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sommer : : 2018

Ueli schwarz Das neue leben als unternehmer

Der platzhirsch hotel sChweizerhof bern

Bern ost

herausforDerungen am stanDort

alexanDer MaUrer Der leiter migrationsDienst Kanton bern

special

Visionen UnD Missionen Quo VaDis solarteChniK?

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Liebe Leserinnen, liebe Leser Im Namen des Verlags präsentieren wir Ihnen die erste Ausgabe vom «Geschäftsführer Bern». Es soll sich als «neues Hauptstadtmagazin» für die Wirtschafts- und Geschäftswelt der Stadt Bern entwickeln und interessante Protagonistinnen und Protagonisten aus der Grossregion Bern portraitieren. Die Ideen und Projekte der treibenden Kräfte der Region Bern verdienen Anerkennung. Dabei stehen vor allem auch Personen im Mittelpunkt sowie interessante Entwicklungen und Geschichten aus der Region. Inmitten der YB-Festwochen und den emotionalen Ausbrüchen (nicht nur bei den Fussballfans) nach dem ersten Titel im Fussball seit 32 Jahren gab es auch die eine oder andere Träne zu verdrücken: Zwei verdiente Menschen, die in der Stadt Bern und Umgebung nachhaltig wirkten, haben uns verlassen: Andy Rihs und Alexander Tschäppät. In dieser ersten Ausgabe würdigen wir noch einmal ihr Schaffen. Welche Ideen stehen hinter den Unternehmungen? Dieser Frage stellen wir uns nunmehr vier Mal im Jahr bei unseren Recherchen. Zum Beispiel bei Wanja Greuel, dem jungen CEO des BSC Young Boys. Mit klarer Kante aber auch viel Enthusiasmus setzt er sich ein für jenen Club, der es endlich einmal nicht mehr «veryoungboyst» sondern «geyoungboyst» hat. Der Einblick in seine Gedankenwelt und Arbeitsweise als CEO lohnt sich. Wir sprachen auch mit einem Mann, der das Schweizer Eishockey jahrzehntelang prägte: Ex-Liga-Präsident Ueli Schwarz. Mittlerweile hat er sich als Unternehmer selbständig gemacht und ist einer der Frontleute beim Sport-Fernsehen MySports. Jetzt ist er mittendrin statt nur dabei bei der Lancierung und Etablierung der aufwändig und modern produzierten Eishockeysendungen. Ebenso spannend ist der Blick hinter die Kulissen bei Alexander Maurer, dem Leiter des Migrationsdienstes der Stadt Bern. Er erzählt über Führungsstil und Herausforderungen, wenn man auf einmal eine «Person öffentlichen Interesses» ist. Wir hoffen, wir können mit dem «Geschäftsführer Bern» interessante Leute portraitieren, hinter die Kulissen ihrer anforderungsreichen Arbeit blicken und sie auch einmal von einer anderen Seite zeigen. Viel Spass bei der Lektüre wünscht im Namen des Verlags

Ihr Joël Ch. Wüthrich Chefredaktor

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INHALT

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highlight YB CEO Wanja Greuel «Geyoungboyst» von Kopf bis Fuss

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Pausenverpflegung als teil der firmenkultur Lyreco Switzerland AG

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kaffee 24 Den richtigen Genuss wählen

business Ernährungsverhalten im Betrieb Ist das Sandwich Chefsache?

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Dallmayr Automatenservice Jede Pause ein Genuss

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Trinkwasser am Arbeitsplatz Energie aus dem Wasserglas

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JURA Vertrieb (Schweiz) AG Perfekter Kaffeegenuss am Arbeitsplatz

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Lavazza 28 Echter italienischer Kaffeegenuss im Büro Schweizer Reisekasse (Reka) Genossenschaft Die Verpflegung mit Prepaid zahlen

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Snack24 18 Was kleines für zwischendurch

Schweizer Lunch-Check Eine leckere Währung

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Vending-Automaten und Snackboxen Mittagessen aus dem Automaten

Standortportrait Bern Ost Ein Netzwerkraum im Umsetzungsfieber

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Alexander Maurer Der Kapitän

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mobilität VOLVO XC40 SUV für die Stadt Hammer und Zipfel

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Veloverleih für die Stadt Bern Bern sattelt auf

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Legenden zum Anschauen 70 Jahre Porsche

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beauty & gesundheit Ernährungsplan für mehr schönheit Die Pionierin

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LUSH 52 Frische, handgemachte Kosmetik aus England


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INHALT

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aus & weiterbildung Coworking in Bern Gemeinsam statt einsam

«Dr Tschäppu» und der «Patron» Charisma kann man nicht kaufen

Jenseits des Mainstreams Das etwas andere Hotel in Thun

Smart City Disziplinen der Baubranche vernetzen

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Style

das klare Badezimmer Auf der Zielgeraden

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Bern-inside Intelligente Stadt Bern Der lange Weg zur Smart City

Die Potenziale von Solarstrom 70 Gemeinsam produzieren und nutzen

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Neue uhren Die Branche bewegt sich

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genuss

sport & freizeit 76

Pastry Art Köstliche Kunstwerke

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Ueli Schwarz Selbstbestimmung als Luxus Strassenmusik-Festival Buskers Bern Ausnahmezustand in der Berner Altstadt

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Hotel Schweizerhof Bern Sich aufgehoben fühlen

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Nationale Photovoltaik- 64 Tagung von Swissolar in Bern Auf dem Weg zur richtigen Stromquelle

Exotische Raritäten Pinke Träume

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bauen & wohnen

Thun-Expo 82 Ein Traum wird wahr

Kolumnen

Festivals in der Region Thunersee Hohe Wertschöpfung garantiert

Stefan Dudas 34 Javier Baiges 56 Claudio De Boni 69

Wegweisende Beispiele des Schweizer Solarpreises Ästhetik und Leistung pur

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Highlight

«Geyoungboyst» von Kopf bis Fuss YB CEO Wanja Greuel

Mit Wanja Greuel kam 2016 beim BSC Young Boys Bern gewissermassen ein neuer, manchmal etwas gar frischer Wind in die Chefetage. Der junge Deutsche (40) mit dem blitzblanken Bärndütsch ist ein «Reissertyp» und Antreiber. Viele im Unternehmen begrüssen Greuels Elan und Führungsstil, für andere ist er gewöhnungsbedürftig. Der «Geschäftsführer» Bern hat ihn getroffen. interview mit Wanja greuel von Joël Ch. Wüthrich

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Highlight

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a, er habe immer nach Höherem gestrebt und mache auch kein überdurchschnittliche Leistungen mit messbaren Erfolgen und ein hohes Geheimnis daraus, dass er sich beruflich hohe Ziele steckt. IrgendMass an Engagement. So war es auch bei YB; und ein solcher Anpacker-­ wie typisch, diese Aussage für Wanja Greuel, dem ein spezieller Typ, der mit Kreativität und Struktur vorgeht, schien prädestiniert für Ruf vorauseilt: Er wird als harter Verhandler eine interne Promotion. Dass er dann zum CEO wahrgenommen und als Arbeitstier mit einem schier ernannt wurde, hat dennoch viele Insiderinnen «Als CEO erarbeitet unbremsbaren Elan. Manche bezeichnen ihn als man sich Respekt und und Insider in Bern überrascht. Ihn jedoch nicht «manchmal unbequem». Ihn stört es nicht, dass zwingend: «Ich muss zugeben, dass ein GeschäftsAkzeptanz durch er im beschaulichen Bern zuweilen aneckt: «Dass Leistung, Authentizität, führerposten immer meine Ambition war. Den ich so wahrgenommen werde, stört mich nicht. Ich Begeisterungsfähigkeit Posten als CEO und die Aufgaben, welche auf die weiss, dass ich bei Verhandlungen – so hart diese künftige Geschäftsführerin oder den künftigen und Kompetenz.» auch sein mögen – immer fair bleibe. Das gilt für Geschäftsführer warteten, habe ich mir zugetraut. die Zusammenarbeit mit Personal sowie auch mit externen BusinesIch bin ein Vermarkter, und als CEO ist man sozusagen der ‹erste Verspartnern. Vielleicht geschieht es manchmal unbewusst, dass ich als käufer› des Unternehmens. Ich bin natürlich sehr glücklich, dass man etwas zu forsch rüberkomme. Aber es ist auch meine direkte Art.» mir das Vertrauen schenkte.» Eigentlich, so fügt er bei, sei ein forscher, vielleicht gar unbequemer Grosse Affinität zum Sportbusiness Verhandlungsstil zum Teil auch bewusst so beabsichtigt. Er wolle einfach Die Affinität Greuels zum Sport ist gross. Die Begeisterung für den das Optimum herausholen, betont Greuel. Fussball liegt in seiner DNA. Greuel ist in Kaiserslautern aufgewachsen. Leidenschaft pur – von Erfolg begleitet Deren soeben in die Niederungen der 3. Liga abgestiegene 1. FC Kaisers­ Wanja Greuel ist zwar in Deutschland geboren und aufgewachsen, hat lautern ist eine seiner grossen Leidenschaften. Während in seiner Heimat aber auch den Schweizer Pass, da seine Mutter Schweizerin ist. In den sein Herzensclub schwere Zeiten durchmacht, ist man in seiner neuen 1960er-Jahren ging sie nach Deutschland und hat mit Sohn Wanja Wahlheimat mit YB immer noch im Freudentaumel: «Es war früher mal jedoch nie Dialekt gesprochen. Wanja Greuel hat eh eine internationale mein Traum, auf dem Betzenberg für die roten Teufel zu arbeiten. EinerPrägung (die Ehefrau ist Engländerin) und ist im Grossraum Bern seit seits bin ich schockiert und traurig über diesen Abstieg, aber es domilanger Zeit zu Hause. Deshalb kennt er auch die Gepflogenheiten in der niert natürlich die riesige Freude über den Titel mit YB. Es war generell Schweiz und speziell auch jene im Bernbiet. Sein Bärndütsch ist überraimmer ein Traum von mir, für einen grossen Fussballclub zu arbeiten. schend gut. Greuel schloss in Mannheim ein Studium zum DiplomUnd jetzt kann ich sogar in führender Rolle beim BSC Young Boys wirken. kaufmann ab und studierte in Athen internationales Management. Wie grossartig ist das denn?» Nebenbei arbeitete er von 1999 bis 2003 bei den TV-Sendern Sat1, Premiere sowie DSF als Co-Kommentator im Fussball. Dann kam der steile be«Geschäftsführer»: Wanja Greuel, man kolportiert, die Arbeitskultur rufliche Aufstieg. Dieser begann bei der Berner Vermarktungsagentur hinter den Kulissen habe sich bei YB seit zwei Jahren in eine etwas anIMS, wo er vor allem den SCB betreute – und dies sehr erfolgreich. dere Richtung verändert. Es heisst, dass die Young Boys härter verhandeln als früher und intern – trotz hoher Erwartungshaltung – beim Später ging Greuel zum Sportlervermarkter InfrontRingier, wo er im Personal noch etwas mehr Leidenschaft zu spüren ist. Ist da was dran? Verkauf startete und zum stellvertretenden Geschäftsführer aufstieg, Wanja Greuel: Da ist was dran. Ich wollte meine Vorstellungen von ehe er im Februar 2015 als Leiter Kommerz und Marketing bei YB Geschäftsführung etablieren und meine Leidenschaft in den sich bieanfing. Bei jeder seiner beruf lichen Stationen zeigte Wanja Greuel tenden Aufgaben vorleben. Eine Arbeitskultur muss man vorleben >

So sieht eine Meisterfeier à la YB aus …

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Highlight können, und unser ganzes Führungsteam muss dieser Rolle gerecht werden. Man darf vollen Einsatz erwarten von den Mitarbeitenden. Aber eben auch nur, wenn die Chefin oder der Chef selbst den grösstmöglichen Einsatz abliefert und eine hohe Leidenschaft für die Aufgaben beweist. Es geht hierbei auch um Authentizität. Wenn jemand authentisch ist, spürt dies das Personal in einem Unternehmen sofort. Ich erwarte viel von unseren Mitarbeitenden, ja richtig. Aber wir motivieren uns gegenseitig und arbeiten bei allem Fokus auf die Zielsetzung dennoch mit Emotionen. Dazu braucht es ein hohes Mass an Motivationsfähigkeit, und hier sehe ich eine meiner Stärken. Ich denke, ich kann ein Team gut motivieren und auf ein Ziel einschwören. Führungsstil ist etwas ganz Individuelles. Jede Geschäftsführerin beziehungsweise jeder Geschäftsführer hat seinen Stil. An welchen Stellen musste man noch schrauben, damit es bei YB so läuft, wie sich der CEO das wünscht? Wichtig ist festzuhalten, dass dies nie alleine möglich ist. Eine Firmenkultur muss vom Führungsteam vorgelebt und authentisch in die Unternehmung implementiert werden. Wir haben einige Optimierungen in den Bereichen zur Verbesserung von Arbeitsprozessen, bei Verhandlungen mit Partnern, Zulieferern und so weiter vorangetrieben. Interessant war aber ein Aspekt: Ich hatte, als ich vor rund zwei Jahren zum CEO befördert wurde, das Gefühl, dass man dann und wann etwas schnell zufrieden war damit, wie es im Unternehmen BSC Young Boys läuft. Da bin ich vielleicht manchmal mit meiner fordernden Art etwas angeeckt. Ich führe bei Problemen nach dem Motto ‹Face the Ugly Truth›. Was so viel bedeutet wie: Man solle sich nichts vormachen, sondern man muss in heiklen Situationen der Wahrheit ins Gesicht schauen. Wenn man sich selbst etwas vormacht, ist niemandem geholfen. Und wenn man das Gefühl haben muss, das Optimum nicht herausgeholt zu haben – dann ist man auf der Verliererstrasse. Und daran haben wir gearbeitet. Das Gute daran ist;

«Man wird gemessen und öffentlich beurteilt an Resultaten. Diese Dinge muss man erst mal verdauen und lernen, damit umzugehen.»

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Highlight Sportchef Christoph Spycher tickt diesbezüglich ähnlich wie ich, und wir befinden uns mit dieser Denk- und Handlungsweise auf einer Wellenlänge. Gab es denn auch schon Kritik am Führungsstil? Einige Sachen wurden schon angesprochen. Zum Beispiel sagte man mir im Verwaltungsrat mit einem Augenzwinkern, dass ich doch manchmal auch die Schweizer Kommunikationskultur respektieren solle, was ich tatsächlich manchmal auch tue. (lacht) Die Nomination zum CEO war in Fachkreisen für einige eine Überraschung. Wie steht es mit der Akzeptanz eines «Quereinsteigers» bei den CEO-Kollegen in der Super League? Ich bin überzeugt, dass man sich mit Leistung und Kompetenz den Respekt und die Akzeptanz erarbeitet. Bestätigt wurde dies, als ich 2017 im Rahmen der ordentlichen Generalversammlung der SFL ins Komitee der Swiss Football League gewählt wurde. Natürlich ist man aber immer abhängig vom sportlichen Erfolg. Auch wenn ich und mein Team natürlich nicht diejenigen sind, die Tore schiessen oder auf dem Fussballplatz für die Siege sorgen. Dennoch wird man in einer Gewinnerorganisation eher noch gelobt für die harte Hintergrundarbeit, die nötig ist, um auch wirtschaftlich das Maximum aus dem Club herauszuholen. Vieles ist natürlich eine Momentaufnahme, und diese ist gegenwärtig natürlich positiv. Aber ich arbeite vor allem strategisch mit Fokus auf Nachhaltigkeit und an mittel- bis langfristigen Zielsetzungen. Welches sind eigentlich die eindrücklichsten Erkenntnisse seit dem Amtsantritt als CEO von BSC YB? Neu für mich war, dass man nun ab und zu über mich schreibt. Und man wird gemessen und öffentlich beurteilt an Resultaten. Diese Dinge muss man erst mal verdauen und lernen, damit umzugehen. Ich kann mich aber im Spiegel anschauen und sagen, dass ich alles tue, damit ich als CEO

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dem Herzensclub so vieler Berner den grösstmöglichen Mehrwert bieten kann. Eine andere Erkenntnis war, dass ich in der Funktion als CEO auf dem sportpolitischen, aber auch behördlichen Parkett etwas anders funktionieren muss als so, wie ich es mir gewohnt war. Da brauchte es eine Anpassung bezüglich Erwartungshaltungen, der Herangehensweisen oder auch dem Verhandlungsstil. Auf diesem Gebiet habe ich viel gelernt und kann mich nun besser in diesem Umfeld bewegen. Wie war es denn mit den Vorbildern? Lässt man sich gerne inspirieren von einem Rivalen wie dem FC Basel oder einem seit vielen Jahren so erfolgreichen Nachbarn wie dem SC Bern? Profitiert habe ich in meinem Berufsleben natürlich auch von meinen zwei ehemaligen Chefs: von Armin Meier bei InfrontRingier und von IMS-Chef Erwin Gross. Sie haben mich stets gefördert. Aber Inspiration ist ein ständiger Prozess. Man lässt sich sowohl von positiven und erfolgreichen Beispielen inspirieren, aber auch ständige Information und Interesse tragen einen grossen Teil dazu bei, neue Ideen und Umsetzungen zu entwickeln. So widme ich mich vermehrt spezifischer Businessliteratur, um mich ständig weiterzuentwickeln. Und das Tolle an meinem Job ist der Austausch mit vielen erfolgreichen Unternehmern. In der Sponsorenfamilie von YB treffe ich auf Hunderte Geschäftsführer und Inhaber. Bei jedem Lunch findet ein Know-howTransfer statt. Auch der FCB und SCB sind Paradebeispiele für eine erfolgreiche Clubführung. Inspiration hole ich mir bei allen grossen Clubs, aber ziehe keine Vergleiche zu YB. Wir gehen unseren Weg. Und uns ist bewusst, dass oftmals im Erfolgsfall die grössten Fehler gemacht werden. Darauf müssen auch wir jetzt achten. Aber wir bleiben unserer Strategie treu und arbeiten weiter mit Demut daran, unseren Club Tag für Tag besser zu machen. : : www.rundschaumedien.ch/GF/be : :

Wanja Greuel mit dem «sportlichen Baumeister» des Erfolgs: Christoph Spycher.

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Business

Ist das Sandwich Chefsache? Ernährungsverhalten im Betrieb

Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, spielt eine grosse Rolle für unser Wohlbefinden. So weit die Theorie. Die Praxis sieht leider etwas anders aus. «Prävention in Wirtschaft und der Arbeitswelt» ist einer der drei Massnahmenbereiche, die bei der Nationalen Strategie zur Prävention nicht übertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) im Fokus stehen. Bei fünf Millionen Erwerbstätigen in der Schweiz gewinnt das betriebliche Gesundheitsmanagement auf nationaler Ebene an Bedeutung. Denn gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen sind eine wichtige Grundlage für einen gesundheitsförderlichen Lebensstil. von Ronia Schiftan

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Im Lunchmeeting wird unbewusst und nebenher gegessen.

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ine genussvolle und ausgewogene Ernährung ist nicht nur für das Körpergewicht bedeutend, sondern hat auch einen entscheidenden Einf luss auf die Prävention von Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus oder Krebs, bei denen die Ernährung ein relevanter Einflussfaktor sein kann. Entsprechend hat eine ausgewogene Ernährung einen hohen Stellenwert in der Gesundheitsförderung und Prävention, so auch im Setting Arbeitsplatz. Aber auch das Thema Stress hat eine hohe Bedeutung für die menschliche Gesundheit und entwickelt sich in der Schweiz zunehmend zu einer Herausforderung. Speziell am Arbeitsplatz entstehen viele Belastungen, die über längere Zeit ihren Tribut an die Gesundheit zollen. Laut den aktuellen Zahlen der Gesundheitsförderung Schweiz (2016) fühlt sich jeder fünfte Schweizer Arbeitnehmende durch seine Arbeit übermässig gestresst, kämpft mit Erschöpfungszuständen oder leidet unter dem arbeitsbezogenen Zeitdruck. Dies verursacht den Arbeitgebenden hohe Kosten, circa 5.7 Milliarden Franken pro Jahr, lautet die Schätzung. Die veränderten Bedingungen unter Stress haben auch grundsätzlich einen Einfluss auf unser Gesundheitsverhalten. So auch im Bezug auf die Ernährung. Der Arbeitsrhythmus bestimmt zu einem grossen Teil das Essverhalten. Gerade am Arbeitsplatz und während der Arbeitszeit werden oft alle guten Vorsätze vergessen. Wir lassen unter Zeitdruck eine Mahlzeit aus, «verdrücken» schnell ein Sandwich vom Imbiss nebenan oder geben dem Heisshunger auf Schokolade stetig nach. Dabei spielt die gesunde Ernährung gerade dann eine Rolle, wenn wir leistungsfähig sein und bleiben wollen. Statt unseren Körper zu unterstützen, setzen wir ihn dem zusätzlichen «Stress» durch falsches, zu schnelles oder vergessenes Essen aus.

Faktor Zeit Die zeitliche Beschleunigung wirkt sich nicht nur auf unsere dichtere Alltagsgestaltung aus, sondern beeinf lusst zwangsläufig auch unsere Essenswahl. So ist es nicht verwunderlich, dass Lebensmittelhersteller ihr Augenmerk auf rasche Zubereitung, handliches Essen für unterwegs und eine vielfältige Auswahl an Convenience Food richten. Die Wandlung der Bedürfnisse beeinflusst das Angebot. Gleichzeitig kann auch das vorhandene Angebot unser Verhalten beeinflussen. Es muss schnell gehen, und dies zeigt sich auch in der Nahrungsaufnahme. Die erhöhte Essgeschwindigkeit bei Zeitdruck ist ein typisches Phänomen dieser Beschleunigung. So zeigt es sich, dass Arbeitnehmende unter Stress das Esstempo erhöhen, häufiger Pausen ausfallen lassen und den Mittag auslassen. Diese Verhaltensweisen haben automatisch eine gesundheitsabträgliche Wirkung. Das Pausenverhalten unter Stress beeinflusst nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern auch die Erholung. Als Folge hoher Arbeitsbelastung schleicht sich in manchen Betrieben das typische Mittagsmeeting ein: Der letzte freie Termin, um seine Projektmitarbeitenden zusammenzubringen, ist der Mittag. Der Lunch wird hastig nebenbei verschlungen oder sogar ganz ausgelassen. Wenn es normal wird, die Pausen durchzuarbeiten oder den Mittag zu überspringen, kann sich dies in einem Team schliesslich kulturell verankern. Zeitdruck ist nur einer der möglichen arbeitsbedingten Belastungen, die zu Stress führen können. Ein stressiger Arbeitsalltag kann zu verschiedenen Reaktionen im Essverhalten führen. Während es den >

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Der Griff zu Knabbereien ist das typische Snacking am Arbeitsplatz.

einen Personen unter Arbeitsdruck den Appetit verschlägt und sie Gewicht verlieren, nehmen wieder andere unter Stress eher zu. Dies kann auf der einen Seite an physiologischen Reaktionen liegen wie einem veränderten Hormonhaushalt unter Stress, aber auch das veränderte Essverhalten, beispielsweise den häufigen Griff zu Süssem und anderen Knabbereien kann diese Gewichtsveränderungen beeinf lussen. Das Snacking-­Verhalten, also das laufende Essen von kleinen Portionen, ohne regulären Pausenrhythmus, scheint in stressigen Situationen weit verbreitet zu sein.

Essen und Emotion Das emotionale Essen, also Essen aufgrund einer Emotion, kann ein möglicher Schlüssel zum veränderten Essverhalten unter Stress sein. Eine enge Koppelung zwischen Emotion und Essen kennen viele Menschen schon aus ihrem Kindheitsalter. Beispielsweise die mütterliche Zuwendung, die mit einem Stück Schokolade ausgedrückt wird. Gerüche, Geschmäcker und Texturen sind tief in unserem Hirn abgespeichert. Eng an Emotionen gekoppelt, lassen sich diese abrufen. Stress löst eine innerliche Anspannung aus, die, sobald sie unser System bedroht, zu negativen Emotionen führen kann. Diese negativen Emotionen können stark durch soziale Konflikte in Form von Spannungen mit Arbeitskollegen oder mit Vorgesetzten entstehen. Wenn das soziale System im Arbeitskontext nicht stimmt, beeinf lusst das unweigerlich unser Verhalten. Auch das Verhalten der Führungspersonen hat hierbei einen wichtigen Einf luss. Speziell der Vorbildcharakter im Pausenverhalten kann ein Zeichen setzen und eine gewisse Gesundheitskultur im Unternehmen stärken. So haben sowohl gesundheitsabträgliche wie auch gesundheitsförderliche Verhaltensweisen im Team oder von Vorgesetzten einen Einfluss auf das individuelle Verhalten.

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Ernährung im Arbeitskontext Zusammengefasst ist zu beachten, dass Arbeitsbedingungen einen Einfluss auf das individuelle Essverhalten haben können. Daher ist es nur logisch, dass dies ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements BGM sein sollte, um eine ausgewogene Ernährung nachhaltig zu unterstützen. Es ist dabei höchst relevant, nebst einem ausgewogenen Verpflegungsangebot, auch die psychosozialen Einflussfaktoren auf unsere Ernährung zu berücksichtigen. Arbeitszeitgestaltung, Organisationskultur und andere Arbeits- und Organisationsbedingungen haben somit einen Einfluss auf unseren Essalltag und damit auch auf unsere Gesundheit. Darum ist es höchst relevant, dass das Thema Ernährung nicht ausschliesslich mit Einzelmassnahmen, wie einem monatlichen Früchtekorb abgehandelt, sondern grundlegend bei einer gesundheitsförderlichen Organisation mitgedacht wird. Denn jede Arbeitssituation hat ihre ganz spezifischen Eigenheiten und Herausforderungen. So haben Aussendienstmitarbeitende, Personen im Schichtdienst oder auf dem Bau andere Ansprüche im Bereich Ernährung als zum Beispiel Bürofachpersonen. Darum benötigt es eine genaue Analyse der spezifischen Belastungen und Ressourcen, um angepasste Massnahmen realisieren und um die spezifische Zielgruppe schliesslich erreichen zu können. Aus diesen Gründen hat sich die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE, nebst zahlreichen anderen Aktivitäten, auch auf das Setting Arbeitswelt spezialisiert. Dies mit der Intention, die Ernährung nachhaltig in den Arbeitsorganisationen zu verankern und systematisch in die Arbeit des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu integrieren. : : www.sge-ssn.ch/arbeitsplatz : :

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Jede Pause ein Genuss Dallmayr Automatenservice

Wie gut schmeckt der Kaffee im Büro wirklich? Und wie steht es um die Verpflegungsqualität und -vielfalt am Arbeitsplatz? Das Bewusstsein für gesundes Essen steigt. Eine ausgewogene Ernährung im Büro leistet einen wertvollen Beitrag zu mehr Wohlbefinden, Konzentration und Vitalität. Deshalb kann ein Unternehmen mit einem ausgewogenen Pausenkonzept für mehr Motivation im Büro sorgen und gleichzeitig sein Image stärken.

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eder liebt das Aroma von frischem Kaffee und gesunden Snacks zwischendurch, aber niemand hat Zeit oder Lust, sich um den Einkauf, die Maschine, die Pf lege, den Service, die Bezahlung und das Geschirr zu kümmern. Deswegen übernimmt das Dallmayr Vending & Office. Als eine der bekanntesten deutschen Kaffeemarken und eines der grössten Delikatessenhäuser Europas bietet Dallmayr Unternehmen in der gesamten Schweiz maximale Kompetenz und perfekten Rundum-Service zur optimalen Verpflegung am Arbeitsplatz. Mit seinen individuellen Komplettlösungen zeigt Dallmayr Vending & ­O ffice, dass eine hochwertige und unkomplizierte Pausenverpflegung ganz einfach sein kann. So können Unternehmen nicht nur ein ausgewogenes Pausenkonzept mit leckeren, alternativen Zwischenmahlzeiten bieten, sondern stärken auch ihr Image als modernes, aufgeschlossenes Unternehmen. Denn sie leisten einen wertvollen Beitrag zu mehr Wohlbefinden, Konzentration und Vitalität im Büro.

Individuelle Lösungen Komplett-Lösungen wie die von Dallmayr Vending & Office sind in der Schweiz einzigartig. Damit die Mitarbeitenden den Kopf frei haben für das Wesentliche, bietet sie einen umfassenden Rundum- Service. Dazu gehört viel mehr als nur die professionelle Kaffee- und Teeversorgung aus einer Hand und ein vielfältiges Automatenangebot, das Mitarbeitende im kleinen Büro ebenso gut versorgt wie in grossen Werkhallen. Der Getränke- und Snackautomatendienstleister ist ausserdem offizieller Nespresso-Professional-Partner im Tessin und Graubünden und 360-Grad-sorglos-Dienstleister bei Grosskunden mit mehr als 1 000 Mitarbeitenden. Sie alle schätzen die international einmalige Dallmayr-­ Kaffee-Expertise von der Bohne bis zur Röstung mit einer breiten Palette

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ausgewählter Kaffeespezialitäten in Barista-Qualität. Kein Wunder, denn mit sechs Filialen und rund 300 Mitarbeitenden ist der Familienkonzern seit bereits 50 Jahren in der Schweiz aktiv. Das spricht für sich – und für viel Kompetenz und Erfahrung.

Pausenkonzepte für jedes Büro Das Dallmayr-Serviceteam entwickelt individuelle Konzepte, die optimal zu jedem Unternehmen passen. Dazu zählt nicht nur die Beratung rund um die passenden Kaffee-, Tee-, Wasser- oder Snackautomaten, sondern auch die regelmässige Reinigung, Wartung und Befüllung. Je nach Anspruch, Verbrauch und Platz haben Firmen die Wahl zwischen verschiedenen Automatenlösungen in Gastroqualität mit Frischmilch oder modular geplanten Raumkonzepten vom kompakten Coffeepoint bis zur voll ausgestatteten Kaffeelounge. Die Unternehmensgrösse spielt dabei keine Rolle. Selbst wenn die Pausenverpflegung der Mitarbeitenden an zahlreichen Standorten mit mehreren Tausend Mitarbeitenden zukünftig komfortabel und wohlschmeckend gestaltet sein soll, macht Dallmayr Vending & Office eine Umstellung innerhalb kürzester Zeit möglich. Referenzen wie UPC oder Hilti sprechen hier eine deutliche Sprache, ebenso wie die ISO- und die Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte-(HACCP)-Zertifizierungen.

Einfache Zahlung Alle technisch modernen Geräte sind intuitiv bedienbar und nach Bedarf mit unterschiedlichen Zahlungsmöglichkeiten ausgestattet. Gemeinsam mit dem Kunden erarbeitet das Dallmayr-Serviceteam auch hier die passende Lösung, um Getränke oder Snacks einfach und bequem vor Ort und binnen Sekunden zu bezahlen – ganz gleich, ob in einem Unternehmen Zahlungssysteme wie NFC, Twint oder auch LunchCheck zum Einsatz kommen.


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Mehr als nur Kaffee-Kompetenz Dank des vielfältigen Snackangebots von Dallmayr werden Pausen zum gesunden Genuss mit den unterschiedlichsten Wahlmöglichkeiten. So hat Dallmayr zum Beispiel gemeinsam mit dem Liechtensteiner Bautechnologiekonzern Hilti am Hauptsitz ein individuelles und ausgewogenes Pausenkonzept namens «Eat good Feel good» mit vitamin- und mineralstoffreichen Snacks und Getränken entwickelt. Infowände und Flyer bieten Orientierung bei der Wahl der Zwischenmahlzeit. «Mit dem neuen Konzept können wir wesentlich mehr Vielfalt anbieten, was bei den Mitarbeitenden gut ankommt», erläutert Markus Milkovics, Manager General Service Administration bei Hilti. Auf den Punkt bringt es Reto Landert, Facility Manager bei Kabelnetzbetreiber UPC: «Mit Dallmayr pflegen wir eine langjährige kompetente Partnerschaft, die sich immer wieder neu erfindet und unseren wechselnden Ansprüchen stets auch mit Innovation begegnet. »Dallmayr Vending & Office Schweiz ist für jedes Unternehmen ein kompetenter Partner, um mittels Rahmenvertragsmodulen für moderne Verpflegung aus einer Hand und aus gutem Haus zu sorgen – immer einfach und qualitativ vom Feinsten.

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Für den nötigen Energienachschub am Arbeitsplatz sorgen eine kurze Pause und ein erfrischendes Wasser.

Energie aus dem Wasserglas Trinkwasser am Arbeitsplatz

Wasser zu trinken, wird oft vergessen. Dabei hat ein Flüssigkeitsmangel eine sinkende Konzentration, Kopfschmerzen und Müdigkeit zur Folge. Um leistungsfähig zu bleiben, benötigt der Körper Flüssigkeit. Aber was kann auf der Arbeit getan werden, damit wir ausreichend Wasser trinken? von Freya Mohr

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er kennt das nicht aus dem Büroalltag: Die Konzentration nimmt ab, Müdigkeit überkommt einen, die Motivation lässt allmählich nach. Für einen schnellen Energiekick greifen viele zur Kaffeetasse. Dabei ist es oft wirksamer, Wasser zu trinken. So versetzt einen ein Glas Wasser mit einem Spritzer Zitrone zurück in den letzten Sommerurlaub, verfeinert mit Alpenkräutern erinnert es an die abenteuerliche Bergwanderung oder aufgepeppt mit ein paar Scheiben Ingwer geht es auf eine mentale

Reise nach Indien. Und ganz nebenbei versorgt es einen dabei mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen für die nötige Energie. Erst ein Glas Wasser zu trinken, wenn der Durst kommt, ist schon zu spät. Durst ist ein klares Signal für Dehydrierung. Die Folgen: schlechte Laune, Müdigkeit, verminderte Konzentration, fehlende Motivation bis hin zu Kopfschmerzen. Für die Produktivität im Job ist das natürlich fatal. Damit es gar nicht erst zu einem Flüssigkeitsdefizit kommt, muss genügend

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Business Wasser über den ganzen Tag verteilt getrunken werden. Als Faustregel gilt, dass der Körper 30 ml Flüssigkeit pro Kilo Körpergewicht benötigt. Das empfohlene Minimum liegt bei 1,5 Litern am Tag.

Mineralien als Energiekick 91 Prozent Wasser, daraus besteht unser Gehirn. Somit ist es eines der wasserreichsten Organe im menschlichen Körper, und um effizient arbeiten zu können, braucht es Flüssigkeit. Zudem erhalten die Gehirnzellen ihre Energie durch Sauerstoff und Glukose, die über das Blut transportiert werden. Wer jedoch zu wenig trinkt, bei dem wird das Blut dickflüssig und die Nährstoffversorgung des Gehirns funktioniert nicht mehr optimal. In Mineralwasser, aber auch in Leitungswasser liegen die Mineralstoffe bereits in gelöster, ionisierter Form vor und können so direkt in den Blutkreislauf übergehen. Somit stehen sie dem Körper sofort zur Verfügung. Das steigert die Konzentration und Aufmerksamkeit, und das Trinkwasser wird zu einem wahren Energiespender. Zudem ist es im Gegensatz zu Softdrinks oder süssen Fruchtsäften kalorienarm und macht nicht dick.

Wasserversorgung im Büro Gerade im Büro wird häufig vergessen, genügend Wasser zu trinken. In Stresssituationen denken viele Berufstätige nicht an den Griff zur Wasserflasche. Auf dem Bürostuhl bei geringer körperlicher Betätigung kommt man weniger ins Schwitzen und verspürt so weniger Durst. Eine kleine Kaffeepause unter Kollegen ist oft verbreiteter als ein kurzer Plausch bei einem Glas Wasser. Viele Arbeitgeber haben das Problem erkannt und stellen Trinkwasser zur freien Verfügung bereit. Ein weit verbreiteter Trend: Wasserspender mit Tank. Sie sind einfach zu installieren, sparen

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Platz im Gegensatz zu Wasserflaschen, und jeder Mitarbeiter kann sich frei bedienen.

Bakterien im Wasserspender Jedoch gerieten Wasserspender mit Tank in den letzten Jahren immer wieder in Kritik. Bei falscher Wartung und unregelmässiger Reinigung weist das Wasser eine zu hohe Konzentration an gefährlichen Keimen auf. Nicht desinfizierte Zapfhähne oder verdreckte Schläuche in den Geräten sind oft der Grund. Auch der Standort des Wasserspenders ist ausschlaggebend: Sind die Wassergallonen direkter Sonneneinstrahlung und Hitze ausgesetzt, werden sie zu einer Brutstätte für Bakterien. Vor allem für Menschen mit schwachem Immunsystem ist das gefährlich. Was sich in Kopfschmerzen, Durchfall und Fieber niederschlagen kann.

Die bessere Alternative Eine andere Lösung sind Wasserspender mit Filtersystem, die direkt an die Wasserversorgung angeschlossen sind. Diese sind in der Installation zwar aufwändiger und benötigen immer eine Wasserleitung und einen Stromanschluss, jedoch haben sie meist ein integriertes Hygienesystem. Aber welches Trinkwassersystem ist nun optimal für einen Betrieb? Ob einzelne Wasserflaschen, Wasserspender mit Gallonen oder Filtersysteme an der Wasserleitung – die richtige Art der Wasserversorgung hängt immer von der Grösse und Mitarbeiteranzahl des Betriebs ab. Und wenn dazu noch ein paar Zitronenscheiben bereitgestellt werden, ist das Wasser auch geschmacklich nicht mehr so langweilig und erinnert schon fast an eine Zitronenlimonade. : : www.rundschaumedien.ch/GF/be : :


Es gibt unterschiedliche Snackboxen je nach Grösse des Betriebs.

Vending-Automaten mit verschiedenen Zahlungssystemen.

Was Kleines für zwischendurch snack24

Gerade für kleine KMU bedeutete es Aufwand, Snacks, Getränke oder Kaffee bereitzustellen. Trotzdem möchten sie ihren Mitarbeitern etwas bieten. Eine Lösung: Vending-Automaten und Snack-Boxen, bereitgestellt von externen Unternehmen. von Wilmar Schreiber

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or allem für KMU lohnt es sich kaum, die Zwischenverpflegung zu organisieren oder eigene Automaten anzuschaffen. Oft ist in vielen kleineren Firmen auch der Platz oder das Budget begrenzt. Eine Möglichkeit sind extern-betriebene Snack- und Getränkeautomaten, eine andere sind die sogenannten Snackboxen, die besonders für kleine KMU eine passende Alternative sind.

Verpflegung für jeden Anspruch Seit Ende 2004 bedient die Convend GmbH aus Münchenbuchsee (BE) unter dem Markennamen Snack24 Betriebe, Firmen und Einrichtungen in den Regionen Bern und Berner Oberland und angrenzende Bereiche. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen im Bereich Betriebsverpflegung, Zwischenverpflegung und liefert Snacks, Kaffee und Getränke. Zum Angebot gehören Getränke- sowie Snackautomaten und sogar Glace-, Fleisch- und Käseautomaten, aber auch die beliebten Snackboxen,

die bei fast 1 000 Kunden im Büro, in der Werkstatt oder im Pausenraum stehen. Die Boxen stehen in drei verschiedenen Grössen zur Verfügung und sind beispielsweise gefüllt mit Zwischenverpf legungen von süss bis salzig, frischem Obst von einem Partner­u nternehmen oder gesunden Snacks von einem Partnerlieferanten. Und das Beste: Der Firmenkunde braucht sich um nichts zu kümmern. Für die Unternehmen ist der Service der Betreuung von Getränkeautomaten, Snackautomaten oder Kombiautomaten von Snack24 grösstenteils gratis. Der Verkauf, die technische Betreuung sowie der zuverlässige Service bei den Automaten zählen zu den Prämissen des Verpf legungsunternehmens. Es übernimmt die Garantieleistungen bei den verkauften Geräten, den technischen Service sowie die Wartung und die Pflege.

Verschiedene Zahlungssysteme Wer kennt es nicht, die Firma stellt eine «Kasse des Vertrauens» auf und bietet Getränke, Kaffee und Lebensmittel an, aber die Kasse stimmt am Ende nie. Die Lösung: Snack24 stattet die Vending-Automaten mit verschiedenen Zahlungssystemen aus. Münzwechsler, Notenleser, Kreditkartenleser – auch SIX-zertifizierte Cashless-Lösungen wie Legic und MiZiP – gehören zum Standard. Und das Neueste: Die Snacks aus der Box lassen sich auch über die TWINT-App zahlen.

snack24 – CONVEND GmbH Gewerbestrasse 11 – Lätti CH-3053 Münchenbuchsee Telefon +41 (0) 31 558 30 71 info@snack24.ch Obstkörbe liefern Vitamine für zwischendurch.

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Selecta AG

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Jedem bekannt: Die rot-weissen Selecta-Automaten stehen in der Schweiz an jedem Bahnhof.

Mittagessen aus dem Automaten Vending-Automaten und Snackboxen

Es muss nicht immer die grosse Kantine sein, um den Mitarbeitenden Getränke und Mahlzeiten anzubieten. Snack- und Getränkeautomaten oder kleine Snackboxen sind eine kostengünstige Alternative für KMU. Und dabei reicht das Angebot längst über Schokoriegel, Instantkaffee und kalte Speisen hinaus. von Freya Mohr

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erpflegung rund um die Uhr auf Knopfdruck. Was einst eine absolute Neuheit war, ist heute kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Vending-Automaten stehen überall: an Bahnhöfen, in Schulen und Universitäten, in Krankenhäusern und vor allem auch in Betrieben. Was Ende des 19. Jahrhunderts mit Automaten für Schokoladentäfeli begann, ist zu einer ganzen Industrie herangewachsen. Zu den Pionieren gehörten die Kölner Schokoladenfabrikanten Gebrüder Stollwerck, die 1887 gemeinsam mit den Metallwerken Theodor Bergmann und dem Ingenieur Max Sielaff die Idee umsetzten, Münzautomaten mit Warenproben und Schokolade zu befüllen. Sechs Jahre später standen in Deutschland bereits etwa 15’000 Süssigkeiten-­ Automaten, anfangs von vielen allerdings noch kritisch betrachtet. Die Kirche hatte Bedenken wegen des sonntäglichen Verkaufs von Süsswaren und der Verführung von Gläubigern während der Fastenzeit. Konkurrenten missfiel vor allem der Verstoss gegen Verkaufsverbote an Sonn- und Feiertagen. Heute kaum mehr vorstellbar – geht es bei Vending-Automaten doch gerade um die Verfügbarkeit von Waren zu jeder Zeit. Und an jedem Ort. Sofort kommen einem Snack- und Getränkeautomaten an Bahnhöfen und anderen öffentlichen Bereichen in den Sinn.

Geschäftsführer sommer : : 2018

An Schweizer Bahnhöfen stehen Warenautomaten der Schweizerischen Automaten-Gesellschaft seit etwa 1936. Insgesamt mögen es zu dieser Zeit um die 1 171 Automaten gewesen sein. In den späten 1950ern kam Selecta in die Branche und kaufte die Schweizerische Automaten-­ Gesellschaft auf. Noch heute dominieren ihre roten Vending-Automaten an den Schweizer Bahnhöfen. Ein Grossteil der Verpflegungsautomaten steht allerdings nicht im öffentlichen Bereich, sondern in Betrieben. Mit einem Angebot von süssen Snacks über kleine Zwischenmahlzeiten bis zu vollwertigen Hauptmahlzeiten bieten sie gerade für KMU eine günstige Art der Mitarbeiterverpflegung.

Vending-Automaten für KMU Oft lohnt sich eine eigene Kantine für KMU nicht – sie benötigt Platz, und die Betriebskosten sind hoch. Trotzdem möchten viele Arbeitgeber ihren Angestellten eine Pausenverpflegung anbieten. Genau hier setzen die Vending-Automaten an: Für das Znüni lässt sich schnell ein Schokoriegel am Snackautomaten ziehen. Am Nachmittag tauschen sich die Mitarbeitenden bei einem heissen Kaffee aus dem Kaffee-Vollautomaten aus. Und das ist noch nicht alles: Längst bieten Automaten auch kleinere Hauptmahlzeiten an, und diese gehen weit über das kalte Sandwich hinaus.


Eu'Vend & coffeena | Koelnmesse

LunchVegaz bietet vegane Mittagessen und integriert die Mikrowelle direkt in den Automaten.

Teilweise kommen die Verpflegungsautomaten direkt in Kombination mit einer Mikrowelle, die Fertiggerichte vor Ort erwärmt. Aber was machen kleine Betriebe, für die sich selbst ein Automat nicht rentiert?

Mehrzahl der Automaten heute noch mit Münzen und Scheinen bezahlt werden, aber Cashless Payment ist definitiv ein Trend, den auch die Automaten-Branche erkannt hat.

Ein Verpflegungsautomat mit Frischprodukten lohnt sich beispielsweise erst ab etwa 100 Personen, da sonst der Verlust der abgelaufenen Waren zu hoch ist. Es ist demnach von Vorteil, sich darüber Gedanken zu machen, wie viele Mitarbeitende den Automaten am Ende auch nutzen werden. Sind es zu wenige, ist die Snackbox eine Alternative, eine Erfindung aus den USA Ende der 1980er-Jahre. Jeder Mitarbeitende kann auf die Waren der Snackbox frei zugreifen, die Bezahlung erfolgt auf Vertrauensbasis. Ein Betreiber stellt die Boxen zur Verfügung und kümmert sich um die Befüllung. Das Sortiment variiert zwischen süssen und salzigen Snacks, Obst und teilweise sogar Sandwiches. Schnell wird klar: Unterschiedliche Anforderungen der Betriebe fordern ein vielfältiges Angebot an Vending-Automaten und Snackboxen. Hinzu kommen technische Innovationen und der gesellschaftliche Wandel – Herausforderungen, denen sich die Vending-Branche immer wieder stellen muss.

Food-Trends im Automaten

Bargeldlos bezahlen

Allgemein entscheidet die Gesellschaft bewusster, was Ernährungsfragen angeht. Immer nur Süssigkeiten im Snackautomaten? Heute muss es gesund sein: Die Ernährungstrend von Low-Carb bis Vegan schlagen sich auch in den Vending-Automaten nieder. Die Dr. Karg’s Bio-VollkornSnack-Packs sind beispielsweise eine vollwertige Zwischenmahlzeit und mit Körnern und Saaten eine gesunde Alternative zu Chips und Schokoriegeln. Einen Schritt weiter geht das deutsche Unternehmen LunchVegaz, das Vending-Automaten mit seinen Bio-Fertiggerichten anbietet. Damit antworten die biologischen und rein pflanzlichen Fertiggerichte auf den gesunden Lebensstil. Was Snackboxen angeht, sind frische Früchte längst eine bekannte Alternative zu den süssen und salzigen Snacks. So läuteten zwar die Münzautomaten gefüllt mit Schokotäfeli die Geburtsstunde der heutigen Vending-Automaten ein, die neuesten Ernährungstrends und digitalen Innovationen machen aber auch vor der Automaten-Branche nicht halt.

Genau um diese neusten Trends und Tendenzen im Bereich der Vending-­ Automaten dreht es sich alle zwei Jahre bei der Eu’Vend & coffeena in Köln. Innovative Technologien und die Weiterentwicklung der Bezahlsysteme stehen bei dieser internationalen Leitmesse im Fokus: Es geht um Energieeffizienz, repräsentative Glasfronttüren, Liftsysteme, Roboterarme und kontaktlose Kreditkarten- und Smartphone-Bezahlsysteme. Wobei gerade in der heutigen vernetzten Welt Letzteres ein immer grösseres Thema ist. Wer kennt es nicht, das lästige Münzenzählen am Snackautomaten? Genau hier setzen die neuen Bezahlmethoden an. Kontaktlose Kreditkarten-Bezahlsysteme sind allgemein bekannt, und in unserem mobilen Zeitalter sind Smartphone-Bezahlsysteme auf dem Vormarsch, beispielsweise via Near Field Communication (NFC) oder Bezahl-Apps wie Twint. Und was die Kunden an der Kasse im Detailhandel gut annehmen, funktioniert auch am Vending-Automaten einwandfrei. Zwar muss an der

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Waren, die ein Automat bereitstellt. Und auch hier zeigt sich die Eu’Vend & coffeena als Leitmesse und setzt Trends. Im Kommen ist der sogenannte Office Coffee Service – die Versorgung der Mitarbeitenden und Kunden mit Speisen und Getränken im Büro. «Mit den Arbeitswelten verändern sich auch die Anforderungen an eine zeitgemässe Versorgung von internen und externen Mitarbeitern sowie Kunden mit Heiss- und Kaltgetränken sowie Snacks», weiss Stefanie Mauritz, Projektmanagerin der Messe. Instant-­Automaten, die Heissgetränke aus Pulver und Wasser herstellen, sind längt passé. Am Arbeitsplatz fordern die Angestellten Kaffee in Barista-Qualität. Der Pausenraum entwickelt sich immer mehr zu einem Coffee-Corner mit Bohnenkaffee-Automaten. Aber nicht nur im Kaffeegenuss stellen die Mitarbeitenden höhere Anforderungen.

: : www.rundschaumedien.ch/GF/BE : :

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Lyreco Switzerland AG

Pausenverpflegung als Teil der Firmenkultur Zufriedene Mitarbeitende sind bessere Mitarbeitende. Erholungspausen und die richtige Pausenverpflegung spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Lyreco Switzerland AG ist nicht nur eine führende Anbieterin im Bereich Verbrauchsmaterialien am Arbeitsplatz, sondern mit dem Geschäftsbereich «Nespresso Business Solutions» auch die passende Partnerin für umfassende Verpflegungskonzepte. Interview mit Michael Mare, kromer gruppe ag

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it der Philosophie «Alles aus einer Hand» bietet Lyreco seinen Kundinnen und Kunden alles für den Mikrokosmos Büro- und Arbeitsplatz. Zu dieser One-Stop-­ Solution-Strategie gehört nicht nur die Versorgung mit Verbrauchsmaterial für den Arbeitsplatz, sondern auch Lösungen im Bereich Pausenverpflegung. Mit massgeschneiderten Servicepaketen und Operating-Lösungen für die Pausenverpflegung kümmert sich Lyreco um alles, wofür Unternehmen meist weder Zeit noch Ressourcen haben.

Nespresso - Genuss und vieles mehr Die Kaffeemaschine im Büro ist nicht nur zur Verpflegung oder für den gastfreundlichen Empfang von Kunden da. In der Arbeitspause ist sie auch ein Treffpunkt für Mitarbeitende, wo Begegnungen und kurze Unterhaltungen stattfinden. Das modulare Verpflegungskonzept von Lyreco baut auf den folgenden vier Grundpfeilern auf: Nespresso Kaffeemaschinen, Wasserspender von Kärcher, Kaltgetränke- und Snackautomaten sowie umfassende Dienstleistungen, von der Installation der Geräte über die Befüllung bis zur Reinigung und Wartung. Ob Dienstleister wie Banken und Versicherungen, öffentliche Verwaltung, Industrie, Hochschulen, Spitäler oder Unternehmen aus vielen weiteren Branchen – Lyreco bietet mit dem Konzept der «Business Break Solutions» Hand für massgeschneiderte Verpflegungslösungen, die genau auf die spezifischen Bedürfnisse abgestimmt sind und die eigenen Ressourcen der jeweiligen Firma berücksichtigen.

Option: Kauf, Miete, Operating, Wartung Das Besondere an dieser Lösung von Lyreco ist nicht nur das umfassende Verpflegungskonzept und die grosse Produkteauswahl, sondern

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auch der umfangreiche Rundumservice. Die Verpflegung am Arbeitsplatz kommt aus einer Hand und je nach Modell und mit ausgewählten Zusatzdienstleistungen. Je nach Servicemodell bestimmt der Kunde selbst, ob er die Geräte kaufen, mieten oder komplett durch Lyreco betreiben lassen möchte. Um Kosten und Umtriebe zu ersparen, bietet Lyreco ein Wartungsund Service-«Sorglospaket» an. Dieses umfasst die Behebung sämtlicher Interventionen sowie alle technischen Unterhaltsarbeiten weit über die Garantiezeit hinaus. Wie viele der zusätzlichen Aufgaben wie Bestellung, Befüllung oder Reinigung Lyreco übernehmen soll, entscheidet die Kundschaft selbst.

Von Operating Light bis zum kompletten Service Heutzutage sind individuelle Verpf legungskonzepte aus dem Büroalltag nicht mehr wegzudenken. Ob Pausenverpflegung, Snack für die Sitzungspause oder Kundenempfang: Für Verpf legung muss in der modernen Business­-Welt oft fast rund um die Uhr gesorgt sein. Der Aufwand für Befüllung, Wartung und Service sprengt dann den Rahmen der firmeninternen Kapazitäten, weshalb die individuell zugeschnittenen Operating-­L ösungen von Lyreco so wertvoll sind. Die verschiedenen Servicemodelle bieten für jeden Betrieb die passende Lösung ganz ohne Investitions-, Service- oder Personalkosten.

Operating Light Service Bei diesem Modell übernimmt der Kunde die Befüllung der Geräte selbst. Er hat so jederzeit die Kontrolle über den Verbrauch der Produkte und kann eigenständig Anpassungen bei Bedarf vornehmen.


Business

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«Geschäftsführer»: Herr Mare, zufriedene Mitarbeitende sind bessere §§ keine Investitionskosten durch Amortisation der Geräte Mitarbeitende. Wie stehen Sie zu dieser Aussage? §§ Installation der Geräte Michael Mare: Absolut, diese Aussage kann ich 100 Prozent unter§§ jährliche Wartung der Geräte und Reparatur schreiben. In unserem Druckereibetrieb mit rund 100 Mitbei Intervention nach Bedarf §§ Cashmanagement für zeitgemäss bargeldloses «Lyreco bietet uns arbeitenden arbeiten wir rund um die Uhr. Uns ist wichtig, Bezahlen via Kredit- / Debitkartenabrechnung absolute Verpfle- dass alle Abteilungen im ganzen Betrieb ausgezeichnet inklusive Ladestation gungssicherheit verpf legt werden können. Das motiviert und geniesst deshalb einen hohen Stellenwert bei uns. und Hygiene.»

Operating Service

Bei diesem Full-Service-Modell müssen sich die Kunden um nichts kümmern. Lyreco füllt die Geräte regelmässig mit frischen Produkten auf und gewährleistet einen reibungslosen Betrieb. §§ keine Investitionskosten §§ Installation der Geräte §§ Bestellung und Befüllung der gewählten Verpflegungsprodukte vor Ort durch das Lyreco Merchandising- und Technikteam §§ Reinigung und Wartung der Geräte §§ Reparatur der Geräte bei Intervention §§ Cashmanagement für zeitgemäss bargeldloses Bezahlen via Kreditoder Debitkartenabrechnung inklusive Ladestation Welche ist für wen die richtige Lösung? Diese Frage lässt sich am besten in einem Gespräch klären, in welchem eine umfassende Bedürfnisanalyse durchgeführt wird: Können gewisse Aufgaben wie das Befüllen der Geräte firmenintern übernommen werden oder ist ein komplettes Outsourcing sinnvoll? Am Ende ist es ganz wie bei einem guten Kaffee: Der Kunde soll nach seinem Gusto entscheiden können.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Nespresso Business Solutions von Lyreco entstanden? Im Rahmen des Umzuges in unseren Neubau haben wir ein umfangreiches Evaluierungs-Verfahren durchgeführt mit rund zehn Anbietern. Nebst dem Preis-Leistungs-Verhältnis war auch die Qualität, die wir im Rahmen eines Tastings prüfen konnten, entscheidend. Welche Vorteile bietet das Verpflegungskonzept der Firma und den Mitarbeitenden? Lyreco bietet uns absolute Verpflegungssicherheit und Hygiene. Die Geräte werden regelmässig gewartet und aufgefüllt. Die Kaffeequalität ist so gut, dass sie selbst bei Kundenbesuchen immer wieder für einen Wow-Effekt sorgt. Das ist uns sehr wichtig.

Zufriedene Mitarbeitende Michael Mare, Director Sales & Business Development der Kromer Gruppe in Lenzburg, hat sich für das Verpflegungskonzept von Lyreco entschieden. Der innovative Dienstleister aus der grafischen Branche beschäftigt rund 100 Angestellte. Im Interview spricht Mare über die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Die Aguila-Kaffeemaschine kombiniert traditionelle Kaffeezubereitung mit neuer Technologie von Nespresso.

Unternehmensprofil Ziel von Lyreco ist es, mit einer breiten Palette an Produkten und Dienstleistungen rund um Büro- und Arbeitsplatzlösungen die tägliche Arbeit angenehmer und effizienter zu gestalten. §§ 500 Mitarbeitende in der Schweiz §§ über 11‘000 Artikel an Lager §§ über 6 500 ausgelieferte Mehrwegboxen täglich §§ Customer Service Center in Genf und Dietikon §§ Grobtransport zu Kunden per Bahn (Nachtsprung) §§ Feinverteilung durch eigene Chauffeure

Ly r ec o S witze r land AG Riedstrasse 4 CH-8953 Dietikon Telefon +41 (0) 800 484 484 Michael Mare ist Director Sales & Business Development bei der Kromer Gruppe.

: : www.lyreco.ch : : : : www.business-break.ch : :

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Kaffeegenuss als zentraler Baustein im Unternehmensalltag.

Den richtigen Genuss wählen Kaffee

Kaffee hält in den Unternehmen den Betrieb am Laufen. Kaffee ist der Muntermacher im Büro. Inzwischen gibt es auch einige Lieferanten, die Dienstleistungen rund um den Kaffeegenuss im Unternehmen anbieten. von Georg Lutz

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rüher war Kaffee ein Luxusprodukt. Noch in den Fünfzigerjahren schmuggelte man den guten Kaffee aus der Schweiz nach Süddeutschland, wo es oft nur bezahlbaren Getreidekaffee gab. Der Kaffee in den «Kolonialläden» roch gut, war aber für Normalmenschen kaum zu bezahlen. Der Muntermacher übte aber eine

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Faszination aus, die die Ideologen des gesitteten Abendlandes auf den Plan rief. Ältere von uns werden sich noch an das pädagogisch aufgeladene Kinderlied erinnern: «C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Caffee! Nicht für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank. Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann!»


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Der Abwehrmechanismus gegen den sündigen Genuss war aber vergeblich. Die sonntägliche Kaffeetafel wurde zum zentralen Symbol des Bürgertums in den Wirtschaftswundertagen. Einige Jahre später entwickelte sich Kaffee dann zu einem industriell gefertigten Massenprodukt. Jetzt gab es Kaffee in Hülle und Fülle, und er wurde auch immer billiger. Allerdings litt die Qualität. Wir erinnern uns sicher mit einem Schaudern, wie schlechter Kaffee stundenlang auf Wärmeplatten oder in Thermoskannen jeden Charakter verlor.

Unterschiedliche Qualität Heute haben wir die Qual der Wahl. Und das ist auch gut so. Inzwischen gibt es Kaffeesommeliers, die den Muntermacher wie einen guten Rotwein testen. Anbau, Bodenbeschaffenheit oder die Art der Aufbereitung sind wichtige Kriterien. Dementsprechend können Geschmacksnoten auch in Richtungen wie Karamell, Pfeffer, Zimt oder Schokolade gehen. Das muss für uns als Kaffeegeniesser auch keine Theorie sein. Es gibt inzwischen unterschiedlichste Kaffeemärkte. Kleinere regionale Röstereien sind voll im Trend. Dort kann man probieren und sich auch gut beraten lassen. Das betrifft nicht nur den Qualitäts- und den Genussfaktor. Die Wertschöpfungsketten sind oft transparenter, direkter und übersichtlicher. Man kann zu den Themen Fair und Bio klarere Fragen stellen. Die Antworten können aber sehr unterschiedlich ausfallen. Wie bei Vinyl-Schallplatten ist auch beim Thema Kaffee wieder ein Retrotrend zu beobachten. Wahre Geniesser trinken frisch gemahlenen Kaffee nicht aus der Maschine, sondern brühen ihn, wegen der besseren Entfaltung der Geschmackshormone, wieder auf. Auf jeden Fall spreizt sich der Markt weiter auf. Einerseits wird in den nächsten Jahren hochwertiger Kaffee wieder in Richtung Luxusprodukt gehen. Grosse Weltmärkte wie China und Indien treten schon jetzt vermehrt als Nachfrager auf. Zudem wird der Klimawandel die Anbauflächen, beispielsweise für den Arabica, reduzieren. Andrerseits gibt es billigen Massenkaffee weiter in den Discountern. Um die Preise zu halten, sind aber technische Tricks zu erwarten. Vaporisierter Billigrobusta ist da ein mögliches Szenario. Schon heute hübscht man dadurch schlechte Bohnen künstlich auf, damit ein Aroma überhaupt vorhanden ist.

Tipps für den Genuss Es gibt einige wenige Stichworte, die beim Kauf zu beachten sind, um Qualität zu bekommen. Kaffee muss frisch sein. Zum Beispiel frisch ge­ röstet, frisch gemahlen und frisch getrunken. Ein guter Kaffee braucht Zeit. Nur eine schonende längere Röstung bei den richtigen Temperaturen führt zu einem Genusserlebnis. Die schnelle industrielle Röstung bei zu hohen Temperaturen schockiert die Bohnen.

Fair ist besser Die Armut und Kaffee gehen leider oft immer noch Hand in Hand. Meist wird Kaffee auf grossen Plantagen angebaut, die wenigen Grossfarmern gehören, die dann auch noch politischen Einfluss haben. Viele Kaffeebauern sind daher gezwungen, sich als billige Tagelöhner zu verkaufen. Auch wir als Kunden oder Anbieter können an diesem Punkt nachfragen. Es gibt Kaffeeanbieter, die in partizipativen Genossenschaften organisiert sind oder ein Siegel vorweisen können. Dabei dürfen aber auch moralische Ansprüche nicht zu hoch gehängt werden. Fairer Handel löst nicht die Probleme dieser Welt. Aber er kann regional bäuerliche Strukturen unterstützen, die Menschen aus der Armut herausholen können. Ein guter Kaffee braucht Zeit – dann stimmt der Genuss.

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Kaffeegenuss für jede Bürogrösse und jeden Geschmack.

JURA Vertrieb (Schweiz) AG

Perfekter Kaffeegenuss am Arbeitsplatz Ein Espresso für den Kundentermin, ein Cappuccino für das Meeting oder ein Lungo nach der Mittagspause – eine Kaffeemaschine in einem Unternehmen muss viel aushalten. Und gleichzeitig die unterschiedlichsten Kaffeewünsche erfüllen. Die Wahl für die richtige Maschine hängt ganz von der gewünschten Tassenleistung und den Vorlieben ab.

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affee – kaum ein anderes Getränk ist derart weltumspannend, vielfältig und beliebt. Auch aus dem Geschäftsleben ist es kaum mehr wegzudenken. Im Gegenteil: Rasant wächst die Anzahl jener Firmen, die sich mit Komplettlösungen ausrüsten, um Mitarbeitende, Kunden und Gäste mit Spezialitäten auf dem Niveau einer Kaffeebar zu verwöhnen. Und dies mit gutem Grund, denn guter Kaffee ist der Schlüssel zu inspirierenden Brainstormings, entspannenden Sitzungen und erfolgreichen Verhandlungen. Ganz egal, ob im kleinen Büro, im Handwerksbetrieb, bei Dienstleistern aller Art, im

Geschäftsführer Sommer sommer : : 2018

Ladengeschäft oder bei Grossbetrieben in der Kaffeeecke beziehungsweise im Personalverpflegungsbereich –, am Arbeitsplatz wird Kaffee getrunken. Adrian Kühne, Geschäftsführer von JURA Vertrieb (Schweiz) AG, kennt die Ansprüche genau, die moderne Kaffeevollautomaten für den Einsatz im professionellen Umfeld erfüllen müssen: «Gefragt sind kompromisslose Qualität, eine breite Palette von Spezialitäten, intuitive Bedienung, Hygiene auf Knopfdruck, flexible Abrechnungssysteme, ein attraktiver Preis pro Tasse sowie Top-Service.» Überall dort, wo Kapazitäten zwischen


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Professional-Linien von JURA Höchstleistung: GIGA X-Linie Die geballte Potenz von bis zu zwei Mahlwerken, zwei Pumpen und zwei parallelen Fluidsystemen, gepaart mit Bedienerfreundlichkeit und höchster Qualität, führt zu einzigartiger Performance. Mit der GIGA-X-Linie erfährt der Begriff Kaffeegenuss eine neue Definition. Die empfohlene Tageshöchstleistung liegt bei bis zu 200 Tassen. Robuster Allrounder: X-Linie Stilvoll, robust, praktisch und zuverlässig präsentiert sich die für Grossraumbüros, Selbstbedienungszonen oder Cateringbereiche entwickelte, professionelle X-Linie von JURA. Flexibilität, Einfachheit und hohe Kapazität charakterisieren sie genauso wie ein sicheres, intuitives Handling. In Kombination mit Peripheriegeräten ist die X-Linie flexibel skalierbar und bildet somit die ideale Basis für individuelle Kaffee-Komplettlösungen. Bis zu 80 Tassen beträgt die empfohlene Tageshöchstleistung.

Die GIGA X-Linie

Für Spezialitäten-Liebhaber: WE-Linie Kaffee beflügelt die Kreativität, fördert die Kommunikation und steigert den Wohlfühlfaktor. Deshalb schuf JURA die «plug and enjoy»-Geräte für stilvollen Kaffeegenuss am Arbeitsplatz. Flexibilität, Ästhetik, Einfachheit und erhöhte Kapazität von Bohnenbehälter, Wassertank sowie Kaffeesatzbehälter sind ihre grossen Stärken. Die empfohlene Tageshöchstleistung beträgt bis zu 30 Tassen.

zehn und 200 Tassen pro Tag gefragt sind, sind die professionellen Kaffeevollautomaten von JURA deshalb die ideale Wahl.

Die X-Linie

Beste Kaffeequalität bei riesiger Spezialitätenvielfalt Die Vollautomaten von JURA sind ab Werk auf Kaffeegenuss eingestellt. Viele Programmiermöglichkeiten erlauben es, diesen Genuss zu variieren und ganz auf die persönlichen Lieblingskaffeebohnen und Vorlieben abzustimmen. JURA bietet auf Knopfdruck eine grosse Auswahl an Kaffee- und Milchkaffeespezialitäten, von Ristretto bis Cappuccino. Dabei sorgen innovative Technologien für einen perfekten Kaffeegenuss zu jeder Zeit – stets frisch gemahlen, nicht gekapselt.

Minimaler Arbeitsaufwand Ein intuitives Bedienkonzept sowie grosse Kapazitäten und TÜV-zertifizierte Hygiene garantieren minimalen Arbeitsaufwand. Für einwandfreie Hygiene auf Knopfdruck und stets perfekte Kaffeeresultate sorgen integrierte Spül- und Reinigungsprogramme.

Angepasst an das Einsatzgebiet Dank Peripheriegeräten und Zubehör können die Vollautomaten von JURA anlass- und kundenspezifisch individuell zu einer Kaffee-Komplettlösung zusammengestellt werden. Ob in Shops, Büros, Frühstückspensionen oder im Catering- und Seminarbereich, abhängig von der Produktlinie lässt sich das Angebot an Kaffeespezialitäten individuell an das Einsatzgebiet anpassen. Intuitive Programmier- und Sperrfunktionen sorgen dafür.

Die WE-Linie

J U R A V e r t r ieb ( S chweiz ) AG Kaffeeweltstrasse 7 CH-4626 Niederbuchsiten Telefon +41 (0) 62 389 85 83 pcc@jura.com : : www.jura.com : :

Geschäftsführer sommer : : 2018


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Momente mit den Arbeitskollegen bei einem guten Kaffee.

Echter italienischer Kaffeegenuss im Büro Lavazza

Wie wäre es mit ein bisschen italienischem Lebensgefühl am Schreibtisch? Eine duftende Tasse Kaffee kann einen auf eine gemütliche Piazza versetzen. Die italienische Kaffeemarke Lavazza hat eine über 120 Jahre lange Tradition – jetzt gibt es auch ein einfaches Kapselsystem fürs Büro. von Julian Strunk

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m Jahr 1895 eröffnete Luigi Lavazza das erste Lavazza-Lebensmittelgeschäft an der Via San Tommaso in Turin. Der Lavazza-­ Kaffee, den wir heute trinken, ist das Resultat seiner Idee, Kaffees aus verschiedenen Teilen der Welt zu kombinieren, um den Geschmack von allen zu treffen. Seit seiner Gründung befindet sich das Unternehmen mit Hauptsitz in Turin in der vierten Generation im Besitz der Familie Lavazza.

Durchdachtes Kaffeekapselsystem für Unternehmen Durch Lavazza erhält erstklassiger Premiumkaffee seit 2018 Einzug in Pausenräume, um dort für erlesene Gaumenfreuden zu sorgen. Lavazza-­Firma, das ist die ideale Kombination aus Technologie und Design «Made in Italy» für eine neue Generation von Kaffeemaschinen, die speziell fürs Büro entwickelt wurden. Eine grosse Auswahl an Kaffeemischungen und weiteren Heissgetränken sorgt dafür, dass Mitarbeitende und Geschäftskunden jederzeit Qualität und Vielfalt geniessen können – wie in einer Kaffeebar. Das spezielle Angebot für Firmen

Geschäftsführer sommer : : 2018

überzeugt dabei mit vielen Vorteilen: Wir stellen Unternehmen die für ihre Bedürfnisse passende Maschine zur Verfügung. Die Kapseln lassen sich unkompliziert online oder über unseren Kundendienst bestellen. Und falls die Maschine defekt ist, ersetzt Lavazza diese innert 48 Stunden.

La Dolce Vita im Büro Mit den Kaffeemaschinen holt sich jedes Unternehmen die typische Italianità ins Büro und geniesst den unwiderstehlichen Charme italienischer Lebensfreude. Lavazza bedeutet exzellenter Kaffee höchster Güte und macht das Büro zum Café.

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Business

Reka-Lunch – das elektronische Zahlungsmittel für die Verpflegung der Mitarbeitenden.

Die Verpflegung mit Prepaid zahlen Schweizer Reisekasse (Reka) Genossenschaft

Die Mitarbeitenden-Verpflegung muss rasch und effizient erfolgen. Mit Reka-Lunch bietet die Schweizer Reisekasse Reka ein elektronisches Zahlungsmittel, das einfach in der Handhabung ist. Bezahlt wird mittels Prepaidkarte – sei es im Personalrestaurant, beim Take Away oder in einem Speiselokal.

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orbei ist die zeitraubende Abgabe von Essenscoupons im Personalbüro. Vergangenheit sind auch Diskussionen an der Kasse bezüglich Wechselgeld. Reka-Lunch ist ein vorausbezahltes und zweckbestimmtes Zahlungsmittel, um Konsumationen mittels Debitkarte zu bezahlen.

Lunch- Guthaben definieren und aufladen Das Guthaben lässt sich vorab mittels personalisierter Einzahlungsscheine aufladen. Der Arbeitgeber definiert und offeriert die entsprechende Vergünstigung von Reka-Lunch, die auf den Einzahlungsscheinen berücksichtigt wird. Auf dem Lohnausweis sind bis zu 180 Franken der Vergünstigung durch den Arbeitgeber befreit von Sozialabgaben und Steuern. Die Mitarbeitenden bezahlen den Restbetrag ein und bekommen eine Reka-Card und separat eine PIN zugestellt. So können sie am Terminal des Personalrestaurants, beim Take Away, in der Bäckerei oder in einem Speiselokal rasch und sicher mit Karte bezahlen. Offene Saldi und die Übersicht der Bezüge können die Nutzer online oder per App abfragen.

Auswahl an Verpflegungsbetrieben Sowohl nationale Annahmestellen, grosse Gastronomiegruppen als auch viele lokale Verpflegungsmöglichkeiten und Restaurants akzeptieren Reka-Lunch als Zahlungsmittel. Dazu gehören beispielsweise sämtliche Coop- und Migros-Restaurants in der ganzen Schweiz, aber auch die Manora- und Marché-Restaurants, Autogrill und Brezelkönig. Alle Annahmestellen finden sich online unter rekaguide.ch und in der Reka-Guide App.

Erfahrener Partner Die Schweizer Reisekasse Reka ist seit mehr als 75 Jahren Herausgeberin vergünstigter Lohnnebenleistungen.

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Business

Individuelle Mitarbeiterverpflegung: Mit Schweizer Lunch-Check lässt es sich schnell und einfach in den Partner-Restaurants bezahlen.

Eine leckere Währung Schweizer Lunch-Check

Zwar heisst es immer, das Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit am Tag – aber das Mittagessen ist mindestens genauso bedeutsam. Die tägliche Mitarbeiterverpflegung stellt Arbeitgeber jedoch immer wieder vor Herausforderungen. Schweizer Lunch-Check hat eine günstige Lösung. von Manuela Gehrig

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ahlreiche Studien beweisen es: Für die Arbeitnehmenden ist es gesünder und erholsamer, den Arbeitsplatz während der Mittagspause zu verlassen. Im Beruf kommt es auf Konzentration und Arbeitsleistung an. Mit leerem Magen fällt das oft schwer. Das wissen auch die Arbeitgeber, nur stehen besonders KMU häufig vor der Frage, wie sie ihre Mitarbeiter am besten verpf legen. Kantinen oder Personalrestaurants sind da oft zu aufwändig. Schweizer Lunch-Check stellt seit über 55 Jahren eine Alternative bereit: das bargeldlose Verpf legungssystem für private und öffentliche Unternehmen. Über 700 Arbeitgeber in der ganzen Schweiz schätzen die günstige Alternative zu Personalrestaurants. Mit Lunch-Check können die Mitarbeiter an fast 8000 Gastronomiebetrieben in der Schweiz bezahlen. Dies sorgt in der heutigen hektischen Zeit für Entschleunigung. Davon profitieren dann wiederum die Arbeitgeber. Denn erstens können sie am Nachmittag auf erholte und produktive Mitarbeitende zählen und zweitens fördern sie den Teamspirit sowie den informellen Gedankenaustausch.

Vorteile für Arbeitgeber Neben der Tatsache, dass sinnvolle Lohnbestandteile die Attraktivität eines jeden Arbeitgebers erhöhen und seine Position bei der Rekrutierung guter Mitarbeitender stärkt, bedeutet das vor allem einen wirtschaftlichen Vorteil: Der Arbeitgeber bezahlt bis zum gesetzlich festgelegten Maximalbetrag von 180 Franken pro Mitarbeitenden und Monat keine Sozialleistungen, dies im Gegensatz zu Barentschädigungen. Zudem ist es eine günstige Alternative zu Kantinen oder Personalrestaurants, weil die Kosten für betriebsinterne Verpflegungsinfrastrukturen entfallen. Das faire System bietet eine einheitliche Verpflegungsmöglichkeit für alle Mitarbeitenden im Unternehmen, unabhängig von verschiedenen

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Filialstandorten oder dem Beschäftigungsgrad. Zudem sind die Lunch-­ Check-Guthaben zweckgebunden: Mitarbeitende können es ausschliesslich für die Verpflegung verwenden. Die Karte ist für sämtliche Arbeitnehmenden kostenlos, und Jahresgebühren werden nicht erhoben. Sehr einfach und effizient ist ausserdem die Online-Verwaltung über die Guthaben. So unterstützt Schweizer Lunch-Check mit seinem einfachen, auf einer Prepaid-Karte basierenden System eine moderne Art der Mitarbeiterverpflegung.

Genuss verschenken Schweizer Lunch-Check bietet noch mehr: Ob die Beförderung eines Mitarbeitenden, der Geburtstag eines Familienmitglieds oder das Jubiläum eines Arbeitskollegen – eine Geschenkkarte ist für jeden Geschmack das Richtige. Die beschenkte Person kann auswählen, wann und wo sie essen gehen will: beim Lieblingsitaliener, ein Gourmet-Menü oder doch lieber Sushi? Die Geschenkkarte kann in über 8 000 Gastronomiebetrieben eingelöst werden. Und für die Entscheidung kann die beschenkte Person sich Zeit lassen – denn im Gegensatz zu anderen Gutscheinen hat die Lunch-Check-Geschenkkarte kein Verfallsdatum. So viel Entscheidungsfreiheit macht Freude.

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Nationale Fachtagung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE 2018

Ernährung am Arbeitsplatz: Mehr als ein Lunch! Dienstag, 11. September 2018, Inselspital Bern, 8.00 bis 17.00 Uhr

Programmdetails und Anmeldung unter: www.sge-ssn.ch/fachtagung Wissen, was essen. sge-ssn.ch


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Kolumne

Bodenhaltung versus Legebatterie von Stefan Dudas

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ieser Text wurde von einem Menschen geschrieben, der in Freilandhaltung (in einem Haus auf dem Land) in Bioqualität lebt. Interessiert Sie das? Es beruhigt uns zumindest, wenn wir wissen, dass das, was wir konsumieren, in einigermassen vernünftigen Bedingungen produziert wurde. Wobei die agroindustrielle Landwirtschaft hier noch viel Luft nach oben hat. Das ist aber nicht das zentrale Thema hier.

Schnaps ist Schnaps. Die technische Revolution ist also eigentlich gar nicht die grösste Herausforderung. Die wirkliche Herausforderung ist die geistige Revolution. Machen wir uns an die Arbeit!

Was aber, wenn Sie selber die «produktive Kraft» sind? Wenn es darum geht, ob Sie in Massenmenschenhaltung in Büros eingepfercht zwölf Stunden arbeiten müssen, schon in der inneren Immigration angelangt sind oder eben in einem angenehmen Umfeld so arbeiten dürfen, wie es Ihnen entspricht? Ist das nicht doch die pure Utopie, mit etwas Naivität angereichert? Keineswegs. Denn schliesslich wird in unseren Breitengraden niemand unter Androhung von körperlicher Gewalt zur Arbeit gezwungen. Und somit wären wir frei, diese Umstände für uns zu «optimieren». Gerade Unternehmer stehen vor der Herausforderung, dass alles (auch die internen Befindlichkeiten) sehr transparent nach aussen dringt. Bewertungsplattformen, Social Media und Co. geben genug Möglichkeiten dazu. Sinnfreie und realitätsferne Leitbilder helfen also nicht mehr. Man «muss» sich wirklich um die Mitarbeiter und deren Befindlichkeit kümmern. Das ist eine grossartige, aber auch anspruchsvolle Entwicklung. Und zwar für beide Seiten, Mitarbeiter und Unternehmer. Denn beide Seiten machen sich jetzt Gedanken, wie die Arbeitswelt und die knappe Ressource Lebenszeit mit Sinn (und Produktivität) gefüllt werden kann. Ja, Sie haben richtig gelesen. Mit Sinn. Denn wenn das Sinn für Sie macht, was Sie fünf Tage in der Woche während meist mehr als acht Stunden tun, wird Ihr Leben ganz einfach besser sein. Sie werden zufriedener und glücklicher. So einfach kann diese, von komplexen Verwerfungen durchzogene, Welt sein. Wenn dem so ist, warum machen sich nicht mehr Menschen Gedanken, wie sie mehr Sinn in ihr Leben bringen können? Weil es für die meisten Menschen ausserhalb ihrer Gedankenwelt liegt. Arbeit ist Arbeit. Und

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Business

Ein Netzwerkraum im Umsetzungsfieber Standortportrait Bern Ost

Im Grossraum Bern Ost – in unmittelbarer Nähe des BEA Expo-, Postfinance Arenaund Stade-de-Suisse-Areals – nehmen die Gemeinden Bolligen, Ittigen und Ostermundingen einen besonderen Platz ein, weil sich die Gewerbetreibenden und Unternehmen der Region als «Netzwerkraum» verstehen. Wir haben uns über die Besonderheiten mit Markus Burkhalter, Präsident des hiesigen Gewerbevereins, unterhalten. von Joël Ch. Wüthrich

Die Aktivitäten der Swisscom prägen den Wirtschaftsraum.

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ine ganze Menge wird los sein in der Region «BIO» ab Sommer und Herbst 2018: Das Highlight bietet die Gewerbeausstellung vom 12. bis 14. Oktober 2018 im Oberstufenzentrum Eisengasse OZE in Bolligen, bei welchem parallel dazu auch gleich das 100-Jahr-Jubiläum des Gewerbevereins Bolligen-Ittigen-­ Ostermundingen gefeiert wird. Zuvor findet in der Pilatus Flugzeugwerke AG Stans der grosse alljährliche Sommerevent statt, und am 1. September 2018 wird in Ostermundigen der Herbstmärit durchgeführt. Ja, es sei ein spannendes Jahr, bestätigt Markus Burkhalter (Burkhalter Architekten AG, Ittigen), Präsident des Gewerbevereins BIO: «Die Veranstaltungen werden eine spannende Angelegenheit und viele Leute interessieren. Aber es tut sich 2018 natürlich noch viel mehr in den drei Gemeinden bezüglich Gewerbe und Industrie», so Burkhalter.

Hilfestellungen für das Gewerbe Der Gewerbeverein BIO ist spezialisiert auf Hilfestellungen und Problemlösungen jeder Art für die Mitglieder. Markus Burkhalter: «Wir stehen zur Seite mit unserem Netzwerk und fördern auch einen Knowhow-Transfer. Die Diversifikation des Gewerbes in der Region ist hoch, die Wirtschaft ist breit aufgestellt, und wir beherbergen viele KMU, aber eben auch grössere Unternehmen. So ist es wichtig, dass wir vom Gewerbeverein auch den Einfluss des Gewerbes in Politik und Wirtschaft stärken. Für unsere Mitglieder üben wir auch einen gewissen

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Einfluss aus und lassen Beziehungen wirken, da einige von uns – ob nun im Vorstand tätig oder nicht – in Gemeinderäten und Kommissionen sitzen und genau wissen, welche Ideen und Konzepte in der Region kursieren.»

Das grosse «Tra(u)mprojekt» So ist man in Ostermundingen äusserst gespannt auf den Projektstart für die neue Tramverbindung mit Bern, welche die Hauptachsen und -strassen nicht nur entlasten, sondern auch Ostermundingen als Gemeinde aufwerten. Die geplante Neubaustrecke ist 4,2 Kilometer lang und folgt der heutigen Buslinie 10 nach Ostermundigen. Das Projekt kostet rund 264 Millionen Franken. 102 Millionen würde der Kanton bezahlen. Die restlichen Kosten teilen sich der Bund, die Gemeinden und Infrastrukturfirmen wie die Swisscom, die BKW oder die EWB. Mit dem Geld sollen auch Werkleitungen und Strassen zwischen Bern und Ostermundigen saniert werden. Ebenfalls spannend sei, so Burkhalter, die geplante Verdichtung nach innen in der strategischen Stadtentwicklung: Eine Ortsplanungsrevision steht an. Das ist jeweils ein richtiger Kraftakt für eine Gemeinde.

Grosses Anpacken im Bahnhofsviertel In Bolligen ist eine nachhaltige Optimierung der Gewerbeflächen in Planung, und einige Projekte werden stark vorangetrieben. Burkhalter:


Business «Was in Bolligen aktuell besonders im Fokus steht, ist die Nutzungsoptimierung für Gewerbe und Wohnungsbau rund um den Bahnhof.» Schon Ende 2016 wurde ein viel gelobtes Projekt realisiert: das Studentenwohnheim «Student's Lodge» (Kosten: 22 Millionen) beim Bahnhof. Das Haus bietet Platz für 150 Personen. 80 Prozent der Zimmer waren sofort vermietet. Die Aufwertung des Bahnhofsviertels ist in vollem Gange. Auch die neuen Terrassenhäuser direkt neben der «Student’s Lodge» tragen ihren Teil dazu bei. Die Nachfrage war um einiges grösser als das Angebot. Des Weiteren soll das Areal bei der UBS-Filiale, die sich oberhalb des Bahnhofs befindet und bei der Musikschule hinter der Bank neuen Geschäftsräumlichkeiten und weiteren Wohnungen Platz machen. Die UBS möchte ihren Sitz hierbehalten und wird in den Neubau ziehen. 2017 bezogen über 200 Personen ihre neue Wohnung am Bahnhof Bolligen. Auch das Verkehrsregime muss angepasst werden. So wurde unter anderem im Ortskern ein Kreisel angebracht, der diesen aufwertet und verkehrstechnisch eine Öffnung der Gemeinde erwirkt. Auch bei den Schulstandorten gab es Bewegung: So wurden diese von drei auf zwei reduziert. Aus zwei Unterstufen-Schulhäusern wurde eines, welches modernisiert, saniert und ausgebaut wurde.

Auf dem Weg zur Digital City Ittigen ist gut mit dem ÖV und dem Privatauto erreichbar. Mit dem Zug RBS Linie 7 Richtung Worb kann man in zehn Minuten vom Hauptbahnhof Bern nach Ittigen gelangen. Die «Fabian-Cancellara-Brücke» verbindet das Talgutzentrum mit dem Bahnhof Ittigen. Ausserdem existiert ein Walk of Fame mit der Verewigung sämtlicher Olympiasieger. Ittigen ist auch bekannt dafür, fast so viele Arbeitsplätze wie Einwohner

Der Wegweiser zum Wirtschaftsraum "BIO" in Bern Ost.

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zu beherbergen. Auf gut 11’000 Einwohner kommen mittlerweile 9 000 Stellen – für eine Agglogemeinde ein hoher Anteil. Vor allem die Swisscom wächst, und die Bundesbetriebe dominieren das Gemeindebild. Die Krux an der Sache: Steuern zahlt der Bund keine, dafür fallen für die Gemeinde zusätzliche Infrastrukturkosten an. So ist beispielsweise die Swisscom, die vor Ort einen Businesspark errichtete, ein wichtiger Faktor. Die Swisscom ist in Ittigen der wichtigste Arbeitgeber und zahlt pro Jahr über zehn Millionen Franken Steuern in die Gemeindekasse. So nimmt Ittigen pro Jahr insgesamt 40 Millionen Franken Steuern ein. Die mit Abstand grösste Steuerzahlerin ist also die Swisscom mit Hauptsitz in Worblaufen. Aber man hat sich in Ittigen zum Ziel gesetzt, auf eine andere Strategie zu setzen, die das «Klumpenrisiko Swisscom» etwas abfedert und vermehrt Wohnraum schafft. In der Papiermühle zum Beispiel sollen zwei gemeindeeigene alte Liegenschaften verkauft werden, damit an ihrer Stelle eine neue Wohnüberbauung entstehen kann. Zudem wollen die Behörden altersgerechte Wohnungen fördern. «Ausserdem könnte der Ortskern aufgewertet und zusammen mit der Swisscom neue Impulse für eine Digital City geschaffen werden», sagt Markus Burkhalter, er selbst ein Arbeitgeber im Ort. Die Nähe zur Fachhochschule sei – so Burkhalter – ebenfalls ein grosser Pluspunkt für Ittigen. «Und es bestehen Pläne zu einem Ersatzneubau des Talgutzentrums. Das ist dringend notwendig.» Das Zentrum müsse einen besseren Ladenmix anbieten, wird von vielen in der Region gefordert. Zudem solle der soziale Aspekt im Talgut vermehrt ins Auge gefasst werden. Die Durchführung von Events oder Märkten zieht mehr Leute an. Ausserdem müsste, so fordert man in Ittigen, eine Verbindung zum Bahnhof erstellt und das Quartier als neuer Wohnraum attraktiver werden. : : www.gv-bio.ch : :

Markus Burkhart nutzt als Präsident des Gewerbeverbandes sein Netzwerk für die Mitglieder.

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Business

Das Bundeshaus in Bern in Sichtweite des Migrationsamtes Bern: Berührungspunkte gibt es bei Umsetzungen von Parlamentsbeschlüssen. Alexander Maurer

Der Kapitän Alexander Maurer bekleidet einen Posten, der es in vielerlei Hinsicht «in sich hat». Besonders dann, wenn es sich nicht nur um strategische oder prozessorientierte Herausforderungen handelt, sondern Menschen involviert sind. Alexander Maurer: «Bei schwierigen Entscheidungen muss man sich immer vor Augen führen, dass es hierbei um Menschen geht!» von Joël Ch. Wüthrich

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lexander Maurer weiss, wie es ist, wenn man auf einmal im Zentrum öffentlichen Interesses steht. Als der 47-Jährige im November 2016 die Leitung des Migrationsdienstes des Kantons Bern übernahm, wurde ihm dies schnell bewusst: «Ich kam zwar aus einer verwandten Branche, aber arbeitete in der Privatwirtschaft im Bereich spezialisierter Personaldienstleistungen. Die Erfahrungen, die ich in 16 Jahren zuvor in meinem Arbeitsumfeld in leitender Funktion gemacht habe, kann ich heute gut nutzen. Es ging in erster Linie um optimale Lösungen bezüglich Personaldienstleistungen für die öffentliche Hand und private Unternehmen. Was aber jetzt neu dazukam, war das öffentliche Interesse an meiner Arbeit, meinen Entscheidungen und schliesslich auch an meiner Person. Da hat auf einmal jede Entscheidung und jedes Wort Gewicht.»

Alles andere als langweilig und trocken … Auf den ersten Blick könnte manch eine/r denken, dass die Aufgabenbereiche des Leiters Migrationsdienst Kanton Bern (MIDI) klar

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strukturiert sind – ein «Bürohengst»-Job par excellence in Sichtweite des Bundeshauses, wo Entscheide aufgrund von klaren Fakten gefällt werden. So ist es jedoch nicht, wie Alexander Maurer bestätigt: «Viele Sitzungen und Besprechungen stehen jeweils an, sowie eine Unmenge an Mails muss beantwortet werden. Mein Arbeitstag ist aber mehrheitlich fremdbestimmt, denn es entstehen täglich immer wieder neue Herausforderungen, die jede einzeln bearbeitet werden muss. Vor Überraschungen im Arbeitsalltag ist man also nicht gefeit, denn es geht ja in erster Linie um Menschen.»

Die Vielfalt der Aufgaben Die wesentlichen Aufgaben Maurers bestehen aus operativen Tätigkeiten. Strategische Belange sind betroffen, wenn er zum Beispiel Regierung und Parlament auf Kantonsstufe in speziellen Fragen zur Verfügung steht, sich an strategischen Geschäften beteiligen oder auch die Inhalte von Pressemitteilungen definieren muss. Projektbezogen vertritt er den Migrationsdienst in verschiedenen Kommissionen und Organisationen,


Business

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Alexander Maurer (Jahrgang 1970) ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Privat begeistert er sich für Reisen – am liebsten in den hohen Norden – für's Lesen, Wandern und Skifahren und … ist ein leidenschaftlicher Eishockeyfan des SC Bern. So oft es geht begleitet er den Club zu den Auswärtspartien der Champions League und fährt an die Eishockey-Weltmeisterschaften. 2012–2018 war zudem Präsident der MPA Alumni (Lehrgangsabsolventen MPA/CeMaP). Berufliche Tätigkeiten: §§ Seit November 2016 = Leiter Migrationsdienst Kanton Bern §§ 2000–2016 = in versch. Funktionen in der OSP AG (Organisation für spezialisierte Personaldienstleistungen) – unter anderem für Aufgaben in den Bereichen HR, Recruitments, Massenverfahren, Inkasso, «Tailor made solutions» für die öffentliche Hand und private Unternehmen in der Schweiz und im Ausland. Von 2013–2016 war Maurer Vizedirektor der Firma. §§ Vor dem Jahre 2000 = Erfahrungen als Jurist in verschiedenen Bundesämtern und Gerichten

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Die Ausbildung umfasst folgende Stationen: §§ 1991–1997 = Studium Recht / Master of Law / Universität Freiburg §§ 2007–2010 = Studium Verwaltungswissenschaften / exe Master of Public Administration MPA / Universität Bern & Idheap Lausanne

Alexander Maurer vertritt mit seinen Mitarbeitern die Entscheide an vorderster Front.

beteiligt sich an Projekten des Bundes und des Kantons. Im Tagesgeschäft sind viele operative und organisatorische Tätigkeiten fällig. Beispielsweise müssen Einzelfallentscheide getroffen werden, und in verschiedenen Fachbereichen muss Maurer «am Puls bleiben», wie er betont. Die Führung eines Dienstes mit rund 90 Personen ist anspruchsvoll, und Maurer nimmt zudem noch Einsitz in diverse externe Meetings. Die mitunter grösste Herausforderung ist aber jene, bei welcher man nicht immer alles unter Kontrolle haben kann: die repräsentative Tätigkeit. Als Vertretung des Migrationsdienstes gegen aussen bei Behörden, Organisationen, Gemeinden und bei Teilnahmen an Veranstaltungen – sei es als geladener Gast oder einfach als Besucher – ist Maurer gefordert: «Ich komme dann und wann in eine Situation, wo meine Meinung gefragt wird, obwohl ich eigentlich als Gast bei einer Veranstaltung bin. So habe ich mir gewissermassen antrainiert, auch bei privaten Tätigkeiten darauf zu achten, dass dies allenfalls kommentiert oder bewertet werden könnte. Entscheidungen, wo ich hingehe, werden somit immer selektiver.» Ausserdem: Oftmals ist der Migrationsdienst nicht verantwortlich für Entscheidungen, muss diese aber gegen aussen vertreten. Auch da sind Maurer und sein Team gefordert: «Wenn beispielsweise ein Asylzentrum installiert wird und die Bevölkerung der betroffenen Ortschaft diesem Projekt ambivalent gegenübertritt, sind es meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen Entscheid an vorderster Front vertreten und erklären.» Während Maurer und die 90 Mitarbeitenden im Ausländerbereich – zum Beispiel bei Fragen bezüglich Aufenthalts- oder Niederlassungsstatus – diverse Freiheiten in der Vorgehensweise bei einzelnen Fällen geniessen und auch die massgebende Behörde für Entscheidungen sind, sind sie im Asylbereich stärker eingeschränkt und vor allem eine ausführende Instanz. Da sind Maurer & Co. umsetzungstechnisch gefordert. Im Asylverfahren, bei der Unterkunft, Zugang zur Bildung, >

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Business

Integration und medizinischen Rahmenbedingungen für Asylsuchende, bei der Not- und Sozialhilfe und weiteren Aufgaben sind die Vorgaben an den MIDI klar.

Berner Besonderheiten Die Arbeit als Leiter MIDI im Kanton Bern sei im Vergleich zu vielen anderen Kantonen etwas anders strukturiert. Weil der Kanton flächenmässig grösser ist als die meisten anderen, arbeitet man mit zehn Regierungsstatthalterämtern zusammen. So ergibt sich die Situation, dass man oft nur indirekt etwas bewirken kann. Hinzu kommt, dass die einzelnen Regionen so ihre Eigenheiten mitbringen, die stets berücksichtigt werden wollen.

Personaldienstleistungsfirma – gemacht. Das alte Leben vermisst der leidenschaftliche Eishockeyfan (SC Bern) nur manchmal: «Ich musste auch früher für meine strategischen Entscheidungen geradestehen. Aber heute ist man viel stärker mit einer Stakeholder-Vielfalt konfrontiert. Der Pluralismus verzögert viele Prozesse. Also braucht man einen Konsens, bevor etwas umgesetzt werden kann. Das geht manchmal nicht so schnell und dynamisch wie in einem Unternehmen. Die Nachhaltigkeit der Entscheide jedoch ist oftmals genau deshalb höher.»

Erfahrungswerte aus der Privatwirtschaft

Seine Funktion interpretiert Maurer differenziert: Das Führen eines grossen Teams als klassischer Geschäftsführer ist ein Bereich. Aber es gibt Situationen, da sei die Funktion als Sparringspartner (in gewissen Projekten), als Mentor oder als Coach zielführender und effizienter. «Ich sehe mich als Kapitän auf einem Schiff, der genau dann zur Stelle ist, wenn es kritisch wird oder Entscheidungen getroffen werden müssen. Punktuell muss man dennoch ab und zu auch durchgreifen und Impulse setzen.» Eine der grössten Herausforderungen: Das gut tarierte und doch spezielle Zusammenspiel zwischen Verwaltung und Politik zu verstehen und damit zu arbeiten, sei eine besondere Aufgabe als Leiter MIDI. «Da wachse ich noch Tag für Tag immer mehr hinein.» Alexander Maurer hat Führungspositionen sowohl in der Verwaltung wie auch in der Privatwirtschaft eingenommen. Sein Tipp: «Es gibt viele Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten in der Führung oder Leitung von Unternehmen beziehungsweise Verwaltungen oder Behörden. Wenn man sich gegenseitig Einblick in beide Welten gewährt, ist das unheimlich inspirierend und wertvoll. Dann wäre das gegenseitige Verständnis mit Sicherheit höher, als es manchmal den Anschein macht.»

Wertvolle Erfahrungen hat Alexander Maurer in seinem früheren beruf lichen Leben – unter anderem als Vizedirektor einer grossen

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Geschäftsführer-Tätigkeiten übt Alexander Maurer vor allem bei seinen organisatorischen und operativen Pf lichten aus. Für Kreativität bleibe wenig Raum. In einigen Fällen muss man jedoch ideenreich sein: «In Budgetfragen müssen wir sehr kreativ sein. So gilt es, trotz beschränkten finanziellen Mitteln die gesetzlichen Vorgaben respektive die daraus resultierenden Aufgaben zu erfüllen. Das heisst: Egal, wie viel Budget zur Verfügung steht – der Auftrag des Kantons muss ausgeführt werden. Sollte das Budget nicht reichen – weil beispielsweise die Anzahl Personen, für welche das Geld hätte reichen sollen, gestiegen ist – muss man mit einer Anfrage auf Nachtragskredit ans Parlament. Da heisst es, gut zu argumentieren und zu erklären, warum man dieses zusätzliche Geld benötigt.»

Das Zusammenspiel zwischen Verwaltung und Politik braucht einige Fähigkeiten.

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Mobilität

Hammer und Zipfel SUV VOLVO XC40 für die Stadt

Volvo wagt sich in ein neues Segment. Mit dem XC40 lanciert die schwedische Marke ihr erstes Kompakt-SUV, massgenau abgestimmt auf den Lebensstil junger Städter. Eine Testrunde zu den Hotspots der katalanischen Metropole Barcelona. von Andreas Faust

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as schaut denn da unter der Fronthaube hervor? So ein kleiner blauer Zipfel; vielleicht ein Schaumstoffpuffer als Transportschutz. Nein, es sieht aus, als hätte ein Arbeiter ein Stück blaues Wischpapier im Motorraum vergessen. Man will schon dran herumzupfen, da sieht man das feine gelbe Kreuz. Schwedens Nationalf lagge, als trüge Volvos neuer XC40 ein Waschschild. Nicht zu heiss putzen, sonst läuft er ein.

SUV mit klaren Formen Eingelaufen ist er aber eigentlich schon. Denn das Kompakt-SUV ist das kleinste in Volvos Modellpalette, derzeitiges Einstiegsmodell unter den im Zuge der Neuaufstellung der Marke lancierten Autos. Die beinhaltet bekanntlich Enthaltsamkeit bei den Antrieben – drei und vier Zylinder plus fallweise ein Elektromotor sind genug –, aber das volle Programm beim nordisch-kühlen Design, beim Komfort und vor allem bei der Konnektivität. Es wurde höchste Zeit für den XC40: Während die Konkurrenz im sogenannten Premium-Segment längst solch ein Stadt-SUV im Programm hat – manchmal schon in der zweiten Generation –, fehlte

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Volvo bisher in diesem Boom-Segment. Die grossen Baureihen der 90er-Serie und das SUV XC60 hatten zunächst Vorfahrt – mit dem Vorteil, dass der XC40 nun von all den technischen Neuerungen dieser Modelle profitiert. Einer Versuchung widerstand aber das Designteam um Brand-Designdirektor Owen Ready: Volvos kleinster Crossover ist mitnichten eine verschlankte Kopie der grösseren Brüder. Natürlich trägt er Details des Markendesigns; von den Rückleuchten bis zum hammerförmigen Tagfahrlicht. Aber wo XC90 und XC60 sich wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sehen in ihrer Eleganz und Souveränität, wirkt der XC40 eigenständig kantig und provokant. Ein wenig grimmig wirkt der vornüberkippende Frontgrill; die Fensterlinien könnten mit dem Lineal gezogen sein, und die hinteren Seitenscheiben nehmen Passagieren auf den Rücksitzen so abrupt die Sicht, dass die Fondtüren zu fehlen scheinen. Jung, städtisch und meist zu zweit – so stellt sich Volvo seine XC40-Kunden vor. Für die grösseren Volvos haben sie noch in ein paar Jahren Zeit. Man sieht die Zielgruppe dem Fünfplätzer geradezu an. Jungen, f lexiblen


Mobilität

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Städtern dürfte auch das mit dem XC40 erstmals angebotene Care-­ Programm gerade recht kommen: Statt Kauf oder Leasing wird das Auto einfach für einen Monatsbeitrag ohne Anzahlung gemietet. Volvo kümmert sich um lästige Details wie Wartung und Pneus – nur tanken muss man noch selber. Schweizer Kunden müssen darauf allerdings noch ein wenig warten. Die kantig-klaren Formen haben natürlich auch eine Funktion neben dem gut Aussehen: Sie schaffen auf vergleichsweise knappem Raum viel Platz im Innern. Sitz- und Schulterbreite sind recht grosszügig bemessen – man vermisst die zusätzlichen Zentimeter eines XC60 nicht. Hinten bleibt ebenfalls genug Platz, auch wenn in vielen XC40 dort wohl nur kleine Kinder Platz nehmen werden.

Spritztour durch Barcelona Dafür: endlich ein Volvo-SUV, mit dem man sich auch in eine quirlige Innenstadt wie die von Barcelona wagen kann. Erste Station in der katalanischen Metropole ist die Bar «Paradiso», deren Eingang sich hinter der alten Kühlraumtür eines Take-aways verbirgt. Drinnen wähnt man sich zwischen den Spanten eines Dreimastseglers – bis Barkeeper Giacomo Giannotti die Flaschen schwingt. Alkoholisch oder autofahrertauglich – aber immer bürstet er seine Cocktails gegen den Strich; tunt sie mit Grünzeug oder Röstaromen und einer Prise Surrealismus. Wer vor lauter Begeisterung zwei, drei zu viel hatte, könnte dann zum Smartphone greifen. Mit dem XC40 lanciert Volvo gleich die passende App, mit der sich das eigene Auto teilen lässt. Wer zum Kreis der Auserwählten gehört, kann per App beim Eigner anfragen und sich das Auto nach Genehmigung per Telefon ausleihen. Geöffnet wird es dann schlüssellos, nur per App. Auch eine Suchfunktion wurde in die App integriert. Praktisch, um sich cocktailselig von nüchternen Kollegen nach Hause chauffieren zu lassen. >

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Uns reichten natürlich die fahrtauglichen Varianten. Danach geht es hinaus zum Flughafen. Zum Start stehen zwei Motoren für den XC40 zur Wahl; ein 247 PS starker Turbobenziner und ein 190-­PS-Turbodiesel – üppige Motorisierungen, die später noch durch eine Elektroversion, einen Plug-in-Hybrid und einen Dreizylinder-Benziner mit 156 PS ergänzt werden sollen. Raus aus der Stadt, endlich mal Gelegenheit für ein paar flottere Kurven. Statt einer Kompromiss-Auslegung haben sich Volvos Ingenieure voll auf die Komfortseite geschlagen – der XC40 federt geschmeidig die Schlaglöcher hinweg. Ziemlich gelassen wirkt das Auto dabei, ganz egal, welches Fahrprogramm man wählt: Lenkung, Bremse, Gasannahme und – gegen Aufpreis – die adaptiven Dämpfer lassen sich zwischen Eco und Dynamik variieren – im Charakter bleibt der XC40 aber komfortabler Gleiter. Was ja absolut Sinn macht für ein Allrounder-Auto.

Zusatzausstattung für jeden Lebensstil Hinter den Landebahnen, am buchstäblichen Ende Barcelonas in Strandnähe haben sich passionierte Surfer zusammengetan, um HAV zu gründen. Custom-made Surfboards sind ihr Metier; bevorzugt solche, die auch an der eher ruhigen Mittelmeerküste die Wellen reiten können. Abmessungen und Design sind frei wählbar. Noch haben sie Barcelona nicht zum Surf-Mekka gemacht, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Für den XC40 müsste man als HAV-Kunde aber einen Dachträger ordern – 167 Zentimeter Ladelänge sind dann doch ein wenig knapp fürs Brett. Zurück ins Gewühl der Innenstadt. Auch der XC40 ist natürlich vollgepackt mit Volvos Sicherheitstechnologie – schliesslich ist das Jahr 2020, in dem niemand mehr in einem Volvo schwer oder tödlich verletzt werden soll, schon nahe. Zum Intellisafe genannten Rundum-sorglos-Paket gehören Fussgänger- und Veloerkennung, Notbremsautomatik und Assistenten, die das Auto auf der Strasse und in der Spur halten; ausserdem optional Totwinkelwarner, Querverkehrsassistent und eine 360-Grad-Kamera, um zwischen Bäumen und Pollern kratzerfrei parkieren zu können.

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Nächste Station – The Hidden Factory. Einst wurde hier Kupfer verarbeitet, heute teilen sich Köche, Künstler und Kreative die verwinkelten Lofts. Den Aufstieg im steilen Treppenhaus lohnt schon die spezielle Atmosphäre dieses Coworking-Space mit wechselnden Bewohnern und Ausstellern. Allen gemeinsam sind aber die Orientierung an Nachhaltigkeit, ihre Innovationsfreude und der Start-up-Charakter ihrer Projekte. Auch im XC40 verbaut Volvo sein Sensus-Infotainment-System mit grossem, hochformatigem Zentralmonitor. Der zeigt – praktisch in der Stadt – die wichtigsten Funktionen von Navi bis Musik-Streaming gleich auf einem Bildschirm an. Was zwar den Tastenwirrwarr früherer Volvo-Modelle massiv reduziert, aber ein wenig Eingewöhnung fordert. Genau hinschauen muss man auch, wenn man manche Funktion sucht. Nach zwei-, dreimaliger Bedienung tippt man aber schon wie ein Profi die letzte Adresse ein: die der Tapasbar «Tickets». Ein Muss, wenn man Kirschen mit Schinkenaroma ebenso wenig scheut wie Klassiker. Das Team um Albert Adrià serviert alle zwei, drei Tapas-Runden gnadenlos ein ganzes Glas passenden Weins. Man dürfte die Sharing-App in Barcelona also schätzen lernen. Ein paar Details des kleinsten Volvo-SUVs erkennt man erst mit der Zeit. Den praktischen Abfalleimer in der Mittelkonsole, zum Beispiel, der sich zum Leeren herausnehmen lässt. Den Taschenhaken auf der Beifahrerseite oder die riesigen Türtaschen, die auch Tablets und kleine Laptops aufnehmen. Oder den Sensor unter dem Heck, der auf Fusstritt schwer Bepackten die Heckklappe öffnet. Und dann gibt es noch ein wirklich einzigartiges Detail, das man leicht übersehen könnte. Optional lässt sich für die Armaturentafel des XC40 eine in Gummi geprägte Zierleiste ordern – mit der Karte der Volvo-Heimatstadt Göteborg. Und wer genau hinschaut, erkennt dort sogar das Hauptquartier. Volvo hat nicht vergessen, woher man kommt. : : www.volvocars.com/de-ch : :


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Mobilität

Bern sattelt auf Veloverleih für die Stadt Bern

Verstopfte Strassen, Autolärm und Abgase – viele Städte suchen nach Lösungen, um ihre Innenstädte vom Autoverkehr zu entlasten. Neu stehen in vielen Schweizer Städten Velos zum Verleih. Das entlastet das Zentrum vom motorisierten Verkehr. Auch Bern steigt jetzt aufs Velo. von Freya Mohr

Wendige Bikes frequentieren in Zukunft die Stadt Bern.

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it dem Velo lässt sich eine Stadt schnell und bequem erkunden. Aber wer hat bei einem Städteurlaub schon sein eigenes dabei? Dann gibt es noch die Einwohner, die vielleicht nur gelegentlich eine Velo-Tour durch die eigene Stadt machen möchten. Oder ein Pendler sucht nach einer Alternative, um an sonnigen Tagen nicht den letzten Streckenabschnitt vom Bahnhof zur Arbeit mit dem Bus zurücklegen zu müssen. Sich deswegen gleich ein eigenes Velo anzuschaffen, ist in Zeiten der Sharing Economy nicht mehr notwendig. Bikesharing liegt im Trend. Viele Städte bieten heute ein flächendeckendes Veloverleihsystem für Besucher, Pendler und Einheimische. Jetzt rüstet auch Bern auf.

Mit dem Angebot von PubliBike, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft von PostAuto, erhält die Stadt Bern ein Veloverleihsystem mit einer hochwertigen Velof lotte. Die Hälfte der Velos sind E-Bikes mit einer Unterstützung bis zu 25 Kilometern pro Stunde – zu 100 Prozent durch Ökostrom betrieben. Die ersten Velos stehen bereits ab Ende Juni bereit. Am 7. Mai haben die Arbeiten für die Installation der ersten 60 Ausleihstandorte mit 350 Velos und 350 E-Bikes begonnen. Die Arbeiten umfassen Markierungsarbeiten sowie – je nach Ausstattung des Standorts in unterschiedlicher Ausprägung – die Installation von Stelen und Blenden. Im Sommer wird der Ausbau des Ausleihsystems weiter

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vorangetrieben. PubliBike geht davon aus, dass bis Herbst rund 100 Standorte mit 1 200 Ausleihvelos angeboten werden können. Das schweizweit grösste Veloverleihsystem bietet am Ende eine Flotte von 2 400 Velos an rund 200 Ausleihstationen an. Die Stationen decken das gesamte Stadtgebiet ab, mit dem Ziel, dass mindestens alle 300 Meter rund um die Uhr Ausleihvelos bereitstehen. «Die Umsetzung des Veloverleihsystems ist ein weiterer Schritt Richtung ‹Velo-Hauptstadt› Bern», freut sich Gemeinderätin Ursula Wyss. «Gemeinsam mit dem öffentlichen Verkehr und weiteren Sharing-Angeboten unterstützt das Veloverleihsystem eine flexiblere Mobilität und eröffnet den Nutzerinnen und Nutzern zusätzliche Möglichkeiten im täglichen Mobilitätsverhalten.» Die Ausleihe basiert auf einem attraktiven Tarifsystem und einem einfachen, kundenfreundlichen Zugangssystem via App für die regelmässige und spontane Nutzung. Das Veloverleihsystem ermöglicht es, Velos und E-Bikes in ganz Bern 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche auszuleihen. Dies funktioniert mit oder ohne Abonnement innert weniger und einfacher Schritte via der PubliBike-App oder dem SwissPass. Beim Kauf eines Jahresabonnements verringert sich der Minutentarif. : : www.publibike.ch : :


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Mobilität

70 Jahre Porsche Legenden zum Anschauen

Vor sieben Jahrzehnten rollte mit einem 356 Roadster der allererste Porsche auf die Strasse. Den Aufstieg der Marke vom Nischenhersteller hin zum weltweit präsenten und erfolgreichen Produzenten sportlicher Fahrzeuge mit höchstem Anspruch zeichnet ein neuer Bildband zum runden Geburtstag nach. von Andreas Faust

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ind wir einmal ehrlich – ein 70. Geburtstag ist noch lange kein Jubiläum. Diese Einstufung behalten wir uns dann doch lieber einem Vielfachen eines Viertel­jahrhunderts vor. Aber das hält natürlich niemanden in Zuffenhausen vom Feiern ab: Porsche feiert in diesem Jahr diesen runden Geburtstag: Am 8. Juni 1948 wurde der allererste Porsche unter diesem Markennamen eingelöst. Ein 356 Roadster, die Nummer 1 einer langen Reihe von Modellen und Motorsporterfolgen.

Ein Traum Mit dem 356er verwirklichte sich Ferry Porsche seinen Traum vom sportlichen Fahren. Doch das Fundament des Sportwagenbauers bildet das Lebenswerk von Professor Ferdinand Porsche. Er konstruierte schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts wegweisende Automobile, vom Lohner-­Porsche als erstem Elektroauto mit Radnabenantrieb über den ersten benzinelektrischen Hybridantrieb bis hin zum sogenannten «Berlin-­ Rom-Wagen» als Prototyp eines Sportwagens. Das Nachfolgemodell des

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Mobilität

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356, der von Ferry Porsches Sohn Ferdinand Alexander entworfene Porsche  911, verhalf dem Unternehmen endgültig zum Durchbruch. Der Zweitürer, dessen Silhouette angeblich jedes Kind heute kennt, wurde inzwischen mehr als eine Million Mal gebaut. Sein Ruf ist bis heute ungebrochen. Mehrfach zur Ablösung vorgesehen, konnten weder die Transaxle-Modelle 924, 944 und 928, noch der mit Volkswagen produzierte 914 an seinem Nimbus kratzen.

Global aufgestellt Erst als Porsche ab 2002 mit der ersten Cayenne-Generation sich auch im SUV-Bereich engagierte, erwuchs ihm zumindest hinsichtlich der Produktionszahlen ein Konkurrent. Vor allem mit der viertürigen Limousine Panamera und dem Macan hat sich Porsche inzwischen global gut aufgestellt. Und ab 2020 wird das erste rein elektrische Modell der Marke den Aufbruch in die Zukunft symbolisieren. Aber der 911 bleibt die Ikone der Marke.

Mythen in der Praxis Zum runden Geburtstag gehört natürlich die passend euphorische Würdigung in Buchform mit dem Band «Porsche 70 Jahre». Auf 256 Seiten präsentiert Randy Leffingwell, Historiker, Illustrator und vor allem Porsche-Spezialist, die Geschichte der Marke. Nicht als trockene Geschichtsübung und blosse Aneinanderreihung von Zahlen, Daten und Fakten, sondern anhand jener Modelle, die Höhe- und Wendepunkte der Markengeschichte markieren – vom Urahn 356 bis zum Elektro-­ Prototyp Mission E. Und natürlich inklusive der Motorsport-Ikonen wie den Modellen 904, 962 oder den Le-Mans-Monstern der 917erReihe. Zeitgenössische Fotos und seltenes historisches Bildmaterial begleiten die Analyse legendärer Autos und Ereignisse. «Es gibt nichts Vergleichbares», behauptet der Titel. Leffingwell macht die Einmaligkeit von Porsche mit diesem Band spürbar.

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Beauty & Gesundheit

Models an der «Ann Delafield Health Bar» im Salon von Richard Hudnut. New York, 1943

Die Pionierin Ernährungsplan für mehr schönheit

Ann Delafield gilt als die Pionierin der Kosmetikwelt. Dabei galten Körperbewegung, strenge Diäten, die sie «Schönheitsessen» nannte, und Kosmetik zu ihren Grundpfeilern der Schönheit. Sie entwickelte nicht nur den berühmten «Ann Delafield Reducing Plan», sondern gilt auch als Vorreiterin des modernen Schönheits-Marketings. von nike Schröder

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nn Delafield wurde als May M. MacGregor in Grossbritannien geboren und kam 1920 als Schauspielerin in die USA. Hier legte sie sich ihren Künstlernamen Ann Delafield zu, den sie bis zu ihrem Tode benutzte. Ann D ­ elafield war kein hübsches Mädchen, dessen sie sich auch durch die immer wiederkehrenden Bemerkungen ihrer Mutter bewusst war. Letztlich legten deren Ermahnungen im Kindesalter aber den Grundstein für ihre spätere Karriere. Denn Ann wollte es nicht hinnehmen, den Rest ihres Lebens als «hässlich» zu gelten, sondern war felsenfest davon überzeugt, dass jede Frau einen Mangel an Schönheit durch eigenes Dazutun beseitigen könnte. Sie war sicher, dass «das A und O eines jeden Erfolges im Leben in erster Linie die Selbstdisziplin ist». Nach diesem Motto entwickelte sie ein Konzept für die Damen der Gesellschaft, welche Mutter Natur nicht von vornherein mit Schönheit ausgestattet hatte. Es war ihr ein Bedürfnis, diesen zu «helfen», sich selbst und damit auch die Welt

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schöner zu machen. Übrigens nicht nur die Damen der Gesellschaft, auch die Herren müssten ihrer Pflicht nachkommen und durch ein gepflegtes Äusseres die Gesellschaft bereichern.

Der Vorher-nachher-Effekt Massstab für ihren Masterplan waren stets ihre eigenen Regeln, nach denen sie selber lebte: Körperbewegung, eine strenge Diät und Kosmetik waren die Grundpfeiler der Schönheit. Sie war sich stets bewusst, dass es nicht leicht ist, sein Leben um der Schönheit willen umzustellen, aber «das Gute ist eben nur selten leicht zu erreichen». Dabei kamen die Bewegung und die Diät an ­erster Stelle, sie waren die Voraussetzung für alles Weitere. Kosmetik oder elegante Kleidung konnten nur den letzten Schliff geben. So erar­b eitete sie während ihrer Zeit in New York den ersten «Erfolgskurs», um ihren Mitmenschen zu jenem geheimnisvollen «Glamour» zu verhelfen. Die


Beauty & Gesundheit Anzeigen bestanden meist aus zwei Fotos: Foto 1 zeigte eine dicke, unvorteilhaft gekleidete und schlecht frisierte Frau (oder Mann) mit schlaffen Gesichtszügen, Foto 2 zeigte dieselbe Person, schlank, elegant, hübsch und voller Energie und Lebensfreude. Kundinnen, die glaubten, sie bekämen für ihr Geld einen Zaubertrank, wurden durch die strenge Anweisung zur Änderung der Lebensweise, die sie einhalten sollten, eines Besseren belehrt.

Positiv denken Das blieb Ann Delafield trotz eiserner Disziplin auch ein ganz wichtiger Punkt. Sie betonte in ihren Regeln die schönen Dinge des Lebens, die ihre «Anhänger» unbedingt geniessen sollten, ihre Diät nannte sie «Schönheitsessen». Man musste bereit sein, das, was man sich vorgenommen hatte, gerne zu tun. Ansonsten sah sie das Projekt scheitern – so warf sie auch Teilnehmer, denen es an der nötigen Energie mangelte und die «faul» waren, schlichtweg aus dem Programm. Um ihre Ideen hinsichtlich wahrer Schönheit zu untermauern, studierte sie Biologie, Chemie, Diät­ wissenschaften und Körpererziehung und begann, diese Fächer auch an privaten Schulen zu unterrichten. Nach dem Tod ihres zweiten Mannes nahm sie im Jahre 1930 eine Stellung bei Elizabeth Arden in der 5th Avenue als Leiterin der Gymnastik­abteilung an, zu deren Angebot auch Yoga gehörte! Die Zusammenarbeit von Arden und Delafield war aber aufgrund ihrer Temperamente nicht immer ganz einfach, was zur Folge hatte, dass Ann ihre Anstellung aufgeben musste. In der Folge übernahm

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sie Richard Hudnut, der ihre ­«Erfolgs­schule» in seinen Beauty-Salon integrierte und dadurch seine Umsätze erheblich steigerte.

Das erste Nahrungsergänzungsmittel der Welt wird geboren Aber auch ihre Zeit bei Hudnut war begrenzt, und sie zog nach Los Angeles, wo man ihr bei Rexall Drug Company die Möglichkeit gab, ihr eigenes Produkt zu kreieren. Hier entwickelte sie ihr erstes eigenes «weight-lossprogram» und ihre eigene Kosmetik-Linie. Sie setzte als Erste ihrer Zeit auf die Wirkung von Vitaminen in ihren Präparaten. Der «Ann D ­ elafield Reducing Plan» für 30 Tage bestand aus einem Buch über Low-calory-Menus, Gymnastik-­Tipps für zu Hause und Schönheitsratschlägen sowie einem Pulver, basierend auf entrahmter Milch und Soja-Mehl wie auch Vitamin-Tabletten. Diese ent­h ielten Proteine, Mineralstoffe, Vitamin B und eine alkalische Substanz. Diese Appetitzügler verkaufte sie als «a food – not a drug!» Für Männer empfahl sie das Programm für zehn Tage. 1953 schliesslich wurde ihre «Golden Beauty»-­ Beauty-Linie im «Plaza Hotel New York» vorgestellt. Sie machte vor, wie man 400 Gäste für ein glitzerndes Produkt begeistern kann, wenn man ihnen bei einem schönen Abendessen und einem Goodie-Bag die Vorzüge ihres Produktes erklärt, und war so die Wegbe­reiterin des modernen Schönheits-Marketings. : : www.rundschaumedien.ch/GF/be : :

Im legendären «Plaza Hotel New York» stellte Ann Delafield vor 65 Jahren ihre Beauty-Linie vor.

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Beauty & Gesundheit LUSH

Frische, handgemachte Kosmetik aus England Natürliche Kosmetikprodukte sind im Trend. Verbraucher achten immer mehr auf Inhaltsstoffe und möchten wissen, unter welchen Bedingungen die Produktion stattfindet. Was manche Hersteller sich erst jetzt auf ihre Fahne schreiben, ist für das Kosmetikunternehmen LUSH längst selbstverständlich. von Freya Mohr

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er vegetarische und vegane Lebensstil geht weit über die Ernährung hinaus. Auch Beauty-Produkte und Kosmetik­ artikel müssen pflanzenbasiert sein. Und nicht nur das: Tierversuche, um die Pflegeprodukte auf ihre Verträglichkeit zu testen, sind für Veganer und Vegetarier ebenso tabu. Ein weiterer Trend, der auch vor der Kosmetikbranche nicht haltmacht, ist Fair Trade. Ethischer Handel achtet auf faire Arbeitsbedingungen, Nachhaltigkeit und biologischen Anbau. Wenn dann auch noch alles umweltschonend verpackt ist, wäre das natürlich noch besser. Aber gibt es Unternehmen, die all das in ihrer Unternehmensphilosophie vereinen?

Sogar die Inneneinrichtung der trendigen Shops wird aus nachhaltig aufgearbeiteten Altholzbeständen gefertigt. Die Kundschaft soll sich wohlfühlen und ein Einkaufserlebnis der besonderen Art geniessen. Begeisterte Mitarbeitende vermitteln die Philosophie mit sehr viel Transparenz und Ehrlichkeit an die Kundschaft.

Das britische Kosmetikunternehmen LUSH ist so eines. Und das nicht erst seit dem Hype um diese Themen in der breiten Öffentlichkeit. Ethische Werte wie Fair Trade, gute Arbeitsbedingungen, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit stehen bei der Marke seit der Firmengründung 1996 im Mittelpunkt und sind Bestandteil der Unternehmensgeschichte.

Seit der Gründung vor 23 Jahren steht LUSH für innovative, frische und handgemachte Kosmetik, die nach ethischen Massstäben hergestellt wird, ohne Menschen, Tieren oder dem Planeten zu schaden. In der Schweiz ist LUSH seit Anfang 2002 präsent und betreibt 18 Shops sowie einen zweisprachigen Internetshop. Vor Ort in den Shops kann die Kundschaft die Produkte direkt ausprobieren.

Mittlerweile sind die bunten und fantastisch duftenden Kosmetikgeschäfte mit vegetarischen und veganen Kosmetikprodukten in allen grossen Schweizer Städten präsent. Im Sortiment findet sich alles, was das nachhaltige Frauen- und Männerherz begehrt. Was die Verpackung angeht, versucht LUSH so wenig Material wie möglich zu verwenden. Fast die Hälfte des Sortiments umfasst «nackte» Produkte, die das Unternehmen ohne Verpackung anbietet. Dazu gehören unter anderem Badebomben, Seifen und Haarshampoos in fester Form. Andere Kosmetikprodukte hingegen schützen Verpackungen aus recyceltem Material, beispielsweise aus Coffee-to-go-Bechern.

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Zudem lehnt LUSH Tierversuche kategorisch ab und fördert Fair-­TradeInitiativen auf der ganzen Welt, beispielsweise durch den Einsatz für gute Arbeitsbedingungen, die Berücksichtigung des Arbeitsrechts und das Achten auf Nachhaltigkeit.

LUSH Hinterbergstrasse 56 CH-6312 Steinhausen Telefon +41 (0) 41 560 64 00 order@lush.ch : : www.LUSH.ch : :


Beauty & Gesundheit

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EIN BADETRAUM AUS 10 01 NACHT

Eine von sechs Spa-Welten der AQUA-SPA-RESORTS Gruppe Bern | Schönbühl | Samedan | Zürich | Rigi Kaltbad | Locarno AQUA-SPA-RESORTS AG, Allee 1B, CH-6210 Sursee

hammam-bern.ch Geschäftsführer sommer : : 2018


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Aus- & Weiterbildung

Gemeinsam statt einsam Coworking in Bern

Individuelles Arbeiten in Gemeinschaft hat Hochkonjunktur. Jetzt hat der Coworking-Trend der europäischen Metropolen auch Bern erreicht. Das Besondere: Statt die Konkurrenz zu meiden, kooperieren die Spaces mit dem Bern-Abo.

© Roland Juker

von Corinna Hirrle

Die Community tauscht sich bei einer Kaffeepause aus.

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s ist der Fitness-Studio-Effekt: Wenn alle was tun, muss ich ja auch. Kontrolle spornt an, setzt Druck auf. Schon der französische Philosoph Michel Foucault beschrieb mit dem Bild eines Panoptikums, wie viel Macht Beobachtung auslöst. Aber gemeinsam trainieren macht auch mehr Spass. Motiviert, weil man nicht einsam «leiden» muss. Genauso lernen nicht nur der Effizienz halber Studierende in Uni-Bibliotheken, sondern auch, um mit Kommilitonen Kaffeepausen zu verbringen. Dieses Prinzip hat die Wirtschaft nun auch für sich entdeckt und ausgeweitet …

Inspiration durch Austausch Jungunternehmer, Freischaffende, Informatiker, Grafiker, Künstler – das sind sie, die Coworker, die statt isoliert, lieber unter Menschen

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arbeiten. Ihnen bieten Coworking-Spaces Räume und Infrastruktur an. Denn mehr als Computer und Kopf braucht es häufig nicht. Für einen begrenzten Zeitraum kann dort konzentriert und individuell gearbeitet werden. Daneben ist Ziel der Anbieter, die Bildung einer flexiblen Community. In den Pausen wird mit branchenübergreifendem Austausch Gemeinschaft gepf legt. Menschen aus unterschiedlichen Berufsfeldern diskutieren über ähnliche Probleme. Manche Spaces verstärken dies durch extra Veranstaltungen. Ein kreativer Nährboden für Innovationen entsteht, weshalb das Outsourcing von Büros auch für grössere Firmen interessant sein kann. Finanziell lohnt sich die Investition: Ein Büroplatz kostet 25 bis 30 Franken pro Tag, Monats- und Jahres-Abos gibt es auch. Der Ansatz liegt weit unter den Fixkosten eines festen Arbeitsplatzes.


Aus- & Weiterbildung Verschiedene Philosophien Grundwerte der Coworking Spaces sind Offenheit, Kollaboration, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Zugänglichkeit. Die Schwerpunkte variieren. In der Stadt Bern existieren bereits um die zehn Working-­ Spaces. Neu soll auch eines im Oberland aufgezogen werden. Die Spannweite der Anbieter und Zielgruppen bewegt sich von Kader-Spaces an Top-Lage (BusinessPoint, Bahnhof Bern) über charmante Grossraumbüros im Herzen der Altstadt (Urbanfish) bis hin zum modernen Arbeitsplatz mit Garten und Mobilitätskonzept im Berner Vorort Wabern (Planhalle 6).

Die Kultur im Effinger

Vielfalt zulassen statt Konkurrenz leben Der Wechsel des Arbeitsumfelds, kann neue Gedanken bewirken. Weshalb nicht ein Abo lösen, das auch in anderen Spaces gültig ist? Damit sind Abwechslung und Flexibilität garantiert. Ein schweizweites Abo mit über 100 Coworking Offices bietet die app popupoffices an. Rentieren sich wirtschaftlich auch die Städte-Abos? Oder ist das Goodwill und Grosszügigkeit? Priscilla Wolf vom Coworking Space Urbanfish in Bern unterstreicht: «Vielfalt ist wichtig.» Wenn jeder Space einen anderen Stil hat, zieht er andere Kunden an. Vermutlich gibt es dann sowieso nicht so viel Wechsel. Zudem verteilen sich die Anbieter in der Stadt.

Die Atmosphäre macht’s Die neue Arbeitsform kann Arbeitgeber mit fixen Büros inspirieren, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen: Den Austausch innerhalb und ausserhalb des Betriebs zu stärken oder die Vorteile bei einem stabilen Team aus Experten auszuschöpfen und Synergien zu bündeln. Klar geworden ist, dass es die Atmosphäre ist, die ein produktiv-innovatives, ausgefülltes Arbeiten bewirkt. : : : : : : : :

www.effinger.ch : : www.urbanfish.ch : : www.planhalle6.ch : : www.popupoffice.ch/de : :

© Roland Juker

Das Effinger in Unweite des Bahnhofs Bern ist gleichzeitig Kaffeehaus und Working Place. Besonders gross werden Gemeinschaft und das Prinzip Teilen geschrieben. Denn Helfen wird als Motor der Entwicklung verstanden. So verpflichtet sich jedes Mitglied, zehn Prozent seiner Arbeitszeit der Gemeinschaft zu widmen. Dem Tischnachbarn mit einem Computerproblem helfen, das in zehn Sekunden gelöst ist? Ist das nur trockenes Prinzip und kaum praxistauglich? Zumindest animiert der im Mietpreis enthaltene Kaffee dazu, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Speziell bietet das Effinger auch Platz für Künstler, indem es Ateliers vermietet, Dauer- und Sonderausstellungen von Designmöbeln zeigt, mit dem Theater Effingerstrasse kooperiert, Workshops und Konzerte organisiert.

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Das «Aquarium» garantiert eine konzentrierte Arbeitsstimmung.

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Kolumne

Serendipity – Ort als ­strategischer Vorteil von Javier Baiges

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rendwörter – in diesem Fall Coworking – versprechen viel. Nicht selten wird der Eindruck erweckt, das Rad sei neu erfunden worden. In der auch in diesem Schwerpunkt erwähnten Studie der Universität St.Gallen  ging es darum, über einen Zeitraum von vier Monaten den Mitarbeitenden alternativ Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Eben sogenannte Coworking-­ Arbeitsplätze. Da frage ich mich nun rückblickend, ob diese Idee auch in einem Coworking-Raum entstanden ist. By the way, sind nur Räume Coworking-Plätze, welche als solche identifiziert und entsprechend gekennzeichnet sind? Wann ist ein Meeting-Raum ein Coworking Place, und kann er auch beides sein? Haben unsere Schweizer KMU die Art von Problemen und Herausforderungen (Wichtigkeit), die eine Einführung und Nutzung von Coworking-Lösungen rechtfertigt (Dringlichkeit)? Oder sind es «wieder einmal» die Exponenten einer Organisation, mit tatkräftiger Unterstützung von Beratern, die intern auf der Suche nach einem Problem oder einem Warum sind, um auf diesen «TrendZug» mitaufzusteigen? Wird ihr Unternehmens-Zug auch ohne Coworking Spaces den Zielbahnhof erreichen? Aus meiner Betrachtung heraus ist das die klassische Situation: «Suche Problem für meine favorisierte Lösung», um gegebenenfalls noch den fehlenden Business Case dazu erstellen zu können. Kann es sein, dass da ein Zug ohne Angaben über den Zielbahnhof unterwegs ist? Die Frage nach dem Warum liegt auf der Hand. Was sind primär Ziele, die man verfolgt, wenn man sich in Coworking-Gefilde begibt? Die ganze Thematik macht nur Sinn – zumindest in unserem Fokus –, wenn für den Kunden ein Mehrwert entsteht. Nur dann wird der Kunde zufrieden sein und unsere Dienstleistung oder unser Produkt (wieder) kaufen. Der Value Stream (Wertstrom) in seiner End-End-Betrachtung gibt hier den Takt vor, auf welchem Geleise zu fahren ist, um im Bild zu bleiben. Nur wenn wir aufzeigen können, dass wertschöpfende Tätigkeiten in einem Coworker Space schneller, besser oder kostengünstiger vollbracht werden können, soll man diesen Ansatz planen, durchführen, die Ergebnisse kontrollieren, die Umsetzung korrigieren, um eine verbesserte Durchführung zu gewährleisten. Ein klassisches Vorgehen hilft: Vision Ò Strategie – und dann zuerst die Prozesse definieren. Nach der Prozessdefinition erfolgt die Strukturdefinition; wie man das Ganze umsetzen soll. Zum Beispiel mittels der Digitalisierung, neuen Tools (Methoden) oder neuer Software. In diese Kategorie – und vor allem an diese Stelle und nicht vorher – gehört auch die Frage der räumlichen Umsetzung. Zusammen mit allen anderen zeitraubenden Fragen in dieser Strukturdefinitionsphase, die einen gefühlten Anteil von 70 Prozent unserer Arbeitszeit in Beschlag nehmen. Jedes KMU wird uns nur eine Frage stellen: Was bringt es uns? Wo haben wir den Mehrwert? Und erst, wenn ich diese Frage mit Zahlen und Fakten hinterlegt beantworten kann, werde ich seine nächste Frage beantworten dürfen: Was kostet es uns? Halten Sie sich bitte

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konsequent an Ihren Value Stream (Geleise), sollten Sie diese nicht kennen, wird es schwierig, eine fundierte Aussage darüber zu machen, was effektiv oder effizient ist. Soll es aber darum gehen, neue Strecken zu finden und über neue Zielbahnhöfe zu philosophieren, könnte Coworking (Bahnhofshalle – Begegnungsstätte) ein adäquates Unterstützungsmittel dafür sein. Es ist ganz klar eine Frage der Führungs- und Unternehmenskultur, ob solche Coworking Spaces eingesetzt werden sollen oder dürfen. Stellen Sie sich einmal eine alte Dampflok vor, an welcher ein moderner ICE-Wagen hängt. Welches Problem wollen Sie zuerst (Dringlichkeit) und warum (Wichtigkeit) lösen? Gehen Sie solche Fragestellungen zwingend methodisch und systematisch an, von mir aus auch in einem Coworking Space. Viel Glück – und nicht vergessen; verlassen Sie den Raum bitte so, wie Sie ihn gerne vorfinden würden.

J avie r Bai g e s Angestellter bei Pontine, eine Marke der Glenfis AG Badenerstrasse 623 CH-8048 Zürich Telefon +41 (0) 44 202 81 12 : : www.pontine.ch : :


Aus- & Weiterbildung

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TRAVEL & LIFESTYLE

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Bern-Inside

Der lange Weg zur Smart City Intelligente Stadt Bern

Die Digitalisierung unserer Arbeitswelten und die Smartifizierung der Lebensräume nimmt Fahrt auf. E-Government gehört ebenfalls dazu. Auch in Bern will man etwas mehr Dynamik reinbringen. von Joël Ch. Wüthrich

Die «Versmartung» wird auch vor Bern nicht haltmachen.

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ie Stadt Bern engagiert sich in vielen Bereichen stark für die Nachhaltigkeit: Sie setzt sich beispielsweise mit der Energie- und Klimastrategie 2025 sehr für ökologische Nachhaltigkeit ein, hat als «Fair Trade Town» ihr Bekenntnis zu sozialer Nachhaltigkeit erbracht und hat mit mehrfachen Aktivitäten im Bereich Open Source Software auch einen engen Bezug zu digitaler Nachhaltigkeit. Es sollen, so fordern diverse Fachleute und auch Parteien, in den Produktionsketten faire Arbeitsbedingungen herrschen, ökologische Standards eingehalten und Geräte mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Das ist ein Bestandteil einer «Smartifizierung» einer Stadt. Auch im Bereich der Digitalisierung soll es vorwärtsgehen, damit in Bern bald von einer Smart City die Rede ist. Die Digitalstrategie 2012 der Stadt Bern hat den Rahmen für übergeordnete Ziele für Digitalisierungsmassnahmen in der Stadt über die kommenden Jahre geschaffen.

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Dafür wurde die bestehende ICT-Strategie weiterentwickelt und in Schlüsselfragen aktualisiert. Ebenso gehören dazu neue strategische Stossrichtungen wie die Digitalisierung des Leistungsangebots der Stadt gegenüber Bevölkerung und Partnerinnen und Partnern oder die Bereitstellung von Daten als «open data». Die bisherigen Konzepte zu E-­ Government und der weitere Ausbau des digitalen Leistungsangebots sind ausserdem Bestandteil der Digitalstrategie. Der Plan beinhaltet auch, digitales Wissen allen Menschen zugänglich zu machen und die Etablierung von e-Government. Darunter versteht man den Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien, damit die Bevölkerung und die Wirtschaft wichtige Geschäfte mit den Behörden elektronisch und einfach abwickeln können. E-Government ist dadurch ein wichtiger Beitrag zur Modernisierung der Verwaltung und zur Effizienzsteigerung ihrer Geschäftsprozesse. Geschäfte können rund um die Uhr und ohne Behördengang abgewickelt werden.


Bern-Inside

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Neue Smart-City-Jobs entstehen In der Tat tut sich also einiges in Bern. Und man denkt nun auch laut darüber nach, eine spezielle Smart City-Fachstelle, zu bilden mit einer beziehungsweise einem SmartCity-Manager/in. In diesem Zusammenhang hat Matthias Stürmer (EVP), der als Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit an der Uni Bern der «Mister Digitalisierung» im Stadtparlament ist, viele Ideen lanciert. Zu diesen gehört eine «OpenSource-­Förderstrategie» für die Stadt. Seit seinem Eintritt in den Stadtrat 2017 hat sich auch Matthias Egli (GLP) des Themas vermehrt angenommen. Folgende Punkte zeigen, dass Bern bereits auf gutem Wege ist, eine Smart City zu werden: E-Tickets für den ÖV, eine Abfall-App, das Onlineportal Ki-Tax für familienergänzende Betreuung oder das städtische Veloverleihsystem. Mit Partnern wie EWB und Bernmobil sollen weitere Schritte umgesetzt werden. Und dafür ist die Smart-City-Stelle bei der Stadtkanzlei vorgesehen. Diese ganzen Auswirkungen haben so oder so grossen Einfluss auf das Personalmanagement. Für die Umsetzung braucht es geeignete Leute, und diese müssen auch gefunden und rekrutiert werden. Das stellt eine der grossen Herausforderungen für HR und Personalentwicklung dar. Um die neuen Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt – sowohl im HR wie auch in den Führungsetagen – zu schulen und auf die Herausforderungen vorzubereiten, werden gezielt spezielle Seminare im Bereich Leadership/Führung und Digital HR angeboten (Tipp: www.praxisseminare.ch). Diese Angebote haben bei der Personal Swiss eine sehr hohe Aufmerksamkeit generiert, weil hier noch ein grosser Info- und Nachholbedarf besteht. So wird in naher Zukunft auch im Jobmarkt die Smartifizierung Einzug erhalten. «Jede Stadt wird früher oder später einen Chief Digital Officer haben beziehungsweise haben müssen», bestätigt Mike Vogt. Er ist der Initiant und Managing-Direktor der jährlichen Fachmesse SmartSuisse in Basel und ein profunder Kenner und Fachmann im Bereich Smart City und digitale Transformation. Die Daten seien nämlich das Gold der Zukunft, auch in einer Stadt. Bei der Smartifizierung geht es am Schluss einzig und allein um Daten und wie diese in eine höhere Lebensqualität umgemünzt werden können. «Je früher die Städte sich mit dieser komplexen Thematik befassen und Know-how aufbauen, desto besser. Wer sich diesem Trend verschliesst, wird einen hohen Preis dafür zahlen müssen», fügt Vogt hinzu.

Ohne Smartifizierung zum Problemfall Die SmartSuisse war auch 2018 wie schon 2017 komplett ausgebucht mit dem Besuch von über 400 Entscheidern aus über 90 Städten. Dies zeige, so Mike Vogt, dass ein echtes Bedürfnis im Markt angesprochen wird. In praktisch jedem Referat wurde auf die Wichtigkeit hingewiesen, die Silos aufzubrechen und strategische Projekte branchen- und ämterübergreifend anzugehen. Mike Vogt: «Die Städte St. Gallen und Winterthur sind bezüglich der sogenannten Smartifizierung führend. So hat St. Gallen an der SmartSuisse sein Smartnet vorgestellt, ein LoRa Funknetzwerk, das bereits stadtübergreifend im Einsatz ist und nur darauf wartet, mit Dienstleistungen und Applikationen von Drittfirmen genutzt zu werden. Auch die Stadt Genf ist in einer guten Ausgangslage, denn die Smart-City-Projekte werden vom OPI , dem Office de Promotion des Industries et des Technologies, stark gefördert und ein Smart-City-­ Manager koordiniert alle Aktivitäten. Zürich, Basel und Bern sind gut dabei, haben aber noch etwas Nachholbedarf.» Es müssten jedoch in den Städten beziehungsweise in urbanen Regionen alle am gleichen Strick ziehen. In vielen Städten wird eine Stadtentwicklung, eine Standortförderung und eine Tourismus-Organisation betrieben. Es mache aber, so Vogt, keinen Sinn und ist für die >

Wann werden auch intelligente, eigenständig funktionierende Roboter in der Smart City der Zukunft Routinearbeiten durchführen?

Die Kritik an Smart City Nicht alles ist von Vorteil, wenn so viele Daten zur Optimierung des Energiehaushaltes einer Stadt gesammelt werden. Auch das Thema der Datenhoheit ist ein schwieriges. So werden zum Beispiel in der Vorzeige-Smart-City im südkoreanischen Songdo von jeder einzelnen Person alle verfügbaren Daten zur Energiehaushalt-Optimierung gesammelt, was natürlich auch den Einblick in die Privatsphäre und ein sogenanntes «Tracking» beinhaltet. In dieser Smart City wird man auf Schritt und Tritt analysiert und die Gewohnheiten werden ausgewertet. In der Stadt, die «mitdenkt», gibt es zwar viele Grünflächen, aber der autozentrierte Städtebau und die extreme Smartifizierung würden dazu führen, dass dennoch fast kein Leben auf den Strassen stattfinden würde.

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Bern-Inside

Vermarktung einer Stadt alles andere als effizient. Eine einheitliche Organisation könne das Image und die Bekanntheit einer Stadt viel besser fördern. Eine wesentliche Konklusion an der SmartSuisse 2017 und auch 2018 war folglich unter anderem, dass es einen «Digital Layer» als Drehscheibe braucht, um die enorm vielen Daten einer Smart City professionell bewirtschaften zu können. Mike Vogt: «Smartes Strassenlicht und Smart Parking sind ideale Start-Projekte. Ein Beispiel: Wir haben heute in der Schweiz zehn Prozent LED-Anteil am Strassenlicht. Es ist eine grosse Chance für die Stadtwerke, bei der weiteren Förderung und Durchsetzung von LED zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen; nämlich neben der Umrüstung auf LED eine gleichzeitige ‹Versmartung› des Strassenlichts vorzunehmen und ebenso einen Digital Layer einzuführen. Dieser Digital Layer kann danach für viele weitere Applikationen genutzt werden wie für die Messung und Übermittlung von Lärmschutzdaten.» Auch Smart Parking bietet den Städten die Möglichkeit, die öffentlichen Parkf lächen viel effizienter zu bewirtschaften. Es gibt ja schon konkrete Lösungen, wie dies in die Realität umgesetzt werden kann.

Verhältnis Stadtverwaltung/Bürger ändern Das Verhältnis Stadtverwaltung / Bürger war bisher eher eine Einbahnstrasse. Ausser sich an Abstimmungen zu beteiligen, mussten sich die Bürger nicht um viel kümmern. Aber in dieser Einbahnstrasse gehe viel ungenutztes Potenzial verloren, betont Vogt. «Nehmen wir eine Stadt mit 10'000 Einwohnern als Beispiel. Das scheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein. Aber wenn wir die Sichtweise ändern und uns diese Stadt als Firma mit 10'000 Mitarbeitern vorstellen, dann ergibt sich ein gigantisches Potenzial an Wissen und Erfahrungen!» Darum sind die Einbindung und das Engagement der Bürger in Zukunft so wichtig. Mike Vogt empfiehlt, sich mit seiner Stadt intensiv auseinanderzusetzen und seine Wünsche und Nöte der Stadtverwaltung mitzuteilen. Bei den regionalen Energieversorgern könne man Energieberatungsgespräche beantragen und beispielsweise einen Vergleich verlangen, wie die Wohnung oder das Haus energetisch abschneidet und welche Massnahmen man ergreifen kann, um Energie und Geld zu sparen. Die Smart City beginnt zu Hause und entwickelt sich über die Quartiere im gesamten Stadtgebiet. : : www.smartsuisse.com : :

In der Administration, in den Behörden, aber auch in verschiedenen Berufszweigen bereitet man sich mit strategischer Digitalisierung auf die intelligente Stadt der Zukunft vor.

So sieht die neue Berufswelt aus: Digitale Transformation in vielen Arbeitsabläufen.

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Smart City-Experte Mike Vogt


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smart EQ fortwo, smart EQ fortwo cabrio, smart EQ forfour: 82 PS (60 kW), 14,1 kWh/100 km (Benzinäquivalent: 1,6 l/100 km), 0 g CO 2/km (Durchschnitt aller verkauften Neuwagen: 133 g CO2/km), CO2-Emissionen aus Treibstoff- und/oder Strombereitstellung: 20 g/km, Energieeffizienz-Kategorie: A. Inkl. smart swissintegral (3 Jahre Garantie bis 80 000 km und 10 Jahre Gratis-Service bis 80 000 km – es gilt das zuerst Erreichte). Abgebildetes Modell: smart EQ forfour edition nightsky, voraussichtlich bestellbar ab Q3 2018. * Mit 22 kW Ladeleistung.


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Bern-Inside

Der ehemalige Berner Stadtpräsident und Nationalrat Alexander Tschäppät verstarb mit 66 Jahren.

YB-Besitzer Andy Rihs war Schweizer Unternehmer und angesehener Sportförderer.

Charisma kann man nicht kaufen «Dr Tschäppu» und der «Patron»

Mit Alexander Tschäppät und Andy Rihs sind innerhalb zweier Wochen im April 2018 zwei Persönlichkeiten gestorben, welche die Grossregion Bern nachhaltig geprägt haben. Eine Würdigung zweier Menschen, die mit Charisma und Individualität punkten konnten. von Joël Ch. Wüthrich

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harisma kann man nicht kaufen und sich auch nicht einfach aneignen. Entweder man hat es, oder nicht. Natürlich polarisieren charismatische Menschen dann und wann. So war es auch bei Alexander Tschäppät und Andy Rihs.

Schlagfertiger «Jovialdemokrat»? Der ehemalige Berner Stadtpräsident und Nationalrat Alexander Tschäppät ist tot. Der 66-jährige Sozialdemokrat – wohl einer der beliebtesten Stadtpräsidenten aller Zeiten in Bern – erlag einem Krebsleiden. Mit ihm verliert die Bundesstadt einen volksnahen, charismatischen Politiker. Besonders bemerkenswert bei Tschäppät war, dass selbst seine politischen Gegnerinnen und Gegner und viele, die in einigen Fragen nicht auf seiner Wellenlänge waren, ihn irgendwie doch mochten. Natürlich regten sich auch viele über ihn auf. Alexander Tschäppät war «ein Typ». Einer der polarisieren konnte, wollte und dies manchmal auch vielleicht nur unbewusst tat. Eine in Amtsstuben vor sich hinarbeitende graue Politmaus war er auf jeden Fall nicht. Und das war gut so.

Geschäftsführer sommer : : 2018

Ursula Marti, Präsidentin SP Kanton Bern: «Alexander Tschäppät politisierte mit grossem Geschick, Herzblut und Liebe zu den Menschen und ‹seiner› Stadt Bern. Er kannte die Sorgen und Anliegen der Menschen und trat für sie ein. Er wusste auch um die Wichtigkeit einer starken Wirtschaft und engagierte sich persönlich für die Ansiedlung und Förderung von Unternehmen. Unvergesslich bleiben seine fulminanten Reden, mit denen er das Publikum begeisterte und oft neue Wege aufzeigte, um die Zukunft von Bern aktiv zu gestalten.» Im bürgerlichen Lager galt er zuweilen als «Laisser-faire-Politiker». Wenn «dr Tschäppu» zuweilen mit einem Unterton als «geselliger Stadtvater» oder «Jovialdemokrat» bezeichnet wurde, hatte dies den Sozialdemokraten nicht sonderlich gestört. Nein, er hat es sogar als Kompliment aufgefasst. Denn seine Fans mochten ihn für seine Schlagfertigkeit, seinen Humor, aber auch für sein politisches Gespür. Alexander Tschäppät konnte nämlich nicht nur mit seiner gewinnenden Art punkten, sondern auch mit hartem politischen Einsatz. Jeder, der über die Kluft zwischen Volk und Elite spreche, solle «einen Tag mit Alex verbringen», sagte man in Bern. Und: Tschäppät brauche keine Umfragen. Um Stimmungen und Strömungen zu spüren,


Bern-Inside «nahm er einfach den Bus». Bern konnte – auch dank Tschäppät – mit Lebensqualität punkten und die Einwohnerzahl stieg. Aus hochroten Budgets wurden sogar schwarze Zahlen. Dennoch: Es gab auch Niederlagen in seinem politischen Wirken. Bei einigen «ewigen Aufregerthemen» konnte Tschäppät nichts bewirken: die Steuern, fehlender neuer Wohnraum und bei den Debatten rund um das autonome Berner Kulturzentrum Reitschule. Tatsache ist jedoch: «‹Dr Tschäppu› war populär, aber nie ein Populist», wie Bundesrätin Simonetta Somaruga treffend feststellt.

Der «Patron» Auch Andy Rihs hinterlässt in Bern ein gewisses Vakuum. «Wo er war, kam der Erfolg», sagte man über ihn. Er war zusammen mit seinem Bruder Besitzer der Young Boys Bern (YB) und wurde in der gesamten Schweiz und im Speziellen in der Region Bern respektiert, auch wenn er kein wasch­ echter Berner war. Aber als Sportförderer war er wohl zusammen mit Adolf Ogi einer der meist Respektierten und Angesehensten. Sein Auftreten passte zur Aussenwahrnehmung: Der gutmütige Patron wirkte immerzu souverän, auch in den sportlich schwierigen Zeiten bei den Berner Young Boys und im Velosport. Selbst dann, wenn ihm mal kein so stilsicherer Auftritt gelang wie bei der memorablen Pressekonferenz zur «Lage der Nation» (2016) nach den Abgängen von Fredy Bickel und Urs Siegenthaler, als es dem Hauptstadt-Club sportlich nicht gut lief. Da wurde er wegen seines zu emotionalen Auftretens (in gelb-schwarzen Ringelsocken) etwas kritisiert. Legendär war seine Konsequenz, als er im Radrennsport sein «Phonak-Team» auf löste, nachdem ihm kurz

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zuvor Floyd Landis 2006 den Sieg bei der Tour de France schenkte, aber ebendieser des Dopings überführt wurde. Natürlich war er gezeichnet vor Enttäuschung, aber Andy Rihs zeigte keine Verbitterung. Seine Reaktion: 2017 hat er zusammen mit Stadtpräsident Alexander Tschäppät die Tour de France nach Bern geholt. Andy Rihs wurde 75 Jahre alt. Blieb aber bis zuletzt «jung» und war ein «Vollblut-Investor». Ihn jedoch nur auf seine grossartige Sportförderung zu reduzieren, würde seinen Leistungen, seinem beruflichen Gesamtwerk, nicht gerecht. Er antwortete einst auf die Frage nach seiner Philosophie, dass er «viel lieber Wein produziere als Red Bull». Besonders seine Visionen im Bereich der Hörgeräte-­Industrie haben ihn zu einer Unternehmer-Legende gemacht. Rihs hatte 1966 zusammen mit einem befreundeten Techniker die konkursite Hörgeräte-Firma seines Vaters übernommen. Etwas später stiess Bruder Hansueli dazu. Die drei verwandelten Phonak in den nächsten Jahrzehnten zu einer der grössten Hörgerätefirmen der Welt. Andy Rihs führte das Unternehmen lange Zeit als oberster Firmenchef und zugleich als Verwaltungsratspräsident. Seit 2007 befinden sich Phonak und andere Kernmarken unter dem Dach der börsendotierten Sonova Holding AG, die mehr als zwei Milliarden Franken Umsatz pro Jahr macht. Rihs hielt zuletzt 3,18 Prozent der Aktien von Sonova. Andy Rihs war ein «Patron der alten Schule». Seine Investitionen für Entwicklung und Promotion schrieb er ab und wälzte sie nicht auf die Produkte ab. Das machte aus ihm einen bevorzugten Businesspartner. : : www.rundschaumedien.ch/GF/be : :

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Bern-Inside

Solarstrom war 2017 die Energieerzeugungstechnologie, die weltweit am meisten zugelegt hat.

Nationale Photovoltaik-Tagung von Swissolar in Bern

Auf dem Weg zur richtigen stromquelle Knapp ein Jahr nach dem Ja zum Energiegesetz und somit zum Bekenntnis zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 wurden an der 16. Nationalen Photovoltaik-Tagung von Swissolar interessante Trends und Fakten analysiert. von Joël Ch. Wüthrich

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ie ist die Marktentwicklung und wie stehen die Marktchancen für Solartechnik in der Schweiz? Wie funktionieren Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch und wie können Solaranlagen noch besser in die Gebäudehülle integriert werden? Sind die Synergien zwischen Verteilnetzen, Photovoltaik, Batterien und Elektromobilität zu optimieren und was läuft in der Photovoltaik-Forschung? Da standen am 19. und 20. April in Bern an der 16. Nationalen Photovoltaik-Tagung von Swissolar einige nahrhafte Themen auf der Platte.

Situation in der Schweiz Gemessen an der installierten Leistung, war Photovoltaik (PV), beziehungsweise Solarstrom, die Energieerzeugungstechnologie, die 2017 weltweit am meisten zugelegt hat. Allein die letztes Jahr neu installierte Leistung von rund 100 Gigawatt, das sind 33 Prozent mehr als im Vorjahr, könnte mehr als das Doppelte des jährlichen Schweizer Stromverbrauchs decken. Für 2018 wird mit einem weiteren globalen Marktwachstum von 20 bis 50 Prozent gerechnet. So weit der Trend im weltweiten Markt. Etwas anders sieht die Sachlage in der Schweiz aus. Swissolar gehe da von einem stagnierenden Photovoltaikmarkt aus. Die neu installierte Leistung dürfte bei 240 Megawatt liegen, was etwa 1,5 Millionen Quadratmetern und

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circa 220 Fussballfeldern entspricht. Damit würde der Anteil des Solarstroms am Schweizer Stromverbrauch nur um ein halbes Prozent auf rund drei Prozent steigen. Immerhin wäre Solarstrom nach der Wasserkraft die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle.

Aufschwung dank besserer Rahmenbedingungen Aber es sind einige Änderungen für 2018 zu erwarten: Die im Rahmen der Energiestrategie 2050 angepassten Gesetze und Verordnungen könnten bald richtig greifen, da nunmehr günstigere Rahmenbedingungen für den Bau grosser Photovoltaikanlagen herrschen. «Allerdings nur dann, wenn ein wesentlicher Teil des Stroms zeitgleich an Ort und Stelle im Eigenverbrauch genutzt wird und wenn Investoren mit den langen Wartefristen für die Auszahlung der Einmalvergütung umgehen können», heisst es von Swissolar.

Ohne Anreize, keine Motivation Bei der Nutzung der Solarwärme (Solarthermie) rechnet Swissolar laut letzten eigenen Statistiken mit einem stabilen Markt. «Für den weiteren Ausbau der Solarwärme ist nun die rasche Umsetzung der neuen koordinierten Energiegesetze in den Kantonen (MuKEn 2014) sehr wichtig. Dieses Regelwerk schafft unter anderem Anreize, bei Heizungssanierungen Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung einzusetzen.


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Solarwärme kann wesentlich dazu beitragen, den hohen Anteil des Schweizer Gebäudeparks an den Treibhausgasemissionen bis zu 40 Prozent zu reduzieren», lässt sich David Stickelberger, Geschäftsleiter Swissolar und Leiter Kommunikation, zitieren.

Swissolar. Nationalrat Roger Nordmann, Präsident von Swissolar, ergänzte: «Nur so kann die Schweiz ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klima­ protokoll umsetzen. Der Ersatz von Benzin und Heizöl führt zu einem steigenden Strombedarf, den erneuerbare Quellen decken müssen.»

Die globale Entwicklung der Photovoltaik ist und bleibt in der Tat spektakulär: In einem Vortrag der beiden Schweizer Träger des renommierten Becquerel-Preises für aussergewöhnliche Leistungen im Bereich der Photovoltaik, Christophe Ballif und Stefan Nowak, heisst es, dass Solarstrom auf dem Weg zur wichtigsten Stromquelle weltweit sein dürfte. In der Schweiz waren indes Solarprojekte jahrelang wegen ungenügender Rahmenbedingungen blockiert. Jetzt aber können die Projekte wieder mit einer Förderung rechnen, müssen jedoch, wie schon erwähnt, einen relevanten Anteil ihrer Produktion selbst verbrauchen, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen.

Solarenergie als Teil der Gebäudehülle

Komplexe Projekte Die «Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch» über Grundstücksgrenzen hinweg, die jetzt möglich sind, wurden an der 16. Photovoltaik-­ Tagung von Swissolar in Bern als neue Chance gefeiert. Eine Podiumsdiskussion mit Vertretern des Hauseigentümerverbands Schweiz, des schweizerischen Mieterverbands, des Verbands schweizerischer Elektrizitätsunternehmen sowie der Solarwirtschaft habe das gemeinsame Interesse, diese innovative Lösung voranzubringen, zementiert. «Solche Projekte verlangen aber ein erhöhtes Verständnis für die Integration der Solarenergie in die Gebäudetechnik, was mit dem Projekt Solarbildung Schweiz 2020 von Swissolar gewährleistet werden soll», heisst es von

Netzwerk der Solarbranche Die jährlich durchgeführte Veranstaltung organisiert Swissolar gemeinsam mit dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) und dem Bundesamt für Energie (BFE). Die rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus der Solarbranche, der Elektrizitätswirtschaft, der Forschung, der Architektur und der Politik. Die Veranstaltung wird von einer wissenschaftlichen Posterausstellung sowie einer Produkteausstellung begleitet.

Ein weiteres interessantes Hauptthema 2018: die Solarenergie als Teil der Gebäudehülle. Studien zeigen, dass sich auf den Dächern und Fassaden der Schweiz rund die Hälfte des Strombedarfs mit Solarmodulen erzeugen liesse. Erörtert wurde das Beispiel der Stadt Carouge, wo man Denkmalschutz und Solarenergienutzung kombiniert. Die Integration der Photovoltaik ins Energiesystem der Zukunft ist ebenfalls ein entscheidender Aspekt. Der steigende Anteil von Solarstrom im Stromnetz muss bewirtschaftet werden. Wie an der Tagung besprochen, könnte dies durch Nutzung von Elektromobilität und Batteriespeichern unterstützt werden.

Typisch Schweiz: Innovative Forschung Nach wie vor ist Innovation einer der grossen Treiber im Bereich Photovoltaik. Die Schweizer Forschung und Industrie ist weiterhin in diesem Bereich Weltspitze und sehr innovativ. Eine wichtige Rolle nehmen dabei die Fachhochschulen ein. Aktuell fördert das Bundesamt für Energie (BFE) folgende Forschungsschwerpunkte mit Aktivitäten: Effizienzsteigerung der einzelnen Komponenten, industrielle Umsetzung neuer Produkte und Herstellungsverfahren, Qualitätssicherung, Erhöhung der Anlagen-Zuverlässigkeit. Man forscht – wie an der Photovoltaik-Tagung in Bern eingehend behandelt – auch nach neuen Lösungen für die Integration der Photovoltaik sowohl in Gebäuden wie auch im elektrischen Netz. Im Bereich der Nachhaltigkeit möchte man eine Verminderung von Energie- und Materialeinsatz bei der Produktion oder der Rezyklierung erzeugen. Bei der Weiterentwicklung und industriellen Umsetzung verschiedener Solarzellentechnologien sucht man nach Konzepten für sehr hohe Wirkungsgrade. Ausserdem steht die Entwicklung neuartiger Modultechnologien für eine verbesserte Integration von Solaranlagen in Dächer und Fassaden ganz oben auf der Prioritätenliste sowie die Integration von Photovoltaikanlagen ins elektrische Netz, beispielsweise durch Modellierung und Vorhersagen, Entwicklung multifunktionaler Komponenten und Zusammenspiel mit dezentralen Speichern. : : www.swissolar.ch : :

Swissolar geht für 2018 von einem stagnierenden Photovoltaikmarkt aus.

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Bauen & Wohnen

Dank der Wahl der Materialien und der Farben sowie der klaren Linien fügt sich dieser Neubau ideal in das Dorfbild und die Landschaft von Tamins ein.

Ästhetik und Leistung pur Wegweisende Beispiele des Schweizer Solarpreises

Früher verlegte man Solarpanels einfach und optisch ziemlich lieblos über die Dächer. Das sah und sieht nicht wirklich gut aus. Heute gibt es ästhetisch sehr viel ansprechendere Lösungen. Es geht zum Beispiel nicht mehr nur um die Farbe Blau. Auch in Fassaden integrierte Lösungen machen auf sich aufmerksam. So können unterschiedlichste Bauten passend bedient werden. Im Rahmen der folgenden Beispiele geht es um Ein- und Mehrfamilienhäuser und ein Fussballstadion. Aber auch auf Altbauten ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Der folgende Beitrag stellt die Preisträger des letzten Solarpreises vor. von Georg Lutz

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Bauen & Wohnen

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Um die Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden, wurden spezielle Paneele mit satiniertem Glas verwendet.

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iele potenziell interessierte Solarfreunde spielen mit dem Gedanken, sich eine Solarstromanlage anzuschaffen. Sie haben über die Energie­erzeugung hinaus auch einen ästhetischen Anspruch. Die Kombination von beiden Aspekten ist heute ohne Konflikte möglich.

Energie – nicht nur für den Fussball

Der energetisch optimale Dreiklang

Seit Frühjahr 2017 ist die integrierte PV-­A nlage der Fussballarena im Schaff hauser Herblingertal in Betrieb. Die in den LIPO Park Schaffhausen integrierte 1.4 MW starke Fotovoltaikanlage ist in der Schweiz und europaweit die grösste Plus­E nergie­B au-Anlage eines Fussballstadions. Sie erzeugt jährlich 1’290’000 kWh und deckt so 150 Prozent des Gesamtenergiebedarfs von 860’500 kWh / a des Stadions inklusive Einkaufs- und Gewerbezentrum mit einer Energiebezugsf läche von 13’157 Quadratmetern. Die multifunktionale PV-Anlage besticht im Innern durch eine elegante transluzide PV-Fläche. So sorgt sie für Tageslicht und Schutz der Fussballfreunde vor der Witterung. Mit >

Solarlösungen im Alpenraum der Schweiz repräsentieren oft wegweisende Lösungen. So ist es auch in unserem ersten Fallbeispiel. Die Betreiber des Berggasthauses Gamplüt in Wildhaus SG setzen verschiedene Technologien zur Energieerzeugung ein. Auf den Dächern, den Balkonen sowie an der Westfassade erzeugen Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt 42 kWp jährlich rund 41’400 kWh, welche in das Netz eingespeist werden. Ergänzt wird die solare Energieversorgung durch eine 80 kW starke Windanlage. Diese liefert jährlich etwa 40’000 kWh / a Strom – auch abends und wenn die Sonne nicht scheint. Eine 27 Quadratmeter grosse solarthermische Anlage in Kombination mit einem 7 000-Liter-Speicher deckt einen Grossteil des Wärmebedarfs für Warmwasser und Heizung. Eine Wärmepumpe und eine Stückholzheizung (Cheminée-Ofen) decken den Restenergie­bedarf an Wärme, sodass keine fossilen Energien benötigt werden.

Inzwischen befinden sich auf vielen Fussballstadien Solarlösungen. Es steht dort einfach viel Fläche zur Verfügung. Das folgende Beispiel agiert aber auf einer höheren qualitativen Ebene und hat so auch Vorbildfunktion.

Überschuss für andere Zwecke Dieses Einfamilienhaus (EFH) in Tamins GR besticht durch eine perfekt integrierte, gegen Süden gerichtete PV-Anlage. Die geschuppten Dachflächen mit mono­k ristallinen Solarzellen sind farblich homogen gestaltet und vorbildlich first-, seiten- und traufbündig integriert. Dadurch fügt sich das PlusEnergie-EFH ideal in das bestehende Ortsbild von Tamins ein. Die 17 kW starke PV-Anlage erzeugt jährlich 22’800 kWh / a und deckt den Gesamt­energiebedarf des PlusEnergie-EFH zu 144 Prozent. Das Gebäude weist einen Solar­stromüberschuss von 6’920 kWh / a auf. Damit können fünf Elektroautos jährlich 12’000 Kilometer CO2-frei fahren.

Mit dem Solarstromüberschuss aus einem Fussballstadion können 300 Elektroautos jährlich 12’000 Kilometer CO2-frei fahren.

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dem Solarstromüberschuss von 429’500 kWh / a können über 300 Elektrofahrzeuge je 12’000 Kilometer CO2-frei fahren. Das hat auch die Verantwortlichen in Europa überzeugt. Am 18. November 2017 wurden in Wien die Europäischen Solarpreise für herausragende europäische Leistungen und vorbildliches Engagement im Bereich erneuerbare Energien vergeben. Trotz über 70 starken Konkurrenzprojekten aus verschiedenen EU-­ Ländern zählte auch letztes Jahr wieder ein Schweizer Vorzeige­objekt zu den Gewinnern: Das innovative PlusEnergie-Fussballstadion Schaffhausen wurde mit dem Europäischen Solarpreis 2017 ausgezeichnet.

Hoch hinaus Der 21-stöckige Grosspeter Tower in Basel BS verfügt über eine 440 kW starke PV-Anlage, die alle Fassadenseiten solar nutzt. Die gut integrierten Fassadenanlagen und die 100 kW starke Flachdachanlage weisen zusammen eine Leistung von 540 kW auf. Sie erzeugen jährlich insgesamt rund 252’000 kWh. Bei einem Gesamtenergiebedarf von 903’500 kWh / a resultiert eine Eigenenergieversorgung von 28 Prozent. Der Wärmebedarf des Gebäudes wird über solarbetriebene Erdwärmesonden gedeckt. Der Sockel des Gebäudes wird als Hotel, der Turm für Büroräumlichkeiten genutzt.

Produzieren und vermeiden von Energie Das Mehrfamilienhaus Ebneter in Appenzell AI wurde im Frühjahr 2017 fertiggestellt. Das Minergie-P-Vierfamilienhaus konsumiert 24’300 kWh / a. Für Heizung und Warmwasser sorgt eine solarbetriebene Wärmepumpe. Das Gebäude ist rundum mit dach- und fassadenintegrierten PV-Paneelen ausgestattet. Die 294 Quadratmeter grosse PV-Anlage erzeugt mit 30’200 kWh / a gut 124 Prozent des Gesamt­ energiebedarfs. Mit dem Beschluss der Bauherrschaft, auf eine Minergie-­ P-Dämmung zu setzen, traf sie einen wichtigen nachhaltigen Bauentscheid: Sie reduziert von Anfang an die im Schweizer Gebäudepark üblichen 80 Prozent Energieverlust. Mit dem Solarstromüberschuss von 5 920 kWh  / a können zusätzlich vier Elektroautos jährlich 12’000 Kilometer CO2-frei fahren. : : www.solaragentur.ch : : Der Grosspeter Tower nutzt die gesamte Fassade zur Gewinnung von Solarenergie.

Das Berggasthaus Gamplüt nutzt lokale und erneuerbare Energieträger aus Holz, Sonne und Wind.

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Kolumne

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Eine radikale Änderung mit vielen Fragezeichen von Claudio De Boni

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n der Debatte um die Energiestrategie diskutierten die Spezialisten angeregt darüber, Schlagzeilen machte das Thema während des Abstimmungskampfes dennoch nicht: In der Neuerung, Solarstrom über mehrere Gebäude und Parzellen hinweg gemeinsam nutzen zu können, sahen Profis enormes Potenzial, für Laien war die Sache zu komplex. Nun, ein Jahr nach der Abstimmung, sickert die neue Möglichkeit des Solarstrom-Sharings langsam ins Bewusstsein von Bauherrschaften, erste Projekte stehen in der Pipeline. Doch auch die Fragen stauen sich, das zeigte sich an der Swissolar-Photovoltaiktagung Mitte April 2018 in Bern.

und politisch günstige Rahmen­bedingungen würden sich Photovoltaikanlagen auch heute noch nicht von selbst bauen. Dass der Wille bei allen Beteiligten da ist, die noch offenen Fragen im Sinne der Solarenergie zu lösen, zeigte schliesslich das mit hochrangigen Vertretern von BFE, Hauseigentümerverband, Mieterverband und VSE besetzte Abschlusspodium: Man ist sich einig, dass für das Erreichen der CO2-Ziele der Photovoltaikausbau massiv zulegen muss und konstruktive Zusammenarbeit unerlässlich ist. Trotz allen Fragezeichen kann man also sagen, wir sind auf einem radikal neuen Pfad mit Hürden, die zu meistern sind, und Chancen, die optimistisch stimmen.

Ganz zu Beginn stellte BFE-Direktor Benoît Revaz vor 600 versammelten Solarprofis die entscheidende Frage nach der Zukunft des Strommarktes – und gab die Antwort gleich selbst: «Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch werden so oder so eine wichtige Rolle spielen.» In dieselbe Kerbe haute ein erfahrener Praktiker. Adrian Kottmanns Firma BE Netz hat schon über 1 800 Solaranlagen realisiert. Auch für ihn ist glasklar: «Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch wird zu einem Erfolgsmodell für Photovoltaikanlagen.» So weit, so sonnig die Prognosen. In den Mittagsgesprächen war von dieser entschiedenen Euphorie weniger zu spüren. Die einen gaben zu bedenken, dass allein die Aussicht auf zwei Prozent Rendite kaum genügend Kapital für die Energiewende mobilisiere – sowohl beim Zins für die Investitionen als auch für die Verrechnung des Strompreises gelten gesetzliche Obergrenzen. Für andere wiederum waren zu viele rechtliche Fragen ungeklärt: Dürfen zum Beispiel öffentliche Strassen­beleuchtungen in einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch integriert und so noch grössere Gemeinschaften gebildet werden? Für die ElCom (Eidgenössische Elektrizitätskommission) ist die Frage ungeklärt, das BFE bejaht die Frage. Umso gespannter war man auf die Nachmittags-Beiträge. Daniel Sägesser vom Schweizer Solarhersteller Megasol rechnete direkt aus den Büchern der eigenen Solarfarm in Deitingen vor: Der Selbstversorgungsgrad beträgt 47 Prozent, die Kostenein­s parung beim Strom 40 Prozent. Sein klares Fazit: Grosse Eigenverbrauchsanlagen sind rentabel und energiewirtschaftlich sinnvoll. Doch auch hier folgte das Aber sogleich: Der viel zu langsame Abbau der Einmalvergütungs-Warteliste sei ein Showstopper. Das BFE müsse handeln. Grossanlagen, die neu für die Einmalvergütung angemeldet werden, müssen voraussichtlich sechs Jahre oder mehr auf die Auszahlung warten. Ohne Anstossfinanzierung

c l a u d io d e b o n i Mitarbeiter Kommunikation bei Swissolar Neugasse 6 CH-8005 Zürich Telefon +41 (0) 44 250 88 33 : : www.swissolar.ch : :

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© www.solarhaus-reichenburg.ch / Sanjo Management AG

Die Solarhäuser in Reichenburg versorgen sich selbst mit Solarstrom, der an den Fassaden, auf den Dächern und an einer Schallschutzwand produziert wird.

Die Potenziale von Solarstrom

Gemeinsam produzieren und nutzen Auch wer keine eigene Solaranlage besitzt, hat nun die Möglichkeit, lokal produzierten Sonnenstrom zu beziehen. Denn seit Anfang Jahr können sich benachbarte Liegenschaften zusammenschliessen, um Solarstrom gemeinsam zu nutzen. Dabei profitiert nicht nur der Anlagenbetreiber, sondern auch die angeschlossenen Nachbarparteien. von David Stickelberger

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er Solarstrom vom eigenen Hausdach ist heute günstiger als jener, der vom Energieversorger geliefert wird. Und je mehr Haushalte sich die Ernte teilen, desto profitabler ist der Solarstrom. In einem Mehrfamilienhaus gibt es nicht nur die Berufstätigen, die vor allem am Morgen und Abend Strom brauchen, sondern auch das Rentnerpaar, das tagsüber zu Hause ist, den Vater, der seinen Kindern das Mittagessen kocht, oder Gewerbetreibende, die

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tagsüber arbeiten. So wird möglichst viel Solarstrom zeitgleich mit der Produktion gebraucht und muss nicht ans öffentliche Netz abgegeben werden.

Über Grundstück­­grenzen hinweg Das Stichwort dazu heisst «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch» (ZEV): Seit Anfang Jahr dürfen sich nicht nur Wohnungen im selben Haus, sondern auch mehrere aneinandergrenzende Parzellen zusam-


Bauen & Wohnen menschliessen, um Sonnenstrom vom eigenen Hausdach zu nutzen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Beteiligten Eigentümer oder Mieter sind. Im Fall von Mietwohnungen legt die neue Energieverordnung fest, dass der intern verkaufte Strom nicht teurer sein darf als jener, der extern bezogen wird. Wenn der Stromverbrauch des Zusammenschlusses die Grenze von 100 Megawattstunden pro Jahr übersteigt, kann dieser im freien Strommarkt einkaufen, wo er will, und profitiert von den günstigsten Preisen. Bereits ab etwa 25 Wohnungen inklusive Allgemein­ strom wird diese Grenze überschritten.

Auch Mieter profitieren

Rentable Investition Ein fiktives Beispiel veranschaulicht, wie sich der Betrieb eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch rechnet: Drei neue Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 15 Wohnungen im Stockwerkeigentum sind mit einer Fotovoltaikanlage von 35 Kilowatt Leistung (circa 230 Quadratmeter) ausgestattet, die rund 60’000 Franken kostet. Davon abzuziehen ist der Förderbeitrag des Bundes in Form einer Einmalvergütung von 14’900 Franken. Die Anlage liefert jährlich etwa 33’000 Kilowattstunden Solarstrom. Die Häuser werden mit einer Wärmepumpe beheizt, die so gesteuert ist, dass sie möglichst dann läuft, wenn die Sonne scheint und die Solaranlage Strom liefert. Die Parkgarage ist mit vier Elektro-Ladestationen ausgestattet. So können im Jahresmittel etwa 60 Prozent des Solarstroms zum Zeitpunkt der Produktion verwendet werden und die Stockwerkeigentümer beziehen etwa 20’000 Kilo­wattstunden weniger Strom vom Netz, der 20 Rappen kosten würde. Stattdessen bezahlen sie für den Solarstrom vom eigenen Dach nur 13 Rappen pro Kilowattstunde, dazu kommen noch die Kosten für Messung und Abrechnung von circa 120 Franken pro Wohnung und Jahr. Der überschüssige Solarstrom wird ans öffentliche Netz abgegeben und vom örtlichen Netzbetreiber mit sieben Rappen pro Kilo­ wattstunde entschädigt. Die Solaranlage liefert 25 Jahre lang günstigen Strom und zwei Prozent Zins für das investierte Kapital. Fazit: Eine äusserst interessante Investition und zugleich ein sinnvoller Beitrag an eine sichere, saubere und nachhaltige Energieversorgung. : : www.swissolar.ch : :

© IGD Grüter AG

Das Gesetz macht nur wenige Vorgaben, wie sich der ZEV zu organisieren hat. Handelt es sich um ein neues Mietobjekt, können die Mieter zur Teilnahme verpflichtet werden. Bei bestehenden Mietverhältnissen braucht es die Einwilligung der Mieter, was aber angesichts des günstigen Solarstroms kaum eine Hürde sein dürfte. Austreten kann ein Mieter jedoch nur, wenn der Hausbesitzer seine Pflichten vernachlässigt oder wenn er selbst über 100 MWh verbraucht. Wenn sich mehrere Eigentümer zusammenschliessen, müssen sie festhalten, wer den ZEV nach aussen vertritt, wie abgerechnet wird und welches Stromprodukt von aussen bezogen wird. Neu gilt zudem, dass der ZEV seine Messungen selber vornehmen darf. Die Mitglieder des ZEV müssen zwar dem örtlichen Elektrizitätsversorger gemeldet werden, dieser betreibt aber nur noch den Stromzähler beim Netzanschluss des ZEV. Damit können die bisher oft beträchtlichen Kosten für Zählermiete reduziert werden. Allerdings bieten auch verschiedene Elektrizitätswerke die interne Abrechnung des ZEV als Dienstleistung an.

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In Huttwil entsteht bis 2020 das Energiequartier Hohlen mit über 90 Wohneinheiten.

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Bauen & Wohnen Smart City

Disziplinen der Baubranche vernetzen Die Schweizer Bauwirtschaft steht unter Druck: Gefordert sind nicht nur kosten- und flächensparendes Bauen, sondern auch nachhaltige und effiziente Ansätze. Hier bieten neue Technologien grosse Chancen. Sie bringen aber auch neue Herausforderungen mit sich. Einen Denkanstoss und erste Fallbeispiele gab der Workshop «Von Smart Building zur Smart City – sechs Perspektiven» an der Hochschule Luzern. von Freya Mohr

Die Vision der Smart City wird langsam Realität.

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nsere komplexe Welt verlangt nach intelligenten Lösungen, Stichwort Smart Buildings oder sogar Smart Cities. Dies ist zukünftig aber nur möglich, wenn die Baubranche ihr Wissen vernetzt und innovativen Lösungen aus allen Fachdisziplinen das Feld bereitet. Aber wie kann die Branche den hohen Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden? Bruno Bébié, ehemaliger Energiebeauftragter der Stadt Zürich, ist überzeugt, dass smarte Themen in Zukunft zunehmen werden. Allerdings gelinge für ihn beispielsweise eine 2000-Watt-Gesellschaft nur, wenn die Baubranche die Herausforderungen vernetzt betrachtet. Ohne Frage haben Smart-Home-Systeme und intelligente Infrastrukturen das Potenzial, den Energieverbrauch und auch die Betriebskosten wesentlich zu senken. Hier sind jedoch Kompatibilität und Komplexität, die Investition im Vergleich zum Benefit, aber auch der Datenschutz und die Datenhoheit noch Hürden, so Fabian Etter, Verwaltungsrat der Elektro Etter AG. Und diese gilt es zuerst zu überwinden. Eine mögliche Lösung bietet die Smart Energy Link AG an. Am Beispiel eines innovativen Bauprojektes zeigte der Geschäftsführer Tobias Stahel die Vorteile eines energetisch vernetzten Quartiers auf und präsentierte das Smart-Energy-Link-System. Mit diesem soll eine Vernetzung optimal gelingen, und eine Verknüpfung von Strom, Wärme, Verkehr und Smart Home in einem System entstehen.

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Ein weiterer Punkt sind die Baukosten, die sich durch die Digitalisierung der Baubranche verringern lassen. Alain Veuve, Parallel Entrepreneur in Technology und CEO der Parashift AG, sieht hier grosse Marktchancen und ist überzeugt, dass in Zukunft fundamental günstiger gebaut werden muss. Hierbei kommen komplett neue Geschäftsmodelle wie beispielsweise das digital integrierte Gebäude oder «Home as a Service» ins Spiel. Ein Beispiel, wie so etwas funktioniert, ist das Gartenhochhaus Aglaya in Risch Rotkreuz (ZG). Johanna Gerum, Projektentwicklerin Zug Estates AG, veranschaulichte, wie die Durchgängigkeit der Daten konkret gewährleistet werden kann und sich mit BIM und Lean Management sowohl Fehler als auch Kosten reduzieren lassen. Ein weiteres innovatives Pilotprojekt ist die Smart City Basel Wolf (BS). Für Lukas Ott, Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung im Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, müssen alle Bereiche des städtischen Lebens von Gesundheit über Bildung bis zur Mobilität in der Smart City zusammenfinden. Damit diese Ideen und Visionen eine Zukunft haben, geht es jetzt vor allem darum, einfach anzufangen. Ott erklärt: «Wir müssen Spielräume schaffen, damit wir ausprobieren und allenfalls auch scheitern können. Damit kommen wir einen Schritt weiter.» : : www.hslu.ch : :


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Die Linien Raindance E und Metropol harmonieren wunderbar und sorgen im Badezimmer für einen perfekt abgestimmten Gesamteindruck.

Auf der Zielgeraden das klare Badezimmer

In keinem Raum des Hauses steht der Komfortgedanke so sehr im Mittelpunkt wie im Badezimmer. Die Möglichkeiten heutzutage sorgen dafür, dass hier ein privater Wellness-Bereich entstehen kann. Das gilt sowohl für den Neubau als auch für die Renovierung der alten Nasszelle. Fast genauso wichtig ist es allerdings, dass auch bezüglich der Optik alle Ansprüche erfüllt werden. Wir stellen zwei Beispiele vor. von Geog Lutz / epr

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er Badexperte Villeroy & Boch hat mit Vivia eine Kollektion im Sortiment, die höchsten Komfort mit zeitgemässem Design verbindet. Nicht umsonst wurde das Duschpaneel 2016 mit dem iF Design Award ausgezeichnet. Überhaupt lässt der Duschbereich keine Wünsche offen: Die flachen Duschböden aus Quaryl® sorgen dank der höchsten Antirutschklasse C nicht nur für einen sicheren Stand und sind dabei fusswarm, sondern sind sowohl in Standardgrössen erhältlich als auch individuell zuschneidbar. So können sie jeder Raumdimension einfach angepasst werden. Auch in Sachen Möblierung wird Vivia höchsten Ambitionen an ein ansprechendes Äusseres und komfortablen sowie praktischen Funktionen problemlos gerecht. Die Hochund Unterschränke, allesamt mit einer Push-to-open-Auszugstechnik ausgestattet, bieten eine Menge Stauraum. Letztere überzeugen zudem durch eine flexible Inneneinteilung sowie praktische Accessoire-Boxen. In der Waschtischkonsole integriert sind zahlreiche Extras wie etwa ein aufklappbarer höhenverstellbarer Spiegel, ein geschlossener Stauraum sowie eine grosse Ablagefläche. Herausnehmbare Boxen, ein Vergrösserungsspiegel und ein Handtuchhalter runden die vielseitige Waschplatzlösung ab. Echte Hingucker sind auch die Becken der Vivia-Waschtische: Durch abgeschrägte Kanten erscheinen sie leicht und filigran. Praktisch ist ausserdem ihre Tiefe, die es beispielsweise ohne Probleme erlaubt, die Haare im Becken zu waschen. Last but not least hat man bei Vivia auch eine Auswahl an unterschiedlichen Farben und Oberflächen – von hochglänzend über sanft bis hin zu Holzoptiken. Auch wenn Geometrie in der Schule für viele von uns nicht wirklich zum Lieblings-Lernstoff zählte, bestimmen Quadrat, Kreis und Co. doch viele Bereiche unseres Alltags. Ob das Stoppschild an der Ecke, der klassische Schal mit Karomuster oder moderne Kunstwerke an der Wand: Klare Linienführung und zeitlose Eleganz wissen vielerorts zu überzeugen. Nicht zuletzt auch im Badezimmer.

Geschäftsführer sommer : : 2018

Schlicht und edel Der Bad-Spezialist hansgrohe hat den Trend zur geometrischen Gestaltung aufgegriffen und sich bei der Kreation einer neuen Kollektion an der puristisch-klaren Formgebung orientiert. So setzt das RaindanceE­-Brausenprogramm – wahlweise als komplett vorinstallierte Showerpipe oder als Kopfbrause für Wand- oder Deckenmontage erhältlich – ein markantes Statement in jeder privaten Wellness-Oase. Für besonderen Duschgenuss sorgen die verbesserte Air-Technologie sowie die clevere Anordnung der Strahldüsen mit einer Kombination aus sanften und intensiven Duschstrahlen. Denn während die Düsen im Zentrum eng beieinanderliegen, um Shampoo- und Seifenreste mühelos abzuspülen, vergrössert sich nach aussen hin der Düsenabstand, sodass Schulterpartie und Körper von einem deutlich sanfteren Duschstrahl verwöhnt werden. Ihr schlichtes, edles Design macht die Raindanc- E-Modelle ausserdem zum optimalen Partner für das vielfältige Sortiment der hansgrohe-­ Metropol-Armaturenlinie. Drei verschiedene Griffvarianten halten für jeden Geschmack das Passende bereit – egal, ob f lächiger Hebel-, filigraner Bügel- oder eleganter Armaturengriff mit integrierter Select-­ Bedienung, die eine Steuerung des Wasserf lusses via Knopfdruck erlaubt. Durch die geometrischen Formen lassen sich individuelle Akzente setzen: Ein quader­förmiger Waschtisch beispielsweise als skulpturale Säule ist ein Highlight und wird durch den bodenstehenden Metropol-Waschtischmischer perfekt inszeniert. Sein kubischer Grundkörper mit geradliniger Formensprache und markantem Design ergänzt die Raindance-E-Brausen hervorragend und trägt so zu einem stimmigen Gesamteindruck in Sachen Bad-Ambiente bei. Auch Duschund Wannenarmaturen als Auf- oder Unterputz­lösung sind Teil der Metropol-Kollektion. : : www.villeroy-boch.com/vivia : : : : www.hansgrohe.de/trends : :


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Sport & Freizeit

Selbstbestimmung als Luxus Ueli Schwarz

Er war während vieler Jahre einer der bekanntesten Funktionärs-Persönlichkeiten im Schweizer Sport. Ein «Macher» mit Ideenvielfalt und ein scharfer Analytiker, dem Empathie nie ein Fremdwort war. Ueli Schwarz prägte die hiesige Sportbranche, polarisierte aber auch gelegentlich. Besonders in seiner vielschichtigen, anspruchsvollen Funktion als Direktor der Schweizer Eishockey-Liga. Nun ist der 57-jährige Berner seit fast einem Jahr selbstständiger Berater und Mentor mit seiner Ueli Schwarz CES GmbH.

© MySports

von Joël Ch. Wüthrich

Ueli Schwarz (ganz links) als Eishockey-Experte beim TV-Kanal MySports.

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ür Ueli Schwarz hat 2017 eine neue Zeitrechnung begonnen – als selbstständiger Unternehmer in der Rolle des Beraters, Mentors, Sparringspartners, als Leiter von Projekten, Projektmitarbeiter, Planer, Entwickler, Ausbildner oder Coach oder Kommunikator und Referent. Obwohl, wirklich neu definieren musste er sich nicht unbedingt: Sein Netzwerk ist so weitreichend und effizient, dass viele, die früher schon mit ihm zusammengearbeitet hatten, auch heuer noch den Wunsch verspüren, dies zu tun. Aber auch jene, die vor seiner Zeit als Unternehmer aus Gründen eines möglichen Interessenkonfliktes (noch) keinen unternehmerisch motivierten Schulterschluss unternahmen, klopfen nun bei ihm an. Für ihn ist es eine sehr spannende und lehrreiche Zeit. Nicht nur aus unternehmerischer, sondern auch aus persönlicher Sicht. «Ich darf behaupten, dass viele aus meinem

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Netzwerk meine Arbeit aus den letzten rund 30 Jahren geschätzt haben und jetzt in einer neuen Ausgangslage auf mich zukommen», erklärt Schwarz und ergänzt: «Besonders freut es mich, wenn man meine Erfahrung und mein Know-how in diversen Bereichen, nicht nur in der Sportbranche und im Eishockey im Speziellen, heute schätzt und nutzen möchte.» Ueli Schwarz' Motivation definiert sich nicht einfach nur über einen unternehmerischen Erfolg. Sein Ansatz ist ein anderer: «Ich versuche, genau jene Projekte und Aufträge entgegenzunehmen, die mich interessieren. Aber auch solche, mit denen ich mich zu hundert Prozent identifizieren kann und die mir entsprechend Freude machen.» Für Schwarz bedeutet das ein echter Luxus, der ihm wichtig ist. Denn «nur wer sich absolut mit seiner Aufgabe identifiziert und Freude an seinem Wirken hat, arbeitet gut. Das ist meine Devise.»


Alles Eishockey oder was …? Das Leben von Ueli Schwarz war zwar geprägt von Sport und Sportbusiness. Aber es gab auch Zeiten, in welchen beim Familienvater – gemeinsam mit seiner Gattin Ursina hat er den bald elfjährigen Sohn Thierry und die achtjährige Tochter Valentina – andere Bereiche dominierten. So besitzt er das bernische Primarlehrer-Patent, ist eidg. dipl. Berufsschullehrer für allgemeinbildenden Unterricht und hat ein Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaft absolviert. Ueli Schwarz ist Experte im Förderungsprogramm Jugend + Sport (J + S) für Eishockey und Ski Alpin, Inhaber aller J + S- und SEHV-Eishockey-­Trainerdiplome und diplomierter Nationalligatrainer. Weiter­g ebildet hat er sich zudem an internationalen Coaching-­S ymposien. Seine Stationen im Management­b ereich neben seiner langen Trainertätigkeit im Verband, bei den SCL Tigers, dem EHC Thun, dem SC Langenthal, dem SC Bern und dem HC Fribourg Gottéron: §§ 2014–2016 Swiss Ice Hockey Federation SIHF: Direktor National League, Mitglied der Geschäftsleitung, Vorsitz Leistungssport Committee (2014–2016), Vertretung SIHF im Verbund der professionellen, europäischen Eishockeyligen Hockey Europe §§ 2011–2014 Swiss Ice Hockey Federation SIHF: Direktor Leistungssport (verantwortlich für die Abteilungen National League, Schiedsrichter & Nationalteams), Mitglied der Geschäftsleitung, Vorsitz Leistungssport Committee und National Team Committee, Vertretung SIHF in IIHF-Kongressen & Projektgruppen und beim Verbund der professionellen, europäischen Eishockeyligen Hockey Europe §§ 2009–2011 Swiss Ice Hockey Association SIHA: Projektleitung «Academy» & Head of Junior Label, Geschäftsführer der Pat-Schafhauser-Stiftung (2009–2011) §§ 2008–2009 IIHF 2009 World Championship AG: Head of Logistics (Transporte & Wegleitung, Volunteers, Sicherheit, Waste Management, Energieversorgung), Mitglied der Geschäftsleitung & Organizing Committee §§ 2003–2007 EHC Basel AG NLB & NLA: Berater des VR, Sportchef und CEO §§ 2002–2003 HC Lausanne SA NLA: Sportchef §§ 2000–2002 SCL Tigers AG NLA: Sportchef §§ 1998 SC Bern NLA: Sportchef interimistisch §§ 1982–1987 SC Langnau Nachwuchs: Initiant & Mitentwickler des damals landesweit führenden Nachwuchskonzeptes «Hermelin»

Geschäftsmodell und der richtige Approach Ueli Schwarz legt viel Wert auf dieses Geschäftsmodell und den richtigen Approach: Er will nicht nur sich selbst verwirklichen, sondern auch anderen dabei helfen, die für sie richtigen Wege zu finden: «Ich habe sehr viel erlebt – Erfolge gefeiert und Niederlagen erleiden müssen – und habe folglich einen grossen Erfahrungsschatz.» Ein Wissen, auf das es sich lohnt zurückzugreifen: «Wenn ich als Berater heute einer Person bei einem konkreten Problem helfen kann, weil ich vielleicht einst genau vor einem gleichen stand, kann ich meine Erfahrungen teilen.» Dabei geht es ihm nicht nur darum, Tipps zu geben, sondern auch als Sparringspartner jemanden auf seinem Weg zu begleiten, denn das «kann manchmal noch effizienter oder zielführender sein».

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© MySports

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Im Gegensatz zu seinen anderen, früheren Tätigkeiten sei diese Art der Arbeit noch etwas mehr auf Augenhöhe ausgerichtet als damals, wo dann und wann eine etwas weniger flachere Führungsstruktur gefragt war. «Ich verstehe mich in meiner Rolle als Partner und Auftragnehmer und nicht als Teil einer Hierarchie im Umfeld von politischen Einflüssen.» Für Schwarz stehen allein der Auftrag und das anvisierte Ziel im Zentrum. «Ich will keineswegs als Guru oder Alleswisser rüberkommen», betont er. Schwarz' Herangehensweise: Er reflektiert die Ausgangslage und die Ziele des Auftraggebers, teilt seine gemachten positiven und negativen Erfahrungen, unterstützt aktiv mit seinem Netzwerk und hilft, einen Weg zum Erreichen der Ziele zu finden und umzusetzen. Das auf dieser Basis aufgebaute Angebot seiner neuen GmbH mit der ausgeprägten Bedürfnisorientierung kommt gut an. Die hohe Fach-, Sozial-, Teamund Kommunikationskompetenz, sein eloquentes Auftreten, das konzeptionelle Denken und eine offene, klare, ausdrucksstarke, überzeugende Kommunikation in Deutsch, Französisch und Englisch kann er hierbei gewinnbringend einsetzen.

Auf das Bauchgefühl vertrauen Der ehemalige Primar- und Berufsschullehrer macht schon über 30 Jahre seine grosse Leidenschaft Eishockey zum Beruf. Er war viele Jahre als Trainer im Nachwuchs-, Amateur- und Profibereich tätig, beispielsweise beim SC Langnau, SC Langenthal, SC Bern, Fribourg Gottéron und bei U18- und U20-Nationalmannschaften. Später war Schwarz als Club­ manager für die SCL Tigers, den Lausanne HC und den EHC Basel tätig. Als Mitglied der Geschäftsleitung wirkte er im Organisationskomitee der Eishockey WM 2009. Danach wechselte er in die Geschäftsleitung des Schweizer Eishockeyverbandes, bei welchem er als Direktor Leistungssport wirkte – zuständig für die Nationalmannschaften, das Schiedsrichter­ wesen und die Führung der National League. Seinen letzten Job als Liga-Direktor hat er 2016 bewusst verlassen. «Der Entscheid kam zwar relativ spontan, aber reifte schon einige Zeit in mir.» Schwarz räumte seinen Posten freiwillig. Für ihn landete er nach einigen Vorfällen nachweislich ohne Verschulden auf der Anklagebank, und es wurden rund um seine breit definierten Funktionen verbandspolitisch motivierte Winkelzüge inszeniert. Das waren genug Signale, dass er persönlich >

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solchen Situationen in Zukunft aus dem Weg gehen möchte. «Die falschen Verdächtigungen haben meine Integrität infrage gestellt, insbesondere auch mein Umfeld stark belastet», erklärt Schwarz und fügt hinzu: «Sie haben mich aber auch das Vertrauen in mein damaliges berufliches Umfeld hinterfragen lassen. Für mich bestand in der Folge keine Basis mehr, meine Arbeit als Director National League weiterzuführen.» Integrität – das ist ein wichtiges Wort in Ueli Schwarz' Vokabular. Und so bezeichnet er es heute als Luxus, die Aussenwahrnehmung seiner Person selbst in der Hand haben zu können. Ausserdem: Man sollte immer in sich hören und dann Entscheide treffen. Wenn man tief im Innern weiss, was für einen wichtig sei, könne man sich auch nichts vorwerfen, so Ueli Schwarz.

Dem Eishockey treu geblieben Dem Eishockeybusiness ist Ueli Schwarz treu geblieben. Beim TV-Kanal MySports ist er von der Stunde null an als Eishockey-Experte im Einsatz und kann sich auch in redaktionellen Fragestellungen einbringen. Seine TV-Erfahrung als Co-Kommentator im Schweizer Fernsehen ist ihm da sicherlich nicht hinderlich. MySports-Geschäftsführer Roger Feiner hat mit Moderator Reto Müller sowie Redaktionsleiter Stephan Liniger und Ueli Schwarz als TV-Experten ein Top-Sturmtrio zur Verfügung, das die nationale Hockey-TV-Landschaft prägen wird. Aktuell stellt er sein Know-how auch der Nachwuchsabteilung des SC Langenthal zur Verfügung. Er wird dem Verwaltungsrat der Nachwuchs AG für die Weiterentwicklung der Ausbildung sowie der Nachwuchsstrategie beratend zur Seite stehen. Die Zusammenarbeit ist vorerst für ein Jahr vereinbart. Ziel ist es, die Strategie der grossen Nachwuchsabteilung für die nächsten Jahre zu erarbeiten und die sportlichen Ziele zu definieren. Schwarz wird für die Operative der Nachwuchsabteilung, insbesondere für die Geschäftsleitung und den neuen Ausbildungschef, direkte Ansprechperson für sportstrategische Fragen sein. Schwarz hat auch eine persönliche

Vergangenheit beim SCL, war er doch von 1991 bis 1994, vor seinem Wechsel zum SC Bern, während drei Saisons als Headcoach der 1. Mannschaft im Oberaargau tätig. Ueli Schwarz: «Ich durfte in Langenthal drei tolle Jahre verbringen, und der Club liess mich damals aus einem laufenden Vertrag heraus die Chance SC Bern wahrnehmen. Das hat mir Türen auf meinem Weg geöffnet.» Jetzt ist er wieder zurück und blickt in die Zukunft: «Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe, und dass ich diesem sehr gut geführten Club nun in anderer Funktion etwas zurückgeben darf!»

Zugeschnittene Mandate Und schliesslich ist er unter anderem auch bei der Sportvermarktungsfirma Sportagon mit einem Mandat eingestiegen. Seit Januar 2018 amtiert Ueli Schwarz als beratende Instanz für Sportagon Schweiz und deren Klienten. Der Aufgabenbereich wird vornehmlich die Beratung und Karriereplanung, jedoch nicht die Vermittlung oder Agententätigkeit, von sogenannten Schwellenspielern und jungen Talenten sein. «Auch das ist einer dieser Mandate, die auf mich zugeschnitten sind. Ich kann da jenen Sportlerinnen und Sportlern helfen, die wirklich Hilfe benötigen und diese auch suchen.» Ueli Schwarz' neue Aufgabenbereiche beschränken sich jedoch nicht auf den Sport und im Speziellen auf Eishockey. Sein Vorgehen bezeichnet er als psychologisch, methodisch-didaktisch geschultes und von breit abgestütztem Know-how und immenser Erfahrung geprägt. In sportpolitischen Belangen hat Schwarz Führungs- und Management­ erfahrung bei Vereinen, Ligen, Events, Stiftungen und Verbänden sowie als Direktor, CEO, Projekt- oder Abteilungsleiter und Ausbildner und Coach – sowohl auf Nachwuchs-, Amateur- und professioneller Ebene. «Diese Erfahrungen kann und darf ich auch ausserhalb der sportpolitischen Bühne nutzen. Diese Diversität habe ich mir immer erhalten.» : : www.uelischwarz-ces.ch : :

In seinem neuen beruflichen Leben tut Ueli Schwarz vor allem das, was ihm Spass macht und womit er sich identifizieren kann.

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Ausnahmezustand in der Berner Altstadt Strassenmusik-Festival Buskers Bern

Buskers Bern beschert Anfang August der Hauptstadt bereits zum 15. Mal «Lunatic Nights»! auch dieses jahr sind erstklassige Gruppen aus aller Welt eingeladen: Die 45 Acts performen auf 30 Plätzen rund 300 Shows an den drei Festivaltagen und begeistern Jung und Alt. von christine wyss und Julia Wietlisbach

Spektakel für Gross und Klein: Letztes Jahr unterhielt Ça va Valser die Zuschauerinnen und Zuschauer.

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edes Jahr gilt es wieder aufs Neue: «Holen wir uns den Sommer und die Welt nach Bern!» Drei Tage lang wird in der Unteren Berner Altstadt getanzt, gestaunt, gegessen und die Besucherinnen und Besucher können hochkarätige Artistengruppen aus aller Welt entdecken. Internationale Künstlerinnen und Künstler bevölkern die Gassen – von Oriental Brass & Big Beats über Pantsula Streetdance und Swing Chanson Jazz Afrobeat bis zu einer Poetic minimal Puppetshow treffen die Zuschauer alles an. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Lust auf Chäsbrägel aus Brienz, ein tibetanisches Momo oder doch lieber Churros? Oder etwas gegen den Durst – vielleicht das extra für Buskers Bern gebraute Bier vom

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Alten Tramdepot? Bei Buskers Bern machen die Besucherinnen und Besucher auch kulinarische Weltreisen. Besonders imposant sind 2018 die Walking Acts – auf diese stösst man nur mit ein bisschen Glück, denn niemand weiss, wann und wo genau sie auftauchen. Plötzlich entdeckt man im Gewimmel zwei Zwerge, die einen über zwei Meter grossen Hinkelstein mittragen und freudig neue Kontakte schliessen wollen – die Performance-Gruppe Le Fil à la Patte aus Frankreich. Weniger freudig wird es, wenn am Ende der Gasse ein unheimlicher Hirte auftaucht, der eine Herde gigantischer, hungrig brüllender Saurusse vor sich hintreibt – eine Show von Close-Act aus den Niederlanden. Oder vielleicht begegnet man spontan der Parade der


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sieben Outlaws, die mit ihren drei tinguelyesken, eindrücklich bizarren Gefährten durch die Strassen ziehen, wie beim Walking Act der französischen Künstlergruppe Cie. Pipototal.

Wo letztes Jahr noch La Gâpette spielte, treten auch dieses Jahr wieder spektakuläre Strassenkünstler auf.

Einfacher zu entdecken sind die 30 Acts, die nach Zeitplan spielen. Dieser Zeitplan wird ausschliesslich im Programmheft publiziert – beim Kauf eines Programmhefts mit Festivalbändeli finden die Besucherinnen und Besucher heraus, wann und wo die Lieblingsgruppe das nächste Mal spielt und unterstützt gleichzeitig das Festival, welches von diesen Einnahmen lebt. Das erste Mal in 15 Jahren spielt eine norwegische Gruppe am Buskers Bern: Das Trio Vrang spielt Folkmusik aus dem hohen Norden und aus aller Welt, unter anderem auf der typischen, norwegischen Hardanger Fiddle. Es kontrastiert mit Monsieur Doumani aus dem heissen Süden: Das Trio aus Zypern überrascht mit Posaune im Line-up und schrägem, griechisch angehauchtem Twisted Cyprus Folk. Ihr Album hat soeben den grossen «Preis der deutschen Schallplattenkritik» in der Kategorie «World Music» gewonnen, und das Album «Angathin» kam im Mai 2018 auf Platz zwei in den Transglobal World Music Charts. Weitere, herausragende Künstlerinnen sind die Finninnen von Tuuletar, die archaisch-traditionellen Folk mit modernem Hip-Hop inklusive Beatboxing mischen. Unter anderem haben sie den Song zum Trailer von «Games of Thrones» geliefert. Aber auch aus der Schweiz treten viele Künstlerinnen und Künstler auf, so zum Beispiel Viertaktmotor mit neuer Schweizer Volksmusik, das Duo Make Plain aus dem Tessin oder Le Fils du Facteur aus der Romandie. Bei Buskers Bern hat es für jeden Geschmack etwas: Blues and Roots aus Australien, Comedy aus Bern, Akrobatik und Tango aus Argentinien, polyphone A-Cappella-Gesänge aus den Pyrenäen, HipHop aus Südafrika, Singer Songwriter aus England, Keltisch Folk aus Schottland oder Mbalax aus Senegal. Auch für die Kleinen gibt es ein ausgewähltes Programm: Auf der Münsterplattform können sie sich schminken und frisieren lassen und basteln. Zudem zeigt am frühen Abend das Clownduo kwitsch-kwetsch musikalisch unterlegte Zauberkunststücke und das Figurentheater Matou die Geschichte vom kleinen Vogel Jonny. Hier beschrieben sind nur einige wenige von insgesamt 45 Acts – das Ergebnis einer ausgiebigen, fundierten Recherchearbeit: Durch die Teilnahme an anderen, vergleichbaren Festivals in der Schweiz, Italien und Frankreich, den Austausch mit befreundeten Programmationsgruppen im In- und Ausland, das Checken von Empfehlungen befreundeter Künstlerinnen und Künstler, das Zurückgreifen auf das in über 15 Jahren aufgebaute Netzwerk und das Durchschauen von etwa 800 Bewerbungen ist das diesjährige Programm entstanden.

Die Künstlergruppe Cie. Pipototal macht 2018 die Berner Strassen mit ihren skurrilen Gefährten unsicher.

Das kommende Buskers Bern präsentiert wie jedes Jahr eine breite Palette an sorgfältig ausgewählten, spannenden, qualitativ hochstehenden und strassentauglichen Live-Acts aus 25 Nationen und allen fünf Kontinenten, welche die Stadt Bern in den alljährlichen Ausnahmezustand versetzen. Dieses Jahr findet das Buskers Bern vom 9. bis 11. August statt.

V e r ein Buske r s B e r n Strassenmusik-Festival Daxelhoferstr. 5 CH-3012 Bern Telefon +41 (0) 31 301 80 67 info@buskersbern.ch Tanzen in den Strassen: Die musikalische Untermalung kommt beispielsweise vom Trio Vrang.

: : www.buskersbern.ch : :

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Neue Dimensionen auf dem Thun-Expo-Areal: Gerhard Engemann freut sich auf die multifunktionale Messehalle.

Ein Traum wird wahr Thun-Expo

Die Thun-Expo investiert in ihre Infrastruktur: Mit einem völlig neuartigen, selbst entwickelten Hallenkonzept bietet sie flexible Lösungen und mehr Raum für Veranstaltungen jeder Art. von Bettina Kriegel

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as Portfolio der Thun-Expo ist vielfältig. Bekanntestes Aushängeschild ist die Oberländische Herbstausstellung OHA, die vom 31. August bis 9. September 2018 bereits zum 59. Mal mit dem Thema «Abenteuer» durchgeführt wird. Abenteuerlich geht es aktuell auch auf dem Messeplatz zu und her. Denn seit zwei Jahren entsteht mitten auf dem Gelände eine neue Halle – in Etappen, weil gleichzeitig der Messebetrieb weiterläuft. Eine logistische Herausforderung für alle Beteiligten. Seit der Stahlbau steht, lassen sich die gewaltigen Dimensionen erahnen. «Die Idee für eine Halle, die f lexibel auf unterschiedliche Bedürfnisse umfunktioniert werden kann, kam mir einmal mitten in der Nacht – und nun wird meine Vision genau so umgesetzt», sagt Gerhard Engemann, Geschäftsleiter der Thun Expo.

Überdimensionale Pergola Mit den Massen 40 mal 64 Meter und 13 Meter Gesamthöhe bietet die neue Halle viel Raum für Anlässe aller Art. «Sämtliche Seitenteile können auf Knopfdruck und individuell nach oben unters Dach gefahren werden und geben so den Blick auf das Stockhorn und den Niesen frei», erklärt Gerhard Engemann die Funktionsweise der f lexiblen Messehalle, ähnlich einer riesigen Pergola. Seit 2011 ist das Projekt am Entstehen, die Fertigstellung mit Lüftung, Heizung, Strom und weiterer Installationen ist per Ende Juli 2019 geplant. Erste Anfragen und Reservationen für 2019 liegen bereits auf dem Tisch.

Abenteuer OHA Die neue Halle hat einschneidende Veränderungen bei der OHA zur Folge. Der diesjährige Rundgang wird teilweise umgekrempelt. Eine knifflige Aufgabe für die OHA-Macher, die alles daran setzen, dass die rund 220 Aussteller zufrieden sind. «Das neue Konzept

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bietet auch Chancen: Wer kurzfristig einen Pop-up-Store eröffnen will, findet noch wenige freie Plätze, muss sich aber mit seiner Anmeldung beeilen», sagt Gerhard Engemann. Die längste Shoppingmeile im Berner Oberland lockt jährlich gegen 50’000 Besucher nach Thun. Die OHA mit ihrem bunten Mix an Ausstellern, Unterhaltung, Gastronomie und Sonderschau ist fester Bestandteil im Veranstaltungskalender und läutet den Herbst ein.

Messe für jeden Anlass Von landwirtschaftlichen Grossveranstaltungen mit Viehpräsentationen zum Symposium mit integrierter Hightech-Maschinenausstellung und Bankett, vom Hochzeitsfest zur Generalversammlung mit 1 400 Gästen – es lässt sich fast alles auf dem überschaubaren Areal der Thun-Expo durchführen. Regionale, nationale und auch internationale Veranstalter schätzen die unbürokratische, kreative und hilfsbereite Art des kleinen Teams, das die Aussteller bei der Planung und Realisierung von Anlässen unterstützt.

T hun E x p o Mittlere Strasse 27 Postfach 879 CH-3607 Thun Telefon +41 (0) 33 225 11 20 info@thun-expo.ch : : www.thun-expo.ch : :


Genuss pur Erlebnisse und Aussicht! Panoramarestaurant mit Sonntags-Brunch, Stockhorn-Zmorge, Tagesmenß und Abendanlässen Panorama-Aussichtsplattform mit atemberaubendem Tief- und Weitblick in der Stockhorn-Nordwand Zwei idyllische Bergseen zum Fischen und Relaxen Wandern und Spazieren in intakter Natur Neue Bahn zwischen Erlenbach und Chrindi! Stockhornbahn AG | 3762 Erlenbach i.S. | www.stockhorn.ch mit Livecam


Sport & Freizeit © zVg. Thunerseespiele

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Das Thunersee-Festspielgelände im Abendrot: Wertschöpfung dank Hotelübernachtungen und Gastronomie sowie Folgebesuchen in Thun.

Hohe Wertschöpfung garantiert Festivals in der Region Thunersee

Die Region Thunersee ist prädestiniert für Outdoor-Festivals und -Vorführungen. Der Thunersee, das Panorama mit den Bergketten – das inspiriert. Und es bringt eine hohe Wertschöpfung für die Region. von Joël Ch. Wüthrich

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in Beispiel für die Bedeutung der hohen Wertschöpfung von Festivals in der Region Thunersee sind die Thunerseespiele. So heisst es treffend in einem Bericht der Stadt Thun: «Unter den zahlreichen Veranstaltungen, die das Thuner Kulturleben bereichern, erreichen nur wenige andere Anlässe beziehungsweise Organisationen in Thun die Bedeutung der Thunerseespiele. Sie stellen mit ihren professionellen Produktionen einen schweizweit wahrgenommenen Leuchtturm dar.»

Die Wertschöpfung der Musicals ist beträchtlich Der Besuch zehntausender Zuschauerinnen und Zuschauer jährlich stärke das Image der Stadt Thun als attraktiven und lebendigen Kulturstandort und hinterlasse, so weiter im Bericht, bei den Gästen schöne Erinnerungen an die Stadt am See. «Die Wertschöpfung der Musicals ist mit Hotelübernachtungen und Gastronomie sowie Folgebesuchen in Thun beträchtlich», heisst es zudem weiter. Eine Studie der Thunerseespiele im Jahr 2009 zeigte auf, dass das Musical einen veranstaltungsbedingten Umsatz von rund 22 Millionen Franken im Espace Mittelland generieren konnte. Dieser ist in den letzten Jahren sogar noch gestiegen. Die Musicals bieten den offiziellen Behörden und anderen Organisationen der Stadt Thun durch Einladungen an Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine gute Gelegenheit zur Beziehungspflege in einem angenehmen und repräsentablen Umfeld.

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«Summer of 2018» Die Highlights des Sommers in der Region Thun auf einen Blick: §§ Die Thunerseespiele zeigen das Abba-Musical Mamma Mia erstmals auf Schweizerdeutsch. 11. Juli– 25. August §§ Das Festival Am Schluss 2018 auf dem Mühleplatz in Thun mit Soul, Reggae, Latino und Mundartmusik. 18.–29. Juli §§ Das Thunfest ist ein echtes Stadtfest mit Aktivitäten, Konzerten, DJs und Tanzmusik. 10. – 12. August §§ Der 25. Thuner Stadtlauf führt an den schönsten Flecken der charmanten Stadt vorbei. 25. August §§ Das Seaside Festival präsentiert zwölf Bands und Künstler, darunter Philippe Fankhauser, Seven, Bligg, Anastacia, Uriah Heep, Gotthard Unplugged. 24. – 25. August §§ Das erste internationale Bückertreffen auf dem Flugplatz Thun zeigt die legendären Bücker-Doppeldecker und andere Oldtimer der Lüfte. 31. August – 2. September §§ Der Spiezer Läset-Sunntig läutet mit festlichen Umzügen, Märit und Aktivitäten die «Läset», sprich die Lese, in den Rebbergen ein. 9. September


Sport & Freizeit Die schönste Seebühne Europas Die Lage am Fusse der UNESCO-geschützten Bergwelt von Eiger, Mönch und Jungfrau ist ein signifikantes Beispiel für den strategischen Wert der «Location» bei Festivals. Seit 13 Jahren präsentieren die Thunerseespiele jeden Sommer Musicals aus aller Welt und Eigenproduktionen. Bis heute reiste über eine Million Besucher an den Thunersee, um faszinierende Spektakel höchster Qualität zu geniessen. Man spricht auch stolz von der schönsten Seebühne Europas.

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und kleineren Events durchs ganze Jahr hindurch würdig gefeiert. Im Zentrum der Feierlichkeiten sollen dabei stets die Gäste stehen, die in den letzten 50 Jahren die Stockhornbahn zu dem gemacht haben, was sie heute ist: ein bedeutender Arbeitgeber und wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor für Erlenbach und das Niedersimmental, ein innovatives Unternehmen, in erster Linie jedoch eine Bergbahn, die einen der schönsten Voralpengipfel der Schweiz bequem erschliesst.

Aber auch andere Events und Festivals werden die Region Thun «heimsuchen». So zum Beispiel der «Sommernachtstraum» am Samstag, 23. Juni 2018, von 17 bis 23 Uhr. Die Kulturnacht am Thunersee steht unter dem Motto «Traum, Klang & Geist». Die drei Institutionen, Schloss Hünegg, Schloss Oberhofen und MUMM – Museum für Uhren und mechanische Musikinstrumente, bilden je einen besonderen Schwerpunkt. Auch das Thunfest zieht jeweils eine Menge Leute aus allen Regionen an. Das Fest vom 10. bis 12. August 2018 gehört zu einem der wichtigsten regionalen Events im Kalenderjahr. Dank seines attraktiven Programms schlagen die Herzen der Thunerinnen und Thuner sowie aller Gäste alljährlich drei Tage lang höher. Am Sonntag, 23. September 2018, findet das legendäre Schwingfest bei der Chemihütte in Aeschiried statt. Auch hier wieder profitiert man vom einmaligen Panorama und der Top-Lage dank grandioser Aussicht und Blick auf Berge, Thuner- und Brienzersee.

© zVg. Thunerseespiele

: : www.thunersee.ch : : : : www.stockhorn.ch : :

Ereignisreicher Sommer 2018

Ausserdem: Am 27. Juli 2018 werden es 50 Jahre her sein, seit erstmals eine Kabine der Stockhornbahn AG Erlenbach Richtung Stockhorn verlassen hat. Dieser runde Geburtstag wird mit verschiedenen grösseren

OHA

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Das etwas andere Hotel in Thun Jenseits des Mainstreams

Die Mischung in diesem Hotel in Thun ist ungewöhnlich. Urban, persönlich, leidenschaftlich, kreativ und traditionell: Aus dem ehemaligen Speditionsgebäude der Gerberkäse AG wurde das neue Spedition Hotel & Restaurant, das seine Gäste mit Design, Genuss und Entspannung betört. von Georg Lutz

Die Business-Geschichte des Hotels ist in die Architektursprache spannend integriert.

Geschäftsführer sommer : : 2018


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ouristen, die von der Schweiz nur Reiseprospekte gesehen haben, erkennen oft erst in Thun die «echte» Schweiz. Hier sind die Berge des Berner Oberlandes zum Greifen nah, und der Thunersee sieht aus wie für eine Modelleisenbahn mit idyllischer Landschaft umgeben entworfen. Wer sich hier entspannen möchte oder eine Basisstation für Touren in das Berner Oberland anlegen möchte, ist genau richtig. Aber auch Businessreisende geniessen die einzigartige Atmosphäre. Und warum dann nicht gleich in einem einzigartigen Hotel absteigen? Das Hotel war ursprünglich keine Ruhestadt für Reisende. Dies ist auch heute noch erkennbar. Die Geschichte der Gerberkäse AG ist spür- und erlebbar: im Gebäude mit seinen 120-jährigen Eichenbalken, die manchen Käselaib getragen haben, und mit den alten Türen, die schon viele Menschen eingelassen haben. Mit der schwedischen Firma Stylt Trampoli hat das Boutique-Hotel einen Partner gefunden, der mit seinem Innen-­ Design Emotionen weckt und die Story der Spedition (weiter)erzählt – hier sind alte, unter Denkmalschutz stehende Eichenholzträger ebenso allgegenwärtig wie freche und kuriose Details, die in die über 100-jährige Hülle eingebettet wurden. Unzählige Preise zeugen von der Innovationskraft und der Begeisterung für die Gastronomie der Stylt-­TrampoliDesigner – nicht zuletzt ersichtlich anhand des UNESCO-­Prix-Versailles, den das Hotel für das schönste Intérieur weltweit erhielt. Hier erwartet die Gäste ein anspruchsvoller und atmosphärischer Rahmen, um vom stressigen Alltag bewusst Abstand zu gewinnen, abzuschalten und die Kraftreserven wieder aufzufüllen.

Geschichte Die 1836 in Langnau gegründete Käse-, Fell- und Lederhandel Gerber & Co zog 1850 nach Thun. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts konzentrierten sich ihre Aktivitäten auf Milchprodukte – sie nannte sich nun Gerberkäse AG. Den Pionieren Walter Gerber und Fritz Stettler gelang es 1911, Käse durch ein besonderes Verfahren länger haltbar zu machen: Sie begründeten damit die Schweizer Schmelzkäse-Industrie. 1920 kamen die Gerberkäsli in den Handel. Später kamen als weitere Innovationen «Gala» und das Fertigfondue dazu. 2009 schloss Emmi den Produktionsstandort der 2003 übernommenen Gerberkäse AG. Das Boutique-Hotel «Spedition» und seine Restaurants führen die Tradition der Innovation fort: mit wohnlichem Design und einem gezielten Mix aus Bewährtem und Modernem.

Gäste geniessen abends die moderne Küche: im Hause gereiftes Fleisch, Fisch und frisch zubereitetes Saisongemüse.

Sport & Freizeit

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Die «Spedition» Das kleine, persönlich geführte Design-Hotel «Spedition» begeistert durch stimmungsvolles Ambiente, 15 individuell gestaltete Zimmer, moderne Wohlfühlküche und grosse Momente. Die Verantwortlichen leben unsere Kernwerte: jeden Tag und jede Nacht. Die Gäste spüren es – an der liebevollen Einrichtung des Hotels und der Restaurants, an der Freundlichkeit und Kompetenz des Personals, an den Speisen auf ihrem Teller und den erlesenen Tropfen in ihrem Glas. Man kann sich im Rahmen der «Spedition» die Zeit nehmen, die Welt zu erkunden und gute Momente zu erleben: den Rahmen, um vom täglichen Gehetze Abstand zu gewinnen, abzuschalten, Kraft zu tanken. Hier entstehen Ideen. Oder frei nach Albert Einstein: Die Logik bringt dich von A nach B – die Vorstellungskraft aber überall hin.

Das Hotel Erdtöne, Holz, Baumwolle und Leinen schaffen eine behagliche Stimmung. Alte, unter Denkmalschutz stehende Eichenholzträger, freche und kuriose Details, eingebettet in eine über 100-jährige Hülle sind allgegenwärtig. Die 15 Zimmer sind thematisch individuell gestaltet – fünf Farbkonzepte begeistern jedes Naturell. Hochwertige Materialien in funktionalem, ästhetischem Design, Holzfussböden und zurückhaltend eingesetzte Farben prägen die Räume. Jensen Boxspringbetten garantieren einen tiefen und gesunden Schlaf. Falls der Alltag ruft, steht die Technologie dafür zur Verfügung. Gäste surfen mit den hoteleigenen Samsung SuitePads im Internet, informieren sich über die Angebote des Hotels und der Destination Thun oder erledigen dringende Mails. Kostenloses WLAN im ganzen Haus und künstlerisch gestaltete Wohlfühlecken zum Arbeiten sorgen für ein produktives und kreatives Ambiente.

S pediti o n Gewerbestrasse 4 CH-3600 Thun Telefon +41 (0) 33 550 59 09 info@speditionthun.ch : : www.speditionthun.ch/de : :

In der «Spedition» finden Gäste eine regionale Küche mit Freude am unverfälschten Geschmack in urbaner Übersetzung.

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Style

Von links nach rechts: TAG Heuer und Hublot.

Die Branche bewegt sich Neue uhren

Die letzten uhrentrends unter den luxusmarken bieten Uhrenliebhabern, egal ob weiblichen oder männlichen Geschlechts, eine Fülle interessanter Neuigkeiten. von Gisbert L. Brunner

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eicht hat sie es derzeit nicht, die für feine Luxusuhren zuständige Industrie. Das Angebot ist gross, fast zu gross. Gleiches gilt für den Wettbewerb. Erfolg verlangt nach Kreativität im breiten Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation. Dabei ist und bleibt R ­ etrolook ein beliebtes Thema. Klassiker überleben sich schlichtweg nicht. Jubiläen regen zu Sondermodellen an. Mechanische Komplikationen bleiben en vogue, darunter immer auch echte Weltpremieren. Neben Stahl und Titan erfreut sich Keramik als Gehäuseund Bandmaterial zunehmender Beliebtheit. Bei der Gestaltung von Zifferblättern, Schalen und Armbändern ist zunehmend jene Farbe im Spiel, die das oft so graue Alltagsleben erfrischend bereichert. Weil Armbänder ein interessantes Zusatzgeschäft bedeuten, offerieren immer mehr Marken intelligente Systeme zu deren schnellem Wechsel. Selbst technisch Unbedarfte können je nach Lust, Laune und Anlass tauschen. Ganz am Rande sei erwähnt, dass sich die Stimmung gegenüber dem stark von Rezessionssorgen geprägten Jahr 2017 spürbar aufgehellt hat. Optimismus greift um sich. Auch mit Blick auf die zurückhaltenden fernöstlichen Märkte. Das Geschäft mit Uhren verläuft traditionsgemäss zyklisch. Der Vergleich mit einer Berg-und-Tal-Bahn liegt irgendwie nah. Tröstlich ist nur, dass besagtes Auf und Ab nicht nur die feinen Zeitmesser betrifft.

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Variantenreiche Ikone Zu den anerkannten Stilikonen der Uhrengeschichte gehört die «Carrera». Jack W. Heuer, ihr geistiger Vater, wusste sehr genau, worauf es bei funk­tionalen Chronographen ankommt. Zum Zweck optimaler Lesbarkeit strebte der Eigentümer des Familienunternehmens ein reduziert gestaltetes und möglichst grosses Zifferblatt an. Trickreich nutzte er den metallenen Spannring des Plexiglases zum Bedrucken mit der Fünftelsekunden-Indexierung für den Stopper. Bei der Namensgebung half ­Genosse Zufall. Als Zeitnehmer der berühmten «12 Stunden von Sebring» begegnete der rührige Firmenchef Ricardo Rodriguez. Weil der Renn­fahrer begeistert von der «Carrera Panamericana» berichtete, heisst die 1963 lancierte Armbanduhr «Carrera». 55 Jahre später gibt es spezielle Jubi­läumsmodelle. Im Gegensatz zu einst beherbergt das 43 Millimeter messende Modulgehäuse ein selbst entwickeltes und produziertes Automatikwerk mit Stoppfunktion. Den Namen «Carrera Heuer 02» hat TAG Heuer daher ganz bewusst gewählt. Die exklusive Mechanik mit klassisch v-förmig an­geordneten Zählzeigern und Permanentsekunde verfügt über 80 Stunden Gang­autonomie, Schaltradsteuerung des Chronographen und energiesparende Vertikalkupplung. Weil es zur Montage des intelligent konstruierten Schaltwerks nur eine Schraube braucht, besteht der gesamte Mikrokosmos aus lediglich


Style 168 Bauteilen. Beim Outfit können die potenziellen Kunden aus dem Vollen schöpfen. Verfügbar sind nicht weniger als 13 Aus­führungen. Stahl, Karbon, Keramik oder Gold für die Schale lassen sich kombinieren mit einem Armband aus Metall, Kautschuk, Leder oder Keramik.

Erinnerung an einen Metallbaukasten Ricardo Guadalupe muss es wissen: «Diese Uhr ist ein Mega-Erfolg. Unsere ‹Meca-10› bietet sehr viel fürs Geld. Und man bekommt einen echten Hin­g u­cker.» Nach diesem Statement des CEO von Hublot verwundert die konsequente Modellpflege nicht. Das aus 223 Komponenten zusammengefügte Handaufzugskaliber HUB 1201 ist ein Augenschmaus für Mechanik-Freaks. Im Zentrum drehen Zeiger für Stunden und Minuten. Bei «9» findet sich ein Sekundenzeiger. Hohe Priorität geniesst die Gangreserveanzeige. Ein Fenster bei «6» lässt wissen, wie viele Tage das Œuvre noch mit drei Hertz ticken wird. Maximal sind es deren zehn. Ein roter Punkt bei «3» signalisiert Handlungsbedarf. Für Anker und Ankerrad findet leichtes, amagnetisches Silizium Verwendung. Als «Blaues Wunder» präsentiert sich die neue «Big Bang Meca-10 Blue Ceramic». Hublot fertigt Gehäuse, Glasrand und sogar die Faltschliesse aus durchgefärbter Keramik. Dank «One Click» gestaltet sich der Wechsel des Gummi-Armbands zum Kinderspiel.

Explizit für Frauen Dass Mann von Welt Damen den Vortritt lässt, bewies Thierry Stern im Jahr 2009. Der Präsident von Patek Philippe tat dies bei einer chronographischen Weltpremiere. Gemeint ist das erste selbst entwickelte und semi-­ industriell gefertigte Chronographenwerk der traditionsreichen Familienmanufaktur. Bis 2016 stellte das in vielerlei Hinsicht neuartige Kaliber CH 29-535 PS mit Schaltrad sowie klassischer Räderkupplung seine konstruktiven und handwerklichen Qualitäten in der femininen Referenz 7071 unter Beweis. Nun war es höchste Zeit, die Kundinnen mit etwas Neuem zu beglücken. Und das geschieht mit der Roségold-Referenz

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7150 / 250R-001, welche während der Baselworld 2018 debütierte. Wie eh und je setzen fachkundige Spezialisten das 26.6 Millimeter grosse und 5.35 Millimeter hohe Uhrwerk aus 270 Komponenten zusammen. Feinbearbeitung und Regulierung auf höchstem Niveau sind dabei selbstverständlich. Energienachschub ist spätestens alle 65 Stunden fällig. Dann jedoch gestaltet sich das Drehen an der Krone zum Hochgenuss. Weil Diamanten bekanntlich die besten Freunde des zarten Geschlechts sind, trägt der Glasrand des 39-Millimeter-­G ehäuses nicht weniger als 72 Top-Wesseltons mit einem Gesamtgewicht von ca. 0.68 Karat. Wasser hat bis drei bar Druck keine Chance, ins Innere vorzudringen.

Zurück im Fluge Gegen Ende der 1950er-Jahre benötigte das italienische Verteidigungsministerium eine Alternative zu dem lange verwendeten, aber zu klein gewordenen Dienst-Chronographen namens «Tipo CP1». Das opulentere Nachfolgemodell «Tipo CP2» lieferte Zenith an A. Cairelli, einen renommierten römischen Uhrenhändler, der die entsprechende Ausschreibung gewonnen hatte. Sammler zahlen für die einst militärisch genutzten Armband stattliche Summen. Deutlich günstiger ist der neue «Tipo CP-2 Flyback zu haben. Dem darin verbauten Manufakturkaliber «El Primero 405B» ist, wie der Modellname unschwer erkennen lässt, eine Temposchaltung zu eigen. Sie gestattet das Null­stellen und Neustarten des Chronographen mit nur einem Knopfdruck. Das Uhrwerk mit beidseitig wirkendem Rotor-Selbstaufzug, rund 50 Stunden Gang­autonomie, Zehntelsekunden-Stoppgenauig­keit, Schaltradsteuerung und klassischer horizontaler Räderkupplung besteht aus 254 Teilen. Die Auflage des 43 Millimeter grossen Stopp-Boliden ist nicht limitiert. Zenith bietet zwei Gehäusetypen an: Bronze oder künstlich gealterter Stahl. Saphirgläser vorne und hinten sowie Wasserdichte bis zehn bar Druck sind beiden Ausführungen gemein. : : wwww.rundschaumedien.ch/GF/be : :

Von links nach rechts: Patek Philippe und Zenith.

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GENUSS Pastry Art

Köstliche Kunstwerke In unserer Welt gibt es wenige Dinge, die noch überraschen. Dinara Kaskos köstliche Kunst­werke tun es aber. Für die aussergewöhnlichen Dessert- und Pâtisserie-Kreationen der ursprünglich studierten Architektin kommt die Geometrie ebenso zum Zug wie die Wissenschaft und der 3D-Drucker. interview mit dinara kasko von Anka Refghi

Kunstvoll-köstliche Kreation aus drei geometrischen Grundformen

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GENUSS

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ie ukrainische Pâtissière fusioniert die Architektur mit der Backkunst. Süsse Verführungen im Innern, minimalistische und geometrische Formen aussen. Was als Hobby begann, ist schon längst zu Berufung geworden. Mittlerweile gibt die gerade einmal 29-Jährige Kurse rund um den Globus und kann sich vor Aufträgen kaum retten.

«Geschäftsführer»: Dinara, ursprünglich hast du Architektur und Möbeldesign studiert. Was war der Grund für den Wechsel von «Beton zu Gebäck»? Dinara Kasko: Vor etwa drei Jahren hatte ich damit begonnen, nach der Arbeit zu backen und verschiedene Kurse zu belegen. Nach einiger Zeit wurde mir bewusst, dass mich das Backen viel mehr interessierte als die Architektur. Die Zeit vergeht so schnell, wenn ich in der Küche bin und über Kuchen, Formen und Rezepte nachdenke. Ich habe gerade erst begonnen, das zu tun, was ich liebe. Was fasziniert dich daran, Desserts und Kuchen statt Gebäude oder Möbel zu entwerfen? Ich mag es, etwas zu kreieren, das wir anfassen und nicht nur auf dem Computer ansehen können. Natürlich wurden die Projekte in meinem vorherigen Beruf auch zum Leben erweckt, aber das dauerte immer sehr lang. Kuchen können wir schnell machen und essen. Auf welche Weise hat diese Entscheidung dein Leben verändert? Mein Leben hat sich drastisch verändert. Vorher ging ich wie die meisten Leute jeden Tag zur Arbeit, und niemand wusste etwas über mich.

3D-Dessert «Lime-basil triangulation»

Mittlerweile reise ich viel, gebe Kurse und habe keinen Chef mehr wie früher. Aber natürlich trage ich jetzt auch viel mehr Verantwortung. Deine Kreationen begeistern durch ihr minimalistisches und geometrisches Äusseres und überraschen im ­Inneren mit einer zarten Füllung … Dies ist eines meiner Konzepte. Im Stil des Minimalismus versuche ich einige Designstücke zu kreieren, die auf den ersten Blick nicht essbar erscheinen. Ich mag es, Leute zu überraschen. Erst wenn sie es aufschneiden, sehen sie, was drin versteckt ist. Dieses kontrastreiche Konzept ergibt starke Ergebnisse. Du kombinierst moderne kulinarische Techniken, ­Elemente aus der molekularen Gastronomie, aber auch algorithmische, geometrische und naturwissenschaftliche Prinzipien … Das ist richtig. Wenn ich an einem neuen Projekt arbeite, möchte ich etwas Neues und Ungewöhnliches erschaffen. Jedes Objekt, das von der Natur oder Menschen erschaffen wurde, kann beschrieben werden; wir können ihm einen Namen geben oder was auch immer. Da ich Architektin bin, habe ich lange Zeit mit Räumen und Proportionen gearbeitet. Diese Fähigkeiten und wissenschaftliche Prinzipien, wie beispielsweise Biomimikry oder die Arbeit mit dem Voronoi-Diagramm, verwende ich nun für das, was ich zurzeit mache. Wie muss man sich den Arbeitsprozess genau vorstellen? Zuerst habe ich einige Ideen und stelle mir vor, wie mein Kuchen am Ende aussehen wird. Danach erstelle ich ein 3D-Modell auf meinem Computer, drucke es auf einem 3D-Drucker aus und giesse es in Silikon. Sobald ich die Silikonform habe, kann ich diese mit allen möglichen Zutaten füllen. Wichtig ist am Ende, dass diese Form mit ihrer Füllung gut gefroren ist. Danach kann ich die Silikonform abziehen und den Kuchen oder die Torte mit Glasur oder Velours dekorieren.

Dinara Kasko

Lässt du dich auch von anderen Künsten inspirieren? Ich denke, dass sich alle Leute von verschiedenen Arten der Kunst inspirieren lassen. Auch ich besuche verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen, in denen ich Inspiration finde oder etwas Neues lerne.

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GENUSS

Die typischen Arkaden der Altstadt in Bern prägen auch das Gesicht des Hotels.

Sich aufgehoben fühlen Hotel Schweizerhof Bern

Das Hotel Schweizerhof Bern ist eine Institution. Das führende Haus in der Bundeshauptstadt bietet Menschen mit gehobenem Lebensstil viel mehr als eine Übernachtungsmöglichkeit. Egal, ob es um Business-, Event- oder Tourismus-Gäste geht, im Fünf-Sterne-Superior-Hotel verschmilzt, an Berns zentralster Lage direkt beim Bahnhof, eine grandiose Tradition mit kontemporärem Flair, edlem Design und Service von Welt. Das ist in jeder Hinsicht qualitativ die oberste Etage. von Georg Lutz

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ern hat eine wunderbare Altstadt und ist ein Ort mit kultureller Ausstrahlung. Wer mit der Bahn kommt, erahnt schon bei der Flussüberquerung den Charme dieser Stadt. Auch ein erstes Flanieren durch die berühmten Arkaden verstärkt das Gefühl, hier wichtig und richtig zu sein. Die Umgebung hat mit dem Berner Oberland ein richtiges touristisches Highlight zu bieten – und dies in jeder Jahreszeit. Nur, seien wir ehrlich, solche und ähnliche Sätze hören wir heute im Standortmarketing und von verantwortlichen Tourismusmanagern in inf lationärer Art und Weise von fast jeder Stadt. Bei der einen oder anderen wirken die Argumentationsfiguren nur etwas bemühter. Bern hat es hier leichter. Aber wie kommt man dem faszinierenden Geheimnis und den Besonderheiten des Flairs von Bern auf die Schliche? Versuchen wir, mit zwei Prominenten dem Geheimnis näherzukommen.

Historische Persönlichkeiten und Bern Der Geheimrat und Dichterfürst Goethe stattete Bern im Jahr 1779 einen Besuch ab. Er war öfters in der Schweiz. Zunächst war die Schweiz nur Durchgangsstation, um zu seinen Sehnsuchtsorten in Italien zu kommen. Es gab aber Orte, die ihn in der Schweiz faszinierten. In Bern blieb er regelrecht hängen und war mehr als positiv überrascht. «… durchstrich

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bei der Gelegenheit die Stadt, sie ist die schönste, die wir gesehen haben, in Bürgerlicher Gleichheit eins wie das andere gebaut, all aus einem graulichen weichen Sandstein, die egalitaet und Reinlichkeit drinne thut einem sehr wohl, besonders da man fühlt, dass nichts leere Decoration oder Durchschnitt des Despotismus ist, die Gebäude, die der Stand Bern selbst aufführt sind gross und kostbar. Doch haben sie keinen Anschein von Pracht, der eins vor dem andern in die Augen würfe …» Das ist das Savoir-vivre der Schweiz und speziell hier in Bern in Reinform. Man gibt sich bürgerlich gelassen und hat es nicht nötig, seinen Reichtum protzig zur Schau zu stellen. Der Geheimrat, mit feudalistischem Hintergrund, fühlte schon vor der Französischen Revolution die Wirkungsmacht des Dritten Standes in der Schweiz. Kommen wir zum zweiten historischen Beispiel. Anfang des letzten Jahrhunderts weilte ein berühmter Wissenschaftler mit einem ganz hellen Kopf in Bern. Albert Einstein hatte 1905 einige Geistesblitze – sein «annus mirabilis». In der Kramgasse in Bern schrieb Albert Einstein den Aufsatz «Zur Elektrodynamik bewegter Körper», der unter der Bezeichnung Spezielle Relativitätstheorie in die Wissenschaft einging und das Weltbild der Physik revolutionierte. Zunächst deutete nichts auf diese revolutionäre Erkenntnis hin. Er hatte als Broterwerb


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350 Quadratmeter grosse Salon Trianon. Der denkmalgeschützte Ballsaal mit eindrücklichen Deckenstuckaturen, imposanten Marmorsäulen und original nachgebildeten Kronleuchtern sowie die drei Salons I bis III schaffen eine einzigartige Atmosphäre für Feste, Meetings und Konferenzen. Alle vier Räume sind mit der neusten Technik ausgestattet und flexibel kombinierbar. Die nach modernsten Bedürfnissen eingerichteten Meeting Rooms oder das Private Office werden sämtlichen Anforderungen an einen zeitgemässen Arbeitsplatz gerecht.

Jack's Brasserie Das Hauptrestaurant des Hauses ist die mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnete Jack’s Brasserie. Im typischen Fin-de-Siècle-Ambiente wird marktfrische, französische Brasserie-Küche und die grossen Schweizerhof-Klassiker wie das Jack’s Wienerschnitzel serviert. Die Weinkarte der Jack’s Brasserie wurde mit dem Titel «Die beste Schweizer Weinkarte» von Gault-Millau 2015 geehrt.

Lobby-Lounge-Bar Die Lobby-Lounge-Bar ist Treffpunkt für Hotelgäste und externe Besucher – ob zum Kaffee, Business-Lunch, Bowls by Schweizerhof Bern, Afternoon Tea (jeweils von Anfang Oktober bis Ende März) oder jeweils am Donnerstag für After-Work-Cocktails «5 to 9». eine Anstellung als Patentexperte 3. Klasse am Schweizerischen Patent­ amt in Bern. In seiner knappen Freizeit verfasste er Schriften zur Physik, mit zunächst völlig ungeahnten globalen Dimensionen für die Wissenschaftscommunity. Das Flair von Bern hat dazu seinen Teil beigetragen. So ging es vielen Persönlichkeiten, die in Bern einige Tage oder einige Jahre verweilten. Andere Gründe für die in Bern beheimatete Kreativität sind die Ruhe und der oft mit leichtem Spott versehene langsame Dialekt, der die Fokussierung auf das wirklich Wichtige ermöglicht – jenseits des Alltagsstresses.

Cigar Lounge

Auf jeden Fall nutzen Gäste aus nah und fern die einzigartige Atmosphäre, um sich vom hektischen Alltag zu erholen oder Business-Ideen zu verwirklichen. Ein von Qualität geprägtes Kulturangebot rundet das «Slow-down-Angebot» von Bern ab. Das Zentrum Paul Klee widmet sich beispielsweise dem Schaffen des Berner Malers, das weltweite Beachtung geniesst.

Die einzigartige Sky Terrace des Hotels Schweizerhof Bern bietet eine 360 Grad- Panoramasicht über das UNESCO-Weltkulturerbe Bern. Im mediterran angehauchten Ambiente geniessen die Gäste erfrischende Cocktailkreationen sowie herrlich leichte Sommergerichte bei sanfter Lounge-Musik.

Rückzugs- und Arbeitsort Um den Genuss zu gewährleisten, braucht es ein Haus als Arbeits- und Rückzugsort. Der Kern des Hotels Schweizerhof Bern sind die 99 Zimmer und Suiten. Sie empfangen die Gäste mit einer Mischung aus französischem Charme und englischem Understatement. Klassische, restaurierte Kronleuchter schaffen eine harmonische Lichtatmosphäre, während die luxuriösen Badezimmer mit Regenduschen und japanischen Badewannen kleine Wellness-Welten bilden. In den restlichen Bereichen des Zimmers überwiegt wiederum die warme, wohnliche Atmosphäre.

Das Fumoir steht für stilbewusste Geniesser: 450 verschiedene Weine, zahlreiche Whiskey- und Rum-Sorten sowie abends eine Vielzahl an Cocktails bieten sich zur Auswahl an. Zigarren-Liebhaber kommen in den Genuss einer breiten Palette an hochwertigen Zigarren aus verschiedenen Ländern. Aus der Schweizerhof-Küche werden mittags und abends täglich wechselnde Speisen, Fingerfood und Klassiker wie das Jack’s Wienerschnitzel serviert.

Sky Terrace

Hotel Schweizerhof Bern & THE SPA Bahnhofplatz 11 CH-3001 Bern Telefon +41 (0) 31 326 80 80 info@schweizerhof-bern.ch : : www.schweizerhof-bern.ch : :

Im Sous-Sol wartet an 365 Tagen im Jahr ein Wohlfühlort mit luxuriösem Ambiente. Die harmonische Atmosphäre im THE SPA vereint auf 500 m² Verwöhn-Pool mit Sprudelliegen und Massagedüsen, Hamam, finnische Sauna, Erlebnisduschen, Ruheraum mit Wasserbetten sowie Anwendungs- und Fitnessräume. Für Übernachtungsgäste ist der Zutritt zum THE SPA kostenfrei.

Bel Etage Auf der Bel Etage (800 Quadratmeter des Hotels Schweizerhof Bern & THE SPA stehen elf Säle und Räumlichkeiten für verschiedenste Anlässe für bis zu 430 Personen zur Verfügung. Das Herzstück bildet dabei der

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GENUSS Exotische Raritäten

Pinke Träume Wenn Sie Äpfel, Bananen und Birnen langweilig finden, lassen Sie sich doch einfach von diesen pinken raritäten inspirieren. Vielleicht Kennen Sie auch bereits eine davon? Die Vielfalt der Natur ist nämlich immens. Im Speziellen in der Pflanzenwelt hat sich die Erde eine pompöse vielfalt ausgedacht mit allerlei Farben, Gerüchen und interessanten Geschmacksnoten.

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1 | Purple Yams Lila Yams, auch Yam oder Yamswurzel genannt, ist ein Knollenwurzel­ gemüse mit seinen Ursprüngen in den asiatischen Tropen. Purple Yams ist schon seit der Antike beliebt. Die Schale der Yamswurzelknolle ist braun bis dunkelbraun, innen ist sie lavendelfarben, kann aber bis ins tiefe Lila tendieren. Vom Geschmack her erinnert die Wurzelknolle des Yams an Kartoffeln oder auch Esskastanien. Man beschreibt das Geschmacksfeld als eher süsslich, es ist aber keine Süsskartoffel. Auf keinen Fall sollte man die Yams roh verzehren, da sie eine toxische Wirkung besitzt. Die Wurzel der Yams lässt sich ähnlich wie Kartoffeln zubereiten. Als besondere Delikatesse gelten Eintöpfe aller Art. Yams kann zudem frittiert oder im Ofen gebacken werden. Als Snack, ähnlich wie Chips, schmeckt die Wurzel in dünn gebackenen Scheiben prima und ist etwas fürs Auge. In den Philippinen wird Yams auch oft gekocht oder als eine süsse Marmelade namens «ube halayá» als Brotaufstrich verwendet. Als Heilmittel wird die Yams immer beliebter, jedoch sollte man unbedingt den Rat eines Fachmannes einholen, da auch ihre Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen sind.

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2 | Ruby Rosa Darauf hat die Welt gewartet: Kaum zu glauben, aber die gewohnte Farbpalette unserer Scho­koladen ist erweitert worden: Rosa! Anfang September präsentierte der Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut der Welt die neue Sorte «Ruby» in Shanghai. Die rosafarbene Schokolade wird aus der Ruby-Kakaobohne gewonnen. Sie hat einen intensiven Geschmack und eine charakteristische rötliche Farbe. Somit kann auf Farbstoffe aller Art sowie Beerenaromen bei der Produktion komplett verzichtet werden  – die Farbe und der Geschmack seien somit vollkommen natürlich. Wann auch wir sie testen können, steht leider noch nicht fest.

3 | Pink Pineapple Eine neue Ananas wurde als Testkultur auf Plantagen von Dole und Del Monte in Hawaii und Costa Rica angebaut und nun in den Vereinigten Staaten zum Verzehr zugelassen. Um die rosa Färbung und die Süsse zu erhalten, wurde die Ananas genetisch verändert. Wie genau, bleibt das süsse Geheimnis von Del Monte. Junge Früchte produzieren in grosser Menge ein Pigment namens Lycopen. Lycopen gehört zur Klasse der Carotinoide und besitzt aufgrund seiner Polyen-Struktur eine rote Farbe, welche zum Beispiel auch den Tomaten ihre charakteristische Färbung verleiht. Es ist als Lebensmittelfarbstoff in der EU zugelassen. Beim normalen Reifeprozess wird dieses Pigment durch Enzyme oder Proteine in der Ananas in gelbe Carotinoide umgewandelt, wodurch die Ananas die gelbe Farbe, die wir gewohnt sind, bekommt. Durch ein spezielles Verfahren konnte nun die Wirkung dieser Enzyme bzw. Proteine fast voll­ ständig gehemmt werden, sodass die Färbung des Lycopen während des Wachstums erhalten bleibt. Die rosa Ananas ist geboren.

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Standortportrait Bern Süd Münsingen, Worb, Belp – Eine Wirtschaftsregion mit «Pfupf»

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