Geschäftsführer Basel 01-2022

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FRÜHLING 2022

KOLUMNEN JEAN-PAUL BACH GABRIEL BARELL SERGIO BORTOLIN CHRISTOPH BUSER MIRIAM HERSCHE FRANK LINHART THOMAS RUEPP LUCA URGESE

ERLENHOF | ZENTRUM WELTEN VERBINDEN

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Lust auf mehr....

Niggi Freundlieb hatte im letzten Jahr immer wieder gegen seine Krankheit zu kämpfen. Im Dezember hat er diesen Kampf verloren. Niggi war immer ein Kämpfer – auch für einen guten Journalismus. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr und fällt gerade dadurch positiv auf. Ich persönlich kannte Niggi von «Radio Basilisk» und im Fernsehen von «Nordwest  1». Er hatte eine offene Ader, das Zuhören war seine Stärke. Er konnte aber auch sehr deutlich seine Positionen vertreten. Er liebte den Rock ’n’ Roll, Jeans und Lederjacken. Die klassische Teppichetage war für ihn gewöhnungsbedürftig. Menschen mit Ecken und Kanten waren ihm lieber. So erarbeitete sich Niggi einen Ruf in Basel.

Ihr Fachgeschäft für schön Wohnen und gesund Schlafen.

Mit ihm zusammenzuarbeiten, war ein Vergnügen. Seine Ideen haben die Basler Medienlandschaft weitergebracht. Davon hat auch der «Geschäftsführer» Basel profitiert. Er war von Anfang an unserer Chefredaktor – seit 2005 war er mit an Bord. Die publizistische Idee des «Geschäftsführers» Basel war von Anfang an, das Wirtschaftsleben in Basel und Umgebung spannend abzubilden. Niggi besass das Wissen, die Kreativität, die journalistische Innovation und sein enges Netzwerk in Basel. In dieser Kombination war das ziemlich einzigartig. Redaktion und Verkauf agieren oft in sehr unterschiedlichen Welten. Niggi war hier der Brückenbauer und hat so auch entscheidend zum finanziellen und publizistischen Erfolg des «Geschäftsführers» Basel beigetragen. Er war bei Kunden sehr beliebt. Dementsprechende positive Rückmeldungen haben wir immer wieder bekommen.

Grosse Auswahl an Tische, Stühle und Beistellmöbel.

Wir sind traurig, dass er uns verlassen hat. Im Rahmen der 16 Jahre gab es immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Niggi lebte in seiner Arbeit Flexibilität und Zuverlässigkeit. Davon können jüngere Generationen lernen. Niggi fehlt uns und es schmerzt. Wir werden immer wieder an ihn denken. Bei Niggi war klar: Es klappt! Dabei war es völlig unabhängig, ob er Frau Gisela «Gigi» Oeri oder den Gipser aus dem Quartier interviewte. Niggi Freundlieb hat uns am 31. Dezember 2021verlassen. Du fehlst uns!

Ihr Thomas Lindenmaier Projektleiter

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4 INHALT

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8 AKTUELL SCHNYDER GROUP HOLDING AG Glas kann mehr

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14 WERKPARK, STIFTUNG GEWERBEUND BUSINESSPARK BASEL Jetzt zuschlagen und sich einmieten!

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SIMON’S GOLDSCHMIEDE GMBH 28 Freude bereiten – der Charme von Schmuck

ERLENHOF | ZENTRUM Welten verbinden

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ASG THOMMEN GMBH Ein gesundes Mass an Sicherheit

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100 JAHRE CELESTINO PIATTI Ein Fest für das Auge

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MICHA SCHULZ GMBH 32 Bewusstes «Hinterfragen» …durch Coaching!

HANDELSKAMMER BEIDER BASEL «Unser Ziel ist es, dass kein ICT-Talent unentdeckt bleibt»

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BUCHTIPP Baumeister des roten Basel

TEE MANUFAKTUR, LONDON TEA 125 Jahre Schweizer Tee-Tradition

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WYLAADE GMBH Mehr als nur Weine

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ERSTE INDUSTRIENACHT REGIO BASEL Ein Blick hinter die Kulissen

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PRO INNERSTADT BASEL Umbenennung in StadtKonzeptBasel

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30 UWP SAMMELSTIFTUNG 44 Umverteilung in der beruflichen Vorsorge VITRA SCHAUDEPOT Spot On: Designerinnen in der Sammlung

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ARIV – THE SWISS COLIVING PROJECT 36 BY FUTURE LIVING AG Pionier im Bereich Premium-Co-Living in der Schweiz 50 JAHRE MUMMENSCHANZ Die Jubiläumstour

FORD STORE BASEL, EMIL FREY AG MÜNCHENSTEIN Neue Mitarbeitende und neue Modelle

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BAUEN & WOHNEN ATAVIS GRAF AG Der Dreiklang Hygiene, Sauberkeit und Atmosphäre

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CROWDHOUSE Stabile Preisentwicklung erwartet

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WEITER AUF DER NÄCHSTEN SEITE  GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022


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6 INHALT

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98 L + B AG LIEGENSCHAFTSBERATUNG Erfolgreicher Verkauf MFH Steinenvorstadt 69 in Basel

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HEV SCHWEIZ Bei uns dreht sich alles um Ihr Wohneigentum

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BUILDING INFORMATION MODELING 60 Auch KMU setzen vermehrt auf Digitales Bauen SIGNUM AG 62 Wenn das Eigenheim langsam zu gross wird MEGATRENDS UND DIE BAUBRANCHE 64 Vorbereitet sein REALADVISOR Immobilienpreise stark angestiegen

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RAIFFEISEN ECONOMIC RESEARCH Eigenheimträume platzen, nicht aber die Immobilienblase

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GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022

DIGITALE PLANUNG Was hat die Matroschka-Figur mit digitalem Bauen zu tun?

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TCS MARKTANALYSE 92 Elektromobilität entwickelt sich schnell EUROPCAR Neu! Der CUPRA Born

SPORT & FREIZEIT

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ZOOLOGISCHER GARTEN BASEL Auf zu den Tieren

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NEF MOTORSPORT AG 98 Das Porsche BSL Racing Team gibt Vollgas

MASSIMO CECCARONI Qualität mit Wertschätzung

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KOLUMNEN

BEAUTY & GESUNDHEIT PURE URBAN SALON & SPA Schönheit, die von Herzen kommt

84

AUTO & MOTO PORSCHE SCHWEIZ AG Der Mythos Porsche

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8 AKTUELL

SCHNYDER GROUP HOLDING AG

GLAS KANN MEHR Glas löst seit Menschengedenken Faszination aus. Es ist immer wieder beeindruckend, durch Glas hindurchzuschauen. Man bewegt sich von der einen Welt in die andere und geniesst die Transparenz und Reflektionen. Glas kennt keine Grenzen und löst immer wieder faszinierende Momente aus. Lange war Glas aber religiösen Würdenträgern und feudalistischen Herrschern vorbehalten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist Glas ein Massenprodukt, aber mit vielen Nischenmärkten, denken wir nur an Glasmöbel. Heute muss sich Glas vielen Herausforderungen stellen: Glasfronten an den Fassaden, aber auch Balkontüren werden immer grösser, die Sicherheitsanforderungen immer präziser – und auch was Nachhaltigkeit betrifft, muss Glas heute Lösungen bieten können. INTERVIEW MIT MIRIAM SCHNYDER VON GEORG LUTZ

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ie Firma SCHNYDER Group Holding AG mit Sitz in Allschwil stellt sich diesen Herausforderungen. Gleichzeitig besteht sie aus Glasworld, Bauglas und Real Estate und agiert in einem Markt, der von vielen grossen Playern geprägt ist. Das Geheimnis des Erfolgs und für das Bestehen am harten Glasmarkt sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dies sei schon an dieser Stelle verraten. Wir führten nicht nur dazu ein Interview mit Miriam Schnyder. Sie ist Inhaberin und CEO der SCHNYDER Group Holding AG.

«Geschäftsführer»: Fangen wir mit unserer persönlichen Beziehung zu Glas an. Die Faszination für Glas löst ja Emotionen aus. In meinen Kindheitserinnerungen taucht immer wieder ein Glasbläser auf – oder Wassertropfen, die sich am Glasfenster langsam nach unten bewegen. Licht und Glas setzen auch Highlights. Die Kirchenfenster in der Kathedrale von Reims mit den Motiven von Marc Chagall haben mich als jungen Mann nachhaltig beeindruckt. Woran machen Sie Ihre Faszination für Glas persönlich fest? Miriam Schnyder: Das Spiel der Farben, wenn Licht und Glas zusammenkommen, hat mich schon immer fasziniert. Es gibt nichts Schöneres, als wenn sich das Licht im Glas widerspiegelt. Es war folgerichtig die Liebe zum Glas, zu den Farben und zu meinen Kindern, die mich dazu gebracht hat, eine Glaserei zu kaufen. Kommen wir zunächst zur Geschichte Ihres Hauses. Wie sah der Alltag der Einsatzmöglichkeiten von Glas 1911, dem Gründungsjahr Ihres Hauses als Manufaktur, aus? Die Epoche vor dem Ersten Weltkrieg nannte sich Fin des Siècle. Es war eine Hochphase des modernen Lebensgefühls. Dementsprechend waren Mode, die Architektur oder die Kunst, ja das gesamte Leben, sehr monumental aufgestellt. Glas spielte hier eine zentrale Rolle, da man sich mit Glas präsentieren und spiegeln konnte. Glas inszenierte sich als Statussymbol. Das aufstrebende Bürgertum wollte sich präsentieren. Produkte wie Vitrinen, Spiegel oder Gläser aus Glas waren hier Mittel zum Zweck. Auf jeden Fall stieg in diesen Jahren die Nachfrage nach Glas. Das war vermutlich ein Motiv für die Gründer meines Hauses, hier tätig zu werden und ein Glasunternehmen zu gründen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden mit dem Fourcault-Verfahren und dem Libby-Owens-Verfahren Methoden entwickelt, mit denen dünnes Flachglas in grosser Menge wirtschaftlicher hergestellt werden konnte. Welche Rolle spielten und spielen die technologischen Sprünge für die Entwicklung Ihres Hauses? Die Entwicklung neuer Technologien war und ist ausschlaggebend für die Existenz unseres Hauses. Unsere Tätigkeit besteht aus dem Tages-

AKTUELL 9 geschäft und der Produktion der Produkte, welche das Leben nicht nur vereinfachen, sondern auch täglich verschönern. Ein weiterer Zweig unserer Tätigkeit betrifft die Innovation und Entwicklung von Glasprodukten. Unsere Arbeitswelten stehen nicht still.

Mit dem Floatglasverfahren war die technologische Grundlage für die industrielle Produktion hergestellt. Glas ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts in erster Linie ein Fabrikprodukt. Wie positioniert sich Ihr Haus in diesem Rahmen? Die Glasprodukte werden von uns nicht nur produziert, sondern wir montieren diese auch. Die Montage und auch deren Wartung und Reparatur gehören zu unseren täglichen Aufgaben. Wir müssen immer besser und anders sein als der Massenmarkt.

«Ohne diese Menschen wäre ich keine Geschäftsführerin, ohne diese Menschen hätte ich den heutigen Job nicht.» Heute spricht man wieder von Glas-Manufakturen, die sich am und gegen den Massenmarkt behaupten müssen. Das ist doch eine Situation mit besonders vielen Herausforderungen? Ja, die Branche ist auf den ersten Blick von Konzentrationsprozessen geprägt. Viele Glas-Manufakturen werden gerade in heutiger Zeit geschlossen, da man die Glasprodukte im Ausland billiger kaufen kann und weil die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Existenz vieler Unternehmen zerstört haben; die Aufträge vonseiten der Privatkunden gingen massiv zurück, die Fixkosten muss man aber unabhängig von der Auftragslage bezahlen. Trotzdem können sich einige kleinere Player, wie wir es sind, halten. Sie konzentrieren sich auf Nischenprodukte und stellen die Bedürfnisse des Kunden, mit einer ganzen Reihe von Dienstleistungen aus den Servicebereichen, konsequent in den Mittelpunkt ihrer Unternehmensphilosophie. Können Sie uns hierzu Produktbeispiele verraten? Da weiss ich gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Ich versuche es mal. Es geht um die Küchenrückwand, die Dusche, die Trennwände im Büro, das Glasvordach auf der Veranda, Treppen aus Glas, die Verglasung der Treppen, Glasbausteine, gebogenes Glas, Glasmöbel … Dem Glas in der heutigen Zeit sind keine Grenzen gesetzt. Sie müssen nur als Unternehmen ihren richtigen Platz finden. Frau Schnyder, wie ist Ihr persönlicher Einstieg in dieses Unternehmen zu erklären? Da gibt es eine sehr kurze und eine längere Antwort. Die kurze Antwort heisst Liebe: Liebe zum Material, Liebe zu den Lösungen und die Liebe, den Kunden eine faszinierende und passende Lösung zu liefern.

Die Faszination Glas lässt sich an vielen Produkten belegen.

Und wie lautet die längere Antwort? Oft gibt es ja schöne Vorstellungen, die sich an nüchternen Realitäten abarbeiten müssen und daran nicht selten zerschellen. Jeder Unternehmer startet mit einer gewissen Portion Naivität in die Selbstständigkeit. Jeder denkt, bei mir wird es anders sein. Oft ist das nicht der Fall. Oft verlieren wir unsere Träume und wenn der Kapitän den Horizont aus den Augen verliert, ist das Unternehmen seinem Schicksal und den Gläubigern ausgeliefert.

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10 AKTUELL

Miriam Schnyder fordert ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch sich selbst.

Sie sind trotzdem in diese kalten Wasser der Selbstständigkeit gesprungen. Lassen sie uns an den Prozessen teilhaben! Bei dem Gedanken, «selbstständig zu sein», war nie die Idee inbegriffen, dass ich ein Unternehmen mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernehmen und führen werde. Die Situation hat sich zum damaligen Zeitpunkt aber so ergeben. Erst im Nachhinein kann man sagen, ob es eine richtige Entscheidung war oder nicht. Auf jeden Fall bereue ich den Schritt in die Selbstständigkeit in keiner Art und Weise, obwohl der Quotient des Ärgers gestiegen ist. Was waren Ihre Erwartungen und Ziele bei der Übernahme? Mein Ziel ist immer noch dasselbe: Ich möchte, dass wir zu den besten Glasereien der ganzen Nordwestschweiz gehören. Und das nächstwichtige Ziel ist natürlich: das Überleben. Ich trage, wie gesagt, Verantwortung für 35 Familien. Das führt zur Frage, wie Sie die Bedeutung Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschätzen? Das ist die zentrale Frage. Wir sprechen hier von den tollen Glaslösungen und ihren Faszinationen, die sie auslösen. Aber was ist die Grundlage für all diese Dinge? Es sind motivierte, innovative und professionelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne diese Menschen wäre ich keine Geschäftsführerin, ohne diese Menschen hätte ich den heutigen Job nicht. Entwickeln Sie daraus auch die Prioritäten im Unternehmensalltag? Ja, die obersten Prioritäten in meinen Unternehmen sind zufriedene Kunden und zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um das

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zu erreichen, haben wir die Optimierung der Arbeitsprozesse neu eingeführt. Einmal hat ein Bauherr gesagt: «Es gibt immer etwas, das man verbessern kann, tagtäglich.» Dieses Motto hat mich beeindruckt und ich habe es bei uns eingeführt. Es ist mir bewusst, dass ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in gewissen Punkten herausfordere. Wir müssen aber auf das Morgen und auf die Zukunft vorbereitet sein. Wir dürfen nicht nur von den Erfolgen der Vergangenheit leben. Wir müssen nach vorne schauen und wir müssen auf alles vorbereitet sein. Die Kundenwünsche ändern sich; sie werden präziser. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und schauen, dass wir weniger Fehler machen.

Dabei gibt es aber sicher auch menschliche Enttäuschungen? Wir sind ja als Menschen alle aus einem krummen Holz geschnitzt. Das Schmerzhafte an der Selbstständigkeit ist, wenn man von eigenen Mitarbeitern angelogen und betrogen wird. Nicht einmal der Verlust von Geld verursacht solche Narben wie der Verlust von Vertrauen und Träumen. Auch ein Unternehmer ist nur ein Mensch, der Träume braucht, um weitergehen zu können. Ein Unternehmer trägt unter anderem soziale Verantwortung. Als Unternehmerin würde ich gerne ab und zu den Kopf in den Sand stecken, es geht aber nicht. Man muss nach vorne, egal wie sehr es weh tut. Man hat dann auch wieder sehr positive Erlebnisse. Wenn es positive Erlebnisse gibt, erzielt man Wachstum. Das heisst aber auch, dass sich das Unternehmen strukturell neu aufstellen muss. Das ist richtig. Aus diesem Grund haben wir 2020 zwei weitere Firmen gegründet: Es geht um die SCHNYDER Group Holding AG und


AKTUELL 11

Nur im Rahmen eines professionellen Teams, welches engen Kontakt zu seinen Kundinnen und Kunden hat, ist Erfolg in der Glasbranche möglich.

die SCHNYDER Real Estate AG. Im März 2021 hat die Holding die Glasworld GmbH, eine Glaserei aus Aesch, gekauft. Geschäftsführerin von Glasworld ist Frau Yasmin Gressel. Jetzt haben wir eine gute operative Perspektive und sind für die Zukunft wetterfest aufgestellt.

Woran machen Sie dies fest? Wir haben jetzt ein hochprofessionelles Team in der Projektleitung sowie in der Produktion und in der Montage. Und das Beste ist: Wir können allein produzieren, sind unabhängig und vor allem – wir sind flexibel! Wir können sofort die geänderten Wünsche der Kunden umsetzen oder eben – wenn ein Fehler auf unserer Seite passiert – sofort reagieren. Eine eigene Produktion ist in der heutigen Zeit ein Luxus, aber ich möchte diesen Luxus unseren Kunden anbieten. Sie haben auch einen Ort, an dem Ihre Kundinnen und Kunden in Glaswelten eintauchen können? Die EXPO von SCHNYDER Group Holding AG ist für mich vergleichbar mit der Montblanc Boutique in Basel, wo wir all unsere verschiedenen Produkte, zum Beispiel aktuell Corona-Schutzscheiben, präsentieren dürfen. Als ich das erste Mal die Montblanc Boutique in Basel betreten habe, fühlte ich mich wie in einer Oase, die mitten im Basler Geschäftsleben ihre Schönheit und Ruhe anbietet. Man ist wie in einer anderen Welt. Einfach für ein paar Minuten abschalten und nur den Augen und den Sinnen erlauben, die Schönheit der bei uns ausgestellten Exponate wahrzunehmen. Nicht nur die Nützlichkeit ist gefragt, sondern auch die Schönheit. Das wollte und will ich mit unserer EXPO erreichen. Als ich im Januar 2019 das Unternehmen übernommen habe, war die EXPO ein Ort, an dem man Antworten auf viele Bau-Fragen finden konnte. In der Zwischenzeit verwandelte

sich die EXPO in einen Ort, an dem die Schönheit und die Farbenpracht von Glas das Oberhaupt gewonnen haben.

Last, but not least sollten wir noch den Megatrend Nachhaltigkeit ansprechen. Welche Chancen bietet Nachhaltigkeit für die Glasbranche? Wie passt Glas als Werkstoff dazu? Das Material Glas hat unendlich viele Anwendungsmöglichkeiten und passt zu jedem Werkstoff. Das Glas ist hygienisch, sauber, ästhetisch und wunderschön. Nehmen wir einen antiken Holztisch, der im Rahmen eines Kreislaufprozesses ein neues Gesicht bekommen hat und nun zum Schutz eine Glasplatte braucht. Oder ein gebogenes Glas als Trennwand im Büro oder zu Hause. Man kennt das Material «Glas» nur als Fenster oder als Produkt, das zur Benutzung da ist. Man kennt das Glas aber zu wenig als etwas Schönes, was nur dasteht und den Raum erleuchtet. Glas ist zu 100 Prozent recycelbar und ohne Qualitätsverlust unendlich oft wiederverwendbar. Das macht Glas zu einem nachhaltigen Werkstoff wie auch zu einem wertvollen Rohstoff.

SCHNYDER GROUP HOLDING AG Binningerstrasse 115 CH-4123 Allschwil Telefon +41 (0) 79 917 19 77 m.schnyder@schnyder-group.swiss WWW.SCHNYDER-GROUP.SWISS WWW.GLASWORLD.CH WWW.BAUGLAS.CH

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12 AKTUELL

Arbeitsintegration und Ausbildung in der hauseigenen Schlosserei.

ERLENHOF | ZENTRUM

WELTEN VERBINDEN Das Erlenhof | Zentrum hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorreiter in der sozialen Integration entwickelt. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer Pascal Brenner darüber, wie der Erlenhof zu einem wirtschaftlichen Unternehmen geworden ist, in dem die Klienten und Mitarbeitenden weiterhin im Zentrum stehen. INTERVIEW MIT PASCAL BRENNER VON FREYA MOHR

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as Erlenhof | Zentrum in Reinach ist kein klassisches Kinderund Jugendheim mehr, sondern versteht sich als Dienstleister für soziale Praxis. Die Institution bietet Dienstleistungen in den Bereichen Neuorientierung, Entwicklung und Ausbildung für jedes Lebensalter an. Für die optimale Betreuung der Klienten sind im Laufe der Jahre verschiedene Geschäftsfelder entstanden: Das Geschäftsfeld Jugendhilfe umfasst den klassischen Jugendbereich. Angebote wie Schule, Ausbildung und Berufsvorbereitung finden sich im Geschäftsfeld Bildung, eng verbunden mit dem Feld der Produktion mit Firmen von Metallbau über Gärtnerei bis hin zur Gastronomie. Ein weiteres Feld ist der Asylbereich. In den letzten zehn bis 15 Jahren hat die Finanzierung der Jugendhilfe durch die öffentliche Hand immer weiter abgenommen und der Staat trägt nicht mehr mögliche Defizite und Risiken. Als private Stiftung trägt diese heute der Erlenhof. Für Pascal Brenner, den Leiter des Erlenhofs, bedeutete dies, auch betriebswirtschaftlich zu denken. Der «Geschäftsführer

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Basel» sprach mit ihm darüber, wie die Institution die Brücke zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit schlägt.

«Geschäftsführer»: Vor achteinhalb Jahren haben Sie das Zentrum Erlenhof übernommen. Was hat sich seitdem hier verändert? Pascal Brenner: Als ich 2013 in den Erlenhof gekommen bin, war es eine klassische Organisation für Kinder und Jugendliche, sprich ein Jugendheim. Mein Auftrag war es, die Organisation weiterzuentwickeln und eine Neupositionierung am Schweizer Markt zu erreichen. In gut acht Jahren sind wir von 39 Mitarbeitenden und 23 Klienten auf 217 Mitarbeitende und etwas über 300 Klienten gewachsen. Anfangs hatten wir neun Abteilungen in Reinach, heute sind 36 Abteilungen auf zehn Standorte in der Nordwestschweiz verteilt. Wie haben Sie dieses Wachstum erreicht? Das Unternehmensmodell ist anders orientiert als das klassische Management. Im klassischen Management gibt es eine Geschäftsleitung, die vor-


AKTUELL 13 gibt, was die Organisation zu tun hat. Diese klassischen Systeme kommen heute allerdings zunehmend an den Anschlag, weil sich die Gesellschaft und die Mitarbeitenden verändern und die Welt immer schneller wird. Ein Unternehmen muss heute viel dynamischer und agiler sein. Genau da setzt mein Modell des Corporate Leadership an.

Was kann ich mir darunter vorstellen? Leadership bedeutet nicht, dass ich der Organisation sage, was sie zu tun hat, sondern dass ich hinsichtlich der Philosophie und der Haltung auf der Kulturebene und weniger auf der Strukturebene agiere. Ich bewege mich auf zwei Gebieten: in der Innenwelt bei den einzelnen Mitarbeitern, dem sogenannten Mikrokosmos, und in der Aussenwelt der Gesamtgesellschaft, dem Makrokosmos. Dazwischen steht die Organisation als Mesokosmos. Corporate Leadership heisst, dass ich genau die zwei – Mikro- und Makrokosmos – miteinander in eine Kooperation bringe und schaue, wohin die Energien von selbst fliessen. Meine Hauptaufgabe ist nicht, zu führen, sondern zu ermöglichen, dass Ideen an den Tag kommen. Ich schaffe einen Raum, in dem die Mitarbeitenden das Vertrauen haben, diese automatisch einzubringen und weiterzuentwickeln. Die Menge der Ideen ergibt das Unternehmen. Sie binden Ihre Mitarbeitenden also sehr aktiv in die Institution ein? Ein diversifiziertes Angebot ist wie ein natürliches Biotop: Mal stirbt eine Blume, mal wächst etwas, das zuerst wie ein Unkraut erscheint, aber dann seinen wahren Wert zeigt. Ich lasse alles erstmal entstehen. Man muss ausprobieren – in den wenigsten Fällen fällt man hin, sondern man macht Erfahrungen. Im Management sollte man zu dieser kindlichen Neugier zurückkommen. Das ist ein agiles Unternehmen. Das erfordert von Ihnen auch Risikobereitschaft … So würde man das im klassischen Management bezeichnen. Ich nenne es Lust und Interesse – und beides zusammen ergibt Ambition und Vision.

Pascal Brenner ist Geschäftsführer vom Erlenhof | Zentrum.

Welche Vorteile hat dieses diversifizierte Angebot konkret für den Erlenhof? Die Diversifizierung hat verschiedene Gründe, nicht nur betriebswirtschaftliche. Für die Integration unserer Klienten ist die Verbindung zwischen Aussen- und Innenwelt, wie im Corporate-Leadership-Modell beschrieben, bedeutend. Integration hat immer zwei Seiten: Klassischerweise denkt man, unsere Klientel muss sich integrieren, aber das macht nur 50 Prozent der Integration aus. Die anderen 50 Prozent erfordern, dass es draussen auch Platz und Bereitschaft gibt, die Türen aufzumachen und das Klientel reinzulassen. In der Branche sind wir mit unserer Art der Diversifizierung und dem Geschäftsmodell einzigartig. Was sind Ihre Zukunftspläne für den Erlenhof? Das Zukunftsmodel ist in der Unternehmenskultur integriert. Eine Organisation im klassischen Sinne gilt es zu organisieren, unser Modell ist jedoch ein Organismus, der wächst. Ausserdem möchten wir das Modell öffentlich machen. Ziel ist es, dass ich Unternehmen in den Fragestellungen der Visionsentwicklung, Strategieentwicklung und Nachfolgeregelung berate und begleite. Mein Know-how gehört der Gesellschaft.

ERLENHOF | ZENTRUM Erlenhofstrasse 48 CH-4153 Reinach Telefon +41 (0) 61 716 45 45 info@erlenhof-bl.ch WWW.ERLENHOF-BL.CH

Das Erlenhof | Zentrum in Reinach.

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14 AKTUELL

Mit «OptiBau» wird die Baustellenlogistik einfacher.

ASG THOMMEN GMBH

EIN GESUNDES MASS AN SICHERHEIT Das Sicherheitsdenken hat sich in den letzten Jahren gesteigert und verändert. Die Schweiz orientiert sich zudem an internationalen Standards und reagiert bezüglich Unfälle und Krankheiten auf Ereignisse im eigenen Land. Prävention gegen Unfall und Krankheit sollte aus diesem Grund ganz oben auf der Agenda stehen. VON HANSPETER THOMMEN

A

ngesprochen sind Arbeitgebende und Arbeitnehmende in der Schweiz mit dem Fokus auf die Arbeitszeit, aber auch mit Blick auf die Einflussfaktoren ausserhalb der Arbeitszeit, sprich in der Freizeit. Es erfordert einiges an Interesse, Fachwissen und Engagement, um das richtige Mass an Aktivitäten zur Verbesserung der Situation zu veranlassen. Der Leistungsdruck steigt und der Mensch wird gefordert, nicht nur körperlich, sondern vermehrt psychisch. Dies lässt sich durch die Absenzenstatistik einer Unternehmung verdeutlichen.

BETEILIGTE AKTEURE Verschiedene Institutionen sind in diese Abläufe involviert. Vonseiten der Gesetzgebung sind dies die EKAS, SECO, SUVA, Arbeitsinspektorate, Fachverbände mit Branchenlösungen sowie individuelle Lösungen zur Qualitätserhaltung eines betrieblichen Sicherheitssystems nach der EKAS-Richtlinie 6508. Als individuelle Lösung biete ich als EKAS-Sicherheitsfachmann allen Interessierten aus der Baubranche meine Unterstützung an – bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf die Arbeitssicherheit im Bau- / Industriegewerbe, Freizeitverhalten und Gesundheitsschutz.

EIN BEISPIEL Der Stand der Technik ermöglicht heute den Einsatz vieler vorhandener technischer und organisatorischer Hilfsmittel zur Arbeitssicherheit und beim Gesundheitsschutz auf Baustellen respektive allgemein an Arbeitsplätzen. Ans Herz gewachsen ist mir dabei die Initiative «OptiBau», die zum Ziel hat, die Baustellenlogistik zu ergänzen. Es geht um Elemente der rollbaren Einbringung von Waren, um sie nicht tragen zu müssen. Was sich gut und logisch anhört, ist eine echte Herausforderung, da die Durchsetzung Auswirkungen auf die Planung, das Budget und Administration einer Bauherrschaft / Bauleitung hat. Zudem benötigt es Strukturen innerhalb der Branche und die Mitwirkung der beteiligten Unternehmungen. Aktuell sind wir mit «OptiBau» auf einem guten Weg, um aufzuzeigen, dass sich Investitionen in die Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmenden für alle Beteiligten lohnen und dass diese zurückbezahlt werden. Dies geschieht in Form von Zeit, Motivation, Leistung, Qualität und Gesundheit. Der finanzielle Erfolg eines Projektes rückt so näher.

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022

Hanspeter Thommen ist Geschäftsführer bei der ASG Thommen GmbH.

AKZEPTANZ HERSTELLEN Zentral bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen ist die Art und Weise, wie die Beteiligten damit umgehen. Das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz darf nicht zur Belastung und Hauptbeschäftigung einer Unternehmung werden, sondern sollte so implementiert sein, dass das Thema den gesetzlichen Anforderungen genügt, eine Weiterentwicklung bewirkt und gleichzeitig von Arbeitgebende und Arbeitnehmenden positiv wahrgenommen werden kann. Ein wesentlicher Beitrag dazu kann professionelle Unterstützung von aussen leisten – mit dem nötigen Respekt vor den Aufgaben, Zielen und Leistungen der Unternehmungen. Mit dem richtigen Umgang, Geduld und Beharrlichkeit lassen sich die gesteckten Ziele erreichen.

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© Fotograf Basil Huwyler, Verein Celestino Piatti – das visuelle Erbe

16 AKTUELL

Impression aus Celestino Piattis Privatarchiv, aufgenommen 2021.

100 JAHRE CELESTINO PIATTI

EIN FEST FÜR DAS AUGE Virtuos spielte der Schweizer Grafiker und Illustrator Celestino Piatti (1922 – 2007) auf der Klaviatur der Fantasie, Farben und Formen. Sein unverkennbarer farbintensiver Konturenstil findet sich auf über 6 000 Buchcovern für den Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv). Nun würdigt der opulente Bildband Celestino Piatti: Alles, was ich male, hat Augen / Everything I Paint Has Eyes (Christoph Merian Verlag) den herausragenden Grafiker anlässlich seines 100. Geburtstags. Das Buch feiert Piattis formal vielfältiges Werk mit etwa 400 ausgewählten Arbeiten,einem umfassenden Blick auf seine Biografie, zahlreichen bisher unveröffentlichten Bildern und Fotos aus dem Privatarchiv der Familie.

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© Verein Celestino Piatti – das visuelle Erbe

AKTUELL 17 Eine grosse Ära der Buchkunst, die Eingang in das visuelle Gedächtnis gefunden hat. Das gilt auch für viele seiner über 500 Plakat-­Auftrags­ arbeiten. Mitte der achtziger Jahre – damals galt er bereits als Europas bedeutendster Gebrauchsgrafiker – positionierte Piatti sich mit Plakaten für Menschenrechte, kulturelle Belange oder gegen rechte Strömungen – auf seine Art: «Mit meiner Grafik schütte ich Gräben zu». Stets freundlich und redlich beeindruckte er mit Intelligenz, Lebenslust und Pfiffigkeit – Wesenszüge, die in seine Arbeit einflossen und seine handwerkliche sowie künstlerische Könnerschaft kongenial ergänzten. Bewusst kombiniert das Buch ikonische Werke mit unveröffentlichten Arbeiten. Enge Wegbegleiterinnen und -begleiter, Zeitzeuginnen und Grafikexperten kommen zu Wort, erzählen von Piattis Lebensstationen, beleuchten einzelne Arbeiten und Techniken und stellen sie in den Zusammenhang des Gesamtwerkes. «Beinahe jede Zeichnung von mir hat irgendwo ein Auge», stellte Piatti 1969 in einem Interview fest. Unserem Auge bietet sich seine Lebensarbeit in diesem Bildband wie ein faszinierendes Füllhorn dar. Entstanden in der Epoche der analogen Grafik, sind seine Arbeiten durch ihre universelle Farb- und Formensprache zeitlos und werden als kulturelles Erbe lebendig bleiben. WWW.MERIANVERLAG.CH

Der Grafiker Celestino Piatti auf dem Balkon seines Basler Ateliers, im Hintergrund eines seiner Plakate (für das Basler Tierheim), 1972.

E

ulen und Raubkatzen, überhaupt viele Tiere bevölkern Piattis Entwürfe. Im Zoo, auf Reisen, beim Essen, einfach überall fand er Inspiration. Sein Atelier, Piattis Selbstverständnis als Gebrauchsgrafiker entsprechend eher grafisch-handwerkliche Werkstatt als Künstleratelier, zeugt bis heute von seiner sprühenden Kreativität, vom unermüdlichen Experimentieren mit Tinte, Tusche, Farben und Typografien.

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18 AKTUELL

HANDELSKAMMER BEIDER BASEL

«UNSER ZIEL IST ES, DASS KEIN ICT-TALENT UNENTDECKT BLEIBT» Der Verein ICT Scouts / Campus findet gezielt junge ICT-Talente an der Volksschule und fördert diese am ICT Campus Handelskammer beider Basel in Muttenz. Davon profitieren nicht nur motivierte Schülerinnen und Schüler, sondern besonders auch Lehrbetriebe.

G

ian Klug war 11 Jahre alt, als er seinen ersten Laptop erhielt. Um zu verhindern, dass er zu viel Zeit am Computer verbringt, installierten seine Eltern ein Kinderschutzprogramm, das den Rechner nach einer bestimmten Nut-

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022

zungsdauer herunterfahren liess. Doch die Eltern hatten die Rechnung ohne ihren Sohn gemacht: Schon bald gelang es Gian, das Programm zu «hacken» und die Uhr umzustellen. «Spätestens zu diesem Zeitpunkt war meine Faszination für Computer entfacht», erinnert sich der heute


AKTUELL 19 16-Jährige. Statt wie andere Altersgenossen den Laptop primär zum Gamen zu nutzen, verbrachte Gian seine Zeit damit, sich selbst einfache Programmiersprachen beizubringen.

WERTVOLLER AUSTAUSCH MIT GLEICHGESINNTEN Eines Tages stiess Gian auf den ICT Campus Handelskammer beider Basel. In dem Freizeit-Förderprogramm, das vom Verein ICT Scouts / Campus betrieben wird, treffen sich jeden zweiten Samstagmorgen junge Talente aus den Sekundarschulen von Basel-Stadt und Baselland, um zu programmieren, zu codieren, Roboter zu bauen und Games zu entwickeln. Der Verein verfolgt das Ziel, junge Informatik-Talente frühzeitig und proaktiv in der Schule zu finden und diese anschliessend kontinuierlich zu fördern. Zudem werden die Talente aktiv mit potenziellen Ausbildungsbetrieben und -institutionen vernetzt. Dabei wird bewusst auf Strukturen, Kurse oder Bewertungen verzichtet. Die Talente wählen ihre eigenen Projekte: Spass und Enthusiasmus stehen im Vordergrund. Auch Gian verbrachte von der siebten bis zur neunten Klasse jeden zweiten Samstagvormittag am ICT Campus. «Während ich zu Hause oft allein am Computer sass, genoss ich es, mich am ICT Campus mit Gleichgesinnten auszutauschen.» Zu Gians grössten Projekten gehörten ein Retro-Game-Automat sowie ein Getränkeautomat.

GROSSER POOL AN ICT-TALENTEN Gians Engagement lohnte sich für ihn in vielerlei Hinsicht. Erstens verbesserte er seine ICT-Skills von Woche zu Woche und zweitens machte Gian auch verschiedene Unternehmen auf sich aufmerksam. Denn auch das ist ein wesentlicher Aspekt des ICT Campus: Lehr­ betriebe, die Mitglied des Fördervereins sind, können direkt am Campus junge Talente rekrutieren. So kam es, dass Gian nach der Sekundarschule die Wahl zwischen mehreren Lehrstellen hatte. Er entschied sich für die Adfinis AG. Das Unternehmen hat sich über die Landesgrenzen hinaus zu einem führenden Dienstleister im «Open Source»Umfeld etabliert. «Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Fachkräften», sagt Thomas Köchli, Geschäftsleitungsmitglied der Adfinis AG. Für den ICT Campus hat er nur positive Worte übrig. Die Teilnehmenden seien nicht nur technisch weit, sie zeichneten sich auch durch eine hohe Motivation aus. «Wenn sich jemand in seiner Freizeit so intensiv mit einem Thema beschäftigt, startet man auf einem ganz anderen Niveau in eine Lehre», betont Köchli.

kein ICT-Talent unentdeckt bleibt!» Mittlerweile verfügt der Verein über sieben Standorte in der Schweiz, rund 550 Talente aus der ganzen Deutschschweiz nutzen das Angebot. Mit 238 Talenten ist der Standort der Handelskammer beider Basel in Muttenz der mit Abstand grösste Standort. «Das Interesse an unseren Angeboten ist sowohl in der Wirtschaft als auch seitens der öffentlichen Hand sehr gross», betont Stefan Huber.

ZUGANG ZU TALENTIERTEM BERUFSNACHWUCHS Die Handelskammer beider Basel unterstützt den ICT Campus im Rahmen ihrer Initiative «be-digital» und verschafft damit den Unternehmen unserer Region Zugang zu talentiertem, motiviertem und mit Fachwissen und praktischer Erfahrung ausgestattetem Berufsnachwuchs. «Der ICT Campus ist ein Gewinn für die Jugendlichen, für die Unternehmen und für die ICT-Branche in der Region», betont Deborah Strub, Abteilungsleiterin Cluster & Initiativen bei der Handelskammer beider Basel. Diese Aussage würde wohl auch Gian unterschreiben. Obwohl er mittlerweile im Berufsleben steht, ist der 16-Jährige dem ICT Campus treu geblieben: Heute ist er fast jeden zweiten Samstag als Junior-Coach dabei, um freiwillig die nächste Generation an ICT-­Talenten zu fördern und zu unterstützen.

BE-DIGITAL be-digital ist die Plattform der Handelskammer beider Basel zur Förderung des digitalen Unternehmertums und trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der Region Basel zu erhöhen. be-digital verleiht den regionalen ICT-Unternehmen mehr Sichtbarkeit, vernetzt ICT-Anbieter und -Anwender miteinander, bietet Möglichkeiten zum Austausch und zur Weiterbildung, unterstützt Unternehmen individuell in ihrer digitalen Transformation und fördert mit dem ICT Campus Handelskammer beider Basel den Nachwuchs in ICT-Berufen.

HOHER MÄDCHENANTEIL

HANDELSKAMMER BEIDER BASEL

Das Konzept lehnt sich stark an das Modell der Nachwuchsförderung im Sport an, bei dem Talente bereits in jungen Jahren gezielt gesichtet und danach gefördert werden. Da die Teilnahme am ICT Campus für alle Teilnehmenden kostenlos ist, erreicht das Förderprogramm einen hohen Grad an Integration und Diversität. «Besonders stolz sind wir auf unseren Mädchenanteil, der bei rund 40 Prozent liegt», betont Stefan Huber, Leiter Mitglieder und Sponsoren. «Unser Ziel ist es, dass

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20 AKTUELL

Matthias und Noël Bisang: Ausgebildete Teetester in der einzigen Tee-Manufaktur der Schweiz.

TEE MANUFAKTUR, LONDON TEA

125 JAHRE SCHWEIZER TEE-TRADITION Am 23. Juni 1896 wurde die London Tea Company Ltd. durch zwei Schweizer und fünf Engländer in London gegründet. Der Sitz war an der Great Tower Street 9 und 10 in London mit der Hauptfiliale in Basel. Der erfolgreiche Geschäftsgang ermöglichte bald auch die Eröffnung von Filialen in München und St. Louis im Elsass.

B

egonnen hatte der Teehandel unter dem Namen London Tea, laut mündlichen Überlieferungen, schon mehr als zehn Jahre früher. Ebenfalls ist in den Archiven eine London Tea Company  Ltd. in Boston zu finden, die bis zur offiziellen Gründung der London Tea im Jahre 1896 existierte. Diese Bostoner Firma wurde nach der Boston Tea Party 1773 gegründet und handelte neben Tee auch mit diversen Haushaltsartikeln.

SITZ IN BASEL SEIT 1896

der London Tea Company Ltd. nun als Laden, Büro, Pack- und Lagerraum diente. Zu jener Zeit bestand das Teesortiment aus zwölf Mischungen, Tees aus China, Ceylon und Indien. Schon damals galt der Grundsatz, nur qualitativ besten Tee direkt ab Plantage zu importieren. Martha und Hans Iten  – direkte Vorfahren der heutigen Besitzer – trugen mit Umsicht und Können zur Weiterentwicklung des Hauses bei. Kaum zu glauben in der heutigen technisierten Welt, wie einfach und bescheiden damals gearbeitet wurde. In Handarbeit wurden die Tees gemischt, man stellte sogar teilweise die Packungen noch selbst her – mit selbstgekochtem Kleister aus Fischmehl.

Am 6. August 1896 wurde der Filialsitz der London Tea Company Ltd. im Handelsregister von Basel-Stadt eingetragen. Als Folge des Ersten Weltkrieges wurde die Filiale Basel am 16. September 1915 in eine selbstständige Firma umgewandelt, mit Sitz am Petersgraben 20. Kurze Zeit später zügelte man in die Eckliegenschaft Petersgraben 67 / Rosshofgasse 8. Es war das ehemalige Verwalter- und Bedienstetenhaus des «Rosshofs», das

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Hochkonjunktur ihren Anfang nahm, stellten sich viele Änderungen ein. Mit einiger Skepsis wagte man sich an die Fabrikation der ersten Teebeutel respektive Teekapseln, versuchsweise wieder erst in mühevoller Handarbeit und unter Beihilfe selbstkonstruierter Abfüll- und Schweissmaschinen.

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AKTUELL 21

Viviane Bisang in der London Tea Verkaufsstelle am Spalenberg 10 in Basel. Ein Ort wo Tee kaufen zum Erlebnis wird.

Erst nach einigen Jahren, als man feststellen musste, dass der Teebeutel aus der modernen Zeit nicht mehr wegzudenken war, stellte man dann auf vollautomatische Maschinen um.

LONDON-TEA-VERKAUFSSTELLE BASEL «TEE HUUS BASEL» Ein Grossbrand im Jahre 1955 am Nadelberg, der auch Teile des Rosshofs in Mitleidenschaft zog, führte dazu, dass der ganze Rosshof, mit Ausnahme des Gutshauses, abgerissen wurde. Der Laden der London Tea wurde an den Spalenberg 26 verlegt und Verwaltung, Lager und Versandabteilung bezogen den Neubau an der Reinacherstrasse 97 in Münchenstein. Bis zum heutigen Tag ist das «Tee Huus Basel» der London Tea am Spalenberg nicht mehr wegzudenken und verfügt mit dem Laden, seit dem Jahre 2001 am Spalenberg 10, über das grösste Teefachgeschäft der Schweiz. Teekenner und Teegeniesser finden hier das umfangreichste Angebot an Schwarztee, Oolong, Pu Er Tea, Grüntee, Weissem Tee, Gelbem Tee, Rooibos, Kräuter- und Früchtetee. Ergänzend dazu gibt es sämtliches Zubehör für den feinen Teegenuss. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die vielen originellen Geschenkpackungen. Das freundliche Personal ist jederzeit bemüht, die Teeliebhaber fachmännisch zu beraten und gibt gerne manch guten Tipp für köstlichen Teegenuss weiter. Mit der ständigen Vergrösserung des Angebotes zeigte sich aber auch ein konstanter Platzmangel. Mit einer Renovation im Juli 1996 versuchte man dies etwas zu mildern, doch die Raumnot blieb bestehen. Seit Juli 2001 kann sich das Teefachgeschäft glücklich schätzen, im «Huus zem Obern Licht» am Spalenberg 10 das Optimale gefunden zu haben.

Im Februar 2020 ging die historische Liegenschaft am Spalenberg 10 aus dem Jahre 1261 in den Besitz der London Tea über und wurde sanft renoviert. Im Zuge dieser Renovation wurden im ersten Stock alte Räumlichkeiten wiederhergestellt, die in Zukunft für Teeschulungen, Teeseminare und das Zelebrieren verschiedener Teetraditionen wie englischer TeaTime, ostfriesischer Teezeit oder Tee serviert auf japanische, chinesische oder orientalische Art verwendet werden. Geführt wird das Teefachgeschäft am Spalenberg von Viviane Bisang, Ehefrau von Matthias Bisang (Inhaber und dritte Generation).

LONDON-TEA-VERKAUFSSTELLE MÜNCHENSTEIN «TEE-MANUFAKTUR LADEN» Der Tee-Manufaktur Laden in Münchenstein bei Basel verführt Ihre Sinne auf über 180 Quadratmetern. Teegeniesserinnen und Teegeniesser erwartet eine Welt der exklusivsten Teesorten. Direkt aus dem klimatisierten Lager werden die über 360 Sorten Tee frisch abgepackt und im angrenzenden Laden präsentiert. Sie können sich den Tee zeigen lassen und daran riechen. Ebenfalls erwartet Sie in Münchenstein eine grosse Auswahl rund um die Teezubereitung. So können Sie jegliche Art von Teekannen, Teesiebe, Teedosen, Teetassen und die trendigen Tea-to-go-Behälter direkt ab Lager kaufen. Ergänzt wird das Sortiment mit dem einmaligen Angebot der Jacob’s Basler Leckerly und den hervorragenden Gerber Biskuit-Sorten aus dem Berner Oberland. Für die gehobene Gastronomie wurde ein spezieller Sektor eingerichtet – mit sämtlichen Zutaten, die es für den gediegenen Teeausschank braucht.

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22 AKTUELL

Fabrice Bisang mit dem wohl modernsten Online Teeshop unter london-tea.ch

LONDON-TEA-VERKAUFSSTELLE IN WEIL AM RHEIN Mitte 1995 eröffnete die London Tea einen Verkaufsladen in Weil am Rhein, zuerst am Berlinerplatz und dann direkt an der Hauptstrasse. Die immer schwieriger werdenden Zollformalitäten und die eher hinkende Frequentierung des Ladens haben das Unternehmen dazu bewogen, die Filiale wieder zu schliessen. Zudem wurde nach der Eröffnung des neuen Basler Ladens am Spalenberg 10 deutlich, dass die deutsche Kundschaft lieber in Basel einkauft – ein Zustand, den der Basler Traditionsbetrieb natürlich sehr schätzt und tatkräftig unterstützt.

LONDON-TEA-TEEMANUFAKTUR IN MÜNCHENSTEIN

Auflage, über die modernste Internetplattform für Teeliebhaberinnen und Teeliebhaber. Sie erhalten sämtliche Informationen rund um den Tee und Detailauskünfte über alle Teesorten, verknüpft mit viel Wissenswertem über das edelste Getränk der Welt.

LONDON TEA AUF SOCIAL MEDIA Der neue Shop eröffnet der London Tea im Bereich Social Media viele zusätzliche Möglichkeiten und die vierte Generation der Familie, Noël und Fabrice Bisang (beides gelernte Köche mit Erfahrung in der Sternegastronomie), wird ihr Fachwissen über Tee auf diesem Kanal der Kundschaft näherbringen.

Hier werden die exklusiven und edelsten Teesorten aus allen Anbaugebieten der Welt in einem neu erstellten, klimatisierten Lager untergebracht. Die Tee-Raritäten werden lichtgeschützt, gekühlt und unter der jeweils besten Luftfeuchtigkeit gelagert, ein beachtlicher Aufwand für die Erhaltung der Teequalität und für die Frische dieses edlen Produktes.

FAMILIE BISANG

Ebenfalls im Hauptsitz befinden sich die Tea-Tasting-Räume, in denen ausgebildete Teetester die täglich eintreffenden Teeproben aus den Anbaugebieten verkosten und nach Bedarf einkaufen. Diverse Familienmitglieder genossen in London und in Hamburg eine intensive Ausbildung als Teetester und in ihren Zuständigkeitsbereich fällt auch das Zusammenstellen der Teemischungen und die Herstellung der Aromatees. Das Fachwissen der Inhaber wird auch regelmässig bei Teeseminaren an Interessierte weitergegeben. Alle Mitarbeiterinnen im Betrieb, sei es an den Abfüllmaschinen, in der Packerei oder im Laden, sind bemüht, mit grösster Sorgfalt zu arbeiten und stellen mit Begeisterung die vielen Geschenkpackungen her – alles in der Hoffnung, der Kundschaft einen ungetrübten Teegenuss zu verschaffen.

Es macht die Familie besonders stolz, dass die vierte Generation in die Fussstapfen tritt und mit viel Engagement am Werk ist. Im Sinne der Vorfahren streben auch Noël und Fabrice Bisang täglich danach, nur bestmögliche Qualität einzukaufen und der Kundschaft anzubieten. Noël und Fabrice Bisang haben beide eine fundierte Gastronomie- respektive Kochausbildung absolviert. Ihr Fachwissen und ihr Netzwerk auf diesem Gebiet wird in Zukunft für den Ausbau des Standbeines «gehobene Gastronomie» genutzt.

LONDON-TEA-TEEVERSAND Schon in den Zwanzigerjahren begann die London Tea mit dem Versand ihrer Teespezialitäten, und dies nicht nur an Hotels, Tea-Rooms et cetera, sondern auch an Privathaushalte. Besonders die Anzahl der Privatkundschaft in der ganzen Schweiz steigerte sich von Jahr zu Jahr. Es ist erfreulich festzustellen und macht das Unternehmen sehr stolz, dass die Kundentreue über Generationen weitergegeben wird.

Die Firma London Tea wird heute von der dritten und vierten Generation der Familie Bisang geleitet. Der aus der dritten Generation stammende Matthias Bisang führt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen das Traditionshaus und sorgt dafür, dass die Firmenphilosophie weiterlebt.

Es ist zudem sehr erfreulich, dass Rosmarie Bisang-Braun aus der zweiten Generation den Betrieb mit Erinnerungen, Lob und viel Liebe unterstützt. Natürlich ist sie mit ihren 91 Jahren noch eine fleissige Teetrinkerin und probiert auch gerne die eine oder andere Neukreation aus dem Hause London Tea.

TEE MANUFAKTUR, LONDON TEA Verkaufsstelle Basel Spalenberg 10 CH-4051 Basel

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Verkaufsstelle Münchenstein Reinacherstrasse 97 CH.4142 Münchenstein Telefon +41 (0) 61 411 95 96 info@london-tea.ch

Als erstes Teegeschäft richtete die London Tea im Jahre 1996 einen Onlineshop ein und verfügt, mit der im August 2021 völlig neu konzipierten

WWW.LONDON-TEA.CH

Besonders erfreulich ist, von vielen Schweizern im Ausland immer wieder um die Zusendung «ihres Tees» gebeten zu werden, und so reisen oft Pakete der London Tea in die weite Welt hinaus.

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24 AKTUELL

«Directors Cut» Pinot Noir 2019, Weingut Kuhn

Frida 2020, Cuvée und Signature-Wein des Weingutes Kuhn

Château Clos Junet 2018, St. Emilion Grand Vin Grand Cru

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MEHR ALS NUR WEINE «Das gibt es fast nirgends, dass man nach Lust und Laune Weine degustieren kann, ohne sich einem Kaufzwang unterstellen zu müssen.» So äussern sich sehr viele Kundinnen und Kunden des Wylaade an der Hauptstrasse 31 in Oberwil.

U

nd auf diese Aussage angesprochen, sagt Mitinhaber Christian Kern, dass dies stimme, denn «wenn Sie Hosen kaufen gehen, probieren Sie ja auch, ob sie sitzen, oder?» Im Umkehrschluss heisst dies, dass die Kunden wissen müssen, was sie kaufen. Damit setzen sich die «Wyläädeler» gegen die weitläufige Meinung zur Wehr, dass man im Fachgeschäft mit Degustationen knauserig umgehe.

kritiker Christian Seiler hat im TA-Magazin zu einer Lobeshymne angesetzt) oder aus Zypern im Angebot findet. Diese Weine müssen keinen Vergleich fürchten und haben immer mehr begeisterte Anhänger gefunden. Weine aus Spanien, Italien und neu auch aus dem Bordeaux (Château Clos Junet) und Deutschland (Weingut Kuhn, Freiburg im Breisgau) wissen zu überzeugen. Viele dieser Weine führt der Wylaade im Übrigen exklusiv in der Schweiz, denn was zählt, ist auch Kontinuität im Sortiment.

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EIN EXKLUSIVES SORTIMENT Im Wylaade finden alle Weinfreunde unbekanntere Provenienzen, Weine von jungen Weinmachern und ein Sortiment, welches überzeugt und günstig für die Käuferschaft ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass man absolute Spitzenweine aus der pannonischen Ebene (Wein­

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26 AKTUELL

WERKPARK, STIFTUNG GEWERBE- UND BUSINESSPARK BASEL

JETZT ZUSCHLAGEN UND SICH EINMIETEN! An der Neudorfstrasse zwischen dem EuroAirport und der Innenstadt entsteht ein erfolgversprechendes Ökosystem für KMU und Start-ups in den Bereichen Gewerbe und Dienstleistungen. Die Lage ist ideal, die Konditionen sind attraktiv.

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N

ahe beim Flughafen, bestens erschlossen mit dem öffentlichen Verkehr und mit direkter Anbindung an die Autobahn entsteht in Basel im siebenstöckigen Gebäude der sogenannten Werkarena ein Ökosystem für KMU, Gewerbe und Start-ups. Auf einer gesamten Nutzungsfläche von rund 20’000 Quadratmetern bietet die Werkarena ab April 2022 Büros – vor allem aber auch Produktions- sowie Lagerflächen – mit modernster Infrastruktur an. Damit werden ideale Voraussetzungen für Innovation und Wachstum in Basel geschaffen. Mit dem Werkpark auf der dritten Etage des Gebäudes bietet die Stiftung Gewerbe- und Businesspark Basel aufstrebenden Unternehmen optimale Bedingungen für das weitere Geschäftswachstum. Träger der Stiftung Gewerbe- und Businesspark Basel, welche den ganzen Stock mietet und bedarfsgerecht an Unternehmen weitervermietet, sind bis dato der Gewerbeverband Basel-Stadt, die Stiftung Regionales Gründerzentrum Reinach und die Basler Kantonalbank. Neben Mieträumen für etwa 100 Arbeitsplätze (Gewerberäume, Büros, Co-Working-Plätze, Gemeinschaftszonen und Auditorium) auf insgesamt 3 665 Quadratmetern Fläche und 50 Parkplätzen stehen Dienstleistungen wie Telefon- oder Postservice sowie Unterstützung bei der Administration für Unternehmen zu bezahlbaren Preisen und flexiblen Konditionen bereit. «Die Werkarena ist mit dem Werkpark ein wichtiger Baustein für BaselStadt als Gewerbestandort. Das Projekt zeigt auf, wie sich gewerbliche Tätigkeiten in einem Stadtkanton mit begrenztem Raumangebot weiterentwickeln können», sagte Regierungsrat Kaspar Sutter, Vorsteher des Basler Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, bei der Auftaktveranstaltung des Werkparks am 5. November 2021.

AKTUELL 27 ANGEBOT UND INFRASTRUKTUR DES WERKPARKS Der Werkpark Basel bietet im dritten Stockwerk auf 3 665 Quadratmetern im Gebäudekomplex der Werkarena folgende Nutzungsmöglichkeiten: § drei Räume mit Einzelarbeitsplätzen à 21 Quadratmeter, § 20 Räume mit zwei Arbeitsplätzen à 31 Quadratmeter, § sechs Räume mit drei Arbeitsplätzen à 54 Quadratmeter, § zwei Räume mit vier Arbeitsplätzen à 69 Quadratmeter, § zwei Besprechungsräume für sechs Personen, § zwei Besprechungsräume für zehn bis zwölf Personen, § drei Aufenthalts- und Begegnungszonen, § zwei Multifunktionsräume à 57 Quadratmeter und 69 Quadratmeter (Idea Lab / Deep-Working-Zone), § Co-Working-Zone à 192 Quadratmeter für 20 Desks, § Auditorium mit circa 120 Sitzplätzen, § 50 Parkplätze für Mieter und Besucher des Werkparks.

WERKPARK, STIFTUNG GEWERBE- UND BUSINESS­PARK BASEL Markus Fischer, Projektleiter Neudorfstrasse 1 CH-4056 Basel Telefon +41 (0) 61 271 80 45 m.fischer@werkpark-basel.ch WWW.GEWERBE-BASEL.CH WWW.WERKARENA-BASEL.CH

Für Projektleiter Markus Fischer steht fest, dass der Werkpark zum Hotspot für praktischen Wissens- und Erfahrungsaustausch wird und beste Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Start-ups, KMU und Gewerbe bietet. Auch für Gewerbedirektor und Stiftungsratsmitglied Gabriel Barell spielen Werkpark und Werkarena eine wichtige Rolle für die Bereitstellung der in Basel so raren Gewerbeflächen: «Ich bin stolz auf dieses wegweisende Projekt und überzeugt vom grossen Mehrwert für unsere Stadt.» Für Melchior Buchs, Leiter Business Parc Reinach / Liestal und Stiftungsratsmitglied, steht fest: «Der Werkpark ist ein bedeutender Ort, an dem sich innovative KMU und Start-ups treffen, austauschen und gegenseitig befruchten können.» Auch für die BKB steht fest, dass mit dem Werkpark die dringend benötigten Entwicklungsflächen zur Verfügung gestellt werden, um die gewerblichen Unternehmerinnen und Unternehmer zu unterstützen. Die Stiftung Gewerbe- und Businesspark Basel steht weiteren Partnern, die sich für die Entwicklung der Wirtschaftsregion Nordwestschweiz engagieren möchten, offen. Das Angebot des Werkparks geht für Gewerbetreibende, Dienstleister und Start-ups weit über die Bereitstellung von Mietflächen hinaus. Geboten werden unter anderem: § Dienstleistungen wie Telefon- oder Postservice sowie Unterstützung bei der Administration, § der Zugang zu einem breit gefächerten, professionell bewährten Netzwerk und Unterstützung in sämtlichen Bereichen, zum Beispiel rechtlichen Fragen, Marketing, Administration und Betriebswirtschaft, § der Anstoss von Innovationen und Synergien mittels moderierter Anlässe vor Ort. Der Werkpark Basel wird sich als Hotspot für praktischen Wissens- und Erfahrungsaustausch etablieren.

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28 AKTUELL

Träume in Schmuck fassen – das ist die Herausforderung.

GOLDSCHMIED BY SIMON ETTER

FREUDE BEREITEN – DER CHARME VON SCHMUCK Gold war und repräsentiert einen Sehnsuchtsort, egal ob es als Wertanlage, als religiöses Symbol oder als Schmuck verwendet wird. In anspruchsvollen Schmucklösungen fliessen handwerkliche Kunst und Phantasiewelten auf engstem Raum zusammen. INTERVIEW MIT SIMON ETTER VON GEORG LUTZ

K

unsthandwerk mit edlen Materialien wie Gold hat in Basel seit über vier Jahrzehnten eine zentrale Anlaufstelle: die Schneidergasse 22. Dort arbeitet verantwortlich Simon Etter, seitdem er 2015 das Geschäft vom Gründer Peter Gschwind übernommen hatte. Hier entstehen innovative und modische Schmuck-­ Innovationen, die gleichzeitig den alten Werten und Traditionen des Goldschmiedehandwerks verbunden sind.

Gold symbolisiert einen alten Menschheitstraum. Wie sind Sie zum Material Gold in Kombination mit dem Thema Handwerk gekommen? Simon Etter: Mit 15 Jahren hat man Träume und muss manchmal doch nüchterne Entscheidungen treffen. Ich habe mich für eine Lehre entschieden. Handwerklich zu gestalten lag mir. Ich hatte viel Ruhe, Geduld und den Willen, etwas perfekt zu machen. Dass dies am Schluss in den Beruf des Goldschmieds mündete, war in diesem Alter fast Zufall – vielleicht auch Schicksal. Sie haben auf Ihrer Website, um Ihre Philosophie zu unterstreichen, ein Zitat von Richard Sennett stehen: «Das Bestreben, eine

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Tätigkeit um ihrer selbst willen gut zu machen.» Richard Sennett ist ein Theoretiker der urbanen Stadt und der in ihr wohnenden Menschen, die oft haltlos wirken. Vermittelt Ihr Schmuck Halt in einer Postmoderne, die sehr hektisch und stressig ist? Ja, ich denke schon. Schmuck ist pure Emotion und gleichzeitig etwas nahezu Beständiges. Gut gestalteter und verarbeiteter Schmuck wird uns alle überdauern und seine Geschichten auch kommenden Generationen erzählen. Schmuck schenkt man auch Freunden, Partnern oder Kindern, die man ins Herz geschlossen hat und in seiner Nähe haben möchte. Die Bindung ermöglicht ein Goldschmied und auch nach 50 Jahre ist dies zu spüren. Ist das nicht wunderbar? Mit Schmuck vermittelt die Trägerin oder der Träger auf jeden Fall Botschaften. Welche sind dies aus Ihrer Sicht? Das ist so individuell verschieden. Manche möchten ihren Sinn für Ästhetik mit Schmuck zum Ausdruck bringen, manche eine Geschichte damit erzählen. Dann gibt es Schmuck, der die Verbundenheit zu jemanden symbolisiert oder etwas aufzeigen will. Es gibt aber auch Schmuck, der ein Statussymbol darstellt.


AKTUELL 29 Bei der Schmuckproduktion geht es um das Wesentliche und Perfekte. Schmuckproduktion verlangt handwerkliches Geschick, das ist klar. Welche Voraussetzungen braucht es hier zudem? Für das handwerkliche Geschick braucht man sicher eine gewisse Veranlagung, viel Übung, Willen und Erfahrung. Dazu kommen eine ruhige Hand, gute Augen und Sitzleder. Etwas Leidensfähigkeit sollte man auch im Kompetenzen-Rucksack haben. Die Akteure dürfen keine Scheu vor schmutzigen Fingern und ab und zu Blasen und Schrammen an den Händen haben. Jetzt hat Schmuck auch eine phantasievolle Note. Wie realisiert man eine Phantasie? Es braucht Sinn für Formgebung, Mut für Neues und viel Geduld. Ihr Haus wurde von Ihrem Vorgänger Peter Gschwind Anfang der Siebzigerjahre gegründet. Was hat sich seit dieser Zeit, in Ihrer Goldschmiede verändert? Die Werkstatt wurde immer voller. Manchmal fühle ich mich wie in einem Tetris-Spiel oder Raum-Puzzle, um die vielen durch die Jahre dazugewonnen Maschinen und Werkzeuge unterzubringen. Der Schmuck hat sich durch die Jahre verändert und oft dem Zeitgeist angepasst. Es gibt aber auch Schmuck-Konstanten, die von Peter Gschwind kreiert wurden und heute immer noch sehr gefragt sind – im Übrigen von Jung und Alt. Diese, so kann man mit leichtem Stolz betonen, gehören zur Basler Schmuckgeschichte. Gibt es Moden- und Materialzyklen? Ja klar, wie das meist auch in anderen Branchen zu beobachten ist. Besonders in der Mode und Architektur kennen wir das. Ich arbeite oft mit traditionellen Werkstoffen und Formen, die aber mit den aktuellen Anforderungen, Materialien und Techniken gemischt werden. Gewisse Materialien kommen und gehen und erleben, wie zum Beispiel das Rotgold, wieder eine Renaissance. Schmuck kann auch verändert werden. Gibt es immer wieder neue Phasen in meinem Leben, in denen ich meinen Schmuck anpassen sollte? Da gibt es naheliegende praktische Gründe, wenn beispielsweise die Grösse der Ringe nicht mehr passt. Oft bewirken schon eine professio-

Im Jahr 1972 hat Peter Gschwind sich als Goldschmied in Basel selbstständig gemacht und 43 Jahre das Basler Kunsthandwerk massgeblich geprägt.

nelle Reinigung und Auffrischung optische Wunder. Ansonsten sollte jeder für sich entscheiden, ob das Schmuckstück noch zu ihm passt oder nicht. Aber es ist sicher gut zu wissen, dass man Schmuck, teilweise auch ohne grossen Aufwand, passend zum neuen Lebensabschnitt ändern kann.

Welche Zielgruppen sind bei Ihnen zu finden? Das geht querbeet. Es gibt aber einen gemeinsamen Nenner: Meine Kundschaft hat Freude an schönen Dingen, auch wenn das nur die kleinen Dinge im Leben sind. Zudem fallen die Lust und der Spass, sich für etwas zu entscheiden, auf.

«Meine Kundschaft hat Freude an schönen Dingen …» Haben Sie sich für die nächsten zwei, drei Jahre Ziele gesetzt und welche sind das? Da ich seit anderthalb Jahren stolzer Vater der wundervollsten Tochter bin, ist mein Ziel, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Ein grosses Ziel, von meinem Beruf hergesehen, ist es, vielen Leuten den unbekannten oder scheinbar etwas angestaubten Goldschmied näherzubringen. Bei uns gehen die traditionellen Werte Hand in Hand einer lebendigen und funkelnden Zukunft entgegen.

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Simon Etter, der 2015 das Geschäft übernommen hat, arbeitet mit Innovationen, welche immer sehr eng mit den alten Werten und Traditionen verbunden sind.

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30 AKTUELL

ERSTE INDUSTRIENACHT REGIO BASEL

EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN Während der erstmalig in der Region durchgeführten Industrienacht Regio Basel öffnen Unternehmen ihre Tore für ein breites Publikum und gewähren einen Blick hinter die Kulissen. Hauptsponsorin des Events ist die Handelskammer beider Basel (HKBB), um die Organisation kümmert sich die Basler Kultur- und Eventmanagementfirma «Das Mgmt», welche seit 2019 auch die Projektleitung der Basler Museumsnacht übernommen hat. Als übergreifende Dachorganisation agiert der Trägerverein Industrienacht Basel. VON MARIO HETZEL

Die Industrienacht Regio Basel will Gesellschaft und Wirtschaft einander näherbringen.

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as Konzept eines nächtlichen Events mit Fokus auf Bildung und Arbeit wurde bereits an ähnlichen Anlässen in Zürich, Thun und Solothurn erfolgreich umgesetzt. «Man kann sich die Industrienacht ähnlich wie die Basler Museum­snacht vorstellen», erläutert Nicolas Schmutz von «Das Mgmt», welche die konzeptionelle Entwicklung und die Durchführung der Industrienacht Regio Basel koordiniert. «Statt Kulturbetriebe öffnen Unternehmen unserer Region ihre Tore für interessierte Besucherinnen und Besucher.»

Shuttlebusse werden rund 30 Arbeitsareale anfahren – vom Bachgraben über das Hafenareal, von verschiedenen Standorten in der Stadt bis nach Reinach –, wo Firmen mit spannenden Rundgängen, Workshops und Vorträgen Einblicke in ihre Branche, Unternehmenskultur und Firmengeschichte geben. Zudem haben die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit für lockere Gespräche mit den Mitarbeitenden vor Ort. Das gemeinsame Projekt von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Vereinen stellt während einer ganzen Nacht die Arbeitswelten der beiden Kantone ins Rampenlicht. Ob Jung oder Alt, ob in Ausbildung oder auf der Suche nach einer Arbeitsstelle, ob interessiert oder kritisch  – die Industrienacht ist ein niederschwelliges Event mit spannenden Erlebnissen für alle.

DIALOG ZWISCHEN WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT Die Handelskammer beider Basel engagiert sich hierbei als Hauptsponsorin und fungiert als Vermittlerin zu den Unternehmen. Das Event sieht sie als ideale Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. «Die Region Basel weist einen innovativen Branchenmix aus KMU und Weltkonzernen auf. In den meisten Fällen pulsieren diese Arbeitswelten allerdings hinter verschlossenen Türen. Nicht so bei der ersten Industrienacht Regio Basel, an welcher zahlreiche Unternehmen ihre Firmenareale für Besucherinnen und Besucher öffnen», erklärt Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel. «Wir wollen die Gesellschaft und die Wirtschaft einander näherbringen. An der Industrienacht können sich Besucherinnen und Besucher und Firmenvertreterinnen und -vertreter in einem einfachen, informellen Rahmen kennenlernen und miteinander in Dialog treten. Die Industrienacht eröffnet den Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Region einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmen. Sie zeigt auf, was diese leisten, wie sie so zum Wohlstand unseres Wirtschaftsstandorts beitragen und eine hohe Lebensqualität für uns alle ermöglichen.»

AKTUELL 31 SPANNENDE EINBLICKE IN BASLER UNTERNEHMENSWELTEN Die erste Ausgabe der Industrienacht wartet mit einem bunten Branchenmix auf, von den Life Sciences über die MEM-Industrie und Logistik bis hin zum Gewerbe. Schon früh hat sich die IWB (Industrielle Werke Basel) für ein Sponsoring entschieden. Als Versorgerin der Region mit Energie, Trinkwasser, Mobilitäts- und Telekomlösungen bietet sie zur Industrienacht spannende Rundgänge durch ihre Anlagen an. Mit der Endress+Hauser Gruppe und der Neoperl AG hat das Projekt zudem zwei spannende Firmen aus der Privatwirtschaft als Sponsoren gewinnen können. An der Industrienacht nimmt die Endress+Hauser Gruppe die Besucher auf eine Reise in das Universum der Mess- und Regeltechnik mit. Und die Neoperl AG lässt in die Welt der Produkte rund um die Ressource Trinkwasser eintauchen – Produkte, die den Wasserstrahl in den Haushalten der Region formen und ihn vor Verunreinigungen schützen. Auch bei Vertretern der Stadt Basel stösst das Event auf Resonanz: «Die Industrienacht hat grosses Potenzial. Eine Nacht lang dürfen wir auf Entdeckungstour gehen, hinter sonst verschlossene Türen blicken und fremde Welten erschliessen», so Regierungsrätin Esther Keller. «Damit wird nicht nur die Verbindung der Menschen mit den Unternehmen der Region gestärkt, sondern auch Raum für Kreativität und Innovation geschaffen.» Auch Mathias F. Böhm, Geschäftsführer von StadtKonzeptBasel, zeigt sich gespannt: «Hinter den vielen Produkten stehen Menschen, Herstellungsprozesse, Rohstoffe und viel Kreativität und Initiative. Ob kleines oder grosses Unternehmen  – spannend sind die Einblicke, Geschichten und Erlebnisse vor Ort allemal.» Das gesamte Programm ist online verfügbar, der Ticketvorverkauf hat bereits begonnen. WWW.INDUSTRIENACHT.COM

GENAUER TERMIN WIRD NOCH BEKANNT GEGEBEN Ursprünglich sollte die Industrienacht Regio Basel am 25. März 2022 stattfinden. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation lässt sich die Veranstaltung zu diesem Termin nicht durchführen, ein Ersatztermin war bis Redaktionsschluss des «Geschäftsführers» Basel noch nicht bekannt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.


32 AKTUELL MICHA SCHULZ GMBH

BEWUSSTES «HINTERFRAGEN» … DURCH COACHING! Gerade in unvorhersehbaren Zeiten wie diesen ist der Satz «Das Leben ist Veränderung» für jeden nachvollziehbar. Veränderung ist aber nur spürbar, wenn man das Bisherige und das Neue bewusst hinterfragt. Wer Veränderung über sich ergehen lässt, wer lediglich instrumentalisiert und gelenkt werden will, wird sich eher ängstlich und «machtlos» durch die Welt bewegen.

man selbst anstossen und ob man aktiver Teil der Neugestaltung sein will. Für Einzelne und Unternehmen ist wertvoller, «eigengesteuert» zu agieren, als gesteuert zu werden. Nutzen Sie die Chance, Ihren Weg zu reflektieren, zu hinterfragen, zu ergänzen und zu stärken, um Ihre Ziele aktiv zu erreichen. Werden Sie sich Ihrer Stärken bewusst. Bündeln Sie diese für sich und für Ihr Team. Steuern Sie Ihren Weg bewusst und gestärkt. Nutzen Sie für sich den Ort, der für Sie angenehm ist. Durch Coaching für Firmen oder als Privatperson § beim Coach § face to face bei Ihnen privat oder in Ihrem Betrieb § auf digitalem Weg § NEU: flexibel und diskret in meinem neutralen Coaching-Bus

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er jedoch «selbst und bewusst» reflektiert, kann aktiv aus seiner Erfahrung schöpfen und aktiv Veränderungen als Chance begreifen. Voraussetzung dafür ist, «Eigenverantwortung» übernehmen zu wollen, um die Zukunft aktiv anzugehen und dabei die eigenen Stärken und Erfahrungen einzubringen.

Eine wesentliche Tatsache: Jeder ist selbst – als sein «Original» – meist besser, authentischer und stärker, als wenn er eine noch so gute «Kopie eines Anderen» sein will. Wenn ich bewusst reflektiere, weiss ich, warum ich umsetzen will, was ich ansteuern und dann auch erreichen kann. Eigene Erfolge resultierend aus selbst angestossenen Veränderungen wird jeder gerne in sein bisheriges Tun integrieren. Das geschieht, wenn ich mir über eine Veränderung «selbst bewusst» bin und diese auch gezielt angehen möchte. Wenn ich etwas verändern will, tue ich dies «aus eigener Initiative». Damit setze ich diejenigen Vorhaben um, hinter denen ich stehe. Wer reflektiert, hat die Stärke und den Mut, Veränderungen aktiv anzugehen und bewusst zu gestalten. Wem das klar ist, der visiert sein Ziel sicher an und programmiert sein Navi selbstständig für seinen eigenen Weg. Eigeninitiative ist im Privaten oder im Business für jeden Einzelnen oder als wichtiger Baustein eines Teams «wohltuend». Die Veränderungsgeschwindigkeit und -intensität nimmt immer stärker zu. Welche Rolle man dabei spielt, kann jeder selbst entscheiden. Es hängt davon ab, was

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integrieren Sie Themen wie § eigene Steuerung im Home Office § digitale Meetings § Führung auf Distanz und die Nutzung der Führungsinstrumente § Teamarbeit im Home Office § Vertrauen aufbauen auf Distanz § die richtige Art und Dosis der Kommunikation und Information § und vieles mehr bewusst in Ihren Weg.

«Ich begleite, berate, hinterfrage und unterstütze Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel!» MICHA SCHULZ GMBH Coaching Consulting Training Christoph-Merian-Ring 11 CH-4153 Reinach Telefon +41 (0) 78 642 40 88 info@michaschulz.ch WWW.MICHASCHULZ.CH


KOLUMNE 33

DER TRENNUNGSPROZESS IM ARBEITSALLTAG von Miriam Hersche

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uf der Suche nach neuen Mitarbeitenden ist es jedem Unternehmer wichtig, an die Besten zu kommen. Die meisten Unternehmen setzen sich dafür ein, diesen Prozess professionell umzusetzen. Denn der erste Eindruck ist bekanntlich unvergesslich und es ist wichtig, dass er beim zukünftigen Mitarbeitenden in positiver Erinnerung bleibt. Dieser Einstellungsprozess ist Motivation und Ansporn zugleich für beide Seiten. Doch wenn es zur Trennung in einem Arbeitsverhältnis kommt, sieht es oft ganz anders aus. Dabei ist es wichtig, dass ein Trennungsprozess gut geplant und umgesetzt wird. In der Schweiz ist die gesetzliche Grundlage im Arbeitsrecht, wenn es um Trennungen im Arbeitsverhältnis geht, im Vergleich zur ausländischen Gesetzgebung, insbesondere zu europäischen Ländern, klar arbeitgeberfreundlich, sprich die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist von Gesetzes wegen in der Regel ohne Angabe eines Grundes möglich. Dies gilt insbesondere bei Arbeitsverhältnissen, welche auf privatrechtlichen Grundlagen (OR, Arbeits­ gesetz) aufbauen. Anders sieht es im öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis aus, bei dem bereits vor Kündigung wichtige Schritte, zum Beispiel das rechtliche Gehör, gewährt werden müssen. Selbstverständlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, auch in privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen, auf Aufforderung des Arbeitnehmenden, die Kündigung schriftlich zu begründen. Zudem zeigen die Urteile der Rechtsprechung klar auf, dass Unternehmen gut daran tun, den Trennungsprozess angemessen und ordnungsgemäss vorzubereiten und passend zu dokumentieren. Idealerweise verfügt das Unternehmen über einen Disziplinarprozess, durch den die Vorgesetzten in erster Linie eine aus eigenem Antrieb sich entfaltende Leistungs- und Verhaltensdisziplin ihrer Mitarbeitenden fördern. Disziplinarmassnahmen sollen dabei nur in Betracht gezogen werden, wenn andere Führungsanstrengungen nicht zum Erfolg geführt haben. Diese sind nicht in erster Linie als Sanktionen zu handhaben, sondern dienen dazu, auf Mängel und Unzulänglichkeiten hinzuweisen, diese so weit als möglich zu beheben und eine Verhaltensänderung herbeizuführen. Verstösst ein Mitarbeiter gegen die Disziplin, so muss die vorgesetzte Person dieses Verhalten nicht von vornherein nur auf schlechten Willen des Mitarbeiters zurückführen. Vielmehr wird sie prüfen, ob nicht an-

dere Ursachen zugrunde liegen, beispielsweise eine Nichteignung für die zugewiesene Arbeit, ein gestörtes Verhältnis zu anderen Mitarbeitenden, Probleme im privaten Umfeld, Führungsfehler oder ungünstige Arbeitsplatzbedingungen. Von eigentlichen Disziplinarmassnahmen ist zudem abzusehen, solange das Ziel durch Aussprachen erreicht werden kann. Solche Aussprachen sind in der Regel wirksamer, wenn die vorgesetzte Person nicht bloss begangene Fehler tadelt, sondern den Betroffenen zur Einsicht führt und mit ihm zusammen die Voraussetzungen für die künftige Bewährung schafft. Wenn besondere Verhältnisse am Arbeitsplatz oder eine Nichteignung für die bisher zugewiesene Arbeit das pflichtwidrige Verhalten mitverursacht haben, so ist eine Versetzung zu erwägen. Selbstverständlich gibt es im Trennungs­ prozess auch andere Gründe, zum Beispiel Mitarbeitende, welche bei einem neuen Arbeitgeber wichtige Berufs­ erfahrung sammeln möchten, um dann allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukehren und einen Mehrwert für das frühere Unternehmen generieren zu können. Aus meiner langjährigen Berufsexpertise weiss ich, dass ein Trennungsprozess genauso wichtig ist wie der Einstellungsprozess. Jedes Unternehmen tut gut daran, die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses fachgerecht zu implementieren, denn nicht zuletzt ist ein Mitarbeiter, welcher das Unternehmen verlässt, auch ein wichtiger Botschafter und beeinflusst die Reputation eines Unternehmens. Gerne stehe ich Ihnen mit meiner praxisorientierten und rechtlich abgestützten Erfahrung zur Verfügung und freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

MIRIAM HERSCHE MAS Business Law, Geschäftsinhaberin Fringilla – Partner of choice Schützenstrasse 8 CH-4410 Liestal Telefon +41 (0) 61 951 25 81 miriam.hersche@fringilla-gmbh.ch WWW.FRINGILLA-GMBH.CH

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34 AKTUELL

BUCHTIPP

BAUMEISTER DES ROTEN BASEL Der Basler Fritz Hauser (1884-1941) gilt als prägender Kopf der Politik und Sozialdemokratie in der Schweiz nach dem Ersten Weltkrieg. Umfassend zeigt die Monografie Baumeister des Roten Basel (Christoph Merian Verlag) seine Rolle in der Bildungs-, Kultur- und Sozialpolitik dieser Zeit. Kämpferisch und unermüdlich setzte der charismatische Politiker weitreichende Akzente: Bis heute wirkt die Ära Hauser, 1941 durch seinen frühen Tod beendet, im Basler Stadtbild nach. Ergänzt von zahlreichen Fotos stellt das Buch Hausers Leben und Wirken in den historischen Kontext dieser Jahrzehnte.

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ls Sohn eines südbadischen Schneidergesellen und einer Schneiderin aus Solothurn glänzte das Einzelkind in der Schule, wurde Primarschullehrer, promovierte, heiratete eine Pianistin und bezog mit seiner Familie schon 1915 ein Ein­f amilienhaus in Kleinbasel. Ein sozialer Aufstieg, der die Eltern mit Stolz erfüllte. Zeitgleich engagierte sich Hauser politisch als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und wurde schon 1911, mit 27 Jahren, in den Basler Grossen Rat gewählt. Bis zu seinem Tod widmete er sich als Berufspolitiker mit «fast dämonischer Arbeitskraft», wie es sein Partei­genosse Martin Stohler nannte, der städtischen und landesweiten Politik. Zu den Höhepunkten seiner Karriere gehören die Neubauten des Kunstmuseums (1936) und des Kollegien­gebäudes der Universität (1939). Vor dem Hintergrund der Entwicklung Basels zur Grossstadt und des Ringens der konservativen Eliten mit einer zunehmend unzufriedenen Arbeiterschaft veränderte sich die Gesellschaft grundlegend. Streiks, modernisierte Erziehungsideale und Schulgesetze, eine neue Sozial­

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gesetzgebung und Umbrüche in der Kulturpolitik markierten epochale Veränderungen in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg bis zum erstarkenden Nationalsozialismus. In dieser Zeit wusste Fritz Hauser seine Entscheidungs- und Handlungsspielräume zu nutzen. Auf der Grundlage des reichen Quellen- und Bildmaterials beleuchtet diese erste Monografie zu Fritz Hauser dessen Rolle als Politiker und Sozialdemokrat und zeichnet ein aufschlussreiches Panorama der Stadt Basel in dieser bewegten Zeit. WWW.MERIANVERLAG.CH

BAUMEISTER DES ROTEN BASEL FRITZ HAUSER (1884-1941) IN SEINER ZEIT Charles Stirnimann, 328 Seiten, 67 teils farbige Abbildungen, © 2021 Christoph Merian Verlag, ISBN 978-3-85616-955-8


KOLUMNE 35

QUO VADIS PHILATELIE? von Jean-Paul Bach

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or über 50 Jahren war das Sammeln und Tauschen von Briefmarken in den Pausenhöfen der Schulhäuser ein beliebter Zeitvertreib. Heute drücken die Jugendlichen nur noch auf ihren Handys herum. Dieses frühe Interesse am Sammeln von Briefmarken fehlt der jungen Generation. Somit ist es immer schwieriger, neue Sammler zu gewinnen. Aber das Sammeln von Briefmarken ist immer noch weit verbreitet und findet sogar neue Liebhaber, aber meist unter erwachsenen Personen und fast nur bei Männern. Grosse Raritäten und Seltenheiten finden immer ihre Abnehmer, oft für weit höhere Preise als vor Jahren. Nehmen wir als Beispiel unsere weltweit beliebten «Basler Tauben» – ein Traum für jeden Jungsammler und auch als Kulturgut oder sogar als Investment immer gefragt. In meinem neuesten Buch habe ich die 400 bekannten erhaltenen Briefe beschrieben und abgebildet. Bei meinen Recherchen zu diesem Werk kam ich zum Schluss, dass viele dieser begehrten Frankaturen heute viel mehr Wert sind als noch vor Jahren. Es gibt Briefe die in den Neunzigerjahren mit 30’000 bis 40’000 Schweizer Franken gehandelt wurden und in den letzten Jahren für 80’000 bis 100’000 Schweizer Franken die Besitzer wechselten. Sicher ist das nicht die Regel, aber je schöner die Erhaltung, je höher der Preis. Aber auch durchschnittliche und sogar bescheidenere Erhaltungen finden Liebhaber zu sehr guten Preisen. Für Neueinsteiger möchte ich folgende Empfehlungen abgeben: Kaufen Sie nur bei bekannten Händlern (Mitglieder des Schweizer Briefmarken-Händler-Verbandes) und bei angesehenen Auktionatoren. Fallen Sie nicht auf sogenannte «Schnäppchen-Angebote» im Internet herein. Kaufen Sie bessere Marken nur mit Attesten und Quittungen. Zu empfehlen ist eine Mitgliedschaft in

einem Briefmarkensammler-Verein (mit dem Abonnement für die Schweizer Briefmarken Zeitung, www.vspv.ch), kaufen Sie den Schweizer Briefmarkenkatalog (SBK) und besorgen Sie sich Fachliteratur (natürlich: Basler Tauben – historische Briefe 1845 – 1852, 310 Seiten von Jean-Paul Bach, ISBN 978-3.9524885-4-6, 28 Schweizer Franken). Zusammenfassend heisst das, sich zuerst zu informieren, eventuell zu dokumentieren und erst dann zu investieren. Aber das Wichtigste beim Sammeln ist und bleibt die Sammlerfreude und sammeln kann man all das, was Freude macht. Es muss ja nicht jeder mit klassischen Briefmarken beginnen. Man kann nach Motiven sammeln, Ansichtskarten statt Briefmarken, irgendwelche Länder, an die man schöne Erinnerungen hat, auch Vorphilatelie, das heisst Briefe aus der Zeit bevor es Marken gab, ein besonders reizvolles Sammelgebiet für Geschichtsinteressierte. Es gibt eigentlich keine Grenzen und das ist das schöne beim Sammeln, man macht sich selbst Freude mit jedem Objekt, das man seiner Sammlung beifügen kann. Vielleicht hat der eine oder andere noch eine Jugendsammlung auf dem Estrich. Das kann wieder ein Anstoss zu einer sehr befriedigenden Sammeltätigkeit werden.

JEAN-PAUL BACH Internationale Philatelie Jean-Paul Bach Schöllenenstrasse 2 CH-4054 Basel Telefon +41 (0) 61 281 81 15 info@bach-philatelie.ch WWW.BACH-PHILATELIE.CH

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36 AKTUELL

ARIV – THE SWISS COLIVING PROJECT BY FUTURE LIVING AG

PIONIER IM BEREICH PREMIUMCO-LIVING IN DER SCHWEIZ Im Frühling wird der erste Ariv Co-Living Space im ehemaligen Stücki-Hotel in Basel eröffnet. Geboten werden schnell und flexibel buchbare Aufenthalte mit allen Annehmlichkeiten eines gehobenen Hotels, gepaart mit der sozialen Komponente von Wohngemeinschaften.

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riv steht für ein bisher ungekanntes Aufenthaltserlebnis: Der Komfort und die Annehmlichkeiten gehobener Hotels werden mit der Privatsphäre und Ausstattung von Serviced Apartments und den sozialen Vorteilen von Wohngemeinschaften verbunden. Ariv erleichtert mit durchdachten Services und Ausstattungen die lästigen Aufgaben des Alltags, damit mehr Zeit zum Leben und Erleben bleibt. Die Gestaltung der Räumlichkeiten verkörpert authentische Schweizer Werte wie Qualität, Innovation und Naturverbundenheit und wird gleichzeitig höchsten ästhetischen Ansprüchen gerecht. Das Angebot von Ariv richtet sich vor allem an Firmen und Privatpersonen, die für eine begrenzte Zeit eine Unterkunft in Basel benötigen und dabei für ein vergleichsweise überschaubares Budget ihr Erlebnis maximieren und weder beim Komfort noch bei Service oder sozialem Anschluss Abstriche machen möchten. Der Co-Living-Space entsteht auf der freiwerdenden Fläche des ehemaligen Stücki-Hotels. Das lebendige Quartier rund um den Stücki Park beherbergt zahlreiche internationale Unternehmen und bietet mit ihren Gastronomieangeboten, Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten die optimale Umgebung für das Community-Prinzip von Ariv. Geplant sind 150 multifunktionale private Suites in unterschiedlichen Grössen von 18 bis 50 Quadratmetern sowie durchdacht gestaltete Gemeinschaftsbereiche für Arbeit, Freizeit, Wellness, Sport und Austausch mit der Community. Das Konzept bedient damit gleich mehrere Megatrends aus den Bereichen der Nachhaltigkeit und des gesellschaftlichen Wandels.

COMMUNITY STEHT IM ZENTRUM Ariv bietet damit viel mehr als nur eine Unterkunft, sondern Zugang zu 1 500 Quadratmetern Gemeinschaftsfläche, die alles bietet, was man für einen bereichernden und unbeschwerten Aufenthalt benötigt. Da-

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rüber hinaus umfasst die Mitgliedschaft Zugang zu einer internationalen, unternehmungslustigen Community sowie eine breite Palette von Annehmlichkeiten, Dienstleistungen, Veranstaltungen und Vergünstigungen bei Partnerunternehmen. Überhaupt wird das Thema Gemeinschaft bei Ariv grossgeschrieben. «Wir bieten unseren Mitgliedern einen nahtlosen Übergang in eine neue Lebenssituation. Es geht nie nur um die Unterkunft, sondern um die gesamte Erfahrung des Ankommens», sagt Gosia Czwarno, Head of Community von Ariv. «Die Schweiz hat einen der höchsten Lebensqualitätsindizes, aber manchmal kann es schwierig sein sich zurechtzufinden», erklärt sie. «Wir wollen diese Lücke schliessen und unsere Mitglieder dabei unterstützen, sich an ab dem ersten Tag wohlzufühlen. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk darauf, eine Verbindung unserer Mitglieder untereinander und zur Lokal­ bevölkerung herzustellen, indem wir sie einladen, Teil einer lebendigen Community zu werden und ihre neue Umgebung gemeinsam zu entdecken.» Ariv ist ein Konzept der Zürcher Company Builders Aquilas in Kooperation mit der Besitzerin Swiss Prime Site AG.

ARIV – THE SWISS COLIVING PROJECT BY FUTURE LIVING AG Ernst-Nobs-Platz 1 CH-8004 Zürich Telefon +41 (0)44 252 20 60 info@ariv.ch WWW.ARIV.CH



© Mummenschanz Stiftung, Noe Flum

38 AKTUELL

50 JAHRE MUMMENSCHANZ

DIE JUBILÄUMSTOUR Seit 50 Jahren begeistert MUMMENSCHANZ die Theaterwelt und das Publikum rund um den Erdball. Mit dem Jubiläumsprogramm «50 Years» lädt die preisgekrönte Formation zu einer Reise voller Phantasie und Poesie ein und zeigt die beliebtesten Sketche aus dem grossen Repertoire der letzten fünf Jahrzehnte. Vom 10. bis 15. Mai 2022 gastiert das Ensemble im Musical Theater Basel.

© Mummenschanz Stiftung, Noe Flum

VON MARIO HETZEL

«50 Years» – eine aufregende Reise durch die Welt von MUMMENSCHANZ.

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ie Welt von MUMMENSCHANZ ist spielerisch, humorvoll, zärtlich und voller Phantasie. Seit der Gründung 1972 in Paris steht die Gruppe weltweit, kulturübergreifend und sprachlich unabhängig für zeitgenössisches Maskentheater. Ohne gesprochenes Wort, rein visuell sowie ohne Musik und Bühnenbild, nur mit Masken und Körpern vor schwarzem Hintergrund – so eroberten die drei Gründer / -innen Floriana Frassetto, Andres Bossard und Bernie Schürch die Welt. Gemeinsam haben sie mit MUMMENSCHANZ eine neue Dimension der Bühnenkunst erschaffen.


AKTUELL 39 Nach dem Tod von Andres Bossard im Jahr 1992 und dem Rücktritt von Bernie Schürch 2012 ist Floriana Frassetto bis zum heutigen Tag die künstlerische Antriebskraft der Formation. In einem halben Jahrhundert entstanden verschiedene abendfüllende Programme. Die Masken- und Spieltechniken und auch das Repertoire erweiterten sich auf über 100 Nummern, mit denen MUMMENSCHANZ bis heute auf allen Kontinenten erfolgreich gastiert.

in «50 Years» auch die fragilen, luftgefüllten Giants, der Röhrenmann und weitere skurrile Gegenstände und Formen auf, die von den fünf Darstellerinnen und Darstellern zum Leben erweckt werden. «50 Years» zeigt aber auch Sketches mit überraschenden, neuen Formen und den für MUMMENSCHANZ so typischen, eigensinnigen Charakteren  – ein spielerisches und interaktives Ereignis für alle Generationen.

Auch im Jubiläumsjahr setzen die «Musiker der Stille» ihr Werk fort: Herausforderungen liebend und neugierig wie am ersten Tag knöpft sich das Ensemble Objekte aus dem Alltag vor und haucht ihnen neues Leben ein. Floriana Frassetto hat hierzu ein Programm kreiert, welches das Publikum auf eine Reise durch die faszinierende Welt von 50 Jahren MUMMENSCHANZ mitnimmt. Zu sehen sind die beliebtesten und erfolgreichsten Nummern mit legendären Charakteren wie den Lehmmasken oder den Klopapier-Gesichtern. Natürlich tauchen

Ein Jubiläumsprogramm ohne Worte und Musik, phantasievoll und poetisch: «50 Years» lässt die Zuschauerinnen und Zuschauer für zwei fesselnde Stunden in die grenzenlose und dennoch vertraute Welt der Phantasie von MUMMENSCHANZ eintauchen. Bis Ende Juni  2022 tourt die Gruppe durch die gesamte Schweiz, geplant sind über 100 Auftritte in 25 Schweizer Orten und in allen Landesteilen.

© Mummenschanz Stiftung, Noe Flum

WWW.MUMMENSCHANZ.COM

Die preisgekrönte Formation hat eine neue Dimension der Bühnenkunst erschaffen.

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40 AKTUELL

Kemiltan Arumai, Antonio Moreno, Ronny Kern und Daniel Schweigert (v. l. n. r.)

FORD STORE BASEL, EMIL FREY AG MÜNCHENSTEIN

NEUE MITARBEITENDE UND NEUE MODELLE Das Jahr 2022 beginnt bei der Emil Frey Münchenstein mit viel neuer Energie im Bereich Ford Personenwagen: Mit Antonio Moreno, Kemiltan Arumai und Daniel Schweigert verstärken drei kompetente und zuverlässige Ansprechpartner das Team. Und im Fahrzeugbereich rollen der neue Ford Fiesta und der neue Ford Focus in den Showroom.

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er FordStore der Emil Frey Münchenstein hat einen neuen Leiter: Antonio Moreno. Er kam von Emil Frey Dreispitz, wo er bereits mehrere Jahre als Verkaufsleiter tätig war. Zudem freut sich das Ford-Personenwagen-­ Team über die tatkräftige Unterstützung zweier neuer Verkäufer: Kemiltan Arumai und Daniel Schweigert. Kemiltan Arumai war zuvor in der Motorrad-Branche tätig und ist jetzt auf vier Räder umgestiegen. Daniel Schweigert hingegen wechselt von Mercedes-Benz zu Ford. Als ausgewiesene Experten in Sachen Mobilität freuen sich alle drei darauf, Interessenten wie Kunden der Emil Frey Münchenstein fachmännisch zu beraten.

DER NEUE FORD FIESTA Aus Vorfreude wird echte Fahrfreude: Der neue Ford Fiesta ist im Showroom der Emil Frey Münchenstein angekommen. Dank seines frischen und dynamischen Aussendesigns sticht die KleinwagenIkone aus dem Hause Ford wohltuend aus der Masse hervor. In seiner neuesten Generation hat er nochmals an Eleganz, Sportlichkeit und Charakter gewonnen. Schon auf den ersten Blick verkörpert der neue Ford Fiesta maximalen Fahrspass, den er mit optimaler Effizienz vereint. Dafür sorgen unter anderem seine innovativen Technologien wie die hochmodernen Ecoboost-Hybrid-Optionen seiner Motoren, die dank einer beeindruckenden Reaktionsgeschwindigkeit bei gleichzeitig geringem Kraftstoffverbrauch und niedrigeren CO2-Emissionen zu überzeugen wissen. Der neue Ford Fiesta ist in den sechs Hauptausstattungslinien Trend, Cool & Connect, Titanium, ST-Line, Active und ST erhältlich. Dank der insgesamt zwölf Modell­v arianten steht für jeden Geschmack und Wunsch das passende Modell bereit. Ab sofort können Probefahrttermine mit dem neuen Ford Fiesta vereinbart werden.

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DER NEUE FORD FOCUS AB MÄRZ 2022 Ebenfalls neu kommt der Ford Focus. In seiner nunmehr vierten Generation ist der neue Ford Focus besser als jemals zuvor, denn er ist noch attraktiver, noch komfortabler, noch faszinierender geworden. Und das sieht man schon auf den ersten Blick. Seine neue Front wurde mit der tiefergezogenen Motorhaube weiter geschärft und die Tagfahrlichter setzen seine dynamische Ausstrahlung perfekt in Szene. Damit diese auch hält, was sie verspricht, kommen eine Reihe von innovativen Technologien zum Einsatz, zum Beispiel das neue Power­ shift-Automatikgetriebe, das für den neuen Ford Focus Ecoboost-­ Hybrid verfügbar ist. Es bietet ein ausserordentlich effizientes und kultiviertes Fahrerlebnis, bei dem auch der Fahrspass nicht zu kurz kommt. Der neue Ford Focus ist in zwei Karosserievarianten mit jeweils 17 Modellvarianten erhältlich, die sich aus seinen sechs Hauptausstattungslinien Trend, Cool & Connect, Titanium, ST-Line, Active und ST ableiten. Neben dem neuen Ford Fiesta und dem neuen Ford Focus warten viele weitere attraktive Ford Modelle darauf, entdeckt zu werden. Und selbstverständlich stehen alle für eine Probefahrt bereit.

FORD STORE BASEL EMIL FREY AG MÜNCHENSTEIN Grabenackerstrasse 10 CH-4142 Münchenstein Telefon +41 (0)61 416 45 45 muenchenstein@emilfrey.ch WWW.FORDSTOREBASEL.CH


AKTUELL 41

FORD HYBRID

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42 AKTUELL PRO INNERSTADT BASEL

UMBENENNUNG IN STADTKONZEPTBASEL © Ben Koechlin

Eine Stadt entwickelt sich stetig weiter – und mit ihr die gestaltenden Akteure. Um der Wandlungsfähigkeit, Ganzheitlichkeit und Vielfalt Basels gerecht zu werden, heisst Pro Innerstadt Basel in Zukunft StadtKonzeptBasel. Mit dieser Namensänderung bündelt der Verein in Zukunft seine bisherigen und neuen Aktivitäten unter einem Dach und spricht damit die gesamte Stadt an.

Von links nach rechts: Urs Welten (Alt-Präsident), Balthasar Settelen (aktueller Präsident), Jean Jacques Schaffner (JJSCC Designund Kommunikationsagentur), Mathias F. Böhm (Geschäftsführer) und Silvana Conzelmann (JJSCC).

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m Basel als Erlebnis-, Genuss- und Einkaufsort zu erhalten und weiterzuentwickeln, wurde 1978 der Verein Pro Innerstadt gegründet. Der aktuell 550 Mitglieder starke Verbund aus Detaillisten, Gastronomen und Hoteliers, Kultur- und Freizeitbetrieben, Hauseigentümern und Dienstleistern konzentriert sich jedoch längst nicht mehr nur auf die alte Innenstadt, wie Präsident Balthasar Settelen berichtet: «Die Welt hat sich seit der Gründung des Vereins grundsätzlich verändert – das Ziel des Vereins ist allerdings immer noch das Gleiche: die Stadt attraktiv zu positionieren, zu aktivieren und weiterzuentwickeln. Der bisherige Auftritt und der Name passen nicht mehr ideal zu der heutigen Positionierung. Seit rund zwei Jahren beschäftigt sich deshalb der Vorstand mit einem neuen Auftritt.»

Und Geschäftsführer Mathias F. Böhm ergänzt: «Mittlerweile sind die Mitglieder über die ganze Stadt verteilt. Der Name Pro Innerstadt Basel stösst zunehmend an Grenzen. Viele Unternehmen und auch Privatpersonen aus der Stadt haben das Gefühl, sie können sich nicht an Pro Innerstadt Basel wenden, weil ihr Unternehmen oder ihr Wohnort nicht im

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Radius der alten Innenstadt-Definition ist. Basel wächst, die Entwicklungsareale werden wichtiger. Wir möchten Mitglieder aus allen Stadtteilen und aus verschiedenen Bereichen einbeziehen. Wir fragen uns laufend, wie diese Stadtteile in Zukunft aussehen sollen, und stärken gezielt unsere Rolle als Stadtkompetenzzentrum – zukunftsweisend und miteinander.»

EIN NAME, DER FÜR DEN WANDEL STEHT Aus diesen Gründen wurden das «Pro» und das «Inner» gezielt im neuen Namen weggelassen. Fragen wie «Gehöre ich noch zur Innerstadt?» erledigen sich damit. Gleichzeitig wurde ein neuer Auftritt entwickelt und der Zweck der Statuten sinn- und zeitgemäss angepasst. Der Bon wird zukünftig StadtBonBasel heissen, eine Digitalisierung ist zudem in Planung. Was Basel heute bietet, besteht aus einer gesunden Balance aus Tradition und Innovation. StadtKonzeptBasel sieht sich dabei als Partner, der Hilfestellungen gibt, nach Lösungen sucht und integrative Konzepte entwickelt, um das Erlebnisangebot nachhaltig zu stärken. Mit dem


© Ben Koechlin

AKTUELL 43

Mit der Umbenennung setzt StadtKonzeptBasel ein Zeichen für Weiterentwicklung.

neuen Namen kann der Verein in Zukunft all seine Aktivitäten gut verständlich unter einem Dach vereinen und unterstreicht gleichzeitig die Wichtigkeit, wandlungsfähig zu sein – so wie die Stadt Basel selbst.

DESTINATION BASEL STÄRKEN Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Destination Basel – dies mit einem aktiven Gespür für aktuelle Themen, dem sich veränderten Nutzerverhalten und der Suche nach zeitgemässen Immobilienlösungen und neuen

Nutzungskonzepten. Dafür braucht es solide Partnerschaften, gemeinsamen Austausch, neue Angebote und den Wunsch nach Weiterentwicklung. Nach der Lancierung des neuen Auftritts begann die Umsetzungsphase, welche per Ende Dezember 2021 vollständig abgeschlossen wurde. Zu den Erstanwendungen zählt das LoveYourCity Magazin «Basel Moments», welches pünktlich und im Vorfeld zur Art Basel lanciert wurde. WWW.STADTKONZEPTBASEL.CH

Hauptsitz: FWT Wärmetechnik GmbH Stöckackerstrasse 30, 4142 Münchenstein

energy for life

Tel. 061 413 16 56 E-Mail: info@fwtech.ch, www.fwtech.ch

Seit der Gründung im Jahr 2003 steht unsere Firma für Fachkompetenz, Kundenfreundlichkeit und den besten Service in der Region Nordwest-Schweiz. Dank unserem Netz an Servicestellen, sind wir rasch erreichbar und bei einem allfälligen Betriebsunterbruch noch am gleichen Tag vor Ort. 24 Stunden am Tag – 7 Tage die Woche. Als Serviceorganisation sind wir Spezialisten auf dem Gebiet der Brenner- und Regelungstechnik. Unsere Mitarbeitenden sind aufgrund stetiger Weiterbildungen immer in der Lage, Ihnen Produkte und Dienstleistungen auf dem neusten Stand der Technik anzubieten. Unser Status als offizielle Werksvertretung einer der führenden Unternehmungen im Bereich Heiztechnik (Viessmann), garantiert Ihnen, strikt nach Werksvorgabe ausgeführte Arbeiten, sowie die ausschliessliche Verwendung von Originalteilen. Wir würden uns sehr freuen, auch Sie bald zu unserem zufriedenen Kundenkreis zählen zu dürfen. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Offerte. Oder sind Sie bereits Kunde bei FWT? Dann zögern Sie nicht bei Fragen zu Ihrer Anlage mit uns Kontakt aufzunehmen. Ihre FWT Wärmetechnik GmbH

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44 AKTUELL

UWP SAMMELSTIFTUNG

UMVERTEILUNG IN DER BERUFLICHEN VORSORGE Die Oberaufsichtskommission (OAK) schätzt in ihrem Bericht, dass die Umverteilung von den aktiven Versicherten zu den Rentnern im Jahr 2020 rund 4.4 Milliarden Franken betrug.

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ie Oberaufsichtskommission publizierte den Bericht «Finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen 2020» im vergangenen Jahr. Die Daten beruhen auf den Jahresrechnungen  2020 und sind aus der Vogelperspektive repräsentativ.

In einem separaten Kapitel wird die Umverteilung zwischen den Aktiven und den Rentnern aufgezeigt. In den vergangenen fünf Jahren betrug die Umverteilung jährlich 0.7 Prozent des Vorsorgekapitals der aktiven Versicherten und der Rentenbeziehenden respektive 1.2 Prozent des Vorsorgekapitals der aktiven Versicherten. Das heisst, dass die aktiven Versicherten in den vergangenen fünf Jahren jährlich 1.2 Prozent weniger Zins auf ihr Altersguthaben gutgeschrieben bekamen. Dies entspricht bei einem Beispielaltersguthaben von 100’000 Franken jährlich 1200 Franken.

an eine teilautonome Sammelstiftung oder die Vollversicherungslösung bei einer Versicherungsgesellschaft. Das Thema Umverteilung ist deshalb aktuell, weil in den vergangenen Wochen die Verzinsungen der Altersguthaben für 2021 festgelegt und kommuniziert wurden. Bei Vollversicherungen sind die Verzinsungen im Gegensatz zu den teilautonomen Sammelstiftungen erneut sehr bescheiden ausgefallen. Je nach Vorsorgemodell entscheidet sich das KMU für eine höhere (Vollversicherung) oder tiefere (teilautonome Sammelstiftung) Umverteilung. Die Sache ist eigentlich recht einfach, umso schwieriger ist es nachzuvollziehen, weshalb immer noch zahlreiche KMU eine Vollversicherungslösung bevorzugen.

Die Umverteilung bedeutet nicht, dass der durchschnittliche Renten­ beziehende über die vergangenen fünf Jahre zusätzliche 1 200 Franken erhalten hat. Die Umverteilung findet in den Büchern der Pensionskassen und nicht direkt im Portemonnaie der aktiven Versicherten und der Rentenbeziehenden statt. Die Transparentmachung der Umverteilung ist ein Versuch, die Politik mit Fakten von der Notwendigkeit einer Reduktion des gesetzlich zu hoch angesetzten Umwandlungssatzes zu überzeugen. Der gesetzliche Mindestumwandlungssatz von 6.8 Prozent auf den BVG-Guthaben ist seit vielen Jahren nicht mehr finanzierbar. Das ist dem Grossteil der aktiven Versicherten bewusst, haben sie in den vergangenen Jahren doch miterlebt, wie die für sie massgeblichen Umwandlungssätze der Pensionskassen laufend reduziert wurden. Gemäss der repräsentativen Studie «Schweizer Pensionskassenstudie  2021» der Swisscanto sank der durchschnittliche Umwandlungssatz von 6.6 Prozent im Jahr 2012 auf 5.52 Prozent im Jahr 2021. Der Umwandlungssatz wird gemäss den Angaben der Pensionskassen weiter sinken. Doch zum Glück reagieren viele Pensionskassen wie auch die UWP Sammelstiftung bereits seit Längerem, unabhängig von den politischen Diskussionen, auf die neuen Gegebenheiten. Die zentrale Frage ist, welches Vorsorgemodell gewählt wird. Für KMU gibt es, auf den Punkt gebracht, zwei mögliche Lösungen: ein Anschluss

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022

Thomas Schneider ist Geschäftsführer der UWP Sammelstiftung.

UWP SAMMELSTIFTUNG Dornacherstrasse 230 CH-4018 Basel Telefon +41 (0) 61 337 17 67 info@uwp.ch WWW.UWP.CH


KOLUMNE 45

HÖCHSTE ZEIT FÜR DIE NACHWUCHSFÖRDERUNG von Christoph Buser

D

er Fachkräftemangel plagt auch die Unternehmen in unserer Region, das zeigen Umfragen und Gespräche mit Unternehmern. Die Planung der beruflichen Aus- und Weiterbildung steht deshalb ganz oben auf der Prioritätenliste der Wirtschaftskammer Baselland. Ich möchte Ihnen aufzeigen, wie vielfältig wir die KMU bei diesem Thema unterstützen. Da ist beispielsweise die Berufsschau, die im vergangenen Jahr trotz der Pandemie sehr erfolgreich durchgeführt wurde. Das war eminent wichtig, denn die Suche nach einer Lehrstelle für den kommenden Sommer geht bei vielen tausend Schülerinnen und Schülern nun in die entscheidende Phase. Und motivierte Jugendliche sind die Fachkräfte von morgen. Die Vorbereitungen für die Berufsschau 2023 haben übrigens bereits begonnen. Die Berufsbildung ist für die Wirtschaftskammer Baselland seit jeher ein zentrales Thema. Lehrbetriebe werden in der Ausbildung entlastet und bei der Lehrstellenbesetzung effizient unterstützt. Über die Jahre hinweg wurden beispielsweise umfassende Beratungs-, Begleit- und Unterstützungsdienstleistungen erarbeitet. Dazu gehören ein Compliance-Check des Unternehmens bezüglich behördlicher Vorgaben, der Rekrutierungs- und Matching-Prozess, die Administration mit Behörden und Schulen, die Betreuung und das Coaching der Lernenden sowie deren Eltern, die schulische Unterstützung in Stützkursen und ein Programm zur Persönlichkeitsentwicklung. Interessierte KMU können sich bei unseren Expertinnen und Experten melden (berufsbildung@kmu.org). Diese helfen gerne weiter. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Angebot an Lehrstellen mit Berufsmaturität. Wer eine solche anbietet, positioniert sich als Unternehmen mit Perspektive und darf sich meistens über Bewerbungen von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern freuen. Leider ist das Angebot an diesen Lehrstellen mit Berufsmaturität dünn gesät. Die

Wirtschaftskammer sucht und unterstützt deshalb Unternehmen, die bereit sind, diesen Ausbildungsweg zu ermöglichen. Wenn Sie Interesse haben, kontaktieren Sie uns. In Zusammenarbeit mit der Unternehmerschule Wyrsch und der Hochschule für Wirtschaft an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) werden dieses Jahr im Prattler Haus der Wirtschaft qualitative Aus- und Weiterbildungsangebote etabliert. Diese sind auf Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch auf junge Talente für künftige Führungsaufgaben zugeschnitten. Detaillierte Informationen finden Sie auf den Homepages der Bildungsinstitute. Aus- und Weiterbildung sind essentiell für den wirtschaftlichen Erfolg. Aus den Begegnungen mit Jugendlichen und Leuten aus der Unternehmerschaft weiss ich, dass es in unserer Region viele Talente gibt. Talente, die mit der entsprechenden Aus- und Weiterbildung die gesuchten Fachkräfte sein und so unsere KMU-Wirtschaft weiter stärken könnten. Darum sollten wir alle intensiv in die Aus- und Weiterbildung investieren.

CHRISTOPH BUSER. Direktor Wirtschaftskammer Baselland Haus der Wirtschaft Hardstrasse 1 CH-4133 Pratteln Telefon +41 (0) 61 927 64 64 info@kmu.org WWW.KMU.ORG WWW.HDW.CH

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022


Anne-Sophie Oberkrome

Foto: Jannis Zell

© wrap Art & Design Pvt Ltd

Gunjan Gupta

Lisa Ertel

VITRA SCHAUDEPOT

SPOT ON: DESIGNERINNEN IN DER SAMMLUNG Das Vitra Schaudepot bietet seit seiner Eröffnung 2016 eine Bühne für rund 400 Hauptwerke aus der Sammlung des Vitra Design Museums. Zum fünften Geburtstag erhielt das Schaudepot nun ein neues Präsentationskonzept: Dabei schaffen jährliche Themenschwerpunkte ergänzend zur Dauerausstellung mehr Raum für aktuelle Diskurse und wechselnde Inhalte. Das erste Jahresthema lautet «Spot On. Designerinnen in der Sammlung».

Innenansicht Vitra Schaudepot

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022

Inga Sempé, Ruché, 2010

© Ligne Roset

© Vitra Design Museum , Foto: Mark Niedermann

Foto: Marcel Strauß

46 AKTUELL


© Mark Cocksedge

© Vit ra De sign M useum , Foto : And reas S ütterl in

AKTUELL 47

Raw-Edges, Herringbones Chair, 2016

Foto: Jannis Zell und Marcel Strauß

Raw-Edges, 2019

© wrap Art & Design Pvt Lt

Lisa Ertel, Anne-Sophie Oberkrome, Neil, Prototyp, 2018

B

is zum 8. Mai 2022 dient das Vitra Schaudepot damit für ein Jahr als Labor, in welchem sich das Museum mit der Rolle von Frauen im Möbeldesign auseinandersetzt und die eigene Sammlungspraxis kritisch hinterfragt. Gezeigt werden neben Neuerwerbungen von Designerinnen wie Inga Sempé, Reiko Tanabe, Matali Crasset oder Gunjan Gupta auch historische Archivbestände, etwa zur legendären Zusammenarbeit von Ray und Charles Eames.

Anlass für den Jahresschwerpunkt «Spot On. Designerinnen in der Sammlung» ist die Tatsache, dass Werke von Frauen – wie in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen auch – oft nur ungenügend gewürdigt, erforscht, gesammelt und ausgestellt werden. Museen haben diesbezüglich eine zentrale Verantwortung, denn sie beeinflussen – genau wie Universitäten und Medien –, was als relevant gilt, was bleibt und wer bekannt wird. Mit dem Jahresthema «Spot On. Designerinnen in der Sammlung» will das Vitra Design Museum die Wahrnehmung der Werke von Designerinnen stärken und diesen im öffentlichen Diskurs eine gleichberechtigte Stimme geben. Dabei geht es nicht nur um einzelne Protagonistinnen, sondern auch um die Arbeit in Kollektiven, Designstudios oder Partnerschaften. Mit dem Themenschwerpunkt dokumentiert das Vitra Schaudepot den aktuellen Perspektivwechsel und zeigt den neuen Blick auf die eigene Sammlung, welcher sich daraus ergibt. Wechselnde Präsentationen heben Neuankäufe, Archivschätze und andere spannende Beiträge aus der Sammlung hervor. Darüber hinaus werden Hintergrundgeschichten zu Sammlungsikonen wie dem spektakulären Mesa Table von Zaha Hadid oder dem Stahlrohrstuhl erzählt, mit welchem die Finnin Maija-Liisa Komulainen Designgeschichte schrieb. Neben Lieblingsobjekten internationaler Gastkuratorinnen wie Khushnu Hoof werden auch Werke von Newcomerinnen, darunter Lisa Ertel und Anne-Sophie Oberkrome, vorgestellt. Seit September 2021 wird zudem die Dauerausstellung im Vitra Schaudepot um zahlreiche Stücke von Designerinnen ergänzt. Parallel dazu läuft seit Herbst 2021 die grosse Ausstellung «Here We Are! Frauen im Design 1900 – heute» bis 6. März 2022 im Vitra Design Museum. Während das Jahresthema im Vitra Schaudepot die Museumssammlung als Ausgangspunkt nimmt, öffnet die Ausstellung im Vitra Design Museum den Blick auf andere Gestaltungsbereiche und den gesellschaftlichen Kontext seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Gunjan Gupta, Old Bori Throne, 2008

WWW.DESIGN-MUSEUM.DE

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022


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50 BAUEN & WOHNEN

Marcello Calicchio, Pascal Rueff, Thomas Graf, Max Graf und Francesco Spallato (v. l. n. r. ).

ATAVIS GRAF AG

DER DREIKLANG HYGIENE, SAUBERKEIT UND ATMOSPHÄRE Mit Hygiene und Sauberkeit kann man schnell Rahmenbedingungen schaffen, in denen Menschen sich wohlfühlen. Voraussetzung sind aber professionelle Lösungen. Diese bestehen heute nicht nur aus strapazierfähigem Putzmaterial oder gut funktionierenden Geräten, sondern auch darin, beispielsweise mit einer dezenten Beduftung die Atmosphäre von sensiblen Räumlichkeiten wie Hotellobbys oder Gastronomieräumen positiv zu beeinflussen. INTERVIEW MIT PASCAL RUEFF VON GEORG LUTZ

S

eit über vierzig Jahren bilden Sauberkeit, Reinheit und Hygiene das Kerngeschäft der Atavis Graf AG. Unterschiedliche Generationen bringen ihre Erfahrungen und Ideen in einem inzwischen sehr anspruchsvollen Markt ein. Wir führten ein Interview mit dem Mitinhaber Pascal Rueff über die Herausforderungen seiner Branche – nicht nur in Pandemiezeiten.

«Geschäftsführer»: Die Pandemie nervt uns alle. Ihr Kernbusiness ist Sauberkeit und Reinheit. Das sind gerade in der Pandemie  – und vermutlich auch danach – grosse Themen. Dies dürfte Ihnen entgegenkommen. Die Sensibilität ist doch bei diesen Themen gewachsen? Pascal Rueff: Zunächst waren auch wir von der Pandemie betroffen und auch erschrocken. Klar: Desinfektion, Masken, Hygiene und Reinheit bekamen vor knapp zwei Jahren plötzlich eine viel höhere Bedeutung. Das hat uns in die Karten gespielt. Andererseits sind Branchen, die für uns sehr wichtig sind, unter die Räder gekommen. Der Lockdown im letzten Jahr hat beispielsweise die Gastrobranche voll getroffen. In der Folge gingen die Bestellungen von dort massiv zurück. Die Dienstleistungen der Atavis Graf AG umfassen auch Service- und Reparaturarbeiten.

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022

Da sind Kunden ausgefallen? Ja, die Pandemie war für uns eine Herausforderung, da wir einige neue Produkte gut absetzen konnten, andere etablierte Produkte


BAUEN & WOHNEN 51

Der Kundenservice steht ganz oben auf der Agenda.

Die verschiedenen Produktgruppen erforderten ein grösseres Lager.

besser liefen, es aber auch Einbrüche gab. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Umsätze erhöht haben, die Gewinne aber abgeschmolzen sind.

Lassen Sie uns einen Überblick gewinnen. Wie sieht Ihr Produktsortiment aus? Die Hauptsektoren sind bei uns Verbrauchsmaterialien, Reinigungsmittel, Reinigungsmaschinen und Reinigungsgeräte. Alles zusammengezählt haben wir über 2000 Artikel auf Lager … … das überrascht mich. Die Reinigungsbranche ist heute sehr umfassend aufgestellt. In den letzten Jahren sind auch neue Produktlinien dazugekommen. Dies kann man in unserem Onlineshop aber praktisch schnell filtern, um zu seiner passenden Lösung zu kommen. Es geht also nicht nur um Sauberkeit, sondern beispielsweise auch um Atmosphäre? Heute gilt es, den Dreiklang Sauberkeit, Hygiene und Wohlbefinden unter einen Hut zu bekommen. Es braucht dabei meist einzelne Lösungen, die dann aber zusammen eine überzeugende Lösung darstellen müssen. Dazu braucht es Duftlösungen? Ja, wir arbeiten hier mit ätherischen Ölen, deren Basis aber Naturprodukte sind. Synthetische Düfte schrecken eher ab und passen nicht in unsere nachhaltige Philosophie. Die Kunst besteht darin, in Hotellobbys, Kantinen, Geschäftsräumen oder Sanitäranlagen eine stimmige Duft-­ Atmosphäre zu erzeugen. Die Besucherin oder der Besucher nimmt nur unbewusst die Lösung wahr. Wer in eine Hotellobby kommt und von einem künstlichen, schweren Patschuliduft erschlagen wird, dessen Laune zeigt eher nach unten. Solche Lösungen sind kontraproduktiv. Sie kennen sicher auch noch die Duftbäume unter dem Rückspiegel in Autos. Das ist künstlich und abschreckend. Wer sich dagegen in der Lobby wohlfühlt, aber die Gründe hierfür gar nicht kennt, wird wiederkommen. Ich verstehe, das ist eine komplexe Herausforderung, die Erfahrung und Professionalität benötigt. Genau, das bringt es auf den Punkt.

Die Vielfalt der Reinigungs- und Hygienemittel ist beeindruckend.

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022


52 BAUEN & WOHNEN Ihre Zielgruppen sind aber Businesskunden? Wir beliefern keine Privatkunden und konzentrieren uns auf Businesskunden. Das sind gewerbliche Kunden, aber auch Schulhäuser oder Sportanlagen der öffentlichen Hand. Hotels, Gasthöfe und Beizen sind bei uns ein grosses Thema. Dazu kommen Kantinen oder Wäschereien. Bei Letzteren geht es um Wäschereien im eigentlichen Sinne, aber auch um Wäschereien, die in Pflegeheimen oder Krankenhäusern intern angesiedelt sind. Die für mich naheliegende Frage ist, warum die Verantwortlichen, nehmen wir das Beispiel eines Pflegeheheims, nicht in ein Fachgeschäft oder den Baumarkt gehen und sich dort ihre Reinigungsmaterialien kaufen. Hier gilt es, unterschiedliche Antworten zu geben. Zunächst einmal geht es um das schon erwähnte Thema der Erfahrung. Unsere Firma gibt es seit 46 Jahren. Bei uns stehen die Betreuung des Kunden und der Service für den Kunden an vorderster Stelle. Und das ist hier nicht die übliche Floskel, sondern wird bei jedem Kunden mit Inhalt gefüllt. Gleichzeitig gibt es aber auch Kunden, die wissen, was sie wollen, aber unser breites Sortiment schätzen. Hier kommt unser Onlineauftritt und -shop ins Spiel. Aber die meisten Kunden wollen von uns betreut und gepflegt werden. Das ist klar unsere Stärke. Dazu braucht es qualitativ hochwertige Lösungen.

«Aber die meisten Kunden wollen von uns betreut und gepflegt werden.» Wie wählen Sie Ihre Produkte aus? Wir kennen jedes unserer Produkte und testen es auch im Vorfeld. Das kann man sich wie eine vorgeschaltete interne Qualitätskontrolle vorstellen. Was wir nicht brauchen können, sind Ladenhüter. Aus diesem Grund kommen Kunden auch schon bei der Produktauswahl oft mit ins Boot. Sie treffen nach einem Test- und Beratungsprozess Entscheidungen. Ökologie und Nachhaltigkeit sind wichtige Megatrends. Inwieweit spielen diese Themen bei Ihnen eine Rolle? Gibt es beispielsweise Ansätze für Lösungen im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft? Man unterscheidet hier zwei Produktkategorien. Bei Chemikalien liegt der Fokus auf dem Thema Ökologie. Es geht hier um Lösungen, die gut abbaubar sind und einer Schweizer Kläranlage keine Probleme bereiten. Das Produkt ist einfach zu bearbeiten und schnell wieder abbaubar. Demgegenüber kommt Nachhaltigkeit beispielsweise beim Reinigungspapier zum Zug. Hier gilt es, die Wertschöpfungskette genau anzuschauen. Woher kommt das Papier? Wird der Wald wieder aufgeforstet? Solche Fragen brauchen bei uns überzeugende Antworten. Das sind Werte und Informationen, die wir unseren Kunden gerne weitervermitteln. Diese müssen der Realität standhalten, sonst landet man schnell beim Thema Greenwashing. Richtig. Aus diesem Grund sind unsere Produkte auch dementsprechend zertifiziert. Wir sprechen hier nicht von Sonntagsreden, sondern von Produkten, die klar und nachvollziehbar vom Hersteller zertifiziert sind. Wir setzen aus diesem Grund in erster Linie auf Markenartikel. Kommen wir zu Ihrer Geschäftsleitung. Sie sind ja ein typisches Schweizer KMU und das Thema Generationenwechsel und Nachfolge ist eine heikle Angelegenheit. Wie haben die unterschiedlichen Generationen diese Herausforderung gelöst?

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022

Auch das Backoffice trägt zum Erfolg und zur Kundenzufriedenheit bei.

Thomas und Max Graf sind Brüder und Söhne des Unternehmensgründers. Noch vor drei Jahrzehnten war unsere Branche auf wenige Produkte und Technologien beschränkt.

Hier wird deutlich, welche massiven Veränderungen es gegeben hat. Thomas und Max haben das Geschäft weitergeführt und ausgebaut. Wichtig sind unternehmerische Strukturen, die in die Zeit und zum Unternehmen passen. Thomas Graf ist Hauptaktionär. Das Unternehmen ist im Familienbesitz. Ich selbst habe von Max Graf Anteile erworben und bin Mitinhaber. Max Graf ist noch bis Juni 2022 Geschäftsführer und geht dann in Ruhestand. In Francesco Spallato, der die Nachfolge antreten wird, haben wir eine Person gefunden, die den Übergang meistern kann. Er ist seit fünf Jahren bei uns im Hause und hat sich die neue Geschäftsführungsposition auch verdient. So hoffen wir auf einen reibungslosen Übergang. Es geht also um eine interne Lösung? Genau. Und er hat auch mit Mitte dreissig ein ideales Alter. Da kommt junges Blut in die Firma. Wir haben mit dieser Aufstellung drei Generationen in der Firma. Alle können ihre spezifischen Erfahrungen einbringen. Dazu gekommen ist Dominik, der Sohn von Thomas Graf, der jetzt mit Mitte zwanzig auch an Bord ist. Er leitet das operative Geschäft im Lager. So bekommen wir auch immer wieder neue Ideen in die Umsetzung. Können Sie uns hier ein Beispiel verraten? Die junge Generation kann im Bereich Marketing neue Türen aufstossen. Sie arbeitet auch mit viel flacheren Hierarchien. Das dürfte nicht ganz einfach für den alten Patron sein. Nein, auch er will nicht den Häuptling spielen, der alles unter Kontrolle hat. Wir sind ein Team und alle können ihre Ideen einbringen.

ATAVIS GRAF AG Paradiesrain 30 CH-4123 Allschwil Telefon +41 (0) 61 486 95 95 info@atavis.ag WWW.REINIGUNGSSHOP.CH


KOLUMNE 53

WEITSICHT LOHNT SICH von Sergio Bortolin

I

m letzten Jahr brummte der Wirtschaftsmotor weiter und spornte die Aktienmärkte zu Höchstleistungen an. Mit der weiterschwelenden Coronakrise und der unsicheren Inflationssituation trüben aber auch eher dunkle Wolken die wirtschaftlichen Aussichten. Es ist entsprechend beruhigend zu wissen, dass unsere Anlagestrategie für die Vorsorgegelder auf einen langfristigen Horizont von vier bis sieben Jahren ausgelegt ist. Das schützt uns davor, in stürmischen Phasen wie in diesen Tagen kurzfristige und emotionale Entscheide zu treffen. Eine Reservepolitik für stürmische Zeiten …: Krisen treffen uns als Pensionskasse also nie unvorbereitet – nicht zuletzt dank des Erfolgsjahrs 2021. Für das letzte Jahr konnten wir die Guthaben unserer aktiv Versicherten mit 3.25 Prozent verzinsen. Als Genossenschaft sind wir in der privilegierten Position, keine Aktionäre oder andere Shareholder berücksichtigen zu müssen. Bei uns bleibt jeder Franken im System und kommt unseren Versicherten zugute – aber nicht einzig über die Mehrverzinsung, sondern auch durch eine vernünftige Reservepolitik. Ein bedeutender Teil der 2021 erwirtschafteten Rendite fliesst in unsere Wertschwankungsreserven. Zum Ausgleich der Schwankungen auf den Kapitalmärkten muss jede Vorsorgeeinrichtung, die ihr Vermögen selbst anlegt, eine Wertschwankungsreserve bilden. Das erlaubt es uns, auch bei grimmigeren Börsenaussichten ruhig und überlegt zu agieren – und unseren Mitgliedern eine sichere Partnerin zu bleiben. Gerade unsichere Zeiten zeigen deutlich, wie wichtig Wertschwankungsreserven für eine Pensionskasse sind.

… und eine Beteiligung in guten Zeiten: Weitsicht lohnt sich also, um die Asga auf einem stabilen Fundament zu halten. Doch wir setzen uns auch dafür ein, unseren Versicherten in der Gegenwart einiges bieten zu können. Darum gibt es bei der Asga meistens mehr Zins: Seit 2012 haben wir unseren Versicherten immer eine Mehrverzinsung gewährt. Ob in wirtschaftlich guten oder in anspruchsvollen Zeiten: Wir sind immer bestrebt, mit einer guten Balance das Beste für unsere Versicherten herauszuholen – für eine berufliche Vorsorge, die auch in Zukunft die nötige Sicherheit bieten kann. «Alles für die Genossenschaft: Mit Mehrverzinsung und Rückstellungen für anspruchsvolle Zeiten setzen wir unseren ganzen Ertrag für unsere Mitglieder ein.» Sergio Bortolin, Geschäftsführer Asga Pensionskasse.

SERGIO BORTOLIN Geschäftsführer Asga Pensionskasse Rosenbergstrasse 16 CH-9001 St. Gallen Telefon +41 (0) 71 228 52 52 info@asga.ch WWW.ASGA.CH

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022


54 BAUEN & WOHNEN

Für den neuen Immobilien-Barometer hat Crowdhouse 180 Personen befragt.

CROWDHOUSE

STABILE PREISENTWICKLUNG ERWARTET Private Besitzerinnen und Besitzer von Schweizer Rendite-Immobilien gehen für das Jahr 2022 von einer stabilen Preisentwicklung aus. Dem Immobilien-Barometer von Crowdhouse zufolge bereiten ihnen insbesondere hohe Bewertungen und Leerstände Sorgen. Die neu ins Leben gerufene Erhebung ist die erste Studie, welche sich auf die Erwartungshaltungen privater Immobilienbesitzer fokussiert.

Schutz für Private und KMU. Das Einbruchmeldesystem SecuriSafe 800 schützt Sie rund um die Uhr zuverlässig vor Einbrüchen, Überfällen, Bränden und Wasserschäden.

Securiton AG, Alarm- und Sicherheitssysteme www.securiton.ch, basel@securiton.ch GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022 Ein Unternehmen der Securitas Gruppe Schweiz


D

BAUEN & WOHNEN 55

ie Daten wurden im Herbst 2021 durch das Research-Team von Crowdhouse erhoben, insgesamt wurden hierzu über 180 Personen befragt. Alle Teilnehmenden sind Allein- oder Miteigentümer / -innen von Schweizer Rendite-Immobilien. Aktuelle Informationen über den Schweizer Immobilienmarkt werden von den meisten zumindest ab und zu eingeholt. Knapp 40 Prozent beschäftigen sich aktiv oder sehr aktiv mit den Geschehnissen auf dem Markt. Dabei sind sie wesentlich erfahrener beim Kaufen und Investieren als beim Verkaufen von Objekten.

SCHWEIZER MARKT GILT ALS SICHER Für das Jahr 2022 wird eine stabile Preisentwicklung erwartet. Nur sechs Prozent der Befragten erwarten (eher) fallende Preise. Generell wird der Schweizer Markt für Rendite-Immobilien von den meisten als sicher und wenig riskant beurteilt. Gleichzeitig gilt er auch als überbewertet. Hohe Bewertungen und Leerstände sind die beiden Themen, welche privaten Besitzerinnen und Besitzern aktuell die meisten Sorgen bereiten. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie scheinen nach wie vor schwierig einschätzbar. Die Antworten auf die Fragen, ob sich die Pandemie auf die Preise von Rendite-Immobilien und das Verhalten der Besitzerinnen und Besitzer auswirken wird, legen keine Tendenz offen. Das Ja- und Nein-Lager hält sich bei einer hohen Zahl an Unschlüssigen die Waage. Deutlich ist hingegen der Wunsch, den Markt mit mehr Digitalisierung noch weiter zu verändern. WWW.CROWDHOUSE.CH

IMMOBILIENMARKT TRANSPARENT, EFFIZIENT UND ZUGÄNGLICH

Rendite-Immobilien als Investitionsalternative.

Mit einem Transaktionsvolumen von über 1.5 Milliarden Schweizer Franken betreibt Crowdhouse die grösste Online-Plattform für die Transaktion von Schweizer Rendite-Immobilien. Der 2015 gegründete Crowdinvesting-Anbieter hat dazu beigetragen, das Immobilien-Miteigentum als Investitionsalternative auf dem Schweizer Immobilienmarkt zu etablieren. Das Unternehmen bietet heute digitale Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Rendite-Immobilien an.Zum Kundenstamm zählen private und institutionelle Käufer und Verkäufer sowie über 2 000 Mieter.

INDIVIDUELLER MÖBELBAU BARD - ERLEBNISWELT IN MÜNCHENSTEIN Mit individuellen Schränken, Küchen, Bädern und Büroeinrichtungen erfüllt die BARD AG seit über 65 Jahren individuelle Wohnträume. Einen erstklassigen Überblick über die unzähligen Möglichkeiten verschafft die Ausstellung auf über 1000 Quadratmetern. Öffnungszeiten Montag – Donnerstag Freitag Samstag Weitere Termine gerne

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56 BAUEN & WOHNEN L + B AG LIEGENSCHAFTSBERATUNG

ERFOLGREICHER VERKAUF MFH STEINENVORSTADT 69 IN BASEL Die L + B AG Liegenschaftsberatung kauft und verkauft im Auftrag eines Family Offices in Basel sehr erfolgreich Anlageobjekte in der ganzen Schweiz. Dementsprechend gross ist die Kundenkartei mit Interessenten für Mehrfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser. In den letzten Jahren hat sich L + B auf den Verkauf von Anlageobjekten spezialisiert und sich so diese Positionierung zu eigen gemacht. Nun ist mit der Familie Gasparini-Müller eine weitere zufriedene Kundschaft der L + B AG hinzugekommen.

mussten uns mit keinen unliebsamen Dingen befassen. Das Vertrauen war von Anfang da, und wir wurden ernst genommen. Denn als Laie braucht man einen Profi – was in diesem Fall perfekt gepasst hat.» Oft wird von Eigentümern der Wunsch geäussert, dass der Liegenschaftenverkauf möglichst diskret abläuft und die Mieterschaft durch die Verkaufsbemühungen nicht belastet wird. In diesem Fall wurde zusammen mit der Eigentümerschaft entschieden, die Liegenschaft auf dem öffentlichen Markt auszuschreiben und so konnte der Verkauf in kurzer Zeit erfolgreich abgeschlossen werden.

IHRE PARTNERIN

Das Ehepaar Gasparini-Müller freut sich über den erfolgreichen Verkauf der Liegenschaft.

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as Wohn- und Geschäftshaus der Erbengemeinschaft A. Müller-Gessler weist eine lange und traditionsreiche Geschichte auf. Aus diesem Grund war der Verkauf mit vielen Emotionen verbunden. Die Urgrosseltern der Familie Gessler waren schon Eigentümer und Bewohner dieser Liegenschaft. Seit 2015 wurde das Gebäude in Eigenregie verwaltet. Im letzten Jahr dann kam der Entscheid die Liegenschaft zu verkaufen. Dass dafür eine Fachperson nötig ist, war allen Beteiligten schnell klar. Für einen Immobilienverkauf dieser Grössenordnung braucht es die nötige Expertise. Die Empfehlung zuhanden L + B Liegenschaftsberatung kam über einen Kontakt zu Radio Rotblau, wo Herr Gasparini ehrenamtlich tätig ist, zustande, sodass Remo Leibundgut, als Inhaber der L+B AG, auf den Plan trat.

DIE ZUSAMMENARBEIT Diese gestaltete sich von Anfang an unkompliziert. L + B war die Ansprechpartnerin für alle Dinge, die beim Verkauf zu beachten waren. Die Verkäufer mussten sich um keine administrativen Prozesse kümmern. Es bestand auch stets ein direkter Kontakt zu Remo Leibundgut, was zu einer engen Partnerschaft führte und grosses, gegenseitiges Vertrauen ermöglichte. Die Betreuung war jederzeit sehr gut und es gelang, innert kurzer Zeit den Immobilienverkauf professionell abzuwickeln.

Die Maxime von L + B ist es, die Erwartungen der Kundschaft zu übertreffen. Ganz gleich, ob es darum geht eine exklusive Immobilie zu kaufen oder verkaufen – das Team um Remo Leibundgut freut sich, mit Rat und Tat, Fach- und Marktkenntnissen sowie einer kompetenten Beratung zur Seite zu stehen. Die L + B begleitet und unterstützt Sie auf vertrauensvolle, kompetente und flexible Weise. Von der Bestandsaufnahme über die Käufer- beziehungsweise Mietersuche bis hin zu den Verhandlungen ist Sie Ihre seriöse Partnerin. Dazu gehören auch die geeignete Verkaufsstrategie und die Ermittlung einer kompetenten Objektschätzung, um den aktuellen Marktpreis der Liegenschaft zu bestimmen. Der L + B AG Firmeninhaber, Remo Leibundgut, ist Mitglied der Schweizerischen Maklerkammer (SMK / SVIT) und der Schweizerischen Bewertungs­e xperten-­K ammer (SEK / SVIT) und hat eine umfassende Erfahrung bei der Bewertung von Anlageobjekten.

L + B AG LIEGENSCHAFTSBERATUNG FEIERT 30-JÄHRIGES JUBILÄUM Im Jahr 2022 feiert die L + B Liegenschaftsberatung ihr 30-jähriges Bestehen. Das Unternehmen ist ein erfahrenes und mit grossem Fachwissen ausgestattetes Team, welches die Kernkompetenzen Kauf / Verkauf, Schätzung und Bewirtschaftung von Immobilien vereint. Auf weitere 30 erfolgreiche Jahre!

L + B AG LIEGENSCHAFTSBERATUNG

DAS RESULTAT

Steinentorstrasse 13 / PF CH-4010 Basel Telefon +41 (0) 61 205 08 70 info@lb-liegenschaftsberatung.ch

Die Familie Gasparini-Müller kann in diesem Zusammenhang nur Gutes dazu sagen: «Wir konnten alle unsere Bedürfnisse einbringen und

WWW.LB-LIEGENSCHAFTSBERATUNG.CH

GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022


KOLUMNE 57

BERUFLICHE GRUNDBILDUNG = CHANCEN AUF DEM ARBEITSMARKT von Frank Linhart lic. phil.

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bsolventinnen und Absolventen einer beruflichen Grundbildung weisen über die Zeit vergleichsweise hohe Erwerbsquoten und eine niedrige Erwerbslosigkeit auf. Zudem trägt die berufliche Grundbildung etwas mehr als die Allgemeinbildung dazu bei, besser zu verdienen. Zu diesen Schlüssen kommt eine neue Studie der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung EHB im Auftrag des Bundes. Die Studie beschreibt, wie sich die individuellen Chancen und Risiken auf dem Arbeitsmarkt für Personen mit unterschiedlichen Bildungsverläufen beziehungsweise -abschlüssen unterscheiden – und wie sich diese Unterschiede über die letzten 20 bis 25 Jahre verändert haben. Dabei kommt zum Ausdruck, dass insbesondere der Anteil an Personen mit einem Abschluss auf Tertiärstufe (Höhere Berufsbildung und Hochschulabschlüsse) deutlich gestiegen ist. «Hinter dieser Entwicklung stehen unter anderem ein allgemeiner Trend zur Höherqualifizierung, eine Verschiebung zu höheren Qualifikationen bei zugewanderten Personen und eine zunehmende Arbeitsmarktbeteiligung der Frauen», heisst es im Bericht zur Studie. Die Studie legt ein besonderes Augenmerk auf die Rolle der Berufsbildung. Dabei stellt sie zunächst fest, dass auf dem Schweizer Arbeitsmarkt die Zahl der Beschäftigten mit beruflicher Grundbildung als Erstausbildung in den letzten 20 Jahren beinahe konstant geblieben, während die Zahl der Personen mit einer Allgemeinbildung als Erstabschluss (gymnasiale oder Fachmaturität) deutlich gestiegen sei. Dies liege einerseits daran, dass in der Schweiz vor allem bis Ende des 20. Jahrhunderts mehr solche Abschlüsse erworben wurden, was sich immer noch im Arbeitsmarkt niederschlage. Andererseits sei der Anstieg der Personen mit einem allgemeinbildenden Abschluss und anschliessendem Hochschulabschluss auch auf eine Zuwanderung von Beschäftigten mit solchen Bildungswegen sowie die zunehmende Erwerbsbeteiligung von hochqualifizierten Frauen zurückzuführen. Interessant ist der Blick auf die Lohnniveaus: Hier zeigt die Studie, dass generell diejenigen Personen im Vorteil seien, die als Erstausbildung eine berufliche Grundbildung abgeschlossen haben und nicht eine All-

gemeinbildung. Unter den Erstausbildungen trage somit die berufliche Grundbildung eher zu höheren Löhnen bei als eine gymnasiale oder Fachmaturität. Und weiter kommt die Studie zum Schluss: «Trotz der starken Zunahme von Tertiärabschlüssen, die oft über eine gymnasiale Matura erreicht werden, hat die berufliche Grundbildung in der Schweiz ihre im internationalen Vergleich herausragende Stellung als Erstausbildung in den vergangenen zwanzig Jahren behalten. Die Indikatoren zum Arbeitsmarkterfolg von Personen mit einer beruflichen Grundbildung zeigen weiterhin erfreuliche Aussichten in Form von hohen Erwerbsquoten und niedriger Erwerbslosigkeit. Gerade in Kombination mit einer anschliessenden Tertiärausbildung lassen sich in den Arbeitsmarkt­ indikatoren auch keine Nachteile gegen über Personen ausmachen, die via eine Allgemeinbildung einen Tertiärabschluss erwerben. Dieser Befund spricht für den Erfolg der hohen Durchlässigkeit zwischen beruflicher Grundbildung und Hochschulen sowie der Aufwertung der höheren Berufsbildung». Der Arbeitgeberverband Basel macht sich schon seit langem dafür stark, dass der Wert der Berufsbildung in der Schweiz schon früh sowohl den Schülerinnen und Schülern als auch den Eltern aufgezeigt wird. Denn dank des durchlässigen Systems stehen den Jugendlichen praktisch alle Wege zu einer erfolgreichen beruflichen Karriere offen. 

FRANK LINHART LIC. PHIL. Öffentlichkeitsarbeit und Berufsbildung Arbeitgeberverband Basel St. Jakobs-Strasse 25 Postfach CH-4010 Basel Telefon +41 (0) 61 205 96 00 info@arbeitgeberbasel.ch WWW.ARBEITGEBERBASEL.CH

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er Hauseigentümerverband Schweiz ist die Dachorganisation der Wohneigentümer und Vermieter in der Schweiz. Der Verband zählt rund 340’000 Mitglieder. Mit unseren über 100 Regionalsektionen und Kantonalverbänden sind wir überall nahe bei unseren Mitgliedern – auch bei Ihnen. Seit mehr als 100 Jahren setzt sich der HEV konsequent und erfolgreich für die Förderung und Erhaltung des Immobilieneigentums ein. Dazu gehören die Eigentumsgarantie, nur so viel Bürokratie wie nötig, wirtschaftlich tragbare Vorschriften sowie auch massvolle Steuern, Gebühren und Abgaben.

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Markus Meier, Direktor HEV Schweiz.


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BIM basiert auf einem objektorientierten 3-D-Modell, auf das alle Partner zugreifen.

BUILDING INFORMATION MODELING

AUCH KMU SETZEN VERMEHRT AUF DIGITALES BAUEN BIM (Building Information Modeling) wird 2021 zumindest in staatlichen Immobilienprojekten zur Pflicht. Doch wo setzen Unternehmen an, um die digitale Transformation erfolgreich in ihren Prozessen zu integrieren? Im Rahmen der Initiative Wald & Holz 4.0 hat die Berner Fachhochschule BFH Hilfsmittel erarbeitet, mittels derer Unternehmen sich Orientierung und Übersicht im digitalen Bauen verschaffen können. INTERVIEW MIT MARKUS FUHRER VON PROF. THOMAS ROHNER

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as entscheidende Potenzial der Digitalisierung ist der Beitrag, den sie zu Kostentransparenz, Effizienz, Terminsicherheit und Stabilisierung der Prozesse in der Baubranche leisten kann. Mit der staatlichen BIM-Pflicht wächst nun die Motivation vieler Unternehmen nachzuziehen und BIM anzuwenden. Die neu entwickelten Hilfsmittel, wie der BIM-Kompass und die BIM-Roadmap, dienen Unternehmen als Orientierungs-, Positionierungs- und Umsetzungshilfe im Kontext des digitalen Bauens.

ZIELE DEFINIEREN, UMSETZEN PLANEN UND ÜBERPRÜFEN Und so läuft es ab: Das Unternehmen definiert seine BIM-Ziele und trägt diese im BIM-Kompass ein. Je nach Reifegrad der BIM-Zielformulierung ergeben sich auf dem konzentrischen Kreis die zu erreichenden Reifegrade aller zur Zielerreichung nötigen sieben Faktoren (Technologie, Kunden- /Lieferantenhandling, Benchmark, Personal, Marketing, gesetzlicher Rahmen und Treiber). Bei massgeblichen Abweichungen zwischen dem

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Ist- und Soll-Zustand besteht Handlungsbedarf. Alle Sektoren des BIMKompasses sind als Roadmap mit einer Zeitachse, welche dem BIM-Ziel entspricht, aufgezeichnet. In der zeitlichen Abfolge lassen sich die Handlungsfelder eintragen und mittels Milestones periodisch kontrollieren.

BIM-BILDUNGSLANDKARTE DER SCHWEIZ Einer der wichtigsten Faktoren zur Erreichung der digitalen Transformation ist das Personal. Damit verbunden ist die Befähigung des Teams – das digitale Planen und Fertigen, aber auch die Montage – durch kompetente und anerkannte Schulungen. Die BIM-Bildungslandkarte vermittelt eine Übersicht über die angebotenen Aus- und Weiterbildungen in der Schweiz. Sie basiert auf einheitlichen, konsolidierten Begriffen und Ausbildungen.

BIM-ORGANE UND -TREIBER IN DER SCHWEIZ: DAS BIG PICTURE Auf der Ebene des wirtschaftlichen Umfelds veranschaulicht eine Art Big Picture der BIM-Organe und -Treiber, welche Organisationen, Ver-


BAUEN & WOHNEN 61 anwenden» erwerben sich die Teilnehmer / innen die Methodenkompetenz, um Planungs- und Produktionsprozesse durchgehend digital zu verstehen und zu führen. Zudem bietet die BFH auch (Online-)Firmenschulungen zum Thema Digitales Bauen an. So bildete sich das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) zum Thema BIM an der BFH weiter. Markus Fuhrer ist CTO der Balteschwiler AG und Absolvent der Weiterbildung «CAS Digital Planen, Bauen, Nutzen  – BIM sicher anwenden». Im Interview erklärt er, warum es gerade als KMU Pflicht ist, am Puls der (digitalen) Zeit zu bleiben.

«Geschäftsführer»: Markus Fuhrer, Sie haben das CAS Digital Planen, Bauen, Nutzen der Berner Fachhochschule absolviert. Warum? Markus Fuhrer: Die Digitalisierung bietet der Baubranche immense Chancen, und die BIM-Methode ist ein Teil davon. Für mich als CTO eines KMU ist es Pflicht, hier von allem Anfang an am Puls zu sein, insbesondere dann, wenn sich der Bund ab diesem Jahr in seinen Projekten zu 100 Prozent zu BIM bekennt. Unsere Strategie als Zulieferer-Unternehmen ist es, den Kunden ein kompetenter Ansprechpartner in allen BIM-Fragen zu sein, dazu müssen wir ihnen einen Schritt voraus sein. Was war der Nutzen der Weiterbildung für Ihren beruflichen Alltag? Auch wenn in der ganzen BIM-Geschichte mangels Normen und Referenzobjekten noch mehr unklar als klar ist, kann ich vieles aus dem CAS direkt im Betrieb anwenden. So sind wir zum Beispiel aktuell bei der Neuerfassung unserer internen Prozesse.

bände, Normengremien, Vereine, Forschungseinheiten, Ausbildungsstätten und Firmen im digitalen Bauen eine tragende Rolle spielen. Der BIM-Kompass, die BIM-Roadmap, das Big Picture der BIM-Organe und -Treiber mit der ergänzenden Tabelle sowie die BIM-Bildungslandkarte der Schweiz stehen den Unternehmen auf der Website der Initiative Wald & Holz 4.0 zum Download zur Verfügung.

SICH BIM-WISSEN BEI DER BFH HOLEN Die BFH ist als buildingSMART-Kursanbieterin akkreditiert. Mit dem «Professional Certification Program» von buildingSMART International kann die BFH international standardisierte und anerkannte Weiterbildungsangebote anbieten, die grundlegende Kenntnisse der BIM-Methode vermitteln und bescheinigen. Im «CAS Digital Planen, Bauen, Nutzen – BIM sicher

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Wo sehen Sie den Nutzen, wo die Herausforderungen von digitalem Bauen beziehungsweise beim BIM? Es ist fast paradox, aber den grössten Nutzen sehe ich zurzeit darin, dass die Menschen wieder zusammen sprechen, wenn es um BIM geht, weil noch keine Routine herrscht. Dies bringt allen Projektbeteiligten meiner Meinung nach im Moment den grössten Nutzen. Die Kommunikation der einzelnen Softwares muss noch stark verbessert werden. Dasselbe gilt für die Normen und Arbeitshilfen, welche zurzeit praktisch inexistent sind. Wo würden Sie Unternehmen der Holz- / Baubranche empfehlen, zuerst anzusetzen? So banal es klingt, das Wichtigste sind auch bei der Digitalisierung die Mitarbeitenden. Investieren in die digitale Zukunft bedeutet investieren in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. WWW.BFH.CH/DIGITALBAUEN

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WENN DAS EIGENHEIM LANGSAM ZU GROSS WIRD Die Gründe für einen Haus- oder Wohnungsverkauf können vielfältig sein. Besonders im Alter empfiehlt es sich, die Weichen für die altersgerechte Optimierung der Wohnsituation frühzeitig zu stellen.

Eines ist sicher: Ein erfolgreicher Abschluss steht und fällt mit der professionellen Fachbedienung des Verkaufenden und der Kaufinteressierten. Es zahlt sich aus, auf die Kompetenz eines renommierten Immobilienpartners zu setzen. Zumal dieser über gute Marktkontakte verfügt und auf eine Kundendatei mit solventen Kaufinteressierten zurückgreifen kann. Nur so gelingt ein stressfreier Verkauf.

Ist denn ein Verkauf bei der aktuellen Marktlage sinnvoll? Der Zeitpunkt für einen Immobilienverkauf ist optimal. Die Nachfrage nach Wohneigentum ist hoch und die Wertschätzung für ein schönes Wohnen hat durch die Pandemie sogar zugenommen. Zudem sind die Zinsen weiterhin attraktiv. Das sind beste Voraussetzungen für ein top Verkaufsergebnis.

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ie Kinder sind ausgezogen und das traute Heim wird langsam zu gross. Nachdem der Garten während Jahren viel Freude machte, wird dessen Pflege im Alter zunehmend beschwerlich. Im Gespräch mit dem «Geschäftsführer» zeigt Markus Suter auf, wie Sie einen geplanten Immobilienverkauf im Alter reibungslos und erfolgreich abwickeln. Markus Suter ist eidg. dipl. Immobilien-Treuhänder und Geschäftsführer der SIGNUM AG.

«Geschäftsführer»: Woran ist aus Altersgründen schon im Vorfeld eines geplanten Immobilienverkaufs zu denken? Markus Suter: Noch bevor der Entschluss zum Verkauf gefällt wird, sollten Eigenheimbesitzende frühzeitig klären, welche Wohnform künftig ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Denn altersgerechtes Wohnen bedeutet, möglichst lange ohne Unterstützung selbständig leben zu können. Und im Idealfall wird dadurch kein Umzug in ein Alters- und Pflegeheim nötig. Ob man sich als Haus- oder Wohnungsbesitzer / -in verkleinern will, eine günstiger gelegene Wohnmöglichkeit bevorzugt oder aus anderen Gründen (Wegzug, Liquiditätsbedarf) verkaufen möchte: Ein Immobilienverkauf muss gut überlegt sein und professionell begleitet werden. Worauf kommt es bei der Verkaufsabwicklung an? Ist der Verkauf des Eigenheims nach Abwägung aller Vor- und Nachteile beschlossen, stellt sich die Frage, wie dieser möglichst optimal umgesetzt wird. Natürlich möchte man seine Immobilie zum besten Preis verkaufen. Hand aufs Herz: Wem trauen Sie den erfolgreicheren Verkaufsabschluss zu? Einem willigen Laien mit wenig Erfahrung und Fachkenntnis oder dem professionellen Immobilienspezialisten? Die Antwort liegt auf der Hand. Und tatsächlich lohnt sich der Beizug eines seriösen, engagierten Profis sehr, berichtet Markus Suter. «Unsere Kundinnen und Kunden sind regelmässig begeistert und können mitverfolgen, worauf zu achten ist und wie viele Fachfragen zu Bausubstanz, Sanierungen, Steuern und Finanzierung zu beantworten sind.»

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Welche Vorteile ergeben sich bei einem Verkauf durch SIGNUM? Wir sind mit unserer Familie schon seit Generationen in der Immobilienbranche tätig. Unsere Kundinnen und Kunden schätzen vor allem die faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie die ideale Betriebsgrösse (nicht zu gross und nicht zu klein). Mit SIGNUM haben Verkaufsinteressierte vom Erstkontakt bis zur Schlüsselübergabe ein vertrauensvolles und freundliches Expertenteam an ihrer Seite, das sie in allen Belangen entlastet: Von der Schätzung über die Preisberatung bis zur Erstellung der Verkaufsdokumentation und der Online-Präsenz. Gerne unterstützen wir auch bei der Suche einer altersgerechten Wohnlösung als Ersatz für das aktuelle Eigenheim.

GUT ZU WISSEN § Erfolgsabhängiges Honorar: Bezahlung nur im Erfolgsfall § Objektive und fundierte Schätzung als Verkaufsbasis § Professionelle Betreuung von Kaufinteressierten durch erfahrene Fachleute § Attraktive Verkaufsdokumentation für Kaufinteressierte inklusive § Gezielte Online-Präsenz mit kostenlosen Inseraten in den wichtigsten Portalen § Hochwertige Objektbilder und 360°-Aufnahmen inklusive virtuellem Rundgang § Maklerhonorar gemäss Steuergesetz als Aufwand abzugsfähig

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MEGATRENDS UND DIE BAUBRANCHE

VORBEREITET SEIN Am Online-Event des Bausinn-Awards hielt Georges T. Roos, Zukunftsforscher aus der Schweiz, einen Vortrag. Im Mittelpunkt standen dabei die Megatrends, die die Lebens- und Arbeitswelten auch in der Baubranche in den nächsten Jahrzehnten bewegen werden. VON GEORGES T. ROOS

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ennen Sie die Zukunft? Wissen Sie, wie sich Ihr Geschäftsumfeld in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verändern wird? Die Zukunft ist in vielem eine Unbekannte. Doch gibt es Aspekte, die wir kennen können: die sogenannten Megatrends. Es gibt Trends und es gibt Megatrends. Von Trends wie beispielsweise veganer Ernährung unterscheiden sich Megatrends darin, dass sie übergeordnete Entwicklungen darstellen. Megatrends beschreiben erstens die Rahmenbedingungen der Zukunft. Megatrends sind zweitens oft mit den grossen Herausforderungen unserer Welt verbunden und drittens sind Megatrends jener Teil der Zukunft, den wir mit einer gewissen Sicherheit vorhersagen können. Damit die Zukunftsforschung von einem Megatrend spricht, müssen drei Kriterien erfüllt sein: Erstens dauern Megatrends lange an, im Unterschied zu Trends und Moden, die sehr kurzfristig sein können. Ich nenne das epochal. Lange bedeutet in der Zukunftsforschung 10, 20, 30 Jahre. Zweites Kriterium: Megatrends sind globale Phänomene. Und drittens sind Megatrends ubiquitär, das heisst, sie beeinflussen alles: die Kultur, die Wirtschaft, die Gesellschaft, die Politik. In der Wirtschaft: alle Branchen. Ja, Megatrends sind auch relevant für unser privates Leben. Jeder von uns könnte Megatrends auch dahingehend befragen, was sie denn für mich und meine Familie bedeuten.

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DIGITALISIERUNG UND WISSEN Ich selbst beschreibe 16 Megatrends. Dazu gehört, dass die globale Weltbevölkerung wächst. Dass wir älter werden. Dass wir immer mehr in Städten leben. Dass die Individualisierung weiter voranschreitet. Gesundheit ist ein Megatrend. Die Nomadisierung, das heisst, dass wir immer mehr unterwegs sind, ist ein Megatrend. Die Beschleunigung, dann die Klima- und Ökologiefrage sind Megatrends, die Digitalisierung, die Konnektivität, die Globalisierung und die Wissensexpansion. Auch Transparenz ist ein Megatrend. Neben diesen 13 Megatrends gibt es drei, von denen ich sage, dass sie embryonale Megatrends sind, die erst noch in den Status des Megatrends kommen. Dazu gehören die künstliche Intelligenz, Blockchain – ich nenne es Trusted Networking – und die Bio-Transformation. Mit dem Megatrend Digitalisierung beschäftigen wir uns alle. Die digitale Transformation findet auf drei Ebenen statt. Wir haben die digitale Transformation der Kommunikation. Darin sind wir alle sehr geübt, das machen wir tagtäglich. Dann gibt es die Digitalisierung der Prozesse in den Unternehmen oder auf den Ämtern. Und das Dritte wird die digitale Transformation der Geschäftsmodelle selbst sein  – Geschäftsmodelle, die erst möglich werden durch die Digitalisierung. Ein weiterer Megatrend ist die Wissensexpansion. Wir können das historisch betrachten: 1820 konnten nur gerade zwölf Prozent der Menschen lesen und schreiben. 2020 waren es über 90 Prozent. In der Schweiz wird bald


BAUEN & WOHNEN 65 mehr als die Hälfte der Erwerbsbevölkerung einen tertiären Abschluss haben. Mehr Wissen bedeutet Innovation. Auch die Schweiz nimmt hier einen Spitzenplatz ein. Die Schweiz war erneut Weltmeisterin in der Anzahl der Patente pro Kopf und gemessen am Bruttoinlandsprodukt sind die Forschungs- und Entwicklungsausgaben in der Schweiz fast am höchsten weltweit, nur Südkorea gibt mehr für Forschung und Entwicklung aus.

benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge in ihrem Einflussgebiet. Und was sind die Schlussfolgerungen für Sie, für die Baubranche? Nun, natürlich auch Ihre Fahrzeuge werden elektrobetrieben oder vielleicht mit Wasserstoff betrieben sein. Sehr viel wichtiger ist aber der Beitrag, den Gebäude zum Abbau der Treibhausgas-Emissionen leisten müssen. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf.

Megatrends stehen nicht erratisch nebeneinander, sondern sie sind miteinander verknüpft, beispielsweise Wissen und Digitalisierung. Dank der Digitalisierung sind neue Lernformen, neue Lernsettings möglich, beispielsweise mit Augmented Reality oder auch Virtual Reality. Und nicht zuletzt bietet das Internet jedem von uns Zugang zu ungeheurem Wissen auf der ganzen Welt. Das Wachstum der Weltbevölkerung ist ein weiterer Megatrend. Das stimmt auch für die Schweiz. Im Jahre 2040, so sagen die Szenarien des Bundesamtes für Statistik, werden wir zehn Millionen Einwohner haben. Die Schweiz wächst vor allem wegen des positiven Migrationssaldos. Wir sind heute etwa 7.8 Milliarden Menschen und die UNO geht davon aus, dass in den nächsten 30 Jahren bis Mitte des Jahrhunderts nochmals zwei Milliarden Menschen dazukommen werden.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ VOR DER TÜR

MEHR WACHSTUM UND MEHR HÄUSER Sehr spannend ist zu sehen, dass das Wachstum nicht überall gleich stattfinden wird. Wir in Europa leben auf dem einzigen Kontinent, von dem man ausgeht, dass er in den nächsten 30 Jahren bevölkerungsmässig schrumpfen wird. Asien wird weiterwachsen, wenn auch langsamer als bisher, und auch die Einwohnerzahl Amerikas wird weiterwachsen. Das grosse Wachstum aber findet in Afrika statt. Wenn wir das mit den prozentualen Veränderungen von 2018 bis 2050 betrachten, dann sehen wir einen Zuwachs in Afrika von fast 100 Prozent. Wachsende Bevölkerung bedeutet für die Bauwirtschaft beispielsweise wachsende Nachfrage: Mehr Menschen brauchen mehr Wohnungen, mehr Häuser, mehr Infrastruktur. Das Wachstum wird allerdings vor allem in den städtischen Gebieten stattfinden, das ist der Megatrend der Urbanisierung. Das heisst also, dass der Fokus stark auf den städtischen Gebieten zu liegen kommen wird.

Besonders spannend sind die neu aufkommenden Megatrends. Ich nenne sie auch die Emerging-Megatrends, weil sie noch nicht alle Kriterien erfüllen. Dazu zähle ich die Bio-Transformation, die Fähigkeit, der Biologie ein Upgrade zu verpassen. Ausserdem Blockchain, bei der es darum geht, Vertrauen automatisieren zu können, und an dritter Stelle die künstliche Intelligenz. Künstliche Intelligenz ist Teil der sogenannten vierten industriellen Revolution. Wir werden immer mehr Systeme haben, durch die Maschinenteile mit dem Werkstück reden können, durch die das fertige Objekt, zum Beispiel ein Aufzug, mit den Monteuren sprechen und diese darauf aufmerksam machen kann, dass der Lift bald einmal kaputtgehen oder steckenbleiben könnte und man doch die Reparatur ausführen sollte, bevor dies dann eintrifft. Was bedeutet künstliche Intelligenz, dieser EmergingMegatrend, für die Bauwirtschaft? Nun, ich glaube, es ist offensichtlich, dass Building Information Modeling (BIM) nur die Vorstufe ist. Künstliche Intelligenz wird auch in der Baubranche die Prozesse deutlich verändern und vereinfachen. Und nicht zuletzt werden Roboter auf die Baustelle kommen und gewisse Arbeiten ausführen können. Sind wir für diese Zukunft gewappnet? Schaffen wir das? Nun, warum sollten wir es nicht schaffen? Die menschliche Gattung ist ausgestattet mit drei wunderbaren Eigenschaften. Der Mensch ist kreativ, der Mensch ist intelligent und der Mensch ist anpassungsfähig. Wenn wir Kreativität mit Intelligenz multiplizieren, dann haben wir Technologie. Und Anpassungsfähigkeit heisst, dass wir agil und beweglich sind. Ich denke, dass wir mit diesen Eigenschaften auch die Herausforderungen der Zukunft meistern werden. WWW.BAUSINN.CH

Die Welt wächst nicht nur, sondern sie wird auch älter. In der Schweiz geht man davon aus, dass in 20 Jahren jeder Vierte über 65 Jahre alt sein wird. Und die Anzahl der Menschen über 80 wird sich in diesem Zeitraum verdoppeln. Wir sind also eine alternde Gesellschaft. Spannend zu sehen ist, dass die alternde Gesellschaft ein globaler Megatrend ist. Überall, ausser in Afrika, ist 60 plus die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe überhaupt. Für die Bauwirtschaft bedeutet eine ältere Bevölkerung zum einen, dass sie wahrscheinlich im Durchschnitt ältere Mitarbeiter haben wird. Ich gehe auch davon aus, dass das AHV-Alter 64 für Frauen bzw. 65 für Männer in den nächsten 30 Jahren angehoben wird, und nicht zuletzt wird die Nachfrage nach Wohnraum für eine ältere Bevölkerung deutlich ansteigen.

KLIMA IM FOKUS Der Klimawandel wird uns über die nächsten Jahrzehnte sehr stark beschäftigen. Die Schweiz ist bisher sehr deutlich vom Klimawandel betroffen gewesen. Im Vergleich zur vorigen Zeit ist der Temperaturanstieg in der Schweiz doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt. Die Folgen dürften sein, dass wir sehr viel mehr Hitzetage haben werden, dass wir extremeres Wetter haben werden, dass wir einen Anstieg der Schneefallgrenze erleben werden. Besonders herausgefordert sind wiederum die städtischen Gebiete, wo die meisten Menschen leben. Das Mikroklima spielt eine grosse Rolle und hier besteht auch eine grosse Herausforderung und Verantwortung für die Bauwirtschaft. Zwei Studien aus dem nationalen Forschungsprogramm haben ergeben, dass die Klimaneutralität technisch machbar ist und auch wirtschaftlich sein kann. Verschiedene Länder und Städte gehen bereits heute noch ein paar Schritte weiter und verbieten beispielsweise vollständig

Ein Megatrend heisst Wachstum, ein anderer Klimaschutz, beide gilt es unter einen Hut zu bekommen.

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Das Angebot auf dem Schweizer Immobilienmarkt ist rückläufig.

REALADVISOR

IMMOBILIENPREISE STARK ANGESTIEGEN Im Jahr 2021 stiegen die Schweizer Immobilienpreise so schnell wie seit der Jahrhundertwende nicht mehr. Wie RealAdvisor in seinem Quartalsbarometer ermittelte, sind die Preise für Wohnungen in den ersten drei Quartalen um 5.2 Prozent und die für Einfamilienhäuser sogar um 6.2 Prozent angestiegen. Zum Ende des Jahres konnte sich diese Entwicklung jedoch stabilisieren.

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oan Rodriguez, Mitgründer der Immobilienbewertungsplattform RealAdvisor, blickt auf das vergangene Jahr zurück: «Der Schweizer Wohnimmobilienmarkt erlebte im Jahr 2021 einen der stärksten Preisanstiege seit Beginn des Jahrhunderts. Im dritten Quartal hat sich der Anstieg aber abgeschwächt und betrug nur ein Prozent.» In Städten wie Bern (+ 3.4 Prozent) oder Basel ( +3.7 Prozent) sind die Preise für Eigentumswohnungen in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 kontinuierlich gestiegen. In den dynamischsten Agglomerationen des Landes fiel der Anstieg

noch höher aus: + 5.1 Prozent in Lausanne, +5.7 Prozent in Zürich und bis zu + 6.2 Prozent in Genf.

STABILISIERUNG IM DRITTEN QUARTAL Im dritten Quartal 2021 stabilisierten sich die Preise auf dem Wohnungsmarkt, in Winterthur (– 0.6 Prozent), Lausanne (– 0.3 Prozent) und Freiburg (– 0.2 Prozent) war sogar ein leichter Preisrückgang zu verzeichnen. In der Region Genf (+ 1.5 Prozent), Schaffhausen (+ 1.2 Prozent) und Zug (+ 0.9 Prozent) stiegen die Preise hingegen weiter an.

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BAUEN & WOHNEN 67 BEWERTEN UND VERKAUFEN ZUM BESTEN PREIS Die digitale Plattform von RealAdvisor liefert in wenigen Minuten eine zuverlässige Immobilienbewertung für den Schweizer Markt. Das Unternehmen bietet damit einen kostenlosen und transparenten Zugang zu zuverlässigen und schnellen Daten. Mit künstlicher Intelligenz wird das Kauf- und Verkaufserlebnis optimiert, um schnell den tatsächlichen Preis einer Immobilie zu ermitteln. Die Schätzungen in Form von Wertbandbreiten erfolgen auf Basis von rund 70 objektiven und gewichteten Kriterien anhand mehrerer Datenquellen.

Die Preise für Einfamilienhäuser wuchsen in einigen Agglomerationen weniger stark als in den vergangenen vier Quartalen. Im Allgemeinen stiegen sie in den Agglomerationen weiterhin um mehr als ein Prozent, wobei Schaffhausen (+ 2.3 Prozent) und Genf (+ 1.8 Prozent) die Spitzenreiter waren.

AUFWÄRTSTREND IN ZUKUNFT ANHALTEND Mehrere Anzeichen wie der Rückgang des Angebots und weniger Neubauten sowie eine erneute Inflation deuten darauf hin, dass der Aufwärtstrend der Preise in den kommenden Jahren anhalten wird. «Dieser konstante Preisanstieg ist ein Beweis für die anhaltend starke Nachfrage, auch wenn er in diesem Quartal etwas moderater ausfällt. Das Angebot an Immobilien wird tendenziell weiter schrumpfen. In den letzten zwölf Monaten sind die verfügbaren Immobilien auf dem Markt im Landesdurchschnitt um sieben bis acht Prozent zurückgegangen», stellt Jonas Wiesel, Mitgründer von RealAdvisor, fest. Besonders auffällig ist der Rückgang der zum Verkauf stehenden Wohnungen in Biel (– 31 Prozent), Zug (– 26 Prozent) und Lausanne (– 23 Prozent). Es stehen ausserdem auch weniger Einfamilienhäuser zum Verkauf: Zug (– 58 Prozent), Neuenburg (– 45 Prozent), Schaffhausen (– 38 Prozent) und Genf (– 28 Prozent). WWW.REALADVISOR.CH

Joan Rodriguez, CEO und Mitgründer von RealAdvisor.

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68 BAUEN & WOHNEN

Durch das langanhaltende Tiefzinsumfeld hat sich der Schweizer Wohneigentumsmarkt grundlegend gewandelt.

RAIFFEISEN ECONOMIC RESEARCH

EIGENHEIMTRÄUME PLATZEN, NICHT ABER DIE IMMOBILIENBLASE Die aktuelle Studie «Der ausgeträumte Traum der eigenen vier Wände» von Raiffeisen Economic Research zeigt: Der seit den 1990er-Jahren anhaltende Schweizer Wohneigentumsboom ist zu Ende. Bereits seit 20 Jahren steigen die Eigenheimpreise, die Wohneigentumsquote geht jedoch mittlerweile zurück. Während Immobilienbesitzerinnen und -besitzer von tiefen Wohnkosten und hohen Wertsteigerungen profitieren, werden immer breitere Gesellschaftsschichten vom Eigenheimmarkt ausgeschlossen. Die gute Nachricht: Da die Preise nicht von Spekulationen angetrieben werden, wird die Immobilienblase nicht platzen. VON MARTIN NEFF

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is Mitte des letzten Jahrzehnts stiegen in der Schweiz nicht nur die Eigenheimpreise jahrelang, auch die Eigentumsquote nahm stetig zu. Mittlerweile hat sich der Wohneigentumsmarkt durch die Auswirkungen des langanhaltenden Tiefzinsumfelds jedoch deutlich gewandelt: Zwar steigen die Immobilienpreise noch immer, im völlig ausgetrockneten Markt verbauen die extrem hohen Preise und die hohen regulatorischen Hürden der grossen Mehrheit der Schweizer heute aber den Traum der eigenen vier Wände. Daher boomen am Eigenheimmarkt heute nur noch die Preise.

Zu Beginn der 1990er-Jahre wurde die Schweiz durch das Platzen einer Immobilienblase in eine lange und tiefe Rezession gestürzt. Nach schmerzhaften Strukturreformen im Bank-, Bau- und Immobilienwesen setzte kurz vor der Jahrtausendwende dann ein regelrechter Wohneigentumsboom ein. Ein beachtliches Wirtschaftswachstum, eine starke Zuwanderung und die Eigentumsfähigkeit breiter Bevölkerungsschichten schickten die Immobilienpreise auf einen beispiellosen Wachstumskurs. Selbst die Wirtschafts- und Finanzkrisen zu Beginn des neuen Jahrtausends konnten der Preisentwicklung nichts anhaben. Immer tiefere Finanzierungskosten trieben dabei die Nachfrage. Selbst mehrere regulatorische Eingriffe konnten dem nicht entgegenwirken. Bis heute wird der anhaltende Preisschub durch ein immer knapper werdendes Angebot zusätz-

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lich befeuert. Selbst während der Corona-Pandemie zeigen sich die Eigenheimpreise völlig unbeeindruckt von den historisch einmaligen ökonomischen und gesellschaftlichen Verwerfungen.

WESHALB DIE BLASE NICHT PLATZEN WIRD Die jahrelange ultraexpansive Geldpolitik der Zentralbanken hat damit auch am Schweizer Immobilienmarkt ihre Spuren hinterlassen. Im Umfeld von bereits stark aufgeblähten Vermögenspreisen steigen auch die Eigenheimpreise immer weiter. In der öffentlichen Debatte wird dies gerne zum Anlass genommen, das baldige Platzen einer Immobilienblase heraufzubeschwören. Allerdings sagt das absolute Preisniveau isoliert betrachtet wenig über den Zustand und allfällige Gefahren am Markt aus. Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst die Preisentwicklung und es bestehen komplexe Wechselwirkungen mit anderen Märkten, die die Entwicklung deutlich relativieren. So haben in den vergangenen 20 Jahren nicht nur die Immobilienpreise zugelegt, sondern auch das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Immer mehr Menschen brauchen in der Schweiz immer mehr Wohnraum  – und das am liebsten in Form von Eigentum. Die durch tiefe Finanzierungskosten befeuerte und primär durch Selbstnutzer getriebene Nachfrage steht einem äusserst knappen Angebot gegenüber. Dass im


BAUEN & WOHNEN 69 herrschenden Anlagenotstand auf den wenigen Baulandparzellen vor allem Mietwohnungen gebaut werden, verschärft die Knappheit weiter. Das herrschende Preisniveau und die starke Aufwärtsdynamik sind jedoch noch immer fundamental begründbar und werden nicht durch Spekulation getrieben. Auch wenn der Eigenheimmarkt mittlerweile stark aufgebläht ist, wird diese Blase deshalb nicht platzen.

WOHLHABENDE PROFITIEREN, DER MITTELSTAND VERLIERT Nach 20 Jahren ungebremster Preissteigerungen ist der Eigenheimtraum für breite Bevölkerungsschichten heute also ausgeträumt. Die meisten Haushalte können die mit den Preisen stark gewachsenen Finanzierungshürden aus eigener Kraft nicht mehr überwinden. Vor allem die kalkulatorische Tragbarkeit erlaubt faktisch nur noch sehr einkommensstarken Haushalten eine Eigenheimfinanzierung. Wer nicht bereits über viel Kapital verfügt oder über Erbschaften an solches gelangen kann, hat kaum realistische Aussichten, heute noch Eigentümer zu werden. Eine sich wandelnde Eigentümerstruktur und immer sichtbarere Ausweicheffekte zu weniger attraktiven Objekten und Lagen sind die Folge dieser Entwicklung. Während bestehende Immobilienbesitzer und wohlhabende Haushalte stark von den Entwicklungen am Immobilienmarkt profitieren, werden grosse Teile der Schweizer Gesellschaft heute von diesem Markt ausgeschlossen. Jüngere und weniger wohlhabende Haushalte können somit nicht von den deutlich tieferen Wohnkosten und potenziellen Wertsteigerungen, die der Eigenheimbesitz ermöglicht, profitieren. Die Folge: Die herrschende Eigenheimmarktregulierung sorgt heute für einen verstärkten Vermögenstransfer von Ungebildet zu Gebildet, von Jung zu Alt sowie von Arm zu Reich.

DER WOHNEIGENTUMSBOOM IST ZU ENDE Während die Preisentwicklung am Eigenheimmarkt ungebremst anhält, zeigen sich andernorts mittlerweile deutliche Anzeichen dafür, dass der langanhaltende Wohneigentumsboom in der Schweiz zu Ende ist. So schränken die hohen Preise und regulatorischen Hürden das Eigentümerpotenzial mittlerweile massiv ein. Gleichzeitig sind zum Kauf verfügbare Objekte sehr rar und im harten Konkurrenzkampf um das knappe Bauland werden kaum neue Eigentumsobjekte gebaut. Der mittelständische Eigenheimtraum ist somit Opfer einer ultraexpansiven Geldpolitik, einer restriktiven Raumplanung und des herrschenden regulatorischen Umfelds geworden. Eine seit einigen Jahren wieder sinkende Eigentumsquote ist die Folge dieser Entwicklung. An dieser gesellschaftlich unbefriedigenden Situation wird sich so rasch nichts ändern. Die anhaltend tiefen Zinsen werden auch künftig dafür sorgen, dass die wenigen zum Verkauf stehenden Eigentumsobjekte regen Absatz finden. Selbst eine mögliche Angebotszunahme durch vermehrt verkaufswillige Babyboomer dürfte nur zu einer marginalen Marktentspannung führen. Daher ist – angesichts der un­ erwünschten gesellschaftlichen Nebenwirkungen dieser Entwicklung  – eine offene, unvoreingenommene öffentliche Diskussion über die Zukunft des Schweizer Wohneigentums dringend angesagt. Ohne starken politischen Willen und die Akzeptanz gewisser systemischer Risiken und gesellschaftlicher Kosten werden sich die aktuellen Entwicklungen ungebremst fortsetzen und Wohneigentum wird noch mehr zum Privileg. WWW.RAIFFEISEN.CH

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70 KOLUMNE

UNSERE STEUEREINNAHMEN LANGFRISTIG SICHERN von Luca Urgese

N

icht mehr lange, dann flattert uns die Steuererklärung wieder in die Briefkästen. Für mich ist das jedes Jahr der Moment, um mir bewusst zu machen, wie gross mein Anteil zur Finanzierung unseres Gemeinwesens ist und welche Leistungen ich dafür von ebendiesem Gemeinwesen erhalte. In der Region Basel, das dürfen wir selbstbewusst sagen, sind diese Leistungen qualitativ hochstehend. Wir dürfen uns eines attraktiven Wirtschaftsstandortes erfreuen mit hoher Lebensqualität, einer gut ausgebauten Infrastruktur und einem reichhaltigen Kulturangebot. Nicht umsonst schneiden die beiden Basel bei Standort-Rankings regelmässig in den oberen Rängen ab.

Doch nicht überall sind wir spitze: Dieselben Rankings zeigen unisono auf, dass die Steuerbelastung in beiden Basel überdurchschnittlich hoch ist. Mittelständische Familien und hochqualifizierte Fachkräfte werden bei uns stärker zur Kasse gebeten als andernorts. Selbst unsere Nachbarn Deutschland und Frankreich, die wir gerne für Hochsteuerländer halten, schneiden bei höheren Einkommens- und Vermögens­ klassen besser ab. Warum sollte uns das kümmern, wo wir doch gerade festgehalten haben, wie attraktiv unser Wirtschaftsstandort ist? Es ist noch nicht lange her, dass Baselland den Gürtel enger schnallen musste, um aus den roten Zahlen zu kommen. Und auch Basel-Stadt kennt finanziell schwierigere Zeiten. Sie liegen keine 20 Jahre zurück. Gute Steuerzahlende sorgen für stabile Steuereinnahmen, zu hohe Steuern führen zu Abwanderung. Wir müssen die heute gute Ausgangslage also dafür nutzen, die Standortattraktivität und damit hohe Steuereinnahmen langfristig zu sichern. Dazu gehören nachhaltige Investitionen. Dazu gehört aber auch, gute Steuerzahlende – nicht zuletzt die händeringend von der Wirtschaft gesuchten Fachkräfte – in der Region anzusiedeln. Es liegt an uns, diese langfristig an unseren Standort zu binden. Dafür müssen wir ihnen ein gutes Angebot machen.

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Basel-Stadt und Basel-Landschaft müssen hierfür nicht zu Tiefsteuer­ kantonen werden. Viele Fachkräfte wollen zentrumsnah wohnen – dort, wo die Musik spielt – und lassen sich das auch etwas kosten. Aber das Gesamtpaket muss stimmen. Mit Blick darauf, wie schlecht die beiden Basel bei der Steuerbelastung von mittleren und höheren Einkommen und Vermögen im nationalen Vergleich abschneiden, stimmt diese Balance derzeit nicht. Die beiden Regierungen haben den Handlungsbedarf glücklicherweise erkannt. In Basel-Stadt sind eine Initiative und mehrere Vorstösse hängig, die höhere Steuerabzüge fordern. Der Regierungsrat hat einen Gegenvorschlag angekündigt. Ein weiterer Vorstoss fordert eine Senkung des Einkommenssteuersatzes. In Baselland war schon für die letzte Legislatur eine Steuerreform angekündigt, die sich aufgrund der Pandemie verzögerte. Inzwischen hat der Regierungsrat zwei Vorlagen in Vernehmlassung gegeben. Die Vermögenssteuern sollen ab 2023 gesenkt werden, die Einkommenssteuern ab 2027. In beiden Kantonen werden die Steuersenkungen umstritten sein. Doch sie sind ein wichtiger Schritt, um die Attraktivität unserer Region als Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern.

LUCA URGESE Leiter Finanzen und Steuern Handelskammer beider Basel St. Jakobs-Strasse 25 Postfach CH-4010 Basel Telefon +41 (0) 61 270 60 60 info@hkbb.ch WWW.HKBB.CH


Holz die Nr. 1 unter den erneuerbaren Energien im Wärmemarkt! Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Wärme­ verbrauch beträgt rund 14 Prozent. Davon ist der Energie­ träger Holz mit etwas mehr als zwei Dritteln (67,2 Prozent) klar die Nummer eins. Damit liegt Holz weit vor der Geo­ thermie und Solarthermie. Folglich ist der Einsatz von Holz bei der Umsetzung der Energiewende unerlässlich.

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72 BAUEN & WOHNEN

Die vielschichtige Matroschka verkörpert Zusammengehörigkeit.

DIGITALE PLANUNG

WAS HAT DIE MATROSCHKA-FIGUR MIT DIGITALEM BAUEN ZU TUN? Wegen der Digitalisierung in der Bauindustrie muss die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche intensiver und offener gehalten werden. Durch diese Erkenntnis wurde im Rahmen der gemeinsamen Abschlussarbeit der Vergleich zur Matroschka-Figur hergestellt: Diese verkörpert als vereinfachte Darstellung die Vorstellung des Konstrukts der Familie und deren Zusammengehörigkeit. VON LUC AEBERSOLD, GIANLUCA COSTA, MARCEL KAESER, REBECCA LOCHER

I

n Bezug zum digitalen Planen hat dieser Hintergrundgedanke dieselbe Funktion. Ein Bauwerk wird in der Planung aus verschiedenen Körpern zusammengesetzt, dies ist vergleichbar mit den ineinander gestapelten russischen Figuren. Die Geometrie und der Inhalt müssen in beiden Fällen im Einklang sein, damit ein reibungsloses Zusammenbauen funktioniert. Die digitalen Prozesse verändern mit rasanter Geschwindigkeit alle Bereiche unseres Lebens. Davon ist auch die Baubranche betroffen. Dank einer innovativen Arbeitsweise werden heutzutage Gebäude digital entworfen,

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geplant und konstruiert. Mittels Nutzung und Austauschen der fachspezifischen 3D-Modelle kommunizieren und bearbeiten Architekten, Bauingenieure und Fachplaner den Fortschritt eines Bauprojekts. Um diesen Ansatz zu unterstützen, haben wir in unserer Arbeit die drei Themenbereiche Flächen- und Volumenkonzept sowie Datenaustausch aufgegriffen, welche aus unserer Sicht den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit aufzeigen. Die Herausforderung liegt darin, diese Konzepte so einfach wie möglich zu halten und nur mit den notwendigen Daten zu versehen.


BAUEN & WOHNEN 73 ZWISCHEN STRUKTUR UND VARIATION Wenn die Daten in der Basis nicht korrekt gepflegt und übergeben werden, ist es für den weiteren Planungsverlauf schwierig, den Informationsfluss zu halten, da das nachträgliche Ergänzen von fehlenden Eigenschaften aufwendig ist. Die Herausforderung hierbei liegt darin, dass diese Form der Planung bei Neubauten bereits eine Vorgabe für den Entwurf der Planung beinhaltet, wobei die architektonische Freiheit eingeschränkt wird. Hingegen ist bei einem Bestandsbau die Variantenvielfalt bereits durch die vorgegebene Struktur eingeschränkt. Die von uns behandelten Konzepte können als Onlinetool zur Verfügung gestellt werden. Dieses Tool soll den Architekten zur Unterstützung von Planung und Beratung durch die Bauherrschaft dienen. Mittels Kommentarfunktion können die Auftraggeber ihre Wünsche direkt einbringen. Dank solch einer koordinierten Arbeitsweise können die Planungsbeteiligten ein Projekt erarbeiten, welches in Bezug auf Kosten und bestellte Informationen transparent ist. Das erarbeitete Konzept bezieht sich auf drei Sichtweisen:

BESTELLER Dem Auftraggeber ist der Prozess zur Erreichung des Ziels mehrheitlich unklar. Dies ist meist die Folge mangelnder Beratung und Kompetenzen. Das führt dazu, dass der Auftragnehmer durch eine mangelnde Bestellinformation des Auftraggebers nicht präzise definieren kann, was seine Lieferung beinhalten soll.

DATENAUSTAUSCH Im OpenBIM-Prozess ist es durchaus möglich, dass jeder Projektbeteiligte auf einem anderen CAD-Programm arbeitet. Durch den Austausch, welcher nicht über ein natives Format erfolgt, entstehen bei geometrischen Bauteilen viele Reibungspunkte, welche programmspezifisch gelöst werden müssen.

Folgende Punkte möchten wir als Input für die Erstellung des IDM aus der Sicht des modellbasierten Datenaustausches weitergeben: § Die Struktur ist nach Inhalt des BAP zusammenzustellen. § Der IFC-Übersetzer muss pro Software klar definiert werden. § Die Semantik muss im IDM festgelegt werden. § Einfügepunkte für Position und Ausrichtung sind zu definieren. § Ein internes Prüfprotokoll für die Richtigkeit der Modelle vor dem Austausch mit externen Fachbereichen ist zwingend notwendig. § Vor Projektstart ist ein Testaustauschmodell zu erstellen, um mit den Projektbeteiligten die Fehlerquellen beim Datenaustausch zu minimieren beziehungsweise zu beheben. Weitere Punkte, welche wir in Bezug zum Thema BIM und 3D-Modellierung im Alltag festgestellt haben, sind die folgenden: § Ein IDM muss so früh wie möglich in den Prozess integriert und festgelegt werden, um die Doppelspurigkeit auszugrenzen. § Die CAD-Fachspezialisten müssen so früh wie möglich ins Projektteam integriert werden, um die technischen Anforderungen respektive das technische Know-how in die Projekte einbinden zu können. § In den Firmen muss ein Umdenken stattfinden. Die Schulungen der Mitarbeiter müssen gezielter und spezifischer auf die jeweilige Position im Unternehmen abgestimmt werden. Das Ergebnis der Analyse des Matroschka-Prinzips im digitalen Bauen zeigt auf, dass trotz technischer Neuerungen die menschliche Kommunikation unabdingbar ist. Es gilt, Innovation nicht nur zu erzählen, sondern auch zu entwickeln, zu testen und anzuwenden. WWW.BAURUNDSCHAU.CH

PROZESSMETHODIK Durch die Digitalisierung im Baugewerbe ist eine effizientere Methodik der bestehenden Arbeitsprozesse ein wichtiger Teil der Optimierung des Planungs- und Bauablaufs. Die BIM-Methode spielt hierbei die Hauptrolle der Entwicklung einer nachvollziehbaren Kostenverwaltung und einer effizienteren Bestimmung des Bauvorhabens in Hinsicht auf einen reibungslosen Austausch der Daten aller Beteiligten.

DER DIGITALE WORKFLOW Damit eine erfolgreiche Zusammenarbeit erreicht werden kann, müssen alle in der Digitalisierung dieselbe Sprache sprechen. Je nach Ausbildung und Wissensstand ist es für die verschiedenen Fachbereiche schwierig, die gewünschten Daten zu liefern. Die zentrale Rolle in der Zusammenarbeit ist die Annahme des digitalen Workflows. Ziel ist es, auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen und die Workflows proaktiv statt kontraproduktiv anzunehmen. Die Komfortzone muss von jedem Projektbeteiligten verlassen und die Transparenz in den unterschiedlichen Disziplinen sollte in den Vordergrund gestellt werden. Der gemeinsame Arbeitsprozess im Team führt zu einem verständnisvollen Workflow. Erfahrungsmässig läuft dieser bei einer Gebäudeplanung nicht immer gleich ab. Es stellen sich zusätzliche Herausforderungen dar, wenn sich ein Projektbeteiligter gegen den vereinbarten Planungsprozess stellt und die Daten nicht in der gleichen Qualität (Modellierung, Dateninformation, Planübersetzung) abgibt. Daher ist es umso wichtiger, dass die Bauherrschaft als Besteller die Forderungen klar formuliert, um den BAP (BIM-­ Abwicklungsplan) sowie das IDM (Information Delivery Manual, Informationslieferungshandbuch) als Bestandteil des Vertrags zu definieren.

Durch einen gemeinsamen Workflow gelangt man zum Erfolg.

Die Digitalisierung zeigt sich auch in der Baubranche.

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74 SPORT & FREIZEIT ZOOLOGISCHER GARTEN BASEL

AUF ZU DEN TIEREN Heute unterliegen viele Freizeitaktivitäten aktuellen Trends und Hypes, aber den Zolli lieben die Basler nach wie vor. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Zolli sein Angebot stetig an die gesellschaftlichen Veränderungen anpasst. Darüber sprachen wir mit dem Zoodirektor Olivier Pagan. INTERVIEW MIT OLIVIER PAGAN VON FREYA MOHR

Die Giraffen leben im Antilopenhaus, einem beeindruckenden Gebäude aus der vergangenen Epoche.

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SPORT & FREIZEIT 75

Die Tembea-Anlage für Elefanten gleicht heute einer Savannenlandschaft.

D

er Basler Zoo eröffnete 1874 als erster zoologischer Garten der Schweiz. Seitdem hat sich viel verändert – in der Gesellschaft, aber auch in der Wissenschaft über die Tierwelt, in der artgerechten Haltung und in der Vermittlung von Wissen im Zoo. Der «Geschäftsführer» Basel sprach mit dem Zoodirektor Olivier Pagan darüber, wie der Zolli nach 148-jährigem Bestehen seine Millionen Besucherinnen und Besucher jährlich begeistert. «Geschäftsführer»: Was war Ihr persönliches Zolli-Highlight im Jahr 2021? Olivier Pagan : Mein persönliches Highlight war, als wir nach der zweiten Corona-Welle wieder öffnen durften. Im Jahr 2020 hatten wir 80 Tage geschlossen und im Jahr 2021 nochmals 70 Tage. Der Moment, an dem wir den Zoo wieder aufmachen konnten, war toll. Wir merkten auch, wie der Zolli den Menschen gefehlt hat. Es war zu spüren, dass sie wieder gerne zu uns kommen. Das Konzept öffentlicher Zoos fasziniert Menschen seit über 200 Jahren. Warum kommt der Zoo nicht aus der Mode? Das Konzept Zoo stammt aus der kaiserlichen Zeit, als die Herrschenden in ihren Privatgärten exotische Tiere gehalten haben. Im 19. Jahrhundert wurden diese dann für die gesamte Bevölkerung geöffnet. Ich glaube, der menschliche Drang, sich ein Bild vom Tierreich zu machen, ist eng daran gekoppelt, das lebendige Tier zu erleben. Es reicht nicht, nur ein Foto anzusehen. Die Begegnung mit dem echten Tier ist seit eh und je ein Herzenswunsch des Menschen. Hat sich die Funktion des Zoos seitdem verändert? Ja, zoologische Gärten haben heute eine ganz andere Funktion als damals. Es gibt immer noch viele Besucherinnen und Besucher, die einfach nur

Olivier Pagan ist der Zoodirektor im Zolli.

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76 SPORT & FREIZEIT

Der Basler Zolli ist eine grüne und faszinierende Oase mitten in der Stadt.

Mit Naturschutzprojekten fördert der Zolli den Erhalt der Okapis, eine stark gefährdete Tierart.

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SPORT & FREIZEIT 77

Die süssen Erdmännchen sind Raubtiere.

spazieren gehen und Tiere ansehen möchten. Als Zoo haben wir heute jedoch auch die Aufgabe, ihnen etwas mitzugeben. Über diese Bildungsfunktion können wir anhand von Führungen oder Workshops die Botschaft der Tierwelt näherbringen. Ebenfalls in den letzten Jahren hinzugekommen ist das richtige Halten von Tierpopulationen und das Aufrechterhalten von schwindenden Populationen. Vor etwa sieben Jahren hat der Zolli den freiwilligen Naturschutzfranken zusätzlich zum Eintritt eingeführt. Über 93 Prozent der Gäste zahlen diesen Naturschutzfranken, der integral an In-situ-Tierprojekte geht. Neben der Heroik, dem Bildungs- und Forschungsauftrag, ist also auch der Naturschutz eine Funktion des Zoos.

Wie passen Sie das Angebot im Zoo an den aktuellen Zeitgeist an? Der Zoo ist immer ein Stück weit ein Spiegelbild der Gesellschaft und beide entwickeln sich gemeinsam weiter. Bestes Beispiel ist die Art und Weise, wie Zootiere gehalten werden. Das erste Raubtierhaus von 1902 war eine leere Anlage mit drei Löwen und dicken Gitterstäben. Das war’s. Das Haus aus den 50er-Jahren zeigte bereits markante Unterschiede: Die Anlage war grösser, hatte erhöhte Podeste und verschiedene Substrate am Boden. Unsere heutigen Anlagen haben nichts mehr mit den Vorgängern zu tun. Wir zeigen heute nicht möglichst viele Tiere einer Systematik, sondern erstellen Themenanlagen. Beispielsweise thematisieren wir bei den Raubtieren den Nahrungskreislauf unter dem Motto «fressen und gefressen werden». Die Tierhaltung und die Begegnung zwischen Mensch und Tier im Zoo stehen auch immer wieder in der Kritik. Wie gehen Sie mit solchen Herausforderungen um? Kritik ist der Ansporn, sich selbst zu überprüfen. Wir sind auch nicht unkritisch gegenüber dem, was wir tun. Wir fragen uns jeden Tag, ob wir unsere Funktion gut umsetzen. Kritik ist gut, damit sich die Tierhaltung

Die Zebras wohnen in der Afrikaanlage.

weiterentwickeln kann. Sie wird erst dann lästig und unkonstruktiv, wenn sie pauschal ist. Das heisst, wenn sie den Zoo als Institution ablehnt. Dann ist kein Dialog mehr möglich. Wir schauen, dass wir das Beste für die Tiere machen. Nur so zeigt das Tier sein natürliches Verhalten und das gibt den Besucherinnen und Besuchern ein positives Erlebnis. Wenn diese das Gefühl haben, dass es den Tieren nicht gut geht, können wir lange über Naturschutz reden.

Die Baslerinnen und Basler identifizieren sich sehr stark mit dem Zolli. Das kenne ich kaum von anderen Städten … Das ist auch in meinen Augen etwas sehr Einzigartiges. Die Identifikation der Baslerinnen und Basler mit «ihrem» Zolli ist sehr hoch. Es zeigt sich auch, dass diese Identifikation eine emotionale Sache ist. Viele finden, der Zolli sei wie die Fasnacht und der FCB aus Basel nicht wegzudenken. Unsere Aufgabe ist es nun, ihnen aufzuzeigen, dass der Zolli nicht nur toll ist, sondern auch eine Funktion und Mission hat. Worauf können sich die Besucherinnen und Besucher im Jahr  2022 besonders freuen? Auf ganz vieles natürlich. Wir konnten einige Anlagen fertigstellen oder renovieren. Zum Beispiel haben wir das Antilopenhaus – ein schönes historisches Haus – renoviert. Wir haben ein neues Aquarium für Schlammteufel im Vivarium. Und worauf sich die Besucherinnen und Besucher natürlich freuen können, sind die Fortschritte auf der Baustelle der Vogelhäuser. Diese sind zwar noch im Bau, aber jetzt kann man langsam miterleben, wie das Gebäude wächst und sich entwickelt. Die Erweiterung der Pelikananlage erahnt man bereits, die neue Zwergotteranlage kann man sehen. WWW.ZOOBASEL.CH

Die Königspinguine machen ab und zu einen Spaziergang durch den Zolli.

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78 SPORT & FREIZEIT

MASSIMO CECCARONI

QUALITÄT MIT WERTSCHÄTZUNG Fussball und seine Nachwuchsarbeit sind ein wichtiges Arbeitsfeld. Es entscheidet mit, ob ein Verein erfolgreich ist oder auch nicht. Talentierte, junge Spieler sind heute von einem sehr ehrgeizigen Umfeld umgeben. Es besteht die Gefahr des Ausbrennens. Demgegenüber gibt es andere Möglichkeiten und Modelle, die nachhaltiger sind – selbst im Profifussball der ersten Ligen der Schweiz und Deutschlands. Wir trafen uns mit einer Basler Fussballlegende. INTERVIEW MIT MASSIMO CECCARONI VON GEORG LUTZ

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SPORT & FREIZEIT 79

Massimo Ceccaroni bei der Ausbildung des Fussballnachwuchses in Südindien.

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assimo Ceccaroni war fast sein ganzes Leben mit dem FC Basel verbunden –zunächst als Spieler von 1987 bis 2002, aus heutiger Sicht eine fast unglaubliche Konstanz. Dann war er verantwortlich in die Nachwuchsarbeit eingebunden und zudem vier Jahre Mitglied des Verwaltungsrates. Im November 2021 haben sich der Verein und Ceccaroni getrennt – eine Ära ging zu Ende. Jetzt bricht Massimo Ceccaroni zu neuen Ufern auf, wobei das Fussballentwicklungsland Indien eine zentrale Rolle spielt. Wir trafen uns zum Interview.

Im Fussballgeschäft dreht sich das Wechselrad immer schneller. Konstanz scheint ein Fremdwort zu sein. Sie sind in Ihrer Karriere das pure Gegenteil gewesen. Seit 1987 haben Sie in der ersten Mannschaft des FC Basel gespielt und das bis zum Karriereende 2002 durchgehalten. Wo lagen die Gründe für diesen ungewöhnlichen Weg als Profispieler? Massimo Ceccaroni: In erster Linie geht es hier um die Verbundenheit mit der Region und der Stadt sowie um die Freundschaften und Beziehungen, die ich dort gepflegt habe und immer noch pflege. Ein funktionierendes soziales Umfeld ist für mich sehr wichtig. Das betrifft nicht nur den Fussball. Klar, Fussball ist ein Teamsport und ich weiss es sehr zu schätzen, dass ich Teil eines Teams bin. Aber ich bin hier aufgewachsen, in die Schule gegangen, habe meine Jugend hier in Basel und Umgebung gelebt. Auch meine Familie ist hier. Ich wollte dieses Umfeld nicht verlassen. Es war mir wichtiger als taktische Fragen in meiner Karriereplanung. Das soziale Umfeld hat mir Sicherheit gegeben. Hier konnte ich meine Persönlichkeit entfalten. Ob ich woanders etwas mehr Geld verdienen würde, war bei mir ein nebensächlicher Punkt.

Waren die Achtzigerjahre auch im Fussball eine andere Zeit? Ja sicher. Es gab noch nicht so viele Fussallmanager und Fussballberater. Es war nicht die Regel für gute Schweizer Fussballprofis, ins Ausland zu wechseln. Heute träumt fast jeder schnell von der ersten englischen Liga oder der Bundesliga in Deutschland. Ich selbst habe nie einen Fussballberater oder Manager gehabt. Vielleicht ist auch aus diesem Grund der eine oder andere Transfer nicht zustande gekommen. Loyalität ist für mich auch ein wichtiges Wort, obwohl es heute fast schon antiquiert klingt. Schon mit sieben Jahren trug ich stolz das Trikot des FC Basel. Ich wollte immer Fussball in Basel spielen, in dem Stadion und mit den Zuschauern. Das fand ich grossartig. Jetzt hat sich aber auch aus taktischer Sicht und hinsichtlich der Spielsysteme viel verändert. In den Achtzigerjahren haben Fussballmannschaften noch mit Libero, Vorstopper und Manndeckung gespielt. Der moderne Fussball mit seinen Ketten und der Raumdeckung war in Amsterdam und in Barcelona Thema, aber meist noch nicht in der Schweiz oder Deutschland. Da hat sich verdammt viel verändert. Ich durfte beispielsweise noch den Rückpass zum Goalie einsetzen. Wenn man, wie ich, sehr nah über Jahrzehnte am Geschehen dabei ist, denkt man oft, dass Fussball ohne Frage immer schneller und intensiver geworden ist. Die Brüche gerade im taktischen Bereich realisiert man aber oft nur mit einem gewissen Abstand. Wenn Du noch voll im Spielbetrieb als Spieler Leistung zeigen musst, setzt Du die Anweisungen vom Trainerstab um und überlegst nicht lange. Du musst hier funktionieren, sonst bist du schnell raus. Reflexives Verhalten ist hier ein Fremdwort.

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80 SPORT & FREIZEIT Dann, nach Ihrem Karriereende im Profifussball, haben Sie sich nach einigen Zwischenstationen um den Nachwuchs gekümmert. Sie waren technischer Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Basel. Auch hier geht es heute sehr viel intensiver und professioneller zu. Junge Spieler werden nicht zufällig auf dem Bolzplatz entdeckt, sondern es gibt eine Scout-Abteilung, vielleicht sogar ein Fussballinternat. Auf jeden Fall gibt es in der Region Ausbildungsvereine. Beim FC Basel war und ist es beispielsweise der FC Concordia Basel. Wie ist die Nachwuchsarbeit aus Ihrer Sicht heute aufgestellt? Ein talentierter junger Spieler wird heute viel schneller erkannt. Der zentrale Grund ist das von Ihnen angesprochene Scoutingsystem. Junge Spieler sind viel schneller in strukturierten Systemen integriert. Das betrifft alle Bereiche, sprich mentale Stärke, körperliche Fitness oder taktische Fussballfragen. Der Fokus bei all diesen Spielern ist darauf ausgerichtet, Profifussballer zu werden. Was aber schon statistisch nicht möglich ist. Da gibt es sicher Frustrationen? Bis zu einem gewissen Punkt ist es richtig, ehrgeizig zu sein und sich Ziele zu setzen. Aber 90 Prozent dieser Jugendlichen, selbst wenn sie hoch talentiert sind werden nicht mit Fussball Geld verdienen können. Daher ist ein Plan B in Form einer Ausbildung in einem anderen Bereich in jeder Phase mitzudenken. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt lässt sich mit dem Stichwort «Ungeduld» beschreiben. Spieler, das familiäre Umfeld, Freundinnen und Freunde und die Verantwortlichen im Verein – alle sind ungeduldig. Aus welchen Gründen? Es gibt einen einfachen Grund. Ein junger Spieler ist preiswert, er kann aber perspektivisch sehr viel Geld generieren. Fussball ist Business. Die

Vereine wollen wenig Geld ausgeben, aber sehr viel Geld verdienen. Ein junger Spieler mit sehr guten natürlichen Begabungen, aber einer noch unausgereiften Persönlichkeit wird heute schnell in eine Position gehoben, aus der man ihn schnell für viel Geld verkaufen kann. Auch hier sind Frustrationserfahrungen angelegt. Das sind gefährliche Entwicklungen und ich habe auch in Basel dazu immer eine klare Meinung vertreten. Mir ist es egal, ob ein Spieler mit 18 oder erst mit 21 Jahren sein erstes Profispiel absolviert. Er muss parat sein und ein Fähigkeitspaket dabeihaben, um den Belastungen standzuhalten und dann 15 oder 20 Jahre eine Profikarriere hinzulegen. Ich habe den Eindruck, dass die Ungeduld mit Spielern, die 17 oder 18 Jahre alt sind, sehr hoch ist – und mit 23 oder 24 Jahren kommt dann oft die Ernüchterung und der sportliche Einbruch. Sie haben diese komplexe Belastungspunkte nicht ausgehalten und knicken dann an einem Punkt ein.

Könnte man sagen, es werden heute mehr Spieler verbrannt? Genau. Das bringt es auf den Punkt. Jetzt gibt es ja auch unter den Profivereinen sehr unterschiedliche Strategien, um mit dem Thema Nachwuchs umzugehen. Einige Vereine, vor allem die mit ökonomischer Potenz, leisten sich zwar ein Nachwuchszentrum, der eigene Nachwuchs bekommt aber kaum Chancen, in den Profikader zu kommen. Wenige andere Vereine, ich nenne jetzt mal den SC Freiburg, sind da anders aufgestellt. Jedes Jahr landen zwei, drei junge Spieler im Profikader und bekommen dort auch Einsatzmöglichkeiten. Wie ist Ihre Sicht der Dinge? Freiburg ist fast ein Ausnahmebeispiel in diesem Profisport, so wie er aktuell aufgestellt ist. Der SC hat sich die Philosophie Ausbildungsverein auf die Fahnen geschrieben. Dort tragen junge Spieler nicht nur das Trikot mit der Nummer 22 oder 32. Man bereitet sie von Anfang an auf den Profieinsatz vor. Das ganze Umfeld, der Trainerstab so oder so, gibt diesem Projekt eine enorme Wichtigkeit. Man geht mit dem Spieler sehr viel einfühlsamer und subtiler um. Man weiss, wir könnten auf ihn angewiesen sein. Wir müssen mit ihm arbeiten. In anderen Vereinen setzt der Trainerstab auf scheinbar einfachere Lösungen. Er hat noch genügend andere Profis im Kader und wenn nicht, wird schnell einer dazugekauft. Es ist auf den ersten Blick einfacher, einen fertigen Spieler mit 25 Jahren zu holen und die Jugend in der Warteschleife zu lassen. Der SC Freiburg zeigt aber, dass wenn man sich mit dem Nachwuchs wirklich beschäftigt und das als langfristiges Projekt begreift, man auch in der Bundesliga Erfolg haben kann. Wer sich damit nur halbbatzig auseinandersetzt, überlässt hier zu viel dem Zufall.

«Man muss bereit sein, Kompromisse zu schliessen, ohne an Qualität zu verlieren.»

Massimo Ceccaroni – eine Basler Legende mit Bodenhaftung als Weltreisender mit Zielen.

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Ich denke, die Langfristigkeit und das ruhige Handeln mit einer klaren Philosophie ist das Erfolgsgeheimnis beim SC Freiburg. Das Gegenteil erlebt man beispielsweise in Stuttgart. Jahrelang setzte man auf gestandene Spieler, die immer schneller rotierten. Das Trainer-Karussell beim VfB Stuttgart drehte sich auch immer schneller. Der Verein hat eigentlich, von seinem Umfeld her, viel mehr Geld zur Verfügung. Die hektischen Aktionen dominieren aber das Geschehen. Aktuell hat man sehr schnell im Rahmen einer


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Auch in Chennai ist das Potenzial da, es muss nur gehoben werden.

Panikaktion die halbe Jugendmannschaft auf dem Platz stehen, die mit einigen Spielern aus der zweiten französischen Liga verstärkt wird. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Dagegen ist in Freiburg selbst beim Trainerstab das Thema Nachwuchs prominent besetzt. Es gibt einen Verbindungscoach zwischen Jugendarbeit und Profimannschaft. Christian Streich ist nur ein Baustein des Erfolgs. Julian Schuster, der den Job des Verbindungscoachs innehat, ist mindestens genauso wichtig. Wie sieht das Thema Nachwuchs in Basel aus? Läuft es da wie in Stuttgart oder wie in Freiburg? Typisch für die Schweiz würde ich sagen: Irgendwo dazwischen. Der FCB ist eigentlich auch ein Ausbildungsverein. Er konnte und kann viele Spieler, die hier aus der Region kommen, ins Ausland verkaufen. Das verdeutlicht, dass man eine gute Jugendarbeit betreibt. Das geht auch von der Spitze aus. So hat die frühere Präsidentin Gisela Oeri dies wiederholt verdeutlicht. Sie hat dazu ja auch eine Stiftung gegründet, die der Nachwuchsabteilung des Vereins zwischen zweieinhalb und drei Millionen Schweizer Franken zukommen lässt. Jetzt ist immer die Frage, wie die aktuelle Führung die Jugendarbeit bewertet und umsetzt. Man braucht eine gewisse Durchlässigkeit, um auch glaubwürdig arbeiten zu können. Man muss der Jugend auch eine realistische Perspektive geben. Der Nachwuchs strengt sich doch an und will dann wenigstens in Teilen auch belohnt werden. Jugend braucht Motivation. Im Moment habe ich den Eindruck, man weiss beim FC Basel noch nicht, welchen Weg man gehen will. Oftmals habe ich auch den Eindruck, unterschiedliche Fraktionen im Verein behindern sich gegenseitig und liefern sich Diadochenkämpfe. Man muss bereit sein, Kompromisse zu schliessen, ohne an Qualität zu verlieren. Das hört sich theoretisch sehr gut an, ist aber in der Praxis schwer umsetzbar. Der FC Basel hat eine gute Tradition in der Nachwuchsarbeit. Die Akademie ist da und die Millionen von Gisela Oeri sind da. Das reicht aber nicht aus. Aktuell will die Leitung global aufgestellt sein, was die Spieler betrifft. Man bedient sich an der globalen Fussballwelt. Ich sage nicht, dass dies nicht interessant und erfolgreich sein kann. Aber die Frage ist, wo und wie es kompatibel mit dem Ausbildungsverein FC Basel ist. Es ist durchaus kompatibel.

Man muss dann aber auch diese beiden Stränge zusammenbringen und umsetzen. Das Modell Schwarz-Weiss funktioniert nicht. Kommen wir noch zu einem ungewöhnlichen Punkt: Sie waren auch sportlicher Leiter des Indien-Projektes FC Basel – Chennai City FC. Südindien und Fussball bekomme ich aber überhaupt nicht zusammen. Kricket fällt mir als Sportart ein. Wie kam es dazu? Indien ist ohne Frage ein Fussballentwicklungsland. Aber genau aus diesem Grund kann es reizvoll sein, hier aktiv zu werden. Bernhard Burgener als ehemaliger Präsident hat hier eine Chance gesehen. Ich war von der Zusammenarbeit überzeugt, als ich das Potenzial gesehen habe. Es gibt da eine Jugend, die Fussballshirts von Juve, Real oder den grossen englischen Clubs trägt – und zwar in einem grösseren Umfang als hier. Sie haben einen Traum vom Fussballprofi. Die indische Bevölkerung ist jung und will Fussball spielen. Das war und ist mein Eindruck. Einige wenige können es in den nächsten Jahren mithilfe einer professionellen Ausbildung nach Europa schaffen. Grundlage und Leuchtturm ist die Akademie des Chennai City FC. Der indische Fussball ist im Dornröschenschlaf und genau daher muss er wachgeküsst werden. Leider hat man das Projekt abgeben müssen, da es mit Bernhard Burgener verbunden war. Solche Situationen kennt man aus der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Ja, dann ist uns auch noch die Pandemie in die Quere gekommen. Auch daher ist das Projekt ins Stocken gekommen. Ich gebe aber das Projekt nicht auf. Die letzten drei Jahre war ich in Südindien und habe viele menschliche Erfahrungen gemacht. Jetzt arbeite ich an einem Projekt, um eine vom Vereinsfussball unabhängige Fussballschule aufzumachen. Dafür braucht es Investoren. Und diese suche ich gerade. Es braucht eine Gesamtfinanzierung für die nächsten vier, fünf Jahre mit einem klaren Plan und einer Strategie. Ich freue mich schon wieder, nach Indien zurückzukehren und jungen Spielern aus Indien eine Karriere in Europa zu ermöglichen. Jetzt kam es doch noch zur Abnabelung des Massimo Ceccaroni vom FC Basel. Wir vom «Geschäftsführer» Basel wünschen ihm viel Erfolg mit dem Projekt in Südindien.

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GANGANALYSE BEI SPORTLERN UND WARUM von Thomas Ruepp

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ie Ganganalyse gilt als Aufzeichnung von biomechanischen Verhaltensweisen des Bewegungsapparates, sei das beim Tier oder Menschen. Seit Jahrzenten versucht man insbesondere bei Sportlern, das Laufen und Rennen zu diagnostizieren, um Leistungen und Verletzungsvorbeugung zu fördern. Diese Anwendung findet man heute auch für Tiere erstmals in der Forschung, um die Resultate von Verletzungsbehandlungen mit oder ohne Eingriffe zu überprüfen und den Verlauf zu kontrollieren. Diese Methode der Diagnostik ist bei Sportverletzungen heute gängig. Insbesondere spielt die Genesungszeit eine grosse Rolle.

Lauflabor mittels 5-D-Laufanalyse mit modernster Computer- und Sensorentechnik. Innerhalb kürzester Zeit können somit Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Bereits nach 45 Sekunden erhalten wir im 5-D-Labor durch Tiefensensoren und Infrarotlicht alle relevanten Daten zur Laufökonomie und Gelenkbelastung. Anhand der Daten können wir unter anderem bestimmen, wie stark die Knie und Hüften belastet werden und wie das Knie in der Frontalebene rotiert. Falls Sie Verbesserungen und Schmerzlinderung oder -beseitigung haben möchten, können wir Ihnen Hilfsmittel, wie zum Beispiel individuell angepasste Fuss­ einlagen, nach dem neuesten Stand der Technik anbieten. So ist es nicht ausschliesslich unser Know-how, sondern auch Unterstützung durch Technik, die Ihnen das optimalste Angebot bringt.

Nun gibt es nicht nur Gründe bei Verletzungen, sondern Gründe, um schneller zu laufen, Gründe, um Verletzungen vorzubeugen, Gründe, um Ermüdungen vorzubeugen, und Gründe, um einfach schmerzfrei oder bequem zu laufen. Mit dem Komfort des Gehens und Laufens, damit beschäftigen wir uns sehr. Biomechanisch gleichen wir Menschen uns, aber jeder Mensch hat seine ganz eigenen mechanischen Abläufe und Haltungen. Sie können einen Menschen jederzeit erkennen an seiner Körperhaltung und somit an seinem Gang, denn kein Mensch hat den gleichen Gang und somit auch ganz unterschiedliche Beschwerden, wie die Schrift beim Schreiben. Wir messen die Bewegung von Fuss-, Knie-, Hüftgelenk und Rumpfhaltung. Wir messen das, was uns trägt und vorwärtsbewegt, in drei Ebenen. Die Ebenen sind bei allen Gelenken die Streckung, die Beugung und die Rotation. Diese verknüpfen wir miteinander und erhalten in Zeitraffung Segmente, die in Sekundenbruchteilen sichtbar werden. Laufökonomie beschreibt das Verhältnis von Energieumsatz zur Geschwindigkeit. Dazu gibt es noch einige Faktoren wie Fussauftritt, Schrittfrequenz und Bodenreaktionskraft. Alle diese Faktoren beeinflussen die Leistungsfähigkeit beim Gehen oder Laufen. Unser Angebot: Wir analysieren Ihre Geh- und / oder Laufbewegung in einem dynamischen Zustand in unserem einzigartigen

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Nicht nur die richtige Analyse, sondern auch die richtigen Schuhe tragen in Kombination mit Sporteinlagen oder Fuss­einlagen zum Gelingen eines beschwerdefreien und angenehmen Gangs und Laufstils bei. Gerne beraten wir Sie auch bei diesen Fragen. Unsere Spezialisten der orthopädischen Ganganalyse werden geleitet von Herrn Simon Leonhard – Orthopädie-­Schuhmacher-­ Meister.

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BEAUTY & GESUNDHEIT 83

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er Herzschlag ist Taktgeber unseres Lebens. Er lässt uns spüren, wer wir sind, und er lässt uns wissen, wie wir uns fühlen. Wenn wir verliebt sind oder Sport machen, beschleunigt er sich. Wenn wir entspannt sind, verlangsamt er sich. Er ist der Rhythmus, nach dem unser Organismus arbeitet und für uns sorgt. Auch die Zellen unserer Haut arbeiten im Takt unseres Herzens. Dieses Prinzip macht sich Byonik® zu eigen – mit dem ersten Bio-­ Lifting, das sich an Ihrem Puls orientiert, dem patentierten Pulse Triggered Laser. Die sanfte, schmerzfreie und gleichwohl hoch effektive Behandlung wird ergänzt um eine Pflege, die sich dank einer Vielzahl speziell entwickelter Produkte genau auf Ihren Hauttyp und Ihre Persönlichkeit abstimmen lässt.

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86 AUTO & MOTO

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DER MYTHOS PORSCHE 1948 verwirklichte Ferry Porsche mit dem Prototyp des «356» mit der Nummer 001 seine Vorstellungen eines modernen Sportwagens. Mit der gleichen Passion steht Michael Glinski hinter dem traditionsreichen Sportwagenhersteller. Er kletterte die Karriereleiter innert 20 Jahren empor – vom Praktikanten zum CEo der Porsche Schweiz AG. VON WILMA FASOLA


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AUTO & MOTO 87

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Michael Glinski übernahm 2018 die Leitung der Porsche Schweiz AG.

Geschäftsführer»: Herr Glinski, Sie sind ein echtes Porsche-­K ind. Sie haben als Praktikant bei Porsche angefangen, waren nie in einem anderen Unternehmen aktiv, nun sind Sie CEO Porsche Schweiz. Können Sie sich noch daran erinnern, wann Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben bewusst mit der Marke Porsche in Kontakt kamen? Michael Glinski : Auf jeden Fall. Meine Eltern hatten eine kleine Pension und ein Restaurant. Einer unserer Stammgäste kam immer mit einem Porsche 911 G-Modell. Das war in den 1980er-Jahren. Ich mochte diesen Mann und sein Auto fand ich cool. Und es gab auch eine Freundin meiner

Eltern, die einen 968 besass – ein Auto, das zu dem grössten Familienkrach führte, den es bei uns je gegeben hat. Sie bot mir damals nämlich an, dass ich nach meiner Führerscheinprüfung mit diesem Auto nach Hause fahren dürfte. Meine Mutter befürwortete das jedoch in keiner Form. Und sie hatte sicher recht (lacht).

Was hat Sie damals am meisten fasziniert? Geräusch, Optik, Formen, Farben, Innenleben? Diese Frage stelle ich mir heute noch, wenn ich Kinder beobachte, die einen Porsche sehen. Es passiert mir selbst immer wieder, dass ich an einer

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88 AUTO & MOTO Ampel stehe oder vorbeifahre und ein Kind auf meinen Wagen zeigt und ich an den Lippen erkenne, wie es «Porsche!» sagt. So ging es mir damals eben auch. Ich glaube, Kinder erkennen das Design, die Form. Und natürlich ist es dieser Mythos der Marke, geprägt sicher durch den Motorsport.

Und all das begann mit besagtem Praktikum … Ja, absoluter Zufall. Ich habe damals an der Universität Mannheim studiert und ging am Schwarzen Brett vorbei. Im Augenwinkel sah ich das PorscheWappen und schaute genauer hin. Ich las, dass man Praktikanten suchte, und kurz darauf betrat ich zum ersten Mal das Werk in Stuttgart-Zuffenhausen. Etwas später wurde mir eine Festanstellung angeboten. Ich begann am 1. September 2001 meine Arbeit bei Porsche im Controlling, Bereich Finanzen. Das heisst, Sie sind nun 20 Jahre bei Porsche? Ja, am 1. September dieses Jahres habe ich mich beim Personalverantwortlichen für die Chance bedankt, die er mir damals ermöglicht hat: Teil des Unternehmens Porsche zu werden. Ich kann aus Überzeugung sagen: Porsche ist mehr als nur ein Arbeitgeber. Das klingt nun sehr nach Marketing … (lacht) Das mag sein, jedoch sehe ich es ehrlich so. Kürzlich wurde ich nach meiner Passion gefragt, und ich habe lange nachdenken müssen. Am Ende war meine Antwort: Porsche. Ich lebe wirklich mit und für diese Marke. Sie ist meine Leidenschaft, und daher bin ich jeden Tag dankbar, dabei sein und den Weg dieses beeindruckenden Unternehmens mitgestalten zu können. Einmal Porsche-Kind, immer Porsche-Kind – Sie sagten es selbst. Sie sind in diesem Jahr seit 20 Jahren bei Porsche und stehen nun seit vier Jahren an der Spitze der Schweizer Tochter. Wie würden Sie Porsche in drei Worten zusammenfassen? Traum, Passion und Lebensgefühl.

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Stichwort Marke: Wie pflegt Porsche seine Marke? Wie unser Wappen besteht auch unsere Markenphilosophie aus fünf Elementen. Im Mittelpunkt steht unser Markenkern: Driven by Dreams. Die Marke steht für alle jene, die nach etwas streben, sich Träume erfüllen wollen. Der Markenkern wird gestützt aus Gegensatzpaaren, die sich nicht ausschliessen. Diese Spannungsfelder sind vielmehr wichtig für unsere Entwicklung. Das erste Gegensatzpaar ist: Pioniergeist und Tradition. Wir schauen immer über den Tellerrand, jedoch verlieren wir dabei nicht den Halt unter den Füssen. Wir vergessen niemals unsere Tradition. Ein weiterer Fokus liegt auf das Thema Performance. Dieser stellen wir die Nachhaltigkeit gegenüber. Übersetzt auf unsere Fahrzeuge bedeutet das: Modelle,

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die dem Zeitgeist entsprechen, Leistung unter der Motorhaube haben, die aber die Nachhaltigkeit in all ihren Facetten parallel ebenfalls immer im Fokus haben. Das dritte Gegensatzpaar ergibt sich aus Exklusivität und Akzeptanz. Ein Porsche ist immer etwas Besonderes. Doch Sie brauchen ihn auch nicht um die Ecke parken, weil Sie Angst haben, in eine Schublade gesteckt zu werden. Und als viertes Paar folgt Design und Funktionalität.

Zwei Dinge, von denen viele behaupten, dass sie sich ausschliessen … Es ist immer ein schmaler Grat. Aber an Porsche sieht man, dass es machbar ist. Wir schaffen das grösstenteils auch, weil wir einen konstanten Dialog mit unseren Kunden führen. Wir leben und unterstützen ein aktives Clubleben. In der Schweiz haben wir rund 2000 Clubmitglieder. Weltweit sind es etwa 250’000. Und unsere Kunden sind unsere Markenbotschafter. Gleiche Werte, gleiche Wünsche – und Ideengeber, wenn es um die Weiterentwicklung unserer Flotte geht – sowohl mit Blick auf Design wie auch Funktionalität. Wenn wir beim Thema Kundenwünsche sind: Vor 20 Jahren war es undenkbar, dass Sportwagenhersteller SUVs bauen würden. Mittlerweile haben Sie und auch Ihre Konkurrenz mindestens ein Modell im Angebot. Gibt es dennoch bei Porsche Trends, die man nicht mitgehen würde? Wir verkaufen in der Schweiz in etwa 3500 Fahrzeuge im Jahr. Damit halten wir durchschnittlich einen Anteil von 1,3 Prozent am Schweizer Automobilmarkt. Sie sehen, es geht uns nicht darum, die meisten Autos zu verkaufen. Wir achten vielmehr darauf, unsere Exklusivität nicht zu verlieren. Wir bauen bewusst ein Modell weniger, als der Markt nachfragt. Wenn wir jedoch neue Segmente besetzen, ist unser Ziel ganz klar, das sportlichste Modell in diesem Bereich zu produzieren. Die Exklusivität muss bewahrt werden. Gilt das auch für Elektro- oder Hybridmodelle? Auch hier war es zunächst undenkbar, dass ein Sportwagen halb- oder sogar vollelektronisch auf Touren kommt. Wichtig ist, dass Elektromobilität porschetypisch interpretiert wird. In der Schweiz wird Elektromobilität sehr gut angenommen, aber es gibt auch Skeptiker. Unsere Antwort darauf: Wir bringen die Menschen in das Auto. Wir bieten jedem die Chance, sich ein eigenes Bild zu machen. Und um einen Taycan wirklich im Detail zu testen, brauchen Sie Zeit. Da reicht keine halbe Stunde, da brauchen Sie schon zwei, drei Tage – besonders um zu erfahren, dass die Ladeinfrastruktur in der Schweiz bereits sehr gut ausgebaut ist. In anderen Märkten ist die Infrastruktur noch nicht so weit, daher setzen wird ganz bewusst weiterhin auf die drei Antriebsvarianten – Verbrenner sowie hybride und vollelektrische Modelle. Und diesen Spagat zwischen den Welten werden wir so lange aufrechterhalten, wie er benötigt wird.


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Nicht bloss, dass der erste Porsche, 356-001, überhaupt noch im Besitz des Unternehmens ist – er wird auch fleissig bewegt.

Andere Hersteller gehen andere Wege. Bei BMW heisst es, dass ab dem Jahr 2030 bereits die Hälfte aller Neuwagen nur noch einen Elektromotor besitzen. Ähnlich kommuniziert VW, wenn es um die Zukunft geht. Wenn ich Ihre Antwort richtig deute, dann ist das bei Porsche nicht das erklärte Ziel. Für uns hat der Verbrenner immer noch seine Berechtigung. Wir entwickeln ihn stetig weiter, um ihn noch effizienter und umweltfreundlicher

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zu machen. Zudem haben wir mit eFuels auch eine Möglichkeit, Verbrennungsmotoren nahezu klimaneutral zu betreiben. Unser Fokus liegt aber definitiv auf der Elektromobilität. Zugleich gibt es eben immer noch Regionen, in denen die dazu passende Infrastruktur fehlt. Und die streichen wir nicht einfach von unserer Kundenliste. In Europa sind wir sehr weit, sowohl in Sachen Entwicklung als auch bezüglich der Infrastruktur. Allein in der Schweiz lag der Anteil unserer verkauften Neuwagen, die mit


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90 AUTO & MOTO Hybrid- oder elektrischem Antrieb fahren, im Jahr 2020 bei 28 Prozent. Im Jahr 2025 werden es weltweit rund 50 Prozent sein, bis Ende des Jahrzehnts prognostizieren wir mehr als 80 Prozent.

Wie wird es demnach konkret bei Porsche weitergehen? Worauf können wir uns freuen? Wir werden nicht stillstehen, werden weitermachen, wie wir das schon immer getan haben. Unser Ziel ist es, bis 2030 über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg bilanziell CO2-neutral zu sein. Nachhaltigkeit hat schon unseren Gründer Ferry Porsche beschäftigt. Seine Maxime war es, Autos für die Ewigkeit zu bauen. Und das hat sich bewahrheitet: Mehr als 70 Prozent der klassischen Porsche-Modelle sind heute noch auf den Strassen unterwegs. Wir denken heute noch gesamtheitlicher. Da haben wir die ökologische Nachhaltigkeit, die Aspekte wie die konsequente Reduktion von CO2-Emissionen inkludiert. Unser Ziel ist hier: zunächst vermeiden, reduzieren und wenn nötig kompensieren. Parallel wollen wir zudem nachhaltig wirtschaften und profitabel wachsen. Wir reden von einem wertschaffenden Wachstum, und das bedeutet, wir wachsen nicht um jeden Preis, sondern kontrolliert im Sinne unserer Unternehmensvision und -kultur. Zudem geben wir in Form von sozialer Nachhaltigkeit auch etwas an die Gesellschaft zurück. Besonders in Bereichen wie Mobilitätsförderung, Kultur und Bildung sind wir sehr aktiv. Im letzten Jahr haben wir in der Schweiz beispielsweise mit dem Taycan Artcar bei einer Versteigerung 200’000 US-Dollar einnehmen können, die wir Schweizer Künstlern zur Verfügung gestellt haben, die durch die Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind. Wenn Sie von Schwierigkeiten sprechen: Wie geht man bei Porsche mit Herausforderungen wie der Reichweite von Elektrofahrzeugen oder einem in Deutschland immer wieder drohenden Tempolimit um? Lassen Sie mich mit der Frage zum Tempolimit beginnen, auch wenn sie in der Schweiz keine Relevanz hat. Ich bin gegen ein Tempolimit an Stellen, an denen man sicher fahren kann, ohne andere zu gefährden. Diese Freiheit sollte man aus meiner Sicht den Menschen lassen. Ein Tempolimit wird häufig als Argument herangezogen, um die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Im Grunde betrifft die Diskussion im europäischen Raum auch nur Deutschland. Und die Autobahnen gehören zu den statistisch sichersten Strassen der Welt. Und die Reichweiten – ein Thema, über das gerne gesprochen, gestritten, gemeckert wird? Wir könnten heute schon Autos mit grösserer Reichweite produzieren. Darunter würden aber Fahreigenschaften und Sportlichkeit leiden. Daher machen wir das nicht. Wir schauen stattdessen auf eine Balance zwischen Gewicht und Reichweite. Und unser Ziel ist weiterhin, dass Porsche-­ Fahrer schnell reisen können. Unser Fokus liegt somit auf dem schnellen Laden. Dazu ist eine ausgebaute Ladeinfrastruktur entscheidend – und die 800-Volt-Technologie, die schnelle Ladezeiten ermöglicht. Kommen wir noch einmal zur Geschichte von Porsche. Sie haben im Jahr 2018 das 70-jährige Jubiläum gefeiert. Das erste erwähnte Konstruktionsbüro aber eröffnete bereits 1931 in Stuttgart. Warum vor drei Jahren 70 statt 90 in diesem Jahr? 1948 wurde der erste Porsche-Sportwagen, ein Prototyp des 356 mit der Nummer 001 produziert. Dies bedeutet die Geburtsstunde des Unternehmens. Im Übrigen wurde der erste Porsche-­Seriensportwagen im Jahr 1949 an eine Schweizer Kundin verkauft. Bevor er an Jolantha Tschudi übergeben wurde, konnte er sich noch auf dem Genfer Autosalon präsentieren. Es war das erste Mal, dass sich Porsche mit einem Modell auf einer internationalen Motorshow zeigte. Frau Tschudi hatte den Wagen bereits gekauft, als man sie fragte, ob der Wagen vor Auslieferung noch in Genf gezeigt werden könne. Sie sagte zu.

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Bei der Versteigerung des Artcars kamen 185’000 Franken zusammen. Diese spendete die Porsche Schweiz AG an die gemeinnützige Organisation «Suisseculture Sociale» und unterstützte damit die Schweizer Kulturschaffenden in der Pandemie.

Der erste Porsche ging also in die Schweiz und an eine Frau – das wollen sicher nicht alle Männer und auch Deutschen hören. So war es. Und auch einer der ersten Showrooms von Porsche befand sich in der Schweiz. Der Zürcher Hotelier Bernhard Blank wandelte einen Teil seines Hotel Europa in Zürich in einen Ausstellungsraum um. Er war es auch, der den ersten Messeauftritt von Porsche in Genf ermöglichte. Porsche ist, wenn auch eine deutsche Marke, sehr eng mit der Schweiz verknüpft. Wie wird bei Porsche eigentlich «Luxus» definiert? Und was bedeutet Luxus für Sie persönlich? Für mich bedeutet Luxus Zeit mit meiner Familie, Zeit mit Freunden und natürlich, seine Träume zu verwirklichen. Wie es eben auch Ferry Porsche getan hat. Er sagte: «Am Anfang schaute ich mich um, konnte aber den Wagen, von dem ich träumte, nicht finden. Also beschloss ich, ihn selbst zu bauen.» Seine Träume zu verwirklichen hat dabei nur teilweise mit Geld zu tun, sondern es geht darum, mit absoluter Leidenschaft und Disziplin ein Ziel zu verfolgen. Auch unsere Kunden haben Träume. Oft sind es Unternehmerinnen und Unternehmer, die jeden Tag für besagten Traum arbeiten. Wir haben es selbst einmal auf ein Werbeplakat geschrieben: Ein Porsche ist ein Auto, das keiner braucht, aber jeder haben will. Und mit mehr als einer Million Ausstattungsmöglichkeiten kann sich jeder Kunde bei uns seinen Traumwagen individuell zusammenstellen. Und wenn er mag, konfiguriert er sich auch parallel dazu eine eigene Uhr von Porsche Design, made in Switzerland natürlich. Porsche ist ein Lebensgefühl und damit sicher auch Luxus. Und die letzte Frage: Mein Sohn ist aktuell sechs Jahre alt, und er findet Porsche «geil». Wenn alles gutgeht, macht er im Jahr 2033 seinen Führerschein. In welches Modell wird er steigen können, wenn Mama es erlaubt? Ich denke, er könnte in einen vollelektrischen Boxster steigen. Aber eben: nur wenn Mama es erlaubt.


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92 AUTO & MOTO

TCS MARKTANALYSE

ELEKTROMOBILITÄT ENTWICKELT SICH SCHNELL Ende 2021 lag der Anteil an Fahrzeugen mit Alternativantrieb (Elektro, Plug in- Hybrid, Hybrid) bei den Neuzulassungen insgesamt bei 51 Prozent. Steckerfahrzeuge, also Fahrzeuge, welche teils oder ganz elektrisch fahren und an der Steckdose geladen werden, erreichten im gleichen Monat 29 Prozent bei den Neuzulassungen. Beide Werte schliessen an die rekordhohen 54 Prozent bei den alternativen Antrieben vom September 2021 an. Zudem steigt der Anteil an reinen Elektrofahrzeugen bei den Neuzulassungen schneller als erwartet. Das zeigt die Marktanalyse des TCS. VON DANIEL GRAF

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eit dem Herbst 2021 erreichen alternativangetriebene Fahrzeuge (Hybrid, Plug-in-Hybrid, reine Elektrofahrzeuge) gesamthaft erstmals einen höheren Anteil bei den Neuzulassungen als reine Verbrennerfahrzeuge. Die TCS Analyse zeigt weiter, dass bis und mit 2020 vor allem Hybride Fahrzeuge (HEV und PHEV) gefragt waren. Nun treten aber immer stärker reine Elektro­ autos in der Vordergrund und treiben den Wandel zur Elektro­mobilität weiter an. Betrachtet man die Phase von September bis November des letzten Jahres liegen reine Elektrofahrzeuge bei den Neuzulassungen bei 18.3 Prozent, Steckerfahrzeuge (Elektro und Plug-in-Hybride) bei 28 Prozent, Hybride

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ohne Stecker bei 24 Prozent und reine Verbrenner bei 47 Prozent (vergleiche Abbildung zum Schweizer Automarkt auf der rechten Seite).

KIPPPUNKT ERREICHT? Bemerkenswert an diesen Zahlen ist, dass die reinen Elektroautos die wichtige Schwelle von 13.5 Prozent überschritten haben. Laut der Adoptionskurve nach Everett M. Rogers ist bei diesem Wert der Punkt erreicht, an dem eine neue Technologie die Schwelle vom Nischen- zum Massenprodukt überschreitet. Mit 18.3 Prozent haben die elektrischen Autos diesen Kipppunkt nun erstmals in einer Dreimonatsperiode markant überschritten. Vor dem Hinter-


AUTO & MOTO 93

grund der laufenden technischen Fortschritte, höheren gesellschaftlichen Akzeptanz und kontinuierlich grösser werdenden Auswahl an Elektrofahrzeug-Modellen schreitet die Entwicklung der Elektromobilität

schneller voran, als erwartet. Die 50 Prozent-Marke an reinen Elektrofahrzeugen, welche die meisten Experten erst um das Jahr 2030 prognostizieren, dürfte somit schon deutlich früher erreicht werden.


94 AUTO & MOTO

CUPRA Born vor der Anmietstation Kloten.

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NEU! DER CUPRA BORN Europcar ist der grösste Autovermieter der Schweiz. Neu wird die breite Fahrzeugpalette mit einem weiteren Elektrofahrzeug ergänzt: Ab sofort steht der CUPRA Born für die Kundinnen und Kunden zur Verfügung. VON EUROPCAR AMAG SERVICES AG

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n über 90 Stationen bietet Europcar als grösster Autovermieter der Schweiz 5 500 Fahrzeuge an. Die breite Palette umfasst Kleinwagen, Familien-Vans, Luxuslimousinen, Nutzfahrzeuge, Camper, Cabriolets und Allradmodelle. Neu ergänzt der CUPRA Born die Fahrzeugpalette von Europcar.

Der vollelektrische Kompaktwagen überzeugt mit einer Leistung von 150 kW (204 PS), seinem sportlichen Design sowie innovativen technischen Raffinessen. Von 0 auf 100 Kilometer pro Stundebeschleunigt der CUPRA Born in 7.3 Sekunden. Die alltagstaugliche Reichweite beträgt rund 300 Kilometer. «Mit dem Born bieten wir unseren Kundinnen und Kunden Zugang zum ersten vollelektrischen Modell von CUPRA. In den kommenden Monaten werden wir viele weitere spannenden E-Fahrzeuge lancieren und damit unsere Vorreiterrolle in der Elektromobilität unterstreichen», sagt Hendrik Lütjens, Managing Director Europcar Schweiz.

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Das Modell CUPRA Born ist an folgenden Anmietstationen verfügbar: § Basel Dreispitz, Reinacherstrasse 149 / 151, 4053 Basel § Bern Stadtzentrum, Laupenstrasse 22, 3008 Bern § Bern Wankdorf, Wankdorffeldstrasse 60, 3014 Bern AMAG Fribourg, Route de Villars 105, 1701 Fribourg Genf Stadtzentrum, Rue de Lausanne 37, 1201 Genf § Lausanne Stadtzentrum, Avenue Ruchonnet 2, 1003 Lausanne Luzern Stadtzentrum, Lakefront Center, Inseliquai 12a, 6005 Luzern AMAG Lugano, via Monte Boglia 24, 6904 Lugano § Neuenburg, Rue des Sablons 35, 2000 Neuenburg § St. Gallen, Vadianstrasse 29, 9000 St. Gallen § Zürich Kloten Flughafen, Parking 3, G1, 8058 Zürich-Flughafen § Zürich Albisrieden, Freilagerstrasse 39, 8047 Zürich § Zürich Stadtzentrum, Josefstrasse 53, 8005 Zürich § AMAG Zürich Schlieren, Brandstrasse 34, 8952 Schlieren WWW.EUROPCAR.CH


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96 KOLUMNE

WENN DER STAAT DAS GEWERBE KONKURRENZIERT von Dr. Gabriel Barell

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onkurrenz ist gut. Wettbewerb ist sehr gut. Wettbewerbsverzerrungen hingegen sind Gift für die Wirtschaft. Diese sind heute leider an der Tagesordnung – und das nicht selten aufgrund staatlicher oder staatsnaher Betriebe, welche die KMU-Wirtschaft teils unverhohlen attackieren und derart bedrängen, dass deren Existenz gefährdet ist. Ein Beispiel ist die Post. Diese hat sich schon vor geraumer Zeit von einem Logistikunternehmen zum eigent­lichen Gemischtwarenladen gewandelt. Was zunächst in kleinerem Rahmen angefangen hat – Stichwort Kiosk in der Postfiliale –, ist zum Markenzeichen des «Gelben Riesen» geworden. Mit der Übernahme der Livesystems AG etwa stieg die Post in den Aussenwerbemarkt ein. Kein Wunder haben sich Medienhäuser und Werbevermarkter kritisch geäussert. Doch es handelt sich keineswegs um einen Einzelfall. Die Post befand sich in den vergangenen Jahren auf einer regelrechten Einkaufstour. So erwarb sie sich Unternehmen, um in Bereiche vorzustossen, wie etwa Buchhaltungsund Unternehmenssoftware, den digitalen Datenaustausch in der Cloud sowie digitale Dienstleistungen wie SwissID, Zertifikats- und Signaturlösungen. Ist es die Aufgabe der Post, digitale Infrastrukturen für Werbung und Kommunikation anzubieten? Wohl kaum. Es handelt sich um ein typisches Beispiel eines Staatsbetriebs, der damit begonnen hat, private Anbieter konsequent aus dem Markt zu drängen. Doch damit steht die Post nicht allein. Mehr und mehr staatliche oder teilweise staatliche Unternehmen konkurrenzieren private Unternehmen und Gewerbebetriebe. Natürlich ist in einer freien Wirtschaft nichts gegen Wettbewerb einzuwenden. Ganz im Gegenteil. Aber die Spiesse müssen gleich lang sein. Leider jedoch missbrauchen öffentliche Unternehmen zunehmend ihre Monopolstellung in einzelnen Bereichen, um mit der entsprechenden Finanzkraft dann

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in anderen Geschäftsfeldern die Privatwirtschaft zu konkurrenzieren und regelrecht auszubooten. Die Post ist nur eines von vielen Exempeln auf nationaler Ebene. Solche Beispiele gibt es leider auch mehr und mehr in den Kantonen. In Basel-Stadt ist es etwa die Münsterbauhütte, welche offen die privaten Steinmetze konkurrenziert. Gemäss Leistungsauftrag ausschliesslich für den baulichen Unterhalt des Münsters zuständig, soll die Münsterbauhütte einen beträchtlichen Teil der Sanierungsarbeiten für die Elisabethen­ kirche übernehmen. Es handelt sich hierbei um Steinmetzarbeiten in Millionenhöhe, welche ohne öffentliches Submissionsverfahren direkt an den staatlichen Regiebetrieb vergeben werden sollen. Bei einzelnen Politikern gingen die Augenbrauen hoch. Die regierungsrätlichen Antworten auf eine entsprechende Interpellation aus Kreisen der FDP fielen aber nicht sonderlich befriedigend aus. Derartige Entwicklungen untergraben den freien Wettbewerb. Der Gewerbeverband Basel-Stadt sieht es auch im Jahr 2022 als seine Aufgabe an, den Finger immer wieder auf solche wunden Punkte zu legen und entsprechend Gegensteuer zu geben.

DR. GABRIEL BARELL Direktor Gewerbeverband Basel-Stadt Elisabethenstrasse 23 Postfach 332 CH-4010 Basel Telefon +41 (0) 61 227 50 50 g.barell@gewerbe-basel.ch WWW.GEWERBE-BASEL.CH


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GESCHÄFTSFÜHRER FRÜHLING 2022


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n der Saison 2021 bestritt das Team fünf Rennen im Porsche Sports Cup Suisse. Von den zehn Rennläufen durften sechs Klassensiege in der Kategorie GT4 Clubsport sowie erste Rookie-Podiums verzeichnet werden. Durch die sehr erfahrenen und hoch motivierten Mechaniker und den familiären Spirit des gesamten Teams waren die Fahrzeuge immer sehr leistungsfähig. Die drei Rennfahrer Philipp «Hagi», Lorenz und Remo sowie die Rennfahrerin Danièle (übrigens die einzige Dame in der GT3-Cup-Klasse ohne ABS) haben mit grossem Engagement um jeden Platz gekämpft.

NUN FOLGT DIE BEWÄHRUNG In der Saison 2022 starten die bereits oben erwähnten Fahrer, Danièle wird jedoch den neuen Porsche 911 GT3 Cup 992 pilotieren. Das neue Modell wird mit grosser Begeisterung im Rennstall erwartet. In der kommenden Saison ist die Strecke Dijon–Prénois wieder im Kalender – und zum ersten Mal die neue Rennstrecke Franciacorta–Bargnana in Italien. Mit grosser Zuversicht und Ungeduld wartet das ganze Team darauf, dass es im Frühling nach langer Winterpause endlich wieder losgeht. Auf Anfrage sind noch einzelne Fahrerplätze frei. Im März wird das Team die ersten Testfahrten bestreiten. Die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht ist es ja in dieser Saison wieder möglich, als Zuschauer live das Team anzufeuern. In dem eingespielten und professionellen Team spielen aber nicht nur die Piloten eine grosse Rolle. Bei einem Rennlauf des PSCS besteht das Team aus dem Teamchef, einem «Truckie», fünf Rennmechanikern, einem «Mädchen für alles» und den Coaches für die Rennfahrer. Der Transport des Materials und der Fahrzeuge zur Strecke ist ein logistisches Meisterwerk. Die Rennwagen werden mit einer Volvo-FH-Sattelzugmaschine und einem eigens ausgebauten Rennauflieger transportiert. Immer mit dabei: rund 40 bis 50 Räder und Reifen, Ersatz- und Verschleissteile sowie das ganze Diagnose- und Reparatur-Equipment.

AUTO & MOTO 99 ZIELE UND TRÄUME Das Ziel für die Saison 2022 ist ein erfolgreicher Sports Cup Suisse, unfallfreie Rennläufe und Podestplätze sowie eventuell sogar ein Mitkämpfen um die Meisterschaft. An Professionalität und Ehrgeiz fehlt es dem Team mit Bestimmtheit nicht, wobei auch das gemeinsame Erlebnis, Teamplay, der Nervenkitzel und nicht zuletzt der Spass mehr als nur Nebenrollen spielen. Der grosse Dank des BSL Racing Teams gebührt den Sponsoren der ersten Stunde, die den Aufbau und die Entwicklung des Teams ermöglicht haben: Avia Fritz Meyer AG, Nef Truckcenter AG, Allianz Versicherungen Generalagentur Markus Burgunder und Brokers Union AG.

PROGRAMM PORSCHE SPORTS CUP SUISSE 2022 28. – 30. April 2022 26. – 28. Mai 2022 8. – 10. Juli 2022 18. – 20. August 2022 22. – 24. September 2022 27. – 29. Oktober 2022

Red Bull Ring Spielberg (Österreich) Circuit Paul Ricard Le Castellet (Frankreich) Franciacorta–Bargnana (Italien) Circuit Dijon–Prénois (Frankreich) Autodromo Internazionale Mugello (Italien) World Circuit Marco Simoncelli, Misano (Italien)

PORSCHE BASEL RACING TEAM c/o Nef Motorsport AG Rheinstrasse 121 CH-4402 Frenkendorf Telefon +41 (0)61 911 0 911 racing@nefmotorsport.ch WWW.NEFMOTORSPORT.CH

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100 FIRMENVERZEICHNIS & IMPRESSUM alltech Installationen AG 79

Demenga Glas AG 17

IC Unicon AG 31

RealAdvisor 66 – 67

Arbeitgeberverband Basel 57

Digitale Planung 72 – 73

Industrienacht Regio Basel 30

René F. Müller AG 25

Ariv – the Swiss Coliving project

Erlenhof | Zentrum 12 – 13

Internationale Philatelie Jean-Paul Bac 35

Robert Huber AG 89

Erste Industrienacht Regio Basel 31

Kontiki Reisen 3

SCHNYDER Group Holding AG 8 – 11

Asga Pensionskasse 53

Europcar 94

L + B AG Liegenschaftsberatung 56

Securiton AG 54, 57

ASG Thommen GmbH 14

Fasswerk Hämmerle 15

Lederfärberei & Autosattlerei Schmid AG 16

Signum AG 62

Atavis Graf AG 50, 52

Ford Store Basel, Emil Frey Münchenstein AG 40 – 41

madörin der erste AG 59

Stardust 2

Auto Götte AG 93

Fred Senn AG 66

Massimo Ceccaroni 78 – 81

Stolz GmbH 69

Autohaus Wederich Dona 91

Fringilla – Partner of choice 33

Megatrends und die Baubranche 64 – 65

Stücki Park 5

Auto Margarethen AG 37

Füürparadies GmbH 71

Meister Immobilien-Treuhand 61

TCS Marktanalyse 93

BARD AG 55

FWT Wärmetechnik GmbH 43

Micha Schulz GmbH 32

Tee Manufaktur,

BauTech Personal AG 67

Garage Hollenstein AG UG2, 1

Möbel Roth AG 3

BAWA AG 25

Garage Nepple AG 95

Mohramar 25

Thomas Ruepp 82

Belmot Swiss BRG AG 97

Germanier 25

MUMMENSCHANZ 38 – 39

Top Immobilien AG 25

Betten-Haus Bettina AG 100

Gewerbeverband Basel-Stadt 96

Nature 4 Body 85

UWP Sammelstiftung 44

Blutspendezentrum SRK beider Basel 83

Goldboerse.ch 48 – 49

PHOENIX BASEL AG 87

Vitra Schaudepot 46 – 47

Buchtipp 34

Goldschmied by Simon Etter 28 – 29

Plüss Sanitär-Technik 25

Wagner Haushaltgeräte 30

Building Information Modeling 60 – 61

Götschi AG 63

Porsche Basel Racing Team 98 – 99

Werkpark, Stiftung Gewerbe-

Bütler Men’s Fasion 7

Grieder Schliess + Sicherheitstechnik GmbH 25

Porsche Schweiz AG 86 – 90

und Businesspark Basel 26 – 27

Celestino Piatti 16 – 17

Handelskammer beider Basel 18 – 19, 70

Pro Innerstadt Basel 42 – 43

Wirtschaftskammer Baselland 45

Chronometrie Spinnler + Schweizer UG4

HEV Schweiz 58

Pure Urban Salon & Spa 84

Wylaade GmbH 24

Crowdhouse 54 – 55

H. P. Gerber Pannendienst AG 86

Raiffeisen Economic Research 68 – 69

Zoologischer Garten Basel 74 – 77

by FUTURE LIVING AG 36

Herausgeber

Verkauf & Marketing

Editorial Media Group AG Ceres Tower Hohenrainstrasse 24 CH-4133 Pratteln

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London Tea 20 – 22

Europcar AMAG Services AG Wilma Fasola Daniel Graf MIRIAM HERSCHE Mario Hetzel Marcel Kaeser Frank Linhart lic. phil. Rebecca Locher Georg Lutz Freya Mohr Martin Neff Prof. Thomas Rohner Georges T. Roos Thomas Ruepp Hanspeter Thommen Luca Urgese

Jannis Zell, Mark Cocksedge, Andreas Sütterlin, Jannis Zell und Marcel Strauß, Ligne Roset, Verein Celestino Piatti – das visuelle Erbe, Fotograf Basil Huwyler, Verein Celestino Piatti – das visuelle Erbe, Porsche Schweiz AG, Ben Koechlin, Mummenschanz Stiftung, Noe Flum, Shutterstock Bei allen übrigen Bildern liegen die Bild­rechte bei den jeweiligen Inserenten.

Jahresabo Vier Ausgaben CHF 19.–, Einzelpreis CHF 6.–, info@editorial.ag ISSN 1662-1263 A PRODUCT OF PRESTIGE MEDIA GROUP SA

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Alles für Ihren guten Schlaf. Willkommen in unserer aktuellen Ausstellung des schönen Schlafens in Therwil. Betten-Haus Bettina AG Wilmattstrasse 41 4106 Therwil Telefon 061 401 39 90 www.bettenhaus-bettina.ch Parkplätze vorhanden

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