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LIMITED EDITION WINTER 2011


Das neue BMW 6er Cabrio und BMW 6er Coupé

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SEIDE — DAS GEHEIMNIS NATÜRLICHER SCHÖNHEIT Seide ist eine der kostbarsten Fasern aus der Natur. Nichts ist mit dem Gefühl von Seide auf der Haut vergleichbar. Es ist wie eine sanfte Berührung, wie ein Hauch. Seide ist auch ein wertvolles Schönheits-Elixier. SENSAI, die Premium-Marke von Kanebo, nutzt die einzigartigen, hautpflegenden Eigenschaften der Seide für exklusive Anti-Ageing Pflege.

DIE ENTDECKUNG WAHRER PFLEGE Schon Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte Sanji Muto, der damalige Direktor und Gründer von Kanebo Ltd., die hautpflegenden Eigenschaften der Seide. Bei einem Rundgang durch das Unternehmen fiel ihm auf, dass die Seidenspinnerinnen im Gegensatz zu den Baumwollspinnerinnen viel geschmeidigere und glattere Hände hatten. Er erkannte sofort: Es muss an der Seide liegen, dass die Haut trotz der Beanspruchungen so zart und geschmeidig bleibt. Für die japanische Premium-Marke SENSAI, welche aus dem Unternehmen Kanebo hervorging, legte diese Beobachtung den Grundstein für ihre Philosophie: Perfekte Haut ist so makellos wie Seide. Intensive Forschung bestätigte dann die Seiden-Theorie. Man fand heraus, dass Seidenfasern den Strukturen der Haut sehr ähnlich sind und somit über herausragende, Feuchtigkeit spendende Eigenschaften verfügen. Seide besitzt also die Besonderheit, die natürliche Schönheit der Haut zu erhalten und ihr Eleganz und Zartheit zu verleihen. Fortan ging es vorrangig darum, diese erstaunliche Entdeckung für kosmetische Zwecke nutzbar zu machen. Die Anti-Ageing Kosmetikmarke SENSAI war geboren! Bei SENSAI glaubte man fest an den Erfolg und begann mit der Suche nach der qualitativ hochwertigsten und glanzvollsten Seidenart, die ein Optimum an hautpflegenden Eigenschaften bietet. Diese Suche führte zur Koishimaru-Seide, der kostbarsten Seide Japans. Sie war einst nur der kaiserlichen Familie vorbehalten und wurde daher auch als „kaiserliche Seide“ bezeichnet.


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INHALT

Editorial

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Fashion Blauer USA Nicht nur für Officer

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Zeitlose Qualität zeitgemäss interpretiert Ein Familienunternehmen mit Tradition

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Fashion For Kids Winter 2011/12

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Für Surfer-Füsse gemacht Von Jetsetfüssen getragen

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Fashion News Winter 2011

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Happy Birthday Bally feiert 160-jähriges Jubiläum

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culinarium Der Gourmet-Tüftler Alexander Kroll

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Champagner Der König der Weine

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Pure Swiss Alpine Caviar Exklusiver Kaviar aus der Schweiz

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66

Louis XIII Der König der Cognacs

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Food News Purer Genuss

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Weine ... ... aus der Westschweiz

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living Zeit wird schneller Temporäre Architektur

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Die echte Schweizer Küche Lifestyle und Design perfekt vereint

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Interior News Living & More

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Private Wellness-Oase Entspannung und Luxus pur

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Elegante Faszinationen Küchen für Persönlichkeiten

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INHALT

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Feuerkultur Das moderne Kaminfeuer

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80 Jahre Wohnbedarf 80 Jahre stilvolle Einrichtung

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Die Stars stehen auf ihn mafi gewinnt Energy Globe Award 2011

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Wellness zuhause Das eigene Badaparadies

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Seit 1895!

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Nach alter Tradition hergestellte Matratzen und Betten

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Beauty Glamourlook Herbst/Winter 2011/12

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aquabasilea Hamam Willkommen in der Welt der orientalischen Badefreuden

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New Nail Colours

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Herbst/Winter 2011/12

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Colours Einmal Haare f채rben bitte!

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Glatte Haut Faltenfrei nach nur 20 Minuten

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Culture Klaus Kinski

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Es ist alles in mir

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Immersed In Nature Making Of des Pirelli-Kalenders 2012

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Comics, Farben und Peep Diese Wintersaison lockt mit kulturellen Highlights in St. Moritz

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Emma Stone Gefeiert wie einst Julia Roberts

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Ronnie Biggs The Great Train Robbery

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Dr. med. Thor Imlattenkreuz

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Facharzt Sportmedizin?!?

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Drive Style

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Der Aston Martin One-77 Britische Sportskanone

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Saturday Morning Fever Das wohl lockerste Motor-Meeting der Welt

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INHALT

WAtches & jewellery Seltene Farbedelsteine Paraiba-Turmalin, Tsavolith, Tansanit und Rubellit

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The Dress Watch A watch to dress up?

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Travel Vom Hotelzimmer auf die Gästeliste Partytime rund um den Globus!

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Luxus pur und Inselzauber Sainte Anne – Die Insel der Träume

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Berlin Die Hauptstadt der Künstler

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Hawaii Willkommen! E komo mai!

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Events Erstklassige Unterhaltung Und erlesene Kochkunst im PALAZZO COLOMBINO

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«A Night At The Opera» ART ON ICE St. Moritz

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Event, Prestige und Tradition WHITE TURF St. Moritz 2012

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Preisträchtiges Winter-Polotunier 28. St. Moritz POLO WORLD CUP ON SNOW

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Gourmetköche zum Anfassen nah 19. St. Moritz GOURMET FESTIVAL

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«Sports Meets Music» Podiumsdiskussion im St. Jakob Park in Basel

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KOLUMNEN 192 114

Ghislaine Derrien Modeschmuck: Eine Leidenschaft mit vielen Facetten

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Wilhelm J. Grusdat Dr. No und der elegante Mr. Kingsland

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Vera Dillier

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Jäger und Sammler

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Götz Winter

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Oh du fröhliche ... Weihnachtsgeschenke: Freude oder Stress?

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Guido Tognoni Spenden und fragen

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Nubya

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Fang nie an aufzuhören und hör nie auf anzufangen

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EDITORIAL

Geschätzte Leserinnen, Geschätzte Leser

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er Winter steht vor der Tür und in nicht allzu langer Zeit wird sich die Natur wieder in eine weisse Schneedecke kuscheln. Die beste Zeit, den Kamin anzuheizen, dem Knistern des Feuers zu lauschen und sich mit dem Prestige-Magazin auf eine spannende Lesereise zu begeben. Seit nunmehr fünf Jahren recherchieren unsere Redaktoren rund um den Globus nach neuen Themen für Sie. Diesmal verschlug es uns nach Hawaii, der Insel des Hulas und der Surfer, und in Europas Kreativmetropole Berlin, in welcher sich Künstler und Lebenskünstler ein Stelldichein geben. Verfolgen Sie die Spur von Ronny Biggs, dem Samthandschuh-Räuber. Mit 2,6 Millionen Pfund, die heute einem Wert von ungefähr 61 Millionen Schweizer Franken entsprächen, ging sein Überfall auf den königlichen Postzug als Jahrhundertraub in die Geschichte ein. Und gedenken Sie mit uns zu seinem 20. Todestag des Bösewichts vom Dienst: Klaus Kinski. Bekannt geworden war der Mann mit dem irren Blick wie aus der Stummfilmzeit und der metallischen Stimme als wilder Bösewicht in Edgar-Wallace-Verfilmungen. Bis zu seinem Tod wirkte er in mehr als 130 Filmen mit. Zum eigentlichen Star wurde er jedoch mit Versen von François Villon und Arthur Rimbaud, mit denen er als Einmann-Wanderbühne durchs Land zog und wo er sein eigener Herr sein konnte. Genie oder Wahnsinniger? Finden Sie es heraus. Wer in dieser Saison eine wirklich gute Investition tätigen will, sollte sich eine Jacke im Bikerlook kaufen. Am besten von der Firma Blauer USA. Schon seit 1935 produziert die Firma Motorradjacken, Militäruniformen, Police-Office-Blousons und Segeljacken. Klar, wer die Stammkunden von Blauer USA sind: die U.S. Army, Polizeibeamte, Sheriffs, Leibwächter im Weissen Haus, Formel-1-Rennfahrer, Weltumsegler, Ranger und natürlich auch Fashionfans. Unsere FashionRedaktorin Valeska Jansen geht dem Mythos Blauer nach und zeigt uns das Besondere an diesen Jacken auf. Lehnen Sie sich also genüsslich zurück und tauchen Sie ein in die Welt des Prestige-Magazins, in ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art.

Francesco J. Ciringione Yvonne Beck

Verleger Chefredaktorin

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von Valeska Jansen

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Blauer USA Nicht nur f端r Officer

Dieses Mal ist es umgekehrt. Ein Amerikaner macht sich auf nach Italien, um den italienischen Traum zu leben. In Montegalda, einem kleinen Ort in Norditalien, rund 30 Kilometer von Venedig entfernt, wird ein kreativer Italiener sein Pate.

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von Valeska Jansen

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lles begann mit Uniformen in den USA. 1935 spezialisierte sich die Firma Blauer auf besonders funktionelle und robuste Materialien. Sommer wie Winter glichen diese Temperaturen aus oder hielten sie konstant. Erster Kunde wurde die amerikanische Polizei. Gerade wegen der robusten Materialien, der sehr guten Verarbeitung und wegen dienstlich wichtiger Details wurden die Uniformen von Blauer unverzichtbar für alle Officer. Spezielle Laschen für Schlagstöcke und Stabtaschenlampen wurden exakt am richtigen Ort, sozusagen griffbereit, an den Blousons und Jacken angebracht. Wenig später entdeckte auch die US Army die Vorzüge des Uniform-Spezialisten und unterschrieb einen Fertigungsvertrag für sämtliche Dienstkleidung. Auch die US Navy und sogar die Sicherheitsbeamten des Weissen Hauses kleideten bald ihre Einheiten in Blauer-Uniformen.

und Chefdesigner F.G.F, bewahrt es die Tradition des amerikanischen Mutterhauses und übersetzt diese in moderne Modekollektionen. Unter seiner Leitung entstehen jährlich zwei Kollektionen für Frauen, Männer und Kinder. Gleich geblieben sind das funktionale Material, einige Uniformgadgets und das Label der amerikanischen Polizei am rechten Oberarm. Die Schnitte sind immer noch bequem, aber angepasst. So ist gerade die Damenmode von Blauer Made in Italy sehr figurnah.

Das Firmenmotto: Leistung ohne Kompromisse!

Der Kopf dahinter: ein italienischer Padrone, von der gesamten Familie in seiner Arbeit unterstützt. Enzo Fusco, meist mit Havanna-Zigarre im Mund, hat die Zügel fest in der Hand. Seine Frau Silvana und Tochter Federica sind für die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing verantwortlich, unter seiner Leitung allerdings. Selbst sein Schwiegersohn arbeitet mit: Giuseppe D’Amore ist für die Marke Blauer Helmets, die Motorradhelme entwickelt und produziert, zuständig.

Dass aller Ursprung eine Uniform war, sieht man auch heute noch. Allerdings sehr modisch übersetzt. So sind Kapuzen von Daunenjacken Pelz-verbrämt, schlichte technische Materialien mit Glanz veredelt, das klassische Farbspektrum um viele Modefarben erweitert. Unverwüstlich, modern, trotzdem klassisch und zeitlos ist die italienische Fashionmarke Blauer USA.

Die Funktionalität der Stoffe wurde kompromisslos durch eine gute Passform begleitet. Alles war nicht nur sehr funktionell, alles war auch sehr bequem. Die breite Masse kam nicht in den Genuss, Blauer- Modelle zu kaufen. Sie waren ausschliesslich bei speziellen Agenturen erhältlich, wo nur das autorisierte Personal der jeweiligen Dienstabteilungen einkaufen durfte. Seit 2003 ist das anders. Das italienische Modeunternehmen F.G.F. Industry S.p.A. mit Sitz bei Treviso, Norditalien, besitzt nun eine Lizenz von Blauer. Angeführt von Enzo Fusco, Inhaber

Enzo ist ein liebenswerter Padrone mit viel Humor und Charme. So empfängt er uns auch in seinem Büro in seiner Villa bei Treviso:

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Prestige: Wie kam Ihr Kontakt zu Blauer in den USA zu Stande? Enzo Fusco: Ich habe Uniformen schon immer geliebt und mir viele Details davon abgeguckt. Der erste Kontakt kam über einen Freund zu Stande, denn ich kannte die Marke Blauer bereits und wusste, dass es ein altes traditionelles Unternehmen war. Mein Freund stellte den Kontakt her und ich reiste in die USA und verhandelte dort über eine Lizenz für Europa.

Haben Sie irgendwelche Vorgaben vom Mutterhaus bei der Entwicklung Ihrer Fashion- Kollektionen? Nein, da bin ich total frei. Allerdings hat Blauer in den USA einen sehr seriösen Ruf als Uniformproduzent, und deshalb lege ich dort meine fertigen Entwürfe vor, so dass sie ihr Veto einlegen könnten. Was bisher allerdings noch nie der Fall war.

Was unterscheidet die Blauer-Outdoor-Mode von anderen Outdoor-Marken? Viele konzentrieren sich sehr auf modische Aspekte, wie zum Beispiel Moncler. Sie konzentrieren sich auf die Entwicklung vor allem modischer Daunenjacken, wir hier konzentrieren uns zuerst auf die Funktionalität. Wir sind ein echter Outdoor-Spezialist, der erst nach der Funktion die modischen Aspekte zufügt. Ausserdem bieten wir zusätzlich auch T-Shirts, Sweatshirts, Pullover und Hosen an. Man kann sich also Sommer wie Winter von Kopf bis Fuss in Blauer kleiden.

Sie verwenden viele Materialien aus Japan, was macht diese so besonders? Japan ist in der Entwicklung neuer Stoffe und Materialien viel innovativer als Europa. Sie arbeiten mit speziellen Nylonfasern und auch mit neuen Mikrofasertechniken. Man muss sich ja nur die japanischen Jeansstoffe angucken, die sind einfach fantastisch und einzigartig.

Erzählen Sie etwas über die «Blauer Retro 60er Kollektion». Wir präsentieren jedes Jahr zwei, drei Stücke, die originale BlauerModelle aus den 60ern als Vorlage haben. Dort übersetzen wir nur die Passform von heute, die sich ja im Vergleich zu damals stark verändert hat. Diese Kollektionsteile sind etwas modernisiert, sie repräsentieren aber den speziellen Style der 60er. Wir haben sogar ein spezielles Retro-Etikett eigens dafür entwickelt.

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Es gibt noch etwas Besseres als einen Nespresso Grand Cru.


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ÂŤIch habe Uniformen schon immer geliebt und mir viele Details davon abgeguckt.Âť Enzo Fusco

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Nicht nur Promis wie Suri Cruise, Kylie Minogue und Sean Penn tragen Blauer.

Verwenden Sie auch Schnittmuster von damals? Nein, das ist gar nicht möglich, denn die Schnitte sind für kräftige und grosse amerikanische Männer konstruiert. Die meisten europäischen Männer würden darin versinken. Wir konstruieren hier alle Schnitte neu.

Wer ist die Blauer Zielgruppe? Es gibt keine eindeutige Zielgruppe. Blauer wird von Jung bis Alt getragen. Unsere Kunden sind Studenten, Business-Leute sowie Menschen, die in ihrer Freizeit gerne draussen sind.

Blauer ist der Hollywood-Liebling. Nennen Sie ein paar Namen. Da gibt es einige. Um drei zu nennen: Sean Penn, Kylie Minogue und Suri Cruise.

Haben Sie ein bestimmtes Markenzeichen, das man in allen Kollektionsstücken wiederfindet? Mein Markenzeichen ist sicher der Mix zwischen Uniformkleidung und Streetwear.

Ihr Erfolgsgeheimnis? Viel, viel Arbeit! Grosser Einsatz und eine unbändige Liebe und Hingabe zu dem, was man tut. Ausserdem sollte man niemals den Blick für das Wesentliche verlieren. Man muss neben aller Hingabe auch das grössere Umfeld beobachten, um zum Beispiel zu bemerken, wenn sich der Markt oder die Bedürfnisse verändern. Aber an allererster Stelle Hingabe, Liebe und Begeisterung für das, was man tut.

Ihre Zukunftsvision? Die Welt der Mode ist so schnelllebig, es geht immer auf und ab. Für mich ist es wichtig, in Zukunft immer geradeaus zu laufen und mich nicht von meiner Linie abbringen zu lassen.

Ihr Fashion Must Have für 2012? Heute kann man alles Modische bei Zara und H&M kaufen, doch das Wichtigste sind die Accessoires, die sollten immer original sein. Mein Credo ist, dass jeder Mensch das tragen sollte, was ihm gefällt. Niemand sollte sich diktieren lassen, was er zu tragen hat!

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Zeitlose Qualit채t zeitgem채ss interpretiert Ein Familienunternehmen mit Tradition

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Das von Couturier Ernest Jacquet 1916 gegründete Kleidergeschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse wurde im Jahre 1935 von Mitarbeiter Alfred Day übernommen und firmierte fortan unter seinem Namen. 75 Jahre lang, über drei Generationen wurde «Day» als Familienunternehmen geführt. 2010 erwarb die Familie Bencivenga das Modehaus «Day», um die Tradition des Familienunternehmens nach dem Credo «Class. Tradition. Style» fortzuführen.

von Yvonne Beck

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ay versteht sich seit jeher als generationsübergreifende Institution für Menschen mit hohem Anspruch an klassische Mode. Eltern und Kinder gehen hier gemeinsam einkaufen und werden auch fündig. Wer bei Day hineinspaziert, spürt Geschichte und jenen Hauch von Understatement und subtiler Eleganz, das dem Stil des Ladens innewohnt. Wo altehrwürdige Sessel zum Verweilen einladen, werden Kaschmirpullover auf antiken Holztischen präsentiert. Im Schaufenster werden edle Gehstöcke mit kunstvoll bedruckten Schals und modischen Accessoires auf eine Day-eigene Art inszeniert, die Passanten unterschiedlichster Jahrgänge anzusprechen vermag. Die neuen Ladeninhaber sind darauf bedacht, das ursprüngliche Ambiente des Geschäfts zu pflegen und gleichsam zeitgemäss zu interpretieren. Dies wird mit viel Fingerspitzengefühl umgesetzt, denn Kunden, die seit Jahrzehnten bei Day ein und aus gehen, sollen sich weiterhin wohl fühlen.

von Day. Aufgrund der individuell verarbeiteten Holzgriffe ist jeder davon ein Unikat – gut möglich also, dass jene, für die ein Schirm bisher nur als funktionales Objekt zum Schutz vor Regen galt, beim Anblick dieser Klassiker umdenken. Hinzu kommen neue Accessoire-Kollektionen, die zeitgerechtes Design und Trendbewusstsein mit der klassischen Day-Handschrift vereinen.

Accessoires mit Persönlichkeit Die aktuelle Taschen- und Accessoires-Kollektion im unverwechselbaren «Sunflower»-Muster umfasst unterschiedliche Modelle für den Einsatz im urbanen Berufsalltag und in der Freizeit. Die in Italien hergestellten Stücke passen sich mühelos an und kommen auf eine vornehm zurückhaltende Art zur Geltung. Hochwertiges Nappa-Leder und ein mit einer klaren PVC-Schicht überzogenes

Stilvoll gekleidet von Kopf bis Fuss Generell ist etwas mehr Farbe in das Sortiment von Day gekommen. Dies sorgt für entsprechende bunte Tupfer und Frische in der Innen- und Schaufenstereinrichtung des Ladens. Ausgewählte «Friends-Labels», die mit der Tradition sowie dem Anspruch von Day an Stil und Qualität im Gleichklang sind, bleiben im Angebot. Seit der Übernahme durch die Familie Bencivenga wird jedoch stärker auf Produkte der Eigenmarke Day und die Erweiterung dieser Palette gesetzt. In dem Geschäft können sich nun Dame und Herr von Kopf bis Fuss ausstatten lassen. Lanciert wurde auch eine kleine, aber feine Day-Babykollektion. Altbewährtes und Beliebtes wird beibehalten, wie die von Hand hergestellten Schirme «Weekend»-Bag

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Class Tradition Style

Gewebe aus 100 Prozent Canvas wurden in einem aufwendigen Verfahren per Hand zu einer charaktervollen Accessoire-Gruppe von höchster Qualität und Widerstandsfähigkeit verarbeitet. Von der Einspannung des Schablonendrucks bis hin zum Annähen der Leder-Henkel und Etiketten werden fast alle Arbeitsschritte von Menschen ausgeführt und nicht maschinell. Die Quintessenz der Unternehmensphilosophie liegt in der Qualität und edlen Verarbeitung: «Für Day kam keine andere Art der Herstellung infrage», sagen die Inhaber des Geschäfts an der Bahnhofstrasse in Zürich. Dies sieht man der Shopping-Tasche «Isabella» und ihren «Sunflower»-Artgenossen an. In den schicken Trolleys und Weekend-Reisetaschen finden schliesslich auch Herren die passenden treuen Begleiter. www.day.ch

Pochettes, die Shopping-Tasche «Isabella», Motorradhelme oder Regenschirme sind nur ein paar Accessoires aus dem Hause «Day».

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Fashion for Kids Winter 2011/12

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Romantische Prinzessinnen oder Abenteurer, diesen Winter darf experimentiert werden. Hauptsache cool ist das Outfit. Kindermode steht der Erwachsenen Mode in nichts mehr nach. Bequem, l채ssig und trendig sind die neuen Winter Kollektionen der namhaften Designer.

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von Valeska Jansen

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Dürfen die Kinder, die mit ihren Müttern zu Ihnen kommen, auch selber entscheiden, oder sind es die Mütter?

indermode ist anders als Mode für Erwachsene. Auch die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern unterscheiden sich von denen ihrer Eltern. Wer beim Klamottenkauf den Ton angibt, weiss Sandra Kubista, Inhaberin der zwei Kinder-Boutiquen «Bobo L’escargot» in Zürich, ganz genau:

Die Kinder entscheiden! Das geht gar nicht mehr anders. Vor allem bei den Mädchen beginnt es schon sehr früh, dass sie selber bestimmen wollen, was Mami ihnen kauft. Da hat die Mutter fast keine Chance. Wenn es dem Kind nicht gefällt, wird es die Sachen zu Hause auch nicht anziehen wollen. Das hat sich in den letzten Jahren wirklich extrem verändert. Früher wurde das angezogen, was die Mutter gesagt hat. Heute kommen auch einige Mütter ohne ihre Kinder zu mir und nehmen dann eine Auswahl mit. Das Kind kann dann zu Hause alles anprobieren und selber bestimmen, was ihm gefällt und was nicht.

Prestige: Was unterscheidet Kindermode von Mode für Erwachsene? Sandra Kubista: Immer weniger. Wobei die Schnitte immer kindgerecht sein müssen. Eine Hose muss zum Beispiel im Bund mit Knöpfen verstellbar sein. Vier- bis Fünfjährige wollen noch keine Gürtel anziehen, deshalb ist dieser Punkt sehr wichtig. Die Passform für Kinder muss immer bequem sein und die Materialien sollten waschbar sein. In der Kategorie, die ich in meinen Geschäften anbiete, ist sicher das Design sehr wichtig, aber es muss gleichzeitig auch immer die Funktionalität gewährleistet sein.

Kommen auch Väter mit ihren Sprösslingen zu Ihnen? Wir haben einige Väter, die zu uns kommen. Das macht immer besonderen Spass und es ist überraschend, wie stilsicher sie sind.

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Was ist Kindern bei Mode wichtig?

Wie unterscheiden sich Mädchen und Jungs im Kaufverhalten?

Bei den Mädchen sollte es möglichst glitzern. Bei den Jungs muss es immer cool sein. Schon ab fünf Jahren geht es den Jungs um lässige Outfits. Viele Mädchen haben auch die RosaPrinzessinnen-Phase, aber mehr stehen sie auf alles, was funkelt und glitzert.

Die Jungs sind immer ganz schnell. Meistens sehen sie ein Teil und dann wollen sie dieses unbedingt haben. Oft sind das Dinge, die genau der Vater trägt. Neulich kam zum Beispiel ein Vater mit seinem Sohn zu mir und der Sohn sah klassische Collegeschuhe im Regal, beinahe die gleichen, die sein Vater trug. Die wollte er unbedingt haben. Mädchen sind da ganz anders. Die lieben es anzuprobieren und zu stöbern.

Gibt es einen Unterschied im Kaufverhalten der Eltern für Mädchen und Jungs?

Was halten Sie von der Einstellung «Warum viel Geld ausgeben, die Sachen passen ja doch nur ein paar Monate»?

Absolut, für Mädchen geben die Eltern immer mehr Geld aus als für Jungs. Wenn ich meinen Einkauf mache, stelle ich immer wieder fest, dass ich fast die doppelte Menge an Mädchenkleidung ordere als für Jungen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass das Angebot für Mädchen wesentlich grösser ist als für Jungs.

Ich habe Verständnis dafür. Es ist ja auch eine Budgetfrage. Meine Kunden müssen eigentlich nicht so auf das Geld achten. Was ich persönlich immer gut finde, ist ein Mix von preiswerter und teurer Kindermode.

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Kinder als kleine Erwachsene gekleidet, wie denken Sie darüber? Das ist auch immer häufiger der Fall und das bedaure ich persönlich. Besonders wenn kleine Mädchen wie Lolitas von ihren Müttern gestylt werden. Das liegt sicher auch daran, dass kleine Mädchen ihre Mütter als modisches Vorbild sehen. Aber ich frage mich manchmal auch, warum eine Zweijährige die gleiche LabelTasche wie ihre Mutter tragen muss?

Was würden Sie allen Eltern gerne mal sagen?

Sand

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Lasst eure Kinder Kinder sein!

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für Surfer-füsse gemacht von Jetsetfüssen getragen Die Lammfellstiefel wurden von australischen Surfern in den Siebzigerjahren erfunden. Nach stundenlangem Surfen wärmten sie mit den Stiefeln ihre Füsse wieder auf Betriebstemperatur.

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FASHION

von Yvonne Beck

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rian Smith aus Perth, ein australischer Surfer, exportierte die Idee 1978 in die USA – und stiess bei seinen Surfkollegen in Kalifornien auf Begeisterung. Im Beach-State wusste man den Komfort des Lammfells zu schätzen. 1995 übernahm die Deckers Outdoor Cooperation die Marke und verhalf den UGG®-Boots zum weltweiten Durchbruch, indem sie Grössen wie Madonna, Charlize Theron, Lucy Liu oder Kim Catrall mit den Stiefeln ausstattete. Innert kurzer Zeit konnte sich UGG® Australia als Luxusmarke positionieren. Bis heute schätzen die Käufer den unvergleichlichen Komfort. Schaffell ist temperaturausgleichend und feuchtigkeitsregulierend. Im Gegensatz zu günstigen Imitationen verwendet UGG® Australia für ihre Classic Boots beidseitiges Schaffell, das heisst das Fell auf der Innenseite und das Leder auf der Aussenseite sind eins. Die Füsse sind immer warm, aber nicht zu heiss und man schwitzt nicht. Einen optimalen Effekt hat man, wenn man die Schuhe barfuss trägt.

UGG AUSTRALIA ACCESSORIES In den Anfangszeiten bestand das Sortiment aus einem Lammfellschuhmodell für Surfer. Heute reicht die Palette von Schuhen über Handtaschen bis Kleider sowohl für Männer wie auch für Frauen und Kinder. Die Zeit, in der wir unsere Hände und Ohren wieder vor Wind und Kälte schützen müssen, ist gekommen. UGG® Australia überrascht mit vielen Accessoires. Die hochwertigen Lammfellprodukte sind wärmende Begleiter und das Highlight von jedem Winteroutfit. www.uggaustralia.com

Am 30. September 2011 lud UGG Australia in der tropischen Kulisse des Giardino Verde in Zürich zur alljährlichen Modenschau ein. Über 220 geladene Gäste aus Unterhaltung, Sport und anderen Bereichen liessen sich von der aktuellen Winterkollektion verzaubern. «Glanz & Gloria»-Moderatorin Nicole Berchthold führte durch den Abend. In einer Choreografie von Grazia Covre und zu einer eigens für die UGG Australia Fashionshow komponierten Musik zeigten die Models die Highlights des Winters. Die Zuschauer bekamen nicht nur wie erwartet Damen- und Herrenschuhe zu sehen, sondern auch zahlreiche Accessoires und Kleider von UGG Australia.

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happy Birthday Bally feiert 160-jähriges Jubiläum

Entstanden aus einer Gummi- und Hosenträgerfabrik, blickt die Schweizer Luxusmarke Bally auf eine 160-jährige Geschichte zurück und steht heute für eleganten Stil und hochwertigste Handwerkskunst.

von Yvonne Beck

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as heute international agierende Luxusunternehmen hat seinen Ursprung in einer Gummi- und Hosenträgerfabrik, die Carl Franz Bally und sein Bruder Fritz 1847 von ihrem Vater übernommen hatten. Auf einer Parisreise im Jahr 1850 entdeckte C.F. Bally Schuhe, die ihn so sehr begeisterten, dass er einige Paare kaufte und beschloss, selbst in die Schuhproduktion einzusteigen. Bereits ein Jahr später gründete er zusammen mit seinem Bruder Bally & Co. Zu Beginn arbeiteten die überwiegend deutschen Schuhmacher im Keller von Ballys Privathaus.

Eine kleine Fabrik in Schönenwerd ganz gross Seit 1854 wurde in der neu gebauten Fabrik in Schönenwerd die Schuhindustrie revolutioniert. Eine neue Produktionstechnik erlaubte die Steigerung der Herstellungszahlen von zwei auf 100 Paar Schuhe pro Tag. Noch im selben Jahr wurden die ersten Boutiquen in der Schweiz eröffnet. Das Unternehmen wurde nach dem Ausscheiden von Fritz Bally in C.F. Bally umbenannt. In den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts beschäftigte Bally bereits 500 Angestellte.

Das Bally-Logo aus dem Jahr 1950

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Carl Franz Bally

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Ein «Scribe»-Schuh entsteht

«1892 wurden bereits zwei Millionen Paar Schuhe pro Jahr produziert. »

In den 1870ern reiste Eduard Bally, Sohn des Inhabers, nach Amerika, um sich in den Bereichen Produktion und Vertrieb zu informieren und von dort die neuesten Nähmaschinen zu importieren. 1880 beschäftigte Bally zahlreiche international tätige Handelsvertreter. 1892 wurde die London Shoe Company gegründet. In den Läden in der Bond Street, Victoria Street und Sloane Street wurden Bally-Schuhe an internationale Prominenz wie Charlie Chaplin und Königin Beatrix verkauft. 1892 übergab C.F. Bally das Unternehmen an seine Söhne Arthur und Eduard, die es in C.F. Bally & Söhne umbenannten. Zu dieser Zeit wurden bereits zwei Millionen Paar Schuhe pro Jahr produziert.

Eine lebende Legende Das erste Bally-Logo erschien 1908, und 1910 startete die berühmte Plakat-Werbekampagne. Renommierte Künstler der damaligen Zeit verwandelten das Bally-Image in eine lebende Legende.

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FASHION

Während des Ersten Weltkrieges lieferte das Schuhunternehmen Militärschuhe nach Frankreich und Deutschland. Die Zeiten waren dem Unternehmen wohl gesinnt: Bally beschäftigte über 7000 Mitarbeiter. 1907 wurde die C.F. Bally AG gegründet. 1928 eröffnete Bally seine Vorzeigeboutique in Zürich, die Mitte der 90er-Jahre von Andrée Putman modernisiert wurde. In den 1930ern war Bally jedoch gezwungen, von der Produktion eleganter Abend- und Tanzschuhe auf alltagstaugliche und sportliche Modelle auszuweichen. Doch Max Bally, Enkel des Firmengründers, lancierte 1951 die «Scribe»-Linie – handgefertigte Herrenschuhe, die bis heute die traditionelle Handwerkskunst des Unternehmens und herausragende Bequemlichkeit verbinden. 1976 erweiterte das Unternehmen seine Angebotspalette um Ready-to-wear-Kollektionen, Handtaschen und andere Lederaccessoires. 1977 wurde das Unternehmen vom Schweizer Investor Werner K. Rey übernommen und gab somit das erste Mal in seiner Geschichte die Führung aus der Hand der Familie. Seit drei Jahren gehört Bally zur Labelux Group.

Berndt Hauptkorn ist 2011 ein wichtiges Jahr: «Die 160-jährige, von Kunst und Raffinesse geprägte Geschichte des Hauses Bally stärkt unsere Position als moderne Traditionsmarke. Ich bin sehr stolz, ein so aussergewöhnliches Team leiten zu dürfen; ein Team, das sich voll und ganz der Zukunft der am längsten existierenden Luxusgütermarke der Welt verschrieben hat.» Aus diesem Anlass hat Bally eine spezielle Damen- und Herrenkollektionen entworfen, bei denen vor allem die berühmten BrogueDetails – die sich nun auch auf den Damenhandtaschen finden – einen verspielten Blick in die Vergangenheit ermöglichen. Die Edelweiss-Kollektion für Damen ist eine Hommage an die schweizerische Geschichte des Hauses, bei der jedes Stück das eigens zum 160-jährigen Bestehen entworfene Jubiläumslogo mit der Bally-Krone im Zentrum zeigt. Die umfangreiche Taschenund Schuhlinie umfasst Ballerinas, Stiefeletten, Sling Backs und Pumps. Besonderes Highlight ist das «Absatz im Absatz»-Design, das modernen Luxus verkörpert. In herbstlichen Farbtönen präsentiert sich die «Ellie»-Schultertasche aus Lackleder, die sich durch eine einzigartige Schliesse aus Rosegold und passende Quasten auszeichnet und für feminine Eleganz steht. Bei den Herren ist die Jubiläumskollektion vom umfassenden BallyArchiv inspiriert und präsentiert moderne Interpretationen, die allesamt den zeitlosen Anspruch der Marke widerspiegeln. Die Schuhlinie bietet halbhohe und hohe Schnürstiefel sowie moderne Versionen klassischer Oxfords und Derbys. Jedes Stück der in modischen Schwarz-, Grün- und Schokoladentönen gehaltenen Kollektion besticht ebenfalls durch das Jubiläumslogo.

Jubiläumskollektion In den kommenden Monaten werden exklusive Events und je eine Jubiläumskollektion für Damen und Herren modernes Bally-Design versprühen. Die Bally-Kreativdirektoren Michael Herz und Graeme Fidler: «Bally ist eine auf der ganzen Welt berühmte Luxusmarke mit einer 160-jährigen Geschichte – es ist ein grosses Privileg, dies herausarbeiten zu können. Wir möchten die Zukunft nicht nur mithilfe moderner Kollektionen prägen, sondern gleichsam auch die einzigartige Handwerkskunst des Hauses Bally in einem frischen und zeitgemässen Gewand präsentieren.» Auch für Bally-CEO

Bally Cigar Box, Tasche MORITZ MADRIELLE-SM.EC und Sandale GREVAS

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KOLUMNE

Modeschmuck:

eine Leidenschaft mit vielen Facetten von Ghislaine Derrien

M

odeschmuck – Bijoux de Couture ou de

die niemand zu kaufen vermöchte, wären die Materialien teuer.

haute fantaisie – Fashion Jewelry. Die

Talentierte Modeschmuckkünstler gab es viele. Herausragend

glitzernde Pracht aus Kristallsteinen und

war der Emailleur und Modeschmuckzeichner Louis Rousselet,

preiswerten Materialien ist sehr in Mode.

der 1919 ein Atelier für Glasperlen mit Perlmutt-Überzug eröffne-

So sehr, dass sich Modehäuser wie Lan-

te. Die Produkte sahen so echt aus, dass sich fortan Stars wie

vin, Prada, Vuitton oder Dolce & Gabbana wieder intensiv mit

Mistinguette, Joséphine Baker und die Girls vom Moulin Rouge

dem Phänomen Modeschmuck beschäftigen. Trends und

damit schmückten. Der wahre Durchbruch aber gelang dem

Zeitgeist spiegeln sich kaum je klarer und unmittelbarer als in

Modeschmuckproduzenten Gripoix, als sich Suzanne Gripoix

Modeschmuck. Gemacht aus kostengünstigen Materialien wie

und Coco Chanel zusammentaten, um die Modewelt der 20er

Stahl, Glas, Email, Leichtmetall, Zinn oder Messing, aber auch

und 30er Jahre aufzumischen. Noch heute, vier Generationen

aus Bakelit oder Plastik, ist Modeschmuck oft viel konsequen-

später, liefert Gripoix die perfekten Perlmutt-Glasperlen an alle

ter opulent, verrückt und trendy, als es echte Juwelen je sein

grossen Modehäuser von Dior über Lacroix bis Thierry Mugler.

könnten. Wer also den Puls der Zeit spüren will, der betrachte Coco Chanel, Königin des Modedesigns!

aufmerksam die Erzeugnisse der Modeschmuck-Industrie.

Keine Erneuerung in der Mode im 20. Jahrhundert, die nicht Chic und Kitsch

und vor allem durch die Hände der Königin des Designs, Coco

Die Idee, den kostbaren Glanz edler Juwelen kostengünstig

Chanel, gegangen wäre. Sie fand: «Das Falsche ist schöner als

herzustellen und so den Schein von Reichtum vorzugaukeln,

das Echte» und «Nichts kommt dem Modeschmuck näher als

ist sehr alt. Erst im 18. Jahrhundert gelang es aber dem Elsäs-

ein sehr, sehr schönes, echtes Juwel.» Gemeinsam mit Fulco di

ser Georges Frédéric Strass zum ersten Mal, kostbare Edel-

Verdura revolutionierte sie den europäischen Markt für Mode-

steine aus gefärbtem Glas täuschend echt zu imitieren. Der

schmuck. Schon 1924, als sie ihre erste Boutique in Paris eröff-

falsche Schein des Modeschmucks war geboren. Erste, gro-

nete, bot sie ihren Kundinnen Modeschmuck zum Kauf an. Ihre

sse Triumphe allerdings feierte der Modeschmuck zu Beginn

Kommentare zu Schmuck sind legendär. Sie ging so weit zu

des 20. Jahrhunderts in Amerika. Die Gesellschaft der Neuen

fragen: «Warum hängen Sie sich nicht gleich einen Bankcheck

Welt brachte Hollywood und seine Illusionen hervor. Und in

um den Hals?», als jemand den geringen materiellen Wert des

Hollywood kam keine Diva ohne Modeschmuck aus: Im Rei-

Modeschmucks schmähte. In ihre Designs flossen Inspiratio-

gen der Zeit schmückten sich Marlene Dietrich, Joan Craw-

nen ein, die sie aus antikem indischem oder byzantinischem

ford oder Marilyn Monroe mit dem Glanz von Fashion Jewelry

Schmuck bezog. Coco Chanels üppige Kreationen waren nicht

und trugen so zum anhaltenden Hupe des Modeschmucks in

nur sehr beliebt, sondern fanden bald auch Nachahmer. Allen

aller Welt bei.

voran entfaltete ihre Erzrivalin Elsa Schiaparelli eine fieberhafte Modeschmuck-Tätigkeit. Höhepunkt bildete dabei die 1938 von

Hohe Kunst

Jean Schlumberger entworfene «Zirkuskollektion», die deutlich

Der Unterschied zwischen einem Fälscher und dem Hersteller

vom Surrealismus geprägt war. Guter Modeschmuck ist also

von Modeschmuck ist die Fantasie. Der eine versucht sklavisch,

letztlich doch mehr als nur schöner Schein, nämlich eine gülti-

echten Schmuck vorzutäuschen, der andere befreit sich von

ge, eigenständige Kunstform. Nicht zu Unrecht sprach Made-

dieser Einschränkung und produziert fantasievolle Kunstwerke,

moiselle Chanel von der «opulenten Qualität der Armseligkeit».

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CULINARIUM

Alexander Kroll

Der Gourmet-Tüftler Alexander Kroll ist Koch aus Leidenschaft. Der Küchenchef des Widder Hotels hat sich mit Leib und Seele der Welt des Genusses verschrieben. Und setzt bewusst auf Nachhaltigkeit und Nostalgie in der Küche.

von Yvonne Beck

K

PRESTIGE: Herr Kroll, ein Hamburger in Zürich, wie spiegelt sich das in Ihrer Küche wider?

rolls Devise lautet: «Bewährtes mit Neuem ergänzen», und so wurzelt seine Küche einerseits im klassischen Fine-Dining der Schweizer Cuisine, integriert aber gekonnt und mit handwerklicher Finesse mediterrane und asiatische Elemente. Er meisselte Skulpturen aus Eisblöcken, verwöhnte die Gaumen von Schumi & Co als Executive Chef der Formel 1 in Monaco und zaubert nun ebenso rasant seine aromatische Frischküche im «Widder» auf den Tisch. Der Meisterkoch überrascht seine Gäste mit ungewöhnlichen Kombinationen, in der marktfrische, heimische Zutaten, mit fantasievollen Ideen gewürzt, zu höchsten Ehren gelangen. Kroll selbst bezeichnet sich gern als «Kulinarik-Besessenen, Genussmenschen und Tüftler» und «Gegenteil eines stereotypen Gourmetkochs», da er sich sowohl in der klassischen Haute Cuisine als auch in der jungen, innovativen Küche zu Hause fühlt. Was genau das zu bedeuten hat, erzählte er PRESTIGE beim Mittagessen in der Zürcher Altstadt, natürlich an seinem Wirkungsort, dem Widder Restaurant.

Alexander Kroll: Ich bin bereits seit über zwölf Jahren in der Schweiz. Nach vielen Jahren in den Bergen hat es mich nach Zürich verschlagen. Doch Hamburg und die norddeutsche Küche haben mich sicherlich geprägt: Sylter Austern, Scholle oder Nordseekrabben sind Produkte, die ich gerne in die Schweiz importieren lasse. Nicht die ganze Speisekarte ist so geprägt, aber saisonalbedingt baue ich gerne etwas davon ein. Man unterstellt Ihnen einen bewussten Hang zur Nostalgie. Wie merkt man dieses in Ihrer Küche? Nostalgie ist vielleicht ein bisschen zu übertrieben. Ich besitze jedoch sehr viele alte Gerichte und Kochbücher. Ich koche also alte Rezepte nach und verfeinere sie dann. Des Weiteren finde ich es wichtig, Gerichte auch mal auf einer Silberplatte anzurichten oder Speisen am Tisch zu tranchieren.

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CULINARIUM

Das Widder Hotel in der Zürcher Altstadt

Sie setzten betont auf Nachhaltigkeit in der Küche. Was genau bedeutet dies für Sie?

wichtiger ist es, dass gerade Vier- und Fünf-Sterne-Häuser, welche sich diese Preise noch leisten können, diese Betriebe auch unterstützen.

Beispielsweise benutze ich nie Tomaten aus der Dose, sondern beziehe sie aus Italien von einem kleinen Familienbetrieb, bei dem ich genau weiss, dass diese Tomaten nicht aus einem Gewächshaus kommen, sondern einfach natürlich und unbelassen in der Sonne reifen. Wir unterstützen somit kleine Betriebe, die eine unglaublich gute Qualität liefern.

Sie besuchen die Betriebe selbst? Natürlich, ich war bei allen vor Ort und habe mir die Betriebe genau angeschaut, denn es gibt viele schwarze Schafe. Bei uns stehen keine Mastschweine auf der Karte. Und das schmeckt man einfach. Wenn ich für eine Hühnerbrust im Einkauf 1,10 Franken bezahle, sprich für zwei Brüste 2,20 Franken. Das ist ein ganzes Huhn, was bitte soll dieses für 2,20 Franken gefressen haben? Spätestens hier sollte man sich fragen, ob man so was wirklich unterstützen kann. Ich auf jeden Fall nicht!

Aber das bezieht sich nicht nur auf Gemüse und Obst, sondern auch auf Fleisch … Sicherlich. Wir haben momentan zum Beispiel eine Schweinshaxe auf der Karte, was für ein Fünf-Sterne-Haus ein wenig zu rustikal erscheinen mag. Doch wir beziehen das Fleisch von einem Hof mit über 4000 Schweinen. Hier haben die Schweine sozusagen ein saugutes Leben. Sie entscheiden, ob sie im Stall sein möchten oder lieber im Freien suhlen wollen. Sie bekommen kein Kraftfutter, sondern werden ganz normal aufgezogen, essen viele Kastanien oder Eicheln. Natürlich haben solche Produkte ihren Preis, der jedoch mehr als gerechtfertigt ist, aber umso

Welchen Fisch haben Sie auf der Karte? Ich schaue, dass ich bevorzugt Fisch aus dem Zürichsee oder dem Lago Maggiore serviere. Das ist auch das, was die meisten Gäste wollen. Diese Fische sind auch viel frischer als Meeresfische. Es lohnt sich absolut, der Qualität zuliebe, regionale Betriebe zu unterstützen.

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CULINARIUM

«Die Küche, die ich am meisten bewundere, ist die asiatische oder japanische.»

Sie sind bekannt als «Suppenkasper» und haben auf der Speisekarte sogar ein Suppenmenu. Was muss ich mir darunter vorstellen? Dieses Menu besteht aus sechs oder sieben Gängen. Es wird eine Suppe serviert in einer Espressotasse, wie ein Shot, und passend zu dieser Suppe gibt es drei kleinere Beilagen, zum Teil warm oder kalt. Ich fange meist mit einer kalten Suppe an, gefolgt von einer warmen Suppe, eventuell mit Krabben und Salat, und beim Hauptgang eine etwas deftigere Suppe mit Ravioli als Beilage oder einem kleinen Kalbssteak. Also, man bekommt beim Suppenmenu nicht zwei Liter Suppe vorgesetzt, sondern kleine Suppen, die im Vordergrund stehen, begleitet mit drei dazu passenden Komponenten.

Und was ist Ihre Lieblingssuppe? Meine Lieblingssuppe ist eine Art Bouillabaisse, welche ich jedoch ein bisschen abgewandelt habe.

Sie haben eine Entenspezialität auf Ihrer Karte. Diese Ente wird nicht geschossen, sondern … Diese Colvert-Wildente wird gelockt. Sie wird angefüttert und dann mit einem Netz gefangen. Das hat den Vorteil, dass man keine Blutungen im Fleisch hat. Zudem ist das Fleisch zarter, da Alexander Kroll

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CULINARIUM

Das Restaurant des Widder Hotels

im Gegensatz zu einer Entenjagd im herkömmlichen Sinne die Ente weniger Adrenalin produziert. Es ist erstaunlich, wie gross die Qualitätsunterschiede im Geschmack sind.

Ich arbeite ständig daran, mit Lieferanten und Importeuren von Lebensmitteln neue Produkte zu bekommen. Diese werden im Ursprungsland schon lange genutzt, aber aus irgendeinem Grund sind sie noch nicht bei uns gelandet. Ein gutes Beispiel dafür ist der Cashewapfel. Die Cashewnuss kennt jeder, aber dass es dazu noch den dazugehörigen Apfel gibt, weiss hier kaum jemand. Dieser Apfel hat siebenmal mehr Vitamin C als eine Orange und schmeckt ein wenig nach Orange, Mango und ein bisschen erdig. Daraus kann man einen ganz tollen Saft machen. Mit diesem Cashewapfel kreiere ich Gerichte mit Kalbfleisch oder Thunfisch. Mit so etwas kann man den Gast noch überraschen. Und das wollen unsere Gäste auch, sie wollen sich nicht nur satt essen, sondern auch etwas Neues entdecken.

Ihre letzte Mahlzeit wäre: Schweinshaxe mit Sauerkraut und Bratkartoffeln.

Die Küche welchen Landes interessiert Sie am meisten oder gefällt Ihnen am besten? Die Küche, die ich am meisten bewundere, ist die asiatische oder japanische. Ich fahre auch nach Tokyo und besuche Thunfischauktionen und Gemüsemärkte, das finde ich äusserst spannend. Das heisst aber nicht, dass ich diese Küche am meisten koche, sondern sie interessiert mich nur am meisten. Die beste Küche, die ich auch kochen kann, ist die deutsche und französische Küche.

Woher holen Sie sich Ihre Inspirationen? Ganz klar auf Reisen und sehr viel essen gehen.

Wie würden Sie in drei Worten Ihre Küche beschreiben? Sie sind ein Tüftler in der Küche, der gerne mal etwas Neues ausprobiert. Gibt es irgendeine neue Kreation?

Klassische, internationale Küche neu interpretiert.

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CULINARIUM

Champagner Der König der Weine

Wenn ein neues Schiff vom Stapel läuft, ein Brautpaar Hochzeit feiert oder ein besonderer gesellschaftlicher Anlass gefeiert wird, ist er fast immer mit von der Partie: der Champagner.

von Yvonne Beck

S

Wer hats erfunden?

einen Namen verdankt der perlende Wein einem nordfranzösischen Landstrich, der Champagne. Alle Welt hat bereits versucht, ein «champagnergleiches» Produkt zu erzeugen. Teilweise erstaunlich gute Schaumweine sind somit zum Beispiel in Deutschland, Italien, Frankreich und den USA entstanden. Die Klasse des Champagner hat jedoch keiner von ihnen erreicht. Champagner, der König aller Weine, wird wohl nie vom Thron gestossen werden. Der einzigartige Geschmack eines exquisiten Champagner und die fein perlende Mousse ziehen magisch an. Legenden und Anekdoten ranken sich um seine Erfindung. Das Kaufen von Champagner und das Öffnen der Flasche bergen eine ganz besondere Stimmung in sich. Die grossen Champagnerhäuser mit ihren weltberühmten Premium- und Luxus-Champagnermarken investieren jedes Jahr grosse Summen, um die Popularität des Champagner noch weiter zu steigern. Dom Pérignon, Krug, Veuve Clicquot, Piper Heidsieck, Taittinger, Perrier-Jouët, Roederer, Ruinart, Moët & Chandon – wer gerät nicht ins Träumen bei diesen Namen? Hinter dem edlen, prickelnden Getränk steckt eine spannende Geschichte mit visionären Männern und starken Frauen, die den Champagner im Verlauf der letzten Jahrhunderte geprägt haben.

Mindestens seit dem frühen Mittelalter wird Wein in der Champagne angebaut. Ein Wein, der schmeckt wie sonst wo auch in Frankreich. Eine wichtige Änderung brachte jedoch das 17. Jahrhundert, als man begann, aus roten Trauben weissen Wein zu keltern. Der Grund hierfür mag gewesen sein, dass die Rotweine aus der Champagne es schwer hatten, sich gegenüber der Konkurrenz aus dem Burgenland zu behaupten. Dieser Wein wurde «vin gris» genannt, um klar zu machen, dass es sich nicht um Weisswein von weissen Trauben, sondern um einen Weisswein von roten Trauben handelt. Weithin gilt ein Mönch als der Erfinder des Champagner, Pierre Pérignon, genannt Dom Pérignon, der in der Abtei in Hautvillers wirkte. Dom Pérignon als Erfinder des Champagner ist eine Geschichte, die vor allem vom grössten Champagnerhaus verbreitet wird, deren Prestigecuvée eben Dom Pérignon genannt wird. Pierre Pérignon hat sich viele Verdienste um den Wein in der Champagne erworben, der Erfinder des Champagner ist er aber wohl nicht. Die Erfindung war wohl viel profaner, simpler. Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Wein aus der Champagne

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CULINARIUM

ausschliesslich in Fässern verkauft und England war der wichtigste Abnehmer. In England wurde der Wein dann in Flaschen gefüllt und dabei oft mit Zucker versetzt, weil zu dieser Zeit Wein «süss» getrunken wurde. Durch die Zugabe von Zucker setzte eine erneute Gärung ein, die Kohlensäure, die sich dabei entwickelte, blieb in der Flasche. Demzufolge wäre Champagner also eine englische Erfindung und keine französische, würde man diesem plausiblen Erklärungsansatz folgen.

nicht so einfach zu schmuggeln wie einzelne Flaschen. 1728 erlaubte ein königliches Dekret erstmals den Handel mit Flaschen. Bereits im Jahr darauf, 1729, wurde das erste Champagnerhaus gegründet: Ruinart. Nicolas Ruinart war Tuchhändler wie so viele andere auch, die in den nächsten hundert Jahren auf den Champagnerhandel setzten. Zehn Champagnerhäuser wurden bis Ende des 18. Jahrhunderts gegründet. Der erste grosse Boom setzte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein, 100 weitere Marken wurden bis Mitte des Jahrhunderts gegründet. Die Firmen prosperierten, bauten grosse Keller und prunkvolle Firmensitze. In Reims, aber auch in Epernay und Châlons.

Gründung des ersten Champagnerhauses Für den Durchbruch und Erfolg des Champagner waren zwei andere Faktoren von entscheidender Bedeutung. Zum einen war das die Entwicklung von stärkeren Glasflaschen, die dem Druck der zweiten Gärung in der Flasche widerstehen konnten. Zum anderen eine Gesetzesänderung, die den Handel mit Wein regelte. Damals durfte Wein ausschliesslich in Fässern verkauft und exportiert werden, da sich dieser Handel einfacher kontrollieren liess und es schwieriger war, Zölle zu umgehen. Fässer waren

Champagner war zu dieser Zeit ausschliesslich süss, richtig süss, und wurde zum Dessert getrunken. Erst in den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts kamen die ersten Brut-Champagner auf den Markt, der erste wohl durch die Witwe Pommery. Etwa zur gleichen Zeit erschienen die ersten Jahrgangschampagner. Der damals getrunkene Champagner hatte noch wenig mit

«Wenn man die Wahl hat zwischen Austern und Champagner, so pflegt man sich in der Regel für beides zu entscheiden.» Theodor Fontane

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«FÜR MEINEN BAUCH, DER MIR SAGT, WAS DAS HERZ WÜNSCHT.» Ivo Adam, Spitzenkoch.

Für besondere Momente.


CULINARIUM

Blick in eine Champagnerkellerei

dem heute wundervoll transparenten Wein zu tun, sondern war trüb. Dies kam von den Hefezellen, die nach der Flaschengärung in der Flasche verblieben. Veuve Clicquot, die Witwe Clicquot, führte das Rüttelpult ein, um die Hefezellen im Flaschenhals zu sammeln und sie dann aus der Flasche zu entfernen. Die Witwe Clicquot verkaufte auch den ersten Rosé-Champagner.

Ein Erbe von 200 Jahren Das Haus Perrier-Jouët ist das Ergebnis der Verbindung zwischen Pierre Nicolas Perrier und Rose Adélaïde Jouët, genannt Adèle. Er kam aus einer Familie von Winzern aus der Champagne, sie aus einer Kaufmannsfamilie aus der Normandie. 1811 gründeten beide das gleichnamige Champagnerhaus und erwarben drei Jahre später den historischen Firmensitz des Hauses an der Nummer 28 der späteren Avenue de Champagne, den Champs Elysées des Champagner.

Vom Kaisergetränk zum globalen Produkt Doch während der Champagner unter Napoleon einen Höhenflug ohnegleichen erlebte, er feiert seine Siege und seine Kaiserkrönung mit Champagner und viele seiner Bündnispartner und Gegner wollen sich auch an diesem Getränk ergötzen – das Jahr 1812 sollte einer der besten Champagnerjahrgänge aller Zeiten werden – ,stoppte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Reblaus das fulminante Wachstum des Champagner. Die Reblaus ist ein aus Amerika eingeschleppter Schädling, der die Wurzeln des Weinstocks befällt und die Rebe innerhalb weniger Jahre absterben lässt. Durch Aufpfropfen auf amerikanische Wurzeln wurde bald ein Mittel gefunden, um die Reben vor der Reblaus zu schützen. Auch das 20. Jahrhundert sollte nicht gut für den Champagner beginnen. Die Champagne war Schauplatz zahlreicher Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg, und mit der Revolution in Russland (1917) und der Prohibition in den USA gingen wichtige Exportmärkte verloren. Doch all diese Schicksalsschläge konnten den Siegeslauf des Champagner nicht aufhalten. Heute werden ungefähr 300 bis 350 Millionen Flaschen Champagner pro Jahr produziert. Das Getränk, das ursprünglich fast ausschliesslich von Königen und Kaisern genossen wurde, hat eine grosse globale Anhängerschaft gefunden.

In seiner 200-jährigen Geschichte hatte Perrier-Jouët nur gerade sieben Kellermeister, jeder von seinem Vorgänger in die Geheimnisse und das Wissen eines einzigartigen Stils eingeführt. Hervé Deschamps, Kellermeister seit 1993 und Bewahrer dieses Erbes, wurde während zehn Jahren von seinem Mentor und Vorgänger André Baveret in die Geheimnisse dieses eleganten Weines eingeführt. Jede der Cuvées von Hervé Deschamps ist einzigartig, ganz nach der Art eines Handwerkers des Weins. Die Besonderheit seines Verfahrens besteht darin, dass er keine Vorassemblagen vornimmt, sondern nur die groben Linien vorgibt und die Assemblage in einem Arbeitsgang zu Ende bringt. Perrier-Jouët war einer der ersten Champagnerproduzenten, welche die Korken ihrer Cuvées mit einem Stempel mit Jahrgang und Zeichen versah, als Beweis für die Abfüllung in den Kellern der Avenue de Champagne.

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CULINARIUM

Pure Swiss Alpine Caviar Exklusiver Kaviar aus der Schweiz

Mit «Oona» – keltisch für «das Aussergewöhnliche» – ist in der Schweiz erstmals ein inländischer Kaviar erhältlich.

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CULINARIUM

Tropenhaus Frutigen

von Yvonne Beck

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as Tropenhaus Frutigen schreibt ein Stück KaviarGeschichte. Die Genusswelt ist mit dem reinen Bergwasser-Kaviar «Oona» um eine Delikatesse reicher. Ganz nach der Philosophie der Produktionsstätte, dem Tropenhaus Frutigen, tritt der erste Schweizer Kaviar natürlich, nachhaltig und in feinster Handarbeit gewonnen in den Markt.

Gewonnen wird der Kaviar von rund 35 000 sibirischen Störfischen. Diese wurden vor sechs Jahren in Frutigen angesiedelt. Bereits nächstes Jahr soll der Bestand auf 60 000 Tiere erhöht werden. Dies ermöglicht zudem eine Jahresproduktion des delikaten und grätefreien Störfleisches von 18 Tonnen.

Bergwasser-Kaviar «Oona»-Kaviar besticht durch seinen reinen, unverwechselbaren Geschmack, hervorgerufen aus dem Ursprung des klaren Bergwassers und der subtilen Zucht und Verarbeitung. Abgeleitet aus dem Keltischen bedeutet «Oona» das Einzige, das Aussergewöhnliche. Vielfache Relikte beweisen, dass Frutigen schon in Urzeiten besiedelt war. Die Flussnamen selbst erzählen das Vorhandensein einer keltischen Bevölkerung, die wohl romanisiert und später mit den Germanen zu einer deutschsprechenden Bevölkerung vermischt wurde. Auf der Suche nach dem Aussergewöhnlichen und dem Einzigartigen wurde der Name «Oona» dem Frutiger Kaviar verliehen. Die klangvolle Nennung lässt die Perfektion jedes einzelnen Kaviar-Korns erahnen und führt zum Gesamterlebnis rund um diesen puren Genuss. Ganz nach der Philosophie der Produktionsstätte, des Tropenhauses Frutigen, tritt der erste Schweizer Kaviar natürlich, nachhaltig und in feinster Handarbeit gewonnen in den Markt. Und so steht an erster Stelle die artgerechte Tierhaltung – wichtig ist auch eine Kaviar-Gewinnung in Handarbeit und mit höchsten Anforderungen an Hygiene und Qualität. Die Anlage, welche auch die Gewächshäuser mit exotischen Früchten beheizt, wurde für

Fischzucht mit Überschusswasser aus dem Lötschberg-Tunnel Hinter der Störzucht im Tropenhaus Frutigen steckt eine innovative Idee, welche 2010 denn auch mit dem «Milestone. Tourismuspreis der Schweiz» ausgezeichnet wurde. Das warme Bergwasser aus dem Lötschberg-Basistunnel wurde für die Zucht von Stören, den Kaviar-Lieferanten, genutzt. Die Idee stammt vom damaligen Ingenieur der Oberbauleitung des Tunnelprojekts, Peter Hufschmid. Der leidenschaftliche Fischer amtet heute als Verwaltungsratspräsident des Tropenhauses. Diese Institution ist nicht nur innert Kürze zu einer touristischen Attraktion im Berner Oberland geworden, sondern leistet auch Pionierarbeit auf dem Gebiet der landbasierten Aquakulturen. Man rechnet damit, dieses Jahr rund 300 Kilogramm Störkaviar in Frutigen zu produzieren. Jährlich sollen im Berner Oberland insgesamt drei Tonnen Kaviar hergestellt werden. Die Mehrheit davon, etwa zwei Tonnen, wolle man ins Ausland exportieren, sagt Hufschmied. Als Abnehmer in Frage kämen etwa Asien oder Russland. In der Schweiz soll der Kaviar an Topgastronomen verkauft werden und im Detailhandel erhältlich sein.

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CULINARIUM

Patrick Güfel, Leiter Aquakultur & Veredelung

Tropenhaus Frutigen

Kaviarproduktion

Der «Oona»-Kaviar

rund 30 Millionen Franken erbaut und im November 2009 eröffnet. Kaviar ruft als hochstehendes und exklusives Produkt nach entsprechender Verpackung.

Exklusiver «Ice Cube» aus Glas Einem edlen Produkt gebührt eine ausgewählte, exklusive Verpackung. Der «Oona»-Kaviar tritt eingebettet im «Ice Cube» in Erscheinung. Mit diesem schliesst sich der Kreislauf – am Anfang ist das Eis, geschmolzen zu Wasser bildet es den Lebensraum des Störs und führt zum perlenden Kaviar. Aus klarem Glas, in der Schweiz in Handarbeit gefertigt, symbolisiert der Kubus die Reinheit des Produktes und nimmt die Philosophie der Nachhaltigkeit im Material auf. Qualität, Genuss und Makellosigkeit sind durch diese einzigartige, edle Glashülle garantiert. Der Kaviar findet in Form einer Kugel in der Mitte des Kubus seinen Platz – als Abbild einer perfekten Kaviar-Perle. Ein raffiniertes Kühlungssystem innerhalb der Kugel hält die Idealtemperatur des Kaviars. Jeder «Ice Cube» ist ein Unikat und weist durch die Handarbeit seinen eigenen Charakter auf. Form und Ästhetik laden ein, für das Kaviar-Erlebnis den «Ice Cube» direkt auf den Tisch zu stellen und danach als stylisches, individuelles Dekorationsobjekt weiter einzusetzen. www.oona-schweiz.ch

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»Wir beide wissen: Wer ganz oben stehen will, muss doppelt so viel leisten.«

An der neuen GIGA 5 kommt auch ein Roger Federer nicht vorbei. Denn für höchste Ansprüche an Performance, Ästhetik und Perfektion im Segment der Vollautomaten gilt ab sofort ein neuer Massstab: Professionelle Technologie hält Einzug in den anspruchsvollen Haushalt. Die Leistung von zwei Mahlwerken, zwei Heizsystemen und zwei Pumpen ermög licht gleich zwei Kaffeespezialitäten auf einmal, sorgt für noch nie dagewesene Vielfalt und ultimativen Kaffeegenuss. JURA – If you love coffee. JURA Elektroapparate AG, Kaffeeweltstrasse 10, 4626 Niederbuchsiten – www.jura-giga.com


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LOUIS XIII Der Kรถnig der Cognacs

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von Susanne Schmitt

S

eit über hundert Jahren ist Louis XIII ein Synonym für Brillanz und Perfektion, denn dieser Cognac ist eine Begegnung. Eine Begegnung mit dem Land, der Geschichte und der Zeit selbst. 1874 wurde Louis XIII zum ersten Mal produziert und eroberte kurze Zeit später bereits den gesamten Globus. Geboren in den Weinbergen der Grande Champagne, die wegen ihrer kalkigen Erde zu den aussergewöhnlichsten Weinanbaugebieten gehört, wurde er zum perfekten Botschafter der französischen Lebensart. Er beeindruckte Kenner auf internationalen Ausstellungen, gewann Liebhaber im Orient-Express, nahm die Königshäuser in Europa gefangen, bevor er Ende des 19. Jahrhunderts den Atlantik überquerte. Von Osaka bis San Francisco, von St. Petersburg bis Kapstadt, von Paris bis Peking, Louis XIII kannte keine kulturellen Grenzen und wurde zum Cognac der Könige und zum König der Cognacs.

tantischen Streitkräfte des Prinzen von Condé um die Stadt Jarnac in der nebligen Region Charente. Fast dreihundert Jahre später, 1850, fand ein Bauer in Jarnac ein Relikt dieses Krieges, eine Trinkschale aus Metall, dekoriert mit Lilien. Paul Emile Rémy Martin, ein passionierter Historiker, war von diesem Fund so fasziniert, dass er dem Bauern die Trinkschale abkaufte. Die Karaffe des Louis XIII, die heute jedem Aficionado bekannt ist, wurde von dieser Metallschale inspiriert. Paul-Emile, aus der fünften Generation der Rémy Martins, hatte über ein halbes Jahrhundert sorgfältig das «eau-de-vie» gehütet und so die Familientradition bewahrt. Von seinem Fund inspiriert, entschied er, seinen ältesten und delikatesten Grande Champagne in dieser Trinkschale zu mischen. Er liess eine Kopie aus Glas anfertigen und daraus eine Karaffe entwickeln. Sein Produkt nannte er Louis XIII zu Ehren und zum Andenken des Königs, der den Handel mit «eaux-de-vie» in der Region Charente zu Beginn des 17. Jahrhunderts gefördert hatte und unter dessen Herrschaft sich die Familie Rémy Martin in dieser Region niedergelassen hatte.

Ein Visionär und die Geburt einer Legende Die Geschichte von Louis XIII reicht bis in die Zeit der europäischen Religionskriege zurück. Im Jahr 1569 kämpften die katholischen Armeen des Herzogs von Anjou und die protes-

«Ich habe einen einfachen Geschmack. Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.» Oscar Wilde

Die Karaffe ist aus fünf Kilogramm feinsten SèvresKristallen handgefertigt und hat viermal so viel Fassungsvermögen wie ein normaler Louis-XIII-Dekanter. Geschützt wird die Flasche von einer edel-puristischen Holzkiste. Zusätzlich liegen dem LuxusPackage vier Kristallgläser – designt von Christophe Pillet – sowie eine Pipette bei, wie sie von den Rémy-Martin-Kellermeistern seit Generationen verwendet wird. Ab jetzt werden jedes Jahr nur einige wenige individuell nummerierte Karaffen der Louis XIII Le Jeroboam für ausgewählte Aficionados hergestellt und abgefüllt.

Schon seit Anbeginn floss alles Wissen und Können Rémy Martins in die Herstellung dieses aussergewöhnlichen Cognacs. Die Wahl der besten Erde, die Wachsamkeit der Weinbauern, die strengüberwachte Destillation, all diese Elemente zusammen ergeben eine ungeheure Perfektion. Kenner und Liebhaber wissen daher seit langem, dass Louis XIII de Rémy Martin der wohl luxuriöseste Cognac der Welt ist. Dieses feine Tröpfchen überzeugt nun mit einer mehr als hochwertigen neuen Sonderedition: LE JEROBOAM – für ausgewählte Aficionados ein Höhepunkt jeder Kollektion.

Seltene Aromenvielfalt und anspruchsvolle Handarbeit Goldig-rot in seiner Erscheinung entfaltet der Louis XIII im Gaumen eine erstaunliche Vielfalt und aussergewöhnliche Finesse. Von einem Bouquet an Jasmin, Passionsfrucht, Ingwer und Muskat zu Noten von Strohblumen, Iris und Feigen bis hin zu Sandelholz- und Honigaromen verspricht der Louis XIII ein einmaliges Erlebnis an geschmacklicher Intensität.

Louis XIII ist eben immer noch ein Cognac der Könige und der König der Cognacs. www.louis-xiii.com

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CULINARIUM

FOod News Purer Genuss Extravaganter Champagner in aufreizendem Kleid Zwölf Jahre nach der ersten Kreation für das ChampagnerTraditionshaus mit dem gewissen Extra hat Modeschöpfer Jean Paul Gaultier eine neue Flasche entworfen: den Piper-Heidsieck Black Cancan. Als festliches Highlight hüllt sich der Piper-Heidsieck Black Cancan in ein schwarz satiniertes Latexkleid mit einem verzierten Netzumhang aus Swarovski-Kristallen und erinnert so an die reizvolle Extravaganz der französischen CancanTänzerinnen. Zwei formschöne Kristallgläser aus dem Hause Schott Zwiesel laden zu einem einzigartigen Genuss ein. Auch der Inhalt der Champagnerflasche verspricht ein prickelndes Highlight. Der Jahrgangschampagner Brut Millésime 2000 – golden in Farbe und mit orientalischen Noten – ist Ausdruck des Könnens des Hauses PiperHeidsieck in höchster Vollendung.

Handgeblasene Kristallflaschen gekrönt von einem blauem Saphir 1761 hat Thomas Dakin in Warrington die Urform des heutigen Bombay Sapphire entwickelt. Mit einer limitierten Luxus-Edition feiert Bombay Sapphire das Ereignis, an dem vor 250 Jahren der Grundstein für eine neue Ära von Qualitäts-Gin gelegt wurde. In enger Zusammenarbeit mit dem britischen Juwelierhaus Garrard hat Bombay Sapphire zum 250-jährigen Bestehen der BasisRezeptur eine exklusive limitierte Spezial-Edition lanciert. Garrard ist das weltweit älteste Juwelierhaus und wurde 1843 mit der Ehre betraut, königlicher Juwelier von Queen Victoria zu werden. Das prestigeträchtige britische Unternehmen hatte sich zum Ziel gesetzt, anlässlich des Jubiläums eine passende Luxusflasche für Bombay Sapphire zu entwerfen. Die limitierte Design-Edition besteht aus handgeblasenen Kristallflaschen mit einem extravaganten Verschluss in Form eines Edelsteins.

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CULINARIUM

Die Geschenk-Box zum Jubiläum Der Perrier-Jouët Belle Epoque 2004 ist der jüngste der Jahrgangschampagner des Hauses. Das Jahr 2004 war ein einzigartiges und aussergewöhnliches Jahr für die Weinlese und spiegelt sich im Wein: stylisch, frisch und seidig. Und noch köstlicher ist es, Champagner Perrier-Jouët Belle Epoque aus passenden Champagnergläsern zu trinken! Deshalb lanciert Perrier-Jouët im Zuge der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Hauses eine edle Geschenk-Box mit zwei vom renommierten zeitgenössischen Künstler Daniel Arsham kreierten Gläsern für ein kunstvolles Geniessen. Der wunderschöne Coffret in limitierter Auflage ist in Grün und Weiss gehalten und mit dem Emblem des Hauses in Reliefform und Gold-Intarsien geschmückt.

Bring the Flakes Malibu lanciert für den Winter eine originelle Innovation: Wie in einem Schneesturm wirbeln Kokosflocken in der Flasche der neuen Limited Winter Edition herum. Die nur für kurze Zeit erhältliche Serie des berühmten karibischen Rums passt perfekt zur kalten Jahreszeit und zu den Festtagen. Denn sie interpretiert den Winter auf eine nie da gewesene Art und Weise. Ein Hauch Karibik im kalten Europa. Malibu bringt die karibische Sonne mit der eisigen Schönheit des Winters in Einklang. So finden Palmen, Eiskristalle und Schneeflocken zueinander.

Die Liebe, mit der alles begann Ein wenig länger. Ein wenig weicher. Ein wenig reicher. Der Singleton of Dufftown ist der perfekte Einsieg in die Welt der Single Malt Whiskies. Das Geheimnis seines süssen Geschmacks liegt in der Herstellung verborgen. Die besonders langsame Fermentierung und Destillation sowie die Reifung in Bourbon- und Sherryfässern spielt eine grosse Rolle in der Entwicklung der reichen Frucht- und Röstaromen dieses 12-jährigen Malt Whiskys. Eine limitierte Sonderedition mit zwei originalen Singleton-Gläsern bietet den perfekten Einstieg in die Welt der Single Malts.

JOHNNIE WALKER BLUE LABEL Der Blaublüter aus Schottland

Bereits seit 1820 stellt das Familienunternehmen Johnnie Walker in der schottischen Destillerie Cardhu kostbaren Whisky her. Das «Kronjuwel» des Hauses, Johnnie Walker Blue Label, wird in einem einzigartigen Blendsystem aus 15 der seltensten, teuersten Malt und Grain Whisky-Beständen der Welt komponiert. Der Namenszusatz «Blue» ist vom Begriff «Blaublüter» abgeleitet und charakterisiert das edle Getränk, das nur in begrenzten Mengen erhältlich ist. Pünktlich zu Weihnachten 2011 launcht das schottische Traditionshaus gemeinsam mit dem weltweit wohl bekanntesten Designhaus Porsche Design Studio eine Kollektion exklusiver Geschenke für Gentlemen, die keine Wünsche offen lässt. Gefertigt aus ausgewählten Materialien, wurde die Kollektion für den «perfect serve» von Johnnie Walker Blue Label entworfen. www.johnniewalker.com

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CULINARIUM

weine aus der Westschweiz Die Welt des Weins ist in Bewegung und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Antwort auf das Interesse der Weinfreunde lautet: neue Weine entdecken. von Yvonne Beck

D

er Genuss von Wein hat mit Qualität und Vielfalt zu tun. Die Weine aus der Westschweiz sind heute absolut in der Lage, den Entdeckungsdrang erfahrener Weinfreunde zu befriedigen und sich ohne Komplexe mit der hohen Gastronomie zusammenzuschliessen.

Überraschungen für die Geschmacksnerven

Dieses Jahr wurden bei der Selektion der Waadtländer Weine mehr als 1070 Weine degustiert; davon wurden 330 prämiiert und ausgewählt. Es ist an der Zeit, dass Weinfreunde sich einen Gefallen tun und in diesem Magazin Chasselas und andere Weissweine, Rotweine, Rosé-Weine, Süssweine und Schaumweine sowie die prämiierten Stars, das heisst die 19 besten Weine dieser Auswahl an Waadtländer Weinen 2011, entdecken. Degustieren heisst sehen, riechen und schmecken, um langsam mit dem Wein Bekanntschaft zu schliessen, um ihn in allen seinen Facetten zu erforschen. Diese grossen Weine machen Lust, weitere kennen zu lernen und sie in Gemeinschaft zu geniessen, um geschmackliche Erfahrungen gegenseitig auszutauschen.

Photo : Seb Michel/ La Succursale

Dank einer sorgfältigen Ausbildung erzeugen die Weinbauern und Önologen des Waadtlands und des Wallis heute

Produkte von hoher Qualität, die jedes Jahr aufs Neue Überraschungen für die Geschmacksnerven bereithalten.

www.vins-vaudois.com


CULINARIUM

«Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken!»

Die 2011 prämierten Weine sind: Kategorie Chasselas

Kategorie Süssweine

Le Renard, Dézaley Grand Cru, von Pinget Vins, Rivaz, Villette, von Cave Duboux, und Saint-Saphorin Grand Cru, von Schenk, Rolle, Jahrgang 2010.

Château d'Allaman Passerillé 2008, von Schenk, Colino 2007, von Philippe Bovet, Gingins, Larmes de Licorne 2009, von Bolle, Morges, Romaines Gewürztraminer Passerillé 2008, von Les Frères Dutruy, Founex, und L'«Orpheus» Passerillé 2008, von Viticole de Lutry.

Kategorie trockene Weissweine Gewürztraminer le Fils du Soleil 2009, von Michel und Julien Neyroud, Corsier, Pinot gris 2010, von Jacques Pélichet, Féchy, und Viognier 2009, von Philippe Bovet, Gingins.

Kategorie Schaumweine Antoine Saladin 2009, von Château de Crans, Château d'Allaman Grand Cru Mousseux Brut 2008, von Schenk, und Gaspard, von les Frères Kursner, à Féchy.

Kategorie Rosé-Weine Oeil-de-Perdrix 2010, von la Cave Vevey-Montreux, und Rosé de Féchy 2010, von Domaine Fischer, Bougy-Villars.

Kategorie Rotweine Morges 2009, von Domaine de Marcy, Saint-Prex, Merlot 2009, von la Cave de la Grappe d'or, Founex, und Pierrede-Lune 2009, Aigle Grand Cru, von Alain Emery, Aigle.

Waadtländerwy

macht

sexy


KOLUMNE

Aus dem Leben eines Galeristen: von Wilhelm J. Grusdat

E

Dr. No und der elegante Mr. Kingsland

rinnern Sie sich noch an William Kingsland aus

Es ist nur schwer vorstellbar, dass solche Banden aus eige-

der New Yorker Upper East Side? Der elegante

nem Antrieb handeln. Unweigerlich kommt uns das Gesicht

Gentleman gelangte nach seinem plötzlichen

des Dr. No aus dem James-Bond-Universum in den Sinn.

Ableben im Jahr 2006 zu überraschender

Diese Figur steht Pate für den kultivierten Schurken, der

Berühmtheit, als man bei der Sichtung seiner

aus dem Hintergrund agiert und seine Wünsche durch Auf-

Besitztümer über 300 Kunstwerke fand. Selbst seine engsten

tragsdiebstähle befriedigt. Diesem wird im Film «007 jagt

Freunde hatten nichts von den Gemälden von Picasso, Rèdon,

Dr. No» aus dem Jahre 1962 gehuldigt, als James Bond ein

Corot und Toulouse-Lautrec oder der Skulptur von Giacometti

kleines Gemälde von Goya im Empfangszimmer des Gau-

geahnt, mit denen seine kleine Wohnung geschmückt war.

ners entdeckt. Dieses Bildnis des Herzogs von Wellington

Kinderlos verstorben und ohne Angehörige, fiel dieser Schatz

war damals tatsächlich aus der Londoner National Gallery

den Behörden zu, die sich schon über den kommenden Geld-

gestohlen worden. Leider orientiert sich die Realität nicht

segen freuten. Doch die Sache hatte einen Haken: Die meis-

am Schurkenmythos.

ten Werke waren Diebesgut. Kingsland – nicht sein Geburtsname, wie sich später herausstellte – hatte in den 1960er und

Tatsächlich agieren viele Diebe immer noch aus Geldgier

1970er bei seinen Streifzügen durch die New Yorker Galerien-

und Dummheit und versprechen sich von den Kunstschät-

und Museumslandschaft alles eingesammelt, was ihm gefiel.

zen hohe Gewinne beim Wiederverkauf. Aber kein Händ-

Natürlich blieb das Fehlen der Kunstwerke nicht unbemerkt.

ler, kein Auktionshaus, keine Privatperson nimmt Werke an,

Aber niemand verdächtigte den gebildeten Herrn, mit dem

nach denen bereits durch internationale Polizeibehörden

es sich so gut über die New Yorker Stadtgeschichte plau-

gefahndet wird. Insofern tauchen die Wertschätze nach re-

dern liess.

lativ kurzer Zeit von allein wieder auf.

Kingsland entspricht übrigens nicht dem gewöhnlichen

Natürlich spielt Kunstraub im Leben eines Galeristen eine

Kunsträuber. Sein sehr intimes Verhältnis zu den Kunstge-

Rolle. Ich habe schon einiges angeboten bekommen und

genständen verführte ihn zu seinen Taten und erweckt da-

abgelehnt, was mir nicht geheuer erschien. Insofern ist eine

mit beinahe Verständnis. Hinzu kommt, dass er nie daran

wichtige Fähigkeit, die man sich in meinem Beruf aneignen

dachte, sich von seinen Schätzen zu trennen und nur des-

muss, das Gespür für Menschen: Was an ihnen ist echt,

wegen jahrzehntelang unentdeckt blieb.

was gespielt und an welcher Stelle passt die Herkunftsgeschichte des Kunstwerks nicht? Auch eine gute Verbin-

Ganz anders die meisten Kunstraube. Sie sind häufig sehr

dung zu meinen Künstlern ist wichtig. Nur hier erhalte ich

gut vorbereitet und werden mit einem hohen Grad an kri-

die detaillierte Einsicht in den Schaffensprozess und damit

mineller Energie ausgeführt. Zu nennen wäre etwa die Die-

ins Werk. Und das kommt letzten Endes meinen Kunden

besbande, die 1991 mit unglaublicher Präzision Bilder im

zu Gute: Je genauer ich über Herkunft und Verkaufswege

Wert von mehreren hundert Millionen Euro aus dem stark

der Kunstwerke Bescheid weiss, desto sicherer bin ich in

gesicherten Van-Gogh-Museum in Amsterdam entwendete.

meinem Urteil über Echtheit und Wert der einzelnen Stücke.

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Zeit wird schneller Temporäre Architektur

«Denn alles Menschliche ist nichtig und vorübergehend. Darum nutze das Heute so wie Du sollst, dann scheidet’s sich leicht: wie die Olive, wenn sie reif geworden abfällt – preisend den Zweig, an dem sie hing, dankend dem Baum, der sie hervorgebracht!» Marc Aurel

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nsere Zeit ist flüchtig geworden. Die Menschheit bewegt sich mehr, schneller und – natürlich auch – immer häufiger virtuell. Städte wachsen und schrumpfen in kürzeren Zyklen, Funktionen überleben sich und neue Nutzungen entstehen. Der öffentliche Raum wird häufig nur «auf Zeit» genutzt. Wer kennt nicht die mobilen Buden der Kirmes, die schnell hochgezogenen Veranstaltungszelte und die sich ständig wandelnden Gruppen, die einen Platz in Besitz nehmen? Für diese Situationen sind – insbesondere im öffentlichen Raum – keine festen Bauwerke, keine dauerhaften Strukturen gefragt. Denn wer will schon prognostizieren, welche Rolle ein Platz in zwanzig Jahren spielen wird?

Temporäre Bauten Fest steht, dass das Temporäre ein Kind unserer Zeit ist, die wie kaum eine Entwicklungsperiode zuvor «zeitbewusst» ist. Geschwindigkeit zählt. In der Ökonomie hat sich die Verkürzung von Produktions- und Verwertungszyklen als eine der

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wichtigsten Erfolgsstrategien herausgebildet. Aber auch sonst werden immer höhere Geschwindigkeiten angestrebt: in der Computertechnologie, in der räumlichen Mobilität und in der Gewinnung von Wissen. Selbst in der persönlichen Lebensgestaltung sind wir mit Time-Management-Systemen und Personal-Digital-Assistants unentwegt bemüht, Zeit besser zu nutzen. Worauf basiert letztendlich der Erfolg der Digitalkameras? Doch wohl in erster Linie darauf, dass man die Bilder unmittelbar betrachten und bei Nichtgefallen sofort löschen kann. Die generelle Tendenz zur Beschleunigung und zur veränderten Zeitbewertung konkretisiert sich zunehmend auch in der Architektur und im Städtebau. Denn auch in diesen ansonsten eher auf Dauerhaftigkeit angelegten Handlungsbereichen nimmt die Zeitempfindlichkeit zu. Auch die Architektur orientiert sich mehr und mehr am Vorübergehenden, Veränderbaren und Flexiblen. Vor allem jüngeren Architekten geht es nicht mehr um die Konkretisierung des alten Axioms, dass Schönheit immer auch etwas mit Ewigkeit zu tun habe. Vielmehr soll auch das auf lange Sicht geplante Gebäude durch kurzfristige Elemente befruchtet werden und umgekehrt. Und gerade bei der temporären Architektur sind dabei die Übergänge zu Kunst und Kultur besonders nahe liegend.

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Zwischen Architektur, Kunst und Design

räre» Architektur sein kann. Der Eiffelturm, als Tor zur Weltausstellung 1889 erbaut, sollte ursprünglich nur zwanzig Jahre lang stehen. Noch heute ist er das meistbesuchte kostenpflichtige Baudenkmal der Welt. Wegen seiner Höhe musste der Eiffelturm konstruktiv belastbar sein – eine Tatsache, der er womöglich seine Langlebigkeit verdankt. Letztendlich wurde dieses primär «zweckfreie» Bauwerk zum Wahrzeichen für Paris, wenn nicht gar für ganz Frankreich. Die internationale Bühne, die Weltausstellungen der Architektur bieten, ist nach wie vor Anreiz, ehrgeizige temporäre Bauten zu entwerfen und zu realisieren. Wie zuletzt die vielen Länderpavillons der Expo 2010 in Shanghai belegten.

Dank moderner Technologie ist es heute möglich, Kunststoffe auf die erstaunlichste Art und Weise einzusetzen. Selbst Holz, das älteste aller Baumaterialien, lässt sich inzwischen mit computergesteuerten Maschinen zu einzigartigen Formen fräsen, die erst gar nicht darauf angelegt sind, bis ans Ende der Zeit zu überdauern. Entscheidend ist vielmehr der Zweck – ein Messestand, ein Bühnenbild oder ein Ausstellungspavillon sind üblicherweise von vornherein nur für eine bestimmte, kurze Lebensdauer geplant. Viele Architekten haben inzwischen entdeckt, dass Seefrachtcontainer aus Metall – Symbole der globalen Wirtschaft – oftmals ausrangiert werden, obwohl sie leicht als Laden- oder Wohnraum umnutzbar sind. Interessanterweise werden hierbei Objekte, die eigentlich auf Mobilität ausgelegt sind, im Boden verankert und erweisen sich als stabiler und dauerhafter als so manch traditionelle Bauform. Insbesondere Baustellen und archäologische Grabungsstätten sind häufig Vorwand oder Grund temporärer Architektur. Doch auch die Kunst braucht solche Bauten. Oft erfordern Ausstellungen räumliches Design – wie Architektur mitunter genannt wird. Und so sorgt zeitgenössische Kunst häufig für temporäre Architekturformen, die selbst schon fast zur Kunst werden.

Innovationen Letztendlich ist zwar jede Form von Architektur temporär – auch wenn manche Bauten länger leben als andere. Dennoch ist das Konzept ephemerer Architektur überaus faszinierend. Temporäre Bauten sind häufig frei von Einschränkungen, die den Entwurf dauerhafter Entwürfe belasten: Aus diesem Grund bieten sie Architekten mehr Spielraum für kreative Freiheiten und sind zugleich eine potentielle Inspirationsquelle für alle Formen von Architektur. Hinzu kommt, dass temporäre Bauten unbeschwerter mit den fliessenden Grenzen von Kunst und Architektur spielen können. Sie reizen Künstler ebenso wie Architekten, Grenzen zu überschreiten. Transportable Wohnbauten, Eventlocations, Notfallunterkünfte und die 360-Grad- Bühne der Band U2 fallen allesamt in das Spektrum heutiger temporärer Architektur. Kurz: In vieler Hinsicht zählen die Bauten der temporären Architektur zu den faszinierendsten und innovativsten unserer Zeit.

Pavillons der verschiedensten Art sind ein zentrales Phänomen temporärer Architektur – sei es für einmalige Veranstaltungen oder gross angelegte internationale Messen und Ausstellungen. Obwohl der Abriss in den meisten Fällen bereits eingeplant wird, gibt es Ausnahmen, die belegen, von welcher Tragweite «tempo-

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Die echte Schweizer K端che Lifestyle und Design perfekt vereint

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«Perfekte Funktionalität, wohnliche Atmosphäre und ein unverwechselbares Design» von Verena Hermann

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nnovationen mit edlen Materialien, ästhetische Funktionalität bis ins letzte Detail. Das kreative Team der Brunner Küchen AG hat immer wieder Neuheiten bereit. In Bettwil kann die wohl vielseitigste und kreativste Küchenausstellung der Schweiz besichtigt werden. Hier werden Lebensräume gestaltet, die über den Küchenbereich hinausgehen. Seit 40 Jahren baut Brunner Küchen qualitativ hochwertige, massgefertige Kücheneinrichtungen. Zufriedene Kunden in der ganzen Schweiz sind der beste Beweis, dass die Brunner Küchen AG mit ihren Produkten und Dienstleistungen auf dem richtigen Weg ist.

nieren Transparenz und Sachlichkeit. Eine offene Küche mit freistehender Kochinsel wird zum grosszügigen Raumerlebnis mit Lifestyle-Charakter. Küchenlandschaften werden auf ursprüngliche, geometrische Formen reduziert. Schlichte dunkle oder helle Hölzer in Verbindung mit Metall und Schleiflack oder Glas verleihen der Küche viele Gestaltungsmöglichkeiten. Abdeckung in Quarzstein, Granit, Chromnickelstahl und Glas sind im Trend und gut kombinierbar. Grosszügige und praktische Konzepte, welche zusätzlichen Stauraum bieten, sind gefragt. Bei Brunner Küchen in Bettwil hat man diesen Trend längst erkannt und baut deshalb seit Jahren ausschliesslich Qualitätsküchen, die zum Arbeiten genauso einladen wie zum Verweilen.

Brunner Küchen sind unverkennbar. Edle Materialien paaren sich mit hoher Verarbeitungsqualität, klaren Linien und Liebe zum Detail. Bei der Gestaltung einer neuen Küche werden die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Kunden bis ins kleinste Detail berücksichtigt. Dies ist möglich, weil bei Brunner Küchen jede Einrichtung von Grund auf massgefertigt wird. Diese Arbeitsweise bietet einerseits maximale Flexibilität bezüglich Design und Ausstattung und erlaubt andererseits eine optimale Nutzung der jeweiligen Platzverhältnisse.

Perfekte Funktionalität, wohnliche Atmosphäre und ein unverwechselbares Design: Diese drei Kriterien muss jede Küche aus dem Hause Brunner erfüllen – unabhängig von der gewählten Stilrichtung oder dem eingesetzten Budget. Höchster Anwendernutzen ist für das Brunner Team aus Bettwil eine Selbstverständlichkeit. Die 30 Küchen in der Ausstellung in Bettwil und drei Küchen in der Baumesse Zentralschweiz in Emmenbrücke sind eine reiche Quelle der Inspiration. www.brunner-kuechen.ch

Jede Brunner Küche ist ein Unikat Die Küche ist wichtig geworden und hat sich zum zentralen Teil eines Hauses oder einer Wohnung entwickelt. Es domi-

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Alpine Chic by Zingg-Lamprecht Das Feuer im Cheminée knistert. Der Duft von Arvenholz und Trockenfleisch erfüllt den Raum. Draussen bläst ein giftiger Winterwind, doch das verstärkt die gemütliche Stimmung in der Berghütte nur noch mehr. Alpine Gemütlichkeit, moderner Chalet-Chic hält Einzug ins urbane Leben und erobert trendige Stadtwohnungen und elegante Einfamilienhäuser. Die Trendscouts von Zingg-Lamprecht sind ausgeschwärmt und präsentieren im umgebauten Soussol des Einrichtungshauses am Zürcher Stampfenbachplatz lokale Produkte, die nicht nur sympathisch und authentisch sind, sondern weit nachhaltiger als Materialien aus fernen Landen. Bei den Massivhölzern setzen die Innenarchitekten auf Nussbaum, Eiche und Robinie. Natürlich stehen auch Ulme, Fichte oder Lärche auf dem Programm. Als Alternative zu einem Holzparkett bieten sich Platten aus heimischem Schiefer an. Symbol für den alpinen Chic sind Hirschgeweihe. Wem ein ausgestopfter Hirschkopf zu viel des Guten ist, dem bietet Zingg-Lamprecht eine modernere Alternative vom Designer-Ensemble BIG GAME: Puzzle-Teile aus rohbelassener Buche furniert, die zusammengesteckt Elch-, Hirsch- oder Rehgeweihe ergeben. Ein absolutes Must-have.

Living & More

Interior News Die ersten Soundbars von BOSE Seit September sind zwei neue Bose-Systeme auf dem Markt erhältlich: das Home Entertainment System Lifestyle® 135 und das digitale Heimkino-Lautsprechersystem CineMate® 1 SR. Damit wurde im Bereich Soundbars eine neue Dimension erreicht: Denn die in beiden Systemen enthaltene patentierte Bose®-Technologie sorgt für einzigartige Audio-Performance, egal, wo das System aufgestellt wird: eine massgeschneiderte Lösung für unverwechselbaren Heimkino-Sound mit nur einer eleganten Lautsprecheranordnung und einem neuartigen kabellosen Acoustimass®-Modul. Das Lifestyle® 135-System bietet eine Media-Konsole für bis zu sechs HD-Quellen, einen AM/FM-Tuner und eine Docking-Station für iPod oder iPhone. Das CineMate® 1 SR-System wird mit nur einem Kabel direkt an einen Fernseher angeschlossen. Anders als herkömmliche Soundbars sind die Systeme Lifestyle® 135 und CineMate® 1 SR bezüglich Aufstellung äusserst flexibel – so kann sich der Bildschirm an jedem beliebigen Platz befinden – und die Soundbar kann mit zwei unterschiedlichen Abstrahlausrichtungen montiert werden, mit gleichem optimalen Klangergebnis.

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Sato Slow Living Als Spezialist für Schlafräume hat sich Sato erst in Zürich, dann in Bern und Basel einen Namen gemacht. Ende September eröffnete die vierte Filiale in Luzern. Wenige Schritte von der Kapellbrücke entfernt, erleben Besucher auf rund 200 Quadratmetern und zwei Ebenen die Faszination asiatischer Wohnwelten. Mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, finden sich in der Filiale in Luzern Möbel und Leuchten internationaler Designer neben Eigenkreationen und japanischen Trouvaillen. Wer nach schlichtem, qualitativ hochwertigem Design in Kombination mit individueller Beratung sucht, der wird hier fündig. Bei der Auswahl neuer Produkte steht neben der Geschäftsphilosophie des «Slow Living», der bewussten, beruhigten Lebensart, stets auch der Qualitäts- und Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund.

String von Nils Strinning Das Regalsystem String, das 1949 von Nils Strinning entworfen wurde, zählt heute dank seiner schlichten Formgebung zu den skandinavischen Designklassikern. String folgt einer minimalistischen Gestaltungsidee, indem die Böden des Regals durch zwei Drahtrahmen gehalten werden. Der Rahmen, der an den Regalböden wie eine feine Leiter emporzusteigen scheint, verleiht dem Regal seinen eigenen Charakter. Es ist wandelbar, kann individuell zusammengestellt werden und sich so allen räumlichen Gegebenheiten anpassen. Bei String Plex wurde der Drahtrahmen durch Plexiglas ersetzt, das dem Regal seinen leicht schwebenden Charakter verleiht. Die durchsichtigen Seitenwände lockern die Regalböden auf und lassen diese schwerelos an der Wand erscheinen. Von der Seite betrachtet entfaltet sich die Besonderheit: Durch das transparente Plexiglas erhalten die Gegenstände im Regal weiche Konturen.

DUII – Diesel with Foscarini

nes Oldtimers, erinnert gleichzeitig aber auch an den Schutzhelm eines Bauarbeiters oder an einen kahl geschorenen Kopf mit einem Haarstreifen in der Mitte, wie der Mohikaner – das historische Symbol von Diesel – , der für «Punker» und «Rebell» steht. Der Lichtstrahl ist direkt auf die Fläche gerichtet, auf dem die Leuchte steht. Ihr ideales Umfeld ist eine jugendlich eingerichtete Wohnung, wo sie auf einen Tisch, eine Konsole oder auf einen Nachttisch gestellt werden kann. Duii ist in zwei exklusiven Farben erhältlich und fällt durch ihre hervorstechende Persönlichkeit auf: Die Farbe Gelb erinnert an die Arbeiterklasse, während Grau mehr an den industriellen Stil gebunden ist. Der Stil Diesel with Foscarini bleibt nach wie vor unverkennbar.

Eine Leuchte, die sofort Sympathie erweckt, genauso wie die Walt-Disney-Figur Quo, die im Englischen Dewey genannt wird. Der Name dieser Tischleuchte leitet sich von der Aussprache dieses englischen Namens ab. Der recht starke Sockel erinnert an einen grossen Entenfuss, den man als Ablage für kleine Gegenstände benutzen kann. Diesem Projekt liegt die Idee zugrunde, dass man alle Bauteile der Leuchte zusammen- und auseinanderbauen kann. Der aus vier Metallteilen bestehende und von Flügelmuttern zusammengehaltene Arm ist schwenkbar, genau wie die Bauteile des «Meccano» (Metallbaukasten). Der aus Pressglas und Metall gefertigte Diffusor hat die ikonische Form der Scheinwerfer ei-

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Private Wellness-Oase Entspannung und Luxus pur von Yvonne Beck

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Alle sind sie sich einig: Rein funktionale Bäder sind out. Beim Baden will man nicht mehr nur sauber werden, sondern mit sich ins Reine kommen, deshalb wird im Badezimmer der Körper nicht länger zwanghaft gereinigt, sondern vielmehr gefeiert. Auch Entspannung und Wellness dürfen nicht zu kurz kommen. Dampfbad und Sauna im eigenen Heim, davon träumen viele.

er Nachfrage nach gehobenen privaten Wellnesszonen trägt die KÜNG AG Saunabau mit ihrem Modell INSIEME Rechnung. Es führt zwei Wellnessrituale zu einer harmonischen Einheit zusammen: Sauna und Dampfbad.

Verschiedene Klimata Das Dampfbad verkörpert eine südländische Tradition aus dem arabisch-türkischen Raum, das Hamam. Mit Temperaturen von 40 bis 45 °C und einer Luftfeuchtigkeit von fast 100 Prozent, die aus speziellen Dampfdüsen in die Kabine strömt, handelt es sich um eine reine Feuchtigkeitstherapie. Die Sauna hat ihre Wurzeln in Skandinavien, dient mittlerweile aber auf der ganzen Welt der Entspannung und Körperpflege. Während sich das finnische Saunabad durch Temperaturen bis 90 °C und eine

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niedrige Luftfeuchtigkeit auszeichnet, sind mit dem BIOSA®Ofen von Küng viele weitere Klimaeinstellungen mit hoher Luftfeuchtigkeit möglich. Mit Aromen, Farblicht, Heilkräutern und Klang lassen sich sowohl beim Dampf- wie auch beim Saunabaden alle Sinne ansprechen.

Designvielfalt INSIEME besticht durch exklusives Design. In ihrer Schlichtheit vermittelt sie Kraft, Ruhe und Entspannung. Die grossflächige Rundum-Verglasung bringt Leichtigkeit und Transparenz und macht aus der Kombi-Anlage einen architektonischen Blickfang. Die Rückwand ist mit einer grossformatigen Landschaftsfotografie bedruckt, kann aber auch nach individuellen Vorstellungen gestaltet werden. Die Sauna und das mit Bergmann AG geplante Dampfbad sind ebenfalls nur durch eine Glaswand voneinander getrennt. Dass bei Küng häufig – und viel – Glas zur Anwendung kommt, ist Programm, ist die Verglasung von Saunas doch ein Markenzeichen des Wädenswiler Unternehmens. Aber auch grosse Glasflächen haben keinen Einfluss auf das Klima und erlauben jede gewünschte Einstellung. Die Anordnung von Sauna und Dampfbad kann weitgehend vom Kunden bestimmt werden, ist jedoch auch von den räumlichen Gegebenheiten abhängig. Auch sonst sind bezüglich Formgebung und Materialisierung keine Grenzen gesetzt. Von der rustikalen Holzkonstruktion bis zum ultramodernen Designobjekt mitten im Wohnraum werden höchste ästhetische Ansprüche befriedigt. Oberstes Ziel sind immer die perfekte Integration in den

bestehenden Raum sowie die gestalterische Durchgängigkeit. Mit der sorgfältigen Wahl und Kombination von Materialien für das Kabineninnere sowie von Farben und Beleuchtungsmitteln schafft Küng unverwechselbare und ganz persönliche Saunawelten. Das reicht von Edelholz- über Sichtbeton- bis zu Lederoberflächen, von indirekter Beleuchtung bis zum Sternenhimmel und von gefederten Liegeflächen bis zu den Kopfstützen. www. kuengsauna.ch

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Elegante Faszinationen Küchen für Persönlichkeiten Warendorf – einzigartig, besonders, persönlich. Die deutschen Küchen überzeugen bereits seit 1973. Die Qualität und die langjährige Erfahrung bleiben, neues Denken und neues Design kommen. von AS/SC, Warendorf CH

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ie Wurzeln der Marke liegen in der Stadt Warendorf in Nordrhein-Westfalen. Dort werden seit 1973 hochwertige Küchen produziert, die bis vor kurzem unter dem Namen «Miele die Küche» bekannt waren. Jetzt heissen sie so wie der Ort, aus dem sie kommen – weil unsere Tradition uns wichtig ist. Küchen für Persönlichkeiten – dieses Motto nehmen wir wörtlich. Deshalb setzen wir uns bereits vor der Planung Ihrer individuellen Traumküche persönlich mit Ihnen zusammen. Wir lernen Sie und Ihre Vorstellungen genauer kennen und gehen auf all Ihre Fragen ein: Welche Gestaltung entspricht Ihrer Persönlichkeit? Wie lassen sich Ihre Wünsche mit Ihren räumlichen Voraussetzungen am bes-

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ten in Einklang bringen? Auf diese Weise finden wir in den fast unendlichen Möglichkeiten Ihre persönliche Lösung. Wir beraten Sie bei der Anordnung der Arbeitsflächen, Stauräume und Geräte, bei der Beziehung der Küche zu den angrenzenden Innen- und Aussenräumen und schliesslich auch bei der einzigartigen optischen Umsetzung durch Fronten, Oberflächen, Beleuchtung und vielem mehr. Ihre Küche nimmt immer konkretere Formen an: Vom Kennenlernen über den gemeinsam erarbeiteten Entwurf bis hin zum Angebot. Terminkoordination und Einbau durch erfahrene Spezialisten – freuen Sie sich auf einen reibungslosen und unkomplizierten Ablauf. Freuen Sie sich auf Ihre persönliche Küche.

nation des Hochglanzlackes mit Glattlack in der Wohnwand und die in Bronzeglas veredelte Insel wird eine luxuriöse, elegante und stilvoll exklusive Atmosphäre erzeugt. Der cremeweisse Glattlack verleiht dem Tower eine besondere Leichtigkeit. In dieser Variante bietet er mit einer Tafelfront eine Fläche, die als überdimensionaler Einkaufszettel oder Willkommensgruss für Freunde genutzt werden kann. Der Tower und die Wohnwand verbergen die Geräte intelligent unauffällig. Diese Küche steht für schlichte Eleganz, Stilbewusstsein sowie hohe Wertigkeit. Ganz bewusst wurden vielschichtige Oberflächen mit edlem Metallglascharakter eingesetzt. Insgesamt überzeugt diese Küche mit ihrem ruhigen, homogenen Erscheinungsbild.

Zweifach ausgezeichnet Library – ein Ort der Inspiration für Körper und Geist

Die Warendorf-Küche in Bronzeglas mit dem Titel «Elegante Faszination» sowie die Starck by Warendorf-Küche «Library» wurden vom Rat für Formgebung zum «Interior Innovation Award 2011»-Gewinner gekürt. Der Rat für Formgebung bewertete die Warendorf-Küchen als innovative Spitzenleistung und verlieh ihnen den am höchsten dotierten Designpreis der Einrichtungsbranche. Unsere Küchen überzeugten durch deren Ausstrahlung und Darstellung und zeugten von Einzigartigkeit und Produktdifferenzierung.

«Library» ist eine Küche mit der Atmosphäre einer Bibliothek. Sie ist ein Ort der Nahrung für Körper und Geist. Die mit dem «Interior Innovation Award» ausgezeichnete Version der «Library» präsentiert sich in Deckweiss und Helloliv-Glattlack. Diese Variante strahlt eine besondere Leichtigkeit aus und erhält dadurch einen ganz einmaligen Ausdruck. Namensgebend und formprägend für die «Library» waren die Regale um die Küchenschränke sowie die umlaufende Bibliotheksleiter. Ob klassisch mit Kochutensilien oder mit Büchern bestückt: Der Übergang zwischen Kochen und Wohnen findet fliessend statt. Die Nische ist in Weiss gehalten, zwei Nischenborden mit integrierten Lichtquellen dienen als Abstellflächen. Überdies bietet der «Trumpet Table» als Esstisch mit integrierter Spüle ausreichend Fläche zur Vor- und Zubereitung und offenbart hinter seinen olivefarbenen Auszugsfronten viel Stauraum. Die farbliche Gestaltung verleiht dem Küchen-Wohnraum eine puristische und zugleich leichte Atmosphäre, in der man gerne entspannt und verweilt. www.warendorf-kuechen.ch

Mit der Küchenkreation «Elegante Faszination», der Kombination aus Warendorf- und Starck by Warendorf-Küche, offenbarten wir eine aussergewöhnliche Einzigartigkeit. Die grösser dimensionierte Wohnmöbelküche mit Bronzeglasfront präsentiert sich in Kombination mit einem Tower in Weiss. Durch die Verbindung von zwei Produktlinien ergibt sich eine faszinierende Mischung: Wohnwand, Insel und Tower vereinen sich. Durch die Kombi-

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Feuerkultur Das moderne Kaminfeuer

In England rutscht Father Christmas an Weihnachten durch den Kamin, und auch schon Heinrich Heine dichtete: «Sinnend sitz ich auf dem Sessel, an dem knisternden Kamin, kochend summt der Wasserkessel längst verklungne Melodien ...»

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von Yvonne Beck

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chon in früherer Zeit war der Kamin traditionell nicht nur Ort, um sich aufzuwärmen, sondern er hat auch mit herrlichem Flammenspiel ein Wohlfühlgefühl und Romantik im Kreise der Lieben geschaffen; ein Ort, vor dem sich die ganze Familie versammelt hat. Er ist auch ein Rückzugsort, um zu entspannen und neue Energie zu sammeln, denn das Feuer eines Kamins hat schon seit jeher fasziniert und zum Nachdenken inspiriert. Gerade in der Winterzeit, der Zeit der Besinnlichkeit, in der die vergangenen Monate noch einmal gedanklich durchlebt werden, bevor das neue Jahr mit vielen neuen Ideen und guten Vorsätzen begonnen wird.

Dimensionen guter Feuer-Architektur Das Element Feuer ist das Terrain der Attika Feuer AG, die sich seit 30 Jahren der Faszination der Feuerkultur verschrieben hat. Mit typisch schweizerischer Geradlinigkeit und einem nicht unbedeutenden Mass an Perfektion werden von a t t i k a einzigartige und überzeugende Feuerstellen geschaffen – funktional wie emotional. Zu den Kernkompetenzen gehören: Cheminéeöfen und Cheminées, die mit Holz betrieben werden, Edle Gas-Feuerstellen für den Wohnbereich, für die Hotellerie und die Gastronomie, Garten-Feuerstellen für den Aussenbereich, mit Holz oder Gas betrieben, Bioethanol-Feuerstellen und Elektrofeuer sowie jegliches Zubehör rund um den Feuerkult. Attika engagiert sich intensiv für Umwelt und Klima. Die Feuerstellen brennen höchst umweltverträglich, sie unterbieten sämtliche

gesetzlichen Normen und werden beständig weiterentwickelt. Diese Feuerstellen tragen das Qualitätssiegel von Holzenergie Schweiz für besonders schadstoffarme Verbrennung. Für eine Vielzahl der Ofenmodelle ist das a t t i k a -Speichermodul aus Speckstein eine zusätzliche Option zum Energiesparen. Mit einem Minimum an Holz kann über Stunden gesunde Strahlungswärme genossen werden.

Es muss nicht immer Holz sein Nicht in jedem Haushalt ist es möglich, mit Holz seinen Kamin anzuheizen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man auf die Gemütlichkeit des Feuers verzichten muss. Das puristische und einzigartige Design der a t t i k a -Gas-Feuerstellen öffnet in der CheminéeArchitektur völlig neue Dimensionen, und dank der innovativen Brennertechnologie erkennt man keinen Unterschied zum gemütlichen Holzfeuer. Die geschlossenen Modelle mit Luft-Abgas-System (LAS) erlauben einen komplett raumluftunabhängigen Betrieb und sind MINERGIE-Standard-kompatibel. Die mit Erd- oder Flaschengas betriebenen Gas-Feuerstellen mit Funkfernbedienung stehen für höchsten Bedienungskomfort und sind weitgehend unterhaltsund wartungsfrei. Für ein optimales Raumklima kann die Flammenhöhe mittels Fernbedienung stufenlos eingestellt und somit die Strahlungswärme reguliert werden. Mit einem guten Buch und einem vollmundigen Wein vor dem faszinierenden Flammenspiel sitzend und träumend, kann der Winter noch so kalt werden, Herz und Heim werden wohlig erwärmt. www.attika.ch

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80 Jahre wohnbedarf 80 Jahre stilvolle Einrichtung

Zeitlose und stilvolle Möbel von gestern und heute – dafür steht wohnbedarf seit 80 Jahren. Der Hersteller exklusiver Möbelklassiker des 20. Jahrhunderts gilt als Institution in Sachen Wohnkultur.

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von Lone K. Halvorsen

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ieses Jahr feiert das Einrichtungshaus wohnbedarf in Zürich sein 80-jähriges Jubiläum. Eine lange und erfolgreiche Geschichte begleitet das Haus. Seit Oktober '08 liegt die Zukunft der wohnbedarf-Gruppe in den Händen von Barbara und Felix H. Messmer. PRESTIGE sprach mit Frau Messmer, Mitglied Verwaltungsrat wohnbedarf Holding, über schöne Möbel und die Entwicklung von wohnbedarf.

PRESTIGE: Würden Sie Möbelklassiker als eine Investition bezeichnen? Quasi als eine Wertanlage? Barbara Messmer: Auf jeden Fall, der Kauf eines Möbelklassikers ist eine nachhaltige Investition; Sie können über Jahre Freude an dem Stück haben und es behält einen sehr hohen Wert.

Welchen Stellenwert haben Möbel im Schweizer Haushalt, und hat es eine spezifische Entwicklung in den letzten Jahren gegeben?

Design, Architektur und damit auch Einrichtung begleiten mich schon sehr lange. Als die Firma wohnbedarf als 80-jährige Institution einen neuen Besitzer suchte, waren wir daher sofort sehr interessiert.

Mit Ihrem Mann zusammen leiten Sie das Unternehmen seit 2008. Wird sich wohnbedarf mit seinen Dienstleistungen weiterhin so präsentieren wie bisher, oder sehen Sie den Bedarf nach Änderungen? wohnbedarf hat mit seiner 80-jährigen Geschichte einen hohen Anspruch an Beständigkeit. Wir werden uns daher weiterhin auf unsere Kernkompetenzen fokussieren. Wir planen aber auch die Lancierung neuer und exklusiver Kollektionen, welche Zukunft haben.

Zum Anlass «80 Jahre wohnbedarf» wurden erstmals und in limitierter Auflage Entwürfe aus der Vergangenheit neu aufgelegt. Welche Resonanz gab es von Seiten der Kundschaft?

Das schöne Einrichten zu Hause hat in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen. Cocooning, Entspannung und Wohlfühloase zu Hause als Gegenpool zum hektischen und gestressten Alltag – das alles ist gekoppelt an ausgeklügelte Farb-, Textilund Lichtkonzepte sowie hochwertige Möbel. Dazu gehört auch das eine oder andere Designerstück.

Wir waren von dieser enorm positiven Resonanz unserer Kunden, der Branche und Fachpresse sehr erfreut. Sowohl die Sonderedition von Werner Max Moser wie auch die Neuauflage der Max-Bill-Reedition können wir schon heute als Erfolg verbuchen.

Woher stammt Ihre Affinität zu Möbeln? Und wie sind Sie zu wohnbedarf gekommen?

Welche Dienstleistungen bietet wohnbedarf, ausser, dass man bei Ihnen Möbel kaufen kann?

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Unsere Privat- wie auch Geschäftskunden erhalten von wohnbedarf alles aus einer Hand: von der Planung und Innenarchitektur über Einrichtungskonzepte und Vorschläge von Möbelstücken, alles unter Berücksichtigung der wichtigen Themen wie zum Beispiel Licht-, Textil- und Farbkonzepte. Unsere eigene Logistik liefert und montiert die Möbel kompetent direkt vor Ort beim Kunden.

Wovon hängt der Erfolg eines Möbels ab? Von einem ungestillten Bedürfnis im Markt und natürlich auch vom Volumen.

Private Kunden oder Firmen. Welche Kunden sind dankbarer? Wohnbedarf wird sowohl von Privat- wie von Geschäftskunden sehr geschätzt, die Beziehung, die wir aufbauen und pflegen dürfen, ist wie überall stark von den einzelnen Menschen abhängig.

Welches ist Ihr liebstes Möbelstück? Es gibt zahlreiche Designklassiker, die ich liebe. Viele davon sind im wohnbedarf ausgestellt.

Gibt es auch Möbelstücke, welche sich gar nicht verkaufen? Wir selektionieren unsere Sortimente sorgfältig, denn unsere Kunden haben einen hohen Designanspruch und erwarten bei uns die besten Stücke. Typische Ladenhüter haben wir daher zum Glück kaum.

Können Sie einen Klassiker in drei Worten definieren? Zeitloses und schönes Design, Nachhaltigkeit und Wertigkeit. Was übrigens nicht unbedingt teuer sein muss!

Erleben Sie, dass vermehrt jüngere Kundschaft «viel Geld» für Möbel investiert?

Absolut, gerade die Generation um die 20 und 30 entdeckt die Designklassiker neu und leistet sich gerne etwas Schönes. Zum Beispiel der Student, der für seine Rocking Chairs von Eames gespart hat.

Wer ist Ihr Lieblingsdesigner und warum? Viele hervorragende Designer respektive Architekten haben Möbel entworfen. Einer davon ist Max Bill. Die Reedition der Max-Bill-Kollektion zeigt, dass diese Möbel auch die heutigen Anforderungen an Nachhaltigkeit, reduzierte Ästhetik und Ökologie erfüllen.

Auf welches Möbelstück können Sie gut verzichten? Auf Modeerscheinungen, welche weder Nachhaltigkeit noch geschmackvolles Design bieten und nach einem Jahr wieder vom Markt verschwinden.

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KOMMEN UND HÖREN SIE, WIE EIN STILVOLLES WEIHNACHTEN KLINGT Lassen Sie sich von Ihren Sinnen verzaubern und verzaubern Sie andere mit einem Geschenk, das optisch und akustisch vollendeten Genuss bietet. BEOSOUND 8 Die einzigartige Dockingstation von Bang & Olufsen für iPod, iPhone und iPad sowie Mac und PC. Schenken Sie atemberaubendes Design und vollendeten Klang. Farben der BeoSound 8

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iPod, iPhone and iPad are trademarks of Apple Inc., registered in the U.S. and other countries.

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Die Stars stehen auf ihn mafi gewinnt Energy Globe Award 2011

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Die Natur ist mafi´s bester Designer

Das Familienunternehmen mafi aus der Naturholzboden-Branche überzeugt nicht nur Claudia Schiffer und Giorgio Armani, sondern sicherte sich im Rahmen der Award-Verleihung in der österreichischen Wirtschaftskammer Linz den renommierten Energy Globe Award für seinen einzigartigen Umgang mit der Ressource Holz. von Valérie Ziegler

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ie mafi Naturholzboden GmbH steht seit jeher für ökologisches und nachhaltiges Arbeiten mit der erneuerbaren Ressource Holz. Dabei stehen Werte wie Natürlichkeit, Umweltverträglichkeit und Ressourceneffizienz im Zentrum der täglichen Arbeit. Diese Philosophie zieht sich durch den gesamten Arbeitsprozess – von der Materialbeschaffung über die Produktion, den Produkten selbst, bis zur Verpackung, der Lieferung, der Forschung und der Installation sowie der Reinigung.

Verarbeitung entstehenden kürzeren, schmäleren oder breiteren Holzpartien ebenfalls verwenden zu können, wurden eigene Produktlinien etabliert. So werden beispielsweise besonders breite Lamellen mit imposanten Längen bis zu fünf Meter als Breitdielen angeboten. Mit der «Carving Edition» werden nicht nur neue Trends im Design gesetzt, sondern schmalere Lamellen durch die besondere Gravur optisch verbreitert. Die Designs erstrecken sich über mehrere Lamellen und schaffen so ein grossflächigeres Erscheinungsbild bei geringerem Ressourceneinsatz.

Im Rahmen des Energy Globe Awards stellte mafi seine bisherige Arbeit und seine Philosophie auf den Prüfstein. Und das mit Erfolg: «Wir sind sehr stolz auf den Gewinn des Energy Globe Awards. Aber ganz besonders freut es uns, aufzeigen zu können, dass erfolgreiches Wirtschaften nicht im Widerspruch zu einem schonenden Umgang mit Ressourcen stehen muss – ganz im Gegenteil. Unsere mafi-Naturholzböden sind gerade deshalb so beliebt, weil jeder Boden einzigartig ist, genauso wie der Baum, aus dem er gefertigt wurde», ist Friedrich Fillafer, Geschäftsführer der mafi Naturholzboden GmbH, überzeugt.

Die Natur wird zelebriert

Trendsetter der Naturholzboden-Branche Im oberösterreichischen Schneegattern beheimatet, exportiert mafi seine natürlichen, innovativen Naturholzböden in über 50 Länder der Welt. Auch Prominente wie Claudia Schiffer, Giorgio Armani oder Stararchitekt Norman Foster vertrauen auf die Unikate. Bei der Fertigung der Böden wird jeweils der gesamte Baum verwendet, sodass kein Material verschwendet wird. «Die Natur ist unser bester Designer», bekräftigt Fillafer. Diese Philosophie lässt sich bereits im Produktsortiment erkennen. Um die durch die

Einen ebenso bahnbrechenden wie auch ökologischen Trend stellen die geölten Oberflächen der mafi-Naturholzböden dar. Das Familienunternehmen war das erste in der Branche, das bei der Produktion von Holzböden auf jegliche Form von Lack oder chemischen Zusatzstoffen verzichtet hat. Die speziellen Öle dringen tief in die Nutzschicht des Holzbodens ein und machen das Holz von innen heraus widerstandsfähig, ohne dabei eine Filmschicht zu bilden. Dadurch kann das Holz weiterhin atmen und behält alle seine positiven Eigenschaften – es bleibt am Leben. Sowohl die Öle als auch die zur Reinigung verwendeten Seifen bestehen aus natürlichen Stoffen. Auch verzichtet das österreichische Unternehmen auf Tropenholz und setzt auf heimische Holzarten. «Wir negieren das natürliche Erscheinungsbild des Holzes nicht, wir zelebrieren es. Handgehobelte Vertiefungen oder die individuelle Farbgestaltung der Risse sind dabei nur die Spitze des handwerklichen Eisbergs», fasst der Geschäftsleiter zusammen. Mit der Vision eines eigenen Kraftwerks zur hausinternen Stromgewinnung soll der nächste Schritt von mafi in eine nachhaltige Zukunft getätigt werden. www.mafi.at

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Wellness zuhause Das eigene Badeparadies

Stress – ein Begriff, der immer häufiger fällt im Alltag. Umso wichtiger ist es, dass man sich zuhause eine persönliche Wellness- und Entspannungsoase schaffen kann.

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von Yvonne Beck

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eim Stichwort Wellness denken die Meisten an eine Schönheitsfarm, ein Wellnesscenter oder eine Sauna. In einer Art ist es richtig aber den Weg dorthin kann man sich sparen. Denn von zuhause aus geht es viel bequemer: Das eigene Badezimmer: ein Ort, um Energie zu tanken, um Körper und Geist zu regenerieren und den Moment zu geniessen. Ein schönes neues Bad! Grosse Waschtische, praktische Schränke, glänzende Armaturen, schmeichelnde Materialien – wer sich mit dieser Thematik auseinandersetzt, kommt schnell ins Schwärmen. In zunehmendem Masse hat sich das schlichte Badezimmer in den letzten Jahren zu einer kleinen Wellnessoase entwickelt. Dazu benötigt es nicht viel, vor allem jedoch einen kompetenten Berater. Keramikland ist der ideale Partner vom ersten Gedanken an ein Badezimmer, über die Visualisierung der ganz persönlichen Badewelt, die detaillierte Planung und Raumeinteilung, bis hin zur Lieferung der Bäder und Platten.

der ersten Ausstellung in Huttwil (BE). In der Erfolgsgeschichte von Keramikland wurde im Jahr 2009 die zweite Ausstellung in Cham (ZG) eröffnet. Stefan und Benno leiten auch heute noch die Keramikland-Gruppe mit viel Engagement und mittlerweile einundzwanzig Jahren Erfahrung. Unterstützt von über fünfzig Mitarbeitenden bietet Keramikland Ihnen zwei der grössten Ausstellungen im Bäder- und Plattenbereich in der ganzen Schweiz. Keramikland lässt Ihre Wohn- und Bade(t)räume wahr werden und präsentiert Ihnen echte Badewelten, wo Sie Ihre wohnliche Zukunft planen können. Keramikland ist stets bestrebt, sich als sehr dynamisches und kundennahes Unternehmen im Markt zu positionieren. Kernpunkt der Philosophie ist, dass Keramikland bezahlbare und individuelle Designerprodukte anbietet und persönlich und kompetent beraten kann. Exklusive westeuropäische Lieferanten garantieren eine hochwertige Qualität der Produkte, und auf Individualität und Kundenwünsche wird bei Keramikland grossen Wert gelegt.

Bezahlbare und individuelle Designprodukte

Der eigenen Badewelt steht nach einem Besuch im Keramikland nichts mehr im Weg. Und der Weg lohnt sich, denn ein Badezimmer dient längst nicht nur der Körperhygiene, es trägt auch wesentlich zum Wohnkomfort und dem eigenen Wohlbefinden bei. www.keramikland.ch

Der Badprofi Keramikland ist ein schweizerisches Familienunternehmen und wurde im Jahr 1990 von den Gebrüdern Kneubühler gegründet. Gestartet sind Stefan und Benno Kneubühler mit

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SEIT 1895!

Elite – in der Schweiz nach alter Tradition und Handwerkskunst hergestellte Matratzen und Betten! In Aubonne, nahe dem Genfersee, entstehen täglich echte Meisterwerke. Aus edelsten und reinsten Naturmaterialien. In liebevoller Handarbeit werden die Elite-Betten mit Kunstfertigkeit, Stolz und Sorgfalt gebaut, seit über 100 Jahren. So ist jedes Bett, jede Matratze eine Massanfertigung, für höchste Schlafkultur und höchsten Schlafgenuss.

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von Yvonne Beck

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as kleine mittelalterliche Städtchen Aubonne liegt an privilegierter Lage inmitten von Rebbergen hoch über den Gestaden des Genfersee. Schöne Patrizierhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, enge Gassen sowie das Schloss, dessen Ursprung auf das 11. Jahrhundert zurückgeht, prägen das malerische Stadtbild und sind Zeugen einer Zeit, in der Aubonne eine der bedeutendsten Marktstädte zwischen Genf und Lausanne war. Durch dieses einzigartige Umfeld hat sich auch der Sattler-Tapezierer-Meister Jules-Henri Caillet inspirieren lassen: Im Jahr 1895 hat er den Grundstein für die Geschichte der in der Schweiz einzigartigen Bettenmanufaktur Elite gelegt. Szenenwechsel: An der Messe «Neue Räume» – der grössten internationalen Ausstellung für Designmöbel in der Schweiz – hat die Firma Schlafperle Elite als Schweizer Zeugen der Handwerkskunst im Bettenbau vorgestellt, der als einziges Unternehmen Original Boxspring-Betten herstellt. Das überwältigende Echo der Messebesucher hat gezeigt, dass die Kombination von traditioneller Handwerkskunst und modernem auf die Kundenwünsche abgestimmten Design einzigartig ist. Diese Familienphilosophie hat in den letzten 50 Jahren Edith Caillet – die Enkelin des Firmengründers – mit viel Engagement weitergeführt. Wer die Gebäude der Firma Elite betritt, fühlt sich in eine Zeit zurückversetzt, in der die Qualität der Produkte noch durch die Handwerkskunst und die Hochwertigkeit der Rohmate-

rialien geprägt war. Jede Matratze und der dazu passende Bettrahmen sind Unikate. Sie werden ausschliesslich aus edelsten Naturmaterialien wie zum Beispiel Bio-Baumwolle, Wolle, TussahSeide, Kaschmir oder Holz hergestellt. Wenn immer möglich werden Schweizer Rohstoffe verwendet, wie zum Beispiel Schweizer Wolle, Pferdeschweifhaare oder Buchenholz. François Pugliese – der CEO von Elite – lässt die Tradition der Gründer von Elite weiterleben: Neben der Handwerkskunst der Bettenbauer ist für ihn die Qualität der Rohmaterialien der Schlüssel für die Erstellung von einzigartigen Matratzen und Betten. Dank dieser kompromisslosen Philosophie hat die Firma Elite als einziger Schweizer Bettenhersteller die von der EU vergebene Ecolabel-Zertifizierung erhalten. Ebenfalls ganz im Sinne von Edith Caillet werden Elite-Betten auf Wunsch ganz nach Stoff- oder Farbwünschen der Kunden als individuelle Unikate erstellt.

Schlafperle Zürich Die Schlafboutique Schlafperle ist ganz im Herzen von Zürich in der Stockerstrasse 57 gelegen und dort die exklusive Repräsentantin der Elite-Produkte. Daneben präsentiert die Firma weitere Perlen an Matratzen, Betten oder Bettzubehör für Erwachsene und Kinder. Einzigartig in Zürich ist auch das eigene Atelier: Die Kunden können die hochwertigen Bio-Daunen selbst auswählen und beobachten, wie ihre individuellen Kissen und Duvets von Hand angefertigt werden. www.schlafperle.ch

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Jäger und Sammler

von Vera Dillier

agen und Sammeln war seit den ersten Menschen eines der wichtigsten Dinge, um überleben zu können. Der Mann ging auf die Jagd, die Frau sammelte Wurzeln, Früchte und Beeren. Das hat sich bis heute erhalten. Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass die Männer deswegen immer noch einen «Tunnel-Blick» haben, während die Frauen über ein wesentlich breiteres Gesichtsfeld verfügen.

Für besonders gewiefte Jägerinnen sind Männer reiferen Alters mit grossem Bankkonto und eher angeschlagener Gesundheit besonders verlockend. Wie Hyänen verfolgen sie die Spur des vermeintlich todgeweihten Hirsches. Aber das Leben kann gerecht sein und manchmal werden diese etwas älteren Herren sehr, sehr alt und die lauernde Jägerin muss sich mehr und mehr liften lassen und schreitet dem AHV-Alter – gelangweilt an der Seite eines Greises – entgegen.

Heutzutage jagen die Männer fast nur noch zum Spass. Der Jagdinstinkt ist immer noch im Manne drin. Im Engadin ist das Jagen unter den einheimischen Männern so etwas wie eine Tradition. Nach der Eröffnung der Jagd im Herbst ist fast kein männliches Wesen mehr im Dorfe anzutreffen. Alle kraxeln auf den Bergen rum und schiessen auf alles, was sich bewegt. Bei den Reichen gilt die Jagd als elitäres Hobby. Man hat ein eigenes Jagdrevier und lädt wichtige Freunde mit Damen zur Jagd ein. Da dürfen auch ungeübte Schützen zur Flinte greifen.

Da ist Sammeln viel unkomplizierter. Frauen sammeln am liebsten Schuhe und Taschen. Sie schlendern von Schuhladen zu Schuhladen, immer auf der Suche nach dem ultimativen Paar, das sie noch nicht besitzen. Auch Designer-Handtaschen und -Kleider üben eine unheimliche Anziehungskraft auf weibliche Wesen aus. Mit viel Liebe werden Abendkleider gesammelt, auch wenn man schon 20 davon hat und sie eigentlich nur selten braucht. Irgendwo findet man immer wieder eines, das man nicht im Laden hängen lassen kann. An einem Wühltisch in einem teuren Designergeschäft geht es übrigens nicht vornehmer zu als beim Discounter. Die Gier der Schnäppchenjägerinnen lässt manche Dame die Contenance verlieren.

Die meisten Männer jagen kein Wild mehr, dafür aber mit viel Eifer dem schönen Geschlecht hinterher. Sie sind vom edlen Jägersmann zum Schürzenjäger verkommen. Die vermeintlichen Opfer machen sich einen Spass daraus, die hechelnden Jäger mit Haken-Schlagen und anderen Tricks abzuhängen. Diese Männer jagen nicht mehr mit der Flinte, sondern mit Ferraris, Porsches und Ähnlichem. Mit röhrendem Motor umkreisen sie ihre Opfer, die sich beim Anblick dieser geballten Männlichkeit oft schon freiwillig ergeben. Andere Männer versuchen die Beute mit Schwärmerei von ihrer Yacht, ihren Flugzeugen oder Villen zu bezirzen. Der Rest tut einfach so, als ob ihre Brieftaschen ganz, ganz dick wären. Im Zuge der Emanzipation jagen nun auch Frauen ungeniert nach Männern. Ihre Waffen sind: High Heels und Minirock. Das funktioniert fast immer, selbst eher durchschnittliche Frauen haben Erfolg damit. Die Männer können sich da einfach nicht wehren, weil ihr Verstand völlig abschaltet. Da Frauen am allerliebsten begehrte oder gar prominente Männer jagen, werden einige dieser Spezies so oft attackiert, dass ihr Abwehrsystem völlig zusammenbricht. So landen diese armen Männer fast täglich in einem fremden Bett. Völlig erschöpft, dem Burnout nahe, klagen sie dann öffentlich, dass sie sexsüchtig geworden seien und nun zur Therapie müssten.

Letzthin entdeckte ich bei der Liquidation eines Designerladens, wo sie alles mit 80 Prozent Rabatt verramschten, in einer Wühlbox ganz unten zwei Pullover von Jil Sander und einen von Lacroix. Offensichtlich hatten die vielen anderen Damen, die blasiert in den Kartonboxen wühlten, diese edlen Stücke übersehen. Kaum hatte ich den Pullover von Lacroix zur Anprobe angezogen, rief eine der vornehmen Damen, die ich nicht kannte, «ist der schön» und stürzte sich fast auf mich, «wenn Sie ihn nicht kaufen, nehme ich ihn». Und alle begannen mit einer neu erwachten Gier in den Kisten rumzusuchen. Mit Mühe gelangte ich mit meinen Schnäppchen bis zur Kasse. Aber da wartete eine Freundin von mir. Sie schaute auf meine zwei identischen Jil Sander Cashmere-Pullis und meinte dann: «So einer hätte mir auch gefallen.» Ich musste zwei Mal tief atmen, um meinen eigenen Sammeltrieb zu überwinden und ihr lächelnd einen davon abzugeben. Einiges braucht man nicht wirklich und so wird die Beute nach einmal Tragen für lange Zeit in einem Schrank versorgt. Macht nichts, es hat sich doch gelohnt, schliesslich waren es echte Schnäppchen gewesen. Und das Aufstöbern hat doch so viel Spass gemacht.

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aquabasilea Hamam Willkommen in der Welt der orientalischen Badefreuden

von Mona Conrad

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itten im frostigen Winter nimmt das aquabasilea in Pratteln seine Gäste mit auf eine Reise aus «Tausend und einer Nacht». Im neuen Hamam, der weitläufigen Sauna und im grosszügigen Spa geniessen die Gäste eine Welt aus Wärme, Feuchtigkeit, Schaum, Düften und Berührungen. Wer sich einen Aufenthalt gönnt, lässt die klirrende Kälte draussen und den anstrengenden Alltag hinter sich. Mit der Eröffnung des Hamams, das mit 600 Quadratmetern das grösste in der Schweiz ist, bietet das aquabasilea nun auch orientalische Badefreuden an. Das Hamam, das in der Tradition der 800 Jahre alten arabischen Badekultur steht, empfängt Besucher in einem wahren Traum aus Schaum. Zu einem Besuch gehören das Reinigungsritual und

Schwitzen genauso wie die klassische Massage. Schon beim Betreten des orientalischen Bades umhüllen Dampfschwaden die Besucher und Düfte betören die Sinne. Anders als in der Sauna tragen die Gäste das traditionelle Peştemal, um die Hüften, das sie während der Zeremonien auch nicht ablegen. Sie übergiessen sich mit Wasser aus Kupferschalen und waschen sich mit duftender Seife. Zum Ritual gehören Dampfbäder, Peeling mit dem Handschuh, dem Kese, und Rhassoul-Schlammbäder. Wer sich einen besonderen Luxus gönnen möchte, kann im Hamam eine Seifenschaum-, Öl- oder 50-minütige vierhändige Pascha-Massage geniessen. Im neuen Hamam Privat Spa können Pärchen wunderbar zu zweit entspannen und sich exklusiv verwöhnen lassen.

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Den Akku aufladen können Gäste auch im grosszügigen aquabasilea Spa. Die Anwendungen im Spa verwöhnen auf vielerlei Weise. Zum einen sind es Entspannungs- und Wohlfühl-Massagen wie «Traditional Thai Massage» oder «Scen Tao Experience». Zum anderen stehen kosmetische Behandlungen für die Gesichts- und Körperpflege sowie für Hautgefühl und Reinheit auf dem Programm. Eine «Kinder- und Elternzeit» in einer warmen Höhle mit Mineralschlamm bietet besondere Spassfaktoren für Familien. Hochwertigkeit zeigt sich besonders auch in den zwei grosszügigen Spa-Suiten. Ehepaare, Mütter und Töchter, Freundinnen – sie können diese luxuriöse Variante des Spa auch zu zweit geniessen. Wer den von Tageslicht durchfluteten Bereich nach einem wohligen Bad, pflegendem Peeling, einer Körperpackung oder entspannenden Gesichtsbehandlung verlässt, fühlt sich erholt und vital. www.aquabasilea.ch

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Vor Weihnachten packt das aquabasilea viele Päckchen mit Wohlfühl-Angeboten. Der Trend geht zum Verschenken von Auszeiten, Sauna- und Hamamtagen, Massagen und Behandlungen im Spa. Neu sind Hamam-Packages wie «Orientalischer Zauber» oder «Pivat Spa – Tausendundeine Nacht». Alle Geschenkgutscheine gibt es online unter www.aquabasilea.ch. Terminreservierungen für das Hamam sind ab sofort auch online möglich.


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COLOURS Einmal Haare färben bitte! «Ob blond ob braun, ich liebe alle Fraun». So sang es bereits 1935 der polnische Tenor Jan Kiepura. Tatsächlich aber herrscht die Meinung vor, dass Blondinen bevorzugt würden. Die Monroe, die Bardot oder Madonna, sie gelten als die eigentlichen Sexsymbole. Woran liegt diese Vorliebe? Gibt es die kühle Blonde oder die feurige Rothaarige überhaupt?

von Valeska Jansen

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as Überdecken der eigenen Haarfarbe gibt es bereits seit der Antike. Im alten Rom waren das Haarfärben und die Haarpflege allerdings der privilegierten Oberschicht vorbehalten, denn Frisur und Haarfarbe waren Statussymbol. So lobte Ovid schon das Haar der Frau als ihren schönsten Schmuck. Bevorzugte Haarfarbe war damals schon Blond, es galt als die göttliche Haarfarbe. Entweder frau trug eine blonde Perücke oder sie bleichte ihr Haar mit Ziegenfett und Birkenasche. Heute wechseln die Vorlieben für Haarfarben wie die In-Farben in der Mode. Blondinen sollen sexy und irgendwie kindlich naiv sein. Brünette gelten als warmherzig und romantisch. Rothaarige als leidenschaftlich und emotional. Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen, dass Blondinen weniger emotional als dunkelhaarige Frauen sind. Gerade südländische Frauen gelten als besonders temperamentvoll und leidenschaftlich. Doch blonde lange Haare gelten als das Schönheitsideal für viele Männer. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GEWIS, das 1015 Männer zum Thema «Weibliche Haarfarben» befragte, gaben 47 Prozent der befragten Männer an, sich gerade als Sexualpartnerin eine blonde Frau zu wünschen. Die Blondinen landeten in dieser Kategorie mit grossem Abstand vor den Brünetten (29 Prozent) auf Platz eins. 42 Prozent der Männer gaben an, dass sie gerne eine Blondine heiraten würden. Damit belegen diese auch hier den ersten Platz, dicht gefolgt von den Brünetten, die mit 41 Prozent auf dem zweiten Platz landeten. Rothaarige Frauen belegten bei der Umfrage in den verschiedenen Kategorien oftmals den letzten Platz. Weder bei dem Punkt «sexuelle Anziehungskraft» noch bei der Frage «Aussicht auf eine lange Beziehung» konnten die roten Haarfarben punkten.

Hollywood-Stars färben lustig hin und her, heute brünett, morgen blond, übermorgen kupferrot. Dank der heutigen Haarfärbetechniken ist das möglich, doch immer noch eine Tortur für die Haare. Gerade das Blondieren ist eine heikle Sache. Denn wer von dunkel auf hell umsteigen will, muss zuerst einmal bleichen. Zwar gibt es inzwischen sanftere Bleichmethoden als bei den Römern, doch sind diese nach wie vor alles andere als pflegend. Um die Farbpigmente ins Haar zu bekommen, muss es erst einmal bis innen aufquellen. Nun können die zugefügten Farbstoffe oxidieren und sich chemisch mit dem natürlichen Haarkeratin verbinden. Diese Prozedur sollte man auf jeden Fall vom Fachmann anrühren lassen. Nur der Coiffeur kennt die besten und innovativsten Färbemethoden und nur er kann einschätzen, was jedem Haar individuell zugemutet werden kann. Auf besonders natürliche und schonende Methoden hat sich ein Amerikaner spezialisiert. George Schaeffer, Inhaber des Fingernagel-Labels OPI, widmet sich seit neuestem auch den Haaren mit seinem neuen Label Aloxxi. Wie es dazu kam und welche Haarfarbe er bevorzugt, hat er uns in einem Exklusivinterview erzählt: George Schaeffer, President & CEO OPI Products Inc.

Prestige: Sie leben den amerikanischen Traum? George Schaeffer: Ja, meine Geschichte ist eine Emigrantengeschichte. Meine Eltern sind 1956 mit «nichts» von Ungarn in die USA ausgewandert. Dort eröffneten sie eine Modefirma und die lief ganz gut. Als ich ein junger Mann war, hörte ich von dem Spruch «Go west young man», und ich dachte, na dann mache ich das doch. Damals war ich 33 und kaufte eine ZahnhygieneFirma. Um die Geschichte ganz kurz zu machen: Von den Zahngeschichten bin ich dann in die Hand- und Nagelpflege

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KÉRASTASE

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rübergesprungen und habe die Firma OPI aufgekauft. Amerika ist das Land der tausend Möglichkeiten, es liegt Gold auf der Strasse und man muss sich nur bücken und es aufheben. Natürlich ist es auch mit sehr viel Arbeit verbunden. Tja, und seitdem lebe ich meinen Traum und in der Zwischenzeit gibt es kaum eine Frau auf der Welt, die OPI nicht kennt. Jetzt will ich noch mehr, deshalb kümmere ich mich nun auch noch um die Haare.

nur um zwei Hände geht. Niemand zeigt die dazugehörende Mode, geschweige denn das Haar der Models. Umgekehrt ist es bei der Haarprodukte-Werbung, da sieht man immer nur den Kopf. Für mich stammen die besten Werbesujets von Gucci oder Louis Vuitton oder Valentino, es geht dort immer auch um das Haar. Dabei geht es da ja eigentlich um die Mode, aber die Frisur gehört immer dazu.

Sie lieben Farben?

Ihre Lieblingsfarbe?

Absolut, ja! Schon damals in der Modefirma meiner Eltern war ich immer von Farben fasziniert. Aber eigentlich führt bei mir alles, egal was ich gerade tue, immer auf die Nagelprodukte zurück. Die Farben von Nagellack sind echte Fashionaccessoires, jede Frau stimmt sie auf ihr jeweiliges Outfit ab. Dazu kommt, dass mir schon immer aufgefallen ist, dass es bei Werbung für Nagellack immer

Ich habe keine Lieblingsfarbe. Also Schwarz mag ich eigentlich immer, es ist halt sehr klassisch. Für mich sind Farben Emotionen und ich liebe alle Farben, sobald sie auf mich eine wohltuende Wirkung haben. Farben müssen Spass machen.

© Redken

Und bei Haaren?

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Das einzigartige Ambiente und die professionelle Unterst端tzung haben mir geholfen, das Burnout zu 端berwinden.

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BEAUTY

Letzte Woche traf ich in Paris eine Frau, so um die vierzig, und sie hatte platinfarbenes Haar. Das sah grossartig aus! Dann sehe ich andere Frauen mit grauen Haaren und denke nur: wie schrecklich! Man wird ja nie gleichmässig grau und wenn man der Natur einfach freien Lauf lässt, kann das grauenvoll ungepflegt aussehen und macht meistens auch einfach nur alt.

Denken Sie, dass die natürliche Haarfarbe für jeden die wirklich richtige ist?

GUHL

CERITA

Nein! Natürlich sieht es nicht gut aus, wenn Sie blonde Augenbrauen haben und sich die Haare schwarz färben lassen. Genau wie umgekehrt. Aber es gibt so viele tolle Möglichkeiten, innerhalb seiner eigenen Haarfarbe zu bleiben und die Farbe trotzdem positiv zu verändern. Nehmen Sie zum Beispiel braune Haare, da gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Heute hat man so viele technische Möglichkeiten, man kann hellere Akzente setzen, man kann die natürliche Haarfarbe zum Leuchten bringen. Es ist das Gleiche wie bei den Fingernägeln, wo ich ja eigentlich herkomme. Es gibt heute so viele Möglichkeiten, die es vor fünfzig Jahren noch gar nicht gab. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, jede Farbe, mit der man sich wohl fühlt, ist die richtige.

Wie denken Sie grundsätzlich über graue Haare? Oft lassen graue Haare den Menschen einfach müde und auch älter aussehen. Gerade bei Frauen, die ja nicht so wie Männer erst an den Schläfen ergrauen und damit eigentlich oft noch interessanter aussehen. Bei Frauen wirkt es häufig wie ausgewaschenes, verblichenes dunkles Haar. Jede Frau hat meiner Meinung nach die Verantwortung, wenn sie sich für graue Haare entscheidet, dafür zu sorgen, dass sie einen schönen Grauton haben. Und wenn eine Frau ihr Haar nicht in eine andere Farbe färben will, sollte sie zumindest einen schönen Grauton wählen. Natürlich graues Haar hat keinen Glanz, es ist einfach stumpf. Es sieht tot aus! Das muss nicht sein. Man muss es nur richtig behandeln und dann auch pflegen.

Investieren Sie Geld in sich. Achten Sie auf sich! Haare sind das Erste, was das Gegenüber sieht, was man bereits von weitem sieht. Niemand wäscht sich drei Wochen lang nicht die Haare. Benutzen Sie gute Produkte und pflegen Sie Ihr Haar. Mein Rat: Sparen Sie nicht an sich! Lieben Sie sich!

Vielen Dank für das Interview! © Redken

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Was würden Sie allen Frauen für ihre Haarfarbe raten?

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Falten?

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Glatte Haut

Faltenfrei nach nur 20 Minuten!

«An erster Stelle steht bei uns immer der Mensch und dessen Wunsch, sich attraktiver und wohler zu fühlen. Wir wollen ihn nicht verändern, sondern mit unseren ästhetischen Behandlungen zu dem ganzheitlichen Wohlbefinden beitragen, das er sich wünscht», so Dr. Clarence P. Davis, Mitbegründer von swissestetix, einem der innovativsten Schönheitsinstitute am Zürichsee.

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BEAUTY

«Schönheit ist ein gar willkommener Gast.» Johann Wolfgang von Goethe

von Valeska Jansen

D

ie meisten Menschen träumen von einer makellosen und glatten Haut. Leider beginnt die Hautalterung bereits mit Anfang 20. Pflege, Sonneneinfluss und Veranlagung bestimmen dann die Entwicklung unserer Haut bis ins Alter. Doch sie kommen, die Fältchen und Falten, und das lässt sich auch durch teure Seren und Cremes leider nicht verhindern. Viele wählen dann den Besuch beim Beauty-Doktor und lassen sich ihre Falten unterspritzen. Früher war Kollagen die erste Wahl als Füllmittel. Nachteil: Es ist sehr dickflüssig und dementsprechend musste auch zum Unterspritzen eine relativ dicke Injektionsnadel verwendet werden. Heute wird meist nur noch Hyaluron zur Faltenunterspritzung angewendet. Es ist dünnflüssiger und lässt sich so mit einer dünneren Nadel injizieren. Egal ob Kollagen oder Hyaluron, bei beiden Fillern handelt es sich um chemische Substanzen, und Nebenwirkungen, wie unschöne Verkapselungen, können entstehen. In Zürich Zollikon bei swissestetix wird nun eine neue Art von Filler verwendet, nämlich das eigene Blut. Dank einer neuen bahnbrechenden Technik können nun Fältchen und auch Lippen mit dem eigenen Blutplasma aufgefüllt werden. Die Resultate der Eigenblut-Therapie sind verblüffend. «Intern sprechen wir gern vom Vampir-Facelift», sagt Dr. Clarence P. Davis und schmunzelt. Der Chefarzt von swissestetix ist begeistert: «Mit der Eigenplasma-Therapie werden wir dem Be-

dürfnis nach einer absolut natürlichen, risiko- und schmerzfreien Hautverjüngung endlich vollauf gerecht.» Die Behandlung dauert tatsächlich nur 20 Minuten und ist wesentlich angenehmer als mit den herkömmlichen Fillern. Dem Patienten wird das Plasma des Eigenblutes venös entnommen und kann dank seiner Dünnflüssigkeit mit einer hauchdünnen Nadel injiziert werden. Einmal dort angelangt, wo es polstern soll, beginnt das Blutplasma sofort auf Hochtouren zu arbeiten. Die Blutplättchen zerbrechen an der gewünschten Stelle und setzen hochwirksame Stoffe frei, welche die Zellenregeneration anregen. Das Resultat ist ein verblüffender Revitalisierungseffekt: Fältchen um die Augen glätten sich, sonnengegerbte Haut gewinnt ihre Elastizität zurück, fahler Teint beginnt wieder zu strahlen. Dr. Clarence P. Davis: «Der Gesamteindruck des Gesichts verjüngt sich deutlich.» Das Besondere an dieser neuen Methode ist nicht nur seine Natürlichkeit, die Arbeit ohne Chemie, sondern auch die Haltbarkeit des erreichten Ergebnisses. Wo bei anderen Fillern bereits nach vier bis sechs Monaten wieder nachgespritzt werden muss, nutzt das Eigenplasma die Heilkräfte der Natur, und bereits nach zwei bis drei Unterspritzungen kann das Ergebnis bis zu zwei Jahre gehalten werden. www.swissestetix.ch

Das swissestetix-Team Zollikon

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KOLUMNE

Oh Du fröhliche … Weihnachtsgeschenke: Freude oder Stress? von Götz Winter, General Manager Estée Lauder Schweiz

A

lle Jahre kommt sie wieder: die Weihnachts-

mit ihren Geschenken in erster Linie überraschen; Origina-

zeit. Und somit auch die Frage: Was schenke

lität steht dabei über allem. Wie gross die Freude beim Emp-

ich? Wie man mit dieser eigentlich friedvol-

fänger ist, wenn der Kopfschmuck aus afrikanischen Hüh-

len Zeit umgeht, ist sehr unterschiedlich. Von

nerfedern («Das kommt direkt aus dem Kongo, Schatz!»)

der coolen, geschenkefreien Gleichgültigkeit

unter dem Weihnachtsbaum ausgepackt wird, darf trotz-

bis hin zum schweissgebadeten Einkaufsmarathon am Hei-

dem gefragt werden.

ligabend gibt es sämtliche Verhaltensmuster. Zum Glück bietet der Handel bereits kurz nach den SommerDie Anzahl der zu Beschenkenden ist hier eigentlich nicht

ferien zahlreiche Anregungen, um den Geschenke-Stress zu

entscheidend, sondern vielmehr, wie gross die Freude sein

minimieren. Viele davon gibt es sogar fixfertig verpackt und

soll, die man damit bereiten möchte. Nur wenige trauen

in unmittelbarer Nähe der Kasse abzuholen. Wem das zu

sich, die eigentlich wichtigste Frage zu stellen: Wie sehr freut

unpersönlich ist, bleibt die Flucht ins Internet, wo sich zahl-

man sich selbst bereits am Akt des Schenkens? Wer auf

reiche Anbieter um diejenigen kümmern, die per Mausklick

der Schenk-Lust-Skala eiskalt auf der Null steht, schenkt

auf die Erlösung hoffen. Das wollte ich natürlich auch aus-

am besten gar nicht. Eine Einladung in ein tolles Restaurant

probieren. Für = Frau. Anlass = Weihnachten. Alter = 40-49

kommt tausendmal besser an als ein einfallsloses Last-Mi-

Jahre. Schon beim Ausfüllen der Suchmaske freute ich mich

nute-Geschenk in hässlichem Weihnachtspapier. Die aller-

auf die ausführlichen Ergebnisse für das doch perfekte Ziel-

meisten unter uns trauen sich aber nicht, ohne Rettungs-

publikum! Stattdessen: «Wir konnten leider keine passenden

ring vom Weihnachtsgeschenke-Karussell abzusteigen, und

Einträge in unserer Datenbank finden für Ihre Suche.» Nicht

werfen sich eben doch ins Getümmel.

mal auf das Internet ist Verlass!

Da gibt es die Glücklichen, die von ihren Liebsten rechtzei-

So muss ich an dieser Stelle zugeben, dass ich das pas-

tig mit konkreten Wünschen eingedeckt wurden und mit ei-

sende Geschenk für meine Liebste (oder gar die passenden,

ner ausführlichen Liste mit genauen Artikelbezeichnungen,

in Mehrzahl) noch nicht gefunden habe. Dabei bekomme

Bestellreferenzen und Alternativ-Vorschlägen ausgerüstet

ich zum Glück jedes Jahr eine schöne Liste mit tollen Ideen,

auf Einkaufstour gehen können. Da bleibt eigentlich wenig

die vom Etui fürs iPhone bis hin zu wertvollen Ohrringen

Spielraum für Missgriffe. Ausser, vielleicht, er kümmert sich

reicht. Und sollte ich dennoch nichts finden, das ich gerne

zu spät darum und steht plötzlich schweissgebadet vor

schenken möchte, darf ich mir dann immer noch selbst et-

einer wenig mitfühlenden Verkäuferin, die sich genüsslich

was einfallen lassen. Denn es kommt schlussendlich darauf

die Worte: «Lieferfrist» und «Januar» auf der Zunge zerge-

an, dass mit Freude geschenkt wird, nicht wahr? In meinem

hen lässt. Dann sind die kreativen «Spontan-Einkäufer» fast

Lieblingsrestaurant reserviert man uns auf jeden Fall sehr

besser dran: Diese Sorte Weihnachts-Shopper möchten

gerne einen Tisch.

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CULTURE

Klaus Kinski

Es ist alles in mir 138


CULTURE

Kinski in dem Drama Woyzek aus dem Jahr 1979

von Jascha Köhler

Er wurde entweder verehrt oder gehasst. Vor zwanzig Jahren starb mit Klaus Kinski nicht nur einer der begabtesten, sondern wohl auch kontroversesten Schauspieler des 20. Jahrhunderts.

K

inski liess niemanden kalt. Er wühlte auf und forderte es regelrecht heraus, dass das Publikum sich zu ihm positionierte. Auf der Bühne und im Film kannte er keinerlei Mass. Er war ein Getriebener, der die Nerven der Zuschauer mit einem permanenten Zuviel an Aus- und Zusammenbrüchen strapazierte. Er litt, brüllte, geiferte. Manchen mag dieser seelische Exhibitionismus peinlich berührt haben. Tatsächlich umgibt selbst seine grandiosesten Auftritte häufig noch etwas schwer Erträgliches.

Proben als Zeitverschwendung Geboren wurde Klaus Kinski 1926 in Zoppot in der Nähe von Danzig. Als er drei Jahre alt war, zog die Familie nach BerlinSchöneberg. 1944 wurde er zum Kriegsdienst bei der Luftwaffe eingezogen und geriet schon nach wenigen Wochen in britische Gefangenschaft. In einem der Lager, in denen er die nächsten eineinhalb Jahre verbrachte, schloss er sich einer Theatergruppe an. Nach seiner Entlassung im Frühjahr 1946 ging er nach Berlin zurück, wo er an einem Theater in Steglitz sein erstes

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CULTURE

«Man muss den Menschen vor allem nach seinen Lastern beurteilen. Tugenden können vorgetäuscht sein, Laster sind echt.»

Engagement erhielt. Die Arbeit im Ensemble hat Kinski jedoch nie gereizt; er war mit seiner Art auch nicht längerfristig integrierbar. Schon früh liess er sich von Kollegen und Regisseuren nichts sagen. Proben hielt er für Zeitverschwendung. Zum ersten Mal auf sich aufmerksam machte Kinski im Sommer 1949 am Kurfürstendamm – konsequenterweise mit einem von ihm selbst inszenierten Ein-Personen-Stück, Jean Cocteaus Psychodrama «Die menschliche Stimme». In diesem Einakter gibt er eine hysterische, aufgewühlte Frau, die von ihrem Liebhaber verlassen wurde. Sie telefoniert noch ein letztes Mal mit ihm, ehe sie sich am Ende des Monologs mit der Telefonschnur erdrosselt. Mit 47 Aufführungen machte der unbekannte junge Schauspieler die Berliner auf sich aufmerksam. In den fünfziger Jahren stieg er als Rezitator von Villon und Rimbaud endgültig zum gefeierten Bühnenstar auf. Sogar der «Spiegel» widmete ihm eine Titelgeschichte. Der Berliner «Tagesspiegel» sprach vom «Vulkan Kinski», und im Wiener «Bildtelegraf» hiess es: «In Kinski spürt man Gewalten, wie wir sie aus dem Mythos, aus der Bibel, aus der frühen Antike kennen.» In einer Zeit, wo eine ganze Generation von Schauspielern darum bemüht war, möglichst normal und zurückhaltend zu agieren, polterte Kinski überlebensgross dazwischen. Das Natürliche, Angepasste der neuen Sachlichkeit langweilte ihn. Er rebellierte gegen den Zeitgeist und den eingeforderten guten Ton auf der Bühne. Seine Zeitgenossen waren ihm herzlich egal, er orientierte sich lieber an Josef Kainz oder Alexander Moissi, expressionistisch und über die Massen pathetisch agierenden Theaterschauspielern des frühen 20. Jahrhunderts.

Künstler jenseits aller Grenzen Die gängigen Konventionen, an die sich alle anderen halten mussten, schienen für Kinski nicht zu gelten. In künstlerischer Hinsicht war er ein Anarchist. Gefahr schwang mit, wenn er sich auf der Bühne entäusserte und seelisch entblösste. Ein Höhepunkt dieser Zeit dürfte der Auftritt auf dem Wiener Heldenplatz im August 1959 gewesen sein. Dort sprach er anlässlich der kommunistischen Weltfestspiele der Jugend und Studenten für Frieden und Freundschaft vor 80 000 Zuschauern Texte von Bertolt Brecht. Zudem besprach er in jenen Jahren über dreissig Schallplatten mit Lyrik; auch diese verkauften sich millionenfach. Bis 1962 war Klaus Kinski im gesamten deutschsprachigen Raum als Ein-Mann-Wanderbühne unterwegs. Dann hatte er genug davon, sich jeden Abend bis zum Zusammenbruch zu verausgaben. Später gestand er in einem Interview, dass er bei den Vorstellungen häufig «Herzkrämpfe» bekam, und wenn er sich «schluchzend vor Erschöpfung am Vorhang festhielt, dachten die Leute, das gehört dazu». Beim Film konnte er mit wesentlich weniger Aufwand und Einsatz deutlich mehr Geld verdienen. In den von Horst Wendlandt produzierten Edgar-Wallace-Filmen avancierte er zum «Irren vom Dienst». Er verkörperte jedoch nie den obersten Schurken, der im Hintergrund die Fäden zog, sondern diente mit seinem ausgestellten Wahnsinn eher als falsche Fährte, dem Publikum hingeworfen, um bis zum Schluss vom wahren Bösen abzulenken. An Kinski war nichts Harmloses, Zurückhaltendes. Niemand verkörperte die Ausgestossenen, Kriminellen, Kranken, Einsamen, Gewalttätigen so glaubhaft, so kompromisslos wie er.

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«Genie zu sein, bedeutet für mich, alles zu tun, was ich will.»

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Niveau unten Arroganz

«

sieht nur von

...»

aus wie

Exzesse und Wahnsinn Als er sich in Deutschland immer mehr fehl am Platz fühlte, ging er nach Italien, wo er in erster Linie in Spaghetti-Western auftrat. Neben jeder Menge austauschbarer Dutzendware entstanden dort auch Klassiker wie Sergio Leones «Für ein paar Dollar mehr» oder «Leichen pflastern seinen Weg». Während seiner Zeit in Italien lebte er in einem 800 Jahre alten Palais an der Via Appia mit zehn Schlafzimmern, fünf Badezimmern und Brokat an den Wänden. Er besuchte nur die besten Restaurants, liess sich im weissen Rolls-Royce herumkutschieren und hetzte nachts von Liebesabenteuer zu Liebesabenteuer. Dabei, immer mit Hochgeschwindigkeit unterwegs, fuhr er auch schon mal einen Ferrari zu Schrott. Egal, Geld kam immer irgendwie herein. Notfalls musste er eben noch ein gut bezahltes Engagement in einem schlechten Film mehr übernehmen. Kinskis erste Frage bei einem Rollenangebot war nie «Wen soll ich spielen?» oder «Wer führt Regie?», sondern stets «Wie viel bezahlt ihr mir dafür?». Trotz aller Exzesse war er in seiner Arbeit präzise und diszipliniert. Er erlaubte sich und anderen keine Konzentrationsschwächen. Bei unbegabten Filmemachern übernahm er während seiner Szenen selbst das Kommando, besprach sich kurz mit dem Kameramann und legte dann, ohne die Regieanweisungen abzuwarten, los. Das war ihm allemal lieber, als sich zum reinen Erfüllungsgehilfen eines ambitionierten Regisseurs machen zu lassen. So verwundert es auch nicht, dass er mit Schund-Filmer Jess Franco gleich fünfmal zusammenarbeitete, während er Angebote von Fellini oder Pasolini ablehnte. Auch für die Rolle des obersten Nazi-Schergen in Steven Spielbergs «Jäger des verlorenen Schatzes» wollte er sich nicht hergeben – stattdessen spielte er in zweit- und drittklassigen Horror- und Söldner-Filmen, wo es ihm erlaubt war, jede Szene an sich zu reissen.

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CULTURE

Sohn Nicolas Kinski ist dem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. (links) Die schĂśne und das Biest. Kinski und Romy Schneider. (Mitte) In fĂźnf seiner bekanntesten Filme besetzte Werner Herzog die Hauptrolle mit Klaus Kinski. (rechts)

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Kinski konnte und wollte sich nicht zurücknehmen, sich einfügen und zähmen lassen. Er spielte, was er wollte, wie er es wollte. Einen wie ihn konnte man vor der Kamera nicht bändigen. Die klügeren Regisseure versuchten dies erst gar nicht, sondern liessen ihn gewähren. In David Leans «Doktor Schiwago» etwa hat er einen kurzen, aber eindrucksvollen Auftritt im Zug. Er bekam, wenn man so will, seinen eigenen kleinen Film im Film. Abgedreht wurde das Ganze an nur einem Tag. Seine letzte Arbeit stemmte er 1989 konsequenterweise fast im Alleingang. Niemand redete ihm rein, als er bei «Paganini» Drehbuch, Regie, Schnitt und – natürlich – auch die Hauptrolle übernahm. Zwei Jahre später, am 23. November 1991, starb Klaus Kinski an Herzversagen.

Kinski und Herzog Mit Werner Herzog drehte Kinski insgesamt fünf Filme, die unbestritten zum Besten gehören, was der Schauspieler in seiner Karriere abgeliefert hat. Vor Herzogs Kamera war er entweder die gequälte Kreatur oder ein Mensch, der bis an den Rand der Welt zum Äussersten geht. Für die Präsenz und Intensität, die Kinski ausstrahlte, nahm der Regisseur auch dessen tägliche Tobsuchtsanfälle in Kauf. Ihre von Spannungen nie ganz freie Zusammenarbeit begann 1972 mit «Aguirre». Kinski weigerte sich, den Buckligen mit einer künstlichen Prothese zu spielen. Lieber verkrümmte er seine Wirbelsäule so, dass es wirkte, als wäre er körperlich deformiert. Noch Wochen nach Drehschluss plagten ihn Rückenschmerzen. Tragisch die Figuren, die er 1978 verkörperte: den an der Zeit leidenden Vampir «Nosferatu» und Büchners zerquälten «Woyzeck». «Fitzcarraldo» führte die beiden Männer nach zehn Jahren noch einmal in den südamerikanischen Dschungel. Ihre Zusammenarbeit endete 1987 in Ghana mit «Cobra Verde».

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Immersed in nature Making of des Pirelli-Kalenders 2012 Der wohl begehrteste Kalender der Welt, der Pirelli-Kalender «The Cal», wurde am 6. Dezember in New York präsentiert. PRESTIGE wirft einen Blick hinter die Kulissen der Kalender-Produktion, bei welcher der italienische Fotograf Mario Sorrenti sein Pirelli-Debüt feiert.

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«zu einer ‹Hommage to Women› erklärte Herb Ritts seine Arbeit 1994»

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D

von Yvonne Beck

ie Veröffentlichung der Bilder des Pirelli-Kalenders sorgt jedes Jahr aufs Neue für Furore. Nach Terry Richardson und Karl Lagerfeld hat für die aktuelle Ausgabe Modefotograf Mario Sorrenti die nackten Schönheiten vor der Linse gehabt. Unter ihnen Lara Stone, Mila Jovovich und Isabeli Fontana.

Der Fotograf und die weibliche Schönheit Auch Kate Moss hat sich wieder mal ausgezogen, denn Starfotograf Mario Sorrenti ist schliesslich ihr Exfreund. Er und Kate Moss waren Anfang der 90er zusammen. Er schoss damals auch die Nacktfotos von ihr für Calvin Kleins «Obsession», welche Kate Moss den Durchbruch brachten. Passenderweise gleich mit einem Skandälchen, denn vielen war Kate zu jung für Aktfotos. Heute, Mitte 30, kann das dem Topmodel aber wohl niemand mehr zum Vorwurf machen. Und sie hat sich trotz ihres wilden Lifestyles fantastisch gehalten, wie die Bilder im Kalender beweisen. Entstanden sind die Aufnahmen bereits im Mai 2011 auf Korsika, wo Sorrenti eine Woche lang in aller Ruhe mit den Models gearbeitet hat. Im Gegensatz zu den relativ inszenierten Bildern der letzten Jahre sind die Fotos dieses Mal wesentlich schlichter und reduzierter. Sorrenti portraitiert die zwölf Traumfrauen auf eine sehr ästhetische Art und Weise und feiert damit eine Hommage an die natürliche weibliche Schönheit.

«The Cal» Der Pirelli-Kalender ist nicht käuflich, er wird verschenkt. Dennoch zählt er zu den vermutlich teuersten Kalendern, denn die besten Fotografen ihrer Zeit, berühmte Models, schöne Orte und jede Menge Freiheiten machen ihn zu dem, was er ist – Kult und Kunst. Der italienische Reifenkonzern Pirelli legt bei seiner Jahresgabe stets Wert auf einen «ästhetischen und kulturellen Zweck». So liess sich der Fotograf Harry Pecinotti 1968 von Gedichten inspirieren, und Terence Donovan widmete im Jahr 1987 den Kalender einer farbigen Venus. Herb Ritts erklärte seine Arbeit 1994 zu einer «Hommage to Women» und buchte dafür die vier Topmodels Cindy Crawford, Helena Christensen, Kate Moss und Karen Alexander. Den ersten Kalender gab die britische Tochtergesellschaft des Reifenherstellers, Pirelli UK Limited, 1964 heraus und verpflichtete dafür den Fotografen der Beatles, Robert Freeman. Anfang der Neunzigerjahre zog die künstlerische Leitung in das Pirelli-Hauptquartier in London um. Zehn Jahre lang gab es keinen Pirelli-Kalender. Angesichts der weltweiten Rezession und des Jom-Kippur-Krieges wurde die Veröffentlichung 1974 eingestellt. Der nächste Kalender wurde 1984 herausgegeben. Immer wieder waren auch Männer auf den Kalenderblättern zu sehen. Bruce Weber fotografierte 1998 Bono von U2, Kris Kristofferson, John Malkovich und andere männliche Stars. Dafür stand 1972 mit Sarah Moon die erste Frau hinter der Kameralinse, Joyce Tennyson und Annie Leibovitz folgen 1989 und 2000. Reifen spielten übrigens nie eine Rolle im Pirelli-Kalender. Eine kleine Ausnahme gab es 1984, als der Art Director Martyn Walsh an den Stränden der Bahamas eine Spur mit dem neuen P6 ziehen liess. Mehr war von den Produkten des Hauses kaum zu sehen. Und auch im Kalender 2012 wird von Reifen nichts zu sehen sein, einzig schöne, nackte Frauen im schmeichelnden Licht der Sonne Südeuropas.

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Comics, Farben und Peep Diese Wintersaison lockt mit kulturellen Highlights in St. Moritz.

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CULTURE

von Uli Praetor, Fotos: Peter Vann

W

er den Fotokünstler, Verleger und Galeristen Peter Vann noch aus seinen Anfangsjahren kennt, weiss um die dynamische Komponente seines ansonsten eher ruhigen Charakters. Sein Verhältnis, ja seine Liebe zu Tempo und Auto spielt dabei eine nicht unwichtige Rolle. Bis heute fährt er gern und viel und – wenn man ihn lässt – auch schnell. Seine BildKompositionen, die ihn zum geschätzten, vielleicht wichtigsten Automobilfotografen seiner Zeit werden liessen, wuchsen dagegen mit Sorgfalt, Ruhe und Passion. Peter Vann ist ein Mensch mit Wechsel-Attitüde, hier dynamisch, dort ringend – getrieben vom Willen zur Perfektion. Künstler, die er in der Galerie mit seinem Namen vertritt, scheinen diesem Lebensrhythmus, dem Wechsel zwischen Beschleunigung und innehaltendem Reflektieren, zu entsprechen. Aktuelles Beispiel: Michel Scarpa. In diesem Winter zeigt Vann in der Galerie in S-chanf den französischen PopArt- und New-Realism-Künstler deutsch-russisch-italienischer Abstammung. Auch Scarpa treibt Dynamik. Mehr als das: Sein Leben tanzte zeitweilig zwischen Spielerei und Schleuderkurs. Mit eingeleitetem Bremsvorgang in den Siebzigerjahren. Für ihn eine Zeit, um sich von der Kunst zu verabschieden, mit der er doch gerade erst – nach klassischer Ausbildung an der Chelsea Art School – begonnen hatte. Denn sein eigener Qualitätsanspruch hielt genau so lange, bis er, angesichts der Bilder Mark Rothkos und überwältigt von deren Kraft, alles Eigene auf Leinwand zerstörte. Es folgte ein – nicht erfolgloses – Intermezzo als Finanzspekulant, der dann doch von der Kunst nicht lassen konnte. Scarpa begann erneut, wenn auch mit anderen Ausdrucksformen und geänderter Prämisse: «I WILL NOT USE PAINT ANYMORE. I USE OTHER PEOPLE’S WORK FOR ME.» So beschrieb er, was da entstand. Irgendwie trifft das die Sache – und dann wieder auch nicht. Denn wenn man Bestehendes nutzt, es sammelt, verändert, teilweise zerstört, um es neu zusammenzufügen und in einen eigenen Kontext zu stellen: Wann wechselt es die Iden-

tität, wann seine ursprüngliche Aura, wann wird das Gepresste zum Ausdruck der eigenen Idee? In der ersten Werkphase – etwa ab 1985 – presste Scarpa grossflächige Papierbilder. Die Inhalte sind oft Versatzstücke amerikanischer Subkultur, Comics, Bilder, Plakate, Filmschnipsel. Er zerschneidet sie, wässert, formt. Man erkennt Reste, assoziiert Erinnerungen und ist doch schon im Bann der Fläche – monochrom, andere vielfarbig und in jedem Fall neu. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts wechselt Scarpa vom klassischen Medium «handgefertigter Papier-Druck-Stücke» zu digital generierten und bearbeiteten Medienflächen, die nach ihrer Komposition am Computer in einem Spezialverfahren auf Plexiglas gedruckt werden. In den Inhalten bleibt sich Scarpa treu, wenngleich er auf subtile Art aggressiver wird. Pornographie ist nun Teil des Systems. Mit Blick auf Mickey Mouse, Yogi Bear und American Way of Life werden Scarpas Peep-Shows auf Plexi salonfähig. Dazu Peter Vann: «Als Betrachter fühle ich mich auf amüsante und intelligente Art provoziert. Auch wenn Michel Scarpa mit vermeintlicher Prüderie spielt, seine Überraschungsmomente auf zweiter Ebene sind nie aufdringlich oder gar penetrant.Vielmehr gestalterisch elegant und voller Esprit. Scarpa funktioniert nur mehrschichtig. Das ist es, was mir an seinen Arbeiten so gut gefällt.»

Retrospektive Michel Scarpa: vom 17. Dezember 2011 bis zum 31. März 2012, jeweils von Mittwoch bis Samstag zwischen 16 Uhr und 19 Uhr oder nach Vereinbarung. Galerie Peter Vann, Somvih 24, CH-7525 S-chanf. Tel. +41 (0) 81 850 1622 www.galeriepetervann.ch Michel Scarpa

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Emma Stone Š Fotos: DreamWorks

Gefeiert wie einst Julia Roberts

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Diesmal sind sich in Hollywood ausnahmsweise mal alle einig: Emma Stone (22) ist die grosse Nachwuchshoffnung. Die Schöne mit den Mandelaugen und der Whiskeystimme hat mit dem witzigen Drama «The Help» gerade einen Nummer-eins-Hit am Start. Als Nächstes spielt sie Spider-Man’s Freundin.

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von Dominique Zahnd, New York

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s ist ihr Lächeln. Zeigt Emma im Kino ihr MegaSmile, ist es, als hätte jemand neben einem eine 1000-Watt-Birne angeknipst. Widerstand zwecklos. Man(n) schwenkt die weisse Fahne und gesteht sich selber ein: Was bist du toll, Mädchen. Dass der Sexappeal der Schauspielerin Jungs zum Stammeln bringen kann, ist ihr allerdings nicht bewusst. Behauptet sie zumindest.

den guten Ton als auch gegen das Gesetz und sie bringt sich selbst und alle, die ihr helfen, in Gefahr. Allen voran die gutherzige Aibileen (Viola Davis) und die resolute Minnie (Octavia Spencer). Was düster klingt, ist in Tat und Wahrheit ein einfühlsamer und sehr lustiger Film über Freundschaft, Ausgrenzung und Mut. Unbedingt ansehen – es lohnt sich.

Sie grabschte Spider-Man überall an Emma spielt gerne den Deppen Ein langer Hotelgang. Gleich hinter der zweiten Tür hält sie Audienz: Emma Stone, 22, Hollywoods derzeit heissester Export. Doch sie verdankt ihre Karriere nicht etwa ihren weiblichen Vorzügen: Nein, sie ist ein Star, weil sie so witzig ist. Ob in Filmen wie «Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen» (2009), «Zombieland» (2009), «Einfach zu haben» (2010) oder «Crazy, Stupid, Love» (2011) – die Amerikanerin macht auf der Leinwand oft einen totalen Affen aus sich. Aber genau deswegen lieben sie die Zuschauer. «Viele Schauspielerinnen haben Angst davor, sich vor der Kamera von einer nicht ganz so schönen Seite zu präsentieren. Wegen ihrer persönlichen Eitelkeit und weil sie Angst haben, ihrem sexy Image zu schaden. Zum Glück habe ich kein Problem damit», sagt Emma. Doch diese Masche funktioniert. Die Produzenten rennen ihrem Agenten die Bude ein, sie kann sich kaum mehr vor Angeboten retten. Wieso der Aufstand? Schuld daran sind zwei Filme. Der erste ist ihr aktuellster. «The Help» (im Dezember bei uns angelaufen) toppte drei Wochen hintereinander die Spitze der US-Kinocharts und hat bereits über 170 Millionen Dollar eingespielt. Das unterhaltsame Drama basiert auf dem phänomenalen Bestseller von Kathryn Stockett (Nummer eins der «New York Times»-Bestsellerliste). Die Story spielt in Mississippi, Anfang der 60er Jahre, wo die junge Skeeter (Emma Stone) davon träumt, Schriftstellerin zu werden. Angetrieben von ihrem Gerechtigkeitssinn fasst sie den Entschluss, unterdrückte schwarze Haushaltshilfen zu interviewen. Doch ihr Projekt verstösst sowohl gegen

Emmas nächstes Projekt heisst «The Amazing Spider-Man». Superhelden-Filme machen heute nachgewiesenermassen das meiste Geld. Vor allem, wenn es sich um Spidey dreht, den beliebtesten aller Superhelden. Drei Filme gibt es bereits. Sie haben zusammen 2,5 Milliarden Dollar (!!!) eingespielt. Jetzt erzählen die Marvelstudios die Geschichte des Spinnenboys noch mal komplett neu – mit anderen Darstellern und frisch aufbereitet für ein jüngeres Publikum. Die Hauptrolle übernimmt Andrew Garfield («The Social Network»), an seiner Seite steht Emma Stone. Der weltweite Start für den in 3D gedrehten Film ist auf den 3. Juli 2012 angesetzt. Dass er ein Hit wird, steht ausser Frage. Stone soll auch in den geplanten Fortsetzungen mitspielen. Was war das für ein Gefühl, als sie Garfield das erste Mal im blauroten Kostüm gesehen hat? «Er hat sich gerade am Hintern gekratzt», sagt sie und lacht. «Ich habe mich neben ihn gestellt und fing unbewusst an, ihn anzufassen. Und er meckerte: ‹Hör auf damit›. Das war ziemlich lustig, weil er die Maske aufhatte und man sein Gesicht nicht sehen konnte.» Sie war die erste Wahl für die Rolle von Spider-Man’s-Freundin. Doch vom Hype, den dieses Engagement ausgelöst hat, ist sie völlig überrascht worden. «Alles ging so furchtbar schnell. Ich bekam den Anruf und es hiess: ‹Du bist unsere Gwen Stacy, schönen Tag noch – wir veröffentlichen die Nachricht in eineinhalb Minuten.› Ich hatte also 90 Sekunden, um mal kurz zu hyperventilieren und dann stand es schon im Internet. Ich konnte noch nicht einmal meine eigene Familie vorher darüber informieren.»

«Ich habe mich neben ihn gestellt und fing unbewusst an, ihn anzufassen.»

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© DreamWorks

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© DreamWorks

Ausflug in die 60er Jahre: Emma Stone als Schriftstellerin Skeeter im US-Kinohit «The Help».

Liebesgeständnis von Jim Carrey Gerüchten zufolge sind sie und Hauptdarsteller Andrew Garfield ein Paar. Von uns darauf angesprochen, verneinte Emma klar und sagte: «Ich bin Single.» An Verehrern scheint es ihr aber jedenfalls nicht zu mangeln. Und es sind auch einige Prominente dabei – wie Filmstar Jim Carrey. Der ging sogar so weit und gestand ihr seine Liebe öffentlich, in Form eines YouTube-Videos. Der Komiker hält sich dabei eine Videokamera vors Gesicht und schwärmt: «Emma, du bist so wunderschön. Nicht nur hübsch, sondern klug und gutherzig. Wenn ich viel jünger wäre, würde ich dich heiraten.» Doch dem nicht genug, der 49-Jährige sagt weiter: «Wir würden pausbäckige, sommersprossige Kinder kriegen, wir würden ununterbrochen lachen und campen gehen. An jedem Tag deines restlichen Lebens würdest du Gott danken, dass ich im richtigen Alter für dich war.» Ob es nur ein Werbegag war oder nicht, hat bis heute niemand rausgefunden. Aber die Videobotschaft sorgte definitiv für Aufsehen. Ob gestandene Männer oder Teenager: Sie alle sind verrückt nach ihr. Redet man mit Emma über die ganze Aufmerksamkeit, sagt sie nüchtern: «Ich bin mir sehr bewusst, dass das eine Momentaufnahme ist. Wenn ich von allem, was mir passiert, mal zu fest überwältigt werde, denke ich, ‹Komm darüber hinweg, Süsse. Das wird in einem Tag vorbei sein.› Irgendwann wird mir eine andere 22-jährige Rothaarige auf den Fersen sein. Das ist unvermeidbar und ich kann nichts dagegen tun, also versuche ich, im Moment zu leben.»

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«Irgendwann wird mir eine andere 22-jährige Rothaarige auf den Fersen sein.»


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«Mein Papa würde mich umbringen, sollte ich mal nackt vor der Kamera stehen.»

Mit Madonnas Hilfe nach Hollywood So fühlt es sich also an, wenn man ein Star ist. «Ich muss mich manchmal selber kneifen», sagt Emma und lacht. Sie hatte schon als Kind Lust aufs Scheinwerferlicht. Erste Bühnenerfahrungen sammelte das Girl aus Arizona bereits als Kind. Nach nur einem Semester an der Highschool, mit 15 Jahren, wollte sie dann nach Los Angeles, um richtig loszulegen und eine echte Schauspielerin zu werden. Die Bedenken ihrer Eltern zerstreute Emma mit Beharrlichkeit – und Hightech: Der Rotschopf konzipierte eine ausgefeilte Powerpoint-Präsentation. Besonders wirkungsvoll war laut Emma Stone der Soundtrack der Vorführung, Madonnas Song «Hollywood» untermalte das Werk. Die Eltern waren jedenfalls schwer beeindruckt – und die Tochter bekam ihren Willen. Unter der Obhut ihrer Mama ging es nach Kalifornien. Insofern, meint Emma Stone, sei Madonna «indirekt verantwortlich, dass ich heute bin, wo ich bin».

Frauen im Vormarsch An Nachwuchs fehlt es nie in der Filmbranche. Aber wer ist die Meg Ryan, Sandra Bullock oder Cameron Diaz von morgen? Wir wissen es. Neben Emma Stone steht unter anderen die talentierte Blondine Jessica Chastain hoch im Kurs. Sie fiel erst in «The Tree of Life» auf und begeisterte danach in «The Help». Bald startet «Texas Killing Fields», wo auch Sam Worthington und Chloë Grace Moretz mitspielen. Letztere hat gute Chancen, die neue Natalie Portman zu werden. Chloë faszinierte bereits in «Kick-Ass» und «Let me in». Nächstes Projekt: Martin Scorseses «Hugo».

Richtig ins Rollen gebracht hat alles die Teenykomödie «Superbad» (2007). Darin verwirren ihre tiefe, sexy Stimme und ihre anderen Reize Hauptdarsteller Jonah Hill komplett. Doch zu viel Haut zeigt Emma nicht, darauf achtet sie explizit. «Mein Papa würde mich umbringen, sollte ich mal nackt vor der Kamera stehen. Er würde sicher nie wieder mit mir reden – und das will ich nicht», gesteht sie verlegen. Dennoch: Ein bisschen Sexyness gehört im Showbusiness zwingend dazu. Das erklärt auch, dass sich die eher prüde Emma in einem knappen Bikini kürzlich für das Cover der AugustAusgabe der renommierten US-Modezeitschrift «Vanity Fair» hat ablichten lassen. Ihr Blick auf dem Foto sagt mehr als tausend Worte, der Kussmund ist sündig rot und ihr Porzellan-Teint wirkt wie ein erfrischender Kontrast zu der sonst in Hollywood überall verbreiteten künstlichen Bräune. Die Bilder wurden im PromiferienParadies St. Barts geschossen. Doch am Set ging es alles andere als glamourös zu und her. «Ich hatte eine Magen-Darm-Grippe und hab mich ständig übergeben», sagt Emma. «Und einen Bikini anzuhaben, war sehr ungewohnt – ich trage sonst ausschliesslich Badekleider.» Wir finden, ihr steht beides.

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Chloë Grace Moretz in «Kick-Ass»

© Universal Pictures

Einer dieser schönen Momente führte sie im September nach Zürich ans hiesige Filmfestival. Die Limmatstadt hat es ihr angetan, besonders das Fünfsterne-Hotel The Dolder Grand. Dort, wo man für die Maestro-Suite 14 600 Franken pro Nacht berappen muss, fühlte sich die Schauspielerin «wie im Himmel». Kein Wunder, bei dem 4000 Quadratmeter grossen Wellnessbereich, Pool mit Panoramablick, der mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Gourmet-Cuisine und dem angrenzenden Wald mit seinen verträumten Lichtungen.


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Ronnie Biggs

The Great Train Robbery

«Ich hatte ein grossartiges Leben, ich bereue nichts.» Ein bisschen verwegen sah er schon immer aus. Die damals braunen Haare, die sich im Nacken wellen und die er nach hinten kämmt, verleihen ihm den Look eines Dandys und Künstlers, der reichen Damen jede noch so extravagante Kunst andrehen könnte.

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Heute ist der legendäre britische Posträuber ein alter und sehr kranker Mann, der sich im Medienfokus sonnte. Vor Kurzem stellte der heute 82-jährige eine Neuauflage seiner Autobiografie vor und will von nun an das Rampenlicht meiden.

von Helena Ugrenovic

A

m 8. August 1929 wird Ronnie Biggs in Lambeth, einem Stadtteil Londons, geboren. Bis zu seinem 34. Geburtstag arbeitet und lebt er als Zimmermann mit seiner Ehefrau Charmian Rothen und seinen beiden Söhnen in Redhill im südlichen England. Passend zum kleinbürgerlichen Leben in dem Vorort Londons ist auch Biggs kriminelle Karriere, die sich eher auf kleine Fische als auf grosse Haie beschränkt. Das überschaubare Kleinganoventum ändert sich an dem Tag, als die eigentlichen Posträuber Bruce Reynolds und Ronald Edwards die «Fulham-Boys», denen auch Ronnie angehört, für den legendären Zugraub anheuern. Ronnie ist ein Mitläufer, der weder mit der Idee noch mit der Planung des Überfalls etwas zu tun hat. Durch seine spektakuläre Flucht, den enormen Medienrummel sowie sein Jahrzehnte dauerndes Exil in Brasilien wird Ronnie sowas wie ein König der Diebe. Doch der plötzliche Reichtum mit dem vermeintlichen Schlüssel zum Glück scheint verflucht zu sein, denn Ronnies als grossartig interpretiertes Leben ähnelt eher dem trostlosen Dasein einer gescheiterten Existenz als dem eines von der Sonne geküssten Lebens im Samba-Rhythmus an der Copacabana.

In the heat of the night 50 Kilometer nordwestlich von London, nahe bei Cheddington, liegt eine Gruppe von 16 Männern auf der Lauer. Sie sind gene-

ralstabsmässig organisiert und haben einen raffinierten Plan geschmiedet. Nichts soll dem Zufall überlassen werden und keine unerwartete Situation ihren Plan vereiteln. In dieser Nacht ist ihnen das Schicksal wohlgesonnen. In dieser Nacht wird ein besonders hoher Geldbetrag transportiert. Der sogenannte «Surplus Cash» ist überzähliges Bargeld, das die schottischen und einige nordenglische Banken auf diesem Weg regelmässig zu ihren Londoner Zentralen schicken. An diesem Tag sind es kleine Scheine von 1- und 5-Pfund- Banknoten (der heutige Wert läge bei 20- beziehungsweise 100-Euro-Scheinen), die massenweise in Säcke gestopft sind.

Die Farbe des Geldes Es ist der 8. August 1963, 3:05 Uhr und der 34. Geburtstag von Ronnie Biggs. Entlang der Bahnstrecke von Glasgow nach London, circa zwei Kilometer nördlich des verschlafenen Örtchens Cheddington, wird der Zug durch zwei manipulierte Signale an einer einsamen Stelle zum Stehen gebracht. Der Lokführer Jack Mills wird mit einem Schlag auf den Kopf bewusstlos geschlagen und das überraschte Zugpersonal festgenommen. Da sich der Geldwaggon nur einen Wagen hinter der Diesellok befindet, können die übrigen Waggons getrennt werden. Die Bande fährt mit der Lokomotive und dem Geldwaggon 800 Meter weiter bis zur BridegoBrücke, um ihre Beute zu entladen. Weil sich die Original

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Als Ronnie Biggs nach Rio de Janeiro flüchtet, ist der «Slipper» ihm auf den Fersen und soll Ronnie im Hotel «Trocadero» mit den Worten «Hallo Ronnie, lange nicht gesehen», begrüsst haben. Jedoch gelang die Verhaftung nicht.

Hochsicherheitswaggons im Ausbesserungswerk befinden, sind stattdessen relativ ungesicherte Waggons eingesetzt worden, was den Posträubern das Aufbrechen der übrigen Wagen ziemlich einfach macht. Die Diebe sind schnell, zielsicher und laden 120 Geldsäcke in die wartenden Fluchtautos. Ronnie Biggs’ Anteil beträgt nach eigenen Angaben 148 000 Pfund, was heute einem Wert von 2,3 Millionen Euro gleichkäme.

unter der Führung von Chief Superintendent Jack Slipper, dem «Slipper vom Yard», verhaftet 13 Räuber. Ronnie Biggs wird im Jahr 1964 gefasst und zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Zahl 8 scheint eine spezielle Bedeutung in Ronnie Biggs Leben zu haben, denn am 8. Juli 1965 gelingt ihm mit drei weiteren Häftlingen die Flucht, die den Beginn einer abenteuerlichen Reise mit ungewissem Ende anschlägt. Mit einer Strickleiter klettern sie über die Aussenmauer und springen in einen präparierten Möbelwagen.

Catch us if you can! Zunächst sucht die Polizei vergebens nach Spuren, doch Scotland Yard ist sich einig, dass die Gentlemen-Diebe zuerst ihre Beute an einem geheimen Ort gemeinsam zählen und teilen werden, bevor sie sich in alle Winde verstreuen. Die grösste Fahndungsaktion der britischen Polizeigeschichte und die höchsten jemals ausgesetzten Belohnungen sollen zusätzlichen Druck auf die Posträuber ausüben. Jede leer stehende Scheune, jedes Gebüsch und jede Farm im näheren Umkreis werden abgesucht, bis schliesslich ein Landwirt den entscheidenden Hinweis auf die Leathersdale Farm gibt, die sich gerade mal 25 Kilometer vom Tatort befindet. Das Scotland-Yard-Team

Biggs flieht mit seiner Familie nach Paris, besorgt dort gefälschte Papiere und verändert mit einer Gesichtsoperation auch sein Äusseres. Mit seiner Frau und den zwei Söhnen flieht er weiter nach Australien in die Stadt Blackbourne. 1974 flüchtet Ronnie Biggs ohne Familie nach Rio de Janeiro.

Kein Leben am Zuckerhut Ronnie Biggs lebt zwar nahe am berühmten Berg Rios, doch ist sein Dasein kein Zuckerschlecken. Das meiste Geld hat er verprasst, er ist völlig mittellos, und auch elf Jahre nach dem Raub-

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überfall ist ihm Scotland Yard noch immer auf den Fersen. «Der Slipper vom Yard» möchte Ronnie endlich wieder hinter Gitter bringen und reist im selben Jahr wie Biggs nach Brasilien, doch kann er den Gentleman-Dieb dennoch nicht verhaften. Da die britische Regierung Straftäter aus dem Vereinigten Königreich nicht nach Brasilien ausliefert, kann auch Biggs im umgekehrten Sinn nicht den britischen Strafverfolgungsbehörden ausgeliefert werden. Ausserdem erwartet die Stripperin Raimunda de Castro, eine brasilianische Staatsangehörige, ein Kind von Biggs, was eine weitere Behinderung darstellt. Biggs darf zwar unangetastet in Brasilien leben, doch aufgrund seines Status als Verbrecher nicht arbeiten.

Feudal, angenehm und ohne Geldsorgen hätte sein Leben verlaufen müssen. Ronnie Biggs ist zwar kein Gefängnisinsasse, aber auch kein freier Mann. Er ist der Sklave seiner Tat und Gefangener in seiner Flucht-Oase, in der ihm täglich vor Augen geführt wird, wie sinnlos und armselig im Grunde genommen alles ist. Auch zeitweilige Auftritte mit den «Sex Pistols» und den «Toten Hosen» vermögen das Leben im Leerlauf nicht zu befriedigen.

Home, sweet Home Am 7. Mai 2011, mit 71 Jahren, nach 35 Jahren Flucht und nach 30 Jahren in Brasilien, kehrt Ronnie Biggs aus gesundheitlichen Gründen nach England zurück. Die britische Boulevardzeitung «The Sun» hat ihm den Rückflug in einem Privatjet spendiert und sich damit verschiedene Auslagen als Gegenleistung für Exklusivrechte gesichert. Als Biggs auf dem Militärflugplatz Northolt landet, wird der alte Mann von 60 Scotland-Yard-Beamten festgenommen. Biggs erleidet mehrere Schlaganfälle und einen Herzinfarkt und wird am 6. August 2009, zwei Tage vor seinem 80. Geburtstag, aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes doch noch begnadigt und aus der Haft entlassen.

Mit dem erneuten Versuch Jack Slippers, Biggs zu verhaften, erlebt Biggs eine wiederkehrende Popularität und nutzt diese für den Verkauf von T-Shirts und Kaffeebechern mit seinem Konterfei. Ein bescheidenes Gehalt verdiente sich Ronnie mit Werbung für Alarmanlagen und er bot abenteuerlustigen Touristen für 60 USDollar ein Frühstück mit einem echten Verbrecher sowie seinem Rottweiler «Blitzkrieg» an.

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Dr. med. Thor Imlattenkreuz Facharzt Sportmedizin ?!?

Die Ärzte gehören zu den wichtigsten Spielern im Gesundheitswesen, obwohl ihre Hauptfunktion darin besteht, sich um Krankheiten und Verletzungen zu kümmern, also um Gesundheitsstörungen. Nicht das einzige Paradox in diesem Sektor!

von Dr. med. Peter J. Jenoure, Ars Orthopedica, Gravesano

D

ie Erhaltung der Gesundheit wäre eine mindestens gleich sinnvolle Betätigung, aber immer noch harzt es mit der präventiven Seite des Faches. Ob nur aus finanziellen Gründen, darüber lässt sich streiten! Umso mehr, weil die Prävention eine relativ einfache Sache wäre dank der breiten Wirkung der körperlichen Aktivitäten, zu welchen Sport in gewissen Formen gehört. Diese körperliche Aktivität, wenn vernünftig und regelmässig ausgeführt, kann sozusagen sämtliche Organe und Organsysteme des menschlichen Körpers sehr positiv beeinflussen. Dazu gibt es eine Unmenge wissenschaftlich erwiesener Beweise. Und wer könnte diese Wirkungen besser kennen als dafür gut trainierte Ärzte? Sportärzte zum Beispiel? Wie steht es aber mit dieser Gattung?

genannten Sportmediziner haben sich die Mühe genommen, dieser zurzeit im Lande existierenden Weiterbildungsmöglichkeit – die im Übrigen gar nicht schlecht ist – nachzugehen. Vielmals genügt die Gleichung « Einen Sportler behandeln = Sportmediziner sein»! Kommentare sind in diesem Zusammenhang überflüssig.

Anerkanntes Lehrprogramm Diese Wertung der Sportmedizin als «Zusatzfach» ist aber keine schweizerische Eigenschaft. Grosse Nachbarländer wie Deutschland, Österreich und Frankreich kennen ebenfalls keine Spezialität Sportmedizin. Auch in diesen Ländern gibt es über unterschiedliche Wege die Möglichkeit, eine anerkannte Qualifikation zu holen. Was aber im Vergleich mit diesen Ländern meines Erachtens bedeutend anders ist, ist bei uns das Fehlen von reinen sportmedizinischen Instituten an den Hochschulen mit einer Medizinischen Fakultät. Diese Institutionen können eine wichtige Rolle in der Lehre und Forschung des Faches spielen und verleihen ihm auch eine nicht unbedeutende Aura der Seriosität, etwas, was der Sportmedizin manchmal aus Selbstverschulden fehlt!

Die Wertung der Sportmedizin Liest man mit Sorgfalt die Sportseiten der Tageszeitungen, so ist nicht selten ein Kommentar vom Sportarzt X zu lesen oder eine Erwähnung vom Sportarzt Y, der den Sportler Z beraten, betreut oder behandelt respektive operiert hat. Sind aber diese Sportärzte wirklich alle offiziell anerkannte Fachpersonen? Oder teilweise selbsternannte? In der Schweiz gibt es zurzeit keinen gleichgesetzten Facharzttitel für Sportmedizin wie zum Beispiel für Innere oder Allgemeine Medizin, Chirurgie, Kinder- oder Frauenheilkunde, um nur einige zu nennen. Es gibt einen Fähigkeitsausweis Sportmedizin, der zum Hauptfachtitel getragen werden kann. Die grosse Differenz liegt aber in der «Intensität» dieser dazu gebrauchten Weiterbildung. Wenn es im Durchschnitt fünf Jahre Vollzeitarbeit braucht, um einen Facharzttitel zu erwerben, so kann der Fähigkeitsausweis in Sportmedizin in fünf 2 bis 3 Tage dauernden Kursen, einem 6-monatigen Praktikum sowie schriftlichen und mündlichen Prüfungen erworben werden. Und nicht alle in den Medien

Mit den Impulsen der Europäischen Vereinigung der Sportmedizinischen Verbände EFSMA laufen seit einigen Jahren Bemühungen, in der EU einen Facharzttitel Sportmedizin nach einem gemeinsamen Ausbildungsmuster in sämtlichen EU-Ländern anerkannt zu bekommen. Unter Federführung der UEMS, der offiziellen Institution, die sich in Europa um medizinische Spezialfächer kümmert, laufen die Arbeiten gut an, und Optimisten glauben, dass es 2012 so weit sein könnte: In den aktuell 27 EU-Ländern könnte es höchstwahrscheinlich einen Facharzttitel Sportmedizin geben. Dafür braucht es nämlich ein anerkanntes Lehrprogramm, bereits

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zusammengestellt, und zwei Fünftel der Länder, die das Fach akzeptieren. Da es schon 13 anerkennen – Portugal, Spanien, Italien, Holland, Grossbritannien, Finnland, um nur einige neben vielen Ostländern und Malta zu nennen – , braucht es jetzt «nur» noch die Genehmigung durch die politischen Kammern, woran die UEMS im Moment prioritär arbeitet. In diesem Rahmen ist es nicht unwesentlich zu erwähnen, dass im Vordergrund eine Spezialität mit fünf Jahren Vollzeit-Weiterbildung das Ziel ist, aber die «plus/minus» schweizerische Lösung mit einer dreijährigen Vollzeit-Ausbildung in Ergänzung einer konventionellen Spezialität plötzlich auch als (zweite) Variante untersucht wird. Meines Erachtens ist diese Variante sinnvoll, sogar sinnvoller, denn es wird in den meisten Ländern, in der Schweiz sogar ganz sicher, für einen künftigen Sportmediziner sehr schwierig sein, ausschliesslich mit Sportler-Patienten eine volle Sprechstunde zu füllen. Umso mehr, wenn sich viele Ärzte für die Spezialität interessieren sollten. In medizinischen Fragen gilt in Europa die so genannte «Subsidiarität», die jedem Land in diesem sensiblen Gebiet eine Souveränität verleiht. Was wird also die Schweiz, zwar nicht EU-Mitglied, aber durch die bilateralen Verträge recht integriert, machen, wenn sportmedizinische Spezialisten um eine Praxiseröffnung bitten? Oder wenn ein Schweizer Arzt in einem Land mit Sportmedizin als Fachgebiet seine Weiterbildung absolviert? Fragen, die zurzeit ohne ganz klare Antworten bleiben! Aber mit einer klaren Haltung: Reglemente hin oder her, Sportmedizin ist heute eine seriöse Angelegenheit, «it’s not just a hobby anymore». Eine gute Ausbildung ist also unentbehrlich. Point à la ligne!

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Seit Beginn 2. Mai 2005: + 25,74 % Nachhaltig besser als der Benchmark

115 110 105 100 95 90 2005

2006

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KOLUMNE

Spenden und fragen von Guido Tognoni

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ie Schweiz sei fremdenfeindlich, wird uns im-

Es gibt stille Spenden, wie etwa das Bezahlen der Kirchen-

mer wieder von den Medien suggeriert. Und

steuer oder eine Gabe an die mutigen Vertreter der Heilsar-

die Schweizer seien geizig, müssen wir uns

mee, die zu Weihnachten auf der Strasse singen, wie auch

auch regelmässig sagen lassen. Beide Be-

die zahlreichen Gaben schweizerischer Unternehmen aller

hauptungen sind ebenso dumm wie falsch.

Grössen, und es gibt die nach aussen wahrnehmbaren

Ein Land, das einen Ausländeranteil von 25 Prozent in höchst

Spenden. Dazu gehören gehobene Fest- und Fressbankette,

zivilisierter Weise und unter grössten finanziellen Opfern absor-

an denen die Teilnehmer unter ihresgleichen ihre Spendier-

biert, kann nicht fremdenfeindlich sein. Und wer allein schon

laune nicht unter den Scheffel stellen möchten. Gegen sozi-

die politische Diskussion über Einwanderung, Asylwesen und

ales Gruppen-Zelebrieren der Spendenfreude ist überhaupt

kriminelle Ausländer als Anlass nimmt, um die Keule des Frem-

nichts einzuwenden. Interessant wäre es aber, jeweils das

denhasses zu schwingen, kann nicht ernst genommen werden.

Budget solcher Veranstaltungen zu kennen: Wer kassiert wie viel? Macht das Hotel oder das Restaurant auch mit? Wie

Die Schweizer sind auch grosszügig. Wer das nicht glaubt, soll-

gut ist der Organisator zu sich selbst nebst seinen Aufwen-

te sich die wiederkehrenden Sammelaktionen der Glückskette

dungen? Was bleibt am Schluss netto für den vorgesehe-

ansehen, bei denen regelmässig Millionen gespendet werden,

nen Zweck wirklich übrig? Und wohin genau wird der Ertrag

das meiste davon aus kleinen Geldbeuteln der Bevölkerung,

überhaupt abgeliefert?

von Kindern, die einen Teil des Taschengeldes überweisen, bis zu Rentnern, die einige Batzen ihres AHV-Geldes für eine

Zu denken muss auch geben, wenn Aufrufe von Hilfswerken

Sammlung, die zu Herzen geht, abzweigen. Das ist spenden

um eine kleine Spende bitten, um das Augenlicht von afrika-

in Reinkultur.

nischen Kindern zu retten. Sicher, man kann zahlen. Man darf sich aber auch gleichzeitig fragen, wie viele Augenlichter mit

Diese Form der Wohltätigkeit hebt sich ab von der zeitweise

dem Geld gerettet werden könnten, das der Schweizer Steu-

geradezu überschwappenden Charity-Industrie, auch sie, wie

erzahler für Rückführungen von renitenten Afrikanern aus-

so vieles, aus Amerika importiert. Es gibt Hunderte von Cha-

geben muss, die nach einem abgelehnten Asylgesuch unter

rity-Veranstaltungen, bei denen die Grenzziehung zwischen

Verwendung aller Tricks und Mittel das Land nicht verlassen

Wohltätigkeit für sich selbst und Wohltätigkeit für andere nicht

wollen. Über 15 000 Franken verschlingt eine solche Rück-

immer leicht zu ziehen ist. Und es gibt Charity-Aktivitäten, die

schaffung, ganz abgesehen von den übrigen Kosten, welche

geradezu auf den Nerv gehen. Wenn beispielsweise landesweit

solche Fälle zuvor bereits produziert haben. Das sind absurde

bekannte Moderatoren, die beim Schweizer Fernsehen aus

Auswüchse gegenüber falschen Flüchtlingen, die – oft von

den Zwangsgebühren keineswegs auf dem Existenzminimum

Schweizer Rechtsanwälten befeuert – den zu übertriebenem

leben müssen, an einem Anlass für 5000 Franken anstatt 6000

Formalismus gezwungenen Behörden mit unwahren Angaben

auftreten und das unter dem Titel Wohltätigkeit tun, ist das eher

während Monaten oder Jahren auf der Nase herumtanzen.

eine Peinlichkeit als eine Spende. Oder wenn hochbezahlte Spitzensportler einen alten Pullover oder eine Mütze zu wohltä-

In Zeiten der politischen Korrektheit ist es riskant, das Spen-

tigen Zwecken versteigern lassen anstatt wegzuwerfen, ist das

denwesen zu hinterfragen. Umso wichtiger, dass man es den-

auch nicht die Spitze des guten Geschmacks.

noch tut.

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DER

ASTON MArtin

ONE-77

Britische Spor tsk

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a no n e


DRIVE STYLE

Der One-77 ist nicht nur der stärkste Aston Martin, sondern auch der kraftvollste Strassensportwagen mit Saugmotor weltweit. PRESTIGE war Ende 2011 bei der allerersten Demonstrationsfahrt des ZwÜlfzylinder-Boliden dabei

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DRIVE STYLE

«Wie wollen wir ihn denn nennen?» fragt Aston-Martin-Chef Dr. Ulrich Bez seinen leitenden Versuchsingenieur Chris Porritt. «Mmmmh. Vielleicht irgendwas, was an die Stückzahl erinnert, die wir bauen», antwortet Porritt, der auch Projektchef des neuen Superautos ist. «Die Konkurrenz produziert immer 99 Stück von einer Sonderserie.» «Dann sollten wir das nicht tun.» «Genau». Porritt denkt nach. «50 brauchen wir mindestens, damit er sich rechnet. Also 70? Oder 75?» Bez: «75 ist langweilig. Wie wäre es mit 77 Stück?» «77? Klingt gut». «Also 77. Aber Aston Martin 77 ist noch kein Name ...» Stimmt. Die Gehirne hirnen. Dann kommt die Idee: «Wie wärs mit: Einer von 77? Also One-77? Und das nummerieren wird durch bis zum Seventyseven-77 ...»

Text: Roland Löwisch, Fotos: David Shepherd

T

atsächlich ist es nicht ganz so weit gekommen – es blieb letztlich bei One-77. Aber die Namensfindung des neuen Supercars der kleinen feinen Autoschmiede Aston Martin hat sich tatsächlich so – oder immerhin ähnlich – zugetragen. Die streng limitierte Auflage soll nicht nur ein paar Extra-Pfund in die Kassen spülen, sondern vor allem als Image-Träger fungieren. Den die Briten immer gerne dort präsentieren, wo das Geld ist. Wie zum Beispiel bei Richard Bransons Privatfete im Restaurant «Double Eagle» in Old Mesilla. Hier in dem kleinen Vorort von Texas’ zweitgrösster Stadt Las Cruzes, wo der berüchtigte Revolverheld Billy the Kid gehängt worden sein soll und sein Grab nur eine gute Meile entfernt liegt, hat der Tycoon alle eingeladen, die bereits einen Weltraumtrip mit seiner Fluggesellschaft Virgin Galactic gebucht haben: 2013 sollen die ersten Weltraum-Touristen ins All starten. Eine optimale Gelegenheit also für die Astons, um am Eingang nicht nur ihre Rapide, V8 und DBS zu postieren, sondern auch die Spitze der englischen Schaffenskraft, den One-77. Und das, obwohl den in Amerika derzeit noch niemand benutzen darf. «Für den Wagen fehlt die US-Homologation», bestätigt Porritt. Und tatsächlich geht bislang kein einziges der bislang verkauften Exemplare – laut Werk sind noch ein knappes Dutzend übrig – in die Vereinigten Staaten.

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Doch der Besuch von vielen europäischen Branson-Kunden ist Grund genug, den 760 PS starken Über-Aston auch in den Staaten zu zeigen – und zwar in Aktion mitten auf der Start- und Landebahn des Spaceport America. Über gut drei Kilometer reihen sich hier fünf mal fünf Meter grosse Betonplatten in einer Breite von 60 Meter aneinander, damit von hier aus die ruhmvolle amerikanische Weltraumfahrt ihre kommerzielle Fortsetzung finden möge.

Endlich gibt Porritt dem Zwölfzylinder mal so richtig die Sporen – Vollgas aus dem Stand. 3,7 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen viel zu schnell, um die Beschleunigung richtig geniessen zu können. Dabei brüllt der One-77 sowohl aussen als auch innen wie ein Rudel eifersüchtiger Löwen – mit der sprichwörtlichen britischen Zurückhaltung hat das hier nichts mehr zu tun.

Es wird Zeit für einen Ausritt im letzten Vorserienwagen – ans Steuer darf allerdings nur Porritt, der nach eigenen Angaben mehrere 100 000 Kilometer in diversen Prototypen absolviert hat. «Sonst beschweren sich Käufer, wenn die Presse das Auto vor ihnen fährt», sagt er. AM-Kunden scheinen wirklich sensible Wesen zu sein.

Per Schaltwippen klickert Porritt durch die sechs Gänge des automatisierten Getriebes, bis die Tachonadel bei 290 km/h steht. Dann muss er schon wieder abbremsen – der Runway ist wie gesagt nur drei Kilometer lang. Ein schneller Bogen, schon beginnt die Rückfahrt. Diesmal beschleunigt Porritt auf 230 Sachen und nimmt die Hände vom Lenkrad. Der One-77, das weltweit stärkste Strassenauto mit einem Saugmotor, fährt weiter stur geradeaus – ein Beweis, wie steif die Karbon-Monocoque-Konstruktion aus über 3500 Kohlefaserteilen ist. Und dafür, wie effektiv das Fahrwerk mit seiner für Strassenfahrzeuge ungewöhnlichen Geometrie arbeitet. Denn es gibt nicht nur die aus dem Rennsport bekannten doppelten Dreiecksquerlenker rundum, sondern ebenso horizontal liegende Stossdämpfer, die eine extrem flache Bauweise ermöglichen. Alle Dämpfer sind natürlich auch individuell einstellbar, so dass jeder Kunde die für ihn optimale Abstimmung erhält. Im Testwagen hat Aston Martin eine komfortable Auslegung gewählt.

Das Platzangebot ist ausgezeichnet. Zwar muss man sich wegen der geringen Fahrzeughöhe beim Einsteigen etwas biegen, aber nicht – wie bei einigen Konkurrenten – verbiegen. Einmal im bestens ausgeformten Schalensitz Platz genommen, kommt GT-Feeling auf – eine sportliche lange Reise bietet sich an. Und das inmitten des typischen Geruchs feinsten Aston-Martin-Leders – es ist wie bei dem kleinen Hersteller üblich mit absoluter Akkuratesse verarbeitet. Aus zehn gepflegten Kuh-Häuten werden mehr als 100 Einzelstücke geschnitten und von Spezialisten mit filigranen Stichen zusammengenäht.

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EXPERIENCE THE MASTERWORKS OF Z I N O P L AT I N U M Z I N O P L AT I N U M . COM


DRIVE STYLE

760 PS und 750 Nm: Der V12-Saugmotor wurde gemeinsam mit Cosworth entwickelt

Leider ist kaum genug Zeit, die Details im Innenraum mit bewundernden Blicken ausreichend zu würdigen. Ein breiter, mit Instrumenten und Schaltern gespickter Mitteltunnel trennt beide Insassen, Hochwertigkeit atmet aus den Materialien, aus jeder Fuge. Pro Auto investiert Aston Martin 1500 Arbeitsstunden, nur 27 Spezialisten bauen es zusammen. «Der One-77 ist der totale Ausdruck für alles, was Aston Martin bedeutet», hat uns Chefdesigner Marek Reichmann einst am Tonmodell in der englischen und hochmodernen AM-Fabrik zu Gaydon erklärt. Der Wagen liegt etwa zehn Zentimeter tiefer und ist um das gleiche Mass kürzer als ein DBS. Die Breite von zwei Metern (ohne Aussenspiegel) verpasst der Wagen knapp. Das ist Absicht, «denn ab genau zwei Metern würde der Wagen als Truck gelten und müsste seitliche Blinker besitzen», erklärt Porritt grinsend. Die auf dem Hochgeschwindigkeitsoval im italienischen Nardò gemessenen 354 km/h Spitzengeschwindigkeit verpassen wir auf dem Spaceport-Runway deutlich – doch dass der One-77 mehr kann, glauben wir seinen Machern aufs Wort. Zwar haben wir nur einen kurzen Fahreindruck erhalten, aber er war sehr aufschlussreich – sehr viel mehr geht derzeit nicht. Wer sich noch einen dieser seltenen Aston Martin sichern will, muss sich sputen und sollte gespart haben: Das Auto kostet netto etwas über 1,6 Millionen Franken. Eine weitere Auflage wird es nicht geben, auch keine offene Version: Der zusätzliche Konstruktionsaufwand wäre angesichts der Stückzahlen selbst bei einem so hochgezüchteten Superauto zu gross.

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Exklusiv-Ausfahrt: One-77-Projektleiter Porritt am Steuer, Autor Lรถwisch ausnahmsweise als Copilot

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Saturday Morning Fever Das wohl lockerste Motor-Meeting der Welt 186


DRIVE STYLE

Bitter kalt ist es, draussen liegt Schnee und es weht ein scharfer Wind. Da darf von schönen Sportwagen oder Oldtimern geträumt werden. Wem das nicht genügt, der muss nach Kalifornien fliegen: In Orange County stehen auch im Dezember Hunderte von Petrolheads jeden Samstagmorgen vor Sonnenaufgang auf. Wie bereifte Motten steuern sie einen Parkplatz voll glänzender, funkelnder Objekte an, die erwachsene Männer kichern lassen wie Schuljungen. Willkommen bei Cars & Coffee, einem PSShowdown von Fans für Fans! Automobilfotograf Bruce Benedict lebt in der Nähe des Originalschauplatzes. Er besucht das Spektakel regelmässig und bringt nun eine Serie sehr persönlicher Bilderbücher heraus. Wir stellen einige Aufnahmen exklusiv vor.

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DRIVE STYLE

«Der Pappbecher gehört dazu»

von Kerry Morse

C

ars & Coffee ist das Produkt einer langen amerikanischen Tradition. Es ist eines von vielen Treffen, das vorwiegend lokal ansässige Automobil-Enthusiasten seit Jahren geniessen. In Südkalifornien stellt «Donut Derelicts» in Huntington Beach so etwas wie den Grossvater dieser Art von Zusammenkünften dar; seit über 30 Jahren ist es jeden frühen Samstagmorgen Anlaufpunkt für Hot Rodder und Autoliebhaber. Material gibt es genug: Nirgends in der Welt ist die Dichte automobiler Kostbarkeiten so hoch wie hier. 2004 entschlossen sich zwei Donut-Derelicts-Jünger, ihre allsamstägliche Fahrt etwas abzukürzen. Und sie warben für ein ähnliches Come-together an der Crystal Cove Promenade beim Pacific Coast Highway nahe Newport Beach. Es war auf Anhieb ein sagenhafter Erfolg, wuchs aber so schnell, dass die Veranstalter einen grösseren Veranstaltungsort suchen mussten, der zudem weit genug entfernt lag von noch schlafenden Anwohnern!

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DRIVE STYLE

«Bei Cars & Coffee geht es um die Freude an Autos und Motorrädern, die man an den restlichen sechs Tagen der Woche nicht zu sehen kriegt.»

Hier kommen Ford und Mazda ins Spiel. Im Oktober 2006 luden diese Autohersteller die Crystal-Cove-Getreuen auf den gemeinsamen Parkplatz ihrer Firmenzentralen nahe Irvine. Das Gelände ist zwar nicht ganz so malerisch, bietet den Fans aber eine abgelegene Heimat, wo sie ihre Autos geniessen können, ohne dass schimpfende Anwohner auf den Hügeln stehen. Diese Formel passte, und seither treffen sich durchschnittlich 500 Kostbarkeiten in ständig wechselnder Besetzung. Welche Autos sind willkommen? Die Gastgeber haben da eine sehr einfache Philosophie: Bei Cars & Coffee geht es um die Freude an Autos und Motorrädern, die man an den restlichen sechs Tagen der Woche nicht zu sehen kriegt. Die Ungewöhnlichen, die Exoten, die Waisenkinder, die Skandalösen, die Klassiker. Alt und

Neu sind eingeladen, aber Alt wird bevorzugt behandelt, während es bei den Modernen etwas wirklich Spezielles sein muss, um auf das Freigelände zu gelangen. Und es geht wie gesagt nicht nur um Autos. Cars & Coffee ist vor allem eine grossartige Gelegenheit für Anhänger, Berühmtheiten und weniger Berühmte, Junge und nicht mehr ganz so Junge, diese einmalige Kameradschaft zu erleben, welche die Liebe zum Auto mit sich bringt. Es ist toll zu sehen, wie Eltern ihre Kinder dabeihaben und mit ihnen diese Begeisterung teilen. Die Veranstaltung ist ganz bewusst volkstümlich: Auf Werbung und auch auf Medien-Präsenz wird zugunsten altmodischer Mund-zu-Mund-Propaganda unter echten Sympathisanten verzichtet. www.blurb.com/bookstore

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KOLUMNE

FANG NIE AN AUFZUHÖREN UND HÖR NIE AUF ANZUFANGEN von Nubya

W

ow, Prestige, jetzt bist Du schon fünf

alle die Kraft aufbringen, über längere Durststrecken hinweg

Jahre alt. In einer Zeit, die so schnellle-

dabeizubleiben und nicht aufzugeben. Es läuft selten etwas

big wie unsere ist, ist ein Zeitraum von

gleich rund, und ich behaupte auch, dass wir an den Rück-

fünf Jahren eine ganze Menge. In einer

schlägen mehr wachsen und lernen als an den Erfolgsmo-

Stadt wie New York muss nur ein Jahr

menten. Und oft ahnen wir gar nicht, was hinter einem Erfolg

vergehen und alles ist anders. Eben noch angesagte Res-

überhaupt steckt. Denn jeder Erfolg hat seine Vorgeschich-

taurants und Clubs sind schon wieder aus der Mode, wenn

te, und diese findet nicht unter Beobachtung statt, da unser

sie überhaupt noch existieren.

Augenmerk erst auf etwas fällt, wenn es gut läuft und damit für uns bemerkbar geworden ist.

Und wenn man sich in einem Zeitungskiosk das Angebot ansieht, muss sich auch jemand, der nicht mit Verlagswe-

Im Musikgeschäft gibt es eine Regel, die in vielen Fällen

sen zu tun hat, automatisch fragen, wie man sich gegen so

stimmt. Es braucht zehn Jahre Arbeit, bis sich der grosse Er-

eine gewaltige Konkurrenz auf Dauer durchsetzen kann. Mit

folg einstellt. Oft glauben wir, dass jemand in kurzer Zeit den

jedem einzelnen Heft am Kiosk gegen die ganze Konkurrenz

Olymp erklommen hat. Aber waren wir dabei, als diese sich

bestehen zu müssen, ist kein Zuckerschlecken.

die Sporen abverdient haben? Britney Spears hatte ihren ersten Welthit mit 16, aber wer denkt daran, dass sie schon

Ähnlich sieht es im Musikgeschäft aus. Wir veröffentlichen

mit sechs Jahren im Mickey Mouse Club regelmässig auf

zwar in anderen Zeitspannen, aber wenn wir eine CD ver-

der Bühne stand. Genauso Justin Timberlake und Christina

öffentlichen, treten wir gegen den Rest der Musikwelt an.

Aguilera. Beyoncé Knowles war als Achtjährige schon pro-

Jetzt, wo die Welt sich durch das Internet so verändert hat,

fessionelle Sängerin in einer Girl-Group, die von Beyoncés

umso mehr. Obwohl diese Veränderung der Gegebenheiten

Vater auf Erfolg gedrillt wurde. Die Mädchen wurden dann im

uns etwas wegnimmt – nämlich die alten Vertriebskanäle –,

Alter von elf Jahren von einer Plattenfirma unter Vertrag ge-

gibt sie uns etwas Neues, und das ist die Möglichkeit, selbst

nommen, mit 13 wegen Erfolglosigkeit von der Plattenfirma

in die Online-Welt hinauszugehen und eigene Wege zu fin-

wieder aus dem Vertrag entlassen und erst nach erneutem

den, um entdeckt und gehört zu werden.

Anlauf hatten sie mit 16 Jahren ihren ersten grossen Welthit mit Destinyʼs Child.

Aber warum schaffen es einige Künstler, lange im Geschäft zu bleiben, während andere innerhalb kurzer Zeit wieder von

Wir wissen nicht wie viele Ideen ein Unternehmer in den

der Musikoberfläche verschwinden?

Sand gesetzt hat, bis er mit einem Unternehmen dann Erfolg hat. Und ich wünschte, wir wüssten mehr darüber. Denn das sind die Geschichten, die uns Mut machen könnten und

sehen im Musikgeschäft ganz ähnlich aus wie in der rest-

vielleicht auch die Motivation geben, es selbst zu probieren.

lichen Geschäftswelt. Am Anfang steht das Produkt oder

Prestige, es ist schön, dass es Dich gibt, und ich wünsche

die Dienstleistung. Diese Grundlage muss stimmen, sonst

Dir für die nächsten fünf Jahre weiterhin viel Erfolg, viele Leser

bringen alle weiteren Bemühungen nichts. Von denen, die

und dass Du Dich immer wieder neu erfindest und dabei

sich lange im Geschäft gehalten haben, mussten praktisch

bleibst, wie Du bist.

© Fotos: Sony Pictures

Da spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, und diese

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«

Musik – Die beste Art der Kommunikation.» Angelo Branduardi (*1950), ital. Popsänger u. Liedermacher

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WATCHES & JEWELLERY

Seltene Farbedelsteine Paraiba-Turmalin, Tsavolith, Tansanit und Rubellit

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So grosse, kräftig leuchtende Farbedelsteine hat die Welt noch nie naturpoliert an einem Meisterstück der Haute Joaillerie gesehen. Bucherer präsentiert in dieser Serie vier Einzelstücke in wunderbar exklusivem Design und trifft damit den Trend zur natürlichen Sinnlichkeit.

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D

ie neueste Kollektion aus dem Atelier Bucherer in Luzern setzt weltweit neue Massstäbe und ist eine Hommage an die moderne Kosmopolitin. Bezaubernd schön und einzigartig zeigen diese neuen Kreationen aktuelle internationale Modetrends in die Welt des Schmucks umgesetzt. Es braucht Verhandlungsgeschick, ein profundes Wissen und Zeit, um die weltweit schönsten und seltensten Farbedelsteine zu erwerben. Oft dauert es Monate, bis die richtigen Steine für ein Collier gefunden und zu einem angemessenen Preis erworben werden können. Langjährige, vertrauensvolle Beziehungen zu den Händlern vor Ort sind wichtig, um an rare Unikate von höchster Qualität zu gelangen. Diese Erfahrung hat Bucherer beim neuesten Fund wahrhaftig unter Beweis gestellt: einem Paraiba-Turmalin, einem Tsavolithen, einem Tansaniten sowie einem Rubelliten in einer Grösse bis zu je 80 ct. Die edlen, weltweit einzigartigen Farbedelsteine sind naturpoliert, haben eine unregelmässig runde Form und strahlen dadurch in ihrer ganz natürlichen Schönheit. Äusserst selten zu finden sind sie in dieser elektrisierenden Farbe, Grösse und bemerkenswerten Qualität und stellen somit eine unvergleichliche Exklusivität dar. Gesehen wurden solch unfacettierte Farbedelsteine bisher noch nie an einem Schmuckstück.

Die natürliche Sinnlichkeit Beim Anblick dieser wunderbaren Unikate sah der Creative Director Schmuck von Bucherer bereits die zukünftige Trägerin vor seinem geistigen Auge – sie gab die Designrichtung der Kreation vor: eine sinnliche Frau von Welt mit höchsten Ansprüchen an Individualität und Exklusivität. Das Atelier Bucherer wollte im Design dieser Haute-Joaillerie-Kollektion die Schönheit des edlen Farbedelsteins und den kosmopolitisch luxuriösen Lebensstil seiner Trägerin verinnerlicht sehen. Entstanden ist nach zahlreichen Handskizzen eine bezaubernde Kollektion. Der irisierend, aber unverfälscht natürlich leuchtende Farbedelstein wurde als Anhänger in ein feines Goldband mit an die zweihundert Diamanten gelegt, welches sich rund um ihn schlingt und seine ursprünglichen Rundungen aufnimmt. Ein besonderes Designmerkmal sind die beiden Gesichter des Anhängers: Das Unikat hat zwei Seiten mit unterschiedlichen Formen und wird entsprechend kunstvoll umschlungen. Das macht aus ihm nahezu zwei verschiedene Kreationen. Präsentiert werden die luxuriösen Eye-Catcher an einer aussergewöhnlich langen Kette, welche ebenfalls mit denselben naturpolierten Farbedelsteinen und Diamanten geschmückt ist und sowohl lang als auch doppelt geschlungen kurz getragen werden kann. www.bucherer.com

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The dress watch A watch to dress up? Die Dresswatch unterscheidet sich in vielem von «normalen» Uhren – dies nicht zuletzt, weil sie einem oft so schlicht erscheint, dass der eigene Charakter dieser Uhr schlichtweg untergeht.

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von Alexander Triebold

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rst auf den zweiten Blick erkennt das menschliche Auge die zeitlose Form dieser Uhr, was so durchaus ihrem Zweck entspricht. Denn die Dresswatch trägt man vornehmlich zu einem Anzug (daher auch das Wort Dress) – in früheren Zeiten sogar nur zum Smoking, dem Tuxedo oder einem dunklen Anzug.

Wen schert schon die genaue Uhrzeit? Die Dresswatch etablierte sich zuerst in den Goldenen Zwanzigerjahren, jener Zeit der späteren Belle Époque, deren rauschende Parties und grosszügige Soirées in manchen Romanen von Somerset Maugham verewigt wurden. Es war die Zeit, als grosse Reichtümer neue Besitzer fanden und Stil als Eigenschaft zum Erfolg beitragen konnte. Die Angabe der Zeit stilisierte sich in dieser Zeit zur fast exklusivsten Nebensächlichkeit der Welt, indem man(n) sich auf die Angabe der Stunden und Minuten beschränkte und allenfalls noch durch die Gangreserve darauf hingewiesen wurde, ob die angegebene Zeit auch aktuell war oder die Uhr allenfalls aufgezogen werden musste. Nachvollziehbar! Denn wer wird in charmanter weiblicher Begleitung um drei Uhr morgens, beim Tanzen im Mondschein, gleich auf die Uhr schauen? Die Angabe der Zeit durfte höchstens zur Beruhigung der weiblichen Begleitung dienen: «Es ist so zwischen drei und vier Uhr morgens – es dauert noch etwas bis zum Sonnenaufgang», so ähnlich dürfte die lakonische Antwort eines Gentleman auf die Frage nach der Uhrzeit gelautet haben.

Vorreiter Breguet Die charakteristischen Merkmale einer Dresswatch sind nicht einfach zu beschreiben, da, wie erwähnt, diese Uhren in schlichtem – auch zeitlosem – Design gehalten sind. Sie sind in der Form der Gehäuse eher fein mit betonenden Linien um die Lunette, so nennt der Fachmann den Rand, der das Glas mit dem Gehäuse vereint, welche dem Cadran – so der Fachausdruck für das Zifferblatt – den betonenden Charakter verleihen. Vorreiter dieser Art von Uhren ist die Manufaktur von Breguet – gegründet 1775 von einem Schweizer aus dem Jura, der es in Paris zu grossem Ansehen und Weltruhm brachte. Zahlreiche Patente zeugen von der Genialität dieses Geistes und leben in den heutigen Uhren von Breguet weiter. Getragen und geschätzt wurden die Zeitmesser von berühmten Personen wie Zar Nikolaus II., Winston Churchill – bekannte Autoren und Künstler nannten einen der Zeitmesser von Breguet ihr Eigen. Neben den traditionellen Uhrenmarken folgten auch namhafte Juweliere dem Trend der Dresswatch: Cartier, Van Cleef & Arpels, Tiffany sowie die englischen Hofjuweliere Asprey und Garrard's begannen ihre Kollektionen zu erweitern und neben geschmeidigen Juwelen auch noch hochwertige Zeitmesser für den Herrn anzubieten. Dafür gingen diese oft Kooperationen mit Uhrenmanufakturen ein, welche ihnen die Werke lieferten. Beispielhaft war die Zusammenarbeit von Cartier mit Jaeger-LeCoultre, von Tiffany mit Patek Philippe etc.

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The pedal next to the brake or a component in a chronograph watch?

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The Foundation’s Partners : A. Lange & Söhne | Audemars Piguet | Baume & Mercier | Bovet | Cartier | Chanel | Chopard | Corum | Fédération de l’industrie horlogère suisse | Girard-Perregaux | Greubel Forsey | Harry Winston | Hermès | Hublot | IWC | Jaeger-LeCoultre | JeanRichard | Montblanc | Musée d’art et d’histoire de Genève | Musée d’Horlogerie Beyer, Zürich | Musée d’horlogerie du Locle, Château-des-Monts | Musée international d’horlogerie, La Chaux-de-Fonds | Panerai | Parmigiani | Perrelet | Piaget | Richard Mille | Roger Dubuis | TAG Heuer | Vacheron Constantin | Van Cleef & Arpels | Zenith


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«Black Tie»-Begleiter Gestalterisch unterschieden sich die Uhren der Juweliere gegenüber denjenigen aus der Manufaktur oft durch den feinen Edelsteinbesatz, der vielfach in symmetrischen Linien am Gehäuse und an der Lunette angebracht wurde. Dieses Ornament verriet den in den 20er Jahren so beliebten Art-déco-Stil, der sich in der Architektur wie auch in der bildenden Kunst als eigene Stilrichtung etablierte. Charakteristisch war die schlichte, geometrische Formgebung, die der Betrachter im Spiegelbild wiedererkannte. Als Metall diente Platin. Das zu jener Zeit exklusivste, aber auch schwierigste aller Metalle stellte die Hersteller von Uhren vor ganz neue Herausforderungen. Die Dresswatch wurde als Accessoire für den Abend entdeckt, und in den Nachkriegsjahren gelangte dieser Uhrentyp zum «must have» für jeden Gentleman, der in nobler Gesellschaft verkehrte. Für ein Dinner in Cocktail-Kleid und «Black Tie» war es absolut nötig, sich auch für den Abend mit passender Uhr am Handgelenk zu präsentieren – und nicht etwa mit der Uhr, welche man vorher beim Golf oder Polo trug. Als jedoch für Männer die Mode der Manschettenknöpfe aufkam, änderten sich auch die Formen der Uhren. Um nicht an der Hemd-Manschette hängen zu bleiben, wurden die Uhren flacher: Audemars Piguet, Vacheron Constantin, Patek Philippe und andere, auch weit weniger bekannte Marken begannen in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts solche Uhren herzustellen. Bald nach dem Krieg kam in den angelsächsischen Ländern die Mode auf, die Uhren auf dem Gehäuseboden zu gravieren, welche so zum perfekten Geschenk für illustre Persönlichkeiten wurden. Besonders der amerikanische Markt trug den flachen Uhren Rechnung. Die Absatzzahlen dieser Uhren vervielfachten sich und die Serien wurden immer grösser. An zahlreichen CharityVeranstaltungen trug man diesen Uhrentyp, selbst Präsident Roosevelt präsentierte sich mit einer «Venus» am Handgelenk. John F. Kennedy und andere taten es ihm gleich. Die Dress-

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watch avancierte zum Objekt der Begierde – ihre Träger waren Botschafter des gehobenen Lebensstils und bewegten sich in höheren Kreisen. Mit der Zeit veränderte sich die Uhr: Das flache Uhrwerk, das bisher mit Handaufzug in Bewegung gesetzt wurde, versah nun seinen Dienst mit Hilfe eines Rotors – auch Schwungmasse genannt – ,den man entsprechend flach konzipierte, so dass das Werk auch nur einige Millimeter an Höhe benötigte. Die Kreationen wurden immer raffinierter: Uhrengehäuse und Manschettenknöpfe wurden nun als Krönung in Form und Farbe aufeinander abgestimmt. Einige Manufakturen besannen sich in den 60er/70er Jahren auf ihre Vergangenheit: Patek Philippe lancierte ihre «Calatrava» neu – eine an Schlichtheit unübertroffene runde Form, deren Ursprung ins Jahr 1936 datiert. Aus dem gleichen Haus stammt die «blaue Ellipse», auf Französisch «Ellipse bleue» genannt, hergeleitet aus der gleichnamigen geometrischen Form aus der Antike.

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Phantasievolle Formgebung Als sich das Nachtleben demokratisierte und sich blaublütige Sprösslinge mit Angehörigen des Geldadels gemeinsam in Diskotheken zu vergnügen begannen, änderte sich auch der Stil der Dresswatch. In den sechziger Jahren begannen die Hersteller phantasievolle Gehäuseformen in die Konzeptionen einfliessen zu lassen. Dadurch gelang es dem Träger, seine Begleitung mit speziellen Merkmalen zu beeindrucken. Salvador Dalí – Krösus der Surrealisten – liess beispielsweise verschiedene seiner gemalten Uhren herstellen. Dadurch entstanden Uhrformen wie die Uhr, welche zur Hälfte über die Tischkante fällt und wegen des daraus resultierenden 90-Grad-Winkels zum Zeitablesen und am Arm eines rational denkenden Menschen absolut unbrauchbar war. Circa zehn bis fünfzehn Jahre später – die legendären Zeiten von Jackie Onassis im «Saint-Germain» waren passé – präsentierte die Firma CORUM eine Uhr, welche in ihrer Art ganz neue

Massstäbe setzte: In einer Art Zusammenarbeit mit Rolls-Royce Motor Cars beschloss man, die weltbekannte Form des Kühlergrills in einer Uhrenform aus 18 Karat Gold zu verewigen. Ob diese Uhr je ihren Erfolg hatte, kann heute nicht mehr genau gesagt werden. Fest steht jedoch, dass diese Uhr in ihrer Art sicher beispiellos polarisierte: Einerseits suggeriert sie der Umwelt, der Träger sei ebenfalls Besitzer eines gleichnamigen Fahrzeugs, oder jemand kauft sich diese Uhr, ohne einen Rolls-Royce sein Eigen zu nennen. In beiden Fällen bewirkt aber schon allein das Tragen einer solchen Uhr ein ambivalentes Gefühl zum Besitzer. Die Uhr fand dadurch ihre Kunden in der Schickeria. Wem Sportuhren eher zu schwer oder zu wichtig erscheinen, dem wird mit einer Dresswatch geholfen. Sie vereint überaus elitäre Ansprüche an ihr Äusseres (Fläche, Grösse etc.) und wird deshalb vom Träger auch nicht als Hindernis am Handgelenk empfunden. Bereits Anfang der sechziger Jahre wurde die Dresswatch deswegen auch tagsüber getragen. Was früher Filmstars und Präsidenten waren, sind nun Manager, Anwälte und Bankiers: Berufsleute mit besonders diskretem Erscheinungsbild sind noch heute grosse Anhänger der Dresswatch. Deshalb erstaunt der Erfolg der Marke Blancpain nicht so sehr, hat diese Marke doch schon früh nach der Übernahme der Marke durch Jean-Claude Biver (dem heutigen CEO von HUBLOT) ihre Anhänger gefunden. Ob im Bankenviertel von London oder in der Anwaltskanzlei an der 5th Ave / on the Park – die Dresswatch von Blancpain gehörte in den achtziger Jahren zum Accessoire des Mannes.

«Wem Sportuhren eher zu schwer oder zu wichtig erscheinen, dem wird mit einer Dresswatch geholfen.»

Das passende Armband Eine Dresswatch trägt man(n) mit Lederarmband in den Farben Schwarz oder Braun – aber auf keinen Fall zu hell. Das dunkle Band bietet den optimalen visuellen Kontrast und verfeinert die Linien und Kanten der Uhr. Das Band unterstreicht so zusammen mit dem Anzug die Persönlichkeit und vollzieht den (kleinen) Unterschied.

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Juwelen, Bahnhofstrasse 33, 8001 Z端rich, Tel. 044 221 27 27, www.meister.ch


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Vom Hotelzimmer auf die Gästeliste Partytime rund um den Globus! von Yvonne Beck

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esign Hotels™ mit pulsierendem Nachtleben: Hier feiern Hotelgäste mit der lokalen Szene Schulter an Schulter und erspüren ungefiltert den Puls der Stadt. Diese Häuser verschaffen Gästen Zutritt zu Orten, an denen sich sonst nur echte New Yorker, Berliner oder Hamburger tummeln. Im Herzen von Manhattan liegt das Gramercy Park Hotel mit seiner legendären Dachterrasse und den zwei Bars, in der New Yorker Society auf internationales Publikum trifft. Auf der Sonneninsel Mallorca lockt der neue

Private Wing im «Puro Oasis Urbano» Gäste bevorzugt gruppenweise an. Gefeiert wird am liebsten auf der eigenen Dachterrasse mit Jacuzzi, ganz privat versteht sich. Mitten in Berlin-Mitte tanzt das Berliner In-Volk in der alpin angehauchten «The Lodge», der neuen Bar der Macher von «The Weinmeister Berlin-Mitte» und «Lux 11». Gleiches gilt für Hamburgs East Hotel, das gleich mit vier angesagten Locations zum Feiern aufwartet: «Venues Yakshis Bar», «Smirnoff Lounge», «Lounge Nº Ten» und «Uppereast».

East Hotel Hamburg Dieses stylische 127-Zimmer-Hotel von Stararchitekt Jordan Mozer aus Chicago ist im Backsteinbau einer ehemaligen Eisengiesserei untergebracht. Jede Nacht feiern Besucher und Hamburger ausgelassen in den vier verschiedenen Bars dieser Hamburger Instanz. Unter der Woche ist die «Yakshis Bar» mit einer Auswahl von über 250 Cocktails, Weinen, Spirituosen und Champagnern der perfekte Ort für After Work Drinks. Beliebte Locations für private Parties sind die im typischen Rot der Marke gehaltene «Smirnoff Lounge» oder die «Lounge Nº Ten» mit Ausblick (siehe links im Bild). Der «Uppereast Club» mit seinen 150 Quadratmeter grossen LED-Bildschirmen an Decken und Wänden ist der Ort zum Sehen und Gesehenwerden.

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Gramercy Park Hotel New York Mit seinen zwei Bars und der berühmten Dachgarten-Bar – bekannt durch etliche Promi- und Societyparties – ist das Gramercy Park Hotel ein Synonym für Stil, Klasse und Glamour. Die «Rose»- und «Jade»-Barsgelten als zwei der heissesten Spots New Yorks mit einer Historie, die bis in das goldene Zeitalter der Cocktailstunde zurückreicht. Kein Geringerer als Julian Schnabel entwarf diese gediegenen Bars, in denen Werke weltbekannter Künstler wie Andy Warhol, Damien Hirst und Jean-Michel Basquiat aushängen. Das Hotel lädt regelmässig einen ausgewählten Personenkreis aus Gästen und New Yorker Persönlichkeiten zu so genannten «Rose Bar Sessions» ein, um gemeinsam Kunst, Literatur, Musik, Mode und Genuss zu frönen. Für ein genussreiches Abendessen ist das Hotelrestaurant «Maialino» die erste Wahl, erinnert es doch mit seinem geschäftigen Ambiente an eine traditionelle römische Trattoria. Hoch her in doppeltem Sinne geht es anschliessend auf der Dachterrasse im 18. Stockwerk mit atemberaubendem Ausblick auf New York.

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Puro Oasis Urbano Palma de Mallorca Nicht umsonst haben so viele DJs, Künstler und sogar die spanische Königsfamilie einen Wohnsitz auf Mallorca. Mit seinem illustren Nachtleben macht Mallorca selbst der Partyinsel Ibiza Konkurrenz. Versteckt im historischen Zentrum von Palma de Mallorca lockt das «Opio Restaurant und Bar» allabendlich die Schönen der Nacht ins «Puro». Mit dem 2011 neu eröffneten privaten Flügel verdoppelt das «Puro Oasis Urbano» seine Zimmeranzahl und enthüllt grosszügige öffentliche Bereiche, wie zum Beispiel eine VIP-Area im «Opio Restaurant und Bar». Coolness trifft auf kosmopolitische Lässigkeit. Gäste wie Mallorquiner lieben den Sound internationaler DJs, die hier mehrmals die Woche auflegen. Gäste geniessen asiatisch-mediterrane Snacks und Cocktails entweder an der Bar, in der Lounge oder auf der Dachterrasse mit Mini-Pool, Daybeds und Kissenlandschaft. Zum Auffüllen der Akkus geht es am nächsten Tag in den hoteleigenen PuroBeach Club mit Pool, Spa, Lounge Restaurant und Panorama-Blick auf die Bucht von Palma.

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Lux 11 und The Weinmeister Berlin Ein Trip nach Berlin wäre nicht komplett ohne einen Abstecher in das legendäre Nachtleben der Hauptstadt. Eines der szenigsten Viertel Europas ist der pulsierende Modebezirk in Mitte. Hier liegt auch «The Lodge», die Bar des «Lux 11 Hotels» – wo sich Fashionistas, Musiker und Clubgänger die Klinke in die Hand geben. Mit der urban-rustikalen Einrichtung aus Stein, Holz und einem offenen Feuer vermittelt es das Flair einer alpinen Lounge inmitten der Grossstadt. Frisch renoviert präsentiert sich die Bar als Treffpunkt für Berliner Szenegänger und internationale Trendset-

ter auf der Jagd nach einem klassischen oder experimentellen Drink vom Hausbarkeeper. «The Lodge» ist das neueste Projekt der Macher hinter der «Schwarz Bar» im nahen «The Weinmeister Hotel». Die auf Schnaps spezialisierte Bar, benannt nach der deutschen Schauspielerin Jessica Schwarz, ist auch der einzige Ort, an dem der familieneigene Kräuterlikör «Schwarz» ausgeschenkt wird. Die Bar ist 24 Stunden lang geöffnet, so dass Nachtschwärmer rund um die Uhr in den Genuss eines herzhaften Frühstücks nach einer langen Nacht kommen. www.designhotels.com

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Luxus pur und Inselzauber Sainte Anne – die Insel der Träume

Erholsame Tage inmitten eines ganz aussergewöhnlichen Inselzaubers. Die einzigen Fussspuren, die auf den makellosen, mit Granitfelsen gesprenkelten Stränden zu entdecken sind, sind die eigenen. Eine solche Szenerie verlangt auch nach der passenden Traumunterkunft.

D von Yvonne Beck

as «Sainte Anne Resort & Spa» ist zweifellos eines der edelsten Hotels in den Seychellen, welches sich nahtlos in die Natur einfügt.Gelegen auf einer 220 Hektar grossen Insel im Indischen Ozean, im Herzen eines einzigartigen Marineparks und nur einen 10-minütigen Bootstrip von Mahé entfernt, liegt der spektakuläre Naturhafen des «Sainte Anne Resort & Spa». Die üppigen Gärten sind mit farbenfrohen Frangipani-Bäumen, HibiskusSträuchern und Bougainvilleas geschmückt. In der Hotelanlage, die nur ein Viertel der Insel belegt, sind die Gäste in privaten Villen untergebracht. Bekannt für exzellenten Service und Gastronomie, hat das Hotel insgesamt fünf Restaurants, darunter drei Strandrestaurants. In allen wird erstklassige Küche geboten, die den Urlaubsgenuss in den Seychellen noch verstärkt. Wanderwege ermöglichen Gästen auf der Suche nach den seltenen Coco-deMer-Palmen die vielen verschiedenen Facetten von Sainte Anne kennenzulernen.

Für zusätzlichen Komfort sind Lounge und Schlafzimmer getrennt. Sie warten mit einem Pool auf, der von einer grosszügigen Holzterrasse und einem üppigen Privatgarten umgeben ist. Die spektakulärste Unterkunft im «Sainte Anne Resort» ist die Royal Villa. Sie thront auf einem Granitfelsen und bietet einen herrlichen Ausblick auf Sainte Anne und die gegenüberliegende Insel Mahé. Als private Residenz verfügt die Royal Villa über drei Schlafzimmer, die sich um eine grosse Lounge gruppieren, eine voll ausgestattete Küche und ein grosszügiges Wohnzimmer.

Entspannung und Gaumengenüsse

Sainte Anne – die Insel der Träume und Sinnesfreuden

Inmitten üppiger Gärten mit farbenprächtigen Blumen heisst das Clarins-Spa in friedlicher Atmosphäre seine Gäste willkommen. Hier wird jeder Stress gemindert. Das Spa, das an eine tropische Oase erinnert, bietet das perfekte Umfeld für das ganz persönliche Verwöhnerlebnis. Fünf einzelne Massageräume, zwei Doppelmassageräume, verschiedene Räume für Ayurveda, Yoga und Stretching oder Balneotherapie stehen den Gästen ebenso zur Verfügung wie zwei Hamams oder Saunen.

Natur spielt hier die Hauptrolle und umgibt jede der 87 luxuriösen Villen, von denen 29 mit privaten Pools ausgestattet sind. Holztöne und helle Farben spiegeln die tropische Eleganz des Resorts wider. Alle Villen verfügen über einen eigenen Gazebo und eine Open-Air-Dusche. Der kleine Pavillon im eigenen Garten ist perfekt für Entspannung unter freiem Himmel oder ein romantisches tête-à-tête geeignet. Alle Villen haben Fahrräder für Erwachsene und Kinder, die den Gästen während des gesamten Aufenthaltes zur Verfügung stehen. Die großen Senior-Pool- oder PresidentialVillen liegen an traumhafter Lage am Strand.

Das Resort verfügt auch über ein Sport- und Freizeitcenter. Im kristallklaren Wasser des Naturparks wartet ein farbenprächtiges Unterwasserreich darauf, entdeckt zu werden. Die Unterwasserwelt voller Farben, Formen und Lichtspielereien bezaubert mit unzähligen Fischarten vor einem faszinierenden Hintergrund mit spektakulären Korallen, Seeanemonen und exotischen Algen. Ausgehend vom Sportcenter laden drei verschiedene Trekking-Wege ein, die vielen Facetten der Insel Sainte Anne unter Anleitung ausgebildeter Führer zu entdecken.

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Senior Pool Villa

Le Robinson

Spa

Strand

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Mit seinem verdienten Ruf, die beste Küche in den Seychellen zu präsentieren, bietet das «Sainte Anne Resort & Spa» eine Auswahl Restaurants, die sich in die spektakuläre Natur der Insel einfügen. «L’Abondance», das Hauptrestaurant inmitten glitzernder Teiche, wirkt wie eine «Insel auf der Insel». Hier warten sowohl Themenabende als auch internationale Buffets oder das «Chefmenü» auf die Gäste. Das Strandrestaurant «L’Océane» besteht aus einer Reihe strohgedeckter Pavillons und serviert gegrillten Fisch, frische Meeresfrüchte und kreolische Küche. Das Feinschmeckerrestaurant «Le Mont Fleuri»mit Blick aufs Meer bietet entweder ein Halbpensionsmenü oder «A la Carte»Gerichte an. Von spektakulären Granitfelsen und TakamakaBäumen eingerahmt, erinnert das «Le Robinson»-Restaurant an ein Piratenversteck und liegt direkt am Strand. Zum Mittagessen lädt die «Takamaka Beach Bar» ein.

Das «All Inclusive Island Package» Das «Sainte Anne Resort & Spa» in den Seychellen bietet ein neues Verpflegungskonzept für seine Gäste: das so genannte «All Inclusive Island Package». Seit dem 1. November ist das «Sainte Anne Resort & Spa» der Beachcomber-Hotelgruppe ein reines «Fully Inclusive Resort». Für Hotelgäste bedeutet das neue Konzept eine unbegrenzte Auswahl in den Hotelrestaurants und -bars mit raffinierten Buffets oder A la Carte Dining und einer Reihe internationaler Spirituosen, inklusive Champagner. Neben den Hauptmahlzeiten in den verschiedenen Restaurants werden zusätzlich täglich von 15 bis 17 Uhr an der Bar Snacks sowie Kuchen und Gebäck angeboten, und auch die Minibar wird täglich mit einer Vielzahl an Snacks und Getränken gefüllt. Für Service am Pool oder an der Strandbar fallen ebenfalls keine Extrakosten an. Weitere Zusatzleistungen, die bereits vor der Einführung des «All Inclusive Island Packages» inklusive waren, bleiben nach wie vor kostenfrei. So sind beispielsweise das Shuttleboot von und nach Mahé, Fahrräder und eine Reihe von Land- und Wassersportangeboten gebührenfrei. www.sainteanne-resort.com

Let’s go Tours – Der Spezialist für den Indischen Ozean Seit 17 Jahren spezialisiert sich Let’s go Tours auf die Inseln des Indischen Ozeans. Als einer der wenigen noch unabhängigen, besitzergeführten Reiseveranstalter in der Schweiz versteht es Let’s go Tours immer wieder, mit neuen Ideen und Trends Massstäbe zu setzen. Die erstklassige Servicequalität belohnt der Markt seit Jahren mit der Auszeichnung des Goldenen Travel Stars als bester Veranstalter für den Indischen Ozean. Bei Let’s go Tours finden Sie ein ausgesuchtes und breites Angebot zu den Seychellen und weiteren Trouvaillen des Indischen Ozeans, Arabien und Afrika. www.letsgo.ch L'Abondance

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Berlin Die Hauptstadt der Künstler

© dev.guyhepner.com

Wenn es um Kreativität geht, kann es Berlin mit jeder anderen Metropole der Welt aufnehmen. Nirgendwo sonst entsteht aufregendere Kunst oder kommt radikaleres Theater auf die Bühne.

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«Berlin ist arm, aber sexy!»

B von Yvonne Beck

erlin ist die Stadt der Lebenskünstler und Künstler. Der Übergang ist dabei oft fliessend: Fest steht jedoch, dass mehr als 6000 professionelle Künstlerinnen und Künstler in der Hauptstadt Deutschlands malen, bildhauern und performen. Ob illegale Street Art, raumgreifende Installationen, provokante Aktionskunst oder Gemälde mit schnellem Strich – in Berlin gibt es alles. In den vergangenen Jahren ist die Hauptstadt zu einem Mekka der zeitgenössischen Kunst geworden. Die Stadt ist inspirierend für Künstler und aufgrund der günstigen Lebenshaltungskosten sehr beliebt bei Kunstschaffenden aus der ganzen Welt. Hier entsteht die junge Kunst von heute, die vielleicht schon morgen in die grossen Sammlungen aufgenommen wird. Starkünstler wie Olafur Eliasson und Thomas Demand leben in Berlin, Otto Dix und Max Beckmann fingen das Gesicht der Stadt früher ein. Für viele ist Berlin das New York der 80er-Jahre. Hier werden Trends geprägt, wird experimentiert und mutig in jede Nische gesprungen. Wie schon der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sagte: «Berlin ist arm, aber sexy!»

aufzubrechen. Einmal im Monat findet ein Salon statt, zu dem neben bildenden Künstlern auch Schriftsteller oder Politiker eingeladen werden. Eine weitere Kulturstätte ist das Kunsthaus in der Oranienburger Strasse in den Ruinen eines ehemaligen Kaufhauses. Das Gebäude war Teil einer Passage, die von 1907 bis 1909 erbaut wurde. Das prachtvoll gestaltete Warenhaus war einer der letzten grossen Passagenbauten Europas. 1943 wurde es von Bomben getroffen und schwer beschädigt, sodass es Anfang der 80er-Jahre zum Teil gesprengt wurde. Die Künstlerinitiative Tacheles besetzte die Ruine 1990 und schaffte es, dass sie unter Denkmalschutz gestellt wurde. Das Gebäude ist ein beliebtes Fotomotiv für Touristen, die den immer mehr der Vergangenheit angehörenden RuinenCharme Berlins dokumentieren wollen. Im Tacheles können Werke zeitgenössischer Künstler betrachtet werden. Zudem bietet es einem Forum der experimentellen Theaterszene und 20 Ateliers und Werkstätten ein Zuhause.

Kreativmetropole mit Schuss Künstlerkommunen Künstler sind Egomanen – soweit das Klischee. Und wie alle Klischees wurzelt es in der Wirklichkeit. Doch auch die grössten Egos sind nicht immer als Einzelkämpfer unterwegs. An vielen Stellen in der Stadt haben sich Atelierhäuser und Gemeinschaften gegründet, denn Zusammenarbeiten bringt Synergieeffekte. Nützlicher Nebeneffekt für Kunst-Fans: Oft gibt es Tage der offenen Tür, an denen man durch die Ateliers streifen kann. Neben Berlin Mitte ist Charlottenburg heute eins der Zentren der Berliner Galerienszene. Rund dreissig Galerien ballen sich zwischen Mommsenstrasse, Kurfürstendamm und Fasanenstrasse. Kunsthandwerk und Kunsthandel haben in diesem Viertel eine lange Tradition. Zuzüge aus anderen Städten wie München und Köln beleben die Szene. An der Potsdamer Strasse liegt ein Hort der Kunst: das «Freie Museum Berlin». Eine Gruppe Kunstschaffender hat das Haus im Juli 2009 in Eigeninitiative eröffnet: In einer alten Fabrik aus dem 19. Jahrhundert sind auf 1300 Quadratmetern Atelier-, Archiv- und Ausstellungsräume entstanden. Den Machern geht es darum, die klassischen Grenzen zwischen Künstler, Kurator und Galeristen

Das Tacheles ist ein Sinnbild der Stadt Berlin. Aus einer zum Abriss freigegebenen Ruine entstand hier ein Ort der Kreativität. Doch nicht nur Maler und Bildhauer fühlen sich in Berlin pudelwohl, auch das literarische Leben der Stadt war schon immer vielfältig und bewegt. So wohnen heute Hunderte Literaten in der Stadt – vom völlig unbekannten Surf-Poeten aus der Off-Szene bis zum etablierten Nobelpreisträger. Seit dem Mauerfall strömen immer mehr erfolgreiche Künstler aus allen Teilen der Welt nach Berlin. Die meisten kommen, weil die anderen schon da sind. Stars der Szene wie Thomas Demand, Angela Bulloch oder Ann-Sofi Siden. Sie kombinieren niedrige Lebenshaltungskosten mit reichlich Raum und Zeit für die eigene Arbeit. Denn genau dafür liefert Berlin die idealen Voraussetzungen. Langweilig wird es in dieser Stadt nie. Eher gilt das Motto: «Wer die Wahl hat, hat die Qual.» Rund 180 Museen, zahlreiche Galerien, hochkarätige Ausstellungen und renommierte Auktionshäuser: Berlin ist ein Paradies für die Kunst. Die Berliner Museumslandschaft ist so lebendig wie Berlin selbst: Neue Museen entstehen, historische Häuser werden meisterhaft saniert und Sammlungen erhalten ein zeitgemässes Gesicht unter neuem Dach.

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East side gallery Gratis-Kunstgenuss Kunst im öffentlichen Raum in Berlin ist so vielfältig wie die Stadt selbst: Temporäre Installationen, drop sculptures, Denkzeichen oder Konzeptkunst machen Berlin zu einer sich ständig wandelnden Open-Air-Galerie – und das Beste: Der Rundgang ist absolut gratis! Einige dieser Kunstwerke sind zu Berliner Wahrzeichen geworden, wie die gerade erst von den Künstlern wieder frisch bemalte East Side Gallery oder auch die riesigen Molecule Men an den «Treptowers» in der Spree. Andere wollen mit wachen Augen entdeckt werden. So wie die glänzende blaue Skulptur auf dem Marlene-Dietrich-Platz. Sie erinnert an die Luftballons, die sich durch Verknoten und Drehen zu eigenartigen Gebilden formen lassen. Eindeutig erkennt man an der Skulptur «Balloon Flower» die Handschrift des amerikanischen Künstlers Jeff Koons. Die Plastik gehört zu einer Reihe von weiteren Kunstwerken internationaler Künstler auf dem Potsdamer Platz aus der Daimler Kunst Sammlung, darunter Jean Tinguely, François Morellet, Nam June Paik, Mark di Suvero, Keith Haring, Auke de Vries und Robert Rauschenberg. Alle Skulpturen wurden bewusst für die Aufstellung auf öffentlichen Plätzen entworfen. Für öffentliche Kunst im Ostteil der Stadt steht unter anderem ein Trabant, der dank geschickter Maltechnik scheinbar den Beton durchbricht. Honecker und Breschnew beim sozialistischen Bruderkuss – mit der East Side Gallery wurde ein Stück der Berliner Mauer zur längsten Open-Air-Galerie der Welt. Die Kunstmeile am Spreeufer in Friedrichshain ist mit 1316 Metern gleichzeitig der längste zusammenhängende Mauerabschnitt, der noch steht. Gleich nach dem Mauerfall wurde die East Side Gallery von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemalt. Die Künstler kommentierten in gut hundert Gemälden auf der ehemaligen Ostseite der Mauer mit den unterschiedlichsten künstlerischen Mitteln die politischen Veränderungen der Jahre 1989/90. Im Laufe der Jahre waren viele Bilder der East Side Gallery stark verwittert. 2009 wurden 40 dieser angegriffenen Bilder restauriert.

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Street art

Strassenkunst Eine ganz besonders in Berlin ausgeprägte Kunstgattung in der deutschen Hauptstadt ist die sogenannte «Street Art». Längst haben sich die Stars der Szene auch international einen Namen gemacht: Ihre Leinwände sind Fassaden und Hauseingänge, Mauern und ganze Gebäude. In und um die Rosenthaler Strasse in Berlin Mitte, dem Szeneviertel der Stadt, findet man jede Menge Street Art, von diversen Künstlern und in verschiedenen Styles. Von sogenannten «Cut-Outs, Postal- und Marker-Stickern» bis zu gesprühten wie Graffiti oder Stencils, die einfach überall, wo es einigermassen möglich ist, aufgeklebt oder auch aufgesprüht werden. Hier findet man auch Werke von dem bekannten britischen Artist Banksy (siehe Seite 217, «Der Blumenwerfer») oder auch von der Gruppe The London Police. In Kreuzberg finden sich StreetArt-Werke nicht ganz so oft wie in Mitte, daher muss man schon etwas genauer hinschauen, aber es lohnt sich, mal die Oranienstrasse und die Adalbertstrasse auf und ab zu gehen. Denn das Besondere liegt oft im Verborgenen. Gerade deshalb sind sich Künstler, Kunstliebhaber, Berliner, Zugereiste und Touristen einig und singen gemeinsam ein Loblied auf diese Stadt.

Mein Milljöh Als Heinrich Zille um 1900 in der Reichshauptstadt seine Karriere als Zeichner startete, waren die Meinungen über den neuen Stern am Satire-Himmel geteilt. Die Vertreter und Nutzniesser des offiziellen Kunstgeschmacks à la Wilhelm II. rümpften die Nasen, sprachen von Abschaum und Gosse. Und zitierten ihren kaiserlichen Herrn und Auftraggeber, der die damals nicht mehr zu stoppende sozialkritische Moderne als «Rinnsteinkunst» verteufelte und forderte, Kunst möge erheben und nicht herabziehen, schliesslich gebe es schon genug Elend. Zwischen Wedding und Kreuzberg, «zweeter Ufjang, vierta Hof/ wohnen deine Leute». Mit diesen Zeilen umreisst Kurt Tucholsky 1929 das Wirkungsfeld Heinrich Zilles, der in seinen Arbeiten so treffend wie kaum ein Zweiter Leben und Elend der Berliner Grossstadtbewohner darstellte – das sogenannte «Milljöh». Doch Heinrich Zille, der für Zeitschriften wie «Jugend» und «Simplicissimus» arbeitete, entdeckte noch im schlimmsten Elend einen Lichtstrahl, in der dunkelsten Hinterhofecke eine mickrige Blume. Allerdings: Seine Bilder gingen nie so weit, die Herrschaftsverhältnisse und insbesondere das autoritäre Gehabe Wilhelms II. direkt anzugreifen.

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Hawaii

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Willkommen! E komo mai!

Aloah im Paradies Hawaii ist viel zu schade für einen reinen Badeurlaub. Die Inseln strotzen vor Naturschönheiten. Hier herrliche Strände, sehr trocken, mit wüstenartiger Vegetation und dort, keine zwanzig Kilometer davon entfernt, Regenwald sowie der regenreichste Punkt der Erde. Während bei fast garantiertem Sonnenschein Badetouristen in der Sonne braten und auf Surfer blicken, fahren 4000 Meter höher ein paar Unverbesserliche Ski, während wiederum am anderen Ende der Insel die flüssige Lava brodelt, dampft und spritzt.

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Vom Fischerdorf zur Tourismushochburg Bevor die ersten Europäer nach Hawaii kamen, war Waikiki ein verträumtes kleines Dorf an einer herrlichen, fisch- und korallenreichen Lagune. Bereits damals sollen einige Häuptlinge Hawaiis hier Urlaub gemacht haben. Nachdem auch reiche weisse Händler und Plantagenbesitzer die Bucht als Urlaubsdomizil auserkoren hatten, wurde im Jahre 1901 mit dem «Moana» das erste Hotel am Strand von Waikiki eröffnet. Heute ist dieser Stadtteil das touristische Zentrum Honolulus, ja sogar von ganz Hawaii. Er ist nicht besonders schön, aber durch das ständig pulsierende Leben auf den Strassen durchaus attraktiv.

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Götterverehrung Die ersten Bewohner Hawaiis kamen vor über eintausend Jahren von Polynesien nach Hawaii und brachten ihre religiösen und spirituellen Überzeugungen mit. In der alten hawaiianischen Kultur hatten die Götter, das «aina», das Land, und die «kanaka», die Menschen, eine symbiotische Existenz. TikiFiguren wurden geschnitzt, um das Bild eines bestimmten Gottes darzustellen, und als eine Verkörperlichung der speziellen Kraft, der «mana», dieses Gottes. Mit wohlgeformten Tikis konnten sich die Menschen vor Schaden schützen, ihre Kräfte zu Kriegszeiten stärken und mit einer reichen Ernte gesegnet werden.

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Das heilige Wasser der Wailua Falls Wie andere spektakuläre Orte auf Kauai werden auch die Wailua Falls oft als Drehort verwendet. Sie sind in dem Vorspann der Fernsehserie «Fantasy Island» zu sehen und waren einer der Drehorte des Films «Meuterei auf der Bounty». Mit einem Besuch der nördlich von Lihue gelegenen Wasserfälle verlässt man die ausgetretenen Touristenpfade. Die am südlichen Ende des Wailua River gelegenen Doppelwasserfälle sind gut 25 Meter hoch und stürzen in einen runden Pool mit grün überwucherten Felswänden. In früheren Zeiten sind Krieger die Fälle heruntergesprungen, um ihre Tapferkeit unter Beweis zu stellen.

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Surfing Der früheste schriftliche Bericht über das Surfing (auf Hawaiisch «hee nalu») stammt von Lieutenant James King aus dem Jahr 1779, nur einige Monate nach Captain Cooks Tod. Er beschrieb, wie gebürtige Hawaiianer auf einer Holzplanke auf den Wellen in der Kealakekua Bay auf Hawaiis Big Island ritten. Hawaii ist auch der Geburtsort des Big Wave Surfings. In den 1950er Jahren begannen die Surfer auf den mächtigen Winterwellen von Makaha an der Westküste von Oahu und der Waimea Bay an der North Shore zu reiten. Die Big-WaveSaison auf Hawaii findet ca. zwischen November und Februar an den Nordküsten von Hawaii statt.

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Erstklassige unterhaltung Und erlesene Kochkunst im Palazzo Colombino Die Temperaturen sinken, man schmiegt sich in weiche Decken, lauscht dem knisternden Geräusch aus dem Kamin und freut sich auf die so wunderbar traditionsreiche Zeit.

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von Yvonne Beck

eit über 10 Jahren, wird die so sinnliche Zeit auf atemberaubende Weise in dem Spiegelpalast auf der Rosentalanlage zelebriert. PALAZZO COLOMBINO ist Lust am Geniessen, Lachen, Staunen – einfach die Lust am Leben.

Für Auge, Ohr und Gaumen Im stilvollen Ambiente des nostalgischen Spiegelpalastes wird einem treuen Publikum ein Gesamtkunstwerk aus Show, Musik, Licht, exquisitem Essen, persönlichem Service und warmherzigem Ambiente präsentiert. Der beheizte Spiegelpalast mit warmem Holz, gemütlichen Nischen und flimmerndem Licht in den facettengeschliffenen Spiegeln – eine Atmosphäre wie in vergangenen Zeiten. Die Tische im Innenraum sind um die Bühne herum platziert. So ist man stets hautnah am Geschehen dabei.

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«Kulinarisches Variété für die magischen Momente des Lebens»

Die gemütlichen Nischen darum herum bieten einen umfassenden Überblick. Wunderbar abgestimmt, verschmelzen so sämtliche Sinne in ein rauschendes Fest. Die erlesenen Kochkünste des Star- und Chefkochs Peter Moser vom Restaurant «Les Quatre Saisons» bieten den über 200 Personen pro Abend exzellente Kochkunst auf höchstem Niveau. Auch in dieser Saison präsentiert er mit seinem Team ein Vier-Gang-Gourmet-Menu mit überraschender Zusammenstellung in höchster Qualität.

die das Publikum im intimen Rahmen des Spiegelpalastes hautnah miterleben kann. Eine Show zwischen traumhafter Poesie und turbulenter Rasanz. Zwischen den artistischen Höchstleistungen wird ein exquisites Vier-Gang-Gourmet-Menu von Sternekoch Peter Moser vom Restaurant «Les Quatre Saisons» serviert Bereits zum 11. Mal lädt Basels erfolgreichstes Gourmet- und Variététheater zu einem Abend voller Artistik, Comedy, Gesang und Gaumenfreuden ein.

Singende Kellner Herzstück des diesjährigen Programms im «Théâtre du Paradis», sind die «Singing Waiters». Absolut serviceorientiert und stimmgewaltig, kümmern sie sich nicht nur um das Wohl der Palazzogäste, sondern kredenzen zu den Kunstwerken aus der Küche auch Meisterwerke der Musikgeschichte und bestes Entertainment. Die Trennung zwischen Gast und Personal, zwischen Manege und Auditorium entschwindet – es entsteht eine einzigartige Atmosphäre zum Wohlfühlen. Künstler aus der ganzen Welt zeigen ihr Können und unterhalten mit ihren Darbietungen aus den Bereichen Akrobatik, Jonglage, Comedy, Schauspiel und Gesang. Die Künstler, viele davon Preisträger von internationalen Zirkusfestivals, haben speziell für Basel eine Show einstudiert,

PALAZZO COLOMBINO ist ein hautnahes Erlebnis mit Akrobaten, Magier, Clowns, Sänger und Schauspieler aus aller Herren Ländern und eine Reise in eine längst vergangene Zeit – in die Zeit des «Théâtre du Paradis». Willkommen Lebenslust und Sinnesfreude! Willkommen in der Welt der Fantasie und der Genüsse! Willkommen im PALAZZO!

Palazzo Colombino 27.11.–15.01.2012 Théâtre du Paradis Rosentalanlage Basel Weitere Informationen und Tickets gibt es unter: www.palazzocolombino.ch oder per Telefon unter 079 / 800 75 75

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«A Night at the Opera» Art on ice st. Moritz Art on Ice St. Moritz lädt am 17. Februar, zu einer Weltpremiere ein. Sarah Meier und Stéphane Lambiel und weitere der weltbesten Eiskunstläufer laufen zu Opern-Arien.

D von Yvonne Beck

as Ambiente von A NIGHT AT THE OPERA wird einmalig sein: Art on Ice findet in St. Moritz openair und by night auf dem gefrorenen See statt – unter dem Sternenhimmel des Engadins und inmitten imposanter Bündner Berge. Art on Ice St. Moritz 2012 ist aber nicht nur eine Weltpremiere, A NIGHT AT THE OPERA ist im erwähnten Konzept für alle Künstlerinnen und Künstler eine aussergewöhnliche Herausforderung. Bei Minustemperaturen von bis zu 20 Grad auf Weltklasseniveau Eis zu laufen und zu singen, erfordert eine herausragende Physis.

Star auf der Bühne Der Star auf der Bühne für A NIGHT AT THE OPERA ist Erkan Aki. Der 42-jährige Schweizer gilt als einer der besten Tenöre überhaupt. Demnächst ist Erkan Aki mit Sara Brightman auf Tournee und er sang im September 2010 bei der New Phaeton Launch Gala von VW als erster Künstler überhaupt im Palast des ruhevollen Alters, einem Bereich von Pekings Verbotener Stadt. Weiter werden zwei Sopranistinnen engagiert. Das Konzept von A NIGHT AT THE OPERA ähnelt einer Gala, welche im Oktober 2011 in der Arena von Verona stattfand. Mehr als 10 000 Besucherinnen und Besucher vor Ort waren begeistert, für Millionen wurde die Gala vom italienischen Fernsehen aufgezeichnet.

Stars auf dem Eis Neben Sarah Meier (Europameisterin 2011) und dem zweifachen Weltmeister Stéphane Lambiel laufen bei A NIGHT AT THE OPERA die dreimalige Europameisterin Carolina Kostner aus Italien, die Eistanz-Weltmeister von 2008, Isabelle Delobel und

Olivier Schoenfelder, die Silbergewinner der Weltmeisterschaften 2011, das russische Eiskunstlauf-Paar Tatiana Volosozhar und Maxim Trankov, und das beste Eistanz-Paar Italiens: Anna Cappellini und Luca Lanotte. Nach der Eislauf-Gala wird im geheizten VIP-Zelt auf dem See zu einem wärmenden Apéro und wunderbaren Dinner eingeladen, bevor Erkan Aki mit Crossover-Liedern und anschliessend ein DJ zur Party bitten werden. Art on Ice St. Moritz ist ein Event für einen auserlesenen Gästekreis von 550 Personen. Im VIP-Package, welches tischweise (10 Personen) und auch als Single-Angebot verkauft wird, sind das Ticket zur Show, Cocktails und Dinner, inklusive Getränke, Konzert, After Dinner Party, Parkplatz und das Veranstaltungsmagazin inbegriffen. Bei Fragen und für Bestellungen hilft Ihnen Tarzis Bono gern. Telefon: +41 (0)44 315 40 20, E-Mail: tarzis.bono@carre.ch.

Programm 18.00 Uhr: Eintreffen der Gäste auf dem St. Moritzersee und Begrüssungs-Cocktail in der Open-Air-Arena von Art on Ice 18.30 Uhr: Eis-Gala «A Night at the Opera» unter dem Sternenhimmel des Engadins 19.30 Uhr: Champagner-Cocktail im geheizten VIP-Zelt 20.00 Uhr: Dinner im VIP-Zelt 22.30 Uhr: Erkan Aki unterhält mit Pop-Classic-Songs im VIP-Zelt 23.30 Uhr: After Dinner Party mit DJ www.artonice.com

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© Payton Adams Photography

Tickets CH: 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. Festnetztarif) www.ticketcorner.ch Tickets D: 01805-570070 (0.14 € /Min., Mobilfunkpreise max. 0.42 € /Min.) www.eventim.de


EVENTS

Event, Prestige und Tradition White Turf St. Moritz 2012

Beim gesellschaftlichen Höhepunkt der Saison faszinieren trommelnde Hufe auf stiebendem Schnee nicht nur Pferdesportliebhaber. Neben den spannenden Flach- und Trabrennen findet das exklusivste Skikjöring-Rennen der Welt statt.

von Yvonne Beck

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ie Internationalen Pferderennen St. Moritz vereinigen sämtliche Reize der modernen Schweiz in puncto Lebensart, Innovation, Ambiente und Stil und zählen daher zum illustren Kreis der «Top Events of Switzerland».

wackelig auf Skiern und liessen sich von den unberittenen, im Galopp dahinpreschenden Tieren über die 9950 Meter lange Strecke ziehen. Und auch beim White Turf lassen sich tollkühne Fahrer auf Skiern von einem unberittenen Vollblutpferd bei Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h über eine 2700 Meter lange, knirschende Eisstrecke ziehen.

Galoppierende Hufe und tollkühne Fahrer Edle Vollblutpferde aus ganz Europa und internationale Jockeys begeistern während der Rennen alljährlich Gäste aus aller Welt. An drei Rennsonntagen im Februar strömen über 35 000 Zuschauer auf den zugefrorenen St. Moritzersee, um spannende Szenen und unterhaltsame Events vor einer grandiosen Kulisse, inmitten der Engadiner Bergwelt, zu verfolgen. Galopp- und Trabrennen wechseln sich im 30-Minuten-Takt ab, wobei die weltexklusiven Skikjöring-Rennen alljährlich zu den spektakulärsten Disziplinen zählen. Wer von der Geburtsstunde der Pferderennen auf Schnee in St. Moritz berichtet, bedient sich immer wieder Begriffen wie Tollkühnheit, Unerschrockenheit und Mut. Ganz schön verwegen seien sie gewesen, schon jene 13 Männer, die sich am 1. März 1906 mit Pferden auf dem St. Moritzer Postplatz versammelten und eine Wettfahrt nach Champfèr und wieder zurück in Angriff nahmen. Sie sassen nämlich nicht bequem in einem Schlitten, sondern standen

Glamourös und prestigeträchtig Mut, Kondition, Kraft und skifahrerisches Können entscheiden, wer über die drei Rennsonntage die meisten Punkte sammelt und sich für ein Jahr lang «König des Engadins» nennen darf. Mit Preisgeldern von rund 430 000 Franken übertrifft der White Turf alle im Schweizer Rennsport sonst üblichen Gewinnsummen. Neben der neuen Partnerschaft mit der Rennbahn Berlin-Hoppegarten wird die bereits seit einigen Jahren bestehende Kooperation mit den Pferderennen auf Mauritius auch in Zukunft weitergeführt. Die nächsten Rennsonntage finden am 5., 12. und 19. Februar 2012 in St. Moritz statt. Neben dem spannenden Pferdesport haben auch Showeinlagen, Kunst, Catering und Livemusik einen festen Platz auf dem zugefrorenen St. Moritzersee und erhöhen den Wert des White Turf als Gesamterlebnis. Besondere Unterstützung erfährt der White Turf dabei durch die beiden langjährigen Hauptsponsoren, Credit Suisse und BMW (Schweiz) AG, die aktiv den

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gesellschaftlichen Teil des Sportevents prägen – und überhaupt ermöglichen. Auf einer Fläche von 130 000 Quadratmetern gibt es neben der Pferderennbahn Tribünen mit 2500 Sitzplätzen, zahlreiche Ausstellungs- und Verpflegungsstände sowie eine elegante Zeltstadt auf dem See. Was gibt es Schöneres, als an einem herrlich klaren Wintertag unter der Sonne Graubündens den Pferderennen zuzuschauen, die sich auf dem Eis des St. Moritzersees packende Kämpfe liefern! Dazu einen Wettschein in der Hand zu halten, der die Spannung während des Rennens noch weiter verstärkt! Beim «eigenen Pferd» mitzufiebern, das dem Wettenden zumindest für die Dauer des Rennens «gehört» – und wenn es dann noch gewinnt, in grossen Jubel auszubrechen! Das Flachrennen der PRESTIGE Media AG findet am dritten Rennsonntag um 12.40 Uhr statt und ist mit 30000 Franken dotiert.

Termine: Sonntag, 5. Februar 2012 Sonntag, 12. Februar 2012 Sonntag, 19. Februar 2012 www.whiteturf.ch

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Prestigetr채chtigstes Winter-poloturnier 28. St. Moritz Polo World Cup on Snow

Der St. Moritz Polo World Cup on Snow ist das weltweit prestigetr채chtigste WinterPoloturnier auf Schnee. Vier High Goal Teams mit Handicaps zwischen 15 und 18 Goals k채mpfen auf dem gefrorenen St. Moritzersee jedes Jahr um den Sieg.

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ie Zuschauer erleben dabei vor traumhafter Bergkulisse eine Welt des Sports, die von Stärke, Eleganz, Geschwindigkeit, Stolz und dem traditionellen britischen Sportgeist geprägt ist. Kurz: Sie erleben Polo at its best! Bei dem Highgoal-Turnier wird an vier Turniertagen um die begehrte Cartier Trophy gekämpft.

Nach dem Round-Robin-Prinzip spielt jedes Team gegen jedes. Höhepunkte des Turniers sind das kleine und das grosse Finale am Sonntag. Die Partien spielen auf höchstem Niveau und erfordern von den Weltelite-Spielern wie von den Pferden Konzentration, Kraft, Geschick, Mut und Ausdauer. Die speziellen Verhältnisse auf Schnee, die ungewohnte Lage auf 1800 Meter über Meer und das kosmopolitische St. Moritz machen das Turnier weltweit einzigartig. Davon überzeugen sich jeweils rund 15 000 Zuschauer aus aller Welt, die Ende Januar auf den St. Moritzersee pilgern. Vom 26. bis 29. Januar 2012 findet auf dem gefrorenen St. Moritzersee die 28. Austragung des weltweit renommierten St. Moritz Polo World Cup on Snow statt. Die vier Teams sind Cartier, Ralph Lauren, Bank Sal. Oppenheim jr. Cie. (Schweiz) AG und BMW. www.polostmoritz.com

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Gourmetköche zum Anfassen nah 19. St. Moritz Gourmet Festival Vom 30. Januar bis zum 3. Februar 2012 wird das Festival mit zehn europäischen Gastköchen zum 19. Mal in neun exklusiven Partnerhotels und an vier spannenden Event-Locations im ganzen Oberengadin stattfinden.

D von Yvonne Beck

en besonderen Reiz des Festivals macht dabei jeweils die inspirierende kollegiale Zusammenarbeit der Spitzengastköche mit den ebenso vielfach ausgezeichneten Küchenchefs der Partnerhotels aus – und für die Gäste die ganz persönliche Begegnung mit einem ihrer Favoriten aus der internationalen Spitzenkochszene.

So etwas gibt es nur beim St. Moritz Gourmet Festival! Die Auswahl und Einladung der Gastköche oblag auch dieses Mal Spitzenkoch Reto Mathis, Festival-Mitbegründer und Präsident des Event-Komitees. Seinem Ruf gefolgt sind zehn Sterneköche, die mit ihrer Kochkunst international Aufsehen erregen. Aus Deutschland kommen die Sterneköche Otto Koch, Christian Bau ins Engadin, die Schweiz wird mit Marcus G. Lindner und der einzigen Köchin Tanja Grandits vertreten sein. Aus Italien reisen Enrico und Roberto Cerea sowie Gerhard Wiesner an. Aber auch die Franzosen Régis Marcon und Phillippe Mille wollen die Gäste des Gourmet Festivals mit ihren Kochkünsten bezaubern. Für den hohen Norden wird der Däne Ronny Emborg beweisen, dass die skandinavische Küche aus mehr besteht als nur Fisch. Doch auch der kreative Austausch mit den jungen Kochtalenten und deren Förderung liegt den Festivalorganisatoren am Herzen:

So haben wir den Nachwuchswettbewerb «Young Engadine Talents» für Kochlehrlinge aus dem Engadin ins Leben gerufen, der im Rahmen des St. Moritz Gourmet Festivals stattfinden wird!

Jede Menge kulinarische Highlights Eröffnet wird das Gourmet Festival mit der traditionellen «Welcome Cocktail Party» im Hotel Carlton. Eine einmalige Gelegenheit, die internationalen Sternegastköche persönlich kennen zu lernen, mit ihnen zu plaudern und an den verschiedenen «Gourmet-Inseln» erste Kostproben ihres Könnens zu geniessen. Mit exquisiten Häppchen, edlem Champagner und erstklassigen Weinen kann man sich an diesem Abend bestens auf die Festivalwoche einstimmen. Ein exzellenter Auftakt für fünf Tage grenzenlosen Genuss! Zu den Höhepunkten des Festivals gehören wie in jedem Jahr die «Funky Kitchen Party», die kulinarische «Bus-Safari» oder die individuellen Gourmet-Dîners der Gastköche. Schauplatz der Funky Kitchen Party ist nicht mehr nur die Grossküche, sondern auch der gleich daneben liegende neue Hot Spot «Le Bistro» des Badrutt’s Palace Hotels, wo auch geraucht werden darf! Begleitet von schwungvoller Live-Musik erleben Sie alle Spitzenköche des Festivals hautnah in Aktion. Zwischen dampfenden Töpfen und zischenden Pfannen wird direkt am Herd gegessen – begleitet von passendem Champagner, Wein oder edlem Gebrannten. Ein mitreissendes, unkonventionelles Kulinarik-Erlebnis, das stilvoll im «King’s Club» seinen Ausklang findet. Bei der kulinarischen «Bus-Safari» geht es zu fünf Starköchen, die in ihren «Gastküchen» einladen. Dort wird am so genannten «Chef’s Table» jeweils ein Gang des Menus in ungezwungenem Ambiente serviert, harmonisch abgerundet mit einem edlen Tropfen Wein. Zum Abschluss treffen sich alle Safari-Teilnehmer im Badrutt’s Palace Hotel, um den Abend gemeinsam am Dessertbuffet ausklingen zu lassen. www.stmoritz-gourmetfestival.ch

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EVENTS

Talkrunde: Henri Leconte, Rainer Maria Salzgeber und Franz Saladin

«Sport meets music» Podiumsdiskussion im St. Jakob Park in Basel

Am Abend des 19. Septembers 2011 fand in der Premium Lounge im St. Jakob Park in Basel eine Podiumsdiskussion der Extraklasse statt. Das Thema «Entscheidungen unter Druck treffen» wurde mit brillanten Talkgästen aus Sicht von Wirtschaft, Politik und Sport diskutiert. Von der Musik fasziniert: Thorsten Fink, Henri Leconte

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EVENTS

Masterstudenten der Musikakademie Basel (oben links), Unternehmer Max Ch. Baumann mit der Organisatorin Cornelia Tiedemann, swiss sport events AG und Ehrengästen (unten links), die Gastgeber: Peter Balsiger, Vicepräsident und Peter Billerbeck, Präsident des Swiss International Clubs (oben rechts), Blick aus der Premium Lounge ins Stadion des FCB (unten rechts)

von Ronald Joho, Fotos: Frank Bauer,Geckofoto

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nter der Leitung des Schweizer TV-Journalisten und Sportmoderators Rainer Maria Salzgeber diskutierten Spitzensportler und Spitzenfunktionäre zum Thema «Entscheidungen unter Druck treffen» in der Premium Lounge des FCB. Um dem Dreiländereck und dem internationalen Charakter des Events gerecht zu werden, waren die Podiumsgäste: Thorsten Fink, Deutschland, damals Trainer des Schweizer Spitzenclubs FC Basel und heute Trainer des Hamburger Sportvereins (HSV), der ehemalige Weltklasse-Tennisspieler Henri Leconte, Frankreich, und der Direktor der Handelskammer beider Basel, Dr. Franz Saladin. Entscheidungen unter Druck – das heisst primär: Nur wer seine Belastbarkeit effizient und effektiv bewirtschaftet, wer sich auf Drucksituationen mental vorbereitet, der meistert diese auch. Thorsten Fink ist bekannt für seine konzeptionelle Arbeit. Er überlässt wenig dem Zufall, um so ein Fundament zu schaffen, das es ermöglicht zu improvisieren – eben um Entscheidungen unter Druck herbeizuführen. Dieses Thema wurde aus Sicht des Sports, der Wirtschaft und der Politikdiskutiert. Henri Leconte wiederum liess sich eigentlich nie richtig unter Druck setzen. Sein Gegenmittel waren die bekannten Spässe auf und neben dem Center Court. Wohl musste auch er – oft binnen Bruchteilen von Sekunden – Entscheidungen treffen, nur war das für ihn nie ein lähmender Druck, sondern Teil seiner sportlichen Aktivität. Für ihn war es die Leichtigkeit des Seins, die ihn vor dem Entscheidungs-Stress bewahrte. Auch ein Rezept, das aber eine bestimmte Charakterfähigkeit voraussetzt.

Für Franz Saladin wiederum gehören Entscheidungen unter Druck schlicht zur Tätigkeit. Diesen Druck zu managen, ist eine Aufgabe, die immer wieder neue Facetten aufweist – vor allem, wenn man eine Institution wie die Handelskammer führt, der eine Reihe heterogener Mitglieder angehören. Musikalisch hervorragend umrahmt wurde diese Diskussionsrunde von Masterstudenten der Musikakademie Basel, dem Quartett «Nauru». Auch hier eine internationale Zusammensetzung: Christina und Naomi Tolksdorf, Violine Katrina Frances Brown, Viola und Joonas Pitkänen, Violoncello Organisiert wurde der Event vom SWISS INTERNATIONAL CLUB mit Unterstützung der Swiss Sport Events AG. Der SWISS INTERNATIONAL CLUB ist ein exklusives Netzwerk und eine multifunktionale Plattform für ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die in der Schweiz leben, wie auch für Schweizerinnen und Schweizer. Plattform dazu sind exklusive nationale und regionale Veranstaltungen. Aktuell sind die Regionen Bern/Fribourg/Jura; Nordwestschweiz; Ostschweiz/Graubünden/ FL sowie Zentralschweiz und Zürich im Netzwerk aktiv. Unterstützt wurde der Anlass in Basel von: Swisslife, Handelskammer beider Basel, Regio Basiliensis, Wirtschaftskammer Baselland, Wave, Druckerei Ebikon, Berchtold Catering und Swiss Sport Events. www.swissinternationalclub.ch www.swiss-sport-events.ch

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SCHLUSSWORT

Vorschau Volume 22

Verleger Francesco J. Ciringione Herausgeber Prestige Media AG Member of the Board Boris Jaeggi b.jaeggi@prestigemedia.ch

Art Director Julia Moos

Sales & Marketing Director Elias Thaler e.thaler@prestigemedia.ch

Product Manager Beauty/Fashion Valeska Jansen v.jansen@prestigemedia.ch

London

In der britischen Haupstadt werden 2012 die Olympischen Spiele ausgetragen. Prestige besuchte die Stadt vorab und stellt Ihnen die «Places to be» vor.

REDAKTION Editor in Chief Yvonne Beck Reportagen Yvonne Beck, Sandra Collazzo, Mona Conrad, Ghislaine Derrien, Vera Dillier, Wilhelm J. Grusdat, Lone K. Halvorsen, Verena Hermann, Valeska Jansen, Peter J. Jenoure, Ronald Joho, Roland Löwisch, Kerry Morse, Nubya, Uli Praetor, Andreas Schmid, Susanne Schmitt, Guido Tognoni, Alexander Triebold, Helena Ugrenovic, Götz Winter, Dominique Zahnd, Valérie Ziegler News Yvonne Beck, Lone Halvorsen, Alexander Triebold

Ein Starkoch aus Südtirol

Titelbild Eky Studio Fotos Blauer USA, Day, UGG Australia, Bally, Eres, Widder Hotel, Alexander Kroll, Perrier-Jouët, Tropenhaus Frutigen, Louis XII, Piper-Heidsieck, Bombay Saphire, Malibu, Singleton of Dufftown, Johnny Walker, Vin Vaudois, Brunner Küchen AG, Küng Sauna, Warendorf, attika, wohnbedarf, mafi Naturholzböden, Keramikland, Elite, Schlafperle, Nars, Estée Lauder, Chanel, aquabasilea AG, Redken, swissestetix, Pirelli, Peter Vann, DreamWorks, Universal Pictures, David Shepherd, Kerry Morse, Bucherer AG, Breguet, Patek Philippe, Blancpain, Baume&Mercier, Vacheron Constantin, Audemars Piguet, Corum, EAST Hamburg, Gramercy Park Hotel, Puro Oasis Urbano, Lux 11, The Weinmeister, Sainte Anne Resort, Let's go Tours, dev.guyhepner.com, PALAZZO COLOMBINO, ART ON ICE, flickr.com, swiss-image.ch, St. Moritz Gourmet Festival, Frank Bauer, Geckofoto, shutterstock.com

Lektor Andreas Probst Produktionsleitung Julia Moos

Zwei Michelin-Sterne, 18 Gault-Millau Punkte und drei Hauben – Prestige trifft den Tiroler Koch Gerhard Wiesner und spricht mit ihm über das Geheimnis seines Erfolges.

SITZ Prestige Media AG Bösch 73 CH-6331 Hünenberg VERLAG/PRODUKTION Prestige Media AG Leimgrubenweg 4 CH-4053 Basel Telefon 0041 61 335 60 80 Telefax 0041 61 335 60 88 info@prestigemedia.ch www.prestigemedia.ch

Fashion Ob Präsentation, Geshäftsessen oder Cocktailparty – viele Veranstaltunegn erfordern bestimmte Kleidung. Doch was steckt hinter Bezeichnungen wie «smart and casual», «black tie» oder «Morning Dress»? Unsere Fahionredaktorin erklärt Ihnen den Dresscode-Knigge.

Web & Support Internet E-Mail Koordination Abo Service Preis Einzelnummer Preis Jahresabo

Dejan Djokic www.prestigemagazin.com info@prestigemedia.ch Laura Giarratana Serpil Sarp CHF 10.– CHF 39.–

Erscheinungsweise vierteljährlich WEMF 2011/2012 – 22.162 Exemplare Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von Redaktion und Verlag jede Haftung abgelehnt.

Special Thanks to: Cumi Karagülle

Freuen Sie sich mit uns auf die im März 2012 erscheinende Ausgabe mit vielen spannenden Themen und Reportagen.

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