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IMAGINE 02/11 Volume 2

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SPECIAL DESTINATIONS

«SOWEIT ICH DAS BEURTEILEN KANN, WURDE NICHTS UNTERLASSEN – WEDER VOM MENSCHEN NOCH VON DER NATUR –, INDIEN ZUM AUSSERGEWÖHNLICHSTEN LAND UNTER DER SONNE ZU MACHEN. NICHTS SCHEINT VERGESSEN UND NICHTS ÜBERSEHEN WORDEN ZU SEIN.» Marc Twain

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Hinduisten, Buddhisten, Moslems, Christen – und unzählige religiöse Minderheiten. Verschiedene Glaubensrichtungen, die zumeist friedlich miteinander leben. Ein Vorkämpfer für diese Koexistenz der Religionen war Mahatma Gandhi. Er wies Indien auch den friedvollen Weg in die Unabhängigkeit von den Briten. Heute erinnert das Denkmal «Raj Ghat» im Herzen von Delhi an den mutigen Vordenker und Friedenslehrer, der durch Gewalt zu Tode kam. Nach seiner Ermordung wurde Gandhi eingeäschert, seine Asche im heiligen Fluss Ganges verstreut. Das «Raj Ghat» markiert die Stelle, an der Gandhis sterbliche Überreste verbrannt wurden. Eine schlichte schwarze Marmorplatte, auf der eine ewige Flamme brennt. In langen Schlangen warten die Menschen geduldig, bis sie ihre Blumen auf eben jener Platte ablegen können. Jeden Freitag werden Gebete für Gandhi gesprochen.

ie Worte von Mark Twain galten damals und gelten heute. Denn sucht man nach einem Wort, das die Hauptstadt Delhi beschreibt, kommt man schnell auf: unfassbar. In der lebendigen Metropole der Gegensätze existieren grosser Luxus, aber auch bitterste Armut nebeneinander. Märchenhafte Paläste und aus Wellblech zusammengezimmerte Hütten. Allein das Strassenbild ist für einen Mitteleuropäer reizüberflutend. Nur mit einem Lendenschurz bekleidete Asketen samt Dreizack bahnen sich ihren Weg durch das Gewusel. Darin auch Frauen mit kunstvoll gewebten Saris. In der Luft liegt der Duft von Lotosblumen, Sandelholz und Gewürzen. Und natürlich Kühe. Sind sie heilig und laufen frei herum. Niemand nimmt richtig Notiz von ihnen. In Delhi und dem Umland leben fast 20 Millionen Menschen – etwa so viele wie auf dem gesamten australischen Kontinent.

Das Raj Ghat erinnert heute an Mahatma Gandhi (2.10.1869 - 30.01.1948), der Indien den friedvollen Weg in die Unabhängigkeit wies

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