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CULTURE LIVING TRAVEL DRIVE STYLE BEAUTY FASHION & MORE

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INHALT

Editorial

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CULTURE Richard Gere Eine Hollywood-Ikone in Zürich

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Meister der morbiden Unterhaltung Alfred Hitchcock

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The Making of «The Cal» Pirelli-Kalender 2013

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Musik im Blut Karim Bhorania

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The Gambino Family «Teil 2» Paul Castellano

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«Malen kommt in meinem Leben als Erstes» Burkhard Driest

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WATCHES & JEWELLERY Richtig schenken Kein Problem

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Aus den Tränen der Götter geboren Die Königinnen der Perlen

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Schmuck News Strahlend schön

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FASHION Der Faltenmacher Issey Miyake

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Mit Karl Lagerfeld fing alles an ... Kiki Kausch And The Red Bag

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Fashion Books Weiche Roben und rauschende Kleider

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Last Christmas Feierlich und elegant

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Der Handschuh Schutzfunktion und Mode-Accessoire

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88 10

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INHALT

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CULINARIUM Edles Schalentier mit zwei Scheren Hummer 116

Food News Special Editions und edle Gewänder

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Wintercocktails World's Best Tasting Vodka

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Essen, Kochen, Networking ... Hopping Dinner

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Beauty Vom Musikproduzenten zum Markengesicht Mark Ronson

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Dentalklinik der Premium-Klasse Privatklinik ALTA AESTHETICA

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Es funkelt und glitzert ... Beauty News 144

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Beauty Goes Gold Goldige Zeiten in der Kosmetikbranche 146

146 Drive Style Aston Martin Eine Klasse für sich

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LIVING

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Patricia Urquiola Eine Schöpferin poetischer Designwerke

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Interior News Living & More

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Der Meister der Kurven Oscar Niemeyer 172

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INHALT

180 Travel Wunder der Natur Abseits der Touristenmassen

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Fliegen Deluxe Suiten über den Wolken

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Anime und die Kinder von Edo Tokio: Welcome To Manga City

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Weltreise für die Sinne Kussmund auf hoher See

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EVENTS Schwanensee Das Russische Staatsballett auf Jubiläumstournee

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PRESTIGE-Events Pferde, Schnee & Ski

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188 Short Cuts Short Cuts #1 Wem die Stunde schlägt

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Short Cuts #2 Coffeetime 132

Short Cuts #3 Brummende Motoren

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KOLUMNEN 134

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Wilhelm J. Grusdat A Star Is Born

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Tim Marschall Zum Erfolg braucht es keine Boni!

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Gabriel Palacios

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Teure Kleidung – Placebo oder Qualität?

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Vera Dillier «Hast Du Tickets?»

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Götz Winter Winter-Freuden

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Walter Bollier In Russland werden die Weichen für den Wandel gestellt

60 12

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EDITORIAL

Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser

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er Winter ist da und mit ihm unsere neue Ausgabe! Um auch in dieser kalten Jahreszeit Ihr Herz und Ihre Seele etwas zu erwärmen, hat sich unser Redaktionsteam wieder einmal auf die Suche nach spannenden, bewegenden und bunten Themen gemacht.

Weihnachtszeit bedeutet auch immer die Zeit exquisiter Speisen und Getränke. Unser Redaktionsteam spürte für Sie die neusten Champagnertrends auf und traf sich mit dem Sternekoch Peter Nöthel, um mit ihm über seine Lieblingszutat, den Hummer, zu sprechen. Er verriet uns nicht nur, wie man das Schalentier richtig zubereitet, sondern auch woher der beste Hummer kommt. Eine ganz andere Spezialität, nämlich eine auf vier Rädern, testete unser Autoredaktor für Sie. Mit dem neuen, 573 PS starken Top-Modell Vanquish und dem stark überarbeiteten DB9 von Aston Martin ging es für ihn rasant über den Asphalt. Issey Miyake ist der Meister der Falten: Mit der Linie «Pleats Please» schafft der Designer einfach geschnittene Modelle aus knitterfreien, dehnbaren und federleichten PolyesterPlissées, die wie Skulpturen wirken. Körperskulpturen, die nicht nur fantastisch aussehen, sondern auch noch bequem zu tragen sind. Unsere Redaktorin Valeska Jansen machte für Sie den Test und beschreibt in ihrem Portrait die Faszination des Faltenlooks. Falten trägt man also auf der Haut als Kleidung, aber nicht im Gesicht. Welche neuen Trends die Kosmetikindustrie entwickelt hat und warum Gold dabei hoch im Kurs steht, erfahren Sie in der vorliegenden Ausgabe. Lehnen Sie sich also genüsslich zurück, geniessen ein gutes Glas Wein vor dem knisternden Kamin und begeben Sie sich mit uns auf eine spannende und informative Lesereise.

Francesco J. Ciringione Yvonne Beck

Verleger Chefredaktorin

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Š Ascot Elite


CULTURE

Richard Gere

Eine Hollywood-Ikone in Zürich

Anwälte, Ärzte, Agenten: Er hat schon alles gespielt. Seine weiblichen Fans sehen Richard Gere allerdings am liebsten als Romantiker. Dass er von seinem Charme nichts eingebüsst hat, bewies der Beau mit dem Silberhaar beim Besuch des Zurich Film Festivals.

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© Miramax Films

CULTURE

Wandelbar: In «The Hoax» spielt Gere einen Betrüger, in «Nights in Rodanthe» turtelt er mit Diane Lane.

von Dominique Zahnd

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as weiss man über Gere? Er ist Buddhist, Charakterdarsteller, treuer Ehemann und Weltverbesserer. Die rührselige Romanze «Pretty Woman» machte ihn zum Inbegriff des Märchenprinzen. Dieses Image klebt auch noch 22 Jahre später an dem Schauspieler. Jetzt ist Richard Gere mit seinen 63 im Rentenalter. Doch Frauen kippen in seiner Gegenwart immer noch um wie Dominosteine. Das war auch beim Zurich Film Festival so, wo der Hollywoodstar seinen sehenswerten Finanzthriller «Arbitrage» vorstellte. Vom Fanansturm war er sichtlich überwältigt. «Ich dachte immer, die Schweizer wären so ruhig, aber das ist der Wahnsinn», sagte Gere. Anschliessend wurde der Schauspieler mit dem Gold Icon Award für sein Lebenswerk geehrt. Die Auszeichnung ist verdient, schliesslich hat er in über 50 Filmen mitgespielt.

den nicht minder sinnlichen Streifen «Ein Offizier und Gentleman» (1982) und «Atemlos» (1983). Dass er später dann auch noch das Top-Model Cindy Crawford heiratete, liess ihn für viele Frauen nur noch begehrenswerter erscheinen. 1993 wurde das Traumpaar vom amerikanischen «People Magazine» als «Sexiest Couple» ausgezeichnet. 1999 holte er dann auch noch solo den Titel als «Sexiest Man».

Durchbruch als Edel-Callboy

Sein Image als Mister Perfect torpediert er auch mit einer kleinen Geschichte aus seinem Privatleben. «Ich schnarche, und das anscheinend schrecklich laut», gibt er zu. Erst kürzlich liess er sich ein spezielles Mundstück anfertigen, das die Luftröhre auch nachts

Beim Treffen mit dem PRESTIGE-Reporter in einem noblen Fünfsternehotel am Zürichsee macht sich der Hollywoodstar über sein sexy Image lustig. «Ich wundere mich selber, dass man mir noch immer Rollen in romantischen Komödien anbietet. Das ist verrückt, nach so vielen Jahrzehnten», sagt er und schiebt hinterher: «Ich bin doppelt so alt, wie es für ein Sexsymbol üblich ist. Ich gehöre eigentlich ins Seniorenheim.»

Der Irrsinn um seine Sexyness begleitete ihn von Anfang an. Alles losgetreten hat damals der Erotik-Krimi «American Gigolo: ein Mann für gewisse Stunden» (1980). Danach etablierte Gere sich mit

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© Warner Bros

CULTURE

«Ich bin doppelt so alt, wie es für ein Sexsymbol üblich ist. Ich gehöre ins Seniorenheim.»

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© Fox Searchlight

CULTURE

Moralische Unterstützung für Oscar-Preisträgerin Hilary Swank: Gere in «Amelia».

offen hält. «Dieses Opfer nahm ich für meine Frau auf mich. Hätte ich das nicht getan, müsste ich jetzt in einem anderen Zimmer schlafen.» Mit dem Ex-Bondgirl Carey Lowell («Licence to Kill») ist er seit zehn Jahren verheiratet. Das Paar hat einen 12-jährigen Sohn namens Homer (benannt nach Geres Vater). Seine Frau begleitete ihn ebenfalls mit nach Zürich. Wie halten die beiden Vielbeschäftigten ihre Ehe am Laufen? «Auch wir haben Probleme. Aber ich habe gelernt, sofort darüber zu reden. Ausserdem bin ich ehrlich mit mir selbst und versuche, mich in andere Menschen einzufühlen. Das ist schwer, aber dafür sind wir auf der Welt. Es macht uns zu besseren Menschen.»

Das Oberhaupt der Tibeter hat ihm allerdings geholfen, mit dem Starrummel fertigzuwerden. «Als mir zum ersten Mal bewusst wurde, dass mich die Leute auf der Strasse erkennen, hatte ich Angst, meine Freiheit zu verlieren. Doch auch das muss man als Chance sehen: Wenn man sich nirgends mehr verstecken kann, muss man eben völlig offen sein, und diese Offenheit ist die grösste Freiheit.»

Weit entfernt vom Pensionärsdasein Mit 63 setzen sich andere Leute zur Ruhe. Gere will nichts davon wissen und noch «mindestens 20 Jahre weiterdrehen». Dabei ist ihm vor allem eines wichtig: die bewusste Wahl des Regisseurs. «Wenn ich meinen Emotionen wirklich freien Lauf lassen soll, muss ich mich in Sicherheit wiegen können. Wenn das nicht gegeben ist, kann ich nicht funktionieren.» Bei Newcomer Nicholas Jarecki schien die Chemie jedenfalls zu stimmen, das merkt man dem Thriller «Arbitrage» auch an. Gere spielt vordergründig einen erfolgreichen New Yorker Unternehmer und liebenden Ehemann, dem aber in Wirklichkeit das Wasser bis zum Hals steht. Doch dem Schauspieler gelingt die Meisterleistung, dass der Zuschauer Sympathien für den skrupellosen Schweinehund auf der Leinwand entwickelt.

Ein Leben mit dem Buddhismus Solche Aussagen sind typisch für ihn. Er ist ein Gutmensch und arbeitet hart daran, dass das auch so bleibt. Wie sich der Schauspieler durchs Leben bewegt, ist geprägt vom Buddhismus. Mit dem in Kontakt kam er in der Schweiz. Vor bald 30 Jahren traf er hier erstmals den Dalai Lama, als dieser in einem Kloster gelehrt hat. «Das veränderte mein Leben …», sagt Gere. Seither setzt er seine Bekanntheit dafür ein, dem unterdrückten Tibet zu helfen. Darum erstaunt es auch kaum, dass der Schauspieler es sich nicht nehmen liess, bei seinem Schweiz-Besuch die Vorstandsmitglieder der tibetischen Organisationen in unserem Land zu treffen. Redet Richard Gere eigentlich auch mit dem von ihm bewunderten Dalai Lama über seine Filme? «Damit würde ich seine Zeit nie verschwenden.»

Aber selbst ein Kino-Highlight wie «Arbitrage» lässt nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihn sein Beruf nicht komplett erfüllt. Dem stimmt der Star aus «Red Corner», «The Jackal» und «Runaway Bride» zu. «Ich verspüre das Bedürfnis, mich zurückzuziehen.

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© Diese Seite: Ascot Elite

CULTURE

Der Schein trügt: Geschäftsmann Robert Miller steht vor dem Aus.

Aber die Schauspielerei ist nun mal meine Bestimmung. Das hat mir auch seine Heiligkeit, der Dalai Lama, gesagt. Ich brauche die wechselseitige Kommunikation, um mich weiterzuentwickeln.»

Füssen und Händen auf die Probe: Er liess die Bilder eines namhaften Kriegsfotografen zu Hause rumliegen, um zu provozieren. Konnte die betreffende Dame den Fotos nichts Künstlerisches abgewinnen, war es mit Geres Interesse sofort vorbei. Und auch seine Frau Carey musste einen Test bestehen. Er nahm sie mit zum Reiten. «Ich brauche jemanden an meiner Seite, der furchtlos ist. Also galoppierten wir durch den Schnee und ich hielt mich kein bisschen zurück. Aber sie war immer dicht hinter mir und sprang mit ihrem Pferd mutig über umgefallene Bäume. Das hat mir imponiert.»

Reaktionen zu bekommen, ist ihm wichtig. Das war schon immer so. Vor der Kamera ist er – nach eigenen Angaben – nur dann gut, wenn er mit jemandem interagieren kann. Doch auch wenn es um Frauen geht, testet er gerne deren Reaktionen. Als Teenager stellte er potentielle neue Freundinnen mit brutalen Fotos von amputierten

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© Ascot Elite

RUBRIKEN

Wie Richard Gere den durchtriebenen Businessmann Miller in «Arbitrage» verkörpert, ist überaus sehenswert.

Chef eines New Yorker Hotels Das Promipaar führt seit ein paar Jahren ein luxuriöses BoutiqueHotel im Bundesstaat New York. «Ich entdeckte per Zufall dieses zerfallene Landhaus aus dem 18. Jahrhundert in meiner Heimatstadt Bedford. Es hat mir wehgetan, es so heruntergekommen zu sehen. Wir haben es dann von Grund auf renoviert. Dieses Hotel ist eine Herzensangelegenheit für mich», sagt er. In seiner Nobelherberge gibt es lediglich acht Gästezimmer. Die Atmosphäre ist familiär, zwei Restaurants sorgen für das leibliche Wohl. «Die Schokoladenmousse mit Erdnussbutter ist unschlagbar», schwärmt Hausherr Gere. Zahlende Gäste sieht er dort gerne, bei aufdringlichen Fans ist das weniger der Fall. Wie bei der Horde mittelalterlicher Frauen, die vor kurzem plötzlich über die Mauer kletterten und den Hollywoodstar mit lautem «Hallo Richard!» begrüssten. Der verscheuchte die Ladies schnell wieder.

Gere und «Pretty Woman»

Dass Gere so angetan ist von seinem Hotel auf dem Land, macht Sinn. Denn er selber wuchs auf einer Farm auf. Sein Vater Homer war Versicherungsvertreter, seine Mutter Doris Hausfrau. Ambitionen in Richtung Schauspielerei hatten damals aber weder Richard noch seine vier Geschwister. Musik war das grosse Thema im Haus. Gere spielt mittlerweile Klavier, Gitarre, Trompete und Schlagzeug. «Musik war immer sehr wichtig für mich. Ich habe sie als Kommunikationsmittel gesehen. Ein Gefühl für Rhythmus zu haben, hilft einem auch in der Schauspielerei.» Hat er mal einen schlechten Tag, zaubern coole Songs die gute Laune schnell wieder herbei – besonders die von Bob Dylan. «Können Sie sich ein Leben ohne Dylans ‹Visions of Johanna› vorstellen? Oder ohne ‹Like A Rolling Stone›? Das sind Momente göttlicher Offenbarung …»

Doch ihm ist bewusst, dass ihn wegen «Pretty Woman» heute noch viele Frauen anbeten. «Es passiert in der Tat gelegentlich, dass mir Frauen genau das gestehen. Auch wenn ich es persönlich absurd finde. Ich bin als Schauspieler eine Projektion – mit dem privaten Richard Gere haben diese Kunstfiguren nichts zu tun.»

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© Touchstone Pictures

Wann hat er «Pretty Woman» zuletzt gesehen? «Nur an der Premiere damals. Keine Ahnung, wie lange das her ist», sagt der Schauspieler. Obwohl der Glückstreffer aus dem Jahr 1990 für nur 14 Millionen Dollar produziert wurde, spielte er 463 Millionen Dollar ein. In Geres Herzen hat der Film aber keinen besonderen Platz.


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CULTURE

Meister der morbiden Unterhaltung Mehr als 30 Jahre sind seit dem Tod Alfred Hitchcocks vergangen, doch noch immer fesseln und faszinieren seine Filme die Menschen in aller Welt.

von Jascha Köhler

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rst kürzlich wurde Orson Welles’ Meisterwerk «Citizen Kane» vom Thron gestürzt. Das britische Filmmagazin «Sight & Sound» vergab den Titel des besten Films aller Zeiten neu, den «Citizen Kane» ganze 50 Jahre lang innehatte. In der alle zehn Jahre durchgeführten Umfrage belegt nun Hitchcocks «Vertigo» den ersten Platz. Dabei wurde Alfred Hitchcock, der schon zu Lebzeiten als Legende des Kinos galt, sein Erfolg keineswegs in die Wiege gelegt. Als Sohn eines Gemüsehändlers 1899 in der Nähe von London geboren, liess zunächst wenig auf eine Karriere im künstlerischen Bereich schliessen.

ihm schon früh im Bereich des Technischen Zeichnens. Als 1920 ein britischer Ableger der amerikanischen Filmgesellschaft Paramount gegründet wurde, bewarb er sich dort mit seinen Illustrationen und wurde als Zeichner für Zwischentitel angestellt. In den folgenden Jahren gestaltete er nicht nur die eingeblendeten Textkarten für ein Dutzend Stummfilme, sondern entwarf auch Kostüme und Szenenbilder und half dabei, Drehbücher zu überarbeiten. Der Feuereifer des engagierten jungen Mannes überzeugte seine Arbeitgeber, die ihn bald selbst Regie führen liessen. Erstes Aufsehen erregte Hitchcock 1926 mit «Der Mieter», in dem ein Einzelgänger zu Unrecht von seiner Umgebung verdächtigt wird, ein Frauenmörder zu sein. Dieses Motiv sollte Hitchcock in seiner Karriere noch häufiger aufgreifen und variieren. Zum letzten Mal begegnet es uns in «Frenzy» von 1972. Schon früh lag Alfred Hitchcocks Hauptaugenmerk auf der Bildgestaltung und der Filmmontage. Als ein Glücksfall erwies sich seine Aufgeschlossenheit gegenüber dem Aufkommen des Tonfilms. Während viele

Die Anfänge Hitchcock, schon als Kind klein und korpulent, war ein Einzelgänger, der nur schwer Anschluss fand und bereits mit vierzehn Jahren die Schule schmiss. In seiner Freizeit besuchte er Theater- und Kinovorstellungen, ging ins Scotland-Yard-Museum und verfolgte im Gerichtssaal Mordprozesse. Ein gewisses Talent zeigte sich bei

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Alfred Hitchcock 27


CULTURE

Stummfilmregisseure mit der neuen Technik nicht zurechtkamen und ihr kritisch gegenüberstanden, erkannte Hitchcock sofort das darin enthaltene Potential. «Erpressung», 1929 ursprünglich als Stummfilm produziert, wurde durch einen Nachdreh in einigen Schlüsselszenen mit Toneffekten und Dialogen angereichert. Dies machte ihn nicht nur zum ersten britischen Tonfilm überhaupt, sondern gleichzeitig auch zu einem enormen Publikumserfolg.

stets um ein Höchstmass an künstlerischer Kontrolle bemühte Hitchcock schuf, brannten sich in das Bewusstsein der Zuschauer ein. Noch heute denkt bei «Psycho» jeder Kinoliebhaber sofort an den für damalige Verhältnisse unerhört drastisch dargestellten Mord in der Dusche oder bei «Der unsichtbare Dritte» an Cary Grant, der von einem Kleinflugzeug gnadenlos durch die Einöde des Mittleren Westens gehetzt wird.

Der Bildkomponist

Hitchcock spielt mit Urängsten, wenn er uns die Ohnmacht des Unschuldigen im Angesicht einer tödlichen, nicht greifbaren Bedrohung spüren lässt, die unvermittelt aus dem Nichts zuschlägt. Hitchcocks Helden fürchten sowohl um ihre bürgerliche Reputation als auch um ihr Leben. Sie werden von Mördern und Spionen ebenso gejagt und getrieben wie von Vertretern des Gesetzes. In die Abenteuer, die sie überstehen müssen, geraten sie gegen ihren Willen. Oft reicht eine simple Verwechslung, um die gesellschaftliche Fassade einstürzen zu lassen.

Ende der 30er-Jahre wechselte Hitchcock in die USA über, wo er für einige der namhaftesten Studios und Produzenten arbeitete. Er versuchte sich in den verschiedensten Genres, drehte Komödien und Kostümfilme, doch wirklichen Anklang fanden immer nur seine Thriller, die Spannung und schwarzen Humor auf geniale Weise miteinander verbanden. Auch in späteren Jahren war er immer darum bemüht, das Publikum zu überraschen und mit zuvor noch nie Gesehenem zu schockieren. Die Bilder, die der

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CULTURE

«Bevor ich einen Film mache, sind auch die kleinsten Einzelheiten in meinem Kopf schon fertig. Mir ist dann, als hätte ich den Film schon gesehen, und deshalb mache ich ihn manchmal gar nicht.» 29


CULTURE

Alfred Hitchcock liebte es, mit den Sehgewohnheiten und Erwartungen des Publikums zu spielen: In «Die rote Lola» beispielsweise entpuppt sich der vermeintlich unschuldig Verfolgte ganz am Ende doch als der wahre Mörder. Figuren, denen die Zuschauer über neunzig Minuten die Daumen drückten, stellen sich unverhofft, wie der harmlos wirkende Norman Bates in «Psycho», als die wahren Monster heraus. Wenn Bates die Beweise des scheinbar von seiner Mutter begangenen Mordes im nahe gelegenen See verschwinden lassen will, halten wir unweigerlich die Luft an und fiebern mit ihm mit. Nur selten brach Hitchcock mit seinem Grundprinzip, Leben und Fiktion strikt voneinander zu trennen. Er liebte die Arbeit im Atelier, auf der Studiobühne, wo er volle Kontrolle ausüben konnte und nicht, wie in der freien Natur, von plötzlich wechselndem Wetter oder anderen Unwägbarkeiten überrascht werden konnte. Nicht das Authentische reizte ihn, sondern das Künstliche. Nichts langweilte ihn mehr als Geschichten, die auf Tatsachen beruhen. So liess er «Eine Dame verschwindet» bewusst in einem fiktiven Balkan-Staat spielen. Für «Familiengrab» kombinierte er San Francisco und Los Angeles zu einer einzigen grossen Stadt. Das Kino war für ihn ein Ort der reinen Unterhaltung. Seine Kunst sollte eine rein ästhetische, keine politisch engagierte sein. Hitchcocks Filme waren nie Vehikel für Botschaften oder Überzeugungen. Die Form bestimmte den Inhalt, nicht umgekehrt. Bei Hitchcock, so Truffaut, wurde «das Kino wirklich zu einer abstrakten Kunst». Möglicherweise liegt darin einer der Hauptgründe dafür, wieso sich seine Werke so gut gehalten haben und noch immer frisch wirken, niemals altmodisch oder verstaubt.

Kein Regisseur der Filmgeschichte verstand es, die Zuschauer so effektiv zu manipulieren wie Hitchcock. Und von kaum einem anderen lassen wir uns noch heute lieber manipulieren als von ihm.

Anthony Perkins Für Anthony Perkins war die Rolle des Norman Bates Fluch und Segen zugleich. In den 50er-Jahren spielte er Theater am Broadway und erste kleinere Filmrollen in Hollywood. Für «Psycho» sagte er zu, weil er mit Hitchcock arbeiten wollte. Da ahnte er noch nicht, wie stark die Rolle des psychopathischen Motelbetreibers seine weitere Karriere beeinflussen sollte. Perkins, der zuvor meist den netten Jungen von nebenan gespielt hatte und an der Seite der jungen Jane Fonda auch schon mal den romantischen Helden geben durfte, wurde nach dem Erfolg von «Psycho» bloss noch auf diese eine Rolle festgeschrieben. Auf der Strasse sprachen ihn die Leute sogar mit «Norman» an. Lange kämpfte er dagegen an, in diese Schublade gesteckt zu werden; letzten Endes akzeptierte er es jedoch. Mit Norman Bates, dem «Hamlet des Horrors», war er ein Teil der Filmgeschichte geworden. 1982 kehrte Perkins für «Psycho II» erstmals wieder zu seiner Paraderolle zurück. Zwei weitere Fortsetzungen folgten; bei Teil 3 übernahm Perkins sogar selbst die Regie.

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CULTURE

The

Making of «The Cal» Pirelli-Kalender 2013

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CULTURE

Der US-amerikanische Fotojournalist Steve McCurry inszeniert die Ausgabe 2013 des legend채ren Pirelli-Kalenders. F체r das Shooting reisten der Fotograf und die Models nach Rio de Janeiro in Brasilien. PRESTIGE f체hrt Sie hinter die Kulissen der Produktion und stellt Ihnen den Starfotografen Steve McCurry n채her vor.

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Text: Yvonne Beck, Fotos: Pirelli

Die Welt so abbilden, wie sie ist»

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er Kalender des Reifen-Herstellers Pirelli ist einer der seltensten und begehrtesten seiner Art. Viele warten auf die 40. Ausgabe des Kultkalenders des italienischen Reifen-Herstellers – aber nur wenige werden diesen Wandschmuck wirklich in Händen halten. Die wenigen hundert Exemplare, die seit mehr als vierzig Jahren mit hochwertigen Aktfotos glänzen, werden nur an Freunde des Hauses verschenkt. Insider nennen den Kultkalender «The Cal». Seit seinem ersten Erscheinen 1964 hat er sich zum begehrten und exklusiven Prestigeobjekt gemausert. WeltklasseFotografen wie Peter Lindbergh, Peter Beard, Annie Leibovitz und Herb Ritts setzten ihm ein Denkmal. Das Shooting für den Kalender 2013 übernahm der Fotograf Steve McCurry.

Fotograf und Seelenbeschauer Steve McCurry ist ein einzigartiger Fotojournalist und Anthropologe. Seine ersten grossen Erfolge hatte er 1979 im Zuge des Afghanistan-Konfliktes, als seine Bilder aus der Krisenregion zu den ersten gehörten, die weltweit veröffentlicht wurden, noch vor dem Einmarsch der sowjetischen Armee. Er wurde ausgezeichnet mit der «Robert Capa Gold Medal» für die beste Foto-Auslandsreportage. Wie kaum ein Zweiter versteht er es, in seinen Aufnahmen die soziale Umgebung sowie das Herz und die Seele der Menschen des Landes, in dem er arbeitet, darzustellen. Dabei findet er seine Motive hauptsächlich in Krisen- und Kriegsgebieten. Er dokumentierte unter anderem die sowjetische Intervention in Afghanistan, den Iran-Irak-Krieg, den Golfkrieg sowie die Auseinandersetzungen in Beirut, im Jemen und in Tibet. Seine eindringlichen Bilder hinterlassen beim Betrachter das Mitgefühl für die Zivilisten,


CULTURE

Organisationen unterstützen. Steve McCurry fängt in seinen Bildern nicht nur die wahrnehmbare, sondern auch die innere Schönheit der Models ein. Die Motive wurden vor der atemberaubenden Kulisse von Rio de Janeiro geschossen. Die zweitgrösste Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates gilt als Herz des südamerikanischen Landes, das mit hoher Geschwindigkeit einen aussergewöhnlichen sozialen Wandel vollzieht. Dieser Wandel wird durch die boomende und innovative Wirtschaft ermöglicht, die mittlerweile im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und Produktion eine internationale Spitzenstellung einnimmt.

die unschuldig in die Kriegswirren geraten sind. Sein bekanntestes Foto ist das Portrait des afghanischen Mädchens mit den leuchtenden grünen Augen, das 1985 um die Welt ging. Steve McCurry errang zahlreiche Auszeichnungen und wurde mehrmals zum «Photographer of the Year» gewählt. Der mehrere Male mit dem «World Press Photo Award» ausgezeichnete Steve McCurry ist einer der Meister der Fotografie unseres Jahrhunderts.

Im Zeichen der Humanität Im Pirelli-Kalender 2013 werden ausnahmslos Frauen portraitiert, die sich für humanitäre Projekte engagieren oder soziale

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Musik im Blut Karim Bhorania

Musikexperten sind sich einig: «Seine Songs sind grossartig. Die Bühnenshow heizt dem Publikum ein und er besitzt einfach eine überzeugende Persönlichkeit.» Karim Bhorania erobert mit seiner Stimme und seinen Kompositionen die Schweizer Musikszene.


CULTURE

«Aus Enttäuschungen oder Schmerz, aus Liebe oder Glück können ganz gute Songs entstehen.»

von Yvonne Beck

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er Produzent und Sänger Karim Bhorania schrieb seinen ersten Song, als er zwölf Jahre alt war, und hat seitdem sein Leben der Musik gewidmet. Seine selbst geschriebenen Kompositionen variieren von Urban Soul, R & B bis zu Pop und Rock-Musik. Die Stimme des jungen, sympathischen Baselbieters sorgt für Gänsehaut, und Kenner der Musikszene bestätigen ihm den «JacksonStyle». Trotzdem geht er ganz eigene Wege, und der Erfolg gibt ihm Recht. Als Produzent ist Karim Bhorania in den Hook A Land Studios anzutreffen, wo er ständig an neuen musikalischen Ideen arbeitet. PRESTIGE traf das Multitalent und sprach mit ihm über seine Leidenschaft zur Musik, seine Live Band, das Dance Projekt SoulCream und Portal Hook Book.

Zeitlos, urban, hingebend und sehr vielseitig. Ich bin ein Storyteller. Mit meiner Musik versuche ich Geschichten zu erzählen. Viele meiner Stücke sind soulig, doch ich mag auch Rock und produziere Lounge Sound oder mache unter dem Pseudonym SoulCream Danceplatten mit DJs.

Was war Dein bisher grösster musikalischer Erfolg? Für mein Album mit den Sterling Sound Studios, New York und an der Seite von David Richards (Deep Purple, Queen, David Bowie, Simply Red etc.) in Montreux zu arbeiten.

Dein Debut-Album «Told ’Ya» wird von Kritikern als eines der besten Newcomer-Alben des Jahres gehandelt. Es wurde zusammen mit David Richards, Domenico Livrano und Chris Athens, die man unter anderem in Zusammenhang mit Phil Collins, Bushido, Rihanna oder Coldplay kennt, produziert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

PRESTIGE: Karim, Du singst und schreibst Songs seit 1996, seit sechs Jahren produzierst Du auch für andere Musiker oder Firmen. Was liegt Dir mehr im Blut und wie kam es dazu, dass Du auch als Produzent tätig bist? Karim Bhorania: Mein Herz schlägt fürs Komponieren genauso wie fürs Singen. Mit dem Gesang habe ich einfach früher angefangen. Die Melodien, die ich ständig im Kopf habe, nehme ich auf dem iPhone kurz auf und setze diese später auf dem Keyboard um. Oder ich singe etwas ein und baue anschliessend die musikalische Umgebung um meine Stimme auf. Wenn ich zum Beispiel einen Jingle kreiere, gehe ich in erster Linie auf die Wünsche des Auftraggebers ein, lasse aber meine eigenen Vorstellungen mit einfliessen.

Durch sehr viele E-Mails, Telefonate und den Aufbau meines Netzwerkes. Facebook und Myspace haben da auf jeden Fall geholfen. Wenn man mal jemanden kennenlernt, der Einfluss hat in der Musikindustrie, und die Chemie stimmt, dann führt oft das eine zum anderen.

Du warst in diesem Jahr als Sänger mit dem Projekt SoulCream mehrfach in den iTunes Charts vertreten und wurdest weltweit in den Clubs gespielt – als Produzent bist Du in der Schweizer Hitparade vertreten – was macht Dich mehr stolz?

Man spürt aus Deinen Worten eine brennende Leidenschaft zur Musik. Wann hast Du diese zum ersten Mal gespürt?

In den Vereinigten Staaten lief mein Projekt SoulCream in der Abercrombie & Fitch Playlist auf Hochtouren, in Europa bei RTL2, Berlin Tag & Nacht. Das ist schon recht cool! Auch die Chartsplatzierungen machen Freude. Doch ich mache keine grossen Unterschiede, ob als Produzent, Komponist oder Sänger. Natürlich ist es schön, wenn man seine eigene Stimme im Radio oder TV hört. Dann weiss man: Die Arbeit hat sich gelohnt.

Seit ich laufen kann, habe ich Michael Jackson nachgeahmt und leidenschaftlich gesungen und getanzt. Das haben mir meine Soul-Musik-begeisterten Eltern mitgegeben. Als ich dann in den USA studierte, bekam ich von meinem Gesangslehrer grosses Lob für meine Stimme und habe beschlossen, professionell Musik zu machen. Seit drei Jahren habe ich meine vierköpfige Band. Toni am Saxophon, Karel an der Gitarre, Kevin an den Drums und Patrik am Bass. Es macht einen Riesenspass, die von mir produzierten Songs mit meiner Band live zu performen.

Woher nimmst Du die Inspirationen für Deine Lieder? Aus Enttäuschungen oder Schmerz, aus Liebe oder Glück können ganz gute Songs entstehen.

Wie würdest Du selbst Deine Musikrichtung beschreiben?

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Julia merin h e n r e t n u f: Jung Mein Beru lieni m a F m e d m: Mit Mein Trau robern e t f n u k u Z betrieb die Bär, s u i l u : J k n a tb va Meine Pri tiven a v o n n i t i ir m weil sie m n neue e z t ä s n a Anlage ffnet ö r e n e v i t Perspek e:

Mein Nam

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CULTURE

«castingShows sind für echte Künstler wohl eher die letzte Wahl.»

Würdest Du der Aussage zustimmen: Ohne Trennungen, Verluste und Leiden würde es viel weniger gute Lieder geben?

Dich gewesen? Und denkst Du, dass man durch diese Shows wirklich eine Karriere im Musikbusiness starten kann?

Auf jeden Fall – Musik ist für mich wie Therapie. In schlechten Zeiten oder bei Kummer entstehen manchmal die gefühlvollsten Songs.

Castingshows sind wie Fast Food – einfach, schnell und bieten nur eine kurzfristige Sättigung. Daher sind diese Shows für echte Künstler mit langfristigen Ambitionen wohl eher die letzte Wahl. Castingshows können durchaus ein Start zu einer Karriere sein. Die meisten davon sind jedoch ziemlich kurzlebig. Langjährige Karrieren haben meistens einen anderen Background.

Du lässt Dich musikalisch nur schwer einordnen. Auf Deinem Album gibt es viele verschiedene Stilrichtungen zu hören. Gibt es für Dich trotzdem musikalische Vorbilder?

Das Musikbusiness ist ein Haifischbecken. Viele Musiker gehen an der Presse und dem Erfolgsdruck zugrunde. Wer hält Dir den Rücken frei und gibt Dir Halt?

Stimmlich sind das sicherlich Michael Jackson, Terence Trent D'Arby, Prince, Phil Collins und Sisqo. Als Produzenten bewundere ich Pharrel Williams, Timbaland, Quincy Jones, Stevie Wonder und Teddy Riley. Alles grossartige Stars ihrer Zunft, deren Songs mich sehr bewegen.

Familie, Freunde, die Sonne, der Mond und die Sterne. Besonders von meiner Familie erhalte ich grosse Unterstützung.

Gibt es auch einen Song, der Dir besonders am Herzen liegt?

Was oder wen möchtest Du mit Deiner Musik erreichen?

«Man in the Mirror» von Michael Jackson. Meiner Meinung nach müsste der Text dieses wunderschönen Liedes Schulstoff im Englisch-Unterricht sein.

Ich möchte mit 80 noch auf der Bühne stehen, mit meiner Band rocken und mit meiner Musik das Publikum berühren. Meine Ziele sind gross und kennen keine Grenzen.

Im Fernsehen laufen immer mehr Musik-Casting-Shows wie DSDS, X-Factor etc. Wären diese eine echte Alternative für

Du planst für nächstes Jahr neben Deinem Musikstudio «Hook A Land» und Deiner eigenen musikalischen Karriere als

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Musikproduzent und Sänger ein weiteres Projekt unter dem Namen «Hook Book». Was hat es damit auf sich? Das ist richtig. Hook Book ist ein Musik-Marktplatz und -Netzwerk. Momentan sind wir im Aufbau des Portals und planen auf nächstes Jahr den Release der Version 2.0. Durch Besuche auf verschiedenen Musikmessen habe ich einige Erfahrungen gesammelt und den Musikmarkt gut kennengelernt. Ziel von Hook Book ist es, Musikern und Musikliebhabern das Leben in der Musikindustrie zu erleichtern und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erschaffen.

Was wünschst Du Dir für Deine Zukunft? Letztes Jahr hatte ich noch ein kleines Studio neben einer Autogarage. Heute habe ich eine geräumige Musikagentur mit zwei Tonstudios, Grafikatelier & Live Band-Aufnahmeraum. So darf es gerne weitergehen ...

Musik ist für Dich in drei Worten … Rock and Rise. www.karimbhorania.com

Familie, Freunde, die Sonne, der Mond und die Sterne geben mir halt.» «

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Der König ist tot, lang lebe der König! Carlo Gambino, der schlaue Fuchs mit der legendären Intuition, bestimmte bereits zu Lebzeiten seinen Nachfolger. Eine fatale Fehlentscheidung, wie sich später zeigen sollte. «Big Pauli», Paul Castellano, ist mehr Geschäftsmann als Mobster, verschlingt Berge von Essen, ist exzentrisch, gierig und impotent. Doch er ist Carlos Cousin und jetzt das neue Oberhaupt einer der mächtigsten Mafia-Dynastien.

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The gambino family

Paul Castellano «TEIL 2»

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von Helena Ugrenovic

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lut ist dicker als Wasser und innerhalb der Gambino-Familie so klebrig wie Harz. Carlos Söhne besetzen weder Ämter im Mafia-Imperium, noch sind sie scharf auf seinen Thron. Paul Castellano operiert seit Jahren treu ergeben an Carlos Seite, ist Freund und Blutsverwandter in einem und es ist seine Familie, die Carlo damals verhalf, im fernen Amerika Fuss zu fassen und ein Milliarden Dollar schweres Reich zu erschaffen. Mit 22 Jahren festigt Paul durch die Heirat mit einer entfernten Cousine und zugleich Schwägerin von Carlo Gambino seine Beziehung im Netz der Mafia. Nina Mano ist eine typische italienische Lady, die mit ihren Hausangestellten das Abendessen bespricht, wie eine Glucke über die vier gemeinsamen Kinder wacht und jahrelang Pauls sexuelle Eskapaden erduldet.

für 3,5 Millionen Dollar ein riesiges Anwesen auf Staten Island, das wie das Weisse Haus in Washington aussehen soll. Isoliert vom Leben der anderen Mobster und Familien, sitzt er auf dem Gipfel seines Hügels und ignoriert den wachsenden Missmut und die immer stärker werdende Ablehnung der anderen Mafia-Mitglieder. Carlo Gambino hatte sich um die Bedürfnisse und Anliegen seiner Mitarbeiter und Untergebenen gekümmert. Paul Castellano hingegen ist ein geldgieriger Raffzahn, kapselt sich immer stärker ab, ist arrogant, teilt seine Freizeit mit den Vorstandsvorsitzenden einflussreicher Wirtschaftsunternehmen und speist mit der High Society im New Yorker Sparks Steak House. Obwohl ihn die Heirat mit Carlo Gambinos Schwägerin an die Spitze der Mafia-Familien gebracht hat, ist er unglücklich. Paul leidet an Diabetes und einer damit verbundenen Nebenerscheinung, sexueller Impotenz.

Der Signor

Seine Frau Nina und er schlafen in getrennten Schlafzimmern und die Momente trauter Zweisamkeit und Nettigkeit sind selten. Dem kubanischen Dienstmädchen Gloria, dem er zwei Clown-Puppen schenkt, sagt er: «Ich habe viel Geld in der Tasche, Gloria, und sonst gar nichts. Ich bin ein einsamer Mann. Es ist deine Aufgabe, mich zum Lachen zu bringen.» Glorias Aufgabengebiet wird erweitert, und als die Soldaten in den Strassen von Pauls Affäre mit dem Dienstmädchen hören, ist es Paul, der sich wie ein Clown benimmt. Die Gambinos distanzieren sich immer mehr von ihm, bis sie ihn am Ende nur noch hassen. Allen voran sein Erzfeind John Gotti.

Paul Castellano spielt eine Schlüsselrolle innerhalb der Gambinos, liebt schicke Autos, trägt massgeschneiderte Business-Anzüge und liest das «Wall Street Journal». Er kennt sowohl die seriösen als auch die verbotenen Geschäfte von der Pike auf und tanzt auf zwei Hochzeiten gleichzeitig. In den Augen der anderen Mobster, die morden, entführen, stehlen und betrügen, ist er ein moderner Lord Fauntleroy , dem durch seine Beziehungen ein Imperium in den Schoss gelegt wurde, das einem von ihnen zugestanden wäre und nicht Paul. Aniello Dellacroce, der sich mit der Funktion als Unterboss begnügen muss, ist eines der gefürchtetsten Individuen überhaupt. «Er hatte keine Augen», erzählt Joseph Coffey, ehemaliger New Yorker Mob-Jäger, «er hatte Röntgenapparate in den Augenhöhlen, die von so einem grellen, stechenden Blau waren, dass er Menschen förmlich durchbohren konnte. Er sah aus wie das Kind der Verdammten.» Dellacroce gehört zur alten Garde der Mobster, die ihrem Boss mit absoluter Loyalität treu ergeben sind, und akzeptiert seine «Degradierung», nur der Unterboss von Castellano zu sein, schweigend.

Doppelleben Die Rollen des einerseits erfolgreichen New Yorker Wall-StreetGeschäftsmannes und andererseits mächtigsten Mannes der Mafia sind ein Balance-Akt auf einem sehr dünnen Seil, an dem die Nager der unteren Hierarchien unermüdlich knabbern. Pauls Zerrissenheit zwischen Einsamkeit und dem krankhaften Zwang, respektiert zu werden, lässt ihn zu einem gierigen Despoten mutieren, der den Hals nicht vollkriegt und in seiner Doppelrolle immer mehr versagt. Die üblichen zehn Prozent Gewinnbeteiligung von seinen Soldaten erhöht er auf 50 Prozent, ist ein Weihnachtsgeschenk nicht pompös oder ein Briefumschlag nicht dick genug,

Im Schneckenhaus Während Carlo Gambino mit seiner Familie bescheiden in einem gutbürgerlichen Backsteinhaus gelebt hatte, baut sich Castellano

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schäumt er vor Wut. Doch es ist nicht seine Unersättlichkeit nach Essen, mehr Geld und sexuellen Spielchen mit seiner Angestellten Gloria, die Paul immer mehr von seiner Mafia-Familie entfremdet. Die Ernennung Dellacroces zu seinem Unterboss ist wie die Durchtrennung einer Nabelschnur der bis dahin gepflegten verwandtschaftlichen Blutsbande. Es ist ein unverzeihlicher Verstoss und Affront gegen die Familienehre mit ihren Traditionen.

Die einzige Bedingung, die Castellano stellt, ist, dass er für jeden Mord die Erlaubnis dazu erteilen muss. Die Westies nehmen den Deal an.

Hell's Kitchen Die kriminelle Liebelei zwischen Paul Castellano sowie der Gambino-Familie mit den Westies trifft das FBI und die Behörden wie der Schlag einer Abrissbirne. Mögliche Zeugen verstecken sich wie Karnickel in ihrem Bau, während die Westies das Privileg, den Namen Gambino für ihre Gräueltaten zu benützen, bis zum Äussersten ausreizen. Das machtlose FBI wählt den direkten Weg zu Castellano und bittet ihn, seine Beziehungen zu den Westies abzubrechen. Zu viel Geld strömt jedoch aus Hell's Kitchen auf die Konten der Mafia-Familie, als dass Castellano ein Interesse daran hätte, diese lukrative Quelle sowie seine Beziehungen zu den Westies komplett aufzugeben.

Bündnis mit den Westies Die Gerüchte, dass John Gotti gegen einen der wichtigsten Mafia-Codizes verstösst und mit Rauschgift handelt, verdichten sich, genauso wie Gottis Unzufriedenheit, immer mehr. Paul schert sich jedoch nicht um dessen Belange und denkt stattdessen daran, Gottis Crew aufzulösen. Wohl wissend, dass ihn dieser verhängnisvolle Fehler eines Tages den Kopf kosten wird, plant er eine Kooperation mit den «Westies», einer irischstämmigen Gang in New York, die aus Rauschgifthändlern und Profikillern zusammengesetzt ist.

Brutus Trotz Castellanos Wachsamkeit verwanzt das FBI sein Haus und sammelt in wenigen Monaten über 600 Stunden Gesprächsstoff, um gegen das Syndikat vorgehen zu können. Paul Castellano redet nicht nur zu viel, sondern ist noch dazu ein Lästermaul. Während den Besuchen von Angelo «Quaquaq» Ruggiero dokumentieren sie praktisch die gesamten Geschäfte und Vorhaben der Mafia.

Castellano schlägt den Bossen der Westies, Jimmy Coonan und Micky Featherstone, einen Deal vor, dem sie nicht widerstehen können. Im Gegenzug zu den zehn Prozent Umsatzbeteiligung in ihrem Revier erteilt er ihnen die Erlaubnis, seinen und den Namen der Gambino-Familie an der West Side von Manhattan zu benützen.

Innerhalb der Mafiafamilie gerät Big Pauli immer mehr zum Aussenseiter, als gebrochener Mann wird er verhaftet (rechts).

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Angelo Ruggiero ist ein grossspuriger Wichtigtuer, der alles, was er irgendwo aufschnappt, weitererzählt. Wegen seiner leicht manipulierbaren Persönlichkeit nennen ihn die Mobster nicht nur «Quaquaq», sondern auch «Brutus».

Abendessen mit dessen Sohn Armond im Sparks Steak House in Manhattan zu organisieren. Es sei die letzte Chance, dem Unterboss Respekt zu zollen.

Unehrenhafter Tod Am 19. Dezember 1985 soll sich Castellano mit Dellacroces Sohn Armond im Sparks Steak House in Manhattan treffen, um dem verstorbenen Unterboss doch noch seinen Respekt zu zollen. Nicht wissend, dass es sich dabei um eine Verschwörung handelt, fährt Castellano nach einem Weihnachtsbummel in Begleitung seines Fahrers Thommy Bilotti zum Steak House. Als der Wagen Castellanos um die Ecke des Restaurants biegt, wird er von einem anderen Fahrzeug gerammt, in dem vier Männer sitzen. Es sind je sieben Schüsse, die Paul Castellano und Thommy hinrichten.

Am 25. Februar 1985 werden Paul und die anderen Mitglieder des New Yorker Syndikats verhaftet, die alle an den verschiedenen Geschäften des organisierten Verbrechens beteiligt sind. Das meiste Beweismaterial stammt von den Wanzen in Castellanos Küche. Die Mobster wissen, wer ihnen dieses Desaster eingebrockt hat. Paul Castellano weiss, in welch grossen Schwierigkeit er steckt und welche Konsequenzen ihn erwarten. Als Gerüchte auftauchen, dass er mit den Behörden kooperiert, um seinen eigenen Kopf zu schützen, will John Gotti den verhassten Boss endlich umbringen. Doch Dellacroce, der treu ergebene loyale Unterboss, verbietet diesen Schachzug. Als Dellacroce stirbt, bleibt Castellano dem Begräbnis fern. Einerseits aus Angst vor dem FBI, das ihn observiert, und andererseits, weil es seinen Geschäften schaden würde, wie er sagt.

Diese Art der Ermordung demonstriert die absolute Respektlosigkeit für Castellano. Wenn ein Mann in der Position eines Paul Castellano auf solche Art und Weise ermordet wird, übermittelt man ihm und allen anderen, die mit ihm in Verbindung stehen, eine klare Nachricht: «Das ist Schlamm, ein kleiner Schläger, kein Mörder und schon gar nicht der Boss der Bosse.» Neun Tage nach dem Tod Castellanos treffen sich in einem Steakhouse an der Mulberry Street in Little Italy die Top-Bosse der New Yorker Mafia, um das neue Oberhaupt der Gambino-Familie zu wählen.

Ein Zeichen der Respektlosigkeit in der Cosa Nostra. John Gotti und die Mobster haben genug von Castellanos Allüren und Unverschämtheiten sowie der verachtenden Art gegenüber seinem langjährigen Freund und Unterboss, dessen Ableben alle Dämme bei John Gotti brechen lässt. Frank DeCicco, ein Soldat aus dem Heer der Gambino-Familie, stimmt den Plänen Gottis zu, Castellano zu eliminieren, wenn er Unterboss würde. DeCiccio erzählt Castellano, dass die Familie verärgert ist über sein Fernbleiben von Dellacroces Beerdigung, und bietet an, ein

Für John Gotti, der in einem 2000-Dollar-Briono-Anzug in seinen 70'000-Dollar-Mercedes steigt und am Finger einen pinkfarbenen Diamantring trägt, erfüllt sich ein Lebenstraum. Er ist zum neuen Boss der Bosse gewählt worden. Nächste Ausgabe: The Gambino Family Teil III – John Gotti

Für John Gotti (rechts) hätte Neil Dellacroce an der Spitze der Gambino-Dynastie sitzen sollen, und nicht der verhasste Paul Castellano.

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ÂŤMalen kommt in meinem Leben als ErstesÂť

B ur k hard

Driest 52


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Jurastudent, Bankräuber, Querdenker: Burkhard Driest, der Romane, Musicals und Drehbücher wie am Fliessband produzierte, der mit Andy Warhol befreundet war, für Rainer Werner Fassbinder «Querelle» schrieb und in dessen Filmen spielte, ist ganz offensichtlich ein Mann mit vielen Talenten. Sein grösstes allerdings blieb bis heute nahezu verborgen – die Malerei.

von Björn Vogt

A

Sie sagten einmal: «Wenn Journalisten schreiben, ich sei der Maler der geöffneten Schenkel, so haben sie nicht verstanden, worum es mir geht.» Worum geht es Ihnen?

ls er sieben Jahre alt wurde, richtete der Vater für ihn ein Atelier ein, als er siebzehn wurde, begann er professionell zu malen. Bis heute ist so ein umfangreiches Werk entstanden. Alles Riesenformate: «Meine Bilder sind für Menschen mit grossen Wohnungen» – wilde, expressive, farbintensive, narrative Öl- oder Acrylbilder, viele mit autobiografischem Hintergrund, so aus der Drogenszene, aus dem Gefängnis, aber auch aus dem Widerstand gegen die ersten Atomkraftwerke. Beeindruckende Bilder, irritierend, ungewöhnlich und überraschend im gegenwärtigen Kunstdiskurs. «Als sorgfältiger Beobachter und konsequenter Chronist schafft Burkhard Driest verführerische Werke von suggestiver, mitreissender Dynamik und psychischer Direktheit.

Da meine Malerei, anders als mein Schreiben, für keine Öffentlichkeit bestimmt war, nicht einmal für meine Freunde, gab es gleichsam keine Vorderseite des Bildes, keine öffentliche Seite. Sondern nur den Herstellungsprozess hinter dem Bild. Ich konnte zeichnen und malen, das war nicht mein Problem. Daher richteten sich mein ganzes Interesse und meine ganze Neugier auf den Prozess der Entstehung. Es gab keine rationale Kontrolle. Ich benutzte meine Gefühle als Produktivkraft. Die Bilder sind auf einer tiefen gestalterischen Ebene gleich, können aber auf einer mehr thematischen und gegenständlichen Ebene sehr verschieden sein.

Ausdrücklich berührt er – empfindsam, zornig und bisweilen witzig – essentielle Bereiche und zeitlose Themen wie Schönheit und Erotik, Vergänglichkeit und gesellschaftliche Verantwortung», schreibt der Kunsthistoriker und ehemalige Direktor der Villa Massimo, Jürgen Schilling, in dem vor kurzem erschienenen Bildband «Burkhard Driest, Malerei». PRESTIGE traf sich mit dem Schauspieler Burkhard Driest und sprach mit ihm über Kunst, Gewalt, Heimat und Politik (und Romy Schneider).

Sie zeigten vor kurzem Ihre bisher grösste, sehr beeindruckende Einzelausstellung. Sie malen aber seit über 50 Jahren. Bis heute aber haben Sie sich immer wieder möglichen Ausstellungen verweigert. Warum? Durch den Erfolg meines ersten Buchs rutschte ich ins Filmgeschäft und kam in Kontakt mit den Massenmedien. Das wurde dann noch durch die Talk-Show 1974 mit Romy Schneider verstärkt. Die Kunstwelt und die «breiten Medien», wie ich die Zeitungen, Zeitschriften und TV-Programme, die wir alle kennen, hier einmal nenne, haben so wenig Gemeinsames, dass man sie fast als Kontraste sehen kann. Das hat sich erst im ausgehenden 20. Jahrhundert geändert, nämlich mit Jörg Immendorf, der durch seine Krankheit plötzlich auch ein Held dieser «breiten Medien» wurde. Hätte ich meine Bilder veröffentlicht, würden die «breiten Medien» mich als malenden Schauspieler präsentiert haben. Mein Malen aber kam in meinem Leben als Erstes.

PRESTIGE: Herr Driest, was als Erstes auffällt, ist die elementare Wucht Ihrer Bilder. Es heisst, dass Gewalt in Ihrem Leben eine grosse Rolle gespielt hat. Burkhard Driest: Die ersten Jahre meines Lebens waren von zwei schroffen Akkorden bestimmt: die Liebe zu meiner Mutter (und zu den Frauen) – und die Gewalt, die von den Männern ausging. Es ist nicht möglich, diese Bilder der frühen Gewalt jemals zu vergessen.

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«Malen ist eine heftige Beschäftigung und verbraucht ordentlich Emotionen, viel mehr als das Schreiben.»

Malen bedeutet heute für Sie das «Moment des inneren Freiseins, der Befreiung von Gefühlen, guten wie schlechten». Kunst ist die Bewegung zum Zustand der Katharsis, zum Einssein mit der Welt. Ich zeichne schon seit meinem vierten Lebensjahr. Es war die gleiche Freude am farbigen Ausdruck und am magischen Einfangen der Wirklichkeit – mit den kindlichen Freuden des Gelingens und der Wut des Misslingens – wie später. Am Anfang aber gab es den Bezug zum Betrachter, nämlich meiner Mutter, der ich die Bilder zeigte und für die ich sie malte. Das verlor sich später, weil sie nichts Hässliches auf den Leinwänden mochte und Picasso für einen Dilettanten hielt. Für später galt: Malen ist eine heftige Beschäftigung und verbraucht ordentlich Emotionen, viel mehr als das Schreiben. Anders als das Schreiben bietet das Malen jedoch schneller ein Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem «Wie», also mit dem formalen Experimentieren.

Sie setzen sich in Ihren Bildern oft mit politischen Entwicklungen auseinander. Atomkraft, Erfahrungen mit aidskranken Freunden oder Ihr Gefängnisaufenthalt. Sind Ihre Bilder per se politisch? Der Begriff «politisch» kommt für mich vom Griechischen «Polis», die Stadt. Ich bin Städter. Die Stadt ist die gesellschaftliche Aussenwelt, getragen von handwerklichen, kaufmännischen, industriellen, finanziellen Strömungen, von denen die Menschen bewegt und getragen werden. Wie stark der Impact finanzieller Strömungen tatsächlich ist, muss seit der Finanzkrise jedem Europäer klar geworden sein. Das war aber auch schon vorher so, es war nur kein Thema in den «breiten Medien». Viele Jahre war ich Marxist, und ich lernte durch theoretische Schulungen die Die Bilder der Seiten 52–56 stammen alle aus der aktuellen Serie «Die Rückseite Europas».


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TE


CULTURE

«The Blue fighter» (Triptychon 1) , Acryl auf Leinwand, 140 x 140 cm

sind bereits ab 20'000 Euro zu haben. Sind Sie im Kunstgeschäft angekommen?

gesellschaftlich-politischen Aspekte sehr klar wahrzunehmen, sogar in den sexuellen Beziehungen. Also auch in der Liebe, und daran sehen Sie, ich kann das Politische nicht ausblenden. Selbst beim Malen eines idyllischen Blumenstrausses würde ich «die politische Einstellung des Bürgertums nach 1848» streifen. Allerdings stehen hinter meiner bildlichen Gegenständlichkeit konkrete Erfahrungen – ich war in Wackersdorf, etliche meiner Freunde sind an Aids gestorben, und ich verbrachte Jahre im Gefängnis.

Der Belser Verlag brachte erst im vergangenen Jahr einen opulenten Kunstband über meine Malerei heraus. Dadurch gab es Einladungen zu Ausstellungen, etwa in Hannover, Stuttgart, Essen oder Hildesheim. Es wurden auch Bilder verkauft, was aber nicht heisst, dass ich im Kunstmarkt angekommen bin. So, wie ich mir den Kunstmarkt vorstelle, stehe ich vor der Stadtmauer, alle Tore sind geschlossen. Harald Falckenberg steht auf der Zinne, schaut herunter. Ein Wächter hat die Klappe am Tor geöffnet, blickt misstrauisch heraus und fragt: «Was ist da los?»

Der Sammler Dr. Harald Falckenberg, Chef der Hamburger Phoenixhallen, schätzt Ihre Kunst. Ihre grossformatigen Bilder rechnen Sie erstaunlich preiswert per Quadratmeter ab, sie

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CULTURE

«Our pool 2» (aus der Pop-Serie), Acryl auf Leinwand, 120 x 140 cm

Sie sind ein absolutes Multitalent. Welche Projekte betreiben Sie momentan?

die deutsch-polnische Landschaft im Norden. Heimat ist für mich auch das altmodische Leben mit Pferd und Wagen. Wenn man sich dies etwas genauer durchdenkt: Heimat ist der Einklang mit der Welt. Und noch genauer: der liebevolle Einklang.

Seit zwei Jahren bin ich völlig in der Malerei versunken. Ich habe für nichts anderes mehr Zeit.

Dürfen wir – augenzwinkernd – eine letzte Frage stellen? Haben Sie Romy Schneider nach der berühmten Talk-Show jemals wiedergesehen?

Sie haben ein sehr abwechslungsreiches Leben an vielen Orten geführt. Wo leben Sie momentan? Was bedeutet Heimat für Sie?

Ja, habe ich. Momentan lebe ich auf Ibiza und bei meiner Tochter in Berlin. Heimat sind für mich die Familie, die Freunde, die Sprache und

Vielen Dank!

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KOLUMNE

Aus dem Leben eines Galeristen:

A Star is born von Wilhelm J. Grusdat

K

ennen Sie die Szene im Film «The Million

John Chamberlain – heute berühmt für seine Schrottarbei-

Dollar Hotel» von Wim Wenders, in der ein

ten – präsentierte sich gerne als mürrischer, streitlustiger

Galerist auftaucht, um die Bilder eines ver-

Kauz, der seinen Drink und harte Arbeit liebte. Dazu passt

storbenen Hotelbewohners zu beurteilen?

natürlich die Legende mit dem Hammerwurf. So entstand

Ganz in Schwarz gehüllt steht der blon-

Chamberlains erstes international anerkanntes Werk, als

dierte Kunstkenner im trüben Dämmerschein des Billard-

er nach einer durchzechten Nacht in sein Atelier kam und

zimmers vor den grossen, mit Teer überzogenen Leinwän-

frustriert einen Hammer in einen Haufen Autoteile warf. Das

den und hält den Hotelbewohnern einen Vortrag über die

Werkzeug blieb bis auf einen kleinen Teil des Schaftes tief

Bewertung von Kunstwerken. Alles lauscht andächtig. Sei-

in einem zerknautschten Metallstück stecken und daraus

ne erste Feststellung lautet: Die Arbeiten sind Müll. Gros-

entstand das Meisterwerk «Dolores James», mit dem sich

se Empörung bei den Versammelten. Zweite Feststellung

sein Ruhm begründete.

– und hier faltet er die Hände wie zum Gebet: Die Arbeiten sind grosser, bedeutender Müll, der sich als Kunst verkau-

Im Gegensatz zu diesem Raubein pflegt mein Freund Markus

fen lässt. Herrlich. Vor allem, da sich später im Film heraus-

Lüpertz das Image als Ästhet im Massanzug mit Gehstock

stellt, dass sich hinter der Teerschicht gestohlene Werke

und Brusttuch. Seine Künstlergeschichte entspricht dieser

von Julian Schnabel befinden, die übermalt wurden.

Inszenierung als Malerfürst und liest sich wie der amerikanische Traum: Sie erzählt von hartnäckigem Selbstbewusst-

Auf den ersten Blick liefert Wenders eine wunderbare Ga-

sein, mit dem ein junger Mann aus Böhmen den Traum vom

leristen-Satire. Gleichzeitig beleuchtet er die Entstehungs-

freischaffenden Künstler verfolgt, sich weder von Fehlschlä-

mechanismen einer Künstlerlegende: Junger Underdog

gen noch von Abenteuern in der Fremdenlegion abbringen

aus reichem Zuhause lebt mit gesellschaftlichen Aussen-

lässt und sich schliesslich erfolgreich als schöner Mann und

seitern in einem heruntergekommenen Hotel, wo er seine

Genie im eigenen Universum neu erfindet.

zugleich provokanten wie düster-romantischen Meisterwerke erschafft, ehe er viel zu früh stirbt. Das ist nicht nur

Gute Galeristen helfen ihren Künstlern, ihren eigenen künst-

Stoff für Hollywood.

lerischen Weg und ihren Platz im Kunstbetrieb zu finden. Dafür sind sie auch an der Entwicklung solcher Künstler-

Für Künstler sind solche Geschichten für ihre künstlerische

mythen beteiligt und manchmal sogar Bestandteil davon.

Entwicklung wichtig. Sie markieren nicht nur den Moment, in

Wie sonst, wenn nicht in einer guten Geschichte, sollte man

dem sich ihre wahre Bestimmung offenbart. Mit ihnen lässt

diesen unfassbaren, magischen Augenblick der Künstler-

sich auch ihre einzigartige Rolle im Kunstbetrieb definieren.

werdung feiern?

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WATCHES & JEWELLERY

Alle Jahre wieder … steht Weihnachten vor der Tür. Fürwahr ein Grund zur Freude. Gäbe es da nicht ein altbekanntes Problem. Und das sind in schöner Regelmässigkeit die adäquaten Geschenke. Solche der tunlichst nicht alltäglichen Natur. Was passt zu der oder dem Liebsten? Im Fall des Falles könnte man ja auch sich selbst etwas Gutes tun. Wie auch immer: Ein Objekt von bleibendem Wert kommt auf jeden Fall gut an. Eines mit Wachstumspotential erfüllt den Zweck noch besser. Indes wird hier die Luft schon reichlich dünn. Aber zum Glück gibt es edle Armbanduhren erlesener Provenienz.

von Gisbert L. Brunner

M

an mag es fast nicht glauben, aber es ist so: Selbst Frauen schauen im Laufe eines Tages für gewöhnlich öfter aufs Zifferblatt ihres Zeitmessers als in den Spiegel. Männer sowieso. Bei ihnen ist die Uhr ausserdem neben Ehering und Manschettenknöpfen das einzige akzeptable Schmuckstück. Doch auch die Vertreterinnen des zarten Geschlechts lieben es immer mehr, ihren chronometrischen Hedonismus unübersehbar am Handgelenk zu präsentieren. Natürlich besitzen Menschen von Welt mindestens eine Upperclass-Armbanduhr. Aber gelegentlicher Wechsel bereichert das Leben. In diesem Sinne heisst das Pendant zu sportlich beispielsweise flach und elegant, jenes zum Runden ist das Kantige, und wer bislang auf Kompliziertes setzte, könnte durchaus Gefallen an etwas Schlichtem, wenn nicht gar Minimalistischem finden. Wer heutzutage im ausgesprochen breiten Spektrum hochwertiger Zeitmesser nicht das Passende entdeckt, ist eigentlich selber schuld. Die Uhrenindustrie handelt nach der Maxime, dass manchem etwas bietet, wer vieles offeriert. Natürlich gibt es Zeitgenossen, die jede Form einer Uhr akzeptieren, wenn sie nur rund ist. Aber rechteckige, quadratische, kissen- oder tonneauförmige Gehäuse besitzen durchaus ihren Reiz. In diesem Sinne pflegt die Branche seit Jahren eine formale Pluralität. Die Finanzkrise 2008/2009 brachte ein bemerkenswertes Comeback jener gestalterischen Reduktion, die Antoine de Saint-Exupéry einmal so charakterisierte: «Perfektion entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn sich nichts mehr wegnehmen lässt.» Zeit, der ewige Kreislauf des Kommens und Gehens, in ihrer puristischen, auf zwei oder maximal drei Zeiger reduzierten Form. Nicht mehr so riesig gross wie noch vor Jahren. Durchmesser von 38 oder 40 Millimeter reichen ebenso. Denn die treffen auch den fernöstlichen

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WATCHES & JEWELLERY

FÜR SIE von einem ewigen Kalender. Chronographen und Zeitzonen-Dispositive sind weitere äusserst beliebte Zusatzfunktionen, denen sich die Uhrenindustrie hingebungsvoll widmet. Auf der sportlichen Seite rangieren Armbanduhren mit Tiefgang, solche im Pilotenlook und Exemplare von markanter Optik in der Käufergunst ganz oben. Egal ob für Herren oder Damen. Apropos Damen: Grösse ist fürs zarte Geschlecht schon lange keine Schande mehr. Stattliche Dimensionen schrecken es keineswegs ab. Ganz im Gegenteil: Oft lautet die Devise zur Freude der Uhrenindustrie schlicht und einfach «his watch for her.» Andererseits entdeckt sie die feminine Seite der Uhrmacherei gegenwärtig aufs Neue. In diesem Sinne ist das Spektrum an eleganten Damenuhren so breit wie selten zuvor. Funkelnde Steine, die liebsten Freunde der Frauen, geniessen hier natürlich einen hohen Stellenwert. Oder verspielte Zifferblätter oder auch Farbe. Alles ist erlaubt, wenn es am Ende nur gefällt.

Geschmack. Das tut Komplikationen, also dem «Salz in der Suppe höchster Uhrmacherkunst» keinen zwangsläufigen Abbruch. Der Armbanduhr mit Minutenrepetition sieht man das komplexe Innenleben so gut wie nicht an. Ein kleiner Schieber im linken Gehäuserand aktiviert die betörende akustische Dimension der Zeit. Wird er betätigt, ertönt die Zeit auf die Minute genau. Ganz anders gestalten sich die Dinge bei den Tourbillons zur Kompensation negativer Schwerkrafteinflüsse auf den Gang mechanischer Uhren. Der beständig rotierende «Wirbelwind» in einem kreisrunden Zifferblattausschnitt ist ein echter Eyecatcher und deshalb en vogue wie selten zuvor. Vor allem Damen lieben Mondphasenanzeigen. Oft ergänzt der bleiche Erdtrabant ein vollständiges Kalendarium, welches in seiner nobelsten Ausprägung bis zum Jahr 2100 keinerlei manuellen Nachhilfe bedarf. In diesem Fall spricht man

Im Gegensatz zu Männern, denen Mechanik über alles geht, akzeptieren Damen auch Quarzwerke. Selbige sind komfortabel, weil sie selbst nach längerer Zeit im Tresor noch präzise laufen. Allein beim Werterhalt ist Elektronik eine Sache für sich. Hier hat konventionell Tickendes, das sich auch nach Jahrzehnten in der Regel noch reparieren lässt, eindeutig die Nase vorn. Bleibt am Ende der alles dominierende persönliche Geschmack. Über ihn lässt sich im 21. Jahrhundert weiterhin nicht streiten. Und das ist mit Blick auf das Weihnachtsfest auch gut so. Wer seiner Partnerin oder seinem Partner eine edle Armbanduhr schenkt, wird die Vorlieben genau kennen. Und bei sich selbst weiss Frau oder Mann ohnehin am besten, was das Handgelenk am besten ziert.

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RUBRIKEN

Für sie:

DLC-beschichtetem Titan vermischen sich Amethysten und Spinelle ähnlich einem byzantinischen Mosaik. In allen 188 Exemplaren tickt das Manufaktur-Automatikkaliber RD821.

Den Trend zu mechanischen Uhrwerken an weiblichen Handgelenken hat auch Baume & Mercier erkannt. Aus dieser Erkenntnis entstand 2012 eine neue Automatikversion der beliebten «Linea». Ausgestattet mit Perlmuttzifferblatt und Diamanten. Durch den Saphirglasboden lässt sich das Uhrwerk bei der zeitbewahrenden Arbeit beobachten. Dank eines intelligenten Bandwechsel-System bietet diese Armbanduhr Gewähr für unkomplizierte Vielseitigkeit.

Auf die erfolgreiche «Leopard Bang» folgt bei Hublot die neue «Boa Bang.» Schlangenoptik beherrscht die Modewelt und sorgt mit gleichermassen glamourösen wie grafischen Formen für besonders weiblichen Look. Den 41 mm grossen Touch des Dschungels kann in Stahl oder 18-karätigen Rotgold am Handgelenk bei sich tragen. Dank automatischem Chronographenwerk ist auch Stoppen möglich, zum Beispiel beim al-dente-Kochen der Spaghetti. Das Armband besteht übrigens aus Pythonleder.

Erfolgreiche Frauen unserer Tage reisen. Und das natürlich auch über Zeitzonen-Grenzen hinweg. In diesen Fällen ist es ausgesprochen hilfreich, wenn sie gleich zwei Zonenzeiten simultan im Blick haben. Die am Aufenthaltsort und jene zu Hause. Diesem Anspruch wird die 38 mm grosse «J 12 GMT» von Chanel gerecht. Das kratzfeste Gehäuse aus schwarzer Hightech-Keramik bietet einem Automatikwerk Schutz. Und zwar bis fünf Atmosphären Wasserdruck.

Diese feminine Armbanduhr stellte JaegerLeCoultre erst kürzlich vor. Das exklusive Innenleben der «Rendez-Vous Night & Day» nennt sich 967A, besitzt einen automatischen Aufzug, besteht aus 214 Einzelteilen und zeigt neben den Stunden, Minuten und Sekunden auch Tag und Nacht an. Die altehrwürdige Manufaktur bietet ihre Newcomerin mit 29 oder 34 mm Gehäusedurchmesser an. Edelstahl, Roségold und auf Wunsch zusätzlich auch funkelnde Diamanten: Alles ist möglich, ganz wie es Frau beliebt.

Die feminine «Legend 38 Mystery Moon» von Corum betört Damen durch ein Perlmuttzifferblatt, welches sich während 31 Tagen vollständig um die eigene Achse dreht. Dabei bewegt es die Mondphasenindikation, die symbolisiert dargestellte Sonne und das Datumsfenster. Die typisch zwölfeckige «Admiral’s Cup» Lünette ist mit 72 Diamanten von 0,58 Karat besetzt. Auf den Mechanismus, angetrieben von einer Eta-Automatik, hält Corum ein Patent. Einen Hauch von Rock’n’Roll verstrahlt die «Velvet Amethysten und Spinelle» von Roger Dubuis. Ihr nuancenreiches Wechselspiel aus Licht und Schatten bietet ein ganzes Kaleidoskop aus dunklen und leuchtenden Farben. Auf dem 36-mm-Gehäuse aus

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WATCHES & JEWELLERY

FÜR IHN Patek Philippe ist Pionier der Armbanduhren mit immerwährendem Kalendarium. Die neue Referenz 7140 entstand ausdrücklich für Vertreterinnen des zarten Geschlechts. Durch den Saphirglasboden sieht Frau das Mikrorotor-Automatikwerk 240. Die sorgfältig feinbearbeitete Kadratur verbirgt sich unter dem Zifferblatt. 68 Brillanten zieren die Lünette des flachen, 35 mm kleinen Roségoldgehäuses. 2006 lancierte Louis Vuitton die Tambour Bijou Kollektion. Sechs Jahre später folgt die Erweiterung der Linie um ein juwelenbesetztes Modell in Rosé- oder Weissgold. Dank seines raffinierten Gehäusedesigns verkörpert es Schmuckstück und Uhr in einem. Das Zifferblatt zeigt sich nach leichter Drehung der oberen Monogram-Blüte. Für die kostbare Zeit ist ein Quarzwerk zuständig. Durchmesser 22 Millimeter.

Für ihn: Bei Audemars Piguet feiert der fast schon legendäre Leader «Royal Oak» 2012 seinen 40. Geburtstag. Dieses Jubiläum ist willkommener Anlass für eine limitierte Edition von 40 Platin-Modellen mit dem 3,05 mm hohen Rotorkaliber 5122 in handskelettierter Ausführung. Das ultraflache Uhrwerk mit Fensterdatum erinnert an die nahezu baugleiche Ur-Version 2121, welche bereits die erste Royal Oak von 1972 beseelte. Von Gérald Genta, der 1972 die Royal Oak gestaltete, stammt auch das Modell «Octo» des italienischen Nobeljuweliers Bulgari. Die neueste Version, bei der Achteck, Quadrat und Rund gekonnt zusammenfinden, misst 41 mm. Das Gehäuse aus Edelstahl oder Roségold besitzt nicht weniger als 110 handbearbeitete Flächen. Poliertes und Satiniertes wechseln sich illuster ab. Das flache Automatikkaliber BVL 193 mit Rotoraufzug und 50 Stunden Gangautonomie liefert Vaucher zu.

Seit 180 Jahren ist Longines in Saint-Imier zu Hause. Kein Wunder, dass die neue Flagship-Linie diesen Namen trägt. Preisbewussten Liebhaberinnen mechanischer Zeitmessung dürfte die schlichte drei-Zeiger-Version mit Selbstaufzug und Fensterdatum gefallen. Ihr 26-mm-Gehäuse besteht aus Edelstahl und Rotgold. Perlmuttzifferblatt und 60 Diamanten huldigen den Ansprüchen des weiblichen Geschlechts. Grössere Schalen gibt es übrigens auch, und zwar mit 30, 38,50 oder 41 Millimetern.

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Komplizierte Eleganz offeriert Girard-Perregaux bei der schlichten «1966» mit Minutenrepetition. Das Uhrwerk, welches die Zeit auf Wunsch minutengenau schlägt, fertigt die Genfer «Fabrique du Temps». Als Ausdruck nostalgiebetonter Exklusivität stattet das Traditionsunternehmen im Eigentum der französischen PPR-Gruppe seinen roségoldenen Newcomer mit einem überaus edlen, weil extrem selten gewordenen Emailzifferblatt aus.

bleichen Erdtrabanten über der nördlichen und südliche Hemisphäre darstellt. Das immerwährende Kalendarium besticht durch eine Anzeige des aktuellen Jahres.. Der «TimeWriter II Chronographe Bi-Fréquence 1.000» von Montblanc kann auf die Tausendstelsekunde genau. Zu diesem Zweck birgt das 47-mm-Goldgehäuse zwei separate Uhrwerke. Beim konventionellen zur Zeitanzeige oszilliert die Unruh mit 2,5, beim Tempo-Teil hingegen mit 50 Hertz. Mit dem Start umrundet der zentrale Stoppzeiger das Zifferblatt in einer Sekunde. Ein weiterer Zeiger erfasst jeden seiner Umläufe. Nach dem Anhalten indiziert eine Pfeilspitze im Fenster unterhalb der «12» die Zahl der Tausendstelsekunden. Der Rest ist reine Addition. Die Produktion beschränkt sich auf 36 Exemplare.

Ein wenig manuelle Nachhilfe benötigt der «Tonda Jahreskalender» von Parmigiani jeweils am 28. Februar. Dann geht das unter dem Zifferblatt positionierte und vom hauseigenen Automatikkaliber angetriebene Kalendarium wieder zwölf Monate lang genau. Keineswegs selbstverständlich ist die präzise Mondphasenanzeige. Sie kommt dem Zyklus von 29 Tagen, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,8 Sekunden ausgesprochen nahe. Erst nach 120 Jahren weicht sie einen Tag von der astronomischen Norm ab. A. Lange & Söhne setzt auf Diskretion. Die deutsche Nobelmanufaktur verbannte den Drehgang des goldenen «Lange 1 Tourbillon Perpetual Calendar» auf die Rückseite. Dadurch schuf sie am Zifferblatt Platz für den hilfreichen ewigen Kalender, dessen Indikationen pünktlich um Mitternacht springen. Das Automatikwerk verfügt auch über den patentierten Tourbillon-Unruhstopp zum sekundengenauen Einstellen der Uhrzeit.

Das «Patrimony Traditionnelle Tourbillon 14 Jours» von Vacheron Constantin genügt erstmals den verschärften Kriterien des neuen Genfer Siegels, welche auch die Ganggenauigkeit beinhalten. Sein Handaufzugskaliber 2260 besteht aus 231 Komponenten. Vier Federhäuser gewährleisten zwei Wochen Gangautonomie. Ans gelegentliche Aufziehen erinnert eine Gangreserveanzeige. Mit 42 mm ist Rotgoldschale angenehm dimensioniert.

Eigene Manufaktur wird bei IWC zunehmend gross geschrieben. Das zeigt sich bei der «Grossen Fliegeruhr Perpetual Calendar» mit Keramikgehäuse. Ihr Magnum-Rotorkaliber 51614 verfügt über 168 Stunden Gangautonomie. Zu den optischen Besonderheiten gehört die aussergewöhnliche Mondphasenanzeige, welche den

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FÜR BEIDE DeMonaco, Nobel-Tochter von Frédérique Constant, fertigt im kleinen Fürstentum am Mittelmeer jährlich rund 60 Edel-Armbanduhren. Die Spitze der Kollektion repräsentiert das «Grand Tourbillon Repetition Minute», gefertigt in einer Auflage von acht Exemplaren. Sein Name ist Botschaft. Neben dem patentierten XP-1-Minutentourbillon beherbergt das wahlweise quadratische oder runde Goldgehäuse auch eine Minutenrepetition. Deren akustische Arbeit lässt sich durch ein skelettiertes Zifferblatt beobachten. Auf die Hundertstelsekunde genau stoppt das «MikrotourbillonS» von TAG Heuer. Es Im 35,8 mm grossen und 9,79 mm hohen Opus Maximus finden sich getrennte Räderwerke mit je eigenem Federhaus und gleich zwei Tourbillons, welche Ihre Pirouetten vor dem Auge des Betrachters drehen. Der Zeit-Drehgang ist auf vier Hertz Unruhfrequenz ausgelegt, das Tempo-Tourbillon hingegen auf deren 50. Für einen kompletten Umlauf benötigt letzteres lediglich fünf Sekunden. Alle 439 Komponenten des Automatikwerks mit beidseitig wirkendem Aufzugsrotor wirken in einem 45 Millimeter «Carrera»-Gehäuse aus Tantal und Roségold zusammen. Diese extrem maskuline Armbanduhr von Zenith ist ein chronometrisches Manifest. Limitiert auf 250 hoch begehrte Exemplare, denn das 50 mm grosse und einen Zentimeter dicke ManufakturHandaufzugswerk 5011K mit 2,5 Hertz Unruhfrequenz geht zur Neige. Der präzise Zeit-Bolide verlangt förmlich nach einem Titangehäuse mit 57,5 mm Durchmesser. Vor dem Leuchtzifferblatt der «Pilot Aéronef Type 20» bewegt sich links die kleine Sekunde, rechts die Gangreserveindikation.

Für beide: Monsieur Louis verdankt Cartier nachhaltige Uhrendesigns. Seine «Tank», fand sich

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1918 zuerst am Handgelenk von General Pershing. Als Dank für sein Wirken in Frankreich. 1919 wurde die ikonographische Armbanduhr öffentlich. Nachdem es Männer, aber auch Frauen heute gern etwas grösser haben, präsentiert Cartier die ultraflache «Tank XL» mit Roségold-Gehäuse. Ihr mechanisches Handaufzugskaliber 430 MC steuert Schwester Piaget bei.

verstrahlt besonders warmen und tiefen Glanz. 24,1 Prozent Kupfer und 0,4% Platin gewährleisten lange Schönheit. Im 42 mm grossen, bis 100m wasserdichten Gehäuse tickt das Manufakturkaliber P.999. Frauen und Männer werden das tägliche Aufziehen nicht als Last empfinden, zumal das Werk 60 Stunden ohne Energienachschub auskommt. Piaget ist bekannt für ultraflache Uhrwerke. Das 1200 S mit Selbstaufzug durch Platinrotor misst nur 2,4 mm. Damen wie Herren mit einem Faible transparente Eleganz können sich an der insgesamt nur 5,34 mm hohe «Altiplano Skeleton» in Weissgold erfreuen. Das Aussägen eines derart flachen Zeit-Gebildes ist alles andere als leicht. Dank handwerklicher Kompetenz funktioniert trotz minimalistischer Dimensionen alles bestens.

Uhrwerke aus eigener Manufaktur gehören bei Chopard längst zum guten Ton. Das brandneue Automatikkaliber 01.04-C, Durchmesser 28,8 und Höhe 4,95 mm, der Tochter Fleurier Ebauche bereichert die MechanikPalette. Ein Kugellagerrotor spannt hier die Zugfeder in beiden Drehrichtungen. Premierenmodell ist die «Classic Manufactum », ausgestattet mit weissem Porzellanzifferblatt, nur 38 mm gross und damit tragbar für Menschen beiderlei Geschlechts.

Seit mehr als 150 Jahren versteht sich Hermès auf feinste Handwerkskunst. Feine, wegen des hohen Aufwands geradezu kostbare Strohintarsien-Dekors zieren nun erstmals das Zifferblatt einer Armbanduhr. Die neuen «Arceau»-Modelle mit 41-mmWeissgoldgehäuse bilden dem Kunsthandwerk einen würdigen Rahmen. Fürs Anzeigen der Zeit ist das Automatikkaliber H1928 von Vaucher zuständig. Im Sinne perfekten Partnerlooks kommen die Sammlerstücke stets paarweise in einer exklusiven Holzschatulle mit Strohintarsien.

Gold, das erstarrte Licht der Sonne, verwendet Panerai für die nostalgisch anmutende «Radiomir Oro Rosso 42mm». Die rote Variante

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Aus den Tränen

der Götter geboren

Die Königinnen der Perlen


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Als der erste Tropfen des Regens aus den Wolken herabfiel in den unermesslich blauen Ozean, war er so winzig, dass er von den Wellen überrollt wurde, und er rief klagend: «Wie unscheinbar und klein bin ich in diesem weiten Raum.» Und die wogende See antwortete: «Deine Bescheidenheit ehrt Dich, kleiner Wassertropfen. Du sollst dafür belohnt werden. Ich werde Dich in einen Tropfen des Lichts verwandeln – Du wirst das Reinste aller Juwelen sein, die Königin unter allen, und Du wirst Macht haben über die Frauen.» Und so war die Perle geboren ...

von Yvonne Beck

D

ieses chinesische Märchen ist eins von vielen Legenden und Geschichten über die Entstehung der Perlen. Seit jeher versuchen die Menschen den Mythos und die Entstehung der Perlen zu entschlüsseln. Von ihrer einzigartigen Magie angezogen, entwickelten sich im Laufe der Geschichte immer neue Sagen. So meinten die Perser, Perlen seien die Tränen der Götter. Auch in Indien assoziierte man die Reinheit und Schönheit des Schmuckstückes mit den Tränen einer unglücklichen Liebe. Einer alten Legende zufolge durfte die Tochter eines Grossmoguls einen Prinzen, den sie über alle Massen liebte, nicht heiraten. Eingeschlossen in einem Felsenschloss am Meer, weinte sie vor lauter Verzweiflung darüber. Ihre nicht enden wollenden Tränen fielen ins Meer und wurden vom Gott Krishna in Perlen verwandelt. Schon vor 7000 Jahren waren Perlen hoch begehrt und hatten einen tiefen Symbolcharakter. Je nach Kultur steht die kleine samtige Kugel für Reichtum, Glück, Weisheit, Würde, Jungfräulichkeit oder Kinderreichtum. Gemahlen und als Pulver verwendet, wurde die Perle bis ins 19. Jahrhundert als Heilmittel verehrt – sie soll zudem sogar aphrodisierend wirken.

Schon bald wurde es zum begehrten Schmuckstück, und das ist es auch heute noch geblieben. Immer mehr Menschen verfielen der Faszination der Perlen, und so begann man gezielt nach Perlen zu suchen. Schon vor über 2500 Jahren machten sich Perlenfischer entlang der Küste von Sri Lanka auf die Suche nach den Schätzen des Meeres. Dieses war eine mühevolle und auch gefährliche Arbeit. Daher versuchte man dem Geheimnis der Perlenentstehung auf den Grund zu kommen und diese zu züchten. Doch erst der Japaner Kokichi Mikimoto schaffte es in den frühen 1920er Jahren, die ersten vollrunden Zuchtperlen auf den Markt zu bringen. Heute sind fast alle Perlen, die für die Schmuckherstellung verwendet werden, sogenannte Zuchtperlen.

Perlenzucht Die Muscheln müssen in offenen Gewässern auf Muschelbänken etwa zwei Jahre lang in ihrem Perlsack ein von Hand eingesetztes Fremdkörper-Implantat Schicht um Schicht ummanteln. Doch nicht jede Muschel überlebt diese Operation. Nur in etwa 30 Prozent der mit einem Implantat versehenen Muscheln entwickelt sich eine Perle. Und nur 10 Prozent dieser Perlen sind kommerziell brauchbar. Davon wiederum sind lediglich 3 Prozent perfekt rund und nur 0,5 Prozent erreichen die höchste Qualitätsstufe in Farbe, Form, Oberflächenbeschaffenheit und Lüster.

Ein perfektes Schmuckstück im Meer geboren Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzt sich die Erkenntnis durch, dass Perlen aus dem gleichen Material bestehen wie die Schale der Muschel und Muscheln die Perle somit ohne Einwirkung der Götter selbst erschaffen. Doch trotz moderner Erkenntnisse der Perlenzucht bleibt ihre Magie bestehen. Perlen besitzen und besassen eine geheimnisvolle Faszination. Sie waren zudem sehr kostbar, weil sie so selten waren. Die ersten Perlenfunde erfolgten eher zufällig von Menschen, die Muscheln zur Nahrungsaufnahme öffneten. Zutage kam ein häufig perfekt geformtes Juwel, das ohne Bearbeitung bereits von Natur aus vollkommen war.

Im ersten Teil des zwanzigsten Jahrhunderts haben Pioniere die Technik der Perlenkultur in Gebieten ausserhalb Japans adaptiert und weiterentwickelt, namentlich in Australien, Myanmar (vormals Burma), Indonesien und auf den Philippinen. Nach einem Unterbruch durch den Zweiten Weltkrieg nahm die Perlenzucht in der Südsee insbesondere in den vergangenen dreissig Jahren einen enormen Aufschwung. In diesen Gewässern fanden die Produzenten grössere Austern, hand- bis tellergrosse, sinngemäss

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als Pinctada maxima bezeichnet, welche entsprechend grössere Perlen hervorbringen, mehrheitlich von 9 bis 15, in Ausnahmefällen bis zu 30 Millimeter im Durchmesser. Die Perlen aus dieser Herkunft werden als Südseeperlen bezeichnet. Südseeperlen gelten heute aufgrund ihrer Grösse, ihres begrenzten Zuchtbereichs und ihrer langen Wachstumszeit als die seltensten und wertvollsten Zuchtperlen der Welt. Für die Qualitätsexemplare in den Farben Weiss, Silber und Gold werden hohe Preise verlangt.

Ein Traum in Weiss Ein einzigartiges Perlencollier aus Südseeperlen ist bei Beyer zu bewundern. Ganze zwölf Jahre dauerte es, bis die 23 Perlen für das Collier zusammengestellt waren. Der Perlendurchmesser ist zwischen 18 und 21 Millimeter und zählt zum Maximum, was die Natur erschaffen kann. Die naturbelassene weisse Farbe mit dem zarten Silberton entfaltet durch die perfekte Oberfläche einen Chamäleon-Effekt: Die Perle passt sich jedem Hauttyp an und verschmilzt zu einem anmutigen Gesamtbild mit ihrer Trägerin. Vom Schweizerischen Gemmologischen Institut SSEF erhielt das Set neben der offiziellen Zertifizierung die Prädikate aussergewöhnlich, einzigartig und wertvoll. Kein Wunder, dass dieses einzigartige Stück auf einen Wert von 1,2 Millionen Franken beziffert wird. Das Südsee-Perlenset aus der nordwestlichen australischen Südsee ist eines der vier grössten und schönsten Sets weltweit, denn es ist alles aussergewöhnlich an diesen Perlen. Alle Perlen sind unbehandelt und absolut naturbelassen, sowohl in der Farbe und Lüster als auch der Oberfläche. Die Röntgenaufnahme zeigt die extrem dicke Perlschicht, welche den fantastischen Lüster entwickelt. Eine unvergleichbare Magie geht von jeder einzelnen Perle aus und schafft ein unvergleichbares Gesamtkunstwerk der Natur.

Wie erkenne ich die perfekte Perle? Das Angebot an Perlen wird immer grösser, ihre Variationen sind vielfältig wie noch nie. Umso wichtiger ist es, Qualität zu erkennen. Fünf Kriterien helfen dabei:

Die Reinheit

Der Lüster

Die Farbe

Je tiefer man in eine Perle «hineinsieht», umso dicker ist die Perlmuttschicht, umso höher die Qualität. Minderwertige Perlen werden in zwei, drei Jahren «blind».

Bewegt man die Perle im Licht, schimmert das Farbenspiel, der sogenannte «Orient». Je intensiver und vielfältiger er das tut, umso wertvoller die Perle.

Die Form

Nun gilt es nur noch, für ein Collier gleich grosse, gleich farbige, gleich reine Perlen zu finden. Dies ist dann eine perfekte Sortierung.

Als ideal gilt eine ausgeglichene, fehlerfreie Oberfläche: Poren, Auswüchse und strukturelle Unebenheiten schmälern den Wert.

Eine makellos runde Perle ist das Mass aller Dinge.

Die Grösse Süsswasserperlen sind im Verhältnis zu ihrem Erscheinungsbild sehr preiswert. Die wertvolleren Akoya- und Südseeperlen werden immer teurer, weil die Erwärmung der Meere die Zucht erschwert.

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Design und Handwerkerkunst Umschlossen von einer geometrischen, brillantbesetzten Fassung entfaltet das intensive Pink des ungewöhnlich grossen Spinells seine volle Brillanz. Das zeitgemässe und dennoch klassische Design sowie die perfekte Verarbeitung des beeindruckenden Cocktailringes zeugen von der hohen Designkompetenz und der Handwerkskunst des Hauses Bucherer. www.bucherer.com

SCHMUCKNews

Strahlend schön Beyer Ohrringe «Traumfänger» Die Indianer glaubten, dass der Traumfänger, über dem Bett aufgehängt, die guten Träume festhält und die schlechten entweichen lässt. Mit dieser Inspiration kreierte das Goldschmiede-atelier der Beyer Chronometrie in über 30 stündiger Handarbeit die Ohrringe «Traumfänger». Filigran gefertigt aus Rotgold und mit insgesamt 104 Brillanten und 32 braunen Brillanten geschmückt sollen sie für die Trägerin das Glück einfangen. www.beyer-ch.com

Schmückende Schmetterlinge Brosche «Papillon» aus naturfarbenen Brillanten gefasst in Gelb- und Weissgold. Einzelanfertigung. www.embassy.ch

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Mit Stil unterwegs Manschettenknöpfe zeugen von gutem Stil. Diejenigen von Victor Mayer in Weissgold 750 mit Brillanten sind unvergänglich. Das Unternehmen nennt sich die «feinste Schmuckmanufaktur seit 1890» und ist für die Bewahrung historischer Handwerkstechniken wie Glasemaille und Guilloche weltweit bekannt. Von 1989 bis 2009 führte die Firma die «Fabergé»Produktion weiter, die der russische Hofjuwelier Peter Carl Fabergé 1917 hatte aufgeben müssen. www.meister-zurich.ch

Grün, die neue Tabou-Farbe Die neuen glänzenden Peridot-Edelsteine aus der Tabou-Kollektion von Pomellato sind so grün, wie es grüner nicht geht. Die Steine sind gegen einen polierten Hintergrund gesetzt, wodurch ihr kräftiges Farbspektrum betont wird. In Roségold gefasst hält der kalottenförmige Ring eine Explosion an dschungelfarbigen Pavé-Edelsteinen bereit. Pomellato ist erhältlich bei LES AMBASSADEURS, Bahnhofstrasse 64, Zürich. www.lesambassadeurs.ch

Lady in Red Verführerisches Rot, gekrönt von hochkarätigen Diamanten – das kleine Meisterwerk für den kleinen Finger ist voller Leidenschaft. Jeder Augenblick ist ein Abenteuer, das magische Fazination, aber auch Verletzlichkeit in sich birgt. Die Vendetta Kollektion ist das Juwel im Repertoire der Waffen der Frau: unwiderstehlichgefährlich schön. Ring Divina aus der Kollektion Vendetta, Platin 950, ab ca. 5 ct Diamanten im Brilliantschliff. www.gebrueder-schaffrath.de

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SHORT CUTS

SHORT

1

CUTS

Wem die Stunde schlägt … Uhrengläser Saphirglas ist das härteste unter allen Gläsern. Das Glas besteht aus synthetisch hergestelltem Saphir und ist damit extrem kratzfest. Es wird oft bei hochwertigen Uhren verwendet. Es ist weniger schlagempfindlich als herkömmliches Quarzglas oder gar Mineralglas, sehr teuer und hat eine sehr hohe Lichtbrechung. Ein Weg, um Saphirglas von herkömmlichem Glas zu unterscheiden, ist der Kratztest mittels eines Messers oder Schraubenziehers. Saphirglas wird bei diesem Test nicht zerkratzt werden. Bei Mineralglas handelt es sich um Silicatglas, das – um seine Bruchfestigkeit zu erhöhen – chemisch gehärtet wird. Mineralgläser haben sehr gute optische Eigenschaften und sind sehr viel härter als Gläser aus Acrylglas. Mit Acryl- oder Plexiglas wurden Uhren aus den fünfziger und sechziger Jahren ausgestattet. Acrylglas ist sehr kratzempfindlich und für Uhren eigentlich nicht geeignet.

«Kuckuck», ruft’s aus der Uhr Im Jahre 1649 wird in einem Handbuch zur Musik eine mechanische Orgel genannt, zu deren Tönen sich verschiedene Figuren bewegten. Eine davon war ein Kuckuck, der mit den Flügeln schlug und dessen Ruf durch den Ton zweier Orgelpfeifen imitiert wurde – dieser typische Ruf, der weltweite Berühmtheit erlangt hat, ist bis heute erhalten. Inspiriert durch den markanten Klang dieser Tonfolge, kam 1669 vom italienischen Architekten Domenico Martinelli der Vorschlag, den Kuckucksruf zur vollen Stunde zu verwenden; dieser einfachen, aber durchschlagenden Idee folgen bis heute alle traditionellen Kuckucksuhren. Der Siegeszug der Kuckucksuhr setzte jedoch erst ab Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Unterbrochen durch die beiden Weltkriege, setzte sich der Siegeszug der Kuckucksuhr ab Mitte des 20. Jahrhunderts fort: So wird ein Grossteil der heute hergestellten Kuckucksuhren in die USA und neuerdings vermehrt auch nach Asien exportiert.

Wer ist die Älteste im Land?

Auf die Plätze, fertig, stopp

Blancpain nimmt für sich in Anspruch, die älteste noch existierende Uhrenmarke der Welt zu sein. 1735 eröffnete Jehan-Jacques Blancpain in Villeret/BE zusammen mit seinen Söhnen und Geschwistern ein Uhrenatelier. Während sieben Generationen blieb das Unternehmen in Familienhand, bis 1932 Frédéric-Emile Blancpain ohne männliche Nachkommen starb. Die Firma wurde von zwei leitenden Angestellten übernommen und lebte unter dem Namen Rayville weiter. 1960 kaufte die SSIH, die Vorvorläuferin der heutigen Swatch Group, die Firma. In der Uhrenkrise der siebziger Jahre schien auch für Blancpain das letzte Stündlein geschlagen zu haben: SSIH legte die Marke still, sie wurde verkauft, wieder zurückgekauft und schrieb schliesslich ungeahnte Erfolge in der Luxusbranche. Heute blickt Blancpain auf 275 Jahre Geschichte zurück. Die Krone, die älteste ohne Unterbruch tätige Uhrenmarke zu sein, gebührt freilich einem anderen Schweizer Hersteller: Vacheron-Constantin, der seit 1755 in Genf produziert und heute zum Swatch-Group-Konkurrenten Richemont gehört.

Der Genfer Uhrmacher Jean Moïse Pouzait entwarf im Jahre 1776 eine Uhr, bei der die Sekundenzeiger von einem eigenen Federhaus angetrieben wurden und der Sekundenzeiger anhaltbar war. Noch liess sich der Zeiger jedoch nicht auf null zurückstellen. Durch das Stoppen wurde das gesamte Uhrwerk angehalten, so dass beim Stoppen von Zwischenzeiten der Zeitraum, in dem die Uhr angehalten war, zur Endzeit hinzuaddiert werden musste. 55 Jahre später entwickelte der österreichische Breguet-Mitarbeiter Joseph Thaddäus Winnerl eine Uhr mit separat anhaltbarem Sekundenzeiger. Er erfand auch einen Chronographen mit zwei übereinander liegenden Sekundenzeigern, die nacheinander gestoppt werden konnten, wodurch die gemessene Zeitspanne als Differenz zu errechnen war. Digitale Stoppuhren kamen erstmals um 1970 auf den Markt. Sie wurden vor allem für die Zeitnahme im Sport entwickelt, ersetzten aber infolge ihrer Genauigkeit bald auch die in der Astrometrie und Geodäsie üblichen Arbeitsuhren der Beobachter.

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KOLUMNE

Zum Erfolg braucht es keine Boni!

von Tim Marschall Managing Director, Jyske Bank (Schweiz) AG

E

s ist auch für Aussenstehende nicht schwer

her hinter einer klaren Philosophie. Nämlich hinter dem Prinzip

zu erkennen, dass sich die Finanzbranche in

der Ausgewogenheit. Unser Grundsatz ist es, eine Balance

einem Umbruch befindet. Bestehende Ge-

zwischen den Interessengruppen Kunden, Mitarbeitende und

schäftsmodelle werden überprüft, mitunter

Aktionäre zu pflegen. Denn wenn sich dieses Gleichgewicht

mit schmerzhaften Konsequenzen für Mitar-

zu Gunsten beziehungsweise zum Nachteil einer oder zweier

beitende. Um sich wieder fit für die Zukunft zu machen, be-

Gruppen verschiebt, wird dies einen längerfristigen Nachteil

sinnen sich nicht nur Grossbanken auf ihre Tugenden; näm-

für alle bedeuten. Vielleicht liegt dieser etwas andere Ansatz

lich auf hervorragende Leistungen in der Kundenberatung,

an der dänischen Herkunft oder weil wir einfach gewisse Dinge

hochstehenden Service und hoffentlich mit einem nachhalti-

schon immer anders gesehen und umgesetzt haben? Jeden-

gen Blick für ihre Kunden – aber auch für das eigene Unter-

falls sind wir damit immer gut gefahren.

nehmen. Für mich ist diese allgemeine Rückbesinnung ein Akt, um die Glaubwürdigkeit und die Reputation wiederzu-

Das Prinzip der Ausgewogenheit bedeutet jedoch auch,

erlangen, was schlussendlich das Vertrauen in die Branche

dass wir das machen, was wir am besten können, und dass

zurückbringen wird.

wir gewisse Dinge sein lassen, die nicht zu unserer Philosophie passen. Dazu gehört zum Beispiel ein Bonus-System.

Dieser Sinneswandel ist durchaus zu loben. Was jedoch nicht

Die Jyske Bank-Gruppe hatte noch nie ein solches und wird

passt, sind undurchsichtige Bonus-Systeme, die der ganzen

auch in Zukunft keine Boni auszahlen, weder für das Ma-

Finanzbranche schaden. Auch ein globales, milliardenschwe-

nagement, noch für Kundenberater oder andere Mitarbei-

res Investment Banking, wiederum getrieben von nicht nach-

tende. Übrigens, auch das Investment Banking haben wir

vollziehbaren Boni-Modellen, ist heute gegenüber den eige-

immer anderen überlassen.

nen Bankkunden, den Mitarbeitenden wie auch gegenüber der Gesellschaft nicht mehr zu rechtfertigen. Ich denke, da

Dass man mit unserer Philosophie trotzdem erfolgreich sein

deckt sich meine eigene Meinung mit der generellen Stim-

kann, beweist die Spitzenplatzierung beim Europäischen

mungslage in der Schweiz.

Banken-Stresstest 2010 oder die solide Eigenkapitalquote der Jyske Bank-Gruppe.

Was jedoch nicht stimmt, ist die Aussage, dass alle Banken gleich sind. Beispiel Jyske Bank. Als Schweizer Privatbank mit

Ich persönlich hoffe, dass sich das Denken in der ganzen

dänischen Wurzeln konzentrieren wir uns einerseits absolut

Branche verändern wird. Denn es ist zum Wohl aller – viel-

auf das Wealth Management und stehen anderseits seit je-

leicht hat das bis jetzt einfach noch niemand gemerkt.

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FASHION

Der Faltenmacher Issey Miyake

Der japanische Designer liebt es, Reaktionen und Emotionen zu erhalten. Seine Liebe zu technischen Dingen spiegelt sich in all seinen Entw端rfen wider, vom Objekt bis zum Kleidungsst端ck.

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FASHION

«Die Vorzüge der Kleider von Pleats Please treten besonders in Erscheinung, wenn man auf Reisen ist. Sie werden auch das Fassungsvermögen der Tasche für Privat- und Geschäftsreisen radikal verändern!» von Valeska Jansen

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leats Please! So nennt Miyake auch diesen Herbst und Winter seine Kollektion. Die erste unter diesem Namen präsentierte er bereits 1993. Inspiriert von den eleganten Lendenschurzen der Pharaonen bis zu den bewegten Kostümen von Isadora Duncan. Hin zu den ikonenhaften Sonnenplisseekleidern der Marilyn Monroe und den erstaunlich männlichen Kilts der Schotten. Schon immer galt es als grosse Kunst, Flaches in Volumen zu verwandeln. Miyake sieht Falten als Mittel, um eine andere, radikalere Vorstellung von Raum und Zeit in die Modelandschaft einzuführen. Der ganz besondere Reiz ist dabei die optische Täuschung, erreicht durch die Dreidimensionalität.

Eine faltige Modewelt Durch systematische Suche und einen beinahe animalischen Instinkt für das Kommende gelang es Miyake, mit seinen PleatsPlease-Stücken nicht nur Individualisten zu begeistern. Seine Kleidungsstücke mit schlichten Formen und farbigem Hell und Dunkel sollen eine weitere Form der Illusion verkörpern und zu einer ausdrucksvollen Materie werden. Die abstrakten Formen wirken wie subtile, gestreckte Körper im Raum und ihre fein abgestufte farbige Oberfläche soll Energie ausstrahlen. Miyake entwirft seine

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RUBRIKEN

«In Zeiten extremer Spannungen und chaotischer Zustände ist das Konzept fliessender Formen und beweglicher Architekturen ein Weg, um mit der Situation zurechtzukommen.»

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Modelle niemals einem internationalen Trend folgend. Er reflektiert den jeweiligen Zeitgeist: «In Zeiten extremer Spannungen und chaotischer Zustände, in Zeiten wie der unseren, ist das Konzept fliessender Formen und beweglicher Architekturen ein Weg, um mit der Situation zurechtzukommen, eine Welt der Angst anzunehmen, sich auf ein Zeitalter des Zweifels einzulassen.» So ist Pleats Please das üppige Ergebnis eines fast zwei Jahrzehnte umfassenden Werkes, bei dem das Wesen der Falten untersucht und erkundet wurde. Ihre Fähigkeit, den sich bewegenden Körper einzuhüllen, sich seinen Bewegungen anzupassen und ihn gleichzeitig zu enthüllen.

plissierte Stoffe gehüllt, und dank der grossen Anpassungsfähigkeit der gefältelten Kostüme konnte eine neue Art der tänzerischen Darstellung erreicht werden. Bis heute hat diese Inszenierung eine der markantesten Signaturen im Modedesign hinterlassen. «Allein das Material ist schon kreativ und beinahe unverwüstlich. auseinanderfalten, ausbreiten, einfalten und binden. Alle Kleidungsstücke von Pleats Please haben etwas Magisches, man kann sie überall tragen, sie schmiegen sich an und kleiden jeden Körper mit grosser Anmut.» So beschreibt Miyake seine Kleidung. Als sogenannte «Kofferkleidung» haben Miyakes Kreationen eine grosse Fangemeinde bei Frauen, die viel reisen. Ein Kleid kann zum Beispiel so klein wie ein Taschentuch zusammengefaltet werden, dazu ist es federleicht, um es am Ziel wieder in seine ursprüngliche Grösse, knitterfrei, zu entfalten. Hinzu kommt die grosse Kunst der Verhüllung des Plissees, Frau muss keine perfekte Figur haben. Ungeliebte Regionen können kunstvoll verdeckt werden, und wegen der

Platz ist in der kleinsten Tasche … Das Plissieren (in Falten legen) eines Stoffes kann durch zwei unterschiedliche Methoden erreicht werden: das Weben eines Stoffes mit elastischen Garnen oder das In-Falten-Pressen eines ursprünglich flach gewebten Materials. Besondere Aufmerksamkeit erlangte diese Materialtechnik nach einer Ballettinszenierung des berühmten Choreografen William Forsythe. Alle Tänzer waren in

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grossen Variabilität des Materials können Vorzüge aber auch raffiniert in Szene gesetzt werden. «Die Vorzüge der Kleider von Pleats Please, die leicht, modisch, klein zusammenzulegen und einfach zu pflegen sind, treten besonders in Erscheinung, wenn man auf Reisen ist. Sie werden auch das Fassungsvermögen Ihrer Tasche für Privat- und Geschäftsreisen radikal verändern! Gute Reise mit Pleats Please!», sagt Issey Miyake.

zu stellen, sondern mit der Absicht, denjenigen zu antworten, die sich Fragen zu unserer Epoche und der besten Art, in ihr zu leben, stellen.» Heute hat sich Pleats Please über die ganze Welt verbreitet, und indem diese Kleider die individuelle Persönlichkeit einer jeden Trägerin zum Ausdruck bringen, haben sie selbst eine Anonymität erreicht, die unserer modernen Gesellschaft vollkommen angemessen ist. Die Kraft Miyakes, diese anonymen Produkte hervorzubringen, resultiert auch aus seiner engen Zusammenarbeit im Team. Ein zweiter Faktor ist seine hartnäckige und kontinuierliche Forschungsarbeit in den Bereichen Materialien und Entwurf. Und drittens ist es seine Technik. Sein Erfindergeist, der High- und Lowtech kombiniert. Zuletzt kommt seine aussergewöhnliche Sensibilität für die gesellschaftlichen Bedürfnisse. Die Pleats-Please-Linie wurzelt in der Konzeption des «one piece of cloth». Miyake erklärt es so: «Über die Grenzen von Nation, Geschlecht und Alter hinweg werden Bekleidung und Lebensräume sich zu einer einzigen Architektur vereinen und zu einem einzigen Stück Stoff zurückkehren, das uns sanft umschliesst.»

Die Kunst des architektonischen Designs Der Designer betrachtet seine Kollektionsstücke nicht nur als Bekleidung, für ihn charakterisieren alle Teile auch ein architektonisches Design. Deshalb nennt er sich selbst auch lieber Kleidungsdesigner als Modedesigner. Miyake sagt: «Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen Neugier und Freude. Design ist nicht statisch, sondern wird erst durch den konstanten Austausch von Ideen, Ästhetik und Sensibilität ermöglicht.» Dann fährt er fort: «Das einzige Interesse der Kleidung besteht darin, dass sie in ihrem Träger Gefühle und Reaktionen hervorruft. Ich kreiere nicht, um mein Ego oder meine Persönlichkeit in den Vordergrund

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Karl Lagerfeld fing alles an … Mit

Kiki Kausch and the red bag Die Berliner Fotokünstlerin Kiki Kausch hat sich in rasant schneller Zeit einen Namen gemacht. Sie stolperte in ihrer zweiten Karriere keinem Geringeren als Karl Lagerfeld über die Füsse. Der hängte ein Triptychon von ihr, das ihn selbst als «man at work» bei einem Shooting für Chanel in New York zeigt, in seine eigene Ausstellung und adelte damit ihre Fotokunst.

follow the red bag

I

von Angelika Möller

hre erste Fotoarbeit erwarb ein Fotosammler für eine fünfstellige Summe. Ansporn und Bürde für die Autodidaktin zugleich. Kiki Kausch, aufgewachsen in Wiesbaden, Studium der Germanistik und Romanistik in Heidelberg und Mainz, zog es zunächst ins Filmgeschäft und landete beim ZDF als Nachrichtenredakteurin für das heute journal und als Auslandsreporterin für die ARD in Wien.

ten und arrangiert hat, lässt sich mit Worten beschreiben wie: Schönheit, Lebendigkeit und Echtheit. Berühmtheiten wie Pierce Brosnan, Michael Gorbatschow oder Leonardo DiCaprio standen ihr Modell. Ihre Bilder sind Bestand internationaler Sammlungen. Wir treffen uns zum Lunch in einem Bistro nahe der Hamburger Aussenalster. Als Kiki Kausch das Restaurant betritt, treffen sie bewundernde Blicke ob ihrer lebendigen Attraktivität. Auch die legendäre Hamburger Kiezgrösse mit der obligatorischen Sonnenbrille unterbricht ihren Wortschwall mit dem Tischnachbarn für einen langen Blick auf Kiki. Wir kennen uns seit einer Zufallsbegegnung in Marrakesch vor drei Jahren, als sie ein Fotoshooting im berühmten «La Mamounia» vorbereitete.

Fotomotive rund um den Globus Nun reist Kiki, die mit Tochter und Ehemann in Berlin lebt, seit fünf Jahren rund um den Globus, immer auf der Suche nach Fotomotiven, die sie faszinieren. Was sie dabei gesehen, festgehal-

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PRESTIGE: Frau Kausch, der Weg von der ZDF-Redakteurin führt nicht zwangsläufig zur Fotografin. Ist er jedoch eine gute Voraussetzung? Kiki Kausch: Das Visuelle hat natürlich mit meiner Laufbahn beim Fernsehen mit bewegten Bildern zu tun. In der Aktualität muss man schnelle Entscheidungen treffen. Welches Bild transportiert in der Kürze die grösste Dichte an Information. Ein Foto kann wie eine Schlagzeile sein, nur ohne Worte. Das habe ich als Journalistin jeden Tag gelernt und das war sicher die Vorschule zur Fotografie, wenn auch völlig ungeplant.

Wie muss man sich das vorstellen, dass Sie sich als Autodidaktin der Fotokunst verschrieben? In dem Fotoladen, wo ich seit einigen Jahren meine Kameras kaufe, gelte ich als absolut beratungsresistente Ignorantin. «Fräulein, wenn Sie wüssten, was diese Kamera alles kann ...» Und schon ist das Fräulein aus dem Laden verschwunden. Ich liebe es einfach, die Dinge selbst zu entdecken. Ich bin keine gute Anleitungszuhörerin. Technik ist sicher ein Teil des Ganzen. Ich glaube an die richtigen Momente und an gute Ideen, an den ersten Moment bei einer Begegnung. An das Eigene im Blick. Das ist sicher manchmal riskant, aber, toi, toi, toi!, es ist noch nie etwas richtig schiefgegangen, technisch meine ich.

Welche Sujets haben Sie damals inspiriert, sind es heute andere, neue Themen? dieser jungen, attraktiven Frauen. Ich bin mir sicher, dass sich die 500 Passagiere hinten auch an dem Anblick erfreut hätten. Viele aber mit Herzklopfen, denn dass Frauen diesen Job genauso gut machen wie Männer, ist noch lange nicht in den Köpfen angekommen. Naja, vielleicht trägt das Triptychon «female cockpit A 380» nun ein wenig dazu bei ...

Dass also aus den «unerklärten», gerade aus der Verpackung genommenen Kameras auch Brauchbares herauskommt, war vor allem ein echter Glücksfall, als mir Karl Lagerfeld 2005 in New York über den Weg lief, in Soho vor dem Chanelstore, wo er gerade das kanadische Model Daria Werbowi shootete. Und genau die Szene, diesen Mann bei der Arbeit, hielt ich in drei Aufnahmen fest. Daraus entstand mein erstes Triptychon. Es hing lange nur für meine Familie und Freunde im Wohnzimmer. Bis es eben eines Tages in der Ausstellung von Karl Lagerfeld landete und damit etwas Neues und Wunderbares in meinem Leben begann ... Der Rest ist bekannt. Danach ging ich viel auf Reisen, um mit einer ganz neuen Aufgabe und Leidenschaft per Kamera die Welt zu entdecken, bevorzugt dreiteilig. Damals war ich nervös, ob mir wieder solche Bilder gelingen wie die mit Lagerfeld. Mein Auge blieb noch eine Weile in der Modewelt hängen. Hinter den Kulissen nach den emotionalen unperfekten Momenten zu suchen. «Backstage Secrets N° 1» war meine zweitwichtigste Arbeit und wurde in einer grossen Gruppenausstellung mit den Werken von Legenden wie Man Ray, F.C. Gundlach, Annie Leibowitz etc. gezeigt. Dann hatte ich nach der Obama-Wahl 2008 einen grossen Hang zu Amerika: Strassenmusiker in San Francisco, sexy Stanford-Studenten in Badehosen, hübsche Kellnerinnen in Chicago ...

Was möchten Sie beim Betrachter Ihrer Fotokunst auslösen? Ich möchte dem Betrachter etwas Neues zeigen, etwas, das er so noch nie gesehen hat. Den eigenen, meinen Blick, meine Komposition, meine Klangfarbe. In die Triptychen kann man viel hineininterpretieren. Ich lasse jedem seine Unabhängigkeit, dies zu tun, wenngleich es richtige und echte Geschichten gibt, die sich auch mit Worten gut erzählen lassen. Da bin ich manchmal hin- und hergerissen, ob ich etwas zeige oder erzähle oder beides?

Mit welchen Stilmitteln arbeiten Sie? Das Stilmittel der Dreiteiligkeit hat etwas Natürliches für mich, weil ich ja früher in Filmen gedacht habe. Drei Bilder sind ein Minifilm. Und ebenfalls könnte man wohl sagen, dass immer noch die Reportage mein Stilmittel ist. Ganz selten inszeniere ich oder gebe Anweisungen. Das widerstrebt mir eher. Ich spiele gerne mit dem realistisch geplanten Zufall.

Aktuell war ich von zwei Pilotinnen fasziniert, die ich während eines Fluges im Airbus A 380 auf dem Weg nach Singapur fotografieren durfte. Stundenlang war ich im Cockpit und überwältigt vom Sonnenaufgang am Hindukusch, besonders aber von der Arbeit

Wie ist die Idee für «Love Suites – follow the red bag» entstanden?

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«Eine Frau mit einer roten Handtasche steckt quasi in jeder Frau.»

Auf fast allen Reisen habe ich meine rote Tasche dabei, diese ist so rot, dass sie am liebsten jeden Abend ausgehen und etwas erleben möchte. Das ist die Geschichte von «Love Suites – follow the red bag». Eigentlich ist das aus purer Laune heraus entstanden. Man nehme ein schönes Hotel und lässt die rote Tasche einfach an der Stelle fallen oder liegen, wo es der Besitzerin der Tasche gerade beliebt. Bei Tag und bei Nacht. Mit Schmuck oder ohne, mit einem Apfel oder einem iPad ...

den Allüren und Vorlieben dieser geheimnisvollen Dame identifizieren kann. Das macht sehr viel Spass und gehört nun zu meinem Leben ...

Denken Sie an eine Fortsetzung dieser Serie? Definitiv wird die Serie, die nun 24 Bilder umfasst, fortgesetzt. Es muss aber weiter so fliessend sein wie bisher. Ich möchte das Thema einbauen, aber nicht deshalb ein Hotel besuchen. Es muss in die Reise und in das Lebensgefühl passen. Ich hatte auch schon Hotels, zu denen wir nicht gepasst haben, die Tasche nicht, ich nicht. Das passiert wie bei einem ganz normalen Gast, der dem Hotel gewogen ist und wiederkommt oder eben nicht. Insofern ist die red bag auch eine Orientierungshilfe bei der Wahl des Hotels, quasi eine sehr persönliche Empfehlung. Ich denke, das passt in

Steckt auch etwas von Ihnen persönlich in der geheimnisvollen Frau mit der «red bag»? Gibt es eine Identifikation? Eine Frau mit einer roten Handtasche steckt quasi in jeder Frau. Manchmal in der Realität, manchmal nur in der Phantasie. Insofern gibt es da auch einen Bezug zu mir, da ich mich leicht mit

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unsere Zeit, in der wir medial mit vielem überflutet werden, das sich oft schwer einordnen lässt. Dann lieber einer roten Tasche folgen (lacht) … Inzwischen habe ich das Gefühl, dass das Thema endlos ist. Ich hätte nie gedacht, dass man die rote Tasche so oft unterschiedlich aussehen lassen kann. Doch es funktioniert. Ich habe mir einen «red bag»-Blick angewöhnt, sobald ich ein Hotel betrete. Es passiert automatisch und: «Oh Gott, wenn ich die rote Tasche gar nicht dabeihabe, dann bekomme ich sofort den Reflex, wieder zu gehen – so weit ist es schon gekommen.» (lacht herzhaft.)

zu gehen. Ganz schlimm ist dieses Mittelmass. Ich nenne keine Namen, aber dann würde die Dame mit der roten Handtasche lieber in eine persönliche, mit Herz geführte klitzekleine Pension gehen ...

Gibt es Kollegen in der Fotokunst, die Sie besonders schätzen? Ich habe keine Vorbilder, da ich mich zuvor nur im Vorbeigehen mit Fotokunst beschäftigt habe. Eine Ausstellung hat mich einmal sehr in ihren Bann gezogen. Der Fotograf war Richard Avedon, der ehemalige Chef-Fotograf der «New York Times». Dessen Werk ist in hohem Mass zeitlos und dennoch ein Zeitdokument, eine grosse Vision und Leistung, die darin steckt. Vielleicht bin ich auch feige und scheue den Vergleich mit anderen Kollegen, denn ich besuche so gut wie nie Fotografie-Ausstellungen. Andererseits möchte ich auch nicht beeinflusst werden. Das stört meinen Pioniergeist.

Welche Kriterien sind für Sie, respektive die geheimnisvolle Dame, entscheidend für ein Hotel? Grundsätzlich hat die geheimnisvolle Dame ein Faible für Luxus, kleiner Luxus, grosser Luxus – gar kein Luxus geht nicht. Aber Luxus kann ja auch schon die Bettwäsche oder der Gurken-Ingwer-Saft sein. Was ist Luxus in der Hotellerie? Service, Service, Service. Das hat mal der Chairman der Four-Seasons-Gruppe gesagt und das kann ich auch unterstreichen. Wenn man gut behandelt wird und das Personal einem in sehr guter Erinnerung bleibt, sind goldene Wasserhähne und Design, das sich selbst überholt, belanglos. Ich mag viele Hoteltypen. Es ist auch spannend zu sehen, welche Ideen dahinterstehen. Ich liebe es, in neuen Hotels auf Entdeckungsreise

Verraten Sie uns Ihre Pläne für die nahe Zukunft? Jetzt steht erst mal die Ausstellung mit den 24 Arbeiten der Love Suite Collection an, die noch bis Ende Januar in München läuft. Vermutlich wird noch dieses Jahr das grossformatige Triptychon «female cockpit» in den Lufthansa-Lounges ausgestellt. Was ich 2013 mache, brüte ich gerade aus und verrate mal noch nichts ...

«Grundsätzlich hat die geheimnisvolle Dame ein Faible für Luxus, kleiner Luxus, grosser Luxus – gar kein Luxus geht nicht.»

Ausstellung: «Love Suites – follow the red bag» vom 25. Oktober – 31. Januar bei DESIGN Reisen, Brienner Strasse 7, 80333 München www.kikikausch.com

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Weite Roben und rauschende Kleider

ma Paaren; Palo Hunderte von t tz si er be gg g Ja er rstenb ch Bianca Diane von Fü n fasziniert; au he hu iat Sc re en hk in n se iks Schu Picasso ist vo . Manolo Blahn tig ch lt sü el st st fa h s sind t. Dieses Buc und Kate Mos r ganzen Wel de f l ol au gv en un au rn Fr die so schw onen begeiste n Skiz zen vor, he n fro te hr en rb ge fa der reits zu be mehr als 120 ss sie selbst be ren nlich sind, da öh w ge n Kommenta er de ss it und au emeinsam m G rn. Pa de a ur ic w ten , Sarah Jess Sammlerobjek nter Madonna ru tda us r, M re n de ei ewun eses Buch zahlreicher B Testino, ist di io ar M d un tour ker, Anna Win rten. ode-Interessie M le al r fü have

Auf hohen S

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n» hnik – Skizze «Manolo Bla ik Manolo Blahn rlag Ve k ec eb Knes

Willkommen in

der Welt

des Mister Sm Seit er 1976 seine ith erste Herrenkoll ek tion vorstellte den grossen Na , gehört Paul Sm men der interna ith zu tionalen Modew scheinbar unau elt. Er ist der Er fin ffällig-klassischen de r des Kleidungsstücks, te Details die «H das durch vers ipness» erhält, die pielMänner und Frau Vom Accessoire en glücklich mac bis zum Fahrrad ht. und Einrichtung der Kreationen sdetail reicht die seines LifestylePa let te Universums. Pa politischen Mein ul Smith, der of ungen vertritt un fe n se ine d sich mehr für antwor tlich fühlt ein Lebensgefü als für schnell we hl verchselnde Modet Band erstmals int rends, gibt in die imen Einblick in sem sein Leben und spricht über da seine Arbeitswe s, was ihn inspir ise und ier t – die neue Se der Mode- und nsation auf dem Designbücher! Markt «Paul Smith A– Z» Olivier Wicker Knesebeck Verla g

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ng iher – sind ein wichtiger er ein Business-Doppelre od ono Kim ein ri, Sa chaftlichem Status und Kleider – sei es ein en Persönlichkeit, gesells der zu , ger Trä r ihre Mode unter all diesen AsSchlüssel zur Kultur me Institute analysiert stu Co to Kyo s Da on. mitunter sogar Religi stlerischen. Das Buch «Fa iologischen bis zum kün soz den r übe dem hen isc em Leser, pek ten, vom histor und ermöglicht damit jed Auswahl dieser Schät ze rt der Mode. nde rhu Jah e shion» zeigt eine grosse durch das zurück liegend ise Re e ein l en, Lai ausgeht: Jedes Model Experten wie dem seen übliche Niveau hin Mu in das r übe it Ma we e essentielle Wobei die Fotografie zeniert. Kleidung ist ein ten Puppen geradezu ins KCI spiegelt das des do wurde auf massgefertig Cre sioniert-respekt volle pas ses die – ns sei Da nifestation unseres er. Buch auf jeder Seite wid

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ihrer te Fotograf den Mittelpunkt Die renommier u Kollektionen in ine se Hauses Dior ne sie s ss de n, da o die Wurzeln ian Dior so angeta all G hn t Jo ier it et w pr entiert Lo Jahrzehnt inter so lange dokum Seit über einem igt schauen. Eben en od M le haufnahmen ze ol Na zv glan aufregenden d un und inszeniert len ah ol fn sv Au ck gestellten hows. In ausdru Kulissen. Ihre un n de Gallianos Dior-S r r te de e hin hn ils hinter der Bü inierenden Deta ebsamkeit, die tri sie uns die fasz Be r fre de au n e vo enthält ein eine Vorstellung cht. Dieser Band rrs he men vermitteln elt uf sa ew od eis M d Schwarzw Spek takel der santen Farb- un po inspirierendsten im t al ig m ze , n, gt lle eszene bewe aus mal origine hnten in der Mod ze gende Mischung hr Ja it se h ktive. e Lowit, die sic r Insiderperspe nahmen. Roxann Couture aus de e ut Ha r de elt W die glamouröse or» «Backstage Di Roxanne Lowit TeNeues Verlag

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D N E E H T


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Der

handschuh Schutzfunktion und Mode-Accessoire Er ist mehr als nur ein Schutz vor Wind und Kälte. Vielmehr ist er ein echtes Damen-Accessoire, das die Frau mit Stil schon lange vor den 50er Jahren für sich entdeckte.

von Lilly Steffen

D

amen tragen ihn mit kurzem oder langem Schaft, Herren tragen ihn beim Cabriofahren oder Golfen, die Hausfrau trägt ihn bei der Gartenarbeit und jeder Goalie benutzt ihn zum Schutz seiner Hände, wenn er gegnerische Bälle abwehrt. Ein jeder hat mindestens ein Paar im Schrank und wenn es nur zum Schutz vor Eis und Schnee ist. Die Rede ist vom Handschuh. Einem Kleidungsstück mit einer sehr alten Geschichte.

Von den Ägyptern bis zu hohen Würdenträgern Der Handschuh ist einer der betagteren Zeitgenossen der Modegeschichte. Schon im Alten Ägypten wurde er getragen. Am Hofe Cleopatras trug man ihn zur Gartenarbeit, von den Römern wurde er zum Essen und von den Germanen als Kälteschutz getragen. Spätestens im Mittelalter entwickelte sich die Handbemantelung mehr und mehr zu einem Herrschafts- und Rechtssymbol. Handschuhe galten als Zeichen von Macht und Würde. Sie wurden aus teuren Materialien gearbeitet und mehrmals am Tag gewechselt.

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Katzen fangen will, ... «Wer wilde

Somit signalisierte der Träger nicht nur eine gewisse Distanz zu seiner Umwelt, sondern auch seinen Reichtum. Doch auch die hohen Würdenträger der Kirche wie Äbte, Bischöfe oder Kardinäle trugen Handschuhe. Zum einen sicherlich als Amtszeichen und Rechtssymbol, zum anderen folgt die Benutzung des Handschuhs bei liturgischen Handlungen einer alten Tradition. Nur mit verhüllten Händen wurden religiöse Opfer dargebracht oder göttliche Geschenke entgegengenommen. Somit wollte sich der Klerus vor unbekannten magischen Einwirkungen schützen, zudem sollte das Heilige nicht verunreinigt werden. Erst einige Zeit später wurden die Handschuhe auch von weltlichen Würdenträgern übernommen. Die ersten Überlieferungen berichten von einem einfachen sackartigen Beutelchen, welches die Hände bei Kälte wärmen sollte. Erst später kam eine getrennte Ausbuchtung für den Daumen hinzu, welche es zuliess, dass man die Hände, wenn auch eingeschränkt, zum Greifen und Arbeiten benutzen konnte. Doch bereits die Römer entwickelten eine Art «Fingerlinge»: Ein Handschuh, der für jeden Finger eine einzelne «Abzweigung» des «Beutels» vorgesehen hat. So wurden die Hände nicht nur geschützt, sondern waren zudem fast so beweglich wie ohne den Handschuh. Wie alt der Handschuh wirklich ist, weiss keiner, doch als man das Grab des Tutanchamun entdeckte, fand man dort unter anderem 27 Paar Lederhandschuhe und diese stammten aus dem 14. Jahrhundert vor Christus. Dies belegt, dass schon im Alten Ägypten die Pharaonen Handschuhe trugen, wahrscheinlich jedoch eher als Zeichen ihres besonderen Standes als aus Schutz.

Den Fehdehandschuh hinwerfen Dem Handschuh kommt eine grosse Symbolik zu. Dies belegen unter anderem verschiedene Redewendungen, die teils auch heutzutage noch benutzt werden: den «Fehdehandschuh werfen und aufnehmen», «mit Samt- oder Glacéhandschuhen anfassen» oder «wie Hand und Handschuh sein». So besass zum Beispiel

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... muss eiserne

Handschuhe haben.»

altväterliches Sprichwort

die Übergabe eines Handschuhs mehrere Bedeutungen, je nach Übergabeart entweder eine feindschaftliche oder eine freundschaftliche. Das Handschuhwerfen war ein deutliches Zeichen für eine Fehde und Aufforderung zum Duell. Besonders im 18. Jahrhundert war es üblich, seinem Gegner einen Handschuh aus Stoff ins Gesicht zu schlagen, um ihn zu einem Ehrenduell herauszufordern. Das «normale» Handschuhübergeben hingegen konnte als Zeichen der Unterwerfung gedeutet werden, aber auch als Bestechung, da Bestechungsgelder gerne in gefüllten Handschuhen den Mann wechselten. Jemanden mit Glacéhandschuhen anzufassen, bedeutet hingegen, jemanden besonders vorsichtig zu behandeln. Glacéhandschuhe sind sehr feine, weisse Handschuhe, die meist von Herren zum Frack oder Smoking getragen werden. Heute sind sie sehr selten geworden, ab und an sieht man sie noch an Veranstaltungen wie dem Wiener Opernball. Von Mitte des 19. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Handschuhe auch für Damen ausser Haus ein unabdingbares Accessoire. So war es bis zum Zweiten Weltkrieg ein festgeschriebenes Gesetz der Etikette, dass eine Frauenhand im Freien stets von einem Handschuh bedeckt sein musste. Gerade bei den Damen der Gesellschaft stand schon früh nicht nur die Funktionalität des Handschuhs im Vordergrund, sondern natürlich auch der modische Aspekt. Adelsdamen trugen edle Fingerlinge zu ihren Abendkleidern: oft parfümiert, mit Perlen verziert und mit Juwelen bestickt. Liess die Dame ihren Handschuh fallen, war das für die Herren der Runde ein eindeutiges Zeichen. Auch das Fräulein in Friedrich Schillers bekannter Ballade «Der Handschuh» setzte dieses Zeichen: «Herr Ritter, ist Eure Lieb’ so heiss, wie Ihr mir’s schwört zu jeder Stund, Ei, so hebt mir den Handschuh auf.» Der Handschuh war aber in den Löwenzwinger hinabgefallen. Der Ritter stieg hinunter, hob den Handschuh aus der Mitte der schrecklichen Tiere auf, stieg wieder zurück und warf ihn der Dame ins Gesicht – eine der schlimmsten denkbaren Beleidigungen dieser Zeit.

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Zu jedem Anlass die passenden Handschuhe Nachdem der Handschuh also lange Zeit der Liebling der Upperclass war, sie trug meist Handschuhe von hoher Qualität, während sich das niedrige Volk einfacher Fäustlinge bediente und diese auch nur zum Schutz vor der Kälte, wurde der Handschuh im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr fester Bestandteil der Kleidung. Material, Farbe und vor allem die Armlänge passten sich der Kleidung an. So reichten die Handschuhe bei Chemisen und Ballkleidern zum Teil bis zum Oberarm. Auf einem Ball durften die Damen ihre Handschuhe auf keinen Fall ausziehen, und für den Fall, dass die Handschuhe zu Schaden kamen, hatten sie immer ein Extra-Paar dabei. Auch von den Männern erwartete man das Tragen von Handschuhen, wenngleich diese ihre meist nur in der Hand hielten. Dennoch ist aus dem 19. Jahrhundert die Sitte überliefert, dass ein wahrer Gentleman sechs Mal am Tag seine Handschuhe zu wechseln habe. Seine letzte Hochzeit erlebte der Handschuh in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Dame von Welt besass zu jedem Kleid und zu jedem Anlass die passende Fingerbekleidung. Zu einem morgendlichen Einkauf gehörte beispielsweise graues Ziegenleder, beim Lunch trug sie Glacéhandschuhe. Am Nachmittag schmückten dann braune Peccary und abends lange schwarze Seidenhandschuhe die Finger der Lady. Damit die Handschuhe auch perfekt sassen und sich wie eine zweite Haut anpassten, wurden sie häufig von Mass angefertigt. So liessen sich Stars wie Marlene Dietrich sogar Gipsabdrücke von ihren Händen erstellen, um perfekt sitzende Handschuhe herstellen zu lassen. Das Ergebnis war überwältigend, ohne eine einzige Falte zu werfen, bildeten die Handschuhe eine zweite Haut, allerdings benötigte sie angeblich auch bis zu 20 Minuten, um die Handschuhe überzustreifen.

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Die Handwerkskunst des Handschuhmachers Seit Ende der 50er Jahre werden Handschuhe vorwiegend nur noch als Kälteschutz verwendet. Heute gibt es nur noch wenige hervorragende Handschuhmachereien. Während es Zeiten gab, in denen der Beruf des Handschuhmachers ein sehr etablierter und angesehener Stand in ganz Europa war, ist der Beruf heute fast gänzlich ausgestorben. Nur noch sehr vereinzelt bilden Betriebe zum Handschuhmacher aus, denn nur wenige Menschen beherrschen diese jahrhundertealte Handwerkskunst, welche seine Ursprünge vor vielen Jahren in Frankreich fand. Kaum ein Kleidungsstück ist in seiner Herstellung so anspruchsvoll und kompliziert wie ein Handschuh und erfordert einige Kunstfertigkeit. Jedes einzelne Teilchen des Handschuhs muss vom Handschuhmacher mindestens einmal in die Hand genommen werden: Stück für Stück schneidet der Handschuhmacher im so genannten «Tafelschnitt» aus dem Leder. Anschliessend wird die endgültige Hand-Form ausgestanzt und schliesslich auf Dehnbarkeit und Geschmeidigkeit des Stoffes beziehungsweise Leders überprüft, denn noch immer sollte ein guter Handschuh wie eine zweite Haut sitzen und bestenfalls keine Falten werfen. Dabei jedoch sich angenehm allen Bewegungen der Hand anpassen, ohne unangenehm zu spannen. Abschliessend werden die einzelnen Stoffschnitte per Hand und an der Handnähmaschine zusammengenäht. Mitunter besteht ein einziger Handschuh aus bis zu 24 Einzelteilen, die mit rund 2000 Stichen zusammengenäht werden. Ein so angefertigter Handschuh hat natürlich seinen Preis, den nur noch wenige bereit sind zu zahlen. Daher versinkt die Kunst des Handschuhmachens leider immer mehr in Vergessenheit. Dass der Handschuh jedoch immer noch ein wichtiges Mode-Accessoire und gerade im Winter täglicher Begleiter ist, belegen auch die Zahlen der Fundbüros zu abgegebenen Handwärmern. Der Handschuh ist ein praktisches Modebekenntnis – besonders in der kalten Jahreszeit.

Markenbotschafter der Hände Viele heute weltbekannte Modekonzerne gründen ihre Erfolgsgeschichte auf der Handwerkskunst der Handschuhe. So sind Handschuhe neben den Sätteln eines der Ursprungsprodukte von Hermès, dem Lederhaus am Faubourg Saint-Honoré. Noch heute wird diese alte Handwerkskunst gepflegt und weitergegeben. Hermès beschäftigt stets mindestens einen Métier Gantier, Handschuhmacher, der Auszubildenden einen Einblick in alte Tradition und die echte Handarbeit geben kann. Doch auch der Modekonzern Trussardi begann einst ganz klein mit Handschuhen. 1911 gründete der Mailänder Lederwarenhersteller Dante Trussardi in der Nähe von Bergamo eine Handschuhfabrik. Seine luxuriösen Handschuhe wurden rasch zum Statussymbol, eroberten binnen weniger Jahre den internationalen Markt. Erst viele Jahre später gesellten sich zu Handschuhen auch Taschen, Gepäck und Kleinlederwaren. Der führende Handschuhhersteller in Europa ist jedoch die Firma Roeckel in München. Schon die österreichische Kaiserin Sissi bestellte im 19. Jahrhundert ihre Handschuhe dort. Später schmückten sich Filmdiven wie Greta Garbo oder Audrey Hepburn mit Roeckel-Handschuhen. Die Firma verarbeitet seit mehr als 150 Jahren neben herkömmlichen auch besonders exklusive Materialien wie etwa Straussenleder.

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© Hermès

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«Fünf Ellen geben

ein Paar Handschuh, wenn der Schneider kein Schelm ist.» altes Sprichwort

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KOLUMNE

Teure Kleidung – Placebo oder Qualität? von Gabriel Palacios, «Gedankenleser»

É

mile Coué war ein Apotheker des frühen 20.

Geringsten, ob die Jeans nun aus Polyester oder Baumwol-

Jahrhunderts. Er stellte fest, dass Medikamen-

le besteht oder ob sie wirklich sehr komfortabel sitzt oder

te dann besonders gut wirken, wenn sie auch

nicht. Ein Blick auf den roten Teppich genügt, und wir er-

als besonders wirkungsvoll angepriesen wer-

kennen, wie viele Promis sich in deren hohen Absätzen und

den. Eigentlich kann und darf man behaupten,

selbst designten Kleidern abquälen, nur der Optik zuliebe.

Émile Coué war der Initiator des so genannten Placeboeffek-

Ein Ausnahmefall ist meines Erachtens die Winterkleidung,

tes. Man spricht dann von einem Placeboeffekt, wenn sich

die uns vom Kälteeinfluss schützen soll. Dort ist uns das

unser subjektives Wohlbefinden steigert, wir etwas als «gut»

Wohlbefinden, die wärmespendende Materie von grösserer

bewerten, obwohl es objektiv nicht hochwertiger ist.

Bedeutung als üblich.

Ich bin mir sicher, dass Sie sich auch schon öfter gefragt

Erlangen wir jedoch eine Metaebene und blicken auf unsere

haben, ob wohl die teuren Markenklamotten auch wirklich

Bedürfnisse beim Tragen von Fashion hinunter, so müssen

qualitativ hochwertiger sind oder ob wir wohl nur so viel Geld

wir gestehen, dass sich die Qualität unserer Kleidung zum

bezahlen, um überhaupt diesen Namen an unserem Körper

grössten Teil in unserem Geiste abspielt. Qualität ist für uns

tragen zu dürfen. Aus eigenen Erfahrungen weiss ich, dass

einerseits das damit verbundene optische Erscheinungsbild

die Markenjeans, die ich trage, meist genauso schnell im

und unsere dadurch garantierte Authentizität. Qualitative

Abfalleimer oder im Container eines Hilfswerkes landen wie

Fashion ist Fashion, mit der wir uns identifizieren können.

Billigjeans. Nur ist mein energisches Niveau deutlich höher,

Würde es keine Marken und Labels in der Fashionindustrie

wenn die teure Markenjeans reisst als bei der Discountjeans.

geben, so wären wir ständig auf Identitätssuche. Fashion

Dennoch bin ich als Mentalexperte der festen Überzeugung,

ist weit mehr als Oberflächlichkeit. Fashion ist unsere Hülle.

dass die Qualitätsjeans eine höhere Qualität aufweist, auch

Unsere Verpackung. Unser optisches Erscheinungsbild, das

wenn Studien und haufenweise Experimente das Gegenteil

zu unserer Identität passen soll. Fashion ist beinahe eine ei-

bezeugen wollen. Denn gar oft fokussieren wir uns lediglich

genständige psychologische Industrie, die erkannt hat, dass

auf die materielle Qualität und schenken der geistigen Quali-

Qualität nur dann der Fall ist, wenn sich der Kunde mit dem

tät nur zu selten bewusst Aufmerksamkeit. Was beim Tragen

Label identifizieren kann und sich darin richtig gut, stark

unserer Kleidung zählt, ist, dass uns die Kleidung in erster

und authentisch fühlen kann. Auch wenn es grundsätzlich

Linie entspricht. Wir müssen uns darin authentisch fühlen

eher als «banal» zu betrachten ist, dass wir Menschen nach

und bewegen können. Ebenfalls von grosser Bedeutung

Marken und Labels einordnen und klassifizieren. Doch so ist

ist unsere optische Zufriedenheit. Wir müssen mit unserer

eben unsere Gesellschaft.

Kleidung das kommunizieren können, was wir auch wollen. Dabei spielt jedoch die materielle Qualität nur die geringste

Wir lernen also: Qualität spielt sich nicht nur auf materieller

Rolle. Solange uns unsere Klamotten nicht piksen, Juckreiz

Ebene ab, sondern eben auch auf geistiger. Markenkleider

verursachen oder andere physische Nebenwirkungen er-

sind ein Placebo – jedoch ein in unserer Gesellschaft wohl

zeugen, so bin ich der Meinung, kümmert es uns nicht im

leider notwendiges.

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konkret, Zürich

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RUBRIKEN

Edles Schalentier mit

zwei Scheren Hummer

Hummer gilt gemeinhin als beliebte und sehr kostbare Delikatesse. Egal ob amerikanisch oder bretonisch: Das Fleisch des Hummers ist fest und geschmackvoll. Bei vielen Gourmets ist er wie die Auster ein absoluter Silvester-Klassiker.

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CULINARIUM

von Yvonne Beck

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aum zu glauben, aber in vergangenen Zeiten galt Hummer als Arme-Leute-Essen, so gross war das Vorkommen des Schalentiers. In einem der ersten Streiks der Geschichte soll die Dienerschaft an der amerikanischen Ostküste sogar durchgesetzt haben, dass ihnen Hummer nicht mehr als dreimal die Woche serviert wird. Für das Hauspersonal war Hummer ein preiswertes Grundnahrungsmittel – wie heute Kartoffeln anderenorts. Es gab das Scherentier in solchem Überfluss, dass man die zuhauf angeschwemmten Exemplare zermahlte und als Dünger unterpflügte. Diesem landwirtschaftlichen Zweck wird der Hummer heute nicht mehr zugeführt. In hiesigen Gefilden gilt Hummer zusammen mit anderen Lebensmitteln wie Kaviar, Austern oder Champagner als Inbegriff der feinen, gehobenen Küche, obwohl er kein Vermögen mehr kosten muss.

In Maine gibt es pro Tag tausende von «Lucky Lobsters» – glückliche Hummer, denn Tiere, die sehr gross gewachsen sind, meist paarungsfreudige Männchen und Weibchen mit dunkelrotem Rogen an den Bäuchen, werden zurück ins Meer entlassen. Sie sichern die Zukunft! Ein weiterer Grund für das prächtige Gedeihen der Hummer ist zudem die «sanfte» Fangmethode. Während Crevetten und Jakobsmuscheln in Maine längst ausgestorben sind, weil sie mit Netzen gefangen wurden, gedeiht der Hummer prächtig, da er mit Hilfe von Reusen gefangen wird. Und im Unterschied zu Netzen zerstören Reusen die Meeresfauna nicht.

Bei lebendigem Leib ins kochende Wasser Über die Zubereitung eines Hummers streiten sich die Geister. So manche Hausfrau lehnt es ab, Hummer zuzubereiten, da dies nichts für Tierfreunde und schwache Gemüter ist. Das Töten des Krustentiers geschieht in kochendem Wasser. Dazu muss das Wasser unbedingt sprudelnd kochen, und der Topf muss gross genug sein. Dann gibt man das Tier mit dem Kopf voran in das Wasser und legt den Deckel auf. Mit dieser Methode ist der Hummer in kürzester Zeit tot, auch wenn er sich noch etwas regt. Erschreckend sind für viele die «Pfiffe» des Hummers, wenn er in das kochende Wasser kommt. Viele meinen, dieses Pfeifen sei der Todesschrei des Hummers. Laut Experten entweicht in Wirklichkeit jedoch nur laut zischend Luft aus dem Panzer des Tiers. Der Autor David Foster beschrieb das Kochen eines Hummers folgendermassen: «Auch nachdem der Hummer im Wasser untergegangen ist, ja selbst bei geschlossenem Deckel, hört man, wie er sich dagegen wehrt und aus seiner Not entkommen will. Dieses Kratzen der Scheren an der Topfwand, die Stösse gegen den Deckel, wenn der ganze Körper hin und her peitscht!» – keine

Vom Arme-Leute-Essen zur Delikatesse An der amerikanischen Ostküste ist Hummer nach wie vor oder besser gesagt wieder ein «Alltagsessen». Denn seit dem Einbruch der Kabeljau-Population, durch Überfischung, sind die Bestände von Hummer und Shrimps in einigen Teilen der Atlantikküste regelrecht explodiert. In Halifax und Umgebung werben Fastfoodketten wie McDonald's gar mit der «McLobster Season», in der das Scherentier als Sandwich über die Theke geht. Der Geschmack ist jedoch auch nicht annähernd mit einem frischen, selbstgeknackten Hummer zu vergleichen. Hummer kann mit gutem Gewissen genossen werden, denn im Gegensatz zu den immer rarer werdenden Fischen aus den Weltmeeren nimmt die Zahl der Scherentiere zu – besonders vor der nordamerikanischen Küste in Maine. Über 25'000 Tonnen Hummer werden in Maine aus dem Wasser gezogen und in Feinschmeckerlokale in die ganze Welt verkauft.

«Ein Snob ist jemand, für den der Hummer nur die Vorspeise zu einer Pellkartoffel ist.» Hans Clarin

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schöne Vorstellung. Doch wer frischen Hummer zu Hause verspeisen möchte, muss sich dieser Prozedur wohl oder über unterziehen. Da tote Hummer schnell Giftstoffe entwickeln, die zu Lebensmittelvergiftungen führen, werden gefangene Hummer grundsätzlich nicht getötet. Roher Hummer wird also fast ausschliesslich lebend verkauft. Beim Kauf lebender Hummer sollte man darauf achten, dass der Hummer noch kräftig Beine und Scheren bewegt. Vom Kauf eines sich träge oder gar nicht mehr bewegenden Hummers ist abzuraten. Ein lebender Hummer sollte nach dem Herausnehmen aus dem Becken und dem Entfernen der Bänder seine Scheren spreizen. Ein Zeichen für höchste Frische. Ausserdem muss der Panzer prall mit Fleisch gefüllt sein. Das Tier sollte also «schwer» in der Hand liegen. Europäische Hummer kommen meist aus Schottland, Norwegen, Irland und aus der Bretagne. Dabei ist zu bedenken, dass dieser Hummer Sommerware ist, kauft man ihn also im Winter, so ist er meist lange gehältert worden und von minderer Qualität. Fangfrischen kanadischen Hummer gibt es dagegen das ganze Jahr über. Der kanadische Lobster ist zudem auch preisgünstiger, da die Fangrate weitaus grösser ist.

Der Hummerkoch Peter Nöthel gehört seit über 25 Jahren zu den besten Köchen Deutschlands. Seit 1991 führt er zwei Sterne und im Gault-Millau wurde er mit 18 Punkten ausgezeichnet. Sein Essen ist ohne grossen Firlefanz, jedoch stets an Spitzenqualität orientiert. Nach dem Besuch der Hotelfachschule in Salzburg führte ihn sein Weg vom «Haus zu Haus» (Ratingen) über das Restaurant «Gala» (im Casino, Aachen), das «Landhaus Laret» (in Davos) nach Düsseldorf, wo er seit 1985 sein eigenes Restaurant «Hummer-Stübchen» und das Hotel Fischerhaus betreibt. Anders als andere Küchenchefs scheut Nöthel ein wenig die Öffentlichkeit. In Lu-

zern im «Schweizerhof» wurden zum ersten Mal ausserhalb des «Hummer-Stübchens» einige seiner Hummergerichte, darunter die bei Gourmets weltbekannte Hummersuppe mit Champagner, serviert. Das von Peter Nöthel zusammengestellte Hummermenu wurde begleitet von einer exquisiten Auswahl an Champagner der Traditionsmarke Perrier Jouët. PRESTIGE traf sich mit dem etwas kantigen Sternekoch und sprach mit ihm über seine Leidenschaft zu den Schalentieren, ihrer richtigen Zubereitung und über Champagner als passenden Hummerbegleiter.

PRESTIGE: Herr Nöthel, Sie werden als der «Hummerkoch» betitelt und Ihr Restaurant in Düsseldorf heisst auch «HummerStübchen». Wie kam es zu der Liebe zu diesem Schalentier? Peter Nöthel: Zum Hummer kam ich, man will es kaum glauben, durch die Schweiz. Der Grundgedanke resultiert aus der Hummer- und Austernbar in Zürich im «St. Gotthard». Dort war ich vor circa dreissig Jahren ab und an als Gast. Hummer war schon immer ein ausgesprochen hoch gehandeltes Produkt, obwohl es heute gar nicht mehr so exklusiv ist. Ein Rinderfilet kostet im EK mehr als ein halber Hummer. Aber die meisten Menschen können oder wollen einen Hummer zu Hause nicht zubereiten. Daher auch diese «aufgesetzte» Exklusivität. Ich erkannte jedoch, dass man aus Hummer eine derartige Vielfalt an Gerichten zubereiten kann. Man kann ihn «nature», asiatisch oder mit Ochsenschwanz essen. Daraus entstand also die Idee, etwas mit Hummer zu machen. Zudem kannte niemand mei-

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«Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.» Winston Churchill

nen Namen, aber Hummer war etwas, das Aufmerksamkeit erweckte. Daher begleitet mich der Hummer seit 27 Jahren ohne irgendwelche Skandale.

Für eine Sterneküche haben Sie in Ihrem «Hummer-Stübchen» recht moderate Preise. Ist das ein Zeichen, dass sich die Sterneküche verändert hat?

Woher kommt der beste Hummer?

Die klassische Sterneküche, wie wir sie früher zelebriert haben, ist schon lange nicht mehr en vogue. Ausgeprägt grosse Menus zu sehr hohen Preisen, das macht der Gast heute nicht mehr mit. Wir haben unsere Preise gesenkt und sind daher immer noch recht gut besucht. Das Problem ist jedoch, dass Qualität ihren Preis haben muss. Man müsste also eigentlich mit anderen Produkten arbeiten … Ich habe da auch schon einen Plan.

Darüber scheiden sich die Geister und ich führe seit 25 Jahren meine Streitgespräche zu diesem Thema. Die meisten Fachleute und Journalisten bezeichnen bretonischen Hummer als den besten Hummer. Ich glaube jedoch nicht, dass man bei gleicher Zubereitung einen grossen Unterschied herausschmeckt. Die Hummerqualität hängt von der Frische, von der Lebendigkeit, sprich, wie lange war ein Hummer bereits in Gefangenschaft und inwieweit beginnt er dadurch zu zähren. Ich bin also nicht der Meinung, dass man sagen kann, ob der kanadische, amerikanische oder europäische Hummer besser oder schlechter ist. Es kommt vieles auf die richtige Zubereitung an.

Das hört sich nach baldigen Veränderungen an … Ja, ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mich noch einmal komplett verändern möchte. Die kulinarische Landschaft hat sich in Deutschland sehr verändert. Der Name «Hummer-Stübchen» ist längst nicht mehr zeitgemäss. Hummer, Kaviar, Champagner und Gänseleber will heute niemand mehr hören – das ist vielen, besonders Firmen, viel zu exklusiv. Nur so viel: Meine Zukunft und die meiner beiden Söhne, die mit in meinem Betrieb arbeiten, wird nicht am Herd eines Sternerestaurants sein. 2013 wird einiges passieren – lassen Sie sich überraschen!

Wie sieht die richtige Zubereitung aus? Die meisten meiner Kollegen machen den Fehler, da sie nicht häufig mit Hummer arbeiten, dass sie den Hummer totkochen. In Kochbüchern findet man teilweise die Angabe fünf Minuten für 100 Gramm. Bei einem 1-Kilo-Hummer würde das eine Kochzeit von 50 Minuten bedeuten. Das ist tragisch. Wir kochen Hummer in dieser Grösse immer fünf Minuten. Dieser wird dann anschliessend kurz angebraten oder gratiniert.

Der Abend findet in Kooperation mit dem Champagnerhersteller Perrier Jouët statt. Sind die Gerichte darauf abgestimmt und ist Champagner ein perfekter Begleiter zu Hummergerichten?

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Heute Abend wird es unter anderem Hummer auf Chili-Krokant, meine Hummersuppe mit Champagner, gebratenen Hummer auf geschmorter Kalbshaxe mit Eierschwämmli, Spinat und Pommes mousseline geben – alles Klassiker aus dem «Hummer-Stübchen». Ich habe also keines der Gerichte auf den Champagner abgestimmt. Aber Champagner ist einfach ein perfekter Begleiter zu Hummergerichten. Und auch auf die Gefahr hin, dass mich Champagner-Kenner dafür am liebsten lynchen möchten, auf Eis ist er ein perfektes Küchengetränk.

Ja, das ist die humanste Tötungsmethode. Man muss aber darauf achten, dass in einem Topf nicht zu viele Tiere sind, denn sonst kühlt sich das Wasser ab und der Tötungsprozess verlängert sich unnötig. Man muss jeden Tieren gegenüber einen gewissen Anstand haben.

Wie würden Sie Ihre eigene Küche beschreiben?

Würden Sie Hummer als Ihre Henkersmahlzeit auswählen?

Ich koche eine neue deutsche Küche mit vielen regionalen Impressionen. Ich koche vielleicht nicht so kreativ wie andere Köche, aber ich koche ja auch für meine Gäste, und denen schmeckts. Wir kombinieren gerne Hummer mit Fleisch. Eine tolle Paarung, wenn man es richtig macht.

Kochen ist für Sie in drei Worten? Freiheit, Kreativität und Musse.

Ich esse Hummer sehr gern, aber mein Lieblingsgericht ist Rheinischer Sauerbraten.

Ist Hummer heutzutage noch ein Luxusprodukt? Das kommt darauf an, was man unter «Luxusprodukt» versteht. Hummer ist für uns hier kein Luxusprodukt, weil wir sehr viel davon verarbeiten. Wichtiger als Luxusprodukte sind ethisch vertretbare Produkte, sprich, wenn möglich verwende ich regionale Produkte. Alles, was wir verarbeiten, kann ich auch vertreten, auch wenn ich dafür auf teurere Produkte zurückgreifen muss. Doch es gibt viele andere Aspekte: In einigen Restaurants werden Krebsen bei lebendigem Leib der Darm gezogen, so was würde es bei mir niemals geben, denn das ist Tierquälerei aus reiner Bequemlichkeit des Koches.

Hummer wird aber auch bei lebendigem Leib ins kochende Wasser geworfen?

Diese Grösse ist selten … Das Guinness-Buch der Rekorde besagt, dass am 11. Februar 1977 vor der Küste der kanadischen Halbinsel Neuschottland ein mehr als 20 Kilogramm schwerer Hummer gefangen wurde. Ein Rekord, der bis heute besteht, da nur wenige Hummer heute lang genug leben, um ihre volle Körpergrösse zu erreichen – dazu brauchen sie bis zu 60 Jahre. In der Regel können Hummer bis zu 70 Zentimeter gross werden und erreichen dabei ein Gewicht von über neun Kilogramm. Der Verzehr eines solchen Tieres empfiehlt sich aber nicht, denn sein Fleisch ist eher zäh. 


«Bis ins 19. Jahrhundert hinein galt Hummer als Arme-Leute-Essen und Frass für Zuchthäusler. Den Verzehr von Hummer, vergleichbar mit dem von Ratten, hielt man schlicht für menschenunwürdig.» David Foster Wallace

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www.gize.com


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Haute-Couture-Champagner Das Champagnerhaus Perrier-Jouët führt die Tradition der künstlerischen Zusammenarbeit mit bedeutenden Designern fort und präsentiert die Perrier-Jouët Collection by Claire Coles. Die junge Londoner Textilkünstlerin Claire Coles benutzt Fragmente von Vintage-Tapeten, Textilwaren und Glühspan und erschafft damit Collagen botanischer Schichten, wobei sie die Natur als Quelle der Inspiration nutzt. Durch ihre massgeschneiderten und handgefertigten Kreationen kreiert sie mit ihren Wandtapeten wahre Kunstwerke und ein edles Kleid für einen exquisiten Champagner. www.perrier-jouet.com

FOOD News

Special Editions und edle Gewänder Im glitzernden Gewand Die Diamond Collection von Moët&Chandon präsentiert sich heuer im eleganten und luxuriösen Gewand. Der Goldene Suit bewahrt die Frische und aussergewöhnliche Qualität des gefeierten Champagners von Moët&Chandon. Er umschliesst die Flasche in Form einer goldenen Hülle im Diamanten-Design, die der Folie der legendären Moët&Chandon-Flasche nachempfunden ist. So verleiht sie jedem Beisammensein während der Festtage festlichen Glanz. www.moet.com

Dandy suit me Das Haus Veuve Cliquot entwirft mit «Suit ME», dem Champagner in der Anzugtasche, eine neue Art, besondere Gelegenheiten zu feiern. Das Aushängeschild der Marke, das Label Carte Jaune, kommt vornehm in einer Isotherm-Hülle daher – ein schicker Begleiter für unterwegs, der perfekt den Stil des Hauses Veuve Cliquot verkörpert. Ein individuell gestaltbares Etikett enthält die Gebrauchsanweisung für dieses trendige Objekt, das an den Feiertagen auf keinen Fall fehlen darf. www.veuve-clicquot.com

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Elegant feiern Die Festtage stehen vor der Tür und damit genügend Gelegenheiten für den Genuss von Champagner. Gerade richtig kommt da die limitiert erhältliche Weihnachtsedition von Laurent Perrier: Eine Flasche Cuvée Rosé in einer eleganten und farbenprächtigen Geschenkverpackung mit vier Gläsern. Die Cuvée Rosé von Laurent-Perrier entstand bereits 1968 und gilt noch immer als Referenz für Rosé-Champagner. Er eignet sich hervorragend als Apéritif oder als Begleiter von rohem Fisch, asiatischen Gerichten oder cremigem Käse. www.laurent-perrier.com

Interpretationen in Rosé Das Haus Ruinart erfindet immer wieder Neues, bewahrt dabei aber stets den einzigartigen, eleganten Geschmack, der das Erkennungszeichen seiner perlenden Kreation ist. Für den Ausklang des Jahres empfiehlt Ruinart die Geschenkbox Rosé Interpretation. Dieses sensorische Verkostungsereignis ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Haus und dem international renommierten Parfümhersteller IFF. Mit der neuen Geschenkbox nimmt Sie Maison Ruinart mit auf eine Aromenexpedition der Sonderklasse. www.ruinart.com

REMY MARTIN COCKTAILS Das Cocktail-Revival der letzten Jahre hat weltweit namhafte Mixologisten angespornt, Cognac-Cocktails zu kreieren oder neu zu interpretieren. Neben Klassikern wie dem Sidecar oder dem East India sind erfrischende Cocktails wie der Cognac Summit, der Melon Baller oder der French Mojito hoch im Kurs – perfekt, um eintreffende Partygäste zu bewirten oder um das Fest später in Schwung zu halten.

Cognac Summit 4 cl VSOP Mature Cask Finish 6 cl Zitronenlimonade 4 dünne Scheiben frischen Ingwer 1 Limettenzeste 1 langes Stück Gurkenschale In einem Tumbler-Glas mit Eiswürfeln servieren

French Mojito 4 cl VSOP Mature Cask Finish ¼ frische Zitrone, in drei Stücke geschnitten 1 Teelöffel Rohrzucker 6 Blätter frische Minze In einem Longdrink-Glas mit Eiswürfeln und 5 cl Perrier servieren

Melon Baller 6 cl VSOP Mature Cask Finish ¾ frische Wassermelone 22,5 cl Zuckerwasser In einem Martini-Glas mit Eiswürfeln servieren

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Wintercocktails

World’s Best Tasting Vodka GREY GOOSE® Vodka wird in Cognac, Frankreich, hergestellt, wo die weltweit erfahrensten Spirituosenproduzenten zu Hause sind. So profitiert er von der reichen regionalen Tradition in der Herstellung erstklassiger Delikatessen, Weine und Spirituosen. Damit etablierte sich GREY GOOSE® zum beliebtesten Luxusvodka überhaupt. Der traditionelle Spirituosenproduzent kreiert für jede Jahreszeit exklusive Cocktails, welche hervorragend zu Hause zubereitet werden können. Für den Winter empfiehlt PRESTIGE vier neue Cocktailrezepte, bestehend aus exquisit ausgewählten Zutaten und exzellenten Vodkas aus dem Hause GREY GOOSE®.

Grey Goose Le Fizz Durch die Verbindung eines süssen Hauches von Holunderblüten mit einem kräftigen Schuss Zitrone sowie etwas Sodawasser, schmeckt der Cocktail mit Grey Goose Vodka spritzig und erfrischend. Er ist somit eine brillante Alternative zu Champagner und Co. Kurz: Le Fizz ist der Cocktail der Stunde!

Zutaten 3,5 cl Grey Goose® Vodka 1,5 cl Holunderblütensirup 1,5 cl frisch gepresster Zitronensaft 7,5 cl Sodawasser

Zubereitung Den Grey Goose Vodka mit dem Holunderblütensirup, Zitronensaft und Eis in einen Shaker geben und richtig gut mischen. Danach das Ganze ohne Eis in ein Champagnerglas füllen. Zum Abschluss noch eisgekühltes Sodawasser hinzufügen und fertig ist der perfekte, kühlende und fruchtige Wintercocktail.

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Grey Goose Pearfection Dieser Cocktail verbindet den winterlichen Grey Goose La Poire Vodka mit weisser Kakaocreme und Schokoladenstreuseln. Der trockene Wermut von Noilly Prat erzeugt einen leicht würzigen Geschmack und kreiert damit einen herrlich wärmenden Cocktail.

Zutaten 4 cl GREY GOOSE® La Poire 2,5 cl NOILLY PRAT® trockener Wermut 1,5 cl weisse Kakaocreme Eine Prise bittere Schokoladenstreusel

Zubereitung Alle Zutaten in einen mit Eis gefüllten Behälter giessen und umrühren. Den Cocktail in ein Cognacglas filtern und als Highlight mit einer Birnenkugel auf einem Grey Goose-Rührstäbchen dekorieren.

Grey Goose Couleur Cafe Fein und cremig verbindet dieser spezielle Wintercocktail die zarte Süsse von Kaffeelikör mit dem leicht herben Geschmack von Espresso und erfrischt gleichzeitig mit einer dünnen Schicht Rahm.

Zutaten 4 cl GREY GOOSE® Vodka 1,5 cl TOUSSAINT® Kaffeelikör Ein Schuss Espresso Eine Prise Rohrzucker Rahm

Zubereitung Alle Zutaten, ausser dem Rahm, in einem mit Eis gefüllten Behälter mischen. Den Cocktail fleissig umrühren und in ein kleines und gekühltes Coupeglas filtern. Zum Abschluss noch eine dünne Schicht Rahm auf den Cocktail geben. Als Highlight mit Schokoladenpulver bestreuen und fertig ist der perfekte Kaffee mit Grey Goose Vodka.

Chez Goose Grey Goose zelebriert die Kunst der französischen Spirituosenproduzenten, der Maîtres de Chai, und vereint im Chez Goose zwei ihrer exklusivsten Handwerkskünste, Grey Goose L’Orange und XO Cognac. Dieser vorzügliche Mix wird durch das Hinzufügen von Mandarinenpüree verfeinert, welches zusätzlich das typisch winterliche Zitrusfruchtaroma einbringt.

Zutaten 4 cl GREY GOOSE® L’Orange 1,5 cl BARON OTARD® XO Cognac 5 cl frisch gepressten roten Traubensaft 2,5 cl Mandarinenpüree

Zubereitung Alle Zutaten in ein mit zerkleinerten Eiswürfeln gefülltes Longdrinkglas giessen. Den Cocktail mit einem Grey Goose-Rührstäbchen umrühren und zum Abschluss mit einer Orangenschale und einer roten Traube dekorieren.

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Essen, Kochen, Networking … Hopping Dinner Nirgends geht es ungezwungener zu, als beim Salat waschen, Karotten schnibbeln und Fleisch brutzeln. Beim gemeinsamen Essen und Trinken lässt es sich unbefangen plaudern und man erfährt Genaueres über die Gesprächspartner. Zusammen kochen und essen ist einfach kommunikativ.

«Der Geist ist denselben Gesetzen unterworfen wie der Körper: Beide können sich nur durch beständige Nahrung erhalten.» Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues

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von Yvonne Beck

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ochshows stehen hoch im Kurs. Und viele bleiben abends bei Sendungen wie «Das perfekte Dinner» hängen. Immer wieder stellt man sich Fragen wie: «Was würde ich kochen?», «Wie würde ich auf fremde Menschen in meiner Wohnung reagieren?», «Wie sähe meine Tischdekoration aus?». Lust mitzumachen hätten viele, aber wer möchte schon wirklich beim Kochen gefilmt werden und einer Menge TV-Zuschauern seine eigenen vier Wände zeigen? Zudem kann man gut auf die bissigen Kommentare der Stimme aus dem Off verzichten, zumindest, wenn diese einen selbst betreffen. Eine gute Alternative dazu bietet das Hopping Dinner. Ohne Kameras, ohne Anspruch auf ein perfektes Gourmet-Dinner, aber mit jeder Menge Spass und vielen neuen Bekanntschaften.

Einmal kochen – dreimal essen

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Durch gemeinsames Kochen und Essen in lockerer Atmosphäre lernt man neue Leute kennen. Wie wäre es also mit einem DreiGänge-Menu, wobei Vorspeise, Hauptgang und Dessert jeweils in einer anderen Wohnung serviert werden? Ganz vereinfacht gesagt, funktioniert es so: Zusammen mit einem zugeteilten Kochpartner bereitet man einen Gang vor und im Anschluss kommen vier «fremde» Gäste zum Essen vorbei. Eine Stunde später geht es dann weiter zur nächsten Adresse, wo der nächste Gang und neue Leute warten. Das Ganze nennt sich Hopping Dinner (www.hoppingdinner.com) und ist der neuste Trend in verschiedenen Schweizer Städten. Die Organisatorin des Hopping Dinner in der Schweiz ist Christine, eine deutsche Architektin. Sie realisierte das Konzept bei den Eidgenossen, als sie als Neuzürcherin ihren Bekanntenkreis erweitern beziehungsweise aufbauen wollte und es leid war, mit mühsamem Onlinedating ihre Zeit zu verschwenden. Da gemeinsames Kochen und Essen eine sehr kommunikative Angelegenheit ist, übernahm sie die Idee des Hopping Dinner aus ihrem Heimatland. Anfangs lief die Idee nur schleppend an, doch nach dem ersten Abend sprach sich der Fun- und Erlebnisfaktor des Events schnell herum und inzwischen organisiert Christine alle sechs bis sieben Wochen ein Hopping Dinner mit bis zu 30 Teilnehmern. Als ich das erste Mal vom Hopping Dinner hörte, war ich noch ein wenig skeptisch, zu sehr klang es nach Singlevermittlungsversuch, doch meine Neugier siegte und ich erlebte einen spannenden Abend bei gutem Essen, gepaart mit interessanten Gesprächen und vielen neuen Gesichtern. Anstatt frustrierte Singles lernte ich offene, kreative und vielseitige Menschen kennen, die einfach nur Spass hatten und mal etwas anderes ausprobieren wollten.

Der Hopping-Fahrplan Doch wie funktioniert das Ganze im Einzelnen? Jedem Teilnehmer wird eine ihm unbekannte Person zugelost, mit der man eine Vorspeise, einen Hauptgang oder eine Nachspeise zubereitet (im folgenden Beispiel die Vorspeise). Die Organisatoren versuchen

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im Vorfeld darauf zu achten, dass man eventuell gemeinsame Interessen hat und das Alter ungefähr passt. Nach Zulosung der Partner erhält man ein Mail mit der Telefonnummer und der E-MailAdresse des jeweiligen Kochpartners. Die Kochteams bestehen meistens aus einem Mann und einer Frau (häufig geht dies jedoch nicht auf, da es meistens mehr weibliche Teilnehmer gibt). In der Mail wird zudem bekannt gegeben bei wem von beiden gekocht wird. Gemeinsam überlegt sich das Kochduett dann, was gekocht werden soll, dabei geht es nicht darum, möglichst kostspielige Gänge zu kreieren, sondern einfach kreativ zu sein. Ob Kürbissuppe oder Tapas zur Vorspeise, Auflauf oder Pasta zum Hauptgang, Tiramisu oder Käse als Abschluss – erlaubt ist, was gefällt. Bestenfalls kocht man mit seinem Kochpartner nicht nur, sondern bestreitet auch vorab die Einkäufe gemeinsam.

Jeder Gang eine andere Location Um 17.30 Uhr klingelt es an der eigenen oder der Tür des Kochpartners, je nachdem, bei wem gekocht wird, und vier Gäste treffen ein. Nach dem ersten Beschnuppern und einem Gläschen Prosecco wird die Vorspeise serviert und man kommt schnell ins Gespräch. Was machst Du beruflich? Wie bist Du darauf gekommen, hier mitzumachen? Welchen Gang werdet Ihr kochen? Viel zu schnell verfliegt die Zeit, um alles zu erfahren, was man erfahren möchte. Denn um spätestens 18.30 Uhr trennt sich die Gruppe bereits wieder, damit jeder rechtzeitig zu seiner nächsten Essensstation kommt.

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«Für ein gutes Tischgespräch kommt es nicht so sehr an, was sich auf dem Tisch, sondern was sich auf den Stühlen befindet.» Walter Matthau

Der Hauptgang beginnt nämlich um 19 Uhr in der Wohnung eines anderen Hopping-Dinner-Teilnehmers. Zusammen mit dem eigenen Kochpartner macht man sich also auf den Weg zur nächsten Wohnung und zum nächsten gedeckten Tisch. Hier lernt man wiederum vier neue Menschen kennen, mit denen man sich dann den Hauptgang schmecken lässt. Nach eineinhalb Stunden trennt man sich ein weiteres Mal, um die Dessert-Crew aufzusuchen, die mit einem Nachtisch aufwartet, und wiederum trifft man auf vier neue Leute. Um circa 22.30 Uhr beginnt dann eine After Party in einer Bar, bei der sich schliesslich alle Teilnehmer treffen. Hier sieht man dann auch die eigenen Gäste wieder und die Gastgeber der Hauptspeise. Gesprächsstoff wird schnell gefunden, denn alle sind gespannt, wie das Essen der anderen gelaufen ist oder was die wohl so alles gegessen haben. Aber auch die verschiedenen Wohnungen oder Gastlocations sorgen für Gesprächsstoff, von Studentenwohnung über schickes Luxusloft, Ateliers, Galerien oder der eigenen Yacht war schon alles dabei. Ein paar schräge Vögel sind sicherlich immer dabei, aber ich fand's lustig, unter dem Bild des Papstes einen Nachtisch namens «Scheiterhaufen» zu mir zu nehmen. So was erlebt man auch nicht alle Tage … Dass die Hopping-Dinner-Gemeinde ständig anwächst, liegt nicht nur an der Mund-zu-Mund-Propaganda, die fleissig betrieben wird, sondern auch an den vielen Wiederholungstätern.

Vielen der Teilnehmer gefällt es so gut, dass sie immer wieder mitmachen. Langweilig wird’s nie, denn es gibt ja bei jeder Veranstaltung neue Leute und Gruppierungen, also auch andere Gerichte und andere Wohnungen. Man muss sich ja auch nicht mit jedem sofort blendend verstehen, und nicht jede Wohnung entspricht dem eigenen Geschmack, aber darauf kommt es beim Hopping Dinner auch gar nicht an. Jeder, der etwas offen Neuem gegenüber ist und neugierig auf andere Menschen, wird sicherlich einen schönen Abend verbringen. Und auch ich denke, dass ich sicher nochmal mit von der Partie bin. Denn es hat einfach Spass gemacht. Und man muss weder ein Starkoch sein, noch eine riesige Wohnung haben – Offenheit und die Freude an der Sache stehen im Mittelpunkt! Also hophop zum nächsten Dinner Event.

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Tradition meets Innovation

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Coffeetime Kaffeehäuser Die ersten Kaffeehäuser entstanden im Osmanischen Reich, in Kairo und Damaskus. Mit der Eröffnung des ersten Kaffeehauses in der Hauptstadt Istanbul 1554 erreichte diese Institution auch den europäischen Kontinent. Kaufleute brachten die Cafés nach Venedig unter die Arkaden des Markusplatzes. Von hier aus verbreiteten sie sich über ganz Europa. Die ältesten heute noch bestehenden Kaffeehäuser sind das «Café Procope» in Paris und das Café «Zum Arabischen Coffe Baum» in Leipzig. Ihnen kam jedoch nicht nur ein gastronomischer, sondern mehr und mehr ein sozialer Aspekt zu. Literaten, Gelehrte und Künstler trafen sich hier. Durch die Erfindung der Zeitung sowie die Etablierung der Post sind sie die Wiege der heutigen Printmedien. Die Möglichkeit des öffentlichen, mehr oder weniger gelehrten Diskurses trat aus den höfischen Zirkeln heraus, die ihn bis dahin ausschliesslich kultiviert hatten, und wurde auch für Bürger möglich. Die Kaffeehäuser waren zudem auch ein Ort, an dem Spiele praktiziert wurden wie Schach oder Backgammon.

Büromittelpunkt: Kaffeemaschine Die halbautomatische Kaffeemaschine gibt es bereits seit über 200 Jahren. Es gab und gibt sehr unterschiedliche Methoden zur Zubereitung von Kaffee. Kaffeemaschinen, wie wir sie weitgehend kennen, sind erst seit dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bekannt. Diese ersten elektrischen Geräte waren jedoch zunächst wegen ihres Preises für die breite Bevölkerung unerschwinglich. So kostete eine elektrische Kaffeemaschine von WMF in den 1930er Jahren etwa ein halbes Jahresgehalt eines Arbeiters. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer grösseren Verbreitung von Kaffeemaschinen. Den Durchbruch in den Massenmarkt schaffte die Kaffeemaschine in den 1970er Jahren. Das noch heute übliche System, mit dem das Wasser erhitzt wird und tröpfchenweise durch den mit gemahlenem Kaffee gefüllten Kaffeefilter in eine Kanne auf einer Wärmeplatte gelangt, setzte sich damals durch. Heutzutage überwiegt das sogenannte Kapselsystem von Nespresso. Doch egal, welches System benutzt wird, die Bedeutung einer Kaffeemaschine auch in Büros sollte nicht unterschätzt werden. Die zwanglose Gesprächsatmosphäre an der Kaffeemaschine wirkt sich positiv auf jedes Betriebsklima aus.

Taiwan Als Land, das die ganze Vielfalt Asiens auf einer einzigen Insel vereint, ist Taiwan weltweit für seine Traditionspflege im Teekonsum bekannt. Dabei gibt es noch ein paar echte Geheimtipps für Gourmets, die das Einzigartige suchen. In Taiwan wächst auch ein seltener Kaffee – in kleinerem Umfang zwar, doch von hervorragender Qualität. Der beste Kaffee Taiwans kommt aus Gukeng im Süden der Insel. Die Sorte Arabica, die hier angebaut wird, ähnelt jener im kenianischen und brasilianischen Kaffee, doch der Kaffee von Gukeng zeichnet sich durch einen besonders milden, nussigen Geschmack und hohe Bekömmlichkeit aus, die er einem äusserst niedrigen Säuregehalt verdankt. Wenngleich der Kaffee aus Gukeng mittlerweile in ganz Taiwan bekannt ist und geschätzt wird, findet man ihn kaum ausserhalb der einheimischen Läden, geschweige denn im Ausland. Die produzierte Menge ist für den Export zu gering. Ein anderes überaus exklusives Souvenir aus Taiwan ist Yoshino No.1, Reis aus Chian nahe Hualien an der Ostküste. Dieser Reis war einst dem japanischen Kaiser Hirohito vorbehalten und gilt der beste Reis der Welt.

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KOLUMNE

«Hast Du Tickets?» von Vera Dillier

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ie Frage «Hast Du ein Ticket für mich» ist bei mir zu einem Reizwort geworden. Ständig kommen irgendwelche Leute mit dieser Frage zu mir und wollen auf allen möglichen Events mit dabei sein. Es scheint bei gewissen Menschen so was wie eine Sucht zu sein, immer und überall eingeladen zu werden. Das gibt ihnen offenbar das Gefühl, wichtig zu sein und dazuzugehören. Unlängst eröffnete ein bekannter Designer eine Boutique in Zürich. Im Frühjahr gab es dann einen Cocktail für gute Kunden und Promis. Sobald die Einladungen verschickt waren, liefen die Telefonleitungen der Boutique heiss, denn viele Leute versuchten, sich selber noch schnell einzuladen. Ganz Unverfrorene, die es partout nicht auf die Gästeliste geschafft hatten, kamen kurzerhand im Windschatten von geladenen Gästen und warfen sich in Pose, in der Hoffnung, von einem der vielen anwesenden Pressefotografen abgelichtet zu werden, damit sie am folgenden Tag wieder mal alle ihre Freunde anrufen konnten mit der niemanden interessierenden Botschaft: «Du musst die Zeitung kaufen, ich bin drin.» Zu dem Thema erlebte ich vor vielen Jahren in Saint-Tropez eine ganz süsse Geschichte: Damals lebte ich bei Freunden auf einer riesigen 51m-Yacht. Fast jeden Abend gab es in irgendeiner Villa eine Party. Wir waren eine grössere Clique und trafen uns jeweils vorher im «L'Escale» – einer bekannten Bar –, um dann alle gemeinsam an das Fest zu fahren. Viele YachtBesitzer hatten keine Autos mit dabei, wenn sie mit dem Schiff nach St. Tropez gekommen waren. In der Bar sass dann oft

ein gutaussehender junger Mann bei uns und plauderte fröhlich mit allen. Wenn es dann darum ging, wer mit wem fahren könnte, fragte er immer freundlich, ob es für ihn auch noch einen Platz hätte. So wurde er immer mitgenommen, jeder kannte ihn schliesslich vom Sehen und dachte, dass er einfach mit den anderen von der Clique befreundet sei. Eines Tages ging ein Bekannter von mir in die Metzgerei, um das Fleisch für seine Dinnerparty persönlich auszusuchen, und wen traf er da: den fröhlichen jungen Mann, der dort als Metzgerlehrling arbeitete. Als dieser Freund uns die Geschichte am Abend erzählte, lachten wir uns alle krumm. Wir fanden jedoch, dass der junge Mann das alles brillant gemeistert hatte, denn er hatte nie etwas Unwahres über sich erzählt und nie geblufft. Da er ja immer hilfsbereit und amüsant gewesen war und nichts anderes wollte, als mit den für ihn «Schönen und Reichen» Partys zu feiern, beschlossen alle, dass er weiterhin mit uns um die Häuser ziehen könne. So verlebte der junge Mann einen für ihn sicher unvergesslichen Sommer. Manchmal träume auch ich von einem fast unerreichbaren Eintritts-Ticket, nämlich eine Einladung an die grosse OscarVerleihung. Weder meine Freundin Laura, die immerhin die Hauptrolle in einem Film von David Lynch gespielt hatte, noch einer meiner Hausgäste, der damals drei Oscars eingeheimst hatte, noch der Produzent von Filmen wie «Highlander» konnte mir diesen Traum erfüllen. So bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als beim aktuellen Coop-Wettbewerb mitzumachen. Da gibt’s nämlich zwei Tickets für die Oscar-Verleihung. Drückt mir bitte alle die Daumen.

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BEAUTY

Vom

Musikproduzenten

zum

Markengesicht Mark Ronson Fan di Fendi Pour Homme, so heisst der allererste Herrenduft aus dem Mailänder Fashionhaus. Doch wie sieht der Fendi-Mann eigentlich aus?

von Valeska Jansen

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ie Wahl fiel auf Mark Ronson, den berühmten Musikproduzenten, der auch Amy Winehouse unter seinen Fittichen hatte. Er ist das Kampagnenmodel und soll dem alteingesessenen Modeunternehmen den Spirit der Musik- und Künstlerbranche einhauchen. Seine Mission: die Visualisierung des modernen Kosmopoliten. Warum die Wahl auf einen Briten fiel, erklärt Isabelle Gex, Duft-Verantwortliche im Hause Fendi, so: «Wir haben uns für Mark Ronson als Duft-Botschafter entschieden, weil er ein toller Musiker und Künstler ist. Er ist einer der erfolgreichsten Musikproduzenten von heute und mit seinem einzigartigen Kleidungsstil verkörpert er perfekt den modernen Zeitgeist unseres Hauses.» Ein moderner Dandy mit modernem Stil, das kommt Ronson sicher sehr nahe. PRESTIGE sprach mit ihm in London:

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BEAUTY

«Ich sehe mich als Musiker und als DJ und nicht als Model.»

PRESTIGE: Was denken Sie, warum immer häufiger Markenbotschafter für Düfte in der Musikbranche gefunden werden? Mark Ronson: Ich glaube, das liegt daran, dass heute anders darüber nachgedacht wird, wie exakt ein Duftbotschafter dem aktuellen Zeitgeist des Duftes entsprechen sollte. Vielleicht verleihen Künstler einer Werbekampagne auch irgendwo mehr Charakter. Darum werden wohl auch immer häufiger bekannte Schauspieler ausgewählt.

Sie sind neuerdings auch Model, hat Sie das irgendwie verändert? Nein! Ich bin noch immer der Gleiche, wenn ich morgens aufwache. Ich denke, als Musiker ist man sowieso ein gebranntes Kind, was den Bekanntheitsgrad angeht, und sieht vermeintliche Freunde und deren Aufmerksamkeit vorsichtiger. Ausserdem ist die Musik für mich das Allerwichtigste. Ich sehe mich als Musiker und als DJ und nicht als Model.

Was war während der Shootings für die «Fan di Fendi Pour Homme»-Kampagnen für Sie die grösste Herausforderung?

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«Ich würde niemals zu anderen Menschen unfreundlich oder abweisend sein!»

Also ehrlich gesagt war das eine ganz einfache Sache. Ich kam ins Studio und nach drei Stunden war alles im Kasten.

Was bedeuten Ihnen Düfte und Gerüche? Ich bin so viel unterwegs und natürlich beeindrucken mich die dort jeweils vorherrschenden Gerüche. New York riecht zum Beispiel ganz anders als London. Aber ich denke, das geht allen Menschen so, und wirklich erklären oder beschreiben kann man diese subtilen Eindrücke nicht. Ich kann es auf jeden Fall nicht …

Würden Sie jemals Ihr Haus ohne ein Parfum verlassen? Ja, wenn es brennen würde … Ich benutze eigentlich immer einen Duft.

Was ist für Sie das Wichtigste an einem Herrenduft? Er muss mich verzaubern und ich muss diesen Duft lieben.

Wie wichtig ist ein Parfum für Männer? Ich finde, das hängt vom Alter ab. Mit der Jugend beginnt man zu experimentieren und findet wahrscheinlich leichte und frische


Düfte toll. Je älter man wird, umso wichtiger wird ein Duft für einen Mann und vielleicht entscheidet man sich dann auch für nur einen einzigen Duft.

Der Fendi-Mann soll magnetisch sein, was ist Ihre Magnetik? Na hoffentlich meine Musik. Das ist für mich das Allerwichtigste, Menschen mit meinen Songs zu fesseln.

Wie war es, mit Amy Winehouse zusammenzuarbeiten? Nur ein Satz, der alles beantwortet: Es war ein grosses Geschenk!

Sie leben in London und in New York. Verraten Sie uns jeweils dort Ihr Lieblingsrestaurant? In London liebe ich das italienische Restaurant «Essenza» in der Kensington Park Road sehr und in New York mag ich am liebsten das Restaurant «Bar Pitti» in der 6th Avenue im West Village.

Was würden Sie niemals tun? Ich würde niemals zu anderen Menschen unfreundlich oder abweisend sein!


Dentalklinik Premium-Klasse der

Privatklinik ALTA AESTHETICA Seit gut einem halben Jahr erstrahlt das ehemalige Grand Hôtel des Salines in Rheinfelden als Privatklinik ALTA AESTHETICA in neuem Glanz. Die Klinik bietet Ästhetische und Plastische Chirurgie sowie Ästhetische Zahnheilkunde und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Premium-Klasse und das in einzigartiger Umgebung an. von Niggi Freundlieb

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ie ALTA AESTHETICA-Dentalklinik umfasst moderne, ambulante Operationseinheiten für implantologische Eingriffe und mehrere nach neuesten Kriterien ausgestattete Behandlungsräume. Chefärztin der Dentalklinik sowie der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist die Ärztin und Zahnärztin Silke Becker.

PRESTIGE: Weshalb ist die ästhetische gelungene Wiederherstellung der Kiefer- und Gesichtsfunktionen eine der komplexesten und anspruchsvollsten Aufgaben des medizinischen Bereichs? Silke Becker: Die Korrektur sehr komplexer Gesichts- und Schädelfehlbildungen ist eine besondere und angesichts des grossen Wunsches nach besserer Lebensqualität der Betroffenen, eine sehr erfüllende Herausforderung. Häufig stecken verschiedene Schicksalsschläge (wie beispielsweise angeborene Fehlbildungen, Tumoren oder schwere Unfälle) hinter den einzelnen Krankengeschichten der Patienten. Diesen Menschen wieder zu mehr Lebensfreude zu verhelfen, das ist für mich die grosse Erfüllung und daher ist mein Anspruch an mich und mein Können immens hoch.

Die Implantalogie gehört zu den zentralen Leistungen der ALTA AESTHETICA – können Sie dieses Fachgebiet näher umschreiben? Die Implantologie gehört mittlerweile zu einer der innovativsten und anspruchvollsten Methoden der Zahnmedizin, Lücken im Gebiss zu schliessen. Die Implantologie in unserem Hause geSilke Becker hört bei uns zur täglichen Routine. Wir gewährleisten unseren Patienten wieder das Gefühl, endlich eigene Zähne zu besitzen. Einen wichtigen Aspekt im Rahmen der Vorbereitung stellt, wie in allen Bereichen der Zahnmedizin, die Anamnese und Voruntersuchung dar. Entscheidende Gesichtspunkte sind dabei das Knochenangebot, die Nachbarzähne und die Weichgewebesituation. Mittels digitaler Volumentomographie können oben genannte Aspekte anatomisch nachvollzogen werden. Mit Bohrschablonen können die gewünschten Implantatpositionen besser vorhersehbar geplant werden. Durch diese Methoden können wir heutzutage manche operative Eingriffe navigiert vornehmen. Das

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BEAUTY

heisst es wird für unsere Patienten eine minimalinvasive und zeitsparende Operation. Jedoch setzt dies eine äusserst detailierte Planung und Erfahrung des Operateurs voraus.

Wie geht nun der Einsatz von Implantaten in der Praxis vor sich? Zum vereinbarten Operationstermin wird die zu implantierende Region örtlich mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Anschliessend wird der Kieferkamm durch Abklappen des Zahnfleischs offengelegt. Nach der knöchernen Markierung der Implantatposition erfolgt die Tiefenbohrung, dann die Vorbohrung und letztlich die Formbohrung auf den gewünschten Implantatdurchmesser sowie die geplante Implantatlänge. Das Implantat wird gesetzt. Anschliessend wird eine Einheilkappe auf die neue Zahnwurzel geschraubt. Zum Schluss wird die Wundfläche vernäht. Nach der Einheilphase sitzen die Implantate fest im Kieferknochen. Jeder Eingriff kann bei uns in auch Sedierung oder Vollnarkose erfolgen. Wir haben einen Facharzt für Anästhesie im Haus, der die Patienten durchgehend betreut und vorgängig natürlich individuell berät und viel Erfahrung hat, Patienten die Angst vor Operationen zu nehmen

Wie gehen Sie in der ALTA AESTHETICA mit dem Aspekt der Nachsorge um und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit zuweisenden Zahnärzten aus der Region?

nellen Röntgendiagnostik. Ein enormer Vorteil ist die Möglichkeit der sofortigen und damit zeitsparenden Planung. Oft ist es wichtig, für die Behandlung und Planung so präzise wie möglich – mit dreidimensionalen Querschnittsbildern zu arbeiten. So können wichtige sensible anatomische Strukturen wie Nervlagebeziehungen bei Zahnentfernungen oder die Lage des Implantates bestimmt werden. Es können bereits präoperativ Knochenangebot, Knochenqualität und individuelle Besonderheiten diagnostiziert werden. Auch in der Endodontie und Parodontologie setzen wir die 3D–Diagnostik zur Beurteilung der Zähne ein.

Sie engagieren sich auch in kostenloser Hilfe, die Sie Menschen in armen Ländern mit anderen Ärten zusammen anbieten – können Sie darüber etwas erzählen? Vier in der Klinik tätige Kollegen – Dr. Dr. Michael Bergermann, mein Stellvertreter, Dr. Herbert Bauer, Chefarzt der Anästhesie, Dr. Peter Pantlen und Ilona Eichenberger engagieren sich in ihrer Freizeit im Rahmen der Organisation Interplast unentgeltlich und mehrmals im Jahr karitativ im Ausland z.B. in Afrika oder Indien. Sie arbeiten mit den Ärzten vor Ort zusammen. Neben einer eigenen OP-Tätigkeit bringen sie den Ärzten vor Ort aktuelle Operationsmethoden bei oder unterstützen sie bei dem Aufbau von Kliniken. www.altaaesthetica.ch

Wir legen grössten Wert darauf, unseren Patienten verständlich zu machen, dass eine implantologische Behandlung nicht mit dem Setzen und dem Einheilen des Implantates endet. Auch hier ist eine lebenslange Pflege und Sorgfalt sehr wichtig. Und dabei helfen wir unseren Patienten mit sehr gut geplanten Recall-Terminen. Durch unsere chirurgische Spezialisierung und langjährige Erfahrung unseres Teams können wir auch bei minimalem Knochenangebot einen Knochenaufbau ermöglichen und bieten unseren Zahnärzten damit eine wichtige Unterstützung im Bereich der Implantologie. Wir arbeiten intensiv bei chirurgischen Aufgabenstellungen mit den Zahnärzten unserer Region im Sinne eines Überweiserkonzeptes zusammen. Es ist eine sehr schöne und abwechslungsreiche Herausforderung.

In der Alta Aesthetica gibt es zwei hochmoderne digitale Volumentomographen – welche Vorteile bringt dreidimensionales digitales Röntgen? Der Einsatz modernster technischer Geräte bedeutet eine strahlungsärmere Behandlung als bei der konventio-

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BEAUTY

Beauty goes

Gold Goldige Zeiten in der Kosmetikbranche Für die Inkas war Gold der Schweiss der Götter. Für die Ägypter war Gold das Symbol des Gottes Ra. In Grimms Märchen hat Rapunzel goldenes Haar, Frau Holle belohnt die Marie mit einem Bad aus reinstem Gold und Rumpelstilzchen lässt sich aus Stroh Gold spinnen.

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BEAUTY

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BEAUTY

«Amerikanische und schwedische Forscher fanden heraus, dass kleine Mengen Gold auf das Immunsystem des Menschen einen positiven Einfluss haben.»

von Valeska Jansen

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nzählige Geschichten und Mythen reihen sich um das wertvolle Material. Auch für die Gesundheit spielt Gold bereits seit hunderten von Jahren eine grosse Rolle. So werden einige Goldsalze in der Rheuma- und der Arthritistherapie eingesetzt. Gold hat nachgewiesenermassen eine entzündungshemmende Wirkung und wirkt antibakteriell. In der Homöopathie wird Gold bei psychischen Problemen wie Angstzuständen oder Depressionen eingesetzt. Amerikanische und schwedische Forscher fanden heraus, dass kleine Mengen Gold auf das Immunsystem des Menschen einen positiven Einfluss haben.

Goldige Zeiten Auch in der Kosmetik gibt es viele Produkte, die sich die positive Wirkung des Goldes zu Nutze machen. Auf der Haut aufgetragen, hilft es, Entzündungen zu lindern, und ist dabei sogar für sehr empfindliche Hauttypen geeignet. Ein besonders exklusives Gold-Pflegeprodukt stammt aus dem Hause La Prairie: Cellular Radiance Concentrate Pure Gold enthält 24-karätiges Gold. Um das Gold ins Fläschchen zu bringen, haben die Forscher von La Prairie die Goldpartikel einfach in Flüssigkeit gelöst und es so zu «kolloidalem» Gold gemacht. Auch andere Kosmetikfirmen schwören auf die positiven Eigenschaften für die Haut durch kolloidales Gold. In der Ultimate Repair Cream von Beauty by Clinica Di Pitanguy soll dank des Luxusinhaltsstoffes die Kollagenproduktion intensiv angeregt werden. Aber auch in der dekorativen Kosmetik ist Gold nicht mehr wegzudenken. Lippenstifte, Eyeshadows, Blushs, Foundations, Puder bis zu Nagellacken schimmern dank feinsten Goldpartikelchen um die Wette. Nun wurde auch für die Haare ein flüssiges Gold entwickelt. Kérastase präsentiert ein neues Elixir Ultime als Limited Edition mit eigens dafür entwickeltem 24-karätigem Gold. Tatsächlich ist hier kein Gold enthalten, doch der Name steht für den Wert und die Luxuriösität des Edelmetalls. Vier wertvolle Öle wurden zum Luxus-Elixier vereint: Pracaxiöl, Argan-

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öl, Maisöl und Kamelienöl sollen das Haar von innen stärken, schützen, erstrahlen lassen und glätten. Das Design des goldenen Flakons wurde von Jade Jagger, einer Tochter von Mick Jagger, entworfen. PRESTIGE sprach mit ihr über Schönheitsideale und indische Pflegerituale.

PRESTIGE: Frau Jagger, wie sieht Ihr Werdegang zur Designerin aus und was fasziniert Sie so an Design, insbesondere an luxuriösem Schmuck-Design? Jade Jagger: Meine Design-Karriere habe ich eigentlich als bildende Künstlerin in der Malerei begonnen. Ich habe für meine Arbeiten sehr viel Blattgold und viele schöne Bildelemente verwendet, also beispielsweise Blumen und florale Muster. Ich habe Unterricht genommen und war nicht an einer Universität, da ich sehr früh Mutter geworden bin. Dann habe ich mich intensiv für wertvolle Metalle und auch für ein sehr gewissenhaftes, wertvolles Arbeiten interessiert, sodass ich immer das Gefühl hatte, dass ich etwas sehr Luxuriöses mache. Von der Malerei habe ich mich hin zum SchmuckDesign entwickelt – und später habe ich mich dann natürlich auch mit ProduktDesign beschäftigt. Wichtig ist mir, dass in meinen Designs die Liebe und Begeisterung spürbar wird, die ich für jede meiner Arbeiten fühle.

Haben Sie eine Lieblingsluxusmarke?


BEAUTY

«Gold ist eine Kostbarkeit. Jedem, der es besitzt, erfüllt es alle Wünsche dieser Welt und verhilft den Seelen ins Paradies.» Christoph Columbus

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BEAUTY

JAR ist eine Marke, die ich sehr respektiere. Ausserdem finde ich Coco Chanel grossartig. Generell gefallen mir Vintage-Stücke sehr gut, gerade die Schmuckstücke, die keinen Namen besitzen.

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Schönheit beschreiben, im Besonderen natürlich zu Ihrem Haar? Sie haben sehr schöne Haare – haben Sie bestimmte Pflegerituale? Ich hatte sehr viel Glück mit meinen Haaren. Meine Haare zu pflegen, ist mir sehr wichtig, ab und zu verwende ich eine Haarkur und ich gehe regelmässig zum Friseur. Ich föhne meine Haare sehr selten, so bleiben sie gesund und natürlich. Ich trage mein Haar auch gerne offen und liebe das Gefühl, wenn der Wind durch das Haar fährt.

Sie haben in Indien gelebt. Dort ist Öl ja ein wichtiger Bestandteil in der täglichen Haar- und Hautpflege. Verwenden Sie auch indische Öle? Ja, ich liebe sie! Mir gefallen besonders die Aromen der Öle. Für meine Haut benutze ich oft Arganöl, das duftet besonders gut.

Was hat Sie zu dem bestimmten Design des Flakons der Elixir Ultime Limited Edition inspiriert? Es war ein sehr interessanter Schaffensprozess, da wir verschiedene Ideen hatten, die auf stark geometrische Formen und Muster zurückgehen. Wir haben ein wenig mit typischen britischen Symbolen herumgespielt, und schliesslich habe ich mich für den Kussmund entschieden, da ich ihn auch für mein eigenes Logo verwende. In einer geometrischen Aufreihung sehen die Münder toll aus. Ausserdem ist das für mich ein sehr persönliches Symbol, da es auch in meiner Familiengeschichte eine grosse Rolle spielt. Für mich war es das perfekte Design für ein Jade-Jagger-Projekt.

Was ist Ihr Schönheitsideal? Eher natürlich oder eher raffiniert ausgearbeitet? Ich glaube an natürliche Schönheit. Ich bin mehrfache Mutter und es war mir immer sehr wichtig, innere Schönheit und Stärke zu vermitteln. Also versuche ich auch, mich nicht übermässig zu stylen und ich selbst zu sein – auch in Bezug auf mein Haarstyling und Make-up. Natürlich ist es trotzdem wichtig, sich zu pflegen und sich um sein Äusseres zu kümmern. Ich habe auch meinen Kindern die Kérastase-Produkte empfohlen, denn alle zusammen haben wir schon ganz schön viel Haar zu pflegen (lacht). Wie viel Shampoo wir zusammen verbrauchen! Wir können uns sehr glücklich schätzen, tolles Haar zu besitzen.

Von Mick Jaggers Tochter zur Stardesignerin Bereits Ende der 80er-Jahre begann die Tochter von Rocklegende Mick Jagger nach einem Studium der Malerei in Florenz ihre künstlerische Karriere mit ersten erfolgreichen Ausstellungen. Seit 1997 feiert sie mit extravaganten Schmuck-Designs und ihrem Unternehmen Jade Inc. weltweit Erfolge. In ihren visionären Kreationen verbindet die weit gereiste Designerin mit Wohnsitzen in London, Goa und auf Ibiza verschiedene kulturelle Einflüsse mit hochwertigen Materialien, opulenten Farben und unkonventionellem Bohème-Chic. Als langjährige Kreativdirektorin für Garrard, Hofjuwelier des britischen Königshauses und zugleich älteste Luxusmarke der Welt, entwarf Jade Jagger zeitlose Schmuckstücke und zeichnete für das Design zahlreicher Filialen verantwortlich. Inzwischen designt das Multitalent aussergewöhnliche Luxusapartment-Konzepte in Städten wie New York, Marrakesch, Mumbai und Bodrum, während sie mit ihrem einzigartigen Club- und Lifestyle-Konzept Jezebel auch im internationalen Nachtleben für Furore sorgt. Kein Wunder also, dass sie bereits für die Vodkamarke Belvedere einen mit Diamanten und Saphiren besetzten Eispickel für exklusive Nachtclubs entwarf und der edlen Weinsorte Château Ducru-Beaucaillou ein neues Label gestaltete.

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KOLUMNE

Winter-Freuden von Götz Winter, General Manager Estée Lauder Schweiz

W

ie könnte man das Geräusch denn be-

Ich denke, ich bin da nicht alleine mit meiner Sehnsucht nach

schreiben? Dieses dumpfe, verhaltene

den Bergen. Es tut einfach wahnsinnig gut, vom Winter ge-

Knarren, das entsteht, wenn man als

zwungen zu werden, das Tempo ein wenig zu drosseln. Ob

Erster über einen verschneiten Weg

wortwörtlich – beim Gehen oder Fahren auf vereisten Wegen

läuft: ein stumpfer, leiser Ton, der sich je

und Strassen – oder mit den Gedanken, die sich in dieser win-

nach Schneetiefe und -dichte vielleicht sogar noch kurz wie-

terlichen Stille ganz anders entfalten können. Ich weiss nicht,

derholt, während sich der frische Schnee darauf einstellt, Ge-

ob es an den tiefen Temperaturen liegt oder an der glasklaren

wicht zu tragen. So hört es sich an, in den Winter zu schreiten.

Luft, aber ich kann diese geschenkte Zeit unheimlich genies-

Für mich ist dieses Geräusch die Essenz der Saison und ich

sen. Und verbringe sie natürlich nicht nur alleine, sondern am

freue mich riesig darauf, es bald wieder zu hören.

liebsten mit Familie und Freunden. Mit diesen lassen sich nämlich diese friedvollen Stunden und Tage wunderbar mit aben-

Kontraste machen das Leben spannend und dieser richti-

teuerlichen Einsätzen im Schnee aufbrechen! Denn so sehr ich

ge, anständige und klirrend kalte Winter ist für mich einfach

die Ruhe geniesse, zieht mich ein frisch verschneiter Berghang

die perfekte Abwechslung zu den anderen Jahreszeiten. Ich

fast magisch an: Neue Abfahrten locken, der Puls geht höher,

stapfe auch ganz gerne durch den Schnee in der Innen-

der eisige Wind bläst einem um die Ohren ... und schon werden

stadt, doch in den Bergen lässt sich die frische Eisdecke in

diese Pistenabenteuer zu den mitunter schönsten Erinnerun-

Perfektion geniessen. Da bin ich auch am liebsten, in mei-

gen der Saison. Jedes Mal ein bisschen schneller, ein bisschen

nem Chalet. Irgendwie scheint die Uhr hier anders zu ticken:

weiter, ein bisschen gewagter; der Tiefschnee verzeiht uns den

Die gemütlichen Abende auf dem Sofa, neben dem Kamin.

Übermut bestimmt! Und wenn nicht, haben wir wenigstens et-

Mit Freunden einen guten Weisswein zu trinken, bevor wir

was zu lachen beim Abendessen.

uns ein herzhaftes Fondue gönnen und dabei über amerikanische Politik, Lieblings-Apps und über das perfekte

Weil ich genau weiss, dass es bald vorbei ist mit der Ruhe,

Martini-Rezept reden.

der Natur und dem Einkuscheln unter der Daunendecke und ich bald wieder ins Flachland muss mit dem Schneematsch,

Die strahlend schöne Morgensonne, die uns auf die Piste

hupenden Autos und vollen Terminkalendern, halte ich mich

lockt mit Skis, Snowboards oder dem Schlitten. Oder (fast

an diesem Moment fest. Der frisch verschneite Weg liegt vor

noch besser): aufzuwachen, ohne dass mich der Wecker

mir, alle Geräusche werden gedämpft und diese wunderba-

aus dem Bett holt, sondern weil ich ganz einfach genug

re, tiefe Stille durchdringt alles. Ich höre erst meinen Atem

geschlafen habe. Um dann festzustellen, dass es draussen

und dann auch meinen Herzschlag. Und dann wage ich ihn:

schneit und dass ich gerade perfekt aufgehoben bin unter

diesen wunderbaren, ersten knarrenden Schritt. Ich wün-

meiner warmen Federdecke.

sche Ihnen allen einen «coolen», wunderschönen Winter!

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ASTON MarTIN Eine Klasse für sich

Aston Martin stellt mit seinem neuen, 573 PS starken Top-Modell Vanquish und dem stark überarbeiteten DB9 überaus fahraktive Sportwagen auf die Räder, die dank ausgezeichnetem Fahrwerk und der Abneigung des Firmenchefs gegen elektronische Helferlein noch vom Piloten befehligt werden – und nicht andersherum.


DRIVE STYLE

von Roland Löwisch

A

ston-Martin-Fahrer sind glückliche Menschen: Sie haben immer einen ECU in der Tasche. Nein, damit ist nicht der Vorläufer des Euro (European Currency Unit) gemeint, sondern das «Emotion Control Unit». So heisst der Zündschlüssel bei dem englischen Nobelhersteller, und der macht wirklich etwas her: ein Glasbaustein mit dem Gewicht von 70 Gramm und der Grösse von ungefähr einem Mini-Milky-Way, den man in den Schacht der Mittelkonsole seines Sportwagens schiebt und damit stilvoll mächtige Kräfte entfesselt. Zum Beispiel beim Vanquish. Das ist englisch für «Bezwinger», und der ist ab sofort als Nachfolger des DBS das aktuelle Top-Modell des kleinen britischen Edelherstellers. Der Vanquish antwortet auf so viele elektronisch entfesselte Emotionen mit 573 PS, die er bei ungehobeltem Umgang fast gewalttätig an die Hinterräder des Super-Gran-Tourismo abgibt und für maximal 295 km/h oder einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden sorgt.

Der typische Aston-Martin-Fahrer Aber – haben Sie schon jemals einen Aston-Martin-Fahrer gesehen, der ungehobelt mit seinem Auto umgeht? Eben. Diese Klientel geniesst ihr Auto meistens für sich, ohne ihr Umfeld zu nerven.

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ASTON MARTIN DB9 COUPÉ/DB9 VOLANTE Karosserie: überwiegend Aluminium Chassis: geklebtes Aluminium Motor: V12-Sauger Hubraum: 5935 ccm Leistung: 380 kW (517 PS) bei 6500/min Max. Drehmoment: 620 Nm bei 5500/min Getriebe: Sechsgang-Automatik Antrieb: Hinterrad Länge/Breite/Höhe: 4720/2061/1282 mm Radstand: 2740 mm Gewicht: 1785 kg Tankinhalt: 78 Liter Reifen: vorne 245/35 ZR20, hinten 295/30 ZR20 Bremsen: belüftete Carbon-Keramikscheiben rundum Beschleunigung 0–100 km/h: 4,6 Sek. Top-Speed: 295 km/h Verbrauch kombiniert: 14,3 l/100 km CO²-Ausstoss: 333 g/km Preis: 203'971/221'344 Franken inkl. Steuern


DRIVE STYLE

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DRIVE STYLE

Vanquish

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DRIVE STYLE

ASTON MARTIN VANQUISH Karosserie: Carbon Chassis: geklebtes Aluminium Motor: V12-Sauger Hubraum: 5935 ccm Leistung: 422 kW (573 PS) bei 6750/min Max. Drehmoment: 620 bei 5500/min Getriebe: Sechsgang-Automatik Antrieb: Hinterrad Länge/Breite/Höhe: 4720/2067/1294 mm Radstand: 2740 mm Gewicht: 1739 kg Tankinhalt: 78 Liter Reifen: vorne 255/35 ZR20, hinten 305/30 ZR20 Bremsen: belüftete Carbon-Keramikscheiben rundum Beschleunigung 0–100 km/h: 4,1 Sek. Top-Speed: 295 km/h Verbrauch kombiniert: 14,4 l/100 km CO²-Ausstoss: 335 g/km Preis: 290'083 Franken inkl. Steuern

Ein Aston-Martin-Fahrer geniesst, meistens ganz für sich – ist vielleicht nicht gerade introvertiert, aber bestimmt nicht extrovertiert. Das beweist alleine schon sein Gespür für Design. Denn bei Aston Martin ist Design (fast) alles, und der Vanquish schreibt die Aston-Martin-Geschichte fort, wonach die Marke seit langem in der Lage ist, verdammt gutes Design noch besser machen zu können. Das liegt allerdings auch am Werkstoff: Der Vanquish ist der erste in grösserer Serie geplante Aston, der in einer CarbonKarosserie daherkommt. Die hat auch ihr Vorbild, das Supercar Aston Martin One-77. Aber den gibt es nur 77-mal, während der Vanquish rund 4400 Käufer finden soll. Die zahlen mindestens 290'083 Franken und bekommen dafür den auch dank der unglaublich ausgewogenen Proportionen wohl schönsten Sportwagen auf dem aktuellen Automarkt. Allerdings hat Kohlefaser nicht nur den Vorteil, dass sie absolut modern, in unlackierter Form schön anzusehen und besonders leicht ist. Chefdesigner Marek Reichman: «Mit Carbon als Werkstoff für die Karosserie sind extremere Formen möglich, weil Carbon besser gezogen werden kann.» Beispiel hintere Kotflügel: Sie stehen so muskulös weit ab vom eigentlichen Karosseriekörper,


DRIVE STYLE

wie es mit Alu nie realisiert hätte werden können. Was nebenbei für einen enorm grossen Kofferraum sorgt: Bei 368 Liter passen locker zwei komplette Golfbags samt kleiner Extrataschen hinein. Weiteres Beispiel: der Heckdeckel. Trotz bei einem Auto von Aston Martin erstmalig echtem Heckflügel ist das Bauteil aus einem einzigen Stück – da stören keine Fugen, Ecken und Kanten das Gesamtbild. Dafür nimmt die Firma auch in Kauf, dass die Herstellung zwei volle Tage in Anspruch nimmt. Noch mehr Beweise? Die Fronthaube. Sie ist bis zum Aston-Martin-typischen Grill (dessen Streben aus Metall bestehen, weil trotzdem der gesetzlich geforderte Fussgängerschutz dank der durchdachten Haube voll erfüllt wird) gezogen und vermeidet somit einen unschönen Spalt. So einem künftigen Vanquish-Eigner wird eben eine Menge Sinn für Details unterstellt.

Das Interior: ein Augenschmaus Innen darf das Auge weiterschwelgen. Bridge-of-Weir-Leder, rundherum, der Dachhimmel mit Alcantara ausgeschlagen, von den AHolmen bis zum Heckfenster. Dazu immer wieder zwischendurch handgefertigte Doppelnähte, wobei man sich natürlich die Farben des Leders und die der Nähte aussuchen kann. Auch das Layout des Cockpits gehört zu den Augenschmeichlern – die Mittelkonsole fein abgesetzt vom übrigen Armaturenbrett, schwarzer Klavierlack über den Touch-Schaltern à la Smartphone, die AM erstmalig einsetzt und die es auch sonst noch nicht gibt. Auch die gegenläufig anzeigenden Instrumente wirken wie ein «Emotion Unit» – fein verglast und schlecht abzulesen, aber wer achtet bei einem Vanquish schon auf Tempo und Drehzahl. Nur die offensichtlich aus dem Ford-Regal stammenden Hebel an der Lenksäule für Licht und Scheibenwischer stören das sonst einwandfreie Gesamtbild. Aber es gibt noch Hoffnung: Aston Martin hat es ja auch geschafft, den Ford-Zündschlüssel bei der ersten Generation Vanquish (gebaut von 2001 bis 2007) durch den ECU zu ersetzen.

Schieben wir also endlich den wohlgeformten Zündschlüssel (man kann auch einen als Zweit-ECU erwerben, muss dafür aber 820 Franken extra drauflegen) in den dafür vorgesehenen Schacht und starten das Auto. Damit erwecken wir das Kölner Herz des SuperGT – der Zwölfzylinder wird in ehemaligen Ford-Hallen gebaut. Der rundherum überarbeitete AM-Motor leistet nun 573 PS, was grosse Vorfreude auf das trotz Leichtbau immer noch 1739 Kilo schwere Auto macht (womit der Vanquish nur ein Kilo leichter ist als der Vorgänger DBS, aber mehr Features wie grössere Bremsen etc. tragen soll). Ein tiefes Brummen kündigt von der Reisebereitschaft des Autos, über Knöpfe (P, R, N, D) wird dem Getriebe der Einsatz befohlen. Wir belassen es erstmal im Automatikmodus, bis wir in den Bergen sind. Der Motor schnurrt, wie schnurren, aber dass es angenehm ist, einen so potenten Sportler langsam zu bewegen, hat ja auch niemand angezweifelt. Kaum verlassen wir bewohnte Gegenden, machen wir Ernst: Mit den Schaltpaddeln manuell ins Getriebe eingreifen, zweiter Gang, hohe Drehzahl, und Gas geben.

Verbrauch und Fahrgefühl Man glaubt zu spüren, wie der Saugmotor den Sprit inhaliert und in Vortrieb umsetzt. Verbrauch? Hat da jemand was von Verbrauch gerufen? Dann sind Sie kein Aston-Martin-Fahrer. Der ist in seinem Viert-, Fünft- oder Sechstwagen nicht so oft unterwegs, und wenn doch mal, ist ihm der Verbrauch ziemlich egal. Für alle anderen: Aston Martin gibt einen Mix von 14,4 Liter an, was ein typischer Laborwert ist. Anders ausgedrückt: 20 Liter auf 100 Kilometer dürften realistisch sein. Jedenfalls dann, wenn man seinen Spass haben will. Dann ist er aber auch garantiert. Nur wenige Einstellungsmöglichkeiten ändern die Charakteristik des Autos: Die Dämpferverstellung (bei uns am unrunden, optionalen Lenkrad aus dem One-77, das mit 1165 Franken berechnet wird) erlaubt gesunde Härte


(normal), erträgliche Härte (sport) und harte Härte (track), der «sport»Button ändert auf Befehl unter anderem die Schaltgeschwindigkeit des Getriebes und aktiviert die Auspuffklappen. Plötzlich donnert beim Gasgeben ein tiefes, rotziges Bollern aus den Designerrohren, dass selbst hartgesottene Strassenbauarbeiter am Wegesrand vor Ehrfurcht ihre Schaufel fallen lassen. Da fährt sogar der GentlemanDriver mal kurz im Tunnel das Fenster herunter und lässt das Geschoss aufheulen, um den Sound zu geniessen. Kein Abstandsautomat, kein Kurvenlicht, kein Spurhalteassistent trüben den Fahrspass – und so etwas ist auch nicht für gutes Geld und Worte zu bekommen. Mit voller Absicht – Chef Dr. Ulrich Bez ist kein Freund von solchen Dingen. Auch ein Grund, warum das ESP nicht schon bei der ersten Unruhe des Auto einsetzt, sondern etwas Schlupf zulässt, bevor es sanft reguliert. Apropos sanft: Ein prima abgestimmtes Fahrwerk, die breite Spur und der lange Radstand sorgen dafür, dass der GT kaum aus der Ruhe zu bringen ist – auch nicht bei hohem Tempo auf Strassen, die mit Wellen und Löchern nur so gespickt sind. Fahrer und Auto werden schnell zur Einheit, und beide denken nicht daran zu ermüden. Sechs gut abgestimmte Gänge (die Konkurrenz bietet inzwischen hochmoderne Doppelkupplungsgetriebe mit sieben oder acht Gängen an) genügen, um jede Situation zu meistern – bei einem maximalen Drehmoment von 620 Newtonmeter ist das kein Wunder. Wer will, kann dank LaunchControl den Sprint von 0 auf 100 in 4,1 Sekunden versuchen, aber auch ohne den elektronischen Extrovertierten-Schalter gelingt das Fortkommen schnell genug, um für erstaunte Mitreisende zu sorgen.

Ist das von allem eine Spur zu viel? Für solche Fälle hat Aston Martin seinen etwas sanfteren DB9 aufgefrischt. Viele Teile der Aussenhaut sind neu, der Zwölfzylinder wurde von 476 auf 517 PS gestärkt, der Wagen serienmässig mit Keramik-Carbon-Bremsen ausgerüstet, die Frontscheinwerfer mit Bi-Xenon-Licht aufgerüstet. Zudem wurde durch strukturelle Massnahmen die Verwindungssteife beim Coupé um 20 Prozent und beim Cabrio um 30 Prozent gestärkt. Kurz: ein wunderbares Auto für 203'917 (Coupé) oder 221'344 Franken (Cabriolet), das

zwischen 2000/min und 4000/min höchst komfortables Gleiten erlaubt, aber auch sofort auf Gasstösse bissig reagieren kann, ohne Unruhe in die Fahrt zu bringen. Wir entscheiden uns bei der Wahl Coupé/Cabrio für die Fahrt im Freiluftauto, was bedeutet: Dach und Scheiben in genau 20 Sekunden restlos versenkt, die Spass- und Luftbremse Windschott in den Kofferraum verbannt und in der Sonne braten. Das Dächer-Versenken kann bis 30 km/h gestartet werden, bis sogar 70 km/h soll es dann noch problemlos im Verdeckkasten verschwinden. Kann es eine schönere Form von «oben ohne» geben? Wenn es an der Kultmarke Aston Martin überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die Ähnlichkeit ihrer aktuellen Modelle. Beispiel Vanquish und DB9: Beide basieren auf dem gleichen Chassis aus geklebtem Aluminium, weshalb auch der Radstand mit 2740 Millimeter exakt gleich ist. Beide sind als 2+2-Sitzer zu haben. Der Motor ist der gleiche, durch Änderungen an Details aber in verschiedenen Kraftausprägungen. Die Instrumente sind gleich, die Handbremse ebenfalls (laut Firmenchef Dr. Ulrich Bez mit voller Absicht nicht elektrisch wie bei den meisten Mitbewerbern, sondern mit traditionellem Hebel – «damit man wie James Bond eine Handbremswende machen kann, wenn man es mal eilig hat ...»). Am offensichtlichsten aber ist die optische Ähnlichkeit. Tatsächlich ist oft auf den ersten Blick nicht zu erkennen, welches Modell sich da von hinten nähert. Chefdesigner Reichman hat damit allerdings kein Problem: «Für uns ist wichtig, dass man erkennt, dass es ein Aston Martin ist. Und bei anderen Herstellern wie BMW oder Audi sieht man auch nicht auf den ersten Blick, was für ein Modell das ist.» Da fällt ein Konter schwer ... Allerdings könnte man sich einen Vanquish bauen lassen, der unverwechselbar ist: Auf Kundenwunsch fertigt Aston Martin auch einen Wagen in Sichtcarbon. Weil dann aber die Lagen des Kunststoffes auf ganz bestimmte Weise gelegt werden müssen, wird der Preis kräftig steigen. Aber irgendetwas ist ja immer ...

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«Wenn es an der Kultmarke Aston Martin überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die Ähnlichkeit ihrer aktuellen Modelle.»


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Brummende Motoren Rote Flitzer aus Italien Eine Ente zum Ankurbeln Frankreich bemühte sich in den 1930er Jahren, einen Wagen fürs Volk zu konstruieren. Dieser sollte in der Lage sein, zwei Bauern in ihrer Arbeitskluft plus eine Zuladung von zwei Zentnern zu transportieren, und es sollte möglich sein, mit einem Korb Eier über einen gepflügten Acker zu fahren, ohne dass die Eier zerbrachen. Der Citroën 2 CV wurde im Jahre 1948 der Öffentlichkeit auf dem Pariser Autosalon präsentiert und mutierte in späteren Jahren unter dem Spitznamen Ente zum Kultauto für Studenten. Von 1948 bis zur Einstellung der Produktion Ende der 80er Jahre wurden rund 3,9 Millionen Enten und über 1,2 Millionen Kleintransporter auf Basis des 2 CV produziert. Wie bei einem richtigen Landauto üblich, konnte jede Ente per Kurbel angelassen werden.

Beim Begriff Ferrari haben die meisten einen roten Sportwagen vor Augen. Und das, obwohl die traditionelle Farbe von Ferrari eigentlich Gelb ist. Diese leitet sich von der Farbe der Stadt Modena ab. Die Farbe Rot stammt aus den ersten Tagen der Rennsportgeschichte. Rot war früher die Farbe italienischer Rennwagen, deutsche Flitzer waren weiss, England fuhr in Grün und Frankreich lackierte seine Autos blau. Ähnlich wie heute noch bei den Fussballnationaltrikots. Anfang der 1960er Jahre kleideten viele Rennställe ihre Autos in den Farben der Sponsoren. Ferrari blieb jedoch seinem Rot treu. Rot ist auch heute weiterhin die vorherrschende Farbe bei allen gebauten Ferrari-Fahrzeugen. Doch die Lackiererei in Maranello setzt seit 2004 auch ganz besondere Kundenwünsche um. Findet ein Kunde seine Lieblingsfarbe nicht im Portfolio der Italiener, kann er auch einfach einen Gegenstand mitbringen, der in genau dieser Farbe ist, und Ferrari pinselt das neue Schmuckstück in der gleichen Farbe an.

110 Jahre Harley-Davidson Königliche Autos Queen Elizabeth II, die amtierende Königin von England, liebt Autos und weiss, wie man sich royal chauffieren lässt. Schon als kleines Kind fuhr sie regelmässig in einem Daimler Double Six 30 Brougham, dem Wagen von Grossvater King George V, durch England. Doch auch technisch und mechanisch war die Queen stets auf dem Laufenden. Während des Zweiten Weltkriegs liess sie sich im Auxiliary Territorial Service (ATS) als Automechanikerin und Fahrerin ausbilden. Ihr technisches Verständnis und Interesse für den Aufbau und die Reparatur von Automobilen rührt von der Zeit beim Militär her. Kein Wunder, dass zum Kronjubiläum Jaguar und Range Rover je eine Extraausführung auf den Markt brachten. Der XJ Diamond Edition und der Range Rover Westminster sind Fahrzeuge ganz nach dem Geschmack einer Monarchin.

2013 sind es exakt 110 Jahre her, seit die Herren Harley und Davidson ihre kleine Firma in einer Bretterbude in Milwaukee gründeten. Diesem Jubeltag zu Ehren präsentiert die heutige Kult-Motor Company Harley-Davidson sechs streng limitierte Jubiläums-Bikes mit besonders edler Ausstattung: Sportster 1200 Custom, Dyna Super Glide Custom, Fat Boy Special, Heritage Softail Classic, Road King und Electra Glide Ultra Limited sind im Rahmen dieser 110th Anniversary Edition erhältlich. Alle Modelle bekommen eine zweifarbige Sonderlackierung. Zudem ist jede Maschine mit einer Metall-Plakette versehen, die sie als Anniversary-Modell kennzeichnet und je nach Typ an unterschiedlichen Stellen angebracht ist.

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PUSCHL AV ( SCHWE IZ ), 2005

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LIVING

Patricia Urquiola Eine Schöpferin poetischer Designwerke Patricia Urquiola beschreibt ihr Design selbst als schlicht, obwohl es voll romantischer Details, anmutiger Formen und dazu sinnlich und sexy ist.

von Lone K. Halvorsen

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ehrfach wurde die gebürtige Spanierin von internationalen Medien zur besten Designerin gewählt. Sie ist ein Shootingstar auf den Möbelmessen und ebenso erfolgreich mit Leuchten und Stoffen. Ausgebildet bei einer Designlegende Italiens, Achille Castiglioni, ist sie heute eine beherrschende Stimme des modernen Designs.

Der Hurricane Im Jahr 1961 wurde die Spanierin in Oviedo geboren, in Madrid begann sie Architektur zu studieren und beendete die Ausbildung bei Achille Castiglioni in Mailand. Es folgten einige Jahre in den Büros von Vico Magistretti und Piero Lissoni, bis sie sich entschloss, ein eigenes Studio in Mailand zu gründen. Innerhalb weniger Jahre avancierte das «Studio Urquiola» zu einem international beachteten Design- und Architekturbüro. Ihre Kundenliste liest sich wie das «Who is who» des italienischen Designs: B&B Italia, Driade, Molteni, Moroso, Foscarini. Der Spanierin Patricia Urquiola liegt Mailand zu Füssen. «Hurricane» haben die Italiener sie liebevoll getauft, denn wie ein Wirbelwind fegt sie durch die

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RUBRIKEN

Designszene und hat zig Projekte parallel in Arbeit. Typisch für die Designerin ist die unkonventionelle Originalität und Kreativität, mit der sie ihre häufig in kräftigen Farben gehaltenen Entwürfe gestaltet. Erfrischend unkonventionell kombiniert sie femininen Stil und florale Zitate mit Minimalismus. Ihre Produkte wirken dank ihrer ungewöhnlichen Formen und ausgefallenen Materialien temperamentvoll, jung und frech. Oberflächen und Stoffe sind für Urquiola keineswegs nur eine Hülle, sondern werden selbst zum Ausdrucksmittel, das Form und Funktion des Objekts mitbestimmen kann. Dennoch, auf einen bestimmten Stil legt Patricia Urquiola sich nicht fest. Vielmehr will sie emotional berühren und Assoziationen vermitteln, indem sie Stile, Formen und Zitate mischt, neu interpretiert und mit «Leben» füllt. Kein Wunder, ist es ihr wichtig, dass Menschen ihr Design spontan anfassen mögen. Ihre Inspiration findet Patricia Urquiola in ihrem Umfeld: «Manchmal ist es etwas Emotionales, manchmal etwas sehr Einfaches, Alltägliches, das mich auf eine Idee bringt. Für mich ist Design ein überraschender Prozess. Man hat eine Idee und mischt sie mit anderen Zutaten, aber weiss nie, was am Ende dabei herauskommt.»

Siza und Castiglioni Auf dem «Salone del Mobile», der grossen Mailänder Möbelmesse, kann man seit einigen Jahren den Eindruck erlangen, es handle sich um die Patricia-UrquiolaFestspiele und alles andere sei hier nur ein schmückendes Rahmenprogramm. Sie gestaltet Stände für Hersteller wie Moroso, hat die wichtigste Neuheit für B&B Italia gerade fertiggestellt, Teppiche bei Paola Lenti, zeigt bei Kartell Plastikstühle, Leuchten am Stand von Flos – Patricia Urquiola, wohin man schaut. Dass sie eine der erfolgreichsten Designerinnen der Gegenwart werden sollte, war zu Beginn ihrer Karriere nicht abzusehen. Sie verbrachte mehr Zeit im Kino als in der Universität, die Fakultät in Madrid war damals ganz und gar der Postmoderne verschrieben. Bis zu ihrem architektonischen Erweckungserlebnis mit dem portugiesischen Architekten Alvaro Siza, den sie als Gastdozent in Madrid kennenlernte. «Sein Ansatz, auf regionale

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«Für mich ist Design ein überraschender Prozess. Man hat eine Idee und mischt sie mit anderen Zutaten, aber weiss nie, was am Ende dabei herauskommt.»

Gegebenheiten einzugehen, nicht eitle Skulpturen zu entwerfen, der öffnete meinen Geist, mein Herz, meinen Horizont.» Die zweite entscheidende Begegnung erlebte sie in Mailand am Politecnico, wo sie gegen ihren eigentlich erklärten Willen Industriedesign studierte. «Ich wollte nie Designer werden. Ich dachte: Designer machen nur Stühle.» Den Einfluss ihrer Lehrer Siza und Castiglioni erkennt man noch immer in ihren Entwürfen. Nicht stilistisch, sie hat längst ihre eigene Handschrift gefunden, jedes Möbel, egal welcher Art, ist als «typisch Urquiola» auszumachen. Stets nimmt sie die Wünsche, die Interessen, die «Umgebung» ihrer Auftraggeber ernst, versucht, sich in deren Lage zu versetzen und auf das Unternehmen und seine Zielgruppe zugeschnittene Produkte zu kreieren (wie Alvaro Siza in seiner Architektur). Und sie geht persönlich und intuitiv an die Aufgabenstellung heran – frei nach Castiglioni.

Bohemian Rhapsody Dass Patricia Urquiola auch als Architektin erfolgreich zu agieren weiss, zeigt die Villa, die sie – zusammen mit Martino Berghinz – in Udine für Designunternehmerin Patrizia Moroso und deren Familie entworfen hat. Bloss keine bürgerliche Villa, eher eine Mischung aus Bauernhaus und Loft wollte die Familie haben! Das war sich die Kreativdirektorin der elterlichen Polstermöbelfirma schon von Berufs wegen schuldig. Sie ist «die» Design-Instanz, und das nicht nur in der 1952 gegründeten Manufaktur in Udine im Zentrum der Region Friaul-Julisch Venetien, sondern weltweit. Wer als Designer für Patrizia Moroso ein neues Möbel entwerfen und mit ihr entwickeln darf, gehört zur internationalen Avantgarde. Nicht nur hier lässt sich beobachten, wie geschickt Urquiola darin ist, Privatsphäre und repräsentatives Wohnen auf zeitgemässe Weise zu verbinden, es gelingt ihr auch, klare Raumfolgen zu schaffen, die ganz und gar zeitgenössisch wirken. Patricia Urquiola ist die Designerin, die den Stil Moroso stets auf ideale Weise interpretiert hat, und sie ist es auch, die für die Hauptlinie der neuen Kollektion Bohemian verantwortlich ist. In

dieser interpretiert Urquiola nicht nur das klassische «capitonné» neu. Sie schafft vielmehr eine Produktfamilie aus Sofa, Lehnsessel, Chaiselongue und Sessel, deren Auflagen und Formen sich in unregelmässige, wie zufällig anmutende Linien aufzulösen scheinen. Trotz einer klassischen Grundform wirkt ein Sofa nun plötzlich so, als habe es einen Schal um die Schulter gelegt. In immer anderen Varianten entsteht durch eine solche Überlagerung aus einem Grundelement eine hybride Mixtur, die sich aus verschiedenen Kulturen und Traditionen speist, ohne einer einzigen wirklich nachzueifern oder sich ihr ganz auszuliefern. Es ist vor allem dieses luxuriöse Patchwork, das Urquiolas Möbeln ein ums andere Mal ein nomadenhaftes Flair verleiht, mit dessen Hilfe sie das bürgerliche Wohnen auffrischt, aber auch ironisch kommentiert. Vor allem die Italiener lieben sie für diese Möbel, die auf eine neue, multikulturell und weltbürgerlich geprägte Bourgeoisie zielen und trotz mancher Verspieltheit stets eine gewisse Grandezza verströmen.

Mailänder Möbelmesse Die Möbelmesse «Salone del Mobile» in Mailand zeigt Originelles, Schräges, Braves und diskutiert Wohn- und Designtrends. Mailand bietet in den Tagen des Salone del Mobile ein einziges Spektakel. Kein Showroom, der nicht mit einem «Event» aufwartet, schnell aufgebaute Vitrinen versperren die Fusswege, schreiend bunte Autos verwandeln die Stadt in eine Freilichtausstellung Was das alles mit Möbeln zu tun hat? Der Salone del Mobile war bis in die neunziger Jahre nicht mehr als eine wichtige Messe für ein Fachpublikum. Doch der Siegeszug des «Designed in Italy» und die Anziehungskraft Mailands und seines industriellen Hinterlands auf die Kreativen aller Welt machten die Messe zum Mekka.

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nox Schrank Bei nox wird die Natur zum Künstler: Edle Naturhölzer in solider Materialstärke und ursprüngliche Wildholzarten prägen das Gesicht dieser Möbellinie. Der nox Schrank inszeniert das Holzbild in der Vertikalen. Im Zentrum steht die grosse mittlere Schiebetür, die mit ihrer soliden Materialstärke und der überstehenden Front einen wirkungsvollen Tiefeneffekt hervorruft. Eine Ausfräsung in der Mitteltür dient als eleganter Griff und findet sich formal in den Griffleisten der seitlichen Farbglastüren wieder. Die energiesparende LED-Beleuchtung erhellt den gesamten Innenraum und offenbart die intelligent gestaltete Inneneinteilung mit funktionalen Details wie Laden, Hosenauszügen und Kleiderliften.

Interior News Living & More

Die Armatur Perle Der Name ist Programm: Die Armatur Perle von THG Paris ist mit hunderten Kristallperlen von Lalique, schimmernden Wassertropfen gleich, gefasst. Fein bearbeitetes, satiniertes Kristall mit perlenähnlichem Muster krönt den zylinderförmigen Knauf. Pierre-Yves Rochon ist einer der renommiertesten Innenarchitekten internationaler Luxushotels – das «Shangri-La» in Paris, das «Peninsula Shanghai», das «Four Seasons» in Florenz, das «Grand Hotel du Lac» in Vevey sind nur einige Beispiele, die seine Handschrift tragen und die mit Armaturen von THG Paris ausgestattet sind. Zur Kollektion Perle zählen neben verschiedenen Waschtisch-, Dusch- und Wannenarmaturen auch Seifenschalen, Handtuchhalter und Schrankknöpfe, mit denen Badezimmer stilsicher und mit Liebe zu Detail und Luxus ausgestattet werden. Wahlweise sind die Oberflächen der Armatur Perle verchromt oder vergoldet, aus Nickel oder Edelmessing.

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Diesel with Scavolini Es entsteht die neue Zusammenarbeit, die Scavolini für die Kollektion «Successful Living from Diesel» zeichnet: eine extrem moderne Küche sowohl im Hinblick auf das Projekt als auch im Hinblick auf die Kombinierbarkeit der Elemente, dabei aber mit einem deutlichen Vintage-Charakter, der in den Materialien und den Bearbeitungen zum Ausdruck kommt und schon immer zur DNA von Diesel gehört. Die heutige Tendenz sind immer kleinere Wohnungen, besonders in Grossstädten, in denen Küche und Living auch in der Planung zu einem einzigen Wohnbereich werden. Damit ist die Küche heute nicht mehr nur rein funktional, sondern immer öfter auch ein Raum der Geselligkeit und des Zusammenseins: So entsteht für diese beiden ikonischen Markenzeichen der Wunsch nach einem Projekt, in dem das Design dem Informellen begegnet.

Dennie von Nanna Ditzel Nanna Ditzel (1923–2005) ist zusammen mit Eileen Gray die wohl bekannteste Designerin und eine wichtige Wegbereiterin für die heutigen Designerinnen. Zusammen mit ihrem Mann hat die «Grande Dame» im Jahre 1956 für die Firma Fritz Hansen einen Sessel entworfen, der leider nie serienmässig produziert wurde. Seit dem Tod von Nanna Ditzel kümmert sich ihre Tochter Dennie um das Erbe ihrer Eltern. Dennie hat Onecollection gebeten, den Sessel, der schon zu Kindeszeiten einen Platz im Haus ihrer Eltern hatte, neu zu produzieren. Der Sessel Dennie steht auf einem Kufenuntergestell in Satinchrom oder Glanzchrom und der Bezug ist in Stoff erhältlich. Perfekt eignet sich der Stoff Hallingdal, der 1965 von Nanna Ditzel entworfen wurde.

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LIVING

Der Meister der Kurven Oscar Niemeyer Sein unbestrittenes Meisterwerk ist Brasilia – die futuristische Hauptstadt seines Heimatlandes Brasilien, eine verwirklichte Utopie, die zu den Kulturschätzen des 20. Jahrhunderts zählt.


LIVING

von Yvonne Beck

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scar Niemeyer realisierte mehr als 600 ungewöhnliche Bauten. Viele davon sind weltberühmt. Bautechnisch wie formal beschritt er immer wieder neue, riskante Wege. Dabei steht er, auch mit über hundert Jahren, dem Bauwesen durchaus kritisch gegenüber. «Die Architektur hat eigentlich überhaupt keinen Nutzen», lässt Niemeyer im Dokumentarfilm «Das Leben ist ein Hauch» verlauten. «Die Einzigen, die von ihr profitieren, sind die Reichen. Die anderen sind doch im Slum am Arsch.» Einziges sinnerfüllendes Moment der Architektur sei ihre Nutzung für soziale Projekte. Oder wenn sie Menschen überrasche und erfreue. Niemeyer versucht also die Menschen mit seinen Gebäuden glücklich zu machen. Dazu gehören für ihn viel Licht, Luft und jede Menge Platz. Er gehört zu der Sorte von Architekten, die sich noch verantwortlich fühlen für das, was sie bauen.

Der damalige brasilianische Präsident Kubitschek, welcher bereits Pampuhla in Auftrag gab, trat mit dem Grossprojekt Brasilia an Niemeyer heran. Der Bau einer neuen Hauptstadt. In einer menschenleeren Landschaft, im roten Staub des Cerrado, wurde die neue Hauptstadt Brasilia in nur dreieinhalb Jahren gebaut. Dort erschuf Niemeyer mit seinen skulpturalen Bauten eine neue Identität für sein riesiges Land und sein Volk. Er entwarf für Brasilia 83 öffentliche Gebäude und verwurzelte somit eine Architekturlandschaft, die wenige Jahrzehnte später ohne die Handschrift des Architekten nur noch schwer vorstellbar war. Kurz: Ohne Niemeyer und seine Bauten sähe Brasilien heute anders aus. Oscar Niemeyer ging auch bei der Planung Brasilias keine Kompromisse ein: «Wir arbeiteten gegen die Zeit, die Stadt war weit davon entfernt, Gestalt anzunehmen. Und ich wollte eine andere Art von Architektur machen. Ich wusste, dass die Zeit knapp war, aber das brachte mich nicht dazu, das Design einfach zu machen.» So entwarf er beispielsweise für den Alvorada-Palast ein geschwungenes Dach und geschwungene Säulen. Solche Säulen hatte man bis dahin noch nirgends gesehen. Diese besondere Form gab seiner Architektur eine weltweite Bedeutung und machte ihn über die Grenzen bekannt. Mit seinen Bauten für die Regierung, etwa den luftigen Säulenspalieren für den Präsidentenpalast «Alvorada», dem Riesenkelch für das Parlament oder der geschwungenen Kathedrale schuf Niemeyer eine in der Architektur damals neuartige Zeichensprache, die durch den beliebig formbaren Werkstoff Beton möglich wurde.

Brasilia – Brasiliens neue Identität Als kleiner Junge malte Niemeyer gerne mit dem Finger in die Luft. Ihm war, als könne er das Gemalte sehen und es sogar korrigieren. Das Malen brachte ihn zur Architektur. Und noch heute kommen seine Gebäudeskizzen eher wie Bilder denn streng architektonische Entwürfe daher. Seine erste Arbeit war die Kirche São Francisco in Pampuhla. Er entwarf eine gänzlich neue Art von Kirchengebäude. Ein Gotteshaus mit vielen Rundungen. Während zur gleichen Zeit Le Corbusier dem rechten Winkel huldigte, nahm Niemeyer die Kurve. Erstmals ist hier Niemeyers unvergleichbarer Stil zu erkennen, er kreiert Rundungen und geometrische Formen, setzt sie spielerisch zusammen. Zwar wurde der Bau nie von der katholischen Kirche akzeptiert oder eingeweiht, die moderne Form war den Oberhäuptern anscheinend zu gewagt, doch er legte den Grundstein zu Niemeyers unvergleichlicher Karriere.

Born in Nature Von Anfang an versuchte Niemeyer Kunst in die Architektur zu integrieren. Architektur und die schönen Künste sollten eine Symbiose bilden. «Wenn ich ein Gebäude mache, bin ich nicht zufrieden, bis ich weiss, dass es Eindruck macht und Gefühle weckt»,

«Die Architektur besteht aus Traum, Phantasie, Kurven und leeren Räumen.» Oscar Niemeyer

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«Oscar denkt an Höheres oder Niederes, aber niemals einfach geradeaus.» Ubirajara Brito, Physiker

so Niemeyer. Zudem träumt er von einer gerechteren Welt, mit Wohnblöcken, in denen Arme neben Reichen leben. Noch heute hofft Niemeyer auf die grosse Revolution. Der Architekt ist im Herzen Marxist geblieben – auch wenn er 1990 nach 45-jähriger Mitgliedschaft die Partei verlassen hat. «Die Kommunisten sind die Einzigen, die immer noch eine bessere Welt schaffen wollen», meinte der Stararchitekt in einem Interview. So, wie er es mit seiner Architektur versucht. Und wenn es schon keine politische Revolution gab, so wollte Niemeyer wenigstens mit seiner Architektur revolutionär sein.

flexible Linie, die der Mensch geschaffen hat. Was mich anzieht, ist die freie und sinnliche Kurve, die ich in den Bergen meines Landes finde, im mäandernden Lauf seiner Flüsse, in den Wolken des Himmels, im Leib der geliebten Frau. Das ganze Universum ist aus Kurven gemacht. Das gekrümmte Universum Einsteins.» So sehen Niemeyers Kirchen, Museen und Theater aus wie Erdhügel oder futuristische Raumschiffe. Die Farben und Formen der Wohnhäuser sind häufig auf die Natur abgestimmt, denn alles soll sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Kein Wunder, wurde der Architekt für die Formel «Kurve gleich Frau gleich Berge» berühmt.

Neben der Abneigung gegen lebensfeindliche Zweckbauten beeinflusst die Bewunderung für die Schönheit der Natur seinen aussergewöhnlichen Stil. Da scharfe Kanten und strikte Formen in der Natur nicht vorkommen, nimmt Niemeyer sich alles zum Vorbild, was schön geschwungene Rundungen hat. «Der rechte Winkel zieht mich nicht an und auch nicht die gerade, harte in-

Früher entwarf Niemeyer zeichnend. Heute sieht er schlecht. Sobald ein neues Projekt ansteht, zieht er sich wortlos zurück und beginnt mit seiner Kopf-Architektur. Er stellt sich ein Gebäude so lange vor, bis er glaubt, die Lösung gefunden zu haben. Erst dann greift er zum Stift. Als Architekt ist er mit einem ausserordentlichen Talent gesegnet. Er springt mitten in der Nacht aus dem

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«Sie können die Stadt mögen oder nicht, aber Sie werden nicht behaupten können, so etwas schon mal gesehen zu haben.» Oscar Niemeyer über Brasilia

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Bett und entwirft Gebäude, die längst zu Architekturdenkmälern auserkoren wurden. Es ist diese scheinbare Leichtigkeit, die die Verse von Carlos Drummond de Andrade beschreiben: «Im Sand des Strandes skizziert Oscar den Entwurf, springt das Gebäude aus dem Sand des Strandes.» («Na areia da praia Oscar risca o projeto, salta o edifício da areia da praia.»). Sein scheinbar spielerischer Stil breitete sich so nicht nur über Brasilien, sondern auch über 16 weitere Länder aus. Mehr als 200 Bauwerke der Marke Niemeyer gibt es ausserhalb seines Heimatlandes. So, wie von seinen Gebäuden hat Niemeyer auch vom Tod eine klare Vorstellung: «Wir haben keine Wahl, wir werden geboren, wachsen auf, kämpfen, sterben und verschwinden für immer.» Seine Gebäude und Visionen werden ihn jedoch unsterblich machen. Schon jetzt ist er in Brasilien ein lebender Mythos und auch in der Kunstwelt ist Niemeyer seit langem ein Liebling. Terry Richardson veröffentlichte Modefotos mit seinen Gebäuden als Kulisse, Zaha Hadid bezieht sich in ihren Werken auf ihn. Und selbst der «Spiegel» bezeugte: «Nie wieder wird die Zukunft so gut aussehen wie mit den Bauten des Brasilianers Oscar Niemeyer.»

«Es reicht nicht, die sozialen Probleme von Leuten zu lösen, sie brauchen Schönheit. Oscar macht das Leben schöner.» Ferreira Gullar, Dichter

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KOLUMNE

In Russland werden die Weichen für den Wandel gestellt von Walter Bollier

D

as grösste Land der Welt durchlebte seit

den zunehmend aus dem Arbeitsprozess aus und die gebur-

dem Zusammenbruch der Sowjetunion ei-

tenstarke Generation der 20- bis 25-Jährigen etabliert sich

nen dramatischen Wandel. Die Liste der Ne-

im Berufsleben. Dies ist die erste Generation, die nach dem

gativschlagzeilen aus Russland war in den

Ende des kommunistischen Imperiums aufgewachsen ist und

1990er Jahren lang. Wirtschaftskrise, Wild-

deren Jugend von kapitalistischen Vorstellungen, von Coca-

west-Methoden bei Unternehmen und dubiose Politiker präg-

Cola, McDonald's und dem Internet geprägt wurde. Auch

ten das öffentliche Bild des Landes im Westen. Mit der Auf-

wenn viele der hoch ausgebildeten Berufsanfänger ihr Glück

nahme Russlands in den Kreis der BRIC (Brasilien, Russland,

im Ausland suchen, wächst der Einfluss der zurückgebliebe-

Indien, China)-Staaten, also der wachstumsstarken grossen

nen auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Somit

Schwellenländer, begann sich die Einschätzung zu ändern.

stehen die Chancen gut, dass sich zum ersten Mal überhaupt eine urbane kaufkraftstarke Mittelschicht in Russland etab-

Der gigantische Rohstoffreichtum lockte vermehrt Investoren

liert. Russlands Exportabhängigkeit könnte sich dadurch ver-

an, denn mit der weltweit wachsenden Nachfrage nach Erdöl

ringern, was wiederum die wirtschaftlichen Perspektiven für

und -gas, nach Metallen und Agrarprodukten wurde schnell

die Russische Föderation noch interessanter macht.

deutlich, dass Russland seine Position als einer der wichtigsten Lieferanten für lange Zeit behaupten dürfte. Nun scheint

In Verbindung mit den soliden Staatsfinanzen hat nämlich der-

Russland erneut vor einem Wandel zu stehen. Dafür gibt es

zeit kaum ein anderes Land so gute Chancen, von den gros-

verschiedene Gründe: Nach jahrelangen Verhandlungen wur-

sen Ratingagenturen hochgestuft zu werden. Vor allem muss-

de Russland Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Die

te Russlands Zentralbank die Märkte nicht mit billigem Geld

heimische Wirtschaft muss international wettbewerbsfähiger

fluten. Während die Obligationen der meisten Industriestaaten

und Privatisierungen beschleunigt werden. Gerade die Priva-

auf Grund der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken prak-

tisierungen sind eine schwierige Aufgabe, da Fehler wie bei

tisch keine Rendite abwerfen, locken Bonds aus Russland mit

der letzten grossen Privatisierungswelle vermieden werden

attraktiven Zinsen. Russland öffnet sich für Finanzinvestoren

sollen. Den wirtschaftlichen Reformen dürften auch politi-

immer weiter und für Anleger stehen auf russische Bonds

sche folgen, die zunehmend von der Bevölkerung gefordert

spezialisierte Produkte wie etwa der AMCFM Fund – Russia

werden. Insgesamt entwickelt sich die Wirtschaft weiterhin

Bonds zur Verfügung. In Zukunft dürfte die Palette solcher

robust und der Lebensstandard für grosse Teile der Bevöl-

Fondsprodukte wachsen und es ist auch zu erwarten, dass

kerung verbessert sich weiter. Allerdings dürfte ein politischer

die Möglichkeiten von Direktinvestitionen in diesem Bereich

Umschwung durch den demographischen Wandel im Land

zunehmen werden. Russlands Potential sollte nämlich auch

begünstigt werden. Ehemals kommunistische Kader schei-

im wirtschaftlichen Bereich keinesfalls unterschätzt werden.

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individualität ist für uns norm Unsere Produkte sind genauso individuell wie Sie – unsere Kunden. Schweizer Qualitätshandwerk ist die Basis unseres Erfolgs. Das zeigt sich in unseren Schränken und Spezialprodukten.

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Wunder der Natur Abseits der Touristenmassen

Sicherlich ist das Great Barrier Reef ein Paradies für Taucher – doch Christmas Island ist nicht minder faszinierend. Und mit ihrer unglaublichen Vielfalt übertreffen Kroatiens Inseln ihre griechischen Schwestern. Viele Reise-Ideen sind zwar weniger bekannt, jedoch ebenso faszinierend und spannend. Und so lohnt es sich, mal ein paar Schritte abseits der ausgetretenen Pfade zu gehen, um neue, noch unverbrauchte Wunder der Natur zu erleben.


TRAVEL

Ruaha National Park / Tansania Südafrikas grösster Nationalpark, der Krüger Nationalpark, ist eines der berühmtesten Reservate der Welt. Dadurch herrscht dementsprechend viel Verkehr auf den Strassen des Parks. Vor allem wenn Raubkatzen gesichtet werden, rangeln sich Dutzende Fahrzeuge um die besten Plätze. Der Ruaha National Park in Tansania ist längst nicht so überlaufen. In der einsamen Halbwüste des zweitgrössten Parks des Landes stehen unzählige Affenbrotbäume, die ihre kahlen Äste wie Finger gen Himmel strecken. Man kann stundenlang fahren, ohne ein anderes Auto zu treffen. Doch auch der Wildbestand ist grossartig: Geparden, Leoparden, Löwenrudel und über 12ʼ000 Elefanten durchstreifen die raue Wildnis mit ihrem schroffen, strengen Charakter. Zahlreiche Antilopenarten, darunter die grossen Kudus mit ihren majestätischen Hörnern, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Im Ruaha National Park lässt sich noch eine weitgehend unberührte raue Wildnis erleben, wie sie in nicht mehr vielen anderen Parks anzutreffen ist.

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TRAVEL

Devils Tower / USA

USA

Viele kennen den Uluru (früher Ayers Rock), das markanteste Naturmonument Australiens, doch nur wenige wissen, wo der imposante Devils Tower zu finden ist. Er ist der Wächter über die Black Hills von Wyoming und entstand vor etwa 50 bis 60 Millionen Jahren. Erosion schuf in Jahrmillionen ein wahres geologisches Wunder mit der bizarren Form. Bei den Ureinwohnern ist er heilig. Einer Legende nach stammen die unzähligen Spalten und Rinnen des Devils Tower von den Klauen eines riesigen Bären. Dank seiner festen Substanz und den zahllosen Rissen ist er bei Kletterern besonders beliebt. Bis zu 5000 Menschen wagen jährlich den Aufstieg, aber nur die Hälfte erreicht das fussballfeldgrosse Plateau, um den fantastischen Panoramablick zu geniessen. Doch auch von unten betrachtet ist der Devils Tower ein lohnenswerter Anblick. Der Monolith mit einer Höhe von rund 265 Meter von der Basis ragt etwa 385 Meter über dem Bett des Belle Fourche River. Je nach Sonneneinstrahlung erstrahlt er in ganz unterschiedlichen Farben und versprüht seine mystische Energie.

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TRAVEL

Orinoco / Venezuela Der Amazonas ist ein einziger Superlativ: der längste Fluss Südamerikas und je nach Messung sogar der Welt. Er ist die Heimat einer atemberaubenden Flora und Fauna. Doch er ist teilweise unpassierbar und das Laubwerk ist grösstenteils so dicht, dass Besucher kaum etwas zu sehen bekommen. Der Orinoco in Venezuela hingegen begeistert selbst übersättigte Reisende. Kein anderes Ökosystem der Welt zeigt eine höhere biologische Vielfalt. Auf seinem Weg zur Mündung am Atlantik durchfliesst der Strom eine atemberaubende Skala verschiedenster Geländeformen – von hohen Bergen und tropischen Wäldern bis zu feuchten Ebenen und sumpfigen Deltas. Viele Nebenflüsse sind immer noch nicht erforscht. Das Becken des Orinocos ist über 880'000 Quadratkilometer gross. Wer seine Augen offen hält, bekommt Alligatoren, Flussdelfine, Boas, Brüllaffen und Pumas zu Gesicht. Mehr als 10'000 Pflanzen-, 1400 Vogel-, 1200 Fisch- und mindestens 340 Säugetierarten leben in dem Gebiet. Und jeden Monat werden an seinen Ufern ein Dutzend neuer Arten entdeckt. Weltweit ist dies unerreicht.

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TRAVEL

Bryce Canyon / USA

USA

Der Grand Canyon zählt verdientermassen zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Welt. Doch die Gegend um den Bryce Canyon in Utah ist eine einzigartige Märchenlandschaft, ihr Anblick lässt den kolossalen Grand Canyon fast verblassen. Eis, Wasser und Wind haben die Aneinanderreihung aus tausenden von natürlichen «Amphitheatern» geformt und herausgeschält. Viele der Sandsteinformationen sind «hoodoos» – merkwürdige Pfeiler, an denen das weiche Gestein im Laufe der Jahrtausende vom harten Gestein abbröckelte. Zurück blieben massive Felsen auf bleistiftdünnen Schäften aus versteinertem Sand in grellen Farbtönen. Anders als beim Grand Canyon ist man hier bereits nach einer einstündigen Wanderung im Innersten des Monolithenlabyrinths. Pfade schlängeln sich im ewigen Schatten des Canyons zwischen aufragenden orangefarbenen Felsen hindurch. Die vielerorts in die Felsen gehauenen Wege führen durch Tunnel und unter Felsbogen hindurch und bieten nach jeder Biegung immer neue erstaunliche Ausblicke. Zudem ist der Bryce Canyon im Gegensatz zum Grand Canyon auch im Sommer kühl genug zum Wandern.

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Ferien mit dem schönsten Lächeln der Meere. Wir wünschen uns, dass Sie vollkommen glücklich sind! Lassen Sie sich verwöhnen und entdecken Sie die Welt mit neuen Augen. AIDA ist die schönste Verbindung aus Kreuzfahrt, Wellness, Städtereise und Naturerlebnis. Rund 180 Ziele, Service bis ins kleinste Detail und grenzenlose Vielfalt machen Ferienträume wahr. An Bord und an Land erleben Sie jeden Tag eine neue Welt in wunderbar entspannter Atmosphäre. Freuen Sie sich auf kulinarische Genüsse, fantastisches Entertainment und unvergessliche Ausflüge. Jedes AIDA Schiff ist ein schwimmendes Wellnesshotel mit himmlischen Spa- und Sportangeboten. Lassen Sie sich rundum verwöhnen, probieren Sie Neues und geniessen Sie einfach mal das herrliche Gefühl, sich um nichts kümmern zu müssen. Wir freuen uns darauf, Ihre Wünsche zu erfüllen!

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BRASILIEN

TRAVEL

Iguaçu-Fälle / Brasilien Wer nach einem berühmten Wasserfall fragt, wird in neun von zehn Fällen «Niagara» als Antwort erhalten. Die Niagara-Fälle zählen zu Recht zu den berühmtesten Naturwundern Amerikas und locken jedes Jahr eine unglaubliche Zahl von Besuchern an. Mitten im unberührten tropischen Urwald Brasiliens bieten jedoch die 275 fantastischen Kaskaden der IguaçuFälle eine atemberaubende Alternative an. «Armer Niagara!» soll Eleanor Roosevelt ausgerufen haben, als sie dieses überwältigende Naturwunder an der brasilianisch-argentinischen Grenze zum ersten Mal sah. Das komplexe System von 275 Kaskaden verteilt sich über einen fast drei Kilometer langen Abschnitt des Rio Iguaçu. Einige Fälle sind bis zu 84 Meter, der Grossteil ist 64 Meter hoch. Dagegen erreichen die Niagara-Fälle «nur » eine Höhe von 53 Meter. Zu der fantastischen Naturerfahrung trägt zudem der tropische Regenwald, der die Fälle umringt, bei. Die atemberaubendste Ansicht der Fälle erlebt man rund um den Garganta del Diabolo – dieser «Teufelsrachen» ist eine überwältigende 700 Meter lange und 150 Meter breite U-förmige Schlucht.

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TRAVEL

Nebelwald Mindo-Nabillo / Ecuador Costa Ricas Regenwälder sind von Reiseveranstaltern und Händlern in Beschlag genommen und kaum noch ursprünglich – anders als der Nebelwald in Ecuadors Schutzgebiet Mindo-Nabillo. Noch ist er von atemberaubender Schönheit und noch wenigen bekannt. Auf einer Fläche von fast 20ʼ000 Hektar beherbergt das Schutzgebiet drei verschiedene Ökosysteme: Andenwälder, subtropische Wälder und Nebelwälder. Das Naturreservat ist von hohen Bergen, tiefen Wäldern und klaren Flüssen mit Wasserfällen geprägt und ist wahrlich ein magischer Ort, ein geschütztes Ökosystem, das noch unbelastet ist von den Sorgen des 21. Jahrhunderts. Es verfügt über einen überwältigenden Reichtum an einheimischen Pflanzen (darunter zahlreiche Bromelien, Grossfarne und 370 Arten von Wildorchideen) und Tieren (vor allem Schmetterlinge und Vögel). Viele Arten galten bereits als ausgestorben, haben hier jedoch überlebt, obwohl das Gebiet in weniger als zwei Stunden Fahrt von Quito aus leicht erreichbar ist. Doch im Gegensatz zu Costa Ricas Regenwäldern gelten hier strenge Vorschriften. Hier bieten keine Führer ihre Dienste an und keine Fünf-SterneLuxushotels schaden dem intakten Ökosystem.

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deluxe

Fliegen Suiten über den Wolken

Traditionelle italienische Handwerkskunst im modernsten Zivilflugzeug der Welt lässt aufhorchen. Während in den asiatischen Metropolen allen möglichen Gadgets nachgerannt wird, besinnt sich Singapore Airlines auf traditionelle Werte.

von Joos Kündig

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ückzug statt unendliche Vernetzung, analoge Schalter statt Fingerspitzengefühl-Touchscreen und kulinarischer Gaumenschmaus statt Zwecksernährung. Doch wer denkt, das sei nicht modern, der täuscht sich gewaltig. Vier Quadratmeter sind nicht viel, doch sie können eine Unendlichkeit bedeuten, wenn sie sein eigenes Reich genannt werden dürfen. Zwei, drei Handgriffe, und der eigene Sitzplatz in der Suite im A380 der Singapore Airlines verwandelt sich in eine grosszügig ausgestattete Suite mit Blick auf die Welt. Wer sich für diesen nicht interessiert, der macht sich die Fensterblenden zunutze und geniesst eine Privatsphäre, die kaum zu übertreffen ist.

Die Suite Class von Singapore Airlines Wo bei manchen Airline-Flügen das raschmöglichste Schliessen der Augen der beste Rat ist, lässt Singapore Airlines den Fluggast

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TRAVEL

in ein leichtes Dilemma stürzen. Denn die Suites sind eine absolute Augenweide. Farbnuancen sind mit höchster Sorgfalt aufeinander abgestimmt. Materialien geschickt gewählt und verblüffend präzise verarbeitet. Zufällig ist in dieser Suite nichts. Vielmehr ist alles akribisch durchdacht. Das Licht verströmt eine angenehme Wärme, lässt sich den verschiedenen Bedürfnissen nach regeln und sorgt immer für das richtige Ambiente. Dunkles Holz erinnert an gehobene Schiffsfahrt, braunes Kuhleder an Luxusklassewagen goldener Zeiten. Der Raum hält sich bewusst im Hintergrund, setzt den Fluggast ins Zentrum. Gelungene Arbeit des französischen Designers Jean-Jacques Coste. Was in der Suite gut aussieht, fühlt sich noch besser an. So fühlt man sich im knapp einen Meter breiten Thron, der von hauchzartem Leder überzogen wurde, sofort wohl. Der Sessel wurde eigens für die Suites entwickelt und wird nach italienischer Handwerkskunst hergestellt. Das zeitlose und einfache Design überzeugt hier vollumfänglich. In gekonnter Zurückhaltung übt sich aber nicht nur das Design, sondern auch die Technik, welche sich unter dem Leder befindet. Platzsparende Leichtbauart, absolute Zuverlässigkeit und maximale Ergonomie standen für die Ingenieure im Vordergrund. Auf unzuverlässige Massagefunktionen wurde verzichtet, stattdessen wurden solide Stellmotoren verbaut. Touchscreensteuerung sucht man vergebens, dafür gibt es zwei analoge Knöpfe, welche entweder den gesamten Sitz bis 130 Grad neigen oder die Fussstütze ausfahren. Singapore Airlines beweist an dieser Stelle, dass weniger manchmal mehr ist.

Privatsphäre in luftiger Höhe Beeindruckend ist die Flexibilität auf den vier Quadratmetern. Das gemeinsame Essen mit der Rückwand des vorderen Abteils ist nur optional. Wer lieber zu zweit ein romantisches Dinner hoch über den Wolken geniesst, der braucht seinen Partner nur zu sich in die Suite einzuladen. Um alles andere kümmern sich die Flugbegleiter/innen. Die kulinarischen Köstlichkeiten, welche eigens von Spitzenköchen des International Culinary Panel (IPS) kreiert wurden, servieren diese unverzüglich auf exklusivem

Givenchy-Geschirr. Dazu gibt es edelste Tropfen Wein, welche in einer aufwändigen Selektion auserkoren wurden. Exklusiv führt Singapore Airlines Burgunder Grand Cru aus den 33 Grand-Cruklassifizierten Weingüter, um nur ein Highlight zu verraten. Nach dem Himmelsessen lässt sich das eigene Abteil im Handumdrehen in ein privates Kino umwandeln. Während ein umfangreiches Unterhaltungssystem in dieser Klasse zum Standard gehört, überrascht der 23-Zoll-LCD-Bildschirm schon eher. Laut Singapore Airlines der «grösste Bildschirm am Himmel». Trotzdem lohnt es sich, einige Worte über das Unterhaltungssystem zu verlieren. Es umfasst eine umfangreiche Auswahl an Filmen, TV-Serien, Musik und Spielen. Daneben gibt es die Möglichkeit, einen kleinen Sprachkurs zu besuchen. Wer die Ruhe gerne nutzt, um ungestört arbeiten zu können, kann sich auf ein Office-SoftwarePacket freuen. Zudem steht ein easy-access Multiport mit Stromversorgung und USB-Anschlüssen zur Verfügung.

Ausgeruht und frisch am Ziel ankommen Absolut einzigartig sind die «Gute-Nacht-Services». Sind Sie müde und möchten völlig ausgeschlafen in Ihrer Zieldestination ankommen, lassen Sie sich das Bett einrichten, inklusive frischer Bettwäsche und grossen Kopfkissen. Dabei entsteht das Bett nicht wie gewöhnlich aus einem umgebauten Stuhl. Vielmehr handelt es sich um ein Ingenieurskunststück, welches ein freistehendes Bett hervorzaubern lässt, das dem Namen Bett würdig ist. Da die Fluggäste am Morgen nicht völlig verknittert aus der Wäsche schauen sollen, spendiert Singapore Airlines ein Pyjama von Givenchy. Dazu gibt es diverse Körperpflegemittel aus dem Hause Kiehl's, welche den Morgen versüssen und das Wohlbefinden erheblich steigern. Wie bei der Inbetriebnahme des A380 übernimmt die Singapore Airlines einmal mehr eine Vorreiterrolle. Ihre Suiten definieren Reiseluxus gerade neu. Doch das soll nicht das Ende sein. Ein weiterer Geniestreich ist bei Singapore Airlines in Entwicklung. Verraten wird darüber noch nichts. In einer anderen Branche würde man wohl sagen: «There is one more thing.» Wir sind gespannt.

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TRAVEL

Anime und die Kinder von Edo Tokio: Welcome to Manga City

22 Uhr und noch immer sind viele Bürohochhäuser hell erleuchtet und Angestellte sitzen wie fleissige Drohnen vor ihren Computern. Andere Stadtteile erscheinen hingegen wie Comic-Animationen, in denen kindlicher Spass keine Grenzen zu kennen scheint. In Tokio ist manch einer nicht nur Lost in Translation, sondern vor allem Lost in Culture.

von Yvonne Beck

S

elbst hartgesottene Reisende fühlen sich von Tokio eingeschüchtert, was weniger an der Sprachbarriere (die meisten Beschilderungen sind inzwischen auf Englisch und Speisekarten häufig bebildert) oder der Grössenordnung der Stadt (momentan zählen die 23 Bezirke Tokios ungefähr neun Millionen Einwohner) liegt, als vielmehr am Takt, in dem diese Stadt tanzt. Sie lebt einen ambivalenten, scheinbar disharmonischen Rhythmus, der für europäische Besucher nur schwer zugänglich ist. In Japans Metropole tragen selbst die Taxifahrer immer einen Anzug, während 17-jährige

Schülerinnen in Lolita-Outfits durch die Strassen flanieren. Die Stadt kann sich mit 191 Sterne-Restaurants brüsten, während auf der anderen Seite nirgendwo auf der Welt so viele Essensautomaten wie in Japan zu finden sind. In Tokio kann es auch schon mal vorkommen, dass sich ein Drei-Sterne-Restaurant in einem Parkhaus befindet und man im Supermarkt formvollendete Melonen für umgerechnet 250 Franken angeboten bekommt. Die japanische Liebe für harmonische Formen lässt sich bei Sembikiya beobachten: Tokios berühmtester Obstladen verkauft seit 1834 ausschliesslich perfekt geformte Früchte.

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TRAVEL

Prachtmeilen und Verkleidungskult Auf der Suche nach Kuriosem hat man es in Tokio nie weit. Auf der Ginza, den Champs-Élysées der Metropole, flaniert man an Designertempeln vorbei und lässt die exquisiten Schaufenster von den Luxuslabeln der Welt auf sich wirken. Hier dominieren Louis Vuitton, Chanel, Gucci, Hermès und Prada. Wer am Wochenende hingegen zum JR-Bahnhof Harajuku fährt und zum Yoyogi-koen läuft, erlebt eine ganz andere Welt: ein Potpourri aus Subkulturen – Gruft-Lolitas, die sich wie Vampire gebärden, Jugendliche mit Bandagen und Augenklappen – eine wilde Mischung aus Glam Rock und Halloween. Harajuku ist vor allem bei jungen Japanern beliebt und gilt mit seinen vielen Läden und Boutiquen als eines der wichtigsten Modezentren Japans. Zudem ist das Viertel beliebter Treffpunkt der sogenannten Cosplayers. Der Begriff Cosplay stammt von «costume play», frei übersetzt «Kostümspiel». Bei diesem japanischen Verkleidungstrend stellt man eine Figur durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Der Charakter kann dabei aus einem Manga, einem Anime, einem Videospiel oder einem Spielfilm stammen. Dabei übertreffen sich die Kids gegenseitig an Perfektion und aufwendigen Kostümen. Tokio ist eine Stadt mit viel Stilbewusstsein, doch jeder hat hier seinen eigenen Stil. Design, Trends und Schönheit haben einen hohen Stellenwert in Japans Megacity. Schönheit liegt jedoch immer im Auge des Betrachters. Doch egal, wer welchen Stil pflegt, schlecht gekleidete Menschen sieht man in Tokio kaum. Schon in der Edo-Zeit mauserte sich Tokio zu Japans Modehauptstadt. Die sogenannten Kinder von Edo verliehen den tristen Kimonos eine schicke Note, indem sie kleine, bunte Beutel anfertigten, die mithilfe von «netsuke» (geschnitzten Figuren) befestigt wurden. Seit dem 19. Jahrhundert orientiert sich Japan an der westlichen

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Mode, doch immer wieder trifft man auf den Strassen der Stadt Menschen, die nach wie vor traditionelle Kleidung tragen. Bei Hochzeiten, Feierlichkeiten und Feuerwerken streifen noch viele Kimonos über. Auch im modischen Bereich ist Japan somit ein Land zwischen Tradition und Moderne, und in keiner anderen Stadt leben Zukunft und Vergangenheit so deutlich nebeneinander wie in Tokio.

Manga, Lolitas und Japans High Society Roboter, Superhelden und niedliche Schulmädchen – vieles in Tokio klingt nach kindlicher Unterhaltungskost. Doch selbst erwachsene Frauen und gestandene Geschäftsmänner unterliegen dem «Hello Kitty»-Reiz und der grellbunten Manga-Lektüre. Die Comicwelt Japans richtet sich längst nicht mehr nur an Kinder, immer wieder trifft man in den Zügen auf biedere Anzugträger, die in telefonbuchdicke Samurai-Mangas versunken sind. Wöchentlich erscheinen zig Manga-Anthologien von der Ganger-Saga über Schachthemen bis zu Softpornos. In Japan werden circa 266 Magazine mit einem auf den Monat umgerechneten Gesamtumfang von etwa 100ʼ000 Seiten veröffentlicht. Noch schräger als die Manga-Comics sind mitunter nur die Anime-Filme mit ihren Horden von grossäugigen Schulmädchen, Knuddelmonstern und mechatronischen Superhelden. Einige Filme wie der 2003 erschienene Film «Chihiros Reise ins Zauberland», Japans bisher erfolgreichster Film, erhielten gar einen Oscar für das beste animierte Werk. Fans können im Ghibli-Museum einen Blick hinter die Kulissen dieser einzigartigen Kunstform werfen. Und der Boom ist ungebremst, noch immer werden jährlich circa 5000 Anime-Filme produziert. Wer vollständig in die Welt der Anime und Mangas versinken möchte, sollte Akihaba-

«Je seichter der Strom, desto wilder die Wellen.» japanisches Sprichwort

ra ansteuern. Hier gibt es nicht nur hunderte von Comicläden, auch jede Menge Souvenirs-Animes und Manga-T-Shirts gehen hier über die Theke. Zu den Lieblingsbeschäftigungen der «otaku» (Computerfreaks oder japanische Nerds) gehört ein Besuch im «@home cafe». Hier bedienen Kellnerinnen im französischen Dienstmädchendress, die die männlichen Gäste als «go-shujinsama» (Meister) ansprechen. Ja, in Tokio gibt man sich auch gerne etwas anzüglich, doch alles bleibt im Rahmen und ist ein eher unschuldiger Zeitvertreib. Wem das alles zu freakig ist, aber trotzdem nicht auf sein Teestündchen verzichten möchte, der sollte spätestens zur Teatime ins The Peninsula Hotel Tokyo einkehren. In der Lobby des Hotels treffen sich die feinen, reichen Damen Tokios zu Törtchen und feinstem Gebäck, untermalt von leiser Livemusik. Zudem bietet das Hotel den optimalen Ausgangspunkt zur Erkundung der Stadt. Wie kaum ein anderes Hotel blickt das «Peninsula Tokyo» auf die beiden Gesichter der japanischen Millionenmetropole: Auf der einen Seite erstrecken sich die Kaiserlichen Gärten mit ihren Grünanlagen in meditativer Ordnung, auf der anderen tobt das quirlige Geschäftsleben in angesagten Restaurants, Bars und Designerläden. Die Ginza ist fussläufig in circa zehn Minuten zu erreichen und vor der Tür befinden sich zwei U-Stationen,


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die schnell in eine wiederum ganz andere Welt Tokios führen. Das Hotel verfügt über 314 Zimmer, darunter 47 Suiten. Raum ist in Tokio der wahre Luxus. Und dies gilt besonders für das «Peninsula»: Hier sind die Zimmer nicht nur anspruchsvoll gestaltet, sondern auch von der Grösse her luxuriös. Die Gästezimmer (ab 51 m²) zählen zu den grössten in Tokio. Kurz gesagt: Das «Peninsula» gehört sicherlich zu einem der besten Orte der Stadt, in dem sich der Besucher von all den vielen verwirrenden neuen Eindrücken erholen kann. Doch auch im Haus selbst kann man vieles von der japanischen Kultur erfahren. The Peninsula Hotel Tokyo beherbergt eine der interessantesten Sammlungen zeitgenössischer asiatischer Kunst in der Fünf-Sterne-Hotellerie. Eigens für das Haus schufen 60 Künstler rund 1000 Werke. Ob Papierkunst, Wandbilder aus Ton oder Skulpturen – die Werke der japanischen Künstler und ihre überlieferten Techniken erklärt der Peninsula Art Walk in einer iPod-Tour.

«Die Amerikaner wollen im Jahr 2019 einen Mann auf den Mars schicken. Die Japaner haben schon gesagt: ‹Fein. Er kann bei uns übernachten.›»

Das Automatenparadies In Japan stehen insgesamt mehr als 5,5 Millionen Automaten, die umgerechnet mehr als 60 Milliarden US-Dollar schlucken. Man findet sie in Hochgeschwindigkeitszügen, abgelegenen Dörfern und sogar auf dem Berg Fuji. Tokio ist nicht nur die Hauptstadt des Landes, sondern mit Sicherheit die Hauptstadt der Automaten. Es gibt sie an jeder Ecke in nahezu jeglicher Form. Zudem spucken sie so ziemlich alles aus, was man sich wünschen könnte: Zigaretten, Sake, Reis, Nudeln, Blumen, Spielzeug, Toilettenpapier, Wettscheine, Versicherungen, Unterwäsche, Pornografie oder Popcorn. Selbst für Fetischisten gibt es spezielle Automaten mit getragener Unterwäsche oder Sexspielzeugen. Eine Erklärung für die Beliebtheit der Verkaufsmaschinen gibt das Buch «Kulturgeschichte der Automaten»: Japaner schätzen Bequemlichkeit, wollen einkaufen, ohne mit jemandem reden zu müssen, und begeistern sich generell für jegliche Art von Automatisierung, daher erfreuen sich wohl auch Industrieroboter so grosser Beliebtheit. Auch verwundert es nicht, dass Spielhöllen zu jeder Tages- und Nachtzeit gut besetzt sind. Stundenlang starren Jugendliche auf bunte Lichter, schwirrende Kugeln, 3D-Animationen, eingehüllt von den schrillen Tönen der Automaten. Was diese blinkenden Helfer und Unterhaltungsautomaten jedoch sicher nicht können, ist die sozialen Bedürfnisse einer Gesellschaft zu befriedigen, deren Leben von sehr strengen Hierarchien und Benimmregeln geprägt ist. Trotzdem wimmelt es in der Stadt von Maschinen und man versinkt mancherorts förmlich in einem Meer aus Elektrogeräten, selbst auf dem sogenannten stillen Örtchen empfangen uns hypermoderne Toiletten mit bis zu dreissig Knöpfen und dem nachgeahmten Rauschen einer Wasserspülung.


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TRAVEL

Weltreise für die Sinne Kussmund auf hoher See Der Himmel auf Erden liegt auf dem Wasser. Wer erleben möchte, was Vielfalt und Abwechslung auf einer Kreuzfahrt bedeuten, der sollte mit der AIDA reisen. Auf einem Schiff der AIDA Kussmundflotte kann jeder nach seiner Façon glücklich werden. Das gilt besonders für die grenzenlose Vielfalt im AIDA Body & Soul, dem Spa- und Fitness-Bereich an Bord.

von Yvonne Beck

G

rosszügige Pool- und Saunalandschaften sowie die lichtdurchfluteten Wellness-Oasen, auf den AIDA Schiffen der neueren Generation, eröffnen himmlische Aussichten für die perfekte Entspannung. Ob Aromasauna oder ayurvedische Massage, ob karibische Wohlfühlbehandlung oder eine Sinnesreise mit Terraké zu den Ursprüngen der Schönheit – im Body & Soul-Spa kann sich jeder Gast sein ganz individuelles Wohlfühl-Programm zusammenstellen. Der AIDA Body & Soul-Sportbereich bietet alles, was ein modernes Fitnessstudio ausmacht – von Cardio- und Kraftgeräten bis zur Power Plate, dem Fitnessgerät der Stars. Verschiedene Workshops wie Yoga, Pilates oder Flexi Bar und bis zu dreissig meist kosten-

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TRAVEL

freie Kurse pro Reise eröffnen fantastische Möglichkeiten zur aktiven Erholung. Dazu bieten das Sportaussendeck und der Joggingparcours auf allen AIDA Schiffen viel Platz für Aktivitäten.

Atmosphäre sorgt Entspannungsmusik im Kabinenflur. Die Panorama-Deluxe-Suiten sind zusätzlich mit dem Fitnessgerät Power Plate, einer Whirlwanne inkl. Wellnessdusche, einer Wii Fit und einer iPodStation ausgestattet.

Zuhause und Luxus pur auf dem Meer An Bord von AIDA fühlt man sich immer zu Hause. Nach einem erlebnisreichen Tag kann der Gast in komfortabel ausgestatteten, behaglichen Kabinen wunderbar entspannen. Zur Auswahl stehen Balkon-, Meerblick- und Innenkabinen in verschiedenen Belegungsvarianten sowie besonders grosszügige Suiten. Annehmlichkeiten wie Satelliten-TV, Telefon, Safe, Föhn und regulierbare Klimaanlage sind ebenso selbstverständlich wie die liebevolle Ausstattung bis ins kleinste Detail. Auf den Balkons der neuen AIDA Generation können Gäste sogar in der Hängematte schaukeln, während die Sonne im Meer versinkt. Um den AIDA Suiten-Gästen noch mehr zu bieten, wurde den Hochgenüssen an Bord das berühmte i-Tüpfelchen aufgesetzt. Zur Begrüssung stehen frisches Obst, Pralinen und Champagner in Ihrer Suite bereit. Am Abend des Anreisetages werden Sie mit einem 3-Gang-Menu im Gourmet-Restaurant «Rossini» verwöhnt. Mit einem SPA-Gutschein zum Kennenlernen kann man sich ein wohltuendes Extra gönnen. Und auch das Badezimmer gleicht einem Wellnessbereich – mit Annehmlichkeiten wie Duschgel, Peeling-Seife und Körperemulsionen für streichelzarte Haut. Ein privates Sonnendeck vollendet den Luxus der AIDA Suite. Panorama-Kabinen und Panorama-Suiten. Jedes AIDA Schiff ist ein schwimmendes Wellnesshotel. Auf den jüngsten Schiffen «AIDAblu», «AIDAmar», «AIDAsol» und «AIDAstella» erlebt man sogar eine völlig neue Dimension des Wohlfühlens. Als Gast einer exklusiven Panorama-Balkonkabine oder Panorama-Suite fühlt man sich Tag und Nacht wie im siebten Himmel. Die Panorama-Kabinen liegen in unmittelbarer Nähe zum Body & SoulSpa-Bereich auf Deck 12, so dass man diesen ganz entspannt im Bademantel erreichen kann. Das Kabinendesign entspricht dem individuellen Look des Spa-Bereiches an Bord. Für eine wohlige

Kulinarische Hochgenüsse und Showtime Die Restaurants laden zu einer Entdeckungsreise durch die besten Küchen der Welt ein. Die Atmosphäre in den Restaurants ist genauso entspannt wie alles an Bord von AIDA. Von Sonnenaufgang bis zum späten Abend können die Gäste speisen, mit wem und wann immer sie möchten – ohne Tischordnung und feste Zeiten. Die Tischgetränke, wie Softdrinks, Wein und Bier, sind zu den Hauptmahlzeiten inklusive. In den A-la-carte-Restaurants zaubern Spitzenköche aus marktfrischen Zutaten feinste Kreationen – von mediterraner Gourmetküche über amerikanische Fleischspezialitäten bis zu japanischen Sushi. Auch die Weinkarte lässt keine Wünsche offen. Das Show-Ensemble begeistert Abend für Abend mit spektakulären Shows, fantasievollen Choreografien und akrobatischen Glanzleistungen, die alle eigens für AIDA arrangiert werden. Im gläsernen Theatrium auf den Schiffen der neuen AIDA Generation eröffnet sich eine einzigartige Welt des Entertainments, die Sie von drei Decks aus geniessen können. Eine feste Showtime gibt es nicht. Die Gäste entscheiden, wann Sie kommen und gehen.

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EVENTS

Schwanensee

Das Russische Staatsballett auf Jubiläumstournee Ein Vierteljahrhundert hierzulande auf Tournee – diesen «Geburtstag» begeht das Russische Staatsballett auf seiner Gastspielreise 2012/2013.

von Yvonne Beck

I

m Rahmen des Jubiläums hat das Ensemble unter anderem einen beliebten Klassiker im Programm: «Schwanensee». Das «Ballett der Ballette», welches in vier Akten die Geschichte von Prinz Siegfried und Schwanenkönigin Odette erzählt, hat seit seiner Premiere (in der bis heute massgeblichen Inszenierung) 1895 nichts von seinem zauberhaften Charme verloren. Akrobatisch sehenswert sowie tänzerisch exquisit, entsteht zur inspirierenden Musik Tschaikowskys ein unwiderstehliches Bühnenerlebnis für Jung und Alt, das mit seiner einzigartigen Ausdruckskraft allerhöchsten Ansprüchen genügt. Eintrittskarten für die Aufführungen des Meilensteins kosten zwischen 28 und 55 Euro (zuzüglich Gebühren). Auf Jubiläumstournee garantieren das hochkarätig besetzte Ensemble des Russischen Staatsballetts und die professionelle Produktion dafür, dass «Schwanensee» auch fortan eine Sternstunde der Ballettkunst darstellt.

«Schwanensee»-Termine in der Schweiz 06.01.13 CH-Lugano, Palazzo dei Congressi (18 Uhr) 22.01.13 CH-Zürich, Kongresshaus (20 Uhr) www.russisches-staatsballett.com

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Pferde, Schnee & Ski

Pferderennen auf Schnee

Der Grundstein zu den Pferderennen auf Schnee in Arosa liegt bereits über 100 Jahre zurück. Am 29. Dezember 1910 machte der Hotelierverein Arosa die Anregung, den Skikjöring-Sport auch in Arosa einzuführen. Bereits am 13. Januar 1911 wurde der Skikjöring-Club Arosa gegründet und am 29. Januar des gleichen Winters konnte zum ersten Rennen auf dem Arosa Obersee gestartet werden. Aus den Skikjöring-Rennen entstanden über die Jahre die heutigen Pferderennen auf Schnee mit den weltweit einzigartigen Hürdenrennen.

83. Internationale Lauberhornrennen Das grösste alljährlich wiederkehrende Lauberhornrennen findet jeweils Mitte Januar vor der schönsten Bergkulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau statt. Die jährlich zunehmenden Zuschauerzahlen, die TV-Rekordeinschaltquoten und die stetig zunehmende Medienpräsenz beweisen, dass Wengen mit über 80 Jahren Tradition zu den Highlights im alpinen Skirennsport gehört. Die im Jahr 1930 erstmals durchgeführten Internationalen LauberhornSkirennen werden seit der Wintersaison 1966/67 im Rahmen des alpinen FIS Ski-Weltcups ausgetragen. Die Abfahrt ist das längste Rennen im Ski-Weltcup und der Slalom gehört zu den schwierigsten Läufen weltweit.

LAUBERHORN

Am 13. Januar 2013 wird mit den Pferderennen auf Schnee in Arosa die Turf-Saison 2013 glanzvoll eröffnet. Nebst Flach- und Trabrennen sowie berittenen Skijörings stehen in Arosa weltexklusiv Hürdenrennen auf Schnee auf dem Programm. Eine Woche später findet auf dem traumhaft gelegenen Oval auf dem gefrorenen Arosa Obersee der zweite Renntag statt. Die prickelnde und einzigartige Atmosphäre der Pferderennen auf Schnee erleben in Arosa nicht nur Turf-Interessierte, sondern auch Gäste aus aller Welt, die in Ferienstimmung aussergewöhnliche und schöne Erlebnisse geniessen.

Bekannt ist vor allem die legendäre Lauberhornabfahrt. Sie ist mit circa 4,5 Kilometer Länge und mit Fahrzeiten um 2:30 Minuten die längste aller Abfahrten und weist mit knapp 160 km/h auch die höchste Maximalgeschwindigkeit auf. Das Lauberhornrennen zählt zu den Klassikern des alpinen Skiweltcups und wird traditionellerweise im Januar, eine Woche vor dem Hahnenkammrennen in Kitzbühel, durchgeführt. Am Freitag steht üblicherweise die Super-Kombination, die 2005 in Wengen erstmals im Weltcup ausgetragen wurde, auf dem Programm. Es folgen die Abfahrt am Samstag und der Slalom am Sonntag. FIS Ski World Cup Lauberhorn 18. Januar 2013 Superkombination 19. Januar 2013 Abfahrt 20. Januar 2013 Slalom

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PRESTIGE EVENTS

Internationale Pferderennen auf Schnee seit 1907 White Turf – ein Event der exklusiven Spitzenklasse, spannender Pferderennsport, edles Catering, attraktive Musik und Kunstdarbietungen verpackt in einer von Sonne überfluteten, einzigartigen Landschaft.

Polo at its best! Der St. Moritz Polo World Cup on Snow ist das weltweit prestigeträchtigste Winter-Poloturnier auf Schnee. Vier High Goal Teams mit Handicaps zwischen 15 und 18 Goals kämpfen auf dem gefrorenen St. Moritzersee jedes Jahr um den Sieg. Die Zuschauer erleben dabei vor traumhafter Bergkulisse eine Welt des Sports, die von Stärke, Eleganz, Geschwindigkeit, Stolz und dem traditionellen britischen Sportgeist geprägt ist.

Inmitten der herrlichen Bergkulisse treffen sich Gäste und Einheimische zum grössten Event des Engadins auf dem gefrorenen St. Moritzersee. Trommelnde Hufe auf stiebendem Schnee. Spannende Galopp- und Trabrennen, mit Wettbüro. Tollkühne Männer und Amazonen auf Skiern hinter unberittenen Vollblutpferden beim einzigen Skikjöring-Rennen der Welt. Ein wahres Fest der Sinne und ein gesellschaftlicher Höhepunkt der Saison. Beim gesellschaftlichen Höhepunkt der Saison faszinieren trommelnde Hufe auf stiebendem Schnee nicht nur Pferdesportliebhaber. Ein Grossanlass, bei dem nicht nur Champagner auf Eis gelegt wird, ist Jahr für Jahr ein einzigartiger Treffpunkt für die High Society, Besitzer, Trainer und Jockeys aus aller Welt wie aber auch für die treuen einheimischen Besucher. Über 35ʼ000 mitfiebernde Besucher werden an den ersten drei Februarsonntagen lautstark ihren Favoriten zujubeln, Wetten tätigen, in einer gediegenen Zeltwelt bestes Catering geniessen und zu guter Letzt bei den Prix d’Honneurs traumhafte Preise wie Aufenthalte in Luxushotels und Ferien auf entfernten Inseln gewinnen. In einer einzigartigen Atmosphäre, welche seinesgleichen sucht, heisst es am 03. 02., 10. 02. und 17. 02. 2013 «cavalli partiti» – «passion for races!». Die Prestige Media AG freut sich besonders auf den dritten Rennsonntag, an dem ein verlagseigenes «Prestige»-Rennen stattfinden wird.

Nach dem Round-Robin-Prinzip spielt jedes Team gegen jedes. Höhepunkte des Turniers sind das kleine und das grosse Finale am Sonntag. Die Partien sind auf höchstem Niveau und erfordern von den Weltelite-Spielern wie von den Pferden Konzentration, Kraft, Geschick, Mut und Ausdauer. Die speziellen Verhältnisse auf Schnee, die ungewohnte Lage auf 1800 m ü. M. und das kosmopolitische St. Moritz machen das Turnier weltweit einzigartig. Davon überzeugen sich jeweils rund 15'000 Zuschauer aus aller Welt, die Ende Januar auf den St. Moritzersee pilgern. Für ein spannendes Poloturnier und Weltklasseniveau sorgen vom 24. – 27. Januar 2013 folgende vier Patrons: Richard Davis (GBR) für Team Cartier, Jonathan Munro Ford (AUS) für Team Bank Sal. Oppenheim, Michael Bickford (USA) für Team Ralph Lauren und Andreas Knapp Voith (ESP) für Team BMW.

ST.MORITZ 203


SCHLUSSWORT

Vorschau Volume 26

Publisher Francesco J. Ciringione Owner Prestige Media AG

Karge Schönheit Namibia – das Land im Südwesten Afrikas zwischen den Flüssen Oranje im Süden und Kuenen im Norden – ist ein Land voller Kontraste und Gegensätze. Die Landesfläche ist mehr als doppelt so gross wie die Deutschlands, hat aber mit knapp 2,2 Millionen Einwohnern die geringste Bevölkerungsdichte weltweit. Trotzdem ist die ethnische Vielfalt grösser als in den meisten Ländern der Welt. PRESTIGE bereiste das karge, raue Land und fand eine Welt der Kontraste in einer unnachahmlichen Farbenpracht.

Publishing Director Boris Jaeggi b.jaeggi@prestigemedia.ch

Head of Production Julia Moos j.moos@prestigemedia.ch Art Director Julia Moos

Sales Virginie Vincent v.vincent@prestigemedia.ch

Product Manager Beauty/Fashion Valeska Jansen v.jansen@prestigemedia.ch

editorial staff Editor in Chief Yvonne Beck Editors Yvonne Beck, Walter Bollier, Gisbert L. Brunner, Vera Dillier, Niggi Freundlieb, Wilhelm J. Grusdat, Lone K. Halvorsen, Valeska Jansen, Jascha Köhler, Joos Kündig, Roland Löwisch, Tim Marschall, Angelika Möller, Gabriel Palacios, Lilly Steffen, Helena Ugrenovic, Björn Vogt, Götz Winter, Dominique Zahnd News Yvonne Beck, Lone Halvorsen

Cover Picture JULIA SALLER / BLAUBLUT - EDITION . COM

Italienischer Stararchitekt

Photographs Ascot Elite, Miramax Films, Warner Bros, Fox Searchlight, Touchstone Pictures, Pirelli, Karim Bhorania, Burkhard Driest, Beyer, Issey Miyake, Kiki Kausch, Giani Pisano, Hermès, Grey Goose, Fendi, Privatklinik ALTA AESTHETICA, Kérastase, Aston Martin, Patricia Urquiola, Oscar Niemeyer, Singapore Airlines, Yvonne Beck, AIDA Cruises, Russisches Staatsballett, Swiss Images, Arosa Tourismus, shutterstock.com Corrector Andreas Probst

Aldo Rossi, einer der wichtigsten Vertreter der Postmoderne, gehört zu den richtungsweisenden Architekten und Theoretikern des 20. Jahrhunderts. In den 1970er Jahren war der Mailänder Gastprofessor und Dozent an der ETH Zürich. Seine charismatische, polarisierende Persönlichkeit und sein schillernder Intellekt als engagierter Lehrer prägten eine ganze Schweizer Architektengeneration.

Main Office Prestige Media AG Bösch 73 CH-6331 Hünenberg publisher/productiON Prestige Media AG Leimgrubenweg 4 CH-4053 Basel Telefon 0041 61 335 60 80 Telefax 0041 61 335 60 88 info@prestigemedia.ch www.prestigemedia.ch

Der intime Blick durch die Linse Bert Stern ist einer der grössten Porträtfotografen Amerikas, schoss in den 1960er Jahren 200 Seiten pro Jahr für die «Vogue» und produzierte viele der wichtigsten Print- und Fernseh-Werbekampagnen. Am bekanntesten sind seine revolutionären Print-Anzeigen für Smirnoff und seine Porträtserie von Marilyn Monroe nur sechs Wochen vor ihrem Tod.

Dejan Djokic www.prestigemag.ch info@prestigemedia.ch Laura Giarratana Serpil Dursun s.dursun@prestigemedia.ch Price / Issue CHF 10.– Price / Year CHF 39.–

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Frequency vierteljährlich WEMF 2012/2013 – 25.120 Exemplare Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von Redaktion und Verlag jede Haftung abgelehnt.

Freuen Sie sich mit uns auf die im März 2013 erscheinende Ausgabe mit vielen spannenden Themen und Reportagen.

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Für mein romantisches Rendezvous: Pop und klassische Liebeslieder

Für mein Couture Einkaufserlebnis: Die neuesten Kollektionen vom Laufsteg

Musik- und Visuellunterhaltung für jede Stimmung.

Ich bin nicht die gleiche Person bei jedem Flug. Meine Welt ist luxuriös und ich lebe meine Stimmungswechsel. Eine persönliche Begleitung durch das Check-in und Passkontrolle an Bangkoks Flughafen Suvarnabhumi geniesse ich immer, auch werde ich dort mit einer Spa-Behandlung verwöhnt. An Bord, eine erlesene Gourmetselektion, PrivatsphäreOptionen mit dem zum bequemen Bett wandelbaren Sitz und immer neuesten Unterhaltungsprogramm, was möchte ich heute? Das muss ich jetzt noch nicht entscheiden. Am Board der Royal First Klasse wähle ich, was und wann ich will. Ich fliege THAI.

Information und Reservation: T 044 215 65 00, www.thaiair.ch, reservation@thaiair.ch oder in jedem Reisebüro.


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