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Familienmagazin

urlaub i austrian

Sommer 2020

Magazin für die Familie

süsse freuden

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Schlemmen ohne Reue: Zuckerfreie Rezepte

Vor der neuen Haustür Bewegte Zeiten für eine junge Familie

Freundschaften

Im Wald baden

Andreas Schmid

Machen stark fürs Leben

Die positive Wirkung der Natur

Geschichte einer Kindheit

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sommer 2020 tipi 35 eur 2,90

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Endlich raus. Endlich rein! Nur Abstand muss weiterhin sein. Es ist so weit! Die Wiener Frei- und Familienbäder laden zum Abtauchen und Entspannen ein. Und das zum besonders günstigen 1-2-3-Tageskarten-Tarif. Die freien Badeplätze sowie Infos zu den Eintrittspreisen und den Corona-Baderegeln findest du in der Stadt Wien-App sowie unter wien.gv.at/baeder. Die Wiener Bäder heißen dich herzlich willkommen!

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Editorial

© Carmen Trappenberg

Liebe Leserin, lieber Leser, „Homeschooling“ und das permanente Aufeinanderpicken waren immer noch eine Herausforderung, als meine Buben und ich Mitte April eine kurze Auszeit vom CoronaAlltag nahmen: Wir traten vor unsere Haustür und wurden dort von Carmen Trappenberg fotografiert – mit Sicherheitsabstand, versteht sich. Die Fotografin hat die coronabedingte Arbeitspause genutzt und im Rahmen ihrer „Haustürporträts“ viele weitere Menschen abgelichtet – so auch unsere Coverfamily. Ab Seite 14 erzählen Dani (die übrigens auch Teil des Tipi-Teams ist) und Christian, wie sie sich kennengelernt haben, dank Ilja zu einer kleinen Familie wurden und wie sie die Corona-Zeit mit Baby überstanden haben. Nicht nur in Österreich hat das Virus das Leben von Familien ordentlich auf den Kopf gestellt ... Ab Seite 24 berichten österreichische Familien, die mittleweile im Ausland leben, wie sie die letzten Monate in Norwegen, Spanien, Italien, Mexiko oder Saudi-Arabien erlebt haben. Was die Kinder in der Zeit am meisten vermisst haben? Ihre Freunde! Warum Kinderfreundschaften so wichtig sind und stark fürs Leben machen, lest ihr ab Seite 28. Ablenkung von Corona finden wir aber natürlich auch: im Wald (S. 80), bei freien Tauffeiern (S. 42), im Gesäuse (S. 90) oder mit köstlichen, zuckerfreien Rezepten (S. 68). Im Namen der Redaktion wünsche ich einen entspannten Sommer mit wundervollen Erlebnissen, viel Freude mit der neuen Tipi-Ausgabe – und vor allem: Gesundheit!

Kim Sztrakati, Chefredakteurin chefredaktion@tipimagazin.at Tipi kommt viermal jährlich gratis zu allen McDonald’s Family Club-Mitgliedern direkt nach Hause, zur freien Entnahme findet man Tipi in allen teilnehmenden McDonald’s Restaurants, in 35 ausgewählten Kinderhotels, in 300 Trafiken in Wien und Umgebung, bei 785 Frauen- und Kinderärzt(inn)en in ganz Österreich und in 200 Wiener Kindergärten. Anmeldung zum McDonald’s Family Club ganz einfach online hier: www.mcdonalds.at/familyclub

Die Tipi-Coverfamilie Wer wir sind: Dani (32), Christian (39), Ilja (5 Monate) Woher wir kommen: Wien & Bamberg Was wir mögen: gutes Essen, Reisen und Musik

Lust auf

ein Cover-

Fotoshooting mit der

ganzen Familie?

Wir suchen die nächste Tipi-Coverfamilie. Wenn ihr das sein wollt, schickt einfach ein Mail mit Kurzbeschreibung und Familienfoto an: cover@tipimagazin.at

Foto: Carmen Trappenberg, trappenberg.at

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Inhalt

chste Das nä Tipi:

© Simone Porteder (Illustration), freepik (Illustration), Carmen Trappenberg, Rawpixel, Gaelle Marcel/Unsplash, Lübbe Verlag, Annie Spratt/Unsplash, Andreas Kolarik, studiokamenar.com

tem Sep

ber 2020

60

86

Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Chefredaktion: Kim Sztrakati Art-Direktion: Simone Porteder Text-Redaktion: Inez Ardelt, Peter Draxl, Manuela Fischer, Julia Fleiß, Tanja Haiden, Hans Peter Hasewend, Martina Hasewend-Schwaiger, Heidrun Henke, Markus Höller, Tanja Holz, Sandra Prinz, Susanne Sonnleitner, Michaela Titz, Eva Maria Wagner, Veronika Winter, Peter Zirbs Assistentin der Redaktion: Natascha Holba Produktion: Hofeneder & Partner GmbH Fotos: Heidrun Henke, Michaela Titz, Verlage, Hersteller, Verleiher & weitere Fotografen Illustrationen: Artur Bodenstein, Simone Porteder Lektorat: Gudrun Likar Marketing und Mediaberatung: Michael Martinek Redaktion- und Mediaberatung: Natascha Holba, Daniela Ruff, Georg Peter, Simone Schnak Verlagsleitung & Vertrieb: Georg Peter Medieninhaber, Eigentümer und Verleger: PPH Media Verlag GmbH, Otto-Bauer-Gasse 6, 1060 Wien Tel.: +43/(0)1/235 13 66-800, Fax: +43/(0)1/235 13 66999, E-Mail: office@pph-media.at Offenlegung nach § 24 bzw. § 25 MedienG sowie Angaben gem. § 5 ECG: Medieninhaber: PPH Media Verlag GmbH, Sitz in Wien. Unternehmensgegenstand: Redaktion, Herstellung und Distribution von Magazinen, Zeitschriften, Kalendern und anderen Drucksorten, insbesondere des Familienmagazins „TIPI“ und des Film- und Musik-Magazins „DOT.magazine“. Geschäftsführung: Lorin Polak. PPH Media Verlag GmbH steht im Eigentum von Lorin Polak (100 %) mit Sitz in Wien. Tätigkeitsbereich PPH Media Verlag GmbH: Gegenstand des Unternehmens ist jedwede geschäftliche Tätigkeit im Zusammenhang mit Print- und digitalen Medien im Bereich zielgruppenorientiertem Jugend- und Familienformat, der Geschäftsbereich Business to Business, jedwede Tätigkeit einschließlich Marketing und Consulting im Bereich Medien und Werbewirtschaft. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig oder nützlich erscheinen. Blattlinie: Familienmagazin, Berichterstattung über familienorientierte Themen wie Gesellschaft, Psychologie, Mode, Wohnen, Essen, Gesundheit, Freizeit und Reisen.

14

Dani aus dem Tipi-Team und ihr Mann Christian über bewegende Zeiten mit Baby Ilja 3 6 8 10 32 76 78 96 98

Editorial Mein Lieblings... Where Children Sleep Familienplauderei Urpeinlich, Papa! Film-Highlights Schauen, Spielen, Lesen ... Abenteuerland Pro und Kontra

12

Leben und wir

14

Vor der Haustür Lockdown mit Baby – die Tipi-Coverfamily erzählt Geschichte einer Kindheit Andreas Schmid (vormals Seidl) im großen Tipi-Interview Leben mit Kindern ... in der Krise Freunde machen stark fürs Leben Warum Kinderfreundschaften so wichtig sind

34 36 38

40

Mama & Baby

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Herzlich willkommen, Baby! Zu Besuch bei freien Tauffeiern Mama sein heute Zwischen Müdigkeit, Aufopferung & Resignation Bitte einsteigen! Neue Kinderwagen und Buggys

46

20

24 28

Innen hui Zwei Mompreneurs machen Wohnträume wahr In hohem Bogen Bunte Regenbogen fürs Kinderzimmer Qua-ran-tä-ne Ein Wochenbuch zwischen Homeoffice, Social Distancing und Klopapier

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50

Mode & Pflege

52

Lieblingsschmuck für Individualistinnen Sarah und Petra über ihr Label Birdy & Bee Jewellery

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Moderator Andreas Schmid erinnert sich an seine Kindheit

48 68

28

52 56 57

Gut zu Fuß Neue Schuhe für Kids Enzym-Maske Naturkosmetik zum selber Machen

58

Essen und Gesundheit

60

Ein krummer Rücken lernt nicht gerne! Was eine gesunde Haltung ausmacht Bringt’s die Milch? Hat die Milch noch eine weiße Weste?

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64 68

Milchbrötchen mit Rosinen Rezept für die Jausenbox Süße Freuden Brownies, Kuchen, Waffeln und Co. – ganz ohne weißen Industriezucker

72

Freie Zeit

74

Zu Besuch an Bord Interview mit dem kreativen Trio vom Kinderhörbuchverlag Hörschiff Im Wald baden Die positive Wirkung der Natur auf die kindliche Entwicklung

80

mini Tipi Die Kinder-Besonder-Seiten zum Heraustrennen

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Wir sind weg

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Top of Austria Auf der Großglockner-Hochalpenstraße geht’s hoch hinauf Mein Freund, seine Familie und ich Familienurlaub als Tradition

88

80 90 94

Wo der Wildbach rauscht ... Der spröde Charme des Gesäuses Mit kleinen Füßen auf Wanderschaft Tipps und Tricks für das Wandern mit Kindern

& schick

mach mit

ein!

Überall, wo du diesen Button siehst, kannst du Tipi aktiv mitgestalten. Als Dankeschön für jede Veröffentlichung gibt es kunterbunte Geschenke.

Noch mehr Tipi gibt es auf www.facebook.com/TIPI.Familienmagazin oder bei Instagram: @tipimagazin

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Mein Lieblings...

& schick

mach mit

KINDER STELLEN VOR

ein!

rt, l, -spo gsspie n n: li a b ie te L Info bit t euer t to mit Was is o .a F in .? z a etc ag -essen lings @ tipim eb meinli

Sara

© Privat

9 Jahre * Ob * erösterreich

Mein Lieblings… Teddybär

» ... ist fast genauso alt wie ich. Ich hab ihn zu meinem ersten Geburtstag von meiner Oma und meinem Opa bekommen. Damals hab ich nur › Bäääh ‹ zu ihm gesagt; mittlerweile heißt er › Herr Bär ‹. Seitdem ist kaum eine Nacht vergangen, in der ich nicht mit ihm kuschle. Auch bei Ausflügen begleitet mich Herr Bär manchmal – vor allem, wenn ich ohne meine Eltern oder Geschwister unterwegs bin. « 6 | som m er 2020

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Das GefĂźhl, wenn sich die Familie beim Essen mal einig ist:

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Where Children Sleep

Tristan, 7 Jahre, USA Aus dem Fotoprojekt „Where Children Sleep“ von James Mollison

Tristan lebt mit seinen Eltern in einer kleinen Wohnung in Manhattan, New York. Seine Mutter ist Filmemacherin, sein Vater Autor. Tristan besucht eine „Öko-Schule“, eine staatliche Schule, die besonders umweltverträglich und nachhaltig betrieben wird. Hier gibt es keine religiösen Feiertage – nur die Sonnenwende und Tagundnachtgleiche werden gefeiert.

Die Schulplätze in New York sind heiß begehrt – das war bereits die zehnte Schule, für die sich Tristan beworben hatte. Er geht gerne zur Schule, besonders, wenn es sein Lieblingsessen gibt: Speck. Seine andere kulinarische Leidenschaft möchte er gerne zum Beruf machen, wenn er erwachsen ist: Tristan will Marmeladenmacher werden.

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© James Mollison

Where Children Sleep

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Familien

Familienplauderei

PLAUDE R 1. 2.

Conny (37) Toni (44) Rosalie (5) Flora (2) aus der Steiermark

Familie Rie be nbau er

Nina (30) Marco (34) Tobias (3) Felix (1) aus Wien Carina (34) Christoph (39) Amelie (6) Matteo (2) Theresa (2) aus Niederösterreich

uer Familie Neuba

Familie Al tman n

Carina (35) Stella (5) aus Wien

Lucia (37) Johann (43) Bastian (14), Timea (12) Lana−Dajen (7) nicht im Bild: Christoph (25), Tobias (18) aus Tirol 10 | som m er 2020

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Familie Canji

Das machen wir im Sommer

Darüber wird gerade diskutiert

Wir genießen unsere neue Terrasse. Chillen, grillen und vor allem planschen!!

Mit Flora täglich über das Zähneputzen und mit Rosalie übers Aufräumen – ein Klassiker!!

Wir fahren nach Kärnten an den Klopeinersee – unser erster Familienurlaub zu viert!

BITTE und DANKE nicht vergessen!

Wir spielen am Balkon oder im Garten, machen Ausflüge und Radtouren.

Weitere Entwicklung von Corona, Kindergarteneingewöhnung der Zwillinge, Schulstart der großen Tochter.

Wir genießen die Zeit miteinander, machen Urlaub, gehen schwimmen, spazieren und machen viele Ausflüge ...

Wanderungen in Österreich – speziell auf Berge und Almen

Ordnung halten

Hausaufgaben und Schulnoten

Familie Un terlad stä tter 10.06.20 13:37


& schic

mach mit

udern? Wollt ihr mit uns pla : an o Fot t mi E-Mail .at plauderei@tipimagazin

6.

Da haben wir herzlich gelacht

Das wollen die Kinder einmal werden

Kindern genutzt.

fast Bei der chau n Modens tägliche it Mädels m unserer r Moderato Papa als

Rosalie möchte Modedesignerin werden und Flora wahrscheinlich Tierflüsterin.

Das Wiedersehen mit den Großeltern nach der „CoronaAusgangssperre“ – die Freude war riesig!

Wenn Felix lächelt. Er hat gerade zwei Zähne, einen oben und einen unten – ein Bild für Götter!

Tobias möchte Feuerwehrmann werden, genau wie der Papa.

Tage ohne Mittagsschlaf können extrem lange dauern – für die Eltern :-)

Der erste Ausflug nach Corona: Wir haben an einer Eselwanderung teilgenommen.

Als Theresa die Stöckelschuhe von der Urlioma angezogen hat.

Amelie ist sehr hilfsbereit: Im Moment möchte sie am liebsten Bergdoktor werden.

Während des Lockdowns haben uns viele Freizeitaktivitäten gefehlt, aber die Zeit nur daheim war umso schöner.

Unser Skiurlaub und Silvester in Italien

Als wir letztens in der Früh ein Deckenzelt gebaut haben und Eis gegessen haben, bis uns kalt wurde.

Noch wechs elt das oft – meis tens aber Lehre rin oder Ärzti n.

Die neueste Erkenntnis

Das Highlight des bisherigen Jahres

5.

ein!

k

Da wir Land- und

Flora hat entdeckt, dass es auch mal ohne Windel geht.

Es kann so schnell gehen ... Tobias musste vor Kurzem zum ersten Mal genäht werden.

Homeschooling erfordert viel Geduld ...

Gastwirte sind, haben wir durch Corona die freien Wochenenden mit unseren

Die wurden leider abgesagt: die Konzerte von Guns n’ Roses un d Andreas Gabalier

Wenn sich Lana-Dajen im Stall zwischen die Ziegen am Boden legt und sich von allen abschlecken und anbeißen lässt.

Von «Weiß ich nicht» bis Ballerina, Tierärztin, Schlosser oder Zimmerer ist alles dabei.

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© Privat (5)

E REI 3. 4.

Reden, erzählen, sich besser verstehen und gemeinsam lachen.

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Leben und wir Vor der neuen Haustür • Leben mit Kindern in … der Krise • Freunde machen stark fürs Leben • Urpeinlich, Papa! • Innen hui • In hohem Bogen • Qua·ran·tä·ne Mode von Main Story, main-story.com

Tierisch groß „Du bist aber groß geworden!“ Darauf können Kinder jetzt eine pfiffige Antwort geben: „Ja, so groß wie ein Panda!“ Denn auf dem Donkey Kids-Life-Meter wird die Größe auch in Tieren angegeben. Und auf der Rückseite kann man Alter und Größe für immer festhalten. Um € 19,95. www.donkey-products.com

Mit der Kinder-Kollektion von Urbanara schlummern kleine Träumer besonders sanft. Die Bettwäsche Manteigas besteht aus natürlicher Biobaumwolle, die frei von Pestiziden oder anderen schädlichen Substanzen ist und bei deren Verarbeitung umwelt- und sozialverträgliche Standards streng eingehalten werden – bestätigt vom GOTS-Zertifikat. Bettwäsche-Set um € 39,–, Spannleintuch um € 22,–. www.urbanara.at

© Main Story (1), Freepik (1), Hersteller (9)

Quelle: Harris Poll/LEGO

Weiches Nest für Kinderträume

Höhenflüge

„Was willst du einmal e werden?“ Über Jahrzehnt re kla e ein es gab g we hin diese Nummer-1-Antwort auf eile rw ttle Mi t! nau Frage: Astro ll lta We im h nsc Me der muss hen nsc aber anderen Berufswü Ganz den Vortritt überlassen. uell akt e list Hit oben auf der nnien rita ßb Gro in st nde (zumi er. und den USA): YouTub Ganz schön am Boden geblieben, die Kids ;-)

In der Regel gut Während Bio-Lebensmittel bereits für viele eine Selbstverständlichkeit sind, gibt es in anderen Bereichen noch Nachholbedarf in Sachen Bio. Für nachhaltige Monatshygiene sorgt nun das niederösterreichische Start-up Happy Mona: Die Bio-Tampons bestehen aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle, sind frei von Chemie und Pestiziden, biologisch abbaubar und kompostierbar. Und auch Plastik sucht man bei Happy Mona vergeblich. Gut so! 100 Stück um € 29,90. www.happymona.com

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&

mach mit

gewi nn!

Fotofreude zum Quadrat

Mama & Baby

ÖAMTC App

Fahrrad Champion

Alle Familienmitglieder, das Lieblingsspielzeug, die Krabbelgruppenfreunde – mit dem CEWE FOTOBUCH Kids können schon die Kleinsten Bild für Bild die eigene Welt entdecken. Die 22 extradicken, abgerundeten Seiten sind speziell für kleine Kinderhände gemacht; die hochwertige Kunststoff-Spiralbindung macht das Umblättern besonders einfach und schult die motorischen Fähigkeiten. Also nix wie ran: Lieblingsmotive raussuchen und kinderleicht online gestalten. Um € 19,95. www.cewe-fotobuch.at Wir verlosen 5 CEWE-Gutscheine im Wert von je € 50,–: Mail an gewinn@tipimagazin.at (Einsendeschluss: 03.08.2020).

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Aufgebaut wie ein Quiz mit mehreren Antwortmöglichkeiten lernt man spielerisch Verkehrszeichen, Vorrangregeln u.v.m.

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Körper−Vielfalt

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Leben und wir

So viel Aufmerksamkeit und so viel Liebe: Dani und Christian busseln ihren Ilja zärtlich ab – und der lässt es sich natürlich gerne gefallen.

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Leben und wir

Vor der neuen Haustür

Daniela und Christian arbeiten beide in der Medien- und Kreativbranche und haben sich vor etwas mehr als drei Jahren über ihren Beruf kennengelernt. „Er war ein Kunde von mir“, schildert Daniela. „Er war aber der einzige Kunde, der dieses ,Special Treatment‘ von mir bekommen hat“, erzählt sie uns mit einem übergroßen Augenzwinkern. Christian versucht mit wechselndem Erfolg, den nötigen Ernst in unser Gespräch zu bringen: „Es war tatsächlich so, dass Daniela relativ lange versucht hat, einen Termin bei mir zu bekommen. Ich war damals erst sehr kurz in Wien und musste mich mit der für mich neuen Situation zurechtfinden – es war also nicht leicht mit dem Terminaviso.“ Rund zwei Monate sollte es dauern, bis sie sich dann endlich gegenübersaßen. Auch hier streut Christian seiner Frau Rosen: „Der Termin war dann in der Tat sehr schön und bereichernd“, schwärmt er auch drei Jahre später noch romantisch. Ob Dani schon vor dem schicksalhaften Termin irgendetwas über Christian gedacht hat? „Na ja, ehrlich gesagt: Ich habe schon vorher nach ihm gegoogelt und mir gedacht, er sieht schon ganz süß und sehr sympathisch aus. Der virtuelle Eindruck hat sich voll und ganz bestätigt, als ich dann dort war“, sagt sie. Christian kann sich erinnern, „dass der Termin relativ schnell vom Beruflichen zu den privaten Musikvorlieben und den hiesigen Ausgehmöglichkeiten wechselte“. Recht bald war klar, dass man gerne zusammen ein Konzert oder eine Veranstaltung besuchen und den Kontakt privat aufrechterhalten möchte. Die Freundschaftsanfrage auf Facebook kam folgerichtig keine fünf Minuten nach dem Termin. „Zwei Wochen später war dann das Donauinselfest, für das wir uns verabredet haben – und danach gab es kein Halten mehr“, beschreibt Dani die weiteren Geschehnisse kurz und bündig. Gefunkt hat es übrigens bei der heimischen Band Powernerd, die seither einen ganz speziellen Platz im Herzen der beiden hat.

© Carmen Trappenberg (2)

Family Business: Daniela von unserer Coverfamilie stammt aus dem Kernteam von Tipi. Gemeinsam mit Mann Christian und Baby Ilja hat sie die Quarantäne gut überstanden – trotz Übersiedlung in der bewegenden Zeit. Carmen Trappenberg hat sie vor der Haustür für Tipi porträtiert. von peter zirbs

» Wir sind beide sehr leidenschaftliche, optimistische Menschen, und das schätzen wir aneinander wirklich. « Den ersten Kuss gab’s allerdings nicht auf dem Donauinselfest, sondern erst später, als man weiterzog – und zwar vor dem „Debakel“ im achten Bezirk. Offenbar war der Name der seit über 32 Jahren zum Nachtleben von Wien gehörenden Bar nicht Programm, denn ein Debakel ist in der Beziehung von Dani und Christian bislang zum Glück ausgeblieben. War das eigentlich komisch, dass die beiden auch weiterhin beruflich miteinander zu tun gehabt haben, obwohl sie bereits in einer Beziehung waren? „Eigentlich gar nicht“, meint Christian. „Die Branche ist in dieser Hinsicht sehr offen. Und Daniela hat sich auch nicht abhalten lassen, meinen Job mit tollen kreativen Ideen und viel Einsatz zu bereichern.“ Dani führt weiter aus: „Unsere berufliche und

private Situation ist mehr oder weniger zusammengeflossen. Klar, normalerweise will man Berufliches und Privates trennen – aber da wir beide unsere Jobs lieben, haben wir uns dabei einfach gegenseitig unterstützt.“ Das klingt ja fast schon zu harmonisch, um wahr zu sein. Gab’s da nicht vielleicht doch auch mal Streit? „Ja, aber hallo!“, lacht Christian. „Man kann sogar sagen: Wenn wir über Berufliches diskutiert haben, dann aber gleich ordentlich!“ Das kann Dani nur bestätigen, und: „Über Privates haben wir aber eigentlich nie gestritten.“ „Wir sind beide sehr leidenschaftliche, optimistische Menschen, und das fließt natürlich auch ins Berufliche mit hinein. Wir schätzen das sehr aneinander“, ergänzt Christian. som m er 2020 |

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Leben und wir Ring drauf und weg Eine große Leidenschaft der beiden ist das gemeinsame Reisen. Ihre erste Destination war Rom zu Danis Geburtstag, und seither ist das ein jährlicher Fixpunkt. „So eine Reise zu zweit ist ja irgendwie auch eine echte Beziehungsprobe“, meint Dani. „Man wird aus dem Alltag herausgerissen und klebt 24 Stunden am Tag aneinander. Da kann man nach dem ersten Urlaub schon ganz gut abschätzen, ob man zusammenpasst oder nicht. Jedenfalls bin ich zwei Monate nach unserem Rom-Trip bei Christian eingezogen – es hat also offenbar ganz gut gepasst!“ Christian führt noch weiter aus: „Was wir aneinander schätzen: So leidenschaftlich wild entschlossen und fast forward wir im Job sind, so laid back sind wir im Urlaub. Keine Pläne; wir lassen uns treiben und genießen die Stadt – denn plötzlich steht man ohnehin vor einem Monument oder einer anderen kulturellen Sehenswürdigkeit. Wenn man eine Stadt zu Fuß erkundet, stolpert man ja quasi darüber.“ So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch die Hochzeit am 19. Juni 2019 das Paar zum Reisen animierte: „Wir sind in der Früh aufgestanden, aufs Standesamt gegangen, haben Ringe aufgesteckt, zwei Fotos gemacht – und sind nach Florenz

geflogen“, sagt Dani mit immer noch glänzenden Augen. Keine Eltern, Verwandten und Freunde? „Nein, wir wollten den Tag für uns haben und genießen. Keine Diskussionen darüber, ob jetzt die Teller angewärmt sind oder nicht“, meint Christian. Und: „Es war erstaunlich, wie schnell unsere Eltern diesen Plan abgesegnet haben. Ich hätte schon mit etwas mehr Widerstand gerechnet. Aber das Gegenteil war der Fall: Sie haben sofort gesagt: ,Beste Idee, macht das so!‘“ Und so wurden es wunderschöne fünf Tage in Florenz für die beiden. Sie können sich aber gut vorstellen, in den nächsten Jahren eine größere Feier nachzuholen. Platz ist in der kleinsten Hütte Gemeinsam zu wohnen ist aber auch nicht ohne – und es klappt dennoch hervorragend. „Ich bin quasi in seine Man-Cave gezogen, die tendenziell eher zweckmäßig denn stylish eingerichtet war“, berichtet Dani unter vorsichtigem Protest von Christian. „In seiner Wohnküche war der halbe Raum leer, und das Erste, was ich Christian fragte, war, ob das der Dancefloor sei.“ Groß war diese erste gemeinsame Wohnung nicht – trotzdem verbrachten die beiden zweieinhalb wunderbare Jahre dort. „So kitschig es klingt: Sogar in dieser

Die Strapazen der Übersiedlung sind längst Geschichte, und ihr neues Grätzl haben die drei auch schon kennen und lieben gelernt.

kleinen Wohnung sind wir uns nicht auf die Nerven gegangen – im Gegenteil!“, erinnert sich Christian. Allerdings sind sie unlängst in eine größere Wohnung gezogen, denn mit ihrem kleinen Ilja wäre es in der ehemaligen Man-Cave eben doch ein wenig zu eng geworden. Für uns war es spannend zu erfahren, wann die Übersiedlung stattgefunden hat – nämlich Ende März; also mitten in der Anfangsphase des Lockdown. Wie haben sie denn das geschafft? „Für die ersten paar Tage haben wir uns einen Ford Transit ausgeborgt und damit alles alleine Tragbare sowie Christians Musikstudioequipment in die neue Wohnung transportiert. Also quasi alles, was man lieber selbst kaputtmachen will“, schmunzelt Dani, und Christian schildert: „Wir haben das wirklich zu zweit durchgezogen. Durch die Corona-Krise war uns klar, dass wir jetzt sicher nicht bei unseren Freunden anrufen und fragen, ob sie uns helfen wollen. Der kleine Ilja war im Auto immer dabei und ganz brav; wir haben bestimmt 15 Fuhren von der alten in die neue Wohnung gemacht. Am finalen Tag haben wir aber sehr wohl mit einer netten Übersiedlungsfirma, die sich sehr korrekt an alle Sicherheitsmaßnahmen gehalten hat, die schweren Teile transportiert. So hart und anstrengend die ganze Übersiedlung war: Es war eine wunderschöne Zeit.“ Was Gordon Ramsey mit der Geburt Iljas zu tun hat Wie war denn das mit der Geburt? Und welche Rolle spielte dabei das Weihnachtsessen? Das war so: Eigentlich war Dani schon ein paar Tage überfällig; und da der ursprüngliche Geburtstermin doch deutlich vor Weihnachten lag, haben die beiden beschlossen, sich den lange gehegten Traum eines Beef Wellington nach Gordon Ramsey zu erfüllen. Prompt setzten pünktlich davor die Wehen ein – etwas, das die beiden schon scherzhaft befürchtet hatten. „Ich sah Daniela mit schmerzverzerrtem Gesicht, wie sie sich tapfer durch ihre Portion Beef Wellington kämpfte“, schildert Christian die weihnachtliche Situation eindringlich. Ins Spital sind sie aber noch nicht gefahren, sondern erst am 25. Dezember um 7 Uhr in der Früh. Und zwar ins St. Josef Krankenhaus. „Eine Hebamme gab uns vorher noch den wohlgemeinten Tipp, zu Hause zu frühstücken“, erzählt Dani. „Ich hab darauf gesagt, ich bin hier, um ein Kind zu bekommen, und nicht, um frühstücken zu gehen!“ Es sollte noch den ganzen Tag bis in die Nacht dauern, bis es so weit war; der

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Leben und wir

© Carmen Trappenberg (2)

Mit großen Augen strahlt Ilja die Welt an: Wenn es nach der Körpersprache geht, hat er das Optimistische und Weltoffene seiner Eltern geerbt.

kleine Ilja erblickte am 26. Dezember um 1:01 Uhr das Licht dieser Welt. „Ich wurde um 4 Uhr heimgeschickt“, sagt Christian, „ich war aber ohnehin schon fix und fertig. Überglücklich natürlich, aber dennoch erledigt.“ Und Dani ergänzt: „Die Geburt war schon durchaus dramatisch: Insgesamt lag ich rund 30 Stunden in den Wehen. Ich war zwei Presswehen vor dem Notkaiserschnitt. Anfangs waren wir mit

unserer Hebamme allein, doch je länger die Wehen dauerten, desto mehr füllte sich der Raum mit Ärzten und Hebammen. Ich bekam einen Schlauch in die Nase, und eine Hebamme setzte sich auf meine Schultern und drückte auf meinen Bauch. Da wusste ich: Jetzt wird es wirklich ernst!“ Und sie erzählt, dass sie von all dem wenig mitbekommen hat, weil sie die Entscheidungsgewalt in diesem Zustand

längst abgegeben hatte und sich in einer Art Trance befand, in einem Grenzzustand. Letztendlich waren beide heilfroh, als es vorbei war und dass alles gut ausgegangen ist – sie haben die Geburt dennoch als unglaublich tolles Erlebnis empfunden. Auch für einen Vater ist die Geburt ein Zustand am absoluten Limit, erzählt Christian: „Man sieht Unglaubliches geschehen und seine Frau unfassbar leiden; ich war dem komplett ausgeliefert. Und was ich jetzt sage, ist definitiv positiv gemeint: Iljas Geburt ist mit vielen Hebammen vonstatten gegangen, und so hatte die Situation etwas Kultisches. Da wissen die Leute ganz genau, was sie tun; ich hatte das Gefühl, je intensiver die Sache wurde, desto rhythmischer und tranceartiger wurden auch das Verhalten und die Anfeuerungsrufe der Hebammen. Sie haben Daniela wirklich viel Kraft und Stärke gegeben. Als Mann steht man da nur daneben und kennt sich überhaupt nicht mehr aus. Ich war Teil von etwas Magischem.“

Tauch ein in die Urzeit im interaktiven Freizeitpark!

Rein in die Gondel und rauf in die Urzeit: Dinos, Korallen, Ammoniten und Urmeer – bei jedem Wetter!

Öffnungszeiten 11. Juni bis 4. Oktober 2020, rollstuhltäglich von 9 bis 16.45 Uhr, lich. taug gen erwa kind und Der Eintritt in den Park ist frei!

© efrancesco (4)

Triassic Trail, Aussichtsplattform, Fischers Korallen-Garten und der neuen Tropfsteinhöhle urzeitlichen Spaß für die ganze Familie. Und auch neuzeitliche Vergnügungen wie Wandern, Klettern oder Biken kommen dort oben nicht zu kurz. Also, nichts wie rauf auf die Steinplatte und eine unvergessliche Zeit verbringen!

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Geschichte ist trocken und langweilig? Nicht im Triassic Park auf der Steinplatte Waidring! Dort, wo heute das beliebte Ski- & Wandergebiet Steinplatte ist, war vor 200 Millionen Jahren das Urmeer Tethys. Der Triassic Park macht die alpine Erdgeschichte lebendig wie nie – und bietet mit Triassic Center, Triassic Beach,

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Leben und wir

von peter zirbs

Ich würde jetzt natürlich gerne in meinem Fundus an Erinnerungen kramen, um eine Post-Quarantäne-Story aus meiner Kindheit hervorzuzaubern. Mangels einer vergleichbaren Erfahrung in damaliger Zeit fällt die Ausbeute allerdings denkbar mager aus. Und Tschernobyl gilt nicht, weil Sandkisten-, Schwammerl- und Wiesenspielverbot nicht einmal annähernd so dramatisch schienen wie der heurige Lockdown. Als Sohn ohne Vater ist mir aber etwas aufgefallen: Viele meiner Freunde und Bekannten, die Kinder haben, waren zwar zum Teil mit der Situation überfordert; die finanziellen Bedrohungen zogen sich natürlich quer durch alle Berufsbranchen. Dennoch waren die Väter in meinem Umfeld erstaunlich entspannt und wirkten so glücklich wie selten zuvor. Denn viele von ihnen hatten erstmals massig Zeit, sich über Wochen, ja Monate mit ihrem Nachwuchs zu beschäftigen. Im gleichen Maße wie Haupt- und Barthaar der Väter wucherten, wuchs auch die Bindung und Beziehung zu ihren Töchtern und Söhnen. Da wurde – für viele Kids zum ersten Mal – gemeinsam PlayStation gespielt, Hardrock gehört, Abenteuer ausgeheckt und ausgeführt, gebastelt, Musikinstrumente erlernt und Selbstverteidigung trainiert. Um nur ein paar der Aktivitäten zu nennen. Und ausnahmslos alle Väter haben mir begeistert berichtet, wie sehr sie diese unerwartete gemeinsame Zeit genossen haben. Da wurde mir mit verklärtem Lächeln von Unsummen verlorenem Verdienst erzählt – und wie egal das nicht wäre, weil die Zeit mit den Kindern so intensiv und schön war. Ja, natürlich auch anstrengend und fordernd, aber letztendlich unvergesslich. Das hat mich naturgemäß ein klein wenig neidisch gemacht. Väter mit glänzenden Augen, die viel Zeit mit ihren Söhnen verbringen! Und es auch noch genießen! Die Welt steht wohl nicht mehr lange. Mir ist natürlich klar, dass die Mütter zum Teil ganz andere Erfahrungen gemacht haben; nämlich die Doppelbelastung mit Homeoffice und Homeschooling, während die Väter AC/DChörend mit dem älteren Sohn vor der Spielkonsole knotzten. Trotzdem: Ein bisschen wünsche ich mir schon, ich hätte in meiner Kindheit auch so eine Quarantäne gehabt.

Wer hinter den Bildern steckt Ein Covershooting in Zeiten des Lockdowns? Undenkbar. Doch Carmen Trappenberg hat einen Weg gefunden, ihrer Arbeit nachzugehen, ohne die Sicherheitsmaßnahmen zu verletzen – nämlich mit Haustürporträts. Tipi: Carmen, erzähl uns doch ein bisschen über dich. Carmen Trappenberg: Ich lebe im 8. Bezirk in Wien, komme ursprünglich aus Deutschland und bin seit 14 Jahren hier. Vor meiner Kamera sind immer Menschen – auf Hochzeiten, mit Babybauch, als neugeborenes Baby, in der Familie, allein oder gemeinsam. Fotografiert habe ich gefühlt schon immer; 2008 habe ich meine erste digitale Spiegelreflexkamera gekauft und irgendwann durch eine Profikamera ersetzt. Durch meine Kinder (5 und 9) inspiriert, habe ich mich mehr mit der Fotografie auseinandergesetzt – und von meinem Partner ermutigt, bin ich nun seit vier Jahren Berufsfotografin. Wie klappt das mit den Haustürporträts? Die Haustürporträts hatte ich bei einer deutschen Kollegin gesehen, die sie wiederum ebenfalls bei Kolleg(inn)en gesehen hat. Ich habe in einigen Facebook-Gruppen gepostet, dass ich Leute suche, die daheim sitzen und sich gern mit Sicherheitsabstand vor der Haustür von mir porträtieren lassen wollen. Ich habe dann auch Geschäftsleute dazugenommen, die in ihren wiedereröffneten Geschäften saßen. Unterwegs war ich dabei nur in meinem Bezirk und dem über die Straße angrenzenden 9. Bezirk, habe allerdings auch Anfragen aus ganz Wien und Niederösterreich bekommen. Die größte Herausforderung dabei waren meine Kinder, weil die ja immer mit mir mitkommen mussten. Dabei wurden als Bestechung Unmengen von Süßigkeiten verteilt ;-)

Wie hat sich die Quarantäne auf dich ausgewirkt? Als selbstständige Fotografin konnte ich nicht mehr arbeiten und wurde plötzlich zur Vollzeit-Hausfrau und -Mama. Das war schon eine Umstellung – vor allem, keine Minute mehr allein zu sein: Kochen, Waschen, Putzen und Homeschooling haben den ganzen Tag in Anspruch genommen. Positiv war, dass morgens kein Wecker mehr ging und es keinen Stress mehr mit privaten, beruflichen und schulischen Terminen gab. Entschleunigung also – wie bei so vielen. Wie geht es dir seit der Lockerung der Beschränkungen? Mittlerweile gehe ich wieder meiner Arbeit nach; mache Familienshootings, Businessfotos und fotografiere Babys. Also alles, was mir Spaß macht und mich mit Freude erfüllt! Viele Hochzeiten und Taufen wurden zwar abgesagt, aber ab Juli werden einige stattfinden, worauf ich mich natürlich sehr freue. Eine Ausstellung wird es eventuell im Herbst im Amtshaus des 8. Bezirks geben – aber das ist noch nicht spruchreif. Außerdem erstelle ich gerade eine neue Website mit einem Onlineshop für mein Nebenprodukt der Haustürporträts: nämlich Fotos von den unzähligen Haustüren selbst. Dort biete ich auch Haustürporträts an – allein oder in Verbindung mit Erinnerungsfotos aus dem eigenen Grätzl.

Wie sieht das Feedback aus? Die Reaktionen waren durchwegs positiv. Ich hatte anfangs Zweifel, ob es nicht Kontroversen auslösen würde, da ja immer gepredigt wurde, daheim zu bleiben. Arbeiten durfte ich zwar nicht Inter– aber ich konnte spazieren gehen view und dabei meinem Hobby nachgehen. Und nachdem die Leute ja nur vor die Haustür treten mussten, sah ich kein Problem darin. Alle inklusive mir waren total froh, auch mal wieder ein anderes Gesicht zu sehen und kurz zu plaudern. Ich war ziemlich überrascht, dass das Projekt solche Wellen geschlagen hat: Es gab mittlerweile einige Artikel in der Presse, und auch unsere Bezirksvorsteherin hat mich kontaktiert.

© Georg Wimberger (1), Adrian Batty (1)

Mein Leben ohne Vater

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Leben und wir

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» In Griechenland hatte ich eine unglaublich tolle Zeit. 1996 wurde ich sogar zum Ehrenbürger der Stadt Rhodos ernannt. «

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Leben und wir

Interview

Die Geschichte einer Kindheit

Andreas Schmid

Als Andi Seidl war er zuerst einem jüngeren Fernsehpublikum ein Begriff – bis er mit Café Puls zum sympathischen Guten-Morgen-Gesicht der Nation wurde. Wie er seine Kindheit verbracht hat und wieso er doch kein weltbekannter Fußballstar wurde, erzählt er Tipi im Interview. von peter zirbs Tipi: An welche frühe Erinnerung denkst du gerne? Andreas Schmid: Ich habe irgendwann zum Geburtstag einen Plattenspieler bekommen; bei diesem Plattenspieler war die Single „Never Ending Story“ von Limahl dabei – und die habe ich dann geschätzte hundert Mal hintereinander angehört. Das war meine allererste Platte, die ich bekommen habe. Ich wusste damals noch gar nicht, wie man einen Plattenspieler bedient, aber das habe ich dadurch schnell gelernt. An das kann ich mich sehr intensiv erinnern. Wo und wie bist du denn aufgewachsen? Ich bin in einer Wohnung in Wolfsberg in Kärnten aufgewachsen, einem damals noch recht kleinen Dörfchen. Es war sehr beschaulich. Ich habe bereits als kleines Kind Fußball gespielt – ich habe so ungefähr im Alter von vier Jahren damit begonnen. Ich kann mich aber auch erinnern, wie ich mit meinem Vater und meinem Bruder im Kreis gesessen bin und wir zusammen gesungen haben. Da dürfte ich acht gewesen sein. Das war jedenfalls sehr schön, bis mein Vater zu mir gesagt hat: Bei dir ein bisserl leiser, bitte. Das hat mich leicht gekränkt. Aber ab diesem Zeitpunkt habe ich begonnen, Zeug aus der Küche zu holen und darauf herumzutrommeln. Das Rhythmische liegt mir bis heute. Und es hat mir dann auch später geholfen. Wieso denn das? Als ich so um die zehn, elf Jahre alt war, hatte ich als Fußballer ein Turnier in Montpellier.

Mein Vater fuhr mit mir über die Côte d’Azur dort hin, und wir machten einen Zwischenstopp in Cannes. Wir gehen also auf der Croisette spazieren, und dort standen sie: vier coole Schwarze mit Soundblaster und glänzenden Adidas-Jogginganzügen. Sie haben begonnen zu breakdancen. Das war eines der allerersten Male, dass man in Europa Breakdance gesehen hat – denn die erste Weltmeisterschaft gab es ja erst zwei Jahre später, nämlich 1984. Und ich habe zu meinem Papa gesagt: Das will ich lernen. Mit 13 war ich dann schon Kärntner Landesmeister; mit 14, 15 und 16 Jahren habe ich jedes Jahr im Finale der Österreichischen Meisterschaften getanzt. Ich durfte damals mit der Rock Steady Crew tanzen! Es war eine wilde Zeit. Wie ging es dann weiter? Mit 16 arbeitete ich neben meiner Kochlehre als Tanzanimateur in der Diskothek Centro in Villach. Ich musste also für Stimmung auf der Tanzfläche sorgen; heute würde man vielleicht Go-Go-Tänzer dazu sagen – damals aber ohne sich auszuziehen. Wie auch immer: Im Gegenzug durfte ich in dieser Disko untertags Breakdance trainieren – ich hatte sogar einen eigenen Schlüssel, das war natürlich lässig für einen 16-Jährigen. Ich war der Held! Wieso kennt man dich jetzt nicht mehr als Breakdance-Star? Als ich eines Nachmittags hingekommen bin, um zu üben, war gerade die Putzkolonne da, um für den Abend sauber zu

machen. Ich habe an diesem Tag ein Rondat trainiert – das ist ein Rad mit Flickflack und Salto. Das war schon echte Akrobatik. Jedenfalls brauchte ich bei diesem Rondat zu viel Platz und landete mitten in den von der Putzkolonne aufgestapelten Tischen und Stühlen. Dabei habe ich mir die komplette obere Zahnreihe ausgeschlagen; die beiden Schneidezähne sind noch im Tischbein gesteckt – die habe ich herausgezogen, bin mit den Zahnresten zur Polizeistation nebenan gegangen und habe um einen Arzt gebeten. Infolge dessen hatte ich zwei heftige Operationen und habe seit damals künstliche Zähne im vorderen Oberkiefer. Es war eine harte Zeit: Ich war 16, die ersten ernsthaften Annäherungen an das weibliche Geschlecht standen an – und ich hatte für ein halbes Jahr ein künstliches Gebiss, das ich zum Schlafen herausnehmen musste. Das fühlte sich nicht unbedingt sexy an für mich. Jemanden mit heimnehmen? No way! Es war wirklich ein Drama für mich. Und danach hatte ich Angst, wieder zu tanzen. Ich hörte also auf, Breakdance professionell auszuüben. Ein bisschen bist du deiner Leidenschaft aber dennoch treu geblieben? Ja, weil es mich immer noch fasziniert hat, meldete ich mich für einen Dance Workshop bei Patrick Goudeau an, der damals einer der Top-Musicaldarsteller in Hollywood war. Bei ihm machte ich nebenbei zu meinem Job als Koch eine Choreografie-Ausbildung. Da war ich dann schon 20 Jahre alt. Diese Ausbildung hat sich bezahlt gemacht, denn ich wurde in Folge Produzent und Choreograf bei Itas-Reisen, einem griechischen Reiseanbieter. Acht Jahre blieb ich in Griechenland und hatte dort eine unglaublich tolle Zeit. 1996 wurde ich sogar zum Ehrenbürger der Stadt Rhodos ernannt. Auch auf Kinderfotos ist er nicht vom Ball zu trennen: Aufmerksame Leserinnen und Leser kennen Andi Schmid auch von den Tipi-Kinopremieren, die er ebenfalls moderiert.

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Leben und wir

Wie war deine Volksschulzeit? Da spielte Sport ja auch schon eine recht große Rolle für dich, oder? Die war cool, weil mein älterer Bruder zwei Klassen über mir war. Ich war schon immer sportlich talentiert, war im Fußballjugendteam im Kader und durfte dank Sondergenehmigung schon ab der ersten Klasse mit den „Großen“ mitturnen; wurde also wirklich gefördert. Mein damaliger Klassenlehrer hat früh erkannt, dass mir das Spaß macht und dass ich das vielleicht auch brauche, um

meine Energie zu kanalisieren. Ein paar Jahre später in der Hauptschule war es ähnlich; am Ende des Schuljahres durften die vierten Klassen immer gegen eine Lehrerauswahl im Fußball antreten. Ein großartiges Match! Ich durfte insgesamt vier Mal mitspielen – aber nicht, weil ich so oft sitzengeblieben bin, sondern weil ich so ein guter Fußballer war. Was das angeht, war ich in meinem Bereich der Star. Deine Fußball-Karriere begann Erfolg versprechend; du hast bei Meisterschaften im Ausland gespielt – wie ist es dann weitergegangen? Das mag jetzt vielleicht arrogant klingen, aber: Ich war ein relativ großes Talent im Fußball. Einmal gab mir ein Schiedsrichter Geld, weil es ihm so Spaß gemacht hatte, mir zuzusehen. Bei jedem Turnier war ich der beste Torschütze oder Turnierkönig. Jedes Jahr. Das dicke Ende kommt aber noch! Ich wurde ziemlich antiautoritär erzogen; mein Papa meinte, wenn mir das Kicken Spaß macht, fein – wenn nicht, ist es auch okay. Er wollte mich zu nichts zwingen. Das hatte Vor- und Nachteile, denn mit 12, 13 Jahren bin ich zum Training gefahren, und während die anderen trainiert haben, habe

ich ein Eis gegessen und zugeschaut. Ich kann ja schon alles!, dachte ich. Und es war so: Bei manchen Matches habe ich meine Gegenspieler geradezu erniedrigt; ich habe mich nach Belieben mit dem Gegner gespielt. Mit 13 kam ich dann in den U14-Kader in Kärnten, und ich wusste: Wenn ich den Ball hatte, konnte man mich nur noch mit einem Foul von ihm trennen. Aber: Ich kam an den Ball nicht mehr ran, weil alle anderen immer einen Schritt schneller waren als ich. Sie hatten ja auch trainiert und daher einen flotteren Antritt – im Gegensatz zu mir. Da, wo andere mit 14 anfangen, ordentlich Muskulatur aufzubauen, hatte ich aufgrund meiner Trainingsfaulheit ganz einfach keine gehabt. Ich merkte, dass das keinen Sinn mehr macht: Ich war zwar aufgrund meines Talents im Team, saß aber auf der Ersatzbank, weil ich keinen Ball mehr erwischte. Bei meinem letzten Match war ich, glaube ich, 15 oder 16; ich spielte für den WAC in der Erwachsenenmannschaft und schoss die beiden nötigen Tore. Und danach dachte ich mir: Ich mache gerade die Kochlehre, werde am Abend und am Wochenende ohnehin kaum Zeit haben – ich lass es jetzt einfach bleiben. Schluss. Aus.

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Impressum: Medieninhaber: Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG, F.-W.-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien.

Wieso bist du nicht im griechischen Paradies geblieben? 1998 ist zufälligerweise bei mir im Hotel auf Rhodos der Andreas Vana zu Gast gewesen. Das war der Kinderprogrammchef vom ORF. Ich habe damals einmal pro Woche auch eine Kindershow gespielt. Er kommt jedenfalls danach zu mir und sagt: Du machst das so toll, ich habe einen Job für dich in Wien. Ich habe das damals überhaupt nicht ernst genommen und sagte ihm, dass ich im Winter eh Zeit hätte – er solle sich dann einfach bei mir melden. Er hat sich dann tatsächlich gemeldet; ich bin von Rhodos nach Wien geflogen und habe 1999 beim ORF begonnen. Bei Confetti TiVi!

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Leben und wir

Für kleine Sparmeister Sparen und den richtigen Umgang mit Geld muss man lernen – und es Kindern beizubringen, ist für Eltern meist eine große Herausforderung. Die Raiffeisenbank hat dafür passende Kontolösungen für jede Altersgruppe.

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Früh übt sich, wer ein Sparmeister werden will. Den richtigen Umgang mit Geld sollte man rechtzeitig lernen. Doch oft bleibt die Welt des Geldes und der Finanzen für Kinder ein abstraktes Erwachsenenphänomen, das man auf „magische“ Weise verstehen wird, „wenn man groß ist“. Dabei können auch schon kleinere Kinder spielerisch an den richtigen Umgang mit Geld herangeführt werden.

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Leben und wir

Leben mit Kindern in …

DER KRISE Corona hat die Welt fest im Griff. Das Virus hat nicht nur das Leben von Familien in Österreich auf den Kopf gestellt. Tipi hat nachgefragt, wie es Eltern und Kindern anderswo in den letzten Monaten ergangen ist. von susanne sonnleitner

T E L E FON KON F E R E N Z AUS DE M SCH L A FZI M M E R

Markus’ Familie war die erste, die wir in der „Leben mit Kindern in ...“-Serie vorgestellt hatten. Das war im Winter 2018. Der 38-jährige Vater zweier Buben ist Lawinenforscher. Gemeinsam mit seiner Frau Juni und den Kindern lebt er in Tromsø nördlich des Polarkreises. Im Gegensatz zu anderen Ländern erlebte Markus eine Form von Corona light in seinem Land. Auf das Familienleben hat sich die Situation dennoch stark ausgewirkt: „Norwegen hat recht schnell auf die Pandemie reagiert, daher hat sich die Infektionsrate bald gut entwickelt. Die Schutzmaßnahmen waren aber hier weniger streng als in Österreich. So mussten wir nie Mundschutz tragen, und auch die meisten Geschäfte und Shoppingcenter hatten immer offen. Geschlossen hatten aber Kindergärten und Schulen, doch auch diese Einrichtungen wurden im April wieder – nach und nach – geöffnet. Viele kehrten auch wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Unser Alltag hat sich, so wie bei allen anderen Familien, drastisch verändert. Sowohl meine Frau als auch ich sind beide ganztägig beruflich tätig. Da mit Beginn der Krise ja unsere Kinder zu Hause blieben, mussten wir beide unser Arbeitspensum halbieren und die Kinder jeweils tageweise übernehmen. Wir haben in

Coronataugliches Freizeitprogramm: einsame Schneewanderung in unberührter Natur.

unserem Schlafzimmer ein improvisiertes Homeoffice eingerichtet und dort versteckt gearbeitet, während der jeweils andere auf die Kinder aufgepasst hat. Anfänglich ging es uns ganz gut mit der neuen Situation, aber auf Dauer wurde es auch ein bisschen anstrengend. Irgendwann begann unser fünfjähriger Finn seine Freunde zu vermissen und hat seinen ganzen Frust an seinem kleinen Bruder Felix ausgelassen. So wurde es mitunter ziemlich laut im Haus, was ein effizientes Arbeiten im Homeoffice erschwerte. Vor allem Juni hatte in dieser Zeit viel zu tun – für sie war es schwierig, unter diesen Umständen zu arbeiten.

© Privat (2), Freepik (4)

Tromsø, Norwegen

Felix ist erst zwei Jahre alt, er ist noch zu klein, um zu verstehen, was da gerade in der Welt vor sich geht. Er hat vor allem die Zeit daheim sehr genossen. Finn haben wir erklärt, was ein Virus ist und warum wir andere Kinder nicht treffen können. Er hat es verstanden, auch wenn es ihm nicht wirklich gepasst hat. Positiv war, dass wir Eltern viel Zeit mit den Kindern verbracht haben. Dazu haben wir erst mal unsere Spielsachen aufgerüstet. Wir vermissen allerdings immer noch den täglichen Kontakt mit unseren Freunden und der Familie. Wir hoffen, meine Eltern im Herbst in Österreich besuchen zu können.“

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Leben und wir

MORGE N DL ICH E R A DTOU R Z U M ST R A N D

Thuwal, Saudi-Arabien Auch Anna und ihre Familie sind den TipiLeser(inne)n bereits bekannt. Die 37-Jährige und ihr Mann Peter, 41, sind vor neun Jahren an die King Abdullah University of Science & Technology (KAUST) nach Saudi-Arabien gekommen. Mit ihren beiden Kindern Marie und David leben sie heute in der Campusstadt. Corona machte weder vor der gated community noch vor den Securities halt. Und dennoch haben sich unerwartete, positive Gewohnheiten ergeben, die Anna nicht mehr missen möchte. Das morgendliche Fischefüttern ist eine davon: „Schon in den ersten Wochen wurden in Saudi-Arabien, teils zeitlich begrenzte, Ausgangssperren verhängt, und zwar von 15 Uhr bis 6 Uhr morgens. Deshalb haben die Schulen kurzerhand den virtuellen Schulbeginn von 8 Uhr auf 9.30 Uhr verlegt. Damit die Familien die Möglichkeit haben, in der Früh gemeinsam rauszugehen. So hat sich bei uns eingebürgert, dass wir alle vier morgens eine Radtour zum Meer unternehmen, um dort Fische zu füttern. Zu den ersten Maßnahmen hier gehörten auch die Schließung von Moscheen und der Infrastruktur. Eine besondere Herausforderung war der Ramadan, der Ende April begann. Unter normalen Umständen ist das eine sehr spirituelle Zeit, bei der abends mit der (Groß-)Familie und Freunden das Fasten gebrochen wird. Und tatsächlich wurde in dieser Zeit ein deutlicher Anstieg an Covid-19-Infizierten unter den Saudis verzeichnet. Die Vermu-

Fahrradfahren ist spätestens seit Corona eine der Lieblingsbeschäftigungen von Anna und ihrer Familie. Hier nach ihrer morgendlichen Tour zum Strand.

tung liegt nahe, dass sich die Menschen trotz Ausgangssperren zu Familienfeiern getroffen haben. Seit Mitte März durften wir den Campus nicht mehr verlassen. Das hieß für uns: Wir haben viel Zeit daheim verbracht. Freibäder, Strände, Parks und Spielplätze waren ohnehin geschlossen. Die Kinder vermissten natürlich ihre Freunde und die sleepovers, und sogar die Schule! Wenn man sie aber fragt, was ihnen an der Situation gefiel, würde David sicher antworten‚ dass er derzeit so viel Computer spielen darf. Auch virtuelle Playdates stehen hoch im Kurs. Doch wir alle genießen auch das Mehr an gemeinsamer Zeit, die neuen Radtouren, Spaziergänge nach dem Mittages-

sen, Brettspiele, abendliche Akrobatikpyramiden. Und ganz ehrlich, von der Terrasse aus zu arbeiten statt im finsteren Büro zu sitzen, ist eigentlich auch ganz okay! In der Krise hatten wir viel mehr Kontakt zu unseren Wiener Freunden. Auch sie sind in den letzten Wochen alle zu Hause festgesessen und hatten daher Zeit für gemeinsame Calls. Die Infektionszahlen steigen zum heutigen Zeitpunkt im ganzen Mittleren Osten nach wie vor an. Wir planen zwar, zumindest Ende des Sommers noch einen Urlaub in Österreich machen zu können, stellen uns aber gedanklich sicherheitshalber schon mal auf unseren ersten heißen Sommer in Saudi-Arabien ein.“

DI E NACH M I T TAGE I N DE R GA R AGE

Ramos Arizpe Mexiko Stefan, 39, lebt mit seiner Frau Ruth und den beiden Kindern Sebastian Nicolas und Mila Valentina in Coahuila im Norden Mexikos. Wir haben die Familie in der Tipi-Ausgabe Winter 2019/20 vorgestellt. Damals war von Corona noch keine Rede. Doch das Virus hat auch die Familie in Übersee eingeholt, wie Stefan erzählt:

„In Mexiko gab es im Wesentlichen vier Städte, die stark von der Pandemie betroffen waren. Hier bei uns war es Gott sei dank sehr ruhig. Die offiziellen Daten zu Infektionen etc. können aber als ungenau bezeichnet werden. Ich denke, was uns hier in Mexiko gut geholfen hat, ist das durchwegs warme Wetter und die Tatsache, dass es hier kaum Altenheime gibt. Mexiko hat strenge Maßnahmen verhängt, die Einschnitte im Alltag waren stark spürbar, vor allem die Maskenpflicht. Seit 13. März waren wir durchgehend zu Hause.

Wir gingen nur zum Einkaufen raus, und unser Sozialleben beschränkte sich auf die Nachbarn und Videochats. Es war schon eine große Umstellung, doch die Kinder liebten es, Mama, Papa und die Nachbarn immer zum Spielen um sich zu haben. Die Nachmittage haben wir oft in der Garage verbracht. Dort steht unser Griller. Ich finde, Corona hat uns als Familie näher zusammengebracht. Wir haben mit den Kindern viel über das Virus und seine Auswirkungen gesprochen. Es hat uns überrascht, wie gut sie verstehen, was som m er 2020 |

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Leben und wir wir tun müssen, um uns nicht zu infizieren. Dabei haben wir selber viel dazugelernt. Das Thema war und ist präsent – alle runden Gegenstände mit Stacheln, z.B. Bälle, heißen jetzt Coronavirus! Dann haben wir begonnen, viel zu kochen und gesünder zu essen – wir mussten schließlich ohne Haushaltshilfe auskommen! Und sportlicher sind wir auch geworden. Radfahren und Gewichtheben stehen jetzt öfter auf dem Programm. Natürlich würden wir gerne wieder Freunde treffen und in den Sportclub zum Schwimmen gehen. Auf der anderen Seite sind wir aber auch sehr zufrieden zu Hause. Wir haben das Glück, ein gemütliches Zuhause und nette Nachbarn um uns zu haben!“

Gute Laune trotz „Coronaisolation“. Stefan kann der Lage auch Positives abgewinnen und verbringt gemütliche Nachmittage in der Garage.

GE BU RT STAGSSTÄ N D C H E N AUS DE M F E NST E R

Seit 14 Jahren lebt Auslandsösterreicherin Barbara, 37, in Spanien, drei davon in Madrid. Ihr Mann Rudolf, 37, ist in der Tourismusund Eventbranche tätig, sie selbst in einem Verlag. Ihre beiden Kinder Lukas, 4 Jahre, und Emma, 6, besuchen den Kindergarten. Der 18. April dieses Jahres ist der Mutter und Projektmanagerin noch gut in Erinnerung. Es war der vierte Geburtstag von Lukas, der heuer aufgrund von Corona „speziell“ ausfiel. Tipi hat sie erzählt, wie alles begann: „Es war der 14. März, als die Regierung den Notstand ausrief. In Madrid war die Situation besonders schlimm: überfüllte Krankenhäuser, kaum Schutzmasken und Anzüge für das Gesundheitspersonal, überfüllte Leichenhallen … Tote wurden in der Eishalle ,auf Eis gelegt‘. Doch mittlerweile hat sich die Lage glücklicherweise entspannt. Im Mai begann in Spanien die Rückkehr zur ,neuen Normalität‘ mittels vier Phasen. In der ersten Phase gab es Lockerungen, die teils verwirrend waren. Kleinere Geschäfte bis 400 m² durften öffnen, aber ein Picknick im Freien war nicht möglich. Die Bevölkerung musste sich an strenge Ausgangszeiten halten. Unser Familienalltag hat sich natürlich schon stark verändert. Vor Corona waren die Kinder bis 16.30 Uhr im Kindergarten an der Deutschen Schule Madrid. Dann hieß es plötzlich, Homeoffice, Kinderbetreuung, Essen kochen … und das auf engem Raum. Hinzu kam zwischenzeitlich die komplette Ausgangssperre für zwei Wochen. Und die

haben wir Plakate an die Fenster geklebt mit der Geburtstagsinfo. Abends haben dann die Nachbarn gemeinsam ,Cumpleaños feliz‘ gesungen. Außerdem haben die Nachbarn gegenüber ebenso Geburtstagsgrüße ans Fenster geklebt. Einerseits traurig, dass der vierte Geburtstag in einem so kleinen Rahmen gefeiert werden musste. Dafür war er aber auch sehr speziell. Umso mehr freue ich mich über die netten Kleinigkeiten, die durch die Krise entstanden sind: Das Glaserl Wein ,von Fenster zu Fenster‘ oder die Umsetzung neuer Ideen, wie die meines YouTube-Kanals, auf dem ich Kinderbücher auf Deutsch vorlese. Nicht zu vergessen die Care-Pakete von unseren Familien aus Österreich! Dank ihnen sind wir mit österreichischen Produkten und selbst genähten Masken versorgt.“

Maskenvorrat aus Österreich! Der Mund-Nasen-Schutz war Mangelware in Spanien, da kam die Lieferung der Familie gerade recht.

© Privat (3), Freepik (2)

Madrid, Spanien

Kinder durften die Wohnung sogar für neun Wochen nicht verlassen! Gleich zu Beginn habe ich einen großen Stundenplan für die Kinder gebastelt und an die Wand gehängt. So hatten die Kinder und auch wir Eltern eine Struktur, an der wir festhalten konnten. Regelmäßige Inputs kamen per WhatsApp aus dem Kindergarten – mein Speicherplatz am Handy war innerhalb kürzester Zeit voll. Viele Dinge konnten die Kinder zwar alleine erledigen, aber dann brauchen sie auch Unterstützung, etwa beim Backen. Diese Zeit haben wir natürlich von der Arbeitszeit abgezogen und abends oder nachts wieder drangehängt. Lukas wurde am 18. April vier Jahre alt, und es gab keine Geburtstagsparty. Zu dieser Zeit durften wir mit den Kindern nicht einmal aus dem Haus gehen. In der Früh

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Leben und wir

Rom, Italien Vor 25 Jahren kam die gebürtige Kärntnerin Angelika nach Rom. Die 50-jährige Rechtsanwältin lebt dort mit ihrem Mann Matteo, Fernsehautor, und den beiden Töchtern. Sofia Melina ist zwölf Jahre und Schülerin der Mittelschule, Margherita ist acht. Durch Corona habe sich eine beeindruckende Stille über die italienische Metropole gelegt, die auch noch heute, nach dem Lockdown, zu spüren sei, erzählt Angelika. Wie sich die letzten Monate darüber hinaus für sie angefühlt haben, hat uns die zweifache Mutter verraten: „Nach dem strengen Lockdown befinden wir uns seit dem 18. Mai offiziell in Phase 2. Nun haben die meisten Geschäfte und Lokale wieder geöffnet. Unter Einhaltung der vorgesehenen Sicherheitsvorschriften, wie dem Abstandhalten und dem Verwenden der Maske, ist es auch wieder möglich, Freunde zu treffen. Während des Lockdowns galt in Italien ein striktes Ausgehverbot. Daher ist das Homeoffice unser ausschließlicher Arbeitsplatz geworden. Anstatt von echten Prozessen in Mailand oder Genua gab und gibt es nur mehr Zoom-Meetings. Auch der Schulunterricht erfolgt über OnlinePlattformen und Video-Formate. Selbst das Freizeitprogramm der Mädchen wurde irgendwann im Online-Modus fortgesetzt, ob Ballettstunden oder der Gitarrenunterricht … Nur das Basketballtraining von Margherita fiel auf Dauer ins Wasser. Unser Zuhause ist zum Lebensmittelpunkt geworden. Es hat nicht nur die

GESC H I R R BE RGE I N DE R C UCI NA I TA L I A NA Leere Straßen, gute Luft – so haben die Römer(innen) ihre Stadt noch nie erlebt. Angelikas Familie nutzt diese ungewöhnliche Situation und genießt das „neue Rom“ vom Bike aus.

Funktionen von Schule, Arbeitsplatz und Musik-/Tanzstudio übernommen, sondern auch die eines rund um die Uhr geöffneten Restaurants, was viel mehr Hausarbeit mit sich bringt. Die täglichen Geschirrberge unserer italienischen Menüs – vom Antipasto über Primo, Secondo, Contorno bis zum Dolce – waren kaum mehr zu bewältigen. Jetzt helfen die Mädchen beim Aufdecken und Ausräumen des Geschirrspülers mit. Und natürlich haben wir uns an den kollektiven Musikdarbietungen auf dem Balkon beteiligt. Die Bilder sind ja durch die Medien gegangen. Es war einfach ergreifend, im Chor mit unbekannten – aber im Corona-Schicksal vereinten – Nachbarn ,Azzurro‘ zu singen.

Unsere Töchter haben sich gut mit der Situation arrangiert und sich daran gewöhnt, von zu Hause aus zu leben und alles zu erledigen. So sehr sogar, dass sie heute nur mit viel Mühe zum Rausgehen überredet werden können. Seit die Eisgeschäfte wieder offen haben, geht es aber leichter! Auch zum Radfahren kommen Sofia Melina und Margherita gerne mit. Seit dem Ende des Lockdowns sind die Straßen hier noch nicht sehr belebt und daher für Fahrradtouren, wie vor Kurzem zum Kolosseum, ideal. Überhaupt war es eine ganz spezielle Erfahrung, Rom ohne Verkehr und Smog erleben zu dürfen. Die Stille war herrlich! Vielleicht gibt es ja ein Umdenken in diesem Sinne, und die Stadt bleibt auch in Zukunft etwas ‚grüner‘!“

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Freunde machen stark fürs Leben Mode von Tinycottons, www.tinycottons.com

© Tinycottons (1), Maed for mini (1), Verlage (3)

Leben und wir

Mit Freunden machen Kinder Erfahrungen, die sie ihr ganzes Leben lang brauchen werden. Dabei gehören das gemeinsame Spielen und die Geborgenheit genauso zur Freundschaft dazu wie Streit und Enttäuschung. Denn eigentlich ist es genau dieses Gesamtpaket, das Kinder für das ganze Leben stärkt. von eva maria wagner Dienstag vormittags, 8 Uhr. Meine sechsjährige Tochter Carla hüpft fröhlich auf dem Gehsteig in Richtung Kindergarten. „Seit ich wieder in den Kindergarten gehe, fühle ich mich wieder wie ein ganz richtiges Kind!“, ruft sie und reißt die Arme in die Luft. Es ist ihr zweiter Kindergartentag seit Beginn des Corona-Lockdown. Zuvor haben wir, wie so viele Familien, acht Wochen lang zu Hause verbracht. Was Carla am meisten vermisst hat? „Das Spielen mit den Freunden“, sagt sie. Freunde gehören zu einem erfüllten Kinderleben dazu. Dabei sind sie nicht nur nette Spielkameraden, sondern auch wichtige Partner für die Persönlichkeitsentwicklung. Freundschaftsbeziehungen stärken Kinder, geben ihnen Rückhalt und Geborgenheit. „Wir sind dafür gemacht, in Beziehung zu treten“, sagt Kinder- und Familienpsychologin Mag.a Sandra Velás-

quez im Tipi-Interview. Kinder entwickeln ihre Identität in Relation zu ihrer Umwelt. Freunde spielen dabei eine wichtige Rolle. Da ist es kein Wunder, dass Carla sich erst wieder richtig ganz fühlt, wenn sie wieder unter Gleichaltrigen ist und mit ihren Freunden spielen kann. Warum Kinderfreundschaften so wichtig sind Sandburgen bauen, Roller fahren, mit Puppen spielen, einen kleinen Bach stauen, eine Bande gründen: Für Kinder ist das Spielen mit ihren Freunden eine der liebsten Beschäftigungen. Für die Fachliteratur sind Kinderfreundschaften vor allem eines: ein riesiges Übungsfeld für soziale Kompetenzen. Kinder, die miteinander spielen, interagieren auf vielen Ebenen miteinander. Ganz nebenbei lernen sie, Wünsche zu äußern und auf die Bedürfnisse ande-

rer einzugehen. Sie üben, für sich selbst einzustehen oder auch mal nachzugeben und Rücksicht zu nehmen. Sie entwickeln gemeinsam Kompromisse und schmieden Pläne. Das alles sind wichtige Fähigkeiten für die Zukunft, die den Kindern helfen, sich selbst besser einordnen zu können und die eigene Identität zu finden. Gleichzeitig bieten Freundschaften eine wunderbare Gelegenheit, das Bedürfnis nach Verbundenheit, Zugehörigkeit und Anerkennung zu stillen. Die wichtigsten Erfahrungen machen Kinder dabei im freien Spiel, ohne dabei von Erwachsenen beobachtet, beschützt oder sogar kontrolliert zu werden. Die Abgrenzung von Erwachsenen ist notwendig, um die Selbstständigkeit von Kindern zu fördern. In der Gruppe können die Kinder ihre kreativen Ideen entwickeln, Konflikte eigenständig lösen und ihren Platz

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Leben und wir finden. Wenn die Freizeit der Kinder zu stark durchgeplant ist, die Aktivitäten stets vorgegeben sind, oder wenn Eltern immer sofort eingreifen, wenn es zum Streit kommt, dann wird es für Kinder umso schwerer, die notwendigen Kompetenzen zu entwickeln, um sich später im sozialen Bereich sicher zu fühlen. Vom Nebeneinander zum Miteinander Kinder haben schon sehr früh gewisse Vorlieben und fühlen sich zu manchen Menschen eher hingezogen als zu anderen. Trotzdem spielen sie in den ersten Jahren mehr nebeneinander statt miteinander. Auch im frühen Kindergartenalter ist die Verfügbarkeit wichtiger als die Persönlichkeit der Spielkameraden. Ein Freund ist, wer mit mir spielt, lautet die Devise. Mit drei bis vier Jahren gehen Kinder spontane Freundschaften ein, die ebenso spontan wieder beendet und wieder aufgenommen werden können. Du bist nicht mehr meine Freundin! Mit dem Tim spiele ich nie wieder! Viele Eltern kennen diese Sätze und beobachten gleichzeitig, wie schnell diese vergessen sind. Am nächsten Tag ist die Welt meist wieder in Ordnung. Nach und nach rückt dann die persönliche Beziehung in den Vordergrund. Die

Lesetipp Zum Vorlesen Daniela Kunkel: Das kleine Wir; Carlsen Verlag, € 13,40 Moderner Bilderbuchklassiker über Freundschaft und Zusammenhalt. Eine tolle Geschichte mit liebevollen Illustrationen, die Kindern das WIR-Gefühl näherbringt und erklärt. Isabel Abedi: Blöde Ziege – Dumme Gans; arsEdition, € 15,50 Die kleine Gans und die kleine Ziege sind dicke Freundinnen. Doch manchmal streiten sie sich heftig. Die Vorlesegeschichten werden einmal aus der Sicht der Gans und dann aus Sicht der Ziege erzählt. Für Eltern Nora Imlau: Freundschaft: Wie Kinder sie erleben und Eltern sie stärken können; Beltz Verlag, € 13,40 Nora Imlau geht vom großen Potenzial von Kinderfreundschaften aus und zeigt, welche Werte und Rituale in diesen Beziehungen eine Rolle spielen.

Sprache der Kinder wird komplexer. Sie lernen, wie man sich anderen Kindern am besten nähert, um in Kontakt zu kommen und sich anzufreunden. Dazu gehört neben der Fähigkeit, sich sprachlich auszudrücken, auch ein gewisses Einfühlungsvermögen in andere Personen. „Ein wichtiger Entwicklungsschritt ist, dass Kinder lernen, die Perspektive von anderen anzunehmen“, sagt Sandra Velázquez. Und mit der Zeit wird aus einer reinen Spielfreundschaft eine emotional wichtige Beziehung. Die Freundschaften werden bewusster wahrgenommen. Die Kinder fühlen sich miteinander verbunden. Wo kann man Freunde finden? Häufig finden Kinder ihre Freunde im Kindergarten und in der Schule. Dort gehen häufig Kinder aufeinander zu, die die gleichen Spielinteressen haben oder jene, die sich charakterlich anziehend finden. Es kann sein, dass sich ruhigere Kinder ebenfalls eher ruhige und entspannte Spielpartner suchen. Es kann aber auch sein, dass gerade stillere Kinder extrovertierte Freunde bevorzugen, die sie in Gruppen stärken und sie mit ihrem Temperament mitreißen. Eltern können die Freundschaften ihrer Kinder fördern, indem sie ihnen auch Treffen außerhalb des Kindergartens oder der Schule ermöglichen. Doch nicht nur in Institutionen lassen sich gute Freunde finden. Auch die räumliche Nähe zu den möglichen Spielgefährten ist entscheidend. So kann eine Freundschaft oft leichter entstehen, wenn der Weg zum anderen nicht zu weit ist. Manchmal sind es gerade die Nachbarskinder, die zu den engsten Freunden zählen. Mit ihnen verbringen viele Kinder ihre Freizeit, und je nach Wohnsituation sind sie meist jene Spielpartner, mit denen die Kinder besonders gut Selbstständigkeit üben können. Unbeobachtet und nicht angeleitet von Eltern und Pädagogen werden kleine Abenteuer erlebt und die ersten Konflikte selbst bewältigt. Auch im elterlichen Freundeskreis finden sich oft Kinder im gleichen Alter. Hier kennen sich Kinder meist schon von klein auf. Sind sich die Kinder sympathisch und finden regelmäßige Treffen, gemeinsame Ausflüge oder sogar Urlaube statt, dann entwickeln sich daraus oft lebenslange Beziehungen. Die Rolle der Eltern Eltern wünschen sich stabile Freundschaften für ihre Kinder, und wohl jedem geht das Herz auf, wenn der eigene Nachwuchs inmitten einer fröhlichen Kinder-

Gemeinam lachen, zusammen spielen – eine Freundschaft stärkt Kinder für das ganze Leben.

Mode von Maed for mini, www.maedformini.com

schar spielt oder auf viele Geburtstagspartys der Klassenkameraden eingeladen ist. Dennoch sollten Erwachsene ihre Begriffe von Freundschaft nicht automatisch auf die Kinder übertragen. Nicht für jedes Kind haben Freundschaften den gleichen Stellenwert. Während manche am liebsten den ganzen Tag unter Kindern sind, reicht anderen vielleicht nur eine Stunde. Es gibt Kinder, die brauchen viele verschiedene Spielkameraden, um sich rundum wohl und aufgehoben zu fühlen. Anderen reicht eine vertraute Seele. „Es gibt Kinder, die mögen wenig Abwechslung“, meint Sandra Velásquez. „Deshalb sollten Eltern auch das Temperament ihrer Kinder respektieren.“ Das ist gar nicht so leicht, wenn man selbst vielleicht sehr aktiv und extrovertiert und das eigene Kind eher ruhig und introvertiert ist. Wenn ein Kind keine Freunde findet oder einen guten Freund verliert, ist auch für Eltern der Schmerz groß. Hier ist es wichtig, die Kinder nicht unter Druck zu setzen, sondern ihnen zu vermitteln, dass man da ist und ihnen zuhört. Zur Freundschaft gehören neben der Freude und Zuneigung leider auch Wut, Schmerz und Enttäuschung. Diese Gefühle sind Teil des Lebens, und je gelassener Eltern ihre som m er 2020 |

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Leben und wir Beziehungen. In diesen Phasen lohnt es sich umso mehr, den Fokus gemeinsam auf das zu richten, was trotzdem da ist. Vielleicht ist es das jüngere Nachbarskind, das zu einem aufsieht, oder der nervige große Bruder, der, wenn es hart auf hart kommt, immer für einen da ist. Vielleicht braucht der schüchterne Bub, der neu in die Klasse gekommen ist, auch gerade einen Freund, oder das Mädchen, das eben fünf Häuser weiter eingezogen ist. Was Eltern tun können: Eine sichere Bindung schaffen, für das Kind da sein, es sehen, über Gefühle sprechen, ohne zu bewerten – das hilft schon sehr viel und stärkt das Selbstvertrauen der Kinder auch in schwierigen Zeiten. Denn auch wenn es im Leben manchmal sehr steinig ist: Einen besten Freund hat man immer dabei. Sich selbst!

Mag.a Sandra Velásquez Interview

ist Kinder-, Jugend- und Familienexpertin und Coach. Die Psychologin und Universitätslektorin ist international tätig und hält weltweit Seminare und Fachvorträge für Eltern und Familien. www.safe-place-doebling.at/de/sandra-velasquez

„Wir sind gemacht, um in Beziehung zu treten.“ 4 Fragen an Univ.-Lektorin Mag.a Sandra Velásquez

Mit welchem Alter beginnen die ersten Kinderfreundschaften? Und wie entwickeln sie sich im Laufe der Zeit? Sandra Velásquez: Mit rund 18 Monaten entwickeln Kinder ein „gefühltes Ich“. Und wenn es ein ICH gibt, gibt es auch ein DU. Das ist die Voraussetzung für Freundschaft. Doch noch sind die Kinder auf sich bezogen und spielen eher nebeneinander als miteinander. Im Kindergarten zeigen sich dann schon Präferenzen, die Kinder fühlen sich zu bestimmten anderen Kindern hingezogen. Mit etwa 4 Jahren entwickeln Kinder eine sogenannte „Theory of mind“. Sie begreifen, dass das, was sie glauben, ein anderer nicht glauben muss. Und dass ein Mensch etwas glauben kann, was nicht stimmt. Das befähigt Kinder, die Perspektiven anderer einzunehmen. Sozusagen als Vorbote von Empathie. So entwickelt sich das parallele Spielen zum kooperativen Spielen. Die Kinder beginnen gemeinsame Vorhaben zu planen, zu interagieren. Die Beziehungen werden komplexer.

Was lernen Kinder durch Freundschaften mit anderen Kindern? Freunde sind einfach die besten Spielkameraden. Und das Spielen ist für die Entwicklung von Kindern zentral. Es fördert die kognitive Entwicklung, die soziale Kompetenz, die Sprachentwicklung und vieles mehr. Spielen bedeutet, „die Welt zu erfahren“, in Beziehung zu treten. Die Erfahrung zu machen: Es gibt jemanden für mich, ist von unschätzbarem Wert. Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass selbst Kinder, die Mobbing-Situationen erleben, diese besser bewältigen können, wenn sie irgendwo auch nur eine gute Beziehung zu einem anderen Kind haben. Wenn Kinder schwer Freunde finden, geraten Eltern oft unter Stress und möchten ihre Kinder vor Schmerzen bewahren. Was raten Sie? Zuerst sollte man genau hinsehen, ob das Kind wirklich isoliert ist oder ob es einfach ein ruhigeres Kind ist, das auch

Mode von Soft Gallery, www.softgallery.dk

© Gustavo Allidi Bernasconi (1), Soft Gallery (1)

Kinder in diesen Phasen begleiten, umso weniger sind die Kinder damit allein. „Kinder leben mit ihren eigenen Schmerzen, und wir müssen mit dem Schmerz über ihre Schmerzen leben“, fasste es der dänische Familientherapeut Jesper Juul zusammen. Was man tun kann? „Die Traurigkeit zulassen“, meint Sandra Velásquez. „Man kann Gefühle nicht einfach loswerden oder wegdiskutieren. Gefühle kommen und gehen. Und während man traurig ist, kann man trotzdem etwas anderes machen“, meint Sandra Velásquez und betont: „Besonders wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder nicht als defizitär sehen.“ Es wird immer wieder Phasen geben, in denen Kinder Schwierigkeiten mit Freunden haben, Freunde verlieren oder sich schwertun im Knüpfen neuer

gerne mal allein ist. Wenn man spürt, dass das Kind leidet, dann rate ich dazu, einfach mal nachzufragen: Wie geht es dir? Eltern können ihre Kinder sehr gut unterstützen, indem sie ihnen helfen, ihre Gefühle zu verbalisieren, ohne sie gleich zu bewerten und mit Ratschlägen zu überfordern. Wenn man Gefühle in Worte fassen kann und darf, hilft das gleichzeitig, eine bessere Distanz zu ihnen zu bekommen. Kinder müssen die Erfahrung machen: „Ich darf traurig sein. Aber auch wenn ich gerade traurig bin, kann ich nebenbei etwas anderes machen.“ So werden Kinder nicht von Gefühlen überwältigt und können erleben, dass diese kommen und wieder gehen. Welche Erfahrungen haben Sie mit Kindern in der Corona-Krise gemacht, die lange isoliert waren und ihre Freunde nicht sehen konnten? Obwohl viele ihre Freunde sehr vermisst haben, konnte ich dennoch beobachten, dass die meisten Kinder sehr anpassungsfähig waren und gut durch diese Zeit gekommen sind. Ältere Kinder konnten sich zudem per Chat und anderen Medien zusammenschließen. Wichtig waren sicherlich Faktoren wie Struktur und eine tägliche Routine. Für viele Eltern war diese Zeit eine sehr große Herausforderung, in der oft Homeoffice und Homeschooling zusammen bewältigt werden mussten. Wenn Eltern trotz des großen Drucks psychisch stabil geblieben sind, konnten sie ihre Kinder gut durch diese Zeit begleiten.

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Leben und wir

Die Sommerspiele sind eröffnet! Die Nintendo Switch Lite Konsole ist mit ihren erfrischenden Farben ganz auf Sommer eingestellt. Mit den passenden Spielen versüßt sie die Ferienzeit – und natürlich nicht nur, wenn es vielleicht einmal regnen sollte.

Kennt ihr schon Nintendo Switch Lite? Das neue Mitglied der Nintendo Switch-Familie ist mit der leichten und kompakten Bauweise komplett auf mobiles Spielen ausgelegt. Wo und wie auch immer einen die Lust am Spielen packt – mit Nintendo Switch Lite steht dem Sommerspielspaß nichts im Weg. Und wer Wert auf Ästhetik legt, wird sich über die vier verführerischen Farben freuen, in denen die Nintendo Switch Lite Konsole erhältlich ist. Drei erfrischend fröhliche Spieletipps für diesen Sommer haben wir auch noch!

Mit Animal Crossing: New Horizon haben die Entwickler einen echten Hit gelandet: Jung und Alt können sich gleichermaßen einen virtuellen Urlaub gönnen und dabei ein Abenteuer ganz nach ihrem eigenen Geschmack erleben. Denn Animal Crossing: New Horizon ist so etwas wie eine Auszeit vom Alltag. Hier gibt es viel zu entdecken, zu erleben und zu gestalten. Muss man gespielt haben!

Promotion

51 Worldwide Games dürfte wohl die facettenreichste Spielesammlung sein, die es für Nintendo Switch gibt. Neben den 51 sehr unterschiedlichen und abwechslungsreichen Spielen wie etwa Schach, Bowling oder Texas Hold’em-Poker, die mit Tutorials leicht verständlich erklärt werden, begeistert auch der Mosaikmodus, mit dem sich vier Nintendo Switch zu einer großen Spielfläche verbinden lassen. Mario-Fans wiederum sollten sich den 17. Juli dick im Kalender anstreichen, denn da erscheint Paper Mario: The Origami King exklusiv für Nintendo Switch: In diesem neuen Abenteuer soll Mario die Faltung der ganzen Welt verhindern. Um das zu schaffen, müssen zahlreiche Rätsel geknackt, schräge Minispiele absolviert und spannende Entdeckungen gemacht werden. Ein Mario-Erlebnis, das Papier und Karton in völlig neues Licht taucht! som m er 2020 |

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© Privat

Leben und wir

Urpeinlich, Papa! Der bellende Wischmob Kinder sollen mit Tieren aufwachsen. Verstanden. Gewisse Hunderassen erschließen sich mir allerdings als solche nicht. von peter draxl Ich weiß einiges. Manchmal hab ich den Eindruck, einfach zu viel zu wissen als ich selbst verkraften kann. Ja, Kinder sollen mit Tieren aufwachsen. Sie lernen Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen, also soziale Kompetenz. Am besten sind Hunde geeignet, die können nämlich nicht sprechen, was gut für die Ausprägung des Einfühlungsvermögens einer Heranwachsenden ist. Außerdem kann man mit dem Tier spielen, das fördert den seelischen Ausgleich, weiters stärkt der Umgang mit dem Flohhaufen das Immunsystem – kein Scherz – und bringt sogar Lernschwächen auf Vordermann. Es gibt sogar Studien zu dem Thema, Kinder, die ihrem Hund Geschichten vorlesen oder vorstammeln, lernen leichter lesen. Weil der Hund nicht urteilt, richtet, wertet, sondern einfach liebevoll und geduldig seinem Minifrauli zuhört. This makes you als Erwachsener, der sich mit Erziehungsthemen beschäftigt, think. Ein Hund muss her! Ich hab nichts gegen Hunde, ich finde Hunde cool. Also, echte Hunde. Hunde, die eine gewisse Schulterhöhe erreichen, die einen Kilo rohes Fleisch am Tag fressen, die einen ernsthaften Gegner im Spiel darstellen. Handtaschenhunde, die die Größe einer Ratte nicht übersteigen, kann ich nicht ernst nehmen. Nichts gegen euch, liebe Chihuahuas, Terriers, Maltesers. Ihr seid’s eh lieb. Ein pinkfarbenes Ballkleid ist auch lieb, trotzdem ziehe ich es nicht an. Das ganze Thema Hund ist mir irgendwie entglitten, bis zu dem Moment, als ich dereinst nach Hause kam und mir meine Zwergenprinzessin stolz einen Neuan-

kömmling präsentiert. Nein, kein Schäfer, kein Golden Retriever, nicht mal ein Beagle. Ein Terrier. Ein Westhighlandterrier, um ganz genau zu sein. Winzig klein, mit langen Haaren, die ihm fast bis zum Boden hängen. Würde man ihm einen Stiel in den Nacken schrauben, könnte man mit ihm souverän den Boden aufwischen. Mein erster Schock weicht recht rasch, weil so ein Tier dann doch irgendwie niedlich ist. Außerdem führe ich mir das Positive vor Augen, diese weiße Ratte frisst kaum was, kackt dementsprechend wenig, und wenn sie bellt, wird man sie kaum hören. Außerdem kommt Kind öfter an die frische Luft, weil Gassi geh ich mit dem Ding da sicher nicht. Wie sieht denn das aus? Zeitsprung – Monate später: Das Harley-Treffen am Faaker See war wie jedes Jahr ein Pflichttermin. Noch deutlich vor der Pandemie bestehend aus Moped fahren, ungesundes Zeug reinfressen, Grillfleisch, Rippchen, fette Pommes, Burger, Jack Daniels in beachtlichen Mengen, jeden Abend Konzerte, Rock, Hilly Billy, Country, Millionen von Gleichgesinnten. Ein riesengroßes Familientreffen und never-ending Party. Nach 5 Tagen ist man psychisch und physisch am Ende. Kaum Schlaf, das Brummen der Motoren hält rund um den See 24 Stunden am Tag an und zerfrisst dir irgendwann die Auris interna, das Innenohr. Noch zwei Tage später höre ich bei vollkommener Stille vor meinem geistigen Ohr das Knattern der Maschinen. Ich komme am Sonntag mit letzter Kraft in der Bundeshauptstadt an. Die 365 km vom See der Biker bis nach Hause werden zu einer niemals endenden Höllenqual. 6 Stunden. 7 Stunden. In denen ich

mir jedes Jahr schwöre, niemals wieder. Ich fahr da nie wieder hin. Ich kann nimmer. Ich sterbe jetzt und gleich. Ankunft. Ich lehne mein Steelhorse an den Randstein, ziehe mir den Helm vom Kopf und taumle langsam in Richtung Haustür. Natürlich bin ich in einen Regen gekommen, natürlich starre ich vor Dreck, knallrote Augen mit olympischen Ringen darunter. Ich fühle mich, als wäre ich vor drei Tagen verstorben, als Goldlöckchen ums Eck schießt. Mit dem Hund. „Haaallooo! Kannst du bitte schnell mit ihr Gassi gehen? Ich muss zum Tanzen, sonst schaff ich den Bus nicht mehr.“ Drückt mir eine pinkfarbene Hundeleine mit Strasssteinchen verziert in die Hand, mit einer weißen Ratte mit langem Haar am anderen Ende, und hetzt Richtung Bus davon. Wauzi schaut mich treuherzig an. Ach Gott, dieser Blick, na gut, gehen wir halt kurz eine Runde. Da geht er also. Mit schweren Stiefeln, einer versauten Wildlederhose, der Harley-Davidson-Lederjacke voller toter Fliegen, Dreck im Gesicht, Haare am Kopf festgeklatscht mit einer pinkfarbenen Hundeleine und einem weißen Miniterrier die Straße runter. Ist mir das peinlich. Wie sieht das denn bitte aus? Was denken sich die Leute, die so was sehen? Ich hätte gute Lust, den Helm wieder aufzusetzen, als der Nachbar ums Eck biegt. Ein Bär von einem Mann, riesengroß, ehemaliger Fußballer, mit einer hellblauen Hundeleine, einem noch kleineren weißen Malteser am anderen Ende und einem sehr gequälten Gesichtsausdruck. Der weint gleich. Wir sehen uns beide mitleidsvoll an. Nein, geteiltes Leid ist nicht halbes Leid. Nicht jetzt, nicht hier, nicht so.

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Tipi-Premiere und

präsentieren

SpongeBob Schwammkopf: Eine schwammtastische Rettung

Kino

Wann: Ende Juli 2020

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Besucht in Kürze unsere offizielle Facebook-Seite unter www.facebook.com/TIPI.Familienmagazin für alle Premieren- und Gewinnspieldetails. Viel Erfolg und Spaß im Kino!

Wo: Wien Alle Premieren-Details fi nde t ihr in Kürze hier: www.facebook.c om/ TIPI.Familienmagazin

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Leben und wir

Innen hui Doris Burger und Lisa Lindinger haben sich mit ihrer Leidenschaft für Innenraumgestaltung selbstständig gemacht. Die Mompreneurs firmieren unter „Scandicted Interior Design“ und wissen genau, wie Wohnträume wahr werden. von inez ardelt Ob auf Instagram, Pinterest oder – ganz klassisch – im Wohnmagazin: Die Fotos von den schönen, gestylten und aufgeräumten Behausungen lösen bei uns meist Neidgefühle, im besten Fall einen Rappel aus. Insbesondere in Zeiten, wo einen das Wetter oder irgendein anderer unsäglicher Umstand nach drinnen zwingt, werden die optischen und praktischen Grenzen der eigenen vier Wände offensichtlich – noch stärker, wenn man mit Kindern lebt. Dann sollte nach diesem biedermeierlich verbrachten Frühling unbedingt ein Wohnungs-Make-Over stattfinden, denn der nächste Winter kommt bestimmt. Doch wo anfangen? Kinder zuerst! Die Inneneinrichtungs-Beraterinnen Doris Burger (37) und Lisa Lindinger (34) unterstützen mit Ideen und Konzepten bei der Wohnungseinrichtung und -umgestaltung. Sie sind selbst Mütter und wissen deshalb, wie wichtig ein liebevoll und klug eingerichtetes Kinderzimmer ist. „Ein Kinderzimmer lebt, und es entwickelt sich ständig weiter, so wie sich auch Kinder ständig weiterentwickeln. Die Gestaltung sollte daher nicht zu starr sein, sondern den nötigen Raum für Weiterentwicklung geben“, so Lisa Lindinger. Idealerweise gibt es mehrere Zonen: einen Ruhebereich zum Musik Hören, Vorlesen und Ausruhen. Einen Spielbereich und, bei genügend Platz, einen eigenen Schlafbereich (das könnte auch der Ruhebereich sein) sowie einen Mal-/Bastelbereich. Dabei sei die Größe der Bereiche nicht entscheidend, sondern sie optisch und inhaltlich voneinander abzugrenzen. Etwa durch Teppiche oder Wandgestaltung. Ein Thema, das Familien durch alle Altersstufen der Kinder heimsucht, ist das leidige Ordnung halten. Die Frage ist wohl, ob das ohne erwachsenes Zutun und nächtliches Weg- und Hinterherräumen überhaupt möglich ist. Doris Burger findet „Ja“. Sie setzt auf geschlossene Stauräume. „Spielsachen sind bunt, und meistens haben die Kinder viele davon. Wenn alle ,lose‘ in offenen Regalen aufbewahrt werden, ist das bald das reinste Durcheinander und auch fürs Auge recht

Doris Burger und Lisa Lindinger kreieren als „Scandicted“ Wohlfühlräume mit harmonischen Farbkombinationen, raffinierter Lichtplanung, durchdachter Möblierung und individueller Dekoration. www.scandicted.at

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Leben und wir chaotisch.“ Sie empfiehlt, die Spielsachen thematisch zu sortieren und in Kisten und Körben aufzubewahren. „Der Vorteil daran ist, dass sich dann auch die Kinder beim Wegräumen leichter tun. Für größere Spielsachen ist eine Kommode oder ein Kasten nötig, um diese zu verstauen. Wenn jedes Spielzeug seinen eigenen Platz hat und für Kinder erreichbar verstaut werden kann, dann wissen auch die Kinder, wie sie Ordnung halten können. Ob sie es dann auch immer tun, ist eine andere Frage“, so Burger.

Darf’s ein bissi schön sein? Jetzt, wo alle Autos, Puppen, PlaymobilFiguren, Bücher und Bastelsachen verstaut sind, geht’s ans Eingemachte. Denn ja, Funktionalität ist im Zimmer des Nachwuchses eine Königsdisziplin, aber schön sein sollte es auch, damit sich die Gemütlichkeit einstellen kann. Aber wie viel Design verträgt ein Kinderzimmer? „Das Kind soll sich darin wohlfühlen, und auch die Eltern haben Freude mit einem schönen Kinderzimmer. Daher ja: Design darf sein!“, sagen die beiden Interior-Designerinnen. Wie viel und wo, das sei Geschmackssache. „Es ist auf jeden Fall ratsam, nichts zu Teures direkt auf die Spielfläche zu stellen, denn diese ist wirklich zum Spielen da, und da kann es schon mal passieren, dass ein Auto in einen Kasten rast. Aber ein schickes Wandregal oder ein schönes Bild kann ein toller Eyecatcher sein und ist beim Spielen nicht im Weg.“ Aktuelle Trends stehen ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit, was Eltern,

denen naturgemäß der Planet Erde und die Zukunft ihrer Kleinen am Herzen liegen, freuen dürfte. „Verständlicherweise machen sich Eltern Gedanken darüber, in welchem Umfeld ihr Kind schläft und spielt. Und Naturmaterialien verbessern nachweislich das Raumklima, daher sind sie auf jeden Fall im Kinderzimmer erwünscht und auch mehr denn je gefragt.“ Beim Mobiliar sind die bevorzugten Naturmaterialien unbehandeltes Holz und Rattan. Bei Teppichen eignen sich flachgewebte, reine Baumwollteppiche besonders gut, die man, so sie nicht zu groß sind, bequem in die Waschmaschine „schmeißen“ kann. Noch gemütlicher sind dickere Wollteppiche, die gleich-

Lebendiges Grün „Auch Pflanzen sind, sobald die Kinder alt genug sind und diese nicht mehr in den Mund stecken, fürs Kinderzimmer geeignet. Bei der Auswahl sollte man darauf achten, Pflanzen zu wählen, die aufgrund ihrer Eigenschaften auch fürs Schlafzimmer geeignet sind.“ Der dekorative Bogenhanf ist zum Beispiel sehr gut fürs Raumklima, pflegeleicht und in Sachen Feng-Shui gerade deshalb eine beliebte Pflanze, weil viele ihrer Arten nach oben wachsende Blätter haben. Und das stichhaltigste Argument für Bogenhanf: Von ihm wird behauptet, dass er in der Nähe von Kindern oder Arbeitsplätzen Aggressionen fernhält. „Tatsächlich werden Kinderzimmer immer ,natürlicher‘, sowohl die Materialien als auch die Farben betreffend. Wandfarben in Naturtönen sieht man immer öfter, zum Teil kombiniert mit pastelligen ,klassischen‘ Buben- und Mädchenfarben, oft aber auch komplett geschlechtsneutral.“ Heuer sind außerdem Tiere ein großes Thema, und zwar sehr realitätsnah abgebildet. „Und der Regenbogen! Den findet man in allen nur erdenklichen Farbnuancen und als Poster, Wandschmuck, Spielzeug – man kommt im Kinderzimmer auf jeden Fall nicht an ihm vorbei!“

Naturnahe Materialien sind in den Kinderzimmern auf dem Vormarsch.

© Katina Fridrik / www.katinafotografie.at (3)

Einrichten mit Feng-Shui Gemäß der berühmten chinesischen Lehre Feng-Shui, die die Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung durch Gestaltung der Wohn- und Lebensbereiche zum Ziel hat, sollte ein Kinderzimmer eher Yin-betont gestaltet werden. Also ruhig und zurückhaltend. Dies soll dem Kind ermöglichen, zur Ruhe zu finden und eine kleine Auszeit vom oftmals reizüberfluteten Alltag zu nehmen. „Ein No-Go sind zu grelle, bunte, laute Kinderzimmer. Auch sollte ein Kinderzimmer nie zu überladen sein. Weniger ist mehr – das ist ein wirklich wichtiger Grundsatz!“, erläutert Lindinger. Ein Trick ist das Auswechseln der Spielsachen von Zeit zu Zeit. Das verhindere, dass ein Raum zu vollgestopft wirke und erwecke das Interesse des Kindes für das „Neue“. „Dann fällt auch das Aufräumen am Abend leichter – ein weiterer Feng-Shui-Grundsatz.“

zeitig eine kuschelige Sitzunterlage für Spiele auf dem Boden sind. Auch bei Vorhängen gibt es schon eine wirklich große Auswahl an reinen Baumwoll- oder Leinenvorhängen in unterschiedlichen Designs.

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Leben und wir

In hohem Bogen Nicht nur zu Corona-Zeiten ist der Regenbogen ein starkes Symbol: für Hoffnung, Frieden, Toleranz. Dekorativ ist das bunte Naturschauspiel obendrein und damit perfekter Einrichtungsgegenstand fürs Kinderzimmer.

Voll ausgestattet Mit den Interior-Produkten vom dänischen Label OYOY kann man gleich das ganze Kinderzimmer im Zeichen des Regenbogens dekorieren: Teppich um € 94,–, Abakus und Spieluhr um je € 40,–. oyoylivingdesign.com

Gut aufgehängt

Ob Regenjacke, Kindergartenrucksack, Kette oder Schirmkappe – an den vier Haken der Regenbogen-Garderobe von Kindsgut findet alles seinen Platz. Um € 24,99, kindsgut.de

Hingucker

Der große Wandteppich von Bloomingville bringt einen niedlichen Farbtupfer auf weiße Wände. Um € 67,–, www.bloomingville.com

Jetzt sitzt’s was! Dank dem Sitzpolster von Nattiot muss niemand mehr am Boden rumknotzen. Um € 79,50 bei www.my-fantasyroom.de

Bestens gepolstert

Zum Liegen, Spielen und Herumtoben: pastelliger Regenbogen-Polster von Zara Home um € 25,99, www.zarahome.com

Uns geht ein Licht auf Tagsüber schöne Wanddeko, abends gemütliche Einschlafhilfe – die Regenbogen-Lampe von Little Lights lässt sich dimmen und wird auf Bestellung handgefertigt. Um € 139,– bei www.harmony-ambiente.at

Rechennachhilfe Der Regenbogen-Abakus von Little Dutch hilft beim Zählen und Rechnen lernen – und macht sich auch als Deko ganz hervorragend. Um € 17,90 bei www.herzchenklein.at

© Hersteller

Klassiker in Pastell

Der kleine Regenbogen von Grimm’s ist Puppenwiege, Zaun, Brücke, Berg ... und noch viel mehr. Aus FSC-zertifiziertem Lindenholz. Um € 16,99 bei www.lalekula.at

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Raindrops keep falling on my head Das Regenbogen-Mobile von Cam Cam Copenhagen unterhält das Baby im Bett oder am Wickeltisch – ganz, ohne nass zu machen. Um € 35,–, camcamcopenhagen.com

n Wohne

Manege frei!

Schöne Restlverwertung Aus Seilen, Bändern, Wolle und Stoffresten entstehen bei RainWows aus Wien liebevoll handgemachte Unikate. Ab € 27,90, rainwows.etsy.com

Spar dir das! So macht selbst kleinen Verschwendern das Sparen Spaß: Spardose von A Little Lovely Company, um € 9,95 bei www.small-heroes.eu

Das handgemachte Holzregal von Up! Warsaw setzt Lieblingsspielsachen hübsch in Szene. Um € 119,– bei www.my-fantasyroom.de

Träum süß! „We made a wish and you came true“ – Spannleintuch von My little love aus GOTSzertifizierter Biobaumwolle, um € 47,– bei meinkleinesich.at

Am Boden bleiben

Zum Krabbeln, Lie gen und Schauen: Die Re genbogenDecke von Fabelab bringt erdige Farbtöne ins Baby zimmer und besteht aus weich er Biobaumwolle. Um € 65,– bei ww w.kyddo.sho p

Fix aufgeräumt Spielzeug, Schmutzwäsche, Stoff tiere ... im großen Aufbewahrungskorb von Jollein hat allerhand Platz. Um € 34,99 bei www.jollyroom.at

Allerhand an der Wand Ein Regenbogen zum an die Wand Hängen: Poster von Frau Ottilie, klimaneutral mit mineralölfreien Farben auf Recyclingpapier gedruckt, um € 14,90 bei www.tagträume.at

Kleb dir eine!

Ein Regenbogen wie gemalt: Mit den Wandstickern von That’s Mine ist das Kinderzimmer ruckzuck umdekoriert. Um € 59,99 bei www.houseofkids.de som m er 2020 |

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Leben und wir

Qua·ran·tä·ne ‘ (/ka…,Quarantäne/)

Substantiv, feminin [die]. Vorübergehende Isolierung von Personen, Tieren, die von einer ansteckenden Krankheit befallen sind oder bei denen Verdacht darauf besteht (als Schutzmaßnahme gegen eine Verbreitung der Krankheit); „über jemanden, einen Ort, ein Schiff Quarantäne verhängen“. Ein Tagebuch. Ein Wochenbuch. von peter draxl Woche 1 Am 13. März 2020 war es also endlich so weit, die Bundesregierung stellt sich hin und verhängt über gewisse Regionen in Österreich Quarantäne, Bildungseinrichtungen waren bereits teilweise geschlossen, Social Distancing als Modewort etabliert, Fremdenverkehr und Tourismus abgestellt, die Geschäfte machen zu, nun ging’s also an die Ausgangsbeschränkungen. Österreich bleibt daheim, keiner versammelt sich mehr, und überhaupt wird’s jetzt ziemlich oasch (auf gut Österreichisch zusammengefasst). Der aufgebrachte Mob rückte aus zu Hamsterkäufen, und ich ertappte mich selbst dabei, einen Nudelvorrat anlegen zu wollen – man weiß ja nie. Wenn die anderen durchdrehen, werde ich nämlich sicher nicht um meine Pasta betrogen. Nur leider war das Nudelregal im Supermarkt leer. Nudeln, gefüllte Paprika aus der Dose und Klopapier – gut, aber aus. Das waren die Dinge, die Österreich wahrhaftig beschäftigten. Klopapier – ich verstehe es heute noch nicht. Wo kommt diese Angst her, dass jeniges welches ausgeht und warum fokussiert sich ein Land auf den Erwerb desselbigen. Ernsthaft? Klopapier? Bei all den Sachen, die man horten könnte, wenn’s vielleicht ernst wird? Wasser, Brot, Batterien, Fleisch, Reis … you name it. Woche 2 Pandemie – interessantes Wort. Social Distancing, Homeoffice und Co. machen mir nichts, mit einer distanzlosen Gesellschaft konnte ich ohnehin nie umgehen. Die Menschen, die einem in der U-Bahn im Nacken standen, sodass man ihren schlechten Atem riechen konnte … ein Graus. Oder die, die mir frech ins Gesicht husteten, ohne auch nur dran zu denken, die Hand vor den Mund zu halten ... igitt, ich speib im Kreis. Raus zum Spazierengehen darf ich, also gehe ich raus. Wien, Wien nur Du allein – bist erstmals in deinem Leben:

leer. Kaum Leute auf der Straße, kaum Verkehr, keine Menschen in U-Bahnen und Straßenbahnen – nichts, nada. Was für ein sensationeller Anblick! Ich zücke vor Entzücken meine Kamera und mache mich auf einen Stadttrip, die Stimmung fotografisch festhalten. Herrlich. Mir tut mein rechtes Ohr weh. Da hat’s was. Die Praxis meines Hausarztes ist leider geschlossen, ich bitte um Rückruf. Der auch tatsächlich erfolgt. Frau Doktor meint, ich soll mir das in einer HNO-Ambulanz ansehen lassen. Na gut, das Krankenhaus ist nicht weit entfernt von mir, ich mach mir einen Termin aus. Was im Ansatz scheiterte: Sie vergeben nämlich keine Termine mehr, in schlimmen Fällen einfach kommen. Okay, na gut, komm ich halt. Schlimm ist’s noch nicht, aber wer weiß, wer weiß, was da noch wird. Covid 19 – wieso heißt der eigentlich „19“? Gibt’s 1 bis 18 auch? Haben wir die „verschlafen“? Und warum gibt’s immer noch kein Klopapier im Supermarkt? Ich verstehe die Thematik nicht. Hat der Österreicher nur Fressen und Schei... im Kopf?

sowohl Patienten als auch Personal. Ich werde ungehalten empfangen, mit meinem Problemohr, so nach dem Motto: „Wenns ka gscheite Krankheit haben, gehen’s bitte wieder heim, wir brauchen unsere Ressourcen für echte Notfälle. Pandemie. Wir sind aufgerufen, Ressourcen freizuschaufeln für den Ernstfall.“ Ja, gut, verstehe ich alles, wobei ich nicht glaube, dass ein Massenansturm von Covid-Verseuchten die HNOAmbulanz heimsuchen wird, aber bitte. Man ist gnädig und schaut mir ins Ohr. Infektion des Innenohrs. „Da haben’s zwei Antibiotika, eins für innen, eins für außen, und bitte kommen’s nicht wieder, tut uns leid.“ Okay. Ich habe verstanden. Ich verstehe auch, warum der Eingang der Hospitalität bewacht wird. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder mit einem Innenohrinfekt in die HNO-Ambulanz möchte. Ah ja, es gibt wieder Klopapier. Die Supermärkte sind lernfähig und haben sich gerüstet. Wie schön. Verstehen muss ich die Kiste mit dem scheinbar göttlichen Papier aber wirklich nicht.

Woche 3 Mein Stundenplan steht auf dem Whiteboard geschrieben, ich brauche Struktur – haben sie gesagt, hab ich mir selbst auch schon gedacht, und meine Tochter lebt es mir vor: Sie stellt den Wecker, hat einen strengen Tagesablauf, neben Sport und E-Learning ist sogar die freie Zeit getimed. Respekt! Gutes Kind! Von wem sie das wohl hat … von mir sicher nicht. Meine wohlweißlich schon im Februar bestellten Mundschutzmasken treffen ein, in schönem Schwarz, gerade rechtzeitig für die Maskenpflicht. Ich verbinde meinen Spaziergang – der am Whiteboard steht – mit einem Besuch der HNO-Ambulanz meines Lieblingskrankenhauses. Klingt absurd, wer hat so was schon? Ich jedenfalls: das Kaiser Franz Josef in der Kundratstraße. Die Ambulanz ist ziemlich leer, das betrifft

Woche 4 Die Wohnung ist bereits geputzt von oben bis unten und wieder retour, statt dem „Sport“ vom Whiteboard ist es leider oder Gott sei Dank das Putzen geworden. Ist doch ein schöner Anlass. Mittlerweile putze ich aus reiner Fadesse schon Lichtschalter mit Wattestäbchen. Die Waage im Badezimmer zeigt eine erschreckende Tendenz an. Ich nehme zu. Bewegungsarmut, Fressen aus Langeweile ... aber zum Glück haben wir genug Klopapier. Töchterlein macht brav jeden Tag eine Stunde Sport, ich beneide sie um so viel Disziplin und Stamina. Würde Mister Trump jetzt sagen, von dem man wieder sehr wunderliche Dinge hört. Man hört auch, dass Amerikaner auf die Straße gehen und demonstrieren, gegen das Coronavirus. Das ist wieder so typisch… Trump-Wähler eben. Warum heißt das Virus

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Woche 5 Ich halt’s nicht mehr aus, ich will zu einem Friseur. Ich telefoniere mobile Friseure durch, wenn schon kein Laden offen hat, dann möchte ich bitte, dass jemand zu mir kommt. Es kommt aber keiner. Sie haben alle dicht. Obwohl man sich in Wien Meidling nicht wirklich an das Versammlungsverbot und Social Distancing hält, hier sieht die Multikultigemeinschaft die Dinge anders als die anderen. Ich bekomme den vollständigen Rappel und bitte meine Tochter, mir die Haare zu schneiden. Sie willigt begeistert ein und schnippelt. Das Ergebnis: Ich kann nie wieder unter Menschen. Sie zieht sich schmollend zurück und meint, sie kann’s halt nicht, was ich mir einbilde von ihr auch zu erwarten. Ich zücke erneut ein Gerät, diesmal den Barttrimmer, und rasiere mir den Schädel auf 9 Millimeter. Jetzt geht’s wieder, obwohl meine Birne aussieht wie ein Ei mit Fell. Es ist wahrlich nicht schön. Meinen Osterurlaub in Kärnten musste ich absagen. Meine Oldies zu Hause sind leider Risikogruppe Nummer 1, die Family hätte mich zwar gerne empfangen, aber ich bin mir meiner Verantwortung bewusst. Außerdem ... Social Distancing in der eigenen Familie? Eiersuchen mit Maske? Lagerfeuer am Abend mit 1,5 Meter Abstand? Das geht nicht, das ist zu frustrierend. Die Bundesregierung verspricht Lockerungen ab Anfang Mai. Mal sehen, ob das hält.

mich immer noch ob der Tatsache, dass Trafiken eigentlich immer offen hatten. Meine Stammtrafik auf jeden Fall. Wurscht, wie engmaschig der Maßnahmenkatalog auch war, Trafik = offen. Tabakwaren und Klopapier. Es spitzt sich also quasi auf die zwei Prioritäten zu. Die Baumärkte sollen wieder aufsperren, warum auch immer gerade die. Ich weiß es nicht. Baustoffe, Klopapier und Tschick. Wir haben einen dritten Mitspieler. Ab Anfang Mai soll die Lockerung voranschreiten, Österreich ist übern Berg, die Quarantänezonen im Westen lösen sich langsam auf. Interessant ist: Es gibt einen Flecken Österreich, Weststeiermark und Salzkammergut, in denen es kaum Infizierte gibt. Wieder frage ich mich, warum? Ist die Luft am Grundl- oder Attersee selbstreinigend? Oder verirren sich dorthin keine Städter mitsamt ihren Viren und Bazillenhaufen? Mag sein. Die Schulen starten dann auch wieder, meine Tochter ist erst Mitte Juni dran, hat 2 Wochen Schule und geht dann mit dem Halbjahreszeugnis heim, auch gut. Ich muss abnehmen. Der strikte Tagesablauf vom Whiteboard wird durch einen Diätplan ersetzt. Mal sehen, was noch so auf uns zukommt. Es wird ein Leben nach Corona geben, aber es

wird nicht mehr so sein wie zuvor. Klingt schicksalsschwanger. In Amerika brüstet sich Trump mit großen Erfolgen in der Pandemiebekämpfung, die allesamt nicht wahr sind, und Kim Jong-un ist verschwunden. Was das wohl alles zu bedeuteten hat? Kann mir jemand jetzt bitte endlich die Sache mit dem Klopapier, den Baumärkten und den Trafiken erklären? Ich verstehe es leider immer noch nicht.

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eigentlich wie ein Bier? Hat sich schon mal wer Gedanken gemacht, wer die Nutznießer sind in dieser Causa? Die Volksrepublik China verkauft Fantastilliarden von Mundschutzmasken in die ganze Welt. Umsatz in Milliardenhöhe. Zuerst frisst ein verwegener Asiate eine verflucht kranke Fledermaus, und dann verkaufens uns die Atemschutzmasken. Was für ein Spaß … Die Bundesregierung verspricht Lockerungen, das Ärgste sei überstanden. Nein, sagt meine Waage, das Ärgste ist noch längst nicht überstanden, das Abnehmen kommt jetzt dran.

Woche 6 Meine Waage zeigt 4 Kilo mehr, mein Ohr tut nicht mehr weh, und ich wundere

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„Freie Taufen“ oder „Lebensfeiern“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie stehen der traditionellen Taufe innerhalb einer Glaubensgemeinschaft gegenüber. Dabei sind sich die beiden Formen gar nicht so unähnlich. Tipi hat mit Familien gesprochen, die bewusst sagen: Ja zum Ritual, nein zur Kirche. von susanne sonnleitner

„Der kleine Prinz“ im Weingarten Rund 80 Gäste waren zur „freien Taufe“ von Anja, heute sechs Jahre alt, geladen. Eine Feier dieses Ausmaßes bedarf schon einiges an Organisation. Das sahen auch die Eltern Angela und Daniel im Vorfeld. Sie entschieden sich für eine Zeremonienmeisterin und für eine Location, die auch gleich eine entsprechende Verpflegung bot: ein Heurigenlokal in Perchtoldsdorf. Der Glaube spielt in Angelas und Daniels Leben keine Rolle. Die 32-jährige Verwaltungsbeamtin hatte sich zu Beginn ihres Berufslebens dazu entschieden, aus der Kirche auszutreten. Auch Daniel ist ohne Bekenntnis. Als nach der Geburt ihres ersten Kindes Anja die Frage nach einer Tauffeier im Raum stand, wusste der 36-jährige Schlosser sofort: Ja, aber nicht

So idyllisch kann eine Tauffeier beim Heurigen aussehen. Familie und Freunde hießen die kleine Lara im Weingarten willkommen. Schon ihre große Schwester Anja wurde dort gefeiert.

in der Kirche. Eine Feier für eine so große Gesellschaft gänzlich in Eigenregie auszurichten, kam für die beiden nicht infrage. Bei der Suche nach professioneller Begleitung wurden sie im Web fündig. Etwa drei Monate nach der ersten Kontaktaufnahme mit der Zeremonienmeisterin stand der große Tag im Leben der kleinen Anja bevor. Die Wahl fiel auf das Heurigenlokal von Daniels Tante in Niederösterreich. Die Patenschaft für Anja übernahmen die besten Freunde der Eltern, sie richteten ihre innigsten Wünsche an das Kind. „Besonders schön fand ich die Segnung, bei der wir

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Anja die Hand auflegten. Die Gäste gaben ihr dabei in Gedanken gute Wünsche mit“, erinnert sich Angela. Auf Anja folgte Tochter Lara, die nur ein Jahr jünger ist als ihre Schwester. Auch für sie sollte es wieder eine so herrliche und unkomplizierte Feier geben wie beim ersten Kind. So fand sich die Familie bald darauf wieder beim Heurigen ein. Dieselbe Location, aber bei besserem Wetter. Während bei Anja die Feier aufgrund des plötzlich einsetzenden Regens kurzerhand nach drinnen verlegt werden musste, konnte die Familie Laras Ankunft bei schönem Wetter im Garten feiern. Angela erinnert sich noch genau an die Geschichten, um die die Zeremonien gestaltet waren. Sie enthielten beide wundervoll lebensbejahende und weise Botschaften, die den Kindern mit auf den Lebensweg gegeben wurden. Die bekanntere war wohl Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ und seine Erkenntnis, dass Äußerlichkeiten im Leben nicht zählen. „Bei beiden Feiern haben wir es sehr genossen, dass alles so locker ablief,“ erzählt Angela, „die anwesenden Kinder konnten herumwuseln, ohne dass es irgendwen gestört hätte. Im Gegenteil: Die Zeremonienmeisterin hat spontan reagiert und die Kleinen auch immer wieder ins Geschehen eingebunden. Insgesamt haben wir während der Feier recht viel gelacht!“ Zugegeben, für Angelas Familie war eine Tauffeier dieser Art zunächst etwas Exotisches. Doch sie zeigte sich nicht nur aufgeschlossen, sondern teils richtig begeistert, wie Laras Taufpatin. Sie ließ sich sogar für die Taufe ihres eigenen Kindes inspirieren und entschied sich ebenso für eine „Lebensfeier“. „Wir sagen nicht: Es gibt den einen Gott‘“, reflektiert Angela, „und sehen das als großen Vorteil, denn unseren Kindern steht somit alles offen. Wir drängen sie nicht in eine Glaubensgemeinschaft hinein, sondern sie können irgendwann selber entscheiden.“ Deshalb sollen ihre Kinder nicht nur über die eine, sondern über viele Glaubensrichtungen Bescheid wissen. Angela hofft, dass Anja dieses Wissen in der Waldorfschule, die sie ab Herbst besuchen wird, vermittelt bekommt. Vom keltischen Lebensbaum und bösen Geistern Wenn man Johanna, 34, fragt, was das Berührendste am Tauffest ihrer heute sechsjährigen Tochter Flora war, antwortet sie ohne zu zögern: „Die Worte der Zeremonienmeisterin.“ Johanna und ihr Lebensgefährte Matthias hatten sich für

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die Organisation und Umsetzung der Feier einen Profi an Bord geholt. Via Internetrecherche waren sie auf eine Hochzeitsplanerin gestoßen, die man auch für „freie Taufen“ engagieren kann. Die Sympathie war gleich beim ersten Telefonat da, der Zusammenarbeit stand nichts mehr im Weg. Johanna, die Lehrerin ist, ist selbst nicht getauft worden. Auch Außendienstmitarbeiter Matthias ist ohne religiöses Bekenntnis. Doch ganz ohne Taufe, das ging dann doch nicht. „In allen Kulturen auf der Welt werden neue Erdenbürger mit einem Fest oder Ritual willkommen geheißen“, weiß Johanna, die Kultur- und Sozialanthropologie studiert hat. „Auch uns war wichtig, Flora in unserer Mitte zu feiern.“ Der Termin fiel auf den 1. Mai, jenen Tag, an dem Flora ihren ersten Geburtstag feierte. Für das Fest reiste die Wiener Familie nach

Schon ein richtig großes Taufkind war Flora bei ihrer Lebensfeier, die an ihrem ersten Geburtstag stattfand. Neugierig hat sie das Geschehen verfolgt.

Niederösterreich, wo sie in einem privaten Garten alles vorbereitet hatte. Dort kamen Freunde und Familie zusammen. Für jene, die noch mehr im christlichen Glauben verwurzelt waren, war dieses Fest eine einzigartige, aber positive Erfahrung. Wenn sie an die Rede der Zeremonienmeisterin denkt, ist Johanna heute noch wundersam berührt. „Es war unglaublich, was für ein Gespür sie für uns als Paar gehabt hat. Als würde sie uns schon ewig kennen“, so die 34-Jährige. Dass Flora ein absolutes Wunschkind war und dass es einige Zeit benötigte, bis es mit der Schwangerschaft endlich geklappt hat, verpackte die Zeremonienmeisterin einfühlsam in ihre Rede. som m er 2020 |

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Berührt sind Johanna und Matthias auch, wenn sie sich an all die persönlichen Nettigkeiten erinnern, die die Feier so besonders machten. Die Kinder von Freunden brachten Geschenke, eine gute Freundin musizierte höchstpersönlich, und die Gäste versahen ein „Wunschbäumchen“ mit vielen guten Gedanken für das Kind. Dieser Lebensbaum, so die Mutter, habe seinen Ursprung in der keltischen Mythologie. Aber auch von anderen Religionen und Kulturen haben die Eltern besonders schöne Rituale übernommen. So stellte Floras Patin das Kind mit den Beinchen auf den Boden. Diese Erdberührung kommt aus dem Hinduismus. Und in den islamisch geprägten Kulturen bekommen Kinder Armreifen ums Handgelenk gelegt. Sie sollen vor bösen Geistern schützen. Auch Floras Arme zierte am Ende dieser Schmuck als Symbol des Schutzes. Eine perfekt geplante Feier erfordert manches Mal Flexibilität. Die Zeremonienmeisterin hatte gerade die Begrüßungsrede gestartet, da setzte just in dem Moment der Regen ein. Doch dafür gab es schnelle Abhilfe; das Tröpfeln des Regens auf den Schirmen verlieh dem Fest sogar einen gewissen Charme. Welch Glück, dass das Wetter es doch zuließ, die Feier im Anschluss im Garten fortzusetzen. Im Pavillon wurde dann aufgetischt, was jeder Gast mitgebracht hatte. Alle feierten mit, sogar Johannas und Matthias’ Hund „Herr Willy“. Es war ein harmonisches Fest, das nach Wiederholung „schreit“, könnte man meinen. Und tatsächlich steht das nächste Tauffest bevor. Mitte Juli soll Johannas und Matthias’ zweite Tochter Frida getauft werden. Zwar, den aktuellen Verhältnissen geschuldet, im engeren Kreis und in einer anderen Location. Doch manche Dinge haben sich bewährt: Es geht wieder nach draußen, und die Zeremonienmeisterin ist mit dabei. Zudem fällt das Fest neuerlich mit dem ersten Geburtstag des Täuflings zusammen. „Eine Sache gäbe es allerdings schon noch, die sich von der ersten Tauffeier unterscheiden wird“, zeigt sich Johanna zuversichtlich: „Für Fridas Fest haben wir Sonnenschein bestellt.“ Die Plazenta, der Nussbaum und viel Rauch Es war auf den Tag genau ein Jahr nach ihrer Hochzeit, als Teresa und Wolfgang aus Wien für ihre Tochter eine Willkommensfeier veranstalteten. Dass es kein kirchliches Fest werden sollte, war für die Eltern schon vor der Geburt von Anna klar. Der Vater ist Atheist, und auch Teresa hatte sich im Laufe ihres Erwachsenenlebens von der katholischen Kirche abgewandt.

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Der Nussbaum birgt eine starke Symbolik für Teresa und Wolfgang. Unter seinen mächtigen Ästen gab sich das Paar nicht nur das Jawort, auch Teresas Plazenta wurde dort vergraben.

Zu groß wurde die Diskrepanz zwischen ihren Werten und Grundsätzen und jenen der Institution „Kirche“. Ein Fest für ihre dreimonatige Tochter Anna sollte es dennoch geben. Mit Familie und Freunden, unter freiem Himmel, mit Strohblumen im Weidenkörbchen. Zeit und Ort wurden nicht zufällig gewählt: Die Tauffeier fiel nicht nur auf den ersten Hochzeitstag von Teresa und Wolfgang, sondern fand auch in derselben Location statt: am elterlichen Bauernhof in Oberösterreich, und zwar unter dem mächtigen Nussbaum im Garten. „Es war ein heißer Augusttag, und ich erinnere mich, dass wir mit Strohbinkeln einen Halbkreis formten“, erzählt Teresa. Es war ein lockeres Ambiente ohne Dresscode. Teresa selber trug eine Bluse und einen knielangen Jeansrock. Die Eltern führten mit der kleinen Anna auf dem Arm selber durch die Feier. Von der Begrüßung über die Namensherlei-

tung bis hin zur Segnung fanden sich darin viele Elemente, die auch Bestandteil einer kirchlichen Taufe sind. Die Kinder hatten im Vorfeld Rasseln gebastelt und zu „Wenn du fröhlich bist“ musiziert. Und sie hatten auch ihre eigenen Taufkerzen dabei, die sie schließlich entzündeten. Eine besondere Rolle spielte der Mutterkuchen, den Teresa nach der Geburt von Anna aufgehoben hatte: „Meine Hebamme hatte damals vorgeschlagen, die Plazenta doch zu behalten. Wir hatten anfangs keinen Plan, was wir damit tun sollten Und so kam diese vorerst in die Tiefkühltruhe meiner Mama“, schmunzelt die 33-jährige Mutter. Und weil Annas Tauffeier ohnehin symbolgeladen und voller Rituale gestaltet werden sollte, bot es sich geradezu an, die Plazenta in der Zeremonie wieder in Erscheinung treten zu lassen. So wurde sie schließlich unter dem Nussbaum vergraben. Um den Mutterkuchen an Mutter Erde zurückzugeben. Gefeiert wurde bis spät in den Abend hinein. Eine Würstelgrillerei am Lagerfeuer durfte nicht fehlen. Doch das Feuer hatte noch eine weitere Bedeutung: Als eines der vier Elemente, die alle während der Feier vorkamen, nutzten es die Gäste zum Räuchern von Kräutern. Wer sich also mal vom Festgeschehen zurückziehen wollte, schnappte sich eines der gebundenen Kräuterbüschel und machte es sich am Feuer gemütlich. Rückblickend betrachtet war besonders die Vorbereitung des Festes eine wunder-

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Mama & Baby volle Zeit, wie Teresa findet: „Es war schön zu sehen, wie sich jeder Gedanken macht und voll hinter unserer Idee steht. Auch die Kinder meiner Schwester waren mit einer riesigen Begeisterung dabei.“ Ihre Schwester Maria spielt überhaupt eine wichtige Rolle, denn sie ist eine der vier Pat(inn)en, nämlich die „Goli mit dem Glaubensbezug“. Auch wenn Anna ohne Bekenntnis aufwachsen soll, ist es ihren Eltern wichtig, dass sie die Chance erhält, den katholischen Glauben kennenzulernen. Später, so Teresa, könne Anna immer noch selbst entscheiden, ob und welchem Weltbild sie sich zuwenden möchte. Dort, wo der Mutterkuchen vergraben ist, wächst heute ein üppiger Heidelbeerstrauch. Warum ausgerechnet das Beerenobst? „Wir waren uns einig, dass wir an dieser besonderen Stelle etwas pflanzen wollen“, so Teresa, „aber ich hätte es nicht ertragen, wenn die Pflanze unter dem mächtigen Baum eingegangen wäre.“ Dass die Heidelbeere im Schatten der Nuss dennoch gut gedeiht, wussten die Paten. Heute, zwei Jahre danach, zeigt sich: Sie haben recht behalten.

„Freie Taufen“ • Im Allgemeinen dient die Tauffeier dazu, in eine Religionsgemeinschaft einzutreten. Laut amtlicher Statistik der Österreichischen Bischofskonferenz gab es im Jahr 2018 etwas mehr als 47.000 katholische Taufen (die mit einer überwiegenden Mehrheit im Alter von 0 bis 12 Monaten stattfanden). • Den kirchlichen Taufen gegenüber stehen die „freien Taufen“, „Lebensfeiern“ oder „Namensgebungsfeiern“, bei denen keine Aufnahme in eine Religionsgemeinschaft erfolgt. Eltern entscheiden sich für diese Form, wenn sie etwa selber aus der Kirche ausgetreten oder seit jeher ohne Bekenntnis sind. Das Argument für eine „freie Taufe“ beruht auf dem Menschenrecht der Religionsfreiheit. Wenn Eltern schon ihrem Baby einen Glauben aufzwingen, würde dieses in seiner Religionsfreiheit beschnitten. Wichtig sei, so schreibt der HVÖ (Humanistischer Verband Österreich),

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„die Taufe als prägendes, unauslöschliches Element zu vermeiden“. Dass bei „Lebensfeiern“ nicht auf Rituale verzichtet werden muss und diese herzlich gestaltet werden können, indem mehr das Kind und weniger die Religion im Mittelpunkt steht, zeigen die vorgestellten Beispiele. • Wer Unterstützung sucht, findet diese bei Zeremonienmeister(inne)n. Eltern können die weltliche Zeremonie individuell gestalten – sie sind an keine vorgegebenen Abläufe gebunden – und erhalten dabei Beratung vom Profi. Die/Der Zeremonienmeister/-in macht Vorschläge zu Texten und Ritualen, die bei der Feier eingebaut werden können und sorgt bis hin zur Technik für einen reibungslosen Ablauf. Bei einer „freien Taufe“ können religiöse Elemente eine Rolle spielen – sie sind aber kein Muss. Zeremonienmeister/ -innen sind meistens Redner/-innen oder freie Theolog(inn)en.

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Mama sein heute:

Zwischen Müdigkeit, Aufopferung und Resignation Wenn Mamas nicht mehr können, stehen sie auf und machen weiter. Warum ist das so? Und was ist eigentlich aus deren Träumen, Wünschen und Bedürfnissen geworden, die sie hatten, bevor sie zu Müttern wurden? von manuela fischer

Wann ist endlich Schluss damit? In den ersten Wochen, ja sogar Monaten nach der Geburt ist es vollkommen normal, um nicht zu sagen überlebensnotwenig, dass Mamas ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Es sollte jedoch, früher oder später, der Zeitpunkt kommen, an dem sich beide Elternteile wieder zugestehen, ihren ganz individuellen Wünschen, Zielen und Bedürfnissen nachzugehen. Den richtigen Augenblick, wieder ein wenig Me-Time einzuplanen, bestimmst

dringend benötigen, um sich entfalten zu können. Dafür braucht es zum einen das Verständnis und die Unterstützung anderer, insbesondere des Partners. Zum anderen ist ein hohes Maß an Achtsamkeit und Selbstwert für jeglichen Schritt in Richtung Psychohygiene unabdingbar. Schlechtes Gewissen ist bei der Entscheidung, den eigenen Bedürfnissen wieder einmal Priorität einzuräumen, kein besonders guter Berater.

» Bevor ich Mama wurde, wusste ich gar nicht, wie müde man eigentlich sein kann. « du selbst. Für jede Mama kommt dieser Moment zu einem anderen Zeitpunkt. So unterschiedlich wie wir nun einmal sind, ist auch unser Bedürfnis nach individueller Entfaltung und Selbstverwirklichung. Entscheidend ist nur, dass die Einsicht, sich selbst wieder einmal etwas Gutes zu tun, kommt, bevor sich ein Gefühl von Resignation manifestiert. Für dich sorgen, indem ich für mich sorge Um die eigenen Bedürfnisse wahr- und ernst nehmen zu können, muss man sie nicht nur kennen, sondern ihnen auch den Raum zur Verfügung stellen, den sie

Warum letztendlich alle von der eigenen Selbstfürsorge profitieren Nur eine Mama, die Energie hat, kann diese in die liebevolle Begleitung und fürsorgliche Unterstützung ihres Kindes investieren. Dies gilt ebenso für die Partnerschaft. Aus diesem Grund sollte, bestenfalls immer, die Me-Time vor der We-Time kommen. Wenn die eigenen Speicher durch Selbstfürsorge wieder aufgefüllt sind, wird Mamas neu gewonnene Energie für die ganze Familie spürbar. Die Art und Weise, wie und wodurch Psychohygiene und Achtsamkeit im Alltag einer Mama Platz finden, kann nur jede Mutter für sich selbst herausfinden. Ein nicht unwesentlicher Aspekt bei dieser Suche ist es, gewohnte Pfade zu verlassen, festgefahrene Überzeugungen zu hinterfragen und unterdrückten Gefühlen wieder Gehör zu schenken.

Me-Treat: 7. & 8. August 2020 „Finde deinen Weg, gehe ihn mit Überzeugung und genieße ihn in vollen Zügen.“ Das Me-Treat im Wienerwald unter der Leitung von Mag.a Manuela Fischer verhilft Frauen und Müttern zu mehr Gelassenheit, Achtsamkeit und Selbstfürsorge im Alltag. Anmeldung & weitere Infos: www.waldpraxis.at, office@waldpraxis.at

© NinaMalyna (1)

Warum fehlender Schlaf nur ein Teil des ganz normalen Wahnsinns ist Wusstest du eigentlich, dass Schlafentzug eine Form von Folter ist? Vermutlich schon, weil es sich zeitweise einfach ganz danach anfühlt, sobald man für ein kleines Lebewesen Sorge trägt, nicht wahr? Wochenlang zu wenig oder sogar zeitweise gar keinen Schlaf zu bekommen, kann wahnsinnig an die Substanz gehen. Anhaltende Müdigkeit aufgrund von elterlichen Verpflichtungen, ohne Aussicht auf Besserung, erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin, die Bereitschaft zur Aufopferung und zu beständiger, bedingungsloser Liebe. Klar, Eltern wissen, warum sie sich das alles antun. Und ja, es ist ihnen auch bekannt, dass der Zustand vollkommener Hingabe, zum Glück, vorrübergehend ist. Aber zeitweise fühlt es sich leider ganz und gar nicht danach an. Vor allem Mütter leiden in den ersten zwei bis drei Lebensjahren ihres Kindes unter immensem Schlafentzug und pausenlosen Erschöpfungszuständen. Dabei ist der Schlafmangel nicht die einzige Ursache für anhaltende Erschöpfung. Auch das Gefühl der ständigen Verfügbarkeit, ein hohes Maß an physischer und psychischer Anstrengung sowie wenig bis gar keine Zeit für sich selbst zu haben, kann auf Dauer ein Gefühl von Selbstaufgabe hervorrufen.

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Mama & Baby

Wenn die Zähnchen kommen Richtige Mundhygiene von Anfang an. Worauf man bei Babys ersten Zähnchen achten sollte, erklärt Zahnarzt Dr. Rainer F. Prugmaier. Dr. med. dent. Rainer F. Prugmaier ist Kinderzahnarzt in Wien und Leibnitz (Steiermark). www.za-prugmaier.at

Interview

Wann sollte das Kind zum ersten Mal zum Zahnarzt? Rainer F. Prugmaier: Der erste Zahnarztbesuch wird bereits ab dem ersten Milchzahn empfohlen. Bei diesem Besuch geht es einerseits um Früherkennung, andererseits werden wertvolle Tipps rund um die richtige Pflege des Mundraumes sowie zahngesunde Ernährung vermittelt.

PROMOTION; © MAM Babyartikel (1), Dr. Rainer F. Prugmaier (1)

Wie sollten die ersten Zähne gepflegt werden? Was sollten Eltern beachten? Die ersten Zähnchen müssen bereits ab dem Zeitpunkt des Durchbrechens in die Mundhöhle mit einer dem Alter entsprechenden Zahnbürste und einer dementsprechenden Menge fluoridhaltiger Zahnpaste geputzt werden. Es ist vor allem darauf zu achten, dass die Oberlippe vollständig angehoben wird. Der Zahn und der Übergang zum Zahnfleisch sollen gleichmäßig vorsichtig geputzt werden. Ist Mundhygiene bereits vor dem Durchbruch der ersten Zähne ein Thema? Was kann man tun? Zahnen tut in der Regel nicht weh. Bereits vor dem Durchbruch soll der Mundraum z.B. mit einem weichen Tuch gereinigt werden. Dadurch wird das Zahnfleisch massiert, und die Milchzähne können einfacher durchkommen. Wie sehen Sie als Mediziner die Verwendung eines Schnullers? Was sind mögliche Vor- und Nachteile? Babys haben einen angeborenen Saugreflex,

der nach und nach durch Nuckelbewegungen ersetzt wird, die das Baby selbst steuern kann. Das Nuckeln hat auch einen beruhigenden Effekt auf das Kind. Das Saug- und Nuckelbedürfnis kann mit dem Stillen, dem Fläschchen oder mit einem geeigneten Schnuller befriedigt werden. Der Vorteil eines Schnullers liegt vor allem darin, dass hier keine flüssige Babynahrung oder Säfte etc. im Mundraum verbleiben und somit die Milchzähne permanent „umspülen“. Das Nuckeln an der Brust bzw. am Fläschchen – sofern es nicht der Nahrungsaufnahme dient – birgt die Gefahr, dass die Muttermilch bzw. die Babynahrung über einen langen Zeitraum im Mundraum verbleiben und dadurch die Zähne, wenn sie nicht regelmäßig geputzt werden, angegriffen werden können. Worauf ist bei der Wahl des Schnullers zu achten? Wie sieht ein guter Schnuller aus? Die Form und Größe des Schnullers sollte für den Mundraum des Kindes geeignet sein. Weiters soll auf eine dem Gaumen angepasste Form, also ein symmetrisches Saugteil, sowie eine schmale Auflage für die Lippen und Kieferleisten geachtet werden. Das Baby oder Kleinkind sollte den Mund so weit wie möglich schließen können – je dünner der Saugerhals, umso besser! Gibt es Risiken, die man mit einem „falschen“ Schnuller eingeht? Ist die Form und Größe nicht geeignet, kann es zu Kieferfehlstellungen kommen. Folgen daraus können unter anderem ein offener Biss oder ein zu schmaler Oberkiefer sein. Wie sollte man den Schnuller am besten reinigen? Vom Abschlecken wird ja abgeraten, weil so Karies übertragen werden kann ... Die Mundhöhle beheimatet eine Unzahl von nützlichen Bakterien. Babys entwickeln in den ersten Lebensmonaten ihre eigene Mundflora; Kariesbakterien sind meist nicht darunter und werden übertragen. Das Abschlecken der Schnuller durch Erwachsene kann Kariesbakterien auf das Kind übertragen. Schnuller sollten deshalb nur abgespült werden. Nach dem Kauf sowie in regelmäßigen Abständen sollten sie gereinigt und sterilisiert/abgekocht werden. Für unterwegs eignet sich eine geeignete Aufbewahrungsbox besonders gut, um den Schnuller sauber zu halten.

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Entwickelt, um das Risiko von Zahnfehlstellungen zu reduzieren Der dünne Saugerhals und das flexible Saugteil machen den MAM Perfect besonders anpassungsfähig und ermöglichen den Zähnen mehr Platz zum Wachsen. Seine positive Wirkung auf die Zähne und den Kiefer konnte durch eine Langzeitstudie wissenschaftlich bestätigt werden.¹ Der Perfect Schnuller ist in 3 Größen und verschiedenen Designs erhältlich. www.mambaby.com ¹Y. Wagner, R. Heinrich-Weltzien, “Effect of a thin-neck pacifier on primary dentition: a randomized controlled trial”, Orthodontics & Craniofacial Research, Volume 19, Issue 3, pages 127–136, August 2016.

MAM unterstützt seit über 40 Jahren Babys in ihrer individuellen Entwicklung. MIT EXPERTINNEN ENTWICKELT Teamwork mit medizinischen Experten für höchste Sicherheit. Erst nach Freigabe durch medizinische Experten ist eine MAM Innovation bereit für das Baby-Leben. °BPA/BPS frei: Alle MAM

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Mama & Baby

Ultimativer Fahrkomfort Sicherheitsbügel öffnen und drehen, Sitzposition verstellen – all das geht beim Joolz Day+ ganz leicht mit nur einer Hand. Inkl. Sitz und Wanne um € 1.099,–. www.joolz.com

Vielseitiger Cruiser Die besonders starke Allrad-Federung sorgt für eine bequeme Fahrt ab der Geburt. Nuna MIXX next, Sportwagen um € 609,95, Babywanne um € 209,95. www.nunababy.com

Bitte einsteigen! Kaum schwanger, kommt auch schon die erste Entscheidung: Welcher Kinderwagen darf es denn sein? Einige Exemplare – auch für später – stellen wir euch hier vor.

Rückenfreundlich Trotz kompakter Maße macht der Ergobaby Metro Compact City Stroller keine Kompromisse in Sachen Ergonomie und Komfort. Für Babys ab 6 Monaten. Um € 299,90. www.ergobaby.at

© Freepik (10), Hersteller (10)

All in one Der Britax Smile III meistert jede Situation mit einem Lächeln – von der Geburt bis zu 4 Jahren. Essential Set mit Gestell, Sportsitz und Wanne um € 649,90. www.britax-roemer.at

Easygoing Der wendige MaxiCosi Lila CP macht den Elternalltag leichter, z.B. mit dem Easy-in-Gurtsystem für einfaches Anschnallen. Um € 439,20. www.maxi-cosi.de

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Natürliche Sache Der Kinderwagen aus Österreich bietet von Anfang an eine sichere Umgebung aus natürlichen Materialien – garantiert ohne Schadstoffe: Naturkind Lux, Gestell & Sportsitz um € 799,–, Babywanne um 279,–. www.naturkind.at

Flexbiler Begleiter Beim Joie Versatrax ist der Blick- und Fahrtrichtungswechsel in Sekunden erledigt; 4 Ruhepositionen sorgen für entspannte Fahrt. Sportwagen um € 339,95, Babywanne um € 129,95. www.joiebaby.com

Mama & Baby Extravagant Designed vom Künstler Jayson Atienza, ist der Stokke Beat ein stilsicherer und kompakter Begleiter für die Großstadt. Gestell & Sitz um € 649,–, Babyschale um € 230,–. www.stokke.com

Light-Version Dank Karbonrahmen ist der Cybex Melio Carbon mit knapp 6 kg ein wahres Fliegengewicht. Für Kinder ab 3 bis max. 15 kg Körpergewicht. Um € 499,–. www.cybex-online.com

Einer für alle Der UPPAbaby VISTA V2 bietet nicht nur Platz für ein Kind, sondern mit passendem Zubehör sogar für zwei oder drei. Gestell, Sportsitz und Wanne ab € 1.179,–. www.uppababy.com

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Mode & Pflege © Hersteller (8)

Birdy & Bee – Lieblingsschmuck für Individualistinnen • Gut zu Fuß • Enzym-Maske – Peeling zum Selbermachen

Alles für unterwegs BÉABA® hat mit dem Modell SYDNEY® eine ausgeklügelte Wickeltasche am Start. Neben wärmeisoliertem Mahlzeitenbeutel, zahlreichen Fächern, Karabinern zur Kinderwagenbefestigung und Schnullerbeutel besonders praktisch: eine fest integrierte Wickelunterlage in Kokonform. Einfach den Klettverschluss lösen, Fläche ausklappen, und schon kann das Wickeln losgehen. Erhältlich um ca. € 80,– bei www.amazon.de oder www.vertbaudet.de Wir verlosen zwei Sydney-Wickeltaschen von BÉABA: Mail bis 03.08.2020 an gewinn@tipimagazin.at – viel Glück!

gewi& n mach mit

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Sommergefühle

Ein unbeschwerter Sommer voller Lebensfreude – den können wir grad alle brauchen ! Das spanische Label Tinycottons liefert die passende Kleidung dafür: T-Shirts, Kleider, und Co. mit frechen Früchtchen, romantischen Blümchen, coolem Denim – und einer Message: „Dolce far niente“ – das süße Nichtstun. Z.B. Bauchtasche um € 42,–, Baggy Jeans um € 64,–, BlumenTop um € 56,–, Orangen-Shirt um € 30,–, Karo-Jumpsuit um € 72,–. www.tinycottons.com

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„Sunset Pink“, „Peppermint“ und „Aery Blue“ sind nur drei von über 20 verschiedenen Farben, die kleine Nasen diesen Sommer tragen können. Die Sonnenbrillen von Izipizi filtern 100 % der UVStrahlung des Lichts und passen sich dank weicher Flex-Bügel an alle Gesichtsformen an. Ab € 25,–. www.izipizi.com

La Dolce Vita

© Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H., Severin Wurnig, Dieter Nagl

Geht mit Kaiserin Elisabeth auf Reisen und besucht die 4 TopLocations des imperialen Österreich: Schloss Schönbrunn, Sisi Museum in der Hofburg, Möbelmuseum Wien und Schloss Hof mit der neuen Sisi-Sonderausstellung! Zu viele Touristen, zu lange Warteschlangen – all diese Ausreden zählen diesen Sommer nicht! Der ideale Zeitpunkt also, um sich endlich auf die Spuren der Kaiserin Elisabeth zu begeben – durch Schloss Schönbrunn, das Sisi Museum, die Kaiserappartements & die Silberkammer in der Hofburg, das Möbelmuseum Wien und Schloss Hof. Im Schloss Schönbrunn seid ihr Gast in den Wohnräumen von Franz Joseph und Elisabeth und könnt die kostbarsten und wertvollsten Räume des 18. Jahrhunderts aus der Zeit Maria Theresias bestaunen. Im Sisi Museum, mitten in der Hofburg, wird wie an kaum einem anderen Ort der Mythos Sisi spürbar und erlebbar. Im Möbelmuseum Wien begebt ihr euch

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Ein Stückchen Italien für zu Hause: Die „Capri“-Kollektion des österreichischen Labels Petite Marie steht ganz im Zeichen der zauberhaften Insel in der Bucht von Neapel. Unser Favorit: das erfrischende Zitronenkleid aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle, das sich herrlich dreht – auch ohne Strand. Um € 69,–, für Mamas um € 109,–. www.petite-marie.com

Zeit wird’s Nachdem Isabelle Gavray auf der Suche nach der perfekten Uhr für ihren Sohn nicht fündig wurde, hat sie die Produktion einfach selbst in die Hand genommen. Das Ergebnis: Mini Kyomo, ausgestattet mit einem gut lesbaren Zifferblatt, robustem Mineralglas, stoßfestem, japanischen Uhrwerk und einem Armband aus recyceltem Nylon. Um € 60,– bei www.mina-lola.com

Imperiale Erlebnisse mal 4

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gewin n! auf eine Designzeitreise in einer der größten Möbelsammlungen der Welt und bestaunt bei der aktuellen Ausstellung „Märklin Moderne“ Architektur in Miniatur. Nur 45 Minuten von Wien entfernt, wartet im niederösterreichischen Schloss Hof die größte Landschlossanlage Österreichs auf euch, wo es heuer die Sisi-Sonderausstellung zu entdecken gibt. Schloss Hof widmet sich „Sisis Sohn Rudolf“. Schloss Niederweiden, das zum Standort Schloss Hof gehört, zeigt „Sisi – Mensch & Majestät“. Für Kinder ein Highlight: die entzückende Tierwelt im idyllischen Gutshof.

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Klare Sicht

Mit dem Sisi Ticket Deluxe gibt’s alle 4 imperialen Erlebnisse zum Preis von 3! Buchbar bis zum 30. Juni 2020, einzulösen bis 20. November 2020; die Besichtigung ist auch an 4 unterschiedlichen Tagen möglich. Preise: Erwachsene: € 36,–, Kinder (6–18 Jahre): € 23,–, Familienticket (2 Erw. + 3 Kinder): € 75,–. Tipp: Online-Ticket vorab kaufen, und schon kann die Entdeckungsreise beginnen! www.imperialtickets.com Wir verlosen 3 x 3 Sisi Tickets Deluxe (für je 2 Erwachsene und 1 Kind): Mail mit Betreff „Schönbrunn“ an gewinn@tipimagazin.at (Einsendeschluss: 15.07.2020).

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Lieblingsschmuck für Individualistinnen Sarah und Petra sind Freundinnen und Mütter. Seit rund einem Jahr sind sie gemeinsam auch Birdy & Bee Jewellery. Unter diesem Label produzieren sie handgefertigte, einzigartige Schmuckstücke, die nachhaltig und noch dazu leistbar sind. von julia fleiß

Wie eine Fashion-Fotografin und eine Hair-Stylistin und Make-up-Artistin gemeinsam auf die Idee gekommen sind, Schmuck zu machen? Beide suchten nach einer handwerklichen Abwechslung und einem Ausgleich zu ihren Berufen. „Wir lieben Schmuck, und wir lieben es, mit unseren Kindern kreativ zu sein und uns handwerklich auszutoben. Genau

das war vor Monaten der Startschuss, unser Hobby zum Beruf zu machen“, erzählt Sarah. Im Frühjahr 2019 hat sie gemeinsam mit ihrer Freundin Petra das Label „Birdy & Bee“ gegründet. Nach dem Start mit Ohrringen gibt es jetzt auch Ketten und Armbänder – alle drei Wochen neue Unikate im Onlineshop. Unikate für eine buntere Welt Alle „Birdy & Bee“-Ohrringe sind handgefertigte Einzelstücke aus dem Material Polymerton, die Rückteile sind vergoldet und

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Mode & Pflege nickelfrei. „Wir haben viele Materialien getestet und zahllose Stunden mit Recherchen um die beste Qualität verbracht. Das Thema ‚Slow Fashion‘ liegt uns sehr am Herzen“, erzählt Petra. „Birdy & Bee Jewellery steht für authentische, optimistische und fantasievolle Frauen, die die Welt ein klein wenig bunter und schöner machen wollen“, sagt Sarah über ihren Schmuck. Die Message, die die beiden Designerinnen ihren Kundinnen mitgeben wollen, ist einzigartig wie der Schmuck selbst: „Du bist großartig, so wie du bist – einfach ein Unikat.“ Neben den bunten Farben und klassischen Formen stechen bei Birdy & Bee die Namen der Produkte ins Auge: von „Frau der Ringe“ über „Kleiner Bruder“ bis „Goldregen“. Petra meint dazu: „Jedes Unikat hat einen speziellen Namen verdient. Oft entsteht er spontan, manchmal bewusst. Wir benennen die Schmuckstücke nach unseren Müttern oder Freundinnen oder Personen oder Dingen, die uns im Leben begleitet oder begeistert haben.“

Kind & Karriere Für die beiden Mütter ist ihr Traumberuf auch bestens mit der Familie vereinbar: Ob gemeinsam mit den Kindern am Nachmittag oder abends, wenn die Kids schlafen und sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Mit der nötigen Unterstützung ihrer Ehemänner wurde das Projekt „Birdy & Bee“ zum Erfolgskonzept. Die beiden kreativen Köpfe können jedenfalls nur weiterempfehlen, neue Abenteuer im Beruf zu wagen: „Wenn du einen Traum hast, pack ihn an und versuche, ihn zu verwirklichen.“ Das Ergebnis bei Petra und Sarah ist traumhafter Schmuck, der nicht nur ihnen, sondern auch anderen Frauen das Leben versüßt.

An Blätter erinnern die rosé funkelnden Ohrringe „Leaves“ (€ 35,–); das Modell „Frau der Ringe“ macht sich in verschiedensten Farbkombinationen gut – unten links etwa in Petrol und Türkis (€ 35,–); ebenfalls in Petrol: „Elois“ und die „Origami“-Ohrringe mit Metallfächer (je € 38,–); unten rechts: die farbenfrohen Modelle „Emma“, „Fiona“, „Sally“ und „Orion“ (€ 36,–).

© studiokamenar.com

Inspiration aus der Natur Petra und Sarah leben in Kleinstädten außerhalb von Wien und holen sich ihre Inspirationen für ihr kreatives Handwerk auch aus der Natur. Auch in ihre neueste Kollektion, die aufgrund der bevorstehenden Babypause von Sarah noch vor dem Sommer erscheint, lassen die beiden Künstlerinnen Farbenspiele von Meereswellen bis zu Sonnenuntergängen einfließen – Urlaubsfeeling inklusive. Etwas, das gerade einer Mama, die sich nach schlaflosen Nächten vielleicht

ausgelaugt fühlt, sowohl in der Seele, als auch äußerlich schmeichelt. Schöner Schmuck kann einem laut den beiden immer die Laune, das Spiegelbild und somit den Tag versüßen. Ob Hingucker für das Partygirl, das mit einem großen Statement-Ohrring ihr Outfit perfektioniert, oder kleinere Exemplare für Mamas mit Kleinkindern, die mit Freude an langen Schmuckstücken ziehen würden: „Wir haben versucht, für jede Individualistin ein Schmuckstück zu entwerfen“, erklärt Petra.

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Mode & Pflege

„Du bist großartig, so wie du bist – einfach ein Unikat.“ von Birdy & Bee Jewellery im Interview über den Mut, einen Traum zu verwirklichen, Slow Fashion und wie man Kids und Arbeit unter einen Hut bringt. Der Schmuck ist im Onlineshop unter www.birdyandbee.at erhältlich.

Interview

Wie ist Birdy & Bee Jewellery entstanden? Sarah: Beruflich kommen wir beide aus der Fashion-Szene. Wir sind immer am Ball geblieben, wenn’s um die neuesten Trends ging. Wir lieben außergewöhnliche, individuelle, aber auch extreme Designs. Petra: Tatsächlich habe ich mit meiner Tochter mit Polymerton-Kugeln eine Kette gemacht, und das Material fand ich sehr spannend. Es ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe Sarah davon erzählt, und ein paar Tage später haben wir gemeinsam experimentiert. Kaum eine Woche später hatten wir unsere erste Kollektion entworfen. Welche Materialien verwendet ihr, und was ist euch dabei wichtig? Sarah: Wenn es uns möglich ist, verwenden wir nur regionale Produkte. Es soll nichts um die ganze Welt fliegen müssen, wenn es so nah ums Eck die besten Produkte gibt. Unsere Ketten „Kleine Schwester“ und „Kleiner Hammer“ sind aus 925er-Silber, hochwertig vergoldet mit einem geklopften oder glatten Look und in drei Farben. Es kommt jetzt auch vor dem Sommer ein neues Ketten- und Armbanddesign! Petra: Diese Ketten sind zu hundert Prozent fair und nachhaltig in Österreich von einer Goldschmiedin produziert. Auch bei der Verpackung sind wir auf umweltfreundliches Material umgestiegen. Die Polsterfolien zum Schutz beim Versand sind wiederverwendetes Material. 54 | som m er 2020

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Was hat es mit dem Namen „Birdy & Bee“ auf sich? Petra: Der Name ist einerseits eine Anspielung auf die Sexualität. im Englischen benützt man „Birds and Bees“ wie im Deutschen „Bienchen und Blümchen“. Andererseits passen die Bilder gut zu uns beiden – das Vögelchen und das Bienchen (lacht). Woher kommt eure Leidenschaft für Schmuck? Habt ihr vor, eure Kollektionen zu erweitern? Petra: Ich glaube, jede Frau mag Schmuck! Die, die nicht gern Ringe trägt, trägt dafür gern Ohrringe und so weiter. Wir hatten beide das Bedürfnis nach unverwechselbaren, leistbaren Unikaten. Nachhaltigkeit, faire Produktion und Individualität sind uns für den eigenen Kleiderschrank sehr wichtig, das möchten wir auch bei unserem Schmuck anbieten. Sarah: Wir lieben Schmuck und uns handwerklich auszutoben. Daraus wurde Birdy & Bee Jewellery – ein Projekt, auf das wir mächtig stolz sind! Wir haben mit Ohrringen begonnen, haben aber bald auch Ketten und Armbänder angefertigt. Ringe haben wir noch keine – könnte aber noch werden. Sind eure Kinder oft Inspiration für eure Schmuckstücke? Sarah: Ja, natürlich. Die Kinder helfen

gerne mit und haben oft sehr einzigartige Ideen. Als arbeitende Mütter war es anfangs gar nicht so einfach, aus unserer Leidenschaft mehr als ein Hobby zu machen. Aber mit der Unterstützung unserer Familien (und ganz viel Willen) hat das toll geklappt. Stichwort Slow Fashion: Hat es etwas mit dem Mama-Sein zu tun, dass ihr auf Nachhaltigkeit noch mehr Wert legt? Sarah und Petra: Ganz bestimmt. Obwohl wir beide immer schon sehr umweltbewusst und nachhaltig gedacht und gelebt haben. Es ist uns wichtig, dass das Leben und der Konsum entschleunigt werden. Es braucht mehr Verantwortung und Respekt für Mensch und Umwelt und ein verändertes Bewusstsein gegenüber dem Produkt, dessen Ursprung sowie dem eigenen Konsumverhalten. Ihr habt mit „Birdy & Bee“ euren Traum verwirklicht. Was könnt ihr anderen Müttern, die einen Traum haben, mit auf den Weg geben? Sarah: Wir möchten allen Frauen da draußen Mut machen, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen, denn er lohnt sich. Das Leben ist zu kurz für das Hamsterrad. Petra: Es ist nie zu spät, man ist nie zu alt, und es ist meist „nur“ eine Frage der Organisation und des Mutes! Was könnt ihr über die neueste Kollektion verraten? Petra: Es wird viele neue Farbenspiele und einen ersten Hauch von Sommer geben: Meerblau und Wellen, Orangen und Sonnenuntergang. Das waren diesmal unsere Inspirationen, die wir frech und im Birdy & Bee-Stil umsetzen. So können wir dieses Jahr zumindest mithilfe des Ohrschmucks eine kleine Urlaubsreise machen. Handgemacht aus Polymerton und Rohmessing: Die Birdy & Bee-Ohrringe sind ab € 35,– erhältlich.

© studiokamenar.com

Petra und Sarah

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Mit recycelbaren Verpackungen die Umwelt schonen Je mehr Grün in jenen Dingen steckt, die wir täglich verwenden, umso besser. So geht’s Schritt für Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Jede Familie braucht es, und das täglich: Toilettenpapier. Nachhaltiger und umweltfreundlicher wird das nun dank der neuen Verpackungen von Cosy – denn die sind ab sofort zu 100 % recycelbar. Die neuen Folien werden dabei selbst aus über 30 % recyceltem Plastik hergestellt. In Summe sorgt diese Innovation also für deutlich weniger Plastikmüll. Damit erfüllen auch die beiden neuesten Produkte aus dem Hause Cosy nicht nur jene Qualitätskriterien, die sich Familien von ihrem Toilettenpapier erwarten, sondern setzen auch in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit ein starkes Zeichen. Tiger auf der Rolle Normalerweise hinterlässt der Cosy Tiger seine Spuren in Form von Pfotenabdrücken auf den Rollen, doch diesmal hat er es höchstpersönlich aufs Toilettenpapier geschaff t. In unterschiedlichen verspielten Posen sorgt das beliebte Maskottchen für gute Laune am stillen Örtchen – und liefert angehenden Kloprinz(essinn)en möglicherweise zusätzliche Motivation, aufs Topferl zu gehen. Cosy Unser Liebstes mit Tiger Prints ist in den Größen 10x150 Blatt und 20x150 Blatt erhältlich.

© Cosy (4); Promotion

Gemeinsam nachhaltig agieren

Lavendel zum Wohlfühlen Angenehmer Duft und Wohlfühlatmosphäre kommt mit der neuen limitierten Duftedition von Cosy in Bad und WC: Unser Liebstes Lavendeltraum erinnert mit dem unverkennbaren Duft nach Lavendel an den letzten Mittelmeerurlaub, wirkt beruhigend und entspannend – genau was wir am privatesten Plätzchen brauchen. Cosy Unser Liebstes Lavendeltraum ist in den Größen 10x150 Blatt und 20x150 Blatt für größere Familien erhältlich – zeitlich begrenzt bis Dezember 2020.

Cosy macht Verpackung nachhaltiger Übrigens stecken nicht nur die beiden neuen Produkte von Cosy in recycelbaren Verpackungen, sondern alle Cosy-Toilettenpapiere. Also auch das klassische Cosy Unser Liebstes – für alle, die es gerne rein weiß und unbeduftet bevorzugen. Ein weiterer kleiner Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit ist Cosy auch beim Verpackungsdesign gelungen: Denn deutlich weniger Bedruckung auf der Rückseite kommt der Umwelt ebenfalls zugute. Und auch wem als Konsument möglichst kurze Transportwege wichtig sind, liegt mit Cosy richtig. Schließlich wird Österreichs beliebtestes Familientoilettenpapier im eigenen Werk Ortmann im niederösterreichischen Pernitz produziert.

Ich bin bereit, meine Konsumgewohnheiten für mehr Umweltbewusstsein zu ändern. Ich möchte weniger Abfall produzieren. Ich bevorzuge Produkte in recycelbaren Verpackungen.

www.cosy.co.at; www.facebook.com/CosyTiger 055_COSY ADVERTORIAL 2020s-neu.indd 55

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Mode & Pflege

Gut zu Fuß

Style

Rund 265 Kilometer legen wir im Jahr zu Fuß zurück. Auch, wenn es bei Kindern weniger sein dürften: Das Schuhwerk muss sitzen – und darf für den Sommer besonders luftig und leicht sein.

Tricolore Blau-beige Lauflernschuhe von Primigi (Gr. 20–26), um € 44,95 bei www.humanic.net

Was für ein Statement Ein Hingucker mit Glanz- und Schimmereffekten: Sandalen von Funky Girls (Gr. 20–26), um € 24,95 bei www.shoe4you.at Alles im Griff Hybrid-Wassersandale für griffigen Halt auf nassem Untergrund (Gr. 19–23), von Keen um € 39,95, www.keenfootwear.com

Heiß begehrt Die Salt-Water Sandals aus wasserfestem Leder haben längst Kultstatus: Modell „Classic“ in Weiß (Gr. 32–35), um € 65,–, salt-watersandals.com

Das ist nur fair Handgemacht & fairtrade: Graue Ledersandalen (0–2 J.), von Donsje um € 49,–, www.donsje.com

© Hersteller

Ganz schön praktisch Drei Klettverschlüsse sorgen für Komfort und ideale Passform: Sandalen von Elefanten (Gr. 25–31), um € 29,99 bei www.deichmann.com

Schnell in Pastell Dank der flexiblen Fluidform-Sohle ist der Fuß optimal gepolstert: Ledersandalen (Gr. 34–39), von Ecco um € 74,95, www.ecco.com

Fly Butterfly Ideal für die ersten Schritte: Ledersandalen mit Schmetterling (Gr. 19–26), von Superfit um € 54,95, www.superfit.com

Nostalgiefaktor Schlichte Sommersandalen von Ocra aus natürlich gegerbtem Leder (Gr. 22–28), ab € 90,– bei www.bunnybogart.com

Nach den Sternen greifen Fast so bequem wie barfuß laufen: Sandalen aus grauem Veloursleder von Bama (Gr. 31–38), um € 39,95 bei www.reno.at

Nix leichter als das Leicht anzuziehen, leicht zu tragen: Sommersandalen von Liewood (Gr. 20–34), um € 27,– bei www.haselundgretel.at

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Mode & Pflege

ENZYM-MASKE

Mildes Peeling für jeden Hautzustand © Gräfe und Unzer Verlag /

Jochen Arndt (2), Freepik (5)

Die Zubereitung dieser feuchtigkeitsspendenden Maske könnte nicht einfacher sein, und die benötigten Inhaltsstoffe hat man meist vorrätig. Dennoch sollte man diese Rezeptur nicht unterschätzen, denn sie bringt alles mit, was trockene und dehydrierte Haut strahlen lässt: Vitamine, Enzyme, milde Alphahydroxysäuren (AHA) aus Früchten und Honig sowie Milchsäure – für eine sanfte Hauterneuerung ganz ohne scharfe Peeling-Partikel. Zubereitung: 1 Obst waschen, klein schneiden. Die benötigte Menge in eine kleine Schüssel geben und pürieren. 2 Anschließend Joghurt und Honig einrühren. Anwendung & Haltbarkeit: • Die Maske auf die gereinigte, feuchte Haut geben und etwa zehn Minuten einwirken lassen. • Danach mit viel warmem Wasser abnehmen. • Die Haut trocken tupfen und ein Blütenwasser auftragen. Bei Bedarf Serum oder Balm anwenden, um die Feuchtigkeit in der (für etwa 3 Anwen dungen) Haut einzuschließen. * 15 g (1 EL) püriertes Obst (→ • Die Menge reicht für etwa Varianten) * 15 g (1 EL) Bio-Joghurt (3,5% drei Anwendung und ist Fettgehalt) 15 * g (1 EL) Bio-Honig im Kühlschrank zwei bis drei Tage haltbar.

Zutaten:

DIY MEHRFACHER NUTZEN Es lohnt sich, die Mischung gleich in größerer Menge anzurühren. Übrig Gebliebenes kann man auf Vorrat in Eiswürfelbehälter geben und tiefkühlen. Bei Bedarf ist die Maske ruckzuck aufgetaut und einsatzbereit. Oder man isst den Überschuss einfach auf und profitiert so doppelt von den wertvollen Inhaltsstoffen. VARIANTEN Am besten Früchte verwenden, die nur leicht sauer schmecken und nicht färben. Optimal sind Äpfel, Pfirsiche, Trauben oder Erdbeeren, aber auch Papaya, deren Enzym Papain die Haut besonders weich macht. Bitte keine Zitrusfrüchte wählen, diese reizen die Haut und erhöhen die UV-Empfindlichkeit. Für eine stärkere Reinigungswirkung einen Teelöffel Tonerde in die Maske einrühren. Bei dieser Variante sollte man die Maske nicht mehr essen :-)!

Anita Bechloch: Easy Glow. Naturkosmetik zum selber Machen mit nur 3 Zutaten; GU, € 17,50 Schon der Buchtitel verrät: So einfach war Naturkosmetik selber zu machen noch nie! Mit maximal 3 Zutaten werden sämtliche Produkte hergestellt, die man für die tägliche Pflege braucht – von der Gesichtspflege über Körper- und Haarpflegeprodukte bis hin zu Produkten fürs Bad und den Wellness-Tag. Durch die reduzierte Anzahl an Inhaltsstoffen sind alle Produkte für die ganze Familie geeignet, auch für Schwangere, Babys und Kinder.

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Essen und Gesundheit achte Jetzt geht’s ans Eingem z

Ein krummer Rücken lernt nicht gerne! • Bringt’s die Milch? • Milchbrötchen mit Rosinen • Bio & regional – aus Österreich, für Österreich! • Süße Freuden

Promotion

Saison viel zu kur Weil für viele Früchte die h ins Glas. Allerlei ist, packen wir sie einfac hen, Entsaften und Hilfreiches zum Einkoc t bei Tchibo: z.B. große jetz t’s Haltbarmachen gib lstahl-Dampfentsafter, 1,5-Liter-Bügelgläser, Ede e Kompakt-KüchenEinmachgläser oder ein at maschine. www.tchibo.

Weniger ist mehr Da Kinder oft viel zu früh zu viel Zucker zu sich nehmen, hat Milupa die Rezepturen für die Milch- und Getreidebreie angepasst: Der Milch- und Fruchtanteil wurde reduziert, der Getreideanteil erhöht. Das Ergebnis: Die 6 Milch-Getreide-Breie und 3 BioGetreide-Breie enthalten nun bis zu 40 % weniger Zucker. Auch gut: die neue wiederverschließbare Verpackung. www.milupa.at

gourme

Einfach gut

85%

aller Österreicher/-innen grillen in den Monaten Mai bis September mindestens einmal pro Monat. Im Durchschnitt wird in der warmen Jahreszeit viermal pro Monat gegrillt. Quelle: Mautner Markhof Grillreport 2020/Marketagent

© Hersteller (10), The Noun Project (1)

Xund und kinderleicht – bei diesem Kochbuch ist der Name Programm. Ernährungsexpertin Angelika Kirchmaier zeigt gesunde Varianten beliebter Kinderklassiker sowie kulinarische Geheimtipps. Dank einfacher Anleitungen gelingen Spaghetti, Porridge, Kartoffelsuppe, Brathendl und Co. schon Kindern ab 8. Erschienen im Tyrolia Verlag um € 19,95.

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© BAHLSEN

Emil ist ein echter Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Bereits 1991 wurde die erste wieder befüllbare Trinkflasche aus Glas mit bedruckter Stoff hülle und schützendem thermoisolierendem Becher hergestellt. Fast 30 Jahre später gibt es unzählige verschiedene Designs und Größen, die Emil zum perfekten Begleiter für Schule, Kindergarten, Sport oder Freizeit machen. www.emil-die-flasche.de

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Essen und Gesundheit

„Ein krummer Rücken lernt nicht gerne!“ Mit dem Eintritt in die Schule werden aus kleinen Bewegungstalenten oft leider „Sitzmuffel“. Kinder sitzen im Durchschnitt zu lange, zu einseitig und zu unökonomisch – in der Schule und auch zu Hause am eigenen Schreibtisch. Aber ist Sitzen nun ungesund? Und was macht eine gesunde Haltung aus? von veronika winter Motor für Entwicklung Bewegung ist das beste Mittel, um einen Ausgleich für den Körper zu schaffen und Stress zu reduzieren – gerade nach einer intensiven Lernzeit. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der ihnen leider oft durch einen „stressigen“ Alltag aberzogen wird. Viele Verbote kennzeichnen eine Kindheit: Nicht laufen, nicht Fahrradfahren, nicht toben! Mit diesen Verboten verlieren Kinder die Freude an der Bewegung; durch fehlende Übung werden sie „ungeschickter“. Schulkinder vergleichen und messen gerne ihre physischen Kräfte. Gerade in diesem Alter ist das „Zeigen,

was ich kann“ ganz wesentlich und wichtig! Die Bewegungsmuffel werden dabei auf die Zuschauerplätze verbannt; das Selbstwertgefühl leidet, sie fühlen sich ausgeschlossen. Das Ergebnis: Sie bewegen sich noch weniger und ziehen sich oft zurück. „Rückenschmerzen“ bei Volksschulkindern Gerade durch langes Sitzen plus Bewegungsmangel werden manche Muskelgruppen überfordert, andere unterfordert. Eine teuflische Kombination! Immer öfter leiden schon Sechsjährige an Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich, aber

© Freepik (2), Veronika Winter (1), Fotolia (1)

Gesunde Haltung beginnt schon im Babyalter. Vielseitige Bewegungsangebote und eine Umgebung, die die Sinne anregt, fördern den natürlichen Bewegungsdrang und die Neugier des Babys. Und das ist der Schlüssel für eine gesunde Haltung: Bewegung! Denn an einer gesunden Haltung sind im Schnitt 250 Muskeln beteiligt. Leider werden Babys zu oft und zu lange in Sitzschalen, Wippen und sonstige Hilfsmittel „geparkt“. Das schränkt ihren Bewegungsdrang ein und ist kontraproduktiv, wenn es um das Entwickeln einer gesunden Haltung geht! Deswegen sollten diese Hilfsmittel nur restriktiv und zeitlich limitiert eingesetzt werden.

Veronika Winter ist Physiotherapeutin und (Kinder-) Yogalehrerin mit Praxis in Wien. In ihrer Arbeit verbindet sie fundiertes therapeutisches Wissen mit Yoga. Als Gründerin von „Anatomie kinderleicht“ leitet sie ihre Herzensprojekte „Anatomie KIDS“ und speziell für Kinderyogalehrer/-innen „Yoga Anatomie KIDS“. Sie bietet u.a. Fortbildungen und Workshops für Yogalehrer/ -innen, Pädgagog(inn)en und Laien an. www.2balance.at Aktuelle Termine: https://www.2balance.at/ anatomie-kinderleicht/aktuelle-termine/ 60 | som m er 2020

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Sitzen ist kein Ausgleich zum Sitzen. Bewegung hilft!

Die richtige Schreibtischhöhe Körpergröße

Tischhöhe

Sitzhöhe

108–121 cm

53 cm

31 cm

119–142 cm

59 cm

35 cm

133–159 cm

64 cm

38 cm

146–176 cm

71 cm

43 cm

159–188 cm

76 cm

46 cm

Quelle: DIN EN 1729-1 2006-09 Möbel – Stühle und Tische für Bildungseinrichtungen

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Essen und Gesundheit

auch an Konzentrationsschwächen und Kopfschmerzen. Viele Pädagog(inn)en bemerken nach langem Sitzen einen Konzentrationsabfall. Ganz logisch! „Denken“ fällt Schulkindern nach ca. 30 Minuten Sitzen zunehmend schwer; es kommt einfach weniger Sauerstoff ins Hirn! Die gesamte Durchblutung, der Kreislauf, die Atmung werden im Sitzen zurückgefahren. Was hilft? Bewegung! Störfaktoren für gesundes Wachsen Durch einseitiges und unökonomisches Sitzen einerseits und Bewegungsmangel andererseits werden die Hüftbeuger kurz, in Kombination mit einer Verspannung und/ oder Schwäche der Rücken- und Bauchmuskeln wird eine Hohlkreuztendenz ausgeprägter, die Atmung wird flach und der Beckenboden schwach. Die Hüftgelenke können nicht ausreichend strecken, die Lendenwirbelsäule kompensiert diese Einschränkung und wird als Folge daraus bei jedem Schritt in ein Hohlkreuz gestaucht. Das belastet die Bandscheiben enorm. Die Folge daraus

Zutaten

(für 6 Stück) * 2 Bananen * 150 ml Kokosnussmilch * 50 g Himbeeren (frisch oder gefroren)

* 50 g Heidelbeeren

(frisch oder gefroren)

* 50 g Mango

Ausgleich zum Sitzen Bewegung ist der ideale Ausgleich zum Sitzen, denn richtiges Sitzen wird nicht durch Sitzen gelernt, sondern durch Bewegung! Und es ist nur dann möglich, wenn die Muskulatur weiß, was sie zu tun hat. Wie lernen Muskeln? Richtig: über Bewegung – vielseitige, freudvolle Bewegung! So entwickelt sich Körperintelligenz, und die Muskeln werden auf das Sitzen vorbereitet. Also: In den Lernpausen aufstehen und das Hirn durchlüften! Am besten an der frischen Luft. Da reichen oft fünf Minuten Bewegung und Spaß – sei es Gummihüpfen, Schnurspringen, Tanzen, Jonglieren oder Ball spielen. Und am lustigsten ist gemeinsames Bewegen mit Freunden oder mit der Familie.

Wie geht richtiges Sitzen? 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Nicecream Popsicles

Füße sind im Sitzen flach auf dem Boden. Oberschenkel liegen voll auf Sitzfläche auf. Kniekehlen berühren die Sitzkante nicht. Ober- und Unterschenkel bilden einen 90°-Winkel. Knie und Oberschenkel kommen nicht mit Tisch in Berührung. Unterarm liegt flach auf Tischfläche und die Schultern sind entspannt. Rückenlehne unterstützt Lendenbereich und Schultern.

Sessel und Tisch müssen an die Körpergröße des Kindes angepasst werden. Kinder wachsen rasch, deshalb mein Tipp für zu Hause: Höhenverstellbare Sessel und Tische besorgen! Am besten sind Tischplatten, die schräg gestellt werden können. Falls schon ein Tisch ohne Schrägstellfunktion vorhanden ist, kann ein „Ergopult“ helfen. Es gibt auch eine Faustregel: Die Sitzhöhe wird auf die Kniehöhe des Kindes eingestellt. Die Tischplatte ist im aufrechten Sitz auf Höhe der Ellenbogen.

(frisch oder gefroren)

* 3 TL Agavendicksaft * 15 Kekse von LEIBNIZ

ZOO -30 % Zucker Außerdem: Popsicles-Förmchen 6 Holzstäbchen

Und so geht’s: Bananen in Scheiben schneiden und für ca. 2 Stunden in den Gefrierschrank geben. In der Zwischenzeit die Beeren und Früchte jeweils mit 1 EL Agavendicksaft in drei separaten Schüsseln mit einem Stabmixer pürieren (gefrorene Beeren und Früchte zuerst auftauen). LEIBNIZ ZOO -30 % Zucker Kekse in kleine Stücke zerbröseln. Die gefrorenen Bananenstücke gemeinsam mit der Kokosnussmilch entweder in einem Blender oder mit dem Stabmixer zu einem feinen Püree mixen. Nun können die Popsicles-Förmchen nach Belieben abwechselnd mit Bananeneis, Kekskrümeln und Fruchtpüree gefüllt werden. Zum Abschluss Holzstäbchen in die Popsicles stecken und für weitere 4 Stunden oder über Nacht gefrieren lassen. Tipp: Um die Popsicles aus den Förmchen zu bekommen, von außen kurz warmes Wasser über die Förmchen fließen lassen.

Promotion, © BAHLSEN

Bewegung mit Freunden macht Spaß und fördert das Miteinander!

sind Bandscheibenprobleme, die in der heutigen Zeit leider oft schon sehr früh beginnen. Die Brustwirbelsäule gleicht in einen Rundrücken aus – diese Haltung wird durch langes Sitzen noch verstärkt! Die Schultern sinken nach vorne, die Atmung wird flach. Unsere Atmung wird auch von unserer Haltung beeinflusst, denn das Zwerchfell ist stark mit der Wirbelsäule verbunden. Da der Kopf nicht mehr im Lot schwebt, sondern immer angehoben werden muss, sind die zuständigen Muskelgruppen im Dauerstress. Bis zu 27 kg müssen die Nackenmuskeln bei so einer Fehlhaltung permanent halten! Das bedeutet Dauerstress und Verspannungen!

Die beliebten LEIBNIZ ZOO Kekse gibt es in einer Variante mit 30 % weniger Zucker als das Original! Weitere Rezepte und DIYs findet ihr auf www.leibniz.at.

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Essen und Gesundheit

Bringt’s die Milch?

Interview

Tipi: Milch ist ein Lebensmittel, das stark kontroversiell diskutiert wird. Wie kommt das? Theres Rathmanner: Dafür gibt es viele Ursachen. Eine davon ist bestimmt, dass immer wieder die Information kursiert, Milch würde verschleimen. Das kommt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, die aus einem ganz künstlich durch das anderen Kontext stammt. Theres Rathmanner viele Melken hinausIn der westlichen Schulist Ernährungs- und Ges gezögert, damit man wissenschaft kennt man undheitswissenschaftlerin das Verschleimen nicht. so viel Milch wie und Gründerin der „Schule des Ess In letzter Zeit bemerke möglich aus der Kuh ens“. ich außerdem, dass Leugewinnen kann. Das www.ernaehrungsgew issen.at te zusehends Schwiebehagt vielen nicht. schuledesessens.at rigkeiten damit haben, dass Milch als tierisches Milch ist gesund – Lebensmittel ähnliche das war lange Zeit Probleme in der Produktion aufwirft, wie unumstößliche Wahrheit. Heute treten wir sie vom Fleisch kennen. Stichwort immer mehr die Risiken und NebenwirMassentierhaltung, Verfütterung von kungen in den Vordergrund. Sogar von Soja. Aber auch die Tatsache, dass es erhöhtem Krebsrisiko bei zu hohem für die Milchproduktion notwendig ist, Konsum wird berichtet. Wird die Milch dass die Kuh vorher kalbt. Die Milch vernadert, oder ist da etwas dran? wird dem Kalb dann im konventionellen Wir haben das Problem im ErnährungsBereich gar nicht, im Biobereich nur eine bereich, dass es nur wenige wirklich kurze Zeit lang zur Verfügung gestellt. aussagekräftige Studien gibt. In der Konsumiert wird sie vom Menschen. Die Medizin gibt es Medikamentenstudien Laktationsperiode der Kuh wird auch mit klaren Fragestellungen und ganz

© Freepik (1), Chris Singer (1)

In den letzten Jahren hat die „gute Milch“ ihre weiße Weste etwas bekleckert. Immer öfter wird sie in Zusammenhang mit Massentierhaltung und Unverträglichkeiten genannt. Sie ist zu einem Gegenstand hitziger Debatten, vager Forschungsergebnisse und vieler Meinungen geworden. Ernährungswissenschaftlerin Theres Rathmanner hilft bei der Einordnung. von inez ardelt

klaren Ergebnissen: Das Medikament wirkt oder es wirkt eben nicht. Solche Studien gibt es im Ernährungsbereich gar nicht – das liegt vor allem an der Finanzierung. Was die Milch betriff t, so kursieren immer wieder „Gerüchte“. Es gab vor Jahren einmal eine Schlagzeile, dass drei Gläser Milch am Tag Krebs verursachen. Das kam von einer schwedischen Beobachtungsstudie, die ergeben hatte, dass bei Menschen, die mehr Milch getrunken haben, das Brustkrebs- und auch Prostatakrebs-Risiko höher war. Das sind allerdings Studien, die keine harte Beweisführung liefern können. Ich sage es so: Die Milch ist wie jedes andere Lebensmittel auch eines, wo die Dosis das Gift macht. Ich halte sie nach wie vor für ein ganz hochwertiges Lebensmittel mit einem tollen Nährstoffprofil. Wenn man sie in verträglichem Maße einsetzt,

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Kalzium ist wichtig für unsere Knochen. Früher hieß es: Wer viel Milch trinkt, beugt Osteoporose und Knochenbrüchen vor. Wahr oder falsch? Die Milch allein bzw. das Kalzium allein bringt für die Knochendichte relativ wenig. Es ist immer notwendig, dass gleichzeitig Vitamin D vorhanden ist, damit das Kalzium in die Knochen eingebaut werden kann. Ganz essenziell ist, dass auf die Knochen durch die Muskulatur ein gewisser Reiz ausgeübt wird. Das heißt konkret: Bewegung machen. Und je anstrengender, desto besser. So wird der Knochen stärker und dichter. Nur wenn diese drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind, hat man einen positiven Effekt auf die Knochendichte. Allein in meinem Freundeskreis gibt es zig Menschen, die tierische Milch nicht vertragen. Sind in unseren Breitengraden wirklich so viele „allergisch“? Hier ist eine Unterscheidung wichtig. Es gibt eine richtige Allergie auf Kuhmilcheiweiß. Die bewegt sich im einstelligen Prozentbereich, was die Prävalenz in der Bevölkerung anbelangt. Sie betriff t meist Kinder und wächst sich oft im Schulalter aus. Das andere ist die Laktoseintoleranz, die weiter verbreitet ist. Da reden wir von einem ganz anderen Inhaltsstoff in der Milch, nämlich vom Milchzucker. Gleich vorweg: Verlässliche Daten haben wir auch da nicht, aber wir bewegen uns im Bereich zwischen 10 und 20 Prozent. Die Laktoseintoleranz kommt in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Da gibt es Leute, die bei einem Schluck Milch schon Bauchweh und Blähungen kriegen. Dann gibt es Leute, die vertragen bis zu einem Becher Joghurt problemlos. Laktoseintolerant ist jemand, der das Laktaseenzym nicht (mehr) hat. Warum kommt es abhanden?

Jedes Neugeborene hat dieses Enzym und braucht es auch, weil es ja auf Milch als Hauptnahrungsmittel angewiesen ist. In unseren Breiten ist es so, dass die Enzymaktivität bei eben 10 bis 20 Prozent abnimmt oder bei manchen ganz zum Erliegen kommt. Bei 80 Prozent ist die Enzymaktivität nach wie vor vorhanden. Da gibt es aber große globale Unterschiede, was eine Begleiterscheinung der Evolution zu sein scheint. Der Steinzeitmensch war nach dem Säuglingsalter laktoseintolerant. Dann haben die Menschen aber irgendwann begonnen, Viehzucht zu betreiben und die Milch der Tiere als Lebensmittel zu nutzen. Damals hatten diejenigen einen Vorteil, die aufgrund einer Mutation die Laktose doch verdauen konnten. Das hat sich dann durch Selektionsdruck weitervererbt und ist hierzulande der Normalzustand geworden. Auf anderen Kontinenten, etwa Afrika, sind 90 Prozent der Menschen laktoseintolerant, im asiatischen Raum sind es ca. 80 Prozent. Viele Menschen verzichten aus ethischen Gründen – Massentierhaltung, Tierleid – auf Milchprodukte. Und auch, weil die Nutztierhaltung die Umwelt belastet. Was ist Ihre Meinung zu Milchersatzprodukten? Ich kann viele Argumente nachvollziehen, warum man sagt, man möchte auf tierische Lebensmittel verzichten. Sowohl aus ethischen als auch aus ernährungswissenschaftlichen Gründen kann man eine vegetarische Ernährung und sogar eine vegane Ernährung so durchführen, dass sie bedarfsdeckend ist. Was Ethik und Umweltaspekt betrifft, da schneiden die Vegetarier und Veganer durch die Bank besser ab. Die Pflanzengetränke – man darf sie offiziell nicht Milch nennen – kommen jedoch an das Nährwertprofil der Milch nicht heran. Ein Vorteil ist wiederum, dass sie – anders als die Milch – keine gesättigten Fettsäuren enthalten. Was raten Sie im Umgang mit Milch? Vor allem auch was Kleinkinder betrifft? Für mich ist das Nährwertprofil der Milch so überzeugend, dass ich dieses Lebensmittel für mich und mein Kind nützen möchte. Das heißt, ich schaue drauf, dass mein Kind zweimal pro Tag ein Milchprodukt isst oder trinkt. Das ist etwa in der Früh ein Getreidebrei mit Milch und am Abend ein bisschen Käse oder Joghurt zwischendurch. Das würde ich auch anderen Eltern empfehlen.

Bio-Kräuter: Töpfeweise guter Geschmack

Die Bio-Kräuter von Ja! Natürlich sind seit Kurzem in einer nachhaltigeren Verpackung erhältlich, die größtenteils aus Papier besteht; der Plastikeinsatz wurde auf das Sichtfenster reduziert.

Seit mittlerweile 15 Jahren liefert Erwin Binder aus dem burgenländischen Seewinkel Kräuter an Ja! Natürlich. Damit war er der erste Bio-Topfkräuter-Anbieter, der flächendeckend für Österreichs Supermärkte anbaute – also ohne chemisch-synthetische Spritzmittel und ohne künstliche Dünger. Und die herrlich duftende Palette an frischen Kräutern ist eine von Herrn Binders Leidenschaften, an der ihn die Vielfalt von Düften, Geschmäckern und Aussehen besonders fasziniert: Salbei, Basilikum, Bohnenkraut, Schnittlauch, Oregano, Rosmarin, Majoran, Petersilie, Thymian und viele Kräuter mehr. Die Kräuter werden direkt in Töpfen gezogen und, wenn sie die richtige Größe erreicht haben, vor Ort verpackt und an die Supermärkte geliefert. Übrigens: Erwin Binder baut auch köstliche Bio-Paradeiser-Raritäten und anderes Gemüse für Ja! Natürlich an. Der Ja! Natürlich-Bio-Kräuter- und Gemüsebauer Erwin Binder empfiehlt: „Basilikum nie zu viel auf einmal gießen, lieber öfter, kann ruhig leicht welk werden vor dem nächsten Gießen. Basilikum liebt Wärme, kann aber – etwas abgehärtet – bis 8° C im Freien stehen. Schnittlauch und Petersilie nach der Ernte am besten in den Garten oder auf den Balkon/ die Fensterbank umpflanzen und gut bewässern, Im Winter abdecken. Bei wenig Licht sollte wenig bewässert werden und die Temperatur entsprechend niedriger sein.“

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ist sie der menschlichen Gesundheit absolut zuträglich. Da ist hochwertiges Eiweiß drinnen, das sehr gut verfügbar ist; außerdem ist und bleibt Milch unsere wichtigste Kalziumquelle. Das heißt nicht, dass es nicht anders möglich wäre, den Bedarf an Kalzium und Eiweiß zu decken. Es ist absolut machbar, ein milchfreies, gesundes und ausgewogenes Leben zu führen. Es ist nur mit der Milch wesentlich einfacher, weil die Nährstoffe dort in so großer Menge vorhanden sind. Ich jedenfalls empfehle, Milchprodukte im Rahmen einer gesunden Ernährung einzusetzen.

www.janatuerlich.at

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© littlebee.at/Michaela Titz

Essen und Gesundheit

Zutaten (für 8–10

* 480 g Weizenmehl glatt * 1 Pkg. Trockenhefe oder ½ Würfel frische Ge rm * 1 Prise Salz * 1 TL Honig * 240 ml Milch * 60 g Zucker * 40 g Butter * 3–4 EL Rosinen * etwas Milch zum Bestreiche n * etwas Mehl für die Arbeits fläche

Stück)

Milchbrötchen mit Rosinen Zubereitung

Einfach und ein absoluter Liebling auf dem Frühstückstisch. Egal ob mit oder doch lieber ohne Rosinen: Sie sind nicht nur morgens großartige Sattmacher, sondern auch perfekt für die Jausenbox für unterwegs.

1 Hefe mit Honig vermischen. Milch lauwarm erhitzen und dazugeben. Gut vermengen und zugedeckt für ca. 10 Minuten rasten lassen. 2 Butter in einem Topf langsam schmelzen. Mit Mehl, Zucker, Salz und der Hefemischung mithilfe einer Küchenmaschine für 5 bis 10 Minuten gut kneten lassen, bis der Teig glatt und geschmeidig ist. Zu einer Kugel formen und zugedeckt an einem warmen Ort für 1 Stunde gehen lassen. 3 Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche nochmals gut kneten und zu

einem Rechteck ziehen. Die Rosinen darauf verteilen, den Teig einschlagen und die Rosinen gut einkneten. 4 In 8 bis 10 gleich große Portionen teilen und diese zu Kugeln formen. 5 Die Kugeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und flacher drücken. Nochmals zugedeckt für mindestens 15 Minuten rasten lassen. 6 Backofen auf 180° C Umluft vorheizen, die Teiglinge mit Milch bestreichen und für 15 bis 20 Minuten backen, bis sie gut Farbe angenommen haben.

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… UND VIELE SCHULEN MACHEN MIT! Milch – Die Kraft der Natur! Milch beinhaltet viele wertvolle Nährstoffe wie Eiweiß, Kalzium oder Vitamin B12.

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Man muss nicht Mary Poppins sein, um Kinder für eine gesunde Jause zu begeistern. Gemeinsam mit den Schulkolle­ gen schmecken Obst, Gemüse und Milch wie von Zauberhand. FOTOS: AMA, SHUTTERSTOCK

Der österreichische Ernährungsbericht ist schonungslos: Kinder – und auch Erwachsene – essen viel zu wenig Obst und Gemüse. Und auch Milch und fettarme Milchpro­ dukte sollten öfter auf unserem Menü­ plan stehen. Die EU möchte Kindern die gesunde Schuljause schmackhaft ma­ chen und fördert deshalb die Lieferung von Milch und Milchprodukten sowie Obst und Gemüse zu einem reduzierten Preis direkt in den Kindergarten oder die Schule.

EINEN TEIL ZAHLEN SIE, DEN REST DIE EU Das Schulprogramm ist ganz einfach organisiert: Die Schule bestellt beim Schulmilchbauern, in der Molkerei, beim regionalen Obst- und Gemüsebauern oder bei einem Händler. Die essfertigen Produkte kommen direkt in den Kinder­

Für Kinder sind drei Portionen Milch bzw. Milchprodukte täglich ideal – zwei Portionen der „weißen Produkte“ wie Milch, Buttermilch, Joghurt oder Frischkäse und eine Portion der „gel­ ben Produkte“ wie fettärmerer Käse.

garten oder in die Schule. Die Lieferanten übernehmen die Förderungsabwicklung, einen Teil der Kosten zahlt die EU. Die Schule bekommt gleich die Rechnung über die verbleibende Differenz. Alle an­ erkannten Kinderbetreuungseinrichtun­ gen und Schulen können teilnehmen.

WIE SIEHT MEINE KUH AUS? Auch Verkostungen und Exkursionen zu landwirtschaftlichen Betrieben sind för­ derbar. Warum nicht einmal die Kuh be­ suchen, von der die Schulmilch kommt?

Farbe ist angesagt! Je bunter der Teller umso besser. Ge­ müse und Obst sollte Teil jeder Mahl­ zeit sein und eignet sich besonders gut als Jause zwischendurch. Für Kinder und Erwachsene sind täglich drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst ideal. Eine Por­ tion entspricht immer der Menge, die in einer (Kinder)Hand Platz hat.

Das bringt das EU-Schulprogramm • Regionale Produkte werden frisch und direkt in die Schule geliefert. • Ohne künstliche Geschmacks verstärker oder Aromen • Viele Produkte sind zuckerreduziert. • Gesunde Ernährung wird in der Schule thematisiert.

Die Agrarmarkt Austria wickelt die Förderung ab. Hilfe bei der Umsetzung erhalten Sie unter schulprogramm@ama.gv.at

Ernährung – gewusst wie Mehr Info siehe „Österreichische Ernährungspyramide“ www.sozialministerium.at

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GESUNDE ERNÄHRUNG MACHT SCHULE…

Der Inhalt dieser Veröffentlichung gibt allein die Meinung des Autors wieder, der allein für den Inhalt verantwortlich ist. Die Europäische Kommission haftet nicht für die etwaige Verwendung der darin enthaltenen Informationen.

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Essen und Gesundheit

Bio & regional – aus Österreich, für Österreich! Österreich hat seit jeher besonders hohe Ansprüche an Lebensmittelqualität und Stabilität in der Eigenversorgung. Eine wichtige Rolle kommt dabei seit mehr als einem Vierteljahrhundert der Marke Ja! Natürlich zu. 80 % des Bio-Sortiments werden dabei aus heimischen Bio-Betrieben gedeckt. von markus höller Erwin Binder

Florian Pernkopf

Stefan Eisenberger

Als vor 26 Jahren Ja! Natürlich gegründet wurde, waren von Anfang an die enge Zusammenarbeit und der Dialog mit den Bauern essenzielle Bestandteile der Grundwerte der Marke. Dazu zählt auch höchstmögliche Transparenz für den Endkonsumenten. Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, wie wichtig Regionalität nicht nur aus Gründen der kurzen Transportwege ist, sondern auch für die Sicherheit der Versorgung in den Läden einerseits und das wirtschaftliche Bestehen der Landwirte andererseits. Daher sieht Ja! Natürlich es an der Zeit, die langjährigen Partner vor den Vorhang zu holen und ihren Bemühungen rund um nachhaltige Bewirtschaftung, Tierwohl und Innovation eine Plattform zu bieten.

© Ja! Natürlich

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Regionalität ist Heimat Mehr als 80 % der insgesamt über 1.100 Bio-Produkte von Ja! Natürlich stammen von Bio-Bauern und Partnerbetrieben aus Österreich. Ausschließlich Lebensmittel, die nicht in Österreich heimisch oder saisonal zu kurz verfügbar sind, werden importiert. Dies ist insofern wichtig, als auch nach dem Grundsatz „Alles zu seiner Zeit“ bei Ja! Natürlich

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Florian Pernkopf Traunviertel

Erwin Binder Seewinkel Stefan Eisenberger Schöcklland

das Angebot mit den Saisonen variiert und somit das ganze Jahr über Abwechslung in die Regale bringt. Denn es muss nicht jedes Lebensmittel immer verfügbar sein – nicht um jeden Preis, und erst recht nicht mit Abstrichen in Qualität und Nachhaltigkeit. Langjährige Partnerschaften Besonders trifft das auf den Gemüseanbau zu, wie zum Beispiel bei Erwin Binder, Bio-Gemüsebauer aus dem Seewinkel. Er produziert seit über 15 Jahren für Ja! Natürlich im Freiland und unter Folientunnel eine Vielzahl an frischem Bio-Gemüse, darunter Tomaten (inkl. Raritäten), Mini-Gurken, Paprika, Kürbis, Fisolen, Vogerlsalat, BabyleafSalat, Rucola, Kohlrabi u.v.m. Darüber hinaus ist seine Kompetenz beim Kräuteranbau gefragt – er war der erste Bio-TopfkräuterAnbieter, der flächendeckend für Österreichs Supermärkte anbaute. » In der biologischen Tierhaltung gehen Tierschutz und Umweltschutz Hand in Hand. Die Tiere haben deutlich mehr Platz und Zugang zu Frischluft. Gleichzeitig werden auch die Futtermittel für die Tiere in Österreich produziert und stehen damit garantiert nicht im Zusammenhang mit Waldzerstörung, etwa in Südamerika. Das macht Bio-Fleisch auch klar zur klimafreundlicheren Wahl. « Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich

Ebenso vorbildlich ist die Bio-WeideJungrinder-Haltung von Stefan Eisenberger im steirischen Schöcklland: Auf 52 Hektar Grünland wachsen die Kälber das erste Lebensjahr im Freilauf bei Mutter und Herde auf. Ein doppelter Vorteil, denn so wird nicht nur das Tierwohl sichergestellt, sondern auch der Erhalt der offenen und gesunden Kulturlandschaft. Auch die Schafe von Florian Pernkopf im Traunviertel profitieren – so wie die Produkte aus Bio-Schafheumilch – vom Verzicht auf Silage-Fütterung. Im Sommer frische Gräser und Kräuter auf der Weide oder frisch gemähtes Futtergras im Stall, im Winter ausschließlich Heu und Getreideschrot. Es kann so natürlich einfach sein! Jetzt ist die Zeit Als Konsument hat man es in der Hand, wie sich Umweltschutz, Wirtschaft und Produktqualität entwickeln. Jetzt ist die Zeit, mit einem Bekenntnis zu regionalen Bio-Produkten aus Österreich nicht nur einen Beitrag für unser körperliches Wohl zu leisten, sondern Landschaftsschutz, Tierwohl und nicht zuletzt die wirtschaftliche Basis unserer Bauern zu sichern. Und um diese Transparenz sichtbar zu machen, ist jedes Obst und Gemüse mit dem Namen des Biobauern gekennzeichnet, von dem es kommt. So haben alle Interessierten die Möglichkeit, die Herkunft der Ja! NatürlichProdukte kennenzulernen: ob online durch Reportagen, Videos und Porträts der Betriebe oder „offline“ beim ganz persönlichen Besuch!

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GEN I E S S E DEN ORT MIT DEM BESTEN

V O N DO R T

Im steirischen Schöcklland genießen wir die Aussicht auf die malerische Hügellandschaft. Beim Bio-Bauern Stefan Eisenberger genießen unsere Bio-Weidejungrinder den Auslauf auf der Weide und im Stall. Und das 365 Tage im Jahr - niemals angebunden. Und wenn dann die saftigen Steaks zusammen mit dem Bio-Gemüse am Grill liegen, genießen wir die Aussicht auf einen kulinarischen Abend. Jetzt ist die Zeit für unsere Bio-Bauern und ihre regionalen Köstlichkeiten.

#jetztistdiezeit janatuerlich.at

Gibt’s nur bei:


Essen und Gesundheit

Süße Freuden Man muss nicht zwangsläufig Zucker essen, um sich mal was Süßes zu gönnen. Ob Brownies, Kuchen, Waffeln oder Eis – diese Rezepte kommen ganz ohne weißen Industriezucker aus und beweisen, dass zuckerfreie Leckereien alles andere als langweilig schmecken.

Apfelbäckchen Zutaten 300 g Äpfel, 1 EL Zitronensaft, 50 g getrocknete Cranberrys, 4 Datteln, 180 g Dinkelmehl, 2 TL Backpulver, je 1 Prise Salz und Kurkuma, 50 g gemahlene Mandeln, Mark einer ½ Vanilleschote, 1 TL Zimt, 150 ml Mandelmilch, 150 g Apfelmus, 1 EL Rapsöl Backofen auf 180 Grad vorheizen. Äpfel in kleine Stücke schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. Cranberrys und Datteln grob hacken. Mehl, Backpulver, Salz, Kurkuma und Mandeln vermischen. Vanillemark und Zimt dazugeben. Milch mit Apfelmus und Öl in separater Schüssel mischen, dann zum Mehl geben und einen geschmeidigen Teig rühren. Apfelstücke und Cranberrys unterheben und in eine leicht mit Rapsöl eingefettete Springform (20 cm) geben. 45 Minuten backen.

Chai-Chia-Waffeln Zutaten für zehn Stück 3 EL Chiasamen (alternativ 3 Eier), 2 EL geschrotete Leinsamen, 250 g Haferflocken, 4 getrocknete Pflaumen, je 1 Prise Salz, Zimt und Kakaopulver, 2 TL Chai-Gewürz, 1 EL Backpulver, 150 ml Kokosjoghurt (alternativ Naturjoghurt), 100 ml Kokosmilch, Abrieb einer Zitrone, 100 ml Mineralwasser, Kokosöl zum Einfetten des Waffeleisens Topping 300 g Obst nach Wahl, z. B. Beeren, 1 TL Chai-Gewürz, eine Handvoll Mandeln, 100 g Joghurt nach Wahl

Anastasia Zampounidis: Für immer zuckerfrei für Kids; Lübbe, € 17,40 Ob Frühstückspizza, Zucchini-Schiffchen oder Himbeer Nicecream – die TV-Moderatorin, die sich seit 11 Jahren zuckerfrei ernährt, versammelt hier über 50 Rezepte für süße Snacks, pikante Hauptgerichte, Geburtstagsfeiern und Weihnachten.

© Lübbe Verlag (5)

Chiasamen in 9 EL warmem Wasser quellen lassen. Leinsamen und Mandeln getrennt rösten. Mandeln zerhacken. Haferflocken im Mixer fein mahlen. Pflaumen mit einer Gabel zerdrücken. Haferflocken mit Pflaumen, Salz, Zimt, Kakaopulver, Chai-Gewürz und Backpulver vermischen. Getrennt Joghurt, Milch, Zitronenabrieb und Chiasamen mit einem Schneebesen mischen. Mineralwasser dazurühren. Flüssige und feste Zutaten mit einem Mixer zu einem homogenen Teig verrühren, 30 Minuten stehen lassen. Für das Topping Beeren mit Chai-Gewürz vermischen. Die Mandeln rösten. Waffeleisen erhitzen, einen Teelöffel Kokosöl hineingeben und mit einem Backpinsel auf beiden Seiten verteilen. Teig hineingeben und goldbraun backen. Mit Beeren, Joghurt und Mandeln toppen.

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Essen und Gesundheit

PeanutbutterGlücksbällchen ZUTATEN FÜR SECHS STÜCK 2 EL Sesam, 6 MedjoolDatteln, 2 EL Kakaopulver, 2 EL Erdnussbutter, ½ TL Mark einer Vanilleschote, 4 EL feine Haferflocken Sesam rösten. Datteln klein schneiden. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem Teig kneten. Mit circa 4 EL Wasser die gewünschte Konsistenz geben und Kugeln formen. In geröstetem Sesam wälzen und bis zum Verzehr kühlstellen.

Mandelmilchreis ZUTATEN FÜR ZWEI PORTIONEN Je 1 EL Haselnüsse und Mandeln, 1 EL Rosinen, 1 Birne, 140 g Milchreis, 1 EL Mandelöl (oder 1 EL Süßrahmbutter), 25 g gehackte Mandeln, 1 Msp. gemahlener Kardamom, 250 ml Mandelmilch, je 1 Prise Salz und Kurkuma, 1 TL Zimt Haselnüsse und Mandeln rösten. Rosinen in 50 ml warmem Wasser einweichen. Birnen entkernen und in schmale Streifen schneiden. Reis waschen. Öl bei mittlerer Stufe in einem Topf erhitzen und den Reis 3 Minuten darin anschwitzen. Mandeln mit Kardamom zum Reis geben. Eine weitere Minute zusammen anschwitzen, dann mit Milch ablöschen, umrühren und zum Kochen bringen. Abgetropfte Rosinen dazugeben, 10 Minuten köcheln lassen. Reis von der Herdplatte nehmen und 1 Stunde stehen lassen. Zwischendurch umrühren. Salz und Kurkuma unterrühren. Reis in Schüsseln geben, mit Zimt bestreuen, Birnen darauf verteilen und Mandeln und Haselnüsse darübergeben.

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Essen und Gesundheit

Cashewriegel mit Cornflakes ZUTATEN FÜR 12 STÜCK 130 g Datteln (ohne Stein), 100 g ungesüßte getrocknete Sauerkirschen (ungeschwefelt; ersatzweise Rosinen), 120 g Cashewkerne, 50 g zarte Haferflocken, 2 EL weiches natives Kokosöl, 2 EL ungesüßtes Cashewmus, 50 g ungesüßte Cornflakes

GUT ZU WISSEN Die Frucht der Dattelpalme ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und kann frisch oder getrocknet gegessen werden. Datteln haben einen süßen, honig- bzw. marzipanartigen Geschmack – das macht sie zu einem Allroundtalent fürs industriezuckerfreie Süßen und Backen. Sie gehören aufgrund ihres hohen Zuckergehalts allerdings auch zu den kalorienreichsten Früchten. Gesund sind sie trotzdem, denn sie liefern viel Kadium, Kalium, Magnesium und Eisen, dazu wertvolle Ballaststoffe für die Verdauung. In der veganen Küche und beim Herstellen von Rohkostriegeln und Energiekugeln sind vor allem die großen MedjoolDatteln beliebt. Sie sind besonders süß und saftig.

Brownie Bites mit Süßkartoffel

Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Datteln in heißem Wasser etwa 10 Minuten einweichen. Anschließend abgießen und klein schneiden. Alle Zutaten – bis auf die Cornflakes – in eine Küchenmaschine geben und zu einer grobkörnigen Paste mixen. Die Cornflakes locker untermischen. Die Paste etwa 2 cm dick zu einem Rechteck auf das Blech streichen und im Kühlschrank etwa 1 Stunde kühl stellen. Anschließend das Rechteck in 12 Riegel schneiden. In einem luftdichten Gefäß halten sich die Riegel gekühlt etwa 10 Tage.

ZUTATEN FÜR 36 STÜCK Für den Teig: 2 Süßkartoffeln (ca. 600 g), 220 g Datteln (ohne Stein), 120 g gemahlene Mandeln, 50 g ungesüßtes Kakaopulver, Salz, ½ TL gemahlene Vanille, 1 ½ TL glutenfreies Weinsteinbackpulver, 1 EL Apfelessig Für die Deko: 30 g geschäfte Mandeln, 50 g Kakaobutter, 30 g ungesüßtes Kakaopulver, 2–3 EL Dattelsirup Außerdem: Butter oder natives Kokosöl für die Form

Himbeer-KokosPopsicles ZUTATEN FÜR 4 STÜCK 125 g Himbeeren (frisch oder tiefgekühlt und aufgetaut), 3 Datteln (ohne Stein), 200 ml Kokosmilch (vollfett) Außerdem: 4 Eis-am-Stiel-Förmchen (à ca. 80 ml Inhalt)

© ZS Verlag (4)

Cathy Hummels: Das ZuckerfreiKochbuch für Kinder; ZS Verlag, € 23,70 In Zusammenarbeit mit Kinderärztin Dr. Antonia Gavazzeni und der Ökotrophologin Christina Wiedemann entstanden über 50 zuckerfreie Rezepte, die das Zeug zum Lieblingsessen haben – inkl. persönlicher Tipps aus Cathy Hummels Mama-Alltag.

Frische Himbeeren verlesen, waschen und trocken tupfen. Die Datteln in heißem Wasser etwa 10 Minuten einweichen, abgießen und klein schneiden. Die Datteln mit den frischen oder angetauten Himbeeren in einem hohen Rührbecher mit dem Stabmixer fein pürieren. Die Masse nach Belieben durch ein Sieb streichen und die kleinen Kerne entfernen. Die Kokosmilch hinzufügen und alles nochmals fein pürieren. Die Masse auf die Eis-am-StielFörmchen verteilen. Die Stäbchen hineinstecken und das Eis im Gefrierfach mindestens 5 Stunden gefrieren lassen.

Für den Teig den Backofen auf 170 °C (Umluft) vorheizen. Eine Backform (ca. 20 x 20 cm) einfetten oder mit Backpapier auslegen. Die Süßkartoffeln putzen, schälen und klein würfeln. In einem Topf knapp mit Wasser bedeckt 10 bis 15 Minuten weich garen. Abgießen und ausdampfen lassen. Inzwischen die Datteln in heißem Wasser etwa 10 Minuten einweichen. Abgießen und klein schneiden. Mit den Süßkartoffeln in der Küchenmaschine oder in einen hohen Rührbecher mit dem Stabmixer fein pürieren. Die restlichen Teigzutaten unterheben und die Masse in der Backform verteilen. Im Ofen auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Für die Deko die Mandeln klein hacken. Die Kakaobutter in einer Metallschüssel über dem heißen Wasserbad unter Rühren schmelzen. Das Kakaopulver unterrühren und mit dem Dattelsirup süßen. Den Kuchen mit der Glasur überziehen und mit den Mandeln bestreuen, fest werden lassen. Zum Servieren den Kuchen zunächst in 9 Brownies (3 x 3) teilen und jeden Brownie nochmals in 4 kleine Würfel (Bites) schneiden.

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Freie Zeit Zu Besuch an Bord • Film-Highlights • Schauen, Spielen, Lesen, Hören • Im Wald baden

Drückt man Hai, Kuh und Faultier auf den Bauch, kann der Spaß auch schon losgehen: Der weiche Schaumstoffball fliegt aus dem Mund der Tiere bis zu sechs Meter weit – untermalt von einem unverkennbaren „Plopp!“ Je kräftiger und schneller gedrückt wird, desto weiter flitzt der Ball! Plopper von Leif, um je € 12,– bei www.smallbut.at

Aufi aufn Berg

Haben sich eure Familie nausflüge bisher auf kleinere Runden in möglichst flachem Ge lände beschränkt? Oder musst et ihr eure Kids die steileren Passagen der Tour mit dem Absch leppseil hochziehen? Dann hat der Kinderfahrradspezialis t woom was für euch: Das sup erleichte E-Mountainbike woom UP ist perfekt, um unterschied liche Konditionslevels in der Familie auszugleichen und bringt maximalen Fahrspaß mit san fter Motorunterstützung. Ab € 2.890,–. www.woombikes.com

© Hersteller (7), Engineering for Kids (1), Mirli (3), Vienna Summer Camps (2)

Plopp dir was!

Sammler und Jäger Wenn Kinder durch Wald und Natur streifen, bleiben ihre Hände nicht lange leer. In ihnen sammeln sich Stöcke und Äste, Zapfen und Nüsse ... Diese Naturschätze können nun mit den Terra Kids Connectors zu Tieren und Figuren verbastelt werden – dank passendem Werkzeug, ausgewählten Holz- und Korkteilen und einer bebilderten Anleitung. www.haba.de

Digitale Welten Statt ins Meer können Kids diesen Sommer in die aufregende Welt der Technik abtauchen. In den wöchentlichen Camps von Engineering for Kids geht es um Virtual Reality, die Kraft von Erdbeben und Orkanen, Drohnen, Roboter u.v.m. In der Acodemy oder im DaVinciLab können Kids Programmieren lernen – mit Scratch, Minecraft oder sogar mit Robotern. Als Ausgleich gibt’s Bewegung und Sport. www.engineeringforkids.com; www.acodemy.at/feriencamps; www.davincilab.at/feriencamp 72 | som m er 2020

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Sport, Spiel & Spaß Picknick mit Soundtrack Nur 15 km außerhalb von Wien steht seit 1792 das Gasthaus Mirli, umgeben von grünen Wiesen, Wäldern und schattenspendenden Obstbäumen. Die ideale Kulisse für ein Picknick im Grünen: Noch bis Ende September machen bei Schönwetter jeden Sonntag heimische Musiker/-innen und DJs die 2 ha große Picknickwiese zur „Klangwiese“; auf Vorbestellung gibt’s Picknickkörbe voll lokaler Gaumenfreuden und Picknickdecken. Aktuelle Daten & weitere Infos auf wwww.mirli.at

Normalerweise spielt hier die Vienna, der älteste Fußballverein Österreichs, doch im Sommer wird das Feld dem Nachwuchs überlassen. Auf dem Areal der Naturarena Hohe Warte in Wien Döbling können Mädchen und Burschen von 6 bis 16 Jahren sportliche Sommerferienwochen verbringen: Fußball oder Tennis mit professionellen Trainern wie Ex-Nationalteamspieler Marcus Pürk stehen bei den Vienna Summer Camps ebenso am Programm wie Spaß und Action. Kosten pro Woche (inkl. Mittagessen & Getränken): Fußball: € 275,–, Tennis: € 230,–. Termine und Anmeldung unter www.viennasummercamps.at

Endlich wieder Zeit für Vorfreude Ein unbeschwerter Sommerurlaub in Österreich wartet auf euch!

Falkensteiner, eine der größten, familiengeführten Hotelgruppen Mitteleuropas, steht für Sicherheit und Professionalität in Sachen Familienurlaub – und tut alles dafür, damit sich Laufend aktualisierte Infos zu den umfassenden CoronaMaßnahmen von Falkensteiner Hotels & Residences auf www.falkensteiner.com/corona

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Familien so richtig wohlfühlen. Für einen möglichst sorgenfreien Aufenthalt in einem der Falkensteiner-Hotels, gelegen in den schönsten Regionen Österreichs, wurden gemeinsam mit internen und externen Experten umfassende CoronaMaßnahmen und Vorkehrungen getroffen. Darüber hinaus wurden die Stornobedingungen für Neubuchungen gelockert und der aktuellen Situation angepasst. So ist für alle Neubuchungen für Reisezeiträume bis Ende September eine kostenfreie Stornierung des Aufenthalts bis 3 Tage vor Anreise möglich*. *Abweichungen für Schlosshotel Velden

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Mit den wärmeren Temperaturen blüht nicht nur die Natur auf, auch die Gefühlswelt jedes Einzelnen bekommt spürbaren Aufwind. Gerade nach den letzten Wochen des Zurückziehens steigt die Lust aufs Leben und damit auch die Vorfreude auf Urlaub. Gemeinsame Zeit mit der Familie, Entspannung in der Natur, der unvergleichliche Geruch frischer Bergluft bei einem Blick über die Weite der Landschaft – einfach wieder einmal durchatmen.

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Freie Zeit

Zu Besuch an Bord Mit seinen mitreißend und liebevoll produzierten Hörbüchern für Kinder hat sich das Team von Hörschiff ein beachtliches Publikum geschaffen. Wir wollten von dem kreativen Trio, das hinter dem erfolgreichen Kinderhörbuchverlag steckt, mehr dazu erfahren. von peter zirbs Tipi: Was habt ihr vor Hörschiff gemacht? Walter Till: Als Kind habe ich, wie viele andere, Hörspiele gehört, vor allem Abenteuer und Science Fiction. Durch Hantieren mit dem Kassettenrekorder habe ich schon mit 14 Jahren eigene SciFi-Hörbücher aufgenommen. Später war ich begeisterter Multiinstrumentalist, und nach Musikgymnasium und Tonmeister-Studium arbeitete ich ein Jahr bei Ton-Eichinger und dann fünf Jahre im Burgtheater. Dies hat mich wieder zurück zur Sprache geführt. 1999 wurde ich selbstständig mit eigenem Tonstudio und Live-Tontechnik für Sommertheater sowie Konzerte. Ena-Helena Ever: Ich hatte gerade erst meine Moderatoren- und Sprecherausbildung abgeschlossen und wurde zu meiner freudigen Überraschung von Walter gefragt, ob ich Interesse hätte, an einem Kinderhörbuchverlag mitzuarbeiten. Meine Begeisterung für Geschichten aller Art, Theater und Sprache kann ich hier voll ausleben! Durch meine technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung ergibt sich für mich gelegentlich ein anderer Blick auf unsere Themen und Arbeitsweisen – das wird im Team als Qualität gesehen. Mia Heck: Bereits im Vorschulalter musikalisch begeistert, wurde die Musikschule sehr bald mein zweites Zuhause. Nach Abschluss des Musikgymnasiums und einem kurzen Ausflug ins musikwissenschaftliche Institut wurde ich Mutter zweier Kinder. In meinem Berufsleben habe ich die unterschiedlichsten Stationen passiert – sei es als Rauchfangkehrerin in den Schulferien oder als Rechtsanwaltsassistentin! Was macht den Verlag besonders? Mia Heck: Hörschiff ist nicht bloß ein Verlag, sondern eine Kreativwerkstätte, in der wir mit Hingabe alles selbst entwickeln. So gibt es zum Beispiel die Reihe Lenas phantastische Kreiselreisen von Martina Eichhorn und David Galien, deren komplette Geschichten im Hörschiff selbst entstanden sind. Unsere Reihe der klassischen Märchen haben wir mit eigens komponierter, fantasieanregender Musik gestaltet. Ein Kinderhörspiel/-hörbuch berührt – im Gegensatz zu Kinderbüchern – rein den auditiven Sinn. Daher legen wir besonderes Augen- äh ... Ohrenmerk auf den Hörgenuss. Und da wir auch Musiker sind,

komponieren, arrangieren und spielen wir die gesamte Musik selbst. Und auch gesprochen wird bei uns natürlich selbst. Ena-Helena Ever: Die Rückmeldungen unserer kleinen Hörer/-innen sowie ihrer Eltern bestätigen: Abgesehen von den charmanten Charakteren unserer Geschichten ist es die Musik, die zum „Immer-wieder-Hören“ einlädt. Die eigens komponierten Songs sind textlich in die Erzählung eingebettet und verleihen den Figuren zusätzliche Persönlichkeit. Größte Herausforderung und schönster Moment? Mia Heck: Die größte Herausforderung war zweifelsohne die Findungs- bzw. Definierungsphase von Hörschiff. Kinderhörspiele bedienen eine kleine Nische – die Möglichkeiten, Wege aus dieser Nische heraus in die weite (deutschsprachige) Welt zu finden, gilt es immer wieder neu zu erarbeiten. Walter Till: Der schönste Moment war zunächst die Entstehung unserer Hörspielserie Lena, dann die Premiere im Marionettentheater Schloss Schönbrunn: das eigene Hörspiel als Bühnenstück mit den begeisterten Kindern zu sehen. Schön ist auch immer wieder, wenn uns Eltern anschreiben, wann es wieder etwas Neues gibt, weil die Hörspiele in Dauerschleife laufen. Was sollte ein Kinder(hör)buch haben, damit ihr es für gut befindet? Mia Heck: Das Wichtigste stellen natürlich Inhalt und Erzählstil einer Geschichte dar. Vielschichtigkeit, die auf fantasie- oder auch humorvolle Weise relevante Kinder- bzw. Sozialthemen behandelt, ist unerlässlich. Die Authentizität des Erzählers/der Erzähle-

HörbUchtipp „Lenas phantastische Kreiselreisen“ Folge 4: „Seemannsgarn“ aus der Feder des Autorenteams Martina Eichhorn und David Galien. Lenas Schulklasse macht einen Ausflug ins Museum, aber Lena reist noch viel weiter: Auf hoher See wird viel erzählt – doch was ist echt, was ist Gedicht? Gemeinsam mit ihrem Freund Prinz Farid geht unsere Heldin Lena dem Seemannsgarn auf den Grund!

rin ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Die pointierte, Sinn verdeutlichende, qualitativ hochwertige musikalische Unterstützung sollte das Hörkonzept abrunden und den Zauber der Fantasiewelt verstärken. Ena-Helena Ever: Wir nehmen die Kinder ernst und trauen ihnen auch komplexere Inhalte zu. Themen, die uns im Laufe eines Lebens immer wieder beschäftigen, interessieren selbstverständlich auch die Jüngeren. Wir verlassen uns auf unser eigenes Empfinden – wir suchen Themen nicht bloß für die Kinder, sondern für uns alle; Eltern ebenso wie Pädagog(inn)en und andere Bezugspersonen. Den Ausschlag gibt die anspruchsvolle und künstlerische Auseinandersetzung mit einem Thema, denn es geht um einen freudvollen Zugang, um auch eventuell auftauchende Fragen besprechen zu können. Was habt ihr als Kinder gerne gelesen? Walter Till: Meine ersten Favoriten waren Indianergeschichten (Lieblingsbuch: Der weite Weg des Nataju – ein sehr berührendes Buch). Bücher und Hörspiele wie Märchen, SciFi, Winnetou, Pumuckl sowie Kasperl standen auch auf meiner Liste. Das Hörspiel Kasperl auf dem Meeresgrund war besonders aufregend für mich, weil die Stimmen unter Wasser so gut verstellt wurden. Ena-Helena Ever: Mir und meinen Schwestern wurde viel vorgelesen, unsere Heldinnen waren Ronja Räubertochter und Pippi Langstrumpf, die Brüder Löwenherz ebenso wie Momo oder Bastian aus der Unendlichen Geschichte. Wirklich selbst mit Begeisterung gelesen habe ich erst als Teenagerin – als Kind waren Geschichten immer mit einem Vortrag verknüpft; Märchen, Musicals und Hörspiele vom Band oder von der Schallplatte gehörten ebenso dazu. Hörschiff bietet auch Streams an. Hat die Quarantäne die Benutzerzahlen verändert? Mia Heck: Um den Kindern und auch ihren Eltern eine Abwechslung in dieser durchaus herausfordernden Zeit zu bieten, haben wir uns dazu entschlossen, täglich ein neues Märchen im Stream zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot wurde dankend angenommen. Die Benutzerzahlen stiegen exorbitant an. Selbst einige Schulen nutzten

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Freie Zeit

Interview

diese Möglichkeit und ließen ihren Schülern Arbeitsaufträge unsere Märchen betreffend zukommen. Das hat uns ganz besonders gefreut. Gegenwärtig bieten wir laufend Musik aus unseren Hörspielen im Stream an.

Ena-Helena Ever uns beflügelt und uns träumen lässt. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Wohin fährt das Hörschiff in Zukunft? Mia Heck: Was wir in unserer Serie Lenas phantastische Kreiselreisen begonnen haben, möchten wir verstärkt weiterführen: für Kinder bzw. die Gesellschaft relevante Themen aufzugreifen und auf liebe- und anspruchsvolle Weise umzusetzen. Themen wie das Aufbrechen klassischer Genderrollen, die Stärkung des Selbstwertgefühls, Todesbewältigung sowie Umweltthemen werden in den nächsten Werken behandelt. Ena-Helena Ever: Für Herbst ist die Veröffentlichung eines Hörbuchs zum Thema Tod geplant – eine wunderbare Geschichte, die mit unglaublicher Leichtigkeit klarstellt, dass der Tod zum Leben gehört. Ohne zu verunsichern, gelingt es dem Autor Michael Stavarič, sich dieser Tatsache anzunähern und sich sogar mit ihr anzufreunden. Walter Till: Die kleine Sensenfrau – ein ungewöhnlich positiver, tiefgehender und zugleich heiterer Zugang ist hier gelungen. Die musikalische Herausforderung ist, die Musik gleichzeitig heiter und zum Thema passend zu gestalten; unsere Komponistin Mia Heck hat hier bereits eine großartige, leicht klingende und ins Herz gehende Komposition erschaffen! Expertisen von unserer Philosophin Ena-Helena Ever wird es zu so manchem Hörbuch geben – damit gibt es für Eltern wie Lehrer einen neuen speziellen Input, der auch in einer Diskussion mit den Kindern über die Hintergründe der Thematiken bereitsteht. Und unsere Homepage bekommt im Herbst einen neuen Anstrich! In Seemannsgarn, der vierten Folge von Lenas phantastische Kreiselreisen, geht es eigentlich um ein aktuelles Thema. Ena-Helena Ever: Es gab schon immer Fake-News, die so oft weitererzählt wurden, bis alle daran glaubten, ohne den Ursprung

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Walter Till

© Hörschiff

Welche Chancen haben Kinder(hör)bücher? Gibt es regionale Entwicklungen bzw. sprachliche Details, die von großen Anbietern nicht abgedeckt werden? Ena-Helena Ever: Echtes Versinken in eine Erzählung braucht Raum für eigene Ideen – intensives Zuhören ohne optische Sättigung, wie etwa bei einem Hörspiel, kann genau diesen Raum öffnen. Kinder haben Sehnsucht nach diesen fantastischen Welten, und wir dürfen hoffen, dass unsere Geschichten sie dahin mitnehmen! Sprache ist ein Teil der Identität. Auch wenn wir den Anspruch erheben, professionell deutsche Hochsprache (wie z.B. im Theater) zu verwenden, ist uns die österreichische Sprachmelodie wichtig und wird bewusst nicht versteckt. Dennoch produzieren wir keinen sprachlichen Lokalkolorit, denn die allgemeine Verständlichkeit steht an oberster Stelle – Sprache ist schließlich unser wichtigstes Instrument der Kommunikation; die Fähigkeit zur Verständigung kann nicht früh genug geschult werden. Im lokalen Sprachraum wird es geschätzt, wenn die eigenen Kinder sich nicht wie kleine Klone aus dem Fernsehen anhören, sondern auch „unsere eigene Sprache“ angeboten bekommen; beim großen Nachbarn empfindet man unseren Sprachklang zum Glück als charmant. Mia Heck: Es lassen sich auch durchaus qualitativ anspruchsvolle Kindergeschichten auf YouTube finden: Eine Kollegin von uns, ihres Zeichens Erzählerin und Puppenspielerin, nutzt in Zeiten von Corona auch diese Plattform. Gleichzeitig geht meines Erachtens die Sprachqualität in gewissen Kinderserien teilweise verloren. Das Schöne, das uns auch immer wieder motiviert, Neues zu schaffen, liegt in der Möglichkeit, die Fantasie der Kinder anzuregen, viel mehr als es eine bildreiche Kinderserie vermag. Das Zuhören-Können wird gestärkt, Sensibilität gefördert; der Sinn für Schönes, für Kunst sowohl im Wort als auch in der Musik wird geprägt und kultiviert. Im Hörschiff nehmen wir uns unabhängig vom Mainstream die Freiheit, rein nach Qualität danach zu forschen, was unseren Ansprüchen entspricht – und dies nach unseren Vorstellungen und Wünschen zu gestalten. Seit Jahrtausenden leben Völker davon, Geschichten zu erzählen. Sie sind ein wichtiger Teil des Mensch-Seins, der uns erdet und auf die wichtigen Dinge besinnen lässt,

Mia Heck der Geschichte zu kennen. Lena macht selbst die Erfahrung, wie verführerisch das Prahlen mit diesen angeblichen Aufregungen ist. Wie wenig das Seemannsgarn mit der Realität zu tun hat, findet sie beim Faktencheck unter Wasser heraus. Schließlich schaffen es Lena und Farid mit Müh und Not, auch alle anderen zurück in die Realität zu holen und ihre Überzeugungen zu überdenken. Neben all den großen Abenteuern stellt sich heraus, wie irreführend Berufsbezeichnungen sein können und dass auch auf einem Schiff eine Frau das Sagen haben kann. Walter Till: Seemannsgarn war auch eine technisch und musikalisch spannende Herausforderung. Wie klingt zum Beispiel ein Schiff, vor allem, wenn man es nicht sieht? Es beginnt die Experimentierphase – unser Schiffsgeräusch ist schließlich durch Aufnahme eines Haselnussstrauchs entstanden; das Motorengeräusch haben wir durch technische Veränderung leichter Gummihammerschläge auf ein Ofenrohr kreiert. Dann war noch die große Frage: Wie klingt ein großer sprechender Fisch unter Wasser? Natürlich haben wir niemanden in der Badewanne untergetaucht sprechen lassen. Aber es war wirklich spannend, da möchte ich gar nicht zu viel verraten ... som m er 2020 |

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Freie Zeit

Film-Highlights Macht es euch in den Sitzen gemütlich, lasst das Popcorn krachen, denn jetzt heißt es: Endlich wieder Kino! Nach ein paar Monaten Durststrecke erwarten euch in den frisch eröffneten Sälen diese Film-Highlights für die ganze Familie. Eine abenteuerliche Reise liegt vor Lung, dem silbernen Drachen, und seinen Begleitern, dem Koboldmädchen Schwefelfell und dem Waisenjungen Ben. Sie sind auf der Suche nach einem sicheren Ort für Lungs Artgenossen, den sagenumwobenen „Saum des Himmels“. Noch ahnen die drei jedoch nicht, dass es etwas viel Bedrohlicheres als die Menschen gibt – Nesselbrand, das gefährliche Drachen jagende Ungeheuer. Und es ist ihnen auch schon auf der Spur ... Aufwendig animierte Abenteuerreise, inspiriert vom weltweiten Bestseller von Cornelia Funke.

SpongeBob Schwammkopf: Eine schwammtastische Rettung

Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau

Eines Tages ist SpongeBobs über alles geliebte Haustier, Schnecke Gary, plötzlich verschwunden. Mit seinem besten Kumpel Patrick begibt sich der gelbe Schwamm auf eine aufregende Rettungsmission nach Atlantic City, einer versunkenen Stadt im Meer, wo er Gary im Schloss des fiesen Meereskönigs Poseidon vermutet. Beim Versuch, ins Schloss einzubrechen, werden die beiden erwischt, aber die heldenhaften Bewohner von Bikini Bottom unternehmen alles, um ihre Freunde zu retten. Drittes Kino-Abenteuer mit dem freundlichen Schwamm – und Keanu Reeves in einer Cameo-Rolle.

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Drachenreiter

Conni geht zum ersten Mal ohne ihre Familie auf eine große Reise! Kaum im Hotel angekommen, entdeckt sie, dass sich ihr Kater Mau als blinder Passagier eingeschmuggelt hat. Doch Haustiere sind dort nicht erlaubt, und die Hotelbesitzerin ist auch noch allergisch gegen Katzenhaare. Ein verrücktes Versteckspiel beginnt, bei dem Mau jede Menge Unsinn anrichtet, für den der Waschbär Oskar verantwortlich gemacht wird. Als auch noch ein Dieb sein Unwesen im Hotel treibt, haben Conni und ihre Freunde alle Hände voll zu tun, Waschbär Oskar zu retten, Mau zu bändigen und auch noch einen echten Dieb dingfest zu machen.

Starttermine: Demnächst im Kino.

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Wickie und die starken Männer – Das magische Schwert Obwohl Wickie ein helles Köpfchen ist, darf er seinen Vater Halvar nicht auf dessen Abenteuern begleiten. Als seine Mutter Ylva durch ein unkontrollierbares Schwert vom Schrecklichen Sven versehentlich in eine Statue aus purem Gold verwandelt wird, will Wickie sie um jeden Preis retten und schmiedet mit seiner Cousine Ylvi einen Plan. Gemeinsam mit dem jungen Krieger Leif und einem ziemlich unkonventionellen Eichhörnchen begeben sie sich zu einer geheimnisvollen Insel, auf der der Zauber ungeschehen gemacht werden soll. Erster KinoAnimationsfilm um den gewieften Wickinger-Buben!

Max und die wilde 7 Weil seine Mutter eine neue Stelle als Altenpflegerin antritt, zieht der 9-jährige Max mit ihr auf die zum Altenheim umgewandelte Burg Geroldseck. Während er in seiner neuen Klasse keinen Anschluss findet, freundet sich Max mit den Altenheimbewohnern von Tisch Nr. 7 – alias die Wilde 7 – an. Als tagsüber Wertgegenstände aus den Zimmern der Bewohner verschwinden, begibt sich Max mit der Wilden 7 auf Verbrecherjagd. Familienfilm mit liebenswert-schrulligen Charakteren, basierend auf der Buchreihe von Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner.

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Schauen, Spielen, Lesen, Hören Jedes Buch ist ausgelesen, jeder Film geschaut, jede CD gehört – dann wird’s Zeit für Nachschub im Kinderzimmerregal. Wir hätten da ein paar Empfehlungen ...

0 – 3 Jahre

Die goldene Mitte Lulus großer Bruder Kaspar ist ein toller Erfinder, und von der kleinen Leo sind immer alle entzückt. Und Lulu? Sie ist das Sandwichkind ... Ein witzig-charmantes Buch mit viel Verständnis für das mittlere Kind. Lulu in der Mitte von Micha Friemel und Jacky Gleich, Hanser. Ab 3. Um € 14,40.

Fröhliches Gegacker Im Hühnerstall haben sich 5 kleine Küken versteckt, die es zu fangen gilt. Je nach Farbe der aufgedeckten Plättchen werden die Stäbe aus dem Stall gezogen – und mit ein bisschen Glück plumpst ein Küken nach unten. Happy Chickens von Goula. Ab 3. Um € 17,99.

Für kleine Flitzer Der Fuchs flitzt so rasant durch das Bilderbuch, dass er gar nicht merkt, wie auf jeder Doppelseite jemand aufspringt: Maus und Maulwurf, Käfer und Hase ... Eine lustige Spritztour! Fuchs fährt Auto von Susanne Straßer, Peter Hammer. Ab 2. Um € 15,40.

Bringt Schwung in Babys Welt Der bunte Greifling animiert mit fröhlichen Farben und lustiger Form zum Greifen, Tasten und Spielen. Wird der Kreisel in Schwung gebracht, dreht er sich um sich selbst und lässt die Kugeln nur so im Kreis fliegen. Rotondo von Selecta. Ab 0. Um € 13,49.

4 – 6 Jahre

Urlaubs-Comic Um den Sommerurlaub zu retten, macht Toni bei sämtlichen Gewinnspielen mit – und gewinnt! Das Berghotel Tannenblick entpuppt sich zwar als Reinfall, trotzdem werden die Ferien unvergesslich. Amüsanter MutterSohn-Comic! Toni will ans Meer von Philip Waechter, Beltz. Ab 6. Um € 15,40.

Für mehr Toleranz Als ein Fremder kommt, sind Hase, Vogel und Fuchs misstrauisch und wollen ihm seine Geschichte nicht glauben. Ein liebevolles Bilderbuch, das schon kleinen Kindern erzählt, wie wichtig es ist, Fremden mit Offenheit zu begegnen. Der Koffer von Chris Naylor-Ballesteros, Fischer Sauerländer. Ab 4. Um € 15,50.

Herzerwärmend Julians größter Wunsch: Meerjungfrau sein. Zum Glück hat er eine Oma, die ihn genauso akzeptiert, wie er ist und sein möchte! Bildgewaltiges Buch über Individualität, Diversität & Vielfalt! Julian ist eine Meerjungfrau von J. Love, Knesebeck. Ab 4. Um € 13,40.

Einfach riesig Der Berggeist Rübezahl verliebt sich in Prinzessin Emma, entführt sie und sperrt sie in seinen Berg. Aber so grimmig, wie er tut, ist er gar nicht! Die Rübezahl-Sage als Hörspiel für die ganze Familie. Rübezahl und die Prinzessin von Bettina Janis, der Hörverlag. Ab 6. Um € 12,99.

Von der Rolle Allein oder in der Gruppe wird den Igeln geholfen, ihr Zuhause zu erreichen. Nur wer den Fussel-Ball geschickt so über die Waldteile rollen lässt, dass möglichst viel aufgesammelt wird, kommt zügig voran. Flottes Spiel mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Speedy Roll von Piatnik. Ab 4. Um ca. € 27,–.

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Freie Zeit

7 – 9 Jahre

Herrlich schräg In 10 kuriosen Kurzgeschichten lernen wir Die allerschlimmsten Kinder der Welt kennen – u.a. das hungrige Baby Hubert, das die eigenen Eltern verspeist oder den mäkeligen Mattes, der alles, was keine Schokolade ist, aus dem Fenster wirft. Von David Walliams, Rowohlt. Ab 8. Um € 15,50.

Glückliche Ziehung Volles Risiko oder lieber auf Nummer sicher? Aus einem verdeckten Kartenstapel müssen die die wertvollsten Karten gesammelt werden. Doch Achtung: Wer zu viel riskiert, geht leer aus! Flottes Kartenspiel mit einfachen Regeln. Push von Ravensburger. Ab 8. Um € 12,99.

Selbstfindung Während seine Freunde längst akzeptiert haben, dass Leo lieber Jennifer sein will, haben die Erwachsenen noch so ihre Probleme damit. Nur: Der Katze ist es ganz egal. Grandios unaufgeregtes Buch um Transsexualität. Von Franz Orghandl & Theresa Strozyk, Klett. Ab 9. Um € 13,40.

Fantastisch Alan hat nach dem Tod seines Vaters dessen Firma übernommen und versucht sich nun als Geisterjäger. Der erste Auftrag führt ihn zu einer Brücke, von der seit Jahren Hunde in den Tod springen. Comic mit Gruselfaktor und britischem Humor. Alan C. Wilder Ltd. Die Brücke der toten Hunde von P. Wirbeleit & Ulf K., Carlsen. Ab 9. Um € 14,40.

Voll neben der Spur Pixar schickt zwei Elfenbrüder auf eine wahnwitzige, turbulente Suche nach dem letzten Funken Magie, der mit dem Einzug der modernen Technik eigentlich bereits verschwunden ist. Onward: Keine halben Sachen. Blu-ray um € 22,99.

Ab 10 Jahren © Hersteller, Verlage, Verleiher, Simone Porteder (Illustration)

Innovatives Famiiienspiel Eine Stadt bauen, weiterentwickeln und zugleich auf Zeitreise gehen. Der Clou: My City von Kosmos ist nicht nach einer Partie beendet, sondern entwickelt sich aufbauend wie eine Serie in 8 Kapiteln. Ab 10. Um ca. € 35,–.

Einfühlsam Um sich vor ihrer Klasse keine Blöße zu geben, behauptet auch Ina, im Sommer „in den Süden zu fahren“. Dabei bleibt sie nur zu Hause. Gemeinsam mit dem „Neuen“, Vilmer, schafft sie sich schließlich ihr eigenes Paradies. Irgendwo ist immer Süden von Marianne Kaurin, Woow. Ab 11. Um € 15,50.

Trifft mitten ins Herz Für die 11-jährige Ich-Erzählerin ist es der erste Sommer ohne Papa. Sie verbringt ihn bei den Großeltern am Meer – zwischen Lachen und Weinen, Trauer und Trost. Sommer ist trotzdem von Espen Dekko, Thienemann. Ab 10. Um € 13,40.

Gut erklärt Von Eiszeiten, großen Forschern und den Ursachen des Klimawandels bis hin zu den Auswirkungen auf Natur, Tiere und Menschen. Ein unterhaltsames, fundiert recherchiertes Kindersachbuch! Palmen am Nordpol. Alles über den Klimawandel von Marc ter Horst und Wendy Panders, Gabriel. Ab 10. Um € 19,60.

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Freie Zeit

Im Wald baden

Die positive Wirkung der Natur auf die kindliche Entwicklung Ein Spaziergang im Wald beruhigt: Das sanfte Rauschen der Blätter im Wind, der angenehme Duft von Tannennadeln, knackende Äste, Wurzeln und weiche Moospolster unter den Füßen – all das und noch viel mehr macht dieses Erlebnis zu einem wahren Schlaraffenland für Körper und Geist. Auch für Kinder stellen der Wald und die Natur allgemein einen besonders wertvollen Entwicklungsraum dar. von sandra prinz Tipi-Tipp: Noch mehr spannende Fragen werden im Buch Hörst du wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald (siehe Lesetipp) beantwortet.

Der erste Schritt, um mit dem Lebensraum Wald in Beziehung zu treten, ist, diesen zu erkunden, Wissen darüber zu erwerben und dort Zeit zu verbringen. Der wohl berühmteste Förster im deutschsprachigen Raum, Peter Wohlleben, setzt sich aktiv dafür ein, dass der Lebensraum Wald Menschen aller Altersgruppen auf eine spannende und einladende Art und Weise nähergebracht wird. In seinen Büchern und Workshops beantwortet er Kindern viele spannende Fragen rund um den Wald. So gibt es beispielsweise in einer Baumfamilie – das sind alle Bäume einer Art – mehrere Generationen, die miteinander kommunizieren. Ältere Bäume berichten der jungen Generation, dass sie sich die Wasservorräte im Boden gut einteilen müssen, weil es längere Trockenzeiten geben kann und damit auch in den Sommermonaten genügend Feuchtigkeit zur Verfügung steht. Auch die Frage, ob es im Wald ein Internet gibt, ist eine spannende: Die Antwort lautet nämlich Ja –

das sogenannte www = wood wide web. So helfen bestimmte Pilzarten den Bäumen, um unterirdisch Wissen weiterzugeben. Wenn ein Baum etwas mitteilen möchte, schickt er die Information in Form einer Flüssigkeit in seine Wurzeln. An den Wurzelspitzen sitzen die Pilze, die die Information dann in einem von ihnen gebildeten Fadengespinst weitertragen. Wie auch die Menschen für eine funktionierende Internetverbindung zahlen müssen, müssen das auch die Bäume. Allerdings nicht mit Geld, sondern mit Zucker. Mithilfe von Sonnenlicht stellen die Bäume mit ihren Blättern diesen Zucker her. Obwohl die Pilze eine große Menge von Zucker verlangen, bezahlen die Bäume diesen Preis gerne, um wichtige Informationen – zum Beispiel, wenn Gefahr droht – zu erhalten und weiterzugeben. Sehr spannend, oder? Und mit solch faszinierenden Informationen im Gepäck wird der Lebensraum Wald gleich zu einem noch interessanteren Ort, wo es sich lohnt, näher hinzusehen.

Natur als Entwicklungsraum Die Natur lehrt uns Langsamkeit, Ruhe, Achtsamkeit und Entspannung – wichtige Eigenschaften, um Widerstandskraft zu entwickeln und gestärkt durchs Leben zu gehen. Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster und der Hirnforscher Gerald Hüther sehen in der Natur einen Entwicklungsraum, der genau auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten ist. Durch das Leben in und mit der Natur werden Kinder sozial kompetenter und kreativer. Ein größer werdendes Angebot an Naturspielgruppen, Waldkindergärten, Schulschwerpunkten und Freizeitangeboten deutet darauf hin, dass der Wert der Natur als Entwicklungsraum zunehmend erkannt wird. Wichtig ist jedoch, dass es nicht nur um Naturwissenschaft, Naturverständnis, Naturschutz und Naturbeobachtung im kognitiven Sinne geht, sondern dass es den Kindern möglich ist, die Natur eigenaktiv zu begreifen, zu erfahren und in Bewegung zu erleben. „Natur ohne Freiheit funktioniert nicht. Die Natur öffnet sich dem Kind, wenn es dort Kind sein kann“, so Renz-Polster und Hüther. Und dass Kinder einen innewohnenden Wunsch haben, mit der Natur und sich selbst in Kontakt zu kommen, bestätigt auch Psychologin und Waldbaden-Expertin Angelika M. Gierer: „Kinder haben eine große Sehnsucht nach mehr Natur. Warum? Auch wir Erwachsenen spüren zunehmend, was Wissenschaftler/-innen wie Wald(medizin)forscher/-innen, Genetiker/-innen und Therapeut(inn)en aus aller Welt bestätigen: Wir haben mehr als 99 % unserer menschlichen Evolution in der Natur verbracht. Wir sind genetisch darauf programmiert, die Natur zu lieben. Wir brauchen sie für unser körperlich-seelisches Gleichgewicht. Auch was das Lernen und die Motivation betrifft: Sowohl Kinder als auch Erwachsene sind in

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Wald als Medizin Wenn wir in uns hineinhören, spüren wir intuitiv, was auch schon längst wissenschaftlich bewiesen ist: Zeit im Wald hebt die Stimmung und hilft uns, Stress abzubauen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Wald und seiner heilsamen Kraft ist eine recht junge und teilweise umstrittene, wobei es viele ungeklärte Fragen gibt. Dennoch, bereits 1987 wurde in einer Science-Studie festgestellt, dass Patienten, die von ihrem Krankenzimmer hinaus auf Bäume sahen, schneller gesund wurden und weniger Schmerzmittel benötigten als Patienten, die beim Blick aus dem Fenster

LESETIPPS Peter Wohlleben: Hörst du wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald; Oetinger, € 18,50 Wie machen Bäume Babys? Wovor haben Bäume Angst? Worauf sollte ich im Wald achten? Gehen auch Tiere zur Schule? Diese und viele andere spannende Fragen beantwortet der wohl berühmteste Förster im deutschsprachigen Raum Peter Wohlleben in diesem wunderbar illustrierten Buch. Herbert Renz-Polster & Gerald Hüther: Wie Kinder heute wachsen. Natur als Entwickliungsraum. Ein neuer Blick auf das kindliche Lernen, Fühlen und Denken; Beltz, € 19,50 Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster und der Hirnforscher Gerald Hüther zeigen die Quellen gelungener kindlicher Entwicklung auf. Den Autoren ist hier eine Hommage an die Kindheit in und mit der Natur in all ihren Facetten gelungen. Clemens G. Arvay: Mit den Bäumen wachsen wir in den Himmel. Autistische Kinder mit der Heilkraft des Waldes fördern; Goldmann, € 16,90 Der österreichische Biologe und Vater eines autistischen Kindes Clemens G. Arvay vereint in diesem Buch wissenschaftliche Erkenntnisse zur Heilkraft der Natur mit seinen persönlichen Erfahrungen mit autistischen Kindern. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt er, wie durch gezielte Sinnesreize aus der Natur das individuelle Potenzial von Kindern zur Entfaltung kommen und ein Gefühl des Angenommen-Seins vermittelt werden kann.

nur eine kahle Wand sahen. Die Frage, ob der Wald Medizin ist, beantworten japanische Forscher mit „Ja!“. Sie sprechen der Natur eine therapeutische, heilsame Kraft zu, die vor Krankheiten schützt. Der österreichische Buchautor und Biologe Clemens Arvay spricht davon, dass der Lebensraum Wald Depressionen und psychisch bedingten Stressbelastungen wie beispielsweise Burnout entgegenwirkt beziehungsweise Linderung verspricht. Die in der Waldluft enthaltenen Terpene und Phytozide, mit denen die Pflanzen Informationen austauschen, schützen unser Immunsystem zum Beispiel vor ernsthaften chronischen Krankheiten und vor Herzinfarkt. Waldluft enthält übrigens 90 % weniger Staubteilchen als Stadtluft. Waldbaden – von der Heilkraft des Waldes profitieren Bei einem Spaziergang durch den Wald erfahren wir diesen mit all unseren Sinnen. Wir hören die Vögel zwitschern und lauschen den rauschenden Blättern der Laubbäume. Wir sehen das frische saftige Grün der Moospolster und beobachten einen Specht. Wir kosten saftige Walderdbeeren. Sehr wohltuend ist es, die gesundheitsförderlichen Substanzen der Waldluft – die Terpene – bewusst und tief einzuatmen. All dies und noch viel mehr wird beim Waldbaden erfahrbar gemacht: „ShinrinYoku wird gerne mit Wald(luft)baden übersetzt. Denn so wie der Wald die Luft und das Wasser reinigt, so ermöglicht er dem Menschen, Körper und Geist zu reinigen. Waldbaden kann z.B. den Blutdruck senken, Schmerzschwellen erhöhen, bei der Gewichtsreduktion helfen, den Schlaf verbessern u.v.m. Bereits ein Tag im Wald kann die Abwehrzellen im Blut um bis zu 40 % steigern. Die Wirkung hält laut Studien 7 bis 14 Tage an. ShinrinYoku eignet sich somit hervorragend für komplementärmedizinische Behandlungen“, erzählt Angelika M. Gierer, Psychologin und Waldbaden-Expertin nach ShinrinYoga. „Heute wissen wir, dass der Wald ein enormes Potenzial für Ganzwerdung im Sinne von Heilwerdung in sich trägt. Und das ist für mich auch schon einer der wichtigsten Faktoren in der heutigen Zeit“, fügt sie hinzu.

© Annie Spratt (1), Charly Schwarz (1), Sandra Prinz (1)

der Natur deutlich aufnahmefähiger.“ Und nicht nur das, die Natur ist auch Medizin.

der Natur wirken für jeden Menschen und somit auch für Kinder beruhigend, befreiend und belebend. Neben den positiven Effekten für Körper und Geist treten die Kinder in Beziehung mit der Natur und erleben den Wald mit seinen Lebewesen als wichtigen und schützenswerten Raum. Tipp von Angelika M. Gierer: Die Barfußraupe – Alle Teilnehmer/-innen gehen hintereinander in einer Schlange barfuß. Mit verbundenen Augen, vollkommen entschleunigt, wird der Waldboden mit den Füßen ertastet. Hier zeigt sich die Verbindung aus Spiel und Achtsamkeitspraxis in seiner vollen Dimension. Diese Übung erdet und motiviert zu gelingender Kooperation. Der Geist wird unmittelbar ruhig. Die gemeinsame Freude entfaltet sich.

Kinderrecht Waldbaden Alle Kinder sollten das Recht haben, regelmäßig im Wald zu „baden“ – sei es bei einem Spaziergang, indem sie Tiere beobachten, aus Naturmaterialien ein Mandala auf der Waldlichtung legen oder Yogaübungen angelehnt an ihren Lieblingsbaum machen. Diese Aufzählung ist noch beliebig erweiterbar, die Grundessenz vereint alle Beispiele: Erlebnisse im Wald und die Begegnung mit som m er 2020 |

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Freie Zeit

Mag. a A ng el i ka M . Gier er ist Biophilie-Trainerin, WaldbadenAusbildungsleiterin und Yogalehrerin. Sie bietet im Wienerwald und im Waldviertel Workshops und Ausbildungen für Teams und Schulen an. www.shinrinyoga.at

Welche Bedeutung hat der Wald für Sie persönlich? Angelika M. Gierer: Der Wald zeigt sich für mich insbesondere als eine Art „Paralleluniversum“, das mich phänomenal berührt und in Staunen versetzt, ja fast schon ein wenig verzaubert, würde ich sagen. Wenn ich in meiner Urkraft im Wald bin, dann stärkt das meine Beziehung zu mir selbst und zu anderen. Der Wald motiviert mich und bringt mich in Intuition, in die Kreativität. Er bietet mir durch die spirituelle Dimension einen holistischen Zugang zum Leben und verwurzelt mich im Bewusst-Sein. Der Wald bietet einen leistungsfreien Erholungsraum, er beurteilt und bewertet uns nicht. Dadurch ist unser eigener Mentalkörper automatisch im Hintergrund, sobald wir den Wald betreten. Wir bekommen über die Tore zum Unbewussten Zugang zu unserem Potenzial, zu dem, wer wir wirklich sind. Warum Waldbaden? Hat ein Spaziergang im Wald nicht den gleichen Effekt? Beim Spazierengehen wird meist geplaudert oder man ist in Gedanken versunken, meist gibt es ein Ziel. Beim Waldbaden nach ShinrinYoga verbinde ich Waldbaden mit erdend meditativen Elementen, mit speziellem Fokus auf die Füße. Wir bewegen uns max. 1 km in 3 Stunden, in stiller Präsenz. Die restliche Zeit, sofern man das in der Gruppe macht, wird mit einfachen Yoga-Achtsamkeitsübungen verbracht. Denn: Achtsamkeit lässt sich trainieren wie ein Muskel, und der Wald ist dafür das perfekte Fitnesscenter. Waldbaden nach ShinrinYoga spricht die seelische Ebene an: Es verwurzelt im Sein. Es ist wie eine Brücke. Indem es unsere Sinne öffnet, überbrückt es die Kluft zwischen uns und der Natur, zwischen Himmel und Erde. Waldbaden-Geübte gehen auch alleine. Dabei lassen sie sich einfach treiben, geben sich dem Jetzt voll und ganz hin, entschleunigt, absichtslos – ohne Ziel. Ich persönlich lege mich gerne in eine Hängematte in den Wald. Dabei lenke ich meine Aufmerksamkeit auf meine Atem-Wahrnehmung, auf meine Empfindungen im Körper und auf die Sinneseindrücke aus dem Raum um mich. Die Einheitserfahrung wird spürbar. 82 | som m er 2020

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Der Fokus liegt auf Selbsterfahrung über die Füße, die Atmung dient dabei als Schlüssel zur Glückseligkeit. ShinrinYoga hat übrigens auch eine verspielte Dimension. Je nach Gruppe und Thema lässt sich gut darauf eingehen. Und ich behaupte: Auch Erwachsene sind nur große Kinder. Der „Homo ludens“ steckt in uns allen, und er möchte sich ausdrücken dürfen. Welche positiven körperlichen und seelischen Effekte hat Waldbaden nach ShinrinYoga auf Kinder? Ich bin „nur“ Psychologin und keine Therapeutin und möchte mich daher nicht auf das Therapie-Thema einlassen. Doch ich wage zu behaupten: Waldbaden nach ShinrinYoga fördert die Resilienz, also die psychische Widerstandskraft in herausfordernden Lebenssituationen. Dr. Qing Li, der führende Waldmediziner an der Nippon Medical School in Tokyo sowie Forscher an der University of Michigan, konnten nachweisen, wie Waldbaden auf unser Hormonsystem wirkt, auf „Glückshormone“ ebenso wie auf Stresshormone wie z.B. das Cortisol. Bereits 20 Minuten Naturerlebnis sind genug, um den Cortisolspiegel deutlich zu senken. Am meisten reduzierte sich das Stresshormon, wenn die Teilnehmer etwa 20 bis 30 Minuten tagsüber sitzend oder gehend im Grünen verbrachten. Der Cortisolspiegel wurde vor und nach dem Spaziergang im Speichel gemessen. Die Kontrollgruppe spazierte in der Stadt. Der Unterschied war deutlich. Ab welchem Alter wäre es möglich, Waldbaden nach ShinrinYoga zu machen?

Waldbaden nach ShinrinYoga öffnet unsere Sinne und überbrückt die Kluft zwischen uns und der Natur, zwischen Himmel und Erde. In diesem Sinne: Carpe momentum – pflücke das Glück des Moments.

Das ist ganz unterschiedlich und abhängig vom jeweiligen Kind. In einer Gruppe lässt sich Waldbaden nach ShinrinYoga ab dem Schulalter wunderbar erfahren. Genau ab diesem Alter halte ich eine gesunde Erdung und die Erfahrung von Verbundenheit für notwendig. Die Inspiration durch die Stille im Wald kurbelt die Kreativität an. Das wiederum gibt Hoffnung und Motivation für neue, frische Ideen. Denn diese werden wir brauchen für die herausfordernden Problemlösungen, die die Industrie 4.0 mit sich bringt. Prof. Markus Hengstschläger formuliert in seiner Publikation „Die Durchschnittsfalle“ sehr deutlich, warum angesichts der Digitalisierung gerade jetzt die Kreativität zu einem der höchsten gesellschaftlichen Werte für die Menschheit wurde. Normierung im Denken und Handeln ist schädlich für Menschen und Gesellschaft. Leider kann das herkömmliche und völlig veraltete Schulsystem diesen Wert nicht fördern. Zum Glück aber gibt es hier immer mehr engagiertes und mutiges Lehrpersonal, das hier aktiv verantwortlich im Sinne eines größeren Ganzen handelt und Talente durch Naturerlebnisse sichtbar macht und fördert. Und so absolvieren auch immer mehr Pädagog(inn)en meine Ausbildung zu Waldbaden-Trainer(inne)n. Wie läuft Waldbaden nach ShinrinYoga mit Kindern ab? Kinder haben einen größeren Bewegungsdrang. Daher würde ich anstelle von Atemund klassischen Achtsamkeitsübungen den Fokus eher auf Perspektivenwechsel und verspielte Gruppenübungen legen. So wird die Selbsterfahrung zu einem Wechselspiel aus Achtsamkeitstraining und Spiel. Zwei Beispiele: Wir schlüpfen in Tierrollen wie der Löwe (für Ausdrucksstärke und emotionales Gleichgewicht) oder der Fuchs (für Achtsamkeit und Weisheit). Oder: Wir verbinden uns in der Gruppe, stets getragen von meditativen Elementen – z.B. durch Mandala-Yoga (verspielte Körperübungen im Kreis, in Verbundenheit).

© Rubina Schreidl (2)

Interview

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sant in die Tiefe. Absolutes Highlight ist die Virtual-Reality-Rutsche. Auf der 202 Meter langen Reifenrutsche „Space Twister“ tauchen Badegäste ab 7 Jahren in eine der drei faszinierenden Welten „Fantasy“, „Dragons“ und „Aliens“ ein. Über 1.000 m² Wasserfläche verfügt die Fun World, einzigartig auch Österreichs größte Baby World mit großzügigen Outdoor- und Indoor-Pools.

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Wir sind weg

Das Zelt gefällt

© MSR/Scott Rinckenberger (1), Hersteller (4), Europa-Park (2), Ravensburger Spieleland (2)

Top of Austria • Mein Freund, seine Familie und ich Wo der Wildbach rauscht ... • Mit kleinen Füßen auf Wanderung • Abenteuerland

Für Kinder gibt es kaum was Aufregenderes als im Zelt zu übernachten. Im Habitude 6 von Mountain Safety Research ist das auch für die restlichen Familienmitglieder komfortabel. Dank einer Höhe von 195 cm können (fast) alle aufrecht darin stehen und sich im Zelt frei bewegen. So fällt einem selbst bei Dauerregen und -kartenspielen nicht die Decke auf den Kopf. Für bis zu 6 Personen. www.msrgear.com

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Entdeckungsreise

Auf die leichte Schulter

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Wir sind weg

Top of Austria

Reise mit

Schon in der Volksschule lernt jedes Kind: Der Großglockner ist mit 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs. Den sollte man aber auch zumindest einmal mit eigenen Augen sehen – mit der GroßglocknerHochalpenstraße nicht nur einfach zu bewerkstelligen, sondern auch nachhaltig beeindruckend. von markus höller Die einzigartige hochalpine Gebirgsstraße, die über knapp 50 km die beiden Bundesländer Salzburg und Kärnten über den Alpenhauptkamm verbindet, war schon zu Römerzeiten ein wichtiger Pass. Aber erst in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Straße so geplant und errichtet, wie man sie heute kennt. Und das von Anfang an nicht als Transitroute, sondern als touristische Erlebnisstraße – daher ist sie auch eine Privatstraße mit Öffentlichkeitsrecht und mautpflichtig. Doch egal, ob man es von Bruck an der Glocknerstraße oder vom malerischen Ort Heiligenblut aus der anderen Richtung angeht – hier ist der alte Spruch „Der Weg ist das Ziel“ so zutreffend wie sonst kaum wo. 26 Kehren, Steigungen bis 12 Prozent und am höchsten Punkt, der Kaiser-FranzJosefs-Höhe auf 2.369 Metern, ein freier Blick auf den majestätischen Großglockner samt seinem Gletscher Pasterze; das ist erhebend für Groß und Klein. Zweirad oder Vierrad Die Großglockner-Hochalpenstraße ist vornehmlich als absolutes Mekka für Motorradfahrer bekannt, auch für besonders ehrgeizige Radfahrer ist das Bezwingen von weit über 1.000 Höhenmetern per Muskelkraft ein essenzieller Punkt auf der Bucket List. Nicht nur, weil die Szenerie und die gute Luft so angenehm sind, sondern weil die Straße selbst dank der laufenden Mauteinnahmen immer in wirklich erstklas-

Die pittoreske Kirche in Heiligenblut, im Hintergrund der stets schneebedeckte Gipfel des Großglockners.

sigem Zustand gehalten wird. Ursprünglich noch gepflastert und relativ grob, wurde die Straße im Lauf der Jahrzehnte immer weiter modernisiert und bietet heute griffige und störungsfreie Fahrt für alle Arten von Fahrzeugen. Das zeigt sich ganz deutlich, wenn Mensch und Maschine die letzte Kehre vor der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe nehmen: Das Strahlen im Gesicht ist von Weitem zu sehen, egal ob auf Fahrrad, Motorrad oder im Auto. Kindgerechter Ausflug Wer mit Kindern und daher in den meisten Fällen mit dem Auto unterwegs ist, braucht keine Sorge zu haben, dass sich die Kleinen auf der Route langweilen. Die eindrucksvolle Kulisse mit steil abfallenden Flanken und immer wieder motiviert in Schräglage vorbeiziehende Motorrad-Partien lassen die Nasen an der Scheibe kleben. Vor allem aber: Murmeltiere! Die heimischen Nager sind in dem Gebiet zahlreich vertreten und zeigen wenig Scheu vor den Menschen – manchmal liegen sie sogar nonchalant mitten auf der Straße und sonnen sich am warmen Asphalt. Generell sorgen strenge Auflagen in der Region für ein Höchstmaß an Gebietsschutz und friedliches Nebeneinander von Mensch und Natur. Darüber hinaus bieten die zahlreichen Hotels nicht nur optimale Infrastruktur für Biker und Radler, sondern auch familienfreundliche Einrichtungen. Nicht zuletzt soll auch bei den Größeren der pädagogische Effekt nicht vernachlässigt werden: Anhand zahlreicher historischer Bilder und Markierungen kann man den drastischen Rückgang der Gletscherzunge in Folge der globalen Erwärmung gut verfolgen. Ein trotz der gewaltigen Bergmassive rundherum doch etwas ernüchternder Anblick, der nicht nur für die FFF-Generation starker Ansporn zum Umweltschutz ist. Saisonale Highlights Aufgrund der Höhenlage ist die Großglockner-Hochalpenstraße in den kalten Monaten von Oktober bis Mai gesperrt, denn Schneehöhen bis 10 Meter sind keine

EMPFIEHLT GROSSGLOCKNER-HOCHALPENSTRASSE: HOTEL: Das Hotel Lampenhäusl wird seit den 50er-Jahren von der Familie Oberreiter geführt und liegt in Fusch nur 10 Minuten von der Mautstelle Ferleiten entfernt. Geräumige Zimmer und Familiensuiten sowie viel Grün und eine gepflegte Saunalandschaft bieten vor und nach den GlocknerAusflügen erholsame Stunden für alle. www.lampenhaeusl.at MURMELTIERE: Der auch als Mankeiwirt bekannte Herbert Haslinger ist nicht nur Betreiber des Gasthofs Fuscherlacke auf 2.262 Metern, sondern hat schon seit Jugendjahren eine besondere Bindung zu Murmeltieren (pinzgauerisch „Mankei“). Daher ist seine Gaststätte besonders gut geeignet, um viele zahme Murmeltiere aus nächster Nähe zu beobachten. www.fuscherlacke.at AUSSTELLUNGEN: Das Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe beherbergt mehrere Dauer- und Sonderausstellungen zum Thema Umwelt, Automobil und Kunst. Darüber hinaus gibt es auch ein Kino, einen Panoramaraum und die von Swarovski gestaltetet Beobachtungswarte. Weitere Informationen zur Öffnung, Befahrbarkeit und Preisen findet man gesammelt auf www.grossglockner.at.

Seltenheit. Traditionell erfolgt im Frühjahr dann die Räumung von beiden Seiten, das Aufeinandertreffen der Hochleistungsfräsen, der sogenannte Durchstich, ist ein jährliches Highlight und markiert den Beginn der Saison. Obwohl es aufgrund der Covid-19-Krise zu Verzögerungen bei der Räumung kam, konnte die Route dieses Jahr aufgrund der geringen Schneemenge im milden Winter trotzdem schon Ende Mai öffnen. Nachdem diesen Sommer viele ausländische Gäste wohl ausbleiben werden, ist gerade jetzt der perfekte Zeitpunkt für einen Ausflug oder Urlaub in die GroßglocknerRegion – eine der schönsten Kulissen Österreichs samt seinem höchsten Punkt.

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© Franz Gerdl (1), Albin Niederstrasser (1), Michael Königshofer (3)

Wir sind weg

Klare Luft, zahme Wildtiere und viel Platz für Bewegung sind ideale Bedingungen für Familien mit kleinen Kindern.

Der dramatische Rückgang des einst großen Gletschers Pasterze macht den Klimawandel sichtbar.

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Wir sind weg

Mein Freund, seine Familie und ich

© Privat (5), Steiermark Tourismus/photoaustria (1), Pixabay (1)

Menschen fahren gerne dorthin auf Urlaub, wo sie auch als Kinder schon waren. Sogar die Neurowissenschaft belegt, dass diese Kindheitserinnerungen positive Gefühle auslösen und die Erwachsenen somit auf Wiederholung drängen. Was im besten Fall zu einer Familientradition führen kann. Vorausgesetzt, der Partner oder die Partnerin spielt mit ... von inez ardelt

Urlaub am Bauernhof! Es kann so schön sein. So idyllisch. So ursprünglich. Weit weg von allem, ruhig, beschaulich. Unplugged. Mit Mitte/Ende Dreißig stellt man sich entspannte Ferien mit den Kindern wohl genau so vor. Und wenn dann auch noch die Großeltern und Schwägerin plus Familie und Hunden dabei sind, wähnt man sich als Urlaubs-Lotto-Gewinnerin. Da packt man schon mal genügend Lesestoff ein, weil die Chance auf Quality-Me-Time exponentiell mit der Anzahl der anwesenden Erwachsenen steigt, die sich alle darauf freuen, unseren Nachwuchs zu bespaßen. Ein wahr gewordener Traum. Eine Reise in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass das vor 16 Jahren noch eine komplett andere Situation war.

Tausche Schwammerl gegen Seestern Im Juli 2004 waren mein Mann und ich gerade mal drei Monate ein Paar. Mit Anfang 20, frisch verliebt, genügend Taschengeld von einem Praktikum in der Tasche und UniFerien bis Oktober ließ sich der Sommer fantastisch an. Ich war bereit, mit dem Liebsten ins nächste Reisebüro zu spazieren und tags darauf gleich in den Flieger zu steigen. Wohin? Ganz egal! Hauptsache in den Süden, ans Meer, in ein All-inclusive-Hotel mit Pool und Bar. Allein ... mein Freund hatte bereits andere Pläne gemacht, in die er mich

nun einweihte. Je länger er sprach, desto dumpfer und wabernder hörte ich seine Stimme, die von ganz weit weg zu kommen schien: „Bauernhof, Selbstversorger, ganze Familie, wie in meiner Kindheit, Schwammerl suchen, Heidelbeeren pflücken, Wandern.“ Mein Gehirn setzte alle diese Begriffe zu einem kunterbunten Moodboard des Schreckens zusammen. „Ich kann es kaum erwarten, dir alles zu zeigen. Das wird super! Dann kannst du außerdem alle meine Tanten, Onkel, Cousinen, Cousins plus Anhang auf einen Schlag kennenlernen! Ich

Sippenbild mit Kühen. Der Großfamilienurlaub in Schladming ist so fix wie Weihnachten. Das war schon vor 30 Jahren so. Mittlerweile fährt bereits die dritte Generation mit.

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Wir sind weg freu mich schon so, dich ihnen vorzustellen“, schloss er das Plädoyer für das erste gemeinsame Urlaubsziel, das für ihn längst beschlossene Sache war. Auf dem Weg in den steirischen Ski-Weltcuport Schladming erfuhr ich, dass die Sippschaft meines Freundes bereits seit 1985 gemeinsam urlaubte. Nach mehrmaligen Ortswechseln hatten sie 1991 in Schladming ihre Urlaubsbasis bezogen und das ehemalige Auszugshaus eines Bauernhofs in Rohrmoos als Sommerfrische-Unterkunft auserkoren. Während der Autofahrt bemerkte ich eine zunehmende Heiterkeit in meinem Freund aufsteigen. „Schau da, die Schladminger Tauern! Wow, sieht der Dachstein von hier aus nicht majestätisch aus?“ Dass er als begeisterter Snowboarder Berge gerne mochte, wusste ich bereits. Dass er jedoch auch im Sommer davon schwärmen konnte, war mir neu. Nach einem kurzen Halt, um Lebensmittel zu kaufen – „Ich weiß nicht, wer von den anderen schon da ist und was schon vorhanden ist“ – fuhren wir eine steile Serpentinenstraße hinauf, bevor wir wenig später die asphaltierte Straße verließen. Der Schotterweg staubte, und der Fahrtwind wehte mir eine Wolke aus Heu, Silage und Pferdeäpfeln in die Nase. Wir passierten ein beeindruckend großes Bauernhaus und bogen nach einer alten Scheune noch einmal ab. Vor einem schmalen, dreistöckigen, windschiefen, aber sehr charmanten Haus saßen geschätzt 15 – für mich – fremde Menschen zwischen 2 und 65 Jahren. La Famiglia Das waren sie also: die oft erwähnten Tanten und ein Onkel (Schwestern bzw. Bruder meiner zukünftigen Schwiegermutter) sowie deren Kinder mit Freund/-in und teilweise schon eigenem Nachwuchs. Allesamt vertraut miteinander und sehr neugierig auf mich, den Neuling. Meine anfängliche Skepsis wich bald einer fast wissenschaftlichen Neugier. Denn einen Einblick in das Biotop einer Großfamilie wie dieser zu bekommen, die noch dazu jene meines Liebsten war, war eigentlich sogar recht spannend. Dieses „Schladmingfahren“ schien für die Anwesenden ein fixes Ritual zu sein, wie Weihnachten. Und beina-

he genauso wichtig, exakt getaktet und mit fixer Rollenverteilung. Nach dem Frühstück, es gab stets frische Semmeln, die wir am Vorabend bei der Bäuerin Monika im Haupthaus bestellten, traf man sich je nach Wetterlage auf einer selbst genähten Decke auf der Wiese hinterm Haus. Oder bei Regen, was in dieser Region und Jahreszeit durchaus öfter vorkommt, in der Stube. Jeden Tag war jemand anderer dran, den „Familienrat“, wie diese Zusammenkunft genannt wurde, zu leiten. Neben Stimmgeboten für das Mittagund Abendessen und Ideen für Aktivitäten wurde auch ein Taggeld für Einkäufe pro Kleinfamilie eingesammelt. Immer mehr offenbarte sich, dass der plakative Titel „Urlaub am Bauernhof“ eigentlich eine Themenverfehlung war. Sicher, wer reiten wollte, der konnte. Hühner gab es auch überall oder kleine Kätzchen und Hasen zum Streicheln. Die gemeinsamen Unternehmungen waren aber viel diverser. Der mir vor allem als Wintersportparadies bekannte Ort entpuppte sich als veritable AbenteuerLocation: Baden im Wildbach, MountainGokart-Fahren, Hochseilklettergarten. Die Schlechtwetter-Alternativen mit Lodenfabrik, Hallenbad und gemütlichem Einmümmeln in einem der vielen holzgetäfelten Zimmer in der Unterkunft waren ebenso mehr als nur passabel. Dazu viele lustige Abende mit Kartenspielen, Lagerfeuer oder

groß angelegten Schwammerlputz-Runden und einem lohnenden Gulasch danach. Als wir eines Abends vor dem Haus sitzend die Sterne betrachteten, legte mein Schatz den Arm um mich und flüsterte mir zu: „Mit dir gemeinsam hier zu sein fühlt sich so richtig gut an.“ Womit auch noch der Rest meines Fernwehs nach Meer und Strand in den klaren Nachthimmel entschwebte. Meine Familie Heuer wird es für mich das 17. Mal sein, dass wir in den staubigen Schotterweg einbiegen und uns der vertraute Duft von Kuh- und Pferdemist in die Nase steigt. Da das Haus für die ganze Familie, die mittlerweile aus gut und gern 60 Menschen besteht, einfach zu klein geworden ist, fahren wir seit 2015 nur mehr im „kleinen“ Kreis nach Schladming. Seit wir selbst Eltern zweier kleiner Kinder sind, ist diese Familienwoche noch wichtiger geworden. Und der Bauernhof spielt jetzt natürlich keine Nebenrolle mehr, sondern ist zum Hauptakteur aufgestiegen. Der Gedanke, dass dieser Ort bereits meinem Mann als Kind die tollsten Erlebnisse und Erinnerungen beschert hat und ihn nach 29 Jahren immer noch gerne herfahren lässt, löst in mir ein gutes Gefühl aus. Eines von Stabilität, Eingebettet-Sein und der Wunschvorstellung, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder noch hierher kommen werden. Wenn Bäuerin Monika uns am Schluss des Aufenthalts fragt, ob wir nächstes Jahr wiederkommen, ist das eigentlich nur mehr pro forma. Denn sie weiß es genauso wie wir: Mit Urlaubstraditionen bricht man nicht! Schwammerlsuchen und Katzenstreicheln – Kinderherz, was willst du mehr? Im Familienurlaub sind es oft die kleinen Dinge, die besonders große Bedeutung haben. som m er 2020 |

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Wir sind weg

Wo der Wildbach rauscht ... Gerade im Sommer ist das Gesäuse ein herrlicher Zufluchtsort, um zu sich selbst und zur Natur zu finden. Hier ist der Massentourismus noch nicht angekommen, denn der spröde Charme der etwas rauen Gegend ist nicht jedermanns Sache, doch geht von ihr eine ganz eigene Faszination aus, die man sich Schritt für Schritt erarbeiten muss. von heidrun henke

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Wir sind weg

Reise mit

Es rauscht, tost, fließt, braust, sprudelt und säuselt im Gesäuse. Der Name dieser Region ist geradezu lautmalerisch. Hier wird man vom stetigen Rauschen der Enns und der Salza begleitet, das charakteristische Hintergrundgeräusch des Gesäuses. Der Charme der obersteirischen Region, die als Nationalpark geschützt ist, ist zunächst schroff und wild. Wer hierher kommt, sucht nicht das Einfache und Liebliche, das einem am Präsentierteller schmackhaft gemacht wird. Wer hierher kommt, muss selbst auf Entdeckungsreise gehen, muss Abenteurer, Naturbursch/-mädl, Kletterer, Draufgänger, Rafter, Kajakfahrer, Schwammerlsucher ... sein – zumindest aber Wanderer und Naturverehrer. Das Gesäuse entert man nicht bequem über die Autobahn, das überlässt man den Dilettanten und Banausen, ins Gesäuse fährt man am besten über die Hieflau, wo die Straßen schön eng und kurvig sind und die Kinder auf der Rückbank ordentlich durchgeschüttelt werden. Wer stilecht anreist, bekommt gleich

© Heidrun Henke (4), Stefan Leitner (2)

Wildwasserromantik pur. Mittlerweile ist der kalte Fluss zum Hotspot für Wassersportler aller Art geworden: Rafting, Canyoning, Kanufahren …

Hohes Niveau in jeder Hinsicht. Im Buchsteinhaus gibt’s den wohl feinsten Schmaus (ganz links). Wohltuende Erfrischung nach den Strapazen der Bergtour: ab ins kühle Nass! (rechts)

den richtigen Eindruck dieser Gegend: tiefe Schluchten mit reißenden Wildbächen, darüber dramatische, teils überhängende Felsformationen und – mit Blick hinauf – eine atemberaubende Bergkulisse zum Erklettern, Erklimmen oder Erwandern, je nach Kondition oder Motivation. Naturjuwel & Naturschauspiel Im Gesäuse (bei den Einheimischen Xeis genannt) erscheint die Natur besonders mächtig und unbeugsam. Kein Wunder also, dass Extremsportler diese Region besonders gern heimsuchen. Beim Dorfwirtshaus „Zur Ennsbrücke“ kann es schon mal vorkommen, dass man eine Gruppe kanadischer Bergsteiger trifft, die bei einem kühlen Bier die Kletterroute für den nächsten Tag planen. Denn das Gesäuse ist berühmt für seine sportlichen Klettersteige und herausfordernden Routen und lockt Bergsportler von Nah und Fern an. Genauso aber können auch Familien mit Kindern hier wunderbare Gipfelerleb-

nisse haben, zum Beispiel im Rahmen einer mehrtägigen Wanderung, bei der man sich stückweise dem Berg annähert beziehungsweise von Hütte zu Hütte weiterhantelt. Im Gesäuse gibt es übrigens so manche Hütte, die nicht nur wegen der tollen Aussicht, sondern vor allem wegen ihres guten Essens besucht werden sollte – das Buchsteinhaus zum Beispiel. Auf 1.546 Metern Höhe gibt es dank Helmut Tschitschko, dem ambitionierten und anspruchsvollen Hüttenwirt, eine regelrechte Gourmetküche, auf die man sich zweieinhalb Stunden lang freuen kann. Solange dauert nämlich der Aufstieg zum Buchsteinhaus von Gstatterboden aus. Weit weniger anstrengend und besonders beliebt bei kleinen Abenteurern ist der Erlebnisweg „Der wilde John“, der beim Parkplatz Weidendom seinen Ausgangspunkt hat. Auf dreieinhalb Kilometer Länge bewegt man sich immer entlang des glitzernden Johnsbaches, der der Sagenfigur „Wilder John“ seinen Namen verliehen hat. Dabei kommt man an zahlreichen Mitmach- und Quizstationen vorbei, begegnet Waldprinzessinnen, Zwergen oder pausiert in einer Riesenschaukel. Beim Rückweg sollte man unbedingt einen Blick zum Weidendom machen: eine Oase inmitten der Wildnis. Ein lebender Dom, erbaut aus Weidenstöcken und auf seine som m er 2020 |

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Wir sind weg

© Heidrun Henke (3), Stefan Leitner (1), Christian Fürnholzer (1)

Mit etwas Glück und Ausdauer kann man sich die Nachspeise selbst procken. Vielleicht macht die Oma ja gleich Heidelbeertatschgerl draus?

empfiehlt das gesäuse Wassererlebnispark im Gesäuse: Der feuchtfröhliche Spielplatz nahe St. Gallen ist für jedes Alter ein großartiges Erlebnis, vor allem an heißen Sommertagen. Mit Kanus, Schleusen, Wasserbaustellen, Bootskanal, Floßfahrten ... www.wasserspielpark.at

Art genauso imposant wie die umliegenden Berge. Hier befindet sich auch ein Erlebniszentrum für Kinder, wo man unterm Mikroskop die Erde erforschen kann bzw. alles, was darin so krabbelt – von Ameisen bis Tausendfüßlern. Daneben befindet sich die Lettmaier Au mit einem spannenden Lehrpfad oder der Rauchbodenweg, wo man sich einen schönen Überblick über Enns und Gesäuseberge verschaffen kann. Das Highlight ist allerdings das Labyrinth, das in Form eines Fußes angelegt wurde: der erste begehbare ökologische Fußabdruck, bei dem man viel über die Umwelt lernen kann. Das Projekt erhielt 2012 sogar den Österreichischen Klimaschutzpreis. Gesäuseperle und Wasserrutsche Ebenso als kinderfreundlich erweist sich die Johnsbacher Almenrunde: eine Wanderung, die gleich an vier bewirtschafteten Almen vorbeiführt (Kölblalm, Ebneralm, Zeiringeralm und Huberalm) und sogar mit einem geländefähigen Buggy zu schaffen ist. Zur Stärkung gibt’s für die kleinen Wandersleut eine Gesäuseperle und für die großen ein prickelndes Bier. Statt dem Rauschen des Wildbachs hört man hier das entfernte Bimmeln von Kuhglocken, das Summen der Bienen im hohen Gras, das Plätschern des Wassers im Brunnentrog und wenn man Glück hat sogar ein paar Musikanten auf der Ziehharmonika aufspielen.

Haindlkarhütte: Relativ kurzer, abwechslungsreicher Anstieg und doch ein höchst alpines Bergerlebnis auch für Kinder. Die Hütte liegt auf 1.121 m imposant am Fuße der Nordwände, von wo aus die dramatischen Klettersteige für Profis beginnen. www.gesäuse.at Weidendom: Der Dom aus Weidenstöcken ist eine schattenspendende Kathedrale im Sommer, ringsherum gibt es viel zu entdecken, z.B. das Labyrinth in Form eines Fußabdrucks, bei dem es Stationen zum Thema Klima und Nachhaltigkeit gibt. www.nationalpark.co.at

Wer es gern etwas alpiner hat, dem sei die Haindlkarhütte ans Herz gelegt. Auch für Kinder sehr empfehlenswert, die gern Hüttenstempel sammeln. Denn der Aufstieg ist zwar steil, aber in 1,5 Stunden bewältigt und sehr abwechslungsreich. Man beginnt mit einer Bachüberquerung, labt sich an frischem Quellwasser und wandert weiter im ausgetrockneten Flussbett. Je weiter man emporsteigt, desto gewaltiger wird das umliegende Panorama. Immer was zum Kraxln, über Stock und über Stein, geht es dann weiter zur Alpenvereinshütte, die auf 1.121 Metern liegt, direkt dort, wo die Nordwände der beeindruckenden Hochtorgruppe emporsteigen, fast wie große Bergriesen, die die Schutzhütte bewachen. Bekannt ist die Haindlkarhütte auch als Ausgangspunkt für Klettertouren durch die Hochtor Nordwand oder den legendären Peternpfad.

Beim Abstieg wird mit jedem Schritt das Säuseln der Enns wieder etwas lauter, und hört man dann das große Rauschen, weiß man, das Tal ist nicht mehr weit. Unten im Fluss tummeln sich bunte Kajakboote und treiben die Strömung hinab. Auch Rafter und Canyonsportler finden hier ihr Wasserparadies. Mal schäumt der Fluss weiß vor Wut, mal holtert’s und poltert’s unterm Wasser, mal schlängelt er sich malerisch an Felsbrocken vorbei oder mündet in ein idyllisches, türkisblaues Becken mit Sandbuchten und Steininseln, wo man Fliegenfischen und Steine flitschen oder sich im eiskalten Wasser erfrischen kann. Was für die Großen das Canyoning ist, ist für die Kinder der Wassererlebnispark in Eisenwurzen. Hier kann man nach Herzenslust pritscheln, auf einem See Floß fahren, sich in einem Indianerdorf verstecken, in einem Seilpark klettern, sein Kanu durch Stromschnellen manövrieren oder mit dem Schlauchboot den Wasserfall hinunterfetzen. Gerade im Hochsommer, wenn man nach Abkühlung lechzt, ist der Wasserpark ein willkommenes Erlebnis und eine ideale Abwechslung zur Familienwanderung. Ob im knallroten Gummiboot, barfuß durch den Buchenwald, im Gestrüpp nach Heidelbeeren suchend, im Kajak flussabwärts Richtung Getose, am Seil und im Felsen hängend, kopfunter im Wasserfall oder mit Blick Richtung Gipfelkreuz – das Gesäuse lässt sich auf unzählige Arten erkunden, die niemals langweilig und bequem sind. Hier kann man der Natur ganz nahe kommen. Und das Rauschen des Baches klingt noch lange in den Ohren nach ...

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Natur pur Vergnügte Kinder, glückliche Eltern – in diesen Hotels gibt es alles für einen rundum gelungenen Familienurlaub: unbegrenztes Freizeitangebot, perfekte Kinderbetreuung und ganz viel Natur.

Familienhotel Kreuzwirt **** | Weissensee, Kärnten

© Hannes Pacheiner (1), Familienhotel Kreuzwirt (1)

Mitten im 140 ha großen Naturpark Weissensee im sonnenreichen Süden Kärntens liegt das Familienhotel Kreuzwirt. Im ersten bio-zertifizierten Kinderhotel Europas werden Umweltschutz und Nachhaltigkeit

großgeschrieben: Holzzimmer in Niedrigenergiebauweise sorgen für Wohlfühlgarantie bei Groß und Klein; geheizt wird mit Hackschnitzeln; die saisonalen, regionalen Lebensmittel stammen teilweise aus der hauseigenen Bio-Landwirtschaft. Ein Besuch am Bio-Bauernhof mit Kühen und Kälbern, Haflingern, Schafen, Ziegen und Hasen gehört klarerweise zu den Highlights bei kleinen Besuchern. Dank zertifizierter Naturpark-Kinderbetreuung wird das spezielle Natur-Kinderprogramm zum unvergesslichen Erlebnis. Beim Basteln mit Naturmaterialien, in der Natur-Forscherecke oder auf dem Natur-Erlebnispfad. Aber

auch sonst gibt’s allerhand zu entdecken: einen riesigen Abenteuerspielplatz, die Indoor-Kinderwelt, Pools für Wasserspaß drinnen und draußen, Wellnessbereich mit Saunalandschaft, 2 Quarzsand-Tennisplätze, Badeplätze am Weissensee u.v.m. www.hotelkreuzwirt.at

Baby- und Kinderhotel Laurentius ****S | Fiss, Tirol Schwierigkeitsgraden ... Das Baby- und Kinderhotel Laurentius ist der perfekte Ausgangspunkt dafür. Den Wandershuttle und Fahrten mit allen Bergbahnen gibt’s dank der Super.Sommer.Card kostenfrei zum Aufenthalt dazu. Natürlich gibt es auch genug Gründe, im Hotel zu bleiben. Im OutdoorErlebnisgarten mit Riesensandkiste, Rutschenturm, Trampolin, Hüpfburg, Schaukeln und Co. sind auf 2.500 m² Spiel, Spaß, Action und Abenteuer an der Tagesordnung. Mama und Papa kommen auf dem nahen Wiesenstrand voll auf ihre Relax-Kosten, wo sie mit Blick auf ihre Kinder– und die Tiroler

Berge – mal so richtig abschalten können. An Schlechtwettertagen geht es in der Indoor-Erlebniswelt oder in der Wasserwelt rund, entspannen kann man in der Familiensaunalandschaft oder im Wellness-Rückzugsbereich nur für Mama und Papa. www.familienhotel-laurentius.com

Promotion

© Andreas Schalber (1), Daniel Zangerl (1)

Seit Jahren als Skimekka bekannt, kann man am Sonnenplateau Serfaus-Fiss-Ladis auch einen herrlichen Sommerurlaub verbringen. Wanderrouten für die ganze Familie, ein brandneuer Mountainbikepark und Trails in unterschiedlichen

Stegerhof **** | Donnersbachwald, Steiermark

© Kinderhotel Stegerhof (2)

Im Kinderhotel Stegerhof finden Familien beides: Ruhe & Aktivurlaub. Im 5.000 m²Spielareal im und rund um das Hotel kommt garantiert keine Langeweile auf. Im Abenteuerpark gibt es Spaß beim Balancieren zwischen den Bäumen,

Flying Fox, Bogenschießen, Schaukeln auf der Waldschaukel oder beim Grillen am Lagerfeuer; im Mini-Bauernhof warten Hasen, Katzen, Esel sowie Schafe und Meerschweinchen; in der IndoorErlebniswelt sorgen Bewegungsräume, Kletterwand, Rutsche und Kegelbahn für actionreiche Abwechslung. Entspannung ist in der Wellnessoase angesagt – mit Hallenbad und eigenem Kinderbecken, Wellness- & Spa-Bereich, sowie einer vielfältigen Saunalandschaft. Der Badespaß geht auch draußen direkt beim Hotel weiter. Mit einer einzigartigen Aussicht auf die umliegende Bergland-

schaft können Familien die Sommertage am hoteleigenen Naturbadeteich genießen – mit Kanus, Tretbooten und Rutsche. Die großzügige Liegewiese lädt zum Ausruhen auf den Relaxliegen und in den Hängematten ein. www.stegerhof.at

Mehr Infos unter www.kinderhotels.com 093_KINDERHOTELS.indd 93

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Wir sind weg

Mit kleinen Füßen auf Wanderschaft

© immerbeginner.at (3)

Wenn wir zu unseren Kindern sagen: „Kommt, lasst uns wandern gehen“, dann hören wir selten ein: „Jaaa, wann geht es los?!“ Sondern eher ein „Oh nein, wir wollen nicht.“ Wie die Kinder dann doch Lust aufs Wandern bekommen? Wir haben ein paar Tipps und Tricks parat. von martina hasewend-schwaiger & hans peter hasewend / www.immerbeginner.at

Holt eine andere Familie mit ins Boot Mit mehreren Kindern wird der Ausflug zu einem Abenteuer. Die Wanderung wird zum Spaß, und die Kinder legen mühelos den Weg zurück. Egal, ob in Österreich oder auf Reisen – Gleichgesinnte für eine kindgerechte Familienwanderung lassen sich überall finden.

Gibt es auf der ausgewählten Tour eine Schutzhütte oder müssen wir viel Jause einpacken? Was erwartet uns am Ziel? Ist es eine Rundwanderung oder geht es auf eine Alm und dann wieder hinunter? Gutes festes Schuhwerk ist Voraussetzung, und dann kann es schon losgehen.

Wer plant, gewinnt Ort und Länge der Wanderung sollen auf die Kinder abgestimmt sein. Wie lange halten sie durch? Was gibt es Spannendes zu sehen und zu erleben? Wenn die Entscheidung gefallen ist, wohin es geht, dann heißt es, richtig einpacken. Wie wird das Wetter? Sonnenschutz und Windjacke kommen immer in unseren Rucksack.

Praktische Tipps • Wetterbericht checken • Auf passende Kleidung achten • Ausreichend Wasser und Jause einpacken • Kleines Erste-Hilfe-Set • Zumindest ein voll aufgeladenes Handy (Alpinnotruf 140 einspeichern) • Tourentipps für ganz Europa gibt’s auf www.alpenvereinaktiv.com

Ehrgeiz und Übermotivation seitens der Eltern ist fehl am Platz. Eine gute Planung beugt Frustration vor und schützt die Nerven von uns Eltern. Spannung statt Anspannung Was kann man abseits des Weges entdecken? Gibt es Erlebnisstationen, können wir nach Schätzen suchen? Falls wir nur zu viert unterwegs sind, ist es besonders wichtig, die Wanderung zu einem Abenteuer zu machen. Lasst eurer Fantasie freien Lauf. Sucht z.B. nach Geheimwegen. Ein Beispiel: Bei einer Wanderung auf die Brunnalm (Hohe Veitsch, Steiermark) sind wir nicht dem gängigen Weg auf die Alm gefolgt, sondern einem Pfad, der uns durch Matsch, über umgefallene Bäume und

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durchs Gestrüpp führte. Gatsch klebte an den Schuhen der Kinder. Da kam es uns gerade recht, dass vor uns ein Bächlein auftauchte. Die Kinder badeten darin ihre Schuhe. Das war ein Spaß. Klitschnass, aber sauber ging es bergauf weiter. Wer gerne wandert, weiß aber, dass es sich in nassen Schuhen nicht so gut gehen lässt. Was tun? Ganz einfach: Die nassen Schuhe zum Trocknen an den Rucksack hängen und barfuß weiterwandern. Wir machen es den Kindern beim Bergabgehen nach, und es war ein Freiheitsgefühl sondergleichen. Ein kreativer Geist auf Wanderung Haltet Ausschau nach Naturmaterialien. Zum Beispiel für ein Waldmobile, ein Steinmandala oder für kreative Gestaltungsideen zu Hause. Wenn es z.B. durch den Wienerwald geht, findet man viele abgebrochene Äste. Ein Tipi zu bauen macht Spaß und fördert den Gemeinschaftsgeist. Dorthin kann man auch immer wieder zurückkehren, um das Tipi zu erweitern und zu verschönern: Äste bemalen, eine Feuerstelle bauen etc. – es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Unser Jüngster liebt

es, Schätze zu suchen. Bei einer Wanderung sind dies besondere Steine, Äste oder Blumen. Manchmal nimmt Yona Hammer und Meißel mit und versucht Fossilien zu finden. Er will nämlich Paläontologe werden. Abkühlung gefällig? Manchmal passt es gut, dass die Wanderroute an einem Bach, Fluss oder See vorbeiführt. In solchen Fällen packen wir Handtücher und Badesachen ein. Die schnell trocknenden und leichten Baumwollbadetücher finden leicht Platz im Rucksack. Ein Klassiker, für den wir alle nie zu alt sind: unterwegs Verstecken spielen oder beim Runtergehen über Almwiesen bergab rollen. Nur bitte den Kuhfladen ausweichen!

WANDERUNGEN, DIE WIR LIEBEN • Erlebnisweg rund um den Peilstein mit verschiedenen Mitmachstationen • Rauf auf die Alm: Verschiedene Wege führen auf die Hohe Veitsch, darunter auch ein Panoramaweg. • Rein in den Wienerwald und einen Stadtwanderweg erkunden, inkl. Tipi bauen • Durchwandern einer der schönsten Felsklammen – die Bärenschützklamm: Über unzählige Leitern und Brücken geht es durch die Klamm. Schwindelfrei sollte man sein. • Durch den Lainzer Tiergarten, Spielplätze und Gasthäuser inklusive • Rittisberg – der Erlebnisberg für die ganze Familie in der Ramsau (Steiermark)

Starke Alltagshelfer Spiel: Das therapeutische antiinfektiöse Mundwasser ist angenehm im Geschmack und stark geruchshemmend. Der darin enthaltene Wirkstoff, Povidon-Iod, wirkt u.a. gegen Bakterien und Viren. Durch Auftragen oder Gurgeln werden diese effizient abgetötet. Umfassend keimtötend gegen Bakterien, Pilze, Sporten, Viren und Einzeller (Protozoen) wirkt die Betadona® Flüssigseife, die richtige Wahl für die hygienische Händedesinfektion und antiseptische Waschung. Bei Groß und Klein reinigt sie die Haut zuverlässig und pflegt mit rückfettenden Inhaltsstoffen.

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Kleine Wunden sind im Alltag mit Kindern schnell passiert. Perfekt für unterwegs und natürlich auch zu Hause wirkt das Betadona®-Gel oder -Spray mit ProvidonIod umfassend keimtötend gegen Bakterien, Viren, Pilze und Sporen und unterstützt dadurch eine raschere und verlässlichere Wundheilung. Auch die richtige Mundhygiene wird oft unterschätzt. Diese ist nicht nur für die Gesundheit des Zahnfleisches relevant – auch Rachen- und Atemwegserkrankungen beginnen häufig mit Infektionen im Mund. Hier kommt das Betadona® Mund-Antiseptikum ins

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Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker. som m er 2020 | 95

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Wir sind weg

Abenteuerland

Tipps

Die Temperaturen steigen, die Corona-Fallzahlen sinken, und langsam kehrt ein neuer Alltag ein. Ob Alpaka-Wanderungen, Wakeboarden oder doch lieber entspannt durch den Wildtierzoo schlendern – was sich in den Sommermonaten trotz Beschränkungen in Österreich Besonderes erleben lässt, zeigen wir euch hier. von tanja holz VORARLBERG 1) Waldrutschenpark Golm Der größte Waldrutschenpark Europas in Golm bietet Spiel, Spaß und Action für die ganze Family. Auf 7 unterschiedlichen Rutschen können Kids ab 4 von Matschwitz nach Latschau rutschen. Die Kombination aus Rutschenpark und Wanderweg bietet außerdem eine gute Möglichkeit, die Kids zum Wandern zu animieren. Wo: Erlebnisberg Golm, Seilbahnstraße 1, 6773 Vandans Wann: 11.6.–18.10. täglich 8:30–17 Uhr Wie viel: Erw. ab € 9,50, Kinder (6–19) ab € 5,80, Kinder (0–6) gratis www.golm.at/Aktiv/Waldrutschenpark-Golm TIROL 2) Wandern auf der Mutterer Alm Egal, ob Familienwandern oder Bergsteigen – auf den Wanderwegen im Gebiet Muttereralm findet jeder seine passende Route. Der Innsbrucker Almenweg lädt kleine und große Wanderer dazu ein, auf gut markierten Forstwegen die Natur und in den Almhütten kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Wo: Nockhofweg 40, 6162 Mutters www.muttereralm.at 3) Alpenzoo Auf etwas mehr als 4 ha werden in naturnah gestalteten Gehegen, Terrarien und Aquarien etwa 2.000 Alpentiere von rund 150 Arten gepflegt. Übrigens: Kein anderer Zoo der Welt zeigt eine derart vollständige Sammlung von Wildtieren aus dem Alpenraum. Wo: Weiherburggasse 37a, 6020 Innsbruck Wann: täglich 9–18 Uhr Wie viel: Erw. € 12,–, Kinder (6–15) € 6,–, Kinder (4–5) € 2,50 www.alpenzoo.at SALZBURG 4) Walderfahrungswelt am Wolfgangsee Ein besonderes Naturerlebnis: Auf 1 ha können Groß und Klein den Lebenskreislauf der Natur sowie das Baumvorkommen im Salzkammergut kennenlernen, auf der 6 Meter hohen Aussichtsplattform einen Blick auf den Grauerlenwald und den Zinkenbach werfen und den Moortümpel mit Steg erkunden.

Wo: Arboretum am Wolfgangsee, Abersee, 5340 St. Gilgen www.wolfgangsee.salzkammergut.at OBERÖSTERREICH 5) Graffiti-Kurs im Mural Harbor Hunderte Graffitis und Murals zieren den Linzer Handelshafen, die im Rahmen von moderierten Rundgängen besichtigt werden können. Kleine Künstler/-innen dürfen dabei sogar selbst kreativ werden und ihre Spuren mit der Sprühdose hinterlassen. Wo: Industriezeile 40, 4020 Linz Wann: bis 29.8., Fr 16–18:30 Uhr, Sa 15–17 Uhr Wie viel: Erw. € 20, –, Kinder (6–15) € 15, – (Anmeldung unter info@muralharbor.at) www.muralharbor.at STEIERMARK 6) WIKI Adventure Park Spaß und Abenteuer für die ganze Familie! Der Park beherbergt einen eigenen Kinderspielplatz und Motorikpark für die Kleinsten, Kids ab einer Körpergröße von 110 cm können in luftiger Höhe Parcours bezwingen. Wo: Hilmteichstraße 110, 8010 Graz Wann: Fr 14–18 Uhr, Sa, So, Ftg 10–18 Uhr, Sommerferien tägl. 10–18 Uhr Wie viel: Erw. € 22, –, Kinder (14–17) € 17,–, Kinder (11–13) € 15,–, Kinder (bis 10) €13, – www.w-a-p.at

7) Trampolinpark Jump 25 In Österreichs größtem Trampolinpark können kleine Actiontiger verschiedene Bereiche erkunden und durchlaufen – z.B. Freejump Area, Schnitzelgruben, Wallrunning-Trampoline, Basketball-Area, DodgeballArea, Airbag-Trampoline, High PerformanceTrampoline, Abenteuerpark ... Wo: Waldweg 6, 8401 Kalsdorf bei Graz Wann: Mo–So 9–21 Uhr Wie viel: Tagestickets ab € 8,– www.jump25.at KÄRNTEN 8) Naherholungsgebiet Kreuzbergl Der 517 Meter hohe Hausberg der Klagenfurter/-innen bietet Spiel und Erholung für die ganze Familie. Auf der Spielwiese mit Kreuzberglteich, Schaukeln, Klettertürmen und jeder Menge Platz zum Ballspielen können sich kleine Abenteurer so richtig austoben. Wo: Kreuzbergl, 9020 Klagenfurt www.klagenfurt.at/die-stadt/freizeit/ kreuzbergl.html 9) Mallnitzer Almabtrieb Tierisch geht es beim traditionellen Almabtrieb in Mallnitz zu! Kinder dürfen beim Schmücken und Zusammentreiben der Ponys, Schafe und Ziegen helfen, mit der

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© Artur Bodenstein

Ponykutsche fahren und ein buntes Rahmenprogramm mit Kinderschminken, Livemusik und Tombola erleben. Wo: Gemeindeamt 11, 9822 Mallnitz Wann: 19.9. ab 9 Uhr www.nationalpark-hohetauern.at BURGENLAND 10) Wakeboarden Burgenlands erste und bisher einzige Wakeboard-Anlage ermöglicht absolut sicheres Wakeboarden, rasante Runden mit dem Tube oder dem Kneeboard. Spezielle Kindercamps, Spielmöglichkeiten für die Kleinsten und jede Menge Schattenplätze inklusive. Wo: Wakeground, Augasse 42, 7013 Klingenbach Wann: Di–Do 15 Uhr bis Sonnenuntergang, Fr, Sa, So & Ftg 12:30 Uhr bis Sonnenuntergang Wie viel: ab € 20,– www.wakeground.at 11) Ferien mit Pauli Plapagei Bei der kunterbunten Ferien-Mal-Woche der Landesgalerie Burgenland erwartet Kids von

Wie viel: Erw. € 31,–, Kinder € 10,60 (Buchung unter info@noevog.at) www.waldviertelbahn.at/ erlebniswanderung-sonnseitn-alpaka-hof 6 bis 10 Jahren ein tolles Kreativprogramm mit liebevoller Rundumbetreuung. Nach den Mitmach-Führungen und Kreativ-Workshops wird viel gespielt, gelacht und die Ferien genossen. Mittagessen im Gasthaus, Eis essen, Getränke und alle Kreativ-Materialien sind im Preis inbegriffen. Wo: Landesgalerie Burgenland, Franz-Schubert-Platz 6, 7000 Eisenstadt Wann: 6.7.–10.7. 8–16:30 Uhr Wie viel: € 215,– pro Woche, Geschwisterkinder € 180,– (Anmeldung erforderlich!) www.landesgalerie-burgenland.at

WIEN 13) Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg Im Sterngarten am Georgenberg können auf knapp 1 ha der Sternenhimmel und der Jahresverlauf der Sonnenbahn beobachtet werden. Einblicke ins ganze Sonnensystem gibt der Planetenweg, 1 km nordwestlich, entlang der Tiergartenmauer. Taschenlampe, Sitzkissen und Fernglas selbst mitbringen! Wo: Hasenwartgasse 32, 1238 Wien www1.astroverein.at/sterngarten

NIEDERÖSTERREICH 12) Alpakaexpress Mit der Dampflok geht die Fahrt bis Abschlag, wo die Alpakas des Sonnseitn Alpakahofes bereits auf Streicheleinheiten warten. Nach einer kurzen Wanderung mit den kuscheligen Tieren gibt’s eine Jause inklusive Hofführung. Wo: Bahnhof Gmünd, Bahnhofsplatz, 3950 Gemeinde Gmünd Wann: 4.7. 13:15–18:50 Uhr

14) Naturlehrpfad Obere Lobau Der Naturlehrpfad Obere Lobau führt durch eines der schönsten Naherholungsgebiete Wiens und bietet spannende Einblicke für die ganze Familie. Eltern und Kids können entlang des Naturlehrpfades mit beschilderten Holzpflöcken markierte Stationen entdecken und so das Ökosystem Auwald kennenlernen. Wo: Saltenstraße, 1220 Wien www.wald.wien.at som m er 2020 |

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Pro und Kontra

PRO Von Tanja Haiden

Urlaub mit anderen Familien, das hört sich für mich wie ein Märchen aus einem fernen Land an. Letzte Weihnachten schmiedeten mein Mann und ich noch Pläne, dass ein Sommerurlaub nur mit unseren drei Kleinkindern eine wunderbare Option wäre, uns mal ganz auf die Stimmungen und Gefühle unserer Familie einzulassen. Dann kam dieses Virus! Während einige von unseren kinderlosen Freunden in ihren vier Wänden auf Selbsterfahrungstrip mit Yoga, Bücher lesen oder ausmisten nach Marie Kondo gingen, versuchten wir uns einfach nicht zu verlieren. Nicht falsch verstehen! Ich liebe meinen Mann, der auch mein bester Freund ist, und gemeinsam haben wir uns für drei wunderbare Kinder entschieden, für die wir sehr dankbar sind ... aber das Leben mit einem Trotzphasenkind von fast drei Jahren und Zwillingen mit eineinhalb, quasi eingesperrt, jeder Aktivität beraubt, hat bei uns nach Woche 4 gänzlich die Batterien geleert. Ja natürlich war es auch schön, aber hauptsächlich war es anstrengend. Wir sind ein aktives Elternpaar, eingebettet in einen großen Freundeskreis, und genau das hat uns furchtbar gefehlt. Wir konnten keine Ausflüge machen, nicht gemeinsam sitzen, quatschen und die Kinder beim Spielen beobachten. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Unser Dorf war weg! Auch unsere Kinder merkten den Unterschied, denn bei Begegnungen mit Freunden bei unseren Spaziergängen gab es keine fröhlichen Umarmungen, sondern Winken aus „der Ferne“. Es gab viel Videotelefonie und noch mehr Hürdenläufe um die Lieblingsspielplätze. Jetzt erscheint mir ein Urlaub mit anderen Familien wie der beste Jackpot. Wie schön wäre es, ohne auf sämtliche Hygienevorschriften und Distanzregeln achten zu müssen, ungezwungene Tage verbringen zu können. Während unsere Kinder im Kinderbecken pritscheln, daneben mit meiner besten Freundin über banale Dinge ratschen. Unseren Männern zuwinken, die sich am neuen Kindersportgerät ausprobieren müssen. Imposante Gatschburgen bauen, gegenseitig Eis probieren und darüber philosophieren, wer die beste Auswahl getroffen hat oder einfach dem Kinderlärm lauschen. Sich bedienen lassen, gutes Essen serviert bekommen und sich keine Gedanken um den nächsten Einkauf machen. Einfach weg von den eigenen vier Wänden! Ach, mir würde so viel einfallen. Aber zurück zu letzte Weihnachten und unseren Plänen. Im Jänner hatten wir tatsächlich unseren Familienurlaub für Mitte August gebucht, und dank Corona kennen wir alle Stimmungen und Gefühle, die uns erwarten könnten. So gesehen waren wir auch auf einem Selbsterfahrungstrip.

© Mary Evans / John Maclellan

Urlaub mit anderen Familien

KONTRA Von Peter Draxl

Sind wir doch einmal ehrlich. Macht ein Urlaub mit Kind denn so richtig Spaß? Macht ein Urlaub mit einem pubertierenden, kleinen Menschen (ab 8 pubertieren sie durchgehend bis Ende 20 … angeblich) gemeinsam mit anderen Pubertierenden, unter vielen anderen Pubertierenden, sagen wir in einem Club, denn wirklich, wahrhaftig so richtig Spaß? Na gut, während sich die Erwachsenen von Poolbar zu Poolbar hanteln und am Abend dann so richtig an der Bar zulangen, um sich durch einen 14-tägigen Dauerrausch den Urlaub erträglich zu saufen, kann man die Kids schon alleine „spielen“ lassen – oder was die auch immer treiben. Vielleicht frönen sie ja auch im zarten Alter schon dem Alkoholgenusse, um ihrerseits den Urlaub mit den Erwachsenen durchzustehen … Ich sage: Spaß macht das nicht! Klar können sich die Kinder dann mit anderen Kindern alleine beschäftigen, aber tun sie das wirklich? Nein, sie ziehen einen rein in einen Strudel aus Kinderlärm und Kinderspielen und ziehen eine Horde von anderen lärmenden, kleinen Gestalten an, die nur ein Ziel verfolgen: ein Maximum an Chaos zu verbreiten, damit der Urlaub das Gegenteil von erholsam wird. Im Rudel treten sie auf und ziehen eine Schneise der Vernichtung hinter sich her, vernichten Ruhe, Stille, Einklang, Entspannung und Erholung. Treiben einen in den Konsum legaler Substanzen, die einem das Abschalten mit Gewalt ermöglichen. Was hab ich davon, wenn ich butterweich am Strand liege, mit einer Halben in der Hand, und mir mitleidig mit dem anderen Vater auf der Liege zuproste? Nichts. Rein gar nichts. Die andere Familie wird zu Leidensgenossen. Und erst die Abstimmung gemeinsamer Aktivitäten! Es wird zu einer Hölle aus Vorschlägen, Befindlichkeiten, Jas und Neins, den Kindern passt sowieso nichts, die Erwachsenen haben auch so ihre unterschiedlichen Ansichten, die sie lautstark kundtun. Einmal erlebt, brauch ich nie wieder. Ich erinnere mich an die Schreckensszenarien bei einem „gemütlichen“ Abendessen in einem Restaurant abseits des Clubgeländes, bei Einheimischen, die gut kochten und der Stille und dem Genuss huldigten. Es war ein Massaker. Drei schreiende Kinder – denn gemeinsam sind sie stark und noch stärker – haben eine Terrasse mit Meerblick eines schnuckeligen Restaurants in ein Kriegsgebiet verwandelt. Und die Väter? Haben sich an den Hopfenkaltschalen bedient, um die keifenden Mütter und die tobenden Kinder nicht mehr wahrnehmen zu müssen. Es war ein Desaster. Also ich für meinen Teil bevorzuge Ruhe, Stille und Erholung. Das geht am besten OHNE andere Familie, OHNE Club und überhaupt ohne allem. Eine Almhütte tut’s auch oder ein einsamer Bungalow. Punkt.

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Schlaumeierei ES GIBT SO VIEL INTERESSANTES AUF UNSERER WELT! WILLST DU MEHR ÜBER VULKANE WISSEN, DANN MACH DICH HIER SCHLAU! Was spuckt ein Vulkan aus? Er spuckt Lava, Gase, Wasserdampf, Staub, Geröll und Vulkanasche aus.

Woher kommt der Name Vulkan? Der Name kommt von Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers.

Was ist Lava? Lava ist geschmolzenes Gestein.

Wie heiß ist Lava? Lava ist 1.350 °C heiß, wenn sie ausgestoßen wird.

Was wird aus erkalteter Lava? Erkaltete Lava wird wieder zu Gestein.

Weiß man, wann ein Vulkan ausbrechen wird? Wissenschaftler können es ungefähr vorhersagen. Seismografen sind Instrumente, die am Vulkan angebracht werden. Sie registrieren Erdbewegungen und zeichnen sie auf. Jede Bewegung oder Veränderung kann ein Hinweis für einen möglichen Ausbruch sein.

Was ist ein Bimsstein? Bimsstein ist Vulkangestein. Erwachsene entfernen damit gerne Hornhaut an den Füßen.

Forme einen Berg aus Sand.

Hebe einen Krater aus.

Stelle einen kleinen, mit Backpulver gefüllten Plastikbecher in den Krater.

Fülle einen zweiten Becher zu einem Drittel mit rot gefärbtem Wasser.

Fülle den Becher mit Essig auf.

Gieße nun das rote Essigwasser langsam in den Krater. Achtung, Vulkanausbruch!

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Hilf Robärt, die beiden Sudokus zu lösen. Beachte dabei folgende Regeln: Die Eis-Symbole beim Eis-Sudoku und die Zahlen beim Zahlen-Sudoku dürfen in jeder Zeile (waagrecht), in jeder Spalte (senkrecht) und in jedem der 4 Blöcke nur einmal vorkommen.

Verbinde mithilfe von Lineal und Stift die äußeren Punkte zu einer geschlossenen Form. Nun zeichne einige Verbindungslinien zwischen den Punkten. Male die entstandenen Flächen farbig an. Fertig ist dein Edelstein!

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Tipi – Magazin für die Familie Sommer/2020  

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