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Familienmagazin

familie n autos -

Sommer 2017

Magazin für die Familie

glück im grün

Vaterrolle neu Hat sich wirklich etwas verändert?

Rezepte fürs Picknick

Wohnen anders

Doris Schretzmayer

Leistungssport

Wohnexperimente

Geschichte einer Kindheit

Zu Besuch beim Training

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Willkommen in der geheimen Welt deines Handys.

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Editorial

© Joseph Mussil

Liebe Leserin, lieber Leser, als ich geboren wurde, war mein Vater nicht dabei. Die Ärzte sollten sich lieber um meine Mutter kümmern als um ihn, der fürchtete, zu zart besaitet zu sein, um so eine Geburt bei Bewusstsein durchzustehen. Damals war er mit seiner Abwesenheit keine Ausnahme – heute wäre er das sehr wohl. (Als mein Bruder das Licht der Welt erblickte, gab’s dann übrigens keine Ausrede, und die Nerven haben gehalten ...) Wie sich die Vaterrolle und die Erwartungen an den modernen Vater verändert haben, ist Thema unserer Coverstory. Ab Seite 14 erzählen Papas (u.a. David, der mit seinem 6 Monate alten Sohn Adam das Tipi-Cover ziert), wie die Rollenverteilung im neuen Familienleben aussieht und wie sie mit den Erwartungen an sie umgehen. Auch Doris Schretzmayer hat von ihrem Vater erzählt – von den unzähligen Abenden, an denen sie mit ihm zu den Feldern gefahren ist und sich in der Natur ganz geborgen fühlte (Seite 26). Ins Freie geht’s auch ab Seite 50: Köstliche vegetarische Rezeptideen machen so richtig Lust auf ein Picknick im Grünen. Falls es dort mit dem Auto hingehen soll: Ab Seite 78 haben wir uns umgeschaut, was es Neues auf vier Rädern gibt. Im Namen der Redaktion wünsche ich einen herrlichen Sommer, erholsame Ferien und viel Freude mit der neuen Tipi-Ausgabe.

Kim Sztrakati, Chefredakteurin chefredaktion@tipimagazin.at Tipi kommt viermal jährlich gratis zu allen McDonald’s Family Club-Mitgliedern direkt nach Hause, zur freien Entnahme findet man Tipi in allen teilnehmenden McDonald’s Restaurants, in allen 15 Name it-Shops, in 200 Wiener Kindergärten und in 800 Trafiken in ganz Österreich. Anmeldung zum McDonald’s Family Club mit Anmeldekarte in jedem McDonald’s Restaurant oder ganz einfach online hier: www.mcdonalds.at

Die Tipi-Coverfamilie Wer wir sind: Isabella (34), David (40), Adam (6 Monate) Woher wir kommen: Wien Was wir mögen: das Meer, Almhütten und Twin Peaks

Foto: Alek Kawka

Lust auf

ein Cover-

Fotoshooting mit der

ganzen Familie?

Tipi und der McDonald’s Family Club suchen die nächste Coverfamilie. Wenn ihr das sein wollt, schickt einfach ein Mail mit Kurzbeschreibung und Familienfoto an: cover@tipimagazin.at

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chste Das nä Tipi:

Inhalt

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© Simone Porteder (Illustration), Lauri Rotko (1), Susanne Sonnleitner (1), Tom Mesic (1), Alek Kawka (1), Irina Gavrich (1), Molo Kids (1), Ikarus (1)

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Neues Leben zu dritt: Cover-Papa David über seine Vaterrolle, Rollenverteilung und gesellschaftliche Erwartungen

Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Chefredaktion: Kim Sztrakati Konzept: Ursula Ressl Art-Direktion: Simone Porteder Text-Redaktion: Inez Ardelt, Theres Arnold, Stefan Bonnet, Claudia Contu, Markus Höller, Alexander Kords, Trude Peters, Alexander Reichmann, Alina Rheindorf, Luisa Siller, Susanne Sonnleitner, Karina Sturm, Peter Zirbs Assistentin der Redaktion: Natascha Holba Grafik: Osutoria Holding GmbH Fotos: Heidrun Henke, Alek Kawka, Susanne Sonnleitner, Verlage, Hersteller, Verleiher & weitere Fotografen Illustrationen: Artur Bodenstein, Simone Porteder Lektorat: Gudrun Likar Marketing und Mediaberatung: Michael Martinek Redaktion- und Mediaberatung: Daniela Horvath, Georg Peter, Simone Schnak Vertrieb: Georg Peter Medieninhaber, Eigentümer und Verleger: PPH Media Verlag GmbH, Otto-Bauer-Gasse 6, 1060 Wien Tel.: +43/(0)1/235 13 66-800, Fax: +43/(0)1/235 13 66999, E-Mail: office@pph-media.at Offenlegung nach § 24 bzw. § 25 MedienG sowie Angaben gem. § 5 ECG: Medieninhaber: PPH Media Verlag GmbH, Sitz in Wien. Unternehmensgegenstand: Redaktion, Herstellung und Distribution von Magazinen, Zeitschriften, Kalendern und anderen Drucksorten, insbesondere des Familienmagazins „TIPI“ und des Film- und MusikMagazins „DOT.magazine“. Geschäftsführung: Lorin Polak. PPH Media Verlag GmbH steht im Eigentum von Lorin Polak (100 %) mit Sitz in Wien. Tätigkeitsbereich PPH Media Verlag GmbH: Gegenstand des Unternehmens ist jedwede geschäftliche Tätigkeit im Zusammenhang mit Print- und digitalen Medien im Bereich zielgruppenorientiertem Jugend- und Familienformat, der Geschäftsbereich Business to Business, jedwede Tätigkeit einschließlich Marketing und Consulting im Bereich Medien und Werbewirtschaft. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig oder nützlich erscheinen. Blattlinie: Familienmagazin, Berichterstattung über familienorientierte Themen wie Gesellschaft, Psychologie, Mode, Wohnen, Essen, Gesundheit, Freizeit und Reisen.

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Editorial Mein Lieblings... Where Children Sleep Familienplauderei Urpeinlich, Papa! Kochschule Basteltipp Abenteuerland Pro und Kontra

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Leben und wir

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Neue Väter, neue Rollen CoverPapa David über seine neue Rolle als Vater von Adam Wie sag ich’s meinem Kind Armut Wohnen, aber anders Gemeinschaftliche Wohnexperimente Geschichte einer Kindheit Schauspielerin Doris Schretzmayer im Tipi-Interview It's a hard life Warum das Kinderleben oft kein Zuckerschlecken ist

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40

Zwischen Kind, Arbeit und dem Selbst Wie eine Mama den Spagat meistert Lautlos, aber kein bisschen leise Zu Besuch in einem integrativen Kindergarten Mit dem McPraktikum zum Abschluss Lehre und Praktika bei McDonald's Österreich

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Mode und so

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Lillifee lässt grüßen Keine Diskussion ums Anziehen mehr Go, go, Flamingo! Der langbeinige rosa Vogel zum Anziehen

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Essen und Gesundheit

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Glück im Grünen Rezepte und Accessoires fürs Picknick Jeden Monat fremdes Blut Die seltene Krankheit „DiamondBlackfan-Anämie“

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Inhalt

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Doris Schretzmayer erzählt über ihre Kindheit am Land

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Sunny Side Up! Woher die Eier bei McDonald's Österreich kommen

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Schauen, Spielen, Lesen, Hören Neue DVDs, Bücher, CDs & Co.

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Freie Zeit

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Wir sind weg

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Leistungssport ist kein Kinderspiel Nicht nur ein bloßes Hobby – zu Besuch im Trainingssaal Film-Highlights Was uns im Sommer vor die Kinoleinwand lockt

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Finnische Finesse Eine Reise in die Hauptstadt Helsinki Familienautos zum Pferdestehlen Neues auf vier Rädern Familie, (teilweise noch sehr) jung, sucht Traumurlaub! Die Suche nach dem perfekten Urlaub Sommer, Sonne, Spiel und Spaß Tipps für alle neun Bundesländer und Südtirol

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78 82

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mini Tipi Die Kinder-Besonder-Seite zum Heraustrennen

Jetzt Mitglied im McDonald’s Family Club werden und jede Tipi-Ausgabe direkt nach Hause geschickt bekommen. Alle Infos unter www.mcdonalds.at/ familyclub

& schick

mach mit

ein!

Überall, wo du diesen Button siehst, kannst du Tipi aktiv mitgestalten. Als Dankeschön für jede Veröffentlichung gibt es Goodies von McDonald’s und kunterbunte Geschenke.

Noch mehr Tipi gibt es auf www.facebook.com/TIPI.Familienmagazin oder bei Instagram: @tipimagazin

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Mein Lieblings... KINDER STELLEN VOR

& schick

mach mit

ein!

Sophie

-sport, sspiel, iebling fo bitte an: L r e u In te Was is oto mit gazin.at etc.? F a -essen lings @ tipim eb meinli

© Privat

9 Jahre * Ni * ederösterreich

Meine Lieblings… Blume

» ... ist der Löwenzahn. Aber so lange er gelb ist, mag ich ihn nicht so gerne. Ganz toll finde ich ihn erst, wenn er eine Pusteblume wird. Weil die kann man so toll wegpusten, und Elfen und Feen können damit bestimmt gaaanz weit fliegen. Wenn die vielen, vielen Flugschirme so vor mir in der Luft herumwirbeln, stelle ich mir immer vor, dass an jedem eine kleine Elfe oder Fee hängt und einen Ausflug macht. «

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Tipi-Premiere und

präsentieren den Familienfilm

EMOJI – DER FILM in 3D

Kino

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Dann sendet uns ein E-Mail mit der benötigten Ticketanzahl an kino@tipimagazin.at und erlebt die Premiere des Familienfilms EMOJI – DER FILM in 3D. Die Ticketvergabe erfolgt nach Verfügbarkeit. Wer exklusiv dabei ist, bekommt bis spätestens Montag, 24.07.2017 ein Bestätigungs-E-Mail.

Wann: Sonntag, 30. Juli 2017 Kartenabholung: 11 Uhr Filmbeginn: 12 Uhr Wo: Village Cinema Wien Mit te, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien

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Where Children Sleep

Ram, 9 Jahre, Nepal Aus dem Fotoprojekt „Where Children Sleep“ von James Mollison

Ram lebt mit seinen Eltern und seinen vier Brüdern auf dem Gelände einer Ziegelfabrik in Kathmandu, wo die ganze Familie seit sechs Monaten arbeitet. Ihre Hütte besteht aus zwei sehr kleinen Räumen – einer Küche und einem Schlafbereich. Sie ist so klein, dass es für Erwachsene unmöglich ist, darin aufrecht zu stehen. Ram stellt täglich über 1.000 Ziegel her; er arbeitet von 5 bis 10 Uhr morgens und dann nochmal

nachmittags von 15 bis 17 Uhr. Dazwischen besucht er die 10 Minuten entfernte Schule. Ram mag seine Arbeit nicht besonders, weil sie hart und schmutzig ist. Seine Eltern arbeiten zusätzlich als Landarbeiter oder als Träger, um ihren Lohn aufzubessern. Einen Vorteil hat das Leben in der Ziegelfabrik: Lebensmittel sind hier leichter erhältlich als in Rams Heimatdorf. Zweimal täglich gibt es Reis mit Gemüse.

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© James Mollison

Where Children Sleep

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Familien

Familienplauderei

PLAUDE R 1. 2.

Irene (52) Jürgen (45) Céline (7) aus Niederösterreich

Was wir im Sommer machen

Familie Mühlbache

Rita (35) Thomas (35) Katharina (5) aus Wien

Melanie (38) Martin (35) Tobias (8) Fabian (5) aus der Steiermark

Familie Lenk

Familie Wag ner

Petra (31) Wolfgang (55) Johanna (5) Hund Pippi (1,5) aus dem Burgenland Karin (35) Markus (39) Mia (7) Max (7) Paul (2) aus der Steiermark

Familie Zaric s

Familie Mild

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Da haben wir herzlich gelacht

Urlaub in der Steiermark und das Freilufttheater für Kinder besuchen

kostüme von den anderen

Nach Kroatien fahren, die Sonne genießen und schwimmen lernen

Als Katharina nach der Zeckenimpfung gesagt hat, sie kann den Arm noch bewegen.

Eine Woche Badeurlaub in Biograd, Kroatien

Beim Disc Golf Parcours am Schöckl, als unsere Frisbees überall landeten, nur nicht dort, wo sie sollten :)))

Urlaub in Kroatien/ Zaton mit dem Wohnwagen

In den Ferien geht es für zwei Wochen nach Caorle.

Wie unsere Faschingskommentiert wurden.

chter Als unsere To sie ss da uns sagte, r ih , ll wi heiraten er ab er lt Auserwäh Mädchen ein anderes ll. wi en heirat

Bei der Wasserspritzenschlacht am Trampolin

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& schic

mach mit

Darüber wird gerade diskutiert

Das ist schiefgegangen

Wann wird die Hausübung gemacht – gleich nach dem Essen oder doch noch ein bisschen spielen?

Céline ist beim Ponyreiten vom Pferd gefallen, weil der Sattelgurt zu locker war.

Das Sommerfest im Kindergarten

Aus Liebe zur Natur umarmte Katharina einen Baum – und hatte lauter Schiefer in den Händen. Autsch!

Schlafen gehen, obwohl es draußen noch hell ist? Das geht gar nicht!

Die ersten Radfahrversuche von Fabian. Inzwischen düst er ohne Stützräder ums Haus.

Ob Johanna noch ein Geschwisterchen bekommt.

Ob neben unserer Katze Felicitas ein weiteres Haustier aufgenommen werden darf.

Unser Hund Pippi zerbeißt gerne alles, wenn wir nicht zu Hause sind.

Opa hat Max’ Lieb lingsstock neu lackiert – seitde m gibt es im ganzen Haus auffallend vi ele rote Abdrücke :)

5. Unser Highlight des bisherigen Jahres

n en Küke Wir hab n e hlüpf beim Sc dann n e und zugeseh n e reich l noch st dürfen.

ein!

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udern? Wollt ihr mit uns pla : an o Fot t mi E-Mail .at plauderei@tipimagazin

6. Das wollen die Kinder einmal werden

Kinderärztin oder Volksschullehrerin, und in der Freizeit Feuerwehrfrau

Die Schuleinschreibung hat geklappt.

Die schönste Prinzessin auf Erden

Das Erstkommunionsfest von Tobias

Tobias: Installateur wie der Papa Fabian: Tischler wie der Opa

Als unsere Tochter das erste Mal alleine „Mama“ und „Papa“ geschrieben hat.

Ausflug nach Wien ins Haus des Meeres

Medizinisc he Masseurin wie die Mama

Mia: Lehrerin, Max: Arzt, Paul: Rennfahrer und/oder Bauer

© Privat (5)

E REI 3. 4.

Reden, erzählen, sich besser verstehen und gemeinsam lachen.

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Leben und wir

Älter & g’scheiter Alle jüngeren Geschwister müssen jetzt ganz tapfer sein ... Einer Untersuchung der Universität Edinburgh zufolge sind Erstgeborene klüger als ihre kleinen Geschwister. Schuld daran sind die Eltern: Die verbringen nämlich mehr Zeit mit dem ersten Kind als mit den darauf folgenden, schenken ihm mehr Aufmerksamkeit und stimulieren es so kognitiv mehr. Aber: Die Unterschiede sind mit rund 1,5 IQ-Punkten nur minimal.

Süße Träume Wie man sich bettet, so schläft man. In diesem Fall also bestimmt zuckersüß. Das in Deutschland von Hand gefertigte Spannleintuch von My Little Love erfüllt alle hohen MamaAnsprüche: hergestellt aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle, bedruckt mit nicht toxischen Farben, trocknergeeignet – und absolut fototauglich. Ab € 70,–. mylittlelove.de

© Beach & Bandits (1), Hersteller (8), Claire Jones/The Noun Project (1)

ces Origins of Birth Order Differen ro, Vidal-Fernandez: The Early Quelle: Lehmann, Nuevo-Chique es, 0816-8177, 2016 l Behavior. In: J. Human Resourc in Children’s Outcomes and Parenta

Neue Väter, neue Rollen • Wie sag ich’s meinem Kind • Wohnen, aber anders • Doris Schretzmayer • It’s a hard life • Urpeinlich, Papa! • Zwischen Kind, Arbeit & dem Selbst • Lautlos, aber kein bisschen leise • McPraktikum

Gut begleitet Je größer die Kinder, desto größer die Herausforderungen. Susanne Mierau beschreibt, wie Eltern ihre Kinder entspannt durch die Kleinkindzeit bringen können – mit Liebe, Neugierde, Vertrauen und Abenteuerlust. Geborgene Kindheit, erschienen im KöselVerlag um € 17,50.

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Quelle: Britax Römer / Cens uswid

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Leben und wir

© Alek Kawka (2)

Cover-Neodaddy David H. mit Sohn Adam: Passend zum ersten richtig sommerlichen Tag, an dem unser Tipi-Shooting stattfand, zeigten sich auch unsere „Models“ als echte Sonnenscheine.

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Leben und wir

Neue Väter, neue Rollen Es sei heute alles anders als früher, heißt es. Das ist in einigen Bereichen allerdings durchaus positiv zu bewerten – zum Beispiel, was die neue Rolle der Väter anbelangt. Auch unser Cover-Papa David kann uns zu diesem Thema einiges erzählen. von peter zirbs Ein bisschen skeptisch darf man ruhig schauen, wenn da plötzlich fremde Menschen mit Fotoapparaten herumstehen. Aber so lange Mama und Papa dabei sind, ist wohl alles in Ordnung!

Vor noch nicht allzu langer Zeit war es eher die Ausnahme, dass Väter bei der Geburt ihrer Kinder dabei waren – ja, es kam durchaus vor, galt aber als Besonderheit. Gar nicht so selten hingegen saß der werdende Papa mit seinen Spezis im Wirtshaus und trank sich Mut an, um für die in Kürze dräuende Welle der Verantwortung gewappnet zu sein. Wobei „Verantwortung“ seinerzeit – also ungefähr bis in die späten 80er-Jahre – noch eine etwas andere Bedeutung hatte als in der Gegenwart. Klar, für die finanziellen Mittel der Familie musste gesorgt werden, doch für viele Papas war es das dann auch schon: Um mit dem Nachwuchs nach der Arbeit noch sinnvolle Zeit zu verbringen, reichte es nach einem anstrengenden Tag oftmals leider nicht mehr. „Sei leise, der Papa schaut Nachrichten“, ist wohl vielen noch im Ohr. Wenigstens blieben noch die Wochenenden, die man im trauten Kreise der Familie am Zweitwohnsitz verbrachte, doch auch dort blieb oft wenig Zeit für die Kids – schließlich gab es immer etwas zu reparieren, Autos zu waschen oder Verwandte zu besuchen. Spannend für Kinder? Eher nicht. Rückblende: Der Vater, das fremde Wesen Und so war der Vater für viele Menschen der jetzigen Generation 35+ ein nur selten greifbares Wesen. Am ehesten noch trat er in der Rolle des strengen Erziehungsberechtigten auf, der, wenn es nötig war, drastische Maßnahmen ankündigen musste. Menschliche und körperliche Nähe, Verbundenheit und gegenseitiges Vertrauen standen eher nicht auf der ToDo-Liste der damaligen Vätergeneration. Irgendwie auch verständlich – denn wo hätten sie es denn lernen sollen? Eine Generation früher galt körperliche Züchtigung immerhin noch als proba-

» Am wichtigsten ist es, sich die Rollenverteilung gemeinsam auszumachen. « tes Mittel, um aus dem Nachwuchs ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu formen. Davon sind wir mittlerweile weit entfernt; nicht nur, aber auch aufgrund der österreichischen Gesetzeslage haben Väter die Möglichkeit, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Das sind Veränderungen, die nicht schlagartig passieren – dennoch sind die Auswirkungen der neuen Väterrollen stark spürbar: Von der Schwangerschaft über die Geburt bis zur Aufgabenteilung sind Männer mehr denn je in den Prozess des „Kinderbekommens“ eingebunden. Das kann mal weniger, mal auch mehr dramatisch sein, wie bei unserem Cover-Daddy David Haering (40).

Die Geburt als Actionfilm Der kleine Adam, geboren am 10. Dezember 2016, hatte es nämlich ganz besonders eilig, das Licht der Welt zu erblicken. Genau genommen sogar zwei Monate früher als üblich – eingeleitet durch einen Blasensprung. Mitten in der Nacht, so wie es sich gehört. Wie vorher längst vereinbart, ging die Fahrt in die Semmelweisklinik im 18. Bezirk in Wien, doch die sollte nicht der Geburtsort von Adam werden: Da die wehenverzögernden Medikamente nicht die gewünschte Wirkung brachten, stellte sich heraus, dass Adam wohl keine weiteren zwei Monate warten würde. Allerdings verfügt die Semmelweisklinik nicht über eine Geburtsintensivstation – Mutter Isabella (34) und ihr noch Ungeborenes wurden ohne weitere Wartezeit mit der Rettung ins SMZ Süd, dem KaiserFranz-Josef-Spital, gebracht. Nicht im Rettungsfahrzeug saß hingegen David, der mit dem eigenen Auto eine filmreife Verfolgungsjagd durch das nächtliche Wien lieferte. Was er dann vor Ort erlebte, schildert er als ebenso cinesom m er 2017 |

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Leben und wir David, Adam und Isabella: Komplikationslos war die Geburt zwar nicht, doch davon ist längst nichts mehr zu spüren. In seine Rolle als Vater ist der Musiker problemlos hineingewachsen.

alles bei, was man sonst erst lernen muss. Als wir heimkamen, konnte ich bereits Windeln wechseln wie ein Profi“, erinnert sich David.

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astischen Albtraum: „Als ich ankam, war es stockdunkel und kein Mensch zu sehen. Ich wusste nicht, auf welcher Ebene und in welcher Abteilung meine Frau lag. So rannte ich über den leeren Campus, rief verzweifelt ins Dunkel und erwischte durch pures Glück fast auf Anhieb den richtigen Raum – nicht ohne zuvor vom nur spärlich anwesenden Personal eher rüde zurechtgewiesen worden zu sein“, schildert er die für ihn nervenaufreibenden Momente. Doch ab dann lief alles nach Plan, und kurze Zeit später bekam David den kleinen Adam zumindest für kurze Zeit in die Hand gedrückt. Als die wohl mit Abstand schwierigste Situation empfand er die erste Phase nach der frühen Geburt, in der die Ärzte kein Statement zu den Überlebenschancen und dem Gesundheitszustand abgeben wollten – oder konnten. Isabella und David blieben im Unklaren, ob ihr Adam in Lebensgefahr schwebte oder ob er nur besonders betreut werden musste. Es folgten für Isabella sechs mühsame Wochen im Spital, an denen David so gut wie möglich teilnahm. „Für diese Wochen fuhr ich täglich zwischen Büro, Wohnung und Spital im Dreieck. Für Isa gab’s natürlich ein Bett; ich hingegen schlief auf einem medizinischen Stuhl.“ Oder sagen wir so: Er ruhte sich ein wenig aus, denn an echten Schlaf war in dieser Position eher nicht zu denken. Dennoch hat David durchaus gute Erinnerungen an die ersten Wochen nach der

Geburt. „Wir feierten in dem Krankenzimmer ein kleines Weihnachtsfest. Und trotz der Umstände war das richtig stimmungsvoll und schön“, schildert er. Außerdem nahm er sehr viel mit von dem Spitalsaufenthalt: „Das Team im Spital bringt einem

Warst du bei der Geburt dabei? Martin: Ja, es war eine schöne Erfahrung, nachdem wir die meiste Zeit zu Hause waren und nur kurz im Spital: Dort hatte ich das Gefühl, wirklich unterstützend dabei zu sein, und wir waren gleich danach schon wieder zu Hause.

Eine neue Rolle für den Musiker Dabei darf man sich David gar nicht als klassischen Typ Vater vorstellen – zumindest nicht, wenn man sein bisheriges Leben in Betracht zieht: Neben seinem Job als Art Director ist er seit vielen Jahren auch als Musiker kein Unbekannter. Nach diversen Bands hat er seit einiger Zeit in seinem aktuellen ElektropopProjekt „Lovecat“ (iamlovecat.com) sein musikalisches Zuhause gefunden – doch Musiker sein heißt, viel Zeit im Studio und Proberaum zu verbringen und spät am Abend Konzerte zu spielen. Musste David also quasi sein bisheriges Leben aufgeben? Hat er überhaupt noch Zeit, seine Leidenschaft Musik auszuleben? Seine Antwort mag überraschen: „Früher hatte ich eigentlich Zeit, wann immer ich wollte. Ich ging ins Studio, um an meinen Songs zu arbeiten – oder eben auch nicht. Es war egal, denn Zeit spielte für mich keine Rolle. Das hat sich jetzt natürlich komplett geändert. Aber interessanterweise bin ich jetzt viel fokussierter geworden. Wenn ich im Studio Musik aufnehmen will, muss ich das zwei Wochen im Vorfeld planen. Und dann mache ich das auch.“ Also kein geringerer musikalischer Output trotz der fordernden Vaterrolle? „Nein, überhaupt nicht. Tendenziell sogar eher mehr Output, weil ich konzentrierter bei der Sache bin, wenn es so weit ist“, erklärt David. „Alles, was du

Wie ist die Rollenverteilung bei euch? Ich bin zur Zeit für vier Monate in Karenz, konnte zuvor aber auch öfters zu Hause sein und kümmere mich immer ums Essen für uns alle. Wie war deine eigene Erwartungshaltung an dich als Vater? Ich hatte keine große Erwartungshaltung, da die Realität sowieso immer anders aussieht, und ich versuche, auf eine neue Situation unvoreingenommen zu reagieren.

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Leben und wir

Warst du bei der Geburt dabei? Rudl: Ja, klar! Super war’s für mich.

© Privat (1), Alek Kawka (4)

Wie sieht die Rollenverteilung bei euch aus? Im Moment sehr klassisch: Ich gehe arbeiten, die Frau ist zu Hause beim Kind. Das hat aber eher biologische Gründe, da der Bub gestillt wird. Ich gehe nach meiner Frau zwei Monate in Karenz, hätte mir aber auch durchaus vorstellen können, die Karenz zu teilen. Ich habe allerdings auch Glück mit meinem Arbeitgeber: Ich kenne Väter, die nicht einmal daran denken können, Karenz zu nehmen. Ich verstehe überhaupt nicht, warum das 2017 noch so sein muss. Natürlich wird der Bub auch von mir gewickelt, gefüttert (wenn es Brei gibt) und unterhalten. Ich singe jetzt viel mehr als früher: Hauptsächlich „Beyond The Sea“ und „The Lion Sleeps Tonight“. Wie war deine eigene Erwartungshaltung an dich als Vater? Ich hab tatsächlich ein bisschen Angst davor gehabt, Vater zu sein. Jetzt, wo der Bub da ist, läuft alles ganz natürlich und selbstverständlich ab. Ich fühl mich sehr wohl in der Rolle, und ich glaube, ich bin ruhiger und entspannter geworden. Auf jeden Fall bin ich ab und zu ein bisschen müder.

für dich allein tun willst, gewinnt extrem an Wert, weil du dafür die Zeit freischaufeln musst.“ Ähnlich gut geplant muss auch das sonst so spontane Bierchen mit Freunden werden; schnell nach der Arbeit ins Stammbeisl hupfen spielt es für den Neopapa momentan nicht. Gibt es sie überhaupt, die neue Vaterrolle? Dennoch bleibt bei den gelegentlichen Freundestreffen genug Zeit, um über das Vatersein zu plaudern. Und da stellt sich heraus, dass die Vaterrolle in jeder Familie ein bisschen anders aussieht. „In meinem Freundeskreis sehe ich diverse Arten von Papas“, sagt David. „Männer, die länger in Karenz gehen ebenso wie Frauen, die daheim bleiben, während der Mann seinem Beruf nachgeht.“ Doch dabei hat er etwas Wesentliches beobachten können: „Am Allerwichtigsten ist es, sich die Rollenverteilung

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Leben und wir

gemeinsam auszumachen. Dann ist das alles eigentlich kein Problem. Aber man muss über seine Wünsche und Erwartungen mit seinem Partner sprechen – dann hat man sozusagen einen Deal, mit dem beide zufrieden sind. Und es ist ja auch nicht gesagt, dass sich diese Rollenverteilungen nicht nach Bedarf auch ändern können“, führt David weiter aus. Wobei es für Männer noch immer nicht einfach ist, nach Wunsch in Karenz zu gehen: Oft wird es ihnen vom Arbeitgeber nicht unbedingt erleichtert oder würde zu finanziellen Engpässen führen, die für die Familie nicht tragbar wären. Auch das Thema Karriere führt in vielen Fällen dazu, dass eine längere Karenzzeit von vornherein ausgeschlossen wird. David und Isabella haben sich auf „12+2“ geeinigt: 12 Monate ist Isabella in Karenz, dann bleibt David zwei Monate daheim.

Ein bisschen Druck ist da Irgendwie lustig: Vor wenigen Jahrzehnten musste die Frau den Haushalt schupfen, eine gute Mutter sein und dabei auch noch blendend aussehen. Wie sich das anfühlt, können die „neuen Väter“ jetzt wohl ein bisschen besser nachvollziehen. David sieht das folgendermaßen: „Wir Männer sollen im Beruf erfolgreich sein und dabei sportlich und gepflegt aussehen. Und dann am Abend unseren Kindern ein liebevoller Vater sein, der im besten Fall noch ein tolles Essen auf den Tisch zaubert. Ja, das kann absolut einen Druck bewirken. Ich weiß aus Gesprächen mit Freunden, dass sich dadurch einige Väter überfordert fühlen. Aber hier ist es ebenfalls sinnvoll, sich mit seiner Partnerin abzusprechen. Was ist deine Rolle, was ist meine Rolle – und wie gehen wir gemeinsam damit um.“

Er persönlich empfindet es als absolut richtig und wichtig, dass Väter heute mehr gefordert sind als früher und dass sie dabei auch von Institutionen wie Spital und Staat mehr und mehr unterstützt werden. Das erspart seines Erachtens aber nicht das sich Auseinandersetzen mit der eigenen Rolle und ihrer Auswirkung auf die Beziehung und Partnerschaft.

Warst du bei der Geburt dabei? Tom: Bei der eigentlichen Geburt meiner Tochter selbst durfte ich nicht dabei sein, weil es letztendlich ein Notkaiserschnitt war. Aber die Zeit bis dahin war ich natürlich aufgeregt und nervös, aber auch hilflos – ich bin mir vorgekommen, als ob ich ständig im Weg stehen würde. Mila wurde mir nach der Geburt aber gleich in die Arme gelegt; wir haben uns kennengelernt und zusammen auf Mama gewartet. Wie ist die Rollenverteilung bei euch? Meine Frau ist mit Mila in Karenz, wobei sie nie zu Hause sind, sondern immer unterwegs! Mit Baby bzw. Kind sitzt man nirgendwo länger – man ist ständig auf den Beinen. Aber wenn Mila dann ein Jahr alt ist, bin ich an der Reihe mit Kind und Haushalt schupfen, während meine Frau die Brötchen verdient! Wie war deine eigene Erwartungshaltung an dich als Vater? Ich habe mir nicht erwartet, so schnell derart viele graue Haare zu bekommen. Aber wenn ich meine Tochter lachen sehe, ist es jedes einzelne davon wert: Wir lernen jeden Tag so viel Neues dazu, es ist schön, sie bei ihrer Entwicklung begleiten zu können! 18 | som m er 2017

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Leben und wir Bammel vor der Vaterschaft? Natürlich wollten wir von David wissen, ob er vor der Vaterschaft Angst gehabt hat. Das wäre aufgrund der Verantwortung und der neuen Aufgaben nur allzu verständlich. Denn eigentlich wollte er die längste Zeit keinen Nachwuchs haben. „Ich hatte den Standpunkt, dass ich wohl nie Kinder haben werde. Ich sah mich als Musiker und Freigeist und hatte – im Nachhinein betrachtet – sicher Angst davor, das nicht auf die Reihe zu kriegen. Ich hatte vor Isabella eine sehr lange Beziehung, und da war es einfach kein Thema für mich. Ich hab mich, von was auch immer, unter Druck gesetzt gefühlt“, meint David. „Ich habe mir insgeheim immer gewünscht, dass es wenn, dann ganz zwanglos und ohne große Planung geschieht. Einfach nur aus Leidenschaft und Liebe – so sollte es passieren. Und nicht mit einem Fünf-Jahres-Plan“, denkt er an die Zeit vor ein paar Jahren zurück. „Das Schöne ist: Isabella hat in mir den Wunsch geweckt, mit ihr ein Kind haben zu wollen. Wir wollten das auch nicht zerdenken oder zerreden. Wir sagten uns: Wir wünschen uns das beide, also schauen wir einfach, was passiert!“

© Privat (2), Alek Kawka (3)

Die Patchwork-Studie Das Central European Network on Fatherhood (CENOF) hat sein Hauptquartier in der Universität Wien und beschäftigt sich mit der Frage, wie gut sich Kinder entwickeln – und welche Rolle die aktuelle Familiensituation dabei spielt. Familien mit Stiefvätern bzw. Männern in Vaterfunktion wurden in bisherigen Forschungen vernachlässigt und kaum beachtet. Die aktuelle Patchwork-Studie will untersuchen, welche Herausforderungen sich aus den neuen Partnerkonstellationen für die Kinder, aber auch für die Eltern ergeben. Studienteilnehmer gesucht! Gesucht werden Patchworkfamilien in Wien und Umgebung in folgender Konstellation: Stiefvater bzw. Mann in Vaterfunktion, dessen nicht leibliches Kind im Alter von 1 – 8 Jahren ist und der regelmäßigen Kontakt mit dem Kind hat sowie seit mindestens sechs Monaten mit der neuen Partnerin in einer Beziehung lebt. Nach Abschluss der Termine gibt es eine persönliche Rückmeldung sowie € 100,–! Interessierte melden sich unter cenof-patchwork.psychologie@ univie.ac.at

Mag. Lukas Teufl Tipi hat Mag. Lukas Teufl, Forschungskoordinator des Central European Network on Fatherhood, zum Thema „Neue Väter“ befragt – und interessante Einblicke erhalten.

Interview

„Förderlich für das Familienklima“ Wie hat sich die Erwartungshaltung gegenüber Vätern in den letzten Jahren geändert – ist der gesellschaftliche Druck auf Väter gestiegen? Väter erfahren größeren Druck durch die moderne Gesellschaft. Sie erwartet, dass Väter sich für ihre Karriere einsetzen, aber gleichzeitig die Vaterrolle mit vollem Engagement ausfüllen. Das erfordert hohe Flexibilität und Mobilität. Während früher meist das Berufsleben im Mittelpunkt der Väter stand, befindet sich heutzutage der Fokus auf die Familie und die eigenen Kinder zumindest auf gleicher Höhe. Wie hat sich die Vaterrolle in den letzten 30 Jahren grob umrissen geändert? Das traditionelle Bild des Mannes als „Brotverdiener“ der Familie wurde stärker an den Rand gedrängt, sodass neue Vaterrollen entstanden sind. Väter sind nun grundsätzlich freier in ihrer persönlichen Gewichtung von Beruf und Familie. Die Entscheidung wird aber zum Beispiel auch durch den Arbeitgeber oder die Berufsgestaltung der Partnerin mitbestimmt. Eine derzeit häufige Familienform ist jene, in der beide Eltern eine Karriere verfolgen und parallel das Familienleben in Balance halten. Dabei übernehmen Väter in der Familie häufig ähnliche Aufgaben wie Mütter und beteiligen sich sowohl im Haushalt als auch bei der Kindererziehung und -pflege. Wie wirkt sich das auf die Kinder aus? Positive Auswirkungen stellen wir vor allem auf die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder fest. So zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, dass besonders das Vater-Kind-Spiel förderlich wirken kann. Väter, die sowohl herausfordernde und aktivierende

Spielmomente einbauen, aber dabei auch sensibel und abgestimmt auf das Kind eingehen, haben mutigere Kinder, die weniger durch Probleme verängstigt werden. Inwiefern unterscheidet sich die Mutter-Kind-Beziehung von der Vater-Kind-Beziehung? Forschung, die sich mit den Unterschieden der Eltern-Kind-Beziehung beschäftigt, ist leider stark vernachlässigt. Dafür wissen wir aber einiges über die Aktivitäten, die Väter und Mütter mit ihren Kindern ausüben: Mütter übernehmen eher die Kinderpflege und -versorgung, Väter spielen häufiger mit ihren Kindern und fokussieren auf leistungsbezogene Aufgaben wie Hausaufgaben. Aus der Bindungsforschung wissen wir, dass sich die Beziehung aufgrund der Erfahrungen gestaltet, welche das Kind mit dem Elternteil sammelt. Von daher könnten die kleinen Unterschiede in der Ausübung dieser Aktivitäten besonders wichtig für die Eltern-KindBeziehung sein. Hilft die Karenz Männern, gute Väter zu werden? Väter, die sich für die Karenz entscheiden, verbringen natürlich mehr Zeit mit ihren Kindern und übernehmen häufiger Aufgaben wie das Wechseln von Windeln, das Füttern sowie die Nachtsorge. Dies fördert den Beziehungsaufbau und bietet zusätzlich die Möglichkeit, die eigenen Kompetenzen als Vater zu verbessern. Als nicht zu unterschätzender Nebeneffekt wirkt sich das höhere väterliche Engagement auch positiv auf die Partnerschaftszufriedenheit der Mütter aus, was sich obendrein noch förderlich auf das Familienklima auswirkt.

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Leben und wir

Wie sag ich’s meinem Kind:

Interview

Wie erkläre ich meinem Kind altersgerecht, wieso andere sich etwas leisten können und wir nicht? Jasmin Mandler: Wie viel Geld einer Familie zur Verfügung steht, hat wesentlich Einfluss darauf, was zum Essen auf den Tisch kommt, welche Kleidung getragen wird, welche Urlaube unternommen werden können. Etwa ab der Volksschule beginnen Kinder sich mit anderen zu vergleichen und stellen sich die Frage: „Warum haben andere etwas und ich nicht?“ Um dem Kind zu vermitteln, warum manche Menschen über mehr Geld verfügen als andere, ist es notwendig, die Konzepte „Geld als Zahlungsmittel“ und „Geld als Gegenleistung für Arbeit“ zu erklären. Danach kann erläutert werden, dass von Seiten des Staates und der Wirtschaft „festgesetzt“ ist, welchen (monetären) Wert eine Arbeit hat und von welchen zusätzlichen Faktoren die Höhe des Einkommens noch abhängt (Art des Berufes, Ausbildung, Wochenstunden, etc.). Der Stellenwert, den Geld in der Familie hat, ist von Familie zu Familie unterschiedlich. Unabhängig davon ist es für den Selbstwert eines Kindes wichtig, zu wissen, dass sich der „Wert“ eines Menschen nicht über den Kontostand definiert, sondern jeder Mensch über dieselbe Würde und denselben „Wert“ verfügt. Und wieso gibt es ganz viele Menschen, die hungern müssen, wenn bei uns Essen weggeschmissen wird? Während im Kleinkindalter noch wenig differenziert über sich selbst und andere nachgedacht wird, entwickelt sich im Laufe des Volksschulalters bei Kindern moralisches Verständnis. Sie machen sich Gedanken über gesellschaftliche Bedingungen und bilden sich eigene Meinungen über Recht und Unrecht. Die Frage, warum viele Menschen hungern müssen, während in anderen Teilen der Welt Essen aus Überfluss an Angebot weggeschmissen wird, kann in diesem Alter mit dem Konzept der ungerechten Verteilung von Gütern auf der Welt erklärt werden.

Die Komplexität der Erklärungen sollte dabei individuell auf das Kind abgestimmt sein. Wie geht man am besten mit dem Thema Obdachlose um? Welche konkreten Möglichkeiten habe ich mit meinem Kind, zu helfen, wenn es das möchte? Immer wieder begegnen Kinder in ihrem Alltag Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind. Die Reaktionen darauf können von Betroffenheit, Mitleid über Unsicherheit bis zur Sorge, ob man selbst oder die Eltern auch von Obdachlosigkeit betroffen sein könnten, reichen. Wichtig ist, zu vermitteln, dass es ganz unterschiedliche Gründe geben kann, warum Menschen ihr Dach über dem Kopf verlieren. Einmal obdachlos, bedeutet nicht zwangsläufig eine lebenslange Obdachlosigkeit. Gemeinsam mit dem Kind kann man überlegen, was man selbst tun kann, um unterkunftslosen Menschen zu helfen – in einer Unterkunft in der Essensausgabe helfen, Kleider spenden, warme Getränke spendieren etc. Dem Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht kann so etwas entgegengesetzt werden.

Mag.a Jasmin Mandler ist Klinische und Gesundheitspsychologin sowie Kinder- und Jugendpsychologin in Wien und leitet gemeinsam mit Mag.a Maria Beham die psychologische Praxis „die Entwicklungshelferinnen“. Sonnbergplatz 7/19, 1190 Wien

Wie kann ich meinem Kind verständlich machen, dass es kontraproduktiv ist, organisiertes Betteln zu unterstützen? Dass wir also manchen Menschen Geld geben, anderen aber nicht? Manchmal geraten Menschen in solche Not, dass nur Betteln als Ausweg, um das Überleben zu sichern, bleibt. Diese Notsituation kann von Menschen ausgenutzt werden, die sich an den Einnahmen durch organisiertes Betteln bereichern. Den von Armut betroffenen Menschen bleibt in der Regel nur ein Bruchteil der „Einnahmen“ übrig. Um diese Form der Ausbeutung nicht weiter zu unterstützen, ist es notwendig, organisiertes Betteln nicht durch Geldspenden zu fördern. Möchte man von Armut Betroffenen helfen, empfiehlt es sich daher, sich bei etablierten, offiziellen Vereinen und Organisationen über Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.

© Julia Marschat – vielen herzlichen Dank!

Schwierige Themen – kinderleicht gemacht. Oder so leicht wie möglich. Diesmal in der Tipi-Serie: Wieso sind manche Menschen arm und andere reich? Wie man ungerechte Verhältnisse kindgerecht erklärt, verrät Psychologin Jasmin Mandler. von luisa siller

© Privat

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Leben und wir

Wohnen, aber anders Es heißt, man wohne Tür an Tür und kenne einander doch nicht: Wohnen in der Großstadt gilt auch für Familien jahrzehntelang als relativ einsames Vergnügen. Ein aktueller Trend geht allerdings genau in die andere Richtung – und weist damit in die Zukunft. von peter zirbs

Die gemeinsame Bibliothek des Wohnprojekts lädt dessen Bewohner zum Verweilen ein – in einem anders kaum erschwinglichen Umfeld.

Unter alternativem Wohnen stellt man sich im ersten Moment vielleicht so etwas wie Hippiekommunen auf Bauernhöfen vor. Auch spannend, doch darum geht es bei den aktuellen alternativen Wohnprojekten überhaupt nicht. Stattdessen sind es Kriterien wie Nachhaltigkeit und Gemeinschaftlichkeit, die immer häufiger nachgefragt werden – und zwar eben nicht am Land, sondern innerhalb der deutschsprachigen Metropolen. So auch in Wien, wo beispielsweise das Wohnprojekt Wien (wohnprojekt-wien.at) eindrucksvoll vom Revival des gemeinschaftlichen Wohnens zeugt: Alleine in Österreichs Hauptstadt sind derzeit in den Stadtentwicklungsgebieten Seestadt Aspern, Nordbahnhof und Hauptbahnhof eine ganze Handvoll Projekte in Planung oder in Bau, wie Barbara Nothegger zu berichten weiß. Die Autorin des Buches Sieben Stock Dorf lebt seit 2013 im Wohnprojekt Wien und erzählt offen von ihren Erfahrungen – und wie gute Nachbarschaft zu mehr Lebensqualität führen

kann. Mehr über die persönlichen Beweggründe der Autorin sowie zu ihrem Buch und zum Thema findet man im Interview auf Seite 25. Ein kleines Dorf im Grätzl Aber was bedeutet nun eigentlich dieses „gemeinschaftliche Wohnen“? Stephan Gruber ist Teil der Baugruppe Vorstadthaus Breitensee, einem Zusammenschluss von Menschen aus dem und rund um den Wiener Stadtteil Breitensee, die

in ihrem Grätzl ein solches Wohnprojekt realisieren wollen. „Die Idee des Vorstadthauses bedeutet für uns gemeinsames Leben, Wohnen und im Idealfall auch Arbeiten in Breitensee. Heißt übersetzt: Anstatt nach dem Job nach Hause, zum Kindergarten oder in die Schule und dann mit den Kindern zum Nachmittagsturnen oder zur Musikgruppe zu hetzen, wollen wir versuchen, zahlreiche Aktivitäten unter dem Dach des Vorstadthauses zu ermöglichen – als Angebot nach innen und außen, ohne Zwang“, erklärt Gruber. Und führt weiter aus: „Der Standort ist dabei natürlich nicht zufällig gewählt – viele Wohnprojekte entstehen in ganz neuen Stadtteilen. Gerade weil wir aber schon seit Jahren hier wohnen und die Gegend mit all ihren Vorzügen lieben, wollen wir die gewachsenen sozialen Strukturen und die Angebote des Grätzls nicht aufgeben, sondern mit unserem Haus weiterentwickeln. Im Idealfall wird dadurch ein ohnehin schon toller Stadtteil noch zusätzlich bereichert – es sollen also alle etwas davon haben: die, die im Vorstadthaus leben genauso wie jene, die von rundherum zu Besuch kommen.“ Persönliche Motivation Stephan Gruber, seiner Frau und ihren drei Kindern wurde irgendwann klar, dass die Wohnung in absehbarer Zeit zu klein sein würde. Aufs Land wollten sie aus vielerlei Gründen nicht ziehen – unter anderem auch, weil die Familie weiterhin vom Auto unabhängig bleiben will. „In der Stadt ist individuelles Wohnungseigentum inzwischen nahezu unerschwinglich – bliebe also eine normale Mietwohnung, wo man zumeist in weitgehend anonymer Nachbarschaft lebt, aber jedenfalls mit Leuten, die man sich nicht aussuchen kann und die man nicht kennt, bevor man einzieht“, bringt es Stephan auf den Punkt. „Wir möchten nicht nur gemeinsam, also unter demselben Dach, wohnen, sondern leben – das heißt Ressourcen teilen, Möglichkeiten für gemeinschaftliche Kinderbetreuung finden, vielleicht sogar im eigenen Haus

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Leben und wir

Mein Leben ohne Vater von peter zirbs

einen Arbeitsplatz haben. Dazu gehört auch, das eigene Haus von Anfang an gemeinsam mitzugestalten (Stichwort: partizipative Architektur) und auch als Gemeinschaft gemeinsam mit dem Haus zu wachsen.“ Er bleibt dabei realistisch: „Das klingt esoterischer als es ist; die meisten Wünsche und Bedürfnisse sind ganz pragmatisch: Gemeinsam lässt sich einfach vieles realisieren, was ein Einzelner oder eine einzelne Familie niemals schaffen würde.“ Für an der Materie Interessierte hat er übrigens ein paar wertvolle Tipps parat. „Viele Wohnprojekte bieten Führungen an oder haben auch öffentlich zugäng-

© Andrea Pollach (2), Martin Grabner (1), Philipp Naderer (1), Adrian Batty (1)

Geplant und verwaltet von 65 erwachsenen Bewohnern – und nach persönlichen Wünschen gestaltet: das Wohnprojekt Wien.

Einen ausgewachsenen Tischfußballtisch können nur wenige Wohnungen bieten. Der Gemeinschaftsraum allerdings schon!

liche Bereiche wie Cafés oder Veranstaltungsräume. Oder an Infoabenden teilnehmen: Derzeit sind so viele ganz unterschiedlich ausgerichtete Projekte im Entstehen, dass man nicht unbedingt selbst so eine Initiative starten muss, sondern bei bestehenden Baugruppen, die zum Beispiel schon kurz vor Baustart stehen, einsteigen kann. Das geht dann natürlich schneller, als wenn man alles von Null aufzieht. Im Grunde ist das ein ziemlicher Selbstläufer: Sobald man sich ein wenig mit der Materie befasst und auch nur einen Funken Begeisterung aufbringt, kippt man ganz von selbst rein“, ist er überzeugt.

Der Neid könnte einen fressen, wenn man sich die Vorzüge der im nebenstehenden Artikel erwähnten gemeinschaftlichen Wohnprojekte vor Augen hält: Gemeinsame Fahrradbenutzung! Bibliotheken! Üppige Grün- und Spielflächen für Kids! Davon kann der Schreiber dieser Zeilen nur träumen. Es stimmt schon, Wien ist und war immer eine wunderbare Stadt, aber die im Lichte der Vergangenheit eher dunklen 70er- und 80er-Jahre konnten Kindern wahrlich nicht das bieten, was moderne Wohnformen längst im Standardprogramm haben. Nein, meine Kindheit war geprägt vom Leben in einem engen Zinshaus in der Burggasse, wo sich meine Mutter und ich einige wenige Quadratmeter teilten. Einige Jahre war auch noch einer meiner beiden nicht vorhandenen Väter anwesend – das hat die Wohnsituation allerdings für alle Beteiligten nicht einfacher gemacht. Vierter Stock, kein Aufzug, keine Grünflächen, kein Balkon – wer spielen wollte, musste in den Beserlpark, der ein paar Häuserblöcke entfernt war. Da kamen nur die ganz Harten wieder heil zurück – was man aber gern in Kauf nahm, hieß die Alternative doch, daheim in der engen Stube zu bleiben. Dann lieber Hiebe von den Älteren im Park; denn das war schließlich das richtige, abenteuerliche Leben! Und von „gemeinschaftlich“ konnte man bei uns im Haus auch nicht sprechen: Es gab eine durchaus autoritäre Rang- und Hackordnung, in der eine junge, alleinerziehende Mutter nicht unbedingt ganz oben stand. Und die noch dazu arbeitete! Erst viel später erzählte mir meine Mum, wie viele gut gemeinte Erziehungstipps sie bekommen hätte – da war die empfohlene tägliche Tracht Prügel noch nahezu human. Ich bin ihr bis heute wirklich von Herzen dankbar, dass sie diese Tipps zu keiner Zeit aufgegriffen und angewendet hat. Ansonsten galt im gesamtem Haus: Nicht laufen, nicht Ball spielen, leise sein, nicht frech sein. Ich glaube, mittlerweile ist klar, warum sogar der Beserlpark mit seinen bösen Jungs attraktiver war. Selbstbestimmt und in Eigenverantwortung – das waren damals jedenfalls definitiv Fremdwörter, bei denen die herrschenden Autoritäten schwer nervös wurden und die nach Rebellion und deren Niederschlagung klangen. Und das ist das Schöne: Diese Zeiten sind – zumindest in Wien – mit Sicherheit vorbei.

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Leben und wir

Barbara Nothegger, die Autorin des Buches Sieben Stock Dorf, in der gemütlichen Greißlerei des Wohnprojekts.

sikobewertung andere Parameter an als konventionelle Banken.“ So weit, so gut. Doch wie bei jedem Hausbau kann auch etwas Unvorhergesehenes passieren: „Bei uns war das die Pleite unserer Baufirma Alpine drei Monate vor dem Einzug. Das war natürlich ein Schockmoment“, schildert die Autorin. „Glücklicherweise hat der Bauträger gut verhandelt, und die Baukosten wurden mehr oder weniger eingehalten. Wir zogen schließlich zweieinhalb Monate verspätet ein.“ Von Vorteilen und Nachteilen Die Vorteile einer solchen Wohn- und Lebensweise liegen auf der Hand, weiß Stephan Gruber: „Ganz banal kann man sich gemeinsam viel mehr leisten als alleine. Das geht von Gemeinschaftsräumen wie Veranstaltungssaal, Café, Kinderspielraum, Gemeinschaftsküche, Bibliothek und Sauna über gemeinsames Einkaufen im Rahmen einer Food-Coop, Mobilität wie Carsharing, gemeinsam genutzte Lastenräder bis hin zur Nutzung von gemeinsamen Freiflächen mit Hochbeeten, einem Fußballplatz oder was auch immer.“ Wer mit dem Gedanken spielt, in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt zu ziehen, dem sollte allerdings auch klar sein, dass hier bei aller Individualität ein aktives soziales Mitmachen erforderlich

Stephan Gruber

Stephan Gruber, 34, ist freiberuflicher Lektor und Übersetzer. Er lebt und arbeitet mit seiner Frau Irene und drei Kindern im Wiener Grätzl Breitensee – derzeit (noch) in einer konventionellen Genossenschaftswohnung, wenn alles gut geht aber schon in den nächsten Jahren im „Vorstadthaus“. Die Langfassung des Interviews zur Tipi-Story sowie Infos zur Baugruppe (Aktivitäten, Veranstaltungen, Newsletter, Mitmachen) findet man unter www.vorstadthaus.at.

© Residenz Verlag (1), Stephan Gruber (1), Philipp Naderer (1), Ursula Röck (1)

Gemeinsam planen und bauen Das Interessante an der Sache mit dem gemeinschaftlichen Wohnen ist auch, dass die Bewohner nicht in klassischen Mietverhältnissen gebunden sind, sondern durch eigene Finanzierung und architektonische Mitplanung tatsächlich auch Eigentümer der Wohnprojekte sind. Das sorgte bei den Bauträgern anfangs für reichlich Skepsis. Barbara Nothegger kann davon ein Lied singen – wenn auch mit äußerst versöhnlichem Refrain: „Es brauchte damals vor dem Baubeginn 2011 viel Überzeugungskraft, einen Bauträger zu finden, der mit einer bunten Truppe verschiedener Menschen ein Haus bauen wollte. Glücklicherweise hat der Wiener Bauträger Schwarzatal sich darauf eingelassen und erfahren, dass es bestens funktioniert. Mittlerweile arbeitet Schwarzatal mit anderen Baugruppen zusammen.“ Bei der Finanzierung war es noch etwas komplizierter: „Für die traditionellen österreichischen Banken waren wir eine schräge Klientel. Wir wollten Spekulation mit Wohnraum verhindern, und darum konzipierten wir das Haus als Gemeinschaftseigentum. Damit konnten die Banken wenig anfangen“, weiß Nothegger zu berichten. „Schließlich finanzierten wir unser Haus mit der deutschen Alternativ-Bank GLS, die auf Wohnprojekte, Alternativschulen und ökologische Landwirtschaftsprojekte spezialisiert ist. Dort mussten wir nicht lange erklären, was wir vorhatten. Sie legten bei der Ri-

ist. „Man muss sich als Gruppe sehr genau überlegen, was man leisten kann und will. Das heißt auch für jeden Einzelnen, vor allem viel Zeit einzubringen. Das muss man wollen, denn wenn man sich permanent dazu zwingen muss, hat niemand etwas davon. Und es bedeutet auch, dass man sich auf klare Spielregeln einigen sollte, wie man miteinander kommuniziert und Entscheidungen trifft“, stellt Gruber klar und liefert mit einem Zitat der Cohousing-Pionierin Diana Leafe Christian ein treffendes Bonmot zum Abschluss: „In ein Wohnprojekt zu ziehen ist der längste und teuerste Kurs für Persönlichkeitsentwicklung, den man je in seinem Leben machen kann.“

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Wie wollen wir eigentlich wohnen? Barbara Nothegger Barbara Nothegger, 39, hat Handelswissenschaften in Wien und Mexiko Stadt studiert. Sie arbeitet seit 2004 als Wirtschaftsjournalistin, ist Mutter von zwei Buben und lebt seit 2013 im Wohnprojekt Wien. Ihr Buch Sieben Stock Dorf – Wohnexperimente für eine bessere Zukunft ist ein unterhaltsamer und nützlicher Reiseführer durch die neue Welt der Wohnprojekte. Es ist diesen Frühling im Residenz Verlag erschienen.

Was verursacht diesen Boom? Barbara Nothegger: Die Gründe sind vielfältig: Die hohen Immobilienpreise lassen die Leute über Alternativen nachdenken. Dazu kommt, dass die Menschen wieder mehr Sehnsucht nach Gemeinschaft haben. Der Wert einer guten Nachbarschaft wird gerade wiederentdeckt. Nicht umsonst boomen OnlineNachbarschafts-Plattformen. Dabei haben viele Leute das Gefühl, dass dieses Bedürfnis nach mehr Miteinander, bezahlbarem Wohnraum sowie nach Freiraum und Anbindung an die Natur vom konventionellen Wohnbau nicht befriedigt wird. Daher nehmen sie es selbst in die Hand und bauen in Eigenregie mit Gleichgesinnten. Was bedeutet es, nachhaltig zu wohnen? Nachhaltiges Wohnen bezieht sich einerseits auf ökologische Baumaterialien und den gesamten Energie- und Ressourcenverbrauch im Lebenszyklus eines Gebäudes. Auch der Flächenverbrauch eines Gebäudes, die Art der Planung – etwa ob die künftigen Nutzer miteinbezogen wurden – und die verbrauchten Wohnungsquadratmeter pro Kopf fallen darunter. Andererseits kann man den Begriff auch weiter fassen: Im und um den Wohnraum werden viele Alltagsaktivitäten erledigt, die im nachhaltigen Sinn höchst relevant sind: Ernährung und Mobilität etwa. Und da spielt die Planung eine Rolle? Bei der Planung eines Gebäudes können diese Aspekte berücksichtigt werden: Welche Mobilitätsangebote gibt es im Haus? Gibt es öffentlichen Verkehr in der Nähe? Existieren Flächen zum Gärtnern? Haben Bewohner die Möglichkeit, eine lokale Lebensmittelversorgung zu organisieren? Viele Studien belegen außerdem, dass es

starke Zusammenhänge zwischen der Ökologie und dem Sozialen gibt. Wenn sich die Bewohner eines Hauses besser kennen, tauschen und teilen sie auch schneller Dinge miteinander. Wie würden Sie das Wohnprojekt Wien erklären? Das Wohnprojekt Wien wurde von seinen 65 erwachsenen Bewohnern selbst geplant und wird nun von ihnen verwaltet. In der Wohnungsplanung wurden die Wünsche der künftigen Nutzer berücksichtigt. Zwischen dem Privaten der eigenen Wohnung und dem öffentlichem Raum draußen auf der Straße gibt noch Zwischenräume, nämlich 700 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen wie Dachterrasse, Spielraum, Bibliothek, Gästeapartments, Gemeinschaftsküche, Werkstatt und Sauna. Die Gemeinschaftsräume ermöglichen viel Freiheit und Begegnungen zwischen den Nachbarn. Die gemeinsame Planung und Verwaltung erfordert aber viel Engagement von den Bewohnern – und das ist teilweise auch mühevoll und zeitaufwendig. Wie sind Sie zu dem Thema gekommen? Es gibt verschiedene Lebensphasen, in denen das Thema Wohnen stärker ins Zentrum rückt. Oft ist es der Pensionsantritt, bei mir war es die erste Schwangerschaft. Da fragten ich und mein Partner uns: Wie wollen wir als Familie eigentlich wohnen? Wie soll unser Kind aufwachsen? Was ist uns wichtig? Ich kam drauf, dass ich mir viel Grün, Bewegungsfreiheit und ein stabiles soziales Umfeld wünschte. In unserer damaligen Altbauwohnung nahe der Wiener Innenstadt, die zwar sehr hübsch war, konnten unsere Bedürfnisse aber nicht befriedigt werden. So begannen wir uns auf die Suche nach einem neuen Zuhause zu machen.

Interview

Für viele wäre ein Umzug aufs Land logisch ... Für die Hälfte der Österreicher ist die Traumimmobilie ein eigenes Haus mit Garten – wir dachten, für uns wäre es das auch. So ein Haus scheint ja große Versprechen einlösen zu können: naturnah und ökologisch wohnen, gute Nachbarschaft und viel Platz. Leider sieht die Realität anders aus, und ein Einfamilienhaus ist oft ein großer Selbstbetrug: Für die meisten Wege braucht man ein Auto, und der soziale Zusammenhalt im Dorf wird schnell als Enge empfunden. Und die finanziellen Kosten dafür sind enorm. Wie kam der Kontakt zum gemeinschaftlichen Wohnen letztendlich zustande? Anders gefragt: Gab’s ein persönliches Aha-Erlebnis? Bei unserer Wohnungssuche lernten wir durch Zufall die Wohnprojekt-Wien-Leute und ihre Ideen kennen. Wir dachten: Genauso wollen wir wohnen, ohne eigentlich genau zu wissen, was ein Wohnprojekt ist und worauf wir uns einlassen würden. Die Gruppe war gerade in der Planungsphase des Hauses. Zwei Familien stiegen aus, und so ergab sich die Chance, dass wir uns bewarben. Und siehe da, wir wurden aufgenommen! Wohnexperimente werden vermutlich nicht von allen Bekannten und Verwandten gleichermaßen optimistisch begrüßt ... Viele aus unserem Freundeskreis und der Familie sahen unsere Wohnprojekt-Ambitionen eher skeptisch. Niemand konnte sich vorstellen, wie gemeinschaftlich wohnen ohne Gruppenzwang und Streitigkeiten funktionieren könnte. Aber die Bedenken lösten sich schnell auf, als das Haus fertig war und alle sahen, wie schön es geworden war und wie das Leben darin abläuft. Dazu muss man wissen, dass die Wohnprojekt-Wien-Leute sehr gut in Form der Soziokratie organisiert sind. Diese gute Struktur hilft, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und Konflikte zu bewältigen. Ihr Tipp für Interessierte? Es gibt die tolle „Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen“, eine Art Interessenvertretung für alternative Wohnformen. Die Initiative hat einen Überblick über die verschiedenen Projekte in ganz Österreich, organisiert Informationsveranstaltungen und vernetzt Interessenten und Wohnprojekt-Gründer. som m er 2017 |

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Leben und wir

Die Geschichte einer Kindheit

Interview

Doris Schretzmayer Sie wusste immer schon, dass da in ihrem Leben mehr auf sie wartet, als die Kindheit in Niederösterreich ihr versprochen hat. Und doch war sie nicht unglücklich. Die Schauspielerin über Eigenständigkeit, das innige Verhältnis zu ihrer Großmutter und Getreideduschen im Sommer. von kim sztrakati Wenn du deine Kindheit mit fünf Worten beschreiben müsstest – welche wären das? Doris Schretzmayer: Abenteuerlust, Eigenständigkeit, Italien, Felder, Lachen.

© Irina Gavrich (1), Privat (1)

Italien ... das klingt nach Sommerurlaub. Genau. Ich war 8, als ich das erste Mal allein aufs Ferienlager nach Italien gefahren bin – d.h. wirklich allein war ich nicht, ich war mit einer großen Gruppe unterwegs. Bis ich 14 war, war ich jeden Sommer für drei Wochen dort, an der Adria in der Nähe von Rimini. Meine Eltern haben eine Landwirtschaft gehabt und im Sommer einfach sehr viel zu tun gehabt. Natürlich war es da angenehmer, wenn die Kinder woanders waren und sie sich voll auf die Arbeit konzentrieren konnten. Die Wochen in Italien waren einerseits geprägt von großer Freiheit, Entdeckungslust und Eigenständigkeit, andererseits aber natürlich auch von Heimweh.

» Ich hab den Tag, an dem die Schule vorbei ist, herbeigesehnt. «

Du warst also schon früh auf dich alleine gestellt. Kamst du gut damit zurecht – weil du es ja nicht anders kanntest? Ja, genau. Ich bin von der Volksschule nach Hause gekommen, das Essen stand am Tisch oder am Herd, und ich hab es mir selber genommen, wenn niemand da war. Ich war viel allein, und ich musste Dinge für mich auch allein checken können. Dennoch wollte ich es bei meinem Sohn anders machen, weil ich fand, dass es schön ist, als Kind mehr begleitet zu werden. Ich möchte einfach viel für ihn da sein und ihn in allen Phasen sehen und begleiten – und das finde ich wunderschön. Welche Erinnerungen hast du an das Leben auf dem Bauernhof, auf den Feldern? Musstest du mithelfen? Ja, aber nur ein bisschen. Ich erinnere mich gern an die Abende, an denen ich –

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Leben und wir kurz bevor es dunkel wurde – mit meinem Vater mit dem Auto die Felder abgefahren bin, um zu schauen, wie die Pflanzen gediehen sind, ob Schädlinge da sind, man z.B. den Weizen schon dreschen kann oder wie die Kartoffeln aussehen. Diese Fahrten mit meinem Vater zu den Feldern hab ich sehr genossen. Wir haben zwar nur wenig gesprochen, aber wir waren ganz direkt in der Natur – und das hab ich wirklich in allerschönster Erinnerung. Die Arbeit in der Landwirtschaft kann ja sehr anstrengend sein. Wenn Erntezeit ist, dann hat der Tag 20 Stunden. Und man befindet sich in einer Art High-Zustand. Ich kann mich noch erinnern, wie das Getreide aus dem Mähdrescher raus- und in den Wagen hineingeronnen ist – und ich stand direkt darunter und hab eine ausgiebige Getreidedusche genommen. Das war wirklich großartig! Alle halfen in dieser arbeitsintensiven Erntezeit mit, aber wenn uns Kindern zu heiß war, dann sind wir halt heimgegangen, während die Mitarbeiter weiterarbeiten mussten.

Apropos Schule – wie warst du als Schülerin? Ich war in der Volksschule gut und ab dann schlecht.

Was wurde bei euch alles angebaut? Getreide, Weizen, Gerste, Hafer, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Soja. Irgendwann haben meine Eltern auch beschlossen, ein paar Felder mit Salaten zu bestellen, was natürlich ein anderer Aufwand ist. Nicht nur die Schädlingsbekämpfung, auch die Ernte ist aufwendiger, weil man Salat händisch abschneiden muss. Dabei hab ich zum Beispiel mitgeholfen – ich fand den Geruch von frisch geerntetem Salat so toll! Aber sonst durfte ich mich eigentlich auf die Schule konzentrieren ... und auf die Ferien (lacht).

Warum war das Gymnasium dann doch nichts für dich? Es war einfach zu trocken für mich. Ich hätte wahrscheinlich eine Schule gebraucht, in der Kreativität einen höheren Stellenwert hat. Kinder müssen in ihrer großartigen Individualität viel mehr gesehen und gefördert werden.

Doris Schretzmayer an ihrem 10. Geburtstag. Die Malakofftorte backt ihre Mutter nach wie vor jedes Jahr für sie.

Was heißt schlecht? Na ja, immer an der Kippe, ob ich es in die nächste Klasse schaff. In der 5. Klasse bin ich dann auch einmal durchgeflogen und hatte in Betragen ein „wenig zufriedenstellend“. Rückblickend betrachtet war diese Schule einfach zu streng für mich. Aber es gab ja nur die Möglichkeit, nach der Volksschule entweder ins Gymnasium oder in die Hauptschule zu gehen. Und nachdem ich so eine gute Schülerin war, war klar, dass ich ins Gymnasium komm.

Gab es außerhalb des regulären Lehrangebots unverbindliche Übungen oder Ähnliches, wo du dich kreativ austoben konntest? Leider wenig. Meine Rettung waren so

Fächer wie Bildnerische Erziehung, Musikerziehung, aber auch Deutsch, wo ich eine tolle Lehrerin hatte. Und natürlich Sport – ich bin auch privat viel gelaufen. Aber ich hab den Tag, an dem die Schule vorbei ist, herbeigesehnt. Weil ich mir gedacht habe: Da fängt mein Leben wirklich an. Wie würdest du dein Elternhaus beschreiben? Gab es da einen künstlerischen Zugang? Ich komme aus bäuerlichen Verhältnissen. Es war zwar aufgeschlossen bäuerlich – vor allem mein Vater war und ist ein sehr innovativer, fantasievoller, agiler Mensch –, aber einen künstlerischen Zugang zum Leben gab es nicht, außer dass wir hin und wieder ins Theater gefahren sind. Dafür gab es einen spirituellen Zugang, den ich zum Beispiel gespürt hab, wenn wir Felder anschauen gefahren sind. Da hab ich wirklich das Gefühl gehabt, wir sind in das große Ganze – ohne dass ich das so benennen hätte können – eingebunden. Es war schön, so verbunden mit der Natur zu sein und zu spüren, was der Boden, auf dem etwas wächst, das uns ernährt, für die Menschen bedeutet.

www.stabilo.at

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Leben und wir

... weil du wusstest, dass die Zeit kommen wird. Würdest du sagen, dich hat diese ländliche Umgebung eingeengt, hattest du Sehnsucht nach der Stadt? Nach der Stadt nicht unbedingt. Ich hab einfach das Gefühl gehabt, es gibt mehr oder etwas anderes als das, was meine Eltern leben oder was ich aus meinem engsten Verwandtenkreis mitbekomme. Ich wusste aber noch nicht, was genau es ist. Gleichzeitig fühlte ich mich aber durch die Natur sehr geborgen. Du hast am Anfang unseres Gesprächs auch noch Lachen genannt ... Meine Eltern haben einfach immer wahnsinnig viel gelacht. Vor allem meine Mutter: Sie ist zwar ein sehr perfektionistischer Mensch, aber sie kann von einer Sekunde auf die andere so loslachen – das ist einfach großartig, unglaublich sogar. Man lernt ja dann nach der Kindheit im Laufe seines Lebens sehr viele Menschen kennen. Ich hab zwar immer gewusst, dass meine Mutter lustig ist, aber heute weiß ich, dass es wirklich außergewöhnlich ist, dass sie so lachen kann. Lachst du selbst auch mehr als andere? Ja, total. Wenn mich was erheitert, kann ich sehr schnell sehr viel lachen. Als Kind hab ich das gar nicht so mitbekommen, weil es einfach normal für mich war. Bist du eigentlich mit Geschwistern aufgewachsen? Ja, wir waren drei Schwestern: ich, meine vier Jahre ältere Schwester und meine um 12 Jahre jüngere Schwester. Die Ältere hat natürlich viel auf mich aufpassen müssen, sie war auch eher die Vernünftige, die, die vorausschauend denkt. Ich hingegen war die typisch Kleine: die Verspieltere, die Verrücktere und die, die sich oft auch

© Luna Film (2)

Ich hab immer viele Geschichten geschrieben. Und wenn irgendwo ein Theaterstück aufgeführt wurde, war ich dabei. Ich hab einfach immer eine feine Sehnsucht verspürt und wusste, dass ich dieser Sehnsucht erst nachgehen kann, wenn ich meine Matura hab. Eigentlich hab ich das schon als Kind gespürt. Ich wusste, hier ist mein Umfeld, und das ist sehr liebevoll, aber es holt mich nicht genau dort ab, wo ich eigentlich innerlich bin. Ich kann mich sogar erinnern, dass ich mir mit 5, 6 Jahren gedacht hab: „Oh, da muss ich jetzt noch älter werden, damit ich wirklich auf Gleichgesinnte treffe.“ Und obwohl ich das schon ganz früh verstanden hab, hat es mich nicht fertiggemacht oder frustriert.

Derzeit im Kino: Doris Schretzmayer als Regisseurin Marlene Weizenhuber, die für ihre TV-Dokuserie über Migranten Protagonisten sucht. Eine politisch unkorrekte Komödie über moderne Klischees, falsche Identitäten und „echte“ Ausländer - falls es die überhaupt gibt ... www.diemigrantigen.at

mehr rausgenommen hat. Wir waren und sind immer noch grundverschieden. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich 20 war. Für meine Schwestern und mich war das sicher der Grund, noch mehr zusammenzuhalten und uns gegenseitig zu unterstützen. Gab es neben deinen Eltern und Schwestern auch andere Bezugspersonen? Die Menschen, die ich da immer wieder in den Ferien in Italien getroffen hab, waren sicher so was wie Leitfiguren. Und zu Hause hatte ich noch meine beiden Großmütter, vor allem die eine, die bei uns im Nebenhaus gewohnt hat. Ich würde sogar sagen, dass sie fast die nähere Bezugsperson als meine Mutter war – nicht nur, weil sie einfach mehr bei mir war, sie war mir auch vom Wesen her ähnlicher. Ja, sie war eigentlich der Mensch in der Familie, bei dem ich am allerliebsten war. Sie ist leider gestorben, als ich 21 war. Was hat dich mit deiner Großmutter so verbunden? Wie habt ihr gemeinsam Zeit verbracht? Meine Großmutter hat einen Garten gehabt, den sie mit einer unglaublichen Sorgfalt bepflanzt hat. Dabei hab ich sie immer begleitet. Der Garten war nach einem feinen System angelegt und hatte gleichzeitig was Wildes. Und nachdem sie ja einen Krieg

doris schretzmayer •G  eboren 1972 in Hausleiten, Niederösterreich. • 1992 Moderatorin bei Radio CD International, 1993 Wechsel zu Ö3 und zum ORF Fernsehen • 1997 Kinodebüt in Stefan Ruzowitzkys „Tempo“, erste TV-Hauptrolle in „Die Neue – eine Frau mit Kaliber“ • Zahlreiche Rollen in Fernsehfilmen und -serien (u.a. „Höhenstraße“, „Solness“, „Braunschlag“, „Die Toten vom Bodensee“) • Kinofilme: u.a. „Was tun, wenn’s brennt?“, „Die dunkle Seite des Mondes“, „Gruber geht“, „Was hat uns bloß so ruiniert“ • Aktuellste Projekte: „Die Migrantigen“ (derzeit im Kino), „Die Inselärztin“ (ARD-Fernsehfilm, derzeit in Produktion) www.dorisschretzmayer.at

erlebt hat, hat sie viele Geschichten aus der Zeit erzählt. Ich hab diese Geschichten geliebt und sie förmlich aufgesogen: wie sie alleine diesen Bauernhof geführt hat, als sie die Russen beherbergen musste ... Meine Großmutter war eine ausgesprochene Hitler-Gegnerin und hat das auch kundgetan, woraufhin sie sogar sanktioniert wurde und kein Saatgut mehr bekommen hat. In ihren Geschichten war alles drin, und sie hat sie so erzählt, dass man am Ende immer eine Lehre daraus ziehen konnte. Von meiner Oma habe ich die Liebe zum Erzählen gelernt. Ich habe auch unendlich viele Bücher in meiner Kindheit und Jugend gelesen; diese Geschichten waren neben der Natur mein wichtigster Anker. Und das ist so geblieben – neben meiner Familie.

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Tipi-Familienkino und

präsentieren den Animationsfilm

BOB DER BAUMEISTER

Kino

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Dann sendet uns ein E-Mail mit der benötigten Ticketanzahl an kino@tipimagazin.at und erlebt die Vorführung des Kinderfilms BOB DER BAUMEISTER. Die Ticketvergabe erfolgt nach Verfügbarkeit. Wer exklusiv dabei ist, bekommt bis spätestens Montag, 12.06.2017 ein Bestätigungs-E-Mail.

Wann: Sonntag, 18. Juni 201 7 Kar tenausgabe: 10 Uhr Filmbeg inn: 11 Uhr Wo: Cineplexx Wienerberg, Wienerbergstraße 11, 1100 Wie n

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Leben und wir

It’s a hard life

Wer glaubt, so ein Kinderleben ist ein Zuckerschlecken, der irrt gewaltig und hat wohl selbst vergessen, wie das damals war: Den Tagesablauf geben die da oben vor. Die, die mit ihren riesigen Händen überall rankommen, auf alles eine Antwort haben und bestimmen, wann man ins Bett gehen muss: Eltern. von alina rheindorf

Bussi, zugedeckt und wohlbehütet wird eine gute Nachtruhe gewünscht. Tja, oberflächlich betrachtet mag das wohl stimmen. Doch wer bitte entscheidet denn, wann genau das Licht abgedreht wird? Warum muss denn das Licht überhaupt abgedreht werden? Unbeschwerte Kindheit? Von wegen! Fremdbestimmt heißt das Schlüsselwort.

Mode von Christina Rohde, christinarohde.dk

„Komm, Mäuschen, aufstehen! Anziehen, und dann bitte frühstücken. Mach ein bisschen schneller, wir müssen los! Sonst kommen wir zu spät ...“ Schon früh am Morgen geht es in vielen Familien mit dem Antreiben los. Wenn ein Kind dann noch mitten in der Trotzphase steckt, wird die Sache brenzlig. Es lauert die große unbekannte Variable, die jeden Moment ohne Vorwarnung wie eine Bombe hochgehen kann und dazu führt, dass alles andere erst mal warten muss, damit der frühkindliche Zornesbrand gelöscht werden kann. Diesen Puffer von fünf bis fünfzehn Minuten auf dem Weg ins Büro gilt es in der Früh einzuplanen, sonst kommt man die obligatorische elterliche Viertelstunde zu spät. 30 | som m er 2017

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It’s a long hard fight Oberflächlich betrachtet haben unsere Kinder ein tolles Leben. Wenn sie wollen, können sie den ganzen Tag spielen, in den Tag hineinträumen, essen, wann immer sie wollen. Wenn der Magen knurrt oder es sie nach einem Snack gelüstet, brauchen sie nur mit dem Finger schnippen (wenn man es denn schon könnte) und bekommen eine Mahlzeit serviert. Am Abend werden einem die Zähne geputzt, die Toilette erledigt auch jemand anderer – sollen die sich doch die Hände schmutzig machen – und man wird ins Bett begleitet. Buch aussuchen, und los geht’s mit dem abendlichen Entertainmentprogramm, das Einschlafbegleitung genannt wird. Dann noch ein letztes *

Tatsächlich besteht das Leben unserer Kinder zu einem großen Teil aus „Müssen“. Nicht nur zu Hause, auch im Kindergarten gibt es Regeln. Das Bedürfnis der Gruppe wird klarerweise über das des Einzelnen gestellt. Und von meinen eigenen Kindern weiß ich, in so einer Kindergartengruppe spielen sich regelmäßig Dramen ab, von denen sich die intrigantesten Charaktere einer mexikanischen Soap Opera noch ein Scheibchen abschneiden können. Jeden Tag gehen lebenslange Freundschaften zu Bruch, eine junge Liebe wird im Keim erstickt, oder man wird ausgeschlossen, wo man gestern doch selbst noch an der Reihe war, jemand anderen ausschließen zu „dürfen“. Heißkaltes Gefühlschaos jeden Tag. Niemand weiß, was in der Kleinkindergruppe „Heartbreak“ als Nächstes passiert. Und wenn es dann heißt „Abgeholt!“, wird es auch nicht unbedingt besser. In den eigenen vier Wänden sind wieder die Eltern der Boss. To learn to care for each other Die Zeiten für Kinder sind hart. Dauernd kommt nur ein „Ja, gleich“ von den Erziehungsberechtigten, die es oft wichtiger finden, unnütze Dinge wie Hausarbeit zu erledigen, anstatt ihren elterlichen Pflichten nachzukommen und einmal richtig gescheit zu erziehen. Sie behaupten, die Wäsche warte, manchmal muss noch eingekauft werden, und das Abendessen zaubert sich auch nicht von selbst – behaupten sie zumindest. Für

Songlyrics von Queen „It’s a hard life“, Album „The Works“, 1984

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Ich habe da eine (vielleicht absurde) Theorie aufgestellt, die lautet: Weil Eltern im Alltagsstress immer weniger auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen können, versuchen sie dies zu kompensieren, indem sie ihnen bei der Freizeitgestaltung die Wahl lassen. (Achtung: Dies ist lediglich eine Vermutung. Ob hier tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht, sollte ein Team von Psychologen und Sozialwissenschaftlern untersuchen.) Ob das falsch ist oder nicht – darüber kann man sicherlich streiten. To trust in one another ... Ich kenne dieses Verhalten von mir selbst. Ich will damit wiedergutmachen, meinen Kindern ihren Willen genommen zu haben. Manchmal muss ich das. Vor al-

lem, wenn wir es in der Früh eilig haben, sie aber noch spielen wollen. Um das wiedergutzu machen, sind sie anderswo am Zug. Zum Beispiel, wenn es um ihre Haarlänge oder eben um das Abendessen geht. Wenn ich ein Kind – wahrscheinlich egal welchen Alters – frage, ob es lieber ein Eis oder eine Zucchini als Nachspeise hätte, wird das Kind wohl keine Schwierigkeiten haben, eine Antwort zu finden. Und es wird mit dieser Entscheidung in all ihren Konsequenzen glücklich sein. (Es sei denn, ich kreiere Zucchinieis.) Anders sieht es hingegen aus, wenn ein zweijähriges Kind gefragt wird, ob es lieber von Mama oder Papa ins Bett gebracht werden will. Viele Kinder können sich nur schwer zwischen zwei Menschen, die es beide über alles liebt, entscheiden. Am liebsten würde es natürlich von beiden ins Bett gebracht werden. Die Gefahr besteht, dass wir unsere Kinder Entscheidungen treffen lassen, mit denen sie letztendlich überfordert sind. ... right from the start* Als ich noch ein kleines Mädchen war, sagte mein Vater einmal zu meiner großen Schwester und mir: „Wisst ihr, das Leben ist hart.“ Ich war damals höchstens ein Jahr alt und gluckste wahrscheinlich zufrieden und noch nichtsahnend vor mich hin, aber meine Schwester, damals ungefähr drei Jahre alt und schon ein sehr kluges und lebenserfahrenes Mädchen, antwortete: „Ich weiß, Papa. Ich lebe ja selber.“ Sie hat es damals auf den Punkt getroffen. Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Kinder schon von klein

© Olivia Rohde

viele Kinder und ihre Bedürfnisse bleibt unter der Woche meist sehr wenig Zeit. Nicht nur ich, auch viele andere, vor allem berufstätige Eltern leiden deshalb scheinbar unter einem schlechten Gewissen, weil der Nachwuchs gerne mehr Aufmerksamkeit hätte. Das Internet ist voll von weisen Tipps, wie Eltern es schaffen können, den Alltag stressfreier zu gestalten, wie man entspannt den Tag beginnt und trotzdem rechtzeitig mit Kind das Haus verlässt. Gleichzeitig beobachte ich das Phänomen, dass Eltern ihren Kindern in der Freizeit Freiraum für Entscheidungen lassen. Ob es nachmittags in den Zoo gehen soll oder auf den Spielplatz. Ob die Familie das Wochenende in den Bergen verbringen soll oder mit den Großeltern an einem See. Ob es zum Abendessen ausnahmsweise Pizza gibt oder doch Sushi.

auf lernen müssen, zurückzustecken. Aus Gründen, die sie nicht verstehen und die für sie selbst keine Priorität haben. Ich habe meinen Kindern schon sehr oft erklärt, warum es wichtig für mich ist, pünktlich in die Arbeit zu kommen. Und sie erklären mir im Gegenzug genauso oft, wie wichtig es für sie ist, ihr Spiel zu Ende zu spielen. Das Dumme am Erwachsensein ist ja, dass man es zwingend einmal werden sollte. Das Großartige daran ist aber auch, dass, wenn man es einmal ist, wir von unseren Kindern lernen können, wieder etwas mehr mit ihnen im Moment zu leben. Denn sie können das noch. Sie kosten jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde ihres jungen Lebens aus, so wie wir das auch öfters tun sollten.

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Leben und wir

Urpeinlich, Papa! Wasser, marsch! Wenn man sich schon wie ein Kleinkind eine Wasserrutsche runterstürzt, sollte man tunlichst drauf achten, dass selbige auch in Betrieb ist.

© Votava

von alexander reichmann

Wochenende. Ausschlafen. Wunderbar. Wo sind die Zeiten hin, als ich von meiner Prinzessin geweckt wurde, früh des Morgens, zu einer Stunde, die mir Kopfschmerzen und Unbehagen bereitete. Mittlerweile hat sich der Spieß umgedreht: Je näher es gegen Mittag geht, desto öfter gehe ich nachsehen, ob mein Teenager eigentlich noch lebt. Raus aus den Federn, frühstücken, anziehen, es ist wunderschön draußen, es ist heiß, raus, raus, raus – lass uns doch mal wieder baden gehen! Ich wiederhole den Vorschlag fünfmal. Die ersten viermal scheitere ich am größten Aufmerksamkeitskiller, den die Zivilisation anno 2017 jungen Heranwachsenden zumutet: YouTube, what else? Aber bitte ausschließlich am Handy, damit nicht nur die Körperhaltung, sondern auch die Augen ordentlich drunter leiden. Nach langem Hin und Her und den üblichen Diskussionen, wie unnötig es doch eigentlich sei, rauszugehen, gelang es mir dann doch, den Handyzwerg in die U-Bahn zu verfrachten, um Richtung Freibad zu segeln. Natürlich ist sonst niemand bei diesem Wetter auf die Idee gekommen, baden zu gehen (ha, ha!) – dementsprechend auch der Andrang an der Kassa. Die Handyfixierung erweist sich als Vorteil, jegliches Gemotze über

doofes Anstellen und zu viele Menschen bleibt aus. Instagram, what else? Nach gefühlten drei Monaten in der Menschenschlange geht’s endlich rein ins Bad. Die Wahl des Liegeplatzes wird zu einer Herausforderung, hier ist es zu heiß, dort ist es zu schattig, hier ist es zu laut, da ist es zu leise, drüben sind Schulkollegen, die gnädiges Fräulein um Gottes willen heute nicht sehen will, hüben sind nur alte Leute (also so wie ich, was zur Hölle …), aber trotzdem schaffen wir es, uns irgendwo hinzupflanzen, wo die Welt halbwegs in Ordnung ist. Mein Kind im Manne erwacht. Wasserrutsche! Ich blicke prüfend auf die Warteschlange am Gateway zum Wasserspaß. Kleinkinder, Kinder, Teenager. Die Anzahl der Erwachsenen, die sich anstellen, um sich die Rutsche runterzuwerfen, hält sich mit etwa null ziemlich in Grenzen. Okay, ich versuche einen Teenager, der mittlerweile mit Kopfhörern zugestoppelt am Handy hängt – YouTube, what else? – für eine Rutschpartie zu begeistern. Uncool. Geringschätziges Mundwinkelverziehen und Augenrollen. Ach komm, das macht doch Spaß, haben wir doch früher auch immer gemacht. Ja, früher, als der kleine Mensch noch ein Kind war. Also vor einem Jahr. Engelszunge, das Versprechen auf ein Eis – funktioniert erstaunlicherweise immer noch –, und schon stehen wir am Gateway. Ich bin zugegeben etwas aufgeregt, der kleine Bub in mir freut sich voll, das kleine Mädchen neben mir versucht krampfhaft zu verbergen, dass ihr sowas wie Vorfreude ins Gebein fährt. Endlich sind wir dran und werfen uns souverän runter, perfekte

Landung, sauberer Einschlag, niemand verletzt, Höchstgeschwindigkeit erzielt. Geil! Ich will noch mal! Ich kraule hektisch aus dem Becken raus, oben auf der Rutsche ist die Warteschlange verschwunden – welch glückliche Fügung, welch offensichtliche Einladung. Ich rase die Treppen hinauf, das Gate ist frei, niemand mehr da, nicht mal mehr Herr Trillerpfeife, ich stürme zur Rutsche, werfe mich hinunter und rutsche ... ja! ... drei Meter weit. Stillstand. Nichts geht mehr, nichts rutscht, nichts flutscht. Etwas irritiert und hilfesuchend blicke ich nach unten und mich um. Am Beckenrand steht kopfschüttelnd mein Lieblingskind und schlägt die Hände vors Gesicht. Im Wasser an die 20 Augenpaare, die mich belustigt angrinsen, wie ich auf der Wasserrutsche klebe und mich nur unmerklich im Schneckentempo abwärts bewege. Mir fällt es wie Schuppen aus den Haaren – Rutschpause! Kein Wasser auf der Bahn, deswegen auch keine Leute am Gate, deswegen auch der Herr in Weiß mit der Pfeife nicht im Einsatz, oh Gott … Ich robbe langsam nach unten Richtung meines immer noch kopfschüttelnden Teenagers, versuche meine Scham ein wenig durch doofes Grinsen zu übertünchen und darf mir dann – unten angekommen – einen mir vertrauten Satz anhören: „Du bist urpeinlich, Papa! Hast du nicht gecheckt, dass grad Pause ist?!“ Nein, hab ich in meinem jugendlichen Leichtsinn nicht. Sonst hätte ich wohl kaum die Klebequalle gemacht zum Gaudium des Publikums. Wieder was gelernt, beim nächsten Mal wird alles besser. Oder auch nicht, mal sehen.

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Leben und wir

Zwischen Kind, Arbeit und dem Selbst Viele alleinerziehende Mütter kennen diesen Gedanken, der Stephanie seit über neun Jahren quält: „Bin ich eigentlich genug für mein Kind?“ Und obwohl sie den Spagat zwischen Arbeit, den Erwartungen ihrer Tochter und ihren eigenen Bedürfnissen erfolgreich meistert, warten am Ende eines jeden Tages die Zweifel. von karina sturm hinter der nächsten Tür erwartet. Sie schließt auf und begrüßt sie mit einem lauten: „Guten Morgen, der Pflegedienst ist da.“ Keine Antwort. Der kitschige Raum mit der grünen Blumenmustertapete, dem giftgrünen Teppich und den mit hellgrünen Polstern überzogenen Massivholzstühlen weist ihr den Weg in das Schlafzimmer der Patientin, die selig schäft.

„Sie haben eine zweite Wirbelsäule“, sagt die Orthopädin verdutzt. Stephanie fragt sich, was das für eine Fehlbildung sei, von der sie nie zuvor gehört hat. Seit über zwei Tagen fühlt sie sich schon schlecht. Als würde jemand ihr mit dem Knie voraus in den Rücken stoßen, immer und immer wieder. Es dauert einen Moment, dann realisiert Stephanie, was die Ärztin meint. „Sie sind schwanger!“ Geschockt fährt sie nach Hause und weiht ihre Mutter ein. Dass sie schwanger ist, hat sie nicht gemerkt – nicht merken wollen. Gerade erst ist sie von zu Hause aus- und umgezogen, um eine neue Stelle als Altenpflegerin anzunehmen. Und heute geht sie mit einem mutmaßlichen Hexenschuss zum Arzt und bekommt anstatt der ersehnten Schmerzmittel ein Kind? „Bitte, lass mich aufwachen“, fleht sie. Doch es ist keine Zeit, den Schock zu verdauen – plötzlich muss alles ganz schnell gehen. Die Wehen setzen ein.

Zwei Stunden später liegt sie im Kreißsaal. Die Schwester schreit sie an: „Pressen!“ Stephanie schreit zurück: „Ich will nicht!“ Für eine Periduralanästhesie ist es zu spät. Plötzlich stürmt ein Arzt in den Raum. „Aufhören! Sie muss sofort in den OP! Notkaiserschnitt!“, ruft er. Die kindlichen Blutwerte sind schlecht. Das ungeborene Kind könnte einen Hirnschaden davontragen. Eine Vollnarkose wird eingeleitet, und um Stephanie wird alles dunkel. Am 11.06.2007 kommt ihre Tochter, nur zehn Stunden, nachdem Stephanie überhaupt von ihrer Schwangerschaft erfuhr, zur Welt.

Stephanie nähert sich leise dem Bett und weckt die alte Dame behutsam. Aus ihrem Kittel zieht sie ein stiftähnliches Plastikteil mit einer Nadel an einem Ende, einem Auslöser am anderen. Sie nimmt einen Finger der Patientin, desinfiziert diesen und zack, mit einem kleinen Knall, sticht sie ein Loch in den Ringfinger. Ein Tropfen Blut sickert aus der Wunde und wird von einem Gerät aufgesaugt, das im nächsten Moment eine Zahl anzeigt: 160. Erst ab 200 muss sie Insulin spritzen. Sie wünscht einen schönen Tag und verlässt die Wohnung. Kaum fällt die Tür hinter ihr ins Schloss, beginnt Stephanie zu rennen wie ein Wiesel. Sie steigt in das Auto mit dem nicht zu übersehenden roten Kreuz auf der Tür und tritt aufs Gas. Rast zum nächsten Patienten, nur keine Zeit vergeuden.

30.11.2016 – Es ist eiskalt, -9 °C, stockfinster und viel zu früh für ein strahlendes Lächeln. Doch das gehört zu ihrem Job. Schon seit einer Stunde ist sie unterwegs und freut sich auf die alte Dame, die sie

Ihre 9-jährige Tochter macht sich währenddessen auf den Schulweg. Hat ihre Mutter Frühschicht, macht sie sich morgens alleine fertig und fährt dann mit dem Rad in die Schule.

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Am nächsten Morgen wurde sie gefragt, welchen Namen ihre Tochter haben sollte, und sofort wusste sie: Selina! Der Oberarzt wollte außerdem wissen, ob sie Selina nicht zur Adoption freigeben wollte. Diese Frage musste jeder jungen Frau gestellt werden, die ein Kind zur Welt brachte, ohne vorher von ihrer Schwangerschaft gewusst zu haben. Sie antwortete, ohne zu zögern: „Nein! Ich will sie behalten!“ Sekundenbruchteile später realisierte sie: „Mist, jetzt habe ich einfach gesagt, ich will sie behalten. Wie soll ich das denn schaffen?“ Und doch wusste Stephanie von Anfang an, dass ihr Kind zu ihr gehörte. Seit ihrem 15. Lebensjahr war sie es gewöhnt, Windeln zu wechseln, andere zu baden und sich liebevoll um fremde Menschen zu kümmern. Altenpflege war ihre Passion. Doch diese Situation war anders. Stephanie fragte sich: „Kann ich auch für mein eigen Fleisch und Blut sorgen?“ Nur neun Jahre später ist von diesen Zweifeln nichts mehr zu spüren. Routiniert bekleidet, wäscht, wickelt, katheterisiert und spritzt sie einen Patienten nach dem anderen. Bei der letzten Patientin der Schicht verbringt sie etwas mehr Zeit. Sie muss einen Verband um das linke Bein anlegen. Langsam rollt sie von der Ferse an das baumwollene Material in kreisenden Bewegungen nach oben. Sie liegt gut in der Zeit. Als sie mit gekonnten Handgriffen den Verband am Knie fixiert, sagt die ältere Dame: „Du weißt wirklich genau, was du tust! Du bist die Beste.“ Stephanie lächelt und wird ein wenig rot. Diese Wertschätzung ist für die alleinerziehende Mutter unsagbar wichtig. Immer wieder hat sie das Gefühl, sie habe nicht

© Pexels (2), Privat (1), Archiv (1)

Damals, nach der Geburt, hatte sich diese Szene noch keiner vorstellen können. Zurück im Kreißsaal, war ihr Neugeborenes verschwunden. Die Kleine wurde in einem Brutkasten in ein entferntes Krankenhaus verlegt. Stephanie konnte ihr Kind nicht ein einziges Mal im Arm halten. Außer den starken Schmerzen im Unterleib ließ nichts darauf schließen, dass sie gerade ein Kind zur Welt gebracht hatte. Vielleicht hatte sie alles nur geträumt? Forschend sah sie sich im Zimmer um. Doch da war nichts. Keine Wiege, kein Geschrei. Nach kurzer Zeit wurden ihre Augenlider schwer, und die Anstrengungen der letzten Stunden zwangen sie in einen tiefen Schlaf.

genug Zeit für ihr Kind. „Vor allem an Feiertagen, an denen ich arbeiten muss, fühle ich mich, als wäre ich eine schlechte Mutter“, sagt die 30-Jährige traurig. Auch aus dem Bekanntenkreis urteilte man über sie. „Einmal, als ich nach langer Zeit zum ersten Mal mit Freunden aus war, hat mich ein kinderloser Bekannter schräg angeschaut und gesagt, als alleinerziehende Mutter gehöre ich nach Hause zu meinem Kind! Seither gehe ich nur noch selten aus.“

» Vor allem an Feiertagen, an denen ich arbeiten muss, fühle ich mich, als wäre ich eine schlechte Mutter. «

Stephanie und Selina sind sich sehr nah – zusammengeschweißt durch ihre einzigartige Geschichte.

Selina sieht das etwas anders. „Dass sie sonntags mit mir kuschelt, mir bei meinen Hausaufgaben hilft und dass sie so lieb zu mir ist“, mag sie an ihrer Mutter am liebsten. Und: „Keiner macht so gute Grießschnitten wie Mama!“ Dass ihre Mama arbeitet, findet sie nur manchmal doof, nämlich dann, wenn diese an Feiertagen nicht zu Hause ist. „Aber ich bin stolz, dass meine Mama mir Geschenke kaufen kann, weil sie so viel Geld verdient“, schwärmt Selina. Für Stephanie war von Anfang an klar, dass sie für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen würde. „Hätte ich vom Vater verlangt, für mich Unterhalt zu bezahlen, wäre der Kontakt zu Selina vermutlich nie zustande gekommen. Und das war das Wichtigste. Ich wollte nur, dass meine Tochter einen Vater hat und bekommt, was ihr zusteht“, erklärt sie. Abhängig sein von einem Mann – für sie ein No-Go. Ändern würde sie nichts an ihrem Leben. Nur wenn sie die Zeit zurückdrehen könnte, würde sie ihre Schwangerschaft gerne bewusst erleben und anstatt des Röntgenbildes vielleicht ein Ultraschallbild als Erinnerung einrahmen. Hektisch blickt sie auf ihre Uhr. Es ist kurz vor eins. Ihre Tochter kommt gleich von der Schule heim. Sie hat bereits 13 Menschen versorgt, aber der Tag fängt gerade erst an. Sie betritt ihre Wohnung und setzt sich auf das Sofa. Es ist unaufgeräumt, die Wäsche muss gebügelt werden. Fünf Minuten noch. Sie lehnt sich zurück und schließt kurz die Augen. Für heute beendet sie ihre Arbeit als Altenpflegerin und ist jetzt ganz Mutter. som m er 2017 |

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Leben und wir

Lautlos, aber kein bisschen leise Es gibt Kindergärten, die werden zweisprachig geführt. Dabei muss es nicht immer Englisch sein. In einem Kindergarten in Linz lernen die Kinder von klein auf neben der Lautsprache die Gebärdensprache. Alle zusammen: hörende Kinder ebenso wie gehörlose, entwicklungsverzögerte ebenso wie Kinder mit Migrationshintergrund. Ein Besuch in einem integrativen Kindergarten, in dem starke, kleine Persönlichkeiten heranwachsen. von susanne sonnleitner

Ein Herz und eine Seele: Lisa und Denise sind beste Freundinnen..

Fingerfarben sind klasse! Leonas Hände sind bunt bemalt, jeder Finger leuchtet in einer anderen Farbe. Rot braucht sie jetzt noch für den perfekten Handabdruck. Mit einer flinken Handbewegung gibt sie der Helferin ihr gegenüber ihren Wunsch zu verstehen, wortlos. Eifrig malt das Mädchen weiter, strahlt übers ganze Gesicht, als sie ihren Handabdruck aufs Papier bringt. Passt. Nicht mit Worten, sondern mit den Händen sagt sie, dass sie fertig ist. Sie springt auf, kurz noch Händewaschen, dann ist sie an diesem frühsommerlichen Vormittag auch schon im Trubel der anderen Kindergartenkinder untergetaucht. Gebärden – ein Gewinn für alle Leona ist fünf Jahre alt und eines von vier Integrationskindern in der Mäusegruppe dieses integrativen heilpädagogischen Kindergartens. Er gehört zum Kompetenzzentrum für Hör- und Sehbildung der Caritas. Hier werden Kinder mit einer Hör- bzw. Mehrfachbeeinträchtigung gemeinsam mit nicht beeinträchtigten Kindern betreut. So wie die gehörlose Leona. Oder wie die vierjährigen Zwillinge

Was bedeutet diese Geste? Gelb, bitte!

Belinda und Valentin. Die beiden haben keine Beeinträchtigung, sie können hören und erlernen hier gleich zwei Sprachen: die Laut- und die Gebärdensprache. Im Kindergarten in der Linzer Kapuzinerstraße wird mit den Kindern bilingual kommuniziert. Alles, was die Betreuer/-innen sagen, wird in Gebärdensprache übersetzt. Einen Gebärdensprachkurs müssen daher alle absolvieren, Pädagog(inn)en, Helfer/-innen und Stützkräfte. Diese Form der Zweisprachigkeit im Kindergarten ist besonders und birgt Chancen für alle Kinder. „Es ist außerordentlich wichtig, dass eine sprachliche Minderheit wie Menschen mit Hörbeeinträchtigungen die Möglichkeit hat, ihre eigene Sprache zu verwenden. So können sie überhaupt

erst an ihrer Umwelt teilhaben“, weiß Univ.-Prof. Dr. Barbara Gasteiger-Klicpera von der Universität Graz. Soziale Partizipation ist das eine, doch es geht um mehr: „Durch Sprache, egal ob Laut- oder Gebärdensprache oder beides, können Kinder ihr Verständnis von der Welt überhaupt erst weiterentwickeln.“ Für Leonas hörende Freunde ist das Erlernen der Gebärdensprache ein großer Gewinn und macht sichtlich Spaß. Am Mittagstisch im Kindergarten beschließen die Kinder spontan: „Heute ist Gebärdentag.“ Und plötzlich wird es ruhig am Tisch, und die Kinder beginnen zu gestikulieren. Sie lachen, zeigen, deuten. Zappeln ungeduldig hin und her. Bis sich Katrin Holzmann, die gruppenführende Pädagogin meldet: „Das Essen ist angerichtet. Jeder darf sich selber so viel oder so wenig nehmen wie er möchte.“ Und fährt zweisprachig fort:

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Lisa versteht ihre Freundin Denise auch ohne Worte.

„Es gibt Grießnockerlsuppe und Spargelauflauf. Wer den Spargel nicht mag, darf ihn beiseiteschieben.“ Mit einer Handbewegung, die auch ich verstehe, schiebt sie den imaginären Spargel beiseite. Doch wie sich später herausstellt, kommt der Spargel überraschend gut an. Wie echte kleine Models „Es gibt viele hörende Kinder in unserer Gruppe, die saugen die Gebärdensprache richtig auf und nutzen sie auch zu Hause“, berichtet die Kindergartenpädagogin. Das kann Petra Neumaier-Stadler, die Mutter von Belinda und Valentin, bestätigen: „Immer wieder greifen meine Kinder auf das Gebärden zurück, etwa wenn abends ein niedriger Lärmpegel verlangt wird oder um zu signalisieren ‚Hey, ich bin mit dem Essen fertig‘ oder ‚Ich muss aufs Klo.‘“ Wenig verwunderlich, dass Kinder, Nadine trägt ein Cochlea-Implantat.

Donnerstags steht für die Schulanfänger Musik am Programm. Musiklehrerin Anna baut in den Unterricht viel Bewegung ein.

Das Muttertagslied „In deinem Herzen“ wurde selbstverständlich in die Gebärdensprache übersetzt.

die die Gebärdensprache lernen, auch generell stark in ihrem körpersprachlichen Ausdruck sind und viel öfter Mimik und Gestik einsetzen. Soeben haben Leona und ihre beiden gehörbeeinträchtigten Freundinnen Lisa und Denise mich mit der Kamera entdeckt. Freudestrahlend laufen sie auf mich zu, umarmen mich, tippen auf meine Schulter. Mit ihren Händen deutet mir Lisa das Kamerasymbol. Ich kenne mich aus. Augenblicklich bringen sich die drei Mädels in Position, posieren für mich, als hätten sie nie etwas anderes getan. Im Liegen, Stehen, Sitzen, sogar verkehrt herum. Es geht Hand in Hand, Anweisungen sind überflüssig. Immer wieder kommen sie zu mir, wollen sich am Display

betrachten. „Die Kinder sind naturgemäß sehr visuell orientiert“, klärt mich Katrin Holzmann auf. So wie der gesamte Kindergartenalltag. Vieles wird in Bildern und Symbolen festgehalten, wie das Muttertagslied, das jüngst einstudiert wurde. Der Text wurde in Gebärdensprache übersetzt, die einzelnen Gesten abfotografiert und zu den Noten geklebt. Gruppenbildung vorbeugen Die 6-jährige Lisa ist gehörlos, ihre Freundin Denise trägt ein Cochlea-Implantat. Seit die 5-Jährige dieses elektronische medizinische Gerät trägt, hat sie tolle Fortschritte gemacht. Das Implantat, das die Funktion der beschädigten Teile des Innenohrs übernimmt und Audiosignale an das Gehirn überträgt, hilft Denise, besser zu hören. Und es hilft ihr beim Spracherwerb. Lisa und Denise sind ein eingespieltes Team. An diesem heißen Spätvormittag spielen sie Fangen im Garten, verstecken sich hinter Büschen, kuscheln und necken sich. Dazu bedarf es keiner Worte. Dazu bedarf es nicht einmal der Gebärdensprache. Im Spiel entwickeln

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Pädagogin Christa Krain setzt ein Hörgerät bei einem Kind ein.

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Leben und wir

Integrative frühkindliche Betreuung in OÖ

die Kinder eine natürliche Kommunikation, eine gemeinsame Sprache ist hier oft gar nicht erforderlich. Das gilt freilich auch, wenn hörende Kinder mit gehörlosen spielen. Im freien Spiel ist zwar zu beobachten, dass sich immer wieder Kleingruppen zwischen Hörenden und Gehörlosen bilden. Es ist ja auch menschlich, dass sich Kinder Gleichgesinnte suchen. Doch die Pädagoginnen legen im Kindergartenalltag viel Wert auf das Miteinander. Dass dieses Konzept letztendlich funktioniert, davon ist Petra Neumaier-Stadler überzeugt: „Meine Kinder haben beeinträchtigte und hörende Freunde im Kindergarten gefunden. Da ist etwa Belindas beste Freundin Emma, ein hörendes Kind von gehörlosen Eltern.“

Pädagogin Marlen Juric bittet einen hörbeeinträchtigten Buben, nicht zu wild zu fahren.

Für ein vorurteilfreies Miteinander Im Garten herrscht geschäftiges Treiben, Kinder lachen und toben. Jungs düsen mit dem Dreirad herum. Der großzügige, schattige Sandkasten wurde in eine Wassermatschstation umfunktioniert. Kleine, eifrige Arbeiter bauen darin Gräben und Burgen. Weiter hinten im Garten springen Kinder in große, mit Wasser gefüllte Tröge. Im kühlen Nass planschen und spritzen sie. Eine Betreuerin entfernt das Hörgerät eines ihrer Schützlinge, denn wasserfest sind die Geräte nicht. Dann ist es Zeit, hineinzugehen. Katrin Holzmann trommelt ihre Mäusegruppe zusammen – doch wo sind Leona und Lisa? Die beiden Mädchen muss sie in dem verwinkelten Garten erst suchen, denn ihnen kann sie nicht mal eben zurufen. So wie der Pädagogin geht es auch den hörenden Kindern. Hier lernen sie, aufeinander Rücksicht zu nehmen und entwickeln empathisches Verhalten. Das zeigt sich täglich beim Singen des Aufräumliedes. Das Kind, das dazu die Triangel schlagen darf, weiß, dass es gezielt zu den gehörlosen Kindern gehen muss, damit diese auch sehen können, dass die Triangel geschlagen wird. „In jedem integrativen Kindergarten können die Kinder voneinander profitieren. Die Kinder sind offen füreinander, Vorurteile haben hier keinen Platz“, weiß Katrin Holzmann. „Bei uns kommt hinzu, dass wir den hörenden Kindern ein Bewusstsein für Gehörlosigkeit vermitteln. Die Kinder erleben die Gebärdensprache als gleichwertig zur

Auskunft zur Situation in anderen Bundesländern gibt es in der Sozial- bzw. Bildungsabteilung der jeweiligen Landesregierung.

© Susanne Sonnleitner (2)

Auch beim Mittagessen wird alles Gesagte in Gebärdensprache übersetzt.

Für Eltern von beeinträchtigten Kindern gibt es zwei Möglichkeiten der frühkindlichen Betreuung: Die Unterbringung in einer heilpädagogischen Kindergartengruppe oder in einer Integrationsgruppe. In heilpädagogischen Gruppen werden ausschließlich beeinträchtigte Kinder bis zu einer maximalen Gruppengröße von acht bis zwölf Kindern betreut, je nach Schwere der Beeinträchtigungen. In Integrationsgruppen werden beeinträchtigte und unbeeinträchtigte Kinder gemeinsam betreut. Man unterscheidet zwischen Einzelintegrations- und Mehrfachintegrationsgruppen. Erstere bieten Platz für nur ein beeinträchtigtes Kind bei einer Gruppengröße von maximal 20 Kindern. In Mehrfachintegrationsgruppen kommen zwei bis vier beeinträchtigte Kinder unter, die Gruppengröße beträgt maximal 15 Kinder. Neben einer/einem Pädagogin/-en und einer/einem Helfer/-in gibt es je nach Erfordernis noch zusätzliche Stunden für Stützkräfte in der Integrationsgruppe. Der Bedarf wird von der Fachberatung Integration erhoben. Zum Vergleich: Für Regelkindergärten empfiehlt der europäische Betreuungsschlüssel ein Betreuungsverhältnis von 1:10 bis 1:12, d.h. auf zehn bis zwölf Kinder kommt ein/-e Betreuer/-in. Die Realität sieht aber oft anders aus, da es insbesondere an pädagogischen Fachkräften mangelt.

Lautsprache, da sie Teil des Alltags ist.“ So wird etwa jeden Montag der Morgenkreis nur in Gebärdensprache geführt. Von einer gehörlosen Pädagogin, einer so genannten Native Signerin. Und es gibt Situationen, in denen auch hörende Kinder lieber die Gebärdensprache benutzen, oft bei Streitereien. In diesem Kindergarten in der Kapuzinerstraße ist die Gebärdensprache für alle Kinder eine Möglichkeit, sich zu verständigen. Wer hierher kommt, erlebt, wie bereichernd die Verschiedenheit der Kinder sein kann. Für alle.

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Tipi-Premiere und

präsentieren den Familienhit

BIGFOOT JUNIOR

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Kino

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Dann sendet uns ein E-Mail mit der benötigten Ticketanzahl an kino@tipimagazin.at und erlebt die Premiere des Familienfilms BIGFOOT JUNIOR in 3D. Die Ticketvergabe erfolgt nach Verfügbarkeit. Wer exklusiv dabei ist, bekommt bis spätestens Mittwoch, 09.08.2017 ein Bestätigungs-E-Mail.

Wann: Mittwoch, 16. August 2017 Kartenabholung: 16:30 Uhr Filmbeginn: 17:45 Uhr Wo: Village Cinema Wien Mit te, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien

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Leben und wir

Mit dem McPraktikum zum Abschluss

© McDonald’s Österreich

McDonald’s bietet nicht nur für Quereinsteiger laufend offene Stellen, sondern nimmt auch das Thema Ausbildung sehr ernst – und das bereits bei Jugendlichen. So gibt es nicht nur die Möglichkeit, dort eine Lehre zu absolvieren, sondern auch qualifizierte Praktika für höhere Schüler. von markus höller

Wer mit 15 schon weiß, welche berufliche Laufbahn eingeschlagen werden soll, hat es in vielerlei Hinsicht leicht. Nicht nur, dass man mit einer Lehre wesentlich früher und schneller lernt, sich im Arbeitsumfeld zu behaupten, man verdient auch schon sein eigenes Geld und legt den Grundstein für etwaige vertiefende Fachausbildungen. „Karriere mit Lehre“ heißt es seit einiger Zeit, und die Möglichkeiten sind besser denn je. Denn mittlerweile erlauben schon viele Branchen und Arbeitgeber, berufsbegleitend die Matura abzulegen und so auch ohne höhere

Schule die Hochschulreife zu erlangen. Der umgekehrte Weg über eine höhere Lehranstalt wiederum erfordert meist streng definierte Pflichtpraktika, die das Ziel haben, den hauptsächlich im Lehrsaal unterrichteten Schülern auch entsprechende praktische Skills zukommen zu lassen. Alles aus einer Hand McDonald’s Österreich kann dank der umfassenden Ausbildungsmöglichkeiten hier für alle Jugendlichen das maßgeschneiderte Paket bieten. Zum einen die

Ein Blick hinter die Kulissen. Bei der Lieferantentour können Praktikanten die wichtigsten Partner von McDonald’s kennenlernen: den Logistikpartner Havi, Lamb Weston, den Pommesproduzenten in Hollabrunn sowie die AHB Austrian Hamburger Bakery, den Bun- und Donutlieferanten.

Lehre: Als Lehrling bei McDonald’s lernt man nicht nur selbstverständliche Dinge wie Warenkunde, Zubereitung von Speisen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Gastronomie, sondern erhält auch Einblick in Bereiche wie Personalwesen, Marketing, Warenwirtschaft und

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Leben und wir

Die Praktikanten Max, Moritz und Anna inmitten ihrer vorübergehenden Kollegen. Ihr Fazit: „Unser Praktikum war bestimmt am stressigsten, aber kein anderer wurde so sehr miteinbezogen wie wir.“

Betriebsorganisation – und das direkt in einem der größten Unternehmen seiner Art weltweit! Als besondere Draufgabe wird jeder McDonald’s-Lehrling im Zuge der McCafé-Einschulung zum Barista ausgebildet. Gratis-Verpflegung an der Arbeitsstelle versteht sich da ja von selbst. McDonald’s Österreich ist aber vor allem stolz darauf, die Möglichkeit zur berufsbegleitenden Matura anzubieten – wer nach drei Jahren Ausbildung die Systemgastronomie beherrscht, kann nach erfolgreich abgelegter Matura noch einen zusätzlichen Hochschulabschluss anstreben – einer internationalen TopKarriere steht dann nichts mehr im Weg! Auch für Schüler einer höheren Lehranstalt für Tourismus (von denen das Unternehmen schon viele rekrutiert hat) gibt es ein besonders attraktives Angebot: McDonald’s Österreich stellt jedes Jahr in den Sommermonaten 25 Pflichtpraktikumsplätze zur Verfügung, die von Ausbildungsstätten wie der Bergheidengasse voll anerkannt werden. Die ausgewählten Bewerber absolvieren ihr Praktikum in Wien oder Krems und lernen alle Abläufe an der Kassa, in der Küche, im McCafé und im Gästebereich kennen. Selbstverständlich fair entlohnt, damit sich die Arbeit nicht nur für die Ausbildung, sondern auch für die Börse lohnt! Dazu gibt es eine Projektarbeit sowie eine eintägige Lieferantentour zu Vertriebspartnern, etwa dem Logistikpartner Havi, dem Pommesproduzenten Lamb Weston oder der AHB Austrian Hamburger Bakery, die Buns und Donuts an McDonald’s liefert. Gastauftritte willkommen Selbst wenn man sich nicht für eine berufliche Laufbahn in der Gastronomie entscheidet, sondern einfach nur einen Ferialjob oder zusätzliche Erfahrungen in möglichst vielen Branchen sucht – auch das gibt es. McDonald’s ist laufend auf der Suche nach Ferialmitarbeitern, die sich im Zuge eines befristeten Dienstverhältnisses in der schulfreien Zeit etwas dazuverdienen möchten, so nebenbei auch immer Lust auf frische Burger und Mehlspeisen haben und einen Einblick in internationale Systemgastronomie gewinnen wollen. Nicht wenige langjährige Top-Mitarbeiter – vom Restaurantleiter bis zum Manager – haben so ihre steile Karriere begonnen.

Pflichtpraktikum bei McDonald’s •S  ommermonate • Restaurantausbildung in Wien oder Krems • eintägige Lieferantentour zu Vertriebspartnern • Projektarbeit • € 1.060,– brutto/Monat

Lehre bei McDonald’s

Moritz, Anna und Max aus der Höheren Lehranstalt für Tourismus Bergheidengasse haben bei McDonald’s ihr Pflichtpraktikum absolviert. Moritz: Positiv nehme ich mit, dass man als Praktikant wie ein normaler Mitarbeiter behandelt wird und immer Hilfe bekommt, wenn man danach fragt, egal wie oft. Anna: An der Kassa hat man die Möglichkeit, Kunden richtig zu beraten. Mir bleibt da etwa eine ältere Dame in Erinnerung, die nicht wusste, was sie nehmen soll und sehr dankbar über meine Beratung war. Max: Wer hier arbeitet, muss freundlich und stressresistent sein und gut im Team zusammenarbeiten.

• Umfangreiche Einschulung im jeweiligen Arbeitsbereich sowie eine zusätzliche McCafé Barista-Ausbildung • Unternehmenseigene Uniform sowie Verpflegung während der Pause • Arbeiten in einem tollen Team und internationalen Umfeld • Lehrlingsentschädigung von € 740,– brutto im 1. Lehrjahr, € 840,– im 2. Lehrjahr und € 1.060,– im 3. Lehrjahr • Möglichkeit, die Matura berufsbegleitend abzulegen

Ferialmitarbeit bei McDonald’s • Umfangreiche Einschulung • Flexible Arbeitszeiten • Unternehmenseigene Uniform sowie Verpflegung während der Pause • Arbeiten in einem tollen, internationalen Team • Kollektivvertragliches Bruttomonatsgehalt von € 1.460,– bei Vollzeit Alle Infos und Bewerbung online auf mcdonalds.at/karriere som m er 2017 |

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Mode und so Lillifee lässt grüßen • Go, go, Flamingo!

Ganz die Mama

Auf ewig verbunden

Wer sich im Partnerlook kleiden möchte, beschreitet einen schmalen Grat. Zwischen „Oh, wie süß!“ und „Oh, wie peinlich!“ liegen oft nur Nuancen. Die Outfits von Numero 74 fallen jedoch definitiv in Kategorie 1: Babyoverall um E 36,–, Damenrock um E 55,–, Mädchentop ab E 20,–, -rock ab E 25,–. Erhältlich bei www.smallable.com

Kaum ist der Schnuller sauber, fliegt er auch schon wieder schnurstracks Richtung Boden. Eine Schnullerkette muss her, ganz klar. Und möglichst hübsch sollte sie sein, auch klar. Hier kommt die limitierte Kollektion von Little Paper Plane-Bloggerin Evelyn in Zusammenarbeit mit Apreciouz ins Spiel: Samt, Kordeln, Quasten und strahlende Farben machen die Schnullerbänder zum stylischen Accessoire. Ab € 15,–. apreciouz.com

Läuft bestens

© Hersteller (14), mikicon/The

Noun Project

Die Birkenstock-Sandalen Rio sind bereits seit den 70ern ein Klassiker an Kinderfüßen. Wellenfangen, Strandwettrennen, Stadtbummel – sie machen auch heute noch alles mit und sind dank dem neuen Kunststoffmaterial EVA besonders leicht und flexibel. Um € 20,–. www.birkenstock.com

Gewusst?

Frauen in Paris dürfen erst seit dem Jahr 2013 Hosen tragen. Zumindest, wenn es nach den Gesetzen geht. Denn bis dahin galt 214 Jahre lang eine Verordnung aus Revolutionszeiten, nach der es Frauen verboten war, Hosen zu tragen – außer sie hatten ein Pferd oder

Fahrrad dabei.

Hungrige Hosen Auf den ersten Blick wirken die Hosen vom polnischen Label Zombie Dash ganz normal. Doch wenn man den Zippverschluss aufmacht, fletscht dahinter ein hungriges Monster seine Zähne. Shirts ab ca. € 15,–, Hosen ab ca. € 23,–. zombiedash.pl, zombiedash.dawanda.com

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gewi& n mach mit

Mode und so

n!

Alles im Griff So macht die gemeinsame Shoppingtour richtig Spaß! Die geräumige familybag von reisenthel sorgt für eine besondere Verbindung zwischen Eltern und Kind: Mit dem Zusatzgriff an der Außenseite können die Kleinen aktiv am Einkauf teilnehmen und dabei stets an Mamas und Papas Seite bleiben. Um € 24,95. www.reisenthel.com Wir verlosen gleich 5 der tollen Bags: Mail (Betreff: Reisenthel) bis 30. Juli 2017 an gewinn@tipimagazin.at

Endlich Eiszeit! Behutet Wendehut mit UVSchutz 50+ von Lässig um € 13,90,–, bei www.tausendkind.at

Stanitzel-Liebe Schleckspaß

Babyleggings von BellaOski (0–7 Monate) um € 26,–, bellaoski.dawanda.com

T-Shirt von Name It (Gr. 80–104) um € 10,99, www.nameit.com

Eisige Füße Eis mit Stil Kette von Meri Meri um € 10,–, bei www.haselundgretel.at

Espadrilles von Toms (Gr. 17,5–28,5) um € 32,95, www.shoptoms.at

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Mode und so

Lillifee lässt grüßen Jeden Morgen dasselbe: Die ewige Diskussion, was das Kind denn nun anziehen soll. Doch es geht auch anders. Was passiert, wenn man über seinen „Ich kontrolliere und entscheide alles“-Schatten springt und das Kind selbst entscheiden lässt – ein Experiment. von claudia contu

Tag 2 Mal wurde es auch etwas bunter!

Tag 1 Der Jumpsuit, den sie unter meinem „Regime“ niemals tragen wollte ...

„Ich zieh das sicher nicht an!“, „Ich will das nicht anziehen, das ist ja peinlich!“, „Ich will aber das Kleid, auch wenn es regnet!“ Wer kennt sie nicht: die nicht enden wollenden Diskussionen am Morgen, wenn es um die Auswahl der Kleidung geht. Mühsam! Doch muss das wirklich sein? Ich wollte es wissen und erlaubte meiner sechsjährigen Tochter, sich eine Woche lang ihre Kleidung selbst auszusuchen. Als ich mich auf dieses Experiment einließ, schwante mir Übles. Doch meine Tochter fiel mir in die Arme und meinte dazu: „Danke, danke, danke, Mami“, als wäre Ostern, Weihnachten und Geburtstag zugleich. Ich gebe zu, ich war leicht gerührt, wie wenig ihr zu solch einer Freude verhalf. Andererseits fürchtete ich mich schon vor Karomuster kombiniert mit gestreiftem Marinelook, und pinke und lila Prinzessinnenkleider verfolgten mich nachts in meinen schlimmsten Albträumen. Wollstrümpfe an sonnigen Tagen sowie strumpflose Beine bei Regenwetter entstanden bereits als Hirngespinste in meinem Kopf. Aber allein zu sehen, wie erwachsen sich meine Tochter nun fühlte, wie

ernst genommen und respektiert, ließ mich ganz fest an dieses Experiment glauben. Sie nahm diese Woche, diese „Aufgabe“, wie sie sie nannte, sehr ernst und überlegte jeden Abend vor dem Zubettgehen, was sie sich für den nächsten Tag zum Anziehen vorbereiten sollte. Überaus vernünftig fragte sie mich am ersten Abend des Experiments, welches Wetter es denn am nächsten Tag wohl geben werde. Ich solle doch bitte auf meiner App nachsehen, damit sie ihre Entscheidung dem Wetter entsprechend treffen könne. Ich staunte nicht schlecht und erkannte, dass sie meinem sechsjährigen Ich um einiges überlegen war. Also folgte ich ihrer Anweisung und teilte ihr die Wetterprognose mit. Ein kleiner Rat, aber nicht mehr! Ab und zu fragte sie mich im Laufe der Woche nach Ratschlägen, was die Farbkombinationen anging, und ich muss zugeben: Es fiel mir schwer, vollkommen neutral und ohne jegliche Manipulationstechnik zu definieren, welche Farbe eventuell zu welcher am besten passen könne, ganz ohne ihr insgeheim vorzugeben, was sie denn nun anziehen könne. Trotzdem suchte sie natürlich einiges an Kleidung aus, die sie, wenn es nach mir gegangen wäre, nicht hätte tragen können, da zu unpassend oder zu unbequem für den Kindergarten oder zu klein oder zu groß

Tag 3 Bei Regenwetter strumpflos mit Rock und kurzen Ärmel – da musste Mama einschreiten !

oder zu kalt oder zu warm. Lustigerweise war unter den auserwählten Stücken auch ein Jumpsuit, den ich ihr seit einem Jahr vergeblich einzureden versuchte. Ich kaufte ihn damals, nachdem ich mich beim ersten Anblick sofort in ihn verliebte und ziemlich traurig über den Umstand war, ihn nicht auch in meiner Größe vorzufinden. Doch nach einem Mal Tragen wollte sie ihn dann nie wieder sehen. Sie schämte sich vor den anderen Kindern, verstand nicht, warum man nicht gleich ein Kleid daraus machte, sondern er „untenrum wie eine Hose“ aussah. Und plötzlich fällt ihr dieser Jumpsuit in die Arme, und sie meint: „Mami, ich denke, ich werde ihn mal wieder probieren, vielleicht mag ich ihn ja jetzt. Geschmack kann sich ja verändern!“ Ich nickte nur, mein Inneres hingegen schlug Purzelbäume. Und, ach, sie sah einfach entzückend darin aus. Die Abende verliefen in dieser Woche harmonischer denn je. Keine Diskussionen darüber, was sie anziehen SOLLE, keine Tränen, weil sie dies und jenes nicht anziehen MÖCHTE. Sie freute sich sogar auf das Zubettgehen, da sie sich wie eine Große alles für den nächsten Morgen vorbereiten

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© Claudia Contu

Mode und so

Tag 5

Tag 4

Das „Meershirt“ zu den einzigen Jeans, die sie eines Blickes würdigt – ein Regenoutfit.

Mittlerweile zu kurzes Vintagekleid – dafür aber mit Leggings.

konnte. Sie räumte vorher sogar ihr Zimmer auf, damit sie einen „besseren Überblick über ihre Garderobe“ habe. Was Mama gelernt hat Am Ende dieser Woche erfuhr ich im Gespräch mit meiner Tochter, wie tiefgründig dieses Experiment für sie war. Sie gab an, sich selbstständiger zu fühlen und von mir ernst genommen. Ich beobachtete auch, dass sie ihre Kleidung mit viel mehr Bewusstsein trug, weil SIE sich dafür entschieden hatte. Schlussendlich bemerkte ich, dass ich meiner kleinen Großen so viel mehr zutrauen kann, ihr so viel mehr vertrauen kann und sie viel selbstständiger ist, als ich es erwartet hätte. Auch ihre Fantasie soll sie ausleben dürfen, denn – seien wir mal ehrlich – wenn nicht jetzt, wann dann? Warum

Tag 7 Karo mit Gold. Leggings dazu hat sie glücklicherweise nicht finden können!

tierfreudigen Wesen diktieren, wie sie sich anziehen sollen? Es sind ja schließlich nicht wir diejenigen, die in der Kleidung stecken. Also lasst uns Eltern den Kindern mehr Freiheit in ihrer Wahl der Kleidung geben – vorausgesetzt, die Gesundheit leidet nicht darunter. Schließlich wollen wir kein erfrorenes Kind vom Kindergarten abholen, weil es im Dezember zum Ihr absolutes Schneemannbauen in ein ärmelloses Lieblingsstück: Sommerkleid geschlüpft ist. der ballonartige Ich jedenfalls werde definitiv öfBallerinarock. Ein ters solche Tage einführen und gerne bisschen Neid auch mal in Kauf nehmen, dass mich kommt auch bei nachts Prinzessin Lillifee mit ihrem Mama auf! Einhorn heimsucht. Und wenn ich mal ganz lebensmüde bin, werde ich sollten wir spießigen und mittlerweile viel vielleicht sogar meiner Tochter beim zu vernünftigen Erwachsenen diesen tollen, Shoppen das Ruder in die Hand geben. Was fantasievollen, spontanen und experimenwürde da wohl in ihrem Schrank landen?

Tag 6

Promotion

Magische Abenteuer

Die 12-jährige Mia lebt in einem Internat. Von ihren Eltern, die nach einem Unfall als vermisst gelten, hat sie lediglich ein altes Buch über Einhörner sowie einen magischen Armreif geerbt. Dieser erlaubt es ihr, die reale Welt zu verlassen und in die magische Welt von Centopia einzu-

tauchen, wo sie die Gestalt einer Elfe annimmt und mit Einhörnern kommunizieren kann. Zusammen mit ihren Elfenfreunden Yuko und Mo hat Mia alle Hände voll zu tun, die Einhörner zu beschützen und den Bösewichten mit Charme, Witz und viel Herz eins auszuwischen.

„Mia and Me Staffel 3 – Vol. 1 – Ein Schwesterchen für Onchao“ – ab 29. Juni erhältlichsom auf m erDVD! 2017 | 45 044_MODESTORY 2017SO_k.indd 45

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Mode und so

Go, go, Flamingo!

Style

Oh, wie praktisch: Wir müssen nicht mehr in den Zoo, um Flamingos zu sehen. Es reicht ein Blick auf die Sommermode – da ziert der rosa gefiederte, langbeinige Vogel T-Shirts, Kleider, Schuhe und mehr. von kim sztrakati Cooler Vogel T-Shirt von Name It (Gr. 80–104) um € 14,99, www.nameit.com

Klipp & klar Damit das Handtuch nicht vom Liegestuhl rutscht: Boca Clips um € 12,–, bei www.felilu.at

Schwimmgefährte Luftmatratze von Tally Weijl um € 35,99, www.tally-weijl.com

Steht Kopf Badeanzug von Color Kids (Gr. 92–152) um € 24,90, bei www.tausendkind.at

Herzig Shirt mit Pailletten von s.Oliver (Gr. 92–134) um € 17,99, www.soliver.at

© Hersteller

Eingeteilt Romper von Bobo Choses (2–9 J.) um € 49,–, bei www.derkleinesalon.at

Verspielt Strampler von Ernsting’s family (Gr. 50–68) um € 8,99, www.ernstings-family.at

Bunte Fiaß Socken von Falke um € 8,–, www.falke.com

Tropisch Broschen von Meri Meri um € 10,–, bei www.dotkind.at

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Zierleiste Vogelkleid von Molo (Gr. 92–116) um € 79,95, bei www.goldkind.wien

Rücken entzücken Rucksack von Mi-Pac um € 44,99, www.mi-pac.de

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Mode und so

Klammerfunktion Haarspangerl von Look by Bipa um € 4,95, www.bipa.at

Sack & Pack Aufbewahrungstasche von Play & Go um € 37,–, www.mina-lola.com Gut geschultert Turnbeutel von Lazy Day um € 14,90, lazy-day.dawanda.com Mama-Tochter-Gespann Partnerlook von Calzedonia: Bandeau um € 40,–, Höschen um € 20,–, Mädchen-Badeanzug um € 19,50, www.calzedonia.com

Aller guten Dinge Shirt von Boboli (2–16 J.) ab € 22,90, www.boboli.es

The F-Word Sneakers mit Fahrrädern und Flamingos von Vans um € 45,–, www.vans.at

Einbeinig! Shirt mit Applikation von Mini Boden (3–12 J.) ab € 28,–, www.bodendirect.at

Funkelvogel Paillettenkleid von Bangbang CPH (1–8 J.) um € 70,–, bei www.fourmonkeys.com

Alles in 1 Overall von Zara (Gr. 80–104) um € 9,95, www.zara.com

Schwebefigur Flamingo-Mobile von Vertbaudet um € 14,99, www.vertbaudet.de

Glitzer Flitzer Kleid von Esprit (Gr. 92–134) um € 25,99, www.esprit.at

Doppelt gemoppelt Badeshorts von Next: Für Papa um € 18,–, füs Kind (3 Mon.–15 J.) ab € 10,–, www.next.at

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Essen und Gesundheit © Umschau Verlag (2), Hersteller (6), Yu Luck/The Noun Project (1)

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Lautes Spielzeug nervt nicht nur uns Erwachsen e, es kann sogar das Gehör von Kindern auf Dauer schädigen. Bei einem Test der AK waren von 14 getesteten Spielzeugen fünf übe r 80 Dezibel laut. Zum Vergleich: Ein Presslufthammer bringt es bei ein em Meter Entfernung auf 100 De zibel. Generell gilt: Was den Eltern zu laut ist, sollte auch fürs Kind nicht gek auft werden.

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Essen und Gesundheit

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Rechtzeitig vor dem Kinostart von „Ich, einfach unverbesserlich 3“ sind auch die beliebten LEIBNIZ Minions zurück. Und dieses Mal haben sie auch die anderen Hauptdarsteller mit im Gepäck, d.h. in der Kekspackung: Gru, seine Frau Lucy sowie die drei Kinder Agnes, Edith und Margo. Gemeinsam sorgen die neun Figuren für jede Menge lustiges Durcheinander und knackigen Knabberspaß. „LEIBNIZ Gru Minions & Family“ um ca. € 1,99. www.leibniz.at

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Essen und Gesundheit

Ob im eigenen Garten, im schattigen Park oder am See – mit diesen (vegetarischen) Rezepten und Accessoires macht das Picknick überall Spaß.

Glück im

Grünen Zucchini-Frittata

Aus „Ein Fest im Grünen für Gäste“ * * * * * *

 Zucchini 4 12 Eier 2 EL frischer Thymian 6 gehackte Frühlingszwiebel 1 TL Knoblauchpulver ½ TL Salz

Zucchini über einem Sieb raspeln und gut ausdrücken. Die Zucchiniraspel in einer großen Schüssel mit den übrigen Zutaten mischen. Die Mischung in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform (23 x 13 cm) füllen und eine Stunde bei 190 °C backen, bis die Eier gestockt sind. Die Frittata mithilfe des Backpapiers aus der Form heben, in Scheiben schneiden und mit Salz und Pfeffer servieren.

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Essen und Gesundheit

Melanzaniröllchen Aus „Picknickglück“

Für 8 Portionen * 2 mittelgroße Melanzani * 4 EL Olivenöl * Meersalz * 1 gelbe Paprikaschote * 2 große Karotten * 10 getrocknete Paradeiser * 200 g Kräuterfrischkäse * 1 Prise Currypulver * 125 g Rucola * ½ Bund Schnittlauch

© Michelle Ruder/Hölker Verlag (2), Erin Gleeson/Knesebeck Verlag (1)

Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Melanzani putzen und der Länge nach in 5 Millimeter dicke Scheiben schneiden. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und Melanzanischeiben mit etwas Abstand zueinander darauf verteilen. Die Scheiben mit Olivenöl bepinseln und mit Meersalz bestreuen. Für 30–40 Minuten im Backofen anrösten. Herausnehmen und abkühlen lassen. Bis zur weiteren Verarbeitung in Scheiben übereinanderstapeln. Paprika putzen und von Samen und Scheidewänden befreien. Karotten putzen, schälen und halbieren. Zusammen mit Paprika und getrockneten Paradeisern in sehr dünne Längsstreifen schneiden. Kräuterfrischkäse cremig rühren und mit etwas Curry abschmecken. Die Melanzanischeiben mit etwas Frischkäse bestreichen, dann Paprika-, Karotten- und Paradeiserstreifen darauflegen. Ein paar Blätter Rucola an ein Ende geben und die Melanzani aufrollen. Schnittlauch um das Röllchen legen und verknoten.

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Essen und Gesundheit

Kokos-Zitronen-Bananen-Riegel

Aus „Draußen schmeckt’s natürlich besser“ Für 10 Portionen * 2 EL Kokosöl * 160 g zarte Haferflocken * 5 EL Kokosraspel * 2 EL Chiasamen * 1 Banane * Saft von 2 Zitronen * 4 EL Apfelmark (oder ungesüßtes Apfelmus) * 60 ml Ahornsirup

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Andrea Martens & Jo Kirchherr: Draußen schmeckt’s natürlich besser; AT Verlag, € 21,– Clean Eating für Picknick, Camping & Outdoor – mit naturbelassenen Zutaten für vollen Geschmack.

Susanne Klug: Abenteurerküche; ZS Verlag, € 15,40 Rezepte für Camping, Picknick und Lagerfeuer: z.B. Tortilla Cups, AntipastiSpieße, MelonenSalat-Sticks, Wraps und gefüllte Brote.

Wassermelone-Feta-Salat Aus „Abenteurerküche“

Für 4 Personen * 1 kleine Wassermelone (ca. 2 kg) * 1 Salatgurke * 2 rote Zwiebeln * 200 g Feta * 1 Bund Minze * Saft von ½ Zitrone * 4 EL Olivenöl * Salz & Pfeffer aus der Mühle Zubehör: Sternausstecher Die Melone halbieren. Eine Hälfte am Rand entlang mit dem Messer einschneiden und das Fruchtfleisch mit einem großen Löffel möglichst im Ganzen herausnehmen, ohne die Schale zu verletzen – die wird später die Salatschüssel. Das Fruchtfleisch in 1½ cm dicke Scheiben schneiden. Mit einem Sternausstecher so viele Sterne wie möglich ausstechen und in die ausgehöhlte Melone füllen. Die Gurke waschen und in feine Scheiben schneiden oder hobeln. Gurkenscheiben mit den Melonensternen mischen. Die Zwiebeln schälen und vierteln. Die Viertel in einzelne Segmente trennen. Zwiebeln ebenfalls zum Salat geben. Feta in kleinen Stücken über den Salat bröckeln. Die Minze waschen, trocken schütteln, Blätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. Aus Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer ein Dressing rühren. Das Dressing über dem Salat verteilen und zum Schluss die Minze darüberstreuen. Die andere Melonenhälfte in drei Schiffchen teilen. Die Schiffchen in 2 cm dicke Scheiben schneiden. Die Melonendreiecke auf Eisstiele stecken und zum Nachtisch als Eis am Stiel gekühlt anbieten.

© Verlage (4), Jo Kirchherr/ AT Verlag (1), Barbara Bonisolli/ZS Verlag (1)

Das Kokosöl in einen kleinen Topf geben und schmelzen lassen. Je nach Außentemperatur ist es aber vielleicht auch schon im Glas flüssig. In einer Schüssel die trockenen Zutaten (Haferflocken, Kokosraspel und Chiasamen) vermischen. Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Eine kleine Auflaufform (ca. 20 x 20 cm) mit Backpapier auslegen. Die Banane zerdrücken und den Zitronensaft zugeben. Das Apfelmark, den Ahornsirup und das erhitzte Kokosöl ebenfalls dazugeben und alles gründlich mit der Flockenmischung vermischen. Die Masse in die Auflaufform geben, schön verteilen und festdrücken. Im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten goldbraun backen. Aus dem Ofen nehmen, ein paar Minuten abkühlen lassen und noch lauwarm vorsichtig in Riegel schneiden und auf einen Teller legen. Ganz auskühlen lassen.

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Jeden Monat fremdes Blut Luis und Josefine aus Wien sind zwei von nur 800 Menschen weltweit, die mit der „Diamond-Blackfan-Anämie“ diagnostiziert sind. Ihre Körper produzieren zu wenig rote Blutkörperchen, wodurch regelmäßige Bluttransfusionen notwendig sind. Ein Forschungsprojekt soll der seltenen Krankheit nun auf den Grund gehen. von alexander kords

Die meisten Kinder müssen höchstens mal ins Krankenhaus, wenn sie sich beim allzu heftigen Spielen etwas gebrochen oder sich einen hartnäckigen Virus eingefangen haben. Luis, sechs, und Josefine, fünf Jahre alt, haben dagegen alle drei Wochen einen Termin im St. Anna Kinderspital in Wien. Die Geschwister leiden nämlich an einer sehr seltenen Krankheit: der Diamond-BlackfanAnämie. Die sorgt dafür, dass die Betroffenen nicht genug rote Blutkörperchen bilden. Wegen der niedrigen Menge an Hämoglobin fehlt es ihnen an Sauerstoff im Blut.

Eine äußerst seltene Krankheit Entdeckt wurde die Krankheit bei Luis, als dieser ein Monat alt war. „Der Kinderarzt hat bei ihm Geräusche am Herzen wahrgenommen und uns daraufhin zu einem Ultraschall geschickt“, erzählt Boris Marte, Vater von Luis und Josefine. „Das Ergebnis der Herzuntersuchung war normal, allerdings wollte der Arzt zur Sicherheit noch ein Blutbild machen. Kurze Zeit später kam dann der Anruf aus dem Spital, dass wir so schnell wie möglich hinkommen sollten.“ Es stellte sich heraus, dass Luis einen Hämoglobin-Wert von 3,9 hatte – „das absolut unterste Minimum“, wie Vater Marte weiß. Und damit begann die nervenaufreibende Suche nach der Ursache für den lebensbedrohenden Blutwert des Buben.

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Essen und Gesundheit „Es wurde überprüft, ob vielleicht ein Virus dahintersteckt, ein Nierenversagen oder etwas anderes, aber alles konnte ausgeschlossen werden“, beschreibt Boris Marte die Zeit der Unsicherheit. Nach einigen Wochen und mit der Hilfe des Universitätsklinikums Freiburg hatten er und seine Frau Marianne schließlich die Diagnose: eine angeborene Diamond-Blackfan-Anämie (DBA). Über diese Krankheit mussten sich die Eltern zunächst informieren und fanden unter anderem heraus, dass von einer Million Menschen nur sieben bis zehn davon betroffen sind. Außerdem hatten sie die Gewissheit, dass ihr Sohn von da an von Blutkonserven abhängig sein würde. Zur gleichen Zeit wurde Marianne Marte erneut schwanger – und die Angst machte sich breit, dass auch das neugeborene Kind die Krankheit haben könnte. „Als Josefine auf die Welt kam, hatte sie eine andere Statur als Luis, sah frisch aus und hatte Farbe im Gesicht, und so dachten wir, dass sie es nicht hat“, blickt Boris Marte zurück. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass auch die Tochter der Martes die DBA hat. Also begann auch für sie die Tortur der regelmäßigen Fremdblutgabe. Transfusion und Tabletten Alle drei bis vier Wochen haben Josefine und Luis einen Termin im St. Anna Kinderspital, bei dem beiden Kreuzblut abgenommen wird und weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Außerdem wird ein Venenzugang gelegt, damit am nächsten Tag die Transfusion stattfinden kann. Dank des frischen Bluts, das die Kinder dabei erhalten, steigt ihr Hämoglobinwert auf einen normalen Wert zwischen 11 und 18, fängt aber schon in den nächsten Tagen an zu sinken. Ist er dann bei acht oder neun angekommen, muss wieder eine Transfusion stattfinden. Je näher der nächste Termin im Spital rückt, desto mehr macht sich die Krankheit auch im Alltag bei den Kindern bemerkbar. Dann sind sie etwas blass und werden schneller müde – beides kurzfristige Symptome der DiamondBlackfan-Anämie. Auf lange Sicht kann der Mangel an roten Blutkörperchen schneller zu Infekten im Körper führen, außerdem wird

Das DBA-Forschungsprojekt

© Marianne Hofbauer (1), Hannes Tkadletz (1), Privat (1)

Hoffen auf Unterstützung des DBA-Forschungsprojekts: (v.l.n.r.) Stefan Weitzer, Boris und Marianne Marte, Javier Martinez

Die Forschungsgruppen von Dr. Josef Penninger (IMBA) und Dr. Javier Martinez (Medizinische Universität Wien) versuchen, die molekularen Mechanismen von DBA aufzuklären. Die notwendigen Forschungsgelder sollen mittels Spenden aufgetrieben werden: 630.000 Euro sind für drei Jahre Forschung nötig. Wer spendet, hilft nicht nur der Medizin und den Marte-Kindern, sondern erhält auch ein signiertes Kunstwerk von Peter Kogler. Mehr Infos über DBA, Familie Marte und das Fundraising gibt es auf dbaexperiment.org.

Die Ärzte im St. Anna Kinderspital sind inzwischen alte Bekannte für Luis.

das Wachstum dadurch gestört. Durch die ständige Gabe fremden Blutes kommt eine Belastung des kindlichen Körpers mit fremdem Eisen hinzu. Dieses kann der Körper selbst nicht ausscheiden, weshalb Luis und Josefine jeden Tag starke Medikamente zu sich nehmen müssen. Glücklicherweise verträgt das Mädchen die Medikamente gut, beim Buben kommt es jedoch zuweilen zu Magen-Darm-Verstimmungen. Was die regelmäßige Transfusion für die Seele der sechs- bzw. fünfjährigen Kinder bedeutet, kann man sich nur schwer vorstellen. „Es ist jedes Mal eine emotionale Ausnahmesituation“, beschreibt Boris Marte die Momente, in denen seinem Nachwuchs Nadeln in die Armbeugen gestochen werden. „Wir müssen manchmal zu sechst festhalten, damit das auch klappt.“ Die Transfusion selbst, inklusive Vor- und Nachlauf, nimmt insgesamt sechs Stunden in Anspruch – auch das ist eine echte Herausforderung für die Kinder. Als ein wahrer Segen hat sich dabei die Schwester von Mutter Marianne herausgestellt. „Tante Ida hilft uns sehr, diese Zeit zu überbrücken“, erzählt Boris Marte. „Sie bringt immer Überraschungen mit, spielt mit Josefine und Luis, liest ihnen vor, spricht mit ihnen. Wir sind sehr von ihr abhängig.“ Wie es sein wird, wenn die beiden Kinder demnächst in die Schule gehen und dann zwangsläufig viele Ausfallzeiten ansammeln werden – som m er 2017 |

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Stundenlanges Stillsitzen macht einem fünfjährigen Mädchen wie Josefine überhaupt keinen Spaß.

daran will das Ehepaar Marte noch keinen Gedanken verschwenden. Erst recht nicht daran, dass ihre Kinder wegen der DBA ein deutlich erhöhtes Risiko haben, Krebs zu bekommen. Hoffnungsvolle Forschung Kurz nachdem auch Josefine mit DiamondBlackfan-Anämie diagnostiziert wurde, ließ die gesamte Familie Marte ihr Blut unter-

Interview

Prof. Dr. Josef Penninger ist Genetiker und seit 2013 wissenschaftlicher Direktor am Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA). Er leitet das Forschungsprojekt DBA. http://de.imba.oeaw.ac.at

Wie ist der Stand der Forschung in Sachen Diamond-Blackfan-Anämie? Josef Penninger: Wir wissen inzwischen, dass DBA wahrscheinlich auf einen Fehler in den Ribosomen – das sind die winzigen Proteinfabriken in den Zellen – zurückzuführen ist. Die Zellen im Knochenmark funktionieren deswegen nicht richtig, die Reifungsschritte im Laufe der Bildung von roten Blutkörperchen sind gestört, und die fertigen Blutkörperchen funktionieren nicht so, wie sie sollten.

Welche Erkenntnisse erhoffen Sie sich vom DBA-Forschungsprojekt Ihres Instituts? Dank moderner Stammzellforschung, wie sie hier am IMBA passiert, können wir diese neuen Technologien erstmals für eine „personalisierte“ Forschungsmission einsetzen. Dazu entnehmen wir Blutproben von den Eltern und den betroffenen Kindern. Die Blutzellen programmieren wir zu sogenannten iPS-Stammzellen zurück. Diese Zellen verhalten sich dann wie

© IMBA-Michael Sazel (1), Privat (1)

Spenden unter

suchen. Dabei stellte sich heraus, dass Vater Boris Philanthropie Österreich das gleiche defekte Gen Capital Bank – GRAWE Gruppe AG in sich trägt wie seine IBAN: AT45 1960 0000 1505 9413 Kinder. Allerdings ist bei BIC: RSBUAT2K ihm die Krankheit nicht Verwendungszweck: Diamond-Blackfan-Anämie ausgebrochen. Dieser Umstand macht die Familie zu einem Fall für die Wissenschaft – und damit für Professor Josef Penninger, wissenschaftlicher Direktor am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Boris Marte kontaktierte ihn im Jahr 2016 mit dem dringenden Bedürfnis, die bestehenden Rätsel um die Diamond-Blackfan-Anämie lösen zu lassen; ein Fundraising soll die Finanzierung eines Forschungsprojekts auf die Beine stellen. Neben der Entschlüsselung der DBA erhofft sich Professor Penninger auch einen Durchbruch bei einer anderen heimtückischen Erkrankung. „Ich bin davon überzeugt, dass die Erkenntnisse, die wir durch die Erforschung der DBA gewinnen, auch wertvoll für andere Bereiche sein werden, wie etwa die Entstehung von Krebs, deren Wahrscheinlichkeit bei der DBA ja deutlich erhöht ist“, so Penninger. „Damit könnte eine sehr seltene Krankheit plötzlich zu einem Schlüssel für ein großes gesellschaftliches Problem werden.“ Penninger ist überzeugt davon, dass die neuen Technologien, auf die die Biowissenschaften heutzutage zugreifen können, zu einer baldigen Entschlüsselung der derzeit bekannten seltenen Krankheiten führen werden. Allerdings: „Bis zur Heilung vieler dieser Erkrankungen, auch der DBA, wird es noch etwas dauern. Da gibt es noch viel zu tun und viele Nobelpreise für die nächste Forschergeneration zu gewinnen.“ Dass es eher früher als später zu einem Durchbruch kommen wird, hofft natürlich Boris Marte. Wobei: „Wenn es so bleibt, wie es jetzt ist, dann kann man damit auch leben“, meint der Familienvater mit Blick auf die Gefahren, die die DBA auf Dauer für seine Kinder bergen kann. Josefine und Luis wäre es allerdings zu wünschen, dass sie irgendwann nicht mehr fremdes Blut bekommen müssen und dann auch ein ganz normales Leben führen können.

Stammzellen, die die Fähigkeit haben, zu allen möglichen Körperzellen auszuwachsen. Da wir erforschen wollen, was genau beim Schritt der Blutbildung schiefläuft, lassen wir die iPS-Zellen im Labor wieder zu roten Blutkörperchen heranreifen. Jeden einzelnen Reifeschritt sehen wir uns genau an und versuchen herauszufinden, welcher dieser Schritte fehlerhaft ist. Außerdem wollen wir die biochemischen Prozesse in den Ribosomen genauer untersuchen. Mit Professor Javier Martinez von der Medizinischen Universität Wien haben wir einen der weltbesten Biochemiker mit im Team. Er wird sich mit den molekularen Prozessen in den Ribosomen der Blutzellen auseinandersetzen und Mechanismen identifizieren, die uns helfen können, die Krankheit besser zu verstehen.

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Wenn das Kleinkind morgens um halb sechs die Welt erobern will, die Teenager im Haus dafür umso schwerer aus dem Bett zu kriegen sind und überhaupt alles drunter und drüber geht – dann wird es Zeit für „Easy Morning“, das Frühstücksangebot bei McDonald’s. Doch woher kommen eigentlich die Frischeier für das beliebte Frühstück?

Eier zum Frühstück, die können was. Sie sättigen mit der höchsten Proteinqualität, die ein Lebensmittel überhaupt bieten kann und versorgen den Körper mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen – zum Beispiel B-Vitaminen für gute Laune. Umso wichtiger sind da Herkunft und Qualität: „Seit der Einführung des Frühstücksangebots 2010 werden in den österreichischen McDonald’s Restaurants ausschließlich Frischeier aus österreichischer Freilandhaltung mit AMAGütesiegel zu McMuffin oder Ham & Eggs verarbeitet“, erklärt Andreas Schmidlechner, Managing Director McDonald’s Österreich, „und man schmeckt den Unterschied.“ Vom Bauernhof ins Restaurant Produziert werden die jährlich fast sechs Millionen Freilandeier für McDonald’s Österreich von der EZG Frischei. Hinter dieser Erzeugergemeinschaft stehen rund 160 landwirtschaftliche Betriebe in ganz Österreich, so auch der Bauernhof von Robert Zitterbayer im niederösterreichischen Hollenthon. Der 42-Jährige hat die Landwirtschaft von seinen Schwiegereltern übernommen und gemeinsam mit seiner Familie in einen modernen Betrieb und

die artgerechte Haltung von Hühnern investiert: Ca. acht Quadratmeter stehen jeder Henne auf gesamt fast fünf Hektar Stall- und Freilandflächen zum Scharren und Laufen zur Verfügung. Dabei werden nicht nur die strengen AMA-Gütesiegel-Kriterien eingehalten, die Betriebe der EZG Frischei verpflichten sich auch zur gentechnikfreien Fütterung, um als Partner von McDonald’s Österreich ausgewählt zu werden.

Nur die Besten kommen aufs Tablett Das ist aber noch nicht alles am Weg zum McMuffin: Ist das Ei einmal gelegt, wird es genau gekennzeichnet und in eine Packstelle gebracht, wo ein technisch anspruchsvoller Prozess mit genauen Checks sicherstellt, dass nur einwandfreie Eier ihren Weg in die McDonald’s Restaurants finden. Dort werden sie frisch aufgeschlagen, um als eine der McMuffin-Varianten – Bacon & Egg, Ham & Egg, Country mit Schweinefleisch oder Fresh Chicken mit Huhn – oder gerührt als Ham & Eggs ihren Geschmack zu entfalten. Dazu ein aromatischer Cappuccino, Sweet McGriddles oder ein cremig-frisches McMüsli – so geht Familienfrühstück! Weitere Infos zu Qualität und Herkunft der Produkte bei McDonald’s Österreich gibt es auf www.mcdonalds.at sowie auf nachhaltigkeit.mcdonalds.at.

HAP PY M E AL , HAP PY F RÜ HST Ü C K Schon gewusst? Das Happy Meal gibt es auch in einer Frühstücksvariante! 1. Hauptspeise

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Alle Produkte sind Teil des Frühstücksangebots bei McDonald’s Österreich – erhältlich in allen McDonald’s Restaurants mit „Easy Morning“: Montag bis Samstag bis 10.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen sogar bis 11 Uhr.

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Mandelparfait mit Beerensauce Zubereitung 1 In einer Pfanne 40 g Zucker karamellisieren lassen. 2 Die Mandeln dazugeben und unterrühren. Das Mandelkaramell schnell auf ein großes Stück Backpapier geben, mit dem Löffelrücken glattstreichen und abkühlen lassen. 3 Die 3 Eigelb, 30 g Zucker und 1 TL Zitronensaft in einem Schlagkessel verrühren. 4 Den Schlagkessel ins Wasserbad setzen und alles zu einer hellen, dicken Creme aufschlagen. Die Eiercreme aus dem Wasserbad nehmen und kaltrühren. 5 Das Mandelkaramell mit einem Messer in feine Stücke hacken und ein wenig

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davon zur Seite stellen. Die restlichen Karamellstücke unter die Eiercreme rühren. Schlagobers mit Vanillezucker steifschlagen und vorsichtig unter die Eiercreme heben. Die Parfaitmasse in Kaffeehäferln füllen, mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 4 Stunden in den Tiefkühler stellen. Die Beeren in einen hohen Rührbecher geben, mit dem Pürierstab pürieren und durch ein Sieb streichen. Das Parfait aus dem Tiefkühler holen, kurz antauen lassen und auf einen Teller stürzen. Beerensauce rundum verteilen und den Rest des Mandelkrokants darüberstreuen.

TIPP: Am besten 5 Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefk ühlfach nehmen – so schmeckt es besonders gut. Als Dekoration (und auch geschmacklich) passt ein Pfefferminz- oder Zitronenmelissenzweig dazu. VARIATION FÜR ERWACHSENE: Mandelparfait mit 1 EL Amaretto verfeinern. Den Likör einfach mit dem Karamell in die Eiercreme rühren und mit kleinen Amarettini anrichten. HALTBARKEIT: Das Parfait schmeckt frisch zubereitet am besten. Gut abgedeckt hält es sich aber im Tiefk ühler ca. 4 Tage. WISSENSWERTES: Als Parfait (frz. für „vollkommen, hervorragend“) werden sowohl würzige Pasteten, Terrinen und Sülzen als auch Halbgefrorenes bezeichnet. Halbgefrorenes wird im Gegensatz zu Speiseeis nicht unter Rühren hergestellt, sondern die Masse gefriert stehend.

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Freie Zeit Leistungssport ist kein Kinderspiel • Basteltipp • Film-Highlights • Schauen, Spielen, Lesen, Hören

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Leistungssport ist kein Kinderspiel Sie ist mit zwölf Jahren auf dem Weg zur Profitänzerin. Er hat mit acht die Olympischen Spiele schon fest im Blick: Wer im Leistungssport reüssieren will, muss früh damit anfangen. Dabei sind richtige Förderung und emotionale Unterstützung wesentlich. von inez ardelt

Katharina (13) hat bereits mit vier zu tanzen begonnen.

„Weit nach hinten, der Kopf ist nach links geneigt. Und Knie, Knie, Knie!“ Eine zarte Frau sitzt vor einer Spiegelwand und instruiert drei junge Tänzerinnen und einen Tänzer. Es ist Samstagnachmittag, die Oberösterreichische Tanzakademie trainiert. Bereits zum vierten Mal in dieser Woche! Im Profisport sind 20 Stunden Training pro Woche keine Seltenheit. Dazu kommt noch die Anreise- und Heimreisezeit. „Die Kinder kommen aus dem ganzen Bundesland zu uns“, erzählt Trainerin Ilja van den Bosch nicht ohne Stolz. Die 39-Jährige, die ihre Tanzausbildung in den Niederlanden absolviert hat, war lange Zeit im Ballettensemble des Landestheaters Linz engagiert. Vor zwei Jahren hat sie die Leitung der OÖ Tanzakademie übernommen, die sie auch mitbegründet hat. „Alle ,meine‘ Kinder haben das Ziel, den Tanz in irgendeiner Form zum Beruf zu machen.“ Für ein bloßes Hobby wäre der Aufwand auch zu groß und das Training zu zeitintensiv und vor allem zu anstrengend. „Geht mal etwas trinken“, fordert van den Bosch ihre Schützlinge auf.

» Alle ,meine‘ Kinder haben das Ziel, den Tanz in irgendeiner Form zum Beruf zu machen. « Ilja van den Bosch

Last vs. Leistung Welchen Einfluss hat eine solche Belastung auf Kinder und Jugendliche? Laut Sportpädagoginnen und -pädagogen entwickeln sie sich besser. Das belegt ein Resultat vieler Untersuchungen: Kinder, die Leistungssport betreiben, bringen durch die Bank gute Noten aus der Schule heim. Das können auch Bjarne (15), Jana (17), Malina (15) und Katharina (13) bestätigen. „Seit ich in der Tanzakademie bin, sind meine Noten besser geworden“, sagt Bjarne. Er hat bereits mit sechs Jahren in einer Musikschule mit dem Tanzen begonnen. Mit zwölf kam die Unterforderung: „Ich wollte mehr.“ Ist es prinzipiell gut, ein Kind in Richtung Leistungssport zu fördern? „Für die Persönlichkeitsentwicklung kann es ein Gewinn sein, wenn Eigenschaften wie Zielorientierung, Entschlusskraft, Selbstbe-

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Freie Zeit

Mentale Stärke Der Kopf spielt tatsächlich in allen Sportarten eine große Rolle. Körperliches Talent allein reicht im Leistungssport nicht aus. Das fängt bei der Motivation an. Bei schönem Wetter im Turnsaal zu schwitzen und nicht im Parkbad mit Freunden „abzuhängen“, ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg im Sport. „Natürlich tut man sich manchmal leid“, gibt Malina zu. „Aber man gewöhnt sich daran“, meint Jana. „Mittlerweile langweile ich mich sogar, wenn das Training ausfällt“, so Katharina. Irgendwann weicht die Überwindung der absoluten Notwendigkeit, ins Training zu gehen. Das hat auch Domenic (24) so erlebt.

Jana (17) hat bereits in mehreren professionellen Produktionen getanzt.

Bjarne (15) wärmt sich für das Training auf.

» Zuerst müsst ihr die innere Ruhe und Balance finden. «

„Disziplin, Durchhaltevermögen und Motivation sind immer die ersten Gedanken, wenn ich an die Zeit als Leistungsturner zurückdenke“, sagt der Tiroler. Der Lehramtsstudent in Sport und Chemie begann seine Sportkarriere bereits mit acht Jahren. Damals noch mit dem Ziel, Turmspringer zu werden. Mit zehn qualifizierte er sich für die Staatsmeisterschaften im Leistungsturnen und wurde in den Kader aufgenommen. „Nicht so gute Erinnerungen habe ich an die teilweise sehr harten

Ilja van den Bosch und ihre jungen, ehrgeizigen Elevinnen.

© Tom Mesic (2), Reinhard Winkler (2), Alfonso Hierro Delgado (1)

herrschung, Konzentration und Gemeinschaftssinn gefördert werden“, erklärt Sportpsychologin Andrea Engleder (siehe Interview S. 64). Sie arbeitet seit zehn Jahren in einer sportpsychologischen Beratungsstelle in Wien mit Nachwuchs-, Elitesportlerinnen und - sportlern aus unterschiedlichen Sportarten. Eine Förderung unter guten Rahmenbedingungen sei ihrer Meinung nach zu begrüßen: „Optimal wäre es, wenn der Schwierigkeitsgrad des Trainings etwas über dem Level liegt, auf dem sich das Kind befindet. Das verhindert, dass es zu einer psychischen und physischen Überlastung kommt und das Kind aus Frustration das Training abbricht.“ Im Ballettsaal geht es weiter. Diesmal zu „Das Imperium schlägt zurück“ aus dem Film „Star Wars“. „Zuerst müsst ihr die innere Ruhe und Balance finden“, lautet die Anweisung. Leichtfüßig zeigt die Trainerin die nächsten Schritte vor – „Plié, dann Tendu bis ins Adagio.“ Am Schluss sollte das Bein mehr oder weniger senkrecht nach oben gestreckt sein. Die Tanzlehrerin setzt sich in die Mitte der Spiegelwand, von wo aus sie den besten Blick hat, und beobachtet genau. „Nicht aufgeben, bevor ihr es überhaupt probiert habt“, ruft sie aufmunternd in die Runde. „Zuerst entscheiden wir uns im Kopf, und dann machen wir es!“

Trainingsbedingungen.“ Fachlich hätten seine Lehrer nichts vermissen lassen. „Didaktisch waren sie aber relativ schwach“, so Domenics Urteil. Kunstturnen ist ein Sport, der nicht ohne eiserne Disziplin und intensive Vorbereitung auskommt. „Mit der Art und Weise, wie die Trainings durchgeführt wurden, haben wir meistens erreicht, was wir wollten. Ich hätte mir aber eine individuellere Förderung gewünscht.“ Hier hakt auch die Sportpsychologin ein: „Im Vordergrund steht die Freude des Kindes an der Ausführung der Sportart. Zwang, Druck und Angst sind keine guten Begleiter.“ Begleiter Je jünger die Kinder, desto wichtiger ist die Rolle der Eltern. Denn sie unterstützen nicht nur emotional und trösten, sondern übernehmen auch Fahrtendienste. „Meine Eltern haben mich stets motiviert, aber niemals gedrängt, in den Leistungssport einzusteigen. Vielleicht, weil meine Mutter som m er 2017 |

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Freie Zeit selbst früher aktive Leistungssportlerin war und wusste, was man alles aufgeben muss“, so Domenic. Etwa den Freundeskreis außerhalb des Sports. „Aufgrund des Tanzens weniger Zeit mit Freunden zu haben, war schon ein Einschnitt“, gibt Bjarne zu. Und dabei ist dies laut Engleder wesentlich: „Der Freundeskreis außerhalb der Trainingsgruppe ist unverzichtbar. Man braucht auch andere Kontakte, um mental vom Sport abschalten zu können.“ Insbesondere, falls der Traum von der Sportlerkarriere doch nicht aufgehen sollte. Denn Fakt ist, dass die wenigsten es auch wirklich in die A-Liga schaffen. Was passiert, wenn sich nach zehn oder zwölf Jahren intensivem

Grazil. Jede Bewegung sitzt perfekt bei Maya.

Training herausstellt, dass sie den hohen Erwartungen nicht gewachsen sind? Oder eine Verletzung plötzlich einen Schlussstrich zieht? „Wenn eine Verletzung einen zum Aufhören zwingt, verliert man nicht nur ein Ziel, sondern oftmals auch das

soziale Netzwerk und kann vereinsamen. Wenn ich nur den Sport habe und alles in diesen Bereich investiere, dann steigt die Angst zu versagen deutlich stärker.“ In der Tanzakademie sind die Elevinnen und der Eleve am Ende ihres Trainingstags angekommen. Die letzten Pirouetten werden gedreht. „Ich muss seekrank werden, wenn ich euch anschaue“, sagt van den Bosch. „1, 2, 3 und 4, Pirouette, Plié und schließen zum Croisé.“ Sie sitzt mit aufrechtem Rücken im Schneidersitz auf dem Sessel. „Wenn ich sie auf der Bühne stehen sehe, dann macht es mich stolzer, als ich es je bei meinen eigenen Auftritten war“, flüstert sie. Ihre Gesichtszüge werden ganz weich und herzlich, als sie das sagt.

„Es braucht den Ausgleich und natürlichen Freiraum“ ist Klinische & Gesundheitspsychologin, Sportpsychologin sowie Psycho-, Paarund Traumatherapeutin in Wien. andrea-engleder.at

Ist es prinzipiell gut, ein Kind Richtung Leistungssport zu fördern? Für die Persönlichkeitsentwicklung kann es ein Gewinn sein, wenn Eigenschaften wie Zielorientierung, Entschlusskraft, Selbstbeherrschung, Konzentration und Gemeinschaftssinn gefördert werden. Wenn wir dies nun bejahen, dann ist eine Förderung unter guten Rahmenbedingungen zu begrüßen. Im Vordergrund steht die Freude des Kindes an der Ausführung der Sportart. Zwang, Druck und Angst sind keine guten Begleiter. Wie muss eine Förderung aufgebaut sein, damit sie effizient, aber auch körperlich und psychisch gesund für das Kind ist? Prinzipiell soll die Förderung nicht zur Überforderung führen. Optimal wäre es, wenn der Schwierigkeitsgrad des Trainings etwas über dem Level liegt, auf dem sich das Kind befindet. Also

ein bisschen schwieriger als das, was das Kind schon kann. Das verhindert, dass es zu einer psychischen und physischen Überlastung kommt und das Kind aus Frustration das Training abbricht. Das Gute am Sport ist, dass es klare (Verhaltens-)Regeln gibt, an denen man sich orientieren kann. Die Gefahr dabei ist, wenn das der einzige Rahmen bleibt, dass der Druck auf das Kind steigt, weil altersadäquate Verhaltensweisen verdrängt werden. Es wäre wichtig, dass Kinder nicht nur angepasst sind und Regeln befolgen, sondern dass sie auch einmal unangepasste Verhaltensweisen zeigen. Also fluchen oder blödeln. Es braucht den Ausgleich und natürlichen Freiraum, sonst kann die Situation emotional kippen, wenn nur mehr der Sport den Rahmen vorgibt. Welche Rolle spielen Eltern und das soziale Umfeld dabei? Je jünger die Kinder, desto wichtiger ist die Rolle der Eltern. Denn sie geben nicht nur emotionale Unterstützung, motivieren und trösten, sondern übernehmen auch Fahrtendienste und

vieles mehr. Sie sollten sich allerdings nicht zu sehr ins Zentrum des Sports des Kindes stellen. Wenn Eltern zusätzlich zum eigentlichen Trainer auch Traineraufgaben übernehmen, kommt es schnell zu Konflikten, und das Kind sitzt emotional zwischen zwei Stühlen. Das soziale Umfeld, der Freundeskreis außerhalb der Trainingsgruppe, ist unverzichtbar. Man braucht auch andere Kontakte, um mental vom Sport abschalten zu können.

Interview

Was passiert, wenn die „Karriere“ im Leistungssport abrupt endet – z.B. aufgrund einer Verletzung? Es gibt nie eine Garantie, dass man den Weg zum Spitzensport als Kind oder Jugendlicher fertig gehen kann. Wenn eine Verletzung einen zum Aufhören zwingt, verliert man nicht nur ein Ziel, sondern oftmals auch das soziale Netzwerk. Habe ich kein soziales Netzwerk außerhalb des Sports, kann es zur Angstentwicklung kommen: Wenn ich nur den Sport habe und alles in diesen Bereich investiere, dann steigt die Angst zu versagen deutlich stärker. Habe ich ein soziales Umfeld, auf das ich bauen kann, dann gelingt es leichter, den Erfolg passieren zu lassen, ohne ihn erzwingen zu wollen.

© Tom Mesic (1), Privat (1)

Andrea Engleder

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Basteltipp

Material

Eisstäbchen Acrylfarbe in Weiß, Schwarz und Bunt  Pinsel  Luftballons  Schere  Joghurtbecher  Wäscheklammern





Bärige Eisläufer

© Coppenrath/Ruth Niehoff

Endlich eine Ausrede, um mehr Eis zu essen. Aus den abgeschleckten Stäbchen werden nämlich im Nu witzige Eisbären, die wir in rasante Rennen schicken.

Katja Enseling & Ruth Niehoff: Mach was draus! Kreativ geniale Ideen für Wäscheklammern, Eisstiele und Co.; Coppenrath, € 15,40 Dinge, die man sonst oft wegwirft, werden hier zu lustigen Bastelwerken: leere Dosen zum Roboter, Kronkorken zur Brillenschlange, Wäscheklammern zu Tischfußballspielern, Eisstiele zu Fingerskateboards. Dank ausführlich bebilderter Anleitungen können Bastler ab 8 selbst ans Werk gehen.

er etwa 1,5 cm über dem Boden hängt. Und dann ab ins Eisfach damit!

1. Male zuerst alle Eisstäbchen weiß an. Dann male mit Schwarz das Gesicht auf. Danach bekommt jeder Bär Streifen in einer anderen Farbe. Den unteren Teil malst du hellblau an. 2. Während die Farbe trocknet, fertigst du für jeden Eisbären eine Haube, damit er nicht frieren muss. Mache einen Knoten

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in ein Luftballonende und schneide es oberhalb des Knotens ab – fertig ist die Bommelmütze! Setze jedem Eisbären eine auf. 3. Fülle einen Joghurtbecher etwa 4 cm hoch mit Wasser. Lege eine Wäscheklammer quer über den Rand und klemme den Eisbären so hinein, dass

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4. Sobald das Wasser gefroren ist, kannst du die Bären auf ihrer Eisscholle schlittern lassen! Welcher schlittert am weitesten? Probiere unterschiedliche Oberflächen zum Schlittern aus – auf welcher rutschen die Eisbären am weitesten? TIPP: Die Luftballons müssen nicht neu sein; alte, denen die Luft ausgegangen ist, erfüllen hier ebenso ihren Zweck.

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Freie Zeit

Film-Highlights Nix mit Sommerloch – im Kinosaal gibt es auch in der warmen Jahreszeit einiges zu sehen: Bob, der Baumeister in seinem ersten Kinofilm, die wundersame Welt im Inneren des Smartphones und ein Comeback der latzhosigen Minions.

Bob, der Baumeister – Das Mega Team Wer kennt sie nicht, Bob und seine Baumaschinen? Im ersten Kinofilm bekommen Bob und sein Team rund um Buddel, Heppo und Baggie einen richtig großen Auftrag: Sie sollen den ehemaligen Steinbruch in einen See umwandeln, indem sie einen Staudamm errichten. Unterstützung erhalten sie dabei von Baumeister Conrad und seinen starken Mega-

Starttermin: 24.08.2017

maschinen Ace, Kracher und Rumms. Doch bald müssen sie feststellen, dass ihre vermeintlichen Helfer gar nicht so nett sind und bald nicht nur der Staudamm, sondern auch ganz Hochhausen in Gefahr ist. Nun liegt es an Bob und seinem Team, die Stadt zu retten. Einstündiges Kinohighlight für die Allerkleinsten rund um Freundschaft und Zusammenhalt.

© Sony Pictures (1), Constantin Film (2), Warner Bros. (2)

Starttermin: 16.06.2017

Happy Family Familie Wünschmann ist alles andere als eine glückliche Familie. Dass die vier von einer Hexe verflucht werden und fortan als Monster durch die Gegend laufen, macht die Situation auch nicht besser. Als Vampirin, Werwolf, Frankenstein und Mumie jagt die verzauberte Familie nun der fiesen Hexe um den halben Globus hinterher, um den Fluch wieder loszuwerden – und findet dabei unverhofft zum Familienglück. Animierte Verfilmung der Romanvorlage von David Safier – auch in 3D.

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Freie Zeit

Ostwind – Aufbruch nach Ora

Starttermin: 18.08.2017

Starttermin: 28.07.2017

Nach einem Streit mit ihrer Großmutter reißt „Pferdeflüsterin“ Mika mit ihrem Pferd Ostwind Richtung Andalusien aus, wo sie seine Heimat vermutet. Dort trifft sie auf die geheimnisvolle Tara, die zurückgezogen mit Wildpferden lebt – Ostwinds Familie. Als ihre Heimat bedroht wird, haben Mika und Ostwind nur eine Chance, sie zu retten: Sie müssen ein uraltes Pferderennen gewinnen.

Bigfoot Junior Der junge Adam will endlich herausfinden, wer sein Vater ist und macht sich auf die Suche. Die Überraschung ist groß: Es ist der legendäre Bigfoot, der sich jahrelang im Wald versteckt hat, da ein böser Konzern seine besondere DNA für sich nutzen will. Und auch Adam erkennt, dass er außergewöhnliche Superkräfte besitzt. Doch viel Zeit zum Kennenlernen bleibt ihnen nicht,

Starttermin: 04.08.2017

Versteckt in der Messaging App liegt Textopolis, eine geschäftige Stadt, in der alle Emojis wohnen und darauf hoffen, vom Besitzer des Handys ausgewählt zu werden. In dieser Welt hat jedes Emoji einen ganz bestimmten Gesichtsausdruck – jedes außer Gene. Denn der ist ein überschwängliches Emoji, das ohne Filter geboren wurde und vor lauter unterschiedlichen Ausdrücken förmlich platzt. Fest entschlossen, so „normal“ wie all die anderen Emojis zu werden, holt sich Gene Hilfe von seinem besten Freund Hi-5 und dem berühmt-berüchtigten

denn zwielichtige Gestalten sind ihnen bereits auf der Spur. Eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte, in der ein kleiner Bub über sich hinauswachsen muss, wenn er die Familie wieder zusammenbringen will. Ein turbulenter Spaß zum Lachen und Mitfiebern von den Machern von „Robinson Crusoe“, „Das magische Haus“ und der beiden „Sammy“-Abenteuer.

Emoji – Der Film

Codebrecher-Emoji Jailbreak. Gemeinsam brechen sie auf zu einem Abenteuer quer durch alle Apps auf dem Handy, um den Code zu finden, der Gene reparieren kann. Jede App birgt dabei eine ganz eigene, wilde Welt voller Spaß. Doch plötzlich hängt das Schicksal aller Emojis von diesen drei so unterschiedlichen Freunden ab, die ihre Welt retten müssen, ehe sie für immer gelöscht wird. Witzig-schräge Animationskomödie über die bunte Welt im Inneren des Smartphones – auch in 3D. som m er 2017 |

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Freie Zeit

Family-Tour Großer Spaß mit dem Film Ich, einfach unverbesserlich 3 und tollen Programmpunkten: Kinderschminken, Fotostation, Cupcakes, Luftballons, Basteln u.v.m.

© Universal Pictures International / Illumination Entertainment (2)

Ich, einfach unverbesserlich 3

Starttermin: 06.07.2017

Fi screelm ning

Juhuh – endlich sind sie zurück: Illumination präsentiert das neueste Abenteuer von Gru, Lucy und ihren drei Adoptivtöchtern Margo, Edith und Agnes – und, nicht zu vergessen, den berühmt-berüchtigten latzhosigen Minions. Der einstige Bösewicht Gru hat sich im zweiten Teil in Agentin Lucy Wilde verschaut und ihr zuliebe die Seite gewechselt. Gemeinsam bekämpfen sie nun als Team unter dem Namen „Grucy“ die Schurkenwelt. Zum Beispiel Balthazar Bratt. Der ehemalige Kinderstar der 80er-Jahre mit einem Faible für Vokuhila und große Schulterpolster ist hinter einem riesigen rosa Diamanten her. Während Gru mit der Jagd auf Bratt beschäftigt ist, taucht plötzlich sein bisher unbekannter Zwillingsbruder Dru auf. Der sieht nicht nur besser aus und hat mehr Haare, sondern ist auch erfolgreicher als Gru. Dru versucht alles, um Gru wieder zurück zu seinen Wurzeln zu bringen: ein Schurke zu sein. Die beiden Zwillingsbrüder könnten unterschiedlicher nicht sein, doch als Balthazar Bratt zu einem teuflischen Schlag ausholt, müssen Gru und Dru sich zusammenraufen, um die Welt zu retten – nicht ohne die tatkräftige Unterstützung der Minions, versteht sich. Ein wunderbar bunter Filmspaß für Jung und Alt, der einfach gute Laune macht! Details zum Tipi-Filmscreening bald unter facebook.com/TIPI.Familienmagazin

Unverbesserlicher Tourspaß Noch mehr gute Laune gibt’s im Rahmen der Cineplexx Family Tour: An drei Terminen wird in insgesamt 8 Cineplexx-Kinos österreichweit nicht nur der neue Film „Ich, einfach unverbesserlich 3“ gezeigt, sondern auch noch ein fettes Rahmen-

programm geboten. Man kann sich als Minion schminken lassen, Masken basteln, sich in Schurkenpose bei der Fotostation knipsen lassen, Cupcakes im Minions-Look naschen – und obendrein ein gratis Minions-Souvenir mit nach Hause nehmen. Alle Details unter www.cineplexx.at

Family-Tour-Stopps jeweils von 15 bis 18 Uhr

1. Stopp – 9. Juli

Cineplexx Donauplex Cineplexx Wienerberg Cineplexx Auhof

2. Stopp – 16. Juli

Cineplexx Linz Cineplexx Salzburg Airport Cineplexx Graz

3. Stopp – 23. Juli

© Shutterstock (2)

Cineplexx Innsbruck Cineplexx Hohenems

Die konkreten Altersfreigaben werden kurz vor Filmstart bekannt gegeben.

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Freie Zeit

Kinderrechte für alle!

Promotion

© Ludwig Schedl

Das „VHS-Jahr der Kinderrechte“ zeigt noch bis 20. November 2017 mit einem breiten Programm, wie wichtig Kinderrechte sind und wie sie jeder Einzelne im Alltag leben kann.

Alle Kinder haben die gleichen Rechte, z.B. auf Familie, gewaltfreie Erziehung, Bildung, Gesundheitsversorgung oder Freizeit. Um das Bewusstsein für die Rechte der Kinder zu stärken, haben die Wiener Volkshochschulen gemeinsam mit dem Wiener Stadtschulrat und den Wiener Kinderfreunden über 50 Veranstaltungen auf die Beine gestellt. „Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen. Was wir unseren Kindern heute beibringen und vorleben, wird in Zukunft Früchte tragen. Die Vermittlung von Kinderrechten ist auch die Vermittlung demokratischer Teilhabe. Und selbst Rechte zu haben, heißt auch, sie anderen zugestehen zu müssen“, erklärt VHS-Geschäftsführer Herbert Schweiger die Motivation der Veranstaltungsreihe. Neben speziellen Workshops für Schulklassen, in denen sich Schüler/-innen im Alter von 6 bis 10 Jahren konkret mit ihren Rechten auseinandersetzen, gibt es auch zahlreiche öffentliche Veranstaltungen: kostenfreie Workshops, Stationenspiele, Experimentiershows, Ideenmessen, Feste, Ausstellungen und vieles mehr. Weitere Informationen und das komplette Programm unter www.vhs.at/kinderrechte

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Freie Zeit

Schauen, Spielen, Lesen, Hören Genug vom Sandburgen bauen und Schwimmtempi machen? Dann ab nach Hause und rein ins Vergnügen – mit neuen Büchern, Spielen, CDs und DVDs.

0 – 3 Jahre

Entdeckungstrieb Dank der praktischen Klemme ein ständiger Begleiter: Der Activity Ameisenbär von Fehn fördert spielerisch Babys Sinne – mit bunten Perlen, Raschelpapier, Quietsche und Glockerl. Ab 0. Um € 17,99. www.fehn.de

Poetisch Nick findet nach einem schweren Sturm einen kleinen Wal am Strand und nimmt ihn mit. Aber ob der sich in der Badewanne wohlfühlt? Berührende Geschichte, wunderbar illustriert! Nick und der Wal von Benji Davies, Aladin. Ab 3. Um € 10,30.

Junges Gemüse Der bunte Holzgarten lädt zum Entdecken und Experimentieren ein: Gemüse zum Stapeln und Zählen, ein Erdapfel zum Ernten und ein Baum voller drehbarer Früchte und Vögel. Gemüsegarten von Vilac, ab 18 Monaten. Um € 35,– bei www.smallbut.at

Déja vu Alle sind todmüde. Aber der Seebär, der ist hellwach. Er muss aufs Klo. Da wird auch das Krokodil wach; es will noch mal Zähne putzen. Ein originelles Bilderbuch um die Ausreden vorm Einschlafen. So müde und hellwach von S. Straßer, Peter Hammer Verlag. Ab 2. Um € 15,40.

4 – 6 Jahre

Komplettbox des Klassikers So gut ausgesehen hat die gute alte Biene Maja noch nie: Die Kultserie aus den 70ern und 80ern wurde komplett digital restauriert und erstrahlt auf 16 Blu-rays in neuer Qualität. Um ca. € 90,–.

Auf den Punkt Komplexe Themen wie Armut, Reichtum, Migration und Solidariät werden hier mit Punkten visualisiert. Grandioses Buch gegen Vorurteile. Punkte von G. Macrì & C. Zanotti, Gabriel. Ab 4. Um € 15,50.

Zauberhaft Ein altes Ehepaar erinnert sich an magische Momente seines Lebens: rührend, witzig und wunderschön. Weißt du noch von Z. Drvenkar & J. Bauer, Hanser. Ab 5. Um € 14,40.

Spaßige Freundschaft Zarah ist umgezogen und fühlt sich in der neuen Umgebung einsam. Ein Freund muss her! Da kommt der Hund Zottel gerade recht. Zarah & Zottel von Jan Birck, Sauerländer. Ab 5. Um € 10,30.

Hoch hinaus Wenn die Puzzlefläche vollständig belegt ist, gilt es, mit den Holzbausteinen einen möglichst hohen Turm zu bauen. Ist die Zeit um, misst die Giraffe, welcher der höchste ist. Bauspaß, der süchtig macht. Ubongo Junior 3D von Kosmos. Ab 5. Um € 32,99.

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Freie Zeit

© Hersteller, Verlage, Verleiher, Simone Porteder (Illustration)

7 – 9 Jahre

Herzerwärmend Jakob trauert um seinen toten Hund Buster. Bis ihm der streunende Ronny begegnet, zu dem sich allmählich eine einzigartige Freundschaft entwickelt. Einfühlsame Geschichte über Trauer und Freundschaft. Ein Hund für Jakob von Liv Frohde, Thienemann. Ab 8. Um € 12,40.

Turbulent Bei dem verrückten Wettrennen spannen sich 2 bis 5 Löwen in jeder Runde ein anderes Tier vor ihre Wagen: So geht es mal im Affenzahn, dann im Schneckentempo dahin. Doch nur mit dem richtigen Tier zur rechten Zeit kann man gewinnen. Ein großer Spaß! Crazy Race von Ravensburger. Ab 8. Um ca. € 36,–.

Anschaulich Auf 10 Ausklappseiten werden verschiedene Mikroökosysteme und ihre Bewohner vorgestellt. Beeindruckend illustriert! Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere von H. Rajcak & D. Laverdunt, Jacoby & Stuart. Ab 9. Um € 22,70.

Pfiffiges Hörbuch Kasimir Karton entdeckt den Grund, weshalb ihn die ganze Welt zu ignorieren scheint: Er ist Fleurs unsichtbarer Freund. Humorvolle Lesung von Ulrich Noethen über das Schicksal treuer, aber unsichtbarer Gefährten: Kasimir Karton von M. Cuevas, DAV. Ab 8. Um € 21,50.

Verbrecherjagd In Lego City können Spieler Autodiebe verhaften, Fahrzeuge steuern, bösartige Außerirdische fangen, verirrte Schweine retten und natürlich Hunderte Sammelgegenstände finden. LEGO CITY Undercover. Ab 7. Z.B. für Nintendo Switch™ um ca. € 70,–.

Ab 10 Jahren © Hersteller, Verlage, Verleiher, Simone Porteder (Illustration)

Intensive Gefühle Außenseiter Niko rettet die beliebte Sera vor einer Grapschattacke – der Beginn einer Freundschaft von zweien, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Ein feinfühliger Roman über Mobbing, Verrat und erste Liebe. Tanz der Tiefseequalle von Stefanie Höfler, Beltz. Ab 12. Um € 13,40.

Mitreißend Die Geschwister Holly, Davy und Jonathan führen seit dem Tod ihrer Eltern ein chaotisches Leben. Als Tante Irene ihnen am Sterbebett ein Fotoalbum gibt, beginnt die Suche nach einem lang verschollenen Familienschatz. Eine Insel für uns allein von Sally Nichols, dtv. Ab 12. Um € 13,40.

In Feierlaune Zum 20-jährigen Jubiläum gibt’s eine neue Bohnensorte. Sonst wird wie eh und je mit Bohnen gehandelt, was das Zeug hält. Je mehr Bohnen, desto höher der Ertrag. Doch wehe dem, der zu früh erntet ... Bohnanza 20 Jahre von Amigo. Ab 10. Um € 9,99.

Fesselnd William Wenton liebt Rätsel. Als er einen angeblich unlösbaren Code knackt, beginnt für ihn ein Abenteuer auf Leben und Tod. Spannende Geschichte voller mysteriöser Rätsel, deren Lösung auch dem Hörer Spaß macht. William Wenton und die Jagd nach dem Luridium von B. Peers, gelesen von Rainer Strecker, Silberfisch. Ab 10. Um € 16,90. som m er 2017 2016 |

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Wir sind weg Finnische Finesse • Familienautos zum Pferdestehlen • Familie sucht Traumurlaub • Sommer, Sonne, Spiel und Spaß • Abenteuerland

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1. Eiffelturm 2. Freiheitsstatue 3. Grand Canyon 4. Niagarafälle 5. Pyramiden 6. Chinesische Mauer 7. Empire State Building 8. Taj Mahal 9. Sagrada Familia 10. Petersdom Quelle: Allianz Global Assistance / marketagent.co

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n Project (1), TVB is Sazhin/The Nou © Hersteller (7), Den

Land der Camper

Damit der wohlverdiente Urlaub nicht zur Nervenprobe wird, hat der Usborne Verlag vorgesorgt: Das extradicke Spiel-, Mal- und Ratebuch für den Sommer (ab 7, € 12,30) bringt auf knapp 200 Seiten Spiele, Sticker, Ausmalseiten und Rätsel; Urlaubsspiele für unterwegs (ab 6, € 6,95) ist klein und handlich und damit genau das Richtige für die Autorückbank oder den Klapptisch im Zug.

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Der Berg ruft

Der BIG Family Stubai Sommer-Club sorgt dafür, dass Kindern ab vier garantiert nie langweilig im Urlaub wird – egal, ob im Adventure Park Fulpmes, bei spannenden Wanderungen zu Naturschauplätzen, beim Ponyreiten, bei zahlreichen Spielen oder bei den BIG Family Stubai Events. www.stubai.at

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Rundumadum Jeder Spielbrett-Globetrotter erhält seine acht ganz persönlichen Traumziele, die allein oder auch mal gemeinsam besucht werden sollen. Wer seine Route am besten plant, gewinnt die Reise um die Erde. Nebenbei gibt’s allerhand Wissenswertes über 47 Weltstädte zu erfahren. Ab 8. Um ca. € 24,99. www.kosmos.de

Ninja-Action und Sommershows

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Die ganze Saison lang feiert das LEGOLAND® Deutschland Resort im bayerischen Günzburg sein 15-jähriges Parkjubiläum mit der neuen, fernöstlichen Ninja-Themenwelt LEGO® NINJAGO® WORLD und dem interaktiven 4D-Fahrspaß „LEGO NINJAGO The Ride“ sowie

kunterbunten Events, tollen Sommershows und Bauaktionen. Am 8. und 9. Juli sind die fünf Freundinnen der LEGO Friends zu Gast im Park und zeigen den Besuchern ihre Welt. Am 22. und 29. Juli sowie am 5. und 12. August verzaubern die vier Langen Nächte mit Street-ShowFestival und Feuerwerk das Publikum. Insgesamt bieten die neun LEGOLAND Themenbereiche über 55 Attraktionen, LEGO Workshops, ein 4D-Kino, eine riesige tropische Unterwasserwelt und das beliebte MINILAND. Im angrenzen-

den Feriendorf können Parkgäste stilecht übernachten: Im LEGO Look gestaltete Themenzimmer und prächtige Burgen entführen auch nach Parkschluss in die Welt der Ritter, Piraten oder Rennfahrer. Der offizielle Reiseveranstalter LEGOLAND Holidays bietet günstige Übernachtungspakete im LEGOLAND Feriendorf und bei ausgewählten Hotelpartnern. Bei jeder Paketbuchung gibt es den zweiten Tag Parkeintritt gratis dazu. www.LEGOLAND.de, www.LEGOLANDHolidays.de

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Reise ohne

Wir sind weg

Finnische Finesse Finnland – da denkt man automatisch an Sauna, Rentiere, Kinofilme mit schweigsamen Darstellern und viel Gegend. Die im Süden an der Ostsee gelegene Hauptstadt Helsinki aber entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als lebendige und pulsierende Stadt. von markus höller Sauna ist in Finnland fixer Bestandteil von Kultur und Gesellschaft.

Kontakt mit den als schweigsam bekannten Finnen stellt sich heraus, dass viele recht gut Englisch sprechen und auch freundlich zu Touristen sind. Wenngleich auch großer Smalltalk nicht wirklich drin ist, aber das ist nur eine von vielen finnischen Eigenarten. In jeder Hinsicht jung Helsinki ist, für eine europäische Hauptstadt, mit einer erstaunlich kurzen Historie gesegnet. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts von König Gustav I. von Schweden gegründet, um einen Gegenpol zur damals mächtigen Hansestadt Tallinn zu schaffen, kam die Stadt aber geplagt von Kriegen, Seuchen und Armut kaum zum Erblühen. Ironischerweise war es ausgerechnet unter russischer Fremdherrschaft im 19. Jahrhundert, dass mit der Verlegung des finnischen HauptstadtStatus von Turku nach Helsinki essenzielle Infrastruktur, wie etwa eine Festung und eine Universität, etabliert wurde. Mit der Erlangung der Unabhängigkeit von den LangzeitUrsupatoren Schweden und Russland entwickelte sich Helsinki dann rapide, binnen weniger Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Bevölkerung von Helsinki. Das macht sich architektonisch, aber auch vom Bevölkerungsschnitt her stark bemerkbar: Die etwas über eine halbe Million Einwohner sind vergleichsweise jung, und kaum ein Gebäude ist älter als 70 Jahre.

Sobald man zum ersten Mal in Helsinki oder überhaupt in Finnland ankommt, kann einem die Sprache schon mal Angst machen. Egal, was wo angeschrieben steht, man versteht

nur Bahnhof. Der Grund ist die exotische Sprachfamilie, die außer mit Ungarisch und Estnisch mit sonst keiner anderen Sprache verwandt ist. Doch schon beim ersten

Multikulturelles Bewusstsein Wiewohl nur eine Minderheit von knapp sechs Prozent, sind Schweden in Helsinki soweit anerkannt, dass Schwedisch die zweite offizielle Sprache in der finnischen Hauptstadt ist. Daher sind auch alle Straßennamen, Wegweiser und öffentlichen Informationen zusätzlich in Schwedisch angeschrieben. Das hilft einem als Tourist zwar ein wenig, aber nicht wirklich. Die Finnen sind besonders stolz auf ihre allen Besuchern offenstehende Gesellschaft, achten aber sehr auf die Bewahrung ihrer eigenen, für Zentraleuropäer etwas eigentümlich anmutenden, Kultur. Dazu gehören neben Sauna auch Eishockey, Rockmusik (vor allem in Form von Heavy Metal) und IT – ein Erbe

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Wir sind weg

empfiehlt Helsinki

Trotz der vergleichsweise kurzen Geschichte hat Helsinki viel Historisches zu bieten.

Ausflug Bei einem längeren Aufenthalt lohnt sich ein Ausflug quer über den Finnischen Meerbusen zur estnischen Hauptstadt Tallinn. Mehrmals täglich verkehren Eilfähren, die die Distanz in angenehmen zwei Stunden überbrücken. Morgens hin, abends zurück – nichts Ungewöhnliches, da auch viele Menschen zwischen den Städten pendeln.

© Jussi Hellsten (6)

ESSEN Wer auf den typisch finnischen Mix aus traditioneller Kost mit viel Bier steht, kommt im schrägen Lokal Zetor voll auf seine Kosten. Das ganz auf die legendäre tschechische Traktormarke getrimmte Lokal versprüht einen trockenen Charme vom einfachen Leben am Land mit viel Nostalgie und jungem Publikum. www.zetor.net TIPP Das Crowne Plaza in Helsinki bietet mit seinen großen Fenstern an der Front einen hervorragenden Blick über die Stadt, vor allem bei Nacht. Ausgestattet mit Indoorpool und natürlich mit Sauna. Auch die gute Lage zwischen Sibelius-Park und altem Stadtkern macht es zu einem guten Ausgangspunkt für Stadterkundungen. Tipp: am besten gleich die hervorragenden Straßenbahnen nutzen, die direkt vor dem Hotel halten!

Stadt der Kontraste: felsige Küste, monumentaler Dom und buntes Treiben auf der Straße.

des einstigen finnischen Mobil-Giganten Nokia und der Programmierer-Legende Linus Torvalds, Schöpfer von Linux. Als Meilenstein für die Öffnung der einst verschlafenen Hafenstadt zur Welt sind die Olympischen Spiele von 1952 zu werten, bis heute sind der markante Turm des Olympiastadions (72,71 Meter hoch, um die Weite des Speerwurf-Olympiasiegers Matti Järvinen zu würdigen) sowie der finnische Laufheld Paavo Nurmi fest im kollektiven Bewusstsein der Finnen verankert. Landmarks in der Stadt Wer mit dem Zug anreist oder den Shuttle vom Flughafen nimmt, kann bei der Ankunft in Helsinki mit dem Zentralbahnhof und dem umgebenden Viertel gleich mal ein wenig vom älteren Flair von Helsinki auf sich wirken lassen. Wie in vielen anderen Städten auch sind vor allem die Sakralbauten echte Landmarks, die einen Besuch wert sind. Die imposante weiße Kathedrale von Helsinki bietet nicht nur ein tolles Panorama, sondern auch eine der wahrscheinlich breitesten Treppenfronten der Welt. Unweit davon, als Vermächtnis der russischen Herrschaft, befindet sich die wunderschöne Basilika der orthodoxen Uspenski-Kathedrale. Auf dem Weg von der Altstadt zum am Wasser

gelegenen Sibelius-Park – benannt nach dem bekanntesten finnischen Komponisten Jean Sibelius – muss man auch unbedingt die Temppeliaukio-Kirche gesehen haben, die mitten in einer Wohngegend aus dem Fels gesprengt und mit Holz und Kupfer vervollständigt wurde. Nachtleben der Extreme Wenn man in Helsinki mal um die Häuser zieht, dann treffen vor allem zwei Dinge zu: Es kann sehr skurril werden, und es wird mit Sicherheit sehr teuer. Wer bereit ist, ein paar Euros mehr als gewohnt in die Hand zu nehmen, um ein paar Drinks zu genießen, kommt aber voll auf seine Kosten. Schräge Lokale mit bizarrer Einrichtung, allgegenwärtiges Dosenbier (gehört unter anderem auch zur Saunakultur) und Trauben von Menschen vor den Lokalen wegen des Rauchverbots drinnen prägen das Nightlife. Alkohol ist in Finnland sehr teuer; wer aber in Bars geht, findet dort nur Finnen vor, die sich auf diesen kostspieligen Abend lange vorbereitet haben und dementsprechend motiviert sind. Hier löst sich die sonst eher behäbige Zunge der Finnen deutlich, und man kann von Barhocker zu Barhocker viele Dinge und Tipps erfahren, die keine Hotelrezeption bereithält!

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Familienautos zum Pferdestehlen

Hände hoch! Der Mini kommt bei den Kids gut an. Liegt’s an den Kulleraugen?

Mini Countryman Kurvenräuber und Familienfreund Mini ist der Countryman nicht, um das gleich klarzustellen. Wir haben es mit einem kompakten SUV zu tun, wie es so schön heißt. Der Countryman ist genauso groß wie der BMW X1. Nur etwas günstiger. Und pfiffiger, werden manche finden. Zum Beispiel die Kids. Die fahren auf den irgendwie drolligen Look des Mini ab. Die großen Gucker vorne und hinten, sprich: Scheinwerfer und Heckleuchten. Wie bei einem Spielzeugauto. Die Eltern wiederum werden vom Fahrersitz magisch angezogen. Vor allem Mamas gefällt der Innenraum mit seinen vielen Style-Statements. Der Mini macht nicht so auf ernst wie andere Autos. Er

sagt: Smile! Das riesige Rundinstrument (eigentlich ein Touchscreen) in der Mitte wirkt ulkig, ebenso der Sound der Warnund Hinweistöne. Im Innenraum changiert die Farbe der Beleuchtung – je nachdem, ob man im grünen Sparmodus fährt oder

© Heidrun Henke (2), Hersteller (5)

Spätestens wenn die Urlaubsaison naht, wird das Familienvehikel einer kritischen Betrachtung unterzogen: Ist genug Platz für Sack und Pack? Hält das Gefährt auch bestimmt bis Caorle und zurück? Wir haben uns umgeschaut, was es auf vier Rädern Neues gibt. von stefan bonnet

rot auf Angriff gestellt hat. Der Kofferraum ist nicht so hoch gelegen, da lässt sich recht mühelos die Fracht hineinhieven. Papis schätzen den Platz am Lenkrad aus einem anderen Grund: Der Countryman geht richtig flott in die Kurven. Das Fahrwerk ist straff, die Lenkung direkt. Mit einem spritzigen Benziner unter der Haube – im Idealfall der Cooper S mit 192 PS – kann von einer typischen Familienkutsche wirklich nicht die Rede sein. Für alle Eventualitäten gibt es auch Allrad, für den Komfort eine feine Automatik – macht dann aber 38.027 Euro Listenpreis. Pro: Viel Charme, Style und Witz, dabei hohe Praxistauglichkeit. Kontra: Bei den Premiumpreisen endet der Humor.

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Toyota Proace Verso Unser eigener kleiner Reisebus

Es gibt Familien mit erhöhtem Platzbedarf – das mag an der vielköpfigen Kinderschar liegen, das mag aber auch an Hobbys oder Sportarten liegen, denen man gemeinsam nachgeht. Da braucht es mehr Stauraum, als ein Kombi oder SUV zu bieten hat. Gefragt ist schon ein richtiger Transporter. Wie der Toyota Proace Verso – nur dass der nicht wie ein gewerblicher Transporter aussieht, mit dem der Installateur unterwegs ist. Der Toyota ist ausgestattet wie ein normaler Pkw, das heißt: wie ein gut ausgestatteter normaler Pkw. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt: Alles an Navi, Konnektivität und Smartphone-Anbindung bis zum adaptiven Tempomat (der hält automatisch den Abstand zum Vordermann). Vor allem aber gibt es jede Menge Platz – in der entsprechenden Konfiguration mit bis zu acht Sitzplätzen. Ein kleiner Reisebus nur für uns! Werden weniger Sitze benötigt, kann man den Raum auch für Gepäck und Zuladung nutzen. Auch zum Campingmobil lässt sich der Toyota umrüsten. Die Preise beginnen bei 33.420 Euro, zur Wahl stehen Dieselmotoren von 95 bis 177 PS. Pro: Groß wie ein kleiner Bus. Gute Aussicht. Kontra: Es melden sich plötzlich viele Bekannte, die zufällig gerade siedeln ...

Vielseitig: Bis zu acht Personen finden im Proace Verso Platz.

VW Golf Variant Der Pragmatiker vom Dienst Der gute alte Kombi. Der gute alte Golf. Ergibt: Golf Variant. Und eigentlich gar nicht alt, aber gut: In siebter Generation hat sich der Golf fein herausgeputzt; innen wie außen ist der VW absolut up-to-date. Österreichs seit Jahrzehnten beliebtestes Auto steht deswegen immer noch hoch im Kurs. Für die Familie ist der Variant (vulgo Kombi) die kluge Alternative zum SUV. Denn der Gepäckraum ist gewaltig: MinDer Golf macht sich lang: Der Variant bietet viel Nutzwert.

destens 605 Liter stehen zur Verfügung. Sind die hinteren Sitze umgeklappt – das geschieht mit einem kurzen Zug an einer Klappe, wenn man zum Beispiel vor der geöffneten Heckklappe steht –, erhöht sich der Stauraum auf 1.620 Liter. Da gibt es gar nicht so viele SUVs, die da mitkommen. Und sonst: Der mit knapp 4,6 Metern Länge immer noch stadt- und parkplatzfreundliche Golf ist freundlich und unkompliziert. Ein Auto, von dem man spontan glaubt, dass man es schon lange kennt. Dabei hat der neue Golf jede Menge Technik, aber auch viele nette Spielereien an Bord. Auf Wunsch fahndet der Golf nach Parkplätzen und parkt selbsttätig ein, wenn er fündig wurde. Auch hält er selbsttätig die Spur, die Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann. Das ist bei langen Fahrten ein Sicherheits- und Komfortfaktor. Sogar mit dem Internet kann man das Auto verbinden. Vom Golf gibt es Hunderte Varianten, so auch für den Golf Variant. Welche ist die som m er 2017 |

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Richtig auffallen tut man mit dem Golf Variant nicht – wollen aber auch nicht alle.

richtige? Die Preise des Variant starten bei 21.390 Euro. Doch in Grundausstattung geht es doch etwas karg zu. Auch 85 PS sind eher knapp bemessen für eine schwungvolle Urlaubsfahrt mit viel Gepäck und in voller Besetzung. Wenn kein rigides Sparprogramm angesagt ist, empfehlen wir den brandneuen 1,5-Liter-Benzinmotor mit 150 PS – kräftig-spritzig, kultiviert, sauber und dabei sparsam wie Tante Käthe. In der reichhaltigen Ausstattungsstufe Comfortline stehen solchermaßen 28.310 Euro zu Buche. Pro: Viel Platz. Vertraut wie ein alter Bekannter, dabei up-to-date bei Technik, Komfort und Sicherheit. Kontra: Nicht gerade ein Einzelstück. Imponiert niemandem vor der Schule.

Skoda Kodiaq Ein Bär von einem Skoda Das erste richtige SUV von Skoda – da treffen zwei Reizworte aufeinander. Skoda hat sich zum feinen Label der Pragmatiker gemausert. Und das SUV ist die angesagte Fahrzeugklasse dieser Tage: hoch sitzen, robustes Styling, bereit für jedes Abenteuer. Der tschechische Bär macht was her. Strenger Blick, hoch aufragender Kühlergrill, wuchtiger Auftritt. Dabei ist der Kodiaq nicht länger als der Octavia. Nicht nur die 2.065 Liter maximaler Laderaum können sich sehen lassen – auch die Option einer dritten Sitzreihe ermöglicht ganz neuartige Einsätze. Nur beides zusammen kann man nicht haben. Für die

Urlaubsfahrt zu siebt wird wohl doch ein Transporter ins Haus müssen. Typisch Skoda sind die kleinen, klugen Ideen für den Alltag – die Regenschirme in den Türen, der Eiskratzer im Tankdeckel, die Kofferraumbeleuchtung, die gleichzeitig eine Taschenlampe ist. Sympathisch – da hat wer mitgedacht! Der Skoda Kodiaq bietet vor allem dann ein erstaunliches Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man zum Beispiel den Tiguan von VW ins Auge gefasst hat. Denn der Tscheche bietet nahezu die gleiche technische Ausrüstung – Motor, Getriebe, Allradoption – und das fast gleiche Programm an Ausstattung und Extras. Nur deutlich günstiger, bei mehr Platzreserven an Bord. Der 1,4-Liter-Turbobenziner ist gut gerüstet für den Job und ermöglicht einen tollen Einstiegspreis von 25.690 Euro. Was an Budget noch übrig ist, steckt man am besten in die Ausstattung. Pro: Endlich ein Hochparterre für SkodaFans. 7-Sitzer-Option. Kontra: Für den Alltag eine ganze Menge Auto.

© Hersteller

Skodas erstes richtiges SUV ist ein Raumwunder. Den Kodiaq gibt es auch mit sieben Sitzplätzen.

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Großes Angebot für kleine Gäste

Familienurlaub in der Ferienregion Imst

Sonne, Alpenluft und jeden Tag neue Sinneseindrücke und Erlebnisse: beste Voraussetzungen für eine gelungene Auszeit mit Kind und Kegel. In der Ferienregion Imst im Herzen Tirols erleben die Kleinen ihre ersten Bergabenteuer – und das garantiert ohne Protest gegen lange Fußmärsche. Schließlich bieten zwei Doppelsesselbahnen eine kräfteschonende „Mitfahrgelegenheit“ von Hoch-Imst bis auf 2.050 m Seehöhe. Das grandiose Bergpanorama von der Aussichtsplattform Adlerhorst und zahlreiche leichte Wanderungen (auch bergab) machen den Nachwuchs-Bergfexen Lust auf mehr.

Promotion

Learning by walking Speziell auf junge Besucher zugeschnittene Lehrpfade wecken Neugier, Naturbewusstsein und Rätselfreude. So fordert etwa der Hexenlehrpfad in der Salvesenklamm in Tarrenz vollen Einsatz bei kleinen Hexenpass-Inhabern. An 16 Stationen hält die Hexe Salvesia Fragen über ihresgleichen und die Natur bereit. Ihre gruseligen Geschichten unterhalten beim Wandern, und als Lohn für alle gelösten Aufgaben gibt’s in den Infobüros von Imst Tourismus ein kleines Geschenk. Auch der Berglehrpfad von der Untermarkter Alm zur Latschenhütte und weiter zur Muttekopfhütte vermittelt allerhand Wissenswertes über die alpine Natur. Neun Tafeln regen an, die Theorie gleich vor Ort spielerisch zu festigen. Die allerkleinsten Gäste werden einfach im Kinderwagen oder Buggy durch die Ferienregion kutschiert. Zahlreiche markierte Spazierwege, z. B. im Gurgltal oder am Starkenberger See, eignen sich für Babys Ausfahrt. Als kostenloses Service halten die Infobüros außerdem Kinder-Rückentragen zum Ausleihen parat. Spiele, Sport & Spaß Kaum eine Familie verlässt Imst, ohne mit dem Alpine Coaster gefahren zu sein – mit 3.535 kurvenreichen Metern die längste Alpen-Achterbahn der Welt. Der Start zum rasanten Sommerrodel-Vergnügen befindet sich bei der Mittelstation der Imster Bergbah-

© Martin Lugger (1), Imst Tourismus/Gerhard Berger (1), Imst Tourismus/Area47 (1)

Auf Sommerfrische in den Tiroler Bergen können sich Eltern und Kids rasch einigen. Kinder(wagen)taugliche Wanderwege, Bade-, Spiel- und Sportgelegenheiten sowie ein abwechslungsreiches Wochenprogramm machen Imst zu einem erstklassigen Sommerziel für Familien.

Mehr Information: Imst Tourismus Johannesplatz 4 A-6460 Imst Tel.: +43 5412 6910 -0 Facebook: like.imst.at info@imst.at www.imst.at

Ferienregion Imst noch viele weitere schöne Kinderspielplätze wie zum Beispiel den Waldspielplatz Sonnberg-Gunglgrün, die ökologisch gestaltete „Hitte-Hatte-Au“ in Mils oder das wunderbare „Hexegartle“ in Tarrenz.

nen. Kinder können ab drei Jahren mitfahren, ab acht Jahren und 1,25 m Körpergröße dürfen sie alleine auf dem Schlitten losdüsen. Ein absolutes Highlight! Und danach geht’s gleich weiter in Albins Erlebniswelt bei der Talstation in Hoch-Imst, wo Vogelschaukel, Hüpfburg, Karussell, Bungy-Trampolin, QuadBahn u.v.m. warten. Viel gute Laune bringt auch ein Besuch im Imster Sportzentrum mit seinem umfangreichen Bewegungsangebot: ein Kletterzentrum internationalen Maßstabs, Fußball- und Beachvolleyballplätze, Leichtathletik-Center, Kinderspielplatz, Funpark mit Halfpipe-Anlage, ein Ring für Elektromodellautos u.v.m. lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Auch im Freizeitzentrum Glenthof in Imst zieht ein Spielpark u.a. mit Trampolin, Kinderzug, Hüpfburg, Minigolfanlage, Squash-, Billard- und Kegelmöglichkeiten Familien magisch an. Daneben bietet die

Schwimmen & mehr Auch Erfrischung im kühlen Nass gehört zum Sommerurlaub dazu und wird gleich an mehreren Orten geboten. Der kostenlos zugängliche Badesee in Hoch-Imst und der für Funsport bestens geeignete Badesee in der AREA 47 begeistern mit angenehmen Temperaturen und hoher Wasserqualität. Attraktionen für alle Altersstufen gibt’s im geheizten Freischwimmbad Imst: Riesenrutsche, Kinderbecken, eine große Liegewiese und ein Beachvolleyballplatz machen die Anlage für Familien zur ersten Anlaufstelle bei Hitzealarm. Mit dem beliebten Bummelzug „Bummelbär“ zu den schönsten Zielen in Imst und im Gurgltal tuckern, in der Knappenwelt Gurgltal die Welt des Bergbaus erkunden oder mit dem größtenteils kostenlosen Wochenprogramm von Imst Tourismus täglich neue Abenteuer erleben ... Der Sommer in der Ferienregion Imst hat noch viele Highlights mehr für einen langen, unvergesslichen Familienurlaub! som m er 2017 |

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Familie, (teilweise noch sehr) jung, sucht Traumurlaub! Habt ihr ihn schon gefunden: den perfekten Urlaub mit Kindern? Wir sind immer noch auf der Suche, und es fühlt sich so an, als gäbe es ihn gar nicht. Mittlerweile glaube ich ja, zu Hause ist es am schönsten. Dumm nur, dass unser Zuhause nicht am Meer liegt ... von alina rheindorf „Weltreise mit Kindern leicht gemacht“, „Mit Baby auf dem Kilimandscharo“ oder „Abenteuertrip am Amazonas mit vier Kindern“. Man kennt sie: diese vollkommen realistischen Blogartikel, YouTube-Videos und Bildbände, in denen Aussteigereltern von den fantastischen Reiseerlebnissen mit ihren abenteuerlustigen und extrem pflegeleichten Kindern, die niemals jammern, berichten. Die Erzählungen handeln von Anreise „easycheesy“, gehen über in Aufenthalt „besttimeofourlife“ und Abreise zwar „achwieschade“, aber trotzdem wie alles andere eben auch „nullproblemo“. Ihr merkt schon, ich sollte mich etwas zurückhalten, damit ich nicht neidisch klinge. Ich nehme den Parental Globetrotters ihre Erfahrungen sogar ab. Ich glaube dennoch, dass eher sie die Ausnahme sind und nicht ich. Warum? Wenn Reisen mit Kindern so einfach wäre, dann gäbe es diese Artikel, Bücher und Videos nämlich nicht. Trotzdem habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass auch meine Familie es schaffen kann, einen Urlaub zu verbringen, der all unseren Vorstellungen entspricht. Ja, ich gehe noch weiter und behaupte wagemutig: Wenn wir nur den perfekten Urlaubsort fänden, würden wir alle zufrieden und erholt nach Hause zurückkommen und frei nach dem Schriftsteller Horst Eckert alias Janosch seufzend sagen: „Ach, wie schön ist Urlauben!“ DER TRAUM

» Toren bereisen in fremden Ländern die Museen, Weise gehen in die Tavernen «

... hat Erich Kästner einmal geschrieben und hätte in mir ganz bestimmt eine Interessengenossin getroffen. Was die Museen betrifft, sind meine Kinder ebenfalls auf seiner Seite, dummerweise stehen sie leider (noch) nicht so auf Tavernen. Sie wollen toben, rennen, alles erkunden, laut sein, ja, und zu meinem Leidwesen auch raufen. An Orten, wo sie das alles dürfen, fühlen sie sich wohl. Und was wir Eltern wollen, ist schließlich auch nicht ganz nebensächlich, wie ich weiß. Für uns hat sich der Spruch „Sind die Kinder glücklich, sind auch die Eltern glücklich“ leider nicht ganz bewahrheitet. Das mit All-inclusive haben wir schließlich getestet, und es dauerte nicht lange, bis uns Animation, Buffetschlacht und Mini-Disco in die nächstgelegene, einsame Bucht – weil sonst in den Wahnsinn – getrieben hat. Ja, auch wir wollen entspannte Zeit mit den Kindern verbringen, in der wir nicht jede Sekunde auf alle möglichen Gefahren achtgeben müssen. (Und glaubt mir, wenn es wo Gefahren gibt, könnt Ihr sicher sein, unsere Kinder finden sie.) Aber nicht um jeden Preis. Wir wollen den Urlaub auch nach unseren Vorstellungen genießen und buchen. Deshalb entscheiden wir uns heuer für das alleinstehende, hoffentlich eingezäunte Haus am Meer, in einem kleinen, verschlafenen Nestchen auf der kroatischen Insel Cres. Das Haus ist geräumig und urig, der Pool, der für diese Jahreszeit wohl zu kalt sein wird, bietet einen Hauch von Luxus, den wir aber gar nicht brauchen werden, weil wir das Meer vor der Haustür haben. Geurlaubt wird nämlich jetzt für lange Zeit das letzte Mal im Mai, weil wir uns ab diesem Herbst reisetechnisch an die Schulferien anpassen werden müssen. Der Vorteil: In der Nebensaison gibt es massenhaft leere Strände, und auch das Börserl ist glücklich. Bei der Destination waren wir uns schnell einig. Es gibt ja tatsächlich Eltern, die ihre Kinder den Urlaubsort verbindlich bestimmen lassen. (Echt jetzt!) Aber so verrückt bin ich nicht, das Risiko einzugehen, die einzigen zwei Wochen Sommerurlaub im Jahr in Sibirien zu verbringen. Es gibt zwei, drei Kompetenzen, die man an Kinder nicht abgeben sollte. Beim Kofferpacken allerdings lasse ich gerne mit mir reden, lehne mich zurück und schaue den Kindern zu. Der Große nimmt die Sache sehr ernst und packt sehr gewissenhaft für ungefähr drei Sekunden Sachen in seinen Koffer ein: einen Pullover und zwei paar Socken. Beiläufig fragt er nach der Badehose, doch als er die Spritzpistole entdeckt, ist die gesamte Aufmerksamkeit samt Vorhaben, den Koffer selbst zu packen, dahin. Als der

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© Munsterkids

Reise mit

Mode von Munsterkids, www.munsterkids.com

Dreijährige dann selbstsicher verkündet, er brauche in seinem Urlaub eigentlich gar nichts mit, außer die leere Küchenrolle aus Karton, muss ich auch hier wieder übernehmen. Ich stimme ihm zwar zu, dass er wohl kein Spielzeug braucht, da es am Meer zuhauf Steine, Wasser, Wald, Stecken und Boote gibt – also alles, was ein Kind in seinem Alter braucht und haben will, aber ein wenig Gewand packe ich dann doch noch ein. Na gut, ich bin ehrlich. Unser Auto ist sehr geräumig. Wie geräumig genau, habe ich bis auf den letzten Zentimeter getestet. Die Anreisedauer ist bewusst auf insgesamt sechs Stunden Fahrtzeit auf dem Land- und eine halbe Stunde auf dem Seeweg beschränkt. Die Voraussetzungen für den perfekten Urlaub sind nach einer tatsächlich sehr entspannten Fahrt gegeben ...

vorbeipfeffern, Eis in rauen Mengen verdrücken und mit Kaktusstacheln Gebilde in ihre zarte Kinderhaut ritzen. „Juhu, ich hab eine Sonne!“, schreit der eine vor Begeisterung. „Yeah, ich einen Fisch!“. Malen auf Papier interessiert sie nicht. Auch Urlaub ist mit meinen Kindern eben Leben am Limit, aber dennoch ein Mörderspaß. Ich werde nie die Mama sein, die am Liegestuhl in der Sonne brutzelt, während das Kleine stunden-, ja tagelang im Sand buddelt und Burgen baut. Na und? Ich schließe mit einem anderen großen Schriftsteller, der gesagt hat:

DIE WIRKLICHKEIT … solange genügend Eis auf der Insel vorrätig ist, was leider im Vorfeld schwer zu eruieren war. Aber als wir Eis schleckend auf die Fähre warten, sind wir guter Dinge und werden auch nicht enttäuscht. Weil wir nichts gegen so ein bisschen Natur haben, können wir (fast) alle gut damit leben, dass sich in unserem rustikalen Haus ein kleiner Skorpion ein Schlafzimmer in einem der Kinderschuhe einrichtet, dass sich Tausendfüßler gerne zwischen unseren Zecherln durchschlängeln, während wir Jause essen und die Temperatur abends so abfällt, dass wir uns am Kaminfeuer wärmen müssen. Wenn tagsüber die Sonne scheint, ist es warm genug, um Steine ins Wasser zu werfen. Die Großen lassen kurz die Seele baumeln, während die beiden Kleinen kastaniengroße Geschoße wenige Millimeter am Kopf des anderen

» Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen, ob man einen Menschen mag oder nicht, als mit ihm auf Reisen zu gehen. « Mark Twain Welch Glück habe ich, mit Menschen reisen zu dürfen, die ich liebe! som m er 2017 |

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Sommer, Sonne, Spiel und Spaß Lange hat er auf sich warten lassen, nun ist er endlich da: der Sommer. Also schnell die Sonnencreme auftragen und hinaus in die Natur. Österreichs Bundesländer und Südtirol haben in der warmen Jahreszeit einiges zu bieten. von alexander kords

SalzburgerLand 350 Kilometer lang ist der Salzburger Almenweg und hat damit jede Menge abwechslungsreiche Wanderstrecken zu bieten. Die 31 Etappen haben unterschiedliche Längen und Schwierigkeitsgrade. So braucht man für die fünf Kilometer der kürzesten Etappe gerade etwas mehr als eine Stunde, während es bei der längsten mit 21 Kilometern gerne mal den halben Tag dauert. Zudem können Etappen mit einer zusätzlichen Gipfeltour kombiniert werden: so etwa auf den 2.941 Meter hohen Hochkönig. Unterwegs trifft man immer wieder auf die Menschen der Salzburger Almen, die Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Einige Teilstücke zeichnen sich besonders durch ihre Familienfreundlichkeit aus. Auf der Etappe Nummer 27 etwa, die von Radstadt zur Moosalm in Filzmoos führt und rund zwölf Kilometer lang ist, können sich kleine Wanderer auf einen Streichelzoo und einen Kinderspielplatz freuen. Urige Almhütten laden unterwegs zur Einkehr und zur Verkostung von regi-

onalen Schmankerln ein. Ganze 120 sind es auf der gesamten Strecke, und einige darunter bieten auch Schlafmöglichkeiten für die Nacht an. Doch ganz gleich, ob man es sportlich oder gemütlich angeht: Man muss einfach nur der blauen Blüte des Enzians folgen, die als Wegmarkierung dient. Eine zusätzliche Freude beim Wandern macht das Sammeln von Stempeln. Die entsprechenden Pässe gibt es bei jedem Tourismusverband der Talorte, die Stempel selbst liegen bei den Almen entlang den Etappen auf. Das Abholen der Stempel macht vor allem Kindern viel Spaß, schon ab einem Stempel bekom-

Bergdorf der Tiere-Sommerfest

© www.grossarltal.info (1), H. Raffalt (3), Johnny Morano (1)

Salzburger Almenweg

men sie eine bronzene Wandernadel verliehen. Am 6. August findet das 2. Bergdorf der Tiere-Sommerfest in Mühlbach am Hochkönig statt. Das große Spielefest bietet ein buntes Programm für die ganze Familie: u.a. Kinderschminken, Ponyreiten, Luftballonkünstler, Streichelzoo. Bei der Bergdorf der Tiere-Olympiade kann man sich im Wettmelken, Hufeisenwerfen, Butterschütteln und Seilziehen messen. www.salzburger-almenweg.at www.hochkoenig.at

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Schlosspark Laxenburg

Burgruine Aggstein

Niederösterreich In den Vollmondnächten am 9. Juli und 7. August können Familien den Schlosspark Laxenburg aus ungewöhnlicher Perspektive erleben. Zahlreiche nachtaktive Tiere sind ebenso zu entdecken wie der Mond und die Gestirne. Für Kompetenz sorgen dabei die Mitarbeiter des Vereins Die Spur und der Interessengemeinschaft Astronomie und Raumfahrt, die die Veranstaltung gemeinsam durchführen.

© summerstage (1), MA 42 (1)

© Schlosspark Laxenburg (2), Burg Aggstein (1)

Der Besuch der Burgruine Aggstein macht doppelt Spaß, wenn man sich auf eine spannende Suche begibt. Insgesamt drei Abenteuer können große und kleine Burgherren und -fräuleins bestreiten, indem sie die Ruine durchstreifen, Rätsel lösen und Gegenstände finden. Dabei werden sie optisch und akustisch von Aggi, dem Geist der Burg Aggstein, unterstützt. www.diespur.at www.abenteuerspiel-aggstein.at

summerstage

Piratenspielplatz an der Liesing

Wien

dern allerdings eine vorzeitige telefonische Anmeldung.

Alljährlich stehen auf der summerstage an der Rossauer Lände zahlreiche Konzerte, Lesungen und Ausstellungen auf dem Programm. Für Kinder gibt es spezielle Angebote, z.B. kostenlose Trampolin-Kurse. Diese finden zwischen 9. und 30. Juli jeden Sonntag statt, erfor-

Auf Wien verteilt gibt es mehrere Wasserspielplätze, auf denen Kinder auch bei heißem Wetter genug Abkühlung bekommen. Neben Anlagen auf der Donauinsel oder im Esterhazypark zählt dazu auch der Piratenspielplatz an der

Liesing. Ganz getreu seinem Namen können die kleinen Besucher hier zu Seeräubern werden – dank Spielgeräten wie dem Schiff „Black Kakadu“ oder der „Teufelsklippe“. www.summerstage.at www.wien.gv.at/umwelt/parks/anlagen/ piratenspielplatz.html som m er 2017 |

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Mountain Go-Kart Hochwurzen

Auch wenn kein Schnee mehr liegt, kann man auf der Hochwurzen immer noch Schlitten fahren. Möglich ist dies mit den eigens entwickelten Mountain Go-Karts, mit denen man von der Gipfelstation Hochwurzen in 1.850 Metern Höhe startet. Erst nach sieben Kilometern und mindestens 20 Minuten ist die wilde Fahrt durch die Natur auf dem sicheren Gefährt dann vorbei. Besitzer der Schladming-Dachstein Sommercard erhalten übrigens Rabatt auf den Verleih. Bei Zotter in Riegersburg finden mehrmals täglich Schoko-Touren statt, bei denen es allerhand Wissenswertes über die Herstellung von Schokolade zu erfahren gibt. Naschstationen laden dazu ein, die Vielfalt der Süßigkeit selbst zu erleben. Anschließend können die Besucher den essbaren Tiergarten mit zahlreichen Vierbeinern und Spielgeräten entdecken.

Burgenland

© Ikarus (1), Zotter (1)

Zotter in Riegersburg

www.mountain-gokart.at/hochwurzenschladming-dachstein.html www.zotter.at

„Die Reise des kleinen Prinzen“ ist eines der drei Stücke, die heuer beim Sommerfestival im Park vom Schloss Kittsee aufgeführt werden. Auf Basis der berühmten Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry hat der Komponist Gerald Wirth eine Oper für Kinder geschrieben. Das Besondere: Im Finale darf auch das Publikum mitsingen. Am 2. und am 9. Juli begibt sich der kleine Prinz in Kittsee auf seine Reise. Viele Buben (und sicher auch ein paar Mädchen) träumen davon, Rennfahrer zu werden. Im Feriencamp des Formel 1 Club Austria können sie diesem Wunsch ein Stückchen näher kommen. Eine Woche lang geht es jeden Tag auf eine moderne Indoor-Kartbahn, am letzten Tag liefern sich die Teilnehmer ein spannendes Rennen. Für das Camp von 9. bis 14. Juli gibt es noch wenige Plätze, in der Woche von 27. August bis 1. September sind noch mehrere frei.

© Richard Schuster (1), formelclub.at (1)

Steiermark

www.sommerfestival.at www.formelclub.at

Kron Arc

Papierwerkstatt

Südtirol Im Schreibmaschinenmuseum in Partschins können große und kleine Gäste ihr eigenes Papier herstellen. Aus altem Papier wird neues – und wer will, der kann sogar frische Blumen oder getrocknete Pflanzen mitbringen und in seiner Kreation verewigen. An jedem Montag zwischen 26. Juni und 31. August geht es ab 17 Uhr los, jede Veranstaltung dauert circa eine Stunde. Wer gerne einmal mit Pfeil und Bogen schießen möchte, der ist auf dem Gelände von Kron Arc Adventure in Olang genau richtig. Auf einer leichten Wanderstrecke warten insgesamt 28 Stationen, an denen man auf dreidimensionale Plastiktiere schießt. Unterwegs lernt man nebenbei einiges über die Tiere und Pflanzen der Region. Ein Kletterpark, eine Reifen-Rodelbahn und viele andere Aktivitäten bieten zusätzliche Unterhaltung. www.schreibmaschinenmuseum.com www.kron-arc.com 86 | som m er 2017

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St. Anton am Arlberg steht am 24. und 25. Juni ganz im Zeichen der traditionellen Tiroler Lebensweise. Beim Festival Musica et Artificium gewähren Handwerker wie Korbflechter und Kochlöffelschnitzer Einblicke in ihre Kunst. Dazu gibt es volkstümliche Musik und regionale Speisen für die Stärkung zwischendurch. Straßenkunst vom Feinsten erwartet die Besucher von Lienz zwischen 25. und 29. Juli. Beim Straßentheaterfestival Olala zeigen mehr als 30 Gruppen aus zahlreichen Ländern, wie gut sie es verstehen, ihr Publikum zu unterhalten. Dies tun sie nämlich mehrheitlich auf den Straßen und Plätzen der Stadt. Dank akrobatischer Einlagen, Musik und Zirkus verwandelt diese sich in eine einzige große Bühne. www.stantonamarlberg.com/de/ events/musica-et-artificium www.olala.at

Straßentheaterfestival Olala

Musica et Artificium

© Musica et Artificium (1), Olala (1)

© Schreibmaschinenmuseum (1), Kron Arc (1)

Tirol

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Luf Sac


Wir sind weg

Schloss Kittsee

Von 22. bis 26.6. ist Klagenfurt Schauplatz der United World Games, eines der beliebtesten Jugendsport-Events der Welt. Tausende junge Menschen aus über 40 Ländern messen sich am Wörthersee in einem Dutzend Sportarten. In den Turnieren im Fuß-, Basketoder Volleyball sowie bei LeichtathletikWettkämpfen geht es in erster Linie um den Spaß an der Bewegung und das internationale Miteinander. www.unitedworldgames.com

© Daniel_Janesch (1)

Kärnten

United World Games

Formel 1 Feriencamp

Bis zum 10. September geht es jeden Mittwoch vom Walserhaus in Hirschegg auf eine erlebnisreiche Tour durch den Wald. Dabei sammeln die teilnehmenden Kinder verschiedene Objekte wie Steine, Zweige, Blüten, Wurzeln oder Lehm und verwandeln sie dann in der kreativen Naturwerkstatt in Kunst – etwa in Zwergenhäuser oder Lehmfiguren. Geeignet für Kinder von 6 bis 12 Jahren. www.kleinwalsertal.com

© Oliver Farys (1)

Vorarlberg

Naturwerkstatt Kleinwalsertal

Almfest

Oberösterreich

www.hiwu.at/wurzeralm/de/sommer www.linzag.at

Grottenbahn in Linz

y p Kinder art

Luftburgen & Trampoline, Kinderautobahn & Bumper Boats, hausgemachte Sachertorte, Pizzabacken, Kinderschminken, Dosenschießen,... im Wiener Prater. 084_BUNDESLANDER_2017SO_k.indd 87

© HIWU/Ursula Antensteiner (1), Linz AG (1)

Beim Almfest auf der Wurzeralm am 24. Juni gibt es allerhand zu erleben: z.B. Floßfahren, BergschuhDosenwerfen, Ziegenstreicheln, Kistenklettern. Wer im Laufe des Tages alle Stände besucht und Stempel einsammelt, kann am Abend Preise gewinnen. Den Abschluss des Fests bildet die spektakuläre Nacht der Bergfeuer. Heuer begeht die Grottenbahn in Linz ihr 111-jähriges Bestehen. Zur Feier der Schnapszahl gibt es das ganze Jahr über aufregende Aktionen, z.B. die Nacht der Familie am 14. Juli. Bei vielen Veranstaltungen gibt es Sticker, die die kleinen Besucher in ein spezielles, im Grottenbahn-Shop gratis erhältliches, Stickeralbum einkleben können.

Familienrestaurant . Trampolin . Luftburgen

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Wir sind weg

Abenteuerland

Tipps

Am 21. Juni ist Sommerbeginn ... Und ab da werden die Tage schon wieder kürzer. Also nutzet den Tag und ab ins Grüne! von theres arnold VORARLBERG 1) Familienführung Schattenburg Zu unterschiedlichen Themen wie „Speisen, Gewürze, Kräuter“, „Wäsche und Kleidung“, „Sagen und Geschichten“, „Schreibwerkstatt und Siegel“ u.v.m. Wo: Schattenburg Museum, Burggasse 1, 6800 Feldkirch Wann: 11.+25.6., 9.+23.7., 13.+27.8., 10.+24.9., 8.+22.10. jeweils 15–16:30 Uhr, 2.7., 6.8., 3.9. 10–17 Uhr, Anmeldung: 05522 719 82 Wie viel: Führung €22,– pro Familie, Erw. € 7,–, Kinder (12–17) € 5,50, Kinder (6–11) € 3,50, Kinder (0–5) frei www.schattenburg.at TIROL 2) Römer- & Ritterspiele Ehrenberg Die Zeitreise erstreckt sich von der späten Antike über das Mittelalter bis hin zum Barock. Neben Schaukämpfen aller Art, einem Markt und unzähligen Musik-Acts gibt es ein umfangreiches Kinderprogramm. Wo: Burgenwelt Ehrenberg, Klause 1, 6600 Reutte Wann: 28.–30.7. Wie viel: Erw. € 21,–, Kinder (6–15) € 10,– www.ritterturniere.com 3) Bergbahnen Rosshütte Erlebnis-Spielplatz Bergbau, Tramp-Bat (Trampolin und Luftkissen in einem), SunkidSchlauchrutsche, Sprungturm & „Double“Landing Pad (Luftkissen mit verschiedenen Absprunghöhen). Wo: Seefeld-Tirol-Reith AG, Talstation 419, 6100 Seefeld Wann: Bahn & Erlebnis-Spielplatz bis 26.10., Tramp-Bags, Sprungturm, Landing-Pad & Sunkid-Schlauchrutsche: 30.6.–26.10. Wie viel: Bergbahn-Topkarte (alle 3 Bahnen) Erw. € 27,–, Kinder (16–18) € 26,50, Kinder (6–15) € 12,50, Kinder (0–5) frei www.rosshuette.at SALZBURG 4) Das Tal der Geier Im Rauriser Krumltal ziehen die Könige der Lüfte ihre Kreise: Steinadler, Gänsegeier und Bartgeier sind hier mit etwas Glück und Fernglas in freier Wildbahn zu beobachten. Während der Greifvogelschau auf der Hoch-

alm kommt man Falken, Eulen und Adlern ganz nah. Wo: Greifvogelwarte Hochalm, Einstiegsstelle: Rauriser Hochalmbahnen AG, Liftweg 2, 5661 Rauris Wann: Greifvogelschauen 26.5.–30.6. und 13.9.–23.10. So, Di und Do, 3.7.–11.9. täglich, jeweils um 11 Uhr und 14:30 Uhr Wie viel: Berg- & Talfahrt Erw. € 17,–, Kinder € 10,70 www.raurisertal.at 5) Young Actors Academy Salzburg 3-tägige Theaterworkshops für theaterbegeisterte Kinder und Jugendliche. Wo: Gartenstadt, Valkenauerstr. 43–73, 5026 Salzburg-Aigen Wann: 17.–19.7. + 24.-26.7., Minis (7–9): 10–11:30 Uhr, Kids (10–12.): 12–14 Uhr, Teens (13–17): 15–17 Uhr Wie viel: Minis-Workshops € 59,–, KidsWorkshops & Teens-Workshops € 75,– www.young-actors-academy.com OBERÖSTERREICH 6) Wandern mit Betty Ob auf Schatzsuche im Tal der Fossilien oder auf der Wichtelwanderung – mit Betty wird Wandern zum Erlebnis. Wo: Betty Jehle, Gosau 490, 4824 Gosau, Treffpunkte je nach Wanderung Wann: je nach Wanderung, Anmeldung notwendig

Wie viel: Erw. ab € 12,–, Kinder bis 14 gratis www.betty-jehle.at 7) Kinderwelt-Museum Schloss Walchen Hier kann man alles über das Leben von Kindern im 18. und 19. Jahrhundert spielend erfahren und sich danach im Naturspielpark, auf dem Kräuterlehrpfad und in der Villa Kunterbunt so richtig austoben. Wo: Walchen 3, 4870 Vöcklamarkt Wann: bis 1.9. täglich 10–17 Uhr Wie viel: Erw. € 5,50, Kinder € 4,50 www.kinderweltmuseum.at STEIERMARK 8) Krispini Kinderschatzsuche Werden alle Rätsel entlang des Wanderweges richtig gelöst, kann die entstandene Zahlenkombination die Schlösser der Schatzkiste am Hochsitz öffnen. Wo: ab Mittelstation, Riesneralm Bergbahnen GmbH & Co KG, Donnersbachwald 89, 8953 Irdning-Donnersbachtal Wann: Juli–September Wie viel: gratis www.riesneralm.at/sommer 9) 20. Ritterfest Burg Oberkapfenberg Buntes Treiben mit Ritterkämpfen, Gauklern, Spielleuten, Theater, Artistik u.v.m.

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© Artur Bodenstein

Wo: WerkstattNatur, Lehrnertal 3, 7221 Marz Wann: 31.7.–4.8., 21.8.–25.8., jeweils 7:30/9–16/17 Uhr Wie viel: € 150,– inkl. Verpflegung www.werkstatt-natur.at Wo: Mögliche Shuttlebus-Zustiegstellen: Roseggerpark, Europaplatz, Sportzentrum, 8605 Kapfenberg Wann: 24.6. 11:30–24 Uhr, 25.6. 10–21 Uhr Wie viel: Erw. € 12,–/Tag, Kinder (14–18) € 8,–, Kinder (0–14) frei, Greifvogelschau € 4,– p.P. www.ritterfest.net KÄRNTEN 10) Wasser-Sinnespark Ein Natur-Kleinod im Zentrum des ältesten Ortsteiles, kleine Bäche, Sumpf-Biotop, Sumpfwiese, Wasserspeicher Wald mit allen heimischen Baumarten, Wasserspielplatz, Barfußweg und vieles mehr. Wo: Dorfstr. 30, 9546 Bad Kleinkirchheim Wann: frei zugänglich Wie viel: gratis www.badkleinkirchheim.com 11) Naturlehrweg „Nach innen horchen“ Den Naturlehrweg geht es entlang bis zum Gartlwasserfall, den man von einer attraktiven Plattform aus beobachten kann.

Optimal auch für kleinere Kinder. Wo: großer Parkplatz im Zentrum, 9843 Großkirchheim Wann: frei zugänglich Wie viel: gratis www.grosskirchheim.at BURGENLAND 12) Windpark-Führung Weiden Informationen zu den Themen Wind, Umwelt- und Vogelschutz, Funktion einer Windenergieanlage und die Einbindung in das Stromnetz. Wo: Tourismusbüro Weiden am See, Raiffeisenplatz 5, 7121 Weiden am See Wann: bis Sept. jeden Di 10 Uhr, Anmeldung notwendig Wie viel: gratis www.neusiedlersee.com 13) Waldabenteuertage Tagesferienlager für Kinder von 5–10: Zelten, Staudämme bauen, den Wald erkunden, grillen am Lagerfeuer, Insektenhotel basteln ...

NIEDERÖSTERREICH 14) Die Legende von Aggstein Bei einem Rätselspiel durch die Burgruine gilt es, dem Geist des Aggsteins zu helfen und unterschiedliche Herausforderungen zu meistern. Benötigt werden 2 bis 5 Spieler und mindestens eine Stunde Zeit. Wo: Ruine Aggstein, 3642 Aggsbach Dorfn Wann: Juni–August tägl. 9–19 Uhr Wie viel: Familie (2 Erw.+ 2 Kinder 6–14) € 48,– (inklusive Eintritt in die Burg) www.abenteuerspiel-aggstein.at WIEN 15) Kinder Business Week Vorträge und Ideenwerkstätten zu unterschiedlichsten Themen. Kinder von 8 bis 14 können sich gratis für bis zu 10 Veranstaltungen anmelden und z.B. ergründen, warum Zeitungen so wichtig sind oder wie Werbung eigentlich entsteht. Wo: Wirtschaftskammer Österreich, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien Wann: 24.–28.7. Wie viel: gratis www.kinderbusinessweek.at som m er 2017 |

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© Wyland Stanley Collection

Pro und Kontra

Elterntaxi

PRO Von Trude Peters

Elterntaxi – warum nicht! Wir leben in einer Zeit, die vom Wettbewerb bestimmt wird, und zwar von Anfang an. Will man seinem Sprössling einen Vorteil verschaffen – und das will nun mal jeder Elternteil –, dann sind täglich wechselnde außerschulische Angebote quasi Pflicht. Individuell auf den Nachwuchs abgestimmt, vielleicht noch mit einer kleinen Prise elterlicher Vorliebe. Fußball, Ballett, Sprachunterricht, Reiten, Computerkurs, Klavierunterricht, Theater ... das alles muss neben Freunden und Familie ins Wochenprogramm eingearbeitet werden. Leider sind diese Angebote oft nicht ums Eck, und da fängt das Problem auch bereits an. Wenn dann noch der zeitliche Faktor eine Rolle spielt, würde ich mein Kind nicht unbedingt der Gunst des öffentlichen Fahrens aussetzen. Auch das Thema Sicherheit darf man nicht vergessen. Es ist schon richtig, dass man mehr Sicherheitspersonal und Plakatkampagnen mit Benimmregeln in öffentlichen Verkehrsmitteln sieht, aber meinen Sprössling einem potenziellen Risiko aussetzen, wenn er bedenkliche Strecken fährt, muss jetzt auch nicht sein. Klar, Selbstständigkeit ist gut und wichtig, aber die lernt das Kind zur Genüge in der Schule und bei außerschulischen Aktivitäten. Da bin ich als Elternteil nicht gefragt. Und die „Botenfahrten“ bieten auch eine schöne Zeit zur Kommunikation zu zweit. Man kann aktuelle Befindlichkeiten, Freundesstatus, Ärgernisse und vieles mehr erfahren, ohne dass vielleicht der lästige Bruder oder die neugierige Schwester mithört. Manchmal hat man auch die Möglichkeit, die gewonnene Information mit Erlaubnis des Stammhalters als „Vorbote“ einzusetzen. So manche verhaute Schularbeit bekommt dann eine mildere Reaktion in der Familie, und die Eltern-Kind-Beziehung profitiert davon. Später in der Pubertät fordert der Nachwuchs dann so und so Autonomie, und da kann man dann auch getrost Vertrauen in die Selbstorganisation legen. Wobei es soll ja immer wieder Pubertierende geben, die ob ihrer Lethargie noch sehr dankbar für Chaffeurdienste sind – und vielleicht dann doch redselig werden. Es soll auch immer wieder vorkommen, dass man gerne das „Elterntaxi“ als cooles Service am Ende von Partys oder Veranstaltungen nutzt, und ich wette, die dann entstehenden Gespräche auf der Heimfahrt sind unbezahlbar :))

KONTRA Von Alexander Reichmann

Heikles Thema. Chauffieren oder öffentliche Verkehrsmittel? Hol- und Bringservice oder Fahrrad? Allein zu Fuß gehen lassen oder Fahrdienst spielen? Grundsätzlich: Elterntaxi, nein danke. Im Kindergarten bzw. Volksschulalter – klar – geht unbegleitet noch eher wenig. Doch spätestens wenn der Sprössling in eine höhere Schule eincheckt, sollte die Eigenständigkeit mehr gefördert werden. Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel, mit Schulfreunden zu Fuß gehen, bitte ja, bitte Selbstständigkeit lernen. Egal, ob es in die Schule geht, zu Freunden oder zu einer Geburtstagsparty. Es gibt Straßenbahnen, es gibt U-Bahnen, es gibt Busse ... Einmal Kinderchauffeur, immer Kinderchauffeur. Bis ins „hohe Studentenalter“ hinein, und wer will das schon? Natürlich darf jeder seine eigenen Schmerzgrenzen ziehen, eine 12-Jährige sollte vielleicht nicht nach Mitternacht mit der U-Bahn durch die Gegend tingeln. Wo genau die Trennlinie ist, ist jedem selbst überlassen. Wenn irgendwo ein Get-Together steigt: Redet miteinander, Kinder, checkt euch selber, wie ihr hinkommt, wie ihr wieder heimkommt, lasst es uns wissen, wir prüfen, ob der Plan einen Sinn ergibt, und dann: Go for it. Eltern, die aus Angst ihre Kinder permanent in der Weltgeschichte herumkarren, nehmen ihnen jede Möglichkeit, eigenverantwortlich zu planen und zu organisieren. Ausnahmen gibt’s natürlich immer. Unwetter, vollgepackt bis über beide Ohren – alles kein Thema. Wer lässt schon sein Kind buchstäblich im Regen stehen, wenn draußen die Welt untergeht, beladen mit Schulzeugs, Turnzeugs und überhaupt Zeugs. Dann rückt man selbstverständlich gerne aus, aber sonst: Bitte lass sie nur machen, sie können das, sie schaffen das, und außerdem leben wir in einem der sichersten Länder dieser Welt. Wer das nicht glaubt, kann immer noch einen Alarmgeber für den Schlüsselbund besorgen. Und wer es nicht weiß: Es gibt sehr praktische „Freunde-Apps“ fürs Handy; sollte der Nachwuchs tatsächlich mal auf Irrwegen sein und im falschen Bus sitzen, kann man ihn so orten und immer noch bergen gehen.

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© 2017 McDonald’s Solange der Vorrat reicht. Ein Spielzeug oder Buch in jedem Happy Meal. Ich — Einfach unverbesserlich 3 © 2017 Universal Studios. All Raights Reserved. Die kleine Spinne Widerlich – Ferien am Meer © 2017 Baumhaus Verlag in der Bastei Lübbe AG (Text: Diana Amft; Illustration: Martina Matos), www.baumhaus-verlag.de

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Tipi – Magazin für die Sommer/2017  

Vaterrolle neu – Hat sich wirklich etwas verändert?

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