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INHALT

Editorial

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FASHION Scarlett Johansson Million-Dollar-Smile 18

Jil Sander Das Comeback

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Sonnenbrillen ... ... sind das wichtigste Accessoire des Sommers

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Here comes the sun Silhouette 37

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Eres Valérie Delafosse über Bademode

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Auf hohen Sohlen Für einen sexy Sommer

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Sportlich oder feminin So präsentiert sich die Bademode 2012

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CULINARIUM Süsse Leckereien Ein Streifzug von Indien bis Brüssel

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Je einfacher, desto besser Eine alpin-mediterrane Küche

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Food News Purer Genuss

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LIVING

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Das Auge kauft mit Shopping-Architektur 76

Interior News Living & More

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Ingo Maurer

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INHALT

88 Der Verfechter der Glühbirne

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Die schönsten Fenster sieht man nicht Filigran, schwellenlos und komfortabel

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BEAUTY Blumarine Anna Molinari zelebriert alle Frauen

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Blau, blau, blau Der Beauty-Trend im Sommer

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Beauty-Institute In der Schweiz

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Fertig, Sommer, los!

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Sonnenschutz für Haut und Haar

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CULTURE Robert Downey Jr. Zum Helden geboren

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Den ganzen Sommer lang Beach Boy Brian Wilson

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Charles «Lucky» Luciano

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Der Boss der Bosse 128

Ein Kuss verändert die Welt

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150 Jahre Gustav Klimt

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DRIVE STYLE Cars, cars, cars Rauchende Reifen und verrückte Entwürfe

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Adam Opel

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Mehr als nur ein Auto

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INHALT

TRAVEL Im Land der Rosamunde Pilcher Cornwall und Devon

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Eine Legende am Golf Das Sultanat Oman

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Auf den Spuren des Singapore Girls 40 Jahre Asian Style

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Around the Globe Rituale und Zeremonien

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EVENTS 1560 Davos Music Eine populäre Konzertreihe für Davos

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SHORT CUTS Short Cuts #1 Kuriose Delikatessen

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Short Cuts #2 Die grössten Museen der Welt

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Short Cuts #3 Schmückender Tand

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KOLUMNEN 98

Gabriel Palacios Ein Rendez-vous mit sechs Sinnen Wie wir uns ständig beeinflussen

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Wilhelm J. Grusdat

Von Hunden, Katzen und Ameisenbären

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Vera Dillier Mein Freund – Das Internet

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Götz Winter Anschnallen und zurücklehnen: Von der perfekten Urlaubsplanung

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Guido Tognoni Die Guerillas der Schweiz

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Dr. med. Peter J. Jenoure Plötzlicher Herztod

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EDITORIAL

Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser

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ndlich Sommer! Raus in die Strassencafés und ein bisschen Dolce Vita geniessen. Auch das PRESTIGE-Team ist voller Vorfreude auf diese Jahreszeit. Viele von uns schmieden Urlaubspläne oder sind gar unterwegs in fernen Ländern, um neue Inspirationen zu sammeln und den Akku aufzutanken. Doch zuerst präsentieren wir Ihnen unsere Sommeredition. Voller spannender und bunter Themen. Unsere Redaktorin Helena Ugrenovic hat sich langsam zu einer wahren FBI-Agentin gemausert. Ständig auf der Suche nach spannenden Kriminalfällen und Gangsterpersönlichkeiten, stöbert sie sich durch die Akten der amerikanischen Behörden, um uns dieses Mal Charles «Lucky» Luciano vorzustellen, ein schmallippiges Narbengesicht, das es zum Boss der Bosse der New Yorker Unterwelt brachte. Mit welchen Tricks er es vom Kleinkriminellen an die Spitze des Gangstersyndikats brachte, erfahren Sie in der vorliegenden Ausgabe. Unsere Fashionredaktorin Valeska Jansen hingegen untersuchte das Phänomen Jil Sander. Das Comeback von Jil Sander ist die Sensation in der Modewelt: Mit 68 Jahren kehrt die Designerin in das von ihr vor 44 Jahren gegründete Unternehmen zurück. Was hinter dem Unternehmen und ihrer Rückkehr steckt, können Sie in unserer Fashionrubrik nachlesen. Zudem reiste unser Redaktionsteam für Sie nach Cornwall und Devon. Dort wanderten wir auf den Spuren der Rosamunde Pilcher und liessen uns verzaubern von der grandiosen Natur dieser Regionen Englands. Und siehe da, sogar das britische Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Lehnen Sie sich also genüsslich zurück, geniessen Sie die Sonne und begeben Sie sich mit uns auf eine abenteuerliche und informative Lesereise.

Francesco J. Ciringione Yvonne Beck

Verleger Chefredaktorin

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© Mango

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SCARLETT JOHANSSON Million-Dollar-Smile

Sie macht Werbung für prickelnden Champagner, schicke Mode und teures Parfum. Doch wie hält ein Hollywoodstar wie Scarlett Johansson seinen Luxuskörper fit? Wir haben nachgefragt.

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© Disney

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Scarlett Johansson als Agentin Black Widow im Kinohit «The Avengers»

«IN MEINEM KOSTÜM HERRSCHTEN UNGEFÄHR 800 GRAD – ES WAR EIN GANZKÖRPERANZUG UND ICH TRUG NICHTS DARUNTER …»

von Dominique Zahnd

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hr Gesicht und ihre Kurven kennt jeder. Aus dem Kino – und wenn sie einem von Plakatsäulen entgegenlächelt. Scarlett Johansson lässt sich ihr Million-Dollar-Smile immer wieder aufs Neue vergolden. Schliesslich reissen sich die grössten Konzerne der Welt darum, die kühle Blondine für ihre Kampagnen zu gewinnen. Aktuell wirbt die New Yorkerin unter anderem für die Make-up-Linie des italienischen DesignerDuos Dolce & Gabbana, das spanische Modelabel Mango und als «Avengers»-Superheldin Black Widow für den deutschen TVSender Pro7.

nicht nur politisch ein Fan von Obama zu sein. «Der Präsident und die First Lady sind ein sehr stylishes Paar», sagt die Schauspielerin, «sie haben beide diese gewisse, lässige Coolness.» Und die hat auch Scarlett. Sie weiss ihren Kussmund, den vollen Busen und ihre Pin-up-Figur gekonnt einzusetzen. Sei das nun auf der Leinwand – oder im Werbezirkus. In den letzten Monaten überzeugte sie im Kino als Tierpflegerin zum Verlieben (in «We Bought A Zoo») und als Auftragskillerin (in «The Avengers»). Gerade letzteren Film wusste sie clever zu verkaufen, indem sie gespielt dramatisch über ihren hautengen Dress jammerte: «In meinem Kostüm herrschten ungefähr 800 Grad – es war ein Ganzkörperanzug und ich trug nichts darunter …» Logisch, dass bei solchen Aussagen die Testosteronwerte aller männlichen Fans durch die Decke gingen und sich jeder den Actionkracher gleich noch einmal ansehen wollte.

Fleissige Obama-Wahlkampfhelferin Doch dem nicht genug: Die 27-Jährige hält in jeder freien Minute auch noch zusätzlich für Barack Obama ihr Gesicht in die Kamera – sie unterstützt den amtierenden US-Präsidenten nach Leibeskräften bei seiner Wiederwahl. Zusammen mit «Vogue»Chefin Anna Wintour hat Scarlett deswegen auch einen «Runway to Win»-Event im Rahmen der letzten Fashion Week organisiert. «Die Modewelt steht voll im internationalen Scheinwerferlicht», erklärte die Schauspielerin, «deshalb ist es unglaublich toll, dass wir genau dieses Spotlight für eine so wichtige Sache wie diese benutzen können.» Bei der Promo-Aktion sammelte sie Spenden und verhökerte T-Shirts sowie Taschen. Und gestand nebenbei,

Werbe-Ikone mit «Dolce Vita»-Style Die New Yorkerin weiss genau, was ihr Aussehen bewirkt. Darum scheffelt sie nicht nur mit den Schauspielgagen Millionen, sondern auch mit ihren Werbeverträgen. Domenico Dolce und Stefano Gabbana sind richtig vernarrt in das «dänische Dynamit», wie die kühle Blonde oft wegen ihrer skandinavischen

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© Mango © Dolce & Gabbana

© Moët & Chandon

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Der US-Star ist ein beliebtes Testimonial.

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Abstammung und der explosiven Ausstrahlung genannt wird. Die Designer kreierten für ihre Muse unter anderem den sinnlichen Duft «The One». Für eine Limited Edition hüllten sie den Flakon gar in aufregende schwarze Spitze. Scarlett Johansson spielt in der begleitenden Kampagne eine Filmdiva im «La Dolce Vita»-Style. Am Drehbuch arbeitete sie auch mit, filmisch umgesetzt hat das Ganze Jean Baptiste Mondino. Er versucht die Atmosphäre der goldenen Ära des italienischen Films – eine stete Quelle der Inspiration für Dolce & Gabbana – umzusetzen. Im Mittelpunkt der Story steht Scarlett als Schauspielerin, die scheinbar in einer Drehpause ein Interview gibt. Das Endprodukt ist ein kleines Stück Kinokunst.

tische Fotografs Tim Walker in Paris ins rechte Licht – in einer hellblauen Märchenrobe mit einer riesigen Flasche in der Hand auf einer Leiter stehend und auf weiteren Aufnahmen als sexy Partygirl im Marilyn-Look. Dieses Jahr verlangt auch das Modelabel Mango wieder Grosses von der Amerikanerin. 2009 ersetzte sie Penélope Cruz als Testimonial. Und auch 2012 posiert Scarlett wieder für die Spanier. Die Fotos der neuen Kampagne? Ein Traum. Doch was hübsch und scheinbar mühelos inszeniert wirkt, ist das Ergebnis harter Arbeit. Ein riesiges Team lässt diese Werbeaufnahmen erst Wirklichkeit werden. Und Scarlett sieht auch nicht von Natur aus immer atemberaubend aus. Ihr Fitnessregime ist brutal: Sie steht jeden Tag um 6 Uhr auf – zum Joggen. An ihrer Seite läuft US-Promi-Coach Bobby Strom. Vor den Dreharbeiten zum Film «The Avengers» war das Training besonders qualvoll. «Weil man in diesem hautengen Latexanzug wirklich jedes Pfund zu viel sofort sieht.» Fit hält sie sich mit Boxen und Schwimmen. Um Diäten macht Scarlett einen Bogen. «Klar, ich achte auf eine gesunde

Ebenfalls nachhaltig in Erinnerung geblieben ist sie als Gesicht von Moët & Chandon. Scarlett schmunzelt: «Das erste Mal liessen mich meine Eltern als Elfjährige zu Silvester an einem Glas Champagner nippen. Das Prickeln im Mund fand ich total cool.» Die Schauspielerin wirbt bereits seit 2009 für den beliebtesten Champagner der Welt. Für die Kampagnen setzte sie der bri-

«MAN WIRD NICHT DARAUF VORBEREITET. DIESES STAR-DING PASSIERT EINFACH – UND WENN DER MEDIENRUMMEL DANN LOSGEHT, ERLEBT MAN FAST EINEN KLEINEN NERVENZUSAMMENBRUCH.»

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© Mango

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© Mango

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Kein Wunder liebt die Presse Scarlett, liefert sie doch immer wieder Skandale und Schlagzeilen.

Ernährung und versuche, viel Salat, Proteine und wenig Kohlenhydrate zu essen. Aber ich würde nie hungern», sagt sie entschlossen. Dafür liebt sie ihren Emmentaler Käse zu sehr und findet es auch ganz okay, Rundungen zu haben. «Denn die sind sexy.»

wusst. «Man wird nicht darauf vorbereitet. Dieses Star-Ding passiert einfach – und wenn der Medienrummel dann losgeht, erlebt man fast einen kleinen Nervenzusammenbruch.» Die Presse liebt Scarlett. Kein Wunder, denn sie liefert regelmässig schöne Schlagzeilen. Oft geht es um Männer – wie die Ehe mit Ryan Reynolds, dann die Scheidung, den Sex mit Sean Penn oder das aktuelle Liebesglück mit Werber Nate Nayler. Oder sie sorgt für Aufruhr mit privaten Nacktfotos, die ein Hacker in den Umlauf brachte. Dem drohen nun bis zu 121 Jahren Gefängnis. Sie allerdings nahm es gelassen, denn sie findet die Fotos schön. Sie waren als Aufmunterung für ihren Ehemann gedacht. «Es war das erste Mal, dass ich so etwas gemacht habe», sagt Scarlett. Gesehen hat die Bilder mittlerweile jeder – doch sie unterstreichen nur, wie wunderschön diese Frau ist. Dieser Meinung ist man auch in der Chefetage der Marvel-Studios, die verantwortlich für «The Avengers» – den besten Actionfilm der letzten 20 Jahre – sind. Scarlett setzt alles daran, ihr eigenes Abenteuer zu bekommen. Die Verhandlungen laufen. Und sie schwärmt: «Ich persönlich denke, dass ein wirklich grossartiger ‹Black Widow›-Streifen möglich wäre. In der Art der ‹Bourne›-Agentenfilme, aber wo wir das ganze Comicbuch-Genre in eine komplett andere Richtung treiben. Das wäre genial.»

Liebling der Presse Wie man sich optimal präsentiert, das hatte Scarlett schon sehr früh raus. Bereits als Kind träumte die New Yorkerin von einer Karriere im Showbusiness. Also quengelte sie so lange bei ihrer Mutter Melanie und ihrem dänischen Vater Karsten, bis diese sie mit zu den verschiedensten Werbecastings mitnahmen. Mit Erfolg. Und bald war sie auch im Kino zu sehen – unter anderem neben Robert Redford im Drama «Der Pferdeflüsterer». Während Scarlett als Schauspielerin durchstartete, verdiente sie sich nebenbei immer was dazu mit lukrativen Werbedeals. Eine Nebenerscheinung davon liess sie in Los Angeles fast mal einen Unfall bauen. «Plötzlich sah ich mich riesengross auf einem Werbeplakat von Calvin Klein an einer Fassade hängen. Ich schrie laut und machte eine Vollbremsung», erinnert sich die Schauspielerin. «Es war wirklich befremdlich, mein Dekolleté in der Grösse eines Brontosauriers zu sehen. Mein Gott, meine Brüste waren riesig.» In diesem Moment wurde ihr das Ausmass ihrer Berühmtheit erstmals so richtig be-

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JIL SANDER Das Comeback

Die «Queen of less» kehrte Anfang dieses Jahres überraschend zur Jil Sander Group zurück. Als Creative Director trat sie am 27. Februar die Nachfolge von Raf Simons an. Der geht zu Dior. Man sagt, dass er bereits mit seiner zuletzt präsentierten Jil-Sander-Kollektion dem Hause Dior schöne Augen machen wollte.

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Text: Valeska Jansen, Fotos: Jil Sander

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il Sander war immer bekannt für Minimalismus, klare Linien und einen lässigen Chic. Als sie 1968 in Hamburg ihr Unternehmen gründete, hob sie sich genau wegen ihres Purismus von ihren Modeschöpfer-Kollegen ab. Thierry Mugler entwarf sexy Mode, Claude Montana setzte auf Opulenz und Vivienne Westwood liess ihre Models in Punk-Kluft über den Catwalk laufen. Doch der Beginn des Weges war steinern. In Paris liess man Jil Sander, die Königin der Kaschmirmäntel und simplen weissen Blusen, auflaufen. Ihre erste Schau wurde von der französischen Presse verrissen. Grund für Sander, der französischen Modemetropole den Rücken zu kehren und nach Mailand weiterzuziehen. 1976 schaffte sie dann von dort aus auch mit dem sogenannten Zwiebellook den internationalen Durchbruch. Hochwertige Stoffe, verarbeitet zu vielen untereinander kombinierbaren Einzelteilen fanden besonders Anklang bei

berufstätigen Karrierefrauen. Zusätzlich entwarf sie in Zusammenarbeit mit dem Kosmetikkonzern Lancaster (seit 1996 Coty) eine eigene Duft- und Pflegelinie, mit grossem Erfolg. Die DuftLizenz und damit verbundene Werbekampagnen ermöglichten der kühlen Deutschen die Expansion ihres Unternehmens. 1989 wandelte sie ihre GmbH in eine Aktiengesellschaft um und führte sie als eines der ersten Modeunternehmen an die Frankfurter Börse. Sander war ihrer Zeit mit ihren simplen und schlichten Entwürfen um zehn Jahre voraus. Denn nach den üppigen 1980er Jahren folgten in den 90ern dezente und androgyne Modelinien. Auch da blieb sie sich treu und schickte ihre Models in hauchzarten, dennoch sehr schlichten Modellen über den Laufsteg. «Jil Sander is hot, Armani not», hiess es von nun an. Besonders der asiatische Markt war hot auf Jil-Sander-Mode und die Verkaufszahlen stiegen immer höher.

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«Ein Kleid ist perfekt, wenn man nichts mehr weglassen kann – eine Rede auch!»

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© Getty Images

«Ich weiss immer genau, worauf es ankommt.»

Doch genau dieser Erfolgsmarkt sollte plötzlich einbrechen. Mit der grossen Nikkei-Börsenkrise 1990 ging es auch der Jil Sander AG nicht mehr so gut wie in den goldenen Jahren zuvor. Immerhin war dort die Exportquote um über 52 Prozent gestiegen. Im Jahr 1999 machte Jil Sander mit 450 Mitarbeitern einen Umsatz von circa 220 Millionen Mark für Kleidung. Hinzu kamen weitere 120 Millionen Mark für Kosmetik.

nach einem Jahr ihren Job hin. Der belgische Herrenmode-Designer Raf Simons wurde zum Chefdesigner aller Kollektionen ernannt. Doch Bertelli gelang es nicht, das Unternehmen Jil Sander lukrativ auf Kurs zu bringen. Für das Geschäftsjahr 2004 verzeichnete er einen Verlust von 29,6 Millionen Euro. 2006 verkaufte Prada seine Tochtergesellschaft an den britischen Finanzinvestor Change Capital Partners mit Sitz in London. Konkrete Zahlen wurden nicht bekannt gegeben, aber es wird geschätzt, dass die Übernahme circa 120 Millionen Euro gekostet hat. Change Capital Partners übernahm nicht nur die Marke Jil Sander, sondern auch die Chefetage und den leitenden Designer Simons. Ihm gelang es auch, dem schlichten Look der einstigen Gründerin ein erfolgreiches Comeback zu bescheren. Trotz steigender Umsatzzahlen verkaufte der britische Besitzer bereits zwei Jahre später, 2008, erneut. Für 167 Millionen Euro übernahmen die japanische Firma Onward Holdings Co. Ltd und deren europäische Tochtergesellschaft Gibo Co. SpA. Dieses Jahr nun die grosse Überraschung: Raf Simons ging angeblich einvernehmlich auf den 27. Februar. So konnte am 28. Februar die Queen des Minimalismus als Creative Director ihr Comeback feiern. «Es fühlt sich so an, als würde ich nach einer kurzen Reise wieder nach Hause kommen», liess Jil Sander über ihre Agentur mitteilen. Und ja, Raf Simons ist Nachfolger von Enfant terrible John Galliano geworden …

Trotzdem verkaufte sie überraschend im selben Jahr 75 Prozent der Stammaktien und 15 Prozent der stimmrechtlosen Vorzugsaktien an den italienischen Prada-Konzern. Sie behielt die restlichen 25 Prozent der Stammaktien und blieb Vorstandsvorsitzende. Prada-Chef Patrizio Bertelli sagte damals der Presse: «Als sie unterschrieb, dachte ich: Mein Gott, jetzt fällt sie gleich in Ohnmacht!» Jil Sander ihrerseits sagte den Journalisten: «Kopf hoch, Schultern gerade, Blick nach vorn.» Bertelli, der einen Ruf als herrischer Despot hat, und die zierliche Sander hielten es nicht lange zusammen aus. Bereits nach einem Jahr Zusammenarbeit wollte sie nicht mehr und verliess das Unternehmen. Doch schon drei Jahre später, 2003, kam sie zurück und übernahm die Position der Chefdesignerin. Es ging wieder nicht gut zwischen dem Prada-Boss und ihr, und erneut schmiss sie

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SONNEN BRILLEN sind das wichtigste Accessoire im Sommer Schick m端ssen sie sein und sch端tzen sollen sie. Die Sonnenbrillen 2012 sind sportlich, extravagant gross, bunt oder schlicht. Erlaubt ist dieses Jahr alles!

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PRADA

DOLCE&GABBANA

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CHANEL

GLORYFY

XRAY

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H E R E COMES THE SUN

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ald feiert die Mode das Comeback der leichten, filigranen Brillen. Langsam, aber stetig verlieren die massiven Nerd-Gestelle an Gewicht und werden mit kleineren runden oder feingliedrigen randlosen Modellen getauscht. Silhouette gehört zu den Unternehmen erster Stunde, die auf randloses Brillendesign setzten. Leichtigkeit, Tragekomfort und das Sehen ohne störende Ränder standen damals und bis heute im Vordergrund des Designprozesses. Auch die neue Kollektion SUN 2012 hat sich diesen Attributen verpflichtet und den massiven, schweren Modellen damit so einiges gegenüberzustellen. Materialien wie High Tech Titan oder das hochwertige Brillenmaterial SPX machen die Sonnenbrillen zu eleganten Begleitern, die so leicht sind, dass man sie beim Tragen fast vergisst. Polarisierende Gläser eliminieren störende Reflexionen, die beispielsweise in Wassernähe entstehen, und bieten Schutz vor den Schattenseiten der Sonne. Zudem können die Brillen, die bis zu 80 Prozent von Hand gefertigt werden, mit elaboriertem Linsensystem oder optischer Verglasung an die individuellen Bedürfnisse ihrer Träger angepasst werden. Die Silhouette Brillen stehen damit zwar für den Trend der zarten und filigranen Gestelle, haben es selbst aber faustdick hinter den Ohren! www.silhouette.com

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ERES DER KÖRPERKUNSTLER Valérie Delafosse über Bademode

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Die Marke Eres ist besonders für ihre aussergewöhnliche Bademode bekannt. Seit über 40 Jahren gibt Eres den Trend auf dem Bademoden- und DessousMarkt an. Schlichte Konturen, klare Linien und extravagante Details sind das Markenzeichen von Eres.

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von Valeska Jansen

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ie verwendeten Stoffe sind hauchzart, auch bei den Badeanzügen und Bikinis. Hier sind sie aber niemals transparent, selbst ohne Unterfütterung. Valérie Delafosse, Chefdesignerin im Headquarter in Paris, ist besonders stolz auf die verwendeten Bademoden-Materialien. Federleicht und hauchzart umschmeicheln sie nicht nur die Silhouette, sie formen unsichtbar. Eres möchte mit seinen Kreationen den Körper auf natürliche Art und Weise schmücken, ohne ihn zu überladen. Die Persönlichkeit der Trägerin soll markant unterstrichen werden. Wir trafen Valérie Delafosse im Eres-Showroom in Paris zum Exklusiv-Interview über Bademoden:

PRESTIGE: Was gibt es Neues bei den Eres-Bademoden 2012? Valérie Delafosse: Diese Saison war meine Inspiration der Orient. Dementsprechend würde ich als Erstes die Basisfarben meiner neuen Kollektion nennen, es sind alles Wüstenfarben. Gemixt mit den Farben exotischer Edelsteine. Auf der einen Seite 1001 Nacht und auf der anderen Seite die Juwelen Elizabeth Taylors. Sie war einer meiner Lieblingsstars und ihr Film «Cleopatra» begeistert mich noch heute. Diese Kollektion ist sehr grafisch mit starken Farben, vielleicht meine persönlichste Kollektion bis jetzt.

Gibt es neue Materialien? Ja, es gibt ein neues Material mit Namen Torpedo. Wir haben es selber entwickelt. Es ist wie ein feines strukturiertes VichyKaro-Muster, sehr zart und extrem schnell trocknend. Der Name ist inspiriert von der Motorwelt, vom Interieur exklusiver Oldtimer.

Was ist bei den Stoffen für Bademoden besonders wichtig? Das Wichtigste ist für mich immer, dass die weibliche Silhouette schön geformt wird. Wer einmal einen Eres-Badeanzug getragen hat, spürt den Unterschied: Der Körper wird gestützt und auch geformt. Problemzonen können kaschiert werden. Man fühlt sich schlanker, aber trotzdem nicht eingeengt.

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Haben Sie Tipps, wie man Problemzonen kaschiert? Kurze Beine: Tragen Sie keine Badeanzüge oder Bikini-Unterteile mit angeschnittenem Bein. Das verkürzt die Beine optisch. Besser ist ein leicht ausgeschnittener Beinausschnitt, aber nicht wie bei «Baywatch» bis zur Taille hochgezogen. Kurzer Oberkörper: Auf alle Fälle ist hier ein Zweiteiler vorteilhafter als ein Einteiler. Die sichtbare Haut zwischen Oberteil und Hose verlängert optisch.

«GRAFISCHE MUSTER UND DRAPIERUNGEN IM OBERTEIL MOGELN OPTISCH MEHR BRUST.»

Langer Oberkörper: Hier sind Bandeau-Oberteile besonders vorteilhaft. Bauch: Hier sind Einteiler mit einer optisch nach unten versetzten Taillenlinie sehr vorteilhaft. Auch Unterteilungen in verschiedene Farben für oben und unten lenken optisch ab. Grosse Brust: Hier ist meist ein Badeanzug vorteilhafter als ein Bikini. Und wenn Bikini, dann ist es wichtig, dass die untere Partie des Oberteils tief genug unter der Brust liegt. Sonst ergibt sich ein Spalt zwischen Oberbauch und dem Übergang zur Brust. Kleine Brust: Grafische Muster und Drapierungen im Oberteil mogeln optisch mehr Brust.

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Was ist beim Designen von Bademoden die grösste Herausforderung? Jedes Jahr ein neues Material zu kreieren und mit ihm die perfekte Passform zu finden. Jedes Material verhält sich anders, und das muss bei der Schnittführung jedes Mal neu berechnet und getestet werden.

Wie sexy darf Bademode sein? Das kommt immer auf jede Einzelne an. Man sieht immer so sexy aus, wie man sich fühlt. Es gibt so viele unterschiedliche Frauen auf dieser Welt. Aber ich würde vielleicht Einschränkungen machen in Bezug auf das Alter und die Figur. Natürlich finde ich einen Ausschnitt vom Hals bis zum Bauchnabel nicht unbedingt attraktiv. Aber grundsätzlich hängt die Sexyness von der persönlichen inneren Einstellung ab.

Das perfekte Pool-Strand-Outfit? Als Erstes ist ein Kopfschutz wie Basecap, Sonnenhut oder Bananaband wichtig. Ich entwerfe jedes Jahr einen Kopfschutz passend zur Kollektion. Dieses Jahr ist es ein Turban. Der perfekte Badeanzug oder Bikini, natürlich. Und Sandalen. Diese Saison habe ich Sandalen passend zur Kollektion entworfen, in den gleichen Farben. Dieses Jahr haben wir zusätzlich ein Nagellackset farblich passend zusammen mit Chanel entwickelt.

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DER VERFECHTER DER GLÜHBIRNE AUF HOHEN SOHLEN 46


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Lammfellstiefel im Sommer? Ja, aber bitte nur das Original von UGG Australia. Doch das australische Label kann noch viel mehr, als rustikale Accessoires zu entwerfen: Der UGG Australia-Sommer wird hot! Plateau-Highheels, Wedges und Sandalen komplettieren das Sommer-Outfit. Passend zu jeder Gelegenheit. von Valeska Jansen

Z

vereinen sich perfekt mit einer Jeans, dem luftigen Sommerkleid und sogar der eleganten Abendgarderobe. Der Plateau-Highheel «Cynthia» und die Clutch «Cynthia» sind echte Allrounder für einen ganzen Sommer, zusammen oder einzeln getragen.

u den klassischen Materialien gesellen sich nun auch exotische: Lachsleder, Rochenleder und geprägtes Kalbsleder in Straussenleder-Optik vereinen sich mit feinstem italienischen Kalbsleder und Lammleder. Geschmückt mit Details aus Metall und gewaschenem Canvas. Charakteristisch für alle neuen Modelle sind Absätze aus edlem Rosenholz.

Wem diese Highheels-Absatzhöhe doch zu hoch sein sollte, der kann sich über die Modelle «Gjelina», «Anetea» und «Onorina» mit einer Absatzhöhe von 10 Zentimeter freuen. «Gjelina» interpretiert die klassische italienische Eleganz einer Highheels-Sandalette mit Knöchelriemchen. Das Material ist exklusiv: Lachsleder kombiniert mit polierten Metallnieten und einem Absatz aus dem charakteristischen Santos-Palisander. Die Farben sind klassisch: «Sand» oder «Schwarz».

Nach der erfolgreichen Lancierung der exklusiven UGG Collection im Herbst 2011, ist nun die erste Frühlingskollektion der handgemachten Schuhe aus Italien da. Das Modell «Antonia», aus geflochtenem Kalbsleder mit weichem Lammleder abgefüttert und modischen Beschlägen aus gebürstetem Metall passt sich mit seiner Farbe «Smoke» wie ein Chamäleon den aktuellen Sommer-Fashion-Farben an.

«Anetea» und «Onorina» sind die beiden einzigen Stiefelmodelle der Frühjahr/Sommer-Kollektion. Als knöchelhohe Peeptoes sind sie neu in zwei unterschiedlichen Materialverarbeitungen erhältlich: entweder aus perforiertem Lammleder in Spitzen-Optik in der Farbe «Sand» oder aus verwobenem Lammleder in der Farbe «Cuio», einem hellen Cognacbraun.

Das sexy Modell «Marcella» verführt mit in Straussenleder-Optik geprägtem Leder und seinem lederummantelten Plateau in den Farben «Brandy» und «Asphalt». Das Modell «Gemma» präsentiert sich in elegantem Schwarz mit stromlinienförmigen Riemchen aus Rochenleder.

Zu den neuen Schuhmodellen gibt es auch die passende Handtasche. Farben, Materialstrukturen und Stil sind der Schuhkollektion angepasst und bieten für jeden Geschmack etwas. Für alle Liebhaber grosser Taschen bieten die «Gemma Tote» in Schwarz und die «Amara Tote» in Schwarz genügend Stauraum. Die klassische «Clutch Box Collection» ergänzt nun das Modell «Marcella» aus geprägtem Leder in Straussenleder-Optik in den Farben «Asphalt» und «Brandy». Für den lässigen Look wurde das Modell «Gabriella Mini Crossbody» in der Farbe Schwarz aus gewaschenem Canvas im Used Look hinzugefügt. Griff, Verschluss und Riemen sind aus Leder, kombiniert mit Einlegearbeiten aus wertvollem Lachsleder.

Ein besonderes Highlight sind die Plateau-Highheels «Cynthia» und die dazu passende Clutch. Hier wurde feinstes italienisches Kalbsleder von Hand verwoben und mit filigran geschnittenen Schmetterlingen verziert. Ein Schuh, passend zu jeder Gelegenheit, komplettiert durch die extravagante Tasche aus dem gleichen Material. Die Highheels bieten höchsten Tragekomfort, trotz einer Absatzhöhe von 13 Zentimeter. Dank der Innensohle aus gewaschenem weichen Canvas und einer feinen Mittelsohle aus Leder wird ein perfekter Tragekomfort garantiert Feine Lederfransen umschmeicheln den Fuss und zarte Blütenblätter verzieren den Umschlag der butterweichen Clutch. Das dunkle Beige kann geschickt mit allen Farben der Sommermode kombiniert werden. Die raffinierte Verarbeitung und der sexy Look

Die neuen Frühjahr/Sommer-Modelle von UGG Australia sind die perfekten Begleiter für Freizeit und Business. Sie komplettieren jedes Outfit und setzen dabei immer einen sexy Akzent! www.uggaustralia.com

Für einen sexy Sommer

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Diesen Sommer ist Farbe total angesagt. Knappe Bikini-Oberteile sind out und Glitzersteinchen ein absolutes No-go. Grafische Muster, Fantasie-Blütenmuster und schlichte Streifen im Marine-Look geben in diesem Sommer den Ton an.

SPORTLICH

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präsentiert sich die Bademode 2012

FEMININ

HERMÈS

ODER


TRIUMPH

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MARYAN MEHLHORN

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MARYAN MEHLHORN

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KOLUMNE

EIN RENDEZ-VOUS MIT SECHS SINNEN WIE WIR UNS STÄNDIG BEEINFLUSSEN von Gabriel Palacios, «Gedankenleser»

W

ieder mal stehen Sie vor Ihrem Spiegel

Leider vergessen wir dabei meist, dass unsere Verabredung –

und denken darüber nach, was Sie wohl

wie wir auch – nicht nur fünf, sondern sechs Sinne hat. Und

für die Verabredung anziehen sollen.

dieser sechste Sinn ist knallhart. Er ist der Sinn, der beurteilt,

Eher klassisch schwarz oder verführe-

ob Sie heute Abend echt sind oder ob Sie sich künstlich ver-

risch rot? Was Sie nicht wissen, ist, dass

halten. Ob Sie authentisch sind. Er beurteilt, ob Sie überhaupt

Ihr Unterbewusstsein in diesem Moment auf Hochtouren ar-

zu Ihrem Gegenüber passen – sei es in privater oder beruf-

beitet. Es versucht herauszufinden, was zu Ihrer Verabredung,

licher Angelegenheit. Und er allein ist der Sinn, der nach der

der Lokalität und der Person, die Sie treffen, passen könnte.

Verabredung eine Bewertung abgibt. Die Rede ist vom Unter-

Sie wollen Ihrem Gegenüber auf der Ebene aller fünf Sinne

bewusstsein. Denn all die Wahrnehmungen, die Ihr Gegenüber

gerecht werden. Optisch versuchen Sie, durch Kleidung zu

nicht bewusst aufnehmen kann, werden unterbewusst wahr-

punkten. Auditiv versuchen Sie, sich durch eine angemesse-

genommen. So auch Gesten, Gesichtsausdrücke und be-

ne Sprache Vorsprung zu verschaffen; sprich, Sie passen die

stimmte Sprachmuster. So kann das Unterbewusstsein Ihres

Sprachqualität dem Gegenüber an. Den Geruchssinn Ihrer

Gegenübers beispielsweise Unsicherheit wahrnehmen. Oder

Verabredung versuchen Sie durch ein möglichst passendes

Misstrauen. Oder auch Unehrlichkeit.

Parfum zu betören. Durch gezielte Berührungen sowie auch durch die passende Form der Begrüssung sind Sie sogar auf

Entscheidend ist, dass Sie auf Ihr Gegenüber authentisch wir-

der Ebene des Tastsinnes präsent. Und durch ein wundervol-

ken. Sie müssen Sie selbst sein. Und Sie müssen diese Echt-

les, exquisites Abendessen beeinflussen Sie selbst den Ge-

heit durchs ganze Band hinweg durchziehen. Es fängt bei der

schmackssinn Ihres Gegenübers. Meist nehmen wir es nicht

Kleidung an: Versuchen Sie, sich passend zu kleiden, aber

mal bewusst wahr. Tatsache ist aber, dass wir unser Visavis

bleiben Sie immer noch Sie selbst. Tragen Sie den Duft, mit

ständig auf allen Ebenen unserer Sinne positiv zu beeinflussen

dem Sie sich am wohlsten fühlen. Und bestellen Sie ein Essen

versuchen. Unser Bewusstsein wie auch unser Unterbewusst-

von der Karte, das Ihnen und nicht Ihrem Gegenüber gefällt.

sein spricht am liebsten mittels Bildern. Wenn wir uns also

Letztendlich müssen Sie es ja selbst essen.

ein Bild der kommenden Verabredung machen, so versucht unser Unterbewusstsein, dieses Bild anhand bestehender Er-

Die Schwierigkeit, insbesondere wenn Ihr Gegenüber das

fahrungswerte zu kreieren. Unterbewusst versuchen wir, die-

pure Gegenteil von Ihnen ist, liegt darin, den Spagat zwischen

sem Bild auch gerecht zu werden. Am einfachsten – und dies

Ihnen und Ihrem Gegenüber hinzukriegen. Sollte nun mal Ihre

ist meist auch der erste Schritt – versuchen wir, dem Bild auf

Verabredung der reinste Kontrast zu Ihnen sein, so macht es

optischer Ebene entgegenzukommen, indem wir uns hübsch

durchaus Sinn, sich über die verbale wie nonverbale Sprache

machen. Durch passende Kleidung. Durch neue Strähnchen

auf Ihr Gegenüber einzulassen. Denn letztendlich wollen wir

im Haar. Und durch das Tragen teuren Schmucks.

alle nur eines: verstanden werden.

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CULINARIUM

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CULINARIUM

Süsse Leckereien Ein Streifzug von Indien bis Brüssel

Kleine Sünden, so sagen Philosophen, sind gut für die Seele. Trotz aller Risiken für Zähne und Taille macht kaum etwas so glücklich wie ein verführerisches Dessert.

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CULINARIUM

«DAS LEBEN IST KURZ, ISS DEN NACHTISCH ZUERST.»

von Yvonne Beck

W

as, wie und wann Menschen essen, wo und wie sie ihre Nahrung zubereiten, welchen kulinarischen Ritualen sie folgen – all das sagt viel über einen Ort und seine Bewohner aus. Auch die Lust auf Süsses steckt tief in den Menschen – egal ob in Indien oder Belgien. Weltweit legen sich geniale Konditoren ins Zeug, um sie zu stillen. Der Genuss ist ungleich grösser, wenn die süssen Kreationen die besonderen Aromen der Region in sich tragen.

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CULINARIUM

MUMBAI Indische Eiscreme Tagsüber ist es relativ ruhig am Chowpatty Beach, einem Sandstreifen zwischen dem Arabischen Meer und dem belebten Marine Drive, der in Mumbais überfülltes Zentrum führt. Nur ein paar Grüppchen aalen sich im Sand oder suchen unter Palmen Schutz vor der Sonne. Aber wenn es dunkel wird, erwacht der Strand zum Leben. Abends an Mumbais populärstem Strand macht die beschwingte Atmosphäre Lust auf süsses, eiskaltes «klufi». Sobald an den mobilen Strassenständen die Lichter angehen, drängen schon Kunden nach heissen Snacks wie «bhelpuri» (Reis mit Kartoffeln in Tamarindensauce) oder süssem «klufi». Die unglaublich cremige indische Version von Eis am Stiel besteht aus eingekochter Milch und gesüsster Kondensmilch, die mit Kardamom, Safran, Pista-zien, Zimtapfel, Vanille, Rosen, Schokolade, Bananen oder auch Mangos aromatisiert werden. Traditionell wird «klufi» in einem mit Salz und Eis gefüllten Tontopf namens «matka» gerührt. Der poröse Ton unterstützt das Gefrieren der Milch. Heute übernimmt das meiste jedoch eine Eismaschine. Auf der Landseite des Marine Drive bilden sich Schlangen vor dem New Kulfi Centre, das trotz des Namens schon seit fast 50 Jahren das beste «klufi» von Mumbai produziert. Wer die Qual der Wahl unter den vielen Sorten hinter sich hat, geniesst es am Strand.

NEW YORK Süsse Zeiten in New York Von Cookies über Cupcakes bis zu Cannoli – im Big Apple besteht keine Gefahr der Unterzuckerung. Nirgendwo können Schleckermäuler ihrem Laster so ungehemmt zu jeder Tages- und Nachtzeit frönen wie in New York City. Ob hamburgergrosse Chocolate Chip Walnut Cookies oder noch ofenwarmer Cheesecake – es lohnt sich, ab und an mal eine Pause einzulegen und sich am Dessertparadies zu laben. Besonders bemerkenswert: der Hauch von Sizilien mitten in New York. Zwar schrumpft die Enklave Little Italy in Manhattan seit Jahren, aber trotzdem gibt es in New York immer noch die sahnigsten, knusprigsten Cannoli ausserhalb Siziliens. Die grossen goldbraun frittierten Teigrollen haben eine leckere, süsse Ricottafüllung, die manche Konditoreien noch mit gehackten Pistazien, Schokosplittern oder kandierten Zitrusfrüchten veredeln. Am wichtigsten ist, dass die Rollen erst in letzter Minute gefüllt und dann sofort gegessen werden. In Greenwich Village ist Rocco’s Pastry Shop & Espresso Café die ideale Anlaufstelle für köstliche Cannoli. Noch italienischer als in Little Italy geht es in der Bronx zu, wo die Madonia Brother Bakery in der Arthur Avenue die krossen Röllchen in Sekundenschnelle füllt, bevor sie ebenso schnell verputzt werden.

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CULINARIUM

«DIE EHE IST EINE LANGE MAHLZEIT, DIE MIT DEM DESSERT BEGINNT.» Henri de Toulouse-Lautrec

HONGKONG Teatime in Hongkong In vielen fernen Gebieten, die sich längst von der britischen Kolonialherrschaft befreit haben, hat ein Relikt aus dieser Zeit überlebt: der Nachmittagstee. Vor allem die Exilbriten hängen an diesem Ritual, das mit Zuckerzange, Tortenplatte, Spitzendeckchen, Teesieb, Sandwiches, Scones und feinem Gebäck zelebriert wird. Das führte in Hongkong, trotz dessen Übergabe 1997 an China, zu einem überraschenden Geschäft: Die Briten verkauften Tee nach China! Das aus Kolonialzeiten stammende Peninsula Hotel Kowloon hält seit 1928 an der Teezeremonie fest: In der prächtigen klassizistischen, in Beige und Gold eingerichteten Lobby mischen sich Gesprächsfetzen mit den Klängen des Streichquartetts auf der Empore und dem Klirren der Teelöffel aus den feinen Tassen aus chinesischem Porzellan. Der Nachmittagstee im Peninsula Hotel ist so beliebt, dass er täglich von 14 bis 19 Uhr serviert wird. Queen Victorias Freundin Anna, Duchess of Bedford, soll den Afternoon Tea erfunden haben. Tee als Getränk war den Engländern schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts heilig, aber sie machten daraus eine Mahlzeit, die die Lücke zwischen dem Mittagessen und dem damals beliebten späten Dinner füllte. Bei der Teezubereitung setzte sie sehr hohe Standards, die bis heute gelten. Teebeutel sind verpönt, der Tee wird aus losen Blättern aufgegossen. Dafür die Teekanne mit kochendem Wasser vorwärmen, Wasser ausgiessen und die Teeblätter – einen Teelöffel pro Tasse plus einen für die Kanne – hineingeben. Mit frischem, kochendem Wasser auffüllen und je nach Teesorte drei bis vier Minuten ziehen lassen. In Porzellantassen servieren, denn daraus schmeckt Tee besonders gut. Nach Geschmack Zucker und Milch zugeben.

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CULINARIUM

KADIKÖY Süsse türkische Verführer Auf der asiatischen Seite des Bosporus, gegenüber so berühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Topkapi-Palast und dem Goldenen Horn, liegt Kadiköy. Hier ist die Atmosphäre spürbar anders als in den europäischen Teilen Istanbuls. Seit Jahrhunderten passieren Waren und Reisende aus Nord, Süd und West im Hafen von Kadiköy die Grenze nach Anatolien. Das Ufer ist gesäumt von modernen Bauten und Coffee Shops verschiedener Ketten, aber nur einen Block landeinwärts beginnt der bunte Trubel des Basars. Hier warten die berühmten Konditoreien und Süsswarenläden mit ihrem betörenden Angebot an Bonbons, Konfekt und Gebäck, das in seiner Vielfalt dem Basar alle Ehre macht. Zwischen Morgengrauen und acht Uhr stärken sich Verkäufer wie Kunden erst einmal mit Kaffee, çay, Kuchen, Keksen und den türkischen Geleewürfeln lokum von Baylan, Beyaz Fιrιn, Hacι bekir und Şekerci Cafer Erol. Schon seit Generationen stillen diese alteingesessenen Geschäfte die Lust auf Süsses. Nach diesem Auftakt stürzen sich dann alle voller Elan ins Getümmel und preisen ihre Waren an. Tee und Gebäck verkauft das 1934 von Griechen gegründete Baylan, wohin Schauspieler, Dichter und Schriftsteller Istanbuls in den 1960er und 70er Jahren pilgerten. Stammgäste erzählen gerne bei einem çay von diesen goldenen Zeiten und vernaschen dabei einen Cup Griye aus Eiscreme, Sahne, Karamellsauce, Pistazien und Mandeln.

ROM – SIZILIEN Ob an der Küste oder im kargen Hinterland, in den pasticcerie der Insel Sizilien spielen Marzipankreationen stets die Hauptrolle. In den Schaufenstern der Konditoreien locken Berge von Aprikosen und Kaktusfeigen neben Körben mit prallen Erdbeeren und Pfirsichen. Alle Früchte sehen absolut frisch aus. Aber sie sind aus süssem Marzipan, das hier pasta reale heisst. Die Mandelmasse soll arabische Ursprünge haben; jedenfalls gehört sie zu dem reichen kulinarischen Erbe, das der zweihundertjährige arabische Einfluss auf der Insel hinterlassen hat. Alle sizilianischen Festtage werden mit einer Marzipanspezialität gefeiert: An Ostern gibt es das agnello pasquale, das Osterlamm, an Geburtstagen und anderen Feiertagen frutta martorana, die besagten Marzipanfrüchte. Die Marzipanfrüchte wurden erstmals im Kloster Martorana in Palermo hergestellt. Anlässlich eines Besuchs des Erzbischofs formten Nonnen Früchte aus Marzipan, wahrscheinlich Zitronen und Orangen, und dekorierten damit die bereits abgeernteten Bäume. Heute fabrizieren die Konditoreien Alba und Caflish in Palermo die schönen Früchte. Eingeschworene Marzipanfans besuchen die Barockstadt Noto in den Hügeln südlich von Siracusa, um sich bei Carlo und Corrado Assenza im Caffè Sicilia einzudecken.

Eis in Rom – Marzipan auf Sizilien Die Römer sind stolz auf ihr «gelato», ihr Eis, das nur dann ein perfekter Genuss ist, wenn ausser der Qualität auch folgende drei Faktoren stimmen: Das Waffelhörnchen muss knusprig sein, das Sahnehäubchen nur leicht süss und nicht zu steif und der gelataio muss sein Geschäft verstehen und die Eiscreme mit einem Spachtel aufrühren, bevor er sie als weichen Berg auf die Waffel türmt. Die Eisdielen haben ganzjährig geöffnet, aber am grössten ist das Eisvergnügen in Rom von April bis Mitte Oktober. Von Mai bis September haben die halbgefrorenen granita und grattachecca Hochsaison.

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CULINARIUM

BRÜSSEL – MONTÉLIMAR Schokolade aus Brüssel und Nougat aus Montélimar Die belgische Hauptstadt ist mit Hunderten von Top-Chocolatiers gesegnet. Sie verkaufen die reinste, edelste Schokolade der Welt. Ultimativen, puren Genuss verspricht Pierre Marcolinis elegantes Geschäft auf der hübschen Place du Grand Sablon. Die appetitlichen Pralinen wirken in den Vitrinen wie kostbare Juwelen. Pierre Marcolini gehört zu den renommiertesten Chocolatiers Belgiens, seine luxuriösen Kreationen vermarktet er mittlerweile weltweit. Aber auch die Konkurrenz ist nicht zu verachten. Das kleine Lädchen von Mary in der Rue Royale beliefert gar das belgische Königshaus. Des Weiteren gibt es noch Godiva, Corné Port-Royal und natürlich Neuhaus, dessen Gründer Jean Neuhaus 1912 die Praline erfand. Überall füllt weiss behandschuhtes Personal die «ballotins» genannten Schachteln mit Hausspezialitäten, von denen Trüffel, weisse Pralinen mit Sahne-Canache, Mandelmarzipan und in dunkle Schokolade getauchte kandierte Orangenstäbchen nur eine kleine Auswahl sind. Ein Stück frisch hergestelltes Nougat, das einst als Speise der Götter galt, ist auch heute noch ein himmlisches Vergnügen. Das Zirpen der Zikaden und der intensive Duft von Lavendel, der in dieser Ecke der Provence wild wuchert, empfangen den Besucher in Montélimar, der Welthauptstadt des Nougats südlich von Valence. An der Hauptstrasse drängen sich die Läden und Werkstätten von Nougatiers, die eine jahrhundertealte Tradition aufrechterhalten und Eiweiss, Zucker, Honig, Mandeln und Pistazien in Nougat de Montélimar verwandeln. Um die Bezeichnung tragen zu dürfen, muss das Produkt 28 Prozent heimischen Lavendelhonig, 30 Prozent Mandeln und zwei Prozent sizilianische Pistazien enthalten. Die Römer der Antike opferten ihren Göttern einst eine Art Nusskuchen namens «nux gatum», und bis heute ist Nougat ein Geschenk für besondere Anlässe. Welches dank Honig und Nüssen so richtig nach Provence schmeckt.

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Küchen für PersönlichKeiten Die Marke WarenDorf unterstreicht einmal mehr, dass sie sich als architekt von wohnlichen Küchenwelten versteht. Küchen für Kenner und Könner. Das Designkonzept der WarenDorf Küchen ermöglicht eine Zusammenstellung der Küchenwohneinrichtung, abgestimmt auf den persönlichen Lebensstil. erfahren Sie mehr unter www.warendorf-kuechen.ch und besuchen Sie unseren flagship Store an der Hardturmstrasse 135 in Zürich.


SHORT CUTS

SHORT

CUTS

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Kuriose Delikatessen Vergorener Hering in Dosen

Milbenkäse

«Surströmming» ist schwedisch, heisst so viel wie «saurer Hering» und stinkt wie kaum ein anderes Lebensmittel der Welt. Es handelt sich dabei um vergorenen Fisch. Dazu werden nach schwedischer Tradition im Frühjahr Strömlinge (Heringe) gefangen und in grossen Fässern in einer Salzlake eingelagert. Dort vergärt die Mischung und es bilden sich übelriechende Milch- und Aminosäuren. Einen Monat vor dem Verkauf werden die Fische zusammen mit einem Teil der Lake in Konserven gefüllt und verschlossen. Im August ist der Gärungsprozess abgeschlossen und der «Surströmming» kann gegessen werden. Achtung: Da sich während dieses Prozesses Gase gebildet haben, steht die Dose unter hohem Druck und sollte unter Wasser geöffnet werden.

Auch in Deutschland finden sich kulinarische Kuriositäten. Wie zum Beispiel der Milbenkäse. Dieser besteht aus Magerquark, der in einer Holzkiste, gefüllt mit Roggen und Milben, reift. Dazu wird der Quark getrocknet und in kleine Stangen oder Kugeln geformt. Der Roggen in der Kiste dient als Nahrung für die Milben, damit diese den Käse selbst nicht zu stark abfressen. Durch die Milben bekommt der Käse einen sehr würzigen Geschmack und gilt als Delikatesse. In dieser Form hält sich der Käse bis zu 30 Jahre lang. Vor dem Verzehr werden die Milben nur grob abgeklopft. Was hängen bleibt, wird mitgegessen.

Verrotteter Hai Bei der isländischen Spezialität «Hákarl» handelt es sich um fermentiertes, also gegärtes, Fleisch des Grönlandhais. Dieser besitzt im Gegensatz zu den meisten anderen Lebewesen keine Nieren. Dadurch lagert er die Giftstoffe im Fleisch ab, die beim Stoffwechsel entstehen, zum Beispiel Ammoniak. Frisches Grönlandhai-Fleisch wäre somit für den Menschen hochgiftig. Vor dem Verzehr müssen die Giftstoffe aus dem Fleisch entfernt werden. Dazu werden grosse Fleischstücke in einer Holzkiste aufbewahrt. Durch Löcher in dieser Kiste können die Giftstoffe herauslaufen – das Fleisch gärt. So rottet das Fleisch zwischen sechs Wochen und drei Monaten (je nach Jahreszeit) und ist nach dieser Zeit schadstofffrei. Bevor man es jedoch isst, wird es in einer Hütte etwa vier Monate getrocknet. «Hákarl» isst man ohne seine braune Kruste und in kleine Würfel geschnitten. Dazu wird viel isländischer Schnaps serviert.

Stinkefrucht «Durian» gilt als die Königin der tropischen Früchte. Der Geschmack der südostasiatischen Frucht soll einem buttrigen Pudding gleichen, doch das Fruchtfleisch der «Durian» stinkt nach faulen Eiern oder Limburger Käse. Einheimischen läuft bei diesem speziellen Geruch eher das Wasser im Munde zusammen. Trotzdem gilt in den meisten öffentlichen Gebäuden in Singapur und anderen südostasiatischen Staaten «Durian»-Verbot. Wer dort in einem Hotelzimmer eine verzehrt, darf meistens das Zimmer noch eine Woche länger bezahlen, da der Geruch sich in den Textilien festsetzt.

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Die echte Schweizer Küche

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CULINARIUM

JE EINFACHER, DESTO BESSER Eine alpin-mediterrane K端che

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CULINARIUM

«MEINE KÜCHE IST EHRLICH UND PRODUKTORIENTIERT. BEI UNS SIEHT DER GAST NOCH, WAS ER AUF DEN TISCH BEKOMMT.»

von Yvonne Beck

D

ie simple Formel lautet «Weniger ist mehr. Je einfacher, desto besser», mit der Gerhard Wieser seinen «alpin-mediterranen» Küchenstil bezeichnet. Doch diese unspektakuläre Umschreibung entpuppt sich als Paradies für Feinschmecker, denen Gerhard Wieser jeweils eine unvergleichliche Genussreise in die südlichen und alpinen Landesteile von Tirol und Italien und über die Grenzen hinweg nach Spanien und Frankreich auf die Teller zaubert. Nach Wiesers Philosophie beginnt die Kunst des Kochens beim Einkauf – so bestimmt das frische Angebot die Speisekarte. Sein unverwechselbarer Stil lebt von taufrischen Zutaten der jeweiligen Regionen und den edlen Produkten der klassischen Hochküche. Für ihn bleibt es eine wiederkehrende Herausforderung, den Eigengeschmack der einzelnen Produkte durch kreative Zubereitung zu verstärken.

Gerhard Wiesers kulinarisches Schaffen ist geprägt von der Liebe zu den Elementen des Südens und so nimmt er seine Gäste mit auf eine Reise durch die alpin-mediterrane Küche.

Neben vielen anderen Auszeichnungen, darunter 18 Punkte im GaultMillau sowie 3 Hauben und 87 Punkte im Gambero Rosso, sind ihm seine 2 Michelin-Sterne Ansporn und Motivation zugleich. PRESTIGE traf den Meisterkoch auf dem Gourmetfestival in St. Moritz, wo er als Gastkoch im Kempinski Grand Hotel des Bains die Gäste verzauberte, und sprach mit ihm über Südtiroler Speck, Sternejäger und Schlutzkrapfen.

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CULINARIUM

«ZUHAUSE. BEREITS ALS KLEINER KNIRPS HABE ICH AM HERD MEINER MUTTER – EBENFALLS EINE LEIDENSCHAFTLICHE KÖCHIN – DIE LIEBE ZUR GESCHMACKLICHEN KLARHEIT UND ZUM KULINARISCHEN TÜFTELN ENTDECKT.»

PRESTIGE: Wie gefällt es Ihnen auf dem Gourmetfestival?

seinen eigenen Kochstil hat. Koch ist ein Handwerksberuf. Ein Handwerk kann man erlernen, aber die Feinheiten und das Gefühl, welches in jedes Gericht einfliesst, das ist etwas, das man nicht lernen kann. Das ist das bisschen mehr, das ein Spitzenkoch eben hat.

Gerhard Wieser: Hervorragend. Ich hatte schon viel von Kollegen vom Festival in St. Moritz gehört und war sehr gespannt. Es ist ein sehr interessantes Programm. Natürlich ist es auch viel Arbeit, aber es ist sehr viel Spass dabei. Und nur woran man auch Spass hat, das kann man auch wirklich gut machen. Diese Kombination aus Passion und Spass bringt, hier auf dem Gourmetfestival in St. Moritz, eine Kochkunst auf höchstem Niveau hervor.

Jeder gute Koch muss also eine eigene Philosophie haben. Wie würden Sie Ihre beschreiben? Ich komme aus Südtirol, also einem Grenzland, was ein Vorteil ist, denn Italien, mit seiner mediterranen Küche, liegt bei uns vor der Haustür. Diese Küche lasse ich in unsere alpine Küche einfliessen. Meine Küche ist also, vereinfacht gesagt, eine alpine mediterrane Küche mit Produkten aus unserer Gegend.

Wie fühlen Sie sich in der Küche des Kempinski Grand Hotel des Bains mit seinem Küchenchef Matthias Rook? Grossartig, man kann man hier viel erleben und hat einen tollen Austausch. Zwar ist es immer schwierig, in einer fremden Küche zu arbeiten, denn man ist nicht so organisiert wie daheim, man muss erst alles vorbereiten und sich einleben, doch zum Glück hat das «Kempinski» mit Matthias Rook einen hervorragenden Küchenchef. Er unterstützt uns perfekt und es ist eine wahre Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Meine Küche ist ehrlich und produktorientiert. Bei uns sieht der Gast noch, was er auf den Tisch bekommt. Und wenn er eine Erdbeere sieht, dann schmeckt er auch eine Erdbeere und nicht noch fünf andere Komponenten. Ich verwende grundsätzlich sehr wenige Komponenten. Doch Achtung: Einfach kochen ist oft schwieriger zu kochen, denn wenn man «wenig» auf dem Teller hat, ist man viel empfindlicher. Bei vielen Komponenten «verschwimmt» der Geschmack häufig. Der wichtigste Bestandteil meiner Küche ist immer das Grundprodukt, denn hiermit fängt das Kochen an. In Südtirol habe ich das Glück, dass ich mit vielen kleinen Bauern zusammenarbeiten kann. Hier ist es noch möglich, die Bauern zu motivieren, verschiedene Produkte so anzubauen, wie man es dann auch gerne möchte.

Was halten Sie von der Küche des Matthias Rook? Durften Sie schon was probieren? Matthias kocht eine sehr hochwertige Küche. Nicht unbegründet holte er sich mit seinen einzigartigen Alpen-Tapas sofort 15 GaultMillau-Punkte und mit dem Gourmetrestaurant «Cà d’Oro» 16 Punkte. Schaut man bei so einem Event wie dem Gourmetfestival auch, was die Konkurrenz macht?

Heisst das, es gibt Bauern, die speziell für Sie anbauen?

Ich würde die anderen Köche nicht als Konkurrenz bezeichnen, sondern als Kollegen. Ein Koch ist nur ein guter Koch, wenn er einzigartig ist. Sprich, wenn er seine eigene Philosophie und

Ja, zum Beispiel habe ich einen Bauern, der für mich einen ganz bestimmten Pfeffer anbaut. Dieser hat ein ganz besonderes Aroma. Dasselbe gilt für einige Kräuter und andere Gewürze.

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CULINARIUM

Ich bekomme meine Kräuter immer ganz frisch – geerntet vor Sonnenaufgang, sprich, das Aroma ist noch in der Pflanze und noch nicht in der aufgegangenen Blüte. Für mich ist es sehr wichtig, die Produkte vor Ort zu bekommen. Die meisten Produzenten kenne ich auch persönlich, ich weiss, woher das kommt, was der Gast auf den Teller bekommt, und ich weiss, wie es schmeckt!

Welche speziellen Südtiroler Produkte benutzen Sie noch? Bei uns gibt es das Schüttelbrot oder natürlich den Südtiroler Speck. Den Speck beziehe ich von einem kleinen Bergbauern auf 1500 Meter Höhe. Er besitzt zwei alte Schweinerassen, die er verkreuzt, damit das Fleisch für den Speck noch besser wird. Die Schweine werden mit selbstangebautem, frisch gemahlenem Korn und Käsewasser aus einer Biosennerei gefüttert. Dadurch wird das Fett dieses Specks so weich wie Butter. Es schmilzt förmlich auf der Zunge. Zudem schmeckt man die Bergluft, in der der Speck reift.

Wo haben Sie Kochen gelernt? Zuhause. Bereits als kleiner Knirps habe ich am Herd meiner Mutter – ebenfalls eine leidenschaftliche Köchin – die Liebe zur geschmacklichen Klarheit und zum kulinarischen Tüfteln entdeckt. Nach Berufsjahren bei grossen Wegbegleitern wie Harald Wohlfahrt und Dieter Müller zog es mich zurück in die Südtiroler Heimat. Hier führe ich seit 20 Jahren das kulinarische Zepter im Restaurant «Trenkerstube» des Meraner Luxushotels «Castel». Ich bin immer in Europa geblieben und eigentlich auch in der Nähe – was wahrscheinlich meinen Kochstil geprägt hat: das zu verwenden, was im eigenen Land wächst und gedeiht. Ich denke, dass ein Gast, der nach Südtirol kommt, auch etwas aus der

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CULINARIUM

Der traumhafte Blick auf das Meraner Land

Region essen möchte und nicht etwas, das er beispielsweise auch in Hamburg essen könnte. Dies wird gerade bei uns in Südtirol sehr gefördert.

und probiert bei anderen Köchen. Besonders genossen habe ich die Kitchen Party und die Eröffnung, denn man hat an diesem Abend die Möglichkeit, bei vielen verschiedenen Köchen etwas zu probieren und Neues zu entdecken.

Gibt es daher so viele Sterneköche in Südtirol? Was wäre Ihre Galgenmahlzeit? Sicherlich! Südtirol hat eine sehr grosse Sternekochdichte. Und ich geniesse es, denn Köche motivieren sich gegenseitig.

Oh, das ist schwierig, denn ich esse sehr gerne und auch vielfältig. Aber wahrscheinlich würde ich ein Südtiroler Gericht auswählen, das mit einer Kindheitserinnerung verbunden ist. Einen Geschmack, den man wahrscheinlich sein Leben lang im Gaumen hat. Bei mir wären es Südtiroler Schlutzkrapfen, die hat meine Mutter häufig gemacht.

Einen Stern zu haben, bedeutet das für Sie eher Motivation oder übt es eher Druck aus? Also für mich ist es überhaupt kein Druck. Die Sterne sind eine tolle Auszeichnung. Das Renommierteste, das ein Koch bekommen kann. Ich sehe es als Bestätigung meiner Arbeit in den letzten Jahren. Doch das Wichtigste ist für mich immer der Gast. Ich koche für jeden Gast gleich und ich will jeden Gast begeistern. Das ist meine tägliche Motivation. Ein gutes Feedback von den Gästen ist die grösste Auszeichnung.

Kochen ist für Sie in drei Worten? Freude, Leidenschaft und Geniessen. Freude und Leidenschaft gehören einfach dazu. Man muss viel geben für diesen Beruf, aber der Beruf gibt einem auch viel zurück. Jungen Köchen bringe ich zuerst einmal das Geniessen bei. Ich mache manchmal Gourmetreisen mit ihnen, denn Geniessen ist ein sehr wichtiger Faktor. Nur wer selbst geniessen kann, entwickelt den Wunsch, so etwas selbst zustande zu bringen. Nur so kann ich herausfinden, was ich in der Küche schaffen will. Man muss das Essen lieben, damit man selbst gut kochen kann.

Wo finden Sie neue Inspirationen für Ihre Gerichte? Inspirationen findet man überall. Ich gehe häufig essen und wenn ich etwas entdecke, das mir besonders gut geschmeckt hat, dann probiere ich, es auf meine eigene Philosophie anzuwenden. Auch dieses Gourmetfestival inspiriert. Man sieht andere Küchen

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CULINARIUM

Absolut rein, absolut natürlich Crystal Head ist ein Premium Vodka, der in Neufundland/Kanada aus reinem Gletscherwasser und bestem Weizen hergestellt wird. Keinerlei Zusätze wie Aromastoffe, Citrus-Öle, Glykol oder Zucker, wie man sie bei vielen anderen Premium Vodkas findet. Crystal Head Vodka ist absolut rein und biologisch. Dadurch schmeckt er absolut einzigartig. Er wurde gemeinsam vom Schauspieler Dan Akroyd und der Labrador Distillery Corporation in Kanada entwickelt. Crystal Head Vodka schmeckt leicht süsslich mit einem Ton Vanille, trocken, knackig mit einem samtigen Abgang. Einzigartig ist auch sein Design. Die Flasche in Form eines Totenkopfes wurde vom grossartigen amerikanischen Künstler John Alexander gestaltet und wird in der berühmten Glasmanufaktur Murano (Venedig) hergestellt.

FOOD NEWS Purer Genuss

Sport Chic by Ladurée Während des Grand-Slam-Turniers «Roland Garros» verkauft die französische Edelconfiserie ihre feinen Macarons im Tennis-Look. Die gelbe Kollektionsbox zeigt eine elegante Tennisspielerin und bietet Platz für sechs zart schmelzende Macarons nach Wahl. Die hochwertige Schachtel ist in einer limitierten Auflage zu Ehren der French Open beziehungsweise des «Roland Garros»-Turniers erhältlich und wird ab dem 10. Mai 2012 in der Schweiz verkauft. Die Macarons von Ladurée werden täglich frisch hergestellt in der Schweiz – in Enney bei Gruyère/FR. Ladurée-Boutiquen in der Schweiz gibt es in Zürich, Genf, Lausanne und ab Juli in Crans-Montana.

Ein fruchtiges Geschmackserlebnis Nespresso bietet anspruchsvollen Kaffeeliebhabern ein einzigartiges neues Geschmackserlebnis – mit der neuen Limited Edition Naora. Hervorgegangen ist Naora aus der engen Kooperation mit der Nationalen Föderation der kolumbianischen Kaffeebauern. Dabei haben sich die Kaffeeexperten von Nespresso von der Önologie inspirieren lassen und eine einzigartige, komplexe «Späternte» kreiert, indem sie die Kaffeebohnen unter strengsten Kontrollen bis zum allerletzten Moment reifen liessen. Mit dem Gespür für den richtigen Zeitpunkt ist es den Nespresso-Kaffeeexperten gelungen, das einmalige Geschmacksprofil von Naora zu erzielen, das an schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren erinnert.

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Stil ist eine Frage des persönlichen Ausdrucks. Deshalb ist es unser ziel, jedem Anlass seine individuelle Ambiance zu verleihen. Was immer Sie planen, von der kleinen, aber feinen Gartenparty bis zum eleganten Grossereignis mit individueller zeltarchitektur. bei blasto sind Sie an der richtigen Adresse. Wir garantieren ihnen tadellos gepflegtes material und einen umfassenden Service. rufen Sie uns einfach an für ein unverbindliches Gespräch: +41 55 225 46 56. Oder besichtigen Sie unseren Showroom im internet: www.blasto.ch.

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Was sie hervorragend macht... Die Benennung Premier Grand Cru ist eine Auszeichnung zu Ehren der feinsten Waadtländer Weine. Sie wird jedes Jahr an prestigereiche Terroirs verliehen, die strikte Qualitätskriterien erfüllen: Bodenbeschaffenheit, Lage, Alter der Reben, Ertragseinschränkung, Weinlese von Hand, Geschichte des Weinguts, hohes Lagerpotenzial. Die jährlich von einer Expertenkommission bestätigten Premiers Grands Crus sind ein Symbol für die Exzellenz des Waadtländer Weinbaus.

Foto : Seb Michel/ La Succursale

Kommission der Premiers Grands Crus

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…Strikte Qualitätskriterien ! Anspruchsvoller Anbau

Die Premiers Grands Crus werden aus traditionellen Rebsorten wie Chasselas, Pinot noir und Gamay gewonnen. Sie werden nach den Regeln der umweltgerechten integrierten Produktion in einer Planzdichte von mindestens 6 000 Stöcken/ha angebaut. Dadurch werden die Wurzeln gezwungen, tief ins Erdreich einzudringen, was den Weinen ihre bemerkenswerte Komplexität verleiht. Das Alter der Rebstöcke von mindestens 7 Jahren ist eine weitere Qualitätsgarantie. Der Ertrag ist beim Chasselas auf 0,8 /m2 und bei Pinot noir und Gamay auf 0,64 l/m2 beschränkt.

Einzigartige Terroirs

Das Waadtland bietet eine reiche Palette verschiedener Böden. Von den lehmig-kalkhaltigen Hängen zum Schwemmland des Genferseeufers oder den Mergelkalkböden am Jurafuss, verleihen sie den speziell dafür ausgewählten Rebsorten die einzigartig typischen mineralischen Noten ihres Herkunftsorts. Die Benennung Premier Grand Cru bestätigt, dass die Trauben zu 100 % vom gleichen Terroir stammen.

Dauerhafte Werte

Die Geschichte des Weinguts und das Wissen der Winzer sind wesentliche Kriterien für die Auszeichnung als Premier Grand Cru. Denn die Zeit spricht für diese Weine: Mit zunehmendem Alter entwickeln sie eine harmonische Textur mit intensiven, nachhaltigen Aromen, die sie zu ausgezeichneten Lagerweinen macht. Diese Fähigkeit, konstant eine hervorragende Qualität zu produzieren, begründet ihren Spitzenrang unter den Waadtländer Weinen.

Weinlese von Hand

Diese sorgfältige Methode erlaubt eine strenge Auslese und erleichtert die Auswahl der Trauben entsprechend dem Reifegrad. Der Mindestzuckergehalt muss beim Chasselas 75° Oe (Oechsle), beim Gamay 80° Oe und beim Pinot noir 85° Oe betragen.

Anerkennung des Jahrgangs

Wenn alle Kriterien erfüllt sind, kann das Weingut an die Kommission der Premiers Grands Crus gelangen, die über die Erteilung dieser prestigereichen Auszeichnung entscheidet. Die Anerkennung muss für jeden Jahrgang durch eine Kontrolle im Rebberg und eine erneute Degustation bestätigt werden.

Waadtländerwy

macht

sexy


KOLUMNE

AUS DEM LEBEN EINES GALERISTEN: von Wilhelm J. Grusdat

W

VON HUNDEN, KATZEN UND AMEISENBÄREN elches ist das wohl am häufigsten darge-

wollte sich «Lump» am Ende nicht von Picasso trennen und wur-

stellte Tier in der Kunstwelt? Wenn Sie jetzt

de zum ständigen Begleiter und geliebten Modell. Picasso starb

ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hund

zehn Tage nach seinem Hund. Ob hier die Hundeliebe eine Rolle

und Katze vermuten, dann haben Sie

spielte, bleibt jedoch fraglich.

sich getäuscht. Es ist das Pferd. Das wird

verständlich, sobald man sich die lange Darstellungsreihe von

Robert Rauschenberg behauptete immer wieder, sein bester

Pferden verdeutlicht, angefangen bei der gemalten Jagdbeute

Kunstkritiker sei seine Landschildkröte «Rocky». Sie hatte sein

in Lascaux bis zu Pferdeinstallationen von Maurizio Cattelan, der

Herz beim Happening «Spring Training» erobert, als sie, zusam-

seine Pferde buchstäblich durch Wände springen lässt.

men mit 30 anderen Schildkröten, 1965 mit einer auf ihrem Rücken befestigten Taschenlampe die Bühne beleuchtete. Ab

Tierdarstellungen gehören zu den ältesten Motiven in der Kunst.

dann entschied sie über das Schicksal vieler Kunstwerke, wenn

Mit ihnen lassen sich sowohl abstrakte Inhalte als auch Charak-

sie in ihren gemessenen Wanderungen durch das New Yorker

tereigenschaften des Menschen thematisieren. Künstler balan-

Atelier innehielt, um sich in den Anblick einer guten Arbeit zu ver-

cieren mit Tiermotiven immer zwischen bewussten Aussagen

tiefen. So fand ich sie bei meinen Besuchen immer wieder genau

und dem, was der Betrachter auf psychologischer Ebene durch

vor dem Bild wartend, das ich tatsächlich erwerben wollte.

die Wahl des Tieres über ihn selbst erfährt. Besonders interessant wird das, wenn man sich das Verhältnis zwischen Künst-

Für Salvador Dalí spielte die Interaktion zwischen Tier und

lern und ihren Haustieren anschaut. Grundsätzlich teilt sich die

Mensch nur eine indirekte Rolle. Stattdessen nutzte er sie, um

Kunstwelt in Katzen- und Hundeliebhaber, gefolgt von einem

mit dem Betrachter zu kommunizieren und seinen Sonderstatus

kleinen Rest von Exotenfreunden.

als Künstler zu inszenieren. So sieht man beispielsweise auf einer Fotografie von 1969 den Künstler mit seinem Riesenameisen-

Ein bekennender Katzenliebhaber war Andy Warhol. Zeitwei-

bären aus der Pariser Metro emporsteigen. Weiss man, dass

se soll er mit mehr als zwei Dutzend Katzen in seinem New

«Ameisenbär» der Spitzname seines Kollegen André Breton war,

Yorker Apartment zusammengelebt haben. Dabei taufte er alle

so bekommt das Foto mit dem angeleinten und herumgeführten

Kater Sam und alle Katzen Hester. Aus den Beobachtungen

Tier eine völlig neue Bedeutungsebene.

dieser Vierbeiner entstand schliesslich das wunderbar lebendig gezeichnete und handkolorierte Büchlein «25 Cats name Sam

Tiere spielen in meinem Arbeitsleben durchaus eine Rolle. Häu-

and one Blue Pussy». Der Rechtschreibfehler im Titel blieb üb-

fig begegnen sie mir als geliebte Begleiter bei Besuchen mei-

rigens absichtlich unkorrigiert, schmälerte er doch den künstle-

ner Kunden in meiner Galerie oder agieren als Impulsgeber im

rischen Wert des Buches keineswegs.

kreativen Schaffen meiner Künstler. In beiden Situationen stelle ich immer wieder fest, wie grossartig Kunst und Tiere zusam-

Pablo Picasso ist erst in späten Jahren auf den Hund gekommen.

menpassen. Gute Kunstwerke bewähren sich eben nicht nur

1957 erschien der Fotograf David D. Duncan mit seinem Hund

durch ihre qualitätvolle Ausführung, sondern beinhalten eben

zum Fotoshooting mit Picasso. Ganz der eigensinnige Dackel

auch eine gute Geschichte.

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Erweitern Sie Ihren Wohnraum. Die rahmenlosen Schiebefenster von Sky-Frame gehen schwellenlos in ihre Umgebung über. So lässt sich nur schwer sagen, wo die Aussicht anfängt und der Innenraum aufhört. Weitere Infos unter www.sky-frame.ch


© Leonardo Finotti

LIVING

Livraria da Vila in São Paulo, Brasilien

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LIVING

DAS AUGE KAUFT MIT! Shopping-Architektur

Aus Shops werden Konsumtempel, architektonisch anspruchsvoll gestaltet und mit den neuesten Innovationen ausgestattet. Ein Streifzug durch die designtechnische Wunderwelt der Einzelhandelsgestaltung.

von Lilly Steffen

S

tararchitekten von David Adjaye über Rem Koolhaas bis hin zu Zaha Hadid treffen immer häufiger auf die Macher von Design und Mode. Die neuesten Läden und Flagshipstores zeigen, wie wichtig es heutzutage ist, Produkte in den richtigen Räumlichkeiten zu präsentieren. Projekte wie ein Pop-up-Store für Dr. Martens, ein ungewöhnlicher Londoner Zeitungskiosk von Thomas Heatherwick oder Flagshipstores für Armani, Balenciaga und Joseph tragen dazu bei, Einzelhandelsarchitektur zu einem der spannendsten und dynamischsten Bereiche der zeitgenössischen Praxis zu machen. Firmen wie Apple oder Nike suchen sich die besten Köpfe

aus Architektur und Design, um ihren Brands einen stilgerechten Rahmen zu geben. Ob Bücher, Schmuck, Delikatessen oder Handtaschen: Mithilfe von Glas, Stahl und neuen, ausgefeilten Design- und Markenstrategien wird alles ins rechte Licht gerückt. Peter Marino trifft auf Karl Lagerfeld, Yoshioka Tokujin haucht den Seidenschals von Hermès neues Leben ein. Auch wenn einige der Entwürfe auch flüchtig oder temporär sein mögen, in der neusten Shopping-Architektur finden die Schöpfer von Träumen ein neues Zuhause. Egal ob in erstaunlichen Einkaufszentren oder kleinen Schmuckstücken wie einer Pâtisserie in Paris – das architektonische Heim muss stimmen.

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LIVING

«WER SAGT, DASS MAN GLÜCK NICHT KAUFEN KANN, HAT KEINE AHNUNG VON SHOPPING.» David Lee Roth

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Š Vincent Bourdon

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Macarons & Chocolats in Paris, Frankreich

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LIVING

© Christian Richters

«DIE MODE BEREITET DER FRAU FREUDE, DEN KAUFLEUTEN GLÜCK, DEM EHEMANN KUMMER. SO KOMMT JEDER AUF SEINE KOSTEN.»

UNStudio in Kaohsiung, Taiwan

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LIVING

© Kozo Takayama

© Marcel Wanders studio

© Ramon Prat

Emporio Armani Fifth Avenue in New York, USA

Nike Flagship Store Harajuku in Tokio, Japan

Villa Moda in Manama, Bahrain

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LIVING

© Tom Vack

«SHOPPEN IST NICHT GLEICH SHOPPEN. AUF DEN SHOP KOMMT ES AN.»

studioshowroomwerkstattatelier in München, Deutschland

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LIVING

© Toshijuki Yano

Sinato, Patrick Cox in Tokio, Japan

Shopping Architecture Now!

© Iwan Baan

Philip Jodidio 416 Seiten Taschen Verlag

3.1 Phillip Lim Flagship Store in Los Angeles, Kalifornien

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Erleben Sie uns in Wädenswil auf 800 m2 oder online. +41 (0)44 780 67 55 kuengsauna.ch

« meine neue wellness.» Küng Sauna erobert den Wohnraum. Mit aussergewöhnlicher Qualität, Innovation und Know-how setzen wir neue Massstäbe und schaffen einzigartige Designobjekte. Für Sie. Swiss Made.


LIVING

Corniches Wie kleine Felsvorsprünge in der Natur schaffen Corniches von Ronan und Erwan Bouroullec kleine Abstellflächen. «So, wie man sein Badetuch an einen Felsvorsprung hängt, bevor man ins Meer taucht, braucht es auch im Alltag kleine Abstellflächen», erklärt Ronan Bouroullec. Daher sind Corniches weder übliche Regale noch simple horizontale Ebenen, sondern einzelne, punktuelle Vorsprünge in unserer gebauten Umgebung. Ob als Schlüsselbord neben der Haustür, als Platz für die Seife im Badezimmer, als Podest für eine kleine Sammlung von Objekten oder als grossflächige Installation, Corniches sind eine neue Art, die Wand als Teil des Wohnens zu nutzen.

INTERIOR NEWS Living & More

Vipp lässt das Wasser fliessen «Wir konzipieren Armaturen, deren Funktion, qualitativ hochwertige Werkstoffauswahl und einfache Formsprache nicht nur zu Vipps eigenen Küchen- und Badmodulen, sondern auch zu den meisten anderen Küchen und Bädern passt», sagt Chefdesigner Morten Bo Jensen. Die Armaturen für Küche und Bad aus dem Hause Vipp bestehen aus massivem, gebürstetem Edelstahl und werden mit einem separaten Hebel bedient. Zu den technischen Finessen gehören ein kalkabweisender Perlator und eine Keramikkartusche, die bei nur geringer Wartung auch noch nach langjährigem Einsatz eine tropffreie Armatur und einen gleichmässigen Wasserstrahl garantieren. Beide Armaturen sind mit einem drehbaren Wasserauslauf versehen; die Küchenarmatur verfügt darüber hinaus über eine praktische Ausziehbrause.

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LIVING

Dänemark trifft auf Japan Anlässlich der Mailänder Möbelmesse 2012 präsentiert Carl Hansen & Søn eine Weltpremiere. Erstmals wurde der Prototyp des von Tadao Ando entworfenen Stuhls – eine Hommage an Hans J. Wegner – präsentiert. Es ist der erste Stuhlentwurf des japanischen Architekten, der auch in Zukunft für das dänische Traditionsunternehmen Möbel entwerfen wird. Der Autodidakt Tadao Ando ist dafür bekannt, der japanischen Designtradition einen modernen westlichen Ausdruck verliehen zu haben. Seine Architektur ist von klaren Linien und schlichter Formensprache geprägt und erhält so eine durchgängige, geometrische Anmutung. Für Tadao Ando stellt das Werk des dänischen Designers Hans J. Wegner, dessen Arbeiten einen Grossteil des Portfolios von Carl Hansen & Søn ausmachen, eine Inspiration dar und so hat er bereits mehrfach Wegners berühmten Wishbone Chair in eigenen Projekten verwendet. Von daher lag es nahe, dass Andos erster Entwurf für Carl Hansen & Søn ein neuer Stuhl sein würde.

Bang & Olufsen goes SL Erneut hat sich Bang & Olufsen mit Mercedes-AMG, der Performance-Marke von Mercedes-Benz, zusammengeschlossen, um das neueste der viel gepriesenen BeoSound Surround-Systeme für Mercedes zu entwickeln. Das Bang & Olufsen BeoSound AMG Surround Sound System, das für sämtliche Modelle der SL-Klasse verfügbar ist, überzeugt wie seine Vorgänger mit kraftvoller Leistung und raffiniertem Design. Darüber hinaus bietet das System eine Reihe neuer Funktionen, die speziell auf den neuen Sportwagen von Mercedes-Benz zugeschnitten wurden. Das dynamische Interieur des SL spiegelt sich in den markanten Lautsprecherabdeckungen aus Aluminium wider, die sich verteilt im gesamten Innenraum des Fahrzeugs befinden. Die Lautsprecherabdeckungen tragen zudem eine Lasergravur des Bang & Olufsen-Logos und bestechen durch das optisch ansprechende Lochmuster, das nicht nur die Ästhetik des Design-Konzepts unterstreicht, sondern auch dafür sorgt, dass sich die Schallwellen ungehindert ausbreiten können.

Maharam Polder Das Maharam Polder Sofa verbindet Hella Jongerius’ Talent für Design und Textilien mit den langjährigen Partnern Vitra und Maharam. Wie Patchwork erstrecken sich neue warme und erdige Farbtöne zwischen der flachen Rückenlehne und der Sitzfläche. Botanische Muster und Gewebestrukturen heben die bestickten Stoffe der Kollektionen Layers und Borders von Hella Jongerius hervor. Ergänzend kommt ein zusätzliches Kissen mit einem neuen Bezugsstoff von Hella Jongerius hinzu, ausserdem Bovist, der Hocker von Hella Jongerius aus dem Jahr 2005, in passenden Farben. Für die limitierte Edition des Maharam Polder Sofas hat Hella Jongerius sechs Stoffe der Maharam-Kollektion kombiniert und dabei einige ihrer jüngsten Designs umgesetzt.

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LIVING

INGO MAURER Maurer gilt weltweit als einer der führenden Lichtdesigner. Dass Design für ihn eine heitere Wissenschaft und kein starres Dogma ist, spiegelt sich in seinen originellen Leuchten und Lichtsystemen wider, bei denen oft das Leuchtmittel selbst zum Gegenstand seines Konzeptes wird.

DER VERFECHTER DER GLÜHBIRNE 88


LIVING

von Lone K. Halvorsen

D

Eine Frage der Stimmung

ank seiner pfiffigen, oft augenzwinkernd gestalteten Lichtobjekte geniesst der Designer seit langen Jahren höchste internationale Anerkennung. 1965 entwarf er erste Leuchten in der klassischen Lampenfuss-Lampenschirm-Variante, also eher konventionelle und gut verkäufliche Stücke. Umso beeindruckender ging 1966 sein revolutionärer, die klassische Lampenwelt auf den Kopf stellender Entwurf «Bulb» – eine Tischleuchte in Form einer riesigen Glühbirne – an den Start und wurde prompt zu einem weltweiten Erfolg. «Bulb» wanderte schnurstracks in die Sammlung des Museum of Modern Art. Nicht allein wegen ihrer Eleganz, sondern weil Maurer mit diesem Erstlingswerk auch ein Prinzip formulierte, das ihn jahrelang als Industriedesigner begleitet hat: Die Lampe ist für die Birne da – als Rahmung und nicht, um sie zu verbergen. Spielend und experimentierend hat er spektakuläre und wunderliche Lampen unter anderem aus Vogelfedern, zerschlagenem Porzellan, Besteck und Papier entworfen und so die Vorstellung von der Beleuchtung erneuert.

Als Maurer 1973 japanische Fächer und später handgeschöpfte Papiere zu Lichtobjekten verarbeitete, brach er formal mit allem, was bis dahin an eine Lampe erinnerte. Vor allem aber stiess er in jenen Bereich vor, den er später «die vierte Dimension» nennen sollte. «Licht ist nicht eine Sache des Verstandes und des reinen Zwecks. Licht ist eine Frage der Stimmung, bedeutet Spass, Spiel, Freude, Wohlbefinden.» Seit 1980 vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht mindestens eine aufregende Leuchte die Münchner Manufaktur verlässt. In den achtziger Jahren hat obendrein fast jeder mit Ingo Maurer zusammengewohnt – ohne es zu wissen. Auf der Messe «Euroluce» in Mailand stellt er 1984 erstmals die von ihm entwickelte Technik für das Halogen-Lichtsystem vor, welches sofort Furore macht. Zwei silberne Drähte an der Decke, ein Niedervolttrafo und jede Menge Halogenreflektoren, die sich direkt an die Kabel klemmen liessen – das war seine Idee. Er sei damals auf Haiti gewesen und habe einen Mann gesehen, der seine Glühbirnen ohne Fassung gleich mit dem Stromkabel

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LIVING

Ingo Maurer

Campari Light

Mamo Mahbruk

verlötete. «YaYaHo» hiess Maurers Interpretation, die allen europäischen Normen gehorchte und danach unendlich oft kopiert wurde. Während seine Entwürfe seit den 90er Jahren eine zunehmend künstlerische Richtung einschlagen, ist Maurer mit seinem Team doch immer auf der Suche nach neuen Technologien. Er ist stets von der Idee besessen, die elektrische Beleuchtung noch innovativer, noch poetischer zu machen. Keiner hat so radikal mit den landläufigen Vorstellungen von einer Lampe gebrochen. Keiner hat uns so deutlich vor Augen geführt, dass es bei einer Leuchte nicht allein auf die gute Form ankommt, sondern auf die Inszenierung von Licht. Und keiner hat wie er vermocht, den Benutzer an der Gestaltung einer Lampe zu beteiligen.

Weder Poet noch Papst Maurer begründet seine weitere Entwicklung des klassischen Leuchtkörpers wie folgt: «Meine erste Lampe war ‹Bulb›, eine überdimensionierte Glühbirne. Sie entstand nach einer Flasche Wein und einer ‹sense impression›. Die Inspiration kam also vom Ursprung des industriellen Lichts, von Thomas Alva Edison. Ich bin nicht total gegen den klassischen Lampenkörper, aber ich brauche eine neue Dimension, neue Wege, will über die Grenzen. Ich gehe weiter und weiter, so lange ich kann.» Die Entwürfe von Ingo Maurer werden oft als leicht und flüchtig beschrieben, und wie kaum ein anderer versteht er es, dem Licht

Luxury pure

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LIVING

Porca Miseria

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LIVING

EddiesSon

«ICH BIN WEDER POET NOCH PAPST UND WIRKLICH ERSTAUNT, WAS ANDERE MANCHMAL IN MEINE ARBEITEN HINEININTERPRETIEREN.»

bestechende Formen und eine eigene Sprache zu geben. Zu Recht gilt er als der Lichtpoet, doch Menschen, die ihn gut kennen, sagen, Ingo Maurer sei immer noch ein Kind, das gern Lampen baut. Internationale Designkritiker geben sich mit so einer lapidaren Beschreibung natürlich nicht zufrieden, sie bezeichnen Maurer als «Lichtpoeten» oder – noch eine Stufe expressiver – als «Lichtpapst». «Ich bin der Sohn eines Bodenseefischers», sagt Ingo Maurer und schüttelt den Kopf. «Ich bin weder Poet noch Papst und wirklich erstaunt, was andere manchmal in meine Arbeiten hineininterpretieren.» Bei allen internationalen Auszeichnungen und Ausstellungen bleibt Ingo Maurer seinen Wurzeln treu: Wie kein anderer setzt er sich immer wieder mit der Glühbirne auseinander. Er arbeitet rastlos an Möglichkeiten, die warme Leuchtkraft der Glühbirne in anderen Leuchtmitteln wieder zu beleben. Seine LED-Forschung ist als Erweiterung des Lichtspektrums gedacht. Seine Affinität zur Glühbirne hat er beibehalten und er kämpft weiter um die Glühbirne! «Bei mir zu Hause würden Sie keine dieser ekelhaften Energiesparbirnen finden. Wir können es uns nicht gefallen lassen, diese langweilige Lichtart auf uns regnen zu lassen. Was meinen Sie, was passiert, wenn Australien tatsächlich die Glühbirne per Gesetz abschafft? Die Leute werden zum Psychiater laufen! Dieses Sparlicht macht krank. Wir können an anderen Stellen Energie sparen, etwa bei der Überbeleuchtung von Städten.» Auch mit späteren Entwürfen, wie der programmatischen Nofuss oder der eleganten Savoie feierte Maurer die schlichte Schönheit der unverhüllten Glühbirne. Lucellino, die Birne mit den Engelsflügeln aus Gänsefedern, ist inzwischen beinahe zu seinem Markenzeichen geworden.

Lucellino

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LIVING

Pierre ou Paul

Johnny B. Butterfly

Zettel

Doch ist der Wahlmünchner weder Minimalist noch ein Dogmatiker, der strikt einer rigiden Gestaltungslehre folgt. Ganz im Gegenteil zeichnet Maurers Schaffen eine ungeheure Vielseitigkeit aus. Design ist für ihn eine fröhliche Wissenschaft, für die er sich oft von Alltagsgegenständen inspirieren lässt. Für die Tischleuchte BiBiBiBi entdeckte er in einem Supermarkt rote Vogelbeine aus Plastik; Mozzkito basiert auf einem handelsüblichen Teesieb, in welches eine Halogenbirne eingepasst wurde; und der Lüster Porca Miseria! lässt mit seiner Collage aus weissen Keramikscherben an eine Explosion im Geschirrschrank denken. Dagegen muten seine Leuchten aus Papier eher zurückhaltend, mitunter fast poetisch an. Ein Werkstoff, den der gelernte Typograph als Lichtfilter und -reflektor schätzen gelernt hat und mit dem er seit den 1970er Jahren immer wieder arbeitet und experimentiert. Ingo Maurer hat uns gezeigt dass sich Beleuchtung wie Kunstwerke gestalten lassen kann.

Die Erfindung der Glühbirne «Ich bin beim elektrischen Licht auf eine Goldader gestossen», soll Thomas Alva Edison am 8. September 1878 seinem Mitarbeiter im Forschungslabor telegrafiert haben. Das Prinzip seiner Glühlampe: Wenn elektrischer Strom durch einen Draht fliesst, entsteht Reibungswärme. Das Material wird erhitzt und beginnt schliesslich zu glühen. Damit der Draht nun nicht verbrennt, muss er in ein luftleeres Gefäss eingeschlossen werden. Diese Gefässe galt es zu produzieren, und so errichtete Edison zunächst eine kleine Fabrikationsanlage für gläserne Birnen. Dann suchte er mit seinen Mitarbeitern nach einem geeigneten Glühfaden: Ein verkohlter Baumwollfaden entpuppte sich als die optimale Lösung. Am 21. Oktober 1879 konnte die erste Glühbirne hergestellt werden, deren Glanz 45 Stunden anhielt – ein Rekord an Haltbarkeit!

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LIVING

DIE SCHÖNSTEN FENSTER SIEHT MAN NICHT

Filigran, schwellenlos und komfortabel

Wie kein zweiter Wohnraum hat die Terrasse in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Der Traum vieler Bauherren: die Verschmelzung von Innen- und Aussenraum. Schiebefenster-Systeme von Sky-Frame machen genau das möglich. Die filigranen Fenster reichen vom Boden bis zur Decke und erweitern den Wohnraum auf elegante Art. PRESTIGE sprach mit Beat Guhl, dem Inhaber von Sky-Frame, über das Schweizer Qualitätsprodukt, das Markenversprechen «A view, not a window» und schnelle Autos. Fotos: Manfred Seidl, Wien

PRESTIGE: Herr Guhl, welche Philosophie steckt hinter Sky-Frame? Beat Guhl: Wir verkaufen nicht einfach Fenster, sondern einen offeneren Lebensraum. Die rahmenlosen Schiebefenster von SkyFrame gehen schwellenlos in ihre Umgebung über. So lässt sich nur schwer sagen, wo die Aussicht anfängt und der Innenraum aufhört. Jedes Profil und jede Kante ist so verarbeitet, dass optisch kein Hindernis entsteht.

2002 haben Sie das erste Sky-Frame-Fenster installiert. Inzwischen kommt Sky-Frame weltweit bei mehr als 2700 und oftmals ausgezeichneten Objekten zur Anwendung. Worin liegt der Schlüssel zum Erfolg?

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LIVING

Architekt: TM-Architektur, Wien, Baujahr: 2011

Das in der Schweiz hergestellte Produkt orientiert sich an der Maxime «Form follows Function». Die perfekte Symbiose von Funktionalität und minimalistischem Design. Zudem ist es wichtig, dass ein Produkt von Architekten und Bauherren gleichermassen geschätzt wird. Hierfür setzen wir uns jeden Tag ein. Es ist sehr befriedigend, wenn man mit seinem Produkt zu einem besseren Wohnerlebnis beitragen kann.

Weise zu erweitern. Durch die unterschiedlichen Ausführungsvarianten von Sky-Frame sind wir in der Lage, bauphysikalische Besonderheiten optimal zu erfüllen. Egal, ob es sich um den Austausch von bestehenden Fenstern oder die perfekte Lösung wie bei einem Neubau handelt.

Mit welchen Innovationen möchte Sky-Frame 2012 auf sich aufmerksam machen?

Sie sprachen von der Maxime «Form follows Function». Welche Funktionen machen Sky-Frame denn so einzigartig?

Die weitere Optimierung der Schalldämmung war in diesem Jahr bestimmt ein Meilenstein. Sky-Frame erzielte im Testlabor einen internationalen Spitzenwert. Sky-Frame eignet sich also auch für Objekte an exponierten Stellen wie in der Nähe von Bahnhöfen, Autobahnen oder Flughäfen. Natürlich haben wir einige weitere Neuheiten in der Entwicklung – mehr kann ich diesbezüglich aber noch nicht verraten.

Im Vordergrund stehen der maximale Lichteinfall und die uneingeschränkte Aussicht, die Mittelsprosse ist lediglich 20 Millimeter breit und dabei 100% thermisch getrennt. Sky-Frame erreicht beste Wärmedämmwerte und ist ausserdem das weltweit erste Minergie-Modul-zertifizierte Metall-Schiebefenster-System. Die vollautomatisch und per Knopfdruck zu öffnenden Ecklösungen bieten grössten Komfort. Dank dem unsichtbaren elektrischen Antrieb treffen sich zwei Schiebeelemente in der Ecke und es bleibt keine Sprosse stehen. Bis zu zwölf Meter breite Fensterfronten lassen sich flüsterleise öffnen.

Sky-Frame ist seit diesem Jahr Sponsor von DTM-Rennfahrer Mike Rockenfeller. Ist der Rennsport eine persönliche Leidenschaft? (lacht) Obwohl meine persönliche Leidenschaft beim Orientierungslauf liegt, verstehe ich den Reiz von schnellen Autos gut. Mike Rockenfeller setzt beim Bau seines Eigenheims auf Sky-Frame. In diesem Zusammenhang durften wir ihn als ambitionierten, zielorientierten und sympathischen Sportler kennen lernen. Diese Eigenschaften passen perfekt zur Marke Sky-Frame. www.sky-frame.ch

Sky-Frame ist nicht nur bei Neubauten beliebt, sondern auch bei Wohnraumerweiterungen. Was muss man hier beachten? Sky-Frame ist in der Tat sehr gut für einen Umbau geeignet. Gerade wenn es darum geht, den Wohnraum auf beeindruckende

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KOLUMNE

I

MEIN FREUND – DAS INTERNET

von Vera Dillier

n meiner Kindheit vergnügte man sich mit Plattenspieler, Radio und Fernsehen und dachte, damit ein Maximum an Unterhaltung zu haben. In den 80er-Jahren erschienen dann die ersten PCs auf dem Markt. Ich war überzeugt, dass ich mich mit so was nicht einlassen würde. Als ich aber mein Buch zu schreiben begann, wurde das mit der Schreibmaschine zu mühsam. So gab mir der Verlag einen Mac. Ich nahm ihn nachhause und installierte ihn auf meiner Bettumrandung. Wir verstanden uns auf Anhieb und in wenigen Minuten konnte ich mit meinem Text beginnen. Ich schrieb mein ganzes Buch im Schneidersitz im Bett. Mein Mac war für mich ein reines Schreibgerät. Als mir Jahre später Freunde begeistert erzählten, dass sie ganze Nächte im Internet surften, wollte ich das auch ausprobieren. Denn beim Wort Surfen dachte ich sofort an die Strände von Hawaii mit weissem Sand und grossen Wellen und sah mich auf einem Brett balancierend durch das World Wide Web gleiten. Aber halt, da gab es ja gar kein Brett. Also setzte ich mich vor den PC und suchte im Internet nach der grossen Welle. Ich konnte jedoch nichts finden, was sich zum Surfen geeignet hätte. Da musste ich etwas enorm falsch verstanden haben. Jemanden zu fragen, wie peinlich, ich hätte mich ja als Banause outen müssen. Also suchte ich bei Wikipedia nach einer Erklärung und las Folgendes: «Als Internet-Surfen wird umgangssprachlich das aufeinanderfolgende Betrachten von mehreren Webseiten bezeichnet ... Ein schönes Wort für eine ziemlich langweilige Beschäftigung. Da lese ich doch lieber ein gutes Buch.

frisiert ist. So traf sie sich mit Niete um Niete und musste am Ende auch noch das Essen selber bezahlen. Die drei oder vier, die sie als gut befand, überdauerten immer nur einige Monate und stellten sich dann als unverwandelbare Frösche heraus. Tja, Märchenprinzen sind im wahren Leben begehrt genug und haben keine Zeit, im Internet nach Prinzessinnen zu suchen. EBAY war das nächste Schlagwort, das mir entgegenschwappte. Man könne für wenig Geld tolle Sachen kaufen und für viel Geld seinen Trödel verkaufen. Also probierte ich es. Blöderweise lief das Angebot ausgerechnet am Weihnachtsabend aus und wir hatten einen Mitbieter, der bis zur letzten Minute mitsteigerte. Wir hatten Gäste an diesem Abend eingeladen und mein Partner musste ständig ins Internet, um unser Gebot zu erhöhen. Endlich – gegen 20 Uhr – kam er jubelnd aus seinem Zimmer: «Wir haben ihn, müssen ihn aber in Passau abholen.» «Was habt Ihr Euch denn so Wichtiges ersteigert», wollten die Gäste wissen. «Einen Staubsauger», rief ich begeistert, «einen ‹Delphin›, den Rolls-Royce unter den Staubsaugern.» Reiche Freunde erzählten mir, dass sie nur noch im Internet bestellten, weil das viel günstiger sei. Als mir dann noch eine amerikanische Bundesrichterin erzählte, dass sie sogar ihre Armani-Kleider im Internet bestelle, da sträubte sich mir das ganze Fell. Denn ich sah ein mühsames Szenario vor meinem inneren Auge: Ware im Internet suchen und bestellen – Päckli kommt, ich nicht da, also auf die Post marschieren und es nachhause schleppen – auspacken, probieren, dann ein Stück finden, das gefällt, aber leider zu eng ist – zurückschicken und neues bestellen – und so weiter ......... was für ein Aufwand. Dabei kann Kleider kaufen so genussvoll sein. Letzte Woche schlenderten mein Partner und ich mit Hund «Manoi» durch Paris zur Faubourg Saint-Honoré und gingen zu «Louboutin» , der zurzeit angesagtesten Schuhboutique. Wie alte Freunde wurden wir empfangen, man offerierte uns Drinks und legte uns die schönsten Schuhe vor die Füsse. Wir plauderten angeregt mit den Mitarbeitern in verschiedenen Sprachen und unser Hund «Manoi» bekam sogar ein Angebot als Hunde-Model. Mit Traumschuhen kamen wir wieder raus und gingen direkt bei der nächsten Türe bei «Richmond» wieder rein. Auch dort derselbe nette Empfang. Was für ein schöner Shopping-Tag.

Dann hörte ich überall von Menschen, die im Internet chatten. Vorsichtshalber sah ich gleich mal ein paar Jugendlichen über die Schultern. Oh Horror, mit wildfremden Menschen, die sich hinter einem Pseudonym verstecken über irgendwelchen Unsinn schriftlich zu plaudern – auch nichts für mich. Da setze ich mich lieber in ein Café und unterhalte mich mit einer Person am Nebentisch, der ich wenigstens dabei in die Augen sehen kann. Eine frisch geschiedene Freundin gestand mir unter vier Augen, dass sie im Internet einen neuen Mann suche. Auf einschlägigen Annoncenseiten suche sie stundenlang nach einem passenden Objekt der Begierde. Wenn sie glaubt, den Richtigen gefunden zu haben, fängt sie an, mit diesem zu korrespondieren und ein Date abzumachen. Meistens schlagen die Männer als Treffpunkt eine Pizzeria vor. Oft muss sie dann feststellen, dass das Foto im Internet sicher schon 20 Jahre alt und der Lebenslauf ein wenig

Ich gestehe, auch ich habe eine Schwäche fürs Internet, nämlich «Facebook». Da vertrödle ich doch ein bisschen meiner Zeit. Selbst mein Hund «Manoi» hat seine eigene Facebook-Seite ...

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BERATUNG, VERKAUF PROJEKTIERUNG ERDAUSHUB BETONARBEITEN SCHLÜSSELFERTIGE MONTAGE RENOVIERUNG

Vertrieb von Zodiacprodukten

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BEAUTY

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BEAUTY

BLUMARINE Anna Molinari zelebriert alle Frauen Sie liebt die Frauen und noch viel mehr die Weiblichkeit. Mit ihrer Mode unterstreicht und betont sie Kurven und Formen. Blumenmuster, zarte Fransenbordüren, wertvolle Spitze und feiner Chiffon, Stickereien und Perlen sind die Lieblingsmaterialien Anna Molinaris. Ihre Strickkreationen sind federleicht und verspielt.

von Valeska Jansen

W

enn es nach ihr ginge, sollten Frauen ausschliesslich Röcke und Kleider tragen. Ihr Fashion-No-Go sind Stiefel mit hohen Absätzen. Die findet sie ordinär und vulgär. Wir trafen Anna Molinari in ihrem Büro in Mailand zum Interview.

PRESTIGE: Sie haben bis 2012 sechs verschiedene Duftlinien kreiert, alle hatten eine Hauptessenz, die der Rose? Anna Molinari: Ja! Im Duft Bellissima waren sogar viele verschiedene Rosenessenzen integriert. Man nennt mich nicht umsonst die Königin der Rosen. Doch gibt es in meinem neuesten Duft Innamorata zum ersten Mal keine Rosenessenz. Dafür gibt es viele italienische Blütenessenzen wie die der Magnolie, Zitronenblüte und Frangipaniblüte. Diese typisch italienischen Düfte habe ich dieses Mal mit exotischen Düften kombiniert. So sind auch YlangYlang und Passionsfrucht enthalten. Diese Verbindung spiegelt das Geheimnisvolle von Innamorata wider.

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BEAUTY

Haben Sie eine Lieblingsrose?

Für die erwachsene Frau. Nicht für die junge Blugirl-Frau. Der Duft ist sehr sinnlich und erotisch, kann aber auch von einer jungen Frau getragen werden, je nach Situation und Moment. Ich habe den Duft ganz bewusst nicht für eine konkrete Zielgruppe kreiert. Er soll einfach zu allen liebenden Frauen passen.

Oh ja, Rose Anna! Sie wurde nach mir benannt. Die Blume hat einen ganz besonders intensiven Duft und ihre Farbe ist ein sattes Pink.

Wenn die Liebe eine Blume wäre, welche Blume wäre es für Sie?

Wie sieht die typische Blumarine-Frau aus? Sie liebt Glamour! Sie liebt Romantik und ist sehr sinnlich und feminin. Sie ist eine richtige Frau vom Scheitel bis zur Sohle. Sie liebt Make-up, Schuhe und Taschen. Sie weiss immer Akzente zu setzen, selbst im kleinen Schwarzen. Dazu kombiniert sie raffinierte Accessoires, sei es nur ein auffallender Ring oder ein extravagantes Make-up. Aber sie wird niemals ordinär oder vulgär wirken.

Die Rose natürlich!

Was hat Sie zu Ihrem neuesten Duft Innamorata inspiriert? Die Liebe und das Verlieben. Die äussere, aber auch vor allem die innere Schönheit eines Menschen. Innamorata soll die Trägerin noch schöner machen. Ich habe den Duft allen Liebenden gewidmet. Die Liebe macht stark und verleiht Energie – genau wie mein neuester Duft.

Haben Sie ein persönliches Mode-No-Go? Ich finde Stiefel mit hohen Absätzen sehr ordinär! Stiefel sollten immer flach sein!

Welche Rolle spielt ein Parfum in einer Liebesbeziehung?

Was sollte jede Frau in ihrem Kleiderschrank haben?

Mit die wichtigste! Ein Parfum sollte niemals süss und aufdringlich sein. Der Duft einer Frau besitzt die Fähigkeit, einen Mann immer an sie denken zu lassen. Immer dann, wenn er auch nur irgendwo eine Nuance des Duftes seiner Angebeteten riecht.

Das kleine Schwarze ist in jedem Kleiderschrank ein Must-have. Diese Saison gefällt mir schwarze Spitze auch sehr gut. Eine elegante Spitze, die im gesamten Kleid verarbeitet wurde oder als Detail. Falls man ein transparentes Spitzenkleid wählen sollte, müssen darunter immer schwarze elegante Dessous getragen werden, sonst kann es schnell ordinär wirken. Ausserdem sollte in keinem Kleiderschrank ein eleganter Mantel fehlen.

Ihr Lieblingsstück in der aktuellen Sommerkollektion? Für welche Frau haben Sie Innamorata kreiert?

Ein Kleid mit Mimosen-Print. Es ist im 50er-Jahre-Look und hat dezente Details in Spitze.

Inzwischen gibt es weltweit mehr als 700 Fachhändler und über 20 eigene Läden, die neben den Blumarine-Kollektionen auch die Nebenlinien Blugirl, Blumarine Uomo und Anna Molinari verkaufen. Die Firma ist fest in Familienhand. Ihr Mann ist Geschäftsführer, Tochter Rossella und Sohn Gianguido sind mit für das Design verantwortlich.

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© http://www.blufin.it/

Geboren wurde Anna Molinari im italienischen Carpi, in der Nähe von Modena. Hier lebt und arbeitet sie noch heute. Mit der Mode-Industrie kam sie von ihrer Kindheit an in Berührung, da ihre Eltern Besitzer einer grossen Strickwarenfabrik waren. Nach ihrer Schulausbildung begann Molinari im elterlichen Betrieb mitzuarbeiten. Bis sie ihren Mann Gianpaolo Tarabini kennen lernte und mit ihm zusammen 1977 die Firma Blumarine gründete. Vier Jahre später präsentierten sie ihre Mode auf dem Laufsteg der Mailänder Modewoche.


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BEAUTY

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Thermi Bad Schinznach – Carita Spa In der Thermi Bad Schinznach, unweit von Zürich, ist eine neue Ruhe- und Entspannungsquelle für Körper und Geist entstanden. Die Ursprünge der Thermi begannen 1658 mit einem Badehäuschen um eine heisse Schwefelquelle. 2011 wurde die Thermi komplett umgebaut. Im Keller des historischen Gebäudes entstand ein Hamam mit einer speziellen Dampfsauna. Das Erdgeschoss überrascht den Gast neu mit einer Erdsauna aus Stampflehm und das Dachgeschoss wurde zum Saunabereich umgestaltet. Im Erdgeschoss, direkt durch einen Gang mit dem Entrée verbunden, befinden sich neben einer Wartezone sowohl der Empfang, ein Shop wie auch drei Kosmetikkabinen. Besonderen Luxus versprechen dabei Behandlungen mit den exklusiven Pflegeprodukten der Pariser Kosmetikmarke Carita: Die CARITA-Schwestern haben schon sehr früh die Bedeutung von Vibrationswellen zur Entschlackung und Eliminierung von Gift-

stoffen aus dem Gewebe erkannt. Bei dieser Gesichtsbehandlung wird mit einem Gerät namens Idéal PRO-LIFT gearbeitet. Einem neuen Gerät, das die Wirkung der Produkte optimiert und die manuellen Massagegriffe vervollkommnet. Die Vorteile: tiefenwirksame Reinigung der Haut, Steigerung der Sauerstoffversorgung, Förderung des Eindringens der Aktivstoffe, Stimulation der Zellen und der Muskelfasern. Die Behandlung beginnt mit einer Drainage- und Peelingmassage. Das Geheimnis dieser Behandlung ist die Verbindung zwischen leistungsstarken AntiAging-Produkten in Kombination mit manuellen und spezifischen Massagetechniken sowie dem Pro-Lift-Gerät. Während spezielle Pads die Linien um die Augen glätten, werden Ihre Hände zart massiert ... ein Moment reinsten Genusses. Das Ergebnis ist sofort sichtbar: Die Haut ist wie geliftet und fester. Der Teint ist frisch und leuchtender. www.bad-schinznach.ch

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BEAUTY

Hotel Palace Lausanne – CBE Concept Spa Im Herzen Lausannes befindet sich eine legendäre Oase der Ruhe. Im CBE Concept Spa im Hotel Palace können Hotelgäste, Clubmitglieder und externe Gäste auf 2100 Quadratmeter ein vielfältiges Angebot in Anspruch nehmen. Basierend auf dem ganzheitlichen Prinzip gibt es die Möglichkeit, Behandlungen und Therapien mit modernen und traditionellen Ritualen zu geniessen. Die Einrichtung und das Ambiente liegen der jahrtausendealten Ayurveda-Philosophie zu Grunde. Ein grosser IndoorPool, ein Whirlpool, Hamam und ein Sanarium ergänzen das Wohlfühl-Programm. Das CBE Concept Spa wurde als eines der ersten in die anspruchsvolle Riege der Gruppe der Leading Spas of the World aufgenommen. Personalisierte Serviceleistungen, Kuren und Programme für individuelle Bedürfnisse und spezifische Ziele werden vom professionellen Team realisiert. Emeline Gauer leitet diese Wellness-Einrichtung mit viel Herzblut und legt ganz besonders grossen Wert auf die perfekte Ausbildung ihrer Mitarbeiter. Als ein Highlight ist sicher die private Spa-Suite mit einer exklusiven Badewanne aus reinem Kupfer zu nennen. Die Entspannungsräume suchen ihresgleichen und machen ihrem Namen alle Ehre. www.lausanne-palace.com

Hôtel Président Wilson – La Mer Spa Direkt am Genfersee liegt das Luxushotel «Président Wilson». Mit Blick auf den Mont Blanc und den Jet d'Eau, eine Wasserfontäne mit einem 140 Meter hohen Wasserstrahl. Das einzige Hotel der Innenstadt mit einem Swimmingpool im Freien samt Seesicht, der im Sommer die Gäste begeistert. Das Restaurant «Bayview» und die «Glow Bar & Lounge» sind beliebte Treffpunkte mit südlichem Charme und herrlicher Aussicht. Die moderne Architektur, das gestylte Intérieur der 228 Zimmer und Suiten spiegeln die Leichtigkeit des Sees wider. Als erstes seiner Art in der Schweiz wird das La Mer Spa – einschliesslich seiner berühmten Crème de la Mer – exklusiv im «Président Wilson» angeboten. Individuell abgestimmte Behandlungen mit den modernsten und renommiertesten Kosmetikprodukten verwöhnen die Gäste. Angeboten werden vier exklusive Treatments mit den Produkten von La Mer. Eine 60-minütige Gesichtsbehandlung verleiht der Haut Vitalität und Energie. Reiner Diamantpuder verfeinert die Poren und die luxuriöse Crème de la Mer versorgt die Gesichtshaut mit ihren reichhaltigen Wirkstoffen. Das 90-minütige Ultimate Facial Treatment widmet sich noch zusätzlich intensiv Hals und Décolleté. Das 90-minütige Body Treatment verwöhnt, relaxt und regeneriert von Kopf bis Fuss. Und das 135-minütige Ultimate Experience Body Treatment pflegt und revitalisiert von Kopf bis Fuss. www.hotelpwilson.com

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BEAUTY

G I T R E F MMER SO O S ! L

Die Lichtschutzfaktoren haben sich in ihrer HÜhe langsam bei 50 eingependelt. Intensiv-Bräuner sind tabu und spezielle Haarschutzprodukte nicht mehr wegzudenken. Sonnenschutz ist der erste Schritt gegen vorzeitige Hautalterung.

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BEAUTY

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KOLUMNE

ANSCHNALLEN UND ZURÜCKLEHNEN: VON DER PERFEKTEN URLAUBSPLANUNG

von Götz Winter, General Manager Estée Lauder Schweiz

E

in Sonntagnachmittag im Frühsommer. Ich

gekonnt gestreuten Kommentaren in ihre Richtung zu lenken.

bin in meinem Garten, der Liegestuhl knarrt

In meinem Kopf findet ein Feuerwerk von Inputs statt. Sport

charmant unter mir. Eigentlich sollte ich jetzt

oder Sandstrand? Abenteuer oder Ayurveda? Tapas oder Ta-

arbeiten, doch die Sonne hat mich hinausge-

cos? Bei so vielen unterschiedlichen Ferienwünschen und An-

lockt. Ich höre meine Frau Sabine, die drinnen

sprüchen ist es mir unmöglich, mich zu entscheiden. Deshalb

im Wohnzimmer telefoniert. Die Kinder? Im Freibad und bei

bin ich wohlweislich zu folgender Erkenntnis gekommen: Um

Freunden. Ich stelle fest: Genauso müssten sich Sommerfe-

die perfekten Sommerferien für die Familie zu planen, brauche

rien anfühlen. Die Realität sieht bei mir leider oft ein bisschen

ich vor allem eines. Meine Frau, die alles in die Hand nimmt,

anders aus. Und der Weg dorthin scheint mir jetzt, vom Lie-

und mich dann grosszügigerweise mitnimmt in «ihren» Urlaub.

gestuhl aus, noch wahnsinnig weit. Wie sieht nun ihr Plan für den Sommer 2012 aus? Wir fahren In unserer Familie zeichnet sich seit einiger Zeit ein Schema

mit einer befreundeten Familie, die ebenfalls drei Kinder hat,

ab, das sich jedes Jahr kurz nach dem Skiurlaub wieder-

nach Biarritz. Wellness und Shopping für die Frauen, Surfen

holt. Kaum ist die Wintersportausrüstung wieder im Keller

und Glace à discrétion für die Kinder. Und für die Familien-

verstaut, geht es los mit den Sommerferienwünschen. Das

väter? Wellenreiten, gutes Essen und viel Zeit, um locker ne-

siebenjährige Töchterchen möchte soooooo gerne mal nach

beneinander her zu joggen und dabei weder über das Wet-

Disney World, wie sie mir mit grossen Bambi-Augen verrät.

ter noch über den Job zu reden. Wenn sie diese Zeilen liest,

Die 13-Jährige, hingegen, würde am liebsten nach New York.

wird meine Frau bestimmt die Augen verdrehen. Denn es

Und mein Sohn? Ganz klar: Safari in Afrika – für einen elfjähri-

besteht auch diesen Sommer noch die Gefahr, dass ich von

gen Jungen schlicht der Hit. Die Kinder wissen genau, wie sie

der Arbeit abberufen werde und sie ohne mich fliegen müs-

mich um den Finger wickeln müssen mit ihren Argumenten.

sen. Aber jetzt, von meinem Liegestuhl im heimischen Garten aus, schliesse ich einfach die Augen und freue mich auf den

Ihre Mutter hat ebenfalls ganz klare Vorstellungen davon, wo

nächsten gestohlenen Augenblick des Nichtstuns. Denn die

sie ihre beflipfloppten Füsse im August der Sonne entgegen-

Vorfreude auf die Sommerferien macht schon fast genauso

strecken möchte, und versteht es natürlich bestens, mich mit

glücklich wie die Ferien selbst.

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CULTURE

T R E B RO . R J Y E N DOW ren o b e g n e ld e H Zum

Ob Iron Man oder Sherlock Holmes – Robert Downey Jr. stattet seine Kinohelden stets mit frecher Schnauze und harten Fäusten aus. Und das Publikum liebt ihn dafür. Anlässlich seines Superhits «The Avengers» spricht der Hollywoodstar über vom FBI bewachte Filmsets, das Leben als Junkie und seine Wiedergeburt.

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© All: Disney

CULTURE

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© All: Universal Pictures

CULTURE

von Dominique Zahnd

W

enn echte Stars einen Film drehen, herrscht höchste Geheimhaltungsstufe. Kostet das Actionspektakel dann auch noch geschätzte 260 Millionen Dollar, sichert sogar das FBI das Set ab – kein Scherz. So geschehen in einem festungsartigen Fabrikkomplex in New Mexico, in dem die Marvel Studios ihr Hauptquartier eingerichtet haben für ihren bislang teuersten Kinofilm. Denn in «The Avengers» rettet nicht ein Held die Welt – sondern deren sieben. Iron Man (Robert Downey Jr.), Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans), Hulk (Mark Ruffalo), Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner) kämpfen unter der Leitung von Nick Fury (Samuel L. Jackson) gemeinsam gegen den nordischen Gott Loki (Tom Hiddleston).

Vom Ex-Junkie zum Superhelden Heiss auf den Streifen wurden die Fans über Jahre hinweg gemacht – mit kleinen, geheimnisvollen Szenen nach dem Abspann der letzten Marvel-Projekte. In dem beige getünchten Gebäude an der Comanche Road 81 in Albuquerque redet man aber nicht über Geld. Man hat es und investiert es. In die Gage seiner Lieblinge – allen voran die von Robert Downey Jr. –, eine 400 Mann starke Crew und Regisseur Joss Whedon («Buffy»). Der schrieb

auch das Drehbuch zum Film. Superheldenpapa Whedon sieht unauffällig aus. Ganz im Gegensatz zu seinem Hauptdarsteller Downey. Der trägt nämlich seinen dunkelrot schimmernden Anzug und kann sich gerade nur im Stehen unterhalten. Noch vor ein paar Jahren war er ein schwer vermittelbarer Charakterdarsteller: ein Ex-Junkie und Ex-Knasti auf Arbeitssuche. «Ein Teil von mir wollte immer in der Liga mit den grossen Jungs mitspielen. All die Jahre sah ich Kollegen aus meiner Generation auf der Überholspur vorbeiziehen und fragte mich, mit wem man in Hollywood schlafen muss, um auch mal einen Sommerkinohit abzukriegen. Aber planbar ist gar nichts …», sagt der 47-Jährige. Seine Wiedergeburt fand mit «Iron Man» (2008) statt. Die Rolle des exzentrischen Milliardärs, der einen Hightech-Kampfanzug entwickelt, hätte wohl niemand besser verkörpern können. Der Meinung waren auch die Zuschauer – denn bis vor kurzem wurde «Iron Man» als beste Comicverfilmung aller Zeiten gefeiert. Jetzt besetzt «The Avengers» den Thron. Robert Downey Jr. verdankt den Marvel-Studios alles. Dementsprechend schwärmt er mit aufrichtiger Begeisterung von seinen Bossen und seinem aktuellen Kino-Abenteuer: «Wir haben von Beginn an hart gekämpft, um uns von den Gut-gegen-Böse-Strukturen anderer Comic-Verfilm-

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ungen zu unterscheiden. Doch du hinterfragst dich auch – klar, am Anfang ist der Enthusiasmus immer gross. Aber dann merkte ich: Die meinen es hier alle ernst und ziehen es so durch, wie sie es sich vorgenommen haben.» Das Wort «Familie» fällt einem dazu ein. Und genau wie in einer ebensolchen muss auch Platz für Spass sein. Das merkt man zum Beispiel in Albuquerque an den roten Plastikpässen, die jedem um den Hals baumeln. Nicht etwa «Avengers Filmset» steht da darauf, sondern «Group Hug» (Gruppenumarmung). Die Idee zur Verwirrung unerwünschter Besucher kam von Chris Evans, der als Captain America die Helden-Gilde anführt. Übrigens nicht nur im Film. Kürzlich hatte er per SMS den berühmten Schlachtruf «Avengers Assemble!» (Rächer, versammelt euch!) an die Kollegen geschickt, um gemeinsam die Bars zu stürmen. Und alle sind seiner Einladung gefolgt …

Ensemble-Filme sind grundsätzlich ein Risiko Egos prallen aufeinander, die Dialoge müssen funktionieren, es steht viel auf dem Spiel. Glücklicherweise hat Fantasy-Spezialist Joss Whedon alles richtig gemacht: Seine Superhelden-WG ist Vergnügen pur – in seinem Meisterwerk kommt nie Langweile auf,

jeder Gag zündet und die Action schlägt alles bisher Dagewesene. Viel Zeit, um den Erfolg seinen jüngsten Hits auszukosten, bleibt Robert Downey Jr. nicht. Er kann seine Rüstung mehr oder weniger gleich anbehalten – die Dreharbeiten für «Iron Man 3» beginnen in Kürze, der Kinostart soll im Mai 2013 sein. Teil 1 und 2 haben zusammen über eine Milliarde US-Dollar eingespielt, da war eine weitere Fortsetzung reine Formsache. Bereits gespielte Charaktere nochmals zu besuchen, stört den Schauspieler nicht. Aber er hat hohe Ansprüche. «Bei Fortsetzungen geht es mir vor allem um den Erhalt der Qualität. Das ist man dem Publikum, das den Film zum Erfolg gemacht hat, ja auch irgendwie schuldig», sagt er. Seine Gegenspieler sind diesmal Ben Kingsley und Guy Pearce. Kein Frage, Downey ist derzeit ganz oben. Auch privat. Er und Ehefrau Susan bekamen vor kurzem Familienzuwachs: Sohn Exton Elias. «Jetzt ist mein Leben wirklich perfekt», freut sich der Schauspieler. Hat er trotzdem mal einen schlechten Tag, denkt er an seine Vergangenheit – und schon ist der Amerikaner wieder mit Dankbarkeit erfüllt. Robert Downey Jr. wuchs als Sohn eines Bohemiens auf. Sein Vater war ein Regisseur. «Wir hatten ständig das Haus voller Künstler. Um da wahrgenommen zu werden, musste man sich eine Stimme verschaffen … Bei uns fanden Dinner-

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© All: Warner Bros

CULTURE

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CULTURE

«ER VERWENDET ALL SEINE ENERGIE DARAUF, DAS HERAUSZUFINDEN, WAS ANDERE ÜBERSEHEN. SEINE GANZE ARBEIT WIRD ZU HUNDERT PROZENT VON EINER AKRIBISCHEN DETAILSUCHE BESTIMMT.» Robert Downey Jr. über Sherlock Holmes

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partys, Lesungen und Pokerturniere statt, da war Erziehung nach dem Lehrbuch zweitrangig.» Seinen ersten Joint rauchte er zusammen mit seinem Papa, da war er gerade mal zwölf Jahre alt. «Aber ich mache meinem Vater keine Vorwürfe … Er war einfach ein Freigeist», sagt Robert. Ein paar Jahre später fand er dann ein Ventil für die eigene Exzentrik – in der Schauspielerei.

Chaplin, Iron Man und Sherlock Holmes Schon 1987 landete er einen Achtungserfolg: als koksender Yuppie im Kinokultdrama «Less Than Zero». Doch Downey nahm sich die Rolle zu sehr zu Herzen und verfiel auch privat den Drogen. Trotz seiner Sucht und zahlreicher Knastaufenthalte war der Badboy aber die meiste Zeit recht gut im Geschäft. Denn selbst in seinen harten Phasen schwänzte Robert keinen Drehtag und kam nie ungepflegt ans Set. Für «Chaplin» (1992) gab es denn auch eine Oscar-Nomination und für die TV-Serie «Ally McBeal» gewann er einen prestigeträchtigen Golden Globe. Manche Produzenten wollten jedoch auf gewisse Sicherheitsmassnahmen trotzdem nicht verzichten: So hielt Geldgeber Joel Silver bei «Gothika» (2003) bewusst 40 Prozent von Roberts Gage bis zum letzten Tag vor der Kamera zurück. Bei diesem Film lernte der Schauspieler auch die Produzentin Susan Levin kennen – und lieben. Downey

wurde durch sie endlich clean und heiratete seine Susan im Sommer 2005. «Sie sah von Anfang an mehr in mir, als ich mir je zugetraut hätte», sagt er heute rückblickend. Parallel zu seinem privaten Happyend ging es auch mit seiner Karriere steil bergauf. Nach «Iron Man» war er als Nächstes in der Satire «Tropic Thunder» zu sehen, wo er den durchgeknallten Oscar-Preisträger Kirk Lazarus spielt. Als australischer MethodActor lässt sich dieser extra schwarze Hautpigmente einpflanzen, um überzeugend einen Afroamerikaner darzustellen. Seine Gestik, seine Sprache – das ist beides Weltklasse. Der Meinung war auch die Oscar-Academy, die Downey 2009 deswegen erneut für ein Goldmännchen nominierte. Der nächste Volltreffer war «Sherlock Holmes». Sein Detektiv ist kauzig, aber dennoch unvorstellbar intelligent. «Er verwendet all seine Energie darauf, das herauszufinden, was andere übersehen. Seine ganze Arbeit wird zu hundert Prozent von einer akribischen Detailsuche bestimmt», sagt Downey Jr. Ob mit Kollege Watson (Jude Law) oder Regisseur Guy Ritchie – laut ihm haben sich alle prächtig miteinander verstanden und in den Drehpausen ständig herumgealbert. Wetten, dass die Stimmung am Set von «Iron Man 3» gerade ähnlich ausgelassen ist?

Männerfreundschaft

© 20th Century Fox

1989 drehte Robert Downey Jr. die Actionkomödie «Air America» mit Mel Gibson. Der Australier war dank den «Lethal Weapon»Filmen damals ein Megastar – und Downey Jr. leider süchtig. Gibson half seinem Freund immer wieder auf die Beine, brachte ihn in Filmen unter und bot ihm Unterschlupf. Als dann Gibsons Karriere wegen seiner Alkoholprobleme Schiffbruch erlitt, stand ihm im Gegenzug der cleane Downey bei. Kürzlich bat Robert ganz Hollywood gar bei einer Preisverleihung, seinem Freund Mel Gibson (55) endlich zu verzeihen. Das ist echte Männerfreundschaft.

Robert Downey Jr. in der Serie «Ally McBeal»

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SHORT CUTS

SHORT

CUTS

2

Die grössten Museen der Welt Russland

Frankreich

In der Eremitage in Sankt Petersburg werden in mehr als 350 Sälen über 600'000 Exponate ausgestellt, unter ihnen Gemälde von Rembrandt, Rubens, Gaugin und Pablo Picasso. Allein im Archiv befinden sich mehr als drei Millionen Objekte. Kein Wunder also, dass fast 2600 Mitarbeiter beschäftigt werden. Die Eremitage, die Gebäude sowie die Kunstsammlung gründete die russische Zarin Katharina die Grosse. Neben der weltbekannten Sammlung westeuropäischer Kunst besitzt die Eremitage zahlreiche weitere Ausstellungsstücke. Dazu gehören eine Sammlung russischer Ikonen seit dem 12. Jahrhundert, Juwelen aus der Fabergé-Werkstatt und eine grosse Zahl historischer Kostüme. Unter den Gewändern befinden sich unter anderem über 300 Zarengewänder von Peter dem Grossen.

Der Louvre, der sich mitten in Paris und in unmittelbarer Nähe von Notre Dame befindet, lockt jährlich mehr als fünf Millionen Besucher in die französische Hauptstadt. Er gilt als das grösste Museum der Welt und umfasst circa 19 Hektar Ausstellungsfläche. Der Bau des Louvre begann im Jahre 1515 und dauerte bis zum Jahre 1547. Bis 1682 residierten hier verschiedene französische Könige, bevor das Gebäude der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde. Im Louvre befindet sich unter anderem Leonardo da Vincis «Mona Lisa». Das Gemälde wurde im Jahre 1804 von Napoleon zur Verfügung gestellt, der es bis zum damaligen Zeitpunkt in seinem Schlafzimmer hängen hatte. Ebenso befinden sich im Louvre die «Venus von Milo» und die Skulptur von Michelangelo «Der Sklave».

Ägypten Das Ägyptische Museum in Kairo ist weltweit das grösste Museum für altägyptische Kunst. Dort werden Werke aus verschiedenen Epochen der ägyptischen Kulturgeschichte, beginnend von der Frühgeschichte bis hin zur Griechisch-Römischen Zeit ausgestellt. Das Museum befindet sich mitten in der Innenstadt und wurde um 1900 von dem französischen Architekten Marcel Dourgnon im neoklassischen Stil erbaut. Etwa 2,5 Millionen Personen besuchen jährlich das Museum. In den Kellergewölben des Gebäudes schlummern Hunderte Sarkophage und Kisten. Deren Inhalt kennt kaum einer, denn im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden sie dort einfach abgeliefert und abgestellt. Ausstellungs-Highlight ist der Grabschatz des Tutanchamun.

Wien Das Naturhistorische Museum in Wien ist eines der wissenschaftlich bedeutendsten Museen der Welt. Derzeit werden dort mehr als 25 Millionen Objekte betreut. Gebäude, Figuren, Gemälde, Gemäldeschmuck und Mobiliar sind weitestgehend im Originalzustand erhalten und zu besichtigen. Eines der wohl berühmtesten Exponate ist die 25'000 Jahre alte «Venus von Willendorf». Aber auch riesige Saurierskelette sind unter anderem in den 39 Schausälen zu bestaunen. Das Naturhistorische Museum in Wien wurde unter die zehn besten Museen der Welt gewählt.

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Pascal Mein Beruf: Winzer Meine Leidenscha ft: Cha rdonnay Mein Traum: Einen Jahrhunde rtwein ernten Mein Name:

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CULTURE

DEN GANZEN SOMMER

L A N G

Beach Boy Brian Wilson

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Für Amerikas Band Nummer 1, die Beach Boys, gibt es in diesem Sommer gleich doppelten Anlass zur Freude: Neben dem 70. Geburtstag ihres musikalischen Leiters, Brian Wilson, steht auch noch das 50. Bandjubiläum ins Haus, das mit einem neuen Album und einer grossen Welttournee begangen wird.

von Jascha Köhler

D

ie Beach Boys sind längst eine Institution. Schon seit fünfzig Jahren gehören sie zu Amerika wie Hamburger und Coca-Cola. Sie werden mittlerweile von Grosseltern, Eltern und Enkeln gleichermassen gehört. Stücke wie «Help Me, Rhonda», «California Girls» oder «Good Vibrations» verbinden die Generationen und sind immer noch in der Lage, auf viele Gesichter ein Lächeln zu zaubern, egal, ob sieben Jahre alt oder siebzig. In den USA wurde es bereits zu Beginn der 80er-Jahre zur Tradition, dass die Gruppe am Unabhängigkeitstag grosse Open-AirKonzerte für die ganze Nation spielte. Am 4. Juli 1985 schafften sie es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde, als sie erst vor einer Million Menschen in Philadelphia auftraten und dann noch mal am Abend vor 750ʼ000 Zuschauern in Washington. Umso überraschender nimmt sich dieser Welterfolg aus, wenn man weiss, dass alles mit einem einzelnen Jungen begann, der unter der Bettdecke heimlich dem frühen Rock ’n’ Roll aus seinem Transistorradio lauschte.

Von den kalifornischen Suburbs in die Welt Geboren wurde er am 20. Juni 1942 als Brian Douglas Wilson. Er war der älteste von drei Brüdern, die im kalifornischen Hawthorne, einer Kleinstadt vor den Toren Los Angeles’, aufwuchsen. Das Haus der Familie lag fünf Meilen vom Pazifischen Ozean entfernt. Dort trieb sich als Teenager oft der mittlere Bruder, Dennis, herum, weil er erkannte, dass man am Strand leichter Mädchen kennen lernen konnte. Sein grosser Bruder Brian zeigte lieber auf dem Sportplatz, was in ihm steckte. Er war Quarterback der Football-Schulmannschaft, betrieb Leichtathletik und spielte Baseball. Erstaunlicherweise waren all diese Aktivitäten aber nicht die grosse Leidenschaft der ausgemachten Sportskanone. Sein Herz gehörte der Musik. Er sang im Schul- und Kirchenchor, doch das reichte ihm nicht. Um immer jemanden zu haben, mit dem er gemeinsam musizieren konnte, brachte er seinen beiden Brüdern, Carl und Dennis, mehrstimmigen Harmoniegesang bei. Immer abends vor dem Zubettgehen übten sie.

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CULTURE

«1960 SCHRIEB SICH BRIAN AM COLLEGE FÜR EIN PSYCHOLOGIESTUDIUM EIN, DOCH INSGEHEIM TRÄUMTE ER NOCH IMMER DAVON, MUSIKER ZU WERDEN.»

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Nach Schulschluss verbrachte Brian seine Nachmittage am liebsten am Klavier, wo er sich nach Gehör autodidaktisch die Lieder der damals populären Gesangsgruppe The Four Freshmen beibrachte. An seinem 16. Geburtstag schenkten die Eltern ihm ein kleines Aufnahmegerät. Nun gab es für Brian kein Halten mehr.

Surfin’ USA Sein jüngster Bruder Carl war inzwischen ganz vernarrt in die Musik Chuck Berrys und übte in der Garage E-Gitarre. Immer häufiger kam auch der Cousin der Jungs, Mike Love, vorbei und sang zusammen mit ihnen. Gemeinsam gründeten sie ihre erste Band, «Carl and the Passions». Nach einem Auftritt in der Schule kam Brians Kollege aus der Football-Mannschaft, Al Jardine, auf sie zu und erklärte, er würde gern mitmachen. Damit war der harte Kern der späteren Beach Boys komplett. Im Herbst 1960 schrieb sich Brian am College für ein Psychologiestudium ein, doch insgeheim träumte er noch immer davon, Musiker zu werden. Er fing an, erste eigene Melodien auf dem Klavier zu entwickeln, die in ihren Arrangements bereits erstaunlich ausgereift waren. Brian, Carl und Dennis gründeten gemeinsam mit Mike Love und Al Jardine in den Sommerferien des Jahres 1961 die Band «The Pendletones». Als die Eltern der Wilson-Brüder für ein langes Wochenende aus der Stadt waren, nahm Brian das für Notfälle im Haus gelassene Geld und mietete davon einen Ver-

stärker, ein Mikrofon und einen Bass. Die nächsten Tage übten die Jungs wie verrückt und konnten den erstaunten Eltern bei deren Rückkehr einen vollständig ausgearbeiteten eigenen Song präsentieren: «Surfin’». Vater Murry war davon so beeindruckt, dass er sich überreden liess, den Jungs ihre erste professionelle Aufnahme in einem Tonstudio zu finanzieren. «Surfin’» verband nicht nur den Gitarrensound Chuck Berrys mit dem perfekten Harmoniegesang der Four Freshmen, sondern besass thematisch auch eine ganz eigene Note. Dennis hatte Brian so lange in den Ohren gelegen, bis dieser einwilligte, ein Lied über das neue Phänomen des Surfens zu schreiben. Dies wurde soeben erst an den Stränden Südkaliforniens populär und bei den Teenagern zu einer grossen, aufregenden Sache. Im Umfeld der Surfer bildete sich eine eigene Szene heraus, die zu einer der ersten amerikanischen Subkulturen führte. «Surfin’» erschien bei dem kleinen lokalen Plattenlabel Candix Records und sorgte im Grossraum Los Angeles bei den Jugendlichen für helle Begeisterung. Als einer der ersten Songs überhaupt thematisierte er die Leidenschaft so vieler fürs Wellenreiten. Ohne das Wissen der Pendletones hatte ein Candix-Mitarbeiter, der ein bisschen von Marketing verstand, für die Single den Namen der Gruppe geändert; «Surfin’» wurde so auf einmal zu einem Stück der «Beach Boys». Die Band, die im Bewusstsein von Millionen Menschen weltweit untrennbar mit Kalifornien, Sommer, Strand und Meer verbunden ist, war geboren. In L.A. und Umgebung verkaufte sich «Surfin’» so gut,

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«WOULDN'T IT BE NICE IF WE WERE OLDER THEN WE WOULDN'T HAVE TO WAIT SO LONG ...» Aus: «Wouldn't it be nice» von den Beach Boys

dass der Song sogar auf einem beachtlichen 75. Platz in den nationalen Single-Charts landete – und das, obwohl an der Ostküste oder im Mittleren Westen zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Mensch vom Surfen gehört hatte.

Fun, Fun, Fun Von nun an ging es steil bergauf: Die Jungs spielten im Vorprogramm von Ike & Tina Turner, legten mit «Surfin’ Safari» einen noch grösseren Hit nach und landeten schlussendlich im Sommer 1962 bei Capitol Records, jener Firma, die zur damaligen Zeit unter anderem die Heimat von Frank Sinatra war. Für die NichtKalifornier, also eben alle Menschen, die leider keinen Ozean direkt vor der Haustür hatten, schrieb Brian Wilson zusätzlich Lieder übers Autofahren wie «Fun, Fun, Fun» oder «I Get Around».

sterblich machen. Auf dem Soundtrack des Films waren, neben Buddy Holly und anderen Rock ’n’ Rollern, natürlich auch die Beach Boys vertreten mit ihren Hymnen auf die Jugend. Die frühen 60er waren in den USA eine Zeit voller Hoffnung. Erste Schatten warf erst die Ermordung von Präsident Kennedy im Herbst 1963 auf den amerikanischen Traum. Auch auf ihren späteren Alben versuchten die Beach Boys sowohl musikalisch als auch thematisch immer wieder an jenen magischen Ort der Jugendzeit zurückzukehren: den Strand, an dem in warmen Sommernächten alles möglich schien.

Eine wunderschöne Hommage ans Cruisen sollte zehn Jahre später der «Krieg der Sterne»Regisseur George Lucas mit seinem Film «American Graffiti» abliefern und es dadurch un-

© ww w.lemurpub

lishing.com

Diese Nummern eigneten sich besonders gut zum Cruisen, jener Freizeitbeschäftigung der Teenager im ganzen Land, bei der man entweder mit dem eigenen oder aber dem Auto der Eltern am Wochenende in Schrittgeschwindigkeit über die Main Streets seiner Stadt fuhr, dabei Musik hörte und versuchte, Mädchen zu beeindrucken.

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CHARLES «LUCKY» LUCIANO Der Boss der Bosse Charles «Lucky» Luciano, der Boss der Bosse des New Yorker Mobs, war kein schöner Mann. Jedoch trumpfte er mit dem Wundermittel schlechthin auf – er war ein böser Junge, der viel Macht und noch mehr Geld besass.

von Helena Ugrenovic

B

ee Sedway, eine damalige Freundin, beschrieb in einem Interview einen Mann, dem trotz seines von Pockennarben entstellten Gesichts, des Hängelids am rechten Auge oder der markanten Narbe am Kinn, die seinen breiten, schmallippigen Mund noch unterstrich und die er als Andenken an Salvatore Maranzano und dessen Schlägertrupp ein Leben lang mit sich trug, die Frauen zu Füssen lagen. «Betrat er einen Raum, umschwirrten ihn die Frauen wie wildgewordene Insekten eine Glühbirne. Es war faszinierend, diese magische Anziehungskraft zu beobachten und seine Power zu spüren, mit der er die kleinste Ritze in seiner Umgebung zum Kochen brachte. Irgendwann realisierte ich, dass es sich um eine übermächtige, sexuelle Anziehungskraft handelte.» Charles «Lucky» Luciano ist ein Genie. Wenn er spricht, hängen ihm die Menschen unabhängig ihres Geschlechts gebannt an den Lippen; lacht er, stimmen alle mit ein; verlässt er den Raum, folgt ihm die Menge wie hörige Jünger ihrem Propheten. Sein Wort ist Gesetz und ähnlich wie bei Nero im alten Rom regiert Lucianos Daumen, der entweder nach oben oder nach unten zeigt. Er ist brillant, verkörpert eine faszinierende Dreieinigkeit von Stärke, Ehrgeiz und Charisma und ist von einer unberechenbaren und doch schrecklich fesselnden Bösartigkeit umhüllt. Innerhalb kurzer Zeit regiert der Einwanderer aus Sizilien die New Yorker Unterwelt nicht nur, sondern hat sie neu strukturiert, modernisiert und bricht Ehrenkodexe der «Mustache Petes», der so genannten «Schnauzbart-Riege» herrschender Dons, die festgefahren sind in starrer Tradition und zu schleppender Aktion. Als im Jahr 1930 in den Vereinigten Staaten ein Einfamilienhaus schlappe 7'145 Dollar

und eine Gallone Benzin ein Nichts von 10 Cents kostet, übersteigt Lucianos Jahresverdienst 12 Millionen Dollar, was heute dem vielfachen Wert von circa 167 Millionen Dollar entspräche.

Die Geburt eines Sterns Als Antonio und Rosalia Lucania über den schier endlosen Atlantik der anderen Seite der Welt entgegenreisen, erhoffen sie sich die Erfüllung eines Traums und eine Verbesserung ihrer Lebensumstände. Doch im jüdischen Viertel in New York Citys Lower East Side erwarten sie eine muffig kleine Wohnung und knochenharte Arbeit für ein bisschen Existenzminimum. Salvatore merkt schnell, dass er auf der Strasse des Lebens mehr lernt als in einem Klassenzimmer. Stundenlang beobachtet er die lokalen Verkäufe von Lebensmitteln und Kleidern und ist angetan vom Gewusel der Händler und darüber, wie scheinbar leicht sich Geld verdienen lässt. Mit 14 Jahren läuft er von zu Hause fort und vertreibt Hüte für 7 Dollar die Woche. Als er anfängt, Rauschmittel zu verkaufen, versteckt er die Drogenpäckchen unter dem Hut. Salvatore ist ein Opium rauchender Kleinkrimineller, der ein sexuell ausschweifendes Leben führt und sich wegen seiner Delikte immer wieder neue Namen zulegt. Aus Salvatore Lucania wird Charles Luciano. Nach einem Jahr Knast wegen Heroinbesitzes schliesst er sich nach seiner Entlassung der «Five Points Gang» an, die als härteste und brutalste Bande New Yorks gefürchtet ist. Wie bei Bugsy Siegel, Mitglied der jüdischen Mafia Kosher Nostra, kurbelt die Prohibition Charles' Karriere mächtig an, denn der illegale Handel mit verbotenem Alkohol bildet neben der Prostitution, dem Glücksspiel und den Drogengeschäften das

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«NIEMAND WIRD IN DER LAGE SEIN, DIE GESCHICHTE DES ORGANISIERTEN VERBRECHENS IN DEN VEREINIGTEN STAATEN VON

lukrativste Geschäft für das organisierte Verbrechen. Der einzige Codex, der für Charles zählt, ist der Profit. Mit wem er diesen erzielt, aus welchem Land seine Partner stammen oder zu welchem Gott sie beten, interessiert ihn nicht. Sein Tempel ist das «National Crime Syndicate», das er aufgebaut hat und in dem er den Vorsitz vertritt. Charles ist sein eigener Gott und Führer und seine Gedanken kreisen nur um eine Sache: seine Geschäfte im organisierten Verbrechen, der Mafia.

Thronwechsel Charles Luciano ist ein Meister der Manipulation und Korruption und in den späten 1920er Jahren der aufgehende Star des Mobs. Er bewegt sich in der New Yorker Unterwelt genauso sicher und gewandt wie bei den zahlreichen Anlässen der High Society im berühmten «Stork Club» oder in der Runde von Schauspielern und Politikern, von denen er die meisten korrumpiert und schmiert und somit den Schutz von Polizisten, Gefängniswärtern und Politikern für den Mob sichert. Doch Giuseppe «Joe The Boss» Masseria, ein traditionsgeschwängerter «Mustache Pete», dessen Crew mit anderen sizilianischen Mafia-Einheiten konkurriert und der bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Titel «Capo di tutti Capi» sitzt, hält unabhängig der in Aussicht stehenden Millionengewinne am Codex fest, nicht ins Drogengeschäft einsteigen zu wollen. Stattdessen entsendet er den innovativen und ehrgeizigen Charles Luciano an New Yorks East Side, wo ein erbitterter Krieg zwischen den rivalisierenden Oldtimer-Dons tobt, zu denen auch Salvatore Maranzano gehört. Maranzano will den smarten und erfolgreichen Mobster Luciano abwerben, doch dieser schlägt sein Angebot aus. Ein schlechter Schachzug, wie sich an der 15. Strasse in New York City herausstellt, als Charles Luciano von Maranzanos Männern halb totgeprügelt, wie ein Ball durch die Strassen gekickt und irgendwann blutig und zerschmettert neben Mülltonnen liegen gelassen wird. Mit letzter Kraft schleppt sich Charles durch die Strasse, bis

ihn ein Polizist findet und ihn entgegen seinem Willen in ein Krankenhaus einliefert. Seine Freunde Bugsy Siegel, Meyer Lansky und andere Mobster besuchen Charles und sind sich einig: «You are lucky to be alive!» – Du hast Glück, überhaupt am Leben zu sein. Sie beschliessen, ihn Lucky zu nennen. Was äusserlich sichtbar bleibt, sind sein Hängelid und eine hässliche Narbe, die sein Kinn waagerecht teilt. Doch die Attacke hinterlässt bei Lucky Luciano einen weitaus tieferen Eindruck. Die sich bekämpfenden Mafia-Familien schaden dem Geschäft und es gibt nur einen Weg, dieses Fiasko zu beenden. Eines Tages lädt Luciano Salvatore Masseria in ein italienisches Restaurant auf Connie Island ein. Während sich Luciano auf der Toilette die Hände wäscht, stürmen bewaffnete Mörder das Restaurant und erschiessen Masseria, noch bevor die Spaghetti kalt sind. Luckys Interesse ist auf Business und Gewinn fokussiert, und so wird sein ehemaliger Fast-Mörder sein neuer Chef. Mit dem brillanten neuen Zugpferd an seiner Seite wähnt sich Maranzano im Glück, ahnt aber nichts von Lucianos Vorbehalten. Nicht im Traum hat er weder dessen Schläger noch das schwerfällige Agieren der «Mustache Petes» vergessen, die versessen an ihren selbst auferlegten Förmlichkeiten und Grundsätzen festhalten. Und noch etwas pocht in seinen Adern, etwas, das in der Welt der sizilianischen Mafia noch süsser ist als jede weitere Million ... Rache. Und so sitzt Maranzano an seinem Schreibtisch, als verkleidete Männer sein Büro angreifen und einen der letzten Oldtimer 1931 mit nur wenigen Kugeln erschiessen. Mit 34 Jahren ist Charles «Lucky» Luciano der Boss der Bosse, Capo di tutti Capi. Respektiert und gefürchtet von den restlichen MafiaFamilien, vier Jahre später stärker und gefährlicher als Al Capone und im Visier des unerbittlichen Mafia-Jägers Thomas E. Dewey.

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CULTURE

AMERIKA AUCH NUR ANNÄHERND ZU VERSTEHEN, OHNE DIE PERSON CHARLES «LUCKY» LUCIANO EINGEHEND STUDIERT ZU HABEN.» Ralph Salerno, ehemaliger NYPD Mafia-Ermittler

Der Schlag des Kreuzritters Dewey ist ein Besessener im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Unermüdlich webt er auf seinem Kreuzzug mit seinen Leutnants das Netz, in dem Luciano, Meyer und deren gesamtes Drogenkartell erstickt werden sollen. Doch nichts scheint vorhanden zu sein, um den Mob zu Fall zu bringen. Bis drei Zimmermädchen des «Waldorf-Astoria» bezeugen, Lucky Luciano und der Zuhälter Dave Betillo träfen sich regelmässig in dessen Suite im Luxushotel. Die Prostituierten, die Dewey verhaftet, entscheiden sich im von Dewey angebotenen Kuhhandel für das Ticket in die Freiheit und damit verbundener Aussage. Dass er wegen Zuhälterei schuldig gesprochen und verhaftet wird, ist für eine Mafia-Grösse wie Luciano ein Schlag ins Gesicht. Trotz der Millionengewinne ist das älteste Gewerbe der Welt ein schmutzigeres Geschäft als die anderen Geldquellen des Mobs und sie werten es in ihrer Hierarchie auf unterster Stufe. Im März 1936 wird Lucky Luciano ins Gefängnis von Hot Springs in Arkansas überführt, wo er 30 bis 50 Jahre absitzen soll. Zum ersten Mal in seinem Leben steht Lucky Luciano mit dem Rücken zur Wand. Das Syndikat ist verunsichert, denn wenn Luciano, die mächtigste Figur des organisierten Verbrechens, mit seinem immensen Einfluss in der Politik, Wirtschaft und High Society verhaftet werden kann, ist der Mob nicht unverwundbar. Lucianos Geschäftspartner verlassen das brodelnde Pflaster New York, und während Bugsy Siegel seinen Star-Appeal in Hollywood pflegt, analysiert Meyer Lansky in Florida und Havanna das Glücksspiel, um in dieses einzusteigen.

Amerikas verleugneter Patriot 1942 tobt vor den dicken Gefängnismauern, hinter denen Lucky ein doch angenehmes Leben führt, ein weitaus schlimmeres Übel. Der Zweite Weltkrieg. Unzählige Handelsschiffe werden von deutschen U-Booten versenkt und deutsche Spione machen auch vor dem fernen Amerika nicht halt. Lucianos Männer Frank Costello und

Albert Anastasia kontrollieren noch immer die Docks des Hafens, und so beschliessen Navy-Funktionäre und der CIA, den über die Regierung verbitterten Luciano um Unterstützung zu bitten. Diese aussergewöhnliche Situation, die auch Jahre später noch von der Regierung geleugnet wird, verhilft Amerika, mit der New Yorker Unterwelt einerseits eine Mauer gegen die deutschen Spione zu bilden und andererseits den Hafen vor Sabotageakten des Mobs zu schützen. Meyer Lansky rät dem zweifelnden Luciano zu diesem Schritt, und seine Strategie ist simpel, denn kein Gefallen, den die Mafia jemandem macht, bleibt unbezahlt. Lucky Luciano soll wieder ein freier Mann werden.

Rückkehr nach Italien 1946 hängt die vorzeitige Freilassung Lucianos von einer einzigen Unterschrift ab. Die Situation könnte nicht hämischer sein, denn ausgerechnet sein erbitterter Erzfeind Thomas E. Dewey, der in der Zwischenzeit zum Gouverneur des Staates New York aufgestiegen ist, soll derjenige sein, der nun den Daumen nach oben oder nach unten streckt. Deweys Schachzug ist perfide. Lucky Luciano hatte in all den Jahren versäumt, die Bürgerschaft von New York zu beantragen. Grund genug, ihn ausser Landes zu weisen. Als Lucky Luciano Wochen später und zum ersten Mal seit seiner Kindheit seine alte Heimat erreicht, trägt er kiloweise Geld bei sich, das ihm die Bosse als Abschiedsgeschenk mitgegeben haben, und es dauert nicht lange, bis Lucky wieder im Spiel ist. Innerhalb kürzester Zeit kontrolliert Luciano das internationale Heroingeschäft, das über Havanna auf den amerikanischen Markt geschwemmt werden soll. Die neue Heroinroute soll über Sizilien nach Kuba und von dort nach Amerika führen. Doch obwohl nach Italien deportiert, wacht die amerikanische Regierung über Luciano, und als Harry Jacob Anslinger, der Vorsitzende des «Federal Bureau of Narcotics», nach Kuba reist, um Lucianos

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Wirkungskreis auszukundschaften, ist er dermassen besorgt und alarmiert, dass er sich an den amerikanischen Präsidenten, Harry S. Truman, wendet. Die USA sollen Sanktionen gegen Kuba einleiten, wenn Luciano nicht ausser Landes gewiesen würde.

und dieses Mal ist es Sizilien. Luckys Power indes ist ungebremst und enorm, und in immer ausgefalleneren Verstecken verpackt erreicht das weisse Gold Heroin den amerikanischen Kontinent.

Heimkehr Totgesagte leben länger Man hatte ihn aus Amerika verbannt und danach aus Kuba gekickt. Zuerst war er in Rom gestrandet und dann in Neapel gelandet. Die lächerlichen 45'000 Dollar, die sein treuer Freund Meyer Lansky ihm monatlich überweist, entsprechen in keinster Weise seinem vor Jahren geführten Lebensstil und sind für einen Mann seiner Grösse jämmerlich. Doch ungehindert dessen gibt er jedem, der es benötigt, Geld, unterstützt arbeitslose Männer, deren Frauen ihn um Hilfe bitten, oder bezahlt Ärzte, damit diese sich bei Hausbesuchen um Kranke kümmern können. Aber Lucky ist unglücklich und trotz der Paparazzi, die ihm mit italienischer Wärme begegnen, von Heimweh geplagt. New York, seine Stadt, fehlt ihm. Als Amerika 1949 von Drogen aus Europa überschwemmt wird, steht Luciano in der Liste der Verdächtigen an oberster Stelle. Wieder scheitert die amerikanische Regierung an Luckys Raffinesse. Für eine Verhaftung reicht es nicht aus, jedoch für eine erneute Ausschaffung,

Neun Jahre später wendet sich Luckys Glück jäh gegen ihn. Die Beziehungen zu seinen Geschäftspartnern des amerikanischen Mobs beginnen zu bröckeln. Die Checks des Syndikats schrumpfen mit jedem Monat, denn die Bosse zweifeln seine Ehrlichkeit an und glauben, er bestehle sie. Mit Fidel Castros Revolution endet der Einfluss der Mafia auf Kuba genauso wie Luckys Drogen-Versorgungskette. Als Luciano 1962 nach einem Herzanfall aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist er ein Schatten seiner selbst. Von unzähligen Herzinfarkten regelrecht erlegen, stirbt Lucky Luciano im Alter von 64 Jahren auf einer Strasse in Italien. Sein Wunsch, endlich nach Hause zu kehren, erfüllt sich mit seinem Tod. Lucky Luciano, der aus dem Mob ein Multi-Milliarden-Geschäft erschaffen und eine Brücke zwischen der alten Mafia-Garde, den Konservativen, mit dem modernen Syndikat, den Liberalen, geschlagen hatte, wird in aller Stille auf dem Friedhof im Stadtteil Queens, New York, beerdigt.

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EIN KUSS VERÄNDERT DIE WELT 150 Jahre Gustav Klimt Dieses Jahr würde einer der bedeutendsten Maler Österreichs 150 Jahre alt: Gustav Klimt. Wien feiert und ehrt den Ausnahmekünstler in vielen Wiener Museen und einem Musical.

von Yvonne Beck

K

limt verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Österreichs Hauptstadt. Sein bekanntestes Gemälde, «Der Kuss», ist heute im Wiener Belvedere zu sehen. Dieser «Kuss» hat die Welt verändert – zumindest die Kunstwelt. Denn dieses Bild und sein Maler stehen für die Moderne, eine wegweisende Epoche.

Die Anfänge: Ringstrassenmalerei 1862 als zweitältestes von sieben Kindern in kleinbürgerlichen Verhältnissen geboren, fallen Gustav Klimts Kindheit und Jugend in die Hochblüte der Gründerzeit – die Prachtbauten der Wiener Ringstrasse sind gerade im Entstehen. Dem begabten jungen Gustav Klimt wird unter einigen Opfern der Besuch der Kunstgewerbeschule ermöglicht. Bald schon findet er sich inmitten einer Schar von Künstlern, die an der Ausgestaltung der eben errichteten Ringstrassenbauten mitwirken. Zusammen mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch gründet er die «KünstlerCompagnie», die zehn Jahre lang in Wien und der ganzen Donaumonarchie an Ausstattung von Palais, Villen, Theatern und Museumsbauten mitwirkt. Mit dem Tod des Bruders Ernst beginnt sich die Ateliergemeinschaft aufzulösen. Aber längst ist Gustav Klimt der historistischdekorativen Raumausstattung künstlerisch entwachsen. Im Wien der Jahrhundertwende, in dem Sigmund Freud seine Werke veröffentlicht, sucht auch die Kunst nach neuen Wegen. Unter dem Einfluss des Symbolismus strebt Klimt nach einer eigenen Formensprache, die ihm die Darstellung der von dunklen Gefühlen und hoffnungsvollen Traumbildern bestimmten Seelenlandschaften ermöglicht.

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«WER EINEN SINN HAT FÜR DAS HÄSSLICHE, DEM MUSS AUF ERDEN WOHL SEIN.» Gustav Klimt

Die Wiener Secession 1897 steht Klimt mit einem Schlag im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Als Präsident der Vereinigung bildender Künstler Österreichs ist er der führende Kopf der sogenannten Secessionisten, die nach einer Erneuerung der Kunst streben. Die Secession in Wien wird zum Ausstellungsgebäude der neuen Bewegung. Es ist die Zeit der bisher grössten Kunstskandale, die im Jahr 1900 mit Klimts für die Wiener Universität geschaffenen Fakultätsbildern ihren Höhepunkt erreichen. Mit dem Beethovenfries, der für die XIV. Ausstellung der Secession 1902 entsteht, beginnt eine neue Schaffensphase, in der sich durch die Dominanz der Ornamentik und den starken Einsatz von Gold jene Periode im Werk Gustav Klimts ankündigt, die in dem 1907/1908 entstandenen Gemälde «Der Kuss» gipfeln wird. Ein Besuch Ravennas während einer Italienreise 1903 macht ihn mit der Welt der byzantinischen Mosaike vertraut. Es sind aber auch Einflüsse moderner Maler, die Klimt prägen: Der abstrahierende, dekorative Stil des holländischen Symbolisten Jan Theodor ist hier ebenso zu nennen wie der belgische symbolistische Maler Fernand Khnopff.

Das küssende Liebespaar Das Thema des Liebespaares, verbunden durch den Kuss, hat Klimt zeitlebens beschäftigt. Variationen finden sich bereits früh in seinem Werk und begleiten ihn bis an sein Lebensende. Es gab zahlreiche Versuche, die in «Der Kuss» dargestellte Frau zu identifizieren. Verschiedentlich fielen dabei die Namen von Klimts Lebensfreundin Emilie Flöge, aber auch jener von Adele Bloch-Bauer. Die ebenmässigen Gesichtszüge zeigen Verwandtschaft mit vielen der von Klimt gemalten Frauen, entziehen sich letztlich aber einer Zuschreibung. Auf dem Gemälde hält sich ein Paar auf einer Blumenwiese umschlungen. Während sich der Mann über die Frau beugt, erwartet sie, eng an ihn geschmiegt, seinen Kuss. Der männlichen Figur sind im Ornament rechteckige und quadratische Formen zugeordnet, während bei der weiblichen Figur weiche Linien und florale Muster dominieren. Eine goldene Gloriole umschliesst das Paar, endet

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Gustav Klimt in Wien aber an ihren nackten Füssen, deren Zehen sich in stark gekrümmter Haltung an der Blumenwiese festkrallen. Gleichzeitig aber vermag das Paar diesen letzten Rest Erdenschwere abzustreifen und ist in eine tatsächlich an den Goldgrund byzantinischer Mosaiken erinnernde, raumlose und als heiligmässig verstandene Sphäre entrückt. Als Klimt das Gemälde 1908 erstmals auf einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorstellt, wird es direkt von der Ausstellung weg von der Österreichischen Galerie erworben. Das Gemälde bildet heute das Herzstück der weltweit grössten Sammlung mit Werken Gustav Klimts in der Österreichischen Galerie im Belvedere in Wien.

Ein Wegbereiter der Moderne Über sich selbst will Gustav Klimt nicht sprechen, er verweist stets auf sein Werk. Trotz seines Erfolges bleibt er im gesellschaftlichen Umgang zeitlebens unsicher. Er zeigt sich am liebsten im blauen Malerumhang mit struppigem Haar und spricht den Dialekt seiner Herkunft. Trotz Ehrungen durch das Kaiserhaus wird er vom Adel ignoriert. Er ist der Maler des aufstrebenden Bürgertums, das er vor allem in seinen Frauenbildnissen porträtiert, und findet zahlreiche jüdische Mäzene, die den neuen Tendenzen der Kunst aufgeschlossen sind. In Emilie Flöge, die einen Modesalon betreibt, findet Klimt, der zeitlebens unverheiratet bleibt und mit mehreren Frauen Kinder hat, seine Lebensfreundin. Sie ist es auch, die ihn mit der Landschaft um den Attersee vertraut macht, wo er mit wenigen Ausnahmen seine Sommer verbringt und beeindruckende Landschaftsbilder schafft. Nach drei Jahrzehnten intensiver Arbeit, zahlreichen Triumphen und Anfeindungen erleidet Gustav Klimt einen Schlaganfall, an dessen Folgen er am 6. Februar 1918, knapp 56-jährig, in Wien stirbt. Sein Grab befindet sich auf dem Hietzinger Friedhof. Im selben Jahr sterben kongeniale Wegbegleiter wie Otto Wagner, Kolo Moser und Egon Schiele, und es ist gleichzeitig jenes Jahr, das den Untergang der Donaumonarchie markiert.

Secession Die Wiener Secession, deren Mitbegründer Gustav Klimt war, ist nicht nur eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Wiens. Im Inneren finden Klimt-Fans den weltberühmten Beethovenfries, einen 1902 aufgestellten Bilderzyklus, der dem Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmet ist. www.secession.at

Kunsthistorisches Museum Für Klimt-Fans ist das Stiegenhaus des Kunsthistorischen Museums interessant: Dort sind nämlich 40 Zwickel- und Interkolumnienbilder, die die schmalen Wandbereiche zwischen den Bögen und Säulen schmücken, zu bewundern. Elf dieser Bilder wurden von Gustav Klimt gestaltet, die anderen von seinem Bruder Ernst und von Franz Matsch. www.khm.at

Burgtheater Die wertvollen Entwurfszeichnungen von Gustav Klimt für die Deckenbilder der Burgtheater-Feststiegen wurden Ende der 1990er Jahre auf dem Dachboden des Theaters gefunden. Die unschätzbaren Vorzeichnungen des Malers, die auch das einzige Selbstporträt Klimts enthalten, wurden vor dem Verfall gerettet. www.burgtheater.at Darüber hinaus sind im Oberen Belvedere, im Wien Museum und im Leopold Museum permanent wichtige Werke von Gustav Klimt zu bewundern.

Gustav Klimt – Das Musical Anlässlich Klimts 150. Geburtstags wird «Gustav Klimt – Das Musical» vom 1. September bis 7. Oktober 2012 im Wiener Künstlerhaus zu sehen sein. Das Musical folgt der Biografie des Künstlers von seinen Jugendtagen bis zum Tod. Es wird von Donnerstag bis Montag in deutscher und jeden Mittwoch in englischer Sprache aufgeführt.

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KOLUMNE

DIE GUERILLAS DER SCHWEIZ von Guido Tognoni

D

as Beobachten des allgemeinen Verkehrsver-

immer Vortritt hat, und zwar ohne Fussgängerstreifen. Wenn

haltens der Bewohner eines Landes ist immer

ein Fussgänger im Schnellverkehr mit mehreren Spuren auf

wieder eine reizvolle und oft auch aufschluss-

die Strasse tritt, gibt es gesetzlich verordnete Vollbremsungen

reiche Tätigkeit. In der Schweiz zum Beispiel

mit kreischenden Reifen. Der Einwohner Astanas kann auf die

besteht das schlimmste Vergehen darin, ein

Schnellstopps vertrauen, für Ausländer sind solche Kamikaze-

Fahrzeug auf einen fremden Privatparkplatz zu stellen. Seinem

Übungen gewöhnungsbedürftig. Sympathisch ist, dass in Asta-

Nachbarn die Frau ausspannen geht locker durch im Vergleich

na Autostopp zu den herkömmlichen Transport-Gewohnheiten

zur unstatthaften Besetzung eines privaten Abstellplatzes. Die

gehört. Wer am Strassenrand steht und ein Zeichen gibt, wird

Schweiz ist wohl auch das Land mit den meisten Rotlichtern und

ohne Umschweife mitgenommen.

Parkuhren pro Quadratkilometer und sicher mit den am längsten Auch in Tripolis, der Hauptstadt Libyens, gab es bis vor wenigen

dauernden Bauarbeiten pro Zentimeter Strasse.

Jahren keine Rotlichter. Nachdem diese auf einigen grösseren Ägyptens Kapitale Kairo war vermutlich einst eine der schöns-

Kreuzungen eingeführt wurden, dürften sie einiges zur Verkehrs-

ten Städte der Welt. Heute ist Kairo ein Geschwür mit rund 20

sicherheit beigetragen haben. Seit dem Sturz des Diktators

Millionen Einwohnern, viel Schmutz, Armut und einer gewaltigen

Muammar Gaddafi ist es damit vorbei. Wenn die im Umgang mit

Verkehrslawine. Die Abstände zwischen den Fahrzeugen sind

persönlichen Freiheiten wenig geübten Libyer mit ihren Schrott-

nicht grösser als bei einem Formel-1-Rennen. Bemerkenswert

fahrzeugen bei Rotlicht über die Kreuzungen rumpeln, wird das

ist allerdings, dass sich am Nil Tag und Nacht Millionen von Fahr-

als Errungenschaft der Demokratie betrachtet. Da in Libyen zur-

zeugen durch die Stadt quälen, ohne dass sie von einer einzigen

zeit eine funktionsfähige Polizei weitgehend fehlt, kann es auch

Verkehrsampel aufgehalten werden. Somit erübrigt sich auch

vorkommen, dass ein Fahrzeug auf der Strasse gestoppt und

jede Rücksichtnahme gegenüber Fussgängern, wenn diese in

das Auto stillschweigend gekidnappt wird. Ansonsten kann man

geradezu selbstmörderischer Absicht die Strassen überqueren.

sich in Tripolis ziemlich sicher fühlen.

Ob der Verkehr mit der Einführung von Lichtsignalen tatsächlich flüssiger wäre, ist eine offene Frage. In der Schweiz mit unserer

Von anarchischen Zuständen ist unser Verkehr weitgehend

blühenden Verkehrsregelungsindustrie würde man diese Frage

verschont. Die einzige Ausnahme bilden die Radfahrer, die am

zweifellos bejahen.

meisten gehätschelte Bevölkerungsgruppe unseres Landes. Velofahrer dürfen in der Schweiz alles, ausser die Autobahnen im

Astana ist seit 1997 die Hauptstadt des weitgehend unbekannten

Gegenverkehr benützen. Die Polizei ist machtlos, den übrigen

Landes Kasachstan. Hätte es in Astana nebst der unendlichen

Benützern von Strassen und Wegen bleibt nur Kopfschütteln

Weite Zentralasiens noch Meeresanstoss, könnte man sich an-

oder Ärger. Allerdings gäbe es auch eine andere Variante: Freu-

gesichts der modernen Architektur in Dubai oder Doha wähnen.

en wir uns doch darüber, dass es in der normierten, von Kame-

Nur im kasachischen Nobelort Medeo, dem St. Moritz Zentrala-

ras, Radarfallen und Nachbarn kontrollierten Schweiz noch eine

siens, findet man noch mehr teure Fahrzeuge als in Astana. Be-

Nische gibt, in der sich jeder zumindest sporadisch als letztlich

merkenswert an Astana ist die Tatsache, dass der Fussgänger

harmloser Verkehrsguerilla austoben kann.

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PUSCHL AV ( SCHWE IZ ), 2005

Wäh W äähhrren end eine ine n s Ausfl usflflug flug ugs ins ugs ns Sch Scchwei chhwei weiizer we zerr BBeerg ze rgggeb rgg eebi bieett Pus Puschllavv hie Puschl Pu hiiieeltt unsserr Zug Zu au auff off of fffeene enner SStre trecke tr tre ckke an cke an. Neug eugier eu iier ie erigg ste stteck cckt ktteenn mei meine me ne FFr Fra raau und nd ich unnser ser ere Köpf ppfe aus auss dem m Fe ste Fe Fen s r.r. Am Am EEnd Ennndde des des e Zug Zugs: s : dic ddiicchhte htte ter Rauc Rauc ucch. uch. h. Zu Zug u bbe ugbeg beg egglei eiter ei tter te eer un und Lokf okfführ ührer ührer ühr üh er st sstit ege egen egen aus us,, man an han haantie tierte rte te uunnd ddeba eba eeb bbaatt t tier tti tier ert rtte. e. SSch cchlie ieessl iessl ssssslich lich ch fr ch fragt aggte jem ag em ema maandd uunt n er uuns unnssere erem m Fen enste nste stteer nach naac ach ch eiinem neem Ta Tassch Tasch sccheenm nnm mees ess sssser. seer.r Ic Ichh kra ramtee me ram mei eiin Viict cttori o nox or n -Me -Messe sser sse ser hherv e oor erv or.r We ige We Wen ggee Mi Minuten nut uten en spä pätte ter err setzt settz se tzt ztte sich sic ich cchh de der Zuugg w wie ieede dder eerr in in BBeewegung weeeggung w weg ung. Diee BBri Brriden deeenschrau sc sch hrau raube ra aube be ddess Br Brems emsssch em schlau lau la aauucch chs hhss sseei locker occckker gew ock geewese ewese sen en, n, erk eerrkklärte lär är te te der derr ZZuuggbbegleit egl eg glleit e ter, err, aalls er meinn Mess mei eessser er zur zuurrüc ücckkbra ück brrach br cht hte. ht te. e Er Er be bedankte bed ankkte sic sich über ber e sch schwä sc wän w ängglillichh – als alss wä wäre icchh ein wär einn Helld. Hel d. Ich I h na nahm hm mir mirir vo mi vor,r, de den SB den SBB vor or usc orz uss hhla laaggen eenn, das as ge gessaam ges amt mt mte Zugp uggpeers ug rssona naal m mit it it Vicctor Vic torino orino nox-M no x Mess x-M e er ess er au ern auszu uszu szzuusta sttaatt st stat t te tte t e n. Dieete Di Die ter e PPoortm tmann ann, Aug ann an ugu ugu g st st 2200 200005 V ic Vic ic tor toorrino to innnox-P iino x Prod roodu odduuk ukt kt k te begl kte egglleeit eg iitten ten en Sie Siee – ein ein Le L eben be lang. lang la ng Waas auc ng. uuch ch im mm merr Si Se dam damit am mitt erl errlleb er ebbenn:: Erz ebe E äh Er ähhlleenn SSie ähl ie es es un uns aauf u f vvic uf viiic ttor orrino innox.c x .ccom com om

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Š Robert Wyatt for Intersection Magazine

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Audi TT, Ingolstadt

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DRIVE STYLE

CARS, CARS,

CARS Rauchende Reifen und verrückte Entwürfe

Nahezu jeder von uns kommt täglich mit Automobilen in Berührung. Und für jeden gibt es das passende Auto – von der auffälligen Luxuslimousine über den elektrischen Stadtflitzer bis hin zum exotischen Supersportwagen. Doch Autos fressen wiederum unsere Ressourcen auf, prägen unsere Städte und verraten unseren Geschmack. In gewisser Weise wirken sie wie Rückspiegel, die unser Abbild wiedergeben. Kurz: Sag mir, was du fährst, und ich sag dir, wer du bist.

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DRIVE STYLE

Von Jeff Koons gestaltetes Art Car, BMW, M端nchen

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Š Julian Broad for Intersection Magazine

DRIVE STYLE

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© Rémi Ferrante for Intersection Magazine

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Renault «Twizy», Boulogne-Billancourt/Frankreich

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Venturi «Antarctica», Monaco/Frankreich

© Nick Clements for Intersection Magazine

© Dimitri Coste for Intersection Magazine

© Rémi Ferrante for Intersection Magazine

Tata «Nano», Mumbai/Indien

Range Rover Evoque, Land Rover, Geydon/England

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«MAN KANN EIN AUTO NICHT WIE EIN MENSCHLICHES WESEN BEHANDELN – EIN AUTO BRAUCHT LIEBE.»

© Alex Straulino for Intersection Magazine

Walter Röhrl

Mercedes-Benz «SLS AMG», Stuttgart

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© Hilary Walsh for Intersection Magazine

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Dodge «Challenger», Michigan/USA

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ADAM OPEL Mehr als nur ein Auto

1862 begann Adam Opel in Rüsselsheim Nähmaschinen zu fertigen – und legte damit den Grundstein für einen Weltkonzern.

von Lone K. Halvorsen

A

m 17. März 1929 verkaufte die Gründerfamilie Opel 80 Prozent ihrer Unternehmensanteile an den amerikanischen Automobilkonzern General Motors und 1931 übernahm das Unternehmen auch die restlichen Anteile an der Adam Opel AG. Opel gehört heute zu den grossen Fahrzeugherstellern. Der Sitz der Adam Opel GmbH ist Rüsselsheim, wo sich das Hauptwerk befindet.

Alles begann mit Nähmaschinen Nach seiner Schulzeit trat Adam Opel in den Schlosserbetrieb seines Vaters ein, um sich dort ausbilden zu lassen. Nach seiner Gesellenprüfung ging er traditionsgemäss auf Wanderschaft, die ihn unter anderem auch durch Frankreich führte. 1862 kehrte Opel zurück, um eine Werkstatt für Nähmaschinen in Rüsselsheim zu eröffnen. Die Nähmaschinenwerkstatt entwickelte sich zu einem stattlichen Unternehmen, in welchem auch seine Frau Sophie kräftig Hand anlegte. Sie kümmerte sich um die Lohnauszahlung, den Verkaufsaussendienst und um die Auszubildenden. Nebenbei war sie noch Mutter von fünf Söhnen: Carl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig, die dem Ehepaar Opel in den Jahren 1869 bis 1880 geboren wurden. Die Söhne drängten Adam Opel, in das aufkeimende Fahrrad-Geschäft einzusteigen, und als er 1895 stirbt, gehört seine Fahrradund Nähmaschinenfabrik zu den erfolgreichsten in Europa.

Vom Fahrrad zum Motorengeschäft Seine Söhne führen die Geschäfte fort – und beweisen eine Spürnase für neue Entwicklungen. Die Idee, ein eigenes Automobil

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GRÜNE MONSTER zu bauen, setzen die Opel-Brüder schnell um. Nach einigen Informationsreisen erwerben sie am 21. Januar 1899 die Anhaltische Motorwagenfabrik des Dessauers Friedrich Lutzmann und beginnen mit dem Aufbau einer Automobilproduktion in Rüsselsheim. Trotz enormer Anstrengungen floriert das Geschäft mit dem jungen Fortbewegungsmittel jedoch nicht wie erwartet. Daher erfolgt 1901 die Trennung von Lutzmann. Anfang 1902 beginnt man jedoch mit der Lizenzfertigung der französischen Darracq-Modelle, die unter dem Markennamen Opel-Darracq vertrieben werden. Doch auch damit wollen sich die Opel-Brüder auf Dauer nicht zufrieden geben. Im Herbst 1902 präsentieren sie auf der Hamburger Automobilausstellung ihre erste Eigenkonstruktion, den Opel-Motorwagen 10/12 PS. Damit befindet sich das junge Automobilunternehmen auf dem richtigen Weg, wie die Erfolge in den kommenden Jahren beweisen: 1906 bauen die Newcomer auf dem Automobilmarkt bereits das 1000. Fahrzeug, eine für damalige Verhältnisse rekordverdächtige Geschäftsentwicklung.

Die Übernahme Radikal und revolutionär war die Reaktion der Opel-Brüder auf die Inflation von 1923. Das Werk wurde komplett umgebaut und

auf die Fliessbandfertigung eines einzigen Kleinwagentyps in einer Ausstattung und einer Farbe ausgerichtet. Der anfänglich stets grün lackierte Opel 4/12 PS wurde schon bald nur noch «Laubfrosch» genannt und avancierte mit 120'000 verkauften Einheiten zu einem Bestseller unter den frühen europäischen Volks-Wagen. Die letzten «Laubfrösche» liefen 1931 unter einem neuen Hausherrn vom Band. Trotz aller Absatzerfolge und spektakulärer Marketingkampagnen mit raketengetriebenen Rekordfahrzeugen hatten die Opel-Brüder nach einem finanzstarken Partner gesucht, mit dem notwendige Investitionen in neue Modelle und Maschinen möglich waren. 1929 war es so weit: General Motors übernahm die Aktienmehrheit von Opel – kurz vor der Weltwirtschaftskrise. Ein vorteilhaftes Geschäft für beide Seiten: Für Opel bringt der Verkauf finanzielle Sicherheit und bessere Möglichkeiten im Exportgeschäft, General Motors hat mit Opel eine starke Marke im Portfolio und Zugang zum europäischen Markt. Die erste Frucht der Fusion ist der 1931 erschienene Opel 1,8 Liter. In Amerika entwickelt, stellt er für Opel einen neuen Abschnitt dar, denn hinsichtlich Bedienbarkeit und Alltagstauglichkeit setzt er neue Massstäbe. Durch die Übernahme von General Motors Corporation konzentrieren sich alle Aktivitäten fortan auf das Kernge-

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© www.wikimedia.org

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OPEL OLYMPIA

schäft Automobil. Opel kann seine starke Marktposition dadurch nicht nur festigen, sondern ausbauen. 1935 baut Opel erstmals über 100'000 Fahrzeuge im Jahr, unter anderem im neuen LKWWerk in Brandenburg.

seits sowie Motor, Antriebsstrang und Achsen andererseits. Beide Komponenten können die Mitarbeiter bei diesem Verfahren schneller und leichter montieren, bei der anschliessenden «Hochzeit» werden sie zusammengefügt.

Innovation Sicherheitskarosserie

Die Nachkriegszeit

Eine technische Revolution bringt das Jahr 1935: Opel führt mit dem Olympia die erste selbsttragende Ganzstahl-Karosserie in Deutschland ein. Vorteile dieser neuen Konstruktion: Geringes Gewicht und ausgefeilte Aerodynamik verbessern sowohl Fahrleistungen wie Kraftstoffverbrauch. Die steife Fahrgastzelle mit vorderem Fahrzeugkörper, der sich bei Beanspruchung stufenweise verformt (Patentschrift), verbessert die passive Sicherheit. Damit ebnet Opel der Sicherheitskarosserie moderner Prägung den Weg in die Grossserie.

Nach der kriegsbedingten Unterbrechung der zivilen Produktion nimmt Opel in den Jahren des Wiederaufbaus rasch wieder Fahrt auf. Modelle wie Olympia, Olympia Rekord, Rekord P1 und Kapitän begleiten die Deutschen durch das Wirtschaftswunder; den Lebensmitteleinkauf hält derweil im Haushalt ein Kühlschrank Marke Opel «Frigidaire» frisch. Zum 100-jährigen Bestehen 1962 eröffnet das Unternehmen in Bochum ein zweites Werk. Dort läuft der neue Kadett vom Band. In den 1960er Jahren entstehen zudem zahlreiche Modelle, die den sportlichen und emotionalen Ruf der Marke festigen, darunter legendäre «Kultautos» wie Manta, Commodore und GT. Später profitiert Opel zunächst stark von der Deutschen Einheit und kann seinen Marktanteil in Deutschland ausbauen. Mit dem verstärkten Eingreifen der USKozernzentrale ab 1990 beginnt der Niedergang der Marke. General Motors zieht Gewinne ab nach Detroit, um die

Gleichzeitig ermöglicht dieses Fahrzeugkonzept eine neue, bis heute aktuelle Fertigungsmethode, für die Opel ebenfalls ein Patent erhält und die als eine der wichtigsten Innovationen in der Geschichte des Automobilbaus gilt. Die neue Konstruktionsweise ermöglicht die getrennte Vormontage von Karosserie einer-

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OPEL ADMIRAL

© www.igkad.de

eigenen Milliardenverluste auszugleichen. Die ständig wechselnden Opel-Vorstände kommen meist aus den USA und schätzen den europäischen Markt falsch ein. In den ersten Monaten 2012 hat Opel ihren Mutterkonzern GM weniger Geld gekostet als zuvor befürchtet. Dennoch drückt das Defizit die ansonsten gute Bilanz des Mutterkonzerns GM deutlich. Opel verdankt sein Defizit vor allem der Kaufzurückhaltung in den südeuropäischen Ländern. Die Konzernmutter General Motors versucht auf diesem kriselnden Markt Anteile zurückzuerobern und hat sich dazu mit dem Opel-Konkurrenten PSA Peugeot-Citroën zusammengetan. 2012 feiert Opel den 150. Geburtstag – von dem sich Gründer Adam Opel 1862 sicherlich nicht hätte träumen lassen, dass es sich einmal zu einem der grössten Autohersteller Europas entwickeln würde. Opel und seine britische Schwester Vauxhall verkaufen heute Autos in mehr als 40 Ländern. In Produktionsstätten und Entwicklungszentren in sechs europäischen Staaten beschäftigt das Unternehmen rund 40'000 Mitarbeiter. Mit der Einführung des elektrischen Opel Ampera begründet die Traditionsmarke ein neues Segment im europäischen Automobilmarkt.

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Russische Eier

Das Uninteressanteste an einer der teuersten Uhren der Welt ist zweifelsohne die Uhrzeit an sich. Die 25'000'000-DollarUhr aus dem Hause Chopard wartet mit ganz anderen Vorzügen auf: drei verschiedenfarbige (pink, blau, weiss) herzförmige Diamanten von insgesamt 38 Karat. Das Uhrenband ist mit weissen und gelben Diamanten (zusammen 163 Karat) besetzt. Durch Die Fünf-Millionen-Dollar-Uhr Drücken des Sprungfedervon Hublot Mechanismus werden die drei herzförmigen Diamanten sichtbar. Noch mehr funkelt nur die mit über 1200 Diamanten besetzte Uhr des Herstellers Hublot, welche auf der diesjährigen Baselworld präsentiert wurde. Die FünfMillionen-Dollar-Uhr wurde in 14 Monaten Handarbeit gefertigt. Dabei waren jeden Tag bis zu 20 Mitarbeiter am Werk.

Sie sind genauso bekannt und genauso Gegenstand von Sammelleidenschaft wie Kinder-Überraschungseier, aber um einiges teurer: die legendären Eier von Fabergé. Als Kettenanhänger sind sie ein wiederkehrender Bestandteil der Kollektionen, und ständig werden neue ovale Varianten vorgelegt. Die ersten Eier, die Carl Peter Fabergé ab 1885 in St. Petersburg anfertigte, waren allerdings nicht als Schmuck zum Tragen gedacht, sondern als Dekorationsobjekte zum Sammeln. Im Lauf der Zeit gaben neben dem Zaren und seinem Sohn Nikolaus auch reiche russische Kaufleute und Industrielle bei Fabergé Schmuckeier in Auftrag, weshalb man heute in kaiserliche und nicht-kaiserliche Eier unterscheidet, wobei von ersterer Sorte 50 Stück existieren. Drei davon besitzt die englische Königin, neun davon der amerikanische Verleger Malcolm Forbes, der Oligarch Wiktor Wekselberg besitzt zehn, einige sind in anonyme Hände gegangen. Bei Auktionen erzielen sie in der Regel einen Preis in zweistelliger Millionenhöhe.

«EIN SCHMUCK SOLL EINEN NICHT WOHLHABEND ERSCHEINEN LASSEN, SONDERN SCHMÜCKEN. DESHALB HABE ICH IMMER GERNE FALSCHEN SCHMUCK GETRAGEN.» Coco Chanel

Ein Symbol der Macht Der Siegelring entstand bereits um 1500 vor Christus. Die höchste Macht erhielt der Siegelring jedoch im Mittelalter. In dieser Zeit war er ein Ausdruck für die hoheitliche Macht. Es war Adligen, Königen, Kaisern und hohen Geistlichen vorbehalten zu siegeln. Man demonstrierte damit die Macht, Entscheidungen zu treffen. Erst im 13. Jahrhundert hatten auch die Bürger das Recht, ein Siegel zu tragen. Die Besitzer von Siegelstempeln hielten diese gut versteckt, damit ein Siegelmissbrauch ausgeschlossen werden konnte. Die Herrscher vertrauten ihre Siegel hohen Beamten an. Auf diese Weise wussten sie das Symbol ihrer Macht in sicheren Händen. Im Lauf der Zeit wurde das Amt des Siegelbewahrers zum reinen Titel degradiert und die Bedeutung ging gänzlich verloren. Heute werden Siegelringe nur mehr als Schmuck getragen.

Girl's Best Friend Der grösste Rohdiamant, der jemals gefunden wurde, ist ein unter dem Namen Cullinan-Diamant bekannt gewordener Edelstein. Er hatte ein Rohgewicht von 621,35 Gramm was 3106,75 Karat entspricht. Seinen Namen erhielt er vom Besitzer der südafrikanischen Mine, Thomas Cullinan, gefunden hat ihn Frederick Wells. Der Rohdiamant wurde in Amsterdam bearbeitet und geschliffen. Er wurde in neun grosse und 96 kleine Einzeldiamanten geteilt. Der grösste davon ist der Cullinan 1 mit einem Gewicht von 106 Gramm, was 530 Karat entspricht. Er wurde in Tropfenform geschliffen und in das Zepter von King Edward VII eingesetzt.

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KOLUMNE

von Dr. med. Peter J. Jenoure

E

PLÖTZLICHER HERZTOD

inmal mehr ist ein junger Athlet, Fussballspie-

Die regelmässige Teilnahme an Training und sportlichen Wett-

ler in diesem Fall, vor laufenden Fernsehka-

kämpfen erhöht das Risiko für einen plötzlichen Herztod um

meras während eines Wettkampfspieles tot

das 2,8fache im Vergleich mit unsportlichen Gleichgestellten.

umgefallen. Einmal mehr liefen die Emotionen

Es muss jedoch betont werden, dass der Sport per se für

hoch, die Medienberichte waren unzählig, die

diese höhere Inzidenz nicht verantwortlich ist. Vielmehr ist es

Fragen und die Kritiken ebenfalls sehr häufig. Wie kann es

das Zusammenspiel einer intensiv ausgeübten körperlichen

sein, dass ein junger Mensch auf diese Art stirbt, obwohl er

Aktivität, gekoppelt mit unterliegender kardiovaskulärer Er-

gut trainiert ist und erst noch in seiner Sportart Profi war?

krankung, das die ominösen und tödlichen Herzrhythmusstö-

Ist es nicht die allgemeine Vorstellung, dass eine sportliche

rungen triggern kann.

Aktivität gerade gegen solche Ereignisse schützt? Diese Feststellung ist für die Mehrzahl der Sporttreibenden auch

Die grosse Mehrzahl von Sportlern, die plötzlich sterben,

korrekt, doch wird es (wahrscheinlich) immer wieder «Zwi-

zeigt keine ankündenden Symptome. Konsequenterweise

schenfälle» geben. Leider!

ist die sportärztliche Untersuchung die einzige Möglichkeit, Athleten mit stillen Herzerkrankungen zu entdecken

Die Quote des plötzlichen Herztodes beim Sport ist ausser-

und dementsprechend zu behandeln, um das Risiko des

ordentlich niedrig. Es kommt zu einer Gefährdung von einem

akuten Herztodes zu senken. Die Identifikation von asym-

Fall auf 100ʼ000 bis 1 Million Stunden Sport. Männer sind

ptomatischen Athleten mit Herzanomalien durch eine prä-

5- bis 15-mal gefährdeter, bei einem Alter von über 60 erhöht

ventive Untersuchung ist wichtig, um dem akuten Herztod

sich die Gefahr um das 5fache.

vorzubeugen durch Änderung der Lebensweise, sogar mit Einschränkungen im Sport, aber auch wahlweise mit the-

Auch die Intensität der Aktivität spielt eine nicht unwesent-

rapeutischen Methoden. Bei diesen Untersuchungen spielt

liche Rolle: Eine Maximalbelastung erhöht die Inzidenz der

das EKG eine nicht unwichtige Rolle, kann man doch mit

Eintrittswahrscheinlichkeit eines plötzlichen Herztodes bei

dieser Massnahme zu einem recht hohen Prozentsatz die

Sportgewohnten um das 3- bis 5fache, beim Sportanfänger

tödlichen Veränderungen nachweisen.

gar um das 100fache oder mehr! Die Ursachen des plötzlichen Herztodes sind bei über 35-Jährigen fast immer

Eine regelmässige, vernünftig ausgeübte körperliche Aktivität

auf koronare Herzkrankheiten zurückzuführen, bei unter

bleibt zweifelsohne eine lebensverlängernde und -verbes-

35-Jährigen sind sie jedoch deutlich vielfältiger. Angeborene

sernde Tätigkeit, trotz des Risikos des über dem Strich doch

Erkrankungen des Herzmuskels und Kranzgefässanomalien

sehr seltenen, wenn auch tragischen plötzlichen Herztodes

sowie entzündliche Herzerkrankungen sind hierbei am häu-

im Rahmen dieser sportlichen Betätigung. Diese Lehre bleibt

figsten anzutreffen.

die wichtigste, rationell und nicht emotionell betrachtet!

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IM LAND DER ROSAMUNDE PILCHER

Cornwall und Devon

In pr채chtigen Herrenh채usern, gepflegten G채rten oder an den windumtosten K체sten wird die typische Stimmung der Rosamunde-Pilcher-Werke lebendig.

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«CORNWALL HAT ETWAS, WAS MENSCHEN VERÄNDERN KANN. SIE FAHREN DORTHIN, NUR UM URLAUB ZU MACHEN, UND VERBRINGEN DEN REST IHRES LEBENS HIER.» Rosamunde Pilcher

von Yvonne Beck

S

o, wie Schottland und Whisky zusammengehören, denkt man bei Cornwall und Devon gleich an Rosamunde Pilcher. Meine Mutter behauptet steif und fest, sie schaue sich die Verfilmungen der Romane und Kurzgeschichten der Bestsellerautorin nur wegen der zauberhaften Landschaften an, die Geschichten um Liebesverwirrungen, bei denen das Ende schnell vorhersehbar ist, seien ihr eigentlich viel zu kitschig. Mit dieser Äusserung steht sie nicht alleine da, denn seit den ZDF-Verfilmungen verzeichnen Cornwall und Devon einen starken Anstieg an Besucherzahlen aus deutschsprachigen Ländern. Und die Besucher werden meist nicht enttäuscht, es sei denn, sie erwarten, Frau Pilcher persönlich anzutreffen, denn diese wohnt bereits seit einigen Jahren in Schottland.

Ein herrschaftliches Anwesen Englands südwestliche Grafschaften Cornwall und Devon bestechen durch eine bezaubernde Landschaft, die viele von uns aus den romantischen Filmen von Rosamunde Pilcher kennen: schroffe Küsten, einsame Hochmoore, subtropische Gärten, goldgelbe Sandstrände, pittoreske Hafenstädtchen und strohbedeckte Cottages; kombiniert mit einer Fülle von historischen Sehenswürdigkeiten und geschichtsträchtigen Orten.

Eine herrschaftliche Kulisse, die Pilcher-Fans bekannt sein dürfte, ist der schlossartige Landsitz «Prideaux Place» von Peter Prideaux-Brune bei Padstow. Filmteams aus Deutschland drehten bereits mehrfach in den elisabethanisch stilvoll eingerichteten Räumen. Die Familie des Besitzers, Baron Peter PrideauxBrune, lebt seit vierzehn Generationen, seit der Zeit Königin Elizabeth I. in dem Schloss. Prideaux Place hat sich in den letzten zwei Jahrhunderten kaum verändert. Es präsentiert sich im elisabethanischen sowie im gotischen «Strawberry Hill»-Stil des 18. Jahrhunderts. Von den 81 Zimmern sind 46 Schlafzimmer, aber nur sechs davon bewohnbar. Die restlichen Zimmer haben sich nach dem Abzug der amerikanischen Armee nach dem Zweiten Weltkrieg nicht verändert. Für Filmaufnahmen werden die Räume jedes Mal aufwendig umgestaltet; der elisabethanische Salon wurde zum Restaurant, und für einen Film verwandelte sich Prideaux Place komplett in ein Fünf-Sterne-Hotel. Wer genau hinschaut, kann in jeder Pilcher-Produktion, die hier gedreht wurde, den Hausherrn in einer Statistenrolle entdecken. Der prächtige Salon gehört zu den Lieblingsdrehorten der TV-Teams. Aber auch die grossartige Bibliothek im «Regency Gothic»-Stil mit über 6000 Büchern versetzt Besucher ins Stau-

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Die beeindruckende Bibliothek des Prideaux Place

Prideaux Place, Schauplatz vieler Pilcher-Verfimungen

nen. Das Familien-Archiv besitzt Urkunden, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Kein Wunder, dass das ZDF allein im Jahre 2011 vier Filme in dieser einmaligen Kulisse drehte.

Schauplatz vieler Geschichten Die englische Grafschaft Cornwall ist jedoch nicht nur in den Romanen Rosamunde Pilchers Schauplatz für Liebesschicksale. Auch Daphne du Maurier fühlte sich dieser einmalig zauberhaften Landschaft sehr verbunden. Die Grande Dame des englischen Romans, die bis zu ihrem Tod 1989 an der Südküste Cornwalls lebte, liess fast alle ihre Geschichten in der von ihr heiss geliebten Landschaft spielen, viele mit historischem Hintergrund. «Jamaica Inn», eine Schmugglergeschichte, die im Bodmin Moor spielt, oder «Frenchman’s Creek», eine Piratengeschichte, die in der Umgebung des Helford River angesiedelt ist, sowie «Die Cornwall-Saga» haben eine weltweite Lesergemeinschaft gefunden. Ihr wohl berühmtestes Buch «Rebecca» beginnt gar mit den Worten: «Gestern Nacht träumte ich, ich sei wieder in Manderley …», und wahrlich steht auch in diesem Buch Manderley-Menabilly, ein altes Anwesen westlich von Fowey, fast mehr im Vordergrund des Romans als die rätselhafte Titelheldin. 26 Jahre lebte Daphne du Maurier Daphne du Maurier liebte ihr Cornwall.

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Blick vom South West Coast Path

in Menabilly. Im Garten stand ihre «Schreibhütte» mit Blick aufs Meer. Als die Schriftstellerin im Jahre 1989 im nahegelegenen Kilmarth starb, wurde ihre Asche von Gribbin Head aus ins Meer gestreut. Selbst im Tod wollte die Schriftstellerin Cornwall und Menabilly nahe sein. Auch Jane Austen, Agatha Christie, Thomas Hardy oder Sir Arthur Conan Doyle liessen sich von der einzigartigen Landschaft aus sattem Grün, tosendem Meer, atemberaubenden Steilküsten, traumhaften Stränden und dem Aufeinandertreffen der Kontraste verzaubern. Malerische Dörfchen mit rustikalen Cottages treffen auf endlose Weite und hochherrschaftliche Landsitze. Elegante Badeorte verströmen luxuriöse Gediegenheit, während viele Landsitze und herrschaftliche Hotels – angeblich das Heim von Geistern – oder Dartmoor für wohlige Gänsehaut sorgen. Kein Wunder also, dass viele Gespenstergeschichten hier ihren Ursprung finden und Sherlock Holmes in «Der Hund von Baskerville» die hügelige, nebelige Landschaft Dartmoors erforscht. Zu Ehren der legendären Schriftsteller findet übrigens alljährlich im Mai ein grosses Literaturfestival in Cornwall statt.

Ein sagenumwobener König Der grosse Geist von König Artus schwebt über England. Viele historische Quellen sprechen übereinstimmend von einem Kö-

nig, der die heidnischen Sachsen in Britannien entscheidend zurückgeschlagen habe. Weder die Schauplätze noch die Person des Artus sind heute eindeutig identifizierbar, doch die Lichtgestalt des siegreichen Artus bot der Weltliteratur genügend Nährboden für viele Geschichten. Das in die Welt des höfischen mittelalterlichen Lebens übertragene Artusepos beflügelt die Phantasien noch heute und die meisten Schauplätze liegen in Cornwall. Als Geburtsort Artus' benennt der Geschichtsschreiber Geoffrey of Mommouth im 12. Jahrhundert die Burg von Tintagel. Die Burgruinen auf dem Felshügel in Tintagel stammen zwar überwiegend aus dem 13. Jahrhundert, aber archäologische Ausgrabungen haben die Fundamente einer viel älteren Festung freigelegt. Das belebte Spekulationen, ob der legendäre König hier wirklich geboren sein könnte. Ganz gleich, was dran sein mag an der Sage, ein Ausflug nach Tintagel Castle ist ein Erlebnis. Ausgrabungen belegen, dass man hier bereits im 5. Jahrhundert gut zu leben wusste; Scherben aus dem Mittelmeerraum zeugen von spätrömischem Luxus und lassen vermuten, dass Öle und Wein importiert wurden. Und auch ohne König Artus ist ein stimmungsvollerer Ort für eine Festung kaum vorstellbar: Ein Teil der Burgruine steht auf einer felsigen Halbinsel, die nur über schwindelerregende Steinstufen erreichbar ist. Tief unten tobt das Meer, und hoch oben pfeift dem Besucher der Wind um die Ohren.

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Bei Sonnenuntergang treffen sich die Surfer am Strand und warten auf die perfekte Welle.

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Ein Genuss: Cornish Icecream

«THOSE WHO DESIRE TO UNDERSTAND THE CORNISH, AND THEIR COUNTRY, MUST USE THEIR IMAGINATION AND TRAVEL BACK IN TIME.» aus: «Vanishing Cornwall» von Daphne du Maurier

Wildromantische Küsten und Surfer-Eldorado Ja, es gibt sie, die schneeweissen, einem Reiseprospekt entsprungenen Strände, und das nicht nur in südeuropäischen Gefilden oder exotischen Zielen, sondern auch in England – allerdings nur im Südwesten der Insel. Dramatische Küstenstriche verwandeln sich unerwartet in idyllische Strandbuchten. Kein Wunder, dass dieser Landstrich viele Wochenendsurfer und Prominente mit Zweitwohnsitz anlockt. Egal ob an der Nordküste oder Südwestküste, nicht viele Länder können mit einer derart atemberaubenden Landschaft aufwarten. Und auch wenn einige Strände, besonders in den Sommermonaten, überlaufen sein mögen, bei einer Wanderung auf den Küstenpfaden ist Einsamkeit leicht zu finden. Auf dem South West Coast Path mit etwa 480 Kilometer Länge gibt es mehr als genug zu erkunden. Doch selbst bei kleinen Teilstrecken sollte man genügend Zeit einplanen, denn immer wieder legt man Pausen ein, um die Landschaft zu geniessen oder Fotos zu machen. Besonders, da die Grafschaften Cornwall und Devon mit ihrem beinahe mediterranen Klima das Klischee über das miserable englische Wetter Lügen strafen.

National-Dessert Zu jedem Cornwall- und Devon-Aufenthalt gehört der Genuss des Cream Tea. Eine Mahlzeit aus leichten scones (weissen, krümeligen Brötchen), hausgemachter Marmelade, Tee und cremiger, aber fester clotted cream – einer Art dicker Rahm, der aus roher Kuhmilch hergestellt wird. Die Milch wird in flachen Pfannen erhitzt und für einige Stunden stehen gelassen. In dieser Zeit sammelt sich der Rahm an der Oberfläche und bildet Klümpchen (lots). Es gibt oft hitzige Debatten, was zuerst auf den scone gestrichen wird: In Cornwall kommt traditionell zuerst die Marmelade, in Devon der Rahm.

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EINE LEGENDE AM GOLF Das Sultanat Oman Sindbad der Seefahrer, die Weihrauchstrasse und die Heiligen Drei Könige – die spannende und ereignisreiche Vergangenheit Omans ist längst Allgemeinwissen. Die stolzen Menschen und atemberaubenden Landschaften hinter diesen Legenden sind jedoch noch immer ein gut gehütetes Geheimnis, das zu entdecken sich lohnt.

von Lilly Steffen

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Muscat: eine Mischung aus Altem und Neuem

ur sechs Flugstunden von Zürich entfernt liegt das Sultanat Oman. Ein Land mit einer Fülle von Naturschönheiten, einer faszinierenden Kultur, atemberaubenden Landschaft und einer gastfreundlichen Bevölkerung. Das herausragende Merkmal von Oman, dem zweitgrössten Land in der Region, ist seine vielgestaltige Landschaft mit den grandiosen Fjorden im äussersten Norden in Musandam, den unberührten Sandstränden, den beeindruckenden Wüstengebieten, den zerklüfteten Bergen und einem mit üppiger Vegetation bedachten Süden. Das Sultanat überrascht mit wild zerklüfteten Hochgebirgen, tiefen Canyons, idyllischen Oasen und weitläufigen Plantagen. Während endlose Weite die faszinierenden Sand- und Kieswüsten kennzeichnen. Sein besonderes regionales Klima und die nur dünne Besiedelung machen es zu einem idealen Refugium für eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Das Land bietet aber weit mehr als grandiose Landschaften und eine grossartige Flora und Fauna: Auch die Spuren der 5000-jährigen Seehandelstradition sind allgegenwärtig. Ihre beeindruckenden archäologischen Zeugnisse sind Weltkulturerbe der UNESCO – unzählige Bienenkorbgräber, monumentale Lehmfestungen, sagenumwobene Häfen und Rastplätze der Weihrauchstrasse. Zeugnisse für eine glorreiche Vergangenheit finden sich überall in dem Land mit seinen mehr als 500 Festungen, Burgen und Wehrtürmen. Denn trotz rasch voranschreitender Entwicklung bleibt das Land in seiner Tradition und Kultur fest verwurzelt.

Muscat, die Hauptstadt des Landes, welche von Oman Air vier mal die Woche ab Zürich nonstop angeflogen wird, überrascht den Besucher mit einem Kaleidoskop beeindruckender moderner arabischer Architektur. Es ist eine neue Stadt, umsichtig geplant und erbaut in den letzten 30 Jahren. Die Stadt wurde vor mehr als 900 Jahren gegründet und hält auch weiterhin an traditionellen Werten fest, während sie gleichzeitig ultramoderne Einkaufskomplexe, erstklassige Schnellstrassen, eine Vielzahl internationaler Hotels, einen internationalen Flughafen und einen grossen Seehafen vorweisen kann. Die Capital Area erstreckt sich von den historischen Ortsteilen Matrah und Muscat über 50 Kilometer hinweg entlang der Küste. Zwischen schroffen dunklen Felsen stehen blütenweisse Siedlungen, prächtige Moscheen und Paläste, immer wieder öffnet sich der Blick auf das blau leuchtende Meer und weite Sandstrände. Wer hier nach buntem orientalischem Treiben sucht, der ist im alten Ortsteil Matrah richtig. Während sich die besonders Kauflustigen wahrscheinlich eher von den Malls der Stadt angezogen fühlen, in denen sie aus einem Riesenangebot an Designermode, Accessoires, Elektronikartikeln, Uhren und Parfümen wählen können, ist die wirkliche omanische Kultur vor allem in den Souks zu erleben. Die Souks sind seit Jahrhunderten fester Bestandteil des omanischen Lebens und dienen oftmals nicht nur als Markt, sondern sind auch ein beliebter Ort der Begegnung. Ausserdem bieten sie ausgezeichnete Möglichkeiten zum Kauf von Souvenirs

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wie etwa Krummdolchen (Khanjars) und Weihrauch (Frankincense), beides landestypische Artikel. Der Muttrah-Souk im Zentrum von Muscat ist einer der ältesten und am meisten besuchten dieser traditionellen Märkte.

Festungsanlagen in Al Batinah und Al Dakhliya Festungen, Schlösser und lange Sandstrände sind die Hauptattraktionen der Küstenregion Al Batinah. Die Hafenstadt Sohar soll der Erzählung nach die Heimat des legendären Seefahrers Sindbad gewesen sein. Aufgrund ihrer Bedeutung für den Seeverkehr war Sohar – damals als Majan bekannt – vor Jahrhunderten auch die Hauptstadt von Oman. Die auf einem Hügel mit fünf imposanten Wehrtürmen erbaute Festung von Sohar ist ein Wahrzeichen von historischer Bedeutung. Heute beherbergt sie ein Museum mit Sammlungen von Artefakten aus verschiedenen Perioden der omanischen Geschichte. Auch Suwaiq, Rustaq und Nakhl sind besonders interessant wegen ihrer Festungen, der alten, gut erhaltenen Häuser und der herrlichen Berglandschaft. Berge, Handwerkskunst, Wadis und Stätten von historischem Interesse sind kennzeichnend für Al Dakhliya, die bekannte Handelsregion zwischen Küste und Landesinnerem, die zudem mit der grünen Oase Nizwa eine bemerkenswerte Verwaltungshauptstadt vorzuweisen hat. Die Festung Nizwa, deren Bau Mitte des 17. Jahrhunderts abgeschlossen wurde, gehört zu den grössten und ältesten Festungen Omans und ist eines der am meisten besuchten nationalen Denkmäler. In Bahla, einer kleinen Stadt wenige Kilometer von Nizwa entfernt, liegt die von einer zwölf Kilometer langen Mauer umgebene historische Festung von Bahla

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mit ihren 15 Toren und 132 Wachtürmen – eine der ältesten Festungsanlagen des Landes. Einige Teile gehen bis in die vorislamische Periode zurück. Der Jebel Akhdar oder der «Grüne Berg» ist mit 3009 Meter der höchste des Landes und trägt massgeblich zur natürlichen Schönheit von Al Dakhliya bei. Mit seinen vielen steilen Felswänden, Trekking-Pfaden, Wadis und Höhlensystemen ist er das perfekte Ziel für Outdoor-Enthusiasten.

und Flora dieses Biosphärenreservates ist einzigartig. Neben etwa 300 Oryx-Antilopen leben hier Arabische Gazellen und der seltene Nubische Steinbock, Wildkatzen, Honigdachse, Wüstenfüchse und Wölfe, Wüstenhasen und der Äthiopische Igel. Aber auch 180 verschiedene Vogelarten wurden hier bisher gesichtet, darunter so seltene wie die Houbara-Trappe. Oman verfolgt eine strenge «grüne» Politik, und in den zahlreichen Naturschutzgebieten gedeihen beeindruckend viele Tierarten. Verschiedene Arten von Meeresschildkröten gehen alljährlich zur Eiablage an den Stränden von Ras Al Hadd, Ras Al Junayz und Massirah Islands an Land – ein Ereignis, das sich kein Ökotourist entgehen lassen sollte. Die Küstengewässer vor Musandam sind ausserdem Heimat vieler Wale und Delphine, und die Besucher können diese faszinierenden Meeresbewohner in ihrem natürlichen Lebensraum bei einer der zahlreichen Walbeobachtungstouren erleben, die von lokalen Veranstaltern durchgeführt werden. Eine artenreiche Tierwelt weist die Region Salalah auf, welche der Monsun jedes Jahr mit üppigem Grün überzieht. Der Leopard, in der Region sonst nur selten anzutreffen, hat in der Bergregion Jebel Samhan in Dhofar eine sichere Heimat gefunden.

Die Arche Omans Wie viele Teile Omans hat auch die Region Al Wusta eine atemberaubende Küstenlinie mit weiten Buchten, felsigen Höhlen und Meeresarmen. Delphine, Zugvögel und Seevögel tragen das Ihre zur natürlichen Schönheit dieser Landschaft bei. Al Wusta kann auf eine 170 Kilometer lange einzigartige Küstenlinie verweisen, bei der kein Strand dem anderen gleicht. Während einige eher felsig und steinig sind, findet man andernorts sauberen, weissen Sand. Überall an der Küste fällt im Sommer leichter Regen, und die gemässigten Temperaturen mit einer stets kühlen Brise machen sie für Touristen noch attraktiver. Doch auch in der Wüstenregion dieses Gebietes leben zahlreiche einheimische Tiere wie die Arabische Oryx-Antilope. Die edlen Tiere waren in freier Wildbahn schon ausgestorben, doch hier erhielten sie auf Initiative von Sultan Qaboos wieder einen neuen Lebensraum. Im geographischen Herzen Omans sind Menschen rar.

Oman fehlt alles Grosse, Anmassende, Laute. Aber gerade dies macht das Land zu einem aussergewöhnlichen Reiseziel, gibt dem Besucher aus der Welt der Hektik eine Chance, sich wieder auf sein Menschsein zu besinnen und seine Wahrnehmung zu schärfen. Oman heisst Farben sehen, Wohlgerüche atmen, Horizonte erahnen, extreme Kontraste physisch erleben, sich in endlosen Landschaften scheinbar verlieren. www.oman.travel

Es ist das ideale Refugium für seltene und bedrohte Tiere. 27'500 Quadratkilometer gross ist die Fläche des seit 1974 ausgewiesenen Schutzgebietes der Jiddat al Harasis. Die Fauna

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AUF DEN SPUREN DES

SINGAPORE GIRLS 40 Jahre Asian Style

Sie ist das Symbol für den einzigartigen, qualitativ hochstehenden und freundlichen Service von Singapore Airlines. Seit nunmehr 40 Jahren verkörpert das Singapore Girl die Servicequalität der Airline.

von Yvonne Beck

A

ls Inbegriff des asiatischen Anmuts und der Gastfreundschaft steht das Singapore Girl seit ihrer Schaffung im Jahr 1972 für Singapore Airlines. 1993 wurde es zur ersten Werbefigur, die jemals bei Madame Tussauds – dem weltweit bekannten Wachsmuseum in London – ausgestellt wurde. Madame Tussauds begründete die Entscheidung damit, dass das Singapore Girl die stetig wachsende Begeisterung für internationales Reisen symbolisiert. Das Markenzeichen des Singapore Girls – die Batik-Uniform – wurde exklusiv von dem Pariser Designer Pierre Balmain entworfen und spiegelt die Kultur der asiatischen Fluggesellschaft wider. Den Sarong Kebaya gibt es in vier Farben – jede einzelne steht für einen Dienstgrad. In ihrer einzigartigen Uniform ist das Singapore Girl ein Symbol mit höchster Anerkennung in der Flugbranche. Das Singapore Girl hat mit seiner zeitlosen Eleganz unzählige globale Marketing-Kampagnen von Singapore Airlines begleitet und Reisende aus der ganzen Welt für sich gewonnen. Bis die jungen Frauen, die alle mindestens 158 Zentimeter gross und schlank sein müssen (Männer 165 Zentimeter), ihr Können auf den internationalen Luftrouten der Airlines zeigen dürfen, werden sie jedoch intensiv geschult. Anhand von Tests und persönlichen Interviews werden sie ausgewählt. Englisch und eine asiatische Sprache werden vorausgesetzt, ein Teil der auf den entsprechenden Linien eingesetzten Crew-Mitglieder spricht auch Deutsch oder Französisch.

lichen Kenntnisse zur Beurteilung der an Bord ausgeschenkten Weine kennen, einschliesslich wie und wo diese produziert werden sowie deren einzigartige Charakteristiken. Flugbegleiterinnen, die an weiterem Wissen über Wein interessiert sind, können zusätzliche Kurse von Weinexperten belegen. Ausgewähltes Kabinenpersonal mit den nötigen Zertifizierungen kann auch zum Singapore Airlines Air Sommelier ausgebildet werden und ist so in der Lage, den Fluggästen professionelle Weinberatung anzubieten und das Wissen über den Wein an die Kollegen weiterzugeben. Das Kabinenpersonal ist zudem in allen Aspekten der Flugbetreuung und des Services sehr versiert und kümmert sich gleichermassen um die Bedürfnisse der jungen, älteren wie auch behinderten Passagiere. Mehr als 80 Prozent der Singapore Girls sind aus Singapur oder Malaysia, der Rest kommt aus China, Indien, Indonesien, Japan, Korea, Taiwan und Hongkong – Europäerinnen und Europäer gibt es in den Kabinen-Crews nicht.

Guter Service ein Muss Doch es ist ein weiter Weg bis zum ersten Einsatz. Die Stewardessen der Singapore Airline durchlaufen ein 15 Wochen langes Einstiegstraining, gefolgt von zahlreichen Auffrischungskursen und produktspezifischen Schulungen im Laufe ihrer Karriere. So lernen die Flugbegleiterinnen während ihrer Ausbildung auch die wesent-

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Hartes Training Doch die Ausbildung umfasst weitaus mehr als den perfekten Service an Bord. Die Grundausbildung bei Singapore Airlines dauert 13 Wochen. Die Ausbildung der Airline-Crews wird von der International Air Transportation Association IATA vorgeschrieben, doch jede Airline kann die obligatorischen Programme individuell ausgestalten und noch zusätzliche Programmpunkte einbauen. Bei Singapore Airlines steht der Sicherheitsfaktor an oberster Stelle. Ob nun bei Turbulenzen der Gang zur Toilette untersagt wird, ob Gurtenkontrolle oder Unterbringung von Gepäckstücken, reibungsloses Ein- und Aussteigen – Sicherheit ist das oberste Gebot im Flugzeug. Dieses wird immer wieder geprobt, bis jeder Handgriff und jede Anweisung sitzen. Speziell geübt wird zudem der Umgang mit Kindern und behinderten Passagieren, denn man muss für jede Situation gewappnet sein. Strikte geregelt sind auch die Ruhezeiten der Hostessen und Stewards. Bei Mittelstrecken sind es 45 Minuten, bei sehr langen Flügen über 12,5 Stunden sind drei Stunden Ruhezeit in den speziellen Schlafkabinen obligatorisch. Die sechswöchige Basisschulung ist für alle gleich, sie umfasst Servicetraining, Erste Hilfe und grundlegende Sicherheitsaspekte, dann folgt die auf die einzelnen Flugzeugtypen ausgerichtete Ausbildung. Denn die Fluglinie fliegt sechs Flugzeugtypen, in denen es je nach Maschinentyp viele unterschiedliche technische Details gibt und die Bordküchen verschieden konzipiert sind. Daher werden die Stewardessen und Stewards auf jeweils drei Typen geschult, darunter dem Airbus A380, der wegen seiner Grösse besonders personalintensiv ist. Nach der Ausbildung kennen die Singapore Girls jeden Winkel des Flugzeuges im Schlaf. Das erste Jahr fliegen sie alle in der Economy Class und werden dann für die Business, die First Class und die Suites weitertrainiert.

Die Ikonen der Lüfte Hinter dem perfekten Service der Singapore Girls steckt also sehr viel Training, jeder Handgriff ist eingeübt, trotzdem wirkt nichts aufgesetzt oder gestellt. Die grazile Kabinen-Crew vollzieht ihren Service scheinbar ganz unkompliziert und natürlich. Das hebt Singapore Airlines von anderen Airlines ganz deutlich ab. Und zu Recht sind die exotisch gekleideten, hübschen Flugbegleiterinnen zum Symbol für perfekten Service in der Luft geworden. Doch was ist es, das den grossen Qualitätsunterschied zu anderen Airlines ausmacht? Natürlich empfindet man es als angenehm, wenn das Gegenüber einen anlächelt, doch das allein kann es nicht sein. Es ist das gesamte Erscheinungsbild und Verhalten der Crew. Die Hostessen und Stewards sprechen alle Passagiere in der Business Class mit ihren Namen an, bei längeren Gesprächen gehen Flugbegleiter in die Hocke, um auf Augenhöhe mit den Passagieren zu sprechen – es sind die vielen Kleinigkeiten, welche die Singapore Girls zu Ikonen der Fluggeschichte machen. Der Singapore Airline Crew Guide

Flight Stewardess

Leading Stewardess

Chief Stewardess

Inflight Supervisor (female)

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AROUND THE GLOBE

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Rituale und Zeremonien

Thailands Bettelmönche Jeden Tag im Morgengrauen verlassen die über hunderttausend buddhistischen Mönche Bangkoks ihre Klöster und ziehen barfuss und in ihre safrangelben Roben gehüllt durch Strassen der Stadt, wo viele Gläubige schon auf sie warten. Sie füllen die schwarzen Almosenschalen (Bahts) der Mönche mit Früchten, Curries und Reis. Die Mönche nehmen die Gaben schweigend und mit gesenktem Blick entgegen. Für die Mönche, Thailands Mönche sind immer Bettelmönche, stellt dieses Ritual die einzige Quelle für Lebensmittel und Nahrung dar. Doch die Gläubigen geben gern, sammeln sie doch dadurch «Pluspunkte» für ihre nächste Inkarnation.

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«DER LÄRM ÄUSSERER RITEN VERSCHWINDET, WENN WAHRE ERKENNTNIS ANBRICHT.» Ramakrishna

Traditionelle Figur zum «Day of the dead» in Mexiko

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Die Riten der Mayas Die mexikanische Stadt Tulum wurde nach Meinung der Experten im 12. oder 13. Jahrhundert von den Mayas besiedelt. Und wurde schnell zum zeremoniellen Zentrum der Mayas. Noch heute zelebriert man hier typische Rituale, Bräuche und Traditionen. Überall in Mexiko bieten Wahrsager, Handleserinnen und Medizinmänner für ein paar Pesos ihre Dienste an. Doch Vorführungen der Voladores (Vogelmenschen) und rituelle Tanzvorführungen lassen sich bestens in Tulum bestaunen. Beim alten Ritual der Voladores lassen sich vier Männer, bei Trommel- und Rohrflötenmusik, an Seilen gebunden aus 30 Meter Höhe langsam in die Tiefe. Der Mast stellt die Verbindung zwischen Himmel, Erde und Unterwelt dar.

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Der Tanz Afrikas Die Massai sind eine ostafrikanische Volksgruppe, die in den weiten Ebenen im Süden Kenias sowie im Norden Tansanias beheimatet ist. Bei ihnen gibt es viele Zeremonien. Besonders bekannt ist das springende Tanzen der Männer. Die jungen Massai, die Morani, springen dabei auf der Stelle so hoch wie möglich und beweisen so ihre Stärke. In vergangenen Zeiten war das Töten eines Löwen Voraussetzung, eine Frau haben zu dürfen. Es gibt Anzeichen, dass dies in abgelegenen Gebieten auch heute noch zelebriert wird. Ebenso mussten die jungen Männer oft jahrelang in einem eigens von ihnen gebauten Dorf wohnen. Dafür gibt es heute jedoch keinen Platz mehr.

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Die Prozessionen Spaniens Die Feierlichkeiten der Karwoche in Spanien sind von Prozessionen geprägt, die von Palmsonntag bis zum Ostersonntag ganze Städte im Bann halten. Prozessionen finden die gesamte Heilige Woche über statt, die Hauptprozession ist jedoch in der Regel am Karfreitag. Sie werden von Hermandades genannten Vereinigungen organisiert und durchgeführt. Die Prozessionen setzen sich meist aus den Pasos mit ihren Trägern und Begleitern, den Nazarenos (Büsser) und Musikkapellen zusammen. Die Büsser gehen oft barfuss, tragen lange Kutten und sind mit der typischen Spitzhaube maskiert, was der Anonymität des Bussakts dient. Die traditionellen Prozessionen zur Semana Santa in Sevilla sind auch die berühmtesten.

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Geburtstagsfest für den jüngsten Sohn Shivas Thaipusam ist ein besonders von Tamilen am Vollmond des tamilischen Monats Thai (Januar/Februar) gefeiertes HinduFest. Das Fest gedenkt einerseits des Geburtstags von Gott Murugan, dem jüngsten Sohn von Shiva und Parvati, sowie der Übergabe einer Vel (Lanze) von Parvati an Murugan, damit dieser den Dämonen Soorapadman besiegen könne. Viele der mit Blüten bekränzten Pilger tragen geschmückte Gefässe mit Opfergaben von Milch und Blumen, die sie Murugan im Gebet widmen. Andere verspüren eine stärkere Passion, ihre Zungen und Wangen sind von kleinen silbernen Spiessen, ein Symbol des Vel, durchbohrt. Der Körper mancher Pilger ist von Haken durchstochen, an denen Zitronen oder Orangen hängen, andere schleifen an grossen Haken in ihrem Rücken Begleiter hinter sich her.

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Das Bad im Fluss Der Ganges ist die personifizierte Göttin Ganga und für Hindus der heiligste aller Flüsse. Ein Ritualbad in diesem Fluss stellt eine der tiefsten Erfahrungen im Leben eines gläubigen Hindu dar. Noch heute begrüssen in der heiligen Stadt Varanasi Tausende von Pilgern und Einwohnern den neuen Tag, indem sie in das kühle Wasser des Stroms steigen, um für die Reinheit von Körper, Geist und Seele zu beten und neue Kraft für ein frommes Leben zu erhalten. Wenn dieses Leben zu Ende geht, hoffen sie, am Ganges zu sterben, damit sich ihre Asche mit dem Wasser des Flusses vereinen kann und sie aus dem ermüdenden Kreislauf der Geburten befreit werden.

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Ein Etrog zum jüdischen Erntedankfest Das Sukkot ist eines der drei jüdischen Wallfahrtsfeste. In Anlehnung an das antike Erntedankfest und die mit Regen und Fruchtbarkeit assoziierten Zeremonien werden während Sukkot zu den Gottesdiensten in der Synagoge die «Arba’a minim» getragen. Sie bestehen aus dem zu einem Feststrauss gebundenen Palmzweig, drei Myrtenzweigen und zwei Bachweidenzweigen, die in der rechten Hand getragen werden, sowie dem Etrog, einer Sorte der Zitronatzitrone, der in der linken Hand gehalten wird. Der Etrog muss unversehrt sein, rein und fleckenlos. Die Pitum genannte Spitze darf nicht abgebrochen sein. Besonderen Wert verleiht einem Exemplar eine manchmal vorkommende rillenartige Einkerbung, die als Adamsbiss bezeichnet wird.

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Von der Weide ins Tal Als Almabtrieb bezeichnet man die Überführung des Viehs von den Bergweiden ins Tal, wo es in den Stallungen der Bauernhöfe überwintert. Ist der Almsommer für Mensch und Tier ohne tödliche Unfälle verlaufen, werden in vielen Gegenden die Herden für den Abtrieb kunstvoll geschmückt. Eine besondere Rolle spielt dabei die Kranzkuh, die traditionell die Herde auf ihrem Weg in die heimischen Ställe anführt. Sie erhält einen ungewöhnlich grossen Kopfschmuck, der aufwändig aus Zweigen, Blumen, Gräsern und Bändern in Form einer Krone geflochten wird. Meist zeigt der Kranz ein Kreuz, womit um den Schutz des Himmels gefleht wird, sowie Spiegel und Glocken zur Abwehr böser Geister.

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1560 DAVOS MUSIC EINE POPULÄRE KONZERTREIHE FÜR DAVOS Diesen Sommer spielen da, wo sonst politisiert wird, Weltstars wie Montserrat Caballé, Max Raabe mit Palastorchester und die erfolgreichste ABBA-Show, ABBA GOLD.

von Yvonne Beck

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om 16. bis 18. August 2012 wird aus dem politischen Parkett des weltbekannten WEF ein musikalisches Terrain. Mit einer Kapazität von bis zu 1500 Personen pro Konzert wird der schöne Saal des Kongresszentrums Davos erstmals von Montserrat Caballé, Max Raabe und Palastorchester sowie der erfolgreichsten ABBA-Show, ABBA GOLD, besucht. Weltstar Montserrat Caballé freut sich besonders auf das bevorstehende Konzert: «Mit dem Auftritt in Davos geht ein langjähriger Traum in Erfüllung. Erstmals in dieser beeindruckenden Bergwelt gemeinsam mit meiner Tochter auftreten zu dürfen, ist eine grosse Ehre für mich.» Und auch Max Raabe sagte, ohne lange zu zögern, zu: «‹Unbedingt›, war meine Antwort auf die Anfrage. Nicht nur die

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«DIE MÖGLICHKEIT BEI DIESER NEUEN KONZERTREIHE DABEI ZU SEIN, HAT ES MIR ANGETAN. WIR FREUEN UNS SEHR AUF DEN AUFTRITT.» Max Raabe

Architektur des Konzertsaals, auch die Region ist atemberaubend. Die Möglichkeit, bei dieser neuen Konzertreihe dabei zu sein, hat es mir angetan. Wir freuen uns sehr auf den Auftritt.»

gangenen Zeiten schwelgen. Ob melancholisch oder heiter – ein gelungener Konzertabend, der gleichzeitig amüsierend und schmeichelnd in Erinnerung bleibt.

Am Donnerstag, 16. August 2012, tritt somit Montserrat Caballé bei 1560 Davos music auf. Sie gilt als legendäre Operndiva und unbestrittene Königin des Belcanto. Mit dabei sind ihre Tochter, die Sopranistin Montserrat Marti sowie ihr langjähriger Begleiter am Flügel, Pianist Manuel Burgueras. Mit ihrem aktuellen Programm schlagen die Künstler einen Bogen von den Werken der grossen italienischen und französischen Opernkomponisten bis zur spanischen Zarzuela.

Den Abschluss bildet am Samstag die erfolgreichste ABBAShow. Willkommen Seventies: alle ABBA-Superhits in einer grandiosen Live-Show! ABBA GOLD präsentiert die unvergessenen Songs von Agnetha, AnnaFrid, Björn und Benny dem Publikum in einer furiosen Live-Inszenierung. Jedes noch so kleine Detail trägt dazu bei, die schwedische Hitfabrik wieder so lebendig zu machen wie damals. Die Zuschauer müssen nicht einmal die Augen schliessen, um zu glauben, dass auf der Bühne die «echten» ABBAs stehen. Von «Dancing Queen» und «Waterloo» bis hin zu «S.O.S» oder «Knowing Me, Knowing You»: Die Bühnenshow muss in puncto Spritzigkeit, Originalität den Vergleich mit den Originalen wirklich nicht scheuen.

Der Freitag steht mit Max Raabe im Zeichen der 20er Jahre. Max Raabe und das Palastorchester lassen auf meisterhafte Weise Komik und Tragik in einer unvergleichlichen Leichtigkeit mit einfliessen. Sein Markenzeichen: ein schwarzer Frack, die Haare perfekt nach hinten frisiert. Lieder mit überaus bekannten Zeilen wie «Kein Schwein ruft mich an», «Mein kleiner grüner Kaktus», «Veronika der Lenz ist da» oder, wie aktuell hörbar, «Küssen kann man nicht alleine» lassen das Publikum in ver-

Weitere Informationen und Tickets über www.actnews.ch und an allen Vorverkaufsstellen von Ticketcorner. Ticketcorner-Hotline 0900 800 800 (CHF 1.19/min., Festnetztarif). Tickets sind auch erhältlich bei Davos Destination unter +41 (0) 81 415 21 21.

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SCHLUSSWORT

Vorschau Volume 24

Publisher Francesco J. Ciringione Owner Prestige Media AG Publishing Director Boris Jaeggi b.jaeggi@prestigemedia.ch

Head of Productions Julia Moos j.moos@prestigemedia.ch

Alchemielabor der Kunst

Art Director Julia Moos

Das Studio Olafur Eliasson in Berlin ist ein experimentelles Labor. Unter der Leitung des visionären dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson fungiert es als interdisziplinärer Raum, in dem stets aufs Neue überraschende Dialoge zwischen Kunst und ihrer Umgebung angestossen werden. PRESTIGE führt durch seine oft riesenhaften Installationen, Fotografien, Skulpturen und Architekturprojekte.

Sales Manager Andreas Baur a.baur@prestigemedia.ch

Sales Virginie Vincent v.vincent@prestigemedia.ch

Product Manager Beauty/Fashion Valeska Jansen v.jansen@prestigemedia.ch

EDITORIAL STAFF Editor in Chief Yvonne Beck Editors Yvonne Beck, Vera Dillier, Wilhelm J. Grusdat, Lone K. Halvorsen, Valeska Jansen, Peter J. Jenoure, Jascha Köhler, Gabriel Palacios, Lilly Steffen, Guido Tognoni, Helena Ugrenovic, Götz Winter, Dominique Zahnd News Yvonne Beck, Lone Halvorsen

Cover Picture

Julius Maggi Am 19. Oktober 1912 starb der Schweizer Unternehmer und Gründer des Unternehmens «Maggi» (1890) – der Erfinder der «Maggi»-Würze. Zum 100. Todestag begeben wir uns auf die Spuren des Lebensmittelproduzenten, der mehr als nur ein einfacher Würze- und Bouillon-Hersteller war.

Photographs Mango, Disney, Moët & Chandon, Dolce & Gabbana, Jil Sander, Getty Images, Prada, Chanel, Gloryfy, Xray, Silhouette, Eres, UGG Australia, Hermès, Triumph, Maryan Mehlhorn, Hotel Castel, Crystal Head Vodka, Ladurée, Nespresso, Vitra, Vipp, Bang & Olufsen, Ingo Maurer, Manfred Seidl, Blumarine, Smashbox, Deborah, Bobby Brown, Guerlain, Nars, Dior, Giorgio Armani, Allessandro, www.blufin.it, Thermi Bad Schinznach, Hôtel Palace Lausanne, Hôtel President Wilson, Disney, Universal Pictures, Warner Bros, 20th Century Fox, www.lemurpublishing.com, Opel, www.wikimedia.org, www.igkad.de, Hublot, Sultanate of Oman, Singapore Airliner Ltd., Act Entertainment, shutterstock.com Corrector Andreas Probst MAIN OFFICE Prestige Media AG Bösch 73 CH-6331 Hünenberg PUBLISHER/PRODUCTION Prestige Media AG Leimgrubenweg 4 CH-4053 Basel Telefon 0041 61 335 60 80 Telefax 0041 61 335 60 88 info@prestigemedia.ch www.prestigemedia.ch

Taiwan

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Wer kennt ihn nicht, den Aufdruck «Made in Taiwan» auf Billigprodukten. Doch die wenigsten wissen mehr über das Land, welches sich dahinter verbirgt. PRESTIGE hat sich daher auf die Reise begeben, um herauszufinden, was dieses Land noch alles zu bieten hat. Und traf auf ein Land voller Kontraste.

Dejan Djokic www.prestigemag.ch info@prestigemedia.ch Laura Giarratana Serpil Dursun s.dursun@prestigemedia.ch Price / Issue CHF 10.– Price / Year CHF 39.–

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Frequency vierteljährlich WEMF 2011/2012 – 22.162 Exemplare Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von Redaktion und Verlag jede Haftung abgelehnt.

Freuen Sie sich mit uns auf die im September 2012 erscheinende Ausgabe mit vielen spannenden Themen und Reportagen.

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