fahrerlagern wurden Autos aus allen Epochen der Meisterschaft ausgestellt.
Unzählige Vertreter der Formel 1 selbst sowie von neun der aktuellen Teams waren dabei, zum Beispiel Atlassian Williams Racing, das McLaren Formel 1 Team, das Mercedes AMG Petronas F1 Team, das MoneyGram Haas F1 Team, Oracle Red Racing, Scuderia Ferrari HP Formel Stake F1 Team Kick Sauber und das Cash App Racing Bulls Formel 1 Team. brachte gar seine beiden aktuellen Esteban Ocon und Ollie Bearman während Liam Lawson und Valtteri am Wochenende zu ihren Teams stiessen. Das diesjährige Central Feature, vor dem Goodwood House einen platz einnahm, würdigte Gordon Murray Automotive (GMA) und hob das ausserge wöhnliche Erbe und die Innovationskraft hervor, die Professor Gordon Murray in die Welt des Automobildesigns und gebracht hat. Die Skulptur präsentierte Brabham BT52 und den GMA T.50 und den Besuchern einen einzigartigen Einblick in das Genie und die Handwerkskunst, zum Synonym für die Marke geworden sind. Auf dem Gelände des Festival of Speed feierte GMA Murrays 60-jährige Karriere.
OBEN
Bergrennen-Action beim Festival of Speed 2025
UNTEN
Historischer Formel-1-Moment:
Bernie Ecclestone, Karun Chandhok, Duke of Richmond, Alain Prost, Emerson Fittipaldi, Sir Jackie Stewart, Jacques Villeneuve, Mario Andretti, Mika Häkkinen und Nigel Mansell




Das Festival of Speed würdigte die Karrieren zahlreicher Motorsportikonen, darunter auch die Le-Mans-Legende Derek Bell, der mit einem Balkonmoment geehrt wurde. Bell fuhr einen Porsche 962C von 1988, mit dem er einen seiner fünf Siege auf dem Circuit de La Sarthe errang. Goodwood erinnerte an den Sommer 1995 – und das nicht nur wegen des heissen Wetters. Die Veranstaltung markierte den 30. Jahrestag von Carl Fogartys zweitem World-SBK-Titelgewinn und den 30. Jahrestag von Colin McRaes Rallye-Weltmeistertitel. Foggy fuhr das ganze Wochenende über wieder mit seiner siegreichen Ducati 916, während bedeutende Autos aus McRaes Karriere – darunter sein siegreicher Subaru Impreza 555 – ebenfalls auf dem Hügel unterwegs waren.


ASTON MARTIN
Der DB12 läutete eine neue Ära für Aston Martin ein. Die nächste Generation des Grand Tourers der Marke legte die Messlatte für das höher, was wir von jedem Auto erwarten dürfen, das Gaydon verlässt. Jetzt ist er auch als Cabrio DB12 Volante erhältlich. Angetrieben vom gleichen 4.0-LiterTwin-Turbo-V8 mit 680 PS (500 Kilowatt) war er beim Festival of Speed erstmals in Aktion zu sehen – mit einer Beschleunigung
von null auf 100 km/h in nur 3.7 Sekunden. Ein weiteres Debüt feierte der Aston Martin Valhalla. Seit er 2019 erstmals als Prototyp enthüllt wurde, näherte sich der Valhalla langsam der Produktion –und nun hat das Warten fast ein Ende. Der 4.0-Liter-V8 mit Doppelturbolader brüllte zum ersten Mal den Goodwood Hill hinauf und ermöglichte einen ersten richtigen Blick auf ein Auto, das auf eine Produktionsserie von nur 999 Exemplaren limitiert ist. Ausgestattet mit Formel-1-Technologie und einem Hybridsystem mit 1079 PS (794 Kilowatt), erreicht der Valhalla eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h und erzeugt dabei mehr als 600 Kilogramm Abtrieb.
FERRARI
Der Ferrari F80 gab sein dynamisches Debüt. Der F80, von Ferrari als sechster Supersportwagen der Marke beschrieben, ist das neueste Modell einer Linie, zu der auch LaFerrari, Enzo, F50, F40 und 288 GTO gehören. Mit einem Chassis aus Kohlefaser und einem 1200 PS (883 Kilowatt) starken Hybridantrieb, der einen 900 PS (662 Kilowatt) starken 3.0-Liter-V6 enthält, der aus dem Motor des dreimaligen Le-Mans-Siegers Ferrari 499P stammt, ist dies das mit Abstand technologisch fortschrittlichste Mitglied der Ferrari-Halo-Linie.
Neben dem F80 war ein weiterer Debütant zu sehen: der Ferrari 12Cilindri, der Erinnerungen an den atemberaubenden 365 GTB/4 «Daytona» weckt und eine lange Tradition von Grand Tourern mit V12Frontmotor fortsetzt, die bis in die 1950erJahre zurückreicht. Es ist vielleicht keine grosse Überraschung, dass Ferrari mit dem 12Cilindri den schnellsten, leistungsstärksten, komfortabelsten und technologisch fortschrittlichsten V12 GT bauen will, der je in Maranello hergestellt wurde.
Den Auftakt zu weiteren FerrariDebüts machte der neu vorgestellte Amalfi, der Nachfolger des auslaufenden Ferrari Roma. Erfreuen darf man sich am Ferrari 296 Speciale, einer Sonderedition, die das bislang extremste 296-Erlebnis bieten soll. Ein verbesserter Plug-in-Hybridantrieb leistet jetzt 880 PS (647 Kilowatt), 50 PS mehr als beim ursprünglichen 296 GTB, während das Getriebe für schnellere Gangwechsel und eine unmittelbarere Drehmomentabgabe ebenfalls optimiert wurde. Der 296 Speciale ist ausserdem leichter als der GTB und erzeugt dank radikalerer Aerodynamik und der Entwicklung eines vergrösserten Heckdiffusors 20 Prozent mehr Abtrieb.


Der Temerario ist der Nachfolger des Huracán und des Gallardo und wurde zu Lamborghinis Junior-Supersportwagen. Mit mehr Leistung und einer Drehzahlbegrenzung von 10’000 Umdrehungen pro Minute stellt er einen deutlichen Leistungssprung gegenüber seinen Vorgängern dar. Der V10-Saugmotor wurde durch einen V8 mit Doppelturbolader und drei Elektromotoren ersetzt. Die Karosserie besteht nun aus stranggepresstem Aluminium – eine Technologie, die im Automobilbau vom Lotus Elise entwickelt wurde.
Auch die neueste Version des Maserati Gran Cabrio war auf dem Hügel in Goodwood im Einsatz. Sein 3.0-Liter-Nettuno-V6-Motor mit Doppelturbolader leistet 496 PS (364 Kilowatt), was ausreicht, um das Auto in vier Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Absolutes Tempo ist jedoch nicht sein einziger Trumpf. Mit eisfarbenem, perforiertem Leder und Carbonfaserdetails macht er ebenso Eindruck. Der GT2 Stradale ist der leistungsstärkste strassentaugliche Maserati mit Verbrennungsmotor aller Zeiten. Sein Nettuno-V6Motor wurde auf 640 PS (471 Kilowatt) getunt. Das entspricht einer Beschleunigung von null auf 100 km / h in 2.7 Sekunden. Dank aerodynamischer Anbauteile, die je nach Flügelposition bis zu 370 Kilogramm Abtrieb am Heck erzeugen, ist dies garantiert. Die Insassen können sich über einen mit Alcantara ausgekleideten Innenraum freuen.






Der McLaren W1, der neueste Vertreter der Halo-Hypercar-Reihe, feierte seine Weltpremiere. Er wurde neben seinen Vorgängern F1 und P1 ausgestellt und veranschaulichte die Evolution dieser Spezies. Sein Hybridantrieb leistet 1275 PS (937 Kilowatt), die grösstenteils einem Achtzylinder-Verbrennungsmotor zu verdanken sind. Der V8-Motor ist für den W1 ebenso neu wie die AerocellZentralwanne. Es gibt keine Übernahmeteile vom P1. Wer beim Anblick des W1 auf dem Festival dazu verlockt wurde, eine Anzahlung zu leisten, war leider zu spät – das gesamte Kontingent von 399 Exemplaren war bereits vor der Ankündigung des Wagens im letzten Jahr ausverkauft.
BMW fuhr für das Festival of Speed 2025 schwere Geschütze auf. Ganz oben auf der Liste stand eines der exklusivsten Autos, das die bayerische Marke je produziert hat – und es ist auch eines der coolsten. Der BMW Concept Speedtop, ein eleganter Shooting Brake mit massgeschneidertem Design, wird in einer limitierten Auflage von nur 70 Fahrzeugen weltweit produziert. Etwas weniger exklusiv, aber nicht weniger beeindruckend ist der neue BMW M2 CS, der sein dynamisches Debüt feierte. Als bisher extremste Version des M2 verfügt dieser neue CS über 530 PS (390 Kilowatt) und beschleunigt seine leichte, kohlefaserverstärkte Karosserie in 3.8 Sekunden von null auf 100 km / h. Er verfügt, wie es sich gehört, über Heckantrieb und einen Sechszylindermotor.
MG
MG brachte gleich zwei neue Modelle mit, die ihr Europadebüt feierten. Den Anfang machte der Cyberster Black. Wie der Name schon vermuten lässt, ist dieses elektrische Zweisitzer-Cabrio komplett schwarz lackiert und mit einem schwarzen Interieur ausgestattet. Das Cyber-X-Konzept ist die nächste Neuheit von MG, ein kompaktes Elektrofahrzeug mit Klappscheinwerfern und kurzen Überhängen vorne und hinten, das speziell für den Stadtverkehr konzipiert ist.
DER PORSCHE CAYENNE ZEIGT IN GOODWOOD SEINE GANZE BANDBREITE
Das heute und auch in Zukunft vielseitigste Modell von Porsche, der Cayenne, hatte gleich mehrere grosse Auftritte. Im Rahmen des Festivals standen sowohl die Performance als auch der Komfort und die Offroad-Kompetenz der SUV-Modellreihe im Fokus –inklusive Ausblick auf die Zukunft. Ein getarnter Prototyp des kommenden Cayenne Electric zeigte auf dem legendären Hillclimb die fahrdynamischen Fähigkeiten des zukünftig vollelektrischen SUV, das Porsche parallel zu den Verbrenner- und Hybrid-Modellen anbieten wird. Auch die aktuelle Modellgeneration feierte mit der neuen Cayenne Black Edition ein Debüt. Mit dieser präsentierte man in Goodwood ein neues Sondermodell mit sportlich-eleganter Anmutung und hohem Komfort. Die Black Edition ist für drei Antriebsvarianten und beide Karosserieversionen erhältlich – als klassisches SUV und als SUV-Coupé. Schwarz hochglänzende ExterieurDetails wie das Sport-Design-Bugteil, die Aussenspiegel und die Modellbezeichnung unterstreichen den exklusiven Auftritt.
WWW.GOODWOOD.COM
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Prototyp Cayenne Electric, Festival of Speed 2025
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MG Cyberster Black
Beim Hillclimb, einem Kultevent des Festival of Speed, rasen Strassen- und Rennwagen sowie Motorräder – alte und neue –den Berg hinauf.
Die Liebe des ersten Herzogs von Richmond zur Jagd führte diesen in den 1690er-Jahren nach Goodwood, wo eine der ersten und angesagtesten Jagdgesellschaften des Landes stattfand. Seitdem spielt der Sport hier eine zentrale Rolle.
Das Goodwood Festival of Speed ist ein jährliches Motorsportfestival, bei dem moderne und historische Rennfahrzeuge Ende Juni / Anfang Juli im Goodwood House in West Sussex an einem Bergrennen und anderen Veranstaltungen teilnehmen.
Das Goodwood Festival of Speed wurde 1993 von Lord March gegründet, um den Motorsport zurück nach Goodwood zu bringen –an einen Ort mit einer langen britischen Motorsportgeschichte.
Die Veranstaltung ist als Bergrennen klassifiziert und Besucher erhalten direkten Zugang zu diesem Streckenabschnitt. Die 1890 Meter (1.17 Meilen) lange Strecke mit neun Kurven steigt 92.7 Meter (304 Fuss) an, was einer durchschnittlichen Steigung von 4.9 Prozent entspricht.
Autor_Urs Huebscher Bilder_Lamborghini
Automobili Lamborghini beteiligte sich am Höhepunkt des Motorsportthemas beim Goodwood Festival of Speed mit der Enthüllung des Rennwagens Temerario GT3 auf einem eigenen Podium: einer Bühne in der VIPLamborghiniLounge, direkt an der Rennstrecke von Grossbritanniens wichtigstem Automobilevent. Der GT3, präsentiert von Chairman und CEO Stephan Winkelmann, ist die Rennversion des brandneuen Supersportwagens Temerario, dessen Auslieferung 2026 beginnt.

Während der Temerario GT3 in einer Lackierung in Grün, Rot und Weiss als Hommage an die italienische Trikolore als Rennwagennachfolger des extrem erfolgreichen Huracán GT3 bewundert wurde, der im Laufe seines Bestehens nicht weniger als 96 Meisterschaften gewonnen hat, begeisterte der Temerario-Strassenwagen die Zuschauer bei seinem dynamischen öffentlichen Debüt. Das unverwechselbare neue Supersportmodell läutet eine neue Design-Ära ein und erzeugt mit seinem brandneuen Twin-Turbo-V8-Hybridmotor das unnachahmliche Lamborghini-Gebrüll. Neben dem Temerario gesellten sich beim Goodwood Hillclimb der Hybrid-V12-Lamborghini Revuelto und der Urus SE PHEV dazu.
«Die vollhybridisierte Lamborghini-Serienmodellreihe zum ersten Mal den Berg in Goodwood hinauffahren zu sehen, war ein prägender Moment», sagte Stephan Winkelmann. «Es markiert den erwarteten Erfolg unseres Cor-Tauri-Programms «Towards Electrification» mit der vollständigen Hybridisierung unserer drei Modelle. Jedes Auto vereint mit seinem einzigartigen Antrieb, Design und Charakter die Eigenschaften der Hybridisierung mit verbesserter Fahrdynamik und Leistung sowie Technologien, die unsere Supersportmodelle zugänglicher und fahrbarer machen als je zuvor. Lamborghini präsentiert in Goodwood die umfassendste Hybrid-Supersportler-Palette im Angebot: nachhaltig, aber mit richtungsweisender Leistung und Fahrspass – und ganz klar made in Italy.»
Der Temerario ist Lamborghinis Antwort auf den Ferrari 296 GT3 und den Porsche 911 GT3 R. Einfach ausgedrückt, folgt der Temerario GT3 der Formel, die seine Konkurrenten so klar vorgegeben haben: Er wiegt weniger als das Strassenfahrzeug und verfügt über die gesamte erforderliche Sicherheitsausrüstung, um an GT3-Klassenrennen auf der ganzen Welt teilzunehmen. Der neue Rennwagen wird in internationalen Rennserien auf der ganzen Welt antreten und setzt gleichzeitig einen neuen Standard bei den Wettbewerbsfahrzeugen des Unternehmens.


Darüber hinaus ist der Temerario GT3 der erste GT3-Rennwagen von Lamborghini, der vollständig im Werk Sant'Agata Bolognese in Italien entworfen, entwickelt und gebaut wird.
Stephan Winkelmann, Chairman und CEO von Lamborghini: «Der Temerario GT3 ist der erste reinrassige Rennwagen des Temerario-Projekts und unterstreicht einmal mehr Lamborghinis festen Glauben an den Motorsport als Schlüsselinstrument zur Förderung unserer Strassenfahrzeuge. Nach den sportlichen und kommerziellen Erfolgen des Huracán GT3, mit dem wir 96 Meisterschaften gewonnen haben und von dem über 200 Fahrzeuge verkauft wurden, haben wir von Beginn des Temerario-Projekts an RennsportVarianten ins Auge gefasst. Der Temerario GT3 wird einen Massstab für seine Konkurrenten setzen, genauso wie es die Serienversion des Temerario tun wird.»
Die Kraft des Temerario GT3 stammt vom serienmässigen 4.0-Liter-V8-Twin-Turbo. Die Lamborghini-Ingenieure entwickelten dafür jedoch einen Turbolader ohne Elektroeinheit. Das wurde nötig, damit der Temerario GT3 den internationalen GT3-Vorschriften entspricht – diese lassen keine Hybridsysteme zu. Dabei hat
Lamborghini die Art der Leistungsentfaltung verändert: Statt der 800 PS des Serienmotors stellt der modifizierte Antrieb nun – vorbehaltlich der Leistungsbilanz – 550 PS bereit. Dafür dreht der Antrieb aber bis 10’000 Umdrehungen pro Minute und liefert mehr Leistung und Drehmoment als sein Vorgänger – und das in einem breiteren Drehzahlbereich. Der neue Rennwagen wird den Anforderungen der Lamborghini-Kundenteams gerecht, die ein immer ausgefeilteres und renntauglicheres Produkt erwarten. Die Entwicklungsphase des Temerario GT3 wird Lamborghini in der Saison 2026 abschliessen, nachdem der Rennwagen bei einer Reihe ausgewählter Veranstaltungen sein Debüt gegeben hat. Der erste Einsatz des Temerario GT3 ist für die zwölf Stunden von Sebring im März 2026 geplant. Selbstverständlich verpflichtet sich Lamborghini auch weiterhin, allen Kundenteams, die in der kommenden Saison mit dem Huracán an den Start gehen, während dieser Übergangsphase technischen Support zu leisten.
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Unter seiner Führung wurden ikonische und hochmoderne Modelle eingeführt, angefangen beim Gallardo über den Huracán und den Aventador bis hin zu limitierten Editionen und Einzelstücken, die zahlreiche neue Verkaufsrekorde aufstellten.
Autor_Urs Huebscher Bild_Lamborghini
Die Marke Lamborghini wächst wie kaum eine andere. Während die meisten Autohersteller vom Sturm ins Taumeln geraten, verkaufen sich die italienischen Sportwagen immer mehr, wachsen wie nie zuvor und beschleunigen sich, um ihre schärfsten Rivalen zu übertreffen. Wir sprachen mit Stephan Winkelmann anlässlich der Weltpremiere des neuen GT3Modells am Goodwill Festival in der Nähe von London.
PRESTIGE: Herr Winkelmann, Lamborghini gehört der Audi AG und somit zum Volkswagen-Konzern. Wie selbstständig dürfen Sie agieren?
STEPHAN WINKELMANN: Der Volkswagen-Konzern ist eine grosse Unterstützung und hat sich immer dadurch ausgezeichnet, dass er beim Aufbau einer Marke Autonomie lässt. Wir nutzen Synergien zum Beispiel bei der Beschaffung, bei Prozessen und Qualitätsstandards oder bei der Nutzung von Plattformen oder Komponenten wie bei unserem Urus, einem Auto, das ein Unternehmen unserer Grösse alleine nicht hätte bauen können. Gleichzeitig entwickeln und bauen wir unsere eigenen Motoren, wir sind Spezialisten für Leichtbaumaterialien wie Kohlefaser, um nur einige Beispiele zu nennen, die zeigen, dass Lamborghini ein wahres Symbol für «Made in Italy» ist.
Wie viele Mitarbeiter beschäftigt Lamborghini?
In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter um den Faktor sechs gewachsen, heute sind es mehr als 3000. Und wir planen, weiterhin moderat zu wachsen, insbesondere mit Blick auf die Entwicklung unserer vierten Modellreihe, die für das Ende des Jahrzehnts angekündigt ist.
Wie viele Fahrzeuge haben Sie im Jahr 2024 produziert?
Im Jahr 2024 haben wir 10’687 Fahrzeuge ausgeliefert und damit zum zweiten Mal in Folge die Marke von 10’000 Einheiten durchbrochen sowie ein Wachstum von 5.7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Die Nachfrage nach den Lamborghini-Modellen wächst stetig, heute beträgt die Warteliste rund 14 Monate.
Wie viele Lamborghinis wurden im Jahr 2024 in der Schweiz zugelassen?
Wir prüfen nicht die Anmeldungen, sondern die Lieferungen. Die Schweiz gehört zu den Top-Ten-Ländern und ist ein ständig wachsender Markt, im Jahr 2024 haben wir 237 Autos ausgeliefert. Die Schweiz gehört – pro Kopf – zu den absoluten Topmärkten weltweit.
Welches sind die wichtigsten Absatzmärkte für Sie?
In Anbetracht der weltweiten Verkäufe waren die Hauptmärkte im Jahr 2024 die Vereinigten Staaten, die nach wie vor der Topmarkt sind, gefolgt von Deutschland, Japan, Grossbritannien und China. Wir haben eine sehr ausgewogene weltweite Verteilung unserer Auslieferungen, die sehr gut auf das globale Gewicht des gesamten Luxus- und Supersportwagenmarktes abgestimmt ist.
Wie hoch war Ihr Umsatz im Jahr 2024?
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf dem Automobilmarkt haben wir zum ersten Mal in unserer Geschichte einen Umsatz von über drei Milliarden Euro (3.09 Milliarden Euro) erzielt, was einem Anstieg von 16.2 Prozent gegenüber 2023 entspricht.
Wenn es um das Autodesign geht, denken die meisten Menschen zuerst an das Aussendesign und nicht an das Interieur, obwohl wir viel mehr Zeit im Inneren des Autos verbringen. Warum ist das so?
Bei einem Lamborghini dreht sich alles um Emotionen. Auf der einen Seite werden diese durch Fahrleistungen evoziert, die über messbare Zahlen hinausgehen und bis hin zu Fahrdynamik und Fahrspass reichen. Auf der anderen Seite gibt es das Design, ein Schlüsselfaktor für den Kauf eines unserer Autos. Und die erste Wirkung, die einen Lamborghini sofort als solchen erkennbar macht und unsere Kunden dazu bringt, sich in ihn zu verlieben, kommt vom Aussendesign. Für uns ist jedoch das Interieur genauso wichtig, da es unsere Innenarchitekturphilosophie «feel like a pilot» widerspiegelt, bei der das Auto um den Fahrer herum gebaut ist, um ein Höchstmass an Leistung zu unterstützen.
Wie sieht Ihre Wachstumsstrategie aus?
Mit «Direzione Cor Tauri» haben wir unsere klare Vision und Strategie für die Zukunft vorgelegt – einschliesslich des Übergangs von Autos mit reinem Verbrennungsmotor zur Vollhybridisierung der Modellpalette, der Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens und anderer Ziele. Heute ist Automobili Lamborghini die einzige Marke im Segment der Luxus-Supersportwagen, die eine vollhybridisierte Baureihe anbietet.
Mit der Hybridisierung definieren wir das Konzept von Sportlichkeit, Fahrspass und Fahrdynamik neu, mit verbesserter Effizienz und reduzierten Emissionen. Unsere DNA wird immer auf Design und Leistung basieren. In unserer Modellpalette haben wir ein komplettes Angebot, darunter einen V12-Supersportwagen mit Saugmotor – den Revuelto –, einen Supersportwagen mit V8Twin-Turbo-Motor – den authentischen «Fuoriclasse» Temerario, der als einziges Auto seiner Art bis zu 10’000 Umdrehungen pro Minute liefert –, und den originalen Super-SUV, den Urus SE. Und bis zum Ende des Jahrzehnts wird ein viertes Modell unser Sortiment vervollständigen.
Wer entscheidet sich eigentlich für die Namen der Modelle? Langsam wird es schwierig mit den Namen der Modelle. Sie sind häufig eng mit den Namen berühmter Stiere verbunden. Der Name muss einen Sound haben, der weltweit cool klingt. Es muss eine Geschichte dahinterstecken und er darf nicht geschützt sein.
Wie würden Sie Luxus definieren?
In vier Worten: exklusiv, kompromisslos, authentisch und persönlich.


Für die legendäre Route 66, die absoluter Kult und Klassiker ist, gibt es viele
Bezeichnungen: Strasse der Sehnsucht, Strasse der Hoffnung, Mother Road, America’s Main Street oder Historic Route. Sie verkörpert Individualismus, Aufbruch, Abenteuer, Unabhängigkeit und grenzenlose Freiheit. Auch die Biker waren es, die den Kult nachhaltig geprägt haben.

Die Route 66, eine der bekanntesten Strassen in Amerika, war eine der ersten durchgehend befestigten Strassenverbindungen, die zur Westküste führt – von der Metropole Chicago nach Los Angeles. Sie wurde im Jahr 1926 offiziell eröffnet und sehr schnell immer bekannter und beliebter. Die Route 66 wurde zum Highway mit Geschäften, Restaurants, Motels, Tankstellen und vielem mehr. Kleine, an die Metropolen angeschlossene Orte boomten. Auch der Tourismus profitierte davon. Viele Amerikaner konnten ab sofort in Kalifornien und im Südwesten überwintern oder Urlaub machen. Ursprünglich betrug die Länge der Strasse 2448 Meilen, also rund 3940 Kilometer. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Route 66 mehrfach verändert und umgebaut, sodass sie derzeit etwa 2451 Meilen lang ist. Sie wurde im Laufe der Jahre durch ein vierspuriges Highway-
Autor_Urs Huebscher Bilder_Visit Arizona
system ersetzt. In jedem Bundesstaat haben sich Organisationen gebildet, um die Strecken zu erhalten. Heute ist die Route 66 zwar nicht mehr durchgehend befahrbar, doch nach wie vor ein riesiger Magnet für Touristen aus der ganzen Welt. Sie zu befahren, ist ein grosses Abenteuer und ein unvergessliches Erlebnis. Sie gilt noch immer als die «Strasse der Sehnsucht», die mit einem unglaublichen Charme und Flair begeistert und zahlreiche Sehenswürdigkeiten beherbergt.
Doch beginnen wir mit der Metropole Chicago, die zahlreiche Highlights zu bieten hat. Die «Strasse der Sehnsucht» beginnt am Grant Park in der Weltmetropole Chicago. Sie verläuft quer durch die Vororte Chicagos bis in die Landschaft des mittleren Westens. Es zeigen sich die ersten Ikonen, beispielsweise restaurierte Tankstellen. Sie verläuft zudem durch Städte wie Joliet, Lincoln, Springfield und Litchfield. Der Abschnitt gehört heutzutage zur Interstate 55. In Springfield führt sie am Kapitol vorbei. Die Strasse überquert bei St. Louis den Mississippi. In Lebanon gibt es auch heute noch das berühmte Munger-Moss Motel, welches insbesondere durch die unübersehbare Leuchtreklame besticht. Im Anschluss führt die Strasse durch die beiden Bundesstaaten Missouri und Oklahoma.
In Oklahoma ist es ziemlich grün, während die Landschaft weiter westlich immer wüstenhafter und wärmer wird. Bis Oklahoma ist die alte Route 66 durchgehend befahrbar. Es gibt sogar einen kurzen Abschnitt, auf dem noch die alte Strasse vorhanden ist, der Sidewalk Highway. Sie führt vorbei am blauen Wal von Catoosa. Dann geht es über Tulsa durch Arcadia bis zur Hauptstadt Oklahoma City. Nach Oklahoma ist die Route 66 nur noch auf Teilstücken zu befahren. Westlich von Oklahoma City gibt es auf der Strecke viele Ruinen alter Gebäude, Diner und Tankstellen, die zum Teil wieder optimal aufgearbeitet wurden.
Zwischen Flagstaff und Kingman liegt ein sehr bekannter Abschnitt, der durch die Goldgräberstadt Oatman, Seligman oder andere Orte führt, wo die Zeit, wie es scheint, stehengeblieben ist. Seligman gilt als «Geburtsort der Route 66», während sich Kingman die «Route-66-Hauptstadt» nennt.
Die nächste grössere Stadt ist Amarillo in Nord-Texas. Hier befindet sich die berühmte Cadillac Ranch. Dann geht es nach Adrian und Glenrio, wo die erste Zeitzone überschritten wird. Über Glenrio verläuft die Strecke nach New Mexico, um anschliessend über Albuquerque in Gallup anzukommen.
Der weitere Verlauf geht dann über Needles, durch die Mojave-Wüste, nach Amboy und anschliessend nach San Bernardino. Zum Schluss führt die Route 66 durch die atemberaubende Stadt Los Angeles bis zum Santa-Monica-Pier. Danach kommt lediglich noch der endlose Pazifik. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, zum Sonnenuntergang den Pier entlangzuschlendern. Es ist

das Wahrzeichen Santa Monicas. Es gibt auf dem Pier noch den Vergnügungspark Pacific Park mit Achterbahnen, Jahrmarktfahrgeschäften und dem mit Sonnenenergie betriebenen Riesenrad.

SEHENSWÜRDIGKEITEN AN DER ROUTE 66

Mit der historischen Bedeutung an sich ist die Route 66 allein schon eine Sehenswürdigkeit. Doch es gibt entlang der Route 66 zahlreiche Highlights, zum Beispiel die vielen alten Motels. Sie befinden sich trotz des Alters in einem sehr guten Zustand, bieten einen erstklassigen Service und fallen insbesondere nachts durch die grellen Neon-Leuchtreklamen und Schrifttafeln auf. Auch viele Figuren und Gebäude wurden hauptsächlich zu Werbezwecken errichtet und laden Vorbeifahrende dazu ein, anzuhalten und einen Blick darauf zu werfen. Daneben säumen Souvenirshops, Tankstellen und Diner (Schnellrestaurants) die Strassenränder. Auch die Brücken und Museen gehören zu den Attraktionen. Der schönste und ursprünglichste Teil der Strecke befindet sich in Arizona. Esel stehen mitten auf der Strasse, Harleys tuckern vorsichtig im Schritttempo um die Tiere mit den grossen Ohren. Rostbraune Felsen sind im Hintergrund zu sehen, und in nur wenigen Metern Entfernung eine echte Geisterstadt – willkommen in Oatman! Wer echtes Westernflair sucht, wird hier ebenso fündig wie derjenige, der den Traum der Route 66 träumen möchte. In der alten Bergbaustadt, die längst verlassen wurde, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die alten Saloons und sogar das Gefängnis sind heute Teil einer lebendigen Museumsmeile aus kleinen Läden und Handwerksateliers.

Jeder erlebt die Strasse auf unterschiedliche Weise. Es ist natürlich ratsam, sich im Vorfeld den genauen Verlauf der Strecke herauszuarbeiten, um die gewünschten Abstecher und Sehenswürdigkeiten einzuplanen. Danach steht einer aufregenden Reise auf der legendären Route 66 –oder wie man die Strasse auch immer nennen möchte – nichts mehr im Wege.



STEILE KURVEN AM SITGREAVES-PASS
Das waren noch Zeiten, als die Autos die Haarnadelkurven dieses Passes rückwärts hochfuhren, um besser voranzukommen. In den Black Mountains gelegen, gehört dieser Pass heute zu den beliebten Fotomotiven entlang der Mother Road.
FILMREIFE KULISSE IN COOL SPRINGS
Wer über den Sitgreaves-Pass gefahren ist, erreicht diese alte Tankstelle, die schon als Drehort für «Universal Soldier» mit Jean- Claude van Damme gedient hat. Heute ist die alte Tankstelle ein kleines Juwel auf der Route 66, auf der die 1960er-Jahre wieder lebendig werden. Sie ist überaus beliebt bei Motorradfahrern.
GRAND CANYON – EINE DER WICHTIGSTEN TOURISTENATTRAKTIONEN
Der Grand Canyon, der seit dem Jahr 1979 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, ist mit seinen unglaublichen Dimensionen eine der wichtigsten Touristenattraktionen der gesamten USA und somit auch ein Highlight auf der Route 66. Wer einmal diese atemberaubende Aussicht genossen hat, wird den Moment nie wieder vergessen. Die 446 Kilometer lange und bis zu 29 Kilometer breite Felsschlucht im Norden Arizonas zieht jedes Jahr Millionen Besucher an. Teile davon sind touristische Schwerpunkte, zum Beispiel der Hotspot Grand Canyon West. Er beherbergt den Eagle Point.
Die Felsformation erinnert an einen Adler. Eine weitere Attraktion ist der 2007 eröffnete Grand Canyon Skywalk. Die Plattform bietet dank des gläsernen Bodens gute Ausblicke auf die tiefe Schlucht, die sich direkt darunter befindet. Dies ist ein einmaliges Erlebnis für Schwindelfreie. Zum weltberühmten Grand Canyon werden beispielsweise viele Ausflüge von Flagstaff aus angeboten.
DER PETRIFIED-FOREST-NATIONALPARK
Der Nationalpark ist für seine beeindruckenden Naturlandschaften, die Tausenden spektakulären versteinerten Wälder, die in unerwartet hellen Farbschattierungen schillern, sowie die atemberaubenden Ausblicke, die er auf die Painted Desert bietet, bekannt. Auch die fossilen Ablagerungen sind beeindruckend, beispielsweise die Dinosaurier sowie die Reste aus den prähistorischen Anasazi Pueblos. Vom Highway aus ist der Nationalpark einfach zu erreichen.




In der Westernstadt Oatman im Westen Arizonas, in der echtes Westernfeeling erlebt werden kann, kann die liebevoll errichtete Innenstadt inklusive der historischen Saloons und Motels bestaunt werden. Letztere laden zum gemütlichen Verweilen oder Übernachten ein. Zu den weiteren Highlights gehören die gestellten Pistolenduelle, die «Überfälle» auf Touristenbusse, Passanten, die im Stil des 19. Jahrhunderts gekleidet sind, und zahlreiche Souvenirshops. Daneben spazieren die wilden, aber auch recht zutraulichen Esel unbekümmert durch die Strassen. Ein Aufenthalt in Oatman ist auf jeden Fall ein grosses Erlebnis.
2026 wird die berühmteste Strasse Amerikas 100 Jahre alt.
Die Strasse, die sich von Chicago bis zum Santa Monica Pier erstreckt, wurde zum Symbol für Freiheit, Abenteuer und den amerikanischen Traum.
Der Bundesstaat Oklahoma verfügt über das längste erhaltene befahrbare Teilstück der Route 66.
Entlang der Route 66 kann man einen kleinen Blick in die Vergangenheit der USA werfen. Verfallene Motels und historisch anmutende Tankstellen, niedergebrannte Cafés, umgestürzte Wassertürme sowie ganz allgemein verlassene Dörfer zeichnen die Strasse in der Gegenwart vorrangig aus.
Autor_Detlef Berg
Bilder_Route 66 Association of Missouri


George Hartman ist einer von vielen 1000 Freiwilligen, die sich in ihrer Freizeit darum kümmern, die Erinnerungen an die legendäre Route 66 zu erhalten.

Im kleinen St. Robert im US-Bundesstaat Missouri betreut er ein Museum, das ganz dem Thema «Mother Road» gewidmet ist. Auf Hochglanz polierte Oldtimer sind ebenso ausgestellt wie Landkarten, Reklametafeln oder eine alte Tanksäule.
Rund 450 Kilometer dieser Route, die in Chicago beginnt und in Santa Monica am Pazifik endet, führen durch Missouri und sind ein lebendiges Symbol des amerikanischen Way of Life. Sie hat, wie ein Plakat zeigt, «Missouri aus dem Schlamm gehoben» und in ihrer Blütezeit Tausende Touristen in die Region gebracht. «Wir tun alles dafür, mit nostalgischen Sehenswürdigkeiten ein wichtiges Stück amerikanischer Geschichte erlebbar zu machen», sagt Hartman. Stolz ist er auf den neuen Neon Park: «Er hat rechtzeitig vor dem 100-jährigen Jubiläum der Route 66 im nächsten Jahr eröffnet und zeigt ein Dutzend bunter Leuchtreklamen, die die Reisenden einst entlang der Strasse begleiteten.» Die Schilder sind besonders am Abend beliebte Fotomotive.
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Autorin_Nela Panic Bilder_Genesis
Warum nennt Genesis sein Motorsport programm eigentlich «Magma»? Die Antwort liegt im Inneren – ganz wortwörtlich. Magma steht für das, was unter der Oberfläche schlummert: ungebremste Energie, Leidenschaft und das Potenzial, Grosses zu bewegen.
Mit dem Magma-Programm bringt Genesis seine Vision von Performance-Luxus auf ein neues Level – eine kraftvolle Dynamik, die unter einer ruhigen, eleganten Oberfläche pulsiert. Das zeigt sich nicht nur auf der Rennstrecke. Schon bald wird Genesis den GV60 Magma als erstes Serienmodell dieser neuen Performance-Linie vorstellen und damit zeigen, wie sich die Leidenschaft des Motorsports auch auf die Strasse übertragen lässt.
JACKY ICKX UND GENESIS:
EINE PARTNERSCHAFT MIT HALTUNG Programm mit so viel Ambition braucht auch starke Stimmen. Deshalb ist Genesis seit Anfang 2024 eine offizielle Partnerschaft einer echten Motorsportlegende eingegangen: Jacky Ickx. Der sechsfache Le-Mans-Sieger, ehemalige Formel-1-Pilot und Rekordhalter im Langstreckenrennsport ist nicht nur Markenbotschafter, sondern auch strategischer Berater und stilvoller Diplomat für die Welt von Genesis. Seine Rolle umfasst mehr als Repräsentanz: Als Partner bringt er Erfahrung, Ethik und eine klare Vision mit. «Ich will in der Zukunft leben, die Vergangenheit hinter mir lassen, neu denken und vorangehen», sagte Ickx bei der Ankündigung der Partnerschaft im Genesis-Studio Genf. »Ich bewundere Genesis seit Langem für seine raffinierte Eleganz und das durchdachte Design. Diese Zusammenarbeit basiert auf Authentizität und gegenseitigem Respekt.»





Auch Luc Donckerwolke, Chief Creative Officer von Genesis, betonte die Bedeutung dieser Verbindung: »Jackys phänomenale Erfolge, sein unersetzbares Wissen und sein Wunsch, die automobile Welt mitzugestalten, machen ihn zu einem perfekten Partner für Genesis.» Die Zusammenarbeit zeigt: Genesis meint es ernst – mit Leistung, mit Stil und mit langfristiger Perspektive.
LE MANS 2025: DAS GROSSE DEBÜT
Im Juni 2025 war es so weit: Genesis Magma Racing trat zum ersten Mal bei den legendären 24 Stunden von Le Mans an – dem härtesten Langstreckenrennen der Welt. In der LMP2-Klasse pilotierten Jamie Chadwick, Mathys Jaubert und Le-Mans-Veteran André Lotterer den Oreca 07 des Partnerteams IDEC Sport. Das Rennen war Teil des Trajectory-Programms, mit dem Genesis seine Nachwuchstalente Schritt für Schritt an die Königsklasse des Langstreckenrennsports heranführt: die Hypercar-Kategorie der FIA WEC, in der Genesis 2026 mit dem eigenen GMR-001-Hypercar starten wird. Das Feedback war durchweg positiv. Chadwick und Jaubert zeigten eindrucksvolle Stunts, lernten das Fahren bei Nacht, meisterten wechselnde Bedingungen und arbeiteten eng mit Lotterer zusammen, der bereits als Fahrer für 2026 gesetzt ist.
MEHR ALS MOTORSPORT: EIN AUFTRITT MIT STIL Während sich das Team auf der Strecke bewies, präsentierte sich Genesis auch abseits der Boxengasse stilvoll: Am Markenstand in Le Mans wurde der GMR-001 zum ersten Mal auf europäischem Boden gezeigt. Sein markantes Design, geprägt von der Genesistypischen «Athletic Elegance», zog zahlreiche Blicke auf sich. Merchandise, Hintergrundinfos und persönliche Gespräche rundeten den Auftritt ab, Genesis war sichtbar, spürbar und mittendrin. Die Geschichte der Marke – von den Anfängen bis zur Rennstrecke –wurde auf einer eindrucksvollen Ausstellung erzählt. Tausende Besucher hatten so die Möglichkeit, Genesis näher kennenzulernen –und zu verstehen, dass hier eine neue Kraft im Motorsport entsteht.
DIE ZUKUNFT: EIN JAHR BIS ZUR WEC
Le Mans 2025 war nicht das Ziel, sondern der Auftakt. In der European Le Mans Series (ELMS) wird Genesis Magma Racing bis 2026 weiter Erfahrung sammeln, testen und aufbauen. Gleichzeitig schreitet die Entwicklung des GMR-001-Hypercars voran. Mit der Infrastruktur, dem Teamspirit und Partnern wie Jacky Ickx im Rücken ist die Marschrichtung klar: Genesis will mit Stil ganz nach vorn.
Der Hamad International Airport in Doha ist ein erstklassiges globales Drehkreuz. Er dient als Zentrum der Luftfahrt und bietet bereits bei der Ankunft ein unvergessliches Erlebnis. Betrieben wird er von der mehrfach preisgekrönten Qatar Airways und bietet Kunst, hochwertige Einkaufsmöglichkeiten, köstliche Restaurants, einen riesigen tropischen Garten und vieles mehr. Der im Jahr 2014 eröffnete Airport ist der erste und einzige Flughafen im Nahen Osten, der im SkytraxRating eine FünfSterneBewertung erhalten hat.
Für diese Auszeichnung werden in den verschiedenen Kategorien insbesondere folgende Aspekte bewertet: Abwicklung des Flugbetriebs, Kundenservice, Transfer, Sicherheit, Einreise, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten – diese Kriterien wurden am HIA zur vollsten Zufriedenheit der Passagiere erfüllt. Damit hat sich der Flughafen in die Riege der weltweit besten Flughäfen eingereiht, zu denen unter anderem der Singapur-Changi, der internationale Flughafen von Hongkong oder auch der Flughafen München gehören.
Der Flughafen, benannt nach dem früheren Emir von Katar, Hamad bin Khalifa Al Thani, bedient über 50 Fluggesellschaften und bietet Verbindungen zu über 190 Zielen weltweit mit einer Kapazität von über 65 Millionen Passagieren pro Jahr an. 2024 wurde mit 52.7 Millionen Passagieren ein Meilenstein erreicht und auch die Flugbewegungen stiegen auf 279’000 Flugzeuge, während insgesamt 2.6 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen wurden. Darüber hinaus verwaltete der Flughafen 41.3 Millionen Gepäckstücke.

Im Schnitt werden monatlich über vier Millionen Reisende bewältigt, was seine Fähigkeit widerspiegelt, ein hohes Verkehrsaufkommen effizient zu bewältigen. Bemerkenswert ist auch, dass der Flughafen 2024 über zwölf Millionen Punkt-zu-Punkt-Passagiere abfertigte.
NEUE HALLEN
Autor_Urs Huebscher Bilder_Visit Qatar
Mit seiner jüngsten Erweiterung ist der Flughafen nochmals gewachsen und verfügt neu über fünf Hallen, die ankommenden und abfliegenden Passagieren ein nahtloses Erlebnis auf dem gesamten Gelände bieten. Die neuen Hallen fügen sich nahtlos in das bestehende Terminal ein und bieten modernste Technologie und verbesserte Einrichtungen, um der wachsenden Passagiernachfrage gerecht zu werden. Das Terminal erstreckt sich nun auf über 845’000 Quadratmeter – ein Anstieg von 14 Prozent –, während sich die Gesamtzahl der 17 neuen Flugzeug-Kontaktgates auf 62 erhöht hat, fast 40 Prozent mehr als zuvor, was eine bessere Konnektivität und einen optimierten Betrieb gewährleistet.


Bei der Erweiterung standen der Komfort der Passagiere und bessere Einrichtungen im Vordergrund, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Reisenden gerecht zu werden. Eine grössere Auswahl an Premium-Einzelhandelsgeschäften und globalen Restaurantmarken verbessert das Freizeiterlebnis, während nun ergonomisch gestaltete Sitzgelegenheiten vorhanden sind. Mit der Erweiterung eröffnete Qatar Duty-Free über neun neue Einzelhandelsgeschäfte für Lebensmittel und Getränke und erweiterte damit die Verkaufsfläche des Flughafens um 2700 Quadratmeter.
In Doha ist ein Stopover mehr als nur eine lästige Notwendigkeit, denn hier wird wirklich alles dafür getan, den Aufenthalt so angenehm und stressfrei wie möglich zu gestalten. In vielen Lounges und Ruheräumen, die Passagieren aller Airlines offenstehen, kann man sich von den Strapazen des Fliegens erholen und Kraft für die nächste Etappe tanken. Wer ganz für sich alleine sein und in Ruhe ein paar Stunden Schlaf geniessen möchte, kann sich ein Zimmer im Oryx Airport Hotel buchen. Dort kann man sich sogar schon für Zeiträume ab fünf Stunden einmieten, und das ganz ohne das Terminal zu verlassen. Ein weiteres Highlight ist das Vitality Wellbeing & Fitness Center. Dort kann man sich im Schwimmbad, Fitnessstudio oder beim Squash auspowern oder bei einer Massage oder Spa-Behandlung entspannen.
Wem der Sinn nicht nach Entspannung steht, der findet auch in dem riesigen Duty-Free-Bereich, der zu den grössten seiner Art gehört, genügend Beschäftigung. Von edlem Schmuck, luxuriösen Accessoires, Mode und Kosmetik bis hin zu Delikatessen gibt es hier alles, was das Shoppingherz begehrt. Stärken kann man sich in einem der Cafés und Restaurants. Wer seinen Stopover lieber produktiv nutzen möchte, hat selbstverständlich auch dazu die Gelegenheit. Ab dem Moment der Landung gibt es überall im Flughafen kostenlos zur Verfügung gestelltes WLAN. Ausserdem gibt es in mehreren Bereichen Mac-Computer und optimale Möglichkeiten, um am Laptop zu arbeiten oder sich mit Geschäftspartnern zu besprechen.
Auch 2025 wurde der Airport bei den SKYTRAX World Airport Awards als einer der besten Flughäfen der Welt ausgezeichnet und erhielt zum dritten Mal in Folge die Auszeichnung «Best Airport Shopping» und zum elften Mal in Folge die Auszeichnung «Best Airport in the Middle East».
Im Jahr 2024 wurden 52.7 Millionen Passagiere befördert. Er ist der am besten bewertete Flughafen im Nahen Osten für Konnektivität.
Das Gebäude ist so konzipiert, dass Kälte optimal gespeichert wird. Ausserdem wird das Wasser, das beim täglichen Betrieb genutzt wird, zur anschliessenden Bewässerung des Umlands weiterverwendet.

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Zum Glück gibt es Kleider und Accessoires, die uns ein Leben lang begleiten. Ohne sie wäre die Grundlage einer zeitlosen Garderobe schlicht undenkbar. Neun Klassiker haben die letzten Jahrzehnte besonders nachhaltig geprägt.

Wir sind, was wir tragen. Unsere Kleidung zeugt von unserem Innenleben, aber auch von unserem sozialen Umfeld. Erst dort wird sie zur Mode. Zu einem Phänomen. Einer Industrie. Zur Norm und Autorität. Durch unseren Kleidungsstil können wir nonverbale Signale senden und Einfluss auf unsere Interaktionen und Beziehungen nehmen.
Was wären wir ohne Poloshirt, Jeans oder Sneaker? Viele von uns würden mit grosser Wahrscheinlichkeit ziemlich nackt dastehen. Und je älter wir werden, umso wichtiger sind makellos geschnittene, saisonunabhängige Basics von bester Qualität. Sobald das Bedürfnis nach Tradition und Konservatismus wächst, sehnen wir uns nach zuverlässigen Werten.
Folgende neun Fashion-Ikonen geben uns Halt und Sicherheit, als wären sie unsere besten Freunde. Sie schirmen uns
ab, schmücken uns dezent, scheinbar mühelos. Doch sie stehen nicht nur für Vertrautheit, sondern spiegeln auch die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung unserer Gesellschaft wider.
Die genaue Herkunft des »Urstoffs« für die Jeans wurde nie vollumfänglich geklärt. Überliefert ist, dass die Norditaliener im Mittelalter führend in der Produktion von Barchent, einem robusten Stoff aus Leinen und Baumwolle, waren. Dieser diente zur Herstellung von Seemannshosen oder Segeln und wurde in ganz Europa gehandelt. Der Stoff soll in Grossbritannien und später in den USA als «Jeanes» bezeichnet worden sein, nach dem Hafen in Genua, von dem aus er verschifft wurde. Gesichert ist hingegen, dass im 18. Jahrhundert in Frankreich der »Serge de Nîmes« entwickelt wurde, ein Stoff aus


Wolle und Seide, gewoben aus beigen und indigoblauen Fäden. Davon inspiriert, wurde später die Produktion eines weicheren Baumwollstoffs entwickelt. Die Herkunftsbezeichnung «de Nîmes» wurde erst durch die Amerikaner zum Begriff »Denim« abgeändert.
Im 19. Jahrhundert produzierten britische Textilfirmen neben dem robusten Denim einen anderen ähnlichen Stoff, der weniger steif und einfarbig blau war. Dieses beliebte Material wurde bis in die USA verkauft und dort nachproduziert, um Arbeitsmonturen für Farmer, Cowboys, Minenarbeiter und Goldgräber zu fertigen.
Am 20. Mai 1873 liessen Jacob Davis und Levi Strauss in den USA eine Hose aus Denim mit Taschen und Kupfernieten patentieren – die Geburtsstunde der ersten Jeans. 1890 lief jedoch das Patent ab, woraufhin neue Unternehmen wie H.D. Lee Mercantile und später Wrangler ihre Version der Hose auf den Markt brachten.
Der Name «Jeans» wurde in den USA erstmals in den 1930er-Jahren in einer Werbekampagne verwendet. Davor wurde
die damalige Arbeiterhose einfach «Overall» genannt. Marktführer Levi’s selbst bezeichnete seine blauen Hosen erst ab 1959 als «Jeans».
Im Zuge der Grossen Depression in den 30er-Jahren begann der Siegeszug der Blue Jeans. In dieser Zeit präsentierte Levi’s auch sein erstes Damenmodell, dem die «Vogue» ein ganzes Editorial widmete. Und 20 Jahre später? Da standen Jeans für Rebellion, Subkultur und – Kleinkriminalität. Deshalb wurden Jeans teilweise sogar an Schulen verboten.
Im Kino sah man den Jeanslook zuerst an Cowboys, danach an den Rock’n’Roll-Stars der 1950er-Jahre und später sogar an Marilyn Monroe und Clark Gable im Film «The Misfits» (1961), doch erst mit den Hippies und dem Slogan «Love, Peace and Happiness» erreichte der von Kopf bis Fuss zelebrierte Jeanslook auch die Strasse.
Jeans als Uniform zu tragen, war für die Friedensbewegung ein Manifest gegen den Kapitalismus. Die klassische Jeans wurde nun auch zum Zeichen der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Designer wie Calvin Klein etablierten das ehemalige Symbol der Unterschicht auch in gehobenen Kreisen. Heute wird weltweit alle 73 Sekunden eine Jeans verkauft.
KELLY BAG
1837 gründete der Sattler Thierry Hermès sein Geschäft für Pferdeausrüstung. Zur Jahrhundertwende widmete sich das Haus zunehmend dem Handel mit edlen Lederwaren, insbesondere Reisekoffern. Eine der ersten Kreationen von Hermès war die Tasche «Haut à Courroies», mit der Pferdesattel und Reitstiefel transportiert wurden.
In den 1930er-Jahren entwarf Robert Dumas, der in die Familie eingeheiratet hatte, eine kleinere, feminine Variante davon als Handtasche für Damen. Sie war trapezförmig und hatte zwei gürtelartige Riemen, die mithilfe eines Drehverschlusses (samt Schloss) verbunden werden können, der wiederum auf kleinen Metallplatten sitzt. Die reduzierte Formgebung entsprach der Ästhetik der damaligen Zeit, die strikt jedes noch so kleine Detail würdigte.
Doch erst 1959 wird die Handtasche über Nacht berühmt, als ein Foto von Grace Kelly um die Welt geht. Darauf gibt die amerikanische Schauspielerin ihre Verlobung mit Fürst Rainier von Monaco bekannt. Der Clou: Die ersten Rundungen ihres Babybauchs kaschiert sie darauf mit einer schwarzen Hermès-Tasche. Dies markiert den Beginn einer veritablen Erfolgsgeschichte. Der stets elegant auftretenden Fürstin Gracia Patricia zu Ehren wird die Handtasche von «Sac à dépêches» in «Kelly Bag» umbenannt und zum begehrten Luxusobjekt.


Um die Entstehung des kleinen Schwarzen ranken sich unzählige Legenden. Gabrielle Chanel soll das Kleid erfunden haben, das später zur Quintessenz der Damengarderobe wurde. Doch die ganze Wahrheit liegt wesentlich länger zurück in der Vergangenheit der Modegeschichte.
Die Farbe Schwarz galt Ende des 15. Jahrhunderts als Inbegriff von Luxus, eine kostbare Rarität, denn nur wenige konnten sich den aus Galläpfeln gewonnenen Farbstoff überhaupt leisten.
Philipp der Gute, Herzog des Burgunds von 1419 bis zu seinem Tod 1467, galt geradezu als Trendsetter, weil er sich mit seiner farblichen Vorliebe vom opulenten Purpur der damaligen Monarchie abgrenzte. Schwarz verkörperte für ihn und seine Anhänger stets auch tugendhafte Werte wie Rechtschaffenheit und Würde.
Ob in den Ländern der Reformation oder im alten Spanien: Schwarz repräsentierte den sozialen Stand und die hohen Werte von Aristokraten. Erst im 19. Jahrhundert sorgten günstigere Färbetechniken dafür, dass das Tragen schwarzer Kleidung immer beliebter wurde. Sie fand vor allem Eingang in die Herrengarderobe, weil sie sich über längere Zeit treu blieb.
Das kleine Schwarze hat jedoch auch in weniger feudalen Schichten eine Rolle gespielt. Im 19. Jahrhundert entwickelte es sich, kombiniert mit einer praktischen Schürze, zu einer Art Uniform für Dienstmädchen. Als nach der industriellen Revolution neue Berufe entstanden, wurde es von den Verkäuferinnen in den Warenhäusern und den Näherinnen der Haute Couture getragen, um ihre Kundinnen damit nicht in den Schatten zu stellen.
Seit dem 19. Jahrhundert ist Schwarz auch die Farbe der Witwen. Dann machte Gabrielle Chanel sie sich zu eigen und kreierte 1926 daraus einen neuen, schlichten Look, der die Modepresse mit dem in Serie produzierten Automodell Ford T verglich. Ein tragbarer Mythos war geboren.
Der unvergessliche Auftritt von Audrey Hepburn als Holly Golightly in «Breakfast at Tiffany’s» machte 1961 das kleine Schwarze endgültig weltberühmt. Das rückenfreie Abendkleid von Hubert de Givenchy, das sie im Film trug, wurde zur Ikone.


Zweifellos gab es bereits zu Beginn der Menschheitsgeschichte erste Exemplare des Slippers, denn leichte Lederschuhe wurden schon seit vielen Generationen gerne getragen. In Nordamerika waren die Ureinwohner seit dem 17. Jahrhundert mit «Mokassins» unterwegs, bereits eine stark vereinfachte Variante des Pennyloafers. Doch auch in Norwegen besass die ländliche Bevölkerung im 19. Jahrhundert weiche Schuhe aus Veloursleder, die später bei Freizeitanglern aus aller Welt grossen Anklang fanden.
Daraus wurde im Jahr 1926 der «Aurlandskoen» vom Schumacher Nils Tveranger weiterentwickelt. Er liess sich von norwegischen Traditionen inspirieren, um einen bequemen und stilvollen Schuh zu kreieren. Ein charakteristisches Merkmal ist die kleine «Tasche», die über die Oberseite des Schuhs reicht und ursprünglich für eine Zehn-Öre-Münze gedacht war –als Notgroschen für wichtige Telefonate oder den Bus nach Hause nach einem langen Abend. Bis heute gilt der eher unbekannte Aurland-Schuh bei Modeprofis als Original-Pennyloafer.
MATROSENSHIRT
Ende des 18. Jahrhunderts tauchte der adaptierte Matrosenlook erstmals in der Kinderkleidung auf. Als sich später in der Belle Époque der Badetourismus entwickelte, übernahm die Damenwelt Schnittformen und Muster der französischen Marine, die ein Hauch von Abenteuer umwehte.
Im 20. Jahrhundert trug die emanzipierte Elite zum Schaulaufen in den französischen Seebädern blau-weiss gestreifte Marineshirts aus Baumwolle mit natürlichem Indigo bedruckt – was damals von der Masse geradezu als rebellisch interpretiert wurde. Wer zu maritim inspirierter Kleidung griff, entpuppte sich automatisch als Freigeist.
In den 1920er-Jahren verbreitete sich das Ringelshirt weiter. In der Pariser Bohème trug es der Dramatiker Jean Genet, gefolgt von Pablo Picasso und Andy Warhol. Coco Chanels Jerseys erinnerten an Matrosenuniformen, und sie selbst zeigte sich in den 30er-Jahren in einer typischen «Marinière», dazu trug sie eine elegante, weite Hose.
Das gestreifte Oberteil verlieh später nicht nur den französischen Filmstars Jean Seberg oder Brigitte Bardot eine Aura von Freiheit, sondern machte es zum Objekt erotischer Fantasien, beispielsweise im Roman «Der Tod in Venedig» von Thomas Mann oder in Werbekampagnen von Jean Paul Gaultier für sein Männerparfum «Le Male».
Erst 1936 begann die Firma Bass & Co. in den USA mit der Fertigung eines ähnlichen Typus, der ebenso eine feste Sohle hatte. Er entwickelte sich schnell zum Bestseller. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er besonders begehrt, als der konservative Ivy-League-Stil aufkam. 1953 lancierte schliesslich Gucci einen Loafer mit Horsebit-Elementen aus dem Reitsport, der den damaligen JetsetLebensstil perfekt verkörperte. Von SocietyHotspots wie Saint-Tropez, Portofino oder Acapulco aus entwickelte sich der Schuh rasch für Männer ebenso wie für Frauen zum unverwechselbaren Statussymbol.



Kein Wunder, dass sie zu den Lieblingsschuhen von Prinzessin
Diana, Steve McQueen und John F. Kennedy gehörten. Die Zeitlosigkeit der Pennyloafers ist Teil ihres Erfolgs, der in jede Naht des Schuhs eingearbeitet ist.
POLOSHIRT
Ein kurzärmeliges Jersey-Oberteil mit Kragen und kurzer Knopfleiste: Das Poloshirt erhielt erst in den 1920er-Jahren seinen weltbekannten Look. Davor war das Shirt einfach nur ein bequemes Hemd, das seinen Ursprung auf den Sportplätzen der britischen Kolonisten in Indien hatte.
Ende des Jahrhunderts wurden Poloshirts dank der USMarke Brooks Brothers populär und zu einem wichtigen Bestandteil des American Look. Aus praktischen Gründen, um besser auf dem Court zu agieren, liess sich 1926 der französische Tennisspieler René Lacoste Kurzarm-Trikots mit weichem Kragen schneidern, damit er so die Ärmel während des Spiels nicht mehr hochkrempeln musste. Teils waren sie aus Wolle gefertigt, teils aus luftigerem Baumwollpikee. Passend zu seinem Spitznamen «Alligator» heftete sich der Tennisprofi ein animalisches Logo an den Sportblazer, das heutige Markenzeichen der Lacoste-Poloshirts.
Das Kleidungsstück fand auch bei anderen Turnierspielern Anklang, sodass sich Lacoste 1933 mit dem Trikothersteller André Gillier zusammenschloss, um seine Erfindung in grossem Umfang
zu vermarkten. In den 1950er-Jahren erweiterte die Marke die Farbpalette und das Polohemd wurde zum Attribut der Reichen und Schönen, die auch in zwangloser Kleidung ganz adrett aussehen wollen.
Die Erfindung der Vulkanisation im Jahr 1839 – wodurch Kautschuk mithilfe von Schwefel zu elastischem, wasserabweisendem Gummi wird – führte zur Entstehung des Turnschuhs. In Grossbritannien und den USA übernahmen die Gummihersteller das Verfahren für die Fertigung von Sohlen für Strand- und Kricketschuhe. Das Verfahren gab Mitte des 19. Jahrhunderts den Startschuss für die Entwicklung des Turnschuhs, der um 1860 seine Entstehung feierte. Modelle aus Segeltuch mit Gummisohle waren für die Rasenplätze besser geeignet als Lederschuhe. Zunächst nur von Profisportlern getragen, verbreitete sich das Modell erst in den 1920er-Jahren mit den adaptierten Modellen von Keds und vor allem mit dem «All Star» von Converse.
Mit der Kommerzialisierung der Olympischen Spiele waren immer mehr Zuschauer*innen von sportlichen Höchstleistungen fasziniert – und Turnschuhe wurden bald auch von Amateursportlern getragen.
1924 gründeten die deutschen Brüder Adolf und Rudolf Dassler eine Sportschuhfabrik. 1947 entzweite sie ein starkes Zerwürfnis, woraufhin der eine Bruder die Marke Adidas, der andere wiederum seine eigene Firma mit dem Namen Puma gründete.
1916 lancierte Thomas Burberry einen Regenmantel fürs Militär –und der Trenchcoat war geboren.

Die praktischen Mäntel aus dem strapazierfähigen Material wurden schnell ein Verkaufshit.
Auch in der Popkultur feierten die Schuhe ab den 50er-Jahren grosse Auftritte, sei es auf Musikbühnen oder in Spielfilmen. Die Fans von Bruce Lee oder der TV-Serie «Drei Engel für Charlie» wollten genau die gleichen Turnschuhe ihrer Idole auch tragen – und sorgten für Verkaufsrekorde der Marken Nike, New Balance oder Reebok.
Der Sportswear-Stil, der durch den 1981 gegründeten Musiksender MTV propagiert wurde, prägte neue, jugendliche Looks. Turnschuhe – in den USA bereits seit 1887 Sneakers genannt, weil man mit den damaligen Modellen im Gegensatz zu Schuhen mit Ledersohle geräuschlos «schleichen» (englisch: to sneak) konnte – waren dabei der Gipfel der Coolness. Ab 2010 machte sich die Designermode Sneakers zu eigen. Sie entwickelten sich zu teuren Objekten der Begierde, die bis heute nicht nur millionenfach getragen, sondern auch als Sammlerstücke gehandelt werden.
TRENCHCOAT
1823 entwickelte der Schotte Charles Macintosh einen wasserabweisenden Stoff aus gummierter Baumwolle, der ursprünglich für das Militär konzipiert wurde. Die praktischen Mäntel aus dem strapazierfähigen Material wurden schnell ein Verkaufshit.
Der Schneider John Emary, Inhaber der Marke Aquascutum London, entwarf 1853 die Silhouette eines eleganten Regenmantels. Doch vor allem das Design von Thomas Burberry, der 1856 ein Modehaus unter seinem Namen eröffnet hatte, ging in die Modegeschichte ein. 1880 entwickelte er ein relativ leichtes, wasserabweisendes Material: den Gabardine. 1888 patentiert, durfte bis ins Jahr 1917 exklusiv nur Burberry diesen Stoff verwenden.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs lieferten sich Burberry und Aquascutum einen erbitterten Konkurrenzkampf. Beide Häuser kleideten damals vor allem hochrangige Offiziere ein. 1916 lancierte Burberry einen Regenmantel für das Militär, der als «wärmender Trench» vermarktet wurde und damit perfekt für die Schützengräben (englisch: trenches) geeignet war.
Es war die Geburtsstunde des Trenchcoats. Seine Details wurden zu Klassikern: mittellang, mit doppelter Knopfreihe, Schulterklappen, einem Gürtel und in der Farbe Khaki, die bis heute eines der Markenzeichen des Burberry-Trenchcoats geblieben ist. Als Futter wurde das typische Karomuster bereits ab 1922 eingesetzt, doch erst in den 60er-Jahren wurde es zu dem heute unverkennbaren Burberry-Akzent.
Schön schlicht: Schauspieler Paul Mescal als Gucci-Botschafter.
WEISSES T-SHIRT
1898 nahm das T-Shirt bereits seine Form an. Die US-Armee integrierte das Unterhemd in ihre Uniform, und so wurde es zum Liebling vieler Soldaten, die es besonders bei Einsätzen in tropischen Ländern auf nackter Haut zur Kampfhose trugen. Das weisse T-Shirt, das einst zur Kategorie der Unterwäsche gehörte, wurde als bequemes, praktisches und universelles Kleidungsstück in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Inbegriff eines FashionAllrounders.
Der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald soll als Erster die Bezeichnung «T-Shirt» schriftlich festgehalten haben, und zwar 1920 bei der Beschreibung eines Kofferinhalts in seinem Roman «Diesseits vom Paradies». Im Duden ist die Entlehnung aus dem Englischen seit 1980 zu finden.
Das weisse T-Shirt ist so banal wie einzigartig und repräsentiert damit die gegenseitigen Pole der Modeindustrie. James Dean hat es im Spielfilm «Denn sie wissen nicht, was sie tun» als rebellische Uniform zu Jeans und roter Harrington-Jacke getragen, obwohl die Farbe Weiss sonst eher mit Unschuld, Frieden und Reinheit in Verbindung gebracht wird.
Gerade weil es so schlicht wirkt – kurzärmlig bis zum Bizeps, hüftlang und anschmiegsamer Stoff über dem Oberkörper –, wertet ein weisses T-Shirt jeden Look mit wenig Aufwand auf. Die Meinungen, wer das beste weisse T-Shirt fabriziert, gehen auseinander, wie so oft in der Modewelt. Immer wieder fallen in diesem Zusammenhang jedoch die Namen der US-Sportwarenhersteller Hanes, Russel Athletic und Gildan (besonders was ihre VintageStücke betrifft), aber auch Zimmerli und Hanro – beides Schweizer Traditionsfirmen, die für beste Qualität und Passform stehen.
Ob in der Luxusausführung oder im erschwinglichen Multipack: Das weisse T-Shirt gilt heute als eines der beliebtesten Kleidungsstücke schlechthin. Sogar Victoria Beckham ist ein Fan. «Im Zweifelsfall passt alles zu einem weissen T-Shirt», so das Fazit der Designerin. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Jede Kelly Bag von Hermès ist ein Unikat. Sie wird von einem Lederspezialisten von Hand gefertigt – mit 2600 Stichen. Die Fertigung einer Tasche beansprucht etwa 25 Stunden.
Den Trenchcoat von Burberry gibt es in fünf unterschiedlichen Silhouetten: Kensington, Westminster, Chelsea, Waterloo und Pimlico. Sie sind alle nach geschichtsträchtigen Bezirken Londons benannt.
Das von René Lacoste und André Gillier 1933 erfundene Poloshirt war eine Revolution. Der ursprüngliche Name dafür lautete «L.12.12». L stand für Lacoste, 1 für den Stoff Petit Piqué, 2 für zwei kurze Ärmel und die 12 für den schliesslich verwendeten zwölften Prototyp.
Das weisse T-Shirt hat heute unzählige Fans, darunter viele prominente. Zum kommerziellen Durchbruch verhalf ihm Marlon Brando, der 1951 im Film «Endstation Sehnsucht» seine Muskeln darunter spielen liess.
Die älteste perfekt erhaltene Jeans stammt von Levi’s. Sie ist eine klassische 501 und wurde 1879 hergestellt. Damals betrug der Kaufpreis der Hose fünf Franken, heute ist sie ein Vermögen wert: 150’000 US-Dollar.


Enge Passform, die den Körper umschmeichelt: Die schmalen Skinny-fit-Jeans-Silhouetten sind wieder angesagt und in aller Munde! Kaum ein Jeans-Modell wird so heiss diskutiert wie die Skinny Jeans. Während viele darauf schwören, haben manche sie schon komplett abgeschrieben. Doch nach Jahren, in denen weite und lockere Jeans den Ton in der Modewelt angaben, feiert sie nun ihr Comeback. Ob als lässiger Used Look für den Alltag oder eleganter Hingucker am Abend, die hautenge Jeans beweist einmal mehr, dass sie aus der Mode nicht wegzudenken ist.
Skinny Jeans polarisieren zwar nach wie vor, sind aber immer ein Gesprächsthema und stehen nun wieder im Rampenlicht. Ihr Comeback ist eine natürliche Folge des erneuten Interesses an Indie-Sleaze-Mode, die sich von den lockeren Oversize Jeans wegbewegt und eine figurbetontere Ästhetik bevorzugt. Skinny Jeans mit hoher oder mittlerer Taille sind seit Langem ein Markenzeichen der Damenmode und werden in Stiefel gesteckt oder einfach mit Sneakern kombiniert.
Charakteristisch für die Skinny Jeans ist ihre körpernahe Passform. Kein Hosenschnitt sitzt so figurbetont wie sie. Vom Oberschenkel bis hin zum Knöchel verläuft sie hauteng und umschliesst die Beine wie eine zweite Haut. Diese enge Silhouette verdankt die Jeans-Version ihrem Materialmix: Neben Baumwolle sorgt Elasthan für Elastizität und einen höheren Tragekomfort. Dadurch bleibt die Skinny Jeans auch nach stundenlangem Tragen bequem und macht flexibel jede Bewegung mit. Zudem hilft das Elasthan, die Jeans auch nach jahrelangem Tragen in Form zu halten und ein Ausleiern des Stoffes zu verhindern.
Über die Jahre hinweg gab es immer wieder unterschiedliche Trends, wie hoch die Skinny Jeans sitzen soll. In den frühen 2000ern war die supertiefe Low Rise Jeans angesagt, während später High Waist Skinny Jeans dominierten. Die Leibhöhe verändert den Look der Jeans komplett und beeinflusst, wie die Proportionen des Körpers wirken. Heutzutage gibt es in der Fashion-Welt kein Richtig oder Falsch mehr. Ob Damen oder Herren: Jeder trägt die Skinny Jeans so, wie sie ihm oder ihr am besten gefällt. In dieser Saison setzen Fashion-Experten allerdings eher auf tief bis mittelhoch sitzende Varianten.

Autor_Urs Huebscher
Auch in der Herrenmode sind Skinny Jeans zu einem echten Klassiker geworden. Auch wenn sie auf manche vielleicht etwas einschüchternd wirken, bieten Bootcut- und Flared-Modelle eine tolle Alternative für alle, die sich langsam an den Trend herantasten möchten. Egal auf welcher Seite man steht, eines ist sicher: Skinny Jeans waren nie wirklich weg und sind gekommen, um zu bleiben. Die Ursprünge der Skinny Jeans reichen übrigens bis ins 17. Jahrhundert zurück, als schmal geschnittene Kniehosen aufkamen und Anklang bei den französischen Aristokraten fanden. Im 19. Jahrhundert führte deren Weiterentwicklung zur Entstehung der «Pantaloon», einer hoch taillierten, figurbetonten Arbeitshose für Männer. Schmale Hosen für Frauen wurden knapp 50 Jahre später eingeführt. Die praktischen «Bloomers» (Pumphosen) eigneten sich gut für Sport und körperliche Arbeit, doch es sollte lange dauern, bis sie gesellschaftlich akzeptiert wurden. Die erste Blütezeit der Skinny Jeans fiel in die 1960er-Jahre. Nachdem sie in den 1970er-Jahren an Popularität verloren hatte, erlebte sie ein Jahrzehnt später in der Punkszene ein Revival und wurde zu einem Symbol der Gegenkultur, verziert mit Aufnähern und Ansteckern. In den 2000er-Jahren folgte wieder ein Aufschwung, angeheizt von High-Fashion-Designern, die sich von der Emo-Bewegung inspirieren liessen und sie nahtlos in die Musik- und Popkultur integrierten. In den 2010er-Jahren hatte sich die Skinny Jeans durch den Aufstieg der Hipster- und Millennial-Kultur als Mainstream-Basic etabliert und dominierte sowohl die Männer- als auch die Frauenmode. Anfang der 2020er-Jahre begann ihr Stern jedoch zu sinken, als mit der Pandemie bequeme und locker fallende Silhouetten an Beliebtheit gewannen.
Man geht davon aus, dass Jeans im 16. Jahrhundert im italienischen Genua erfunden wurde. Es wurde für den Einsatz in der italienischen Marine hergestellt.
Das Wort «Jeans» kommt vom französischen Wort «Genes», dem Namen der Stadt Genua.
Aus nur einem Ballen Baumwolle können insgesamt 225 Jeans hergestellt werden.
Wir sind an Blue Jeans gewöhnt, aber die Farbe entsteht tatsächlich durch die Indigofärbung. Indigo war die beste Farbe, um Schmutz auf der Kleidung zu verbergen, und ideal für Bergleute und Seeleute.
Während Baggy Jeans und Bootcut Jeans in den 50er-, 60erund 70er-Jahren beliebt waren, tragen heute viele Menschen lieber Skinny Jeans. Diese werden aus Denim und Elasthan hergestellt, wodurch das Material leicht dehnbar wird.




Unfurgettable Clog mit plüschigem Faux-Fur-Upper





SLLONGCHAMP

Huebscher © Four Seasons

Die Hotelindustrie und die Welt der Haute-Couture-Mode waren schon immer miteinander verbunden und haben sich von den frühen Kooperationen bis hin zur Eröffnung von Hotels entwickelt.
In den letzten Jahren haben Marken wie Armani, Bvlgari, Versace, Ferragamo, Karl Lagerfeld oder Louis Vuitton das Konzept des Luxus im Bereich der Gastfreundschaft neu definiert und bieten nicht nur den ultimativen Luxus – der auch in der Philosophie exklusiver Ketten zu finden ist –, sondern auch Erlebnisse, die die Identität und Ästhetik jeder Marke widerspiegeln.
Vom raffinierten Minimalismus von Armani bis zur barocken Opulenz von Versace bieten «Marken»-Hotels einen Ausflug

in die exklusive Welt der Haute-CoutureMode. Und dieser Trend entwickelt sich weiter, definiert die Standards der Gastfreundschaft neu und bietet den Gästen nicht nur Komfort, sondern auch authentisches Storytelling.
Giorgio Armani, einer der einflussreichsten Designer der Welt, hat seine Designphilosophie durch Armani Hotels & Resorts in die Hotellerie übertragen. Das erste Armani-Hotel wurde in Dubai eingeweiht, gefolgt von dem in Mailand. Jedes Detail – von den eleganten Möbeln bis hin zur neutralen Farbpalette – spiegelt den unverwechselbaren Stil der von Armani geschaffenen Marke wider. Personalisierte Dienstleistungen, gehobene Restaurants und Wellnessbereiche runden das exklusive Erlebnis ab, das den Gästen geboten wird.
Bvlgari ist bekannt für seinen opulenten Schmuck und seine Luxusuhren und hat seine Vision von Luxus in der Gastfreundschaft durch Bvlgari Hotels & Resorts erweitert. Mit Standorten in Mailand, Dubai, Shanghai, Paris, London, Tokio und auf Bali verbinden diese Hotels italienische Eleganz mit mediterranen Einflüssen, darunter von Michelin-Sterne-Köchen geführte Restaurants und Spas, die von römischen Badetraditionen inspiriert sind.
Die Marke Versace hat ihre einzigartige Ästhetik auch in die Hotellerie eingebracht, und zwar durch Palazzo Versace mit Standorten in Australien und Dubai –Konzepte, die als Hommage an den Barockstil gelten, mit marmorverzierten Innenräumen, vergoldeten Mosaiken und Möbeln, die von den Versace-Kollektionen inspiriert sind. Zu den Dienstleistungen gehören Haute- Couture-Erlebnisse, anspruchsvolle Restaurants und exklusive Entspannungsbereiche.

Ein weiterer Haute-Couture-Designer, Salvatore Ferragamo, hat seinen Markeneinfluss durch die Lungarno Collection, eine Reihe von Boutique-Hotels in Florenz und Rom, auf die Gastfreundschaft ausgeweitet. Diese Orte spiegeln die toskanische Eleganz wider und verbinden klassisches Design mit modernen Akzenten. Die Hotels zeichnen sich durch eine intime Atmosphäre aus, in der die Gäste italienische Raffinesse durch Kunst, Gastronomie und persönlichen Service erleben können.
LUXUS ZUM ANFASSEN
In den Sommermonaten werden zudem immer mehr Kooperationen zwischen Modebrands und Hotelpools realisiert. Von Liegestühlen über kunstvolle Sofas bis hin zu exklusiven Pooltüchern wird der sonnige Alltag zur Catwalk-Kulisse. Zum Beispiel verleihen Missoni und OKU Ibiza –beide bekannt für Eleganz und luxuriösen Stil der spanischen Poolside-Ästhetik –der Insel einen anspruchsvollen Look.
Dolce & Gabbana kehrte mit dem exklusiven DG Resort erneut in das San Domenico Palace, Taormina, A Four Seasons Hotel zurück – mit einem kreativen Take-over und einem Pop-up-Store im Herzen des ehemaligen Klosters, das seine unverkennbare Ästhetik an einen der ikonischsten Orte der Ostküste Siziliens bringt. Nach dem Erfolg der vergangenen Sommersaisons verleiht Dolce&Gabbana dem Haus erneut Glanz – mit einem Design unter dem Motto Blu Mediterraneo, das den gesamten Infinitypool-Bereich mit Meerblick und die Terrasse schmückt. Abgerundet wird das Erlebnis durch die exklusive
Diese Orte spiegeln die toskanische Eleganz wider und verbinden klassisches Design mit modernen Akzenten.


Pop-up-Boutique in der ehemaligen Sakristei des Klosters. Dort präsentiert Dolce&Gabbana eine Auswahl an Kleidung und Accessoires, darunter auch eine eigens für diesen Ort entworfene Sonderkollektion mit einem neuen Print, der die charakteristischen Ausblicke dieser einzigartigen Destination feiert. Im Dior Café in Miami geht es nicht um Kaffee. Es geht darum, das Gedächtnis durch sensorisches Design zu konditionieren. Auf dem Dach der Boutique im Design District finden Sie überdimensionale Skulpturen von Giraffen und Tigern, die in Toile de Jouy gehüllt sind. Die Sitzgelegenheiten sind von tropischem Grün und bedruckten Sonnenschirmen von Dior umgeben. Ein Cappuccino mit Dior-Logo aus Kakaostaub ist sowohl Statushinweis als auch Souvenir. Es ist ein Einstiegspunkt für ein markenbewusstes Publikum, das vielleicht noch keine Handtasche besitzt, aber Dior erleben möchte.
Und für 2026 wurde eine neue Stätte der Gastfreundschaft angekündigt, wenn Louis Vuitton sein erstes Luxushotel einweihen wird, was eine neue Etappe in der Expansion der Marke markiert. Das Pariser Hotel, das sich im Besitz von LVMH befindet, dem Konzern, der auch die Cheval-Blanc-Kette leitet, verspricht – jetzt hinter einer riesigen Truhe mit Monogramm verborgen –, dass Mode, Kunst und Gastfreundschaft zu einem revolutionären Konzept verschmelzen werden.


Autorin_Nathalie
Paris, New York, London, Mailand –und bald auch Basel? Die Fashion Weeks stehen jedes Jahr ganz oben auf der Liste der wichtigsten internationalen Modeereignisse. Hier wird Inspiration zu tragbarer Kunst und der Laufsteg zur Bühne für erstklassiges Storytelling.
Jelena Zoric, Creative Director und CEO der Schweizer Modemarke «Lovely Apple», plant nun, dieses Konzept auch in Basel zu verwirklichen. Wir haben mit ihr über ihr Label und ihre Vision für die Basel Fashion Week gesprochen.

Ursprünglich stammen Sie aus Serbien. Was sind Ihrer Meinung nach die grössten Unterschiede in Bezug auf Mode zwischen Serbien und der Schweiz?
PRESTIGE: Der Name «Lovely Apple» weckte bei mir sofort Neugier. Wie kam es zu diesem besonderen Namen?
JELENA ZORIC: Die Erwartungen an eine spektakuläre Erklärung sind hoch, aber die Wahrheit dahinter ist recht einfach: Der Name stammt von meiner geliebten Hündin, die «Lovely Apple» heisst. Das Symbol in meinem Logo – Amors Pfeil, der durch einen Apfel sticht – repräsentiert auch meine Katze, die ich nach dem Liebesengel «Amor» benannt habe. Es ist eine Hommage an meine tierischen Begleiter und die Liebe, die sie mir schenken.
Mode ist für viele modebegeisterte Menschen mehr als nur Kleidung, sie ist ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Was bedeutet Mode für Sie und was möchten Sie mit Ihren Designs vermitteln?
Mode ist für mich ein kreatives Spielfeld, auf dem ich meine Leidenschaft voll entfalten kann. Es ist meine Sprache, um Ideen und Gefühle auszudrücken und eine Verbindung zu schaffen. Jedes Design erzählt eine Geschichte und spiegelt meine innere Welt wider.
Das ist eine wirklich komplexe Frage. Jedes Land hat sein eigenes Spektrum an Stilen und Trends. In Serbien gibt es eine tief verwurzelte Tradition, während die Schweiz eine Mischung aus modernem und klassischem Stil bietet. Diese Vielfalt macht die Modewelt so faszinierend.
Sie haben eine erfolgreiche Karriere im Tanz und in der Gastronomie hinter sich. Welche Einflüsse haben Ihre Erfahrungen in diesen Bereichen auf Ihre Designs?
Obwohl das schon eine Weile her ist, bringe ich die Energie meiner Bühnenerfahrungen in meine Fashion Shows ein. Wer tanzt, lernt, die Musik zu fühlen – diese Inspiration fliesst direkt in meine Entwürfe ein. Nach meiner Tanzkarriere habe ich fünf Jahre lang meinen Star Club «Obsession» in Basel geführt. Diese Erfahrungen sind unbezahlbar, wenn es darum geht, Events wie die Basel Fashion Week zu organisieren.
Wie gehen Sie mit Stress und Druck um, insbesondere in intensiven Vorbereitungsphasen wie der Basel Fashion Week?
Stress und Druck sind für mich Antrieb und Motivation. Sie sind Teil des Prozesses und helfen mir, das Beste aus mir herauszuholen.
Als Gründerin und kreative Leiterin der Basel Fashion Night haben Sie bereits bedeutende Mode-Events in Basel organisiert. Welche Rolle spielen Sie diesmal bei der Basel Fashion Week?
Ich bin Co-Gründerin und Brand-Managerin der Basel Fashion Week und werde das gesamte Event mitorganisieren. Vor drei Jahren habe ich die Basel Fashion Night ins Leben gerufen, um eine Plattform für die Modebranche zu schaffen. Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen haben wir nun die Basel Fashion Week gemeinsam mit Perfect Runway und der München Fashion Week erschaffen.
Warum haben Sie die Elisabethen-Kirche als Schauplatz für die Basel Fashion Week gewählt? Welche Atmosphäre möchten Sie damit erzeugen?
Die Elisabethen-Kirche ist eine der schönsten Locations im Herzen von Basel und strahlt eine einzigartige Eleganz aus. Zudem kommen die Mieteinnahmen wohltätigen Zwecken zugute, was für mich einen entscheidenden Aspekt darstellt.
Nachhaltigkeit ist Ihnen und Lovely Apple wichtig. Welche Rolle spielt dieses Thema bei der Basel Fashion Week?
Nachhaltigkeit hat für uns oberste Priorität. Wir werden verschiedene Präsentationen zeigen, darunter auch von Designern, die sich auf nachhaltige Mode spezialisiert haben. Wir möchten ein Bewusstsein für verantwortungsvolle Praktiken schaffen.
Gibt es bei der Auswahl der präsentierten Kollektionen einen bestimmten roten Faden oder ein übergeordnetes Thema?
Ja, denn dieser rote Faden spiegelt sich in jedem einzelnen Designer wider. Jeder Designer hat seinen eigenen roten Faden und ein individuelles Thema. Diese Vielfalt bereichert die Veranstaltung und macht sie besonders spannend.



Warum ist Basel Ihrer Meinung nach der richtige Ort für eine Fashion Week? Glauben Sie, dass sich die Stadt zur neuen Modehauptstadt der Schweiz entwickeln könnte?
Basel hat enormes Potenzial: eine historische Stadt mit talentierten Designern, ein Dreiländereck und eine lange Tradition für bedeutende Messen. Die Zukunft wird zeigen, welche Möglichkeiten sich bieten.
Achten Sie bei der Auswahl der Designer*innen darauf, jungen, aufstrebenden Talenten eine Plattform zu bieten?
Absolut! Es ist uns ein grosses Anliegen, jungen und aufstrebenden Designern eine Bühne zu geben und sie zu unterstützen. Gleichzeitig möchten wir auch etablierte Designer präsentieren, die als Inspiration dienen.
Welche Wirkung wünschen Sie sich von der Basel Fashion Week für die Zukunft der Schweizer Modeszene?
Ich möchte Basel und die Schweiz auf der weltweiten Fashion-Map hervorheben und sie an die Seite von Paris, Mailand, New York und London stellen.
«Es ist uns ein grosses Anliegen, jungen und aufstrebenden Designern eine Bühne zu geben und sie zu unterstützen.»
Autor_Urs Huebscher

Für viele sind die Erfindung von Denim und die amerikanische Marke Levi Strauss & Co. ein und dasselbe. Doch die Geschichte dieses Textils ist noch lange nicht erzählt: Sie beginnt in Frankreich – im Land der Mode –, und darum wundert es auch nicht, dass Denim ursprünglich aus diesem Land stammt.
Im Herzen der Stadt Nîmes befindet sich ein Herrenhaus mit einer schmiedeeisernen Rampe, die einst ein Wappen mit den Initialen «JA» trug. Obwohl die Buchstaben längst abgerissen sind, bleibt das Erbe des Industriellen Joseph André aus dem 17. Jahrhundert erhalten, der der Stadt als Pionier des Seidenhandels und Erfinder von «Serge de Nîmes» (des französischen Begriffs, von dem das Wort Denim vermutlich abgeleitet ist) internationalen Ruhm verschaffte.
Die Erfindung von Denim, erstmals getragen und in der Mainstream-Kultur populär gemacht von amerikanischen Ikonen wie James Dean und Marlon Brando, wird weltweit mit den USA in Verbindung gebracht. Doch es waren die Weber im französischen Nîmes, die diesen robusten Stoff erstmals herstellten –wenn auch aus Versehen! Dieser Unfall sollte die Arbeitskleidung und später die Mode für Jahrhunderte verändern.
Sie wollten Jeane nachbilden – einen strapazierfähigen Baumwollcord, der im 16. Jahrhundert im italienischen Genua hergestellt wurde. Beim Versuch, diesen begehrten Stoff nachzubilden, entwickelten die Weber von Nîmes schliesslich ein noch haltbareres Material: Denim. Zur Herstellung dieses Baumwolltwills wurde ein horizontaler Schussfaden unter mindestens zwei vertikalen Kettfäden hindurchgeführt. Diese Kettfäden wurden später indigo gefärbt, während der Schussfaden weiss blieb. Dieses Verfahren, das auch heute noch angewendet wird, verleiht Denim die charakteristische Eigenschaft, auf der einen Seite blau und auf der anderen weiss zu sein.
Wie sich Denim in Frankreich – und schliesslich in Europa und dem Rest der Welt – verbreitete, ist umstritten. Die gängigste Theorie besagt, dass viele der Weber französische Protestanten waren, die während der Konflikte des 16. und 17. Jahrhunderts fliehen mussten. Von hier aus geht die Geschichte von Denim in seine beliebteste Form über: die Blue Jeans – entstanden aus einer Partnerschaft zwischen einem Schneider namens Jacob Davis und dem Besitzer eines Textilgrosshandelshauses, Levi Strauss. Davis, der später als Erfinder der Blue Jeans galt, wanderte von Europa nach Amerika aus, eröffnete eine Schneiderei und begann mit der Herstellung strapazierfähiger Outdoor-Artikel wie Pferdedecken, Planen und Zelten.
Davis arbeitete mit Bergbauunternehmen zusammen, die strapazierfähige Hosen benötigten, die den harten Bedingungen der Arbeiter standhalten konnten. In Strauss’ importiertem Denim fand er das ideale Material. 1872 gründeten Davis und Strauss eine Partnerschaft, die einen legendären Modestil hervorbringen sollte. Denim hielt in den 1950er-Jahren Einzug in die Mainstream-Kultur, und heute dürfte es schwer sein, einen bekannteren Stoff zu finden.



Autorin_Nathalie Becker
Bilder_Nevena
Wie ein zarter roter Faden zieht sich Spitze seit Jahrhunderten durch die Geschichte. Von ihren Anfängen im 15. Jahrhundert bis hin zu den Laufstegen der heutigen Zeit verlor sie nie ihre Eleganz und ihre Sinnlichkeit.
Die Geschichte der Spitze reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde Spitze mit Nadel und Faden in Norditalien handgefertigt und als Nadelspitze bezeichnet.
Im 16. Jahrhundert wuchs ihre Beliebtheit, wurde als Kragen an Gewänder angebracht und diente ausserdem als Zierelement an Ärmelmanschetten.
Mit zunehmender Beliebtheit der Spitze wurde eine schnellere Spitzentechnik eingeführt: die Klöppeltechnik. Die Spitze war auch hier sehr aufwendig und dicht gearbeitet und wurde bald auf Tüllgrund appliziert, um Zeit und Geld zu sparen.
Während der viktorianischen Ära entwickelte sich Spitze zu einem Symbol von Weiblichkeit und Unschuld. Besonders weisse Spitze war beliebt, da sich zu dieser Zeit das Idealbild der Frau als «Engel im Haus» verbreitete. Die industrielle Revolution brachte eine ganz besondere Erfindung hervor: Die Leavers-Maschine, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Nottingham, England, von John Levers entwickelt wurde. Durch die Leavers-Maschine wurde die Produktion von Spitze effizienter, jedoch nicht weniger aufwendig. Denn trotz der Maschine war Handarbeit unbedingt notwendig, um die zarte, komplexe Spitze fertigzustellen. Leavers-Spitze gilt bis heute als die komplizierteste Spitze überhaupt und wird nur in den allerfeinsten Fabriken in Frankreich hergestellt.

Über die Jahre hinweg begannen zahlreiche grosse Modehäuser wie Chanel, Hermès, Dior und weitere Leavers-Spitze für ihre Kreationen zu verwenden. Selbst Kate Middletons Hochzeitkleid bestand aus dieser einzigartigen Spitze. Jeder Designer, der über die Jahre hinweg mit Spitze arbeitete, verlieh dem zarten Stoff eine andere Note, sodass sie auch heute für Sexyness, Femininität und Zeitlosigkeit steht.
Genau diese Zeitlosigkeit greift auch die Couturière Nevena mit ihrer Marke Nevena Couture auf. In einer schnelllebigen Welt, in der ständig wechselnde Trends die Überhand über die Modewelt gewonnen haben und Kleidung für den einmaligen Gebrauch gekauft wird, ist die Couturière Nevena ein Lichtblick, der die Zukunft der Modewelt erhellt.
Am 3. Juli 2025 stellte Nevena ihre Kreationen in der Gübelin-Boutique in Zürich vor. Umgeben von funkelndem Schmuck verzauberten ihre Couture-Designs aus edler Spitze die Gäste. Sowohl die Couture-Stücke als auch die ausgewählten Schmuckraritäten verband dabei das zentrale Thema Zeitlosigkeit.
Das Besondere an Nevenas Couture-Entwürfen ist, dass jedes einzelne Kleidungsstück aus exklusiver, handgefertigter Leavers-Spitze hergestellt wird. Das Label zählt somit zur Elite der Marken, die diese besondere Spitze meisterhaft verarbeiten können. Bei näherem Betrachten fällt auf, mit wie viel Detailverliebtheit an jedem Stück gearbeitet wurde und wie wandelbar und kreativ jeder Entwurf ist. Denn nicht jedes Design, das auf den ersten Blick erscheint wie ein Kleid, ist tatsächlich auch eines. Viele der «Kleider» entpuppen sich als Zweiteiler. Dies ist ein besonders vielseitiges Konzept, denn dadurch lassen sich die Oberteile etwa leger mit Jeans kombinieren oder als Ensemble zu einem eleganten Abendlook stylen.
Die aufwendig gefertigte Spitze, welche für jedes Design verwendet wird, wird mit hohem Anspruch an die Handwerkskunst in einem 32-teiligen Prozess in Frankreich hergestellt und anschliessend in Bulgarien zu exquisiten Kleidungsstücken verarbeitet.
Jedes Kleidungsstück
Nevenas soll – so wie die Trägerinnen selbst –ein einzigartiges Kunstwerk darstellen.





«Es ist mir wichtig, Kleidungsstücke zu kreieren, die die Trägerinnen immer wieder gerne tragen. Alle meine Kleider sind langlebig und gleichzeitig reparierbar, was zu einem der wichtigsten Aspekte von Nevena Couture beiträgt: Nachhaltigkeit», erklärte die Couturière im Gespräch mit PRESTIGE. Sie will mit Nevena Couture gegen die Fast-Fashion-Industrie ankämpfen und sogenanntem «Outfit Repeating» seinen Tabustatus nehmen.
Gleichzeitig sind ihre Couture-Kollektionen auch darauf ausgerichtet, ihren Trägerinnen das beste Tragegefühl zu vermitteln. Dies erzielt Nevena durch individuelle Anpassungen an die Körper der Trägerinnen. «Unsere Körperformen verändern sich mit unserem Zyklus, das Gewicht schwankt, und diese eine «ideale» Körper-
form, welcher alle Frauen entsprechen können sollen, gibt es nicht. Viele Designer*innen vergessen diesen Aspekt, obwohl der Komfort der Trägerinnen an oberster Stelle stehen sollte. Aus diesem Grund entwerfe ich meine Kollektionen so, dass sie die natürliche Schönheit jeder Körperform vorteilhaft ergänzen», so Nevena. Eleganz und Zeitlosigkeit sollen wieder zugänglich gemacht werden – ganz ohne Massenproduktion und ohne einer bestimmten Körperform entsprechen zu müssen. Jedes Kleidungsstück Nevenas soll – so wie die Trägerinnen selbst – ein einzigartiges Kunstwerk darstellen.
WWW.NEVENACOUTURE.COM

Autor_Urs Huebscher
Balenciaga ist heute eine globale Modemarke. Das Luxusmodehaus prägt den zeitgenössischen Stil massgeblich. Seine Geschichte reicht über 100 Jahre zurück und begann mit einem Boutique-Geschäft in Spanien.
Vor Balenciaga gab es Cristóbal Balenciaga. Cristóbal Balenciaga wurde am 21. Januar 1895 in der kleinen Küstenstadt Getaria im Norden Spaniens geboren und entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Modedesigner des 20. Jahrhunderts. Balenciagas Mutter war Schneiderin. Von ihr erbte er eine tiefe Wertschätzung für Textilien und Handwerkskunst. Bald begann er eine Lehre bei einem örtlichen Schneider, wo er die Feinheiten des Schnittmustererstellens, Zuschneidens und Nähens erlernte. Während dieser prägenden Phase begann Balenciagas aussergewöhnliches Talent aufzublühen: In einem Interview im Jahr 1968 erklärte er, dass er im Alter von zwölf Jahren die Marquise von Casa-Torres kennengelernt habe, die ihm erlaubte, für sie Modell zu stehen, und seine erste Kundin wurde.
1917 zog Balenciaga nach Donostia-San Sebastián, wo er im Alter von 22 Jahren ein kleines Luxusmodehaus eröffnete, das für fachmännisch gefertigte, äusserst skulpturale Couture-Stücke stand. Trotz der Herausforderungen, die die Unternehmensgründung in jungen Jahren und während des Ersten Weltkriegs mit sich brachte, erregten sein angeborenes Talent und seine Hingabe an sein Handwerk bald Aufmerksamkeit. Balenciagas Designs zeichneten sich durch tadellose Schneiderkunst und Verarbeitung aus. Sie zogen eine treue Kundschaft an


und legten den Grundstein für seinen späteren Erfolg. Das führte dazu, dass man 1937 nach Paris umzog. In seinem Zuhause in der Avenue George V 10 in Paris erzielte er beachtliche Erfolge mit der Veröffentlichung zukunftsweisender Kollektionen und Kooperationen, darunter eine kreative Partnerschaft mit dem berühmten Schuhdesigner Roger Vivier. Hier in Paris, dem Epizentrum der Modewelt, ging Balenciagas Stern wirklich auf.
1937 eröffnete er sein gleichnamiges Modehaus in der Avenue George V. Balenciagas Designs widersetzten sich Konventionen und verbanden Elemente traditioneller spanischer Couture mit avantgardistischen Techniken und modernem Feingefühl. Das Haus an der Avenue Georges V entwickelte sich schnell zur teuersten und exklusivsten Mode-Adresse der Stadt. Seine frühe Ausbildung unterschied ihn von anderen Modeschöpfern seiner Zeit. Er beherrschte sein Handwerk in- und auswendig und beherrschte jede Phase des Herstellungsprozesses – vom Schnittmusterentwurf über den Zuschnitt und die Fertigung bis hin zur Fertigstellung eines Kleidungsstücks. Für ihn begann der Designprozess mit dem Stoff und nicht mit einer Skizze. «Der Stoff entscheidet», erklärte er und bewies damit, dass er Materialien optimal einzusetzen wusste. Seine Meisterschaft in Form, Silhouette und Stoff brachte ihm die Bewunderung von Kunden und Zeitgenossen gleichermassen ein.
Balenciagas spanisches Erbe beeinflusste viele seiner ikonischsten Designs. Seine breithüftigen «Infantinnen»-Kleider aus den späten 1930er-Jahren orientierten sich an den Porträts des spanischen Künstlers Diego Velázquez aus dem 17. Jahrhundert. Auch Flamenco-Kleider, Matador-Outfits und schwarze Spitze – zu sehen in den traditionellen Mantilla-Schals, die Frauen bei besonderen Zeremonien und in der spanischen Karwoche trugen –waren häufige Motive.
In den 1950ern, der späteren Phase seiner Karriere, war Balenciaga ein Pionier für neue Formen, die man in der Damenmode noch nie gesehen hatte. Diese radikalen Designs entwickelten sich nach und nach weiter, während er dieselben Ideen von Saison zu Saison verfeinerte und überarbeitete. Volumen füllte die «Ballonsäume» seiner Kleider aus den frühen 1950ern, das dann Mitte der 50er auf der Rückseite seiner «Semi-Fit»-Linien verwendet wurde – Kleider und Jacken, die vorne eng anliegen, aber hinten locker und voluminös sind. 1957 schockierte er die Modewelt mit der Einführung des «Sackkleides», eines geraden, auf und ab geschnittenen Etuikleides, das die Taille völlig eliminierte. Der «Sack» wurde anfangs von Kunden und Presse feindselig aufgenommen. Aber wie viele von Balenciagas radikalsten Designs wurde auch dieser Look schliesslich zum Mainstream. Das Sackkleid war der Vorläufer des allgegenwärtigen Minikleids der 1960erJahre – und ist auch heute noch ein Modeklassiker.
Das Babydoll-Kleid, ebenfalls aus den späten 1950er-Jahren, setzte das Thema der Körperabstraktion mit seiner trapezartigen, die Taille umspielenden Form fort. Diese Abstraktion erreichte in seinen Designs der späten 60er-Jahre einen Höhepunkt, wie das dramatische vierzackige «Umschlagkleid» zeigt, das ein Jahr vor der Schliessung des Hauses vorgestellt wurde. Eine skulpturale Form, geformt aus seinem Lieblingsstoff – steifem, aber leichtem Seidengazar. Obwohl es ein grosser Erfolg in der Modepresse war, wurden nur zwei Stück verkauft, und eines wurde zurückgeschickt, weil die Kundin nicht wusste, wie sie darin auf die Toilette gehen sollte.


Balenciaga kleidete einige der glamourösesten Frauen der 1950erund 1960er-Jahre ein, darunter die Hollywood-Schauspielerin Ava Gardener, Modeikone Gloria Guinness und Mona von Bismarck, eine der reichsten Frauen der Welt, die bei dem Modeschöpfer alles von Ballkleidern bis zu Gartenshorts in Auftrag gab. Er kleidete gerne Frauen mit ausgeprägtem Stilgefühl ein, und seine Kundinnen waren oft äusserst treu. Schliesslich schloss er seinen Pariser Salon im Jahr 1968, hauptsächlich aufgrund der sich verändernden Modelandschaft und seines Wunsches, die Integrität seiner Arbeit angesichts des wachsenden Drucks der Branche aufrechtzuerhalten. Die Schliessung des Modehauses und sein Tod vier Jahre später markierten das Ende einer Ära. Doch die innovativen Schnittmuster, die Verwendung neuer Materialien und die mutigen architektonischen Formen des Meisters haben seinen Einfluss bis heute nicht verloren.
Nach seinem Weggang wurde das Label Balenciaga unter einer Reihe von Kreativdirektoren neu aufgelegt und es kam bei der Marke zu mehreren Wechseln in der kreativen Leitung und den Eigentümerschaften. In den 1970er- und 1980er-Jahren kämpfte die Marke darum, ihre frühere Bedeutung zu bewahren. In den 1990er-Jahren erlebte sie jedoch unter der Führung des Designers Nicolas Ghesquière, der den Kollektionen von Balenciaga neue Energie und Kreativität verlieh, ein Revival. Ihm wird die Wiederbelebung des Labels von 1997 bis 2012 zugeschrieben – und Demna Gvasalia, dem Kreativdirektor, der dafür sorgte, dass der Name Balenciaga auch heute in aller Munde ist. Beide Designer haben eng mit den Archiven des Hauses Balenciaga zusammengearbeitet und sich von den Originalentwürfen des Meisters inspirieren lassen, was Schnitte, Formen und Materialien angeht.
Anders als andere bekannte Designer seiner Zeit war Balenciaga ein sehr zurückhaltender Mensch. Er weigerte sich, der Presse den Hof zu machen, und gab während seiner 50-jährigen Karriere nur ein einziges Interview. Trotz seiner anspielungsreichen Art führte Balenciaga eine Revolution in der Mode an und wurde von seinen Zeitgenossen, darunter Christian Dior und Coco Chanel, wie auch den Modegrössen von heute stets verehrt. Der französische Designer Emanuel Ungaro, der bei Balenciaga in die Schule ging, sagte, er habe «den Grundstein für die Moderne» in der Mode gelegt, und so führte Ungaro die minimalistische Ästhetik seines Lehrers im Space-Age-Chic der 1960er-Jahre fort.
Im Jahr 2001 erwarb der Weltmodekonzern Kering, zu dem auch andere renommierte Label wie Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta und Alexander McQueen gehören, die Marke. Pierpaolo Piccioli, ein versierter und angesehener Designer und Meister der Haute Couture, ist seit Juli 2025 neuer Kreativdirektor von Balenciaga. Er bringt seine einzigartige kreative Vision und umfassende Erfahrung zu Balenciaga und will dabei auf den Stärken und Erfolgen aufbauen, die die Marke im letzten Jahrzehnt erzielt hat – in Kontinuität mit dem Erbe von Cristóbal Balenciaga und des historischen Pariser Hauses.

1917 Eröffnung des Haute-CoutureHauses in San Sebastián
1937 Eröffnung des Modehauses in der Avenue George V Nr. 10 in Paris
1947 Kreation des ersten BalenciagaParfums: Le Dix
1952 Kreation des Fallschirmkleids
1957 Moderevolution mit dem Sackkleid, «Cloche et Paon»-Linie
1958 Kreation der Babydoll-Kleider und des Gazar-d’Abraham-Stoffs
1968 Letzte Kollektion und Rückzug nach 30 Jahren Innovation in der Modebranche
1972 Tod am 24. März 1972 in Jávea, Spanien
1973 Ausstellung «The World of Balenciaga» im Metropolitan Museum in New York
2001 Kering übernimmt das Balenciaga House; Einführung der Tasche «Le City»
2004 Einführung der Herren-Konfektionsund Accessoires-Kollektion
2011 Eröffnung des Cristóbal-BalenciagaMuseums in Getaria, Spanien
2012 Ausstellung «Cristóbal Balenciaga, Sammler von Mode» in Les Docks Cité de la Mode et du Design Paris, Alexander Wang wird Kreativdirektor des Hauses
2021 Demna bringt die CoutureKollektion nach 53 Jahren Abwesenheit neu auf den Markt
2022 Eröffnung des Couture-Stores in Paris an der historischen Adresse des Hauses, 10 Avenue George V 2023 Balenciaga kehrt an seinen Geburtsort in Paris zurück und erweitert seine Präsenz auf die Avenue George V 10 und 12






FStark-Temper-Socken


DOLCE & GABBANA
Gürtel aus geflochtenem Kalbsleder




Sei es auf den internationalen Laufstegen oder auf der Skipiste – die rasante Welt der Mode steht niemals still, sondern erfindet sich mit jeder Saison neu. So auch die visionäre Performance-Fashion-Brand ELHO. Dieses Jahr kehrt die Marke mit einer Kollektion zurück, die olympische Dimensionen annehmen und die Skipisten im Sturm erobern wird.
Autorin_Nathalie Becker Bilder_ELHO
Wenn im Februar 2026 die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo beginnen, werden Freeski-Star Andri Ragettli und Nachwuchstalent Zoë van Essen nicht nur sportlich, sondern auch modisch für Aufsehen sorgen: Gekleidet in auffälligen ELHO- Outfits in Ice Pink treten sie in einem Look an, der das traditionelle Bild von Wintersportmode verändern wird.
Einst das Skiwear-Aushängeschild der 1970er- bis 1990er-Jahre gilt ELHO seit seiner Erfindung der Performance-Bomberjacke als Schöpfer einer neuen Wintersilhouette. Zentrales Statement-Piece bleibt auch in der neuen Kollektion die dreilagige Performance-Bomberjacke «Nova» für Frauen und «Phantom» für Männer. Wasserdicht, atmungsaktiv und versehen mit smarten Details, erscheint die Jacke neben Klassikern wie Schwarz und Military Green in strahlenden, neuen Farben: Ice Pink, Neon Purple und Scarlet Red.





Neu hinzu kommt die «Astro»-Down-Puffer-Bomberjacke. Gefertigt Ripstop-Gewebe und recycelter Daune, lässt sich die Bomberschnitt zum It-Piece im Stadtleben sowie zum der Skipiste stylen. besonderes Highlight der Kollektion ist die limitierte Collection, die in Kollaboration mit Graffiti-Legende André entstanden ist. Saraivas ikonische Mr.-A-Charaktere zieren Performance-Bomber, Hoodies und Beanies, welche im Oktoerscheinen, und heben sie auf ein völlig neues Level. ELHO eine Brücke zwischen Mode, Kunst und Popunterstreicht seine Rolle als kultureller Impulsgeber den Sport hinaus.
Auslöser für die Transformation ELHOS war Donald Schneider, ehemaliger Art Director der Vogue Paris und Schöpfer der ersten grossen Designer-Kollaboration «Karl Lagerfeld x H&M». Sein Ziel: ELHO als «Nummer eins unter den innovativen Outdoor-Style-Marken für die nächste Generation» zu etablieren. Mit dieser Kollektion kommt ELHO stärker zurück denn je und ruft eine neue Generation der Wintermode ins Leben, die auf den Pisten nicht nur Sport-, sondern auch Modegeschichte schreiben wird.



der Welt. Kaum ein Sinneseindruck hat einen vergleichbar grossen Einfluss auf uns wie ein Duft. Er ist Ausdruck von Charakter, Stil und Haltung.


Autorin_Nathalie Becker Bilder_Acqua di Parma
Die Parfümeurin Daphné Bugey erschafft mit ihrer einzigartigen Gabe traumhafte Duftwelten und entwickelte zusammen mit Acqua di Parma einen unvergesslichen Jasminduft. Im folgenden Interview spricht sie über den kreativen Prozess, die Herstellung und die Einflüsse hinter der Entstehung von Acqua di Parmas neuem Duft «Gelsomino».
PRESTIGE: Was war Ihr kreativer Prozess bei der Entwicklung dieses Dufts?
DAPHNÉ BUGEY: Die Idee war, einen Jasminduft zu kreieren – aber einen mit Substanz, etwas Charismatisches, Kraftvolles und Unvergessliches. Nicht die zarte Art von Blütenduft, nicht einfach etwas Leichtes und Transparentes, sondern ein Jasmin mit Tiefe und viel Charakter. Was mich an Jasmin fasziniert, ist, dass diese winzigen weissen Blüten einen unglaublich intensiven Duft verströmen. Die Herausforderung war es, einen geschlechtsneutralen Duft zu schaffen. Ich begann also, mit Kontrasten zu arbeiten. Das ist die DNA der «Signatures of the Sun»-Kollektion: die Zerbrechlichkeit weisser Blütenblätter mit etwas Strukturierterem, etwas Dunklerem zu verbinden.
So entsteht ein Spiel: Die Leichtigkeit der Blüte trifft auf die Tiefe rauchiger Hölzer. Es ist etwas sehr Visuelles – das Weiss des Jasmins und die zarten Blüten im Kontrast zur reichen Tiefe der Hölzer, sowohl in Farbe als auch in Textur. Natürlich gibt es weitere Elemente, die dem Duft seinen besonderen Charakter verleihen, aber wenn man sich an eine zentrale Idee halten möchte, dann ist es diese: weisser Jasmin und dunkles Holz, Licht und Schatten.

«Jasmin hat eine unglaubliche Strahlkraft, und wir haben diese Weichheit genommen und sie mit strukturierten, rauchigen und warmen balsamischen Hölzern kombiniert.»
Können Sie mehr über die Spannung zwischen der Helligkeit des Jasmins und der Tiefe des Holzes erzählen?
Es geht um die Begegnung dieser beiden Elemente. Jasmin hat eine unglaubliche Strahlkraft, und wir haben diese Weichheit genommen und sie mit strukturierten, rauchigen und warmen balsamischen Hölzern kombiniert. Visuell stellt man sich die Zartheit feiner Blütenblätter vor – und dann etwas Raues, Dunkleres, Strukturierteres. Es geht um Kontraste, nicht nur im Duft selbst, sondern auch in der Art, wie man ihn erlebt.
Gibt es ein Element italienischer Inspiration in dieser Kreation?
Für mich ja und ich denke, das kommt ganz natürlich, wenn man mit Acqua di Parma arbeitet. Es ist immer eine gewisse Eleganz da, immer die hochwertigsten Inhaltsstoffe. Wenn ich an Italien denke, fällt mir natürlich Zitrus ein, aber ich wollte auch Hölzer einbeziehen, denn holzige Noten können unglaublich edel sein. Für mich geht es um die Balance: helle, frische Elemente neben tiefen, eleganten Holznoten.
Der Duft basiert auf einer uralten Extraktionstechnik. Was macht sie so besonders?
Es ist eine sehr alte und zugleich eine der kostbarsten Techniken. Es ist ein langwieriger, empfindlicher Prozess, bei dem jede einzelne Blüte von Hand platziert wird, sodass der Duft ohne Hitze und ohne Beeinträchtigung seiner Schönheit eingefangen werden kann. Das macht ihn so aussergewöhnlich – man erhält die reine Essenz der Blume, fast so, als wäre man der Natur ganz nah. Und spannend ist, dass diese traditionelle Methode hier mit modernen Elementen kombiniert wird. Es entsteht ein Dialog zwischen tief verwurzelter Geschichte und zeitgenössischer Innovation.
Wie lange hat es gedauert, den Duft zu entwickeln?
Monate voller Intensität. So bin ich eben – wenn ich ein Projekt liebe, wenn ich mit den Menschen und dem Haus eine Verbindung spüre, werfe ich mich mit voller Energie hinein. Zeit wird dabei zweitrangig – wichtiger ist, wie viel Energie ich hineinstecke.
Hatten Sie eine bestimmte Geschichte oder ein Bild im Kopf, als Sie über den Hauptinhaltsstoff nachgedacht haben?
Es war für mich weniger eine Erzählung, mehr ein visuelles Bild. Wie gesagt: der Kontrast – die zarte Blüte gegen das tiefe Holz, in Farbe und Textur. Und vielleicht liegt es daran, wo ich wohne, aber Jasmin ist überall um mich herum. Selbst an unerwarteten Orten nehme ich den Duft plötzlich wahr – er dringt überall durch. Die Blüten sind winzig, kaum sichtbar, aber der Duft ist unglaublich stark.
Lustige Geschichte: Mein Mann wollte alle Kräuter auf unserem Balkon durch Jasmin ersetzen – und ich bin fast in Panik geraten! Weil wir ihn schon im Garten haben und er so intensiv ist. Ich dachte: Wenn ich von zu Hause aus arbeiten muss, kann ich mich nicht mehr konzentrieren! So präsent ist Jasmin – er übernimmt einfach alles.
Wen stellen Sie sich vor, wenn Sie an die Trägerin oder den Träger dieses Dufts denken?
Jemand Charismatisches. Jemand, der sofort auffällt – aber auf eine einnehmende, nicht überwältigende Art. Eleganz mit Ausstrahlung.
Wie würden Sie diesen Duft jemandem beschreiben, der neu in der Welt der Parfümerie ist?
Ich würde nicht zu sehr auf die Duftpyramide eingehen –es ist kraftvoller, es einfach zu halten. Im Herzen steht Jasmin –
hell, leuchtend, frisch. Dazu kommen dunkle, rauchige Hölzer –erdig, strukturiert, tief. Und dann ist da noch Honig – etwas, das man wirklich spürt, wenn man den Duft trägt. Er verleiht eine gewisse Fülle, etwas Suchtartiges. Und natürlich würde ich die Zitrusnote erwähnen, besonders die Zitrone – sie macht etwas sehr Interessantes mit dem Jasmin: Sie verstärkt die Leuchtkraft, bringt diese frische, diffus strahlende Qualität. Es geht darum, den Kontrast im Herzen des Dufts zu verstärken.
Was ist Ihnen bei der Kreation eines Dufts am wichtigsten?
Neugier. Leidenschaft ist selbstverständlich – ich wollte das schon machen, als ich zehn war, und habe Chemie studiert, um Parfümeurin zu werden – aber was mich wirklich antreibt, ist das Lernen. Jeden Tag teste ich, probiere neue Kombinationen, gehe über meine Komfortzone hinaus. Und ich liebe es, zuzuhören –wirklich zuzuhören. Wenn ich arbeite, höre ich gerne verschiedene Perspektiven. Ich halte jemandem einen Duftstreifen unter die Nase, ohne etwas zu sagen – einfach um zu hören, was die Person wahrnimmt. Denn wir alle sind geprägt von unseren Erfahrungen. Ich rieche etwas und denke an Safran und Vanille, jemand anderes nimmt etwas völlig anderes wahr. Das fasziniert mich. Und ehrlich gesagt: Manchmal bin ich meinem eigenen Werk zu nah. Ich sehe nur noch die Formel, die Struktur – und übersehe Dinge. Deshalb liebe ich den Austausch – weil er mir hilft, den Duft mit neuen Augen zu sehen.

Zwischen Alpenschätzen und biotechnologischer Präzision definiert Alpeor seit 20 Jahren den Begriff «Schönheit made in Switzerland» neu. Dabei nutzt das Unternehmen die Kraft der Schweizer Alpenpflanzen und verwandelt sie in einzigartige Anti-Aging-Pflege. Eine Geschichte von Familientradition, naturbasierter Innovation und stillem Luxus.
Autor_ Mario Hetzel Bilder_Alpeor
Alpeor steht für eine neue Art des nachhaltigen Beauty, lange bevor dies zum Trend wurde. und Entwicklungsteams verbinden kunde, Phytochemie und Dermatologie Revitalisierung und strahlend schöne stammen aus biologisch zertifizierten Alpenpflanzen weiss, Rhodiola rosea und Narzisse – von kurzen Wegen weiterverarbeitet. Jeder einzelne Forschung bis zur Extraktion der aktiven mit Sorgfalt und Transparenz. Die daraus gewonnenen sind nicht nur wirksam, sondern schonen auch verzichten vollständig auf umstrittene Inhaltsstoffe. wichtig, kontinuierlich hochwirksame Formeln und gleichzeitig starke zwischenmenschliche pflegen», sagt Gründer Alexandre Flueckiger. Schönheit fördern mit Respekt vor dem Leben lichkeit und Wirksamkeit vereinen – das ist
DAS DOPPELTE ERBE DER SCHÖNHEIT
Es gibt Orte, an denen die Zeit stillzustehen garten Rambertia auf 2000 Metern Höhe ist von Montreux, gedeihen über 1500 Pflanzenarten Natur. Für Alpeor ist dieser Garten mehr als Er ist lebendiges Labor, Quelle für hochkonzentrierte und Symbol einer Philosophie, die natürliche dernster Wissenschaft vereint. Die Geschichte von Alpeor beginnt Alpenhöhen, sondern in der Kurklinik Mirabeau Genfersees. Dort entwickelten in den 1950er-Jahren





Leiterin der Einrichtung Maria Bovet und ihre Schwester Clotilde Flandin pflanzliche Pflegeelixiere – inspiriert von der heilenden Kraft der Alpenflora. Jahrzehnte später griff deren Enkel Alexandre Flueckiger dieses Erbe auf und gründete Alpeor.
LUXURIÖSE PFLEGE IN VIER KOLLEKTIONEN Alpeor bietet mehr als Pflege – es ist ein sinnliches Ritual, das auf die individuellen Bedürfnisse der Haut eingeht. Die vier Kollektionen folgen klaren Wirkprinzipien: Ultitude wirkt auf Zellebene mit Narzisse, Iris und Edelweiss. Horizon definiert die Haut von innen heraus mit Apfelkernextrakten und Buddleja davidii. Hydraswiss baut die Hautbarriere auf, hydratisiert intensiv und bringt den pH-Wert ins Gleichgewicht. Body pflegt und strafft mit Anti-AgingWirkstoffen für den ganzen Körper.
Ikonisch ist das Or des Alpes Serum, das aus Rhodiola rosea gewonnen wird. Die Alpeor-Forschung muss fünf Jahre Geduld aufbringen, um diese seltene, kostbare Alpenpflanze von Hand
zu ernten und die ganze Wirkkraft ihrer antioxidativen und AntiAging-Wirkstoffe in ein einzigartiges, exklusives Elixier einzubringen.
NATÜRLICHE KRAFT, DIE DIE ZEIT ÜBERDAUERT
Alpeor ist nicht laut. Die Marke vertraut auf feine Details, stille Werte und ausgewählte Vertriebspartner – von renommierten Parfümerien über Apotheken bis hin zu Hotel-Spas. Jede Behandlung folgt einem präzisen Ablauf: ein Zusammenspiel aus sensorischem Erlebnis, wissenschaftlicher Expertise und tiefenwirksamer Regeneration. «In der allgemeinen Vorstellung wird alles Pflanzliche ungerechterweise mit einer Form von Trägheit in Verbindung gebracht», sagt Alexandre Flueckiger. «Wir bei Alpeor sind hingegen stolz darauf, die ganze Intelligenz der Natur zu nutzen, um der Zeit zu trotzen.» Alpeor verkörpert genau das: eine klare und doch dezente Vision von exklusiver Hautpflege, geboren in den Alpen –und gemacht für alle, die Luxus mit Sinn suchen.

Autorin_ Silva Imken
Lange Tage, intensive Meetings oder ausgedehnte Festivitäten – die neue Dr. Hauschka
Long Lasting Mascara ist eine Wimperntusche, die von morgens bis abends hält und dabei die natürliche Schönheit der Wimpern betont. Die Rezeptur mit mineralischen Farbpigmenten, Bienenwachs, Rohrzucker und Schwarztee sorgt für lang anhaltende Farbe und Form bei gleichzeitiger Pflege.
Sie ist das Ergebnis einer intensiven Entwicklungsarbeit und umfangreicher Tests, deren Ziel es war, ein Produkt zu kreieren, das modernen Ansprüchen genügt und zeigt, dass sich natürliche Inhaltsstoffe, lang anhaltende Wirkung und pflegende Eigenschaften nicht ausschliessen.
FÜR JEDEN WIMPERNTYP DIE RICHTIGE MASCARA
Die speziell konzipierte Bürste der neuen Long Lasting Mascara läuft schmal zu und erreicht so selbst kürzere Härchen. Die Wimpern werden optisch verlängert und erhalten Definition, ohne zu verkleben. Die Rezeptur mit ausgewählten Heilpflanzenauszügen und Wachsen, die grösstenteils aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, sorgt für intensive Farbe und natürliche Pflege. Mit der Long Lasting Mascara komplettiert Dr. Hauschka sein Mascara-Sortiment zu einem Trio, bei dem jedes Produkt seine Stärke hat:
› die neue Long Lasting Mascara für lang anhaltende Farbe und Form, die nicht verwischt,
› die Volume Mascara für einen verdichteten Wimpernkranz mit extra Volumen und Schwung,
› die Defining Mascara für einen natürlichen Look mit definierten, einzeln betonten Wimpern.
Bilder_Dr. Hauschka

Wie alle Mascaras von Dr. Hauschka ist auch die neue Long Lasting Mascara augenärztlich getestet und für empfindliche Augen sowie Kontaktlinsen-Träger*innen geeignet.
NACHHALTIG VERPACKT
Die Faltschachtel der Long Lasting Mascara besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Karton, die Primärverpackung zu 37 Prozent aus Recyclingmaterial. Sie enthält keine synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, Silikone, PEG oder Mineralöle, ist glutenfrei und mit dem NATRUE-Siegel für Natur- und Biokosmetik ausgezeichnet.
WWW.DR.HAUSCHKA.CH
Natürliche Wimpernbetonung, die hält

Autor_Urs Huebscher Bilder_FAQ™ Swiss


EVierdimensionaler Mikrostrom kombiniert mit LED-Licht, Elektroporation und T-Sonic™Massage – für Gesicht und Körper. Die FAQ™-400-Kollektion ist eine neue Gerätegeneration, die leistungsstarke, mehrdimensionale Anti-Aging-Behandlungen mit klinischer Wirksamkeit ermöglicht –und das alles bequem von zu Hause aus.
s ist die neueste Ergänzung des Markenportfolios von FOREO und wurde speziell für Menschen entwickelt, die ihre Hautpflege ernst nehmen. FAQ™ Swiss möchte die Sicht der Gesellschaft und des Einzelnen auf das Altern neu definieren, indem es uns daran erinnert, dass Altern zwar unvermeidlich ist, wir aber beeinflussen können, wie wir altern. Indem wir die natürlichen Prozesse des Körpers unterstützen, anstatt zu einem späteren Zeitpunkt auf drastische und invasive Massnahmen zurückzugreifen, schaffen wir einen nachhaltigeren Weg zum Wohlbefinden.
Die Kollektion umfasst drei Geräte, die ein umfassendes Spektrum an Spitzentechnologien vereinen – darunter vierdimensionalen Mikrostrom, LED-Lichttherapie, Elektroporation und T-Sonic ™ - Massage. Diese Technologiefusion ermöglicht eine fortschrittliche Behandlung zu Hause, die die Intensität, die Präzision und die sichtbaren Ergebnisse umfassender Anti-AgingBehandlungen widerspiegelt, welche bisher nur in professionellen Kliniken verfügbar waren. Sie regen die Haut und die darunterliegende Muskulatur durch die Aktivierung der körpereigenen Reparaturprozesse an – die Haut wird sichtbar gestrafft, feine Linien werden geglättet, der Hautton ausgeglichen und die Konturen mit einer Präzision verfeinert, die bisher nur in klinischen Umgebungen erreicht werden konnte.
Jedes Gerät bietet mehrere Mikrostrommodi, die auf die Aktivierung spezifischer Gewebetiefen zugeschnitten sind: die oberflächlichen Schichten zur Glättung und Straffung der Haut, die mittleren Muskelgruppen zur Straffung der Gesichtsstrukturen, die tieferen Schichten zur Formung und Definition der Konturen sowie die Tiefenstimulation zur Festigung und Stärkung der gesamten Hautstruktur. Diese mehrschichtige Stimulation sorgt für einen


kraftvollen und mehrdimensionalen Behandlungseffekt auf Hautstruktur, Hautton und Muskelunterstützung.
Ergänzt wird das Mikrostromsystem durch eine integrierte Vollspektrum-LEDLichttherapie mit bis zu drei Wellenlängen: Blau (420 Nanometer), Rot (650 Nanometer) und Nahinfrarot (850 Nanometer). Blaues Licht wirkt entzündungshemmend, reduziert Rötungen und Hautunreinheiten und verfeinert die ungleichmässige Hautstruktur. Rote und Nahinfrarot-Wellenlängen dringen tiefer in die Dermis ein, unterstützen dort die Kollagen- und Elastinsynthese, beschleunigen die Hautregeneration, gleichen den Hautton aus und reduzieren sichtbare Zeichen der Hautalterung. Um das Behandlungsergebnis weiter zu verbessern, liefert die Elektroporationstechnologie kontrollierte elektrische Impulse, die vorübergehend Mikrokanäle in der Hautbarriere öffnen und so die transdermale Aufnahme von Wirkstoffen deutlich verbessern. Parallel dazu liefert die T-Sonic™-Massagetechnologie hochfrequente Pulsationen, um den Lymphabfluss anzuregen, die Mikro-
zirkulation zu fördern und die Nährstoffzufuhr auf Zellebene zu unterstützen. Die Kombination aus Elektroporation und T-Sonic™Pulsationen erzeugt einen synergistischen Effekt, der die Aufnahmefähigkeit der Haut erhöht, die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe verstärkt und sichtbare Ergebnisse maximiert.
Bei konsequenter Anwendung führt dieser integrierte Ansatz bereits nach sechs Wochen zu messbaren Verbesserungen der Hautqualität – darunter ein gleichmässigerer Hautton, eine verfeinerte Textur, verbesserte Elastizität und sichtbar straffere, definiertere Konturen im Gesicht, am Hals und am Körper. Mit der Zeit tragen die Geräte dazu bei, feine Linien, Fältchen und Cellulite zu reduzieren.
OBEN
FAQ™ 402 – Anti-Aging-Gerät mit dualem Mikrostrom und Rotlicht. Es ist das fortschrittlichste Gerät der FAQ™-400-Kollektion für intensive Behandlungen, die die Haut sichtbar straffen, ihre Struktur glätten und die Konturen im Gesicht und am Hals verbessern.
UNTEN
FAQ™ 401 – duales Mikrostrom- und LED-Gerät für Gesicht und Hals. Ein kompaktes Modell für die Anwendung im Gesicht und am Hals.
LINKS
FAQ™ 411 – Mikrostrom- und Rotlicht-Körperstraffungsgerät. Ein leistungsstarkes, mehrdimensionales Gerät mit ergonomischem Design –mit Schwerpunkt auf Oberschenkel, Gesäss, Bauch und Arme.

FRAMA
«Escalier»Handcreme
INFINIMENT COTY PARIS
«Or de Moi»-Parfüm








«RIVOLI TOTAL LIPS» ist ein Set, das aus zwei Lippenpflegeprodukten (1 x Peeling-Balsam und 1 x Feuchtigkeitsbalsam) besteht.
Zweifellos sind die Augen unser wichtigstes Sinnesorgan, weil wir über sie gewichtige 80 Prozent der Informationen aus der Umwelt erhalten. Im Volksmund gelten sie deswegen als das «Tor zur Welt» und, um auch noch etwas Pathos zu bemühen, als «Spiegel der Seele». Ist ihre Funktion beeinträchtigt, kann dies tiefe Löcher in die Lebensqualität reissen: Einschränkungen im Berufsleben, beim Sport sowie in der Freizeitgestaltung. Das Augenlicht mit hervorragender Sehschärfe bis ins hohe Alter zu erhalten, bewahrt die Selbstständigkeit und hält den sozialen Kontakt aufrecht.
Autorin_Gabriela Röthlisberger Bilder_betterview
Das menschliche Auge lässt sich mit einer Hochleistungskamera vergleichen, denn wie eine Blende regelt die Pupille den Einfall des Lichts und die Linse stellt ähnlich einem Objektiv das Bild scharf. Pro Sekunde nehmen unsere Augen zehn Millionen Informationen auf und geben sie an das Gehirn weiter – für die meisten Menschen ist die enorme Leistungsfähigkeit und Komplexität unserer Augen lange Zeit im Leben selbstverständlich. Erst wenn die Sehkraft nachlässt, meist im Alter, werden wir uns bewusst, wie wichtig gutes Sehen ist. Und plötzlich rückt uns ins Bewusstsein, dass die kürzeste KreuzworträtselLösung zu besonders scharfem Sehvermögen neun Buchstaben lang ist: Adlerauge.
PRESTIGE: Herr Jaeggi, Sie haben sich für die Methode eines refraktiven Linsenaustausches (RLA) zur Behebung Ihres Kataraktes, eines grauen Stars im Anfangsstadium, entschieden. Welche Gründe bewogen Sie zu diesem Schritt?
BORIS JAEGGI: Diese Behandlung überzeugte mich von Anfang an vollkommen, da ich einerseits endlich ohne Brille oder Kontaktlinsen wieder zu jeder Tages- und Nachtzeit gut sehen wollte, andererseits entspricht es meinem Typ, Ausschau nach einer dauerhaften Lösung zu halten.


Wie lange bleibt der Effekt einer RLA bestehen?
Das ist der bedeutendste Pluspunkt dieser Linsenbehandlung, denn sie ermöglicht sensationellerweise eine lebenslange Unabhängigkeit von einer Lese- oder Gleitsichtbrille und schenkt einem damit ein ganz neues Gefühl der Freiheit.

Liege ich richtig in der Annahme, dass Sie sich vollumfänglich über diese Linsenbehandlung informiert haben?
Ja klar, ich habe ich mich im Vorfeld darüber schlaugemacht. Und ich möchte an dieser Stelle positiv erwähnen, dass beim ersten 45-minütigen kostenlosen und unverbindlichen Beratungsgespräch eine super Aufklärung über die diversen Möglichkeiten stattfand. Die Behandlung ist eine hervorragende Alternative zum Augenlasern, um Alterssichtigkeit oder starke Fehlsichtigkeit zu korrigieren.
Was geschieht konkret bei diesem Eingriff?
Beim refraktiven Linsenaustausch wird die körpereigene Linse durch eine Kunstlinse (IOL, Intraokularlinse) ersetzt – übrigens wurde bei mir eine Multifokallinse aus dem renommierten Hause Zeiss verwendet, die eine klare Sicht sowohl in der Nähe als auch in der Ferne ermöglicht.
Warum liessen Sie den RLA in Zürich bei betterview durchführen?
Weil ich in meinem Bekanntenkreis schon viel Gutes über betterview gehört habe. Auch die Homepage fand ich sympathisch und informativ, vor allem fühlte ich mich vom ersten Kontakt bis hin zur Nachsorge erstklassig betreut. Bei meinem behandelnden Arzt, Ivo Guber, Facharzt für Ophthalmologie, war ich bestens
aufgehoben. Das Klinische rückte in den Hintergrund und ich als Patient hin zum Mittelpunkt – ein Kundenerlebnis, wie es sein sollte, mit mir als umsorgte Hauptperson.
Ist betterview lediglich in Zürich anzutreffen?
Nein, schweizweit sind sieben Standorte von betterview anzutreffen. Betterview ist ein junges Schweizer Unternehmen, dessen Ärzte und Optometristen bereits über 20’000 Augenbehandlungen durchgeführt haben und alle gängigen Laser- und Linsenverfahren mit modernster Technik anbieten.
Werden die Kosten für eine Linsenimplantation von der Krankenkasse übernommen?
Es ist ähnlich geregelt wie bei den Kosten für Brillengläser und Kontaktlinsen: Je nach Krankenkasse sind diese bereits durch die Grundversicherung abgedeckt, teilweise aber auch erst mit dem Abschluss einer Zusatzversicherung. Refraktive Chirurgie, also Augenlasern und Linsenimplantationen, ist mit ein paar Ausnahmen erst durch Zusatzversicherungen gedeckt.
Wie lange dauerte Ihre RLA insgesamt?
Nachdem die Augen mit Augentropfen betäubt wurden, verlief die Operation überraschend schnell, pro Auge ungefähr acht Minuten. Da war kein Einstich zu spüren und danach auch null blaue Flecken oder Rötungen zu sehen. Alles lief komplett schmerzlos über die Bühne. Durch eine winzige Öffnung am Hornhautrand wird die Augenlinse schonend entfernt, um anschliessend die Kunstlinse einzusetzen.
Und wie viel Zeit mussten Sie für die gesamte Behandlung aufwenden?
Das könnte man in etwa vier Schritten definieren. Zuerst erfolgt eine Voruntersuchung, bei der die Sehschärfe und Hornhaut der Augen analysiert werden, um festzustellen, ob ein refraktiver Linsenaustausch überhaupt infrage kommt. Während der ebenfalls 45-minütigen Hauptuntersuchung prüfen die Optometristen alles im Detail. Die Augen werden abgemessen und die Linsenstärke sowie das Linsenmodell bestimmt. Dann folgt noch ein ärztliches Aufklärungsgespräch und schliesslich, wie in der vorherigen Frage beschrieben, die kurze Behandlung durch den Augenarzt. Den Abschluss bildet die erste ärztliche Nachkontrolle, welche schon am Folgetag stattfindet. Weitere Nachkontrollen werden eine Woche und zwei Monate nach der Behandlung durchgeführt.
Konnten Sie direkt nach der OP schon besser sehen?
Am Anfang war es, als wenn man durch eine Milchglasscheibe sieht, aber schon am nächsten Morgen war sie da, die lang herbeigewünschte Sehschärfe von gefühlten 120 Prozent!
Hand aufs Herz, hatten Sie ein bisschen Angst vor dem Eingriff?
Auf jeden Fall, und wie das perfide Schicksal so spielt, wurden mir kurz vor der OP von zahlreichen Bekannten Geschichten über misslungene Augenoperationen erzählt. Selbst als ich mir zur Entspannung die Serie «Final Destination» ansehen wollte, handelte die Episode ausgerechnet von einer schauderhaften Augenbehandlung, die mit einem Todesfall endete. Doch als mich eine überaus freundliche Angestellte von «betterview» buchstäblich an die Hand nahm und in den Operationssaal führte, waren alle Bedenken wie weggewischt!

«Skin Caviar Eye Lift»Augenserum


ZWILLING BEAUTY
Dreiteiliges Rasierset

Hand- und Körperseife

Active Energy
Gesichtspflege-Creme


Aftershave-Balsam

Gesichtscreme mit Anti-Aging-Power


Einfach mal abschalten, die Hektik des Alltags vergessen und sich verwöhnen lassen. Mit seinen hochmodernen kosmetischen Behandlungen verleiht das Kosmetikstudio
Uniq line in Muri dem Wort Me-Time völlig neue Dimensionen. Mit luxuriösester Hautpflege, makellosem Permanent Make-up und modernsten Anti-Aging-Behandlungen wird natürliche Schönheit hier nicht nur unterstützt, sondern hervorgehoben.
Autorin_Nathalie Becker
Uniq Line wurde von Jsabelle Parroni ins Leben gerufen. Die erfahrene Unternehmerin bringt nicht nur ihr Fachwissen aus den Bereichen Hautverbesserung, Anti-Aging und Permanent Make-up mit, sondern auch einen fundierten medizinischen und pharmazeutischen Hintergrund: Sie hat eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert, sich zur Wundfachspezialistin weiterqualifiziert und zudem eine Ausbildung zur Pharma-Referentin abgeschlossen. Diese breite Expertise aus dem Gesundheitswesen verleiht ihren Behandlungen zusätzliche Professionalität, Sicherheit und ein tiefes Verständnis für Hautgesundheit. Als Mitglied im Ästhetik-Verband der Schweiz garantiert sie höchste Qualitätsstandards bei jeder Behandlung. Die Philosophie von Uniq Line besteht darin, jeder einzelnen Kundin und jedem einzelnen Kunden eine massgeschneiderte Behandlung zu bieten, die so individuell ist wie sie oder er selbst. Durch kontinuierliche Weiterbildung erlernt Jsabelle Parroni stets die neusten Methoden und den Einsatz modernster Technologien, um Ergebnisse zu erzielen, die langfristig wirken. Seien es Hautverjüngung, Microneedling, Fruchtsäurepeelings oder fortschrittliche Faltenbehandlungen – Jsabelle Parroni bleibt stets am Puls der Zeit. So sorgt die Haarentfernung mit DiodenlaserTechnologie für besonders schonende, schnelle und lang anhaltende Resultate und die Akne- und Rosacea-Behandlung für ein gesundes, ausgeglichenes Hautbild.


Jsabelle Parroni (links) beim Empfang ihres neuen EM-FUSION-Skingevity-Geräts
Ein besonderes Behandlungshighlight von Uniq Line ist die Applikation von Permanent Make-up. Mit ihrem umfangreichen Know-how hebt Jsabelle Parroni hierbei die einzigartigen Gesichtszüge ihrer Kund*innen mit zeitloser Eleganz hervor. Dafür wird zu Beginn jedes Termins ein Beratungsgespräch durchgeführt, wodurch die Wünsche der Kund*innen genaustens erfasst werden, um das perfekte Ergebnis zu erzielen.
In stilvollem, exklusivem Ambiente entsteht bei Uniq Line ein Ort, an dem durch ganzheitliches Wohlbefinden und Entspannung individuelle Schönheit gefördert wird, die von innen nach aussen strahlt. Denn wie Bobbi Brown schon sagte: «Schönheit bedeutet nicht, perfekt auszusehen. Es geht darum, seine Individualität zu finden.»
Wer Uniq Line besucht, taucht in eine Welt ein, in der Schönheit neu definiert wird – nicht als oberflächliche Perfektion, sondern als Ausdruck von Einzigartigkeit.
Mit EMFUSION®, der neuen High-End-Behandlung von BTL, lässt sich die Haut von innen heraus stärken, um ihre natürliche Strahlkraft zu bewahren.
In der Welt der Premium-Hautpflege etabliert sich ein neuer Begriff, der das Verständnis von Schönheit nachhaltig verändert: Skingevity – die Kunst, die Gesundheit und Strahlkraft der Haut langfristig zu bewahren. Denn wahre Hautpflege beginnt dort, wo die Haut in ihrer Essenz gestärkt wird: bei der Hautschutzbarriere, dem unsichtbaren Schutzschild gegen Zeit und Umwelteinflüsse.
Mit EMFUSION® von BTL kommt erstmals eine Behandlung auf den Markt, die gezielt an dieser zentralen Schutzschicht ansetzt: hochwirksam, innovativ und wissenschaftlich belegt. Das Herzstück ist die von BTL patentierte DYNAMIQ™-Technologie: eine zur Hautresonanz passende Schwingung, die präzise Vibrationen erzeugt. Diese stimulieren gezielt die Wieder-

Autorin_Vivien Gründemann Bilder_BTL
herstellung des Kalziumgradienten. Dieser ist entscheidend für die Kommunikation zwischen Hautzellen, die Bildung einer stabilen Lipidbarriere (natürlicher Hautschutzfilm) und die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Ist dieser Gradient gestört, verliert die Haut ihre Kraft, sich selbst zu schützen, und wird anfälliger für vorzeitige Alterung.
Vorher

Nach der Behandlung mit EMFUSION©

EMFUSION® gibt der Haut diese Balance zurück. Die Anwendung eignet sich ideal bei Hautzuständen wie Rosazea, Akne, Hyperpigmentierungen oder als präventive High-End-Behandlung. Das Ergebnis ist nicht nur spürbar, sondern sichtbar: eine prallere, ebenmässigere und deutlich widerstandsfähigere Haut. Ob gezielt therapeutisch oder als luxuriöses Pflegeritual – Sie investieren in die Langlebigkeit Ihrer Haut, getreu dem Markenslogan «Guard your Glow».
Zertifizierte Institute finden Sie im BTL-Klinikfinder, unter anderem Jsabelle Parroni-Huwyler (UniqLine) und Conny Sager (BodyNah).
Hektische Termine, Verkehrschaos, digitale Erreichbarkeit und Leistungsdruck: Unser Alltag bringt Körper und Geist schnell aus dem Gleichgewicht. Dieses innere Chaos zeichnet sich oft auch auf der Haut ab.

Auch der Duft trägt zur Wirkung bei: Zarte Noten von Teerose, Himbeere und YlangYlang bilden eine beruhigende Komposition, deren stressmindernde Wirkung klinisch nachgewiesen ist.
Die Schweizer Luxuskosmetikmarke
RIVOLI Genève, bekannt für ihre hochwirksamen Hautpflegelösungen, stellt mit Le Visage – Ré-équilibrante Émulsion N°02 eine beeindruckende Innovation für die Bekämpfung von sichtbaren Anzeichen von Hautstress vor.
Mit ihrem Zusammenspiel von seidiger Textur und kraftvoller Wirkung befreit die Emulsion die Haut von Rötungen, Spannungsgefühlen oder Irritationen. Im Zentrum steht die Balance des Hautmikrobioms: Ein innovativer Komplex aus Prä- und Probiotika stärkt die natürlichen Abwehrkräfte und schenkt der Haut ihr Wohlbefinden zurück.
Klinische Studien belegen die Wirksamkeit bereits nach vier Wochen: Rötungen verringern sich signifikant, die Ausstrahlung nimmt zu und der transepidermale Wasserverlust wird deutlich reduziert.
Mit Le Visage – Ré-équilibrante Émulsion N°02 präsentiert RIVOLI eine luxuriöse, wissenschaftlich erwiesene Antwort auf die Herausforderungen moderner, gestresster Haut.
WWW.RIVOLI.CH



Autorin_Swenja Willms

Das Auge isst bekanntlich mit. Und diese Restaurants nehmen es wörtlich. Hier gehen Architektur und Kulinarik Hand in Hand.
Wer das «Central» betritt, spürt sofort die Schwingungen vergangener Tage. In den 1980er-Jahren war das Café im Herzen des Kölner Bohème-Viertels Treffpunkt der Avantgarde: Künstler*innen, Intellektuelle und Provokateur*innen wie Martin Kippenberger, Günter Förg oder Udo Kier gaben sich hier die Klinke in die Hand. Nun hat die Galerie «GATHERING» diesem einstigen Epizentrum künstlerischer Freiheit neues Leben eingehaucht. Das «Central» ist ein Ort der Erinnerung, der Auseinandersetzung und des Aufbruchs. Kippenbergers berühmte Spiegel-Installation von 1991 kehrt zurück, ergänzt durch pointierte, zeitgenössische Werke von Künstler*innen wie Stefan Brüggemann und Tai Shani. Letztere prägt mit einem eigens entworfenen Teppich das intime Ambiente der neuen Peters Bar, die in samtiges Rot getaucht und von nostalgischem Licht durchflutet wird – eine Hommage an Dr. Werner Peters, den damaligen Betreiber und engen Vertrauten der Kunstszene.
Brüggemanns Aluminium-Installation über der Bar ist ein visuelles Statement, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verwebt. Die Küche unter Leitung von Sigfredo Scuticchio orientiert sich an nord- und mitteleuropäischen Aromen mit mediterranen Einflüssen – eine subtile Referenz an «Mira», das gefeierte Schwesterrestaurant von «GATHERING» auf Ibiza, dessen räumliche Gestaltung ebenfalls einem Gesamtkunstwerk gleicht. Die Architektur des Ortes – mit hohen Decken, offenen Galerien und natürlichem Licht durchflutet – bietet Raum für Ausstellungen,

Gespräche und Kontemplation. Turner-Preisträgerin Tai Shani setzt mit ihren charakteristischen, brustförmigen Glaslampen und skulpturalen Kerzen Akzente, während Stefan Brüggemanns gespiegeltes Spray Painting das Äussere des Hauses prägt. Das Ambiente wandelt sich mit Einbruch der Dunkelheit zum entspannten Late-Night-Hotspot mit 70er-Jahre-Vibes, unterlegt von einem facettenreichen Musikprogramm von Vinyl-DJs bis zu digitalen Sets. Kulinarisch steht hier Vielfalt auf der Speisekarte: Neben einer mediterranen Basis laden Four-Hands-Dinner mit Gastköch*innen aus aller Welt zu immer neuen Geschmackserlebnissen ein. Begleitet wird das gastronomische Programm von kulturellen Veranstaltungen, darunter Künstlergespräche, Mode-Pop-ups und Residenzen, die den Ort lebendig halten und zur künstlerischen Weiterentwicklung beitragen.
Ein minimalistisches Statement aus Sichtbeton, Glas und Holz –und das direkt über dem Meer: Mit dem neuen Restaurant im «Museo Marítimo del Cantábrico» in Santander an der spanischen Nordküste haben die mehrfach ausgezeichneten Architekten von «Zooco Estudio» ein visionäres Raumgefühl mit brutalistischer Architektur geschaffen. Der gläserne Neubau scheint über der Bucht zu schweben und bietet nicht nur kulinarisch, sondern auch visuell ein Erlebnis der besonderen Art. Das Restaurant befindet sich im Obergeschoss des denkmalgeschützten Museumsbaus aus den 1970er-Jahren, der ursprünglich von Vicente Roig Forner und Ángel Hernández Morales entworfen wurde. Das neue Volumen ergänzt die historische Architektur subtil, geometrisch präzise, dabei ganz im Dialog mit der ursprünglichen Formensprache. Vier moderne Dreiecke schliessen die paraboloiden Betonstrukturen des Altbaus harmonisch ab und verleihen dem Raum seine ikonische Silhouette. Innen sind diese wuchtigen Elemente bewusst inszeniert: Holzvertäfelte, dreieckige Decken fassen die massiven Betonbögen wie Kunstwerke ein. Doch trotz der architektonischen Dominanz bleibt das Meer der wahre Star. Die gläserne Aussenhülle öffnet den Blick weit über die Bucht von Santander. Je nach Sonnenstand lässt sich das Lichtspiel mit leichten Stoffvorhängen modulieren. So entstehen Räume voller Ruhe und Licht, die fast schwerelos wirken.
Nur wenige Kilometer vom ikonischen Place des Lices in Saint-Tropez entfernt, scheint sich «Lily of the Valley» sanft in die provenzalische Hügellandschaft zu schmiegen, als wäre es schon immer da gewesen. Der Designer Philippe Starck hat hier eine Art Dorf entworfen, das nicht nur architektonisch, sondern auch atmosphärisch neue Massstäbe setzt. Inspiriert von den Hängenden Gärten Babylons, den Linien provenzalischer Abteien und dem entspannten Chic kalifornischer Villen entstand ein Ort, an dem Architektur, Natur und Lebenskunst in vollkommenem Einklang stehen. Mitten in dieser Oase liegt das Restaurant «Vista», ein kulinarischer Treffpunkt zu jeder Tageszeit. Ob Frühstück mit Blick auf das glitzernde Mittelmeer oder ein letzter Drink am Kaminfeuer – «Vista» lebt vom Wechselspiel der Stimmungen, von Licht und Landschaft, von Nähe und Genuss. Die Küche: eine Liebeserklärung an das mediterrane Terroir, fein nuanciert mit provenzalischen Akzenten. Küchenchef Vincent Maillard, einst Schüler von Guy Savoy und Alain Ducasse, bringt in seinen Gerichten nicht nur Geschmack, sondern Geschichten auf den Teller – von Fischerbooten, Gemüsefeldern und den Menschen, die diese Region prägen. Doch was dieses Restaurant besonders macht, ist nicht nur, was serviert wird, sondern wo. Die Architektur von «Lily of the Valley» folgt keinem Trend, sondern einem tiefen Respekt für die Natur. Mit weichen Formen, warmen Farben und natürlichen Materialien erschafft Philippe



Starck Räume, die atmen. Orte, die sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern im Gleichgewicht mit ihrer Umgebung stehen. Seit den 1980er-Jahren hat Starck eine Vielzahl ikonischer Projekte realisiert, die vom Möbeldesign bis zur Architektur reichen. Dazu zählen etwa der revolutionäre «Louis Ghost Chair», der das klassische Rokoko neu interpretiert, oder die Gestaltung zahlreicher Hotels wie des «Royalton» in New York und des «Delano» in Miami, die beide zu kulturellen Hotspots wurden.
Herzog & de Meuron gehören zu Basel wie kein anderes Architektenduo. Sie prägen das Stadtbild und das kulturelle Bewusstsein mit ihren visionären, zugleich sensiblen Bauwerken: von der behutsamen Umgestaltung des historischen Rheinhafens über die Erweiterung des Kunstmuseums Basel bis hin zum innovativen Neubau des Fussballstadions St. Jakob-Park. Mit dem neuen Restaurant «BANKS» im Grand Hotel «Les Trois Rois» setzen die weltweit gefeierten Architekten einmal mehr ein Zeichen im Dreiländereck. Sie verwandelten den ehemaligen Ballsaal in einen runden, lichtdurchfluteten Raum, der durch seine elegante Schlichtheit und warme Atmosphäre besticht.
Im Zentrum des Geschehens thront eine skulpturale Bar, über der die kunstvolle Deckeninstallation von Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger schwebt. Die harmonische Farbpalette verbindet klassische und zeitgemässe Akzente und schafft eine einladende, fast heimelige Stimmung. «BANKS» wird voraussichtlich im September 2025 eröffnen und verspricht, Basel mit einer euroasiatischen Grossstadtküche nicht nur kulinarisch, sondern auch architektonisch neu zu definieren.

Für das Grand Hotel am Rhein entwarfen Herzog & de Meuron ein lebendiges Interieur.

Das Enigma fasziniert mit dramatischer Lichtführung, dunklem Interieur und intimer Atmosphäre.
«Enigma», das avantgardistische Restaurant von Albert Adrià, befindet sich im Stadtteil Eixample in Barcelona. Schon beim Betreten spürt man die besondere Atmosphäre. Die Räume sind klar strukturiert und doch voller Überraschungen, mit Decken aus gewelltem Edelstahl, die wie Wolken schweben, und Wänden aus transluzentem Harz, die das Licht sanft filtern.
Das Interieur stammt von den renommierten «RCR Arquitectes», die mit ihrem filigranen Umgang von Materialien und Formen 2017 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurden. Jeder Raum hat hier seine eigene Handschrift, vom japanisch inspirierten «Ryokan» bis zur offenen «Plancha», wo das Essen direkt vor den Augen zubereitet wird. Albert Adrià, der Maestro hinter der Küche, entwirft hier ein saisonales Degustationsmenü mit rund 25 Gängen, das jeden Monat neu komponiert wird. Jedes Gericht erzählt eine Geschichte, nicht nur durch seine komplexen Geschmackskompositionen, sondern auch durch die kunstvolle Präsentation und die spielerische Interaktion mit den Gästen.

Seit Generationen steht das schwedische Familien unternehmen Hästens bereits im Dienst seiner Kundschaft. Mit liebevoller Anfertigung und angetrieben von Leidenschaft bietet Hästens aussergewöhnliche Schlaferlebnisse und verfolgt das Ziel, mit jedem Bett Stück Lebensqualität zu schaffen.
Autorin_Nathalie Becker Bild_Hästens

Als Rückblick auf ein Jahrhundert voller unvergleichlicher Handwerkskunst und Innovation stellt Hästens die limitierte Jack-Ryde-Edition des 2000T-Betts vor. Dieses exklusive Bett ist eine Hommage an seinen Namensgeber Jack Ryde, welcher der Visionär und Schöpfer des ikonischen Blue-Check-Designs von Hästens ist. Diese Auflage, von der weltweit nur 2000 Stück erhältlich sind, verkörpert das Erbe und die zeitlose Exzellenz von Hästens. Die «Jack Ryde 100 Year Anniversary Limited Edition» des 2000T ist der Höhepunkt von Designpräzision und Spitzentechnologie und verbindet Form und Funktion nahtlos zu einem exquisiten Kunstwerk. Die Eckschutzleisten aus blauem Sattelleder und die dazu passenden Ledergriffe verleihen ihm eine raffinierte, einheitliche Ästhetik und verkörpern gleichzeitig zeitlose Eleganz und praktische Raffinesse. Die mittlere Matratze, verziert mit einer handgestickten Signatur, ist ein Beispiel für die berühmte und sorgfältige Handwerkskunst von Hästens. Bronze-Akzente und eine unverwechselbare Signaturplatte auf dem Sockel werten das Design weiter auf und sind eine eindrucksvolle Hommage an das bleibende Vermächtnis und den visionären Geist von Jack Ryde. Das 1978 auf den Markt gebrachte Hästens 2000T definierte den Schlafluxus als «das Bett von morgen» neu. Es war das erste Bett von Hästens mit dem ikonischen blauen Karomuster, welches sein Debüt auf der renommierten Stockholmer Möbelmesse feierte und seitdem zu einem bleibenden Symbol schwedischer Designkompetenz geworden ist.

Hästens’ EngageExzellenz der Marke. Die revolutionäre Vision von Jack Ryde stellte nicht nur die Konventionen der Branche infrage, sondern definierte auch die ästhetischen und funktionalen Standards der Schlafindustrie neu.
Das Hästens 2000T hat sich aus diesem Erbe entwickelt und setzt seit jeher den Massstab für innovative Schlafsysteme. Jede Schicht des mit viel Liebe zum Detail und in Handarbeit gefertigten Betts ist auf die Optimierung der Körperkontur und eine hervorragende Druckentlastung ausgerichtet. Das hochmoderne Federsystem ermöglicht die unabhängige Bewegung der Federn und sorgt für eine aussergewöhnliche Stützung, unvergleichlichen Komfort und eine verbesserte Luftzirkulation für ein erfrischendes Schlaferlebnis. Diese exquisite Balance aus Tradition, Handwerkskunst und Innovation macht das Hästens 2000T zum ultimativen Schlafinstrument für einen erholsamen und gesunden Schlaf. Bettentests in lokalen Sleep Spas können online unter www.hastens.com oder bei einem autorisierten Händler in der Nähe gebucht werden.
DIE DETAILS DES BETTS DER LIMITED EDITION 2000T
Stoff: Hästens-Baumwollgewebe
Farbe: Hästens Blue Check
Beine: Hästens Eiche natur mit Bronzefüssen
Grössen: erhältlich in Standardgrössen ab 90 x 200 Zentimeter oder nach Mass in Länge und Breite bis zu 400 x 400 Zentimeter
Härtegrad: weich, mittel, fest, extra fest und kombinierte Festigkeit

Es gibt Orte, die im Sommer nicht einfach aufblühen – sie verwandeln sich.
St. Moritz und das Engadin sind genau solche Orte. In der klaren, kühlen Luft auf 1800 Metern scheint der Himmel etwas weiter, das Licht etwas weicher, das Leben etwas bewusster. Wer einmal hier war, versteht: Dieses Tal ist kein Rückzugsort. Es ist ein Zustand. Ein Lebensgefühl.
Während anderswo die Hitze lähmt, schenkt das Engadin einen Sommer der Bewegung und der Ruhe zugleich. Segeln auf dem St. Moritzersee, Golf in Samedan oder Zuoz, Wanderungen durch Lärchenund Arvenwälder, ein Glas Rosé auf einer privaten Terrasse über dem Tal: Der Luxus liegt hier nicht im Übermass, sondern in der Echtheit – in der Stille, in der Weite, im Atem der Natur.
Unsere Klientinnen und Klienten –mit einem ausgeprägten Sinn für Qualität und Substanz – kommen nicht nur wegen der Schönheit. Sie kommen, weil sie hier etwas finden, das anderswo rar geworden ist: Diskretion, Authentizität und eine Lebensqualität, die nicht inszeniert, sondern gelebt wird.
Autorin_Maura Wasescha
Als Maura Wasescha AG begleiten wir diese Menschen nicht nur einfach bei einem Immobilienkauf. Wir schaffen für sie Räume, in denen Erinnerungen entstehen. Vielleicht in einer eleganten Villa am Suvretta mit Blick auf Piz da la Margna und Silvaplanersee. Vielleicht in einem renovierten Engadinerhaus in Zuoz, mit Geschichte in jedem Balken. Oder in einem modernen Chalet in St. Moritz, wo sich Design und Natur die Hand geben.
Wir kuratieren nicht nur Objekte – wir gestalten Erlebnisse. Immer mit dem Blick für das Wesentliche: Architektur, die atmet und «Maximum Wellbeing» bietet. Materialien, die berühren. Und Lagen, die nicht nur durch Aussicht, sondern durch Weitsicht überzeugen.
Der Sommer lädt dazu ein, das Engadin neu zu entdecken – nicht als Tourist, sondern als Teil einer lebendigen Kultur zwischen Kunst, Natur und internationaler Eleganz. Vielleicht ist es Zeit, diesen Ort nicht nur zu besuchen, sondern hier Wurzeln zu schlagen.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Sommer in den Bergen mehr ist als eine Jahreszeit – zum Beispiel ein Lebensentwurf –, dann freuen wir uns, Ihnen das Tor dazu zu öffnen.
Ihre Maura Wasescha
Autor und Bilder_sknife
sknife feiert sein zehnjähriges Bestehen als Vorreiter der Schweizer Messerhandwerkskunst! Seit einer Dekade steht die Bieler Manufaktur für Präzision und Perfektion. Mit einem Preisregen von vier internationalen Designpreisen sind die sknife- Messer in den renommiertesten Hotels und Restaurants weltweit mit über 300 MichelinSternen eingedeckt.



Zur Feier dieses Meilensteins präsentiert sknife exklusive Limited und Special Editions. Die Special Edition des SteakmesserSets mit Klinge aus Chirurgenstahl überzeugt mit der Griffvariante Schwemmholz – ein wunderschönes Kunstwerk, jahrelang von Wasser geformt. Auch die Limited Edition des Taschenmessers Damast begeistert mit handverlesener Griffvariante aus Schwemmholz und einer Klinge aus rostfreiem 800-LagenTorsionsdamast – jedes Stück ein Unikat, das die Einmaligkeit des Materials unterstreicht: die perfekte Harmonie zwischen Torsionsdamast und der einzigartigen Maserung des Schwemmholzes.
SCHWEIZER HANDWERK – WELTWEITER ERFOLG
Vom Schmieden des heissen Stahls im Emmental und der Bearbeitung heimischer Hölzer in Neuenegg bis zum letzten Klingenschliff werden die Messer von Hand in der Schweiz hergestellt. Die Feinverarbeitung und der Handabzug werden in der sknifeMessermanufaktur in Biel von Messerschmied Timo Müller und seinem Team vollbracht. Alle Lieferanten sind lokal und befinden sich in einem Umkreis von 30 Kilometern. Die Stabilisierung des Holzes wurde in Zusammenarbeit mit der Holzfachschule Biel entwickelt, die Schmiede Flükiger SA ist im Emmental ansässig, das Holz stammt von der Firma HTech in Neuenegg und der Stahl wird von der Firma Klein SA aus Biel geliefert.
Nebst dem durchdachten Design und der handwerklichen Präzision basiert der internationale Durchbruch auch auf
zwei neuen Technologieverfahren: sknife hat als Pionier das industrielle Schmieden von Messern aus Chirurgen- und Damaststahl in der Schweiz sowie das schweizweit einzigartige Stabilisieren von Schweizer Holz aufgebaut, um dieses gastronomietauglich zu machen. So sind die Messer und Bestecke auch in Hotels am Meer und auf Yachten bestens etabliert, farblich passend zum Interieur.
PRÄZISION AUS
DER UHRENSTADT BIEL
CEO Michael Bach: «Wir werden immer wieder gefragt, weshalb wir in Biel Messer fertigen. Ganz einfach, weil wir Messer in der Präzision einer Uhr mit hohem handwerklichem Geschick fertigen.» Das Taschenmesser mit Gleitlager aus Hightech-Keramik und Komponenten aus der Uhrenbranche vereinigt diese Präzision mit Funktionalität. Der Höhepunkt der Kollektion manifestiert sich in der exklusiven Volldamast-Version mit einem Klingenrücken besetzt mit 51 Diamanten.

Edificio-Vase von Rudy Ricciotti

ZWIESEL UND GLAS
Glamorous-Cocktailglas

Landò-Sofa, entworfen von Ferdinando Buzzi

Misitiu-Kosmetiktisch
Tablett GIVE

SLOBERON
Leuchter


Semipro-Spültischmischer C-Version
Chrom/Cream White

SWEEF
Leoparden-Couchtisch

STYLISH CLUB
Landform Armchair


Die Emiratis lieben schnelle Autos, Pferde und Kamele … aber ihre wahren Favoriten sind die Falken. Sie beschleunigen schneller als Formel-1-Boliden und sind die uneingeschränkten Könige der Lüfte. Die Scheichs schätzen ihre Schnelligkeit, Präzision und Ästhetik.



Aus der Ferne betrachtet sieht es fast so aus, als würde Amanu Lah mitten in der Wüste eine Choreographie einstudieren. Mit wallender Dischdascha tanzt er über den knallrot leuchtenden Sand und dreht immer wieder Pirouetten. Nur wer genau hinsieht, erkennt das Federspiel, das er an einer etwa zwei Meter langen Stange montiert durch die Lüfte schwingt. Es dient als Köder für seinen Falken, der immer wieder pfeilschnell heranrast, um die Vogelattrappe zu schlagen. «Schon als Kind war ich ein Tiernarr und Greifvögel haben mich zeitlebens besonders fasziniert», sagt der 23-Jährige und streichelt seinem Falken über das Federkleid. «Schon im Punjab in meiner Heimat Pakistan habe ich die Falknerei gelernt. Seit über zwei Jahren bin ich jetzt schon hier in Abu Dhabi und kümmere mich um die Falken des Qasr-al-Sarab-Hotels. Es gibt wohl kaum einen besseren Ort für mich und meine Falken wie die Weite der Liwa-Wüste. Die Emiratis lieben ihre Falken, behandeln sie wie ihre eigenen Kinder. Und als Falkner geniesse ich bei den hier lebenden Beduinen und auch bei den Scheichs ein gewisses Prestige», verkündet er stolz. Die Jagd mit Greifvögeln, die sogenannte «Beiz» (stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet «beissen machen») entstand schon vor über 3000 Jahren in den zentralasiatischen Steppen. In den baumlosen Weiten der Mongolei werden heute noch Steinadler eingesetzt. Auch die alten Ägypter die Falkenjagd, war die oberste Horus – der Falke. Homer berichtet Odyssee von der Falkenaufzucht. Kreuzzüge gelangte arabisches auch in unsere Gefilde, und das der Falkenjagd im Hochmittelalter ner neuen Blüte. Friedrich II (1194 – 1250) war leidenschaftlicher Falkner. Staufer-Kaiser brachte sein Fachwis sen in seinem opulenten Werk venandi cum avibus» (deutsch: die Kunst mit Vögeln zu jagen»), ansehnlich illustriert zu Papier. «Es hat ungefähr drei Monate bis ich die nötige persönliche Beziehung Falken aufbauen konnte. Normalerweise schon, wenn die Falken fünf Monate mit der Hand und es dauert circa zubilden. Gut ausgebildete Falken und 25’000 Euro. Mittlerweile stammen tungen. Der Eierraub aus dem ten», erklärt Amanu mit strengem


Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat die Falknerei eine sehr lange Tradition und lässt sich bis ins 13. Jahrhundert vor Christi belegen. Als das Öl noch nicht so reichlich sprudelte, lebten die Beduinen von Datteln und Kamelmilch. Eine Trappe oder ein Kaninchen, erlegt vom Falken, bedeutete damals eine willkommene Aufbesserung der Speisekarte. So wie Söhne hierzulande mit ihren Vätern auf Berge steigen, gingen und gehen die Beduinen seit jeher mit ihren Söhnen zur Falkenjagd. Die Falknerei gehört unabdingbar zur beduinischen Tradition. Somit ist es kaum verwunderlich, dass die UNESCO im Jahre 2010 die Falknerei, das jahrtausendealte Kulturgut der arabischen Welt, zum immateriellen Kulturerbe erklärt hat. Heute helfen Falken zwar nicht mehr die Grundversorgung zu ergänzen, aber kraft ihrer Schnelligkeit und Schönheit sind sie begehrte und gleichermassen symbolkräftige Prestigeobjekte. Kein Wunder also, dass ein Falke das Wappen der Vereinigten Arabischen Emirate ziert.
In Amanus Show zeigen die Falken, was sie zu leisten vermögen. Er nimmt immer nur einem Falken die Haube ab und lässt ihn in die Höhe steigen. Dann kommt das Federspiel zum Einsatz. Es besteht meist nur aus einem Stück Leder, auf dem ein Vogelflügel fixiert wurde. Sobald er anfängt, das Federspiel durch die Luft zu wirbeln, weiss der Falke, was er zu tun hat. Mit über 100 Stundenkilometern eilt er horizontal heran. Wenn er in die Höhe steigt, bleibt er mit seinem charismatischen Rütteln quasi in der Luft stehen. Fixiert dabei die vermeintliche Beute. Saust dann vertikal im Sturzflug mit bis zu 300 km / h herunter. Amanu reisst das Federspiel in letzter Sekunde immer wieder zur Seite, dabei entstehen seine eingangs erwähnten Pirouetten. Erst nach etlichen Malen wirft er das Federspiel langsam nach oben und lässt

Im Jahr 2017 sorgte ein Prinz weltweit für Schlagzeilen, als er Flugzeugsitze für seine 80 Falken buchte und deren Komfort und Sicherheit während der Reise in den Vordergrund stellte. Ein virales Bild zeigt die vermummten Vögel, die ruhig in der Kabine sassen, was die tief verwurzelte kulturelle Bedeutung der Falknerei im Nahen Osten unterstreicht. Fluggesellschaften wie Qatar Airways lassen Falken an Bord, und an Orten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten diese geliebten Vögel sogar ihre eigenen Pässe für internationale Reisen.
den Falken die «Beute» erwischen. Dessen messerscharfe Klauen lassen erst los, wenn Amanu dem Falken ein Stück echtes Fleisch als Ersatz anbietet.
«Eigentlich läuft alles immer noch wie seit Tausenden Jahren», erklärt Amanu. «Einziger Unterschied: Die Falken tragen heute einen Mikrochip in der Brust, damit wir sie zur Not jederzeit orten können. Und jeder Vogel wird beringt. Über den eingravierten Code sind sie eindeutig identifizierbar und können im Notfall ihren Besitzern zurückgebracht werden.»
Falken fokussieren ihre Beute extrem genau. So kann es schon mal vorkommen, dass sie ein Hindernis, zum Beispiel einen Zaun, übersehen. Für diese Notfälle gibt es in Abu Dhabi seit 1990 das weltweit grösste Falkenhospital. Die deutsche Veterinärin Dr. Margit Müller leitet das hoch angesehene Tierklinikum. In der von Männern dominierten Welt der Falknerei wird sie ehrfurchtsvoll «Doktora» genannt. Sie operiert komplizierte Beinbrüche und setzt verunfallten Falken auch wieder neue Federn in die Schwingen ein, damit sie möglichst schnell wieder flügge werden. Das Falkenhospital kümmert sich natürlich auch um Prestigefalken höhergestellter Scheichs, die Olympioniken gleich trainiert werden und auch regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung in die Klinik müssen. Sie konkurrieren bei zahlreichen internationalen Meisterschaften um stattliche Preisgelder und Luxuskarossen, aber in erster Linie um die Ehre des Scheichs. Wenn diese Falken auf Reisen gehen, wandern sie natürlich nicht in den Frachtraum, sondern sitzen neben dem Falkner – mindestens in der Businessclass, versteht sich. WWW.VISITABUDHABI.AE
Die Falken sind tief in der Geschichte der Vereinigten Arabischen Emiraten verwurzelt. Sie gelten als kulturelle Ikonen. Sehr beliebt sind Abbildungen von Falken auf Strassenschildern und der lokalen Währung.
Quellen berichten, dass die VAE mehr als 27 Millionen Dollar pro Jahr für die Erhaltung der wilden Falkenpopulationen ausgibt – und ihre fortgeschrittenen Zuchtprogramme und der Markt für speziell gezüchtete Vögel verringern die globale Nachfrage nach Wildvögeln radikal.
In Abu Dhabi, dem grössten und reichsten Scheichtum der sieben Emirate, ist der Falke mit den scharfen Augen mehr als Statussymbol und Wappentier. Er gehört zur Familie, wird verhätschelt.
Früher wurden die Raubvögel von den Beduinen als Jagdgehilfen eingesetzt, weil man mit ihnen besser an Beute kam als mit dem Gewehr. Heute ist die Falknerei meistens ein Hobby, wobei die Rolle der Tiere als Statussymbol keinesfalls zu unterschätzen ist. Unter 5000 Euro bekommt man keinen Falken, besonders prächtige können mehr als 100ʼ000 Euro kosten.

Seit über zwölf Jahren begeistern Martina und Sepp Kröll mit ihrem authentischen Konzept des legeren Luxus und zeigen in ihrem Wiesergut im Salzburger Land, was gelebtes Gastgebertum bedeutet.
Autor_Urs Huebscher Bilder_Patrick Dunst

Das Wiesergut liegt Richtung Talschluss in Hinterglemm mit direktem Zugang zum Ski- und Wandergebiet Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. Im Winter als eines der grössten und modernsten Skigebiete der Alpen bekannt, begeistert die Region auch im Sommer mit zahlreichen Freizeitaktivitäten. Überall spürt man die Liebe und Verbundenheit der Gastgeber zur Natur, zu ihren Wurzeln, immer im Einklang mit ihren Werten. Die minimalistische Formsprache und die puristische Architektur mit edlen Materialien und einer naturnahen Ästhetik strahlen Intensität und Mut zur Veränderung aus.
SPEKTAKULÄRES WOHNGEFÜHL
Mit dem neuen Secret Mountain Escape wurde noch mehr Privatsphäre geschaffen. Die bereits bestehenden 24 Gutshof-, Gartenund Hideaway-Suiten wurden um ein Bergloft und eine Bergsuite in neue Sphären gehoben, ein Berggym bietet State-of-the-ArtFitness für höchste Ansprüche. Hohe, lichtdurchflutete Räume, viel Holz und Glas sowie ausgewählte Materialien und begrünte Dächer zeichnen die «Unterkünfte» aus – spektakulär in den Hang hineingebaut und dem Haupthaus gegenüberliegend. Auf sagenhaften 350 Quadratmetern erstreckt sich das Bergloft in modernreduziertem Look mit drei Schlafzimmern und Bädern sowie einem grosszügigen Wohnbereich, alles um ein lichtspendendes Atrium gruppiert. Für das ultimative Wohnerlebnis gesellt sich dazu ein eigener 15 Meter langer Pool mit Terrasse sowie ein Fitnessbereich.


Auch die neue Bergsuite mit 100 Quadratmetern Wohlfühlplatz verfügt über mehrere Übernachtungsmöglichkeiten und ein kleines Privat-Spa. Ähnlich unverwechselbar ist auch das Berggym mit 140 Quadratmetern, das an die Bergsuite angrenzt und für alle Gäste des Wieserguts zur Verfügung steht. Modernste Trainings- und Fitnessgeräte, grosse Umkleiden und ein direkter Einstieg in das Skigebiet definieren das neue Zentrum für Bewegung und Lebensenergie.
Mahlzeiten, Weine und Drinks im Wiesergut machen glücklich. So kommen überwiegend Produkte aus der familiengeführten Landwirtschaft und der Region zum Einsatz. Sepp Kröll legt viel Wert auf Qualität und saisonale Zutaten aus dem heimischen Gemüse-, Obst- und Kräutergarten. Speck, Fleisch vom Pinzgauer Rind und Milchkalb sowie Milch und Eier stammen beispielsweise aus der eigenen Erzeugung. Im Sommer bedient sich die Küche zum Teil aus den angrenzenden Gärten und die Gäste schlemmen Wildkräutersalate, Kuchen mit Obst aus eigenem Anbau sowie hausgemachte Marmeladen. Sowohl das Restaurant als auch die grosszügige Terrasse im Innenhof bieten viel Genussplatz pro Gast. Alles, was der Garten nicht aufbringt, kommt von regionalen Gemüselieferanten. So sorgen qualitativ hochwertige Gerichte vom Frühstück bis zum À-lacarte-Menü immer wieder für ein geschmackliches Erlebnis.
WWW.WIESERGUT.COM
Autor_Urs Huebscher

Jahrhundertelang gerieten Jeanne Barets Name und ihre Rolle in der Geschichte weitgehend in Vergessenheit – und doch war sie die erste Frau, die die Welt umsegelte. Auf ihren Reisen leistete sie wichtige Beiträge zur Botanik.
Sie führte ein aussergewöhnliches Leben voller Abenteuer, Täuschungen und Gefahren, doch erst jetzt würdigen wir ihre Leistungen als Abenteurerin und Wissenschaftlerin neu. Im Jahr 1766 stach sie mit dem Botaniker (und ihrem Liebhaber) Philibert Commerçon zu einer Reise in den Pazifik in See, um dort neue, exotische Pflanzen zu sammeln. Da Frauen der Zugang zu französischen Kriegsschiffen verboten war, musste sich Jeanne als Mann verkleiden, was die Reise für sie besonders schwierig und gefährlich machte.
Geboren wurde Jeanne 1740 in dem kleinen Dorf La Comelle im französischen Burgund. Als Tochter eines Landarbeiters musste sie mit einem Leben in extremer Armut rechnen, die Alphabetisierungsrate und die Lebenserwartung waren für Frauen ihrer Klasse und Stellung sehr niedrig. Doch 1760 traf Jeanne den Mann, der ihr Leben verändern sollte – den Naturhistoriker und Wissenschaftler Philibert Commerçon. Er war eine bedeutende

Figur der französischen Aufklärung und korrespondierte mit Grössen wie Voltaire und Linnaeus. Die beiden stammten aus entgegengesetzten Teilen der französischen Gesellschaft und hätten sich eigentlich nie begegnen dürfen. Was sie zusammenbrachte, war ihre Leidenschaft für die Natur, insbesondere für Pflanzen. Jeanne war in der Region inzwischen als «Kräuterfrau» bekannt. Sie wuchs mit traditionellem Volkswissen über den Standort, die Eigenschaften und die medizinische Verwendung von Kräutern und Pflanzen auf. Männliche Ärzte, Chirurgen, Akademiker und Chemiker waren traditionell auf Bäuerinnen wie Jeanne angewiesen, wenn es um die Beschaffung der Pflanzen ging, die sie für ihr Studium und ihre Arbeit brauchten.
Im Jahr 1766 bot sich Commerçon die Chance seines Lebens: Ludwig XV. hatte sich bereit erklärt, eine dreijährige Expedition zu finanzieren, die die Welt umsegeln und neue Kolonien und Handelsmöglichkeiten für Frankreich erschliessen sollte. Commerçon wurde die Rolle eines «Expeditionsbotanikers» angeboten, um neue Pflanzenarten zu sammeln und die natürliche Umwelt zu untersuchen. Er durfte eine Dienerin mitbringen, und Jeanne war die naheliegendste Kandidatin. Abgesehen von ihrer romantischen Beziehung war sie auch seine wissenschaftliche Assistentin. Es gab jedoch noch ein grosses Problem: Anders als in der britischen Marine waren Frauen auf französischen Schiffen nicht erlaubt. Also schmiedeten sie gemeinsam einen Plan, wie Jeanne als Mann verkleidet an der Expedition teilnehmen könnte. Dies sollte Jeanne als alleinstehende Frau in der beengten und rein männlichen Umgebung eines Segelschiffs des 18. Jahrhunderts in eine schwierige und potenziell gefährliche Situation bringen.
Die Expedition verliess den Hafen von Rochefort an der französischen Atlantikküste. Jeanne (nun «Jean» genannt und als Mann gekleidet, mit Leinenbinden um die Brüste) erschien am Abend vor der Abreise am Kai. Commerçon gab vor, sie hätten sich nie getroffen, und ernannte «Jean» zu seinem Kammerdiener. Es gibt verschiedene Geschichten über die Entdeckung von Jeannes wahrem Geschlecht. Laut Bougainvilles offiziellem Reisebericht ereignete sich dieser Moment, als die Expedition im April 1768 Tahiti erreichte. Ihm zufolge wurde Jeanne, als sie an Land gerudert wurde, von Inselbewohnern umringt und bedroht, die riefen, sie sei eine Frau und müsse von Besatzungsmitgliedern gerettet werden. Diese bequeme Version der Ereignisse schmeichelte dem europäischen Empfinden und bewahrte Bougainville vor einer Mittäterschaft bei Jeannes Täuschung. Es gibt jedoch eine andere, unheimlichere Geschichte über Jeannes Geschlechtsenthüllung. Darin wird behauptet, Jeanne sei im Juli 1768 auf Neuirland (ein Teil von Papua-Neuguinea) von Besatzungsmitgliedern angegriffen und sexuell missbraucht worden.




Im November 1768 erreichte die Expedition die Île-de-France, einen französischen Handelsposten, der heute als Mauritius bekannt ist. Als die Expedition abreiste, blieben Commerçon und Jeanne auf der Insel zurück. Sie verbrachten die nächsten drei Jahre auf Mauritius und unternahmen botanische Expeditionen zu den nahegelegenen Inseln Madagaskar und Réunion. Jeanne erlebte eine weitere Krise, als Commerçon im Februar 1773 starb und sie mit wenig Geld und Unterstützung allein zurückliess. Im Mai 1774 heiratete Jeanne den französischen Unteroffizier Jean Dubernat. Gemeinsam kehrten sie Ende 1774 nach Frankreich zurück. Wir wissen nicht genau, wann und wo Jeanne französischen Boden betrat, aber dies war der Moment, in dem sie vermutlich die erste Frau war, die die Welt umsegelte. Die Reise hatte rund acht Jahre gedauert. Es gab jedoch kein Empfangskomitee: Niemand verstand oder würdigte ihre bedeutende Leistung.
Zwei Jahre lang verband sich Jeanne die Brust unter ihre Matrosenkleidung und reiste mit 300 Männern – als Mann verkleidet.
Jeanne sammelte auf der Reise über 6000 Pflanzenproben, darunter ihren grössten Fund in Brasilien: Bougainvillea, die spektakuläre rosa Kletterpflanze, die sie zu Ehren ihres Kapitäns benannte.
Sie hatte nie vor, die Welt zu umsegeln. Sie wollte einfach ihrer Leidenschaft und Neugier für Pflanzen folgen.
Ihre Sammlung exotischer Pflanzen befindet sich im Pariser Muséum national d’histoire naturelle und hat bis heute grosse Bedeutung für die Wissenschaft.

Autor und Bilder_VIVA Cruises
Wenn Lichterketten Städte verzaubern und Weihnachtsmärkte nach Zimt und Mandeln duften, beginnt die Zeit, in der Wünsche wahr werden. Genau richtig, um an Bord von VIVA Cruises auf Europas Flüssen in eine Welt voller magischer Winterlandschaften einzutauchen.
Eine Flusskreuzfahrt zur Winterzeit ist mehr als eine Reise. Sie ist eine wohltuende Pause von der Schnelllebigkeit des Alltags, ein weitender Blick auf Landschaften, die in der kalten Jahreszeit ihre stille Schönheit entfalten. Hier wird Zeit wieder zu etwas Wertvollem: ein heisser Tee mit Blick auf frostige Ufer, entspannte Gespräche, Sonnenstrahlen, die durchs Panoramafenster gleiten. Jeder Moment wird zu einer Gelegenheit, nicht bloss unterwegs zu sein, sondern wirklich anzukommen.

An Bord der VIVA-Cruises-Flusskreuzfahrtschiffe beginnt jeder Tag mit einem Versprechen: Raum für Erholung und zugleich für Entdeckungen. Die Kabinen sind stilvoll und wohnlich gestaltet, geprägt von warmen Farbtönen und natürlichen Materialien. Orte, an denen man gerne verweilt und sich sofort wie zu Hause fühlt. Diese Reisen verbinden den Zauber des Flusses mit den lebendigen Erlebnissen an Land. Nach Spaziergängen durch historische Gassen oder Besuchen majestätischer Kathedralen findet jeder an Bord seinen Lieblingsplatz zum Durchatmen: die behagliche Panoramalounge, das Spa oder einfach einen ruhigen Moment in der Kabine, um die Eindrücke wirken zu lassen.

Kulinarisch ist jede Route eine Entdeckungsreise, liebevoll abgestimmt auf die jeweilige Region und Jahreszeit. Abends verzaubert ein Dinner mit festlicher Note, begleitet von sanfter Musik und aufmerksamem Service, der persönliche Wünsche mit diskretem Charme erfüllt. Das VIVA All-Inclusive-Konzept macht dabei jeden Tag zum unbeschwerten Genuss: mit komfortabel ausgestatteten Kabinen, einer täglich frisch gefüllten Minibar, hochwertigen Pflegeprodukten von RITUALS und WLAN ohne Zusatzkosten. An alles ist gedacht. Genau diese Kombination aus Komfort, Gemütlichkeit und aufmerksamem Service macht jede Flusskreuzfahrt zur perfekten Mischung aus Kultur und Entspannung. Nicht laut, sondern stilvoll und genau im richtigen Tempo für eine Zeit, in der die Sinne zur Ruhe kommen.
JEDE ROUTE ERZÄHLT IHRE EIGENE WINTERGESCHICHTE:
› Rhein
Wenn der Winter den Rhein in weiches Licht taucht, wirken Burgen und Weinberge wie aus einem Märchen entsprungen. Weihnachtsmärkte werden zu kleinen Bühnen voll warmer Düfte und leiser Klänge. Wer durch romantische Altstadtgassen schlendert, spürt sofort: Hier sind Geschichte und winterliche Romantik zu Hause.
› Donau
Zur Winterzeit zeigt sich die Donau besonders majestätisch. Zwischen Wien, Budapest und Bratislava funkeln Paläste und Prachtbauten, als hätten sie sich nur für diese Jahreszeit herausgeputzt. Walzerklänge, festliche Konzerte und stimmungsvolle Märkte entfalten ihren kaiserlichen Charme.
› Seine
Die Seine im Winter ist pure Eleganz. Paris präsentiert sich glitzernd und voller Flair, ganze Boulevards verwandeln sich in funkelnde Kulissen. Es ist das unverwechselbare französische Lebensgefühl, das den Fluss zur schönsten Zeit des Jahres begleitet. Und wer könnte da einer Einladung widerstehen, den Winter mit allen Sinnen zu geniessen?


BEQUEM ANKOMMEN UND ENTSPANNT PLANEN
Alle Weihnachts- und Silvesterreisen beginnen und enden in Städten, die mit Bahn oder Flugzeug bequem erreichbar sind. Paris, Wien, Düsseldorf oder Frankfurt bieten ideale Ausgangspunkte für eine entspannte An- und Abreise. Wer möchte, nutzt die Gelegenheit und verlängert den Aufenthalt noch um ein paar Tage, ganz nach Lust und Laune. Und noch ein Tipp: Die Flusskreuzfahrten für 2026 sind bereits buchbar. Wer früh plant, hat nicht nur die grösste Auswahl, sondern auch die pure Vorfreude auf eine Reise voller Winterzauber und festlicher Highlights.
Wer nicht bis Weihnachten mit dem Schenken warten möchte: Alle Informationen und Buchungsmöglichkeiten für Advents- und Weihnachtsreisen gibt es unter www.viva-cruises.com.


Flugbegleiter gelten als Botschafter von Fluggesellschaften, die diese mit ihrer ansteckenden Gut mütigkeit, Ordentlichkeit und Uniformität repräsentieren. Die Uniform der Flugbegleiter war daher schon immer einer der Schlüsselfaktoren, und das seit dem Aufkommen der ersten kommerziellen Flüge. Kein Wunder also, dass auch die Luftfahrtmode im Laufe der Geschichte sehr lebendig und teilweise turbulent war. Es gab Übergänge und einzigartige Laufstege – und in gewisser Weise sind sie es heute noch.
Auf den Flughäfen tummeln zahlreiche Airlines und ihre Crews auf dem Gelände herum – erkennbar an den jeweils spezifischen Uniformen. Neben häufig hochgestecktem Haar und der branchenspezifischen zuvorkommenden Freundlichkeit sind die Looks der Uniformen der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter ein wichtiges Merkmal der jeweiligen Fluggesellschaft.
Viele Airlines überlassen nichts dem Zufall, wenn es um die Ausstattung der Mitarbeiter geht. Das macht auch Sinn, denn das Auftreten und das Outfit von Flugkapitänen, Bodenpersonal und Stewardessen tragen wesentlich zum Markenimage bei. Kein Wunder also, dass einige Airlines ihre Uniformen auf ein hohes Modeniveau bringen und Topdesigner engagiert haben, um ihre Teams mit Stil kleiden zu können. Auch für den jeweiligen Designer ist das immer eine besondere Wertschätzung.
Wir haben seit den Anfängen des Fliegens einen langen Weg zurückgelegt, von den holprigen Linienflugzeugen Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu den glamourösen, rauchgeschwängerten Flügen der 60er-Jahre. Mittlerweile hat das Fliegen etwas von seinem Glanz verloren. Ob auf Geschäftsreise oder im Urlaub, wir erleben Flugreisen nicht mehr als das besondere Vergnügen, das es für unsere Vorfahren war. Früher jedoch war Fliegen ein

umfassendes Erlebnis – und wurde auch so behandelt. Reisende trugen auf Flügen ihre Sonntagskleidung, und die Kabinenbars waren voller Massanzüge und Zigarettenrauch. Flugbegleiter waren moderne, weltreisende Arbeiter, die stets professionell, fähig und begeistert aussahen. Deren Uniformen haben sich mit der Zeit weiterentwickelt – manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten.
Der modische Take-off erfolgte vor rund 100 Jahren, als nach dem Ersten Weltkrieg vereinzelte Kampfflugzeuge zu Passagiermaschinen umfunktioniert wurden. In der Kabine war es eng, laut und kalt, es stank nach Kerosin und rüttelte ordentlich. Nach wenigen Minuten in der Luft dürfte manchem schon schlecht gewesen sein – weshalb man auf die Idee kam, medizinisch ausgebildete Flugbegleiterinnen anzustellen. Die ersten Flugbegleiterinnen waren entsprechend ausgebildete Krankenschwestern und trugen ihre Krankenschwesteruniform auch in der Luft, um Autorität zu vermitteln und die Flugangst der Passagiere zu lindern. So entstand das Hauptmerkmal für Stewardessen: Kümmere dich um die Passagiere. Die zu diesem Zweck entworfenen Uniformen ermöglichten es ihnen, ihre Funktionen und kaum etwas anderes zu erfüllen. Rau, grob und schwer waren die Eigenschaften, die sie auszeichneten. Sie bestanden aus schwerem, strapazierfähigem Material im Militärstil und umfassten grosse Mützen, die die Ohren bedeckten, Umhänge und Röcke, die bis über das Knie reichten.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde für die Herstellung von Militäruniformen zusätzlicher Stoff verwendet. Daher verzichteten die Uniformen der Hostessen auf Falten und wurden figurbetonter gestaltet, um Material zu sparen. Umhänge wurden nicht mehr getragen, und mass-


geschneiderte Blazer, Bleistiftröcke, Hüte und Schuhe mit kleinen Absätzen in gedeckten Farben waren in Mode. Die Frauen mussten Absätze tragen, ausser in der Luft, wo sie flache Schuhe tragen durften, und sie trugen Hüfthalter unter ihren Röcken, um glatt auszusehen.


Mit dem Aufkommen der Düsenflugzeuge in den frühen 1950ern nahm die Zahl der Flugziele und der Passagiere zu, wobei Letztere meist gut betuchte Geschäftsmänner waren, die sich ihre Flugbegleiterin nett zurechtgemacht wünschten. Feminin musste diese sein: Heels, Bleistiftrock, schnittiger Blazer, am Hütchen das Firmenemblem – voilà: das ikonische Outfit der Air-Hostess, das bei Delta Air Lines gar von Hollywood-Kostümbildnern entworfen wurde. Die sexuelle Revolution Mitte der 1960er-Jahre führte dazu, dass die Säume höher am Oberschenkel lagen und Hüfthalter und Handschuhe zugunsten bügelfreier und pflegeleichter Kleidung abgelöst wurden. Die Röcke wurden kürzer und Mädchen, die Stewardessen werden wollten, mussten eine bestimmte Grösse und ein bestimmtes Gewicht haben und ledig sein. Kommerzielle Reisen wurden zu einem erschwinglichen Luxus für die Mittelschicht. Klassische Anzüge mit knielangen Röcken, weissen Handschuhen und PillboxHüten sollten zu den elegant gekleideten Passagieren passen. Die Fluggesellschaften beauftragten berühmte Designer wie Christian Dior und Oleg Cassini, Jackie Kennedys persönlichen Designer, mit der Gestaltung ihrer Uniformen.
Der Begriff «Stewardess» wurde zu einem Marketingtrick der Fluggesellschaften, und die Werbung porträtierte sie als angehende liebevolle Hausfrauen. Sie kannten die neuesten Modetrends, trugen Designeruniformen, schminkten sich wie Experten und pflegten einen Jetset-Lebensstil. Die Frauen mussten in den Zwanzigern, kinderlos und ledig, zwischen 1.57 und 1.75 Metern gross und unter 61 Kilogramm schwer sein, einen Hochschulabschluss besitzen, einen Persönlichkeitstest bestehen und strenge Regeln bezüglich Frisur und Make-up befolgen.
Alles änderte sich 1965, als Braniff International Airways dem Entwurf neuer Uniformen beauftragte. Pucci Strip»-Design aus mehreren Schichten, die wähausgezogen werden sollten. Die Uniformen der IV»-Kollektion umfassten bunte Kittel, Raumfahrerhelme Die Fluggesellschaften wollten sich mit den technologischen Entwicklungen der 1960er-Jahre das Bild der Stewardess wandelte sich von der Ehefrau zur koketten Hostess.

CLIFF MUSKIETS UNIFORM-KOLLEKTION
Schon in seiner frühen Kindheit war der Holländer Cliff Muskiet fasziniert von der Welt der Luftfahrt. Er sammelte alles, was einen Namen oder ein Logo einer Fluggesellschaft trug, zum Beispiel Poster, Postkarten, Aufkleber, Flugpläne, Sicherheitskarten und Flugzeugmodelle. 1980 bekam er die erste Uniform von einer Freundin seiner Mutter geschenkt. 1982 erfuhr er, dass zwei Charterfluggesellschaften neue Uniformen einführen sollten, und rief sofort diese Fluggesellschaften an und wurde eingeladen, einen Satz alter Uniformen abzuholen. So ging es Jahr für Jahr weiter und aktuell umfasst seine Sammlung 1905 Uniformen von 636 verschiedenen Fluggesellschaften.
WWW.UNIFORMFREAK.COM
Die Flugbegleiterinnen von Southwest Airlines trugen ab 1968 Go-Go-Stiefel und Miniröcke mit Gürtel. Sie präsentierten sich als «Liebesfluggesellschaft» und servierten «Liebesbisse» und «Liebestränke». Stewardessen wurden von den Fluggesellschaften eingesetzt, um die überwiegend männliche Kundschaft anzusprechen und Geschäftsleute von Zug- und Autoreisen auf Flüge mit günstigeren Preisen und Services zu locken. Das Image der zukünftigen Hausfrau wandelte sich zur Spielkameradin am Himmel, die für Unterhaltung sorgte. Die Farben wurden mutiger und die Pumps durch Stiefel ersetzt. Zusätzlich trieb die Euphorie über die Eroberung des Weltraums teils bizarre Blüten: Unvergesslich sind die Star-Trek-artigen Outfits von Pierre Cardin für die griechische Olympic Airlines. Den Vogel schoss Southwest Airlines ab: mit Föhnfrisur, Schnürstiefel und – Hotpants!
In den frühen 1970er-Jahren kamen leuchtende Farben, psychedelische Muster, kurze Röcke und Go-Go-Stiefel auf. Pan Am entwarf erstmals knielange Röcke und die kräftigen Farben Superjet Blue und Galaxy Gold, und Delta bot 1970 seine erste Uniform mit Hosen an. In den 1980er- und 1990er-Jahren enthielten Uniformen übergrosse Krawatten und Schulterpolster und wurden mit Blick auf Stil und Funktionalität entworfen. Delta entwarf in den 1980er-Jahren seine erste Uniform, die auch Umstandsmode enthielt. Das Image der Flugbegleiterinnen wandelte sich vom Playboy-Bunny zur Sicherheitsexpertin, und Uniformen wurden zu androgynen Hosenanzügen und Blusen. Der Glamour des Fliegens war dahin, da Flugbegleiterinnen immer mehr Passagiere immer schneller bedienen mussten.
Der spanische Designer Cristóbal Balenciaga war seiner Zeit stilistisch konsequent einen Schritt voraus und hat massgeblich die Modegeschichte des 20. Jahrhunderts mitgeschrieben. 1969 entwarf er die neuen Uniformen für die weiblichen Flugbegleiterinnen der Air France. 1971 kamen zwei Outfits für Sommer / Winter


hinzu, um die Hostessen am Boden erkennbar zu unterscheiden. Die Uniform für den Sommer war Zartrosa oder Hellblau. Dabei war Balenciaga nicht der einzige Modeschöpfer, welcher für Air France entwarf. Noch weitere Designer mit Rang und Namen wie Christian Dior (1962), Nina Ricci (1997) und Christian Lacroix (2005) setzten ihr Talent und ihre Ideen für das Unternehmen ein. Lacroix schuf 2005 eine Garderobe mit rund 100 kombinierbaren Pieces: «Man konnte eine Air-France-Crew in einer Menschenmenge von 1000 Menschen auf jedem Flughafen der Welt erkennen», stellte Lacroix selbst fest und beschrieb damit die einzigartige Mischung aus Flair und Stil – französische Eleganz pur eben.
Vielleicht haben Sie schon vom sogenannten »Singapore Girl« gehört? Das ist der liebevolle Kosename für die Uniform der Singapore Airlines. Der Zweiteiler mit dem kleinteiligen Muster ist aus traditionellem Batik gefertigt und seit 1968 (!) unverändert die Uniform von Singapore Airlines. Dieses

Erfolgskonzept des Sarong Kebaya (Zweiteiler aus Bluse und Rock) wurde 1968 vom Pariser Haute-Couture-Designer Pierre Balmain entworfen. Mittlerweile ist der Look zum ikonischen Markenzeichen der Airline avanciert. Abhängig vom Dienstgrad wählt die Flugbegleiterin aus vier Farben: Blau – Flight Stewardess, Grün –Leading Stewardess, Rot – Chief Stewardess, Burgunderrot – InFlight Supervisor.
Dann kamen die businessverrückten 80er und 90er, in denen die Airlines das Frivole abwarfen und sich wieder um ein seriöses Image bemühten. Man wollte Professionalität ausstrahlen, erst recht nach 9/11, als Sicherheit – auch visuell – zur Priorität Nummer eins wurde. Wenn darüber hinaus eine Botschaft ausgesendet wurde, dann eine zur kulturellen Identität der Firma. Bis heute setzt man etwa bei Thai Airways auf violett schimmernde Seiden-Sarongs samt Orchideengesteck, während bei Emirates das Hütchen mit einem Gesichtsschleier versehen ist.
Mit den Billig-Airlines zog schliesslich ein neuer Pragmatismus in die Branche ein: Praktisch soll es sein, ohne viel Tamtam. Und die optische Unterscheidung zwischen den Geschlechtern? Überbewertet! Funktionale Stoffe passen sich jeder Figur an, unaufgeregte Schnitte zähmen Kurven, statt sie zu betonen, und was die Schuhe angeht, so müssen sie in erster Linie bequem sein. Zudem legt man die dem Wort Uniform innewohnende Gleichheit grosszügiger aus: Dem fliegenden Personal wird heute meist eine kleine Garderobe aus mehreren Teilen zur Verfügung gestellt, aus der es sein Outfit nach individuellen Vorlieben zusammenstellt.
Neben häufig hochgestecktem Haar und der branchenspezifischen zuvorkommenden Freundlichkeit sind die Looks der Uniformen der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter ein wichtiges Merkmal der jeweiligen Fluggesellschaft.
Einige Airlines bringen ihre Uniformen auf ein hohes ModeNiveau und engagieren Top-Designer, um ihre Teams mit Stil kleiden zu können.
Die erste Flugbegleiterin, Ellen Church, war eine 25-jährige ausgebildete Krankenschwester, die 1930 bei Boeing Air Transport zu arbeiten begann.
In den 60er Jahren mussten Stewardessen in ihren Zwanzigern, kinderlos und ledig, zwischen 1.75 und 1.75 Meter gross und unter 61 Kilogramm schwer sein, einen Hochschulabschluss besitzen, einen Persönlichkeitstest bestehen und strenge Regeln bezüglich Frisur und Make-up befolgen.
Im Jahr 1968 entwarf Cristóbal Balenciaga für Air France Uniformen, die an plötzliche Klimaveränderungen angepasst waren.




Ein Land mit einer facettenreichen Kultur, malerischen Landschaften und spektakulären Sehenswürdigkeiten –darunter Angkor und seine Tempelanlagen. Diese sind zweifellos die Kronjuwelen in Kambodschas Historie und gehören zu den eindrucksvollsten archäologischen Stätten der Welt.
Der im 12. Jahrhundert vom Khmer-König Suryavarman II. erbaute Tempel gilt als das grösste religiöse Gebäude der Welt. Das beindruckende Heiligtum ist ein architektonisches Meisterwerk und ein erhabenes Beispiel für die klassische Khmer-Architektur. Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von etwa 162 Hektar und besteht aus einem Haupttempel, der von Wassergräben und verschiedenen Nebengebäuden umgeben ist. Angkor Wat ist jedoch nur ein Teil des umfangreichen Tempelkomplexes, der über 400 Quadratmeter gross ist und zahlreiche Tempelruinen umfasst. Zu den herausragendsten zählen der mystische Ta-Prohm-Tempel, der von dichtem Dschungel überwuchert ist, sowie der Bayon-Tempel mit seinen ikonischen steinernen Gesichtern.
Mit ihren Reliefs und Skulpturen spiegelt die Tempelanlage die spirituelle Vielfalt und die religiösen Bräuche der KhmerKultur wider. Sie erzählt Geschichten aus hinduistischen Epochen wie dem Ramayana und von buddhistischen Lehren. Übrigens: Der Sonnenaufgang über Angkor Wat ist ein echtes Spektakel und zieht täglich unzählige Besucher an!
Im Herzen des historischen French Quarter von Siem Reap gelegen, ist das FCC Angkor by Avani seit Langem der Treffpunkt für ausländische Korrespondenten und Archäologen, die sich von der epischen Vergangenheit Angkors angezogen fühlen. Nur wenige Minuten von der legendären Tempelanlage entfernt, verbindet dieser vom Kulturerbe inspirierte Rückzugsort kolonialen Charme mit modernem Komfort. Die Gäste geniessen zwei Übernachtungen in einem elegant eingerichteten Zimmer mit kostenlosem Upgrade, täglichem Frühstück und einem Entdecker-Set, um ihre Reise zu verbessern.



Wer heute durch die Strassen von Florenz flaniert, wandelt durch Gässchen, die vor 75 Jahren Zeugen einer Moderevolution wurden. Eine Entdeckungsreise durch Italiens Modegeschichte.

Am 12. Februar 1951 lud der Unternehmer Giovanni Battista Giorgini internationale Einkäufer und Pressevertreter in seine Villa Torrigiani zur ersten grossen Haute-Couture-Schau Italiens ein. Präsentiert wurden Entwürfe von Designern wie Fontana, Emilio Pucci und Salvatore Ferragamo. Die Präsentation – später als «Florence Bomb» betitelt – erschütterte das damalige Modemonopol von Paris und legte den Grundstein für das Qualitätssiegel «Made in Italy». Florenz wurde zur Geburtsstätte einer neuen, selbstbewussten Designkultur, getragen von exzellenter Handwerkskunst und künstlerischer Vision – ein Erbe, das vor Ort bis heute spürbar ist. Nur wenige Minuten von Florenz’ historischem Zentrum entfernt liegt die Villa La Massa: einst Medici-Residenz, heute luxuriöses Hideaway und Ausgangspunkt für alle, die nicht nur entspannen, sondern auch in die Anfänge der italienischen Modewelt eintauchen möchten.
Ein weiterer empfehlenswerter Stopp auf der Modefährte: das Ferragamo-Museum im historischen Palazzo Spini Feroni, das dem Leben und Werk des Designers gewidmet ist und seine ikonischen Schuhkreationen zeigt – einschliesslich Audrey Hepburns Ballerinas und der Monroe-Stilettos. Nur einen Spaziergang hiervon entfernt liegt der Gucci Garden, ein kreatives Gesamtkonzept aus Mode, Kunst und Kulinarik, das die Geschichte des Hauses Gucci lebendig werden lässt. Neben einer Galerie mit Kleidern und Accessoires aus verschiedenen Epochen begeistert das kleine Kino mit künstlerischen Kurzfilmen, während das mit einem MichelinStern ausgezeichnete Restaurant Gucci Osteria da Massimo Bottura auch kulinarisch auf höchstem Niveau glänzt.
Wer nach so vielen Sinneseindrücken in die Ruhe der Toskana eintauchen möchte, findet in der Villa La Massa, den idealen Rückzugsort. Die Zimmer und Suiten im Renaissance-Stil sind mit Baldachinbetten, freskenverzierten Zimmerdecken sowie kunstvollen Boiserien – kunstvoll geschnitzten, dekorativen Wandverkleidungen aus Holz – ausgestattet und versetzen die Gäste in ein vergangenes Jahrhundert. Nur acht Kilometer vom Zentrum von Florenz entfernt, bietet das Anwesen eine perfekte Lage und einen kostenfreien Shuttle direkt zum Ponte Vecchio, von dem aus Museen, Ausstellungen und Ateliers bequem zu erreichen sind.
WWW.VILLALAMASSA.COM

Hinter der grössten Hotelkette der Welt verbirgt sich die Geschichte eines Mannes, der auf einer Farm in Utah geboren wurde und in seiner Kindheit die Strapazen der Arbeit und die Kraft des Glaubens kennenlernte. Sein erstes Unternehmen begann mit einer einfachen Idee: kalte Getränke im Sommer und warmes Essen im Winter. Wie wurde daraus eines der grössten Hotelnetzwerke der Welt?
John Willard Marriott, besser bekannt als J. Willard Marriott, wurde 1900 in eine bescheidene Mormonenfamilie mit neun Kindern geboren. Als Kind arbeitete er Seite an Seite mit seinen Eltern auf der Zuckerrübenplantage und verkaufte im Dorf Zitronengras, um Schulkleidung zu kaufen. Nach seinem Abschluss an der University of Utah ging er mit nur ein paar 100 Dollar in der Tasche nach Washington, D.C., wo er 1927 einen kleinen Root-Beer-Stand eröffnete. Doch er dachte bereits über das Glas alkoholfreies Bier hinaus: Er wollte ein umfassendes Erlebnis bieten. So entstand Hot Shoppe, ein Ort, an dem schnell warmes Essen zu erschwinglichen Preisen serviert wurde. Das Geschäft wuchs rasant und in den 1930er-Jahren unterzeichnete Marriott seinen ersten Catering-Vertrag mit Eastern Airlines – ein visionärer Schritt, der das Unternehmen zu einem wichtigen Akteur auf dem Foodservice-Markt machte. 1957 eröffnete Marriott im Alter von 57 Jahren sein erstes Hotel, das Twin Bridges Motor Hotel, in Arlington, Virginia. Das Hotel verfügte über 365 Zimmer und legte Wert auf Sauberkeit, Komfort und Vorhersehbarkeit – Dinge, die damals in der Hotelbranche keine Selbstverständlichkeit waren.
Er war besessen von Details – er inspizierte die Zimmer, überprüfte das Essen, testete das Personal. Er glaubte daran, mit gutem Beispiel voranzugehen und nie etwas zu verlangen, was er nicht bereit war zu tun. Er war auch ein Pionier der Unternehmenskultur – er sagte immer: «Zufriedene Mitarbeiter sorgen für zufriedene Kunden.» Es förderte vorsichtige Innovationen – das erste Hotel hatte in allen Zimmern eine Klimaanlage, ein seltener Luxus in den 1950er-Jahren.
In den 50 Jahren seines Bestehens hat sich das Amsterdam Marriott Hotel als verlässliche Grösse in einer sich ständig wandelnden Stadt erwiesen und ist dabei seinen Grundwerten treu geblieben: eine Mischung aus klassischer Gastlichkeit, strategischer Innovation und einem engagierten, eng verbundenen Team.
Das Unternehmen entwickelte sich von einem Familienbetrieb zu einem multinationalen Unternehmen mit Präsenz in über 130 Ländern und Marken, die von Luxus (Ritz-Carlton, St. Regis) bis Economy (Courtyard by Marriott, Moxy) reichen. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) verfügt es aktuell über mehr als 1300 Hotels und 29 eigenständige Marken in insgesamt 80 Ländern und Territorien.

Buchung unter msccruises.ch oder in Ihrem Reisebüro

EINE WELT VOLLER MÖGLICHKEITEN, DIE DURCH PRIVATSPHÄRE, ELEGANZ UND AUSSERGEWÖHNLICHEN KOMFORT BESTICHT: DAS IST DER MSC YACHT CLUB, IN DEM FERIENTRÄUME WAHR WERDEN.


Auf 17 Schiffen der MSC-Cruises-Flotte befindet sich am prestigeträchtigen Bug ein Bereich, der anmutet wie eine Privatyacht, aber die Vorzüge eines Kreuzfahrtschiffes bietet: Der MSC Yacht Club ist ein Ort, an dem das Wohlergehen der Gäste absolute Priorität hat. Das zeigt sich nicht nur durch ein besonders hohes Mass an Privatsphäre, sondern auch durch aussergewöhnlichen Komfort. Die Gäste kommen in den Genuss eines eigenen Restaurants mit flexiblen Essenszeiten, in dem ihr Gaumen mit gehobener Gourmetküche verwöhnt wird, einer atemberaubenden Panorama-Lounge sowie eines privaten, weitläufigen Sonnendecks mit verschiedenen Pools zum Relaxen. Das exklusive Ambiente spiegelt sich auch in den geräumigen Suiten wider, die alle mit feinstem italienischem Mobiliar, Bettbezügen aus ägyptischer Baumwolle, begehbaren Kleiderschränken, Marmorbädern und einem grosszügigen Balkon ausgestattet sind. Zu den
exklusiven Privilegien gehören auch eine PriorityEin- und Ausschiffung, damit die Gäste bereits ab der Ankunft den besonderen Service geniessen können. Zudem gibt es eine Premium-Getränkeauswahl und das WiFi-Paket inklusive. Apropos Erholung: Freien Zugang zum Thermalbereich im MSC Aurea Spa haben Gäste des Yacht Club selbstverständlich auch.
Eines der vielen Highlights des MSC Yacht Clubs ist der 24-Stunden-Butler- und Concierge-Service: Nahezu jeder Wunsch wird rund um die Uhr erfüllt – für eine Reise, die zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Dazu tragen auch die vielfältigen Routen bei, die zu den schönsten Zielen rund um den Globus führen. Ob historische Städte am Mittelmeer, mystische Landschaften in Nordeuropa oder sonnenverwöhnte Karibikstrände: Jede Route bietet eine Mischung aus Abenteuer, Kultur und Entspannung sowie dank der exklusiven Landausflüge einen authentischen Einblick in die lokalen Traditionen vor Ort.
AN BORD DER MODERNEN MSC-FLOTTE erleben Gäste ein Höchstmass an Komfort, Kulinarik und Unterhaltung.
SCHIFF-IM-SCHIFF-KONZEPT Gäste des Yacht Club haben Zugang zu exklusiven Bereichen und können zusätzlich das umfangreiche Bordangebot geniessen.
EXKLUSIVE LANDAUSFLÜGE Massgeschneiderte Erlebnisse, die individuell abgestimmt sind und einen exklusiven Zugang zu den einzigartigsten Zielen der Welt ermöglichen.
SCANNEN SIE JETZT GLEICH DEN QR-CODE oder besuchen Sie msccruises.ch für alle Infos zum MSC Yacht Club.

Vier aussergewöhnliche Rückzugsorte in der ehemaligen Staatsbank – inspiriert von der Pracht königlicher Geschichte, veredelt durch massgeschneiderte Erlebnisse, die jeden Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem machen.
Autor_Urs Huebscher Bilder_Rosewood München

Mit den exklusiven Houses prägt Rosewood München ein neues Kapitel der Luxushotellerie. Fünf Rückzugsorte, die nicht nur durch ihre Grosszügigkeit und Geräumigkeit, sondern mit Persönlichkeit, Atmosphäre und einem Gefühl von Zuhause beeindrucken. Inspiriert von historischen Persönlichkeiten wie König Maximilian I., Prinzessin Augusta, König Ludwig I. und Prinzregent Luitpold, verschmelzen hier königlicher Glanz mit modernem Lebensgefühl. Inmitten der ehemaligen Bayerischen Staatsbank entstanden einzigartige Refugien, die Geschichte atmen und zugleich Raum für persönliche Entfaltung und Inspiration bieten. Das Interieur, erzählt von bayerischer Eleganz, modernen Akzenten und liebevollen Details. Samt trifft auf Leder, Kunst auf Geschichte, Raffinesse auf Authentizität. Handgefertigtes Porzellan aus der Porzellanmanufaktur Nymphenburg, eigens personalisiert für jedes House, unterstreicht den Charakter jedes Raumes – ge -

nauso wie ausgewählte Bücher und Kunstwerke, die die Geschichte ihrer Namensgeber greifbar machen. Was die Houses wirklich besonders macht, ist das Gefühl, ganz für sich zu sein – und dabei auf nichts verzichten zu müssen. Ein 24-Stunden-Butlerservice kümmert sich aufmerksam um alle Bedürfnisse der Gäste: vom Frühstücksservice im House über das Auspacken der Koffer bis hin zum täglichen Room Refresh. Flexible An- und Abreisezeiten rund um die Uhr sorgen dafür, dass jeder Aufenthalt so beginnt und endet, wie es zu den persönlichen Plänen passt.
Auf Wunsch beginnt der Aufenthalt bereits stilvoll – mit einem privaten Transfer vom oder zum Flughafen. Und auch während der Zeit in der Stadt steht den Gästen das hoteleigene House-Car jederzeit komfortabel zur Verfügung. Auch kulinarisch ist für alles gesorgt: Der Tag beginnt mit Frühstück im eigenen House oder in der Brasserie Cuvilliés. Abends kocht ein privater Chef ganz nach den Wünschen der Gäste. Alle, die auch auf Reisen


aktiv bleiben möchten, können im Rosewood Munich auf persönliche Betreuung durch den hauseigenen Trainer zurückgreifen. Private Spa-Anwendungen in der eigenen «Social Suite» runden das Angebot ab. Mit den Houses definiert das Rosewood München, was es heisst, in der bayerischen Landeshauptstadt zu residieren. Es ist ein Erlebnis für Gäste, die das Besondere suchen – und die inmitten der Stadt einen Ort entdecken möchten, an dem Zeit keine Rolle spielt, aber jedes Detail zählt. Ein zeitgemässes Verständnis von Luxus an einem historischen Ort.

Ein ikonisches Luxushotel im pulsierenden Stadtteil Bras Basah ist seit Langem ein Symbol für Qualität in der Gastfreundschaft. Das Hotel wurde 1988 gegründet und bietet anspruchsvollen Reisenden erstklassigen Service, stilvolle Unterkünfte und unvergessliche kulinarische Erlebnisse. Mit seiner perfekten Verschmelzung von moderner Eleganz und traditioneller Wärme hat sich das Carlton Hotel Singapore seinen Platz als Eckpfeiler des gehobenen Reisens in Asien verdient. Wir hatten das Privileg, mit Darren Ware, dem General Manager des Hotels, über das preisgekrönte Hotel zu sprechen.
Autor_Alexander Chetchikov
Bilder_Carlton Hotel Singapore
PRESTIGE: Das Carlton Hotel Singapore ist seit Langem ein Eckpfeiler des Reiseverkehrs in der Region. Was zeichnet Carlton Ihrer Meinung nach in Bezug auf sein Luxusangebot für Reisende aus?
DARREN WARE: Was uns auszeichnet, ist die nahtlose Mischung aus Bequemlichkeit, Komfort und persönlichem Service. Wir befinden uns im Herzen der Stadt und bieten einfachen Zugang zum zentralen Geschäftsviertel und den wichtigsten Verkehrsanbindungen. Zusätzlich zu den gut ausgestatteten Zimmern bieten wir exklusive Vorteile wie den Zugang zum Premier Club und ein gepflegtes kulinarisches Erlebnis mit ganztägig geöffnetem Restaurant, authentischer kantonesischer Küche und lokal inspirierten Cocktails.
Das Hotel hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter zwei Jahre in Folge die Luxury Lifestyle Awards als Best Luxury Business Hotel, Singapore. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Service und Ihre Erfahrungen weiterhin den höchsten Standards entsprechen?
Wir verpflichten uns, die höchsten Servicestandards durch einen proaktiven Ansatz der kontinuierlichen Personalentwicklung aufrechtzuerhalten und den Branchentrends immer einen Schritt voraus zu sein. Unser Team ist auch in der Lage, einen personalisierten, intuitiven Service zu bieten, und wir sammeln aktiv Gästefeedback, um unsere Dienstleistungen zu verfeinern. Ganz gleich, ob es um die Verbesserung digitaler Touchpoints oder die Verbesserung unserer Zimmerausstattung geht – wir überprüfen unsere Angebote regelmässig, um sicherzustellen, dass sie den sich wandelnden Bedürfnissen moderner Reisender entsprechen.
Wie wichtig ist das kulinarische Erlebnis für die Gesamtidentität des Carlton Hotel Singapore mit renommierten Restaurants wie dem Wah Lok?
Das kulinarische Erlebnis ist eine Erweiterung der Gastfreundschaft des Hotels und bietet die Möglichkeit, durch aussergewöhnliche Küche, Service und Ambiente unvergessliche Momente zu schaffen. Egal, ob es sich um ein Mittagessen, ein formelles
Geschäftsessen oder einen ungezwungenen Abend handelt – unsere Lokalitäten sind so konzipiert, dass sie den unterschiedlichen Geschmäckern entsprechen und gleichzeitig die höchsten Qualitätsstandards einhalten.
Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Schwerpunkt im Carlton Hotel Singapore, wie Ihre Initiative «Go Green, Stay Sustainable» zeigt. Wie wird Nachhaltigkeit Ihrer Meinung nach die Zukunft der Luxushotellerie prägen und welche Schritte können andere Hotels unternehmen, um ähnliche Praktiken umzusetzen?
Nachhaltigkeit ist ein grundlegendes Element für die Zukunft unserer Branche. Die Reisenden von heute sind sich ihres ökologischen Fussabdrucks zunehmend bewusst und fühlen sich zu Marken hingezogen, die mit ihren Werten übereinstimmen. Hier im Carlton Hotel Singapore reduzieren wir unsere Umweltbelastung durch die Implementierung energieeffizienter Systeme, die Reduzierung von Einwegkunststoffen, den Einsatz digitaler Lösungen zur Minimierung des Papierverbrauchs und die nachhaltige Beschaffung unserer Lebensmittel- und Getränkebetriebe. Noch wichtiger ist, dass wir unsere Mitarbeiter und Gäste in diese Reise einbeziehen, ein Bewusstsein schaffen und sie befähigen, umweltbewusste Entscheidungen zu treffen.
Für andere Hotels, die ähnliche Initiativen umsetzen wollen, ist es wichtig, mit messbaren Zielen zu beginnen und Nachhaltigkeit in jeden Aspekt des Betriebs einzubetten sowie gleichzeitig sicherzustellen, dass sie die Gästeerlebnisse ergänzt.
Das Luxusgastgewerbe hat in den letzten Jahren eine bedeutende Entwicklung erlebt. Wie sehen Sie die Rolle von Luxushotels, die sich an die sich ändernden Erwartungen der Gäste anpassen?
Die Gäste von heute suchen mehr als opulente Angebote. Sie legen Wert auf Authentizität, Flexibilität und ein Gefühl der Zugehörigkeit. Im Carlton Hotel Singapore haben wir diesen Wandel mit durchdachten Dienstleistungen angenommen, um sinnvolle Erlebnisse zu bieten, die sich an einem modernen Lebensstil orientieren und Nachhaltigkeit in jeden Berührungspunkt einbetten. Wir hören uns auch das Feedback der Gäste genau an und antizipieren Bedürfnisse, bevor sie entstehen. Durch herzliche und intuitive Gastfreundschaft bleiben wir relevant und finden bei den bewussteren und anspruchsvolleren Reisenden von heute Anklang.
WWW.CARLTONHOTEL.SG
WWW.WORLDLUXURYCHAMBER.COM


Mallorca ist um ein interessantes Angebot reicher, sowohl für Einwohner als auch Besucher: die Motorworld Mallorca, eine spektakuläre Anlage auf über 15’000 Quadratmetern, die ganz der Welt der Mobilität, der Kultur, der Gastronomie und der Events gewidmet ist.

Autor_Urs Huebscher
Dank der strategisch günstigen Lage zwischen dem Flughafen und Palma, direkt an der Autobahn MA-19 gelegen, ist die neue Erlebniswelt der Mobilität ein ideales Ausflugsziel zu Beginn, während oder zum Abschluss eines Aufenthalts auf der Insel.
Die Motorworld Mallorca ist weit mehr als nur eine Ausstellung besonderer und exklusiver Fahrzeuge: Sie bietet eine Welt an Erlebnissen mit weit über 100 aussergewöhnlichen Autos und Motorrädern, Yachten, Simulatoren, Design, Kunst und Lifestyle. Vom beeindruckenden Mercedes 230N Roadster von 1937, einem von nur noch acht Exemplaren weltweit, über den charismatischen Dodge Charger von 1967 und den legendären Porsche 356 A Speedster von 1958 bis hin zum modernen Aston Martin DB12 –die meisten ausgestellten Fahrzeuge sind Unikate, die über vor Ort ansässige Händler und Dienstleister gekauft oder gemietet werden können.
Als Besucher kann man eine Führung buchen, im Sim Racing Center Mallorca Adrenalin pur erleben oder sein Traumauto für eine Tour über die Insel reservieren – all dies in einer bis ins kleinste Detail gepflegten Umgebung mit speziellen Glasboxen für Sammlerfahrzeuge, Ausstellungsbereichen, Werkstätten und Showrooms von Händlern, die Marken wie McLaren, Lamborghini, Jeep, RollsRoyce oder Ferrari präsentieren.
Auch das gastronomische Angebot spielt eine wichtige Rolle: Das Restaurant Motorworld Inn und das Café Motomio sind ein Erlebnis für sich. In einem von der Ästhetik der 60er- bis 80er-Jahre inspirierten Rahmen – die Stars sind ein an der Decke hängender Lamborghini und ein Boot im Loungebereich – gibt es internationale Gerichte mit vegetarischen und veganen Optionen.
WWW.MOTORWORLD.DE/ ES/MALLORCA
Becker Bilder_TUMI
«Ikonisch» ist ein Wort, das im Zeitalter der sozialen Medien allmählich seinen Weg in die Alltagssprache gefunden hat. Doch was bedeutet es wirklich, ikonisch zu sein? Die internationale Reise- und Lifestylemarke TUMI widmet sich genau dieser Frage mit ihrer neuen Kampagne «Icons Tested».




Im Mittelpunkt der Kampagne steht Formel-1-Fahrer Lando Norris, welcher seine Meinung zum Ikonenstatus mit TUMI teilt, denn beide sind sich einig: Wirklich ikonisch zu sein, ist das Ergebnis von Beständigkeit, Präzision und unermüdlichem Streben nach Exzellenz.
Norris verkörpert genau diese Werte wie kein Zweiter. Fokussiert und diszipliniert spiegelt sich der McLaren-Fahrer in den Produkten von TUMI wider. Denn egal ob hinter dem Lenkrad oder auf Reisen – kompromisslose Performance ist keine Option, sondern Standard.
Neben Norris stehen im Rahmen des 50-jährigen Markenjubiläums zwei einzigartige Backpacks im Vordergrund: der Navigation Backpack aus der Alpha-Bravo-Kollektion und der Celia Backpack aus der Voyageur-Linie. Beide Modelle sind mit ihrer
hohen Funktionalität und ihrer modernen Eleganz darauf ausgelegt, den Ansprüchen jeder dynamischen Persönlichkeit gerecht zu werden.
Denn «Icons Tested» zelebriert nicht nur TUMIs Designklassiker, sondern auch die Menschen, die keine Kompromisse eingehen, sei es unterwegs oder im Leben auf ihrem persönlichen Weg zur Ikone.
TUMI Store Bahnhofstrasse 31 8001 Zürich www.tumi.com







Autorin_Swenja Willms

Im Bozner ConTanima lädt Küchenchef Dario Tornatore zu einer Sinnesreise ein, die irgendwo zwischen den Grenzen verschwimmt.
Eigentlich war ich nur auf der Durchreise. Ein Abstecher in die Dolomiten, ein paar Tage Ruhe, Natur, Weitblick. Doch dem guten Essen entkommt man in Südtirol kaum. Zu tief ist es verwurzelt im Alltag, zu selbstverständlich serviert, zu überzeugend in seiner Qualität. Zwischen Bauernstuben und Designhotels, Knödeln, Kastanien, Kalbskoteletts und Kaiser schmarrn verschmelzen hier alpine Bodenständigkeit und italienische Leichtigkeit zu einer eigenen kulinarischen Identität. Das Beste hob ich mir für den Schluss auf. Auf dem Rückweg in die Schweiz machte ich halt in Bozen – jener Stadt, eingebettet in eine Bergkulisse und mit einer Aperitivo-Kultur auf architektonischen Altlasten. Ein Ort des Übergangs – geografisch, kulturell, sprachlich. Und genau in diesem Geist funktioniert auch das kulinarische Konzept des ConTanima.
VERTRAUTES UND NEUES
Mitten im satten Grün des Laurin-Parks steht ein Glashaus. Die gläsernen Wände spiegeln das Blätterdach der alten Bäume, während drinnen ein anderer Kosmos entsteht – filigran, fokussiert, fast filmisch. Ich sitze an einem massiven Eichentisch, darüber hängen Lampen aus alten Schiffen, unter mir Kiesboden. Dieser Raum zählt 110 Jahre – und nur 20 Plätze. Der Name ist eine Wortschöpfung aus «contaminate» (kontaminieren) und «anima» (Seele) – er hat sich nicht zum Ziel gesetzt, Sterne zu sammeln. Und genau darin liegt seine Stärke. Denn es geht hier nicht um Trophäen, sondern um Vertrauen. In Produkte. In Instinkt. In Emotionen. Die Teller erzählen Geschichten – von salzigem Meer, rauem Gestein, weichen Hügeln. Südtirol trifft Süden. Wer Platz nimmt, tut gut daran, sich fallen zu lassen. In die sanfte Musik, das leise Licht, die handverlesene Weinkarte mit einer klugen Auswahl an Naturweinen und kleinen Winzer*innen.


Die Küche atmet den Süden und ist zugleich tief in Südtirol verwurzelt. Die Menükarte ist flexibel – drei, fünf oder acht Gänge, dazu alkoholfreie Fermentate, Naturweine oder Cocktails. Wer mutig ist, wählt «Vertrauen Sie mir?» – sechs Gänge, spontan zusammengestellt von Küchenchef Dario Tornatore, abseits des Menüs. Seit 2023 steht der gebürtige Neapolitaner hier am Herd. In Rom aufgewachsen, von der Welt geformt, bringt er in seinem ersten Signature-Restaurant all das zusammen, was er gesehen, gelernt, geliebt hat. Japanische Präzision, britische Schule, mediterrane Intuition – all das spiegelt sich in seiner Küche wider. Doch am Anfang stand etwas anderes: seine Nonna Chiara und ihr Ragù. Tornatore spricht von ihr mit dieser Art von Respekt, wie man ihn nur dann empfindet, wenn Essen nie einfach nur Nahrungsaufnahme war, sondern Ritual, Erinnerung, Zuhause. Diese emotionale Tiefe spürt man auch im Menü. Hier geht es nicht um Spektakel, sondern um Substanz. Das beginnt
beim hausgemachten Brot aus Weizensauerteig, das mit selbst angesetztem Kombucha gereicht wird, und zieht sich weiter bis zu Gerichten wie dem Rote-Bete-Taco mit Tartar vom Dry-AgedRind – eine Reminiszenz an Japan, aber aus regionalen Zutaten gedacht. Oder dem Risotto mit Austernemulsion und Schnittlauchöl, das Meeresmineralität und alpenländische Frische auf einen Löffel bringt. Jeder Gang trägt hier einen doppelten Boden –auch visuell. Es wird angerichtet wie in einem nordischen FineDining-Tempel, aber serviert mit der herzlichen Gelassenheit einer italienischen Osteria. Der Service ist wach und unaufgeregt, aufmerksam, ohne steif zu wirken. Man merkt: Hier arbeiten Menschen, die nicht nur ihre Arbeit, sondern auch das Zusammenspiel mit der Küche ernst nehmen. Und dann folgt noch das Dessert: «Sacher ConTanima». Der Klassiker wird dekonstruiert und mediterranisiert – und bleibt doch irgendwie vertraut. Wie alles hier.
In einer eleganten Ecke von Zürich eröffnete in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein unternehmerischer Schweizer Konditor ein kleines Geschäft, das den Grundstein für eines der grössten Imperien in der Geschichte der Schokolade legen sollte.
Autor_Urs Huebscher
Es geschah im Jahr 1836, als der Konditor David SprüngliSchwarz gemeinsam mit seinem Sohn Rudolf eine bescheidene Konditorei an der Marktgasse im Herzen der Zürcher Altstadt eröffnete, aus der sich ein bis heute florierendes Schokoladenimperium entwickelte. Damals war Schokolade noch eine seltene Delikatesse, die fast ausschliesslich in flüssiger Form konsumiert wurde – ein Luxus, der den Reichen vorbehalten war. Doch Vater und Sohn erkannten eine Chance: Schokolade in eine festere, zugänglichere Form zu bringen und gleichzeitig den Gedanken an Exklusivität und Qualität beizubehalten. Im Jahr 1845 gehörten sie zu den ersten Herstellern in der Schweiz, denen es gelang, feste Schokolade herzustellen – und das zu einer Zeit, als die Lebensmitteltechnologie noch begrenzt und die Verarbeitungsmethoden rudimentär waren.
Nach dem Tod von David Sprüngli 1892 wurde das Geschäft unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt: Einer behielt die ursprüngliche Konditorei, aus der später die Confiserie Sprüngli hervorging, und der andere, Johann Rudolf Sprüngli, erbte den Produktionsbereich und gründete die heutige Fabrik in Kilchberg am Ufer des Zürichsees. Der eigentliche Durchbruch des Sprüngli-Imperiums erfolgte im Jahr 1899, als man das Geschäft und die Geheimnisse von Rodolphe Lindt, dem Erfinder des Conchier-Verfahrens, aufkaufte.



Diese Technik machte das Produkt zu einem neuen Erlebnis. Lindt galt bereits damals als Innovator und sein Rezept war damals ein strenges «Industriegeheimnis». Die Übernahme war nicht nur eine technologische, sondern auch eine Markenentscheidung: Der Name Lindt wurde bereits mit Qualität in Verbindung gebracht. Somit behielt das neue Unternehmen Lindt & Sprüngli beide Identitäten – Sprüngli für das Schweizer Erbe der Exzellenz und Lindt für Innovation. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Unternehmen organisch und erschloss internationale Märkte. Lindt & Sprüngli wurde zum Synonym für Premiumschokolade – nicht nur durch das Produkt, sondern auch durch die Botschaft von erschwinglichem Luxus. Das Unternehmen ist heute ein globaler Riese mit über 14’000 Mitarbeitern und einer Präsenz in 120 Ländern.




Autorin_Bettina Bäck
Bilder_James McDonald
Im Zentrum steht Bar-Chefin Natascha Galus, deren Gespür für Aromen, Gastfreundschaft und Perfektion den Charakter der Bar massgeblich prägt. Mit kreativer Handschrift und langjähriger Expertise verbindet sie klassische Cocktailtradition mit modernen Einflüssen – stets mit dem Ziel, mehr als nur Drinks zu servieren, nämlich Emotionen im Glas.
Inmitten der pulsierenden Zürcher Innenstadt, eingebettet in die Brasserie Baur’s und direkt verbunden mit dem legendären Baur au Lac, ist die Baur’s Bar ein eleganter Rückzugsort für Geniesser*innen und Nachtschwärmer*innen mit Anspruch. Hier verschmelzen klassische Barkultur, zeitloses Design und ein kosmopolitisches Publikum zu einem Erlebnis der besonderen Art.
Die Getränkekarte lässt keine Wünsche offen – von raffinierten Signature-Cocktails über neu interpretierte Klassiker bis hin zu trendigen Highballs. Jeder Drink ist sorgfältig komponiert, jedes Detail durchdacht. «Eine gute Bar lebt von Atmosphäre und Authentizität – und davon, dass sich Menschen gesehen fühlen», sagt Natascha Galus.
Gestaltet wurde das eindrucksvolle Interieur von Stardesigner Martin Brudnizki: Sattes Rot, weiche Grünnuancen, funkelnde Muranoglas-Kronleuchter, eine Bar aus rotem Marmor sowie Werke von namhaften Künstlern an den Wänden schaffen ein einladendes Ambiente. Die Spiegelelemente, samtige Texturen und das warme Licht machen die Bar zu einem Treffpunkt, der sowohl tagsüber als auch abends seine Wirkung entfaltet.
Die Baur’s Bar ist eine Einladung, den Moment zu feiern, ob als entspannter Ausklang nach einem langen Tag oder als inspirierender Auftakt in die Nacht. Ein Ort, der Zürichs Barkultur auf höchstem Niveau repräsentiert – mit kosmopolitischem Flair und gelebter Gastfreundschaft.
Mit dem Jahrgang 2023 bringt das Weingut Paul Achs einen neuen Ortswein auf den Markt. Der Name Cuvée GOLS steht ab sofort auf dem Etikett – ein klares Bekenntnis zur Herkunft und zur Philosophie des Hauses.
Autor_Urs Huebscher
«Unsere Familie bewirtschaftet die Lagen rund um seit vielen Generationen – dieses Erbe ist für uns Verpflichtung Antrieb zugleich», so Paul Achs. Die neue Cuvée stammt aus besten Weingärten rund um Gols und steht stellvertretend für was das Weingut heute ausmacht: Herkunft, Tiefe und Präzision.
Mit dem neuen Ortswein geht auch ein bedeutendes pitel zu Ende: Der Jahrgang 2022 ist der letzte Pannobile-Wein, im Weingut Paul Achs produziert wurde.

«Die Entscheidung, die Gruppe zu verlassen, ist uns nicht leichtgefallen, da wir mit allen Mitgliedern freundschaftlich verbunden sind. Sie ist über einen langen Zeitraum gereift und hat sich letztlich aus unterschiedlichen Ausrichtungen innerhalb der Gruppe ergeben», erklärt Paul Achs und betont: «Die Zusammenarbeit in der Pannobile-Gruppe war über Jahrzehnte geprägt von grossem gegenseitigem Respekt und einer starken gemeinsamen Idee. Wir haben gemeinsam viel bewegt und über viele Jahre hinweg die Stilistik der Region mitgeprägt – dafür bin ich sehr dankbar.»
Der Fokus des Weinguts liegt heute mehr denn je auf der Herkunft und dem Ausdruck der Lagen. Die Weingärten, die bereits seit Generationen gepflegt werden, stehen dabei im Mittelpunkt –ebenso wie eine Stilistik, die Klarheit, Struktur, Langlebigkeit und Eleganz vereint.
EVENTRÜCKBLICK
Der neue Ortswein Cuvée GOLS 2023 wurde am 6. September 2025 im Rahmen der Jahrgangspräsentation am Weingut erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltung – traditionsgemäss am ersten Septemberwochenende – bot die Gelegenheit, das gesamte Sortiment zu verkosten und vor Ort in Gols zu erwerben.
ÜBER DAS WEINGUT PAUL ACHS
Seit vielen Generationen prägt der Weinbau das Schaffen der Familie Achs. Paul Achs Junior, geboren 1968, führt den Familienbetrieb seit 1990 mit Hingabe und erweiterte ihn von zwölf auf 25 Hektar. Unter seiner Führung hat sich das einst auf Weisswein fokussierte Weingut zu einem der herausragendsten österreichischen Rotwein-Produzenten gewandelt und findet sich nun auf den Weinkarten der besten Restaurants in der ganzen Welt. Das Gespür für die richtigen Reben auf dem passenden Boden ist im Wissen der Familie Achs tief verwurzelt. Die Reben, die Paul Achs‘ Grossvater pflanzte, bringen noch heute ausdrucksstarke Weine hervor.
ÜBER PANNOBILE
Die Pannobile-Gruppe wurde 1994 von sieben Winzer*innen aus dem Burgenland gegründet, um die Eigenständigkeit und Qualität der Weine aus der Region Neusiedlersee zu fördern. Ihr Fokus lag und liegt auf nachhaltigem Weinbau und terroirgeprägten Weinen aus heimischen Rebsorten wie Blaufränkisch, Zweigelt, Weissburgunder und Chardonnay. In den letzten Jahren haben sich die meisten Weingüter in Richtung «orange» entwickelt, der sich Paul Achs nicht angeschlossen hat.
Moët & Chandon, 1743 von Claude Moët gegründet, ist nicht nur ein repräsentativer Name in der Welt des Champagners, sondern auch das Symbol für französischen Glamour und Raffinesse. Heute ist Moët & Chandon ein weltweit führendes Unternehmen in der Champagnerproduktion, dessen Ruf über die Grenzen Frankreichs hinausgeht, und somit Teil der globalen Luxuskultur.
Moët & Chandon wurde im französischen Épernay gegründet und war ursprünglich eine Marke für den französischen Adel. Bald jedoch dehnte sie ihren Einfluss auf den Hof von König Ludwig XV. aus und wurde eine Favoritin der berühmten Madame de Pompadour, der Mätresse des Königs und einer der ersten berühmten Frauen, die behauptete, Champagner sei «der einzige Wein, der eine Frau schöner macht, nachdem sie ihn getrunken hat». Der Einfluss der Familie Moët nahm zu und in den 1790er-Jahren verwandelte Jean-Rémy Moët, der Enkel des Firmengründers, die Marke in ein kommerzielles Kraftpaket und erkundete internationale Märkte. Unbeirrt von politischen oder wirtschaftlichen Hindernissen war Moët der erste Champagnerhersteller, der Lieferungen nach Amerika und Russland schickte. Jean-Rémy Moët war auch derjenige, der die Verbindung der Marke mit einem berühmten Namen begründete: Napoleon Bonaparte, der seine Armee mit Moët-Champagner versorgt haben soll.
Im Laufe der Geschichte konnte die Marke eine regelrechte Liste von Bewunderern anziehen, von europäischen Königinnen und Königen bis hin zu zeitgenössischen Berühmtheiten. Auch bei den Feierlichkeiten in Hollywood ist Moët fester Bestandteil, wo der
Autor_Urs Huebscher

Champagner beispielsweise bei den Oscars und Golden Globes in die Gläser gegossen wird. Gleichzeitig schuf die Marke ein spezielles Ritual der Feier und des Erfolgs: das «Sabrieren», also das Öffnen der Champagnerflasche mit einem Schwert – eine Technik, die durch Napoleons Armee populär wurde.
Die Marke schaffte es auch, in die Musikkultur einzudringen, und erfreute sich in den 90er-Jahren unter Hip-Hop-Stars grosser Beliebtheit. Künstler wie Notorious BIG, Jay-Z und Kanye West haben Moët in ihren Songtexten erwähnt und damit die Assoziation der Marke mit der Idee von Erfolg und Luxus verstärkt. Moët-Champagner wird oft bei luxuriösen Privatveranstaltungen, Bällen und exklusiven Partys serviert und ist zu einem Symbol für die edelsten Momente geworden.
Ein weiteres interessantes Detail über Moët ist, wie das Unternehmen subtile Werbung einsetzt, um sein Prestige und seine Exklusivität zu wahren. Anstatt auf aggressive Kampagnen zu setzen, nutzt Moët subtile «Empfehlungen» von einflussreichen Persönlichkeiten.
Moët & Chandon ist derzeit Teil des Konglomerats LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy), bleibt weiterhin Marktführer und führt ständig Innovationen ein. Das vielfältige Sortiment umfasst Jahrgangschampagner, Rose Imperial und Moët Ice Imperial, den ersten Champagner, der für den Genuss auf Eis konzipiert wurde. Die Marke vermittelte auch neue Erfahrungen durch Besuche in den Kellern von Épernay. Partnerschaften mit Luxusveranstaltungen wie der Formel 1 und dem Tennisturnier Roland Garros haben Moët-Champagner auf die Podestplätze des internationalen Sports gebracht und so das Image der Marke als zeitlos gestärkt.
Becker
Autorin_Nathalie
In der Champagne gilt der Jahrgang seit jeher als Synonym für Exzellenz. Er steht für besondere klimatische Bedingungen, die Trauben von aussergewöhnlicher Qualität hervorbringen. Doch das Haus LaurentPerrier verfolgt eine andere Philosophie: Statt sich auf die Gunst eines einzelnen Jahres zu verlassen, erschafft das Haus etwas, das von Natur aus selten ist: das perfekte Weinjahr.
Dieses perfekte Weinjahr wird verkörpert vom Grand Siècle, er ist der Ausdruck dieser Vision. In der Itération Nº24 treffen drei markante, perfekt ausbalancierte Jahrgänge voller Frische, Tiefe und Komplexität aufeinander, welche jeweils aus den Jahren 2007, 2006 und 2004 stammen. Jeder Jahrgang dieses harmonischen Zusammenspiels ist hierbei Träger einer eigenen Note: Der Jahrgang 2007 bringt nach einem warmen Frühling, der durch einen gemässigten Sommer gemildert wurde, eine geradlinige Frische mit Aromen von weissen und gelben Früchten. 2006 ergänzt diesen mit floraler Eleganz, feinen Zitrusnoten und einer Nuance roter Beeren, hervorgerufen durch einen heissen Juli, gefolgt von einem kühlen August. Anschliessend verleiht 2004 dem Cuvée Struktur, Länge und Tiefe mithilfe von warmer Reife und Noten von Akazienblüten. Bereits im Glas entfaltet die über vierzehn Jahre in einer Magnum-Flasche gereifte Itération Nº24 ihr volles Potenzial. Ihre Farbe strahlt wie das erste Licht eines Frühlingstages: klar, mit einer feinen und beständigen Perlage. Aromen von



Zitrusfrüchten, Clementinen und geröstetem Brot sowie ein Hauch frischer Haselnuss sorgen für einen frischen, mineralischen Auftakt. Am Gaumen ist der Champagner seidig, mit Noten von Geissblatt und kandierter Zitrone. Dieser Champagner ist einer, der eine tiefgehende Intensität und aromatische Komplexität entwickelt und doch seine Frische und Säure über die Zeit erhält.
Serviert bei idealen zehn bis zwölf Grad, entfaltet er sein volles Aroma und wird zur idealen Begleitung von edlen Gerichten wie Meeresfrüchten, hellem Fleisch oder feinsten Schalen- und Krustentieren.
Mit der Itération Nº24 erzielt Laurent-Perrier Perfektion, geschaffen mit sorgfältigstem Handwerk, Geduld und einer klaren Idee. Denn Grand Siècle ist kein Rückblick auf ein zufällig perfektes Jahr, sondern ein Versprechen von idealer Komposition und perfektem Geschmack.

Autor_Thomas Hauer
Bilder_Louis Roederer
Louis Roederer präsentiert mit dem Vintage 2018 die fünfte Auflage seines ikonischen Brut Nature in Kooperation mit Philippe Starck.
Ort und Zeit waren mit Bedacht gewählt, gilt Révélations, die alle zwei Jahre stattfindende Biennale für Kunsthandwerk im Pariser Grand Palais, nur einen Steinwurf von den ChampsÉlysées entfernt, doch als eines der weltweit führenden Schaufenster für Innovation und Kreativität. Für die Maison Louis Roederer, die dieses Top-Event von Anfang an gefördert hat und in der Branche selbst als Fortschrittsmotor bekannt ist, Grund genug, dort nun auch die neueste Auflage ihres in Zusammenarbeit mit dem französischen Stardesigner Philippe Starck entwickelten Brut Nature vorzustellen.
Begonnen hatte die Geschichte dieses Ausnahmechampagners gut zwei Dekaden zuvor, genauer gesagt im Jahre 2003. Damals lernten sich Roederers Président und Directeur Général Frédéric Rouzaud, der die Geschicke der 1776 gegründeten und stets in Familienbesitz gebliebenen Maison heute in siebter Generation lenkt, und Philippe Starck am Rande einer Ausstellung kennen. Als Rouzaud Starck nach seinem Lieblingschampagner fragte, zögerte der nicht lange: «Am liebsten trinke ich Champagner ganz ohne Dosage», liess das Kreativgenie ohne Umschweife wissen. Eine damals noch beinahe exotische Kategorie von Schaumweinen, die ganz ohne Zuckerzusatz auskommen, und etwas, was auch Rouzaud damals zufälligerweise gerade beschäftigte. Der Funke war also übergesprungen. Üblicherweise werden die Flaschen nach dem Degorgieren nämlich mit einem Gemisch aus Wein und Rohrzucker aufgefüllt. Mit diesem auch als Liqueur d’expédition bekannten Mix wird zum einen der beim Entfernen des Hefedepots in der Flasche entstandene Schwund ausgeglichen, er bietet dem Kellermeister aber zum anderen auch die Möglichkeit für eine letzte Feinjustierung des Weines. Zu guter Letzt entscheidet der Zuckeranteil darüber, ob der Wein am Ende als Extra Brut, Brut,

Demi Sec oder Doux etikettiert wird. Ein Brut Nature dagegen wird ausschliesslich mit komplett durchgegorenem Grundwein aufgefüllt. Das heisst, er bietet keine Möglichkeit, leichte Unausgewogenheiten der Cuvée noch nachträglich zu korrigieren. Ein Wein ohne Netz und doppelten Boden sozusagen. Aus der ersten Begegnung zwischen Starck und Rouzaud entwickelte sich schnell eine kreative Freundschaft und bald stiess auch Roederers langjähriger Kellermeister Jean-Baptiste Lécaillon dazu. Und wieder spielte der Zufall eine Rolle, erwies sich das Jahr 2003 für die Champagne – wie den Rest Europas – doch auch klimatisch als ein besonders herausforderndes Jahr, in dem es nur wenigen Häusern gelang, einen passablen Vintage zu produzieren. Da die Trauben aufgrund der extremen, lang anhaltenden Hitzeperioden schon sehr früh ein ungewöhnlich hohes, für die Champagne bis Ende der 80er-Jahre unübliches physiologisches Reifeniveau erreichten, enthielt der Most am Ende kaum mehr genügend Säure, die für einen knackig-frischen Champagner bis dahin unabdingbar schien. Es bestand also das Risiko, dass der Jahrgang in schnell verblühende, eher plumpe und dumpfe Weine ohne rechten Charme münden würde. Roederer produzierte 2003 deshalb wie zuvor bereits im Jahr 2001 keinen Cristal. Die kleinen Mengen streng selektionierter 2003er Vintage-Champagner der Maison, die ohne malolaktische Gärung, also ohne natürlichen Säureabbau, hergestellt wurden, gerieten dagegen perfekt und sind bis heute eine flüssige Delikatesse – sofern man noch eine Flasche auftreiben kann.
Lécaillon war ausserdem aufgefallen, dass unter anderem vier Plots im Weinberg La Rivière der Premiere-Cru-Lage von Cumières entlang der Marne trotz der Hitze hervorragende Grundweine hervorgebracht hatten, in denen Opulenz und salzige Mineralität perfekt ausbalanciert waren, sodass sie am Gaumen genau jenen Eindruck von Frische hinterliessen, der anderen Weinen des


Jahrgangs oft fehlte. Dank ihrer natürlichen Fülle waren sie damit nicht nur die perfekte Basis für die Kreation eines Brut Nature, sondern lieferten gleichzeitig eine Art Blaupause, wie man einen klimabedingten Säuremangel durch die bewusste Nutzung im Terroir angelegter Eigenschaften kompensieren konnte. Analytisch enthielten nämlich auch die Weine aus Cumières nur vergleichsweise wenig Säure, ihre Mineralität und Struktur konnten dieses Defizit allerdings spielend ausgleichen. Eine Schlüsselerkenntnis auf dem Weg zu einem «klima resistenten» Champagner – oder wie Frédéric Rouzaud es formuliert: «Früher war die Herausforderung meines Vaters noch die Reife. Heute ist meine Herausforderung, die Frische zu bewahren.» Inspiriert durch den regelmässigen Austausch mit Starck begannen Rouzaud und Lécaillon, weiter zu experimentieren, und bezogen auch Toplagen in Vertus und Hautvillers ein, mit dem Ziel die Auswirkungen der Erwärmung noch detaillierter zu untersuchen und aus den Ergebnissen eine Strategie abzuleiten, wie man mit den Folgen von Wetterextremen künftig effektiv umgehen könnte. Am vielversprechendsten für das Projekt Brut Nature blieben jedoch die Weine aus den schwarzen Böden von Cumières. Drei Jahre später, im ebenfalls sehr warmen Jahrgang 2006, gab der Brut Nature dann endlich sein vielversprechendes Debüt. Dabei wurde ebenfalls bewusst auf die sonst in der Champagne eigentlich übliche malolaktische Gärung verzichtet, was half, die Frische der Trauben zu bewahren, während der Ausbau in Holz für zusätzliche Würze sorgte – et voilà, der erste Jahrgang des Louis Roederer Brut Nature war geboren, an dessen Kreation auch Philippe Starck wiederum aktiv beteiligt war. Deshalb taucht der Name des Designers auch auf dem Etikett auf.
Apropos Etikett: Natürlich liess es sich Philippe Starck am Ende nicht nehmen, für das gemeinsame Baby ein Label

zu kreieren – tatsächlich eine Handskizze, die Starck während eines Besuchs im Stammhaus der Maison in Reims im Gästebuch hinterlassen hatte, inspiriert von den Notizen der Kellermeister. «Ich hatte das Gefühl, eine Flasche mit der Aufschrift «Starck» ohne einen Beitrag von «Starck» zum Inhalt wäre fast so etwas wie eine Täuschung. Ich musste also in den Weinherstellungsprozess selbst involviert sein, damit die Flasche am Ende ein Spiegel unserer umfassenden Zusammenarbeit sein würde», so Starck. Allerdings sollten noch fast acht Jahre vergehen, bis der Wein, der rund 90 Monate auf der Hefe reifen durfte, 2014 schliesslich offiziell freigegeben wurde – die erste neue Cuvée der Maison seit der Einführung des Cristal Rosé rund 40 Jahre zuvor. Und schon im Premierenjahrgang eine Sensation. Heute gilt der noch immer ausschliesslich in besonders warmen Jahrgängen produzierte Brut Nature in der Branche als die bisher vielleicht konsequenteste Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels in der Champagne. «Für uns ist der Brut Nature nicht nur das Resultat unserer bisher innovativsten Experimente, sondern im Kontext der sich verändernden Wetterbedingungen gleichzeitig ein Labor für die Zukunft des Champagners insgesamt», ist Jean-Baptiste Lécaillon deshalb auch überzeugt.
Seit der Premiere mit dem Vintage 2006 wurden insgesamt vier weitere Editionen aufgelegt, die seit dem Jahrgang 2012 jeweils auch als Rosé produziert werden und bisher zufälligerweise alle in einem perfekten Drei-Jahres-Rhythmus erschienen – also 2006, 2009, 2012, 2015 und zuletzt 2018. Dieser Jahrgang kommt freilich in völlig neuem Gewand daher, das nach der Idee Starcks den Inhalt der Flasche noch authentischer widerspiegeln soll. «Mein ganzes Leben lang habe ich versucht, alles auf das Wesentliche zu reduzieren. Und der Brut Nature ist so ehrlich, so minimalistisch, dass ich nichts hinzufügen wollte. Das heisst, das Design sollte den Inhalt so wenig wie möglich beeinflussen», so der Designer bei der Präsentation. Deshalb tragen die Flaschen mittlerweile vorne gar keine Etiketten mehr, sondern der geradlinige Schriftzug ist auf die Glasoberfläche aufgetragen, rein beschreibend, wie eine nüchterne Kelleranmerkung. Verpackt sind die Gebinde dagegen auf Wunsch in aufwendigen und warmen Erdtönen gehaltenen Geschenkboxen: in Beige für den Brut Nature Blanc, in einem beige-rosa Terrakottaton für den Brut Nature Rosé. Und tatsächlich prägen Starcks

Ideen von Minimalismus und Reinheit auch den Charakter der Weine, die man tatsächlich ebenfalls getrost als minimalistisch bezeichnen kann – und das ist wohlgemerkt als Kompliment gemeint. Während sich der neue 2018er Brut Nature Blanc im Glas samtig dicht und dank der typisch salzigen Frische der Lehmböden von Cumières einmal mehr perfekt ausgewogen präsentiert, glänzt der Brut Nature Rosé durch seine animierende Saftigkeit und den zarten rauch-würzigen Abgang. Dass diese Weine ein langes Leben vor sich haben, zeigt heute eindrucksvoll der Premierenjahrgang 2006, der sich im Moment auf einem ersten Reifeplateau befindet, aber noch kein bisschen müde wirkt. Im Gegenteil. Santé.



Das Weingut an der Grenze Friaul steht mit wie auch vielfältigen das Baur au in der Schweiz Lebensfreude gilt das für die allen voran für Prosecco Rosé Millesimato

Der Weinbau hat hier, im Grenzgebiet zwischen dem östlichen Veneto und dem Friaul, schon eine jahrtausendealte Geschichte, wie Texte des altrömischen Geschichtsschreibers Plinius und die Adresse des Weinguts Paladin belegen. Es ist ein besonderer Landstrich, auf dem die Paladin-Weine wachsen. Die kalkhaltigen Lehmböden entstanden nach der letzten Eiszeit vor rund 20’000 Jahren. In 50 bis 100 Zentimetern Tiefe stösst man auf Caranto, einen speziellen Kalkstein, der den Weinen Körper, Fülle und Aromenintensität sowie viel Frische und Finesse verleiht. Dazu trägt auch das ausgewogene Klima bei: Im Norden bilden die Alpen und Dolomiten eine natürliche Kältebarriere, während die nahe Adria mässigend wirkt und Wärme bringt.
PRICKELN IN PINK Ideale Voraussetzungen also für lebhafte Weisse voller Frucht und Duft, aber auch elegante Rote mit viel Saft und weichem Tannin. Und vor allem für herausragenden Prosecco. Dieser erfreut sich bei den Schweizerinnen und Schweizern grösster Beliebtheit: Rund 40 Prozent des konsumierten Schaumweins in der Schweiz entfallen auf Prosecco.

Autor_Urs Huebscher Bilder_Paladin
Eine Besonderheit bei Paladin ist der Rosé Brut Millesimato DOC, denn erst seit dem Jahrgang 2020 geniesst auch Rosé-Prosecco DOC-Status. Bei Paladin werden für diese Schaumweinspezialität weisse Glera-Trauben mit zehn Prozent Pinot Noir assembliert. Die Lese erfolgt ausschliesslich per Hand, unmittelbar nach der Ernte werden die Trauben schonend abgepresst und im Stahltank ausgebaut. Im Glas hat man einen «echten Italiener»: charmant, schwungvoll und voller Lebensfreude. Mit animierendem Säurespiel, einem blumigen Charakter und viel Frucht macht er bereits beim ersten Schluck Lust auf das nächste Glas –am besten mit Freunden und der Sonne im Gesicht.
Erhältlich exklusiv bei Baur au Lac Vins


Sie ist die Chefin des Restaurants Hisa Franko. Seit mehreren Jahren pilgern Feinschmecker aus der ganzen Welt in das abgelegene Tal in Slowenien, um ihre vom Guide Michelin mit drei Sternen ausgezeichnete Küche zu geniessen. Im auf Monate im Voraus ausgebuchten Restaurant kommen Fische aus der Adria, Almkäse aus den Alpen und

PRESTIGE: Ihr erster beruflicher Plan war eine Karriere in der europäischen Politik. Warum änderten sich Ihre Pläne?
ANA ROS: Eigentlich habe ich die Idee ja nie aufgegeben, doch dann kam die grosse Liebe. Mein Mann hatte ein Restaurant im Soča-Tal auf dem Lande, und ich bin einfach meinem Herzen gefolgt. So hat alles angefangen.
Wo haben Sie das Kochhandwerk auf diesem Niveau erlernt?
Ich habe mir alles selbst erarbeitet. Ich habe nie in einem anderen Restaurant gearbeitet und auch nirgendwo ein Training gehabt.
Woher kommen die Inspirationen für ihre Gerichte?
Sie entspringen aus den verschiedenen Jahreszeiten, der Natur und vielen Ideen, die in meinem Kopf entstehen.
Haben Sie ein Lieblingsgericht?
Ja, Pasta. Ich habe ja auch verschiedene Pasta-Gerichte im Menü meines Restaurants Hisa Franko. Wir sind nicht weit von der italienischen Grenze entfernt und der Einfluss der italienischen Kultur ist überall spürbar. Ich bin stolz darauf, gute PastaGerichte zuzubereiten. Pasta ist wirklich mein Lieblingsgericht.
Was zeichnet ihre Küche aus?
Sie ist streng saisonal und lebt von regionalen Produkten sowie meiner Kreativität. Diese ist ebenso einzigartig, wie jeder Mensch einzigartig ist. Heute ist unser Tal leicht zu erreichen, aber es hat noch immer seine Eigenheiten behalten, und so ist auch die Küche im Hisa Franko eine ganz besondere.
Nur zehn Frauen weltweit haben drei Michelin-Sterne erreicht. Warum ist das so und wie haben Sie das geschafft?
Es ist wie bei jedem anderen Beruf auch, wenn Du an die Spitze willst. Man muss eine Balance zwischen Leben und Arbeit erreichen, um nicht krank zu werden. Das bedeutet auch, manchmal nein zu sagen. Beim Kochen kommt es vor allem auf Kreativität an. Deshalb ist es wichtig, sich nicht in einer komfortablen Komfortzone einzurichten. Man muss sich immer wieder einen Kick geben. Aber sicher: Kochen ist körperlich und mental anstrengend. Es sind ohnehin wenige Frauen in der Gastronomie tätig. Solange wir uns in einer traditionell organisierten Gesellschaft bewegen, wird sich das auch kaum ändern. Das bedeutet, dass Frauen mehrere Dinge gleichzeitig tun müssen. Kochen ist schon eine herausfordernde Aufgabe. Es ist aber wohl in jeder Karriere so: Wer Erfolg haben will, der braucht viel Energie dafür.
Wie ist es, zusammen mit einem anderen Drei-Sterne-Koch zu kochen?
Oh, das ist schwierig, herausfordernd. Irgendwie kommen wir ja von ganz unterschiedlichen Planeten. Wir haben unterschiedliche Ideen, verschiedene Philosophien und auch eine andere Kreativität. Die Zusammenarbeit kann funktionieren oder auch nicht. Ich glaube, man muss eine Balance finden. Dafür sind intensive Gespräche in der Vorbereitung notwendig. Mit Jan Hartwig in München hat es gut funktioniert.
Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Ich möchte viel mehr kochen, neue Gerichte entwickeln. Dann möchte ich mehrere «JAZ»-Restaurants eröffnen, die ein junges Dining-Konzept verfolgen. Und ich möchte eigene Bäckereien eröffnen, weiter an einem Kochbuch schreiben. Ich habe viele Träume. Einer davon ist, unsere neuen Anaros-Drinks – fertige Cocktails, hergestellt mit Kräutern aus unserem Tal – in ganz Europa erfolgreich auf den Markt zu bringen.
Autor_Detlef Berg Bilder_Suzan Gabrijan





Luxusuhren, Vintage-Weine und seltene Edelsteine: Diese Luxusgüter dominieren seit einiger Zeit als alternative Investments. Doch in den letzten Jahren ist ein überraschender Herausforderer auf den Tradingmarkt getreten: der Sneaker.
Einst das Markenzeichen der Streetwear-Kultur, haben sich Sammler-Sneaker zu einer eigenständigen Anlageklasse entwickelt. Limitierte Auflagen von Marken wie Nike, Air Jordan, Adidas und Yeezy werden heute auf einem globalen Markt mit einem Volumen von mehreren Milliarden Dollar gehandelt. Für einige Investoren hat sich das richtige Paar Sneaker als schneller wertsteigernd als traditionelle Vermögenswerte erwiesen, darüber hinaus bietet es ein zusätzliches Mass an kulturellem Prestige.
Von Tokio bis New York betrachten vermögende Sammler bestimmte Sneaker sowohl als modisches Statement als auch als Finanzinstrument. Sie sind tragbar, relativ einfach zu lagern, leicht zu authentifizieren – und im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen setzen sie getragen ein Statement.
DER AUFSTIEG VON SNEAKERN ALS WERTANLAGE
Der globale Primärmarkt für Sneaker wird 2024 auf rund 94 Milliarden US-Dollar geschätzt und könnte bis 2033 auf knapp 158 Milliarden wachsen. Noch rasanter entwickelt sich der Resale-Markt: von 11.5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf prognostizierte 53.2 Milliarden im Jahr 2033 – ein jährliches Wachstum von über 16 Prozent. Plattformen wie StockX, GOAT oder Klekt haben dabei den Handel revolutioniert. Sie bieten transparente Preise, professionelle Authentifizierung und internationale Liquidität. Dies sind Strukturen, die früher nur hochspezialisierten Sammlerbörsen vorbehalten waren. Über StockX wurden bis 2024 mehr als 60 Millionen Trades abgewickelt, die Plattform zählt über 20 Millionen Käufer weltweit.

Autor_Vas Musca
WAS BESTIMMT DEN WERT EINES SNEAKERS?
Der Wert eines Sneakers ergibt sich aus einer Mischung aus Seltenheit, Zustand, kultureller Relevanz und Markenstärke. Limitierte Auflagen, oft in Zusammenarbeit mit prominenten Künstlern, Designern oder Luxuslabels, erzielen die höchsten Preise. Modelle wie die von Virgil Abloh für Nike entworfene Kollektion «The Ten» gelten inzwischen als Ikonen der Sneaker-Geschichte und sind bei Investoren ebenso begehrt wie bei Modefans. Der Zustand spielt eine zentrale Rolle: Nur ungetragene Paare in Originalverpackung (in der Szene als Deadstock bezeichnet) erreichen Höchstpreise. Auch kulturelle Bedeutung kann den Marktwert beflügeln. Nach der Netflix-Dokumentation
The Last Dance stieg die Nachfrage nach Michael Jordans «Air Jordans» sprunghaft an. Markenprestige und strategische Kooperationen wirken ebenfalls wertsteigernd, ebenso wie der Memorabilia-Status einzelner Paare: Sotheby’s versteigerte im Februar 2024 sechs von Michael Jordan getragene Championship-Sneaker für acht Millionen US-Dollar, was einen Rekord in dieser Kategorie bedeutete.

AUSBLICK FÜR 2025
WIE SNEAKER IM VERGLEICH ZU ANDEREN LUXUSGÜTERN ABSCHNEIDEN
Sneaker gehören zur gleichen Kategorie wie Luxusuhren, edle Weine und Kunstwerke, die sich durch eine hohe Streuung und Fachkompetenz auszeichnen. Die Modelle mit der besten Performance können überdurchschnittliche Erträge erzielen, aber Durchschnittswerte können täuschen.
Luxus-Sammlerstücke hatten ein durchwachsenes Jahr 2024: Der Knight Frank Luxury Investment Index fiel zum zweiten Mal in Folge um 3.3 Prozent, obwohl die Aktienkurse stiegen. Uhren bleiben seit über einem Jahrzehnt stark, aber die Volatilität hat zugenommen. Sneaker sehen sich derselben selektiven frage gegenüber, profitieren jedoch von einem schnelleren Umsatz und einer breiteren Anziehungskraft in der Popkultur.
RISIKEN UND ERWÄGUNGEN
Trotzdem ist der Markt nicht ohne Risiken. Nicht jeder vermeint lich exklusive Drop entwickelt sich zum Werttreiber, und ein kann schnell abflauen. Plattformgebühren, Versandkosten Zahlungsabwicklung können Margen deutlich schmälern. grösste Gefahr jedoch bleibt die Fälschungsproblematik. Laut Authentifizierungsdienst Entrupy waren 2024 rund neun Prozent der geprüften Paare Fakes, und auch grosse Plattformen wie StockX mussten Fälschungen im Millionenwert aus dem Handel nehmen. Angesichts dieser Risiken empfehlen Experten, nur verifizierte Plattformen zu kaufen oder geprüfte FractionalInvestment-Plattformen wie Splint Invest zu nutzen, die sich die Authentifizierung und Lagerung kümmern.
Der Ausblick für 2025 ist dennoch vielversprechend. Analysten erwarten ein besonders starkes Wachstum in Asien und im Nahen Osten. Limitierte Kollaborationen mit kleinen Auflagen, Reissues historisch bedeutsamer Modelle sowie signierte oder getragene Paare aus dem Auktionsmarkt gelten als besonders wertstabil. Auch digitale Besitznachweise über Blockchain und NFT-gebundene Echtheitszertifikate könnten künftig zusätzliche Sicherheit bieten. Dennoch ist Vorsicht geboten: Daten von UBS aus der Mitte des Jahres 2025 zeigen, dass die Preise auf dem Sekundärmarkt für Nike im Vergleich zum Vorjahr um 6.8 Prozent und für Jordan um 5.6 Prozent gefallen sind – ein moderater Rückgang im Vergleich zum Jahresbeginn, aber dennoch ein Hinweis darauf, dass auch Sneaker nicht immun gegen Marktkorrekturen sind.
WICHTIGE ERKENNTNISSE FÜR INVESTOREN
Der Sneaker-Markt verfügt nun über die Infrastruktur, transparente Preisgestaltung, globale Liquidität und professionelle Authentifizierung, um sich neben anderen alternativen Vermögenswerten zu behaupten. Der Erfolg hängt jedoch von Selektivität und Disziplin ab: Wer investieren möchte, sollte selektiv vorgehen, auf kulturell relevante Modelle setzen und Risiken realistisch einplanen.


FÜR CHF 39.– / € 40.– / JAHR
HEV-Direktor Markus Meier
über den dringend notwendigen Systemwechsel und weshalb am 28. September ein geschlossenes Ja an der Urne wichtig ist.
PRESTIGE: Herr Meier, am 28. September stimmen die Schweizerinnen und Schweizer über die Abschaffung des Eigenmietwerts ab. National- und Ständerat haben vorgängig im Dezember 2024 einer Vorlage zum sogenannten «Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung» zugestimmt, die auch vom Bundesrat unterstützt wird. Sind Sie erleichtert?
MARKUS MEIER: Für eine Erleichterung ist es zu früh. Aber wir befinden uns auf der «Zielgeraden». Der Abstimmungskampf ist in vollem Gange – und er dauert bis zum Abstimmungssonntag. Wir haben also noch Arbeit vor uns. Aber natürlich ist es erfreulich, dass sich das Eidgenössische Parlament zu einer Lösung zusammengerauft hat, welche die Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung für Wohneigentümer endlich möglich macht.
Diesem Entscheid gingen über acht Jahre intensive politische Debatte voraus. Können Sie uns mehr darüber berichten?
Für die Wohneigentümer steht die Aufhebung der Eigenmietwertbesteuerung seit Jahrzehnten zuoberst auf der Agenda. Diese «Geistersteuer» ist einfach unfair. Man muss ein fiktives Einkommen versteuern, das es gar nicht gibt. Leider sind frühere Anläufe dazu immer wieder auf der Strecke geblieben. 2016 gab der Hauseigentümerverband Schweiz dann die Initialzündung zur aktuellen Vorlage mit seiner Petition, für die er innert nur vier Monaten über 145’000 Unterschriften gesammelt hatte. Diese Petition bewog die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates dazu, im Februar 2017 eine parlamentarische Kommissionsinitiative einzureichen. Nach langwieriger Beratung mit Abklärungen, Anhörungen, Vernehmlassungen und Differenzbereinigungen wurde das Geschäft mit deckungsgleichen Beschlussfassungen von National- und Ständerat am 20. Dezember 2024 zustimmend verabschiedet.


Gehen wir noch etwas weiter zurück, zu den Anfängen der Eigenmietwertbesteuerung: Wie hat sich diese Steuer entwickelt, wie ist sie entstanden?
Im Ersten Weltkrieg brachen die Zollerträge der Schweiz ein. Zur Überbrückung der Kriegsjahre wurde eine einmalige «Kriegssteuer» eingeführt. Vermutlich in Erinnerung daran wurde nach der Weltwirtschaftskrise von 1928 / 29 im Jahr 1933 mit Notrecht eine «Krisenabgabe» eingeführt, ein Teil davon war auch der Eigenmietwert. Ab 1945 wurde diese «Krisenabgabe» dann unter dem Titel «Wehrsteuer» erhoben. Erst 1958 erfolgte mittels Volksabstimmung die Überführung ins ordentliche Recht, wo sie seit 1982 nun «Direkte Bundessteuer» heisst. Was also als einmalige Steuer 1915 begann und während 43 Jahren als Notrecht weitergeführt wurde, hat heute noch Bestand.
Weshalb benötigt das aktuelle System eine Änderung?
Die Eigenmietwertbesteuerung ist ein Fremdkörper im Schweizer Steuersystem. Wohneigentum ist der einzige Vermögenswert, für den ein fiktives Einkommen versteuert werden muss. Die Spezialsteuer belastet selbstnutzende Wohneigentümer, bestraft die Abzahlung von Hypothekarschulden und sorgt dafür, dass aus Wohneigentum zur Altersvorsorge vielmehr eine Sorge im Alter wird. Zudem verursachen der administrative Vollzugsaufwand und viele komplexe Verfahrensverläufe alljährlich gigantische Aufwendungen.
Was sind die wesentlichen Änderungen? Können Sie uns einen Überblick geben?
National- und Ständerat haben zwei Vorlagen beschlossen, die inhaltlich zusammenhängen, nämlich das «Bundesgesetz über den Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung» und den «Bundesbeschluss über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften». Die zweite Vorlage kommt als Verfassungsänderung obligatorisch an die Abstimmungsurne und benötigt das Volks- und Ständemehr. Die erste Vorlage kann nur in Kraft treten, wenn auch die zweite gutgeheissen wird.
Das «Bundesgesetz über den Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung» beinhaltet die folgenden Bestimmungen:
› Es gibt keine Eigenmietwertbesteuerung von selbst genutztem Wohneigentum im Privatvermögen am Hauptwohnsitz und bei Zweitliegenschaften.
› Es gibt keinen Abzug für Unterhaltskosten, Rückbaukosten sowie Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen bei selbst genutztem Immobilieneigentum im Privatvermögen am Hauptwohnsitz und ebenso bei Zweitliegenschaften.
› Möglich ist ein Abzug von denkmalpflegerischen Arbeiten, die aufgrund gesetzlicher Vorschriften, im Einvernehmen mit Behörden oder auf deren Anordnung hin vorgenommen worden sind, soweit diese Arbeiten nicht subventioniert sind.
› Die Kantone können weiterhin Abzüge für Energiesparund Umweltschutzmassnahmen sowie für Rückbaukosten vorsehen.
› Nur wenn im Privateigentum nebst dem selbst genutzten Wohneigentum auch vermietete oder verpachtete Liegenschaften vorhanden sind, wird ein beschränkter, sogenannter «quotal-restriktiver Abzug» für private Schuldzinsen, basierend auf der Quote von unbeweglichem Vermögen – ohne selbst genutztes Wohneigentum – zum Gesamtvermögen gewährt (siehe Box rechts unten).
Wichtig: Bei vermieteten oder verpachteten Liegenschaften im Privatvermögen können weiterhin unverändert die Unterhaltskosten, die Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Liegenschaften, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen werden.
Wichtig für alle, die erstmalig Wohneigentum erwerben, ist, dass zur Umsetzung von Artikel 108 der Bundesverfassung (unter anderem Wohneigentumsförderung) die folgende neue Bestimmung eingeführt wird:
› Begrenzter und befristeter Schuldzinsabzug für Ersterwerber bei erstmaligem Erwerb einer dauernd und ausschliesslich selbstbewohnten Liegenschaft in der Schweiz: Im ersten Steuerjahr nach Erwerb: 10'000 Franken für Ehepaare, 5000 Franken für übrige Steuerpflichtige. In den nachfolgenden Steuerjahren jeweils jedes Jahr zehn Prozent weniger. Der «Bundesbeschluss über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften» beinhaltet die folgenden Bestimmungen:
› Die Kantone können aufgrund ihrer Verfassungskompetenz eine Objektsteuer auf überwiegend genutzte Zweitliegenschaften als Kompensationsmassnahme (für die bei den Zweiliegenschaften entfallenden Eigenmietwerte, Anm. der Redaktion) einführen.


SO BERECHNET SICH DER QUOTAL-RESTRIKTIVE SCHULDZINS
Berechnungsbeispiel der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV):
Total aller Vermögenswerte = 3’000’000 Franken
Vermögenswert 1: Selbst genutztes Wohneigentum
1’500’000 Franken = Anteil 33.33 Prozent
Vermögenswert 2: Vermietetes Mehrfamilienhaus
1’500’000 Franken = Anteil 33.33 Prozent
Vermögenswert 3: Wertschriftenportefeuille
1’500’000 Franken = Anteil 33.33 Prozent
Einziger unbeweglicher, nicht selbst genutzter Vermögenswert ist das vermietete Mehrfamilienhaus (Vermögenswert 2). Dessen Anteil am Gesamtvermögen beläuft sich somit auf 33.33 Prozent (= quotal-restriktive Quote).
Somit können im dargestellten Beispiel 33.33 Prozent aller kumulierten Schuldzinsen (unabhängig von deren Herkunft) in Abzug gebracht werden.
Wie reell schätzen Sie die Chance ein, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dem Parlament folgen und der Eigenmietwert endlich abgeschafft wird?

Die Chancen dazu sind absolut intakt. Die entsprechenden Aktivitäten und Informationen im Abstimmungskampf sind voll im Gange. Wichtig ist, dass die Stimmbürger die Informationen zum sachlichen Inhalt der Abstimmung und zum genauen Abstimmungsprozedere aufnehmen. Von entscheidender Bedeutung werden das geschlossene Ja und die aktive Teilnahme der Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer – und natürlich auch jener, die es gerne werden möchten – an der Abstimmung sein. Deshalb mein Aufruf an alle Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer: Reden Sie mit Ihren Freunden, Verwandten und Bekannten und motivieren Sie sie, auch wirklich an die Urne zu gehen! Nur so können wir gewinnen!
Auch aus bürgerlichen Kreisen gibt es Kritik an der Vorlage. Es wird moniert, dass Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer künftig weniger Geld in den Unterhalt ihrer Liegenschaft stecken werden, weil – im Gegenzug zur Streichung des Eigenmietwerts – bisherige Möglichkeiten von Steuerabzügen dahinfallen werden. Das wiederum werde der Bauwirtschaft schaden. Ihre Meinung?
Zuallererst ist festzuhalten, dass es um die Abschaffung einer seit Jahrzenten zu Recht monierten Spezialsteuer geht, welche alle selbst nutzenden Wohneigentümer jedes Jahr belastet. Wohneigentümer müssen heute Steuern abliefern für Geld, das sie nie erhalten haben.
Wenn die Eigenmietwertsteuer wegfällt, ist es sachlogisch, dass auch damit verbundene Abzüge dahinfallen. Zu beachten ist aber, dass die Kantone im Energiespar- und Umweltschutzbereich weiterhin Abzüge gewähren können. Und Eigentümer, welche zusätzlich über vermietete Wohnobjekte verfügen, können im Rahmen
des sogenannten «quotal-restriktiven» Umfangs weiterhin einen Teil ihrer Schuldzinsen in Abzug bringen. Bei Mietliegenschaften bleiben (wie weiter oben dargelegt) auch die Unterhalts-, Versicherungs- und Verwaltungskosten unverändert abziehbar.
Ich kenne niemanden, der sein Wohneigentum verlottern lassen wird, nur weil er die Unterhaltskostenabzüge nicht mehr tätigen kann. Man unterhält seine Liegenschaft doch im Interesse des Investitionsschutzes und weil alle gern «schön» wohnen. Wertvermehrende Investitionen übrigens sind schon heute nicht abziehbar.
Es braucht eine Langzeitbetrachtung: Man darf nicht nur jene Steuerjahre sehen, in denen man namhafte Abzüge tätigen kann. Massgeblich ist die gesamte Nutzungsdauer der Liegenschaft. Wenn 40 Jahre Eigenmietwert wegfallen, dürfte das insgesamt frankenmässig mehr sein als die Gesamtheit der heutigen Abzüge in den gleichen 40 Jahren. Schliesslich werden gemäss Berechnungen des Bundes die Steuerabgaben der Wohneigentümer – gerechnet bei einem Hypothekarzins von 1.5 Prozent – um 1.7 Milliarden Franken entlastet, wohlgemerkt pro Jahr! Viel Geld, das für Gebäudeunterhalt, Renovationen und Kreditrückzahlungen freigespielt wird.
Der gegenüber heute nicht mehr mögliche HypothekarzinsAbzug wird die Amortisation der Hypothek attraktiv machen. Das ist zentral, denn wir haben heute mit mehr als 1200 Milliarden Franken eine der höchsten Privatverschuldungen – für die Schweizer Volkswirtschaft und für uns alle ein zu hohes Risiko.
Was ändert sich für Mieterinnen und Mieter?
Mietverhältnisse sind von den beiden Vorlagen nicht betroffen. Wenn aber bisherige Mieterinnen und Mieter erstmals Wohneigentum erwerben – und das möchten sehr viele –, können sie von der weiter oben erwähnten Wohneigentumsförderung für Ersterwerber profitieren.
ABSTIMMUNG AM SONNTAG, 28. SEPTEMBER 2025: ABSCHAFFUNG DER EIGENMIETWERT- STEUER (Bundesbeschluss vom 20. Dezember 2024 über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften)
– Einstimmige Parole HEV Schweiz: JA
– Beschluss Bundesparlament: JA
– Empfehlung Bundesrat: JA
Das Leben, die Kleider und der Glamour von Valentino. Der Name steht seit über einem halben Jahrhundert für Eleganz und Luxus. Er kleidete die schönsten Frauen der Welt ein, darunter Elizabeth Taylor und Audrey Hepburn. Valentino gehört nach wie vor zu den glamourösesten Labels der Welt.
Die Sammlung Schlumpf in Mulhouse beherbergt mit über 600 aussergewöhnlichen Autos die grösste Automobilsammlung der Welt und besitzt viele symbolträchtige Modelle der grossen Hersteller, die unseren Lebensstil verändert haben: Bugatti, Panhard, Maserati, Rolls-Royce und viele mehr.
Die sich verändernde globale Dynamik und eine vorsichtige Konsumstimmung haben ein neues, überraschendes Epizentrum des Wachstums im Bereich des Luxus-Lifestyles und der Körpergüter geschaffen, und das nicht in den traditionellen westlichen Hauptstädten.

*HEV-Mitgliedschaft bis Ende 2025. Ab 2026 gilt der reguläre Jahresbeitrag der zuständigen Sektion. Die Aktion gilt nur für Neumitglieder und bis 31.12.2025. Hier anmelden: www.hev-schweiz.ch/prestige-magazin

Hauseigentümerverband Schweiz
Seefeldstrasse 60, Postfach, 8032 Zürich www.hev-schweiz.ch, info@hev-schweiz.ch
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