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bauRUNDSCHAU 01/26

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ERFINDER DES MINIMALISTISCHEN FENSTERS

VITROCSA

Dämmstoffe aus Glaswolle. Innovativ. Langlebig. Ökologisch. Swiss Made seit 1937 !

Liebe Leser*innen,

die einzige Konstante im Leben ist der Wandel – beim Schreiben der Artikel wurde mir deutlich bewusst, dass sich die Bauwirtschaft, wie viele Branchen, in einer Phase tiefgreifender Veränderungen befindet. Technologische Innovationen, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und neue gesellschaftliche Erwartungen prägen Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden sowie Infrastrukturen stärker denn je. Was gestern noch als Vision galt, gehört heute zunehmend zum Arbeitsalltag von Ingenieur- und Architekturbüros, Planenden und Bauunternehmen.

Wir möchten mit dieser Ausgabe, die sich als Plattform für Wissen, Erfahrung und Dialog versteht, Orientierung in einer stetig komplexer werdenden Branche bieten. Unser Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen verständlich einzuordnen, innovative Projekte vorzustellen und praxisnahe Lösungen sichtbar zu machen. Denn Fortschritt im Bauwesen entsteht nicht allein durch neue Materialien oder Technologien – er entsteht durch Menschen, die ihr Wissen teilen und gemeinsam bessere Wege entwickeln.

Nebst unseren in jeder Ausgabe wechselnden Schwerpunkten stehen bei den Kernrubriken Themen wie nachhaltiges Bauen, Digitalisierung, Ressourceneffizienz und die Transformation bestehender Infrastrukturen im Fokus. Angesichts von Klimawandel, Urbanisierung und wachsendem Flächenbedarf kommt der Bauwirtschaft eine Schlüsselrolle zu. Gebäude müssen heute nicht nur funktional und wirtschaftlich, sondern auch langlebig, energieeffizient und anpassungsfähig sein.

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung unsere Arbeitsprozesse grundlegend. Building Information Modeling, automatisierte Planungsprozesse und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen eröffnen neue Möglichkeiten, stellen Unternehmen jedoch auch vor organisatorische und kulturelle Herausforderungen. Der erfolgreiche Wandel erfordert Offenheit, Weiterbildung und Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg.

Mit dieser Ausgabe möchten wir Impulse geben, Einblicke in innovative Projekte ermöglichen und den Austausch innerhalb der Branche fördern. Expertinnen und Experten aus Praxis, Forschung und Industrie teilen ihre Perspektiven und zeigen, wie die Zukunft des Bauens bereits heute gestaltet wird.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und neue Impulse für Ihre tägliche Arbeit im Bauwesen.

TITELSTORY

6 ERFINDER DES MINIMALISTISCHEN FENSTERS Vitrocsa

HIGHLIGHT GLAS

10 BUNTE GLASKUNST

Lichtwirkung in der globalen Architektur

16 FÜR KÜHLE KÖPFE UND HELLE RÄUME Mit Sirius durch alle Jahreszeiten

18 MODERNE FENSTER Schlüsseltechnologie für Energieeffizienz, Komfort und Architektur

22 IRGENDWO ZWISCHEN DRINNEN UND DRAUSSEN Mehr Raum, mehr Licht, mehr Lebensqualität

BUSINESS PORTRAIT

28 DER SANFTE. DER RADIKALE. DER ÜBERSETZER. Architektur als empirischer Prozess

AUSSENARCHITEKTUR

32 INNOVATIVE GEBÄUDEHÜLLEN Schlüssel zur nachhaltigen Bauwende

34 DREAMTEAM – ISORIGID & SWISSROLL 030 Isover-Reportage Pfeffelstrasse Basel

36 DIE TÜR ALS HIGHTECH-BAUTEIL Trends im Schweizer Türenmarkt

40 SCHULBAU DER NÄCHSTEN GENERATION Firma Richard Brink liefert Fassadenrinne «Stabile Air» für modulare Schulbauten in Berlin

44 ARCHITEKTUR WEITERGEDACHT. SEIT 145 JAHREN Outdoor- und Fassadenlösungen von Schenker Storen

AUSSENBELEUCHTUNG

48 FUNKTION, SICHERHEIT UND ATMOSPHÄRE IM EINKLANG

Durchdachte Lichtkonzepte

52 VIRTUOSES ZUSAMMENSPIEL AUS LICHT UND LANDSCHAFT

Langlebige Lichtlösungen mit staub designlight ag

INNENARCHITEKTUR

54 INNOVATIVE BODENBELÄGE Materialien, Technik und neue Ansprüche

58 VON DER NASSZELLE ZUR MODERNEN WELLBEING-OASE Funktionalität, Design und neue Wohnqualität

62 WELLNESS-OASE MIT CLEVERER TECHNIK Präzisionsarbeit auf kompaktem Raum

64 DIE KÜCHE ALS MULTIFUNKTIONALER RAUM Mehr als ein Ort zum Kochen

68 DIE KUNST DES WESENTLICHEN SCHMIDT überträgt moderne Wohnbedürfnisse in reduzierte Ästhetik

NACHHALTIGES BAUEN

74 BACK-CONTACT-MODULE 500 Wattpeak markieren neuen Leistungssprung bei Solarmodulen

76 TECHNOLOGISCHE HERAUSFORDERUNG Keller aus Holz

80 PIAGGIO PORTER NPE Der elektrische Partner für jedes Handwerk

84 ÖKOLOGISCHE UND SOZIALE INNOVATIONEN IM BAUWESEN Nachhaltige Innovationen im Bauwesen neu bewertet

SICHERHEIT

86 MEHR SICHERHEIT AUF DER BAUSTELLE Warum sich die quartalsweise Prüfung durch externe Experten lohnt

90 VERNETZUNGSLÖSUNG FÜR TÜR-, FENSTERUND SICHERHEITSSYSTEME myGEZE Control

92 DIGITALISIERUNG AM BAU Vom Plan zur vernetzten Baustelle

KOLUMNEN

46 BITTE NICHT WENDEN!

72 15’000-MAL SCHLUSS – UND NIEMAND HAT ES KOMMEN SEHEN?

Erfinder des minimalistischen Fensters

Vitrocsa

Der neue Hauptsitz von Vitrocsa im Y-Parc in Yverdon-les-Bains wurde nach 18 Monaten Bauzeit fertiggestellt. Er vereint alle Unternehmensaktivitäten und markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens sowie in der Präsentation seiner Expertise. Das Gebäude überzeugt mit einer Architektur, in der die minimalistischen Fenstersysteme integriert wurden, welche die Marke seit über 30 Jahren entwickelt und gestaltet.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Diese international anerkannten Lösungen prägen die Fassade und Innenräume des Hauptsitzes. Zu den markanten Elementen gehören ein sechs Meter hohes Schwenkfenster und Lkw-Zufahrtsöffnung aus dem Senkrechtschiebefenstersystem, die bis zu neun Meter hoch sein kann. Der vollständig als Showroom konzipierte

innovative Hauptsitz setzt neue Massstäbe und demonstriert die Expertise und Kompetenz der Marke, in zeitgenössische Architektur grossflächige, minimalistische Verglasungen zu integrieren.

Das Projekt entstand aus der Notwendigkeit, die alten Räumlichkeiten in Saint-Aubin-Sauges zu ersetzen, die für

haltigen Lösungen und der Reduzierung des CO₂-Fussabdrucks gekennzeichnet ist.

Gründungsvision: Reduktion aufs Wesentliche Vitrocsa ist der Erfinder und Wegbereiter des modernen minimalistischen Fensters mit ultradünnem Profil. Dieses Konzept wurde Anfang der 1990erJahre in Saint-Aubin-Sauges vom Firmengründer Eric Joray entwickelt. Als leidenschaftlicher Architekt und Uhrmacher entwarf er ein System, welches das traditionelle Konstruktionsprinzip des Fensters umkehrt und seine Elemente aufs Wesentliche reduziert.

Der Ansatz besteht darin, die Struktur verschwinden zu lassen sowie Licht und Landschaft in den Mittelpunkt zu rücken. Die Technologie tritt in den Hintergrund, um das Wesentliche freizulegen: Transparenz, räumliche Kontinuität und die Verbindung zwischen innen und aussen. Diese Philosophie wurde zum Markenzeichen der Marke.

Einzigartige Wurzeln

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in die 1980er-Jahre zurück, als Joray die «Orchidées Constructions SA» gründete. Zunächst war es eine Boutique für seltene Orchideen – eine weitere Leidenschaft des Gründers –, die später um die Herstellung von Veranden zum Schutz seiner wertvollen Pflanzen erweitert wurde. Der Name Vitrocsa ist eine Abkürzung von Vitre – Orchidées –Constructions – SA und verkörpert die Geschichte der Marke.

Das System, das zunächst von Schweizer Architekten wie Andrea Bassi eingesetzt wurde, expandierte in den 2000erJahren nach Europa, in die USA und letztendlich auf fünf Kontinente. Zahlreiche Projekte entstanden in die Produktions- und Logistikabläufe nicht mehr geeignet waren. Der Standort Yverdon-les-Bains wurde aufgrund seiner Nähe zu den meisten Mitarbeitenden und der Möglichkeit, Produktion, Verwaltung und Lager an einem Standort zu vereinen, gewählt. Das in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Bat-Mann errichtete Gebäude ruht auf Energiepfählen und nutzt somit Geothermie. Zusätzlich verfügt es über ein vollständig mit Photovoltaikmodulen ausgestattetes Dach, das Energieautarkie ermöglicht. Diese Entscheidungen spiegeln die sich wandelnden Bedürfnisse der Branche wider, die durch eine steigende Nachfrage nach nach-

Die neue Anlage, die auf die Optimierung jedes einzelnen Schritts – von der Systemplanung bis zur Auslieferung – ausgelegt ist, verkörpert die Essenz der Marke: Präzision, Innovation und Transparenz. Sie bietet ein Umfeld, das die Entwicklung neuer technischer Lösungen fördert und die Position des Mutterkonzerns bei seinen internationalen Partnern stärkt. Der neue Standort unterstützt dynamisches Wachstum und ist ein wichtiger Hebel, um die zukünftigen Erwartungen des internationalen Verglasungsmarkts zu erfüllen.

Diese ungewöhnliche Entwicklung verdeutlicht bereits die DNA des Unternehmens: Ausgehend vom konkreten Bedarf zu experimentieren und zu perfektionieren erfolgte schliesslich die Umsetzung einer Intuition in eine bahnbrechende Innovation für eine ganze Branche.

Kontrollierte internationale Expansion

unterschiedlichsten Kontexten: privaten Villen, Hotels, Kulturbauten und Stadtwohnungen. Dies unterstreicht die Anpassungsfähigkeit des Systems an verschiedenste klimatische und architektonische Gegebenheiten. 2015 wurde das Unternehmen von fünf langjährigen Mitarbeitenden übernommen. Dadurch wurde die Kontinuität der ursprünglichen Philosophie gesichert und das kontrollierte Wachstum weiter gefestigt. Dieser interne Transfer garantiert die Treue zum Gründungsgedanken und stärkt gleichzeitig die Organisationsstruktur, um der steigenden internationalen Nachfrage gerecht zu werden.

Schweizer Exzellenz als Leitprinzip

Die Produktion erfolgt vollständig in der Schweiz nach Präzisionsstandards, die in direkter Linie von der Uhrmacherei inspiriert sind. Die Teams, die sich aus Architekten, Bauingenieuren und Maschinenbauern zusammensetzen, verbinden traditionelle Handwerkskunst mit kontinuierlicher Innovation, insbesondere in den Bereichen Automatisierung, technische Systemverbesserungen und Energieeffizienz. Vitrocsa trägt das Swiss Label – ein Garant für überwiegend schweizerische Fertigung und ein starkes Bekenntnis zu Qualität, Zuverlässigkeit und nationaler Expertise. Diese Auszeichnung unterstreicht die lokale Verwurzelung des Unternehmens und sein Engagement für die hohen Qualitätsstandards der Schweizer Industrie. Jedes Projekt erhält massgeschneiderte Unterstützung – von der ersten technischen Studie bis zur Installation –, um eine nahtlose Integration in die Architektur zu gewährleisten. Dieses Bekenntnis zu Qualität und Präzision ist einer der Grundpfeiler des internationalen Rufs des Unternehmens.

Neuer Standort für ein neues Kapitel

Der neue Hauptsitz in Yverdon-les-Bains ist mehr als nur ein neuer Standort. Er verkörpert eine neue Entwicklungs-

Die beiden Öffnungen der Lagerhalle wurden mit dem Vitrocsa-Senkrechtschiebefenster realisiert und sind jeweils neun Meter hoch und sechs Meter breit. Ziel war es, ausreichend grosse Durchfahrten zu schaffen, damit Lastwagen direkt in die Halle einfahren und Bestellungen abholen können.

phase, in der technische Innovation und industrielle Exzellenz an einem Ort zusammenkommen. Konzipiert als leistungsstarkes Produktionszentrum und architektonisches Vorzeigeobjekt, verkörpert das Gebäude die Vision von Vitrocsa, die Grenzen des Technischen zu erweitern, um immer mehr Transparenz, formale Freiheit und Leistung

zu bieten. Vitrocsa ist auch heute noch ein weltweit führender Anbieter minimalistischer Fenster, und der kürzlich realisierte neue Hauptsitz bekräftigt das Engagement des Unternehmens, die zeitgenössische Architektur an der Schnittstelle von Technologie, Licht und Landschaft massgeblich weiterhin mitzugestalten.

© Patrice Schreyer
© Patrice Schreyer
© Patrice Schreyer

Minimalistische Systeme für die Architektur

Im Zentrum der Expertise von Vitrocsa stehen minimalistische Fenstersysteme, die die Grenzen von Transparenz und architektonischer Integration neu definieren. Jede Lösung basiert auf dem gemeinsamen Prinzip, die sichtbare Struktur auf ein Minimum zu reduzieren, um Licht, Landschaft und die Kontinuität der Räume zu maximieren.

Das Schiebesystem ist das Markenzeichen der Marke und wurde 1994 als erstes System entwickelt. Dank ultradünner Profile und in die Architektur integrierter Rahmen ermöglicht es grosse Glasöffnungen.

Die Schwellenfreier Bodenübergang erweitert dieses Streben nach Diskretion, indem sie jegliche Unterbrechung im Boden beseitigt. Integriert in die Gebäudestruktur, ermöglicht sie einen nahtlosen Übergang zwischen Räumen und verbessert so die Zugänglichkeit und die Klarheit der Linien.

Das Gewölbt System wurde nach demselben Prinzip wie die Schiebefenster entwickelt und demonstriert die technische Anpassungsfähigkeit der Marke. Es ermöglicht die Gestaltung individueller, gebogener Verglasungen, die sich harmonisch in Architekturen mit organischen oder kreisförmigen Formen einfügen und gleichzeitig die elegante Optik der Vitrocsa-Produkte bewahren.

Das Schwenkfenster verwandelt die Öffnung in ein vollwertiges Architekturelement. Das grossflächige System bietet einen spektakulären Eingang bei gleichzeitig reibungsloser Bedienung und minimalistischer Ästhetik.

Das Senkrechtschiebefenster ermöglicht durch seine vertikale Bewegung die vollständige Freigabe einer Fassade, indem die Verglasung im Boden oder in der Decke verschwindet. Es eignet sich besonders für grossflächige Projekte mit sehr hohen Öffnungen, durch die Kombination mehrerer Flügel sind nahezu unbegrenzte Ab -

messungen möglich. Die drehbare Ecke macht die traditionelle, feste Gebäudeecke überflüssig.

Das Turnable-Corner-System wurde entwickelt, um den Raum optimal zu nutzen. Ein Rollmechanismus ermöglicht die vollständige Freigabe der Glaselemente. Diese architektonische Lösung schafft eine maximale Raum-

nutzung an Fassaden und Ecken und ermöglicht gleichzeitig die Lagerung des Glases in einem separaten Bereich. Jedes dieser Systeme wird individuell an das jeweilige Projekt angepasst. Dieser Ansatz vereint technische Leistungsfähigkeit, mechanische Präzision und visuellen Minimalismus – die Grundpfeiler der Vitrocsa-Identität.

Die mit dem Vitrocsa-Schwenkfenster realisierte Tür ist sechs Meter hoch und 2.2 Meter breit.

Bunte Glaskunst

Lichtwirkung in der globalen Architektur

Licht ist eines der ältesten Gestaltungsmittel der Architektur. Lange bevor künstliche Beleuchtung Räume erhellte, nutzten Baumeister das natürliche Tageslicht, um Atmosphäre, Symbolik und Struktur zu formen. Mit der Entwicklung der Buntglasfenster im 11. und 12. Jahrhundert begann man, Licht gezielt zu färben, und machte es damit selbst zum architektonischen Element.

Trotz technischer Weiterentwicklungen hat sich das grundlegende Prinzip der Buntglasherstellung seit dem Mittelalter kaum verändert. Am Anfang steht nach wie vor ein detaillierter Entwurf, in dem Motiv, Farbverteilung und Linienführung exakt festgelegt werden. Traditionell werden dem geschmolzenen Glas Metalloxide beigemischt, um charakteristische Farbtöne zu erzeugen – etwa Kobalt für Blau oder Goldverbindungen für Rot. In spezialisierten Werkstätten wird Glas bis heute mundgeblasen und von Hand weiterverarbeitet, insbesondere bei Restaurierungen historischer Fenster oder bei künstlerischen Einzelanfertigungen.

Parallel dazu kommen in der zeitgenössischen Architektur zunehmend industrielle Herstellungsverfahren zum Einsatz: Maschinell gefertigtes Flachglas, Laminierungen

© Vitromusée Romont
Orangerie du Vitromusée Romont.
Autorin: Nathalie Becker

oder keramische Digitaldrucke erweitern die Gestaltungsmöglichkeiten. Die einzelnen Glasstücke werden je nach Technik durch klassische Bleiprofile oder moderne Metallrahmen zusammengehalten und in die jeweilige Tragstruktur integriert.

Internationale Buntglaskunst

Während Buntglasfenster lange Zeit primär mit sakraler Architektur assoziiert wurden, fanden sie sich im Laufe der Jahrhunderte in unterschiedlichste Bautypologien wieder. Im schweizerischen Romont befindet sich mit dem Vitromusée Romont eines der wenigen Museen Europas, das sich ausschliesslich der Glasmalerei und Glaskunst widmet. Untergebracht ist es im Château de Romont aus dem 13. Jahrhundert, dessen massive Molasse-Sandsteinmauern einen spannenden Kontrast zu den fragilen Glasarbeiten im Inneren bilden. Gerade dieser Kontrast macht den Ort architektonisch interessant, da die Ausstellungssituationen so konzipiert sind, dass Tages- und Kunstlicht gezielt eingesetzt werden, um die transluzenten Eigenschaften der verschiedenen Glasobjekte sichtbar zu machen. Im Gebäude selbst befinden sich ebenfalls Glasgemälde, die sich vor allem in der Orangerie und der Passerelle bestaunen

Passerelle du Vitromusée Romont.
© Pascal Gertschen

lassen, wenn die Sonne von aussen ins Innere strahlt.

Auch international sind Buntglasfenster in unterschiedlichen Gebäudearten vertreten. Eine der atemberaubendsten dieser Bauten ist die Sainte Chapelle in Paris, welche zwischen 1242 und 1248 erbaut wurde. Beim Bau dieses Gotischen Meisterwerks wurden circa 670 Quadratmeter Glasfläche verbaut, darunter 15 riesige Fenster im Obergeschoss, welche mit circa 600 bis 1113 einzelnen Szenen die gesamte biblische Heilsgeschichte erzählen.

In Barcelona verzaubert der Palau de la Música mit seiner wunderschönen Buntglasdecke. Entworfen wurde dieser Konzertsaal, der zum katalanischen Modernismus zählt, von Luís Domènech i Montaner als Zuhause für den Chor «Orfeó Català». Das Glasdach in Form einer invertierten Kuppel verwandelt Sonnenlicht von oben in ein

Baukompetenz mit Wirkung.

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sanu.ch/bauinfo

tanzendes Farbenspiel im Innenraum des Konzertsaals und lässt das gesamte Dach wirken, als würde es leuchten. Typisch für den katalanischen Modernismus, wurde bei der Motivwahl mit floralen Mustern und katalanischer Symbolik gespielt. Besonders auffällig ist, dass der Saal tagsüber beinahe ausschliesslich von Tageslicht beleuchtet wird, was zur Zeit seines Baus in keinem anderen Gebäude der Fall war.

Selbst Wohnhäuser wurden zeitweise mit Buntglasfenstern geschmückt. Ein Beispiel hierfür ist ein luxuriöses Brüsseler Stadthaus im Jugendstil, geplant von Architekt Ernest Delune. Der Eingangsbereich dieses Hauses ist das, was dem Haus sein besonderes Flair verleiht. In die runden Elemente, die sowohl die hölzerne Eingangstür als auch eines der Fenster schmücken, wurden Buntglasfenster mit floralen

Mustern in Gold, Grün und Blau eingesetzt, welche den Eindruck erwecken, als würden in diesem Haus Feen und Elfen hausen.

Auch in Basel steht ein wahres Meisterwerk der Glaskunst. Als Bauwerk der frühen Moderne, geplant von Architekt Karl Moser, gilt die Kirche St. Antonius als die erste reine Betonkirche der Schweiz und stellt eine interessante Fusion aus Beton und Glas mit teilweise brutalistischen Tendenzen dar. Insgesamt zieren das Langhaus der Kirche elf grosse Buntglasfenster, die vom Boden bis zur Gewölbedecke reichen und sich mit ihrer modernen Bildsprache stilistisch von traditioneller Glasmalerei lösen. Was diese Kirche so interessant macht, ist, dass sie als hervorragendes Beispiel von Lichtwirkung dient. Ohne die farbigen Fenster erschiene der Innenraum kühl und

schwer. Erst das bunte, gebrochene Licht taucht den Raum in warme Farbtöne, mildert die Strenge des Materials und gestaltet die Raumatmosphäre aktiv mit.

Gerade angesichts aktueller Debatten um nachhaltige Bauweisen und bewusste Lichtführung erscheint Buntglas überraschend zeitgemäss. Seine Fähigkeit, Licht zu filtern und Räume

atmosphärisch zu formen, verleiht ihm auch in der zeitgenössischen Architektur ein bislang unterschätztes Potenzial und könnte auch zukünftig architektonisch relevant bleiben.

Für kühle Köpfe und helle Räume

Mit Sirius durch alle Jahreszeiten

Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint – doch was draussen willkommen ist, kann drinnen schnell zur Belastung werden. Wer im Sommer einen kühlen Kopf bewahren will, sollte seine Fenster nicht unterschätzen. Moderne Sirius-Fenstersysteme halten die Hitze draussen und lassen dennoch viel natürliches Licht hinein, ganz ohne energieintensive Klimageräte. Und das ist längst nicht alles, was die innovativen Systeme auszeichnet.

Autor: Christian Wenger

Bilder: Sirius

Fenster spielen eine Schlüsselrolle im Gebäude, nicht nur in Bezug auf Licht und Luft, sondern auch hinsichtlich Wärmeschutz, Energieeffizienz und Design. Besonders im Sommer zeigt sich, welche Rolle der richtige Fensteraufbau spielt: Bei herkömmlichen Verglasungen dringt die Sonnenwärme oft ungehindert ein und heizt den Raum auf. Die Folge: über-

hitzte Wohnräume und ein steigender Energieverbrauch durch Ventilatoren oder Klimageräte.

Sirius-Fenster bieten eine intelligente Lösung. Dank moderner Isolierverglasung mit speziellen Beschichtungen, wärmeoptimierten Rahmen und grossen Glasflächen reflektieren sie einen Grossteil der Sonneneinstrahlung, ohne den Lichteinfall merklich zu beeinträchtigen. Das Resultat: angenehm kühle Räume, auch bei hochsommerlichen Temperaturen.

Im Sommer und Winter energetisch überlegen Was im Sommer für kühle Räume sorgt, hilft im Winter beim Energiesparen. Sirius-Fenster minimieren den Wärmeverlust über die Fensterflächen und

Warmes Holz trifft auf grossflächige Glasfronten.

machen so auch die Heizperiode effizienter. Der durchdachte Aufbau mit hohem Glasanteil und innovativen Holzoder Holz-Metall-Kombinationen verbessert die Dämmleistung signifikant, ganz im Sinne des Minergie-Standards. Christian Wenger, Geschäftsführer von Sirius, bringt es auf den Punkt: «Viele unterschätzen, wie stark die richtigen Fenster das Raumklima beeinflussen können. SiriusFenster reduzieren die Hitze im Sommer und bewahren die Wärme im Winter. Das spart Energie und erhöht den Wohnkomfort spürbar.»

Ästhetik trifft auf Technik, mit Weitblick geplant

Neben energetischen Vorteilen punkten Sirius-Fenster mit einem eleganten, reduzierten Design. Schlanke Rahmenprofile schaffen grosszügige Glasflächen, die nicht nur Licht in die Räume holen, sondern auch den Ausblick betonen , ideal für moderne Architektur, aber auch für stilvolle Renovationen.

Besonders in Kombination mit warmen Holzoberflächen entstehen Fensterlösungen, die sowohl technisch als auch optisch überzeugen. In alpinen Chalets, urbanen Neubauten oder denkmalgeschützten Bauten, das Sirius-Fenstersystem zeigt sich anpassungsfähig und stilvoll zugleich.

Sicherheit ohne Kompromisse

Grossflächige Fenster und Schiebetüren wirken einladend, sollen aber nicht für ungebetene Gäste offenstehen. SiriusHebeschiebetüren sind daher mit speziellen Sicherheitsbeschlägen ausgestattet, die gegen Aufhebeln schützen und trotzdem höchsten Bedienkomfort bieten: leichtgängig, leise und robust.

Swissness mit System, regional produziert, nachhaltig gedacht

Während andere Anbieter ihre Produktion ins Ausland verlagern, setzt Sirius auf Nähe: Die Produktion erfolgt in der Schweiz und in Liechtenstein. Das sichert nicht nur kurze Transportwege und persönliche Betreuung, sondern garantiert auch Qualität, Flexibilität und schnelle Reaktionszeiten.

Diese Philosophie unterstreicht auch das klare Bekenntnis zu nachhaltigem Bauen: Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft, energieeffiziente Konstruktionen und langlebige Materialien sorgen dafür, dass Sirius-Fenster nicht nur heute, sondern auch morgen Bestand haben.

Kundennähe als Prinzip, individuell geplant, langfristig begleitet

Sirius-Fenster sind keine Massenware, sondern entstehen aus dem Dialog mit Bauherren, Architekt*innen und Fensterbaupartnern. Die Bedürfnisse der Kundschaft stehen im Mittelpunkt, ob bei der Auswahl des passenden Systems, bei Sonderlösungen oder im späteren Unterhalt.

Schiebefenster: Komfort gepaart mit Sicherheit.

Der dezentrale Aufbau mit einem Netzwerk aus lokalen Partnern sorgt dafür, dass Service, Wartung und Reparaturen schnell und zuverlässig durchgeführt werden können. Ein echter Mehrwert, gerade bei langlebigen Produkten wie Fenstern.

Fazit: Sirius steht für Fensterlösungen, die mitdenken und vorausdenken

Ob Sommerhitze oder Winterkälte, Neubau oder Sanierung, Stadtwohnung oder Berghütte: Sirius-Fenster sind die clevere Wahl für Menschen, die Wert auf Komfort, Nachhaltigkeit und Design legen. Wer heute investiert, profitiert langfristig, mit einem Zuhause, das hell, angenehm temperiert und sicher ist. Und mit einem Partner, der weiss, worauf es wirklich ankommt.

Freier Ausblick: Grosse Fenster fangen das Alpenpanorama ein.

Moderne Fenster

Schlüsseltechnologie für Energieeffizienz, Komfort und Architektur

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Als Haupttreiber gilt hierbei ganz klar die Energieeffizienz, denn einer der wichtigsten Faktoren im heutigen Fensterbau ist die energetische Qualität. Gebäude sollen möglichst wenig Energie verlieren, gleichzeitig aber viel Tageslicht nutzen. HochleistungsIsoliergläser mit zwei- oder dreifacher Verglasung sind mittlerweile Standard. Entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel aller Komponenten: Glas, Rahmen, Dichtungs systeme und Montage.

Moderne Fenster erreichen heute sehr niedrige Wärmedurchgangswerte. Dadurch lassen sich Heizkosten deutlich reduzieren und Gebäude erfüllen anspruchsvolle Energiestandards. Gleichzeitig verbessert sich das Raumklima, da kalte Oberflächen und Zuglufterscheinungen minimiert werden. Für Bauherren und Planer bedeutet dies: Fenster sind längst nicht mehr nur Fassadenelemente, sondern Teil des energetischen Gesamtkonzepts eines Gebäudes.

Rahmenmaterialien im Wandel

Auch bei den Materialien hat sich viel entwickelt. Kunststofffenster dominieren weiterhin den Markt, weil sie wirtschaftlich, pflegeleicht und langlebig sind. Parallel dazu Der Fensterbau hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Was früher hauptsächlich als transparentes Bauelement galt, ist heute ein hochentwickeltes System aus Technik, Materialwissenschaft und Gestaltung. Moderne und somit technisch ausgereifte Fenster spielen in der Schweiz aufgrund von steigenden Anforderungen an Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Wohnkomfort eine zentrale Rolle, denn sie treiben Innovationen kontinuierlich voran.

erleben Holz und Holz-Aluminium-Konstruktionen eine Renaissance, weil sie natürliche Optik mit hoher technischer Leistungsfähigkeit in Einklang bringen.

Aluminium wiederum punktet mit Stabilität und schlanken Profilen. Besonders bei grossformatigen Verglasungen, wie sie in moderner Architektur immer häufiger vorkommen, spielt dieses Material seine Vorteile aus. Die Kombination verschiedener Werkstoffe ermöglicht zudem massgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Anforderungen – von Wohnbauten bis hin zu grossen Objektprojekten.

Tageslicht als Element der Architektur

Architekturtrends beeinflussen die Entwicklung im Fensterbau stark. Grossflächige Verglasungen, minimalistische Rahmen und fliessende Übergänge zwischen dem Innenund Aussenraum sind heute sehr gefragt. Fenster werden zunehmend als Gestaltungselement eingesetzt, das das Gebäude prägt.

Damit steigen auch die technischen Anforderungen –Statik, Wärmeschutz, Sonnenschutz und Lüftung müssen miteinander harmonieren. Besonders bei grossen Glasflächen spielen hochwertige Beschläge, stabile Profile und präzise Planung eine entscheidende Rolle.

Sanierungsmarkt gewinnt an Bedeutung

Ein grosser Teil des Potenzials liegt nicht im Neubau, sondern in der Gebäudesanierung. Viele Gebäude besitzen noch Fenster, die energetisch nicht mehr dem heutigen Stand entsprechen. Der Austausch bietet ein enormes Einsparpotenzial.

Moderne Fenstersysteme lassen sich heute so planen, dass sie auch in bestehende Gebäude effizient integriert werden können. Neben der Energieeffizienz verbessert sich häufig auch der Schallschutz deutlich – ein wichtiger Faktor in dicht besiedelten Regionen. Für Eigentümer bedeutet dies eine nicht zu unterschätzende Aufwertung der Immobilie sowie langfristige Kostenvorteile.

Digitalisierung verändert Planung und Produktion Ein klarer Trend ist die Digitalisierung der Branche, denn Planung, Produktion und Montage sind heute zunehmend digital vernetzt. CAD-Planung, automatisierte Fertigung und präzise Aufmasssysteme erhöhen Qualität und Effizienz. Dadurch ergeben sich für Architekten und Bauherren Vorteile: Fensterlösungen können frühzeitig visualisiert und technisch optimiert werden. Fehlerquellen werden reduziert, und Projekte lassen sich wirtschaftlicher umsetzen.

Nachhaltigkeit wird zum Standard

Neben Energieeffizienz rückt auch die ökologische Bilanz stärker in den Fokus. Recyclingfähige Materialien, langlebige Konstruktionen und ressourcenschonende Produktion gewinnen an Bedeutung. Hersteller investieren zunehmend in Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Lieferketten.

Fenster haben zudem eine vergleichsweise lange Lebensdauer – gute Systeme funktionieren mehrere Jahrzehnte zu-

verlässig. Wartungsfreundliche Konstruktionen und austauschbare Komponenten verlängern diese Nutzungsdauer zusätzlich.

Komfort und intelligente Funktionen

Neben klassischen Eigenschaften gewinnen Komfortfunktionen an Bedeutung. Dazu zählen beispielsweise integrierte Lüftungssysteme, automatisierte Beschattung oder smarte Steuerungen. Fenster werden damit Teil des intelligenten Gebäudes.

Sensoren können beispielsweise das Raumklima überwachen und automatisch lüften. Auch Sicherheit spielt eine Rolle: moderne Beschläge, Mehrfachverriegelungen und spezielle Verglasungen erhöhen den Einbruchschutz.

Innovative Fensterlösungen für ein Maximum an Wohnkomfort

Die Zukunft des Fensterbaus wird von mehreren Faktoren geprägt: strengeren Energieanforderungen, nachhaltigen Materialien, digitaler Planung und steigenden architektonischen Ansprüchen. Fenster entwickeln sich zunehmend zu komplexen Systemlösungen. Für Fachbetriebe, Planer und Hersteller eröffnet dies grosse Chancen. Wer Innovation,

Qualität und Beratung miteinander verbindet, wird auch in Zukunft erfolgreich sein.

Denn eines bleibt sicher: Fenster sind weit mehr als Öffnungen in der Wand – sie sind ein entscheidender Bestandteil moderner Gebäude und tragen massgeblich zur Steigerung des Wohnkomforts bei.

Irgendwo zwischen drinnen und draussen

Mehr Raum, mehr Licht, mehr Lebensqualität

Wintergärten liegen im Trend und sind eine hervorragende Investition in die Lebensqualität. Sie schaffen Raum, Licht und eine besondere Atmosphäre, die das Wohnen bereichert. Mit der richtigen Planung und Ausführung wird ein Wintergarten zu einem ganzjährig nutzbaren Lieblingsplatz im eigenen Zuhause. Zudem steigert ein hochwertig gebauter Wintergarten den Wert einer Immobilie.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Ein Wintergarten ist im Grunde ein lichtdurchfluteter Anbau mit viel Glas – doch darüber hinaus verbindet er den Wohnraum mit der Natur, bringt Licht ins Haus und schafft einen Ort der Entspannung – unabhängig von Jahreszeit und Wetter. Ob als gemütlicher Rückzugsort, grünes Pflanzenparadies oder repräsentativer Wohnraum: Wintergärten erfreuen sich, mit steigender Tendenz, seit Jahren grosser Beliebtheit.

Die filigranen Orangerien des Barock Grundsätzlich ist die Idee eines verglasten Anbaus an einem Gebäude, der durch grosse Glasflächen maximalen Lichteinfall ermöglicht, keine Erfindung der Neuzeit. Historische Wintergärten, als glasüberdachte Anbauten oder eigenständige Bauwerke, waren bereits vom 18. bis frühen 20. Jahrhundert verbreitet. Sie dienten als Repräsentationsräume, Orangerien oder botanische Schaustätten und verbinden, vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, Architektur-, Garten- und Technikgeschichte.

Der Ursprung der Wintergärten findet sich wohl in den Orangerien des Barock, die hauptsächlich zur Überwinterung exotischer Pflanzen sowie zur Schaustellung botanischer Sammlungen gedacht waren und oftmals in Palais, Villen oder Schlossanlagen integriert wurden. Die Blütezeit der Wintergärten konzentrierte sich auf das 19. Jahrhundert, besonders im Historismus und Jugendstil.

Die Technik der historischen verglasten Bauten beschränkte sich auf Gusseisen- oder Schmiedeeisenkonstruktionen, grosse Glasflächen und simple, frühe Heizsysteme. Die typischen Merkmale waren damals filigrane Eisen-Glas-Konstruktionen, reiches Dekor (klassizistisch, historistisch, Jugendstil), eine Orientierung gegen Süden und zahlreiche Kuppeln oder Tonnengewölbe. Bekannte Beispiele aus dieser Zeit sind:

w das Palmenhaus Schönbrunn (Wien, 1882) – monumentale Eisen-Glas-Architektur,

w das Palmenhaus Sanssouci (Potsdam, 1834) – klassizistisch, w der Palmengarten Frankfurt (ab 1868) – mehrere historische Gewächshäuser,

w die Royal Botanic Gardens, Kew (London) – Palm House (1848).

Die attraktiven viktorianischen Orangerien und stilvollen Wintergärten werden heutzutage noch gerne als Gastraum in der Gastronomie und Hotellerie eingesetzt oder als Kunstatelier mit ansprechendem Ambiente genutzt.

Materialien beeinflussen Optik, Pflegeaufwand und Kosten Moderne Wintergärten bestehen in der Regel aus einer stabilen Rahmenkonstruktion sowie isolierendem Sicherheitsglas. Je nach Bauweise kann ein Wintergarten ganzjährig oder nur saisonal genutzt werden. Bei der Planung spielen Material und Ausführung eine entscheidende Rolle. Aluminium, Holz und Kunststoff gehören zu den gängigsten Rahmenmaterialien. Aluminium wirkt modern, ist äusserst pflegeleicht

und langlebig, wobei der Baustoff Holz eine gewisse Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlt. Ebenfalls verfügt er über eine ausgezeichnete Isolierung, benötigt aber eine vergleichsweise anspruchsvolle Pflege. Die Kombination

aus Holz und Aluminium ist interessant, da sie durch ihr schickes Aussehen besticht und zudem weitaus langlebiger als eine reine Konstruktion aus Holz ist. Bei der Verwendung von Kunststoff stehen vor allem der budget-

Palmenhaus Sanssouci
Palmenhaus Schönbrunn

Die Kew Gardens in London zählen zu den berühmtesten viktorianischen Wintergärten und sind Vorbild für ähnliche Anlagen in ganz Europa.

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freundliche Aspekt und die gute Wärmedämmung im Vordergrund.

Auch die Gestaltung ist vielfältig: von modern-minimalistisch bis klassisch-verspielt. Beschattungssysteme, Belüftung, Bodenbeläge und Heizkonzepte spielen da-

bei eine wichtige Rolle. Moderne Verglasungen sorgen für gute Wärmedämmung und verhindern, dass sich der Raum im Sommer zu stark aufheizt. Für alle, die in den sonnenreichen Monaten keinen Sauna-Effekt möchten, empfiehlt es sich, Beschattungs-

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Palmengarten Frankfurt

systeme und Lüftungskonzepte als wichtige Bestandteile eines zeitgemässen Wintergartens anzusehen.

Ein Wintergarten bietet zahlreiche Vorteile:

w mehr Tageslicht für ein besseres Wohngefühl – selbst graue Tage fühlen sich heller an, w zusätzlicher Wohnraum ohne klassischen Neubau, w Wertsteigerung der Immobilie, w positive Wirkung auf das Wohlbefinden, da Licht und Grün Stress reduzieren können, w Ganzjahres-Naturgefühl, selbst im Winter (je nach Bauart), w perfekt als Wohnzimmer, Essbereich, Leseecke oder Pflanzenparadies.

Oft unterschätzte Punkte sind:

w Sonnenschutz (sonst Sauna im Sommer), w Belüftung, w Statik und Baugenehmigung, w Ausrichtung Süden oder Norden.

Kalt versus warm Wintergärten erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit – immer mehr Hausbesitzer*innen entscheiden sich

für den verglasten Anbau, der zusätzlichen Wohnraum schafft und gleichzeitig die Nähe zur Natur ermöglicht. Gerade in den dunkleren Monaten bietet ein Wintergarten spürbar mehr Tageslicht und steigert damit das Wohlbefinden. Der meist vollständig verglaste Raum kann, je nach Bauweise, ganzjährig genutzt oder als saisonaler Aufenthaltsraum dienen.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen den beiden Haupttypen Kaltwintergarten und Wohnwintergarten (Warmwintergarten). Während der Kaltwintergarten gar nicht oder nur minimal beheizt wird, bietet er sich ideal als wettergeschützter Aufenthaltsraum im Frühling, Sommer und Herbst an –und ebenso als Überwinterungsplatz für Pflanzen. Auch ist er die budgetfreundlichere Wahl. Ein Warmwintergarten hingegen ist voll isoliert, beheizt und komfortabel, sodass er ganzjährig als Wohnraum genutzt werden kann – etwa als Wohnzimmer, Essbereich oder Büro. Vor dem Bau eines Wintergartens sollte man sich nicht nur genau überlegen, welche Variante für einen persönlich infrage kommt, sondern im Vorfeld die baurechtlichen Vorschriften beachten, ob beispielsweise eine Baugenehmigung erforderlich ist. Tipp: Eine sorgfältige Planung mit Fachbetrieben stellt sicher, dass Statik, Wärmedämmung und Energieeffizienz den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Ob als grüner Rückzugsort, heller Essbereich oder zusätzlicher Wohnraum – ein Wintergarten verbindet Wohnen und Natur auf eine ganz besondere Weise und hat das Potenzial, für viele zum Lieblingsplatz im eigenen Zuhause zu werden.

werden und profitieren.

Fünf-Franken-Aktion: HEV-Mitgliedschaft für nur fünf Franken bis Ende 2026. Ab 2027 gilt der reguläre Jahresbeitrag der zuständigen Sektion. Die Aktion gilt nur für Neumitglieder und bis 31.12.2026. Hier anmelden: www.hev-schweiz.ch/prestige-magazin

Hauseigentümerverband Schweiz

Seefeldstrasse 60, Postfach, 8032 Zürich www.hev-schweiz.ch, info@hev-schweiz.ch

www.hev-schweiz.ch

Markus Meier Direktor HEV Schweiz

Der Sanfte. Der Radikale. Der Übersetzer.

Architektur als empirischer Prozess

Das Basler Studio von Miquel del Río, Gründer von MIDERI Architekten, spiegelt die Dualität der Stadt am Rheinknie mit ihrer lebendigen Architekturkultur eins zu eins wider: ein gekonnter Balanceakt zwischen den Attributen extrem modern und tief historisch. Das Gespräch erörtert Themen wie «die Falle des Konkurrenzdenkens», «ultimative architektonische Nachhaltigkeit» und warum der bewusste Umgang mit Ressourcen zu einer höheren architektonischen Qualität und Wertbeständigkeit führt.

Interviewpartner: Miquel del Río

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Bilder: MIDERI Architekten GmbH

Herr del Río, nebst Ihrem Basler Studio sind Sie mit Satelliten in Barcelona und Medellín international aufgestellt. Wie hat sich das ergeben?

Miquel del Río: Diese Konstellation ist tief in meiner persönlichen Geschichte und meinen Migrationserfahrungen verwurzelt: zunächst in der Migration meiner Mutter von Kolumbien nach Barcelona und später in meinem eigenen Umzug von Barcelona nach Basel. Lustigerweise begannen beide Reisen aus Liebe und führten zu neuen Städten, die jeweils zum zentralen Kontext meiner Arbeit wurden. Das

Navigieren zwischen Kulturen bedeutet, dass wir unser globales Talent nutzen können, welches wir mit lokalem Wissen anreichern. Diese crosskulturelle Kompetenz stellt sicher, dass unsere Basler Projekte von den internationalen Ideen profitieren und gleichzeitig die Schweizer Qualitäts- und Regulierungsstandards eingehalten werden.

Das hört sich nach einem interessanten empirischen Prozess an. Aber als wen würden Sie sich am ehesten beschreiben: als Schweizer Pragmatiker, mediterranen Träumer oder kolumbianischen Improvisateur?

Vielleicht als eine Mischung aus allen – oder als keiner von ihnen. Wir sind von einer jungen Stimme, die zunächst Ad-hoc-Möbel entwarf, zu einem Büro mit über 40 realisierten Projekten gewachsen. Dieser Werdegang hat mich verstehen lassen, dass ständige Bewegung und Hinterfragung essenziell sind. Sobald ein Architekt sein einheitliches Gesamtwerk oder eine erkennbare Handschrift sucht, riskiert er, Gefangener seiner eigenen Ideen zu werden.

Sie waren am Umbau des kHaus Basel, einem Kultur- und Kreativzentrum in der ehemaligen Kaserne, beteiligt und gewannen damit einen internationalen Wettbewerb für die Transformation des historischen Gebäudes in einen öffentlichen Raum für die Gemeinschaft. Sie waren die Einzigen, die ein zur Gesellschaft hin offenes Gebäude vorgeschlagen haben – nun ist es ein international anerkanntes Projekt für adaptive Umnutzung geworden. Wollten Sie mit diesem Gebäude eine Demonstration Ihrer Philosophie statuieren?

Ja, irgendwie schon, denn das kHaus war eine monumentale Aufgabe, weil es transformative Architektur verkörperte. Wir haben die ehemalige Kaserne – ein 9 000 Quadratmeter grosses Gebäude am Rande der Bedeutungslosigkeit – genommen und ihren Zweck radikal neu gedacht. Uns war es wichtig, der Vergangenheit des Gebäudes

zuzuhören, während wir seine Zukunft programmierten. Indem wir die bestehende Struktur erhielten und radikal anpassten, bewahrten wir das kollektive Gedächtnis des Ortes und verwandelten ihn in einen kulturellen Schmelztiegel. Sein Erfolg liegt in seiner Flexibilität und seiner Fähigkeit, positive soziale Interaktionen zu fördern.

Beim Wettbewerb für das Kunstmuseum Bern haben Sie und Ihr Team eine ähnlich herausfordernde Vision angewandt – in Konkurrenz mit den grössten Schweizer Büros. Wie sind Sie konkret an die Verbindung einer zeitgenössischen Museumserweiterung mit der bestehenden historischen Struktur herangegangen?

Unser Ansatz wurzelte in Respekt vor dem Bestand, nicht in Nachahmung. Das leitende Konzept war «altneu» –eine Architektur, die sich gleichzeitig alt und neu anfühlt. Wir haben die formale und materielle DNA der historischen Struktur beibehalten und ihre klassische Sprache in eine zeitgenössische Form übersetzt. Der Entwurf der Erweiterung drehte sich darum, eine lebendige, neue öffentliche Piazza zu schaffen, die sich natürlich anfühlen sollte. Dieses Gefühl, «natürliche»

Räume zu entdecken, wo sie vorher nicht existierten, stammt aus meiner Kindheit, in der ich Stunden damit verbrachte, zu lesen und Welten in meiner Vorstellung zu bewohnen. Architektur erinnert mich an diesen Prozess – eine Welt zu bewohnen, die über das hinausgeht, was vor mir liegt.

Diese beiden Sanierungsprojekte verankern Ihre Arbeit in dem Konzept «Neue Sätze mit alten Worten sagen». Was macht Renovierung in einer Zeit, die vom Nachhaltigkeitsdiskurs dominiert wird, für Sie zu mehr als nur einem Trend?

Für mich ist es keine ästhetische Vorliebe, sondern das fundamentale ökologische Statement unserer Zeit: Das nachhaltigste Gebäude ist dasjenige, das nicht abgerissen wird. Das geht über Ressourcenschonung hinaus. Bestehende Architektur sollte nicht als Last oder Vorlage für Tabula rasa angesehen werden, sondern als eine komplexe Bibliothek vergangener Lösungen. Dieser Ansatz passt perfekt zu den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft – einem zentralen Wirtschaftsimperativ für die heutige Region Basel. Unsere ambitionierteste Herausforderung ist: das nächste Kapitel zu sein, nicht eine Fussnote.

Ihr Portfolio weist monumentale Projekte wie das kHaus in Basel und visionäre Vorschläge wie den Sion-Masterplan auf. Worauf konzentriert sich MIDERI zurzeit?

Wir verfolgen weiterhin grosse kulturelle und städtische Projekte, oft Hand in Hand mit Investoren oder in öffentlichen Wettbewerben, da dies die Arenen sind, in denen wir unsere Expertise in Resilienz auf urbaner Ebene und systemischem Denken anwenden können. Da wir nun aber fest in der Basler Architekturszene verwurzelt sind, kommen auch private Bauherrenschaften zu uns, die nach Signaturprojekten suchen. Wir sind im Grunde dabei, unsere Prinzipien der Umbauten und die Aufmerksamkeit für die Bewohnbarkeit

von Räumen auf die häusliche Skala zu übertragen. Letztendlich ist eine kohärente Verbindung zwischen den Nutzenden und dem Gebäude nötig, um zukunftssichere Gebäude zu schaffen.

Bei der Recherche zu diesem Interview habe ich gelesen, dass Sie die Position eines Architekten als den des «Universalübersetzers» beschrieben haben. Erfordert dies nicht die Bewältigung einer enormen Komplexität der unterschiedlichen Interessengruppen, besonders in der Schweiz? Ja, unsere Rolle besteht darin, mit allen Akteuren zu sprechen und die tiefste Vision der Bauherrschaft mit den Tausenden von technischen und regulatorischen Instrumenten zu syn-

«Wir sind sanft, weil wir zuhören und zusammenarbeiten.
Gleichzeitig sind wir radikal in unserem Streben nach architektonischen Kernwerten.»

Miquel del Río

thetisieren. Diese Führung ist entscheidend für Investoren, die mit anspruchsvollen Vorschriften konfrontiert sind, oder für private Bauherren, die komplexe Sanierungen in Angriff nehmen. Wir übersetzen diese Komplexität so, dass die Konsequenzen jeder Entscheidung für die Bauherrschaft klar ersichtlich sind. Kurz gesagt: Wir sprechen kein «Architektisch», sondern Klartext.

Wie stellen Sie sicher, dass alle diese verschiedenen Interessengruppen –und die Bauherrschaft – während eines solch komplexen Prozesses aufeinander abgestimmt sind und informiert bleiben?

Der Mehrwert, den wir hinzufügen, ist nicht nur ästhetisch. Es ist die Lösung problematischer konstruktiver Details und die kompetente Anordnung von Haftungen und Regulierungen. Wir verwenden fortschrittliche 3-D-Renderings und aktuelle Modelle nicht nur als Marketinginstrumente, sondern als objektive Projektwerkzeuge. Jede Designentscheidung wird zu einer informierten Entscheidung, weil das Bild eine gemeinsame Realität für Diskussionen schafft. Dies stellt sicher, dass Bauherrschaft, Bauunter-

nehmen sowie Behörden sich über die Entscheidungen und deren langfristige Konsequenzen im Klaren sind, wodurch das Projekt radikal kohärent bleibt.

Dieses pragmatische und doch hochgradig prinzipielle Vorgehen nennen Sie «sanfte Radikalität». Was bedeutet das in der Praxis für eine Bauherrschaft mit grossen Träumen?

Es bedeutet, starke Ideen zu haben, die auf die richtige Weise gebaut werden, um bedeutungsvolle, lebendige Orte zu schaffen. Wir sind sanft, weil wir zuhören und zusammenarbeiten. Gleichzeitig sind wir in unserem Streben nach architektonischen Kernwerten aber auch radikal: Räume zu schaffen, die den Status quo herausfordern und die Vision der Bauherrschaft zu ihrem absoluten Potenzial führen. Dies ist die Art von innovativer Partnerschaft, die für visionäre Aufträge erforderlich ist.

Sie sagen, dass Ihre Arbeit zeitlich schwierig einzuordnen ist, womit Sie eine gewisse Zeitlosigkeit anstreben. Was verleiht einem Gebäude diese dauerhafte Qualität, und was bedeutet dies für die Zukunft des Basler Immobilienmarktes?

Wir hören den Stimmen der Vergangenheit zu, gekoppelt mit einer tiefen Aufmerksamkeit für zukünftige flexible Nutzungen. Wir sind an Architektur interessiert, die in 200 Jahren noch kulturell relevant sein wird. Dies ist die ultimative Nachhaltigkeit, und in einer starken, stabilen Region wie Basel sind wir zuversichtlich, dass unsere Projekte, indem sie sich auf diese langfristige Relevanz konzentrieren, den Markt konstant übertreffen und unverzichtbare, hochwertige Vermögenswerte bleiben werden. Dies ist letztendlich eine andere Art, kulturell relevant zu sagen.

Sie betonen oft, dass Architektur nicht starr sein darf. Wie übersetzen Sie diese Flexibilität in konkreten Mehrwert für einen Investor, der heute baut, aber die Bedürfnisse von morgen noch nicht kennt?

Wir entwerfen Gebäude als robuste und äusserst flexible Rahmenwerke, die Veränderung zulassen, statt sie zu verhindern. Im kHaus haben wir bewusst Räume geschaffen, die nicht bis ins letzte Detail vorprogrammiert sind. Diese «Offenheit» ist kein Mangel, sondern eine strategische Qualität: Sie erlaubt es dem Gebäude, Nutzungen aufzunehmen, die wir heute noch gar nicht vorhersehen können. Für einen Investor bedeutet das maximale Risikominimierung: Ein Gebäude, das sich anpassen kann, veraltet nicht. Es bleibt relevant, marktfähig und profitabel, egal wie sich die Gesellschaft wandelt.

Den Entwurf einer Zeichnung betiteln Sie als «approximativen Orbit», bei dem die Flugbahn langsam um das Problem herum angepasst wird, bis man die ideale Lösung

erreicht, anstatt eines direkten Wegs, der oft in einem Absturz endet. Hängt dieser iterative Prozess mit dem Risiko zusammen, in den eigenen Ideen gefangen zu sein?

Absolut. Der Architekt war immer ein Generalist, aber langsam umgeben wir uns mit Vorschriften und Beratenden, die riskieren, uns in Spezialisten zu verwandeln. Doch leider denkt ein Spezialist nicht über fundamentale Fragen nach. Und oft erzeugt diese Hyperspezialisierung Rahmenbedingungen, in denen diejenigen überleben, die eine grenzenlose Leidensfähigkeit haben, was keinen Sinn ergibt. Wenn wir eine Architektur der Verbundenheit anstreben, streben wir auch einen Beruf an, der Zeit zum Nachdenken gibt.

Demnach scheinen Sie eine Architektur ohne Datumsstempel oder Autoren-Markenzeichen anzustreben – stattdessen soll sie im Laufe der Zeit Bedeutung aus der Welt um sie herum aufnehmen. Welche Gründe haben Sie hierfür?

Weil ich nicht lediglich an den nächsten 15 Minuten interessiert bin. Mein Fokus ist definitiv auf die Art Architektur gerichtet, die auch in 200 Jahren noch kulturell relevant sein wird. Das ist für mich die Reinform einer ultimativen sowie nachhaltigen Architektur.

Aussenansicht von NEST in der Abenddämmerung.

Innovative Gebäudehüllen

Schlüssel zur nachhaltigen Bauwende

Die Gebäudehülle hat sich in der Schweiz vom reinen Witterungsschutz zum hochentwickelten, multifunktionalen System gewandelt. Vor dem Hintergrund der Energiestrategie 2050, steigender Anforderungen an den Klimaschutz und wachsender urbaner Verdichtung gewinnt sie als zentrales Element nachhaltiger Architektur zunehmend an Bedeutung. Innovative Gebäudehüllen verbinden Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Ästhetik und Nutzerkomfort auf intelligente Weise.

Ein Meilenstein in der Entwicklung energieeffizienter Fassaden war das Forum Chriesbach der Eawag in Dübendorf. Das Gebäude setzte früh auf eine konsequent ökologische Materialwahl, optimierte Dämmwerte und eine kontrollierte natürliche Lüftung. Es gilt bis heute als Referenz für integrale Planung, bei der Architektur, Gebäudetechnik und Nutzungskonzept untrennbar miteinander verknüpft sind.

Viel mehr als nur Fassade

Mit dem Aufkommen gebäudeintegrierter Photovoltaik (BIPV) wird die Fassade selbst zum Kraftwerk. Ein prominentes Beispiel ist das NEST-Gebäude der Empa in Dübendorf. Hier werden modulare Fassadenelemente unter realen Bedingungen getestet – von adaptiven Verschattungssystemen bis zu transluzenten Solarmodulen. Die Gebäudehülle übernimmt dabei nicht nur energetische, sondern auch forschungs- und innovationsgetriebene Funktionen.

«Massgeschneiderte»

Fassadenelemente

Auch digitale Planungsmethoden treiben die Entwicklung voran. Mittels parametrischer Modellierung und Building Information Modeling (BIM) lassen sich Fassadenelemente präzise auf Standort, Klima und Nutzung abstimmen. Sensorik in der Hülle ermöglicht zudem ein Monitoring in Echtzeit: Tempera-

tur, Feuchte und Energieflüsse werden kontinuierlich erfasst und optimiert. So entstehen lernfähige Gebäude, die sich dynamisch an Umweltbedingungen anpassen.

Wohin führt die Entwicklung?

Ein weiterer Trend ist die Kreislauffähigkeit von Fassaden. Rezyklierbare Aluminiumkonstruktionen, sortenrein trennbare Holz-Hybrid-Elemente und reversible Befestigungssysteme tragen dazu bei, den Materialkreislauf zu

schliessen. Angesichts der hohen grauen Energie im Bausektor ist dies ein entscheidender Hebel zur Reduktion von CO₂-Emissionen.

Die Schweizer Baukultur zeigt, dass innovative Gebäudehüllen weit mehr sind als technische Bauteile. Sie sind Schnittstelle zwischen innen und aussen, zwischen Mensch und Umwelt. Ihre Weiterentwicklung wird massgeblich bestimmen, wie klimaresilient und ressourceneffizient unsere Städte in Zukunft sein werden.

Foto:
Andri Bryner / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Autorin: Gabriela Röthlisberger
In Dübendorf: Forum Chriesbach, Hauptsitz der Eawag.

Dreamteam –

Isorigid

& Swissroll 030

Isover-Reportage Pfeffelstrasse Basel

In Basel baut Daniel Sägesser ein 130 Jahre altes Einfamilienhaus für seine Familie um. Dabei wird auch das Dach komplett erneuert und mit einer Indach-Photovoltaikanlage versehen. Darunter sorgen Isorigid-Unterdachplatten und Swissroll-030Matten von Isover für eine optimale Dämmung und einen hohen Brandschutz. Tatsächlich weist der Dachaufbau gemäss dem Gutachten zur Beurteilung der Brandschutzwirkung der Glaswolleplatten Isorigid (Dicke 100 Millimeter) der ETH Zürich einen Feuerwiderstand von 30 Minuten von oben auf.

ISOVER –RESSOURCENSCHONENDE DÄMMSTOFFE

Dämmstoffe von Isover werden besonders ressourcenschonend hergestellt. Als Rohmaterial kommen 80 Prozent Altglas zum Einsatz und die Produktion erfolgt mit regional produziertem Strom aus Wasserkraft sowie von der 10’000 Quadratmeter grossen Photovoltaikanlage auf den Fabrikdächern. Bereits seit 2010 gehören zudem Dämmstoffe mit einem formaldehydfreien Bindemittel aus rasch nachwachsenden Rohstoffen zum Sortiment. Ein Grossteil der Produkte von Isover ist nach den Kriterien von Ecobau zertifiziert und eignet sich optimal für den Einsatz in Gebäuden, die hohen Nachhaltigkeitsstandards genügen sollen.

Das Iselin-Quartier ist eine beliebte Wohngegend im Westen der Stadt Basel. Zum vielfältigen Wohnangebot gehören auch Arbeiterhäuser aus dem späten 19. Jahrhundert. Zwei Zeilen dieser Häuser säumen die ruhige Pfeffelstrasse. Die Nummer acht ist eingerüstet und auf dem Dach wird an diesem Wintermorgen zügig gearbeitet. Zimmermann-Vorarbeiter Nils Egendörfer von der Häring AG aus Eiken baut zusammen mit Zimmermann Jessy Spitz und dem Viertjahreslernenden Kai Lüdi die Dämmung auf der strassenseitigen Dachfläche ein.

Das Haus mit Baujahr 1892 gehört seit Frühling 2025 Daniel Sägesser und seiner Frau. Zusammen mit ihren beiden

Kindern wohnen sie schon länger ganz in der Nähe. Da die letzte grössere Renovation des Hauses schon gut 50 Jahre zurückliegt, haben sie sich entschlossen, die Liegenschaft vor dem Einzug umfassend zu erneuern: Die Raumaufteilung des mit 105 Quadratmetern Wohnfläche knapp bemessenen Hauses wird den Wünschen der vierköpfigen Familie angepasst, die inneren Trennwände ersetzt, der seitliche Anbau um ein Stockwerk ergänzt, alle gebäudetechnischen Anlagen erneuert, das Dach optimal gedämmt und mit einer IndachPhotovoltaikanlage versehen. Letztere ist für Bauherr Daniel Sägesser als Mitinhaber der Solarenergiefirma Megasol natürlich ein Muss.

Autor und Bilder: Saint-Gobain Isover SA

Premium-Dach

Am Vortag hat das Team von Zimmermann Nils Egendörfer das strassenseitige Dach ausgedeckt, die gut 130 Jahre alten Sparren seitlich mit Dreischichtplatten verstärkt und gleichzeitig die Dachfläche ausgeebnet. Raumseitig wurde eine Dampfsperre montiert und zwischen den Sparren 160 Millimeter dick mit Glasfaserdämmmatten vom Typ Swissroll 30 von Isover ausgefacht. Während der Lernende Kai Lüdi die letzten Mattenstücke verlegt, bereiten Jessy Spitz und Nils Egendörfer die Montage des Unterdachs vor. Die 120 Millimeter dicken Isorigid-Unterdachplatten von Isover hatten die beiden zuvor mit dem Schräglift vom Lieferwagen aufs Dach transportiert – dank des Gewichts von nur 16 Kilogramm pro Platte eine einfache Sache. Für das Team von Vorarbeiter Hegendörfer ist die Montage der Isorigid-Platten eine Premiere. Ausgewählt worden war das Material von Bauherr Daniel Sägesser: «Wir wollten einerseits ein optimal gedämmtes Dach und andererseits eine hohe Brandsicherheit – die Kombination von Swissroll 030 und Isorigid ist deshalb perfekt.» Mit einem UWert von 0.13, den die 28 Zentimeter dick gedämmte Konstruktion aufweist, unterschreitet Sägessers Dach den empfohlenen Wert von 0.2 klar. Und mit der Brandverhaltensgruppe RF1 bieten beide Dämmstoffe einem möglichen

Feuer keine Nahrung. «Zusammen mit der LEVEL-Photovoltaikanlage erhalten wir so ein Premiumdach», freut sich Sägesser. Premium ist das Dach für ihn auch deshalb, weil es nicht nur viel Heizenergie sparen, sondern mit der leistungsstarken Photovoltaikanlage auch tüchtig Strom produzieren wird.

Schnell den Dreh raus

Oben auf dem Gerüst legt das Dreierteam der Häring AG mit dem Verlegen der Isorigid-Platten los. Obwohl sie das Material bisher nicht kannten, haben die drei Zimmerleute den Dreh schnell raus: Nach wenigen Minuten liegt die unterste Plattenreihe auf den verstärkten Sparren und ist ausgerichtet. Das Ablängen mit der Stichsäge geht leicht von der Hand und dank Nut und Kamm lassen sich die Platten mithilfe einer Holzlatte und sanften Hammerschlägen rasch zu einer festen Dachfläche zusammenfügen. Reihe für Reihe wächst das Unterdach, Kai Lüdi bereitet die Platten auf dem Gerüst vor, Nils Hegendörfer und Jessy Spitz fügen sie zusammen. Nach knapp vierzig Minuten sind die 30 Quadratmeter bis hoch zum First bereits fertig verlegt und die Zeit reicht gerade noch, um vor dem Mittagessen die Unterdachfolie auszulegen. «Obwohl es das erste Mal war, hat alles gut geklappt», zieht Vorarbeiter Hegendörfer Bilanz.

ECKDATEN EINFAMILIENHAUS PFEFFELSTRASSE

Standort: Pfeffelstrasse 8, Basel

Anzahl Zimmer: 5.5

Bauherrschaft: Familie Sägesser, Basel

Architektur:

R. Paganoni Architekten GmbH, Basel

Holzbau: Häring AG, Eiken

Photovoltaik:

Megasol Energie AG, Deitingen

Dämmung Dach:

Unterdachplatte Isorigid 120 Millimeter, Swissroll 030 160 Millimeter zwischen den bestehenden Sparren

Dämmung Kellerdecke:

Isover Swissroll 030 200 Millimeter

Aussenwand-Innendämmung:

Isover Isoconfort 032 60 Millimeter

Schalldämmung Leichtbauwände: Isover Isovox 60 Millimeter

Schalldämmung Holzbalkendecken: Isover Uniroll 034 200 Millimeter

Diverse Stopfdämmungen: Isover Glaswolleflocken Triv & Zöpfe

Nach dem Mittagessen wird Hegendörfers Team dann noch die Konterlattung aufschrauben und so die ganze Dachfläche fixieren. In den Tagen darauf folgen dann die anderen Teile des Daches nach demselben System, bevor die Indach-Photovoltaikmodule als Oberfläche montiert werden können. Auch beim Innenausbau setzt Bauherr Daniel Sägesser für die innere Dämmung der Aussenwände, die Dämmung der Kellerdecke, den Schallschutz der Leichtbau-Trennwände und der Holzbalkendecken auf Dämmstoffe von Isover – zum Einsatz kommen dann neben Swissroll- auch Uniroll-Matten, IsovoxTrennwandplatten und Glaswolleflocken sowie Dämmzöpfe. Gut fünf Monate nach dem Verlegen der ersten Isorigid-Platten wird das rundum sanierte kleine Einfamilienhaus an der Pfeffelstrasse samt Premiumdach bezugsbereit sein und die ersten Kilowattstunden Strom produzieren.

Die Tür als Hightech-Bauteil

Trends im Schweizer Türenmarkt

Türen gehören zu den ältesten

Bauelementen der Architektur – und gleichzeitig zu den Bauteilen, die sich derzeit besonders dynamisch weiterentwickeln. In der Schweiz treffen hohe Anforderungen an Design, Energieeffizienz, Brandschutz und Schallschutz auf einen anspruchsvollen Bau- und Renovationsmarkt. Für Hersteller, Planer und Verarbeiter bedeutet das: Die klassische Tür ist längst zu einem komplexen System geworden.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Ein zentraler Treiber für diese Entwicklung ist der nachhaltige Bau. Bauherrschaften achten stärker auf ökologische Materialien, lange Lebensdauer und reparaturfähige Konstruktionen. Holz bleibt im Innenbereich das dominierende Material, doch auch Kombinationen mit Glas, Aluminium oder Verbundwerkstoffen gewinnen an Bedeutung. Besonders gefragt sind zertifizierte Rohstoffe, emissionsarme Oberflächen und Produktionsprozesse mit geringer Umweltbelastung. Schweizer Produzenten setzen zunehmend auf regionale Lieferketten, was nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch die Versorgungssicherheit verbessert.

Parallel dazu steigen die technischen Anforderungen. Im Wohnungsbau spielen Schallschutz und Rauchdichtheit

eine immer wichtigere Rolle, insbesondere in verdichteten urbanen Gebieten. In Büro- und Bildungsbauten stehen flexible Nutzungskonzepte im Vordergrund. Türen müssen hier nicht nur trennen, sondern Räume akustisch optimieren, Fluchtwege sichern und sich gestalterisch in moderne Architektur integrieren. Multifunktionale Türsysteme, die Brand-, Rauch- und Schallschutz kombinieren, gehören daher zu den wachstumsstärksten Segmenten.

Digitalisierung der Produktion

Ein weiterer Trend ist die Industrialisierung der Fertigung. Digitale Planung, BIM-Modelle und automatisierte Produktion verändern die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Türenherstellern und Montagebetrieben. Türen werden

heute oft projektspezifisch konfiguriert, inklusive Beschlägen, Zutrittskontrolle und Oberflächen. Digitale Schnittstellen reduzieren Planungsfehler und ermöglichen eine präzisere Vorfertigung. Für das Handwerk bedeutet das eine Verschiebung der Arbeit: weniger Anpassungen auf der Baustelle, dafür höhere Anforderungen an Planung, Logistik und Montagekompetenz.

Sicherheit – ein bedeutender Massstab

Auch das Thema Sicherheit entwickelt sich weiter. Neben mechanischem Einbruchschutz rücken elektronische Systeme stärker in den Fokus. Zutrittslösungen mit Badge, Smartphone oder biometrischer Identifikation finden zunehmend Eingang in Wohnanlagen und Bürogebäude.

Die Tür wird damit Teil der Gebäudeautomation. Für Hersteller eröffnet sich ein neues Feld, welches klassische Schreinerkompetenz mit Elektronik, Software und Service verbindet.

Sinn für Ästhetik

Gestalterisch lässt sich in jüngster Zeit ebenfalls ein Wandel beobachten. Minimalistische Architektur verlangt flächenbündige Lösungen, verdeckte Bänder und reduzierte Zargen. Gleichzeitig wünschen Bauherrschaften Individualität: spezielle Furniere, strukturierte Oberflächen oder grossformatige Türen mit raumhohen Dimensionen. Besonders im Bereich des hochwertigen Wohnbaus wird die Tür zunehmend als Gestaltungselement und nicht nur als funktionaler Abschluss eines Raumes verstanden.

Wichter Punkt: Sanierungen

Der Schweizer Markt weist zudem eine Besonderheit auf: den starken Renovationssektor. Ein grosser Teil der Gebäude stammt aus den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg und wird heute energetisch und funktional modernisiert. Dabei müssen neue Türen oft in bestehende Strukturen integriert werden. Massanfertigungen, flexible Zargensysteme und schnelle Montage sind deshalb entscheidende Wettbewerbsvorteile. Hersteller, die Lösungen für Sanierungen anbieten, können von einer langfristig stabilen Nachfrage profitieren.

Standardisierung versus Individualisierung

Gleichzeitig steht die Branche vor zahlreichen Herausforderungen. Fachkräftemangel im Handwerk, steigende Materialpreise und zunehmende regulatorische Anforderungen setzen Betriebe unter Druck. Brandschutz- und Normvorgaben werden komplexer, während Bauprojekte stärker unter Kosten- und Termindruck stehen. Erfolgreiche Unternehmen reagieren darauf mit Standardisierung dort, wo sie sinnvoll ist, und mit Individualisierung dort, wo der Markt sie verlangt.

Zusammenarbeit im Fokus

Spezialisierung – etwa auf Objektbau, Denkmalschutz oder hochwertige Innenausbauten – eine erfolgreiche Strategie sein.

Anspruchsvollere Kundschaft

Auch Kooperationen gewinnen an Bedeutung. Türenhersteller arbeiten enger mit Systemanbietern für Beschläge, Dichtungen, Zutrittskontrolle und Digitalisierung zusammen. Dadurch entstehen integrierte Lösungen, die Planern und Bauherrschaften mehr Sicherheit bieten. Für kleinere Betriebe kann

Nicht zuletzt verändert sich die Erwartung der Kundinnen und Kunden. Neben Produktqualität zählen Beratung, Planungssicherheit und Service über den gesamten Lebenszyklus einer Tür. Wartung, Ersatzteile und Nachrüstbarkeit werden wichtiger, besonders bei technisch komplexen Anlagen. Wer hier transparente Konzepte bietet, stärkt langfristige Kundenbeziehungen.

Gratwanderung zwischen Tradition und Innovation

Die Zukunft der Tür in der Schweiz liegt somit in der Kombination aus Handwerk, Industrie und digitaler Planung. Nachhaltige Materialien, multifunktionale Systeme und intelligente Technologien werden das Bauelement weiter transformieren. Für die Branche bedeutet dies grosse Chancen – vorausgesetzt, sie verbindet Tradition mit Innovation. Denn auch im Zeitalter automatisierter Gebäude bleibt eine Tür mehr als nur ein Bauteil: Sie ist Schnittstelle zwischen Räumen, Menschen und Funktionen.

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Schulbau der nächsten Generation

Firma Richard Brink liefert Fassadenrinne «Stabile Air» für modulare Schulbauten in Berlin

Die Stadt Berlin wächst kontinuierlich. Um dem steigenden Bedarf an Schulplätzen gerecht zu werden, hat die Kommunalregierung 2017 mit der «Berliner Schulbauoffensive» (BSO) ein grosses Investitionsprojekt mit inzwischen über 700 Millionen Euro Jahresbudget ins Leben gerufen. Ein zentrales Element darin stellen die sogenannten Holzmodulergänzungsbauten (HOMEB) dar, die sowohl durch die standardisierte Reproduzierbarkeit der einzelnen Module und die damit einhergehende Zeitersparnis in der Produktion und im Aufbau als auch durch die damit verbundene Kostenreduzierung während der Bauphase punkten. Einen Beitrag dazu leistet auch die Richard Brink GmbH & Co. KG, die mit ihrer Drainagerinne «Stabile Air» die Fassadenentwässerung der neuen Schulgebäude sicherstellt.

Autor und Bilder: Richard Brink GmbH & Co. KG
Die Hauptstadt hat 2017 mit der «Berliner Schulbauoffensive» ein Investitionsprogramm ins Leben gerufen, um dem steigenden Bedarf an Schulplätzen gerecht zu werden, und setzt dabei unter anderem auf modulare Holzbauten.

Die Zielsetzung war von Anfang an eindeutig formuliert: Die Schaffung ausreichend neuer Schulplätze bei gleichzeitigem Abbau des Sanierungsstaus. Schon im Modellvorhaben 2016 kristallisierte sich dafür ein erfolgsversprechendes Konzept heraus: von Generalplanern entworfene Holzmodulbauten. Gerrit Fluthwedel von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen stellt dazu klar: «Die zeitlichen und wirtschaftlichen Vorteile dieser Projekte haben überzeugt. Keine Provisorien, sondern dauerhafte Schulgebäude aus Holz mit modernen pädagogischen Raumkonzepten entstehen in kurzer Zeit. In einer wachsenden Stadt wie Berlin kann dem Bedarf an Schulplätzen auf diese Weise zügig und dennoch qualitativ hochwertig entsprochen werden.»

Herausforderungen im Bauwesen zukunftsweisend gelöst Zum Bau der Holzmodulergänzungsschulen hat die Kaufmann Bausysteme GmbH mit Sitz im österreichischen Reuthe den Zuschlag für den Rahmenvertrag als Generalunternehmer erhalten. Das Architekturbüro NKBAK in Frankfurt am Main hat dazu einen dreigeschossigen Bau mit zehn Metern Höhe entworfen, den Kaufmann Bau-

systeme schliesslich realisierte. 96 Module aus Fichtenholz mit je drei Metern Breite und acht Metern Länge schaffen eine Bruttogrundfläche von 2 950 Quadratmetern mit einer Nutzfläche von 1 900 Quadratmetern. Darin finden über 400 Schülerinnen und Schüler in 16 Klassenzimmern, acht Gemeinschaftsräumen und einer Mensa Platz. Die Bauzeit für je ein Gebäude konnte auf bis zu vier Monate reduziert werden. Projektleiter Sebastian Hagspiel von Kaufmann Bausysteme erläutert dazu: «Die

Herausforderung lag darin, bereits vor Beginn der Montage alle Details so zu planen, dass beim erreichten Vorfertigungsgrad von bis zu 90 Prozent alle Gewerke auf der Baustelle ineinandergreifen konnten, wodurch die Bauzeit drastisch reduziert wurde. Mit dem heutigen Entwicklungsstand bietet die Modulbauweise ein baukonstruktiv ausgereiftes, energietechnisch optimiertes und architektonisch mit konventionellen Bauten gleichgestelltes Konzept. Überall dort, wo die effiziente Entstehung von Raum geboten ist, sind Modulbauten geeignet, beispielsweise auch für Studierendenwohnheime oder Pflegeeinrichtungen.»

Die barrierefreien HOMEB-Schulen überzeugten alle Beteiligten auf ganzer Linie, denn sie punkten auch beim Thema Nachhaltigkeit: Auf den 52 mal 20 Meter grossen Flachdächern werden extensive Gründächer mit Photovoltaikanlagen angelegt, und dank des reduzierten Arbeitseinsatzes vor Ort verringern sich auch die Abfallmenge sowie die Staub- und Lärmentwicklung auf der Baustelle. Darüber hinaus verbessert Holz das Raumklima, was das allgemeine Wohlbefinden sowie die Konzentrationsfähigkeit im Raum fördert. Geschäftsführer Christian Kaufmann zeigt auf, was

Das Architekturbüro NKBAK aus Frankfurt am Main entwarf einen zehn Meter hohen Bau mit einer Bruttogrundfläche von 2950 Quadratmetern in drei Etagen auf 52 mal 20 Metern, der sich aus 96 Raummodulen zusammensetzt.
Für die Fassadenentwässerung kam bei den Holzmodulergänzungsbauten (HOMEB) vom österreichischen Generalplaner Kaufmann Bausysteme die Drainagerinne «Stabile Air» der Richard Brink GmbH & Co. KG zum Einsatz.

sein Unternehmen beim Schulbau antreibt: «Auch Bauen muss sich weiterbilden. Die Schule verändert sich nicht nur in ihren Aufgaben, Konzepten und Organisationsformen, sondern auch in Form und Wesen des Schulneubaus beziehungsweise -umbaus. Schulbau muss sich an der pädagogischen Ausrichtung orientieren, denn es sind nicht bloss Häuser, in denen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und alle Dazugehörigen aufhalten. Diese Räume müssen den Ansprüchen einer aktiven Nutzung für die Bildung und Erziehung der jungen Generation gerecht werden.» Genauso sieht es auch Architekt Andreas Krawczyk von NKBAK, der die Inspiration des Büros wie folgt beschreibt: «Was muss ein guter Bildungsbau heute sein? Nicht nur ein Ort des Lernens, sondern viel mehr: Ganztäglicher Lebensraum für junge Heranwachsende, Identifikationsort und Ruhepol in einer schnelllebigen Welt. Die drängende Not, rasch neue Bildungsbauten zu errichten, verlangt von uns Architekten, dass wir uns am technisch und materiell Möglichen orientieren. Dazu sind Module aussergewöhnlich gut geeignet. Holz bringt nicht nur augenscheinlich Wärme, das Praktische kann sich auch von seiner schönen Seite zeigen.» Ein Gebäude zu entwerfen, das insgesamt 32-mal über die gesamte Stadt hinweg verteilt errichtet wird, ist auch für ihn nicht selbstverständlich und eine grosse Anerkennung.

Wie Werkstoffe und Zünfte ineinandergreifen

Viele Arbeitsschritte konnte Kaufmann Bausysteme beim Projekt inhouse umsetzen, doch im Bereich der Fassadenentwässerung war man zum Beispiel auf externe Expertise angewiesen. Eine bereits seit Jahren bestehende Kooperation erleichterte Sebastian Hagspiel hierbei die Entscheidungsfindung: «Für Holzbauten ist nicht jede Entwässerungslösung geeignet. Als langjähriger Experte auf diesem Gebiet ist im Laufe der Zeit in verschiedensten Projekten die Verbindung zur Firma Richard Brink stetig enger geworden, sodass für uns bei den HOMEB-Schulen von Beginn an klar war, dass die Fassadenrinnen «Stabile Air» zum Einsatz kommen sollten.»

Die «Stabile Air» wurde speziell für Holzfassaden entwickelt, denn die grosszügigen Ventilationsöffnungen stellen eine fortwährende Belüftung des Gebäudesockels sicher. Der ostwestfälische Metallwarenhersteller fertigt seine hochwertige Fassadenrinne sowohl in Standard- als auch Sondermassen, um individuellen Gegebenheiten vor Ort gerecht zu werden und stets eine normgerechte, aber auch passgenaue Entwässerung des Sockelbereichs sicherzustellen. Mithilfe der «Stabile Air» in Sonderform mit zusätzlicher Auskragung bietet der Hersteller zudem eine exakt auf jedes Laibungsmass abgestimmte Ausführung an. Der Einbau mit vereinfachtem Stecksystem erfolgt ohne klassische Winkelstützen, sodass im ohnehin schon schnellen Modulbau

Neben den Fassadenrinnen gehören Innenecken, Aussenecken und Gullys ebenso zum Lieferumfang des ostwestfälischen Metallwarenherstellers wie die passgenauen Maschenroste mit Fallrohrausschnitt.

Die «Stabile Air» stellt dank ihrer Ventilationsöffnungen eine dauerhafte Belüftung sicher und verhindert durch den Abstand zur Fassade aufsteigendes Wasser durch Kapillarkräfte. Das Holz bleibt somit dauerhaft vor Feuchtigkeit geschützt.

noch mehr Bauzeit eingespart werden konnte. Der Abstand zum Gebäudesockel stellt sicher, dass keine Kapillarkräfte auftreten und das Holz keine Feuchtigkeit aufnimmt. Das Wasser wird durch die Drainageschlitze schliesslich an den umgebenden Untergrund abgegeben.

Pro HOMEB-Schulgebäude lieferte das Familienunternehmen aus Schloss Holte-Stukenbrock 141 Meter seiner Rinne mit einer Materialstärke von 1.5 Millimetern. Hauseigene Maschenroste und Drainagegullys mit Fallrohrausschnitten rundeten das Gesamtpaket ab. Die Rinnen aus feuerverzinktem Stahl bieten einen auffallenden Kontrast zur Holzfassade und sind dadurch nicht nur baufachlich, sondern auch optisch zusammen mit den Aluminiumblechen als Fassadenabdeckung die passende Akzentsetzung. Gerrit Fluthwedel bewertet abschliessend: «Die BSO ist ein grosser Erfolg der Stadt und zeigt, wie Kommunalpolitik die Probleme der Bürgerinnen und Bürger löst. Die HOMEBSchulen mit insgesamt rund 13’000 neuen Schulplätzen sind ein wichtiger Baustein dieses Grossinvestitionsprojekts. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, die zum Erfolg beigetragen haben.»

Architektur weitergedacht. Seit 145 Jahren

Outdoor- und Fassadenlösungen von Schenker Storen

Gebäude erfüllen heute weit mehr als eine reine Schutzfunktion. Aussenräume und Fassaden übernehmen gestalterische, funktionale und energetische Aufgaben zugleich.

Terrassen, Balkone oder Innenhöfe werden zu erweiterten Wohnund Arbeitsflächen, während bewegliche Fassadenelemente Licht, Klima und Privatsphäre regulieren. Entsprechend steigen die Anforderungen an Sonnen- und Fassadenlösungen. Sie müssen Schutz bieten und sich konstruktiv wie gestalterisch in die Architektur einfügen.

Autor und Bilder: Schenker Storen

Die Sonnenstoren und Pergolen von Schenker Storen sind als Systeme konzipiert, die sich an unterschiedliche Gebäudetypen und Nutzungsszenarien anpassen lassen. Dimensionen, Materialien, Farben und Ausführungen werden projektbezogen definiert. So entstehen Lösungen, die funktional und architektonisch überzeugen. Sowohl im privaten Wohnbau wie in gewerblichen oder öffentlichen Projekten.

Gestaltungsfreiraum garantiert

Für Architekt*innen und Planende eröffnet dies einen grossen Spielraum. Die Produkte lassen sich in Fassaden, Terrassenund Freiraumkonzepte integrieren und berücksichtigen Anforderungen wie Windstabilität, Ausladung oder Verschattungstiefe bereits in der Planungsphase. Unterschiedliche Steuerungs- und Automationslösungen ermöglichen zudem die Einbindung in übergeordnete Gebäudekonzepte.

Schenker Storen versteht sich dabei nicht nur als Produktlieferant, sondern begleitet Projekte als Partner von der frühen Konzeptphase bis zur Umsetzung. Für erste Entwürfe und Varianten studien kann zudem der 24 / 7-Konfigurator eingesetzt werden, der eine strukturierte Annäherung an Dimensionen, Farben und Ausstattungen ermöglicht.

Fassaden mit Funktion und Energie

Die Gebäudehülle gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie prägt nicht nur das Erscheinungsbild, sondern übernimmt funktionale Aufgaben in Bezug auf Licht, Klima und Energie. Fensterläden leisten dabei seit jeher einen wichtigen Beitrag. Als bewegliche Fassadenelemente regulieren sie Tageslicht und Sonneneintrag, schützen vor Witterungseinflüssen und strukturieren die Fassade. Schenker Storen entwickelt und fertigt Fenster- und Schiebeläden aus Aluminium, die als architektonische Bauteile konzipiert sind und sich präzise auf unterschiedliche Gebäudetypen und Nutzungsszenarien abstimmen lassen. Sowohl im Neubau wie bei Sanierungen.

Alles ist möglich

Für Planer*innen eröffnet sich ein besonders breites gestalterisches Repertoire. Unterschiedliche Typologien, Öffnungsarten und Befestigungssysteme ermöglichen eine saubere Integration in das architektonische Konzept. Neben reduzierten Ausführungen sind auch perforierte Flächen, strukturierte Oberflächen oder individuell entwickelte Füllungen realisierbar. So lassen sich Fassaden funktional steuern und zugleich bewusst rhythmisieren, gliedern oder akzentuieren.

Die hohe Fertigungstiefe erlaubt massgeschneiderte Lösungen bis ins Detail. Abmessungen, Lamellengeometrien, Lochungen, Farben und Oberflächen werden individuell umgesetzt.

Auch Sonderformen, komplexe Fassa-

denverläufe oder denkmalpflegerische Anforderungen lassen sich konstruktiv und gestalterisch berücksichtigen.

Innovation SolarSlide:

Energie via Fensterladen

Mit dem SolarSlide erweitert Schenker Storen das Angebot um ein innovatives System, das Gestaltung und Energiegewinnung verbindet. Die Photovoltaik-Module sind flächig in den Schiebeladen integriert und bilden eine geschlossene, homogene Oberfläche. Die Solartechnik bleibt dabei optisch im Hintergrund, ohne die Erscheinung der Fassade zu beeinträchtigen. Form, Farbe und Oberflächen können weiterhin frei definiert werden. So wird die Fassade zu einem aktiven Bestandteil des Gebäudekonzepts.

Für Planende eröffnet der SolarSlide neue Möglichkeiten, die Fassade

aktiv zur Energiegewinnung zu nutzen. Gerade in den Wintermonaten, wenn Dachflächen durch Schnee bedeckt sind, kann die vertikale Anordnung zusätzliche Erträge generieren. Der SolarSlide ergänzt bestehende Dachanlagen und erweitert die nutzbare Energiefläche eines Gebäudes, ohne gestalterische Einschränkungen.

Auch im Bereich der Fassadensysteme begleitet Schenker Storen seine Partner von der ersten Idee bis zur Realisierung. Die Beratung umfasst sowohl gestalterische als auch technische Aspekte und unterstützt Architekt*innen und Bauherrschaften dabei, individuelle, langlebige und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.

Bitte nicht wenden!

Kennen Sie das? Sie sitzen im Auto, alles ist vorbereitet. Termin wichtig, Ziel eingegeben, Route berechnet, Zeitpuffer eingeplant. Das Navi spricht mit dieser Stimme, die suggeriert: Ich weiss es besser als du. Nach zehn Minuten meldet es trocken: «Bitte wenden». Zu spät! Sie stehen auf einer schmalen Strasse, links Wald, rechts Wiese, kein Wenden, kein Plan B. Einfach nur ein ärgerlicher Umweg. Klassischer CEO-Moment: äusserlich ruhig, innerlich leicht genervt.

Und dann passiert es: Die Strasse öffnet sich, der Blick wird weit, irgendwo dampft eine kleine Beiz. Zehn Minuten später sitzen Sie mit einem Kaffee in der Sonne und fragen sich: Warum tun wir im Unternehmen eigentlich alles, um genau solche Momente zu vermeiden?

Im Management sind Umwege verpönt. Sie gelten als Zeichen von Schwäche. Wer sich «verfährt», hat offenbar schlecht geplant. Wer vom Kurs abweicht, muss erklären. Wer sagt «Wir haben unterwegs etwas gelernt», wird angesehen, als hätte er gerade zugegeben, die Strategie verlegt zu haben. Führung soll Sicherheit geben, nicht Überraschungen produzieren. Am liebsten fahren wir Organisationen wie Hochgeschwindigkeitszüge: schnell, effizient, ohne Zwischenhalt. Aber: Die Welt, in der wir heute leben und arbeiten, ist keine Bahnstrecke. Sie ist eher ein Alpenpass mit Wetterumschwung. Und: Die Geschichte ist geradezu gepflastert von Erfolgen, die exakt so begonnen haben wie eine verpasste Ausfahrt.

Alexander Fleming zum Beispiel wollte keine medizinische Revolution auslösen. Er wollte Bakterien untersuchen. Stattdessen hat er eine Petrischale stehen lassen. Ein klassischer Management-Albtraum: Unordnung, Abweichung vom Prozess, keine Dokumentation. Und dann auch noch dieser Schimmel. Zum Glück hatte niemand sofort «aufräumen!» gerufen. Der Umweg wurde zur Erfindung: Penicillin. Und wer würde heute schon auf dieses Antibiotikum verzichten wollen? Der Unterschied war nicht der Zufall. Der passiert ständig. Der Unterschied war, dass Fleming nicht hektisch «aufgeräumt» hat, um wieder im Plan zu sein. Er hat hingeschaut.

In Unternehmen passiert täglich Vergleichbares – nur nennen wir es dort «Ineffizienz». Ein Projekt entwickelt sich anders als geplant. Mitarbeitende stellen unbequeme Fragen, die nicht auf der Agenda stehen. Märkte reagieren irrational. Reflexartig

greifen viele Führungskräfte zum Lenkrad und reissen es herum: zurück auf die Route! Bloss keine Abweichung, bloss keine Zeit verlieren. Das beruhigt – kurzfristig. Langfristig kostet es genau das, was wir angeblich suchen: Innovation, Lernen, Anpassungsfähigkeit.

Viele Organisationen sagen, sie wollen Neues. Was sie wirklich wollen, ist Neues ohne Umweg. Innovation bitte planbar, messbar und möglichst ohne Irritation. Das ist, als würde man neue Landschaften entdecken wollen, aber nur entlang der Autobahn. Als CEO muss man sich eine unbequeme Frage stellen: Führen wir noch – oder verwalten wir nur unsere Navigationssysteme? Wer Umwege konsequent vermeidet, bekommt berechenbare Ergebnisse. Und berechenbare Organisationen sind in einer unberechenbaren Welt erstaunlich schnell überholt.

Natürlich braucht Führung Richtung. Niemand möchte von einer Geschäftsleitung hören: «Wir schauen mal, wo wir ankommen.» Aber es macht einen entscheidenden Unterschied, ob Abweichungen automatisch als Fehler gelten – oder als Informationsquelle. Gute Führung erkennt, wann ein Umweg Zeitverschwendung ist. Sehr gute Führung erkennt, wann er ein Geschenk ist. Das verlangt Mut, Gelassenheit und Demut. Denn Umwege sehen im Reporting selten gut aus. Sie passen schlecht in Quartalslogiken. Aber sie sind oft der Ort, an dem Organisationen erwachsen werden. Wer sich nie «verfährt», lernt nichts über das Gelände. Und wer das Gelände nicht kennt, ist auf Dauer kein Navigator.

Damit zurück zum Auto: Das Navi ist nützlich. Aber niemand käme auf die Idee, blind in den See zu fahren, nur weil die Stimme sagt, man solle abbiegen. Führung funktioniert ähnlich. Pläne sind Werkzeuge, keine Wahrheiten. Strategien sind Orientierung, keine Naturgesetze. Oder anders gesagt: Umwege sind kein Zeichen von Orientierungslosigkeit. Sie sind ein Zeichen dafür, dass man noch denkt. Und das, werte Berufskollegen, ist vielleicht die wichtigste Führungsleistung unserer Zeit.

Deshalb sage ich: Bitte nicht wenden!

Andreas Breschan ist CEO der Hörmann Schweiz AG. www.hörmann.ch

Funktion, Sicherheit und Atmosphäre im Einklang

Durchdachte Lichtkonzepte

Die Aussenbeleuchtung hat sich in den vergangenen Jahren von einer rein funktionalen Notwendigkeit zu einem wichtigen Bestandteil moderner Architektur und Stadtplanung entwickelt. Sie erfüllt heutzutage mehrere Aufgaben gleichzeitig: Orientierung, Sicherheit, Energieeffizienz und gestalterische Wirkung. Durch neue Technologien, intelligente Steuerungen und nachhaltige Konzepte eröffnen sich Planern und privaten Bauherren völlig neue Möglichkeiten.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Die Bedeutung der richtigen Beleuchtung sollte nicht unterschätzt werden, denn eine durchdachte Lichtplanung im Aussenbereich beginnt lange vor der Auswahl einzelner Leuchten. Zunächst müssen

Nutzungsbereiche analysiert werden: Wege, Eingänge, Parkflächen, Fassaden oder Grünflächen haben jeweils unterschiedliche Anforderungen an Lichtstärke, Lichtverteilung und Blendfreiheit.

Während auf Gehwegen eine gleichmässige Ausleuchtung für Sicherheit sorgt, kann bei Fassaden oder Gärten mit Akzentbeleuchtung gearbeitet werden. Ziel ist immer ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Funktion und Atmosphäre. Zu viel Licht führt nicht nur zu unnötigem Energieverbrauch, sondern auch zu Lichtverschmutzung. Gerade in urbanen Räumen gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung. Städte versuchen, Beleuchtung so zu planen, dass sie Sicherheit bietet, gleichzeitig aber Nachthimmel, Tiere und Anwohner möglichst wenig belastet.

LED-Technologie als Standard

Die Einführung moderner LED-Technik hat den Markt für Aussenbeleuchtung grundlegend verändert. LEDs sind langlebig, energieeffizient und bieten eine hohe Flexibilität in Farbe und Steuerung. Während frühere Beleuchtungs-

systeme oft hohe Wartungskosten verursachten, erreichen heutige LED-Leuchten eine Lebensdauer von über 50’000 Betriebsstunden. Zudem lassen sich Lichtfarben exakt definieren. Warmweisses Licht wird häufig im Wohnumfeld eingesetzt, während neutralweisses Licht in funktionalen Bereichen wie Parkplätzen oder Industrieanlagen Vorteile bietet.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit der präzisen Lichtlenkung. Moderne Optiken sorgen dafür, dass Licht gezielt dorthin gelangt, wo es auch wirklich benötigt wird. Dadurch sinken Energieverbrauch und Streulicht deutlich.

Intelligente Steuerungssysteme

Hand in Hand mit der Digitalisierung hält auch intelligente Steuerung Einzug im Sektor der Aussenbeleuchtung. Hier ermöglichen Sensoren, Zeitprogramme und vernetzte Systeme eine bedarfsgerechte Nutzung. So sorgen beispielsweise Bewegungssensoren dafür, dass Licht nur dann aktiviert wird, wenn Personen anwesend sind. In grösseren Anlagen können zentrale Steuerungen ganze Beleuchtungsnetze überwachen. Städte setzen zunehmend auf sogenannte Smart-City-Konzepte, bei denen Strassenbeleuchtung, Verkehrsdaten und Energieverbrauch miteinander verknüpft werden.

Ein weiterer Trend ist die adaptive Beleuchtung. Dabei wird die Lichtstärke automatisch an Tageszeit, Wetter oder Verkehrsaufkommen angepasst – dies spart Energie und erhöht gleichzeitig die Sicherheit.

Sicherheit und Normen

Eine Aussenbeleuchtung unterliegt verschiedenen Normen und Richtlinien, welche unter anderem Beleuchtungsstärken, Blendungsbegrenzung und Energieeffizienz betreffen. Besonders im öffentlichen Raum sind Planer dazu verpflichtet, entsprechende Stan-

dards einzuhalten. Eine gut geplante Beleuchtung reduziert Unfallrisiken, erleichtert die Orientierung und steigert das subjektive Sicherheitsgefühl. Gleichzeitig sollte sie so gestaltet sein, dass keine störenden Lichtquellen für Anwohner entstehen.

Auch in privaten Bereichen gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung, denn eine sinnvolle Kombination aus Wegbeleuchtung, Eingangslicht und Bewegungsmeldern kann Einbruchrisiken deutlich reduzieren.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Nachhaltigkeit stellt ein zentrales Thema moderner Aussenbeleuchtung dar. Neben energieeffizienter Technik spielt auch die Reduktion von Lichtverschmutzung eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund entwickeln zahlreiche Hersteller Leuchten mit gerichteter Lichtverteilung und reduzierter Blauanteil-Emission. Dies schützt nachtaktive Tiere und verbessert gleichzeitig die Qualität des Nachthimmels. Zusätzlich setzen einige Projekte auf solarbetriebene Beleuchtungssysteme, was besonders in Parkanlagen, abgelegenen Bereichen oder auf Radwegen eine wirtschaftliche und ökologische Lösung sein kann.

Gestaltung als architektonisches Element

Neben Funktion und Effizienz gewinnt die gestalterische Rolle von Aussenlicht mehr und mehr an Bedeutung. Schliesslich kann Licht Architektur betonen, Räume strukturieren und eine bestimmte Stimmung erzeugen.

Fassadenbeleuchtung hebt Materialien und Formen hervor, während indirekte Beleuchtung Wege und Plätze sanft inszeniert. In der Landschaftsarchitektur werden gezielt Bäume, Wasserflächen oder Skulpturen beleuchtet, um auch nachts ein attraktives Umfeld zu schaffen. Dabei sollte der Grundsatz befolgt werden: Weniger ist oft mehr. Gute Lichtgestaltung arbeitet mit Kontrasten und gezielten Akzenten statt mit flächiger Überbeleuchtung.

Die Zukunft der Aussenbeleuchtung

Die Entwicklung der Aussenbeleuchtung ist, wie so vieles, eng mit technologischen Innovationen verbunden. Neben effizienteren LEDs werden künftig vor allem vernetzte Systeme, Sensorik und nachhaltige Materialien eine wichtige Rolle spielen. Auch dynamisches Licht, das sich an menschliche Bedürf-

nisse anpasst, wird in steigendem Masse relevant. Projekte zeigen bereits, wie Beleuchtung nicht nur Energie spart, sondern auch das Wohlbefinden von Menschen im öffentlichen Raum verbessern

kann. Damit wird die Aussenbeleuchtung immer stärker zu einem integralen Bestandteil moderner Infrastruktur –funktional, effizient und gestalterisch zugleich.

SCHWEIZER QUALITÄTSFENSTER

Virtuoses Zusammenspiel aus Licht und Landschaft

Langlebige Lichtlösungen mit staub designlight ag

Die staub designlight ag ist seit über drei Jahrzehnten auf die Entwicklung und Produktion hochwertiger LEDLichtlösungen spezialisiert. Mit Fokus auf Innovation, Nachhaltigkeit und Schweizer Präzision begleitet das Unternehmen anspruchsvolle Lichtprojekte von der Idee bis zur Umsetzung und gilt dementsprechend als Institution in Sachen Aussen beleuchtung.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Wenn der Tag geht, macht staub designlight das Licht an und verleiht

Aussenbereichen eine atemberaubende Atmosphäre. Denn die Designerleuchten erhellen nicht einfach – sie begleiten, unterstreichen, akzentuieren und umschmeicheln, um die individuellen Besonderheiten einer Gartenlandschaft strahlen zu lassen.

Mit hochwertigen Leuchten und hervorragender Servicekompetenz werden Gärten eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Gutes Design darf sich nicht in den Vordergrund spielen Eine zurückhaltende Materialsprache ist Grundlage des umfangreichen Sortiments. Alle Produkte von staub designlight zeichnen sich durch ele -

gante Formen aus, die sich unaufdringlich und zeitgleich souverän in die Gartenarchitektur einfügen – sei diese minimalistisch oder opulent. Die Einsatzbereiche gestalten sich deshalb besonders vielseitig: Mittels Scheinwerfern und Spots werden skulpturale Anlagen sowie Kunstobjekte, Pflanzen, Hölzer und Wasserlandschaften auch zu später Stunde zu echten Hinguckern. Tube Lights oder Down Lights säumen als zuvorkommende Begleiter Mauern, Treppen und Wege, während einsetzbare Lichtbänder wie die Waveline artistische Lichtläufe kreieren. Ob Ultra-, Megaoder Gigaspot – staub designlight hat für jede Anforderung die passende Leuchte parat, mit Lichtkegeln mit Durchmessern von circa 0.3 bis Metern und Leuchtweiten von circa 2.5 bis 15 Metern.

Schweizer Präzision trifft langlebige Lichtlösungen Der führende Schweizer Hersteller für hochwertige LEDBeleuchtungslösungen entwickelt und produziert ausschliesslich in der Schweiz. Diese lokale Produktion garantiert höchste Präzision, kurze Wege, maximale Qualitätskontrolle und die Einhaltung strengster Standards – echte Qualität «made in Switzerland».

Mit hochwertigen Materialien und kundenspezifischen Lösungen setzt das innovative Unternehmen neue Massstäbe in der Lichtbranche, denn die LED-Leuchten von staub designlight erfüllen konsequent die Schutzklasse IP68. Sie sind vollständig wasserdicht und können somit 24/7 unter Wasser eingebaut sein. Damit eignen sie sich ideal für den Einsatz in anspruchsvollen Gartenanlagen, Bereichen wie Architektur- und Fassadenbeleuchtung, Pools, Brunnenanlagen, Aussenräumen sowie öffentlichen und gewerblichen Installationen. Leuchten, die für Aussenanlagen konzipiert sind, müssen insbesondere mit zwei Qualitätsmerkmalen punkten: Langlebigkeit und Sicherheit. Den

Produkten von staub designlight gelingt beides mühelos. Bei der Entwicklung und der Fertigung im eigenen Haus wird höchster Wert auf lückenlose Qualität gelegt. Sowohl im Erdreich als auch im Mauerwerk verbaut, halten Material und Konstruktion einer langzeitigen Nutzung ohne jegliche Materialermüdung stand. Nicht umsonst sind viele staub-designlight-Leuchten auch nach 20 Jahren noch im Einsatz.

Modulares Sortiment für individuelle Gartenprojekte Gärten sind so einzigartig wie ihre Besitzer*innen. Aus diesem Grund ist das Produktangebot von staub designlight nach dem Baukastensystem konzipiert und nahezu grenzenlos modular. Alle Lichtelemente lassen sich individuell anpassen, um den Charakter der jeweiligen Aussenanlage optimal zu unterstreichen. Von einzelnen Leuchten bis hin zu Neu-, Ausoder Umbauprojekten mit effizientem Zusammenspiel – die staub-designlight-Fachpartner*innen beraten umfangreich und planen und installieren die Leuchten im Handumdrehen. Die Montage erfolgt dank 12 / 24-Volt-Niederspannungssystem spielend leicht. Gartenbauer*innen dürfen sich folglich über eine anschlussfertige Ausstattung freuen.

Nachhaltig und servicefreundlich –LED-Module vor Ort ersetzbar

Ein entscheidender Vorteil: Bei rund 90 Prozent der Leuchten können die LED-Module direkt vor Ort ersetzt werden. Dies reduziert Wartungskosten erheblich, verlängert die Lebensdauer der Produkte und leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit, womit die staub designlight ag bewusst einen ressourcenschonenden und kundenorientierten Ansatz verfolgt.

Als Ausdruck des hohen Qualitätsanspruchs gewährt das Unternehmen sieben Jahre Garantie auf ihre Produkte. Diese aussergewöhnlich lange Garantiezeit unterstreicht das Vertrauen in die verwendeten Materialien, die Schweizer Fertigung und die technische Zuverlässigkeit der Leuchten.

Absolute Zuverlässigkeit ist die Maxime – ohne Kompromisse.

Kundenspezifische

Lösungen – Licht nach Mass

Neben dem Standardsortiment realisiert staub designlight individuelle Lichtlösungen, exakt abgestimmt auf die Anforderungen von Gartenbauern, Elektrikern, Architekten, Planern, Designern und Bauherren. Sonderlängen, spezielle Lichtfarben, individuelle Steuerungen oder massgeschneiderte Einbaulösungen werden präzise und flexibel umgesetzt. Die Leuchten bestehen aus hochwertigem Edelstahl und langlebigen Komponenten, die auch unter extremen Umweltbedingungen zuverlässig funktionieren. Das Ergebnis sind robuste, ästhetisch zeitlose Produkte mit maximaler Lebensdauer.

© Rolf von Burg
© Rolf von Burg

Innovative Bodenbeläge

Materialien, Technik und neue Ansprüche

Die Anforderungen an Bodenbeläge haben sich in der Schweiz in den letzten Jahren deutlich verändert, denn Bauherren, Architekturbüros und Verarbeitungsbetriebe erwarten heute weit mehr als reine Funktionalität. Ergo reicht es nicht mehr, wenn ein Bodenbelag zu Hause oder in den Büroräumen zum Niederknien schön ist. Gefragt sind Lösungen, die Design, Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und einfache Verarbeitung miteinander verbinden. Gleichzeitig steigen die technischen Anforderungen in Wohn-, Gewerbe- und Objektbauten kontinuierlich. Mit neuen Materialien, hybriden Konstruktionen und digitalen Planungsmethoden reagieren innovative Bodenbeläge auf diese rasanten Entwicklungen.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Ein zentraler Trend im Schweizer Markt ist die ökologische Optimierung von Bodenbelägen, womit einmal mehr Nachhaltigkeit als Innovationstreiber fungiert. Bauprojekte orientieren sich zunehmend an Nachhaltigkeitslabels und Lebenszyklusanalysen. Hersteller entwickeln daher Produkte mit: w recycelten oder biobasierten Rohstoffen, w emissionsarmen Bindemitteln, w langlebigen Oberflächen, w sortenreinen Recyclingkonzepten. Im Speziellen sind modulare Systeme gefragt, bei denen einzelne Elemente ersetzt werden können, ohne den gesamten Boden zu erneuern. Das reduziert den Materialverbrauch und die Kosten im Unterhalt – ein wichtiger Faktor für öffentliche Gebäude, Hotels oder Büroflächen.

Ein grosses Thema sind derzeit Materialkombinationen. So entstehen Innovationen vor allem durch Materialhybride. Klassische Kategorien wie Holz, elastische Beläge oder mineralische Systeme verschmelzen zunehmend.

Beispiele hierfür sind folgende: Mineralisch-elastische Böden Diese verbinden die Robustheit mineralischer Spachtelmassen mit der Flexibilität moderner Kunststoffe. Das Ergebnis sind fugenlose Flächen mit hoher Belastbarkeit und gleichzeitig angenehmer Haptik.

Holzverbundsysteme

Mehrschichtige Konstruktionen verbessern Formstabilität und reduzieren den Einfluss von Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen – ein Vorteil bei Fussbodenheizungen, die in der Schweiz weit verbreitet sind.

Designbeläge mit mineralischem Kern

Neue Trägerplatten erhöhen die Druckfestigkeit und Dimensionsstabilität. Dadurch lassen sich auch grossformatige Elemente sicher verlegen.

Digitalisierung in Planung und Ausführung

Neben Materialinnovationen verändert auch die Digitalisierung die Branche. Architekturbüros arbeiten zunehmend mit digitalen Gebäudemodellen. Für Bodenbelagshersteller bedeutet das:

w detaillierte Materialdaten für Planungssoftware, w realistische Oberflächen in Visualisierungen, w präzise Mengenermittlung, w bessere Abstimmung zwischen Gewerken. Auch auf der Baustelle entstehen neue Möglichkeiten. Digitale Aufmasssysteme, Feuchtigkeitsmessungen per Sensor oder Verlegeplanung per App erhöhen die Qualitätssicherheit und sparen Zeit.

Komfort und Raumakustik

Gerade im verdichteten Wohnungsbau gewinnen Komforteigenschaften an Bedeutung. Moderne Bodenbeläge müssen mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen:

w Trittschallreduzierung,

w Fusswärme,

w angenehme Gehqualität,

w Pflegeleichtigkeit.

Mehrschichtige Aufbauten oder integrierte Dämmunterlagen sind daher stark im Kommen. Besonders im mehrgeschossigen Wohnbau helfen solche Systeme, akustische Anforderungen zu erfüllen, ohne die Aufbauhöhe stark zu vergrössern.

Fugenlose Gestaltung im Trend

Architekturtrends beeinflussen ebenfalls die Entwicklung neuer Bodenlösungen. Minimalistische Innenräume verlangen häufig nach grossflächigen, ruhigen Oberflächen. Fugenlose Beschichtungen oder gespachtelte Designböden gewinnen deshalb an Bedeutung – nicht nur in Lofts oder Ausstellungen, sondern zunehmend auch im Wohnbau. Moderne Systeme bieten heute:

w hohe Rissüberbrückung,

w UV-stabile Oberflächen,

w grosse Farb- und Strukturvielfalt,

w gute Renovierbarkeit.

Damit werden Anwendungen möglich, die früher keramischen Belägen oder Naturstein vorbehalten waren.

Schnelle Renovationslösungen

Ein wachsender Markt in der Schweiz ist die Sanierung im Bestand. Innovative Bodenbeläge setzen hier auf geringe Aufbauhöhen und kurze Bauzeiten. Typische Entwicklungen sind:

w klickbare Beläge für die schwimmende Verlegung, w selbstverlaufende Dünnschichtsysteme,

w Renovationsunterlagen zur Überbrückung

alter Untergründe, w staubarme Vorbereitungsverfahren.

Gerade im bewohnten Zustand oder in laufenden Geschäftsbetrieben sind solche Lösungen entscheidend.

Anforderungen an Verarbeiter

Mit neuen Materialien steigen auch die Anforderungen an Fachbetriebe. Verarbeitungskompetenz, Untergrundanalyse und Systemverständnis werden immer wichtiger. Schulungen, Zertifizierungen und eine enge Zusammenarbeit mit Herstellern gehören deshalb zunehmend zum Berufsalltag. Gleichzeitig eröffnen innovative Produkte Chancen für spezialisierte Betriebe. Wer neue Systeme früh beherrscht, kann sich im Wettbewerb differenzieren und anspruchsvolle Projekte realisieren.

Ausblick auf den Schweizer Markt

Die Entwicklung innovativer Bodenbeläge wird in den kommenden Jahren weiterhin von drei Faktoren geprägt:

1. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft,

2. Digitalisierung in Planung und Bauprozess,

3. steigende Ansprüche an Komfort und Design. Für Planer und Verarbeiter bedeutet das eine spannende Phase. Materialien werden vielseitiger, Systeme intelligenter und Anwendungen kreativer. Der Boden entwickelt sich damit immer stärker vom reinen Bauelement zu einem integralen Bestandteil moderner Architektur.

PERSÖNLICH, NACHHALTIG, GESETZESKONFORM

FÜR INTELLIGENTE

ENTSORGUNG

Wer sich auf Altola verlässt, kann sich mit gutem Gewissen auf sein Kerngeschäft konzentrieren: Als bewährter Partner für Industrie und Gewerbe machen wir Ihnen das Leben leichter. Unsere Fachleute beraten und unterstützen Sie von der fachgerechten Trennung bis hin zum Gesamtentsorgungskonzept.

Von der Nasszelle zur modernen Wellbeing-Oase

Funktionalität, Design und neue Wohnqualität

Das gute alte Badezimmer unterzog sich in den letzten Jahren einem starken Wandel: War es früher ein rein funktionaler Raum, entwickelt es sich heute zunehmend zu einer privaten Wohlfühloase. Moderne Badezimmer verbinden Design, Technologie und Nachhaltigkeit. Gerade in der Schweiz zeigt sich ein klarer Trend hin zu hochwertigen Materialien, durchdachter Planung und langlebigen Lösungen.

In aktuellen Wohnkonzepten nimmt das Bad eine immer wichtigere Rolle ein. Im Rahmen der Architektur und dem Interior-Design, aber auch bei den Sanitärplanern wird das Badezimmer längst nicht mehr nur als Nasszelle, sondern als integraler Bestandteil der Wohnarchitektur gedacht. Offene Raumkonzepte, fliessende Übergänge zum Schlafzimmer und grosszügige Grundrisse prägen viele Neubauten und Renovationen. Der Wandel vom Nutz- zum Lebensraum hat sich durchgesetzt – das Badezimmer hat sich zu einem Ort der Entspannung und Exklusivität gemausert. Dabei steht die Aufenthaltsqualität im Mittelpunkt. Natürliche Materialien, angenehme Beleuchtung und klare Linien sorgen für eine ruhige Atmosphäre. Aktuell sind minimalistische Gestaltungen mit reduzierter Formsprache besonders gefragt.

Materialien: Natürlichkeit und Beständigkeit

Ein dominierender Trend in modernen Badezimmern ist die Verwendung hochwertiger, natürlicher Materialien. Naturstein, Keramik in Steinoptik, Holzoberflächen oder mineralische Verbundstoffe schaffen eine warme und gleichzeitig elegante Wirkung. Auch Feinsteinzeug bleibt aufgrund seiner Robustheit und Pflegeleichtigkeit ein zentraler Werkstoff. Grossformatige Platten reduzieren Fugen und lassen Räume grösser wirken. Gleichzeitig gewinnen fugenlose Oberflächen zunehmend an Bedeutung – etwa mit Mikrozement oder speziellen Spachteltechniken.

Holz findet ebenfalls häufiger seinen Weg ins Badezimmer, insbesondere bei Möbeln oder Akzentflächen. Dank moderner Versiegelungen sind diese Lösungen nun ebenfalls langlebig und pflegeleicht.

Farbwelten: Ruhe statt Kontrast Während früher starke Kontraste dominierten, setzen moderne Badkonzepte vermehrt auf ruhige Farbspektren. Beige, Sand, Greige, Natursteinfarben oder warme Grautöne prägen viele aktuelle Projekte. Schwarze Armaturen bleiben beliebt, werden jedoch zunehmend von gebürstetem Edelstahl, Bronze oder Champagne-Farbtönen ergänzt. Diese Oberflächen wirken hochwertig und verleihen einen zeitlosen Touch. Ein weiterer Trend ist das Ton-inTon-Design: Boden, Wände und Möbel sind farblich aufeinander abgestimmt und erzeugen eine harmonische Gesamtwirkung.

Licht als Gestaltungselement

Eine harmonische und sinnvolle Beleuchtung spielt im modernen Badezimmer eine zentrale Rolle. Statt einer einzelnen Deckenleuchte wird heute mit mehreren Lichtquellen gearbeitet. Typische Elemente sind: w indirekte Beleuchtung hinter Spiegeln, w LED-Profile in Nischen oder unter Möbeln, w dimmbare Deckenbeleuchtung, w Akzentlicht für Materialien oder Strukturen.

So entsteht eine Atmosphäre, die sich je nach Tageszeit und Nutzung anpassen

lässt – vom funktionalen Morgenlicht bis zur entspannenden Abendstimmung.

Wellness in den eigenen vier Wänden

Viele Bauherrschaften wünschen sich heute Spa-Elemente im eigenen Bad. Dazu gehören:

w bodenebene Duschen mit Regenduschsystem, w freistehende Badewannen, w Dampfduschen, w integrierte Sitzbereiche.

Auch grössere Duschflächen mit rahmenlosen Glasabtrennungen bestimmen den Trend dominant. Sie lassen

Räume offener wirken und verbessern die Barrierefreiheit.

Nachhaltigkeit und Wasserverbrauch

In der Schweiz spielt Nachhaltigkeit eine besonders wichtige Rolle. Moderne Sanitärtechnik hilft dabei, Wasser und Energie zu sparen, ohne Komfort einzubüssen. Wassersparende Armaturen, effiziente Duschsysteme und intelligente Steuerungen reduzieren den Verbrauch deutlich. Gleichzeitig achten Planende vermehrt auf langlebige Materialien sowie auf Produkte mit reparierbaren Komponenten. Im besonderen Masse er-

freulich ist, dass der Einsatz regionaler Materialien oder kurzer Lieferketten vermehrt an Bedeutung gewinnt.

Stauraum und Ordnung

Ein aufgeräumtes Bad wirkt grösser und ruhiger. Deshalb ist eine durchdachte Stauraumplanung essenziell.

Beliebt sind:

w grifflose Möbel, w grosse Auszüge, w integrierte Nischen in der Dusche, w Spiegelschränke mit verdeckter Technik. Massgefertigte Lösungen ermöglichen es, selbst kleine Badezimmer optimal zu nutzen.

Barrierefreiheit als Zukunftsthema

Die demografische Entwicklung beeinflusst zunehmend auch die Badplanung. Bodengleiche Duschen, rutschhemmende Oberflächen und ausreichend Bewegungsflächen werden immer häufiger bereits im Neubau berücksichtigt. Solche Lösungen erhöhen nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Komfort im Alltag.

Das moderne Badezimmer vereint Architektur, Design und Technik. Hochwertige Materialien, nachhaltige Lösungen und durchdachte Planung verwandeln den Raum in einen Ort der Entspannung. In der Schweiz zeigt sich dabei besonders deutlich: Qualität, Langlebigkeit und zeitloses Design stehen im Mittelpunkt. Für Planende, das Handwerk sowie Industrie bietet diese Entwicklung grosse Chancen, denn das Badezimmer wird auch künftig einer der spannendsten Räume im Wohnbau bleiben.

Der individuelle Stil für Ihr Bad

Unsere Alterna-Neuheiten verbinden Design und Funktion, setzen besondere Farbakzente und sind individuell kombinierbar. Lassen Sie sich online oder in den Sanitas Troesch Ausstellungen inspirieren. sanitastroesch.ch/alterna

Wellness-Oase mit cleverer Technik

Präzisionsarbeit auf kompaktem Raum

Bauherren und Hausbesitzer unterschätzen oft die Möglichkeiten, eine Sauna auch auf kleiner Fläche zu verwirklichen. Bei dem hier vorgestellten Objekt hat KLAFS auf knappstem Raum eine rollstuhlgerechte Wellness-Oase für einen ParalympicsSportler geschaffen, die Top-Qualität in Sachen Funktionalität und Design bietet.

Autorin: Bianca Schilter

Bilder: KLAFS AG

«Die Sauna ist der ideale Ort, um einfach abzuschalten und zu regenerieren», sagt Vince Moens. «Das Saunabad löst bei mir eine tiefe Entspannung aus.» Der Bauherr, ein studierter Physiker (ETH Zürich) und aktuell im Leitungsteam eines Schweizer Tech-Startups tätig, erarbeitete sich seinen Wellness-Traum mit viel Energie zusammen mit den Spezialisten vom Marktführer KLAFS. Nach einem Unfall im Jahr 2017 ist er querschnittgelähmt (Paraplegiker). Doch der passionierte Skifahrer liess sich nicht entmutigen: Mit harter Arbeit und dem entsprechenden technischen Equipment schaffte es Vince Moens bis ins Swiss Paralympic Ski Team. Gemeinsam mit seiner Frau baute er das Haus nach und nach barrierefrei um – zum Teil in Eigenleistung. Im Zuge dieser Renovierung war irgendwann auch das Bad an der

Reihe. Hier plante Vince Moens den Einbau einer Sauna. «Ich war schon immer ein begeisterter Wellness- und SaunaFan – auch schon vor meinem Unfall», erklärt der Bauherr. «Jedoch sind die meisten öffentlichen Wellnessanlagen einfach nicht behinderten- beziehungsweise rollstuhltauglich», spricht er aus Erfahrung. «Um jederzeit WellnessZugang zu haben, habe ich mich darum für eine Sauna in den eigenen vier Wänden entschieden.»

Mit KLAFS fand der Sportler den idealen Partner «Meine Eltern hatten bereits eine KLAFS-Sauna», berichtet der Bauherr. «Das Gespräch mit KLAFS verlief offen und lösungsorientiert – im Unterschied zu anderen Wettbewerbern.» Das Bad, in dem die Sauna untergebracht werden sollte, um-

fasst zwar 22 Quadratmeter, doch angesichts zweier Lavabos, einer grossen Dusche, einer übergrossen Badewanne und eines Dusch-WCs blieben für die Sauna nur etwa vier Quadratmeter in einer Nische mit Dachschräge übrig.

KLAFS-Fachberater Rouven Riggenbach und Vince Moens planten die Sauna gemeinsam und fanden die perfekte Lösung: Vince Moens folgte der Empfehlung von KLAFS und entschied sich für die Sauna

PREMIUM. Dieses Modell ist wie geschaffen für solch herausfordernde Raumsituationen. Es glänzt mit grenzenloser Anpassungsfähigkeit und kann wie hier millimetergenau an eine Raumsituation mit Dachschräge angepasst werden. Auch in puncto Gestaltungsvielfalt waren dem Bauherren keine Grenzen gesetzt, da das Exterieur wie das Interieur individuell gewählt werden können.

Vince Moens machte davon gerne Gebrauch: Aussen nimmt die Sauna die Wandgestaltung mit Putz auf, innen ist die Wandverkleidung aus edlem Hemlock-Holz und die Sitzbänke aus hitzebeständigem Abachi-Holz gefertigt. Um selbst in der Sauna Tageslicht zu bekommen, wurde geschickt ein Fenster integriert.

Durch die massgefertigten Bankelemente lassen sich die Liege- und Sitzflächen individuell anpassen. Eine Bank kann ganz ein- oder ausgefahren werden. Somit steht dem Saunakomfort sowohl mit als auch ohne Rollstuhl nichts im Wege. Der Zugang wird durch eine extrabreite Glastür ermöglicht.

Der Unterbankofen BONATHERM (sechs Kilowatt) spart nicht nur Platz, sondern schützt den Hausbesitzer vor Verbrennungen, die er als Paraplegiker an den Beinen nicht spüren würde – ein essenzieller Sicherheitsaspekt. Praktisch und komfortabel ist auch der SANARIUM-Verdampfer für automatischen Aufguss auf Knopfdruck. Der Unterbringung der dafür notwendigen Technik galt ein besonderes Augenmerk. Fachberater Rouven Riggenbach erklärt: «Die Platzierung der Technik für den Verdampfer und den Dufteinlass war auf diesem kompakten Raum eine echte Herausforderung. Wir mussten sicherstellen, dass alles einwandfrei zugänglich und gleichzeitig auf kleinstem Raum verbaut ist. Letztlich konnten wir die gesamte Technik im kleinen Schrankfach direkt hinter dem WC unterbringen – eine sehr effiziente und unauffällige Lösung.» Zusätzlich erfreut sich Vince Moens an der stimmungsvollen indirekten Beleuchtung SUNSET, die hinter der Rückenlehne angebracht ist. Und mit den MOLLIS-Liegekissen von KLAFS lässt es sich in der Sauna so richtig gemütlich machen. Sie sind gleichzeitig ideal, um Druckstellen zu vermeiden.

KLAFS Fachberater Rouven Riggenbach ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. «Der vorhandene Platz für die Sauna war nicht riesig, und wir hatten noch Ecken und Dachschräge zu berücksichtigen. Aber wir haben die Sauna super massgefertigt.» Auch Saunabesitzer Vince Moens ist begeistert von seiner ganz privaten Möglichkeit zu saunieren, wann immer ihm danach ist. Zum Beispiel nach dem FitnessProgramm im eigenen Gym. «Dank Sauna-App kann ich die Sauna von unterwegs oder vom unteren Stockwerk aus steuern. Und auch der automatische Aufguss ist einfach toll!» Im Übrigen ermuntert er andere Menschen mit Behinderungen, ihren Wellness-Traum zu verwirklichen. «Es gibt immer eine Lösung. Manchmal braucht es einfach etwas mehr Zeit für die Planung und Umsetzung. Aber verzichten sollte man deswegen ganz sicher nicht.»

www.klafs.ch

Die Küche als multifunktionaler Raum

Mehr als ein Ort zum Kochen

Neben Kochen und Essen übernimmt die Küche immer mehr Funktionen. Sie dient als Arbeitsplatz, Treffpunkt für Familie und Freunde oder als Ort für schnelle Mahlzeiten im Alltag. Auf diese Bedürfnisse wird mit flexiblen Konzepten geantwortet: verschiebbare Elemente, integrierte Sitzbereiche oder multifunktionale Inseln. Auch Akustik und Beleuchtung rücken in den Fokus, da sich die Küche mehr und mehr zum Herzstück des Wohnraums etabliert.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Moderne Küchen zeichnen sich durch eine harmonische Balance von Design und Technik aus. Was früher ein funktionaler Arbeitsraum war, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend verändert und ist heute das kommunikative Zentrum des Hauses. In der Schweiz zeigt sich dieser Wandel besonders deutlich: Hochwertige Materia-

lien, präzise Planung und innovative Technik prägen die moderne Küchenarchitektur. Nicht selten ist eine individuell gestaltete Küche das Prunkstück des Zuhauses, das gerne und oft vorgezeigt wird.

Trend zum offenen Grundriss

Offene Wohnküchen sind in vielen Neubauten und Renovationen mittlerweile Standard. Die Küche verschmilzt mit Wohn- und Essbereich und übernimmt eine soziale Funktion – Kochen wird zum gemeinsamen Erlebnis.

Architekten setzen dabei auf klare Linien, reduzierte Formen und eine ruhige Gestaltung. Häufig kommen grifflose Fronten, grosse Kochinseln und versteckte Stauraumlösungen zum Einsatz. Zahlreiche renommierte Hersteller wie V-Zug, Siemens oder Miele liefern

Geräte, die sich optisch nahtlos integrieren lassen. Dabei tritt die Technik bewusst in den Hintergrund: Geräte verschwinden hinter Fronten, Dunst abzüge sind in Kochfelder integriert, und Beleuchtungssysteme werden Teil der Architektur.

Natürlichkeit trifft Hightech

Materialität spielt in der Schweizer Küchenplanung eine zentrale Rolle. Besonders gefragt sind derzeit: w Naturstein wie Granit oder Quarzit, w Keramikarbeitsplatten, w Massivholz und Echtholzfurniere, w Edelstahl in professioneller Ausführung. Keramik hat sich in den letzten Jahren stark etabliert, da das Material hitzebeständig, kratzfest und zudem noch pflegeleicht ist. Gleichzeitig ermöglicht die moderne Fertigung extrem dünne Plattenstärken. Parallel dazu erlebt Holz ein Comeback. Die warmen Oberflächen dieses nachwachsenden Materials schaffen einen wohnlichen Kontrast zu den minimalistischen Fronten und technischen Geräten.

Schweizer Präzision und Individualisierung

Ein wesentliches Merkmal des Schweizer Küchenmarkts ist der hohe Grad an Individualisierung. Viele Küchen werden massgefertigt und exakt an Raum, Architektur

und Lebensstil angepasst. Daher setzen Hersteller wie Piatti oder Forster auf modulare Systeme, die sich ganz nach den jeweiligen Anforderungen flexibel konfigurieren lassen. Besonders gefragt sind Lösungen für urbane Wohnungen mit einem begrenztem Platzangebot. Auch ergonomische Aspekte gewinnen an Bedeutung: unterschiedliche Arbeitshöhen, intelligente Stauraumorganisation und leicht zugängliche Auszüge erhöhen den Komfort im Alltag.

Smart Kitchen: Vernetzte Geräte im Alltag

Die Digitalisierung schreitet voran und erreicht zunehmend auch die Küche. Moderne Geräte kommunizieren miteinander und lassen sich über Apps steuern. Backöfen schlagen Rezepte vor, Kühlschränke überwachen Vorräte, und Kochfelder passen automatisch die Leistung an.

Plattformen wie Home Connect verbinden Geräte verschiedener Hersteller miteinander. Für Planende eröffnet das einerseits neue Möglichkeiten, andererseits verlangt dieser Umstand aber auch zusätzliche Kompetenz im Bereich Technikintegration. Gleichzeitig bleibt die Schweiz ein Markt mit hohem Qualitätsanspruch. Technologie muss zuverlässig funktionieren und intuitiv bedienbar sein –Spielereien ohne praktischen Nutzen setzen sich langfristig gesehen selten durch.

Ökologischer Aspekt als entscheidender Faktor Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch viele Bereiche des Bauwesens und entwickelt sich auch in der Küchenbau-Branche zu einem der wichtigsten Themen. Deswegen rücken langlebige Materialien, energieeffiziente Geräte und regionale Produktion vermehrt in den Mittelpunkt.

Viele Hersteller setzen ebenfalls auf reparierbare Geräte und modulare Bauweisen. Auch recycelbare Materialien gewinnen an Bedeutung, denn Küchen sollen nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch über Jahrzehnte hinweg funktionieren. In der Planung zeigt sich dieser Anspruch beispielsweise durch:

w energieeffiziente Induktionskochfelder,

w LED-Beleuchtung mit geringem Stromverbrauch,

w robuste Oberflächen mit langer Lebensdauer,

w lokale Produktion und kurze Lieferwege. Kundinnen und Kunden legen zunehmend Wert auf diese Faktoren.

Individualität bleibt der Schlüssel

Die moderne Küche in der Schweiz bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Design, Technik und Handwerk. Während Trends kommen und gehen, bleibt ein Faktor konstant: der Wunsch nach individuellen Lösungen.

Küchen sind heute langfristige Investitionen und können den Wert einer Immobilie steigern. Letztendlich sind sie aber Ausdruck eines persönlichen Lebensstils. Wer Planung, Materialien und Technologie sinnvoll kombiniert, schafft einen Raum, der weit über seine ursprüngliche Funktion hinausgeht – und zum eigentlichen Dreh- und Angelpunkt des Hauses wird.

Die Kunst des Wesentlichen

SCHMIDT überträgt moderne Wohnbedürfnisse in reduzierte Ästhetik

Manchmal entsteht wahre Grösse dort, wo nichts im Weg steht.

Die Arcos Curve Lightfox von SCHMIDT folgt genau diesem Gedanken.

Autor: Pascal Blum

Bilder: SCHMIDT Küchen & Wohnwelten

Die Neuheit des Spezialisten für Möbel auf Mass strahlt eine bemerkenswerte Gelassenheit aus und lässt Ordnung beinahe beiläufig entstehen. Hier bleibt die Arbeitsplatte frei, Geräte und Utensilien verschwinden hinter geschlossenen Fronten, der Blick gleitet ungestört durch den Raum. Die Küche wird zur Bühne für das Wesentliche – und alles Überflüssige verschwindet unauffällig

in geschlossenen Schränken. Eine Zurückhaltung, die kein Verzicht ist, sondern eine bewusste Entscheidung. Hohe, bis zur Decke reichende Schrankelemente mit bodentiefen Fronten sorgen für optische Ruhe, während sich hinter versenkbaren Türen der Backofen und die Mikrowelle elegant verbergen. Selbst die geräumige Eckspeisekammer fügt sich unauffällig ins Gesamtbild: Dank eines Öffnungswinkels von 155 Grad bleibt

der Stauraum bis in die letzten Ecken komfortabel erreichbar. Die neue Arbeitsplatte in Travertin-Optik «Valencia» bringt eine natürliche Wärme ins Spiel – ein leiser Kontrapunkt zur klaren Architektur. Offene Regale mit integrierter Beleuchtung setzen gezielte Akzente, ohne die Ruhe zu stören. Zum Gesamtbild gehört eine Kücheninsel im Curve-Konzept. Charakteristisch sind die innen gerundeten Wangen: In der Höhe lassen sie sich an die jeweilige Inselsituation anpassen, der Innenradius bleibt jedoch konstant bei 420 Millimetern. So entsteht eine sanfte Dynamik in der Geometrie, ohne die klare Linie des Entwurfs zu brechen. Die Küchentheke mit Sitzgelegenheit ergänzt die Insel um einen praktischen Platz für Kaffee, Laptop oder den schnellen Snack zwischendurch. Und immer ist alles auf den Millimeter geplant, individuell anpassbar und konsequent durchdacht.

Die Klarheit im Raum «Das gesamte Know-how von SCHMIDT zeigt sich in dieser Küche vor allem in dem, was man nicht sieht und was verborgen ist. Unsere Idee war, die Elektrogeräte so weit wie möglich zu verstecken. Und so wirkt die Arcos Curve Lightfox auf den ersten Blick fast, als gäbe es keinen Backofen, keinen

Kühlschrank, keine Dunstabzugshaube. Da ist: nichts. Oder nur sehr wenig. Man denkt, das ist doch keine echte Küche. Erst wenn man die Schränke öffnet, kommt sie zum Vorschein. Diese Küche muss man entdecken», sagt Maryline Stoeckel, Leiterin Produktentwicklung Design beim deutsch-französischen Traditionsunternehmen. Die Arcos Curve Lightfox ist Ausdruck einer Haltung, die dem hektischen Übermass des Alltags bewusst etwas entgegensetzt. Geräte verschwinden hinter Fronten, Stauraum wird intelligent organisiert, die Arbeitsplatte bleibt frei. Das Ergebnis ist eine Küchenarchitektur, die durch Prägnanz und Klarheit überzeugt. Sorgfältig gestaltete Details und die Konzentration auf das Wesentliche machen hier den Unterschied: Das Auge findet Halt, der Raum wirkt offen und gelassen. So wird die Küche zum ruhigen Mittelpunkt des Wohnens – extrem funktional und zugleich wohltuend zurückhaltend. Sie widersetzt sich der Beliebigkeit mit einer eigenen Handschrift: zeitlos, geradlinig und angenehm unaufgeregt.

Und schwups ist die Küche weg … Reduzierte Ästhetik als gestalterische Disziplin: Die Arcos Work’n’Hide treibt diesen Gedanken auf die Spitze. Denn diese Küche verschwindet gleich ganz. Hinter einer geschlossenen

Front mit seitlich versenkbaren Schiebetüren verbirgt sich ein vollständig ausgestatteter Küchenbereich, der sich bei Bedarf ebenso schnell wieder

zeigt. Sind die Türen zugeklappt, verschmilzt das Küchenmodell gänzlich mit seiner Umgebung. Erst wenn sie gebraucht wird, öffnet sie sich und

gibt eine voll eingerichtete Küchenzeile frei. Zugezogen wirkt das Möbel wie eine elegante Wandlösung, offen entfaltet es seine ganze Funktionalität. Ein echter Verwandlungskünstler, geschaffen für moderne Wohnkonzepte ohne klare Raumgrenzen. «Gerade in den urbanen Grundrissen eines Lofts offenbart dieses Modell seine Stärke. Kochen, Arbeiten und Wohnen greifen ineinander, ohne gegenseitig zu dominieren», erklärt Maryline Stoeckel. Tagsüber Lounge, am Abend Treffpunkt – die Work’n’Hide passt sich dem Rhythmus des Lebens an. Massgefertigt bis in die letzte Nische nutzt sie jeden Zentimeter Stauraum und kommt ohne eigenes Zimmer aus. Farblich und materiell perfekt abgestimmt, verschmilzt sie mit ihrer Umgebung und verleiht dem Raum eine lässige Eleganz.

Eine Küche als Statement: flexibel, urban und äusserst diskret.

15’000-mal Schluss –und niemand hat es kommen sehen?

Als Rekordjahr wird 2025 in die Schweizer Wirtschaftsgeschichte eingehen – allerdings in keiner ruhmreichen Kategorie. Mit 14’958 Firmeninsolvenzen verzeichnete die Schweiz einen historischen Höchststand. Gegenüber 2024 entspricht das einem Plus von über 30 Prozent. Eine Zahl, die aufhorchen lässt. Und eine Entwicklung, die viele zwar überrascht, aber längst nicht unvorhersehbar war.

Besonders betroffen: Bau und Gastro

Besonders stark betroffen sind einmal mehr das Baugewerbe und die Gastronomie – Branchen mit traditionell tiefen Margen, hoher Kostenbelastung und oft wenig finanziellen Reserven. Dass es ausgerechnet hier knallt, ist kein Zufall. Wer schon am Limit arbeitet, spürt jede Veränderung doppelt – regulatorisch wie wirtschaftlich.

Ein zentraler Treiber dieser Insolvenzwelle ist eine Gesetzesänderung, die seit dem 1. Januar 2025 gilt: Öffentliche Gläubiger wie Steuerbehörden, AHV-Ausgleichskassen oder Unfallversicherungen sind nun verpflichtet, ausstehende Forderungen konsequent über das Konkursverfahren einzutreiben. Was früher häufig über Pfändungen lief und sich über Jahre hinziehen konnte, endet heute schneller – und endgültiger. Das sorgt für Transparenz. Aber auch für harte Konsequenzen.

Das eigentliche Problem sitzt im Unternehmen

Doch es wäre zu einfach, die Schuld allein beim Gesetzgeber zu suchen. Denn was wir immer wieder erleben, ist ein anderes, hausgemachtes Problem: Viele Firmen reagieren zu spät. Es wird gespart – aber am falschen Ort, zum falschen Zeitpunkt. Marketing wird gestrichen, Akquise heruntergefahren, Digitalisierung vertagt. Das Ergebnis ist Stillstand. Und Stillstand ist bekanntlich der Tod.

Wir erleben es meist mehrmals pro Monat, dass Entscheider an lang etablierten, aber längst überholten Prozessen und

Tools festhalten. Weil es schon immer so war. Weil es so bequem ist. Im gleichen Intervall erleben wir aber auch den Niedergang solcher Unternehmen – sozusagen mit Ansage.

Mut zur Bewegung statt Sparen aus Angst

Besonders bitter: Viele dieser Insolvenzen wären vermeidbar gewesen – nicht durch radikale Umbrüche oder waghalsige Experimente, sondern durch rechtzeitige Anpassung. Durch Neugier, Offenheit und den Mut, Dinge anders zu machen. Digitalisierung vernichtet keine Arbeitsplätze – sie sichert sie. Wer heute sichtbar bleibt, effizient arbeitet und neue Wege in der Auftragsakquise geht, verschafft sich Luft. Wer wartet, bis es brennt, hat oft schon verloren.

15’000 Insolvenzen sind kein Betriebsunfall. Sie sind ein Warnsignal. Für Unternehmer, für ganze Branchen – und für alle, die immer noch glauben, dass morgen wieder wird wie gestern. Wird es nicht! Und genau darin liegt die eigentliche Botschaft dieses Rekordjahres.

Dominik Mahn ist Gründer und CEO der smartconext Group AG. Als Innovationstreiber schlägt er die Brücke zwischen traditionellem Baugewerbe und modernster Technologie. Dabei versteht sich die smartconext Group weit über eine Akquise-Plattform hinaus als ganzheitliches Technologieunternehmen: Die Unternehmen der smarconext Group entwickeln unter anderem individuelle Automatisierungs- und Prozesslösungen für Unternehmen aus dem Bauhaupt- und Nebengewerbe. Durch den gezielten Einsatz von Machine Learning und Robotic Process Automation revolutioniert Mahn die datenbasierte Wertschöpfungskette der Branche und gilt als gefragter Vordenker und Speaker für die digitale Transformation im Bau- und Handwerkssektor.

Mehr zu Dominik Mahn: www.linkedin.com/in/dominik-mahn Mehr zu smartconext: www.smartconext.com

Back-Contact-Module

500 Wattpeak markieren neuen Leistungssprung bei Solarmodulen

Back-Contact-Module vereinen höchste Effizienz, eine durchgehend schwarze

Optik und neueste Zelltechnologie mit mehr als 500 Wattpeak Leistung. Mit dieser Modulgeneration erweitert Solarmarkt sein Sortiment um leistungsstarke Lösungen von LONGi und AIKO für anspruchsvolle PV-Anwendungen.

Die fortschrittliche Zelltechnologie der Back-ContactModule zeichnet sich dadurch aus, dass sämtliche elektrischen Kontakte auf der Rückseite der Solarzelle platziert sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Modulvarianten entfallen frontseitige Leiterbahnen vollständig. Dadurch wird die aktive Zellfläche maximiert, Verschattung vermieden und der Modulwirkungsgrad erhöht. Gleichzeitig entsteht eine homogene, vollständig schwarze Moduloberfläche, die Photovoltaikanlagen auch optisch aufwertet.

Mehr Leistung auf gleicher Fläche

Durch die jüngsten technologischen Weiterentwicklungen erreichen Back-Contact-Module nun ein Leistungsniveau von über 500 Wattpeak bei gleicher Fläche. Dies erhöht die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen deutlich und verstärkt bestehende Vorteile wie hohe Erträge pro Quadratmeter, geringere Verluste und stabile Performance. Besonders bei

begrenzter Dachfläche, komplexen Dachsituationen oder anspruchsvollen Umgebungsbedingungen bieten BackContact-Module klare Vorteile gegenüber konventionellen Modultechnologien wie TOPCon.

Mit einem Modulwirkungsgrad von bis zu 25 Prozent gehören die neuen Back-Contact-Module zur absoluten Spitzengruppe am Markt. Die gleichmässige Spannungsverteilung sorgt für eine konstant hohe Performance. Das Resultat ist eine überdurchschnittlich hohe Energieausbeute pro Quadratmeter bei gleichzeitig verbesserter Betriebssicherheit und Langzeitzuverlässigkeit.

Effiziente Lösung für langfristige Eigenstromproduktion

Back-Contact-Module verbinden hohe Leistung mit einer ruhigen, hochwertigen Optik und eignen sich sowohl für kleinere Anlagen als auch für architektonisch anspruchsvolle

Autor und Bilder: Solarmarkt GmbH

Projekte. Sie ermöglichen eine wirtschaftliche Eigenstromproduktion, reduzieren Leistungsverluste und bieten dank gleichmässiger Spannungsverteilung eine stabile Energieerzeugung über viele Jahre hinweg.

Hohe Erträge auch bei Teilverschattung

Die Back-Contact-Technologie minimiert Leistungsverluste bei Verschattung. Durch gleichmässige Stromführung entstehen weniger Hotspots, das Modul bleibt thermisch stabil. Schatten durch Bäume, Kamine oder Dachaufbauten wirken sich deutlich weniger auf den Gesamtertrag aus.

Moderne Zelltechnologie von LONGi und AIKO

Die LONGi-HPBC-Zelltechnologie kombiniert fortschrittliche Passivierungstechniken mit einem Back-Contact-Layout. Der Verzicht auf Metallrasterlinien auf der Vorderseite ermöglicht eine höhere Photonenausbeute, steigert die Umwandlungseffizienz und reduziert Leistungsverluste bei Verschattung deutlich. Gleichzeitig sorgt die homogene Oberfläche für eine hochwertige Optik bei vielseitigen Anwendungen. Auch bei der mechanischen Sicherheit setzen AIKO und LONGi neue Massstäbe.

Einfamilienhaus mit Back-Contact-Solarmodulen in Full-Black-Optik mit über 500 Wattpeak für maximale Energieerträge (Visualisierung)

Die Back-Contact-Technologie erfordert weniger Lötstellen und reduziert mechanische Spannungen innerhalb des Moduls. Dadurch sinkt das Risiko von Mikrorissen.

Die Back-Contact-Module von AIKO basieren auf einer eigens entwickelten All-Back-Contact-Zelltechnologie mit besonders hohem Serienwirkungsgrad. Die vollständig freie Frontfläche verbessert das Wärmemanagement, minimiert das Risiko von Zellschäden und erhöht die Lebensdauer der Module. Dadurch eignen sich die Module besonders für hohe Leistung auf begrenzter Dachfläche und für Projekte mit hohen Anforderungen an Effizienz und Design.

Vergleich moderner Back-Contact-Solarmodule über 500 Wattpeak mit älteren, leistungsschwächeren Photovoltaiksystemen (Visualisierung)

Ästhetik als integraler Bestandteil moderner Photovoltaik

Back-Contact-Module ermöglichen eine besonders klare und reduzierte Flächenwirkung, da die Zellstruktur ohne sichtbare Kontaktlinien auskommt. Dadurch entsteht ein ruhiges Gesamtbild, das sich harmonisch in unterschiedliche Dachformen und Fassadenkonzepte integrieren lässt. Gerade bei Wohnbauten und gestaltungsorientierten Projekten gewinnt die visuelle Einbindung von Photovoltaik zunehmend an Bedeutung. Damit positionieren sich Back-ContactLösungen als Premiumoption für Bauherren und Planer, die neben maximaler Energieausbeute auch Wert auf Design, Substanz und langfristige Wertsteigerung der Immobilie legen.

Mehrwert für Planung, Installation und Betrieb

Das neue Leistungsniveau der BackContact-Module bietet Installationsbetrieben vereinfachte Planung, mehr Kilowattpeak pro Dachfläche und klare Argumente in der Kundenberatung. Für Bauherren und Anlagenbetreiber bedeuten die Module mehr Ertrag, Zukunftssicherheit und eine nachhaltige Investition in langlebige Photovoltaiktechnologie.

Die Back-Contact-Module von LONGi und AIKO mit über 500 Wattpeak Leistung sind ab sofort über den SolarmarktWebshop erhältlich.

Technologische Herausforderung

Keller aus Holz

Angesichts des steigenden Bedarfs an nachhaltigen Bauweisen muss der Holzbau insbesondere im Bereich von Kellern, Bodenplatten und Untergeschossen konsequent weiterentwickelt werden. Während Betonbauweisen derzeit den Standard darstellen, bieten Keller aus Holz ökologische Vorteile sowie verkürzte Bauzeiten. Dies setzt jedoch ein tragfähiges Konstruktionskonzept, eine zuverlässige Abdichtung und eine dauerhaft gesicherte Gebrauchstauglichkeit voraus. Aufgrund des geringen Eigengewichts sind angepasste strukturelle Bemessungsansätze erforderlich. Ebenso muss das Langzeitverhalten durch bauphysikalische Berechnungen und experimentelle Untersuchungen bestätigt werden. Forschungsergebnisse und Referenzobjekte bestätigen heute die technische Realisierbarkeit und Dauerhaftigkeit von Kellern, Bodenplatten und Untergeschossen aus Holz.

Autoren: Bettina Franke, Stefan Zöllig, Christoph Renfer, Richard Wüthrich Bilder: www.timbase.com

Aussenansicht des Wohnhauses in Thun.

Mit rund 40 Prozent trägt der Bausektor erheblich zu den globalen CO₂-Emissionen bei [1]. Vor diesem Hintergrund gewinnen nachhaltige und umweltfreundliche Bauweisen zunehmend an Bedeutung. Eine vielversprechende Lösung zur Reduktion des CO₂Fussabdrucks ist die Verwendung von Holz, auch für den Keller. Als Baustoff vereint Holz Nachhaltigkeit mit der Fähigkeit zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung und weist im Vergleich zu konventionellen Kellern aus Beton deutlich geringere Emissionen auf. Darüber hinaus entsprechen Keller aus Holz den Zielen des nachhaltigen Bauens, da sie nachwachsende Rohstoffe verwenden, kürzere Bauzeiten ermöglichen und ein günstiges bauphysikalisches Verhalten aufweisen. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz sind jedoch konkrete Lösungen, insbesondere hinsichtlich des Konstruktionskonzepts, der Abdichtung sowie der langfristigen strukturellen und bauphysikalischen Leistungsfähigkeit. Der Nachweis der Qualität, Wirtschaftlichkeit und Dauerhaftigkeit von Kellern aus Holz wurde in Forschungsarbeiten erbracht.

Geschichte und Gegenwart

Holzpfahlgründungen wurden von der Antike bis ins 19. Jahrhundert in Europa und weltweit für Wohnhäuser und öffentliche Gebäude wie Theater eingesetzt. Zahlreiche historische

Städte wurden auf Holzpfählen gegründet. Ein bekanntes Beispiel ist Venedig, dessen Bauwerke bis heute auf Millionen von Holzpfählen aus Eiche, Lärche, Erle und Ulme gründen. Diese Pfähle übertragen die Lasten über massive Bohlen auf den Untergrund. Mit der Industrialisierung und der Einführung von Stahl und Beton geriet diese technisch und ökologisch vorteilhafte Bauweise jedoch zunehmend in Vergessenheit. In jüngerer Zeit erlebt die Holzpfahlgründung jedoch eine Renaissance. Fortschritte im Ingenieurwesen und ein verstärkter Fokus auf Nachhaltigkeit führen zu einer Neubewertung dieser langlebigen und anpassungsfähigen Gründungstechnik, insbesondere bei schwierigen Baugrundverhältnissen. Ein Beispiel ist die temporäre Opéra des Nations in Genf, die 2016 errichtet wurde: Für den 2760 Quadratmeter grossen Holzbau wurden 300 Fichtenpfähle aus kantonalen Wäldern mit einer Länge von 5.30 Metern und einem Mindestdurchmesser von 260 Millimetern in den wenig tragfähigen Boden eingerammt [5], [6] .

In Nordamerika werden Holzgründungen durch die Richtlinien der American Association of Wood Protection geregelt. Diese stellen massgebliche Konstruktions- und Bemessungsregeln bereit. Aktuelle Forschungsarbeiten konzentrieren sich zunehmend auf Massivholzgründungen für Wohn- und Kleinbauten. Dabei werden zwei Ansätze unterschieden: Zum einen gibt es chemisch geschützte Holzprodukte wie Nail-Laminated Timber (NLT), DowelLaminated Timber (DLT), Glue-Lami-

Bodenplatte aus Holz

nated Timber (GLT) und Mass Plywood Panel (MPP), zum anderen gibt es unbehandelte, vollständig geschützte («getankte») Massivholzsysteme, insbesondere aus Brettsperrholz (CLT) [8] . Das vollständig geschützte Massivholzsystem wurde um das Jahr 2000 von der Staudenschreiner GmbH in Deutschland als Lösung für durchgängig nachhaltiges Bauen mit Holz bis in den Keller initiiert und seither weiterentwickelt[9].

In der Schweiz wurde diese Technologie insbesondere durch die Timbase Schweiz AG vorangetrieben, unter anderem durch kontinuierliche Optimierungen sowie begleitende Monitoringkonzepte zur Sicherstellung von Qualität und Dauerhaftigkeit. Wesentliche Impulse lieferte dabei ein begleitendes Forschungsprojekt mit dem Department Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule.

Keller aus Holz als Monocoque-Konstruktion

Die konstruktive Ausführung von Kellern aus Holz erfordert eine integrale Betrachtung von Tragwerksplanung und Bauphysik, denn nur so können die besonderen Anforderungen, die

diese Bauweise mit sich bringt, erfüllt werden. Aus statisch-konstruktiver Sicht ist Holz gut geeignet, um sämtliche Lasten über eine flächige Bodenplatte sicher in den Baugrund abzutragen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine sorgfältige Planung und Bemessung, um die Standsicherheit, Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber äusseren Einwirkungen zu gewährleisten. Das Tragwerk von Kellern aus Holz basiert auf zweiachsig tragenden Wand- und Deckenscheiben, die eine effiziente Abtragung vertikaler und horizontaler Lasten ermöglichen. Für die kraftschlüssige Verbindung innerhalb der Elemente sowie zwischen Wand- und Deckenelementen kommt die TS3-Technologie zum Einsatz [4] . Diese ermöglicht die Ausbildung biegesteifer, geklebter Verbindungen mittels Verguss, die innerhalb weniger Tage vollständig aushärten und ihre maximale Tragfähigkeit erreichen.

Untergeschoss aus Holz

Aufgrund der deutlich geringeren Rohdichte von Holz im Vergleich zu Beton kommt der Reibung eine zentrale Rolle für die Standsicherheit im Erdreich zu. Insbesondere bei einseitiger Erddruckbeanspruchung wird die Stabilität massgeblich durch die Gleitreibung bestimmt. Labor- und In-situVersuche belegen die Standsicherheit von Kellern aus Holz. Die experimentell ermittelten Reibbeiwerte ermöglichen eine realistische Prognose potenzieller Verschiebungen infolge von Erddruck und bilden die Grundlage für die Bemessung dauerhafter und standsicherer Untergeschosse aus Holz [10]. Die entwickelten Lösungen umfassen sowohl flach gegründete Bodenplatten als auch Untergeschosse aus Holz.

Bauphysik

Holz, das fachgerecht geschützt wird, kann dauerhaft beständig sein. Holzbauteile mit direktem Erdreichkontakt sind jedoch ohne geeignete Schutzmassnahmen langfristig nicht ausreichend geschützt. Sie müssen gemäss DIN 68800 dauerhaft gegen Feuchteeinwirkung gesichert werden. Für Holzuntergeschosse können bewährte Abdichtungskonzepte aus dem Flachdach- und Deponiebau genutzt werden. Zur Einhaltung der bauphysikalischen Anforderungen und zur Sicherstellung der Dauerhaftigkeit gemäss DIN 4108-2 und DIN 4108-3 wird ein kombinierter Aufbau aus Abdichtungs- und Dämmschicht empfohlen, da die aussenliegende Wärmedämmung den erforderlichen Feuchtegradienten infolge der Temperaturdifferenzen zwischen Innen- und Aussenbereich sicherstellt. Die wärme- und feuchtetechnischen Eigenschaften des Bauteilaufbaus sowie die zulässigen Feuchtebereiche der einzelnen Schichten wurden normgerecht berechnet und definiert [2], [3], [10] .

Monitoring

Zur Sicherstellung der Robustheit von Untergeschossen aus Holz wird ein flächendeckendes Monitoringsystem auf der erdberührten Aussenseite der Holzkonstruktion von der Timbase Schweiz AG generell eingesetzt. Das System überwacht kontinuierlich den Feuchtezustand der Bodenplatte und lokalisiert

Feuchteeintritte durch Spannungsmessungen an mehreren Messpunkten innerhalb eines in eine Geomembran integrierten Rasters [14]. Bereits geringste Wassermengen können zuverlässig detektiert werden, sodass eine frühzeitige Warnung möglich ist.

Das Monitoringsystem dient sowohl der Qualitätssicherung während der Ausführung als auch der langfristigen Zustandskontrolle im Betrieb. Zudem ermöglicht es eine zeitaufgelöste Analyse der Feuchtebewegungen innerhalb des Bauteils.

Realisiertes

Mehrfamilienhaus in Thun In Thun (Schweiz) wurde im Jahr 2021 erstmals ein Mehrfamilienhaus mit einem vollständig aus Holz bestehenden

Untergeschoss realisiert. Das Gebäude mit fünf Wohneinheiten dient zugleich als Forschungs- und Validierungsobjekt. Im gesamten Bauwerk – einschliesslich des vollwertigen Untergeschosses –wurde vollständig auf Beton und Stahl verzichtet. Das Untergeschoss besteht aus einer massiven Konstruktion aus Brettsperrholzplatten (CLT), die auf einer 160 Millimeter starken Dämmschicht gelagert sind. Eine umlaufende schwarze Abdichtungs- und Dämmschicht schützt das Holz zuverlässig vor Feuchteeinwirkung. Die Lastabtragung erfolgt über Stützen und Aussenwände, während die Innenwände nichttragend ausgeführt sind, was eine hohe Nutzungsflexibilität ermöglicht. In Kombination mit der sichtbaren Holzoberfläche ergibt sich ein angenehmes Raumklima. Die hochgedämmten Aussenwände in Holzrahmenbauweise basieren auf innovativen bauphysikalischen Konzepten und ermöglichen den Verzicht auf ein konventionelles Heizsystem.

Vorteile für einen Keller aus Holz Keller aus Holz können deutlich schneller errichtet werden als traditionelle Keller aus Beton. So wurde beispielsweise das Untergeschoss des Fünf-Parteien-Hauses in Thun innerhalb von sechs Tagen gebaut, während ein Keller aus Beton inklusive Bauzeit ungefähr 45 Tage in Anspruch genommen hätte –

Visualisierung der Stützen- und Plattenkonstruktion mit TS3
Innenansicht des fertiggestellten Untergeschosses
Holzuntergeschoss im Bau

ohne Berücksichtigung der Zeit für die vollständige Aushärtung und Austrocknung des Betons. Die kurze Bauzeit ergibt sich auch daraus, dass Holz sofort statisch tragend ist und die Folgearbeiten unmittelbar nach Fertigstellung des Kellers beginnen können.

Auch wirtschaftlich überzeugt die Holzbauweise. Durch den schnellen, trockenen Aufbau ist in wenigen Tagen ein Keller mit hochwertigen Oberflächen fertiggestellt. Die Kostenersparnis ergibt sich unter anderem aus den naturbelassenen Holzflächen und der fertig ausgebildeten Bodenstruktur. Insgesamt kann das Gebäude deutlich früher bezogen werden.

Holz bietet auch ökologische Vorteile: Um die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, muss der Einsatz von Stahl und Beton deutlich reduziert und in den Holzbau investiert werden. Im Thuner Gebäude sind insgesamt 222 Tonnen CO₂ gespeichert, davon 126 Tonnen allein im Untergeschoss. Würde das Untergeschoss hingegen aus Beton bestehen, wären allein für die Herstellung der Materialien 367 Tonnen CO₂ angefallen. Dies entspricht einem Vorteil von 493 Tonnen CO₂.

FAZIT:

Keller, Bodenplatten oder Untergeschosse aus Holz sind eine innovative und effektive Lösung für nachhaltiges Bauen. Ihre Machbarkeit und ihre Leistungsfähigkeit wurden in einem Pilotprojekt und weiteren Referenzprojekten in Deutschland und der Schweiz nachgewiesen. Unterstützt durch Forschende der Berner Fachhochschule und Fachpartnern wurden grundlegende Anforderungen in experimentellen Versuchsreihen und numerischen Simulationen im Bereich Bauphysik umfassend abgeklärt. Derzeit werden Langzeitstudien am Pilotprojekt zur kontinuierlichen Validierung fortgeführt. Die Ergebnisse bestätigen, dass Keller aus Holz nicht nur realisierbar, sondern auch zuverlässig sind und eine nachhaltige sowie effiziente Alternative zu konventionellen Untergeschossen aus Beton darstellen.

Der Bau eines Kellers aus Holz ist ein zukunftsfähiger Beitrag für kommende Generationen. Die Entscheidung für einen Keller, eine Bodenplatte oder ein Untergeschoss aus Holz zeigt Verantwortungsbewusstsein und fördert nachhaltige Baupraktiken.

LITERATUR

[1] DGA (2024): The IPCC Report: A Wake-Up Call for the Construction Industry, www.dgough.co.uk/ the-ipcc-report-a-wake-up-call-for-theconstruction-industry, online 8.07.2024

[2] Mohammad, R.; Valentin, R.; Wakili, K. G.; Geyer, C.; Zöllig, S.; Renfer, C. (2024): Wooden basements; hygrothermal performance analysis using in-field measurements and numerical simulations, Building and Environment 256 (2024), 111475

[3] Renfer, C.; Mohammad R. (2023): Gebäudehülle unter der Erde – Anforderungen und Detaillösungen, 54. Fortbildungskurs

S-WIN Swiss Wood Innovation Network, 24./ 25. Oktober 2023 in Weinfelden

[4] TS3 Factsheet for architects, online, www.ts3.biz/media/docs/downloads/ en/2024.06_Factsheet_Architektur_en.pdf

[5] Comment, A. (2024) : Fondations en bois, aperçu des techniques actuelles, espazium | TRACÉS April 2024

[6] Büren, C. (2016): Das Opern-Provisorium in Genf: Ein Instrument aus Holz, www.espazium.ch/ de/aktuelles/das-opern-provisorium-genf-eininstrument-aus-holz#:~:text=Instrument%20 aus%20Holz-,Tempor%C3%A4re%20Kulturst% C3%A4tte,vergr%C3%B6ssert%20in%20 Genf%20wieder%20aufgebaut, online 30.03.2025

[7] Centre d’hébergement collectif de Rigot, www.swiss-arc.ch/fr/projet/centre-dhebergementcollectif-de-rigot/13189354, online 30.03.2025

[8] Malcyzk, R.; Bita, H. M.; Dourare, L. (2024): Mass Timber Foundations For Housing & Small Buildings, Timber Engineering, static1.squarespace.com/static/613f8e08d5a1d94661fbd082/t/ 66fc3f435475940c6c8686d7/1727807307952/ MT+Foundation+Report+-+revised+October+ 2024+Final.pdf, online 30.03.2025

[9] Fritsch; R. (2017): Innovation Holzkeller: Abgedichtet mit EPDM-Bahnen, dach+holzbau 10-11/2017, www.dach-holzbau.de/artikel/ innovation-holzkeller-abgedichtet-mit-epdmbahnen-3038658.html, online 31.03.2025

[10] Renfer, C. et al. (2024): Research report on the performance on timber basements, Bern University of applied sciences, Switzerland

DIN 68800-1 (2019): Holzschutz Teil 1–4 (Wood preservation part 1 to 4), Deutsches Institut [12] DIN 4108-2 (2013): Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderungen an den Wärmeschutz, Deutsches Institut für Normung, Berlin [13] DIN 4108-3 (2024): Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden –Teil 3: Klimabedingter Feuchteschutz, Deutsches Institut für Normung, Berlin [14] Rödel, A. (2022): Full-Area covering leakage and wetness monitoring on big timer structures using real time monitoring. Cost Action CA20139, A State of the Art Report. Part 4: Moisture Impact

Vergleich der Kohlenstoffemissionen und Kohlenstoffsenken eines Beton- oder Holzuntergeschosses

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Der elektrische Partner für jedes Handwerk

Kompakt, wendig und komplett emissionsfrei: Der neue Piaggio Porter NPE setzt neue Massstäbe für den kommunalen Fuhrpark. Als vielseitiger Elektrotransporter vereint er Nachhaltigkeit mit hoher Leistungsfähigkeit – ideal für alle, die im täglichen Betrieb auf Effizienz und Umweltfreundlichkeit setzen.

Der neue Piaggio Porter NPE ist die ideale Lösung für kommunale Werkhöfe, Unterhaltsdienste und öffentliche

Betriebe, die auf emissionsfreie Mobilität umsteigen möchten. Das Fahrzeug verbindet bewährte Kompaktheit und Wendigkeit mit einem leistungsstarken

E-Antrieb – perfekt für Einsätze in Siedlungszonen, Parkanlagen oder schmalen Gassen. Mit einer Nutzlast bis 1 055 Kilogramm und einer Reichweite von bis zu

Autor und Bilder: Docar AG

255 Kilometer (vorbehaltlich Typenzulassung) deckt der NPE sämtliche Bedürfnisse im täglichen Gemeindebetrieb ab.

Kraftvoller E-Antrieb für jedes Terrain Herzstück ist die neue Electric Drive Unit (EDU) mit 150 Kilowatt Leistung und 330 Newtonmeter Drehmoment –ideal für kommunale Sonderaufbauten und anspruchsvolle Topografie. Die robuste 42-Kilowattstunden-LFPBatterie wurde für den Dauerbetrieb bei minus 20 Grad Celsius bis plus 50 Grad Celsius ausgelegt, unterstützt Schnellladung und bietet acht  Jahre oder 160’000 Kilometer Garantie. Damit ist sie ideal für ganzjährige Einsätze ohne Kompromisse.

Sicherheit und Komfort im Arbeitsalltag

Auch in puncto Sicherheit und Fahrkomfort erfüllt der Porter NPE höchste Anforderungen: Notbremsassistent, Spurhaltehilfe, Geschwindigkeitswarnung und E-Call sorgen für Sicherheit im Team-Einsatz. Der Fahrer profitiert zudem von einem modernen Cockpit mit TFT-Display, Klimaanlage mit Standbetrieb, elektrischen Fensterhebern und DAB+-Radio – ideal für lange Arbeitstage.

Mit Piaggio Commercial in die Zukunft des nachhaltigen Kommunalverkehrs

Flexibilität dank modularer Plattform

Die gesamte NP6-Reihe wurde ebenfalls modernisiert und bietet neben dem vollelektrischen Modell auch Varianten mit Benzin- und CNG-Antrieb. Mit nur 1 640 Milimeter Kabinenbreite eignet sich der Porter perfekt für Einsätze auf Friedhöfen, in Altstädten oder Betriebshöfen und bleibt dabei

leistungsstark und robust. Die tragfähige Plattform erlaubt verschiedenste kommunale Aufbauten – von der Kippbrücke bis zur Pressmulde.

Nachhaltig und praxisnah

Der Porter NPE ist in vier Farben erhältlich und vereint Design, Nachhaltigkeit und Praxistauglichkeit. Er erfüllt die Anforderungen moderner Unterhaltsbetriebe und beweist, dass Effizienz, Umweltschutz und Vielseitigkeit kein Widerspruch sind.

Persönliche Beratung

Schweizweit stehen Ihnen über 30 offizielle Verkaufs- und Servicepartner zur Verfügung. Unsere Experten nehmen sich gerne Zeit, um Ihnen den Porter NPE live zu zeigen und Sie umfassend zu beraten. Erleben Sie die Innovation und Vielseitigkeit dieses Fahrzeugs aus erster Hand!

Für weitere Informationen scannen Sie den QR-Code:

Damit Ihre Ideen nicht im Bodenlosen verschwinden

Luzern Rösslimatt Baufeld A1

389 verrohrte Dreh-Verdrängungspfähle

Pfahllängen 30 – 40m

Gründungstechnik AG

Techniques de fondation SA

Erstellt Pfahfundationen von Grund auf richtig

Ökologische und soziale Innovationen im Bauwesen

Nachhaltige Innovationen im Bauwesen neu bewertet

Wie lassen sich Innovationen im Bauwesen fundiert beurteilen? Der Beitrag beleuchtet ökologische und soziale Kriterien zur Bewertung neuer Ansätze und zeigt anhand von Forschung, Lehre und realisierten Projekten, dass nachhaltige Innovationen selten eindimensional sind. Vielmehr entstehen sie im Zusammenspiel von Materialeffizienz, konstruktiven Lösungen, sozialer Wirkung und kultureller Akzeptanz.

Bilder:

Innovationen prägen den aktuellen Diskurs im Bauwesen stärker denn je. Im Modul 7 – «Innovationen beurteilen» – des Lehrgangs «Experte/ Expertin für gesundes und nachhaltiges Bauen» stand deshalb die Frage im Zentrum, wie neue Ansätze fachlich fundiert eingeordnet, kritisch reflektiert und in die Praxis übertragen werden können. Als Referierende wurden ausgewiesene Expertinnen und Experten der ETH und der EMPA begrüsst, darunter Mike Lyrenmann, Petrus AejmelaeusLindström, Timothy Wangler, Guillaume Habert, Letizia Caderas, Andrea Frangi,

Reto Largo, Dirk Hebel, Ana Bendiek Laranjo, Claudio de Giacomi, Jaqueline Pauli, Andrej Jipa, Philippe Block und Tino Schlinzig. Alle beschäftigen sich seit vielen Jahren intensiv mit ihrem jeweiligen Fachgebiet, forschen dazu und tragen aktiv zur Weiterentwicklung der Branche bei.

Innovation kann als «geplante und kontrollierte Veränderung innerhalb eines sozialen Systems durch die Anwendung neuer Ideen und Techniken» verstanden werden. Diese Definition macht deutlich: Nicht nur disruptive Neuerungen, sondern auch kleine, gezielte Ver-

änderungen können Innovationen sein. Gerade im Bauwesen ermöglichen sie eine schrittweise Transformation der Branche.

Ein anschauliches Beispiel dafür ist der Holzbau in der Schweiz. Während bis 2004 lediglich Gebäude mit maximal zwei Geschossen zulässig waren, erhöhte sich diese Grenze ab 2005 auf fünf und ab 2015 auf bis zu 21 Geschosse. Diese Entwicklung wurde durch intensive Forschung zu Brandschutz, Aussteifung, Verklebungs- und Verbindungstechniken ermöglicht. Die Akzeptanz begann bei Fachplanenden und Ausführenden und setzte sich nach und nach gesellschaftlich durch – trotz der emotional stark verankerten Skepsis gegenüber Holz als brennbarem Material. Dennoch bleibt der Anteil von Holz mit rund einer Million Kubikmeter pro Jahr (Daten 2019) im Vergleich zu etwa 15.7 Millionen Kubikmetern Beton weiterhin gering. Genau hier zeigt sich das Potenzial gezielter Innovationen.

Ein hilfreiches Denkmodell zur Bewertung ökologischer Innovationen ist das Verhältnis von Global Warming Potential pro Jahr:

GWP / Jahr = MQ × ECC / T Dabei steht MQ für einen reduzierten Materialeinsatz durch tragfähige Geo -

Am ersten Kurstag führt Mike Lyrenmann die Teilnehmenden durch das Institut für Technologie in der Architektur und das Robotic Fabrication Laboratory der ETH.
Autor: Jordan Kouto
sanu future learning ag

metrien, ECC für Materialien mit geringerer grauer Energie – etwa optimierter Beton – und T für eine verlängerte Nutzungsdauer im Sinne des zirkulären Bauens. Dieses Modell verdeutlicht, dass es insbesondere bei Baustoffen mit hohem Volumeneinsatz wie Beton grosse Hebel für ökologische Verbesserungen gibt. Dazu zählen die Reduktion des Zementanteils, der Einsatz von Recyclingbaustoffen sowie konstruktive Lösungen, bei denen Stabilität primär über Geometrie statt über Masse erreicht wird.

Ein konkretes Beispiel dafür ist das Rippmann-FloorSystem von Vaulted, bei dem durch materialeffiziente Geometrien und angepasste Schalungssysteme deutliche Einsparungen erzielt werden können. Ein Eins-zu-eins-Mock-up diente hier als Grundlage für die Weiterentwicklung und Anwendung in grösseren Projekten.

Neben ökologischen Aspekten spielen soziale Dimensionen eine zentrale Rolle bei der Beurteilung von Innovationen. Im Wohnungsbau zeigen sich diese unter anderem in Partizipation, Empowerment, Zugehörigkeit, Ortsbindung, kollektiven Eigentumsformen und Wohnsicherheit. Weitere wichtige Kriterien sind Inklusion, Vielfalt, Bezahlbarkeit sowie die Aneignungsfähigkeit von Innen- und Aussenräumen. Diese Aspekte werden unter anderem im BaukulturBericht «Öffentliche Räume» der deutschen Bundesstiftung Baukultur thematisiert.

Mehrere im Modul diskutierte Projekte verdeutlichten, dass soziale Innovationen häufig nicht primär über die Materialwahl, sondern über flexible Grundrisse, anpassungsfähige Nutzungskonzepte und eine bewusste Gestaltung gemeinschaftlicher Räume entstehen. Ökologische Qualität ergibt sich dabei oft als integraler Bestandteil eines ganzheitlichen Konzepts.

Im Rahmen des Moduls analysierten die Teilnehmenden ausgewählte Projekte und hielten einen Vortrag vor den anderen Teilnehmenden und dem Fachexperten Philippe Block, gefolgt von einer Diskussion. Ziel war eine kritische

Am zweiten Kurstag führten Reto Largo und Dirk Hebel die Teilnehmenden durch die Forschungs- und Innovationsunits der EMPA.

Ausstellung der Forschungsprojekte am Institut für Technologie in der Architektur der ETH

Auseinandersetzung mit ökologischen und sozialen Aspekten sowie der gesamten Wertschöpfungskette – vom Ressourcenabbau über die Herstellung bis zum Transport der Baustoffe.

Die Bandbreite der untersuchten Projekte reichte von kleinen Umbauten bis zu grossen Arealentwicklungen und realisierten Leuchtturmprojekten.

Untersucht wurden unter anderem:

w Schaffhusi, Winterthur – Umbau und Erweiterung eines Einfamilienhauses als alltagsnahes Transformationsprojekt, w Zwhatt-Areal, Regensdorf – Hybridbau aus Holz und Beton mit tragender Holzstruktur, w Giesserei, Winterthur – eines der ersten Holz-Mehrfamilienhäuser der Schweiz, w Werkstadthaus, Ostermundigen – markanter Neubau am Rand von Bern, w Vogelsang, Nänikon – Siedlung in Strohballenbauweise, w Felix-Platter-Areal, Basel – Arealtransformation durch Umbau, Neubau und Umnutzung.

Die Analysen machten deutlich, dass ein Projekt nicht allein aufgrund ökologischer Materialien als nachhaltig gelten kann. Fehlen soziale Durchmischung, bezahlbarer Wohnraum oder langfristige Nutzungsperspektiven, verliert auch ein ökologisch ambitionierter Bau an Qualität.

Fazit

Innovationen im Bauwesen lassen sich nur im Zusammenspiel unterschiedlicher Kriterien beurteilen. Offenheit gegenüber anderen Perspektiven, die Fähigkeit zur kritischen Reflexion und das Bewusstsein, dass es keine eindeutigen Lösungen gibt, sind dabei entscheidend. Innovation ist weniger ein fertiges Produkt als vielmehr ein kontinuierlicher Lern- und Aushandlungsprozess – fachlich, gesellschaftlich und kulturell.

Mehr Sicherheit auf der Baustelle

Warum sich die quartalsweise Prüfung durch externe Experten lohnt

Sicherheit auf der Baustelle ist heute weit mehr als eine Pflichtübung – sie ist ein entscheidender Faktor für den Projekterfolg. Steigende gesetzliche Anforderungen, komplexe Bauabläufe und wachsende Haftungsrisiken machen ein systematisches Sicherheitsmanagement unverzichtbar. Regelmässige externe Prüfungen helfen Unternehmen, Risiken frühzeitig zu erkennen, Massnahmen rechtzeitig umzusetzen und Projekte effizient sowie sicher voranzubringen.

Bilder: Property One Partners AG

In der Immobilienentwicklung entscheidet längst nicht mehr allein die architektonische Qualität über den Erfolg eines Projekts. Baustellen gehören zu den komplexesten Arbeitsumgebungen: Unterschiedliche Gewerke arbeiten parallel, die Umgebung verän-

dert sich fortlaufend, schwere Maschinen kommen zum Einsatz, und vielfältige operative Aufgaben erfordern kontinuierliche Schutzmassnahmen. Der Zeit- und Kostendruck ist hoch. Hinzu kommt, dass gesetzliche Vorschriften laufend aktualisiert werden und Haftungsrisi-

ken zunehmen. Eine einmalige Sicherheitskontrolle kann diese Komplexität kaum abdecken. Unternehmen, die ihre Baustellen professionell absichern wollen, setzen daher zunehmend auf externe HSE-Spezialisten (Health, Safety & Environment).

Autor: Marcus Dirk Walenzki

Durch regelmässige Prüfungen wird gewährleistet, dass Risiken frühzeitig erkannt, Massnahmen umgesetzt und Sicherheitsstandards kontinuierlich eingehalten werden. Die unabhängige Kontrolle schafft nicht nur Transparenz für das Management, sondern minimiert Unfallrisiken, schützt Mitarbeitende und sorgt dafür, dass Projekte planbar und kostensicher realisiert werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen der Property One Partners AG und der Lifetec AG, die seit 2026 auf eine Mandatslösung im Bereich HSE setzen, um die Sicherheit auf ihren Baustellen strategisch zu verankern.

Sicherheit im Bauprozess: ein strategisches Thema Baustellen sind komplexe und dynamische Systeme, in denen zahlreiche Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. Neue Maschinen, unterschiedliche Teams und anspruchsvolle Arbeitsaufgaben erhöhen die Gefährdungslage. Professionelle HSE-Strukturen sind daher entscheidend, um Mitarbeitende zu schützen und Bauprojekte effizient zu steuern.

Regelmässige Begehungen durch externe Experten sorgen dafür, dass potenzielle Risiken systematisch erfasst, bewertet und priorisiert werden. Dabei werden sowohl technische Gefahren wie Maschinenbedienung oder Absturzrisiken als auch organisatorische Aspekte – etwa Zuständigkeiten, Arbeitsabläufe und die Koordination zwischen verschiede-

nen Gewerken – berücksichtigt. Durch diesen verlässlichen Rhythmus werden Risiken frühzeitig sichtbar, und notwendige Schutzmassnahmen können rechtzeitig umgesetzt werden, sodass Sicherheitsstandards dauerhaft eingehalten werden.

Neutraler Blick und Rechtssicherheit

Externe HSE-Spezialisten arbeiten nach anerkannten Richtlinien wie der EKAS 6508 und setzen qualifizierte ASA-Fachpersonen ein. Die systematische Dokumentation aller Prüfungen schafft Rechtssicherheit und dient als Nachweis gegenüber Behörden, Versicherern und Investoren. Unternehmen, die Sicherheit konsequent umsetzen, reduzieren Haftungsrisiken und schaffen Vertrauen bei allen Projektbeteiligten. Zudem ermöglicht der externe Blick, blinde Flecken und potenzielle Verbesserungspunkte zu erkennen. Besonders bei umfangreichen Projekten mit mehreren Subunternehmern ist diese neutrale Perspektive entscheidend, um Abläufe zu optimieren, die Sicherheitskultur zu stärken und kontinuierlich neue Schutzmassnahmen einzuführen. Wirtschaftlich betrachtet, verhindert ein präventiver Ansatz Verzögerungen, Kostensteigerungen und Imageschäden, da Unfälle frühzeitig vermieden werden.

HSE-Prüfungen im Detail

Externe HSE-Inspektionen prüfen eine Vielzahl von Aspekten, die über die reine Einhaltung gesetzlicher Vorgaben hinausgehen. Dazu gehören folgende Punkte:

w Gefährdungsbeurteilungen und Wirksamkeit von Schutzmassnahmen: Gibt es zum Beispiel geordnete Zugänge zur Baustelle, auch für Feuerwehr und Rettungskräfte, und sind die Zufahrtsachsen gesichert und sichergestellt?

w Organisation und Verantwortlichkeiten auf der Baustelle: Wer kontrolliert die Einhaltung von Schutzmassnahmen, kennen alle den definierten Sammelplatz oder gibt es einen Sanitätscontainer?

w Schulungsstand und Sicherheitskultur der Mitarbeitenden: Besitzen sie beispielsweise einen Führerschein für einen Bagger und wurden sie für das jeweilige Modell eingewiesen?

w Dokumentation aller durchgeführten Prüfungen: Ist diese beispielsweise zur Sicherheit der Baumaschinen, zu Elektroprüfungen oder zur passenden persönlichen Schutzausrüstung vorhanden? Risiken werden bewertet und priorisiert, häufig mit Ampelsystemen (rot, orange, grün), um die Dringlichkeit von Massnahmen transparent zu machen. Neben der reinen Kontrolle bieten HSE-Experten Beratung und praxisnahe Empfehlungen, wie Baustellen effizienter und sicherer gestaltet werden können. Das macht schon während der Planungsphase Sinn: Können Pläne frühzeitig überprüft werden, lassen sich effiziente Lösungen von Beginn an mitdenken.

Ein speziell angepasstes HSE-Angebot im Baugewerbe umfasst unter anderem Gefahrenanalysen und Massnahmenpläne gemäss BauAV Artikel 3, Notfallkonzepte für Baustellen, praxisnahe Schulungen und Unterweisungen zu PSAgA, Arbeiten in der Höhe, Seilarbeit sowie Erste-Hilfe-Kurse (BLS-AED-SRC). Sicherheitsunterweisungen für neue Mitarbeitende, Temporäre und Dritte stellen sicher, dass alle Beteiligten dieselben Standards kennen und anwenden. Ergänzt werden diese Massnahmen durch Baustellenaudits und digitale Überwachungssysteme, die eine kontinuierliche Kontrolle der Umsetzung ermöglichen.

Ganzheitliche Immobilienkompetenz

Die Property One Partners AG steht beispielhaft für einen modernen Immobi-

lienakteur, der Projekte nicht nur entwickelt, sondern umfassend begleitet. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Projektentwicklung und Planung über die Realisation bis hin zu Vermarktung, Verkauf und Vermietung. Darüber hinaus ist Property One auch im Asset Management aktiv und bietet Investoren Zugang zum Schweizer Immobilienund Hypothekarmarkt. Als FINMAlizenzierter Asset Manager entwickelt das Unternehmen massgeschneiderte Portfoliostrategien und setzt auf nachhaltige, professionelle Lösungen. Gerade bei komplexen Bauprojekten zeigt sich, wie entscheidend ein systematisches Sicherheitsmanagement ist. Die Zusammenarbeit mit der Lifetec AG verdeutlicht den Anspruch, nicht nur wirtschaftlich erfolgreiche, sondern auch sichere und verantwortungsbewusste Projekte umzusetzen. Sicherheit wird hier nicht als Nebenthema, sondern als integraler Bestandteil der Projektstrategie behandelt.

Sicherheit als Erfolgsfaktor Arbeitssicherheit ist kein administrativer Zusatzaufwand, sondern ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Immobilienentwicklung. Regelmässige externe HSE-Prüfungen sorgen für Transparenz, gewährleisten die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und ermöglichen eine kontinuierliche Optimierung aller Abläufe. Unternehmen profitieren von stabileren Projekten, effizienteren Prozessen und einem gestärkten Vertrauen von Mitarbeitenden, Investoren und Partnern. Gleichzeitig werden Unfallrisiken minimiert, die Gesundheit der Mitarbeitenden wird geschützt und die Umsetzung von Bauprojekten lässt sich planbar und verantwortungsvoll gestalten. Wer in Sicherheit investiert, legt damit die Grundlage für den langfristigen Erfolg seiner Bauprojekte und schützt das wichtigste Gut auf jeder Baustelle: die Menschen, die dort arbeiten.

ÜBER LIFETEC

Das Unternehmen Lifetec AG bietet Dienstleistungen im Bereich der betrieblichen Erste Hilfe und des desintegralen Risikomanagements an. Das Angebot deckt die Bedürfnisse von Unternehmen ab, die das Leben ihrer Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten schützen möchten – von der Analyse über die Konzeption bis zur Umsetzung mit massgeschneiderten Schulungen und Systemlösungen. Gegründet wurde die Lifetec AG im Jahr 2012. Im November 2016 wurde sie von einer Investorengruppe um Dr. Patrick Wegmann übernommen. Wegmann ist Chairman und Managing Director Consulting & Operations des Unternehmens. Die Lifetec AG hat ihren Sitz in Dietikon und beschäftigt 20 Mitarbeitende. www.lifetec.ch

ÜBER QUICK CHECK

Wie genau funktioniert der Quick Check von Lifetec? Viele Unternehmen möchten sich im Bereich HSE verbessern und setzen dazu auf externe Unterstützung. Sie scheuen sich aber, direkt in ein umfangreiches Projekt einzusteigen. Einerseits sind die zu lösenden Fragestellungen noch zu wenig klar. Andererseits möchten sie einschätzen können, ob der Berater fachlich und menschlich zum Unternehmen passt. Genau hier setzt der Quick Check von Lifetec an. Mit einem Kurzprojekt vor Ort wird ermittelt, welche Schwachstellen bestehen und welche Handlungsoptionen sich bieten. Der Fokus liegt auf «Quick Wins», die mit kleinem Aufwand eine grosse Verbesserung erzielen. Daneben zeigt Lifetec aber auch Möglichkeiten auf, wie es mittel- bis längerfristig gelingt, grosse Risiken für Mitarbeitende und Kunden zu reduzieren. Im Rahmen eines Quick Checks lernt das Unternehmen die Berater von Lifetec kennen und kann informiert entscheiden, ob es den Weg gemeinsam weitergehen will. Quick Check wird in drei Varianten angeboten. Mehr dazu unter www.lifetec.ch/quick-check-uebersicht

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Vernetzungslösung für Tür-,

Fenster- und Sicherheitssysteme

myGEZE Control

Die Welt wird von Gebäuden geprägt – sie beeinflussen unser Leben auf vielfältige Art und Weise. Doch um aus ihnen lebenswerte Orte zu schaffen, bedarf es innovativer Lösungen. Mit der neuen Connectivity-Plattform myGEZE Control werden Tür-, Fenster- und Sicherheitssysteme zentral steuerbar, womit die Gebäudeautomation auf ein neues Level gehoben wird. Dies generiert verbesserte Sicherheit, nachhaltige Abläufe und vor allem mehr Komfort. Denn jedes Gebäude ist so einzigartig wie seine Bewohnenden.

Autor und Bilder: GEZE GmbH

Um aus Gebäuden lebenswerte Orte zu schaffen, bedarf es innovativer Lösungen: Unsere neue

Connectivity-Plattform myGEZE Control macht Tür-, Fenster- und Sicherheitssysteme zentral steuerbar. myGEZE Control hebt die Gebäude-automation auf ein neues Level – für verbesserte Sicherheit, nachhaltige Abläufe und mehr Komfort.

Öffentliche Gebäude

Automatisierte Funktionen schützen zum Beispiel Schu len vor unautorisiertem Zugang und sorgen für eine na türliche Lüftung mit Nachtauskühlung. Das steigert die Sicherheit, verbessert das Raumklima – und reduziert den Personalaufwand.

Reduzierte Energie- und Betriebskosten, höherer Komfort, verbessertes Raumklima, optimierte Gebäudesicherheit und geringerer Wartungsaufwand

Hotel und Gastronomie

Mit myGEZE Control fühlen sich Gäste und Personal durch die präzise Steuerung von Lüftung und Zutritt wohler – und Betreiber*innen optimieren ganz nebenbei auch noch die Energie- und Betriebskosten.

Gesundheitswesen

Automatisierte Türen und Fenster sorgen nicht nur für Barrierefreiheit, Hygiene und Sicherheit, sondern auch für eine optimierte Betriebseffizienz. Davon profitieren sowohl Patientinnen und Patienten als auch das Personal.

Büro- und Mixgebäude

Intelligent vernetzte Tür-, Fenster- und Sicherheitssysteme mit individuell anpassbaren Einstellungen schaffen ein angenehmes Arbeitsumfeld. So lässt sich der Wert des Gebäudes erhöhen und seine Attraktivität für Nutzende steigern.

Smarte Lösungen – denn es ist Ihr Gebäude

Mit myGEZE Control wird die Lücke in der Gebäudeautomation durch smarte Lösungen zur Vernetzung von Tür-, Fenster- und Sicherheitssystemen geschlossen. Die Connectivity-Plattform myGEZE Control mit modularer Software und offenen Schnittstellen eröffnet allen Planenden und Betreibenden völlig neue Wege der Gebäudeautomation. Durch die Kooperation mit Beckhoff, einem führenden Anbieter für Automatisierungslösungen, vernetzt GEZE mit myGEZE Control Türen und Fenster, die einfach in alle gängigen Gebäudeleittechniksysteme integriert werden können – zwei starke Partner für ein optimiertes Gebäude.

myGEZE Control auf einen Blick

w BACnet IP Integration in Gebäudemanagementsysteme

w Standardisierte Vernetzung von Türen und Fenstern

w Anbindungsmöglichkeit verschiedener Buslinien für flexible Gebäudeplanung und Skalierbarkeit

w Bis zu 200 Komponenten pro Controller anschliessbar

w BTL-zertifiziert nach BACnet-Norm ISO 16484-5

Ihr Gebäude – Ihre Anwendungen

Jedes Gebäude hat individuelle Voraussetzungen. Und die Menschen, die Tag für Tag Zeit an diesen Orten verbringen, haben unterschiedliche Bedürfnisse. Mit myGEZE Control wird Gebäudeautomation auf ein neues Level gehoben: optimal ausgerichtet auf jede individuelle Anwendung und auf alle persönlichen Anforderungen, für mehr Komfort, Effizienz und Nachhaltigkeit.

Ihr Gebäude – GEZE Service

Mit langjähriger Expertise begleitet GEZE den gesamten Prozess. Als zuverlässiger Partner kümmert sich das Unternehmen um einen reibungslosen Ablauf von der Planung über die Baustellenkoordination und Vorleistungsüberwachung bis hin zur Montage, Inbetriebnahme und regelmässigen Wartung oder Anpassung im Betrieb durch GEZE Service. So können Sie sich voll und ganz auf Ihr Gebäude fokussieren.

Digitalisierung am Bau

Vom Plan zur vernetzten Baustelle

Die Bauwirtschaft gehörte rückblickend bis anhin zu den Branchen, in denen Innovationen langsamer Einzug halten als vergleichsweise in der Industrie oder im Finanzsektor. Doch dieser Eindruck verändert sich zunehmend: Steigende Kosten, Fachkräftemangel und komplexere Bauprojekte zwingen Unternehmen dazu, Prozesse zu digitalisieren und neue Technologien einzusetzen. In der Schweiz zeigt sich dieser Wandel besonders deutlich: Immer mehr Bauunternehmen investieren in IT-Lösungen, Datenplattformen und automatisierte Abläufe.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob die Branche digital wird – sondern wie schnell Unternehmen den Wandel aktiv gestalten können. Mittlerweile dürfte allen klar sein, dass die Zukunft der Baubranche stark von IT geprägt sein wird. Und: Datenplattformen, Automatisierung und vernetzte Baustellen werden gängige Arbeitsweisen grundlegend verändern.

Ergo steht die Bauindustrie vor einem tiefgreifenden technologischen Wandel, der zügig voranschreitet. Bis 2030 werden digitale Plattformen, Automatisierung und datenbasierte Entscheidungen viele Prozesse neu definieren. Was heute noch Pilotprojekt ist, wird zum Branchenstandard. Für Bauunternehmen, Planer und Investoren entstehen zwar neue Chancen, aber auch neue Anforderungen an Organisation, Kompetenzen und Infrastruktur. Für Unternehmen in der Schweiz und Europa bedeutet das: Digitalisierung ist nicht mehr optional, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

BIM als zentraler Treiber

Ein zentraler Baustein der digitalen Transformation ist Building Information Modeling (BIM). Statt isolierter Pläne arbeiten Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen an einem gemeinsamen digitalen Modell. Dieses enthält nicht nur Geometrie, sondern auch Informationen zu Materialien, Kosten, Zeitplanung und Wartung.

Der dadurch gewonnene Vorteil liegt in der Transparenz, wodurch eventuelle Konflikte bereits in der Planungsphase erkannt werden können. Änderungen werden für alle Beteiligten sichtbar, und die Kommunikation erfolgt strukturierter. Gerade bei grossen Infrastrukturprojekten oder komplexen Gebäuden reduziert BIM Planungsfehler und Nacharbeiten erheblich.

In der Schweiz gewinnt BIM auch durch öffentliche Auftraggeber an Bedeutung, denn Kantone und Infrastrukturbetreiber verlangen zunehmend digitale Modelle oder entsprechende Datenstrukturen. Für Bauunternehmen bedeutet das nicht nur eine technische, sondern auch eine organisatorische Transformation.

Die Baustelle wird zur Datenquelle

Parallel zur Planung digitalisiert sich auch die Baustelle selbst: Mobile Geräte, Sensorik und Cloud-Plattformen sorgen dafür, dass Informationen nahezu in Echtzeit verfügbar sind. Bauleiter dokumentieren Fortschritte direkt per Tablet oder Smartphone. Drohnen erfassen Gelände, Baufortschritte und Volumenberechnungen. Maschinen liefern Betriebsdaten, die für Wartung und Effizienzanalysen genutzt werden können.

Die eigentliche Herausforderung liegt dabei weniger in der Datenerfassung als in der Integration. Viele Unternehmen arbeiten noch mit Insellösungen. Erst wenn Daten aus Planung, Bauausführung und Betrieb zusammengeführt werden, entsteht ein echter Mehrwert.

Softwarelandschaft im Wandel

Die IT-Architektur von Bauunternehmen verändert sich deutlich. Während früher lokale Programme und einzelne Datenbanken dominierten, setzen immer mehr Firmen auf cloudbasierte Plattformen. Diese ermöglichen eine standortübergreifende Zusammenarbeit, was besonders bei Projekten mit mehreren Partnern wichtig ist. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Datensicherheit, Zugriffsrechte und Systemintegration.

Ausserdem werden Schnittstellen zum strategischen Thema. Offene Standards erleichtern den Austausch zwischen Planungssoftware, Projektmanagementsystemen und kaufmännischen Anwendungen. Ohne solche Integrationen droht die Digitalisierung neue Datensilos zu schaffen.

Fachkräftemangel als Innovationstreiber

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften gehört zu den grössten Herausforderungen der Branche. Die Digitalisierung kann diesen Druck zwar nicht vollständig lösen, aber deutlich abfedern. Automatisierte Mengenermittlungen, digitale Baufortschrittskontrollen oder KI-gestützte Auswertungen sparen Zeit und reduzieren manuelle Arbeit. Gleichzeitig entstehen neue Rollen: BIM-Manager, Datenkoordinatoren oder Spezialisten für Bau-IT.

Für viele Unternehmen bedeutet dies einen kulturellen Wandel. IT wird nicht mehr nur als Supportfunktion, sondern als strategischer Bestandteil der Wertschöpfung betrachtet.

Kleine Unternehmen vor besonderen Herausforderungen Während grosse Baukonzerne eigene Digitalisierungsabteilungen aufbauen, stehen kleine und mittlere Unternehmen vor anderen Fragen. Investitionen müssen sich schnell amortisieren, und interne IT-Ressourcen sind oft begrenzt.

Gerade hier können standardisierte Cloudlösungen Vorteile bringen. Sie reduzieren den Wartungsaufwand und ermöglichen einen schrittweisen Einstieg in digitale Prozesse. Entscheidend ist jedoch, dass Software tatsächlich auf Baustellenrealitäten abgestimmt ist – einfache Bedienung, Offline-Fähigkeit und robuste mobile Anwendungen sind zentrale Kriterien.

Blick in die Zukunft

Die Digitalisierung der Bauwirtschaft steht trotz grosser Fortschritte noch am Anfang. In den kommenden Jahren werden mehrere Entwicklungen an Bedeutung gewinnen: automatisierte Baustellenlogistik, stärker vernetzte Maschinen, digitale Zwillinge von Gebäuden sowie KI-gestützte Projektanalysen.

Für das Schweizer Bauwesen bietet diese Entwicklung eine Chance, denn effizientere Prozesse, bessere Planungsqualität und transparentere Zusammenarbeit können dazu beitragen, Projekte wirtschaftlicher und nachhaltiger umzusetzen. Entscheidend wird sein, Technologie nicht isoliert zu betrachten. Erst wenn Prozesse, Menschen und Systeme zusammen gedacht werden, entsteht eine wirklich vernetzte Baustelle.

Eine Dienstleistung der SAHB

Hindernisfrei wohnen

Mit der Exma VISION unterhält die SAHB eine ganzjährige Ausstellung mit Ideen und Lösungen zur Förderung der Selbständigkeit und des hindernisfreien Wohnens.

• Einrichtungen für Bad, Dusche und WC

• Situationsgerechte Küchenausstattungen

• Sitz- und Plattformtreppenlifte

• Weitere praktische Alltagshilfen

Unser Highlight: ein verstellbares Badezimmer, mit dem sich eine individuell angepasste Einrichtung im Massstab 1:1 erleben lässt.

Der Besuch unserer Ausstellung Exma VISION lohnt sich – unsere Fachleute beraten Sie unabhängig und kompetent.

EXMA VISION

Industrie Süd Dünnernstrasse 32 4702 Oensingen

T 062 388 20 20 exma@sahb.ch www.exma.ch

Vorschau

Die nächste bauRUNDSCHAU-Ausgabe erscheint im Juni 2026

Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda:

Baustoff: Natursteine, Beton, Trockenbau, Verwendung von Farben und Lacke w Solarenergie w IT in der Baubranche w Nachhaltige Energielösungen w Aufzüge

Herausgeber

Schweizer Fachmedien GmbH

Pfeffingerstrasse 19

CH-4153 Reinach

Telefon +41 61 711 13 93 info@schweizerfachmedien.ch www.schweizerfachmedien.ch

Verleger

Francesco J. Ciringione

Verlagsleitung

Hasan Dursun h.dursun@schweizerfachmedien.ch

Projektleitung

Hazim Junuzovic h.junuzovic@schweizerfachmedien.ch

Verkaufsleitung

Michele Zito m.zito@schweizerfachmedien.ch

Verkauf

Virginie Vincent v.vincent@schweizerfachmedien.ch

Davide Gheza d.gheza@schweizerfachmedien.ch

Alban Mulaj a.mulaj@schweizerfachmedien.ch

Redaktion

Gabriela Röthlisberger g.roethlisberger@schweizerfachmedien.ch

Nathalie Becker n.becker@schweizerfachmedien.ch

Leitung Produktion & Grafik

Melanie Moret m.moret@schweizerfachmedien.ch

Korrektorat / Lektorat

Mario Hetzel

Aboservice info@schweizerfachmedien.ch

Autor*innen

Pascal Blum

Andreas Breschan

Docar AG

Bettina Franke

GEZE GmbH

Jordan Kouto

Dominik Mahn

Richard Brink GmbH & Co. KG

Christoph Renfer

Saint-Gobain Isover SA

Bianca Schilter

Schenker Storen

Kernrubriken: Heizung Lüftung Klima, Sicherheit und Arbeitsschutz, Umwelttechnologie, Weiterbildungen, Dienstleistungen und Facility-Management, Infrastruktur, Baumaschinen, Dämmstoffe, Innenarchitektur (Küche, Boden, Badezimmer, Innenausbau), Lichtlösungen

Solarmarkt GmbH

Marcus Dirk Walenzki

Christian Wenger

Richard Wüthrich

Stefan Zöllig

Interviewpartner*in Miquel del Río

Titelbild

Vitrocsa, © Patrice Schreyer

Bilder Air Labs

Andri Bryner

Docar AG

Gartenkultur

GEZE GmbH

Hörmann Schweiz AG

KLAFS AG

MIDERI Architekten GmbH

Pascal Gertschen

Patrice Schreyer

Property One Partners AG

Richard Brink GmbH & Co. KG

ROK Architekten

Rolf von Burg

Saint-Gobain Isover SA

sanu future learning ag

Schenker Storen SCHMIDT Küchen & Wohnwelten Shutterstock Sirius smartconext AG Solarmarkt GmbH Vitromusée Romont Wikimedia Commons Timbase Schweiz AG

Bei allen übrigen Bildern liegen die Bildrechte bei den jeweiligen Inserenten.

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ISSN Print 2504-1142

ISSN E-Mag 2813-1509

A PART OF FIRST CONSULENZA AG

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