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Familienmagazin

kekse backen

Wi n ter 2019/2

Magazin für die Familie

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deine freunde

Drei Generationen und ein Hund

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Die coolste Kinderband über ihr neues Album

Über das Zusammenleben mit den Eltern und den Kids

Manuel Rubey

Konnichiwa, Japan!

Was wäre wenn

Geschichte einer Kindheit

Unterwegs mit dem Campervan

Philosophieren mit Kids

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winter 2019/20 tipi 33 eur 2,90

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Was hat die Mondlandung mit der Heilung von Krebs zu tun?

A M A N FA N G S TA N D E I N E V I S I O N . Unsere Vision: Im Jahr 2050 soll in Österreich kein Mensch mehr an Krebs sterben. In vielen Ländern der Welt ist Krebs inzwischen zur häufigsten Todesursache ­geworden. Doch die österreichische Krebsforschung erzielt bereits jetzt internationale Spitzen­leistungen, um dagegen anzukämpfen. Gemeinsam mit Ihrer Unterstützung ­können wir das Unmögliche möglich machen.

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E I N E I N I T I AT I V E D E S SALZBURG CANCER RESEARCH INSTITUTES

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Ihre Spende ist von der Steuer absetzbar. Bankverbindung: Salzburger Sparkasse | Empfänger: SCRI-LIMCR gemeinnützige GmbH | IBAN: AT69 2040 4011 0011 0056 | BIC: SBGSAT2SXXX Salzburg Cancer Research Institute (SCRI), Laboratory of Immunological and Molecular Cancer Research (SCRI-LIMCR) | SCRI – LIMCR gemeinnützige GmbH, 5020 Salzburg, Müllner Hauptstraße 48, E-Mail: office@wir-besiegen-krebs.at

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Editorial

© Joseph Mussil

Liebe Leserin, lieber Leser, unser Tipi-Covershooting führte uns diesmal ins Salzkammergut, direkt an den idyllischen Traunsee. Dort leben Isabella und Bernhard mit ihren zwei Söhnen und Isabellas Eltern – sowie Hündin Diva – in einem Mehrfamilienhaus. Wie sich das gemeinsame Leben von drei Generationen unter einem Dach gestaltet, erzählen sie ab Seite 14. Für viele Familien, die nicht (mehr) bei ihrer Verwandtschaft leben, bedeutet Weihnachtszeit Reisezeit. Allen gemeinsam: Es geht um das gemütliche Beisammensein mit den Liebsten und um die ersehnte Pause vom Alltag, egal, ob es nach Kärnten, in die Niederlande oder von den USA nach Wien geht (Seite 36). Weihnachten ist auch die Zeit, in der wir nicht nur an Geschenke (Tipps fürs Christkind ab Seite 96) oder ans Kekse backen (Rezepte ab Seite 72) denken, sondern auch an Menschen, denen es weniger gut geht. Im Rahmen der Dreikönigsaktion sind Jahr für Jahr die Sternsinger unterwegs, um Spenden für mehr als 500 Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika zu sammeln. In Zeiten des weihnachtlichen Konsums eine kleine Erinnerung daran, dass wir nicht allein auf der Welt sind ... (Seite 24). Im Namen der Redaktion wünsche ich eine entspannte Winterzeit, schöne Feiertage im Kreise der Liebsten und ein braves Christkind – auch für andere!

Kim Sztrakati, Chefredakteurin chefredaktion@tipimagazin.at Tipi kommt viermal jährlich gratis zu allen McDonald’s Family Club-Mitgliedern direkt nach Hause, zur freien Entnahme findet man Tipi in allen teilnehmenden McDonald’s Restaurants, in 35 ausgewählten Kinderhotels, in 300 Trafiken in Wien und Umgebung, bei 785 Frauen- und Kinderärzt(inn)en in ganz Österreich und in 200 Wiener Kindergärten. Anmeldung zum McDonald’s Family Club ganz einfach online hier: www.mcdonalds.at/familyclub

Die Tipi-Coverfamilie Wer wir sind: Isabella (34), Bernhard (37), der „Große“ (3,5) & der „Kleine“ (6 Monate), Golden-Retriever-Hündin Diva (13 Jahre) Woher wir kommen: aus dem wunderschönen Salzkammergut Was wir mögen: FAMILIENZEIT, die Natur – die Seen, die Berge, die Trails zum Hiken & Biken

Lust auf

ein Cover-

Fotoshooting mit der

ganzen Familie?

Wir suchen die nächste Tipi-Coverfamilie. Wenn ihr das sein wollt, schickt einfach ein Mail mit Kurzbeschreibung und Familienfoto an: cover@tipimagazin.at

Foto: UKO.media

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chste Das nä Tipi:

Inhalt

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© Simone Porteder (Illustration), Michaela Titz/www.littlebee.at, UKO.media, Niko Havranek, Heidrun Henke, Christian Anderl, immerbeginner, Lillagunga, Pexels, Freepik

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Drei Generationen und ein Hund: Zu Besuch bei Isabella, Bernhard, ihren Kids – und Diva, der Hundedame Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Chefredaktion: Kim Sztrakati Art-Direktion: Simone Porteder Text-Redaktion: Inez Ardelt, Peter Draxl, Manuela Fischer, Hans Peter Hasewend, Martina Hasewend, Heidrun Henke, Markus Höller, Tanja Holz, Susanne Holzer, Karoline Jirikowski, Alexander Kords, Sandra Prinz, Eva Schmelz, Susanne Sonnleitner, Michaela Titz, Eva Maria Wagner, Tanja Werdan, Peter Zirbs Assistentin der Redaktion: Natascha Holba Produktion: Hofeneder & Partner GmbH Fotos: UKO.media, Heidrun Henke, Michaela Titz, Verlage, Hersteller, Verleiher & weitere Fotografen Illustrationen: Artur Bodenstein, Simone Porteder Lektorat: Gudrun Likar Marketing und Mediaberatung: Michael Martinek Redaktion- und Mediaberatung: Natascha Holba, Daniela Ruff, Georg Peter, Simone Schnak Verlagsleitung & Vertrieb: Georg Peter Medieninhaber, Eigentümer und Verleger: PPH Media Verlag GmbH, Otto-Bauer-Gasse 6, 1060 Wien Tel.: +43/(0)1/235 13 66-800, Fax: +43/(0)1/235 13 66999, E-Mail: office@pph-media.at Offenlegung nach § 24 bzw. § 25 MedienG sowie Angaben gem. § 5 ECG: Medieninhaber: PPH Media Verlag GmbH, Sitz in Wien. Unternehmensgegenstand: Redaktion, Herstellung und Distribution von Magazinen, Zeitschriften, Kalendern und anderen Drucksorten, insbesondere des Familienmagazins „TIPI“ und des Film- und Musik-Magazins „DOT.magazine“. Geschäftsführung: Lorin Polak. PPH Media Verlag GmbH steht im Eigentum von Lorin Polak (100 %) mit Sitz in Wien. Tätigkeitsbereich PPH Media Verlag GmbH: Gegenstand des Unternehmens ist jedwede geschäftliche Tätigkeit im Zusammenhang mit Print- und digitalen Medien im Bereich zielgruppenorientiertem Jugend- und Familienformat, der Geschäftsbereich Business to Business, jedwede Tätigkeit einschließlich Marketing und Consulting im Bereich Medien und Werbewirtschaft. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig oder nützlich erscheinen. Blattlinie: Familienmagazin, Berichterstattung über familienorientierte Themen wie Gesellschaft, Psychologie, Mode, Wohnen, Essen, Gesundheit, Freizeit und Reisen.

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Editorial Mein Lieblings... Where Children Sleep Familienplauderei Urpeinlich, Papa! Wie sag ich’s meinem Kind Recht hast! Schauen, Spielen, Lesen ... Film-Highlights Basteltipp Abenteuerland Pro und Kontra

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Leben und wir

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Drei Generationen und ein Hund Die Tipi-Coverfamily lebt generationsübergreifend in einem Haus Geschichte einer Kindheit Manuel Rubey erinnert sich im Tipi-Interview an seine Kindheit Sternsingen gegen Armut Caspar, Melchior & Balthasar on Tour

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Leben mit Kindern in … Mexiko Familienleben in Zentralmexiko Winter ade, scheiden tut nicht weh Bekenntnisse einer WinterHasserin Driving Home for Christmas Weihnachtszeit = Reisezeit Könnte es die Welt auch nicht geben? Das ungeahnte Potenzial des Philosophierens mit Kindern PAW Patrol Live! Die Live-Show erstmals in Wien

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Mama & Baby

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Halte, trage, liebe mich! Warum es nicht egal ist, wie viel Nähe du deinem Baby gibst Schlafen wie ein Baby Wo und wie das Baby gemütlich schläft Gesundes Wachstum Ein Besuch im ungarischen MAM-Werk

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Inhalt

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Manuel Rubey erzählt in Tipi die Geschichte seiner Kindheit

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Mode & Pflege

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Welche Wolle wollen wir? Blick hinter die Kulissen der Wollproduktion Waldspaziergang Kindermode mit „Oh, wie süß!“-Faktor Me Time für Mama Wie die vier Wände zum Home Spa werden

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Essen und Gesundheit

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Rote-Nasen-Medizin 25 Jahre Humor im Krankenhaus

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mini Tipi Die Kinder-Besonder-Seite zum Heraustrennen 004_INHALT2019W_p.indd 5

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Erkältung, adieu! Wie man die Abwehrkräfte der Kinder stärkt In der Weihnachtsbäckerei ... Zauberhafte Keksideen Wenn der Rücken wehtut Rückenschmerzen bei Kindern

Freie Zeit

Gemeinsam Kultur erleben Kulturprogramm für Kinder ab 0 Jahren 82 Tägliche Turnstunde Spaß- und Turngeräte fürs Kinderzimmer 84 Karriere mit Games Wie man mit Games beruflich erfolgreich sein kann 96 Wünsch dir was! Tipps fürs Christkind 100 Deiner Freunde fünfter Streich Eine total unpeinliche Kinderband über ihr fünfte Album

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Wir sind weg

104 Roadtrip durch Japan Unterwegs mit dem Campervan 107 Skifahren mit dem Weltmeister Zu Besuch im Zauchenseehof 110 Wilde Hafenstadt und feinste Kulinarik Ein Trip nach Marseille

& schick

mach mit

ein!

Überall, wo du diesen Button siehst, kannst du Tipi aktiv mitgestalten. Als Dankeschön für jede Veröffentlichung gibt es kunterbunte Geschenke.

Noch mehr Tipi gibt es auf www.facebook.com/TIPI.Familienmagazin oder bei Instagram: @tipimagazin

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Meine Lieblings...

& schick

mach mit

KINDER STELLEN VOR

ein!

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Sophie

© Privat

9 Jahre * Sa * lzburg

Meine Lieblings… Rodelwiese

» ... liegt direkt neben unserem Haus. Sobald der erste Schnee liegt, schnapp ich mir meinen roten Bob und düse die Wiese hinunter. Je schneller, desto besser! Und am liebsten rodel ich verkehrt. Manchmal wird mir dabei ganz schön schwindelig :-) « 6 | w i n t er 2019 /20

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Tipi-Premiere und

präsentieren

Latte Igel und der magische Wasserstein

Kino

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Dann sendet uns ein E-Mail mit der benötigten Ticketanzahl an kino@tipimagazin.at und erlebt den Animations-Hit LATTE IGEL im Kino. Die Ticketvergabe erfolgt nach Verfügbarkeit. Wer exklusiv dabei ist, bekommt bis spätestens Mittwoch, 4. Dezember 2019 eine Bestätigung per E-Mail. Wer beim Gewinnspiel diesmal keine Karten ergattern konnte, aber auf jeden Fall dabei sein möchte, hat als Mastercard-Kunde noch die Möglichkeit, unter priceless.com weitere Premieren-Packages zu einem tollen Preis zu erwerben – inklusive Blick hinter die Kulissen, Moderation auf der Bühne und tollen Goodie-Bags.

Wann: Sonntag, 8. Dezem ber 2019 Kar tenabholung: 11 Uhr Filmbeg inn: 12 Uhr Wo: Village Cinema Wien Mit te, Landst raßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien

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Where Children Sleep

Erlen, 14 Jahre, Brasilien Aus dem Fotoprojekt „Where Children Sleep“ von James Mollison

Erlen ist 14 Jahre alt und bereits zum dritten Mal schwanger. Sie lebt in einer kleinen Hütte in einer „Favela“, einem Armenviertel in Rio de Janeiro. Normalerweise schläft sie auf dem Boden, doch für die letzten Schwangerschaftswochen hat Erlens Mutter ihr das Bett überlassen. Zum ersten Mal schwanger war Erlen mit 12; damals wurde ihr Baby tot geboren.

Ein Jahr später verlor sie ihr zweites Kind kurz nach der Geburt. Jetzt hofft Erlen, dass ihr drittes Baby überlebt. Sie wird es alleine großziehen und die Schule dafür abbrechen – ihr Berufswunsch Tierärztin rückt damit in weite Ferne. Teenager-Schwangerschaften sind in Brasilien keine Seltenheit: Fast 20 % aller Schwangeren sind unter 20 Jahre.

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© James Mollison

Where Children Sleep

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Familien

Familienplauderei

PLAUDE R 1. 2.

Nicole (34) Stefan (36) Fynn (31/2) Aus Oberösterreich

Familie Ahammer

Familie Duron

Miriam (40) Mike (42) Lucy (51/2) Ellie (21/2) Aus Wien

Daniela (36) Rudi (40) Elena Viktoria (7) Bauchzwerg aus Vorarlberg Familie Berchtold/Pintl

Melanie (34) Karl (36) Jakob (7) Jonathan (5) Julian (2) aus Oberösterreich

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Darüber wird gerade diskutiert

SchinkenSpargel-Röllchen mit Kürbiskernöl & Käse überbacken

Unser Hausumbau nächstes Jahr

Truthahn, weil Mike Amerikaner ist und es in seiner Familie Tradition ist ...

Mit welcher Farbe wir das Zimmer von Lucy und Ellie ausmalen werden

Thunfisch/Eibrötchen zur Vorspeise, dann Geschnetzeltes mit Süßkartoffeln & Salaten, als Dessert gibt’s ein leckeres Eis mit Obst.

Über die neue Wohnungseinteilung, da wir bald Nachwuchs erwarten

Familie W irlei tner

Michael (31) Bettina (33) Marie (2) Aus Wien

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Das essen wir zu Weihnachten

Kalte Platte mit Wurst, Schinken, Käse, Fisch, jeder Menge Aufstriche und Gebäck. Die WaldfrüchteBowle darf nicht fehlen. Und natürlich Kekse und Lebkuchen!

Gebratener Lachs mit Ofenkartoffeln und Salat

samer Ob ein gemein auser Adventkalend des je reicht oder nen ge ei Kind einen t ch brau

Schlafenszeiten

Familie Lehr ne r

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& schic

mach mit

Das Highlight des bisherigen Jahres

Da haben wir herzlich gelacht

5. Das wollen die Kinder einmal werden

ein!

k

udern? Wollt ihr mit uns pla : an o Fot t mi E-Mail .at plauderei@tipimagazin

6. Das nehmen wir uns für 2020 vor

Als Fynn statt eines 2. Kinderzimmers ein Zimmer für Oma & Opa eingeplant hat

Derzeit: Bootsbauer wie Papa

Unser gemeinsamer Urlaub in Irland

Als Lucy einen Witz erzählte, den sie sich selber ausgedacht hat

thonll Mara Lucy wi n, n werde läuferi n. i rinzess Ellie P

In eine größere Wohnung umsiedeln

Schwangerschaft: Wir erwarten bald unser 2. Mädchen.

Über diesen Witz: Sohn: „Papa, mir ist in letzter Zeit immer soooo kalt ...“ Papa: „Kein Problem, Sohn, stell dich in die Ecke, dort hat es immer 90 Grad.“

Elena möchte einmal Zahnärztin werden.

Viel Zeit mit der Familie verbringen

Der super Kindergarten-Start

Der gewonnene Urlaub im LeadingFamily-Resort Dachsteinkönig.

Sommerurlaub in Tirol

Wenn Jakob Witze erzählt, Jonathan beim Murmeln hüpft und Julian Batman spielt

Über Maries Gesangskünste

Jakob: Busfahrer (seit er 2 Jahre alt ist) Jonathan: irgendetwas Sportliches Julian: Unterwasserforscher (er liebt Fische, Haie und alles, was sich im Wasser bewegt :)))

Das steht noch in den Sternen.

Ein Familienfestival besuchen

weniger St ress weniger St reit mehr genie ßen

Mehr Gelassenheit :)))

© Privat (5)

E REI 3. 4.

Reden, erzählen, sich besser verstehen und gemeinsam lachen.

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Leben und wir Drei Generationen und ein Hund • Manuel Rubey • Urpeinlich, Papa!• Sternsingen • Leben mit Kindern in … Mexiko • Winter ade • Recht hast! • Driving Home for Christmas • mach Philosophieren mit Kindern mit

&

Fröh-hö-liche Weihnacht!

nachten Was wir mit Weih verbinden: 33 % Familie 18 % Kekse 18 % Geschenke 16 % Einkaufsstress 15 % it Besinnlichke 8

Quelle: IMAS 201

Total verdreht Das neue Plakat Zungenbrecher des Fachverlags UNSERE KINDER eignet sich für den pädagogischen Einsatz ebenso wie fürs Kinderzimmer. Die absurd-witzigen „Schnellsprecher“ laden dazu ein, eigene Sprüche zu erfinden und auf dem Plakat festzuhalten. Positiver Nebeneffekt: Mit dem Kauf wird das Caritas-Projekt „Kinderdorf Gomel – Hilfe für Kinder mit Beeinträchtigungen in Weißrussland“ unterstützt. Bis 15. Dezember versandkostenfrei (Gutscheincode: Weihnachten2019)! Um € 7,–. www.unserekinder.at/shop

Bewegungsfreiheit am Morgen So praktisch ein Schlafsack für Babys auch ist, sobald die Kleinen mobil werden, kann er die Bewegungsfreiheit ganz schön einschränken. Nicht so der Ergobaby Schlafsack On The Move: Im Schlaf hält er kuschelig warm; kaum ist das Kind wach, können die Füße durch die Öffnungen gesteckt und die Schrittlänge innen per Druckknopf verkürzt werden. Fertig ist der blitzschnelle Wechsel von Schlaf- und Kuschelzeit zur morgendlichen Spielstunde. Dank Zwei-Wege-Reißverschluss sowie dem Gurtschlitz ist auch das Windelwechseln sowie die Nutzung im Baby-Autositz möglich, ohne den Schlafsack komplett ausziehen zu müssen. Erhältlich in zwei Größen (M: 6–18 Monate; L: 18–36 Monate) und zwei Stoffgewichten (mittel & dick) um € 34,90. www.ergobaby.de Wir verlosen 3 Exemplare des „On The Move“ Schlummersacks von Ergobaby im Design „Stellar“ (Größe M, Stoffgewicht dick): Mail an gewinn@tipimagazin.at (Einsendeschluss: 31.01.2020) – viel Glück!

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Raiffeisen Bausparkasse Gesellschaft m. b. H., FN 116309v

© Paige Cody (1), Hersteller (6), Illustration: Freepik

gewi nn!


Mama & Baby

Alltagsbegleiter

Medieninhaber: Raiffeisen Bausparkasse Gesellschaft m. b. H., Mooslackengasse 12, 1190 Wien, Verlagsort: Wien

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Tagebuch mal anders: Eine Woche voller Glück wird nicht heimlich unter der Bettdecke befüllt, sondern in Begleitung eines erwachsenen „Tagebuchpartners“. Über 21 Wochen gibt es Woche für Woche kurze, kindgerechte und selbstreflektierende Fragen zu sieben glücksrelevanten Themen. Zauberhaftes Glückstagebuch für Kinder ab 6. Von Sonntagskinder, um € 24,90 bei www.haselundgretel.at

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Baden leicht gemacht Man muss wahrlich kein Origamikünstler sein, um die faltbare Badewanne von Stokke aufzubauen. Nur wenige Handgriffe – schon steht dem Badespaß von Kindern bis 4 Jahre nichts mehr im Wege. Und auch für die optimale Temperatur ist gesorgt: Der wärmeempfindliche Badewannenstöpsel ändert je nach Wassertemperatur seine Farbe. Maximaler Badespaß bei geringem Platz- und Wasserverbrauch! Flexi Bath um € 62,–. www.stokke.com

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Leben und wir

Drei Generationen und ein Hund

© UKO.media

Nicht weit weg vom wunderschönen Traunsee, inmitten von Feldern und Bauernhöfen, leben Isabella (34) und Bernhard (37) mit ihren beiden Kindern. Der „Große“ ist dreieinhalb; der „Kleine“ gerade mal sechs Monate. Das ist alles nicht sonderlich ungewöhnlich. Spannend hingegen ist, dass die Familie in einem großen Haus gemeinsam mit Isabellas Eltern wohnt. Das war natürlich nicht immer so, und es hat auch einiges an Arbeit gekostet, das Haus fit für drei Generationen zu machen. Da trifft es sich gut, dass sowohl Bernhard als auch Isabellas Papa begnadete Handwerker sind. „Von der Stange“ wird selten gekauft; lieber nützen sie die gemeinsamen kreativen Kräfte, die reichlich vorhanden sind. Dementsprechend liebevoll und schmuck sieht es aus. „Die beiden haben zusammen so wahnsinnig viel geschafft! An dieser Stelle ein großes Danke!“, streut Isabella ihrem Verlobten und ihrem Papa Rosen. Begonnen hat der Umbau bereits vor fast vier Jahren, als Isabella mit dem „Großen“ schwanger war – geplant war, direkt nach der Geburt in das fertig umgebaute Haus zu ziehen. Das hat auch ziemlich gut geklappt: „Es war großartig, was alles in der doch relativ kurzen Zeit geschafft wurde. Wir hatten grob alles soweit fertig, dass wir dann auch tatsächlich direkt von der Klinik zu dritt in unserem neuen – also meinem alten – Zuhause ankommen konnten. Wir hatten alles, was man braucht, wohnten aber trotzdem auf einer Baustel-

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Leben und wir

Was das Zuhause unserer Coverfamilie besonders macht: Unter einem Dach leben drei Generationen. Wie sich Isabella und Bernhard kennengelernt haben, was sie beim Zusammenleben mit ihren Eltern lernen mussten und was ihnen im Leben wichtig ist, haben sie uns für Tipi verraten. von peter zirbs le; also ohne unseren kleinen Zubau und ohne eigenen Eingang. Vieles war nur provisorisch“, erinnert sich Isabella an die Zeit nach ihrer ersten Schwangerschaft. In der Zeit nach der Geburt hatten dann das Kind und die Familie absoluten Vorrang – und daher wurden die ambitionierten Bauvorhaben vorerst hintangestellt. „Wir sind eigentlich bis heute noch nicht wirklich fertig, aber in den letzten dreieinhalb Jahren wurde Raum für Raum adaptiert“, verrät Isabella. „Was vorher noch provisorisch war, konnte aber mittlerweile größtenteils fertiggemacht werden. Gut Ding braucht manchmal eben tatsächlich Weile – auch in unserem Fall“, erklärt sie. Die Sache mit dem Regenbogen So ganz fertig ist ein Haus ohnehin nie; im Falle unserer Coverfamilie hat es aber einen triftigen Grund, warum die vielen tollen Pläne für das Haus noch längst nicht umgesetzt sind – und das ist die Zeit. Zeit, die Bernhard und Isabella momentan lieber mit ihren Kindern verbringen. Das haben die beiden aus den Belastungen der ersten Bauetappe gelernt. „Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du mit deinem Kind den Regenbogen betrachtest. Aber der Regenbogen – der wartet nicht“, erzählt Isabella von einem Schild, das in ihrer Küche hängt.

Und diese Sätze rufen sich die beiden immer wieder in Erinnerung. Die Familie hat also höchste Priorität. „Für unsere Kinder wünschen wir uns von Herzen, dass sie glücklich sind und den Weg gehen, der für sie richtig ist. Auch wenn er vielleicht manchmal eckig und steinig ist. Hauptsache gesund und glücklich!“, bringt es Isabella auf den Punkt. Für sie waren die Kinder auch der quasi letzte Schritt, um erwachsen zu werden; ihr kompletter Tagesablauf hat sich verändert und orientiert sich an den Bedürfnissen ihrer Kids. „Mental hätten wir beide nicht erwartet, dass die Geburt unserer Kinder so einschlägt. Man kann es gar nicht in Worte fassen. Es hat uns einfach voll erwischt! Unsere Kinder sind beide absolute Wunschkinder, und wir sind sehr stolz auf unsere kleine Familie“, ist ihr die Freude anzumerken. Für sie

Es herbstelt längst – natürlich auch bei Isabella, Bernhard und ihren beiden Kids. Eher gelassen nimmt es Diva, die mit 13 Jahren schon eine betagte Hundedame ist: Isabella hat sie in die Beziehung mitgebracht.

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Leben und wir

Mein Leben ohne Vater

© Adrian Batty (1), UKO.media (5)

von peter zirbs

Mit einem Drei-Generationen-Haus kann ich nicht aufwarten – dennoch habe ich zumindest zeitweilig unter einem Dach mit meiner Mutter, meiner Oma und meiner Urgroßmutter gewohnt – nämlich zu Besuch in der Wohnung meiner Oma in Penzing. Für mich kleinen Gsterml war das natürlich super, denn es war immer etwas los. Und wenn meine Mama und meine Oma gerade beruflich unabkömmlich waren, so war da immer noch die Urli, die mit mir unten am Wienfluss entlanggegangen ist oder mir meine geliebten mit Schokolade gefüllten Hohlhippen aus dem nahe gelegenen Zuckerlgeschäft spendiert hat. Es hatte also durchaus Vorteile, in einer Vier-Generationen-Wohnung zu wohnen – langweilig wurde es nur selten. Dafür fehlte eindeutig eine Rückzugsmöglichkeit. Das sage ich jetzt aus der Perspektive eines Erwachsenen. Als Kind hatte ich kein eigenes Zimmer und war daher das engere Zusammenleben gewohnt. Im Nachhinein ist es fast unglaublich, auf wie engem Raum Menschen noch in den 1970ern zusammengewohnt haben. Das wäre in der Gegenwart in den meisten Fällen unvorstellbar. Dafür habe ich die Ruhe ein paar Jahre später zu schätzen gelernt: Als klassisches Schlüsselkind verbrachte ich viel Zeit mit mir – ich habe es genossen. Und ich genieße es immer noch. Einen Hund habe ich mir, soweit ich mich erinnern kann, nie gewunschen, obwohl ich mich bis heute freue, wenn ich einen sehe. Ob das umgekehrt auch so ist, habe ich bislang nicht eruieren können. Es wäre ja damals auch praktisch unmöglich für mich gewesen, einen zu halten; alleine schon vom Platzangebot her. Dafür gab es dann in den 1980ern ein Streifenhörnchen meines Adoptivvaters, das zwar durchaus herzig war, aber leider auch penetrant gestunken hat. Und ob der winzige Käfig tatsächlich einer artgerechten Tierhaltung entsprochen hat, wage ich stark zu bezweifeln. Mein Lieblingshaustier kam, als ich acht Jahre alt war; es war aus Holz und Metall und ich liebe es bis heute: Es war ein Piano, das meine Mutter von einer Arbeitskollegin angeboten bekam. Es stinkt nicht, macht kaum Dreck und ist nur dann laut, wenn ich es will. Und dagegen allergisch bin ich auch nicht.

ist die Elternschaft das Schönste überhaupt und mit nichts zu vergleichen: „Es ist so wunderbar, den Kindern bei der Entwicklung und im Alltag zuzuschauen. Das sind ganz besondere Momente, wenn sie sich freuen, strahlen, glücklich sind und lachen!“ Über das Leben unter einem Dach Baugründe in der Gegend ihrer Heimat sind nahezu unleistbar, und in eine andere Gegend wollten sie nicht ziehen. Da bot es sich an, das an sich schon große Haus ihrer Eltern zu adaptieren, um gemeinsam mit ihnen zu wohnen. Zum Glück übt die Umgebung auch auf Bernhard einen großen Reiz aus: Er liebt Sport, macht Skitouren und geht bergsteigen; beide gehen gern biken – und da gibt es noch einiges, was die beiden gemeinsam erleben wollen. Klar, in den letzten vier Jahren sind solche Aktivitäten rarer geworden. Aber auch das wird sich wieder ändern, und das Paar freut sich auch schon sehr darauf. Aber wie ist es nun, das gemeinsame Leben von drei Generationen unter einem Dach? „Es hat, wie alles andere auch, natürlich viele Vorteile, aber auch ein paar Nachteile“, meint Isabella. „Es ist ein Riesenvorteil, wenn Oma, Opa und Kinder im selben Haus wohnen. Sie verbringen sehr gerne Zeit miteinander; unser Großer liebt seine Großeltern und umgekehrt genauso. Unseren Kleinen natürlich auch, aber der verbringt gerade noch die meiste Zeit bei mir.“ Bernhard ist selbst in einem Haus mit drei Generationen aufgewachsen und erinnert sich gerne daran: „Ich bin der Ansicht, die Kinder profitieren davon. Ich habe zum Beispiel gerne meinem Opa in der Werkstatt zugeschaut und geholfen“, schildert er. „Unsere Kinder können besonders auch von Isabellas Papa sehr viel lernen; er ist handwerklich ein echter Profi und Allrounder. Er ist der MacGyver bei uns in der Familie!“ Durch den Umzug in Isabellas

Heimat muss Bernhard allerdings größere Distanzen zu seiner Familie und zu seinen Freunden in Kauf nehmen: „Das ist natürlich nicht ideal. Wir hatten uns zwar vorgenommen, regelmäßig und auch häufig zu Besuch zu kommen, aber Theorie und Praxis liegen eben manchmal weit auseinander. Wir sehen uns leider viel zu selten! Dafür hören und schreiben wir uns recht viel“, gibt er offen zu. Zu Problemen im generationsübergreifenden Zusammenleben kann es vor allem dann kommen, wenn Grenzen nicht klar gezogen werden. Das mussten alle Beteiligten anfangs erst lernen: „Als wir den eigenen abgetrennten Eingang noch nicht hatten, war es oft ein bisschen schwierig. Wir waren gerade Eltern geworden, meine Eltern frischgebackene Großeltern. Eine völlig neue Situation und Umstellung für alle, an die man sich erst gewöhnen musste und eine große Veränderung, die man nicht über Nacht verstehen kann. Das bedeutet eine Lernphase über längere Zeit, denn jeder von uns musste seine neue Rolle erst mal finden. Es hat also einige Zeit gedauert, bis wir uns alle an die neue Wohnsituation angepasst haben. Denn drei Generationen bedeutet auch, mit dem teils ganz unterschiedlichen Denken, anderen Vorstellungen, anderen Prioritäten und anderen Tagesabläufen aller Beteiligten umgehen zu können“, stellt Isabella fest. Doch mittlerweile hat sich alles gut eingependelt; ihre Eltern sind zum Glück recht modern geprägt und können daher auch andere Ansichten gut akzeptieren. Das war anfangs nicht ganz reibungsfrei – denn schließlich haben die Eltern zuvor ein paar Jahre alleine gewohnt. Jetzt sind alle happy, fühlen sich wohl, helfen einander und unterstützen sich gegenseitig. Besonders wichtig sind natürlich ein gegenseitiger respektvoller Umgang, Rücksichtnahme, klare Worte sowie Freiraum für alle Familienmitglieder.

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Leben und wir So gab es anfangs durchaus Situationen, in denen Missverständnisse entstanden. Nun kennt man sich viel besser und kann dementsprechend auch viel besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen. Und noch etwas war sehr, sehr wichtig, um das Zusammenleben friktionsfreier zu gestalten: nämlich ein eigener Eingang und abgetrennte Bereiche. „Wir haben uns entgegen vieler gut gemeinter Ratschläge gegen eine Verbindungstür entschieden. Allerdings haben wir uns die Option offen gelassen, nachträglich mit wenigen Umbauarbeiten eine Tür einzusetzen. Denn jeder braucht seine Privatsphäre und eine Rückzugsmöglichkeit. Unserer Meinung nach wäre das mit einer Verbindungstür nicht gegeben – und auch mit den Kindern können wir die Oma- und Opa-Zeiten auf diese Weise viel besser regeln. So klappt das richtig gut!“, erklärt Isabella. Ein Aspekt ist ebenfalls nicht unwichtig im Haus der drei Generationen – und das ist der Umgang mit dem Älterwerden. Vor kurzer Zeit hat Isabella ihre über viele Jahre allein wohnende Oma verloren. Natürlich kann man den Tod nicht verhindern, aber man kann unter Umständen Notfälle wie etwa Schlaganfälle schneller bemerken. Und man kann die Hilfe und Pflege erleichtern: „Natürlich möchte auch ich meinen Eltern, sofern sie mal Hilfe benötigen, solang wie möglich den Weg ins Heim ersparen. Und ich denke, da wir zusammen in einem Haus wohnen, lässt sich auch die Umsetzung leichter bewältigen. Einkäufe, „Kontrollbesuche“, Arztbesuche und Unterstützung gestalten sich so sicherlich viel einfacher. So, wie es bei meiner Oma war, hat man gesehen, dass trotz der Besuche etwas passieren kann, sobald man bei der Tür hinaus ist“, gibt Isabella zu bedenken. Eine ganz persönliche Liebesgeschichte Doch zurück zum jungen Glück: Weil wir neugierig sind, wollten wir natürlich wissen, wie sich Isabella und Bernhard kennengelernt haben. „Danke, Parship“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Sie sind der Überzeugung, dass es schon sehr viel Zufall gebraucht hätte, damit sie sich ohne Hilfe des Internets kennengelernt hätten. Mit ein Grund für das von Beginn an harmonische Zusammenleben der beiden sind sicher die vielen gemeinsamen Interessen und Hobbys – und offenbar auch der Sinn für Romantik. Denn Bernhard hat anfangs durchaus einige Mühen auf sich genommen, um bei seiner Liebsten zu sein: Er wohnte rund eineinhalb Stunden entfernt, arbeitete zudem in Wien und Umgebung

Rundum glücklich: Gemeinsame sportliche Interessen zählen zu den Dingen, die das Paar verbindet. Auch wenn Vorhaben wie eine Alpenüberquerung mit dem Enduro-Bike wohl noch ein bisschen warten müssen, bis die Kids größer sind.

und hat daher fast täglich einen „Umweg“ von vier Stunden auf sich genommen. Das muss Liebe sein! Nahezu kitschig, aber dennoch wunderschön mutet diese Anekdote von ihrer Verlobung an. Sie zu erzählen, überlassen wir gerne Isabella – und es ist auch gleichzeitig das Schlusswort unserer Coverfamilie: „Für uns war doch schnell klar, dass wir zusammenbleiben möchten, also haben wir uns im darauffolgenden Sommer in unserem zweiwöchigen Urlaub auf Sardinien verlobt. Der Antrag war megaschön – am Surfboard im Meer bei Sonnenuntergang und mit einem

selbst gebastelten Ring! Wir waren damals fast alleine auf dem kleinen Strand, der zu einem schönen Restaurant gehörte, denn es war noch Vorsaison. Was dem Antrag noch das Tüpfelchen auf dem i gab, war eine kleine Handskizze des Barbesitzers: Er hat uns gezeichnet, als wir draußen am Wasser waren und ich gerade den Antrag bekommen habe. Das wusste der Barbesitzer natürlich nicht, aber er fand es offenbar sehr schön. Den Ring haben wir dann noch gemeinsam in der Hauptstadt Sardiniens ausgesucht!“ Und den selbst gebastelten Ring? Den hat Isabella immer noch. w i n t er 2019 /20 |

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» Ich habe zweimal versucht, auf ein Klassentreffen zu gehen – es war grauenvoll und mir ist es ganz schlecht dabei gegangen. « Manuel Rubey

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© Privat (1), Christian Anderl (1)

Leben und wir

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Interview

Leben und wir

Die Geschichte einer Kindheit

Manuel Rubey Er spielte in Filmen und Serien wie Falco, Echte Wiener, Braunschlag oder Borgia mit; er landete vor über zehn Jahren mit seiner Band Mondscheiner einen formidablen Hit – anlässlich der bevorstehenden Premiere seines ersten Soloprogramms ließen wir uns von ihm seine Kindheitsgeschichte erzählen. von peter zirbs Manuel, was ist das Allererste, an das du dich erinnern kannst? Manuel Rubey: Das sind der Plattenspieler, das Wohnzimmer und die Verkleidungskiste. Und dass ich sehr gerne am Topf gesessen bin. Wir haben die ersten Jahre in Wiener Neudorf gewohnt und hatten nur einen Holzofen. Der hat das ganze Haus geheizt, deshalb war es im Winter nur dort warm. Das ist tatsächlich das Erste, an das ich mich erinnern kann: die sehr heimelige Atmosphäre. Und sehr verraucht, weil alle getschickt haben. Insgesamt sehr turbulent und durcheinander; ein bisschen räudig, ein bisschen improvisiert – aber eben heimelig. Wie viele wart ihr? Ich bin der Älteste, es kamen dann noch zwei. Und nach der Trennung meiner Eltern hat mein Vater noch ein Kind bekommen – insgesamt sind wir also vier Geschwister. Mein Bruder ist zwei Jahre jünger als ich, vermutlich ist er mir deshalb am näher als die anderen. Sicher auch deshalb, weil wir am meisten Zeit miteinander verbracht haben. Ihr habt euch also gut verstanden? Na ja, es war nicht ganz friktionsfrei. Ich war nämlich ziemlich neidisch, weil er vieles besser konnte als ich. Und das, obwohl er jünger war. Das war natürlich doppelt bitter. Er konnte nämlich vor allem die Dinge gut, die für Jungs wichtig sind: Er war wahnsinnig gut in sportlichen Dingen; er war der bessere Fußballer, er war der bessere Badmintonspieler. Das habe ich oft nur durch rohe Gewalt kompensieren können. In der Teenagerzeit haben wir das dann endgültig ausdiskutiert, und längst verstehen wir uns richtig gut. Spielten deine Großeltern eine Rolle? Ja, sie waren sogar ziemlich prägend. Sie

damit begonnen, mein Leben ein bisschen ruhmreicher auszuschmücken, als es tatsächlich war – also G’schichtln gedruckt, um dazuzugehören.

Da lacht er noch, der kleine Manuel. Wie man am aktuellen Pressefoto (links) sieht, hat er dieses herzhafte Lachen bis heute nicht verlernt. Oder hat er da vielleicht etwas ausgeheckt?

hatten nämlich einen Fernseher und wir nicht. Eine Badewanne hatten wir in den ersten Jahren auch nicht, daher sind wir zur Oma baden gegangen. Das Prägendste war aber besagter Fernseher: So konnten wir ein wenig von dem aufholen, über das im Kindergarten gesprochen wurde. Knight Rider zum Beispiel. Hat sich diese Unkenntnis damaliger TVHighlights ausgewirkt? Es war ein Riesenproblem, dass ich vieles nicht kannte. Ich habe dann aus der Verzweiflung heraus, der Einzige zu sein, der sich nicht auskennt, einfach behauptet, ich hätte es gesehen. Das hat mich in furchtbare Situationen hineinschlittern lassen. Hast du da das Improvisieren gelernt? Ja, wahrscheinlich. Es war furchtbar. Man muss da so aufpassen: Die Lüge ist halt immer komplexer als die Wahrheit. Ich hab ja nicht mal gewusst, wie der ausschaut, der Knight Rider! Ich glaube, damals habe ich

Vom Kindergarten in die Volksschule: Was sind da deine Erinnerungen daran? Dazu muss ich gleich anmerken: Ich war 12 Jahre in der Waldorfschule in Mauer. Das war damals schon etwas relativ Neues, denn so viele alternative Schulformen gab es nicht. Insofern auch interessant, weil meine Eltern aus einem eher strengen Elternhaus kommen. Diesen Versuch, dieses Erbe zu durchbrechen, rechne ich ihnen wirklich hoch an. Sie haben sogar biologisch gekocht, obwohl sie gar nicht kochen konnten. Jedenfalls war ich dann 12 Jahre an dieser Schule, bin aber ambivalent. Maturiert nach dem 12. Jahr habe ich an der Hegelgasse. Wenn man so viele Jahre mit Mitschülern und dem Lehrkörper verbringt – das ist schon etwas Besonderes, oder? Das ist in der Tat außergewöhnlich, und das kann als Idee auch sehr gut sein. Viele gute Freunde meines Bruders stammen aus der Zeit. In meinem Fall hat das nicht so geklappt, weil ich irgendwann das Gefühl hatte, mich verändert zu haben. Das wird dann aber nicht mehr wahrgenommen. Diese stereotypen Bilder, die man voneinander hat, prägen sich dauerhaft ein. Ich habe zwei Mal versucht, auf ein Klassentreffen zu gehen – es war grauenvoll und mir ist es ganz schlecht dabei gegangen. Da kann man der Schule allerdings nur bedingt einen Vorwurf machen; das ist einfach die Konstellation der Menschen. Ich habe also mein Außenseitertum in der Schule weiter gepflegt, aber schon auch aus einer gewissen Arroganz heraus und als Selbstschutz. w i n t er 2019 /20 |

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© Privat (8)

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Gehen deine Kids auch auf eine Waldorfschule? Nein, die gehen auf öffentliche Schulen. Bei der Großen, die in die vierte Klasse Gymnasium geht, merke ich aber, wie entspannt die Schulzeit in Bezug auf Benotung war – bei mir gab es ja keine. Bei meiner Tochter spüre ich sehr stark, wie der Notendruck losgeht. Wenn ich jetzt zurückdenke an meinen notenlosen Unterricht, dann versöhnt mich das ein wenig mit meiner Schulzeit. Ich musste einfach weniger Angst haben. Allerdings haben mich im Schulbus andere Schüler schon komisch angeredet, eben weil es bei uns keine Noten gab. Da hab ich dann auch wieder Gschichtln erfunden – das hat sich offenbar durch mein Leben gezogen; jetzt, wo ich so darüber nachdenke. Wobei ja Geschichten erfinden auch eine Profession ist. Ja, natürlich. Ein Vorteil an der Waldorfschule war auch, dass Theater und Musik einen großen Schwerpunkt gebildet haben. Ich war immer in Theatergruppen und habe in der Schule schon eine Kabarettgruppe gegründet. Das hat einen großen Wert dort. Wie waren deine Beziehungen zu den Lehrerinnen und Lehrern? Ich war ein sehr ängstliches Kind, und daher war auch der Schuleintritt nicht einfach. In den ersten zwei Jahre kann ich mich an keinen Freund erinnern; in den Pausen stand ich immer bei meiner Lehrerin, einer ganz alten Dame. Die war sehr cool zu mir. Allerdings ist sie nach zwei Jahren in die

Verkleiden – oder weitergedacht in andere Rollen schlüpfen – war schon immer ein Thema in Manuels Leben. Dafür sorgte in frühester Kindheit die Kiste mit entsprechenden Kostümen; sie stand im Wohnzimmer und zählt zu den ersten Erinnerungen von Manuel. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder hingegen war der Sportlichere.

Schweiz gegangen, und ich war nächtelang wirklich verzweifelt. Dann folgte eine lange Zeit, in der ich mit den Lehrern viel im Clinch lag. Besonders stark in Erinnerung ist mir meine Deutschlehrerin der Oberstufe, die auch gleichzeitig unser Klassenvorstand war. Ich glaube, sie mochte mich einfach nicht. Sie hat aber eine Initialzündung ausgelöst: Ich hatte bis dahin große Angst, vor Menschen zu sprechen. Als ich 15 Jahre alt war, fand ein österreichweiter Jugendredewettbewerb statt, bei dem man einiges gewinnen konnte. Die erwähnte Deutschlehrerin schlug fünf mögliche Kandidaten aus unserer Klasse vor. Ich war natürlich nicht dabei – und das hat mich wahnsinnig gekränkt. Genau deshalb hab ich mich selbst bei diesem Wettbewerb eingeschrieben. Und ich habe ihn wienweit gewonnen! Das Verhältnis blieb aber immer komisch. Für meine Diplomarbeit habe ich mir sie ausgesucht; ich wollte einen Schritt auf sie zugehen, weil sie inhaltlich cool war. Nach drei Wochen haben wir entschieden, dass es einfach nicht klappt. Das gab’s vorher noch nie.

Physiklehrer. Er konnte mir diesen Themenkreis zwar auch nicht wirklich näherbringen, aber man fühlte, dass es insgesamt um etwas Größeres geht – und dass es wichtig ist, jungen Menschen Bildung zu vermitteln. Und meine Musiklehrerin war auch cool. Sie war die Erste, die gesagt hat, „jeder kann singen“, was mir total geholfen hat. Bis dahin dachte ich, dass ich das eben nicht kann. Und dann gibt’s noch den Herrn Dick, der nur für das Theater in der Schule gelebt hat und das glaube ich immer noch macht. Der hat wirklich inszeniert; mit ihm haben wir bis Mitternacht im Kellertheater an den Stücken gearbeitet und geraucht. Sartre, Camus und solche Sachen. Da haben wir es uns voll gegeben, und er war mittendrin. Das war super, und er war sehr prägend für meinen Beruf. Damit sind wir mitten in der Pubertät. Wie hat sich die manifestiert? Relativ spät; ich war in vielem ein ziemlicher Spätzünder. Am Schikurs beispielsweise haben wir drüber diskutiert, und alle haben behauptet, sie wären bereits geschlechtsreif. Das konnte ich bei mir allerdings noch nicht feststellen. Ich habe als Jugendlicher sehr viel Sport betrieben, also Tennis und Basketball gespielt – währenddessen haben alle anderen schon geraucht und getrunken. So kam es mir zumindest vor. Irgendwann dann waren wir mal auf einem Fest und haben diesen Adabei-Ribiselwein gesoffen. Und da habe ich quasi in einer

Welche Erinnerungen an den Lehrkörper hast du noch? Da gab es einen wirklich tollen Mathe- und

END L I CH S OLO 40 Jahre musste Manuel Rubey alt werden, bis er sein erstes Soloprogramm Goldfisch auf die Bühne brachte. Oder bringen wird, denn die Premiere findet am 9. Jänner 2020 im Stadtsaal in Wien statt. Worum es gehen wird? Um Prokrastination beispielsweise. Und um die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs – die liegt nämlich bei 11 Sekunden; also gerade mal so lang, um diese Ankündigung für Manuel Rubeys Soloprogramm lesen zu können. Merken sollte man sich’s halt auch noch. www.manuelrubey.com

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AARON KISSIOV

Nacht alles zusammen kennengelernt. Ich war besoffen und bekifft, hab dann aber nach furchtbaren Kopfschmerzen und mehrmaligem Erbrechen erst recht Lust gehabt, es weiter auszuprobieren. Mit dem Sport habe ich bald aufgehört; beides geht einfach nicht. Und dann kam ja auch schon Nirvana. Kurt Cobain war für mich Gott. Auch weil er kein klassisches Männerstereotyp verkörperte, sondern eher androgyn daherkam. So richtig rebelliert gegen das Elternhaus habe ich allerdings nicht – weil es war ja eigentlich eh alles okay.

JOHANNA SCHRAML

SONJA GERHARDT

ARSSENI BULTMANN

AXEL STEIN

CHRISTIAN RICKLeben und wir BERKEL KAVANIAN

WALDEMAR KOBUS

SOWIE ALS GAST

JULIA KOSCHITZ

Zum Abschluss das vielleicht Spannendste: Wie hat das bei dir mit der ersten Liebe ausgeschaut? Ich habe bereits im Kindergarten eine große Liebe gehabt, die ich eigentlich heiraten wollte. Ich war mir sicher, dass es passt und für immer so bleiben wird. Dann gab’s eine noch unkörperliche Liebe knapp vor der Pubertät. Da hat man sich das alles noch so übermittelt: Mein Freund ist zu ihrer Freundin gegangen und hat gefragt, ob sie mit mir gehen mag. Wir waren dann eigentlich ein Jahr zusammen, ohne dads irgendwas passiert ist. Wir haben nicht einmal geschmust. Furchtbar eigentlich. Und dann kam durch den Einfluss von Drogen recht schnell die Sexualität ins Spiel; da hab ich dann einiges ausprobiert. So richtig geknallt hat’s aber, als wir mit der Schule einen Ausflug nach Slowenien unternommen haben. Ich hab am Campingplatz Gitarre gespielt, und da war ein Mädchen mit einer wahnsinnig tiefen Stimme. Ich habe mit ihr die Nacht am Strand verbracht und dachte mir: Das ist jetzt endgültig die Richtige! Wir waren dann einige Zeit zusammen, aber es lief alles über Briefe und gelegentliche sauteure Telegramme. Und habt ihr euch auch real wiedergetroffen? Ich bin einige Male hingefahren und war sonst total monogam in dieser Zeit. Mir war klar: Wenn ich alt genug bin, ziehe ich dort hin und werde Deutschlehrer in Ljubljana. Ich bin damals völlig depressiv in der Ecke gesessen; enttäuscht, wenn der Postler schon wieder keinen Brief für mich gebracht hat. Wir waren quasi drei Jahre zusammen, haben uns aber nur fünf Mal gesehen. Ich glaube, sie hat es einfach nicht ganz geschafft, mir klarzumachen, dass es vorbei ist. Das habe ich dann erst später aus den Briefen rekonstruiert, dass sie eigentlich schon die längste Zeit diskret versucht hat, mir beizubringen, dass es da jetzt jemand anderen gibt. Sie wollte unsere Beziehung von flammender Leidenschaft in eine Brieffreundschaft übergehen lassen – mich hat das alles komplett fertiggemacht. Ich bin dann wirklich noch einmal hingefahren und hab mich wahnsinnig an meinem Leid ergötzt; habe stundenlang weinend auf diesen kommunistischen Bau gestarrt, in dem sie gewohnt hat, und schlechte Songs voller Selbstergriffenheit komponiert. Erst später kam sie dann: eine richtig greifbare und schöne Beziehung.

AB 24. JÄNNER IM KINO

Dass es Manuel trotz Blockflötenunterricht (linke Seite) geschafft hat, nicht nur an Musik interessiert zu bleiben, sondern sogar mit seiner Band Mondscheiner erfolgreich zu sein, dürfte wohl seiner selbstkonstatierten Sturheit geschuldet sein. Das Posen beherrschte er schon damals aus dem Effeff.

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© Privat

Leben und wir

Urpeinlich, Papa! Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf. Mir leider nicht. Einen Weihnachtsbaum gemeinsam zu besorgen, macht doch Spaß. Wenn aber die Transportlogistik aussetzt und das Hirn des Herrn Vaters vorrausschauend arbeitet wie das eines Goldfisches, wird’s interessant. von peter draxl Weihnachten. Die Zeit der Liebe, der Freude, der inneren Einkehr, der Ruhe, der Besinnung. Die Zeit, in der alle Menschen friedlich aufeinander zugehen, sich auf der Straße umarmen und sich ewiges Glück, Liebe und Reichtum wünschen. So könnte es doch auch sein, nicht? In Wahrheit ist es aber die Zeit des völligen Irrsinns, mit Menschenschlangen in den Einkaufsmeilen, einem Aggressionspotenzial in der Luft wie im Trainingscamp der Marines, und eingekauft wird – vorsorglich –, als stünde ein Atomkrieg bevor und man müsste seinen heimeligen Prepper-Bunker bis ins Jahr 2038 bestücken. Was aber sehr wohl Spaß macht, ist es, den Weihnachtsbaum gemeinsam zu besorgen. Denk ich mir, naiv wie ich bin. Also packe ich mein Töchterlein ein, um zum Baumdealer meines Vertrauens zu pilgern und mir die dort ausgestellten Nadelhölzer in Ruhe anzusehen. Das Wort Ruhe streichen wir gleich wieder, denn so wie ich sind auch noch ein paar Milliarden anderer Menschen am 23.12. auf den Gedanken gekommen, dass so ein Bäumlein im beheizten Wohnraum doch nicht schlecht wäre. Das Gerangel um die schönen Blautannen interessiert uns herzlich wenig, wir bewegen uns Richtung Fichtenwald, um einen kleinen, feinen Wipfel auszusuchen. „Der da gefällt mir!“ „Zu klein.“ „Und was ist mit dem da?“ „Zu groß.“ „Aber der hier jetzt, der ist perfekt.“ „Der ist doch urhässlich. Und mir ist kalt. Und fad.“ Kurz nachgedacht. Eigentlich ist es mir doch völlig sternschnuppe, ob dem

Kinderlein kommet der Baum jetzt gefällt oder nicht. Wenn er dann steht, geschmückt ist und „brennt“, ist die Welt ohnehin wieder in Ordnung. Ich suche mir also eine halbwegs erträgliche Fichte aus, schätze grob die Höhe, finde den Preis nicht übertrieben und winke dem in wattierten Jacken gepolsterten Baumverkäufer mit den überdimensional großen Arbeitshandschuhen zu. Mit schweren Stiefeln trottet er in unsere Richtung und meint: „Dea do?“ Ich bitte ihn höflichst darum, mir das Bäumchen in ein hölzernes Stehkreuz zu schlagen und gut zu vernetzen, damit er auch souverän in meine Karre passt. Wortlos erfüllt mir der Grobschlächtige meinen Wunsch, kassiert und lehnt mir den Baum an die Schulter. Mein geliebter Kleinmensch steht gelangweilt in der Gegend und tippt – man glaubt es kaum – auf ihrem Handtelefon herum. Das kurz aufgeflackerte Interesse an der Operation Weihnachtsbaum war in geschätzten 1,8 Sekunden verflogen. Ich vermelde frohen Mutes: „Fertig!“ und schleppe das benadelte und benetzte Ding mit dem hölzernen Standfuß Richtung Auto. Plötzlich flammt bei meiner Prinzessin jähes Interesse auf. Mit einem verschmitzten und doch auch leicht verächtlich angehauchten Grinser im Gesicht fragt sie keck: „Und wie kriegst du den jetzt ins Auto?“ Meine kurze Befriedigung über den erfolgreich erledigten Einkauf weicht einem großen Fragezeichen in meinem Kopf. Ausgezeichnete Frage. Ins Wohnzimmer passt er sicher, aber wie zur Hölle soll ich das Ding transportieren? Die Fragezeichen vermehren sich.

„Ich wart dann mal hier.“ Sprach’s und vertiefte sich wieder in die smarte Phonewelt. Kofferraum? Keine Chance. Rücksitze umlegen? Geht nicht. Irgendwie auf die Beifahrerseite reinlegen, Sitz ganz zurückschieben? Keine Chance. Trotz der Temperaturen deutlich unter Null stehen mir erste Schweißperlen auf der Stirn. Das darf doch jetzt aber bitte nicht … Ich passe mich schlagartig der vorherrschenden vorweihnachtlichen Aggression an, knalle den Beifahrersitz nach hinten, kurble die Seitenscheibe runter und prügle dieses Ungetüm aus dem Wald rückwärts schräg in den Wagen hinein. Das Holzkreuz ruht auf dem Rücksitz links, der Baum quert die Fahrkabine und hängt rechts vorne aus dem Seitenfenster raus. Mir doch egal. Passt, kann man so lassen, kann man so transportieren. Wird’s halt kalt beim Fahren. Ich ernte einen dezenten Lacher aus dem Hintergrund. „Das ist doch urpeinlich, Papa, ich setz mich da jetzt sicher nicht rein und fahr so nach Hause.“ Und ob du wirst. Sonst lass ich dich nämlich hier stehen, außerdem – auf dem Rücksitz links ist noch genug Platz, etwas Platz, ein wenig Platz, um einen kleinen Zwerg reinzupferchen. Ich sehe mir im Rückspiegel kurz das Kopfgeschüttle des kleinen Haufen Mensch an, der irgendwie ein wenig ärmlich zerdrückt neben unserem Holzfreund sitzt, und fahre los. Ja, es ist kalt. Ja, der Sch…baum ragt aus dem Seitenfenster. Ja, ich gestehe, Transportlogistik sieht anders aus. Nächstes Mal kaufe ich einen Vorhang, auf dem eine Tanne abgebildet ist, hänge den auf und nagle ein paar Eierlikörfläschchen drauf. Fertig.

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Wie sag ich’s meinem Kind:

Interview

Drogensucht Schwierige Themen – kinderleicht gemacht. Oder so leicht wie möglich. Diesmal in der Tipi-Serie: Drogensucht. Wie man das Kindern am besten erklärt, weiß Psychologin Jasmin Mandler. von markus höller

© Privat, Illustration: Julia Marschat

Wie kann man einem Kind den Begriff „Drogen“ am besten erklären? Auch im Hinblick auf Medikamente, die ja eigentlich als helfend wahrgenommen werden. Jasmin Mandler: Abhängig vom Alter des Kindes kann der Begriff „Drogen“ auf unterschiedliche Art und Weise erklärt werden. Wichtig erscheint es dabei, den Begriff in einen Gesamtkontext zu setzen. Also zu betonen, dass Drogen Substanzen sind, die – bei übermäßigem Gebrauch – abhängig machen. Abhängig sein bedeutet, mit etwas nicht oder nur sehr schwer aufhören zu können, obwohl man weiß, dass es nicht gesund für einen ist oder man dadurch wichtige Dinge vernachlässigt. Man kann auch „Sucht“ dazu sagen. Manche Drogen sind verboten, andere – wie z.B. Alkohol und Zigaretten – sind für Erwachsene erlaubt. Bei allem, was man tut und was man einnimmt, ist es wichtig zu wissen, wann es genug ist. Dies kann man Kindern auch mit einfachen Beispielen, die sie aus ihrer eigenen Lebenswelt kennen, erklären. Auch ein junges Kind versteht, dass es von zu viel Schokolade Bauchweh bekommt und es deswegen nicht zu viel davon essen sollte. Ebenso ist es mit Medikamenten: So wie eine Ärztin/ ein Arzt ein Medikament verschreibt, hilft es. Nimmt man mehr davon, kann es krank und/oder abhängig machen.

Versteht das Kind die Unterscheidung zwischen weichen und harten Drogen und ihren Auswirkungen? Kleine Kinder verstehen primär den Aspekt, dass unterschiedliche Drogen „stärker“ und „schwächer“ sind bzw. wirken. Je nachdem, wie stark eine Substanz wirkt, verliert der Mensch, der sie genommen hat, mehr oder weniger die Kontrolle über sich selbst. Bildlich gesprochen könnte man dem Kind erklären, dass jemand anderes – nämlich die Substanz, die Sucht – die Schaltzentrale oder das Kommando im Körper übernimmt. Soll man einem Kind gegenüber die Sucht als Krankheit oder als Fehlverhalten darstellen? Abhängigkeit bzw. Sucht ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen in Österreich. Sucht gilt – wie alle psychischen Erkrankungen – als eine Erkrankung und nicht als Fehlverhalten! Sucht als Fehlverhalten zu bezeichnen, belastet und stigmatisiert Erkrankte zusätzlich und verhindert – oft aus Scham –, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Kindern sollte daher vermittelt werden, dass Menschen an verschiedensten Dingen erkranken können: Schnupfen, Asthma, Fieber, aber eben auch Sucht oder Depression. Erkrankungen können kurz andauernd oder chronisch sein, stark oder schwach ausgeprägt, den Körper oder die Psyche betreffen. Manche Erkrankungen –

Mag.a Jasmin Mandler ist Klinische und Gesundheitspsychologin für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern. PÄPSY, Gumpendorfer Str. 139/Top 1.04, 1060 Wien, www.paepsy.at

oft auch Suchterkrankungen – werden mal stärker und mal schwächer, bleiben aber meist ein Leben lang bestehen. Wie kann man einen Entzug und die damit verbundenen Schwierigkeiten erklären? Entzug und die damit einhergehenden körperlichen und seelischen Schwierigkeiten lassen sich erklären, indem man betont, dass sich durch die häufige Einnahme von Substanzen oder auch durch das häufige Wiederholen von ein und derselben Sache (z.B. Computerspielen) der Mensch an diese Sache gewöhnt. Nimmt man dem Menschen dies weg, „wehrt“ sich der Körper oder Geist dagegen, weil er sich schon so daran gewöhnt hatte. Manchmal ist das so stark, dass es wichtig ist, einen Entzug im Krankenhaus zu machen (z.B. Alkohol), wo eine Ärztin/ein Arzt dabei ist und alles kontrolliert. Wichtig ist es, zu betonen, dass Entzugserscheinungen eine Zeit lang bestehen und dann wieder weg sind (wenn sich der Körper daran gewöhnt hat, dass etwas nicht mehr zugeführt wird). Soll man das gegebenenfalls schwierige Verhalten von Drogensüchtigen als abschreckendes Beispiel verwenden? Nein. Vielmehr sollte verdeutlicht werden, dass eine Substanz oder ein abhängig machendes Verhalten verschiedene Konsequenzen auf den Körper, die Seele und das Umfeld (die Familie, Freunde, Arbeitsumfeld etc.) haben können. Schädigende Folgeerscheinungen, wie etwa risikobereite Verhaltensweise zur Substanzbeschaffung, sollten der Sucht und nicht dem erkrankten Menschen zugeschrieben werden. Ein Menschenbild, das von Abhängigkeit Betroffene „als selbst schuld“ betitelt, verhindert mitunter, rechtzeitig professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Es ist wichtig, Kinder möglichst wertfrei über Risiken und Konsequenzen von potenziell abhängig machenden Substanzen und Verhaltensweisen aufzuklären. w i n t er 2019 /20 |

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Leben und wir

Interview

Sternsingen gegen Armut In Zeiten des Konsums und der weihnachtlichen Geschenkeflut erinnern die Sternsinger daran, dass wir nicht allein auf dieser Welt sind. von eva maria wagner Wenn Weihrauchduft in der kalten Winterluft liegt, dann sind bestimmt die Sternsinger unterwegs. In der Weihnachtszeit und rund um Neujahr klopfen sie an die Türen und bringen die Weihnachtsbotschaft zu den Bewohnern. Caspar, Melchior und Balthasar, so heißen die drei Weisen aus dem Morgenland, die uns alle Jahre wieder beehren. Dargestellt werden sie von engagierten Kindern, die auf ihrer Tour oft Wind und Kälte trotzen. Und da stehen sie nun, die kleinen Könige mit kalten Zehen und goldverzierten Umhängen und geben ihre Lieder und Verse zum Besten. Sie freuen sich über aufmerksames Zuhören, über die eine oder andere Nascherei, vor allem aber über großzügige Spenden. Denn das ist ihre Mission: Sie sammeln Geld für Menschen, denen es nicht so gut geht. Hilfe zur Selbsthilfe Die Dreikönigsaktion unterstützt mit den Spenden mehr als 500 Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Einige der Ziele: Bittere Armut soll bekämpft

werden, Straßenkindern soll geholfen werden und nachhaltige Wirtschaftsprojekte sollen auf den Weg gebracht werden. Dabei gilt das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das heißt, mehrjährige Initiativen, die von Organisationen vor Ort konzipiert werden, werden durch die Spenden gezielt gefördert. Slums in Nairobi Ein Beispielland für den Einsatz von Sternsingerspenden ist Kenia. „In den Slums von Nairobi leben die Menschen unter unwürdigen Bedingungen“, sagt Christian Herret von der Dreikönigsaktion im Tipi-Interview. An jeder Ecke mangelt es an Gesundheitsversorgung, Schulen und Arbeit. Tausende Kinder leben auf der Straße. Die Trinkwasserversorgung ist katastrophal. „Unvorstellbar, dass Kinder so aufwachsen müssen.“ Mit den Spenden werden unter anderem Schulen Die fleißigen Sternsinger besuchen jedes Haus und hinterlassen ihren Segenswunsch für das neue, kommende Jahr an den Türen.

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Leben und wir gebaut, Berufsausbildungen finanziert und Gesundheitszentren errichtet. „Sternsingen, das ist Hilfe getragen von Kindern“, sagt Christian Herret. Dazu braucht es aber Erwachsene, die dafür spenden, dass Armut und Ausbeutung überwunden werden können und dass Menschenrechte kompromisslos verteidigt werden. Und damit wir das nicht vergessen, erinnern uns die kleinen fleißigen Könige Jahr für Jahr daran.

Zahlen & Fakten • In 19 Ländern des globalen Südens kommen Sternsingerspenden zum Einsatz. • Über 200 Euro ersingt jedes Sternsingerkind bei seinem Einsatz. • Rund 500 Hilfsprojekte können pro Jahr finanziert werden. • In rund 3.000 österreichischen Pfarren sind die Sternsinger unterwegs. • 85.000 Sternsinger/-innen sind österreichweit unterwegs. • Gemeinsam umrunden sie auf ihrem Weg geschätzt 10 Mal die Erde. • Seit den Anfängen 1954 konnten die Sternsinger über 450 Millionen Euro ersingen. Quelle: Presseinfo der Sternsingeraktion 2020, www.sternsingen.at

„Ich wünsche mir viele offene Türen“

Christian Herr et ist seit über 20 Jahren als Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei der Dreikönigsaktion tätig. Auf eine ziemlich lange Karriere als Sternsinger kann er ebenfalls zurückblicken. www.dka.at

In den nächsten Wochen ziehen wieder Tausende Kinder in Österreich von Haus zu Haus. Was ist das Besondere an der Sternsingeraktion? Christian Herret: Das Einzigartige am Sternsingen ist, dass Kinder sich auf den Weg machen und einen alten Brauch mit Hilfe für Notleidende verknüpfen. Sternsingen bringt doppelten Segen: Die Heiligen Drei Könige besuchen jedes Haus, bringen die Weihnachtsbotschaft zur Tür und hinterlassen einen Segenswunsch für das neue Jahr. Die gesammelten Spenden werden wiederum zum Segen für notleidende Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sternsingen ist im wahrsten Sinne des Wortes „Hilfe getragen von Kindern“.

Die Sternsingeraktion macht auf Armut und Ungerechtigkeit in Afrika, Asien und Lateinamerika aufmerksam. Warum ist Kenia heuer ihr Beispielland geworden? Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, finanziert und begleitet jährlich rund 500 Hilfsprojekte. Eines dieser Länder ist Kenia. In den Slums der kenianischen Hauptstadt Nairobi leben über 2,5 Millionen Menschen auf engstem

© Toni Tropper (1), Tom Weilguny (1), Klaus Zeugner (1), DKA (1)

Lernen die mitwirkenden Kinder auch die Projekte kennen, die die Dreikönigsaktion unterstützt? Wie werden ihnen die Infos vermittelt?

Bei den Vorbereitungstreffen lernen angehende Königinnen und Könige nicht nur die Sprüche und Lieder, sondern sie erfahren auch, was mit dem Geld geschieht, das in der Sternsingerkassa landet. Es gibt eine Reihe von Bildungsmaterialien, Fotostorys und Filmen, mit denen unsere Sternsinger/ -innen kindgerecht in die Lebenswelt jener Menschen eintauchen können, für die sie einen Teil ihrer Weihnachtsferien opfern und für die sie um eine Spende bitten.

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© Klaus Zeugner (3), DKA (2)

Für Schulbildung, Berufsausbildung und Gesundheitsversorgung: In den Slums von Nairobi werden die Sternsingerspenden dringend gebraucht.

Raum ohne Trinkwasseranschluss, Toiletten und Müllabfuhr. Es mangelt an Gesundheitsversorgung, Schulen und Jobs. Wer hier strandet, findet nur schwer wieder einen Weg hinaus. Für hiesige Verhältnisse unvorstellbar, dass Kinder unter derartigen Bedingungen aufwachsen. Sie brauchen unsere Hilfe. Genau das passiert mit den Sternsingerspenden. Können Sie an einem aktuellen Beispiel aus Kenia erklären, wie die Hilfe vor Ort mit dem gespendeten Geld genau aussehen kann? Ein konkretes Beispiel für die „Hilfe unter gutem Stern“ sind die Straßenkinderprogramme unserer Partnerorganisationen vor Ort. In Nairobi leben 60.000 Kinder auf der Straße. Viele müssen betteln, Schuhe putzen oder Müll sammeln, um zu überleben. Diese Kinder erhalten Nahrung, Kleidung und fürsorgliche Betreuung. Darüber hinaus sorgt Sternsingen für Schul- und Berufsausbildung. Wenn du der Armut auf Dauer entkommen willst, musst du Lesen, Schreiben und Rechnen können. Die Partnerorganisationen der Dreikönigsaktion betreiben fünf Schulen, in denen über 6.000 Kinder unterrichtet werden. Auch das Sternsingen ist im SocialMedia-Zeitalter angekommen. Welche Angebote gibt es und wie können diese genutzt werden? Es gibt ein paar Sachen, auf die wir beim Sternsingen besonders stolz sind. Erstens auf die Message, die wir im Gepäck haben.

In Zeiten wie diesen ist die Weihnachtsbotschaft vom Frieden aktueller denn je. Und wer so eine Botschaft hat, muss alles dafür tun, dass sie gehört wird und auch bei den Kids ankommt. Mit dem Sternsinger-Rap „Listen to the Kings“ ist es gelungen, sie topmodern zu verpacken (www.dka.at/sternsingen/sternsingerrap). Und zweitens? Niemandem stehen so viele Türen offen wie den Sternsingern. Sternsingen kommt überall hin – ins abgelegenste Tal, ins letzte Stockwerk im Gemeindebau. In der heutigen Zeit sagt man: „Wir taggen jede Tür“ mit unserem Segen, hinterlassen mit dem CMB unser Zeichen. Und genau das ist auch das Motto unseres „Türtaggen-Advent-Kalenders“ auf Social Media. Vom 1. Dezember 2019 bis zum 6. Jänner 2020 öffnet sich jeden Tag ein virtuelles Türchen. Wir laden auf Facebook, Instagram und auf der Website www.sternsingen.at ein, mit uns zu gehen und gemeinsam hinter die verschiedensten Türen Österreichs und ihre Geschichten zu schauen. Ihr persönlicher Wunsch für die Sternsingeraktion 2020? Ich wünsche mir viele offene Türen und dahinter viele Menschen, die sich ein paar Minuten Zeit nehmen und den Einsatz der 85.000 Sternsingerkinder würdigen. Die kleinen Königinnen und Könige opfern selbstlos einen Teil ihrer Weihnachtsferien, um diesen Weihnachtsbrauch am Leben zu erhalten und um etwas Gutes für Menschen zu tun, die Tausende Kilometer weit weg leben und unsere Hilfe brauchen. Waren Sie als Kind selbst auch bei den Sternsingern? Ich kann auf eine ziemlich lange aktive Sternsingerkarriere zurückblicken. Als jüngstes von fünf Kindern war ich schon ab dem sechsten Lebensjahr mit meinen größeren Geschwistern unterwegs. Meine königliche Karriere habe ich dann aber nicht – wie meist üblich – als Jugendlicher an den Nagel gehängt. Ich wohne neben dem Flughafen Schwechat. Das Sternsingen dort ist ganz schön kräftezehrend. Deshalb kommen dort auch „ältere Semester“ zum Einsatz – und so war ich bis zum Alter von knapp 30 Jahren als Caspar, Melchior oder Balthasar Jahr für Jahr on Tour.

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Für uns ist Bildung kein Thema. … sondern selbstverständlich. Deshalb bieten wir zum Happy Meal stets auch ein spannendes, pädagogisch wertvolles Buch an. Mehr als 1 Million ausgegebene Bücher pro Jahr sorgen so dafür, dass Bildung einfach Spaß macht. Wir nennen das: Machhaltigkeit. Mehr unter www.machhaltigkeit.at

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Leben und wir

Leben mit Kindern in …

Mexiko Paradiesische Sandstrände und angenehme Temperaturen das ganze Jahr über sind nur zwei der vielen Vorzüge Mexikos.

Der Wirtschaftskrise vor zehn Jahren ist es zu verdanken, dass Stefan aus Oberösterreich in Mexiko eine zweite Heimat gefunden hat. Denn nach seinem Studium in Graz suchte er einen Job … und fand diesen bei einer deutschen Firma in Zentralmexiko. Stefan wagte den Neuanfang und fand sich bald darauf in einer Gesellschaft wieder, die vor allem eines kann: das Leben genießen und sich selbst nicht so ernst nehmen. von susanne sonnleitner

Es ging alles ganz schnell, als sich Stefan, heute 38, für Mexiko entschied. 2009 suchte der Maschinenbauer aus einem kleinen Dorf in Oberösterreich einen Job und wurde in der weiten Welt fündig. Nur eine Woche nach der Zusage packte er seine Koffer und flog nach Puebla in Zentralmexiko. Ganz neu war ihm das Land allerdings nicht. Bereits 2007 war Stefan für ein Praktikum nach Monterrey gekommen … und verliebte sich. Damals lernte er die Mexikanerin und Studentin Ruth kennen. Die Liebe hielt, auch als Stefan wieder nach Österreich zurückkehrte. Nun, zwei Jahre später, hatte ihn das Land wieder, und dieses Mal wollte er bleiben. Mit Ruth gemeinsam. „Das Leben in Mexiko ist schön, das Essen toll, und die Menschen sind offen und liebenswert. Die Mexikaner improvisieren gerne und machen viel Party“, bringt Stefan den Latino-Lifestyle auf den Punkt. Mexiko ist ein Land, in dem das Leben pulsiert. Hier wird getanzt, gesungen und an Geburtstagen traditionell die Piñata aufgeschlagen. Und zu Allerheiligen feiern die Menschen ein farbenprächtiges Volksfest. Auf dem Friedhof. Inzwischen ist Stefan mit seiner Familie umgezogen. Heute leben sie in Ramos Arizpe im nördlichen Bundesstaat Coahuila. Und sie sind nicht mehr zu zweit. Sohn Sebastian Nicolas ist vier, Tochter Mila Va-

lentina inzwischen zwei Jahre alt. Während Sebastian halbtags den nahe gelegenen Montessori-Kindergarten besucht, ist Mila noch zu Hause bei Mama Ruth. Doch im nächsten Jahr soll sich das ändern. Wenn Mila im April 2020 mit dem Kindergarten beginnt, möchte die 36-jährige Grafikdesignerin wieder halbtags arbeiten. Unterstützung hat die Familie jetzt schon. Seit vier Jahren hilft ihnen eine Haushälterin, und ein Kindermädchen passt auf die Kleinen auf, wenn Stefan und Ruth abends mal etwas gemeinsam unternehmen wollen. Leben im Low-Profile-Modus In Ramos Arizpe wohnen Stefan und seine Familie in einem kleinen Haus, das ihnen gehört. Es steht in einer „typischen“, von einer der vielen Baugesellschaften errichteten, Wohnsiedlung. „Es sind riesige Hausanlagen, die Schuhschachteln ähneln“, beschreibt Stefan sein Zuhause. Gärten sind kaum vorhanden, dafür mehrere Gemeinschaftsparks und sogar Gemeinschaftspools. Da hier viele Familien mit Kleinkindern wohnen, mangelt es auch nicht an Spielkameraden für Sebastian und Mila. So wie Stefan und Ruth ist das Publikum hier oft international oder „gemischt“. Viele ihrer Freunde, etwa ein deutsch-mexikanisches oder ein kanadisch-mexikanisches Paar, wohnen im Umkreis von einem Kilometer.

Die Wohnsiedlung ist von einer Mauer umschlossen. Um ein- oder auszufahren, müssen sich die Bewohner ausweisen und Schranken passieren. Das ist nur

Stefan liebt Rindfleisch vom Grill ... und wirft deshalb gerne den Griller in seiner Garage an.

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© Carla Val Fotografia (1), Privat (3)

Leben und wir

Glücklich in Mexiko: Stefan mit seiner Frau Ruth und den Kindern Sebastian und Mila. Mittelfristig will die Familie aber wieder zurück nach Österreich.

eine von vielen Maßnahmen, um für die Bewohner einen gewissen Sicherheitsstandard zu gewährleisten. Denn die hohe Kriminalitätsrate überschattet die mexikanische Leichtigkeit und Fröhlichkeit (siehe Kasten S. 31). Morde, Raubüberfälle und andere größere Delikte, aber auch Kleinkriminalität stehen an der Tagesordnung. Auch Stefan musste diesbezüglich eine schmerzvolle Erfahrung machen. Erst kürzlich wurde ein guter Freund in Puebla überfallen und ermordet. „Ein Sicherheitsberater in meiner Firma hat uns den sogenannten Low-Profile-Lebensstil empfohlen. Das heißt, sich unauffällig zu verhalten und nicht zu protzen, um nicht ins Visier von Kriminellen zu geraten.“ Dazu gehört etwa der sorgsame Umgang mit den Sozialen Medien und nicht zu viel von sich preiszugeben. Seine Kinder zeigt Stefan kaum auf Facebook. Und anstatt eines Teslas fährt er einen VW SUV. Mexikos wohl größtes Problem ist die organisierte Kriminalität unter Drogenclans. „Wenn nachts um 4 eine Schießerei auf

einem Feld stattfindet, sind selten ‚Unschuldige‘ beteiligt“, ist Stefan überzeugt. Unbescholtene Bürger werden allerdings immer öfter Opfer von Geiselnahmen oder „virtuellen Geiselnahmen“. Hierbei hacken Kriminelle Smartphones, oft von wohlhabenden Leuten, sodass diese für niemanden mehr erreichbar sind. Den Familienangehörigen gegenüber wird behauptet, dass der Sohn oder die Tochter in Geiselhaft sei. Nicht selten werden so mehrere hunderttausend Pesos Lösegeld erpresst.

Geheimtipp: Stefans Lieblingsstrand in San Carlos Sonora im Nordwesten von Mexiko

Obwohl Stefan leidenschaftlicher Maschinenbauer ist, hatte er anfangs mit der mexikanischen Arbeitsmoral zu kämpfen. Denn die Mexikaner arbeiten richtig viel. Die Menschen sind dankbar, überhaupt eine Arbeit zu haben. Als Stefan anfänglich freitags zu Mittag nach Hause ging, wurde er schief angesehen. Heute arbeitet er auch samstags, teilweise am Sonntag w i n t er 2019 /20 |

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Leben und wir

Die Geschwister Mila und Sebastian wachsen zweisprachig auf. Alltagssprache ist Spanisch, doch die Kinder verstehen auch Deutsch.

Die Nachbarstadt Monterrey ist immer wieder einen Besuch wert.

und hat sich sogar damit arrangiert, dass gesetzliche Feiertage verschoben werden, wenn sie unpassend fallen. Auf der anderen Seite haben die Mexikaner aber Spaß an der Arbeit und gehen es lockerer an. „Die Kaffeepausen fallen deutlich länger aus als in Österreich“, schmunzelt der 38-Jährige. Kinder in der Mitte der Gesellschaft Über allem steht jedoch die Familie in Mexiko. Da verschwimmen auch schon mal die starren Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem. „Es gibt keinen Arbeitskollegen, dessen Frau und Kinder ich nicht kennen würde“, erzählt Stefan, „denn am Wochenende kommen Kollegen mit ihren Familien zusammen. Selbst Oma und Opa sind dann oft mit von der Partie.“ Mit diesem starken Fokus auf die Familie geht allerdings auch ein recht patriarchales Weltbild einher. Nach wie vor kümmert sich die Frau um den Haushalt. Gleichzeitig ist sie Verwalterin der Finanzen. In südlichen Landesteilen ist es sogar üblich, dass nur ein erwerbstätiger Mann eine ganze Großfamilie inklusive Großeltern und Cousins erhält. Väterkarenz gibt es schlicht nicht. Stefans Frau Ruth bildet in diesem traditionell-konservativem System eine Ausnahme. Sie stammt aus einer liberalen Familie, erfuhr jegliche Unterstützung von ihrem Vater und durfte auch vor ihrer Heirat aus dem elterlichen Haus ausziehen. Dass Kinder in Mexiko in der Mitte der Gesellschaft stehen, ist unübersehbar. In jedem Restaurant gibt es Spielplätze und eigene Speisekarten für die Kleinen. Kindergeburtstage werden in entsprechen-

den „Salons“ gefeiert, die stundenweise zu mieten sind. An Freizeitaktivitäten lässt das Land sowieso keine Wünsche offen. Endlose Sandstrände schmiegen sich an gewaltige Bergmassive, zehn warme Monate im Jahr laden zu Outdooraktivitäten ein. Auch Stefan unternimmt viel mit der Familie. Am Wochenende trifft man sie auf dem Rad oder im Sportclub an. Städtetrips unternehmen sie gerne nach Atlanta, das nur zwei Flugstunden entfernt ist. Für begeisterte National Football League (NFL)-Fans wie Stefan und Ruth sind die Live-Spiele Pflichtprogramm. Frische Früchte, leckere Säfte und den

Griller anwerfen, wann man will, weil das Wetter immer passt … auf diese Annehmlichkeiten möchte Stefan nicht mehr verzichten. Gibt es auch etwas, das Stefan in Mexiko vermisst? „Den österreichischen Handwerker“, meint der Ingenieur etwas wehmütig, „der auf Anhieb mit dem richtigen Werkzeug Reparaturen korrekt durchführt.“ Sie sind eben Improvisationskünstler, die Mexikaner. In allen Lebensbereichen. Nicht zum ersten Mal in Atlanta: Stefan und seine Familie beim Super-Bowl-Finale (links). Für ein weiteres NFL-Spiel reisten sie nach Miami (rechts).

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Leben und wir

Die Kids bei einem ihrer Heimatbesuche ... Mila und Sebastian lieben den Schnee in Österreich.

Hoch hinaus ging es bei diesem Familienausflug. In Boston wagten sich alle vier ins Riesenrad.

Nachgefragt: Was macht Mexiko zu einem so gefährlichen Land?

Generell ist die Sicherheitslage innerhalb Mexikos recht unterschiedlich einzustufen. Sie variiert nicht nur nach Region, sondern auch nach Stadtteil und Uhrzeit. So ist im Bundesstaat Tamaulipas jede Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel ein Sicherheitsrisiko, während man sich in anderen Landesteilen bis zum Einbruch der Dunkelheit weitgehend frei und sicher bewegen kann. Bei Überlandfahrten und in Großstädten wird generell zu besonderer Vorsicht geraten. Dabei war das nicht immer so. Um die 2000er war die Sicherheitslage in Mexiko sogar recht stabil, was vor allem auf die enge Verzahnung zwischen Drogenkartellen und Regierungsstrukturen zurück-

zuführen war. Die Zäsur erfolgte 2006, als Felipe Calderon dem organisierten Verbrechen den Kampf ansagte. Dazu reformierte er das mexikanische Strafrecht und schickte das Militär auf die Straßen. Die bisher stabilen Kartellstrukturen begannen sich dadurch aufzulösen, Fehden zwischen Drogenbossen, Entführungen und Schutzgelderpressungen nahmen zu, und die Gewalt im Land bekam neue Gesichter. Für einen Paradigmenwechsel in der öffentlichen Sicherheit und eine Demilitarisierung sprach sich der seit Dezember 2018 amtierende Präsident Andrés Manuel López Obrador aus. Was er konkret zu tun gedenkt, bleibt zunächst offen.

© Privat

Die Sicherheitslage in Mexiko stellt sich dramatisch dar. Bewaffnete Auseinandersetzungen krimineller Banden stehen an der Tagesordnung. 2018 wurden rund 36.000 Morde verübt, alle vier Stunden wird eine Entführung gemeldet, seit 2000 wurden 130 mexikanische Journalisten ermordet. Auffällig in diesem Zusammenhang ist die Straflosigkeit, die diese Delikte nach sich ziehen. Schätzungen zufolge werden nur knapp 7 % aller Verbrechen angezeigt. Auf der einen Seite kämpft Mexiko mit der groß angelegten Drogen- und Bandenkriminalität. Sie steht im Zentrum des medialen Interesses. Bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden werden gegnerische Mitglieder brutal ermordet. Die organisierte Kriminalität liefert sich aber auch Gefechte mit den staatlichen Sicherheitskräften. Auf der anderen Seite ist die sogenannte Allgemeinkriminalität weit verbreitet. Dazu zählen Raubüberfälle, Entführungen, Sachschäden, häusliche Gewalt, Tötungsdelikte und Racheakte im Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität. Das Österreichische Außenministerium weist darauf hin, dass selbst Polizeikräfte und uniformiertes Sicherheitspersonal grundsätzlich an Straftaten beteiligt sein können.

Quellen: Konrad Adenauer Stiftung, BMEIA Außenministerium Österreich

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Leben und wir

Winter ade, scheiden tut nicht weh Wirklich gute Freunde waren der Winter und ich noch nie. Aber seit ich Kinder habe, kann ich gar nicht mehr in Worte fassen, wie sehr er mir gestohlen bleiben kann!

© Simon Matzinger (1), Todd Trapani (1)

von susanne holzer

Zugegeben, ein richtiger Winterfan war ich noch nie. Ja sicher, wenn es zu Weihnachten weiße Flöckchen rieselt und der Pulverschnee auf den Wiesen glitzert, finde ich das auch schön. Aber ganz ehrlich: Wenn mein Tag schon damit beginnt, dass ich beim ersten Schritt aus der Haustür halb auf einer Eisplatte ausrutsche, mir der graue Matsch oben in die Stiefel rinnt und ich mir beim Autoabscheren mit meinem Werbegeschenk-Eiskratzer das Kreuz verreiße, kann ich all dem nichts mehr abgewinnen. Und seit ich Kinder habe, bin ich vom Winter-nicht-haben-Müsser zum absoluten Winterhasser mutiert. Ich weiß, das darf man ja eigentlich gar nicht laut sagen. Man

kann im Winter doch so viele tolle Sachen mit den Kids machen! Rodeln! Skifahren! Iglu bauen! Und ja, ich hatte mir früher auch vorgestellt, wie schön so ein Winter mit kleinen Zwergen sein müsste. Mit roten Apfelbäckchen sah ich uns gemeinsam durch den Schnee toben, mannshohe Schneemänner bauen und den Schneeflocken hinterherjagen. Die Realität sieht bei uns aber leider so aus, dass meistens mindestens zwei von drei Beteiligten die Nerven schon weggeschmissen haben, bevor wir überhaupt das Haus verlassen. Ich hätte es ehrlich nie für möglich gehalten, was für schweißtreibende Arbeit es bedeutet, einen Einjährigen, einen Dreijährigen und sich selbst in passende Winterkleidung zu quetschen. Wo fängt man dabei überhaupt an?? Zuerst sich selbst verpacken, damit man nur noch die Haustür aufreißen muss, wenn beide Kinder endlich fertig sind – und dafür wie ein Michelin-Männchen daran scheitern, die Kleinen in die Handschuhe zu bugsieren? Oder zuerst die Kinder anziehen, die dann weinend darauf warten

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Leben und wir

müssen, bis auch Mama endlich den Knopf von der alten Skihose zubekommen hat? Egal, für welche Variante ich mich entscheide – ich bin regelmäßig schweißgebadet, wenn ich eine gefühlte Stunde später endlich beide Kinder in Skihose, Skijacke, Stiefel, Schal, Handschuhe und Mütze gepackt habe. Irgendwie hat das ganze Szenario ein bisschen was von Schokolade-Schneiden am Kindergeburtstag: Während man den einen anzieht, zieht sich der andere schon wieder die Eisbärenhaube vom Kopf, und hat man selber endlich das letzte Teil des wenig schmeichelhaften Schnee-Outfits übergeworfen, würfelt auch schon jemand einen Sechser – bzw. pfeffert in unserem Szenario in die Windel, und alle Beteiligten können sich wieder ausziehen… Draußen will sich der Spaß dann auch nur tröpfchenweise einstellen. Juhu, ein Schneehaufen! Patsch, der Einjährige fällt dank der nicht vorhandenen Flexibilität seines gigantischen Astronauten-Skianzugs Gesicht voran hinein und fängt bitterlich zu weinen an. Die Schneeschaufel kann er wegen der klobigen Handschuhe nicht greifen – Heulkrampf Nummer 216. Dem Großen rutscht inzwischen zum 100. Mal die Schneehose das Wadl rauf, und eine regelrechte Lawine ergießt sich von oben in seine Stiefel. Dazwischen ziehe ich mir im Minutentakt die eigenen Handschuhe an und wieder aus, um abwechselnd jeweils einem Kind die verdammten Fäustlinge wieder anzuziehen, die sie bei jeder Bewegung verlieren. Nach gefühlten Stunden, die auf der Uhr in Wahrheit nur 20 bis 30 Minuten waren, geben wir auf und flüchten nach drinnen zu einer Tasse heißem Kakao. Die Skiklamotten zum Trocknen aufzuhängen und den Boden von den mit nach drinnen getragenen Schneepfützen zu säubern, dauert eindeutig länger als unser ganzer lustiger Schneeausflug … Was mir an diesem Winter aber so richtig, richtig gestohlen bleiben kann, sind die Killerviren, die er uns dieses Jahr beschert hat. Seit das Thermometer zum ersten Mal die 10-Grad-Marke unterschritten hat, ist immer mindestens einer von uns krank. Andauernd. Immer. Kaum ist der eine wieder fit, fängt der nächste an, zu husten – und bei jeder 3. Runde machen alle anderen auch noch mit. Ich spare mir jetzt die Beschreibung der Szenen, die sich abspielen, wenn alle vier Familienmitglieder gleichzeitig krank sind – jeder, der es schon mal erlebt hat, weiß, wie knapp man an einem Nervenzusammenbruch vorbeischlittert … Es ist aber auch schon schlimm genug, wenn nur die Kinder krank sind. Als Mama wechselt man den ganzen Tag zwischen Wärmflaschen-Tröster und Super-Animateur, ist dabei von oben bis unten in Kinderrotz geduscht und rotiert nachts zwischen zwei Betten mit bitterlich weinenden Fieberzwergen. Das Schlimmste daran ist die absolute Hilflosigkeit, die man dabei empfindet. Egal, wie viele feuchte Tücher man im Kinderzimmer aufhängt, wie hoch man den Kinderpolster noch drapiert, gleichgültig, wie viele Salven Nasenspray und Kinderschmerzmittel man den Kleinen reinpfeift – in Wahrheit dauert die Erkältung eben so lange, wie eine Erkältung dauert. Ist es keine Erkältung, sondern für ein bisschen extra Spaß sogar noch eine Mittelohrentzündung, Angina oder – Jackpot! – die echte Grippe, kann man sich sicher sein, dass diese genau dann den „Also jetzt müssen wir aber wirklich doch zum Arzt!“-Punkt erreicht, wenn der letzte Kinderarzt für diese Woche seine Pforten geschlossen hat. Dann heißt es wieder mal: Auf zum lustigen Wochenendausflug in die Kinderambulanz! Was kann es an einem Samstagabend schließlich Schöneres geben, als drei Stunden im Wartebereich zu verbringen, nur damit anschließend ein gefühlt 12-jähriger Assistenzarzt neben einem erst zu googlen anfängt,

welches Antibiotikum man Kindern überhaupt so geben darf? Ich weiß, dass es diesen Winter vielen ähnlich gegangen ist. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Mamas nur zwei Stunden Schlaf pro Nacht bekommen haben, weil sie dem kranken Kind stattdessen nasse Waschlappen auf die heiße Stirn gedrückt haben. Wie viele Papas in den letzten Monaten mit ihren Kindern ein wahres Wrestling-Match aufgeführt haben, um ihnen zumindest einen Milliliter Antibiotikum in das bombenfest zugepresste Mündchen zu drücken. Deshalb lasst uns jetzt doch bitte einfach alle gemeinsam einen Wunsch ins Universum schicken: Frühling, schwing gefälligst deinen Arsch hierher, aber ein bisschen pronto! Susanne Holzer ist freie Autorin aus Salzburg. Gemeinsam mit Sybille Maier-Ginther schreibt sie im ehrlichen Mama-Blog „Hand aufs Herz“ darüber, wie das Leben mit Kind wirklich ist. Mehr von den beiden gibt’s auf www.facebook.com/handaufsherzblog. w i n t er 2019 /20 |

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Leben und wir

Rechtsanwältin Eva Schmelz über das Fest der Liebe, wenn die Liebe nicht mehr da ist.

Weihnachten bei getrennten Eltern – Wer feiert mit wem, wann und wo?

Auch wenn die gemeinsame Obsorge mittlerweile den Regelfall darstellt – d.h., dass beide Elternteile das Recht und die Pflicht haben, das Kind zu erziehen, es zu pflegen, sein Vermögen zu verwalten und es zu vertreten –, sagt das noch nichts darüber aus, wann das Kind von welchem Elternteil betreut wird. Hierzu bedarf es der Vereinbarung oder, wenn man sich gar nicht einigen kann, des gerichtlichen Beschlusses über das Kontaktrecht. Derjenige Elternteil, in dessen Haushalt das Kind nicht hauptsächlich betreut wird, hat ein Kontaktrecht zum Kind, also feste Zeiten, wo er oder sie das Kind betreut. Im besten aller Fälle sind sich Eltern auch nach einer Trennung einig, wann die Kinder bei Mama oder Papa sind, und die

Eltern können gemeinsam gute Lösungen finden. Leider mehren sich aber die Fälle, wo keine Einigkeit herrscht und das Gericht darüber zu entscheiden hat, wie die Betreuung ausgestaltet werden soll. Oberste Prämisse bei der Entscheidung ist das Kindeswohl; das Ausmaß und die Lage der Betreuungszeiten haben sich in erster Linie an den Bedürfnissen des Kindes und nicht an jenen der Elternteile zu orientieren. Je jünger das Kind, desto eher sind kürzere, aber häufigere Kontakte dem Kindeswohl entsprechend. Bei Schulkindern ist das nunmehr gängige Kontaktrecht so ausgestaltet, dass der nicht hauptsächlich betreuende Elternteil das Kind jedes zweite Wochenende von Freitag nach der Schule bis Sonntagabend oder, wenn die Eltern sich im persönlichen Umgang schwertun, Montag Früh (Schulanfang) betreut. Daneben sieht das Gesetz aber vor, dass jeder Elternteil auch Alltagszeiten mit dem Kind verbringen soll, was ich auch sehr dringend empfehle, und zwar Müttern UND Vätern. Wenn beispielsweise der Vater das Kind nur am Wochenende betreut, läuft er Gefahr, zum „Spaßpapa“ zu mutieren, er hat sich nicht um Hausaufgaben zu kümmern, muss nicht darauf schauen, dass das Kind früh schlafen geht. Das Kind wird den Vater so eher auf einen Sockel stellen – daher Hände weg vom Wochenendpapa! Der kontaktberechtigte Elternteil soll nicht Besucher sein, er soll seine Elternpflichten erfüllen und in die Erziehung eingebunden werden, was natürlich umso mehr in der Alltagsbetreuung zum Tragen kommt. Oft wird daher neben

© Illusrationen: indra anis/The Noun Project (2), Ina Aydogan (1), Linde Verlag (1)

Jedes Jahr werden im Herbst die Bezirksgerichte, die zuständigen „Familiengerichte“, mit Anträgen auf Regelung des Ferienkontaktrechts zu Weihnachten überschwemmt, weil sich getrennte Eltern nicht einig werden können, wann die Kinder beim jeweiligen Elternteil sind.

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dem zweiwöchigen Wochenendkontaktrecht auch ein Tag mit Übernachtung (im Schulalter) unter der Woche zugestanden.

J a n D e l a y Leben und wir Anna Thalbach Nellie Thalbach Dieter Hallervorden

Mittlerweile gibt es schon viele Fälle mit sogenannter „Doppelresidenz“, die eine Betreuung im Verhältnis 50:50 oder zumindest 4:3 vorsieht. So ein Modell wird immer dann funktionieren, wenn die Kinder auch während aufrechter Beziehung gewohnt waren, dass beide Eltern in die Betreuung eingebunden waren und die Eltern ähnliche Erziehungsstile pflegen und eine gute Kommunikationsbasis, die ihnen erlaubt, Kinderthemen sachlich zu besprechen – was nach Trennungen nicht immer gleich möglich ist. Neben dem Regelkontaktrecht, also dem Kontaktrecht über das Jahr, haben nicht hauptsächlich betreuende Elterneile auch das Recht, mit Kindern Ferienzeiten zu verbringen. Auch hier gilt, dass die Ausgestaltung dem Kindeswohl entsprechen muss, soll heißen: Ein zweijähriges Kind, das bis dato nicht gewohnt war, mehr als drei Nächte von der Mutter getrennt zu schlafen, wird sich auch in den Ferien nicht 14 Tage am Stück beim Vater aufhalten können. Es muss dem Alter entsprechend eine Lösung gefunden werden. Besonders zu Weihnachten spielen Familientraditionen und emotionale Befindlichkeiten eine besondere Rolle. Hier gilt es, eine für das Kind gute Lösung zu finden, aber auch auf Familienfeste Rücksicht zu nehmen. Wenn keine Lösung gefunden werden kann, tendieren Gerichte dazu, dass jeder Elternteil mit dem Kind zumindest an einem der Weihnachtsfeiertage (24., 25. oder 26.12.) Weihnachten feiern kann und der 24.12. jährlich gewechselt wird. Das ist fair, und ganz ehrlich: Ein Kind möchte Weihnachten mit beiden Eltern feiern. Ob das am 24. mit Papa ist und am 25. mit Mama oder umgekehrt, wird dann nicht so schwer wiegen, wenn sich Kinder auf beide Tage freuen dürfen und ihnen das Fest nicht vermiest wird, indem sich ein Elternteil über den anderen ärgert, weil er ihm Weihnachten „wegnimmt“.

MAG. EVA SCHMELZ ist Rechtsanwältin in Wien mit der Spezialisierung auf Familienrecht. www.rechtampunkt.at

Kürzlich ist im Linde Verlag ihr Buch „Getrennte Eltern – gemeinsame Kinder. Ein Ratgeber für alleinerziehende Mütter und Väter. Obsorge und Kontaktrecht – Unterhalt – staatliche Hilfen“ erschienen.

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Leben und wir

Driving Home for Christmas

© Freepik

Für viele Familien bedeutet Weihnachtszeit Reisezeit: In die alte Heimat, zu den Eltern aufs Land, zu Omas und Opas, zu Onkeln und Tanten oder zu Freunden. Die weihnachtlichen Destinationen sind ganz unterschiedlich, doch für die meisten hat Weihnachten eine ähnliche Bedeutung: gemütliches Beisammensein mit den Liebsten und eine ersehnte Pause vom Alltag. Fünf Familien erzählen von ihren Plänen für die Feiertage. von karoline jirikowski

De m obe röst e r r eic h isch e n Ch r ist k i n d au f de r Spu r aniela und Martin Renner wohnen mit ihren Kindern Nina und Philipp in Wien. Die Weihnachtsfeiertage verbringen sie allerdings jedes Jahr in Oberösterreich bei ihren Omas und Opas. Dort ist auch der Treffpunkt mit dem Rest der Familie – mit Tanten, Onkeln und Cousins. Der Heilige Abend wird noch zu viert in Wien gefeiert, gemeinsam der Baum gekauft und geschmückt, das Krippenspiel besucht und nach einem gemütlichen Abendessen die Bescherung zelebriert. Am 25. Dezember geht’s dann Richtung Oberösterreich. Auch wenn die stillste Zeit

im Jahr dadurch gar nicht so still ist, es jedes Mal viel zu organisieren gibt und es dauert, bis alle Sachen im Auto

© Privat

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verstaut sind, genießen sie ihre Zeit am Land. Denn dann ist Weihnachten wirklich da: Ruhe, eine gemütliche Zeit mit der Familie, gute Düfte aus der Küche, leckeres Essen und Ausflüge in die winterliche Natur. Das sind für Daniela und Martin auch jene Momente, in denen Kindheitserinnerungen wach werden und ein Zauber spürbar ist. Was muss ins Reisegepäck? Skisachen und Bobs für die Kinder, Geschenke für Verwandte und ihre vier Weihnachtsliederbücher. Denn die Kinder lieben das gemeinsame Singen unterm Christbaum – oft gerne mit allen Strophen.

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Leben und wir

„ Bom Nata l“ i n T i l bu rg ypisch brasilianische Weihnachten feiern die Linzer Juristin Ingrid Gumprecht und ihr Freund Matheos Saueressig heuer in Tilburg (Niederlande). Besuchen werden sie Matheos Bruder Artur und dessen Freundin Lais. Auch Matheos und Arturs Mutter wird da sein. Beide Brüder stammen aus Brasilien, und ihre Familie ist über den ganzen Erdball verstreut. Deshalb hat gerade das Wiederse-

hen zu Weihnachten eine besondere Bedeutung. Traditionell und mit persönlichen Riten möchten die fünf das Fest begehen: Für jede/-n ist ein Geschenk vorbereitet, dessen Inhalt bei einem Ratespiel erraten werden muss. Gereicht wird traditioneller Mate-Tee in einer Kuje mit dem typischen Metalltrinkrohr mit Siebende. Zum Essen gibt’s Rindfleisch- und Wursthäppchen, die sie mit geriebener Maniokwurzel und Kartoffelsalat als Beilage in mehreren Durchgängen servieren. Weihnachten bedeutet für Ingrid und Matheos Wiedersehen und Beisammensein mit der Familie und jede Menge Gemütlichkeit. Diese wird ausgiebig genossen und zwar gemeinsam auf der Couch. Kekse und Pyjama sind daher im Gepäck der beiden. Und bevor sich Ingrid und Matheos am 2. Weihnachtsfeiertag wieder nach Oberösterreich aufmachen, werden sie am 25. Dezember Matheos 31. Geburtstag in gemütlicher Familienrunde feiern.

© Ingrid Gumprecht

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Von Se at t l e nac h W i e n

© Christina Stoklas

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edes Jahr zu Weihnachten kommen Christina und Alex Stoklas mit ihren Kindern Mia und Max von Seattle (USA) nach Wien. Dort werden sie schon von Großeltern, Onkeln und Tanten und vielen Freunden sehnsüchtigst erwartet, denn die vier kommen nur ein bis zwei Mal pro Jahr nach Österreich. Weihnachten genießen sie daher besonders als Zeit mit ihrer Familie. „Home is where your heart is“, heißt ein Sprichwort, und so kehren Christina und Alex jedes Mal gerne nach Österreich zu ihren Wurzeln zurück, um diese auch Mia und Max näherzubringen. Die lange Reise mit großer Zeitverschiebung schaffen die vier schon äußerst routiniert – die Großen sind oft sehr erstaunt, welche Energie die Kleinen auch nach zwanzigstündiger Reise noch haben. Was im Gepäck nicht fehlen darf: die Lieblingsstofftiere der Kinder, Bücher von Christina und jede Menge Winterkleidung, um für Schnee, Rodelpartien oder Schneemannbauen gerüstet zu sein. Am 24. Dezember geht Alex vor der Bescherung mit den Kids ins Technische Museum. Wenn sie zurückkommen, ist die Wohnzimmertür versperrt. Gemeinsam mit den Omas und Opas wird dann im Kinderzimmer gespannt auf das Klingeln des Glöckchens gewartet. Wer die Geschenke bringt? Das Christkind natürlich! Auch wenn die Kinder mittlerweile Santa Claus besser kennen ...

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M i t S ack u n d Pack nach K ä r n t e n o Weihnachten am schönsten ist? Für Salon-Mama-Bloggerin und Alma-Babycare-Gründerin Isabel Zinnagl ganz klar: in Reifnitz am Wörthersee. Gemeinsam mit ihrer kleinen Reisetruppe, bestehend aus Ehemann Lukas und den Kindern Alma und Vito, besucht die gebürtige Kärntnerin dort ihre Mama und ihren Bruder samt Familie. Auf das nette Beisammensein mit den Liebsten freut sich Isabel besonders – ein paar Tage raus aus der Stadt, dem Alltagstrubel entkommen und einfach abschalten. Gemeinsam essen, mit dem Hund spazieren gehen, runterkommen und gar nicht in die Versuchung kommen, sich zu viel vorzunehmen. Zauberhaft sind die Momente der ungeduldigen Vorfreude der Kids, wenn sie vor der verschlossenen Tür auf das Christkind warten. Wunderschön der Augenblick, wenn bei der Bescherung unter dem Christbaum die Sternspritzer funkeln. Für die kulinarische Verpflegung an den Feiertagen sorgen Lukas

© Salon Mama (2)

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und Isabels Bruder. Das jeweilige Menü wählen die Männer oft schon wochenlang vorher aus. Von traditionellen Kärntner Schmankerln bis hin zu Mexican Tacos stand schon alles auf der Karte. Dazu gibt’s leckere Drinks. Im Reisegepäck für

Kärnten findet sich neben Geschenken jede Menge Winterequipment: Denn je nach Schneelage geht’s auf die Piste, zum Rodeln oder auf den Eislaufplatz. www.salonmama.com www.almababycare.com

W ei h nach t e n au f 1.4 0 0 M e t e r Se e höh e ber die Feiertage fährt Rosmarie Emhofer, Inhaberin von sewnice aus Attersee am Attersee, mit ihrem Mann Gerhard und den Kindern Anna und Paul zur Familie nach Nauders in Tirol. Mama, Geschwister, Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins werden da sein, und gerade die Kids freuen sich immer schon sehr auf die Weihnachtsferien: Die Tage bis zur Abfahrt werden gezählt, und spätestens in Landeck legt Paul seinen „Sprachschalter“ vom Oberösterreichischen aufs Tirolerische um. Dabei sind An- und Rückreise oft gar nicht so einfach: Schon ein paar Mal haben die Emhofers ihre Heimreise wegen Lawinengefahr verschieben müssen. In Erinnerung ist ihnen auch noch die Ankunft zu Weihnachten vor zwei Jahren, spätabends, als ihr Bus wegen des vielen Neuschnees nicht mehr vom Fleck gekommen ist und sie mit dem Traktor

abgeschleppt wurden. Da die Verwandten im Sommer wegen der landwirtschaftlichen Arbeit oft wenig Zeit haben, wird das gemütliche Beisammensein im Winter umso mehr genossen. Ganz aktiv nehmen die Emhofers auch an den

Traditionen rund um Weihnachten und Neujahr teil: Die Kinder lieben besonders das „Neujahr wünschen“ am 1. Jänner, wo sie bis Mittag mit ihren Cousinen und Cousins von Tür zu Tür gehen. www.sewnice.at

© Rosmarie Emhofer (1)

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Leben und wir

Dr.in Cornelia Bruell

© Annie Spratt (1), David Visnjic (1), Privat (1)

Die Philosophin bietet in ihrer philosophischen Praxis in Baden bei Wien unter anderem Kurse zum Philosophieren mit Kindern an. www.philoskop.org

Könnte es die Welt auch nicht geben? Das ungeahnte Potenzial des Philosophierens mit Kindern Kinder stellen unermüdlich Fragen, sind neugierig und hinterfragen Tag für Tag aufs Neue, was ihnen um sie herum auffällt. Dabei sind sie wahre Meister im Staunen. Und hier kommt die Philosophie ins Spiel: Die Fähigkeit zu staunen ist ihr Nährboden. Es liegt also nahe, den Kindern einen Zugang zur Welt der Philosophie zu eröffnen. von sandra prinz „Woraus bestand das erste Ding der Welt?“, „Könnte es die Welt auch nicht geben?“, „Mama, warum möchtest du, dass ich immer die Wahrheit sage?“ – wenn Kinder solche Fragen stellen, führen sie uns Erwachsenen damit vor Augen, dass sie durchaus in der Lage sind, philosophisch zu denken. „Sehr beeindruckt hat mich zum Beispiel die Frage eines Achtjährigen: ,Warum gibt es einen Gott?‘ Also nicht: ,Gibt es einen Gott?‘ Oder die einer Sechsjährigen: ,Wie ist Gott auf die Welt gekommen?‘ – unglaublich spannend, oder? Berührend sind auch Fragen wie: ,Warum leben immer mehr Menschen alleine?‘, oder ,Warum weinen Papas nie?‘ – hier muss man natürlich sehr behutsam vorgehen, die Kinder leiten solche Fragen aus ihrer eigenen Biografie ab“, erzählt die Philosophin Dr.in Cornelia Bruell, die in Baden bei Wien eine philosophische

Praxis führt, in der sie unter anderem Kurse zum Philosophieren mit Kindern anbietet. Die Anfänge des Philosophierens mit Kindern Philosophieren mit Kindern in seiner heutigen Form hat seine Ursprünge im amerikanischen Raum. Der Universitätsprofessor für Logik Matthew Lipman bemerkte, dass seine Studierenden Schwierigkeiten hatten, selbstständig zu denken und solide Argumente zu formulieren. Er schloss daraus, dass es wichtig sei, bereits mit Kindern über die Welt nachzudenken und sie dabei zu unterstützen, Denkstrategien aufzubauen. So entwickelte er gemeinsam mit seinen Kolleg(inn)en in den 1970er-Jahren ein detailliertes didaktisches Programm zum Philosophieren mit Kindern. Etwa zur gleichen Zeit führte und dokumentierte

der Philosophieprofessor Gareth Matthews philosophische Gespräche mit Kindern. Für ihn stand die Entwicklung einer Gesprächskultur im Vordergrund. Im deutschsprachigen Raum waren es vor allem Ekkehard Martens, aber auch Barbara Brüning, Mechthild Ralla und Daniela Camhy, die die Anfänge des Philosophierens mit Kindern mitgeprägt haben. Potenzialentfaltung Durch regelmäßiges Philosophieren erweitern die Kinder ihren Erkenntnishorizont. Sie werden ermutigt, eigene Ideen zu entwickeln. Sie üben sich im kritischen und kreativen Denken, äußern ihre eigene Meinung, fragen, denken nach und formulieren Erkenntnisse aus den eigenen Überlegungen und jenen der Gruppe, in der sie philosophieren. Im Laufe der Geschichte

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Leben und wir

Veranstaltungstipp Philosophieren mit Kindern am Adventmarkt in Baden: Dr.in Cornelia Bruell philosophiert am 13.12. mit Kindern am Adventmarkt in Baden. Vorbeikommen und mitdenken, mitfragen, mitstaunen! Nähere Infos unter: praxis@philoskop.org

setzten sich vor allem jene philosophischen Positionen durch, die alles bisher Dagewesene infrage stellten. „Das Erstaunliche beim Philosophieren mit Kindern ist, dass die Kinder ganz von selbst auf diese ungewöhnlichen Gedankengänge kommen, die wir aus der Philosophiegeschichte kennen – viel eher als Erwachsene. Beim Philosophieren kommt auf einmal eine These Platons oder Kants zum Vorschein, ohne dass sie jemals davon gehört hätten. Während die Kinder also über die Welt, Gedanken und Zusammenhänge staunen, staune ich über ihr Potenzial! “, schildert Dr.in Cornelia Bruell ihre Erfahrungen mit dem Philosophieren mit Kindern. „Wenn ihnen dann noch gezeigt wird, dass sie hier einen Gedanken selbst gedacht haben, mit dem sich Philosoph(inn)en schon seit Jahrhunderten beschäftigen, dann sind sie fasziniert und natürlich auch motiviert, weiter selbstständig zu denken“, ergänzt die philosophische Praktikerin. Oftmals verlieren Kinder an der Schwelle zur Pubertät diese Motivation. Das liegt laut Professorin Dr.in Bettina Bussmann „erstens an der Art, wie Schulbildung betrieben wird, zweitens am Einfügen in gesellschaftliche Konventionen und Regeln, die eher Anpassungsleistungen belohnen als den Mut zur Kritik und auch den Mut zur eigenen Persönlichkeit. Der dritte Grund ist ein neurowissenschaftlicher: Anfangs haben Kinder ein plastisches Gehirn mit vielen Vernetzungen und unglaublich vielen Bahnen, die gleichzeitig benutzt werden. Je älter sie werden, umso mehr Bahnen sterben ab. Irgendwann werden dann nur mehr Alleen, Autobahnen und Boulevards befahren.“ Andere Wege zu beschreiten, ist mit Anstrengung verbunden, die oft nur widerwillig in Kauf genommen wird. Und deshalb ist die Aufrechterhaltung der Motivation, selbstständig zu denken, ein wesentlicher Aspekt, der für das regelmäßige Philosophieren mit Kindern spricht. Jedem Alter seine Frage Je nach Alter interessieren sich Kinder für unterschiedliche philosophische Fragen. Dr.in Cornelia Bruell philosophiert mit Kin-

Vorschlag für ein Gedankenexperiment von Dr.in Cornelia Bruell Impulsfrage: „Stellt euch vor, ihr wärt auf einer Insel gestrandet. Es führt kein Weg zurück. Wie würdet ihr euch organisieren?“ Die Kinder verhandeln, welches Gesellschaftsmodell ihnen adäquat erscheint: Arbeitsteilung, Umgang mit Regelbrüchen, Versorgung, Bildung etc. Sehr spannend!

dern ab vier Jahren, wobei sie festgestellt hat, dass sich jüngere Kinder vor allem für Fragen, die den Kosmos betreffen, interessieren. „Sie wollen die Welt verstehen, wollen begreifen, wo sie sich befinden“ und stellen dabei Fragen wie: „Warum gibt es die Welt? Wie ist die Erde entstanden? Was ist der Urknall? etc. Später werden vor allem ethische Themen immer relevanter. Was ist gut, was ist böse? Was ist gerecht? Gerade dann, wenn sie sich immer mehr mit Institutionen und gesellschaftlichen Einrichtungen konfrontiert sehen, deren Regeln sie nicht verstehen oder infrage stellen möchten. In der Pubertät können Fragen wie: Was ist das Ich? Was ist das Andere? Was ist Freundschaft? eine Rolle spielen. Und noch etwas später auch so konkrete gesellschaftliche Fragen wie: Braucht es das bedingungslose Grundeinkommen?“ Philosophieren mit Kindern – aber wie? Um mit Kindern philosophieren zu können, ist es entscheidend, im richtigen Moment die richtigen Impulsfragen zu stellen. Philosophisches Fachwissen sowie methodische und didaktische Kompetenzen sind dazu wichtig. Im Laufe der Zeit sollte man „ein Gefühl dafür entwickeln, was die Kinder gerade beschäftigt, denn das Berührtwerden von einer Frage ist ganz zentral für das Philosophieren“, erklärt Dr.in Cornelia

Bruell. Oft stellen Kinder auch in Alltagssituationen Fragen, die zum Weiterdenken und Nachfragen anregen, und die Eltern, Großeltern etc. sind als Gesprächspartner zum Philosophieren gefragt. Philosophieren ist nicht nur gewinnbringend für die Kinder, sondern auch für jene Erwachsene, die mit den Kindern philosophieren, wie Dr.in Bettina Bussmann bestätigt: „Kinder kommen auf die Welt, und für sie ist erst mal alles möglich. Diese Potenzialität als Erwachsene wieder zu erleben, durch das Philosophieren mit den Kindern, ist eine unglaubliche Befreiung – all das Kontrafaktische, das Verrückte. Ja, das versöhnt mich dann immer auch ein wenig mit dem Leben und zeigt auf, dass man sich nicht in festgefahrenen Bahnen bewegen muss. Dass natürlich auch Erwachsene Mut brauchen, sich auf diesen Prozess einzulassen, ist klar!“

Wenn dir ein Kind eine Frage stellt, auf die du nicht sofort eine Antwort parat hast, spiel den Ball zurück und lass das Kind die Denkleistung vollziehen, indem du fragst: Was glaubst du? Wie siehst du das? Was meinst du, warum das so ist?

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Leben und wir

Assoz.-Prof. Dr.in Bettina Bussmann

Interview

lehrt am Fachbereich Philosophie der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Didaktik der Philosophie und Ethik, interdisziplinäre Didaktik sowie das Philosophieren mit Kindern. Weitere Schwerpunkte sind Metaphilosophie, Wissenschaftsphilosophie und philosophische Moralpsychologie (http://bettinabussmann.info).

Welchen besonderen Wert hat das Philosophieren für die kindliche Entwicklung? Ohne Empirie kann man das nicht beantworten. Es gibt nicht viele Forschungen, die zuverlässig über den Wert des Philosophierens mit Kindern berichten. Man konnte aber herausfinden, welche Auswirkungen Philosophieren auf die kindliche Entwicklung hat. Kinder können zum Beispiel viel besser Perspektiven anderer Menschen annehmen. Das ist eine unglaublich wichtige Leistung, gerade für eine demokratische Gesellschaft. Es ist wichtig, dass man nicht nur die eigene Perspektive versteht, sondern dass man sich auch in die Perspektive anderer bzw. andersdenkender hineinversetzen kann. Die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme ist zu unterscheiden von Empathiefähigkeit. Darum geht es nicht. Es geht nicht darum, dass ich nachempfinden oder nachfühlen kann, was jemand anderer fühlt, sondern dass ich verstehen kann, welche Gründe er für seine Überzeugung hat und dass ich eventuell auch für ihn argumentieren könnte. Welche Kompetenzen können Kinder beim Philosophieren ausbilden? Neben der Fähigkeit zur Perspektivenübernahme können sie beim Philosophieren auch andere Kompetenzen erwerben. Es kann angenommen werden, dass Kinder, die regelmäßig philosophieren, ihre Sprachkompetenz erweitern und dass sich ihre mathematischen Leistungen und ihr logisches Denken verbessern. Grundsätzlich ist Philosophieren Denkschulung, und somit schult es auch mathematisches, sprachliches oder logisches Denken. Mir geht es aber in erster Linie darum – um es mit den Worten des kürzlich verstorbenen Psychoanalytikers und Philosophen Carlo Strenger zu sagen –, eine „zivilisierte Streitkultur“ zu entwickeln. Ich sehe, dass das vielleicht auch andere Disziplinen machen können,

aber in der Radikalität kann das nur das Philosophieren bzw. der Philosophieunterricht. Es geht darum, dass wir die Kinder dazu befähigen, in dieser Gesellschaft, in der sie leben, bestimmte Kompetenzen durchs Philosophieren zu erlernen, mit deren Hilfe sie sich besser orientieren können und sich selber und vielleicht auch andere besser verstehen können. Darüber hinaus ist es aber auch wichtig, jene Erwachsenen entsprechend zu schulen, die mit den Kindern philosophieren. Wie können Eltern mit ihren Kindern ins Philosophieren kommen? Es gibt natürlich eine Reihe von Büchern, die Eltern zu Hilfe nehmen können, wenn sie mit ihren Kindern philosophieren wollen. Ob sich eine Gelegenheit zum Philosophieren ergibt, hängt von der Situation ab. Philosophische Kinderfragen tauchen überall auf: zu Hause am Esstisch, am Strand, im Auto, bei Oma und Opa im Garten, auf dem Kindergeburtstag ... Zwischen Tür und Angel zu philosophieren ist aber nicht angebracht. Man muss sich dann schon den Raum und die Zeit dafür nehmen. Fragen sind ein Angebot, um ins Denken zu kommen, und man weiß nicht, wo man in so einem Gespräch landet. Wenn es eine belastende Frage ist, dann braucht das Zeit. Man muss sich überlegen, wie das Kind auf diese Frage kommt, was in dem Kind vorgeht. Man muss entsprechend reagieren, je nachdem ob es zum Beispiel eine Frage mit metaphysischem Charakter ist oder eine ethische Fragestellung, die damit zusammenhängt, dass das Kind gerade irgendwo Unrecht erfahren hat. Schließlich, wenn man herausgefunden hat, wie das Kind auf die Frage kommt, muss man sich fragen, was an der Situation das Philosophische ist: Worüber können wir eigentlich reden? Was sagt das über uns Menschen? Ist es okay, so wie es ist? Wie könnte man es anders machen? Wie könnte man anders darüber denken?

© Annie Spratt (1), Privat (1)

Frau Prof. Bussmann, besitzen Kinder denn überhaupt bereits die Fähigkeit, zu philosophieren? Bettina Bussmann: Ich würde ganz klar sagen: Ja, sie besitzen die Fähigkeit zu philosophieren, vor allen dann, wenn man es ihnen schrittweise beibringt. Man kann schon mit sehr jungen Kindern Nachdenkgespräche führen. Da stehen dann auch noch andere Dinge im Vordergrund: Zuhören können ist eine wahnsinnig wichtige Aufgabe, oder überhaupt eine Sprache zu finden für das, was man sieht und für das, was in einem vorgeht. Wenn Kinder etwas älter sind – mit elf Jahren ungefähr –, kann man sie viel mehr im Denken fordern und vielfältige Methoden anwenden. Man kann beispielsweise darauf hinweisen, wie ein Begriff zu verwenden ist und ob er korrekt oder überhaupt sinnvoll ist.

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Die beliebte Vorschulkinderserie macht am 4. und 5. April 2020 als bunte Live-Show in der Wiener Stadthalle halt – ein tierischer Spaß für die ganze Familie! Die Animationsserie PAW Patrol von Nickelodeon und Spin Master lässt seit einigen Jahren die Herzen von Kindern auf der ganzen Welt höherschlagen. Angeführt von ihrem Freund und Lehrer Ryder bewältigen die mutigen Hundewelpen Chase, Marshall, Rocky, Tracker, Skye, Rubble, Zuma und Everest als PAW Patrol gemeinsam die verschiedensten Aufgaben zum Wohle der Sicherheit der Bewohner der „Abenteuerbucht“. Nun kommt die erfolgreiche TV-Serie erstmalig als große Live-Show nach Österreich: Am 4. und 5. April 2020 stürzen sich die cleveren Helfer auf vier Pfoten in der energiegeladenen Bühnenproduktion PAW Patrol Live! „Das große Rennen“ mutig in ein actiongeladenes Abenteuer voller Musik und jeder Menge Spaß. Am Tag des großen Rennens, das alljährlich zwischen der Abenteuerbucht und der Nachbarstadt stattfindet, wird ausgerechnet Abenteuerbuchts Bürgermeisterin Gutherz vermisst –

ein klarer Fall für die PAW Patrol. Sofort machen sich die niedlichen Rettungshunde auf die Suche, um das Rätsel des Verschwindens der Bürgermeisterin mit Hilfe des Publikums zu lösen. „Kein Einsatz zu groß, keine Pfote zu klein!“ – unter diesem Motto vereint PAW Patrol Live! Mut und Teamgeist mit Musik und Humor. Gemeinsam ist den süßen Welpen keine Mission zu schwer! Wenn es darum geht, anderen zu helfen, meistern sie dank ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten, ihrer coolen Fahrzeuge und ihres Spezial-Equipments jede Aufgabe. Mit Hilfe einer innovativen Kostümtechnik, die an die Tradition des japanischen Bunraku-Puppenspiels anknüpft, werden die vierbeinigen Helden bei PAW Patrol Live! „Das große Rennen“ samt ihrer Fahrzeuge und Ausrüstung zum Leben erweckt. Die rund einstündige Aufführung, die von einer Pause in zwei Akte unterteilt wird, bietet mitreißende Musik und eine ebenso

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abwechslungs- wie lehrreiche Geschichte, die Kinder auf gelungene Art und Weise an das Theater heranführt. Ein klassisches Bühnenbild, kombiniert mit einer Hightech-Videowand, lässt kleine und große Besucher/-innen direkt in die PAW PatrolWelt eintauchen und nimmt sie mit zu den verschiedenen Schauplätzen der TV-Serie. Sie reisen gemeinsam an die Abenteuerbucht, die PAW Patrol-Zentrale, die Robbeninsel, Yumis Bauernhof und Jakes Berg. Ein spezielles Video-System ermöglicht es dem Publikum zudem, interaktiv an dem Geschehen auf der Bühne teilzunehmen, gemeinsam mit den Welpen auf die Suche nach Bürgermeisterin Gutherz zu gehen, Spuren zu verfolgen, Rätsel zu lösen und vieles mehr.

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Halte, trage, liebe mich! Warum es nicht egal ist, wie viel Nähe du deinem Baby gibst. von manuela fischer

Dein Baby ist kaum eine Woche alt, und es weiß scheinbar schon ganz genau, was es will. Es fordert lauthals deine Nähe ein, möchte getragen, gefüttert und geherzt werden. „Du verwöhnst es doch nur, wenn du es ständig hochnimmst, sobald es nur kurz weint“, bekommen frischgebackene Eltern oft zu hören. Ich sage dir: Hör auf dein Bauchgefühl und dein Baby, und lass die Leute reden. Wenn du dem Bedürfnis deines Kindes nach Körperkontakt nachkommst, es hältst, trägst und bedingungslos liebst, machst du alles richtig. Denn dann wird aus deinem kleinen, noch sehr hilflosen Menschlein ein sicher gebundener, selbstbewusster Erwachsener. Die sichere Bindung Im Laufe eines Lebens, insbesondere in den ersten Lebensmonaten, bindet sich ein

Kind an die Person, die den Großteil der Zeit emotional verfügbar für es ist. In der Regel ist dies die Mutter, es kann aber jede Person zur Hauptbindungsperson für ein Baby werden, sofern diese ihm nur genug Aufmerksamkeit schenkt, es pflegt und seine Grundbedürfnisse stillt. Vor allem in den ersten Lebensjahren kann der Aufbau einer sicheren Bindung durch die Nähe einer einfühlsamen Bezugsperson begünstigt werden. Bereits in den ersten Stunden nach der Geburt kommt es in der Regel bei Eltern und Kind zu einem Vorgang, den man als „sich ineinander verlieben“ beschreiben kann. Hierdurch wird die Basis für die sichere Bindung gelegt. Diese allererste Liebesbeziehung ist besonders prägend für alle weiteren Beziehungen im Leben eines Menschen. Schon nach ein paar Monaten erweitert sich der Kreis der Bindungspersonen. Während in der Anfangszeit noch Mama die erste und wichtigste Wahl für das Neugeborene ist, können nach und nach auch Papa, Oma oder ein anderer familiennaher Mensch zu einer wichtigen Bindungsperson für das Baby werden, es beruhigen, wenn es weint oder es füttern, wenn es hungrig ist. Bindung ist eine Art Hochsicherheitssystem, das aktiviert wird, wenn das Leben eine Herausforderung an den Menschen stellt,

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Mama & Baby der er sich alleine nicht gewachsen fühlt. In der frühen Kindheit ist dies meist der Fall, wenn eine Trennung von der Bezugsperson erfolgt. In klassischen Trennungssituationen, wie beim Eintritt in den Kindergarten oder auch beim Zubettgehen am Abend, wird diese spezifische Form von Beziehung besonders deutlich. Droht Gefahr, hat das Kind Angst; fehlt ihm etwas, wird das Bindungssystem ebenfalls aktiviert, und das Kind sucht umgehend die Nähe zu seiner sicheren Basis. Erst durch körperlichen Kontakt und Trost von Mama, Papa oder einer anderen, für das Kind wichtigen Person können sich das Bindungssystem und dadurch das Kind wieder beruhigen. Die Nähe zur Bindungsperson gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit. Die Art und Weise, wie wir mit unseren Kindern von Geburt an leben, für sie da sind, sie in den Schlaf begleiten, ihre Wehwehchen wegstreicheln und mit ihnen sprechen, prägt die Qualität der Bindungsbeziehung. Auf Basis von Erfahrungen in der frühen Kindheit kann sich eine sichere oder unsichere Beziehungsstruktur entwickeln, die das Kind ein Leben lang begleitet, prägt und beeinflusst.

Die Mutter-KindBindung ist in den meisten Fällen die erste Liebesbeziehung, die ein Mensch erfährt. Sie prägt und begleitet uns unser ganzes Leben hindurch.

Warum wir uns ein sicher gebundenes Kind wünschen Aus Kindern, die von Geburt an liebevolle Aufmerksamkeit und bedingungslose Zuneigung erfahren dürfen, werden Erwachsene mit einer stabilen und gesunden Psyche. Sicher gebundene Menschen entwickeln in der Regel mehr Bewältigungsstrategien in schwierigen Lebenssituationen. Sie sind zudem meist kreativer, flexibler und ausdauernder als unsicher gebundene Menschen. Dadurch, dass sie schon sehr früh die Erfahrung machen durften, dass sie geliebt werden und Unterstützung bekommen, wenn sie diese benötigen, scheuen sie sich auch im späteren Leben nicht davor, um Hilfe zu bitten oder Hilfe anzubieten. Sicher gebundene Frauen und Männer zeigen in der Regel mehr gemeinschaftliches Verhalten als unsicher gebundene Menschen. Sie führen auch häufiger erfüllende Liebesbeziehungen. Da sie empathisch auf die Emotionen anderer reagieren und gelernt haben, die Sichtweise ihrer Mitmenschen zu erkennen und zu akzeptieren, fällt es ihnen leichter, soziale Kontakte zu pflegen und Freunde zu finden. Es liegen sogar Ergebnisse hinsichtlich einer verbesserten Lernfähigkeit und Gedächtnisleistung bei sicher gebundenen Kindern und Erwachsenen vor.

Über die Autorin

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Mag.a Manuela Fischer ist Psychologin, Kleinstkindpädagogin und Mutter einer einjährigen Tochter. Sie hat vor Kurzem ihre eigene Praxis im Wienerwald eröffnet. In ihrer Waldpraxis bietet sie Eltern, aber auch allen anderen, die auf der Suche nach Antworten, Entspannung oder einer Auszeit vom Alltag sind, einen Wohlfühlort mitten im Grünen. Auf Facebook gibt sie regelmäßig Einblick in ihre Arbeit, ihre Ideen und Visionen.

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Mama & Baby

Warum die Angst, sein Kind zu verwöhnen, bei vielen so groß ist In den ersten Lebensmonaten kann es niemals ein zu viel an Liebe geben. Die Angst, sein Kind zu verwöhnen, ist jedoch vor allem im deutschsprachigen Raum weit verbreitet. Ihre Wurzeln liegen in der Nachkriegszeit, in der kleine Soldaten herangezogen wurden. Dies war eine Zeit, in der vor allem die Mütter darauf bedacht waren, nur ja nicht zu viel Nähe zu den Kindern zuzulassen, um einen möglichen Abschied besser verkraften zu können. Die Zeit der schwarzen Pädagogik, in der Maßregelungen, Unterdrückung und Zurechtweisung in der Erziehung an der Tagesordnung waren, ist zum Glück lang vorüber. Während Kinder früher häufig noch als nicht vollwertige Personen wahrgenommen wurden und man davon ausging, dass sie in den ersten Lebensjahren noch unfertige Wesen sind, weiß man heute, dass die kindlichen Potenziale schon von Geburt an angelegt sind. Die Entfaltung dieser wird maßgeblich dadurch beeinflusst, wie viel Raum wir ihnen geben. In den letzten Jahrzehnten haben Erwachsene begonnen, sich Zeit zum Zuhören zu nehmen und erkannt, dass sich Kinder durch liebevolle Begleitung und aufmerksame Achtsamkeit ganz wunderbar entwickeln. Die Folgen der damaligen Erziehungsempfehlungen der Nachkriegszeit sind jedoch leider tief in unserer Geschichte verankert und wirken noch immer nach.

Lesetipp Dr. med. Herbert Renz-Polster: Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt. Kösel Verlag, € 20,60 Mein absoluter Lieblingsautor! Dieses Buch ist für mich die Bibel in der Begleitung von Eltern und Kindern. Mit seinem Verständnis für das kindliche Denken und die Wurzeln unseres Daseins öffnet er eine Welt, in der kaum Fragen offen bleiben.

Körperliche Nähe stärkt nachhaltig die Bindung zueinander. Nicht nur beim Bonding kurz nach der Geburt, sondern auch in der Zeit danach genießen Babys den direkten Hautkontakt zu Mama und Papa.

© Freepik (1), Kösel Verlag (1)

Es ist äußerst beruhigend zu hören, dass der Großteil der Menschheit sicher gebunden ist, da es sich bei Bindung um ein besonders robustes System handelt. Der Beitrag der Eltern zu der Entwicklung eines sicheren Bindungssystems ist jedoch trotz alledem nicht zu unterschätzen.

Wie die sichere Bindung gut auf den Weg kommt Die sichere Bindung wird vor allem durch die wertschätzende Interaktion miteinander genährt. Stillen und Tragen werden oftmals als die bindungsfördernden Umgangsformen schlechthin beworben. Es ist jedoch ein Fehlglaube, dass gestillte und getragene Kinder besser oder sicherer gebunden sind als beispielsweise Fläschchen- und Kinderwagenkinder. Denn es geht weniger darum, sein Baby zu stillen oder zu tragen, als vielmehr um die dahinterstehende Bedürfnisbefriedigung des Kindes nach Kontakt, Nähe und liebevoller Begleitung. Eine Mama, die ihr Kind stillt oder ein Vater, der sein Baby in einem Tragetuch eingebunden in den Schlaf wiegt, geben automatisch Nähe durch Körperkontakt. Eine Mutter, die ihrem Kind das Fläschchen gibt, dabei mit ihm spricht, es im Nahkontakt hält oder streichelt, kann ebenso emotional verfügbar sein wie eine stillende Mutter. Ein Vater, der sein Kind im Kinderwagen schiebt, kann seinem Baby den Nahkontakt, den es beim Tragen erfahren würde, bewusst in anderer Form ermöglichen. Daher ist jegliche Debatte über unterschiedliche Herangehensweisen von Eltern hinsichtlich des Zusammenlebens mit ihren Kindern überflüssig. Grundsätzlich gilt: Eltern, die die Bedürfnisse ihres Babys wahrnehmen, respektieren und versuchen, adäquat darauf zu reagieren, schaffen die beste Basis für den Aufbau einer sicheren Bindung und einer stabilen Persönlichkeit.

Ihr hattet einen schwierigen Start? Wenn die Geburt deines Babys anders verlaufen ist, als du es dir vorgestellt hast, kann ein von Hebamme Brigitte Meissner entwickeltes, Bondingbad dabei unterstützen, die prägenden Stunden nach der Geburt nachzuholen und emotionale Wunden zu heilen.

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Die Heffleys erben überraschend Geld und beschließen kurzerhand, ihr Haus zu renovieren. Aber wie sich herausstellt, ist das Leben auf einer Baustelle alles andere als einfach. Greg stehen harte Zeiten bevor.

Im Herzwald kommt ein kleines, schnuckeliges Einhorn zur Welt. Aber das Tierchen benimmt sich ganz und gar nicht einhornmäßig. Es sagt einfach immer Nein, sodass seine Familie es bald nur noch NEINhorn nennt.


Mama & Baby

Schlafen wie ein Baby

Style

Manche Babys schlafen die Nacht durch (echt jetzt?), andere wachen alle zwei Stunden auf; manche wollen am Arm in den Schlaf gewiegt werden, andere schlummern im eigenen Bettchen. Einen gemütlichen Schlafplatz brauchen sie alle – egal, ob in Wiege, Gitterbett oder direkt bei Mama und Papa im Familienbett.

Trage-Baby Vom Sofa ins Bett, vom Tisch in den Kinderwagen – im Babynest „Gro“ von Liewood schläft das Baby selbst bei Ortswechseln bequem weiter. Aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle. Um € 115,– bei www.haselundgretel.at

Seite an Seite Maximaler Nutzen, minimalistisches Design: Das „Linea“Beistellbett von Leander kann tagsüber dank der Räder als Stubenwagen genutzt werden. Inkl. Matratze, um € 339,– bei herrundfrauklein.com

Modern-harmonisch Schiefergrau und massive Eiche machen das Babybett „Sten“ von Paidi zum Design-Highlight im Kinderzimmer. Der AIRWELL® Comfort-Federleistenrost kann auf vier verschiedenen Höhen angebracht werden. Exkl. Matratze um € 405,–. www.paidi.de Natürlicher Schlaf Die erste Babymatratze mit Zirbenholz sorgt für ein gesundes Schlafklima; mit einer Baby- und einer Kleinkindseite für optimale Druckentlastung der Wirbelsäule: „Zirbentraum“ von Träumeland ab € 249,90. www.traeumeland.com

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Gut gewogen Die Babywiege „Kumi“ aus Buchenholz schaukelt Babys bis ca. 6 Monate sanft in den Schlaf. Von Charlie Crane inkl. Matratze um € 369,– bei kyddo.shop

© Hersteller

Nestwärme & Geborgenheit Der wohltuende Geruch von Zirbenholz hilft beim Einschlafen: „Benni’s Nest“ wird aus heimischem Zirbenholz in Österreich gefertigt. Inkl. Matratze um € 489,–. bennisnest.com

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Hält natürlich warm Reine Bio-Schurwolle gleicht Mode & die Pflege fehlende Wärmeregulierung des Babys ideal aus: Schlafsack aus Wollfrottee, von hessnatur ab € 129,–. www.hessnatur.com

Komfortzone Die Baby-und Juniormatratze „BoxspringKids“ sorgt dank 3-Schicht-Kern für luftigen Liegekomfort. Der Bezug aus TENCEL® ist besonders hautsympathisch und klimaregulierend. Von Alvi um ca. € 200,–. www.alvi.de (Fast) wie in Mamas Bauch Mit speziellen Armtaschen und Klettverschlüssen macht der „Puck-Mich-Sack“ von Ergobaby das Pucken so einfach wie möglich. Mit aufklappbarem Fußsack zum schnellen Windelwechseln. Um € 24,89. ergobaby.de

Gemachtes Nest Der „Zirben-Cocoon“ von Zirbelkind sorgt für gesunden, erholsamen Schlaf und wird individuell in Österreich handgefertigt. Um € 149,90. zirbelkind.at Luftig innovativ Das Babybett von BabyBjörn hat zwei Höhenpositionen und schafft einen behaglichen Schlafplatz, der nur wenig Platz braucht. Um € 390,90. www.babybjorn.de

Seite an Seite Das Beistellbettchen „Iora“ lässt sich seitlich öffnen und mit der Schiebefunktion ganz nah an jedes Elternbett rücken. Von Maxi-Cosi um € 229,–. www.maxi-cosi.com

Zeitlose Eiche Das Gitterbett „Fjord“ von Kidsmill kann später zu einem Kinderbett umgebaut werden. Für Stauraum sorgt die Bettlade. Exkl. Matratze um € 535,–. kidsmill.de

Bis zum Mond und zurück Macht sich auch als Fotohintergrund gut: Das Spannbettlaken von my little love besteht aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle und wurde mit non-toxischen Farben bedruckt. Um € 59,–. www.mylittlelove.de

Verwandlungskünstler Dänisches Design trifft auf Funktionalität. Das Babyund Kinderbett „Baby & Jr.“ von Sebra lässt sich später zum Juniorbett ausziehen. Exkl. Matratze um € 849,95. www.sebra.dk

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Mama & Baby

Gesundes Wachstum – im doppelten Sinn

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© Mila Zytka (4)

Seit über 40 Jahren steht das österreichische Unternehmen MAM für hochwertige Babyartikel und ist bei Schnullern und Babyflaschen in vielen Ländern Marktführer. Dazu trägt seit den frühen 90ern auch das ungarische Werk in Vaskeresztes bei, das nach mehrjähriger Umbauphase in neuem Glanz und nun fast 40 Mal größer ist als zu Beginn. Eine Erfolgsgeschichte. von markus höller

Babys erkunden in den ersten Lebensmonaten die Welt vor allem mit dem Mund – auch das Füttern bzw. das beruhigende Nuckeln am Schnuller ist in dieser Zeit wichtig für die Interaktion des kleinen Erdenbürgers mit seiner Umwelt. Da die Zahnanlagen, Kiefer und das Immunsystem noch sehr empfindlich sind, sollten Schnuller, Sauger, Fläschchen, Beißringe usw. besonders bedacht ausgewählt werden. Richtige Formgebung, sorgfältige Fertigung, geprüfte Qualität und ausgesuchte Materialien helfen, Verletzungen, giftige Chemikalien oder spätere Gebissfehlstellungen zu verhindern. Der 1976 in Wien gegründete Babyartikelhersteller MAM zählt heute vielerorts zu den Marktführern bei Schnullern und hilft mit, Babys auf der ganzen Welt bei dieser heiklen Wachstums-phase bestmöglich zu begleiten. Wachstum mit Verantwortung Überlegungen zum Thema gesundes Wachstum finden bei MAM aber nicht nur hinsichtlich der Produkte, sondern auch bei der eigenen Unternehmensstrategie statt. Das beste Beispiel ist das ungarische Werk in Vaskeresztes, unweit der österreichischen Grenze. „Großdorf“ (so die deutsche 52 | w i n t er 2019 /20

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Übersetzung) beherbergt gerade mal 343 Seelen und wurde unmittelbar nach der Wende im November 1990 von MAMFirmengründer Peter Röhrig persönlich ausgewählt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Goldgriff, denn das ursprünglich nur 376 Quadratmeter kleine Werk entwickelte sich prächtig und steht nun, nach einem ersten Ausbau 1994 und der 2015 begonnenen zweiten Erweiterung mit über 14.000 Quadratmetern und 529 Angestellten ausgezeichnet da. Der größte Betrieb der Region gibt nun Menschen aus bis zu 50 km Entfernung Arbeit – ein stabiler wirtschaftlicher und sozialer Faktor. Nachhaltig Dabei standen eine besonders ressourcenschonende Vorgehensweise und Rücksicht auf das Umland an oberster Stelle. So bekam man das unvermeidlich höhere Verkehrsaufkommen durch die in drei Schichten arbeitenden Beschäftigten mittels werkseigener Shuttlebusse in den Griff. Penible Luftfilterung und Mülltrennung verstehen sich ohnehin von selbst, die Installation einer Photovoltaik-Anlage am Dach und gleichzeitige energieeffiziente Isolierung, Schattierung und LED-Beleuch-

tung reduzieren den ökologischen Fußabdruck nochmals deutlich. Die Anschaffung modernster Maschinen verbessert nicht nur den Ressourcenverbrauch, sondern entlastet die Mitarbeiter/-innen und bietet ihnen somit mehr Raum für Kreativität und die Weiterbildung anhand modernster Industriestandards. Der Frauenanteil der Beschäftigten ist mit 81 % bemerkenswert hoch, mit den für einen so kleinen Ort substanziellen Gewerbesteuern wurde die lokale Infrastruktur in den letzten 25 Jahren massiv verbessert. Kindergärten, die Einrichtung von lokalen freiwilligen Feuerwachen, Parks, Hotelgewerbe, Zahnheilkunde, Hausarztdienst sowie Veranstaltungen in der Region und die Unterstützung benachbarter Gemeinden sprechen eine deutliche Sprache. MAM zeigt vor, wie verantwortungsvolles Wachstum geht! Übrigens: Der Nachhaltigkeitsbericht 2018 und weiterführende Unternehmens- und Produktinformationen von MAM können unter www.mambaby.com heruntergeladen werden. Darüber hinaus weist der Nachhaltigkeitsbericht mit dem wissenschaftlichen Teil das Engagement des Unternehmens nach.

www.mambaby.com

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Mama & Baby

Einfach beruhigend Babys lieben es, zu saugen und zu nuckeln. Es schafft Geborgenheit und Entspannung; Stress, Unbehagen und Anspannung sind im Nu vergessen. Doch bei der Wahl des richtigen Schnullers ist Vorsicht geboten.

© MAM Babyartikel

Nichts beruhigt Babys mehr als Saugen. Schon während der Schwangerschaft trainieren sie es mithilfe ihrer Finger; sind sie auf der Welt, testen sie alles, was in Reichweite ist, auf seine Qualitäten als Saugobjekt: Kuscheltiere, Stoffwindeln, Mamas Schal – oder Schnuller. Da das nahrungsunabhängige Saugen ein wichtiger Beruhigungsmechanismus ist, ist die Verwendung eines Schnullers auch aus medizinischer Sicht sinnvoll – vor allem bei Frühgeborenen. So kann er dafür sorgen, dass Babys sich in Stresssituationen oder bei Schmerzen leichter beruhigen. Doch nicht alles, woran ein Baby freudig saugt, ist auch ein guter Sauger. Neben der Mutterbrust unterstützt nur ein kiefergerechter Schnuller die gesunde Entwicklung. Schnuller ist nicht gleich Schnuller Bei der Wahl des Schnullers ist Vorsicht geboten, denn ungeeignete Modelle können Zahnfehlstellungen verursachen. Hochwertige Schnuller sind anatomisch korrekt geformt, qualitätsgeprüft und aus

babysicheren Materialien. Sie sorgen dafür, dass sich Kiefer, Zähne und Gaumen gesund entwickeln. Beim Schnullerkauf sollte man auf ein flaches, weiches und symmetrisches Saugteil achten. Nur ein dünner Schnullerhals passt sich jedem Kindermund individuell an, garantiert einen guten Mund- und Lippenschluss und das ungehinderte Durchbrechen der Zähne. Ein symmetrisches Saugteil sorgt dafür, dass der Schnuller immer richtig im Mund liegt – egal, wie das Kind ihn dreht und wendet. Nicht zu empfehlen sind nach Ansicht einiger Zahnärzte/-innen und Kieferorthopäd(inn)en hingegen Schnullerexemplare mit rundem Saugstück, sogenannte Kirschsauger. Sie drücken die Zunge nach unten und hinten weg, was zu Problemen bei der Gebissentwicklung und in weiterer Folge auch zu Problemen bei der Sprachentwicklung führen kann. MAM Perfect – die perfekte Wahl Der MAM Perfect wurde entwickelt, um das Risiko von Zahnfehlstellungen zu re-

duzieren, er ist 60 % dünner und vier Mal flexibler als herkömmliche Schnuller. Dr. Yvonne Wagner, Zahnärztin am Universitätsklinikum Jena, untersuchte in einer Langzeitstudie* die Auswirkung des MAM Perfect Schnullers auf die Zahnund Kieferentwicklung. Das Ergebnis: Im Gegensatz zu herkömmlichen Silikonschnullern reduziert der MAM Perfect dank des dünnen und flexiblen Saugerhalses das Risiko von Zahnfehlstellungen wie offenem Biss („Open Bite“) oder vergrößertem Überbiss („Overjet“). Maximaler Komfort Genau wie der MAM Perfect wurde auch der neue MAM Comfort in enger Zusammenarbeit mit medizinischen Experten entwickelt. Der speziell für Früh- und Neugeborene entworfene Schnuller besteht vollständig aus weichem Silikon, das besonders hygienisch, langlebig und leicht zu reinigen ist. Durch sein extra leichtes Gewicht kann der MAM Comfort besonders einfach im Mund gehalten werden – damit auch die Allerkleinsten schnell wieder zur Ruhe finden.

*Y. Wagner, R. Heinrich-Weltzien: „Effect of a thin-neck pacifier on primary dentition: a randomized controlled trial“, Orthodontics & Craniofacial Research, Volume 19, Issue 3, S. 127–136, August 2016. w i n t er 2019 /20 |

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Mode & Pflege © Hersteller (10), frechverlag (1), frechverlag/Sara Johannessen (1)

Welche Wolle wollen wir? • Waldspaziergang • Me Time für Mama

Häng dir eine um! Ideal für die Last-Minute-Adventkalender-Bestückung oder als i-Pünktelchen zum Weihnachtsoutfit: Die entzückenden Halsketten von Meri Meri sorgen für eine Extraportion Festtagsstimmung. Engel-Kette um € 23,–, Rentier-Kette um € 12,–. Erhältlich bei www.mina-lola.com

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Gar nicht hässlich!

In der Liste der kuriosesten Feiertage ist er Jahr für Jahr ein Fixstarter. Dieses Jahr wird der „Ugly Christr mas Sweater Day“ am 20. Dezembe r (abe hte begangen. Wer mitfeiern möc mit e gern und ) alles andere als ugly den Stricknadeln klappert: Passende Ideen finden sich im Buch “Witzige vik Weihnachtspullover” von Siv Dyy mit – g idsla fl und Østre Aker Hus lustigen Rentieren, angeknabbertem aum Lebkuchenmann, als Weihnachtsb eeSchn in Lebensgröße oder süße g, mannfamilie. An die Nadeln, ferti verfrech im P TOP bei en los! Erschien 0. 18,5 € um lag

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Mode & Pflege

Welche Wolle wollen wir?

© Sam Carter (1), Armedangels (1), strick-mir-was.at (2), biowol.at (1)

Sie ist kuschelweich, warm und kratzt nicht: Merinowolle scheint das ideale Material für empfindliche Baby- und Kinderhaut zu sein. Die Methoden der Wollindustrie sind jedoch leider alles andere als sanft. Warum wir uns um die Herkunft unserer Wolle scheren sollten … von eva maria wagner

Glückliche Schafe, die auf der Weide grasen? In kleinen Betrieben durchaus Realität. In der Massenproduktion von Merinowolle leider nicht. Wer Wolle kaufen will, die ohne Tierleid produziert wurde, sollte sich daher genau nach ihrer Herkunft erkundigen.

Das Naturmaterial Wolle hat einen guten Ruf und ist bei frischgebackenen Eltern sehr beliebt. Vor allem Garne und Kleidung aus der Wolle des Merinoschafes liegen voll im Trend. Die feinen Fasern sind kuschelweich und kratzen nicht. Außerdem sind sie wärmeregulierend, feuchtigkeitsabweisend und geruchsneutral. Das hat auch die Outdoor-Industrie längst erkannt. Funktionsunterwäsche, Sportkleidung, Socken – die Auswahl an Kleidung mit Merinowolle ist groß. Schafwolle? Irgendwie denkt man dabei

an flauschige Schafherden auf grünen Wiesen. Ab und zu kommt der Bauer vorbei und befreit die Paarhufer eigenhändig von ihrem dicken Wollkleid. Eine idyllische Vorstellung. In den meisten Fällen schaut die Realität leider anders aus. Vor allem, wenn man an die Wollproduktion im großen Stil denkt. Australien ist der größte Wollproduzent und Hauptlieferant für Merinowolle weltweit. Der Kontinent gilt aber auch als das schwarze Schaf der Wollindustrie. Während sich in Neuseeland und in Südamerika die Verhältnisse

in der Schafzucht etwas gebessert haben, werden in Australien nach wie vor äußerst bedenkliche Praktiken angewandt. Die dunkle Seite der australischen Wollindustrie Ohne den Eingriff des Menschen würden Schafe nur so viel Wolle produzieren, wie sie für ihren eigenen Schutz vor Witterungen benötigen. Durch langjährige Zuchtanstrengungen wurde den Schafen dieser natürliche Fellwechsel allerdings weggezüchtet. So ist die Prozedur des

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Sanfte Schur: Professionelles Scheren muss keineswegs mit Tierleid verbunden sein. Dazu wird das Schaf auf sein Hinterteil gesetzt und alle vier Beine ragen in die Luft. So wird das Schaf ohne Verletzungsrisiko ruhig gestellt.

Scherens notwendig geworden. „Den Merinoschafen wurde sogar eine besonders faltige Haut angezüchtet, damit mehr Oberfläche pro Schaf entsteht und sich die Wollausbeute erhöht“, erzählt Hemma Brandstetter. Die Niederösterreicherin gründete ein Wollfachgeschäft, das sich auf Biowolle und vegane Garne spezialisiert hat. Nun ist es genau diese faltige Haut, die für große Probleme sorgt. In den Hautfalten der Schafe sammeln sich im After- und Genitalbereich Feuchtigkeit, Schmutz und Urin. Ein Paradies für angelockte Fliegen. Diese nisten sich in die Falten ein und legen ihre Eier dort ab. Die geschlüpften Larven ernähren sich vom Fleisch der Tiere und fressen die Schafe sozusagen bei lebendigem Leibe auf. Um dies zu verhindern, wird eine qualvolle Praxis angewandt. Das sogenannte „Mulesing“. Dabei werden jungen Merinoschafen ohne Betäubung handtellergroße Hautund Fleischstreifen rund um den After herausgeschnitten. Wundversorgung und Die besonders feinen Fasern der Merinowolle sind ideal für Baby- und Kinderhaut. Die Wolle kratzt nicht, reguliert die Wärme und ist geruchsneutral. Am besten greift man zu Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung und zu GOTS-zertifizierten Produkten.

Schmerzmittel? Oft Fehlanzeige! Einige Schafe verenden an eitrigen Infektionen der Wundstelle. Trotzdem „rechnet“ sich die Praxis für die Farmer. Das vernarbte Gewebe bietet keine Angriffsfläche mehr für Fliegeneier. Gewaltsame Schur Sind die Wunden verheilt und ist das Wollkleid gewachsen, dann wird geschoren. Dass dabei mit feiner Klinge gearbeitet wird, lässt uns die Wollindustrie gerne glauben. Tatsächlich ist das Scheren der Schafe aber alles andere als ein Friseurbesuch. Oft laden die Farmer

professionelle Schafscherer ein, die sich in Akkordarbeit ein Schaf nach dem anderen vornehmen. „Die Scherer werden pro Schaf und nicht pro Stunde bezahlt“, erzählt Hemma Brandstetter. Je mehr Schafe man in kurzer Zeit schafft, desto mehr Geld schaut am Ende des Tages heraus. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie so eine Turboschur aussieht. Gewaltsam und brutal, so beschreibt die Tierschutzorganisation PETA die Prozedur. Nicht selten erleiden die Tiere schmerzhafte Schnittwunden, die oft unversorgt bleiben. Ungeschoren kommt hier jedenfalls kein Schaf davon.

Mit gutem Gewissen Wolle kaufen www.strick-mir-was.at ist derzeit das einzige Online-Wollfachgeschäft, das ausschließlich mulesingfreie Wolle im Sortiment hat und sich auf Biowolle und vegane Garne spezialisiert hat. www.biowol.at ist die daraus entstandene Eigenmarke, die ausschließlich österreichische Biowolle von heimischen Schafen aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) zu verschiedenen Bio-Naturprodukten wie Heilwolle, Düngerpellets oder Wollkügelchen verarbeitet. Für diese Initiative wurde Hemma Brandstetter für den Energy Globe Award 2019 nominiert.

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© Privat (1), Andreea Popa (1)

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Damit ist der Leidensweg aber noch nicht vorbei. Stimmt der Wollertrag nicht mehr, treten die Schafe ihre letzte Reise an. Auf riesigen Containerschiffen werden sie in den Nahen Osten oder nach Nordafrika verfrachtet. „Lebendexport“ werden diese Fahrten genannt. Die Bedingungen an Bord sind laut Tierschutzorganisationen katastrophal; bis zu 75.000 Schafe werden auf

einem Schiff zusammengepfercht. Es herrschen extreme Temperaturen. Die Schafe stehen wochenlang in ihren eigenen Exkrementen. Die Versorgung ist, wenn überhaupt vorhanden, äußerst mangelhaft. Viele Tiere überleben die Fahrt nicht und werden über Bord geworfen. Jene Schafe, die die Zielländer erreichen, erwartet ein unschöner Tod im Schlachthaus.

Die Alternativen Auch wenn diese Schilderungen nervenaufreibend sind, ist der Blick hinter die Kulissen wichtig. Denn es gibt Alternativen, wenngleich man für diese etwas genauer hinschauen muss. „Auf den Banderolen der Garne ist nicht immer ersichtlich, ob das Produkt mulesingfrei ist oder nicht. Auch die Herkunft der Wolle ist manchmal nicht rückverfolgbar“, sagt Hemma Brandstetter. Ebenso ist in der Bekleidungsindustrie die gesamte Produktionskette oft schwer nachvollziehbar. Doch wer suchet, der findet Kaufgelegenheiten, die ethisch und ökologisch vertretbar sind. Das können zertifizierte Garne aus kontrolliert biologischer Tierhaltung sein. Oder der bewusste Konsum von Merinoprodukten bei Ökomarken, die sich mit ihrer Firmenphilosophie klar gegen Tierleid in der Kleidungsindustrie positionieren. „Auch tierfreie Materialien, wie Biobaumwolle oder vegane Garne können eine gute Alternative sein“, so Hemma Brandstetter. Es lohnt sich jedenfalls, beim Wollkauf die Augen offen zu halten und beim Hersteller direkt oder bei den Händlern nachzufragen.

„Kontrolliert biologische Standards sollten eingehalten werden“ Wie sind Sie „auf die Wolle gekommen“? Hemma C. Brandstetter: Die Strickerei ist schon länger eine große Leidenschaft von mir. Man kann sagen: Ich habe mit dem Stricken angefangen und nie wieder damit aufgehört. Als ich dann meine Kinder bekam, war der richtige Zeitpunkt für eine berufliche Veränderung, und ich baute meine Wollgeschäfte auf.

Interview

Hemma C. Brandstetter hat mehrere Jahre in einer Tierschutzorganisation und als Unternehmensberaterin gearbeitet, bevor sie sich mit ihren Wollgeschäften selbstständig gemacht hat. www.biowol.at www.strick-mir-was.at

Wenn die Produktion von Merinowolle in Australien so zweifelhaft ist, warum greift man dann nicht auf heimische Merinowolle zurück? Es gibt gute Merinowolle aus heimischer Produktion. Ich biete zum Beispiel eine Bio- Merinowolle an, die zu 100 % von österreichischen Schafen aus kontrolliert biologischer Tierhaltung stammt. Man muss allerdings dazusagen, dass die Wolle zwar im Vergleich zur herkömmlichen Schafschurwolle weicher ist, an die Feinheit der Merinowolle aus Australien, Neuseeland und Südamerika kommt sie jedoch nicht heran. Ich kann verstehen, wenn sensible Kinder sagen, dass die Wolle zu kratzig ist. Da gilt es dann, nach Alternativen zu suchen.

Welche Alternativen könnten das sein? Es gibt vegane Wolle, die sich zum Stricken für Kinder eignet. Hier würde ich vor allem Garne aus Biobaumwolle empfehlen. Es gibt aber auch Garne aus Mais oder Bambus. Aber egal, ob Schafwolle oder vegane Wolle: Kontrolliert biologische Standards sollten in jedem Fall eingehalten werden. Bei meinem Sortiment achte ich besonders auf eine chlorfreie Verarbeitung und auf den Einsatz von Pflanzenfarben. Ich verzichte bewusst auf die Verwendung und den Verkauf von aus Tierschutzsicht bedenklicher Wolle. Kann man dem Siegel GOTS (Global Organic Textile Standard) vertrauen? Ein GOTS-Zertifikat erhalten Produkte nur dann, wenn die gesamte Produktionskette nachvollziehbar ist und strenge soziale und ökologische Standards eingehalten werden. Das reicht von der Produktion ohne Tierleid über die Vermeidung bestimmter Chemikalien bis hin zur Einhaltung ethischer und fairer Arbeitsbedingungen und Entlohnung. Verunsicherten Eltern kann ich daher raten, kontrolliert biologische Wolle mit GOTSZertifikat zu erwerben. Damit ist man auf der sicheren Seite.

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Waldspaziergang

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Nix hier mit Winterruhe! Ob Häschen, Fuchs, Eichhörnchen, Dachs oder Bär – diese tierischen Stücke schreien ganz laut: „Oh, wie süß!“

Lederpatschen Weiche Krabbelschuhe von Easy Peasy (Gr. 18–23), um € 48,– bei www.kleines-schuhwerk.at

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Handgenäht in Österreich Bequeme Bio-Hose mit Fuchs und Bär (Gr. 50–116), von proudbaby um € 34,90. www.proudbaby.at

Ausgefuchst Kleid mit Fuchsprint und seitlichen Taschen von Rylee + Cru (3 Mon.–9 J.), um € 55,– bei www.smallable.com

Rehlein, hüpf! Velours-Schlafanzug und Mütze (Gr. 56–80), von Mini Boden um € 40,–. www.bodendirect.at

Frechdachs Kapuzenpulli aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle (2–14 J.), von Soft Gallery um € 67,–. www.softgallery.dk

Taschenfuchs Baby-Schlafanzug aus Biobaumwolle (Gr. 62–92), von C&A um € 9,90. www.c-and-a.com

Einen Bären aufbinden Bäriger Lederrucksack „Kapi“ von Donsje Amsterdam, um € 79,– bei haselundgretel.at

Da steppt der Bär Sweatshirt aus GOTSzertifizierter Biobaumwolle (Gr. 56–58), von Ernsting’s Family um € 9,99. www.ernstings-family.at Waldrunde Kleid aus GOTS-Biobaumwolle Waldkulisse (Gr. 92–128), von Lindex um € 17,99. www.lindex.com

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Gut gewickelt Eichhörnchen-Body aus GOTSBiobaumwolle von Walkiddy (Gr. 50–92), um € 19,99 bei www.daantje-shop.com

Bis über die Ohren Weiche Babymütze aus 100 % Alpakawolle von Huttelihut (3–18 Mon.), um € 49,– bei bunnybogart.com w i n t er 2019 /20 |

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Mode & Pflege

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Me Time für Mama

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Zwischen Adventkalender befüllen, Nikolo spielen und Kekse backen können wir eine kleine Verwöhn-Auszeit gut gebrauchen. Funktioniert auch in den eigenen vier Wänden – Home Spa, wir kommen!

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Mode & Pflege

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Essen und Gesundheit Rote-Nasen-Medizin • Erkältung, adieu! • In der Weihnachtsbäckerei ... Bananennussbrot • Wenn der Rücken wehtut Geht uns auf den Keks

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Rote-Nasen-Medizin Seit 25 Jahren bringen die Rote Nasen Clowndoctors Humor in den Krankenhausalltag von Kindern. Anlässlich des Jubiläums hat Tipi hinter die Kulissen der österreichischen Hilfsorganisation geblickt und ergründet, wie eine verordnete Dosis Humor ein ganzes Gesundheitssystem aufwertet. von inez ardelt Lachen ist gesund, das sagt nicht nur der Volksmund, das beweisen mittlerweile auch Studien. Und es gibt sogar ein eigenes Fachgebiet, die „Gelotologie“, das sich mit den Effekten des Lachens auf die physische und psychische Gesundheit des Menschen beschäftigt. Dabei wurde erkannt, dass Lachen Heilungsprozesse im Körper fördert. Beim Lachen werden vom Gehirn weniger Stresshormone wie Adrenalin oder Kortison produziert, außerdem wird vermehrt Serotonin ausgestoßen, das allgemeinhin als Glückshormon bekannt ist. Lange bevor es Forschungen in diese Richtung gab, hatten Giora Seeliger und Monica Culen bereits die Vision, Menschen, insbesondere kranke Kinder im Spital, durch Lachen wieder schneller gesund zu machen. 1994 gründeten sie die Hilfsorganisation „Rote Nasen“ in Wien. 25 Jahre später gehört die verschriebene Erheiterung dank ihres Vorstoßes bereits in vielen Krankenhäusern zum guten Ton. Giora Seeliger erinnert sich zurück: „In einem Artikel im Life Magazine habe ich von einem Projekt in New York gelesen: Da gingen Clowns aus dem Zirkus ins Krankenhaus, um dort regelmäßig ihre Runden zu drehen. Von der Arbeit auf der Bühne, wo Humor eine große Rolle spielt, wusste ich, dass Lachen immer etwas Verbindendes zwischen dem Zuschauer und dem Darsteller ist. Er lässt den Zuschauer dann mit einem positiven Gefühl der Stärkung, der Sympathie, der Empathie, der Vision nach Hause gehen.“ Als Seeliger den Artikel fertig gelesen hatte, war ihm augenblicklich klar, dass ein Clown hin und wieder seine Zirkusarena auch verlassen und in „die Höhle des Löwen“ gehen muss. „Denn dann können wir in neuralgischen Momenten, wie bei einem Krankenhausschicksal, genau diese Effekte erzielen, die schlussendlich Vitalität bedeuten und schneller zur Genesung führen.“ Von der Vision zur Mission Seeligers Vision wurde zu einer Mission und ist ein Vierteljahrhundert später bereits um das Attribut „international“ erweitert worden. Seit 2003 wurden

von Österreich aus weitere Rote Nasen Organisationen in Deutschland, Ungarn, Slowenien, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Kroatien, Polen, Litauen und Palästina erfolgreich aufgebaut. Das „große Erlebnis des gemeinsamen Humors“, wie Seeliger es nennt, wird von speziell ausgebildeten Künstlerinnen und Künstlern zu schwerkranken Kindern in Krankenhäuser, zu Senior(inn)en in Pflegeheimen und Patient(inn)en jeden Alters in Rehabilitationskliniken, aber auch in Flüchtlingslager wie etwa in Griechenland gebracht. In Zahlen sind das 17.000 Besuche bei mehr als 540.000 Patient(inn)en rund um den Erdball. Die Arbeit der Rote Nasen Clowndoctors setzt dort an, wo die Medizin oft um Lösungen verlegen ist. Mit Späßen, Liedern, Zaubertricks und viel Einfühlungsvermögen bringen sie Momente des Glücks und der Leichtigkeit in den oft tristen und belastenden Alltag ihrer „Patient(inn)en“. Eine Maxime dabei ist der Unterschied zwischen Empathie und Mitleid. „Das geht jedem so, der in einem Krankenhaus arbeitet. Wir müssen uns in den Patienten hineinfühlen. Aber wir können nicht vor lauter Mitleid unsere Arbeit niederlegen, denn in zehn Minuten kommt schon der nächste Patient, und für den müssen wir vorurteilsfrei und ,bereinigt‘ sein. Deshalb ist das so wichtig: Empathie ja, Mitleid nein!“, erzählt Seeliger. Der Erfolg seiner Roten Nasen, die er heute als Coach ausbildet, besteht vor allem darin, dass die Clowns auf besonders liebenswürdige Art und Weise das Scheitern legitimieren. „In einer misslichen Lage ist Humor ein Licht, das einem trotz einer schlimmen Lage wieder hilft, das Lachen zu finden. Es geht viel um Akzeptanz und gleichzeitig darum, das Beste daraus machen. Es ist ein Befreiungsschlag gegenüber dem eigenen Schicksal.“ Manche Krankheiten seien nicht nur temporär, manches ließe sich nicht rückgängig machen – dennoch könne man ein erfülltes Leben haben, so das Fazit. „Da helfen einem die Clowns sehr stark, über Humor an dem Rendezvous mit dem Leben teilzunehmen“, weiß Giora Seeliger.

Giora Seeliger

hat 1994 gemeinsam mit Monika Culen die Rote Nasen Clowndoctors gegründet. Der gebürtige Israeli ist künstlerischer Leiter der Rote Nasen Gruppen. Er ist verantwortlich für die künstlerische Qualität der Rote Nasen Clowns in zehn Ländern, kümmert sich um die Schulungen und hat ein Curriculum aufgesetzt, in dem die Clowns ein strenges Schulungsprozedere durchlaufen. Seeliger ist selbst ehemaliger Clown und Regisseur. www.rotenasen.at

„Wir behandeln mehr das narrische als das gebrochene Bein.“ Zum Gesundwerden brauchen Kinder mehr als Medizin. Welche Rolle spielt der Clown dabei? Giora Seeliger: Wir erleben in den letzten Jahren, dass die Diskussion um „Well being“ stärker geworden ist. Wir waren da sicherlich Vorreiter. Das Anliegen des Clowns ist es ja, dass sich das Kind wohlfühlt in dieser fremden, für ihn vielleicht angsteinflößenden Situation. Und damit sich das Kind wohlfühlen kann, muss es dort kindgerecht zugehen. Wir w i n t er 2019 /20 |

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Zahlen & Fakten

© Julia Dragosits (1)

• 76 Rote Nasen Clowns sind täglich in Wien, Niederösterreich, Kärnten, Tirol, der Steiermark und im Burgenland im Einsatz. • Im Jahr 2018 haben Rote Nasen Clowns bei rund 4.300 Clownbesuchen 170.000 Menschen erreicht. • Von Österreich ausgehend sind Rote Nasen bereits in 10 Ländern aktiv. • 2018 besuchten mehr als 380 Clowns ca. 540.000 Patient(inn)en in rund 800 medizinischen und sozialen Einrichtungen in den Partnerorganisationen in Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Deutschland, Polen, Litauen und in den palästinensischen Gebieten. Quelle: Jahresbericht Rote Nasen 2018, rotenasen.at

waren immer die Anwälte der Kinder im Krankenhaus, die gefragt haben, was es braucht, damit das Wohlfühlen des Kindes garantiert ist! Ohne Übertreibung kann man sagen, dass mit den Roten Nasen auf den Krankenstationen mehr Menschlichkeit Einzug gehalten hat. Welchen Einfluss hatte das auf das Gesundheitssystem in Österreich und in anderen Ländern? Ich fange mit unseren letzten Erfolgen an: Wir begleiten Kinder mittlerweile zu Operationen, sind bei Untersuchungen dabei, vor denen sie mehr Angst haben als nötig. Wir begleiten sie zu Behandlungen, vor denen sie sich fürchten, um ihnen die Sicherheit zu geben, dass alles gut gehen wird. Auch wenn der Nadelstich kurz piekst, singen wir danach das Lied noch zu Ende, das wir angefangen haben. Wir balancieren die Stimmung. Was bleibt, ist nicht die Erinnerung an den Piekser, sondern die vollendete harmonische Situation. Ist der Fokus des Krankenhauspersonals ein anderer? In einem Krankenhaus kann es schnell passieren, dass man sehr stark auf Krankheiten fixiert ist. Das medizinische Personal sieht aus Stress oft nur mehr „die Lungenentzündung auf Zimmer 10“. Das Kind hat dann keinen Namen, keine Bedürfnisse mehr. Es hat vielleicht Heimweh, verpasst ein wichtiges Fußballspiel mit seiner Klasse – es gibt so viele andere Gründe neben der Lungenentzündung, die es im Moment an seinem Wohlfühlen hindern. Es ist gar nicht immer die Lungenentzündung! Hier setzen wir an. Wir wissen, dass das Kind

Seelische Unterstützung kommt von den Rote Nasen Clowndoctors. Denn mit Humor wird man schneller gesund.

Geburtstag hat oder finden es heraus, wir wissen, dass es um das Fußballspiel geht, etc. Wir setzen all diese Dinge wieder in den Mittelpunkt und nicht die Krankheit! Viele Krankenschwestern wollen Teil daran haben und machen sogar Workshops bei uns, damit sie das, was für sie nützlich ist, einsetzen können. Wir bringen noch mehr Menschlichkeit ins Gesundheitssystem und versuchen, den Humor zu etablieren, damit es einfach leichter läuft. Wir behandeln mehr das narrische Bein als das gebrochene Bein. Die Ärzte schauen oft nur auf das gebrochene Bein – wir schauen auf die Seele! Wir stehen dabei aber in keinerlei Konkurrenz zu den Ärzten. Wie gut, dass es die Medizin gibt! Wie stärkt Humor die Selbstheilungskräfte der jungen Patient(inn)en? Ein Kind, das im Krankenhaus ist, ist „depriviert“. Das heißt, es ist aus seiner privaten Situation herausgerissen und in einer Situation, die nicht mehr selbstbestimmt, sondern fremdbestimmt ist. Diese Deprivation kann einen noch mehr krankmachen. Das Gegenteil ist Humor, der viele positive Effekte hat. Das gemeinsame und individuelle Erlebnis stärkt die Vitalität. In dieser unbekannten, oft angsteinflößenden Situation im Spital kommt der Clown, den man mal auf den Arm nehmen kann, mit ihm Abenteuer erleben, wunderbar gemeinsam lachen und über ihn lachen kann. Das alles stärkt das Selbstvertrauen und das Wohlbefinden und führt letztendlich zu einer schnelleren Genesung.

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus dem Krankenhaus, die Sie besonders berührt hat? Da war einmal ein Kind, das auf der Intensivstation lag – ganz allein in einem Raum. Die Mutter ist uns nach der Visite nachgelaufen und hat uns gebeten, dass wir zu dem kleinen Mädchen kommen. Es lag sehr ermattet auf dem Bett, die Geräte piepsten und die Lampen leuchteten – schlicht: eine Situation, die nicht aufbauend, sondern ziemlich furchterregend war. Wir haben dann etwas für Clowns ganz Klassisches gemacht: mit farbigen Tüchern jongliert, Musik gespielt. Immer mehr flog ein Lächeln auf die Lippen des Mädchens. Es kam aus seiner Lethargie heraus und hat uns wie ein „ganz normaler Zuschauer“ angeschaut und mit seinem Lächeln und seinem Gesicht auf uns reagiert. Seine volle Anteilnahme hat sich automatisch auf die Eltern übertragen, die natürlich glücklich waren, ihr Kind wieder einmal so zu sehen. Normal wie ein Kind und nicht wie ein „Fall“. Die Eltern konnten wohl danach anknüpfen und dem Kind die Vision davon geben, wo es bald wieder hinkommt. Wie hilft Humor bei Lebenskrisen? Humor ist immer ein Angebot an das Leben! Eine Sache, die man teilen kann. Schon bei Säuglingen, die zu lächeln beginnen, merken wir, dass das Kommunikation bedeutet. Wir Eltern freuen uns wie die Schneekönige, wenn das Kind uns anlächelt. Wir wiederholen es, und das Kind lacht jedes Mal. Dieser Kreislauf kann ewig gehen, und wir stellen uns dieser Freude.

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© Freepik (1), Fischmeister (1)

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Erkältung, adieu! Husten, Schnupfen, Heiserkeit – gerade in der kalten Jahreszeit sind Kinder ständig verkühlt und tauschen einen Infekt gegen den nächsten. Wieso das so ist und welche Maßnahmen helfen, um die Abwehrkräfte der Kleinen zu stärken, haben uns Kinderarzt Dr. Gustav Fischmeister und TCM-Ernährungsberaterin Pascale Neuens verraten. von tanja holz Weshalb werden Kinder häufiger von Infektionen befallen als Erwachsene? Gustav Fischmeister: Kinder kommen mit einem Immunsystem auf die Welt, das nur gewisse grundlegende Dinge kann. Der Kontakt mit Viren und Bakterien muss erst stattfinden, bevor das Immunsystem quasi vollwertig wird, deswegen sind Kinder anfälliger gegenüber Virusinfekten, Verkühlungen und anderen Infekten. Sobald die Kinder größer werden

und in die Communities wie Krippe oder Kindergarten kommen, treffen sie dort natürlich auf andere Kinder und dadurch auch auf Infekte, die das Immunsystem fordern. Der Kontakt mit Viren und Bakterien ist für das Immunsystem erforderlich, um zu lernen, sich dagegen zu wehren. Das heißt, das Immunsystem braucht Erkrankungen, um sich überhaupt erst auszubilden? Ja, aber wenn es keine Erkrankungen gäbe, würde es natürlich keine Infekte brauchen. Nehmen wir beispielsweise ein Kind, das nie einen Infekt hat, weil es unter einen Glassturz

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Interview

» Der Kontakt mit Viren ist für das Immunsystem erforderlich, um zu lernen, sich dagegen zu wehren. « Gustav Fischmeister

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gestellt wird. Sobald es schulpflichtig ist und unter andere Kinder kommt, wird es dauernd krank sein und ständig fehlen. Üblicherweise erledigen die Kinder die Infekte meist in der Kindergartenzeit und sind dadurch in der Schulzeit nur mehr selten krank. Wie lange sollte ich mein Baby vor Bakterien und Viren schützen? Im ersten Lebensjahr sollte man sehr behutsam sein und Infekten eher aus dem Weg gehen, ganz vermeidbar ist der Kontakt natürlich aber trotzdem nicht. Um das Kind vor Ansteckungen zu schützen, ist es außerdem wichtig, im vorgegebenen Zeitplan mit Impfungen zu beginnen. Bei einer Impfung werden krankheitsähnliche Bestandteile unter die Haut gebracht, der Körper verspürt an der Stelle einen Reiz, wehrt sich dagegen und baut durch diese Erkenntnis ein Immunsystem auf. Impfungen haben uns viele schlimme Erkrankungen erspart, und das Kind kann sich dadurch gegen lebensgefährliche Viruserkrankungen wie beispielsweise Masern schützen. Wie oft erkranken Kinder im Schnitt pro Jahr an Infekten? Man sagt, jeder Mensch erkrankt in etwa drei bis fünf Mal pro Jahr an Infekten. Bei Kleinkindern, die gerade im Kindergarten sind, können es auch einmal 10 bis 12 Infekte im Jahr sein. Diese sind überwiegend in der kalten Jahreszeit, weshalb viele Eltern das Gefühl haben, ihr Kind sei nur mehr krank. Die kalte Jahreszeit ist prädestiniert für Verkühlungen und Co., und es kann auch vorkommen, dass ein Infekt in den anderen übergeht, und das darf auch so sein. Wichtig ist es, regelmäßig zum Kinderarzt gehen, um abklären zu lassen, ob es prädisponierte Faktoren gibt. Wenn Kinder beispielsweise Polypen in der Nase entwickeln und die Nasenatmung dadurch so beengt ist, dass mechanische Belüftungsprobleme entstehen, oder wenn die Tonsillen durch einen schweren Virusinfekt kaputt sind, können vermehrt Infekte auftreten.

Primar Univ.-Doz. Dr. Gustav Fischmeister, MSc ndist Facharzt für Kinder- und Juge leiichs bere 8 201 bis war , heilkunde erKind a Ann St. am t rarz tender Obe und n Wie in en Prax t führ spital und St. Veit im Pongau. www.gesundekinder.at

Wie viel Hygiene ist gut für das Immunsystem? Hygiene kann lebensrettend sein, vor allem bei kranken Kindern mit Immundefekten. Bei gesunden Kindern soll man es nicht übertreiben und auch keine Desinfektionsmittel verwenden. Es reicht völlig, dem Kind beizubringen, sich vor allem vor dem Essen oder wenn sie draußen in der Erde oder im Schmutz gespielt haben, die Hände zu waschen. Desinfektionsmittel machen eine Keimselektion, bei der auch die gesunden Hautkeime zerstört werden. Ein ausgewogenes Verhältnis an Keimen, auch in Mund und Darm, halten uns gesund. Eine ausgewogene Darmflora ist zum Beispiel wichtig für ein gesundes Immunsystem. In sterilen Verhältnissen zu leben, würde unser sogenanntes Mikrobiom im Darm verändern, unsere Gesundheit beeinflussen und eventuell die Neigung zu Allergien verstärken. Wann sollte man abklären, ob eine Immunschwäche vorliegt? Es gibt klare Kriterien, ab wann sich der Kinderarzt das anschauen sollte. Wenn ein Kind ständig brandaktuelle Infekte mit nach Hause bringt und beispielsweise häufig eitrige Mittelohrentzündungen hat und dann noch eine bakterielle Lungenentzündung hinzukommt, die vielleicht sogar im Spital behandelt werden muss, sollte man überprüfen, ob das Blutbild keine Defizite aufweist. Dabei wird geschaut, ob das Kind w i n t er 2019 /20 |

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Essen und Gesundheit genug Immunglobuline (also Abwehrstoffe) bilden kann und ob die Organe so funktionieren, wie sie funktionieren sollen. Wenn das Kind gehäuft Infekte hat und diese mit oder ohne Antibiotika unter Betreuung eines Kinderarztes gut übersteht, muss man sich als Eltern keine Sorgen machen. Der Kinderarzt reagiert, wenn es zu heftig wird. Die Häufung an Infekten ist heute eher lifestylebedingt. Eltern haben zu wenig Pflegefreistellungstage und können es sich schwer leisten, die Kinder bei Infekten lange genug zu Hause zu lassen. Viele Viren hinterlassen aber eine immunologische Inaktivität, das heißt, das Immunsystem ist nach einem Infekt nicht in der Lage, einen neuen Infekt abzuwehren. Wenn das Kind dann zu früh in den Kindergar-

ten geht, ist der nächste Infekt gleich wieder da, und es ist wieder krank. Das Kind sollte zwei bis drei Tage fieberfrei sein, bevor es wieder in den Kindergarten kommt, da es sonst immunologisch zu viel wird und die Abwehr nicht mehr richtig mitkommt. Welche Maßnahmen zur Stärkung des kindlichen Immunsystems kann ich als Elternteil ergreifen? Eine gesunde Ernährung ist das A und O. Es ist wichtig für die Abwehr, dass Kinder Obst und Gemüse in einem ausgewogenen Maß zu sich nehmen. Hier kann man als Eltern die Ernährungspyramide als Maßstab heranziehen. Wenn das Kind ausgewogene Essensgewohnheiten hat, nimmt es auch ausreichend Vitamine zu

Süßkartoffel-Suppe Ernährungstipps zur Stärkung des Immunsystems

© neuensausderkueche, Styling Evelyne Zemplenyi (1), Karin Hackl Photo (1), Freepik (1)

1. Regelmäßig ein warmes Frühstück Porridge, Ei mit gedünstetem Gemüse, Suppe oder Reste vom Vortag eignen sich super, um gestärkt in den neuen Tag zu starten. 2. Weniger rohes Obst und Gemüse essen Egal ob gekocht, gebacken oder gedünstet – saisonale Zutaten eignen sich hervorragend zur Weiterverarbeitung. 3. Auf kühlende Zutaten verzichten Kühlende Zutaten sind: Gurken, rohe Tomaten, Zitrusfrüchte, Bananen, Südfrüchte allgemein, Melone, Joghurt. 4. Regelmäßig lang gekochte Kraftbrühen essen Aus Wurzelgemüse und wärmenden Gewürzen lassen sich leckere Brühen herstellen, die Verwendung von Fleisch und Knochen macht sie besonders nährend. Tipp: 1–2 Scheiben Ingwer hinzugeben.

Zutaten

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* 1 große Süßkartoffel, gesch und klein gewürfelt * 1 Zwiebel, geschält und in Scheiben geschnitten * Maiskörner von 1 Kolben bzw. 1 kleines Glas Mais

Zubereitung 1 Backrohr auf 200° C vorheizen. 2 Süßkartoffel, Zwiebel, Maiskörner, Karotte, Fenchel und Knoblauch in einer Schüssel mit Olivenöl vermischen, dann auf dem Backblech verteilen und 15– 20 Minuten im Rohr braten. Zwischen zeitlich einmal wenden. Das Gemüse sollte leicht bräunen, aber nicht zu dunkel werden. 3 Das Gemüse anschließend in einen großen Topf umfüllen. Gewürze und so viel Wasser zugeben, dass das Gemüse gerade bedeckt ist. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. 45 Minuten köcheln lassen. Ganz zum Schluss die Kokosmilch zugeben und noch einmal kurz aufkochen. Mit Zitronensaft abschmecken. 4 In Suppenschüsseln füllen und mit Koriander oder Basilikum anrichten.

* 1 Karotte, in Scheiben geschnitten * 1 Fenchel, gewürfelt * evtl. 100 g ganz fein geschnittenes Rinderfilet (Fondue) * 2 Zehen Knoblauch, geschält, Keim entfernen und andrücken en * 1 cm Ingwer, in feine Scheib geschnitten 2 * EL Olivenöl * 1 TL Kreuzkümmel * 1 TL Oregano (getrocknet) * 1 Prise Cayenne Pfeffer * ½ TL Kurkuma * Salz, schwarzer Pfeffer * 1 Schuss Weißwein * Kokosmilch nach Bedarf * Koriander oder Basilikum zum Anrichten Tipp: Um aus der Suppe eine Hauptspeise zu machen, kann man der fertigen Suppe Reis, Fleisch oder Quinoa hinzugeben.

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Essen und Gesundheit ERKÄLTUNG? HUSTEN? SCHNUPFEN? HEISERKEIT? sich, die dabei helfen, Infekte abzuwehren. Vor allem Vitamin C besitzt eine hohe Wirksamkeit gegen Infekte. Ein sehr wichtiger Faktor ist außerdem der Kontakt mit der Umwelt und die Möglichkeit, draußen in der Natur zu spielen und nicht länger als ein bis zwei Stunden pro Tag mit Medien wie Fernseher oder Computer zu verbringen. Soll ich Vitaminpräparate einsetzen, wenn mein Kind sich weigert, Obst und Gemüse zu essen? Viele Kinder hassen Obst und Gemüse. Um hier Erfolge zu erzielen, kann man versuchen, Rituale einzuführen. Beispielsweise kann ein Kalender helfen, in dem jedes Mal ein Sticker eingeklebt wird, wenn das Kind Obst oder Gemüse kostet. Es gibt da verschiedene erzieherische Maßnahmen, mit denen man das Kind dazu bekommen kann, neue Dinge zu probieren. Ein Kind, das ausgewogen isst, hat genug Vitamine, wenn es aber partout gar kein Obst isst, gibt es notfalls schon Vitaminpräparate, die man in Absprache mit dem Kinderarzt geben kann.

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beseitigt Stagnationen in Lunge und Dickdarm und hilft bei Infektionen dieser Organe. Frisch eingefangene Verkühlungen kann er wieder aus dem Körper jagen. Er wirkt Wundheilungsstörungen entgegen, beugt viralen und bakteriellen Infekten vor und hilft bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt. Er ist scharf, leicht süß und warm-heiß. Kurkuma wirkt aus TCMSicht hauptsächlich auf Leber und Galle, Herz, Lunge und Dickdarm. Er wird bei ausbleibender und schmerzhafter Menstruation, bei Entzündungen der Gallenblase und bei Gelbsucht wegen seiner entkrampfenden Wirkung angewendet. Er beruhigt den Geist, tonisiert die Verdauung und wirkt Feuchtigkeit und Schleim im Bereich der Lunge entgegen. Um den Wirkstoff in Kurkuma zu aktivieren, sollte er immer mit etwas schwarzem Pfeffer kombiniert werden.

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In der Weihnachtsbäckerei ... ... gibt’s so manche Leckerei: Rentiere mit Brezelohren, hübsch geschmückte Christbäume, Doppeldecker mit Baiser oder Herzen am Stiel. Dank bunter Streusel, Schoko- und Zuckerglasur haben auch kleine Bäckersgehilfen Spaß in der Küche. von michaela titz / www.littlebee.at

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Zubereitung 1  Alle Zutaten für den Teig verkneten und zu einer Kugel formen. In Frischhaltefolie wickeln und 20 Minuten im Kühlschrank rasten lassen. 2 Auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und mit einem Ausstecher große Kreise ausstechen. 3 Im vorgeheizten Backofen bei 180° C Umluft ca. 12 Minuten backen. 4 Gut überkühlen lassen und anschließend verzieren: Zuckerglasur aus 1 EL Wasser und Staubzucker anrühren, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Damit werden Schokolinsen als Nase und Salzbrezel als Geweih angeklebt. 5 Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und ein Stanitzel aus Butterbrotpapier füllen. An der Spitze ein kleines Stück abschneiden und mit der Schokolade die Augen dressieren.

© Michaela Titz/www.littlebee.at

Zutaten 120 g Mehl glatt, 30 g geriebene Mandeln, 40 g Staubzucker, 10 g Kakaopulver, 1 Pkg. Vanillezucker, 1 Eidotter, 100 g kalte Butter; zum Verzieren: rote Schokoladelinsen, 1 EL Wasser, Staubzucker für die Zuckerglasur, ca. 20 g Schokolade, Salzbrezel

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Puddingkekse ZUTATEN 85 g Dinkelmehl 30 g Staubzucker 90 g kalte Butter 1 Pkg. Vanillepuddingpulver Staubzucker zum Wälzen ZUBEREITUNG 1 Zutaten zu einem glatten Teig ver kneten und zu einer Kugel formen. In Frischhaltefolie wickeln und 20 Minuten im Kühlschrank rasten lassen. 2 Teig zu kirschgroßen Kugeln formen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einer Gabel flach drücken. 3 Im vorgeheizten Backofen bei 180° C Umluft ca. 12 Minuten backen. 4 Noch warm in Staubzucker wälzen.

Baiser-Kekse ZUTATEN: 120 g Mehl, 30 g geriebene Mandeln, 50 g Staubzucker, 100 g kalte Butter, 1 Eidotter; FÜR DIE BAISERMASSE: 1 Eiklar, 1 Prise Salz, 100 g Staubzucker, Marmelade zum Füllen ZUBEREITUNG 1 Eier trennen, Dotter zusammen mit Mehl, Mandeln, Butter und Zucker zu einem glatten Teig verkneten und zu einer Kugel formen. In Frischhaltefolie wickeln und 20 Minuten im Kühlschrank rasten lassen. 2 In der Zwischenzeit die Baisermasse vorbereiten. Eiklar mit einer Prise Salz steif schlagen. Den Staubzucker über mehre Etappen langsam einrieseln lassen und die Masse wieder steif schlagen, bis eine schnittfeste Masse entstanden ist. In einen Dressiersack mit Sterntülle füllen. 3 Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 0,5 cm dick ausrollen und mit einer kleinen Form ausstechen. 4 Mit dem Dressiersack kleine Tuffs auf die Kekse dressieren. Im vorgeheizten Backofen bei 160° C Umluft ca. 20 Minuten backen. 5 Die Kekse gut überkühlen lassen und anschließend jeweils 2 Stück mit Marmelade zusammenkleben.

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Essen und Gesundheit

Grundrezept Mürbteig

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Zutaten 150 g Mehl glatt, 50 g Staubzucker, 1 Pkg. Vanillezucker, 1 Eidotter, 100 g kalte Butter Zubereitung 1  Alle Zutaten für den Teig verkneten und zu einer Kugel formen. In Frischhaltefolie wickeln und 20 Minuten im Kühlschrank rasten lassen. 2 Auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und ausstechen. 3 Im vorgeheizten Backofen bei 180° C Grad Umluft ca. 12 Minuten backen. 4 Gut überkühlen lassen und anschließend verzieren.

Zitronenkekse mit Schokolade Zutaten 1 EL Zitronensaft, einige Löffel Staubzucker für die Glasur, ca. 50 g Kochschokolade, 1 Stück Butterbrotpapier oder Backpapier, bunte Streusel

Zutaten 1 EL Wasser, einige Löffel Staubzucker für die Glasur, Lebensmittelfarbe, bunte Streusel Zubereitung 1  Aus dem Teig Bäumchen und Sterne ausstechen und wie im Grundrezept backen. 2 Für die Glasur Wasser und Staubzucker zu einer klebrigen Masse verrühren und mit Lebensmittelfarbe im gewünschten Farbton einfärben. 3 Die Kekse mit der Oberseite nach unten eintauchen oder die Glasur mit einem Pinsel verstreichen. 4 Nach Herzenslust mit bunten Streuseln verzieren.

Kekse am Stiel Zutaten Marmelade zum Zusammenkleben, Holzspieße, ca. 50 g Kochschokolade, 1 Stück Butterbrotpapier oder Backpapier, bunte Streusel Zubereitung 1 Aus dem Teig große Herzen ausstechen und diese nach Grundrezept backen. 2 Nach dem Backen mit einem großen Klecks Marmelade bestreichen und den Stiel darauf fixieren. 3 Ein zweites Keks oben auflegen. Die Kekse am Stiel können nun noch mit Schokoladeglasur verziert werden (siehe Zitronenkekse mit Schokolade).

© Michaela Titz/www.littlebee.at

Kekse mit bunter Glasur

Zubereitung 1  Aus dem Teig große Kreise ausstechen und wie im Grund rezept backen. 2 Für die Glasur Zitronensaft und Staubzucker zu einer klebrigen Masse verrühren. Die Kekse mit der Oberseite nach unten eintauchen oder mit einem Pinsel verstreichen. Die Kekse gut trocknen lassen. 3 In der Zwischenzeit die Schokolade im Wasserbad schmelzen, aus einem Stück Butterbrotpapier ein kleines Stanitzel formen und mit der Schokolade füllen. 4 An der Spitze ein kleines Stück abschneiden und mit der Schokolade kleine Bäumchen dressieren und diese mit Zuckerstreusel verzieren.

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Essen und Gesundheit

© Vorwerk Thermomix

Das Familienkochbuch NOM NOM NOM von Thermomix zeigt, wie man in Windeseile Köstlichkeiten auf den Tisch oder in die Jausenbox zaubern kann. Insgesamt 76 Rezepte – z.B. Schokoporridge, Frühstücksriegel, Pizzaschnecken, Brokkolilaibchen oder Heidelbeer-Joghurt Pops – machen beim Zubereiten Spaß und schmecken der ganzen Familie. Erhältlich im Thermomix Online Shop und in den drei Vorwerk Stores. Um € 34,–. www.thermomix.at

Zutaten

20 Min. 1 Std. 15 Min. einfach 14 Stück Energiewert 1302 kJ/3 Pro Stück: 11 kcal, Eiweiß 6 g, Koh lenhydrate 52 g, Fet 9 g, gesättigte Fettsäu t ren 5 g, Ballaststoffe 3g

* 300 g Weizenmehl, universal, etwas mehr zum Bemehlen * 2–3 TL Backpulver * 80–100 g dunkle Schokolade, in Stücken * 450 g Bananen, sehr reif (siehe Tipp), geschält, in Stücken (ca. 5–6 Stück) und 1 Banane für die Dekoration * 50 g Buttermilch * 90 g Butter, weich, in Stücken, etwas mehr zum Einfetten * 120 g Feinkristallzucker * 10 g Vanillezucker * ¼ TL Salz * 1 TL Zimt, gemahlen * 1 Ei (Größe M) * 30 g Walnüsse, halbiert, und einige zur Dekoration

Bananennussbrot Lasst euch nicht von seinem Namen in die Irre leiten – denn hinter diesem „Brot“ steckt ein köstlicher Kuchen, der dank Thermomix kinderleicht und superschnell gemacht ist. Ideal, um braun gewordene Bananen zu verwerten!

1 Schiebe einen Backofenrost auf die untere Schiene des Backofens und heize den Backofen auf 160° C (Heißluft) vor. Befette und bemehle eine Kastenform. 2 Stelle eine Schüssel auf den Mixtopfdeckel und wiege das Mehl in die Schüssel ein. Gib das Backpulver dazu, vermische alles gut und stelle die Schüssel beiseite. 3 Gib die Schokolade in den Mixtopf und zerkleinere sie 4 Sek./Stufe 6. Gib die Schokolade zum Mehl in die Schüssel. 4 Gib 450 g Bananen und die Buttermilch in den Mixtopf und püriere 5 Sek./ Stufe 8. Fülle das Bananenpüree in eine Schüssel um. 5 Setze den Rühraufsatz ein. Gib die weiche Butter, den Zucker, den Vanillezucker, das Salz und den Zimt in den Mixtopf und rühre alles 2 Min./Stufe 4 schaumig.

6 Gib das Ei dazu und rühre es 1 Min./ Stufe 3,5 schaumig. Entferne den Rühraufsatz aus dem Mixtopf. 7 Gib das Bananenpüree, die Schokoladen-Mehl-Mischung und 30 g Walnüsse dazu und vermische alles 10 Sek./ / Stufe 5. 8 Fülle den Teig in die vorbereitete Kastenform. Schneide eine Banane der Länge nach auf, lege sie mit der Schnittseite nach oben dekorativ auf das Bananenbrot und drücke sie ganz leicht in den Teig. Lege ca. 30 g Walnüsse dekorativ auf die Teigoberfläche, drücke die Nüsse etwas in den Teig und backe das Banenenbrot ca. 50– 55 Minuten (160° C, Heißluft). Lass das Bananenbrot in der Form 10 Minuten abkühlen, stürze es dann auf ein Kuchengitter, drehe es vorsichtig um und lass es weiter abkühlen. Schneide das Bananenbrot in Scheiben und serviere es lauwarm oder kalt.

Tipp: Nimm sehr reife Bananen für das Bananenbrot, deren Schale schon braune Punkte bekommen hat oder gänzlich braun geworden ist. Dies zeigt an, dass die Stärke der Bananen in Zucker umgewandelt wurde. Diese sehr reifen Bananen sind bestens für das Bananenbrot geeignet. Variationen Anstelle von Walnüssen kannst du auch 60 g Kokosraspeln in den Teig geben. Gib aber die Kokosraspeln nicht oben auf den Teig – sie verbrennen sehr schnell. Auch Cranberrys oder getrocknete Sauerkirschen schmecken toll im Bananenbrot.

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Zubereitung

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Essen und Gesundheit

Wenn der Rücken wehtut

© Barbara Nidetzky (1), Fotolia (2), Valeria Ushakova (1)

Zahlreiche Kinder klagen über Rückenschmerzen, vor allem in der Pubertät leidet fast jedes dritte darunter. Wir haben die Wiener Kinderorthopädin Renata Pospischill gefragt, wie es bei Kindern zu Rückenschmerzen kommt und was man dagegen tun kann. von alexander kords

Interview

Tipi: Welche Ursachen können Rückenschmerzen bei Kindern haben? Renata Pospischill: Da unterscheiden wir zwischen strukturellen Schädigungen und funktionellen Störungen. Strukturell sind zum Beispiel Veränderungen an den Wirbelknochen, bei denen es zu einem Wirbelgleiten kommt. Das erkennen wir beim Röntgen. Auch ein Rundrücken bei Morbus Scheuermann, ein Tumor oder eine Infektion gehören dazu. Das sind aber sehr seltene Ursachen. Viel häufiger sind die funktionellen Störungen.

Dr. Renata Pospischill

ist Fachärztin für Orthop ädie und orthopädische Chi rurgie und Spezialistin im Ber eich Kinderorthopädie. www.kinderortho.at

Ich empfehle immer, dass die Eltern eine Art Schmerztagebuch mit ihren Kindern führen. Aus dem ist dann ersichtlich, dass der Schmerz zum Beispiel immer nur morgens, nach dem Sport oder nach längerem Sitzen auftritt. Das stellt für den Arzt eine wichtige Unterstützung bei der Diagnosestellung dar.

Wodurch werden die verursacht? Zum Beispiel durch eine schwache Muskulatur, Übergewicht, schlechte Haltung, Überbeanspruchung oder Wachstumsschmerzen. Bei 40 bis 50 Prozent der Rückenschmerzen finden wir mit der Diagnostik, die uns zur Verfügung steht, nichts.

Wie gehen Sie vor, wenn ein Kind mit Rückenschmerzen zu Ihnen kommt? An erster Stelle steht die Anamnese. Dabei stelle ich Fragen über den Schmerz, wie etwa: Wann tritt er auf? Seit wann? Wie oft? Tritt er mit anderen Symptomen auf? Dann kommt die klinische Untersuchung dazu, bei der ich die schmerzenden Stellen zunächst mit den Händen abtaste. Schließlich überlege ich, welche diagnostischen Maßnahmen notwendig sind, also etwa Röntgen, MRT oder Laboruntersuchungen.

Was können Eltern machen, wenn ihr Kind seit einiger Zeit über Rückenschmerzen klagt?

Wie geht es dann weiter? Wenn eine Erkrankung vorliegt, dann ist die Behandlung klar. Dann gibt es

bestimmte vorgegebene Therapien durch Medikamente, Physiotherapie, Ruhigstellung und so weiter. Es gibt tatsächlich Kinder, die zu viel Sport machen und die deshalb Belastungsbeschwerden bekommen können. Die bekommen dann erst einmal eine Turnbefreiung. Bei solchen funktionellen Störungen ist es in erster Linie wichtig, mit den Eltern über die allgemeine Rückengesundheit zu sprechen. Worum geht es in diesem Gespräch? Die entscheidende Frage ist die, ob das Kind ausreichend Bewegung bekommt und Sport macht. Dabei spielt der Charakter des Kindes eine wichtige Rolle. Wenn das Kind lieber liest und sich nicht so sehr für Sport interessiert, dann wird es nichts bringen, es in mehrere Sportclubs zu schicken. Vielmehr müssen die Eltern die richtige Sportart finden, um seine Bewegung auf diese Weise zu fördern. Wenn das Kind übergewichtig ist, dann müssen wir ebenso über Ernährung sprechen.

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Essen und Gesundheit Was sind weitere Themen des Beratungsgesprächs? Zum Beispiel die richtigen Möbel – die in der Schule, aber auch die zu Hause. Das ist ein großes Thema. Passt die Höhe des Schreibtisches? Ist er höhenverstellbar? Hat er ein Schrägpult? Das sind Maßnahmen, die Rückenschmerzen vermeiden können. Wir reden auch über die Matratze und die Schlafgewohnheiten. Schläft das Kind etwa nur auf dem Bauch, dann braucht es eine eher härtere Matratze. Ganz wichtig ist auch die Psyche, die Rückenschmerzen verursachen kann. Vor allem in der Pubertät sind Leistungsdruck und Stress enorm, und das kann sich auch körperlich auswirken. Problematisch ist übrigens auch die lange Nutzung von Smartphones. Vor allem in der Pubertät haben Kinder mindestens ein bis zwei Stunden ihr Telefon in der Hand, und die ständige Haltung mit dem Kopf nach unten führt zu Nackenschmerzen. Was können die Eltern dagegen tun? Die Nutzung des Handys einschränken? Das ist schwierig, weil man sein Kind heutzutage nicht ganz aus der digitalen Welt

art, also kommt auch der soziale Faktor dazu. Gut für den Rücken sind zum Beispiel auch Schwimmen und Klettern.

heraushalten kann. Vielmehr sollte es etwas geben, das die Belastung neutralisiert, nämlich Sport. Als Eltern kann man sagen: Es ist in Ordnung, wenn du dein Smartphone verwendest, wenn du dafür eine Stunde Sport am Tag machst. Gibt es Sportarten, die Sie zur Stärkung von Rücken und Nacken besonders empfehlen? Es muss eine Sportart sein, die Ausdauer und Koordination miteinander kombiniert. Das verbessert die Muskelkoordination und die Haltung. Mein Favorit ist da ganz klar Volleyball. Das Laufen bringt Ausdauer, und die schnellen Richtungswechsel und die Aktivität mit den Armen verlangt koordinative Fähigkeiten und stärkt die Muskulatur. Gleichzeitig ist es eine Mannschaftssport-

Ein wichtiger Punkt bei der Rückengesundheit ist immer auch die Schultasche. Können Sie zu diesem Thema ein paar Tipps geben? Lange Zeit hieß es, dass die Schultasche maximal zehn bis 20 Prozent des Körpergewichts des Kindes wiegen darf. Jüngere Untersuchungen haben aber gezeigt, dass für die kurze Dauer, in der die Tasche getragen wird, auch bis zu 30 Prozent in Ordnung sind. Schließlich wird dadurch auch die Muskulatur trainiert. Das richtet sich aber immer individuell nach dem Kind. Für mich ist die Trageweise viel wichtiger. Beispielsweise muss das Kind die Tasche immer über beiden Schultern tragen. Außerdem darf die Tasche weder zu locker noch zu fest am Körper liegen. Sie muss an die Anatomie des Kindes angepasst sein. Zarte Kinder tragen ganz andere Schultaschen als kräftige Kinder. Gut beraten sind Eltern, wenn sie sich explizit an Hersteller von Schultaschen halten und ihren Kindern keinen Rucksack für die Schule kaufen.

Auf den Rücken, fertig, los! Nachhaltige Schultaschen mit Strahlkraft von ergobag Mit dem Ergonomie-Prinzip hat der Kölner Schultaschenhersteller ergobag bereits 2010 die Branche revolutioniert. Stars im Rampenlicht: Die reflektierenden REFLEX GLOW-Designs SchlittenzauBär Glow mit lila Schneeblumen und Super ReflektBär Glow mit weißen Blitzen haben eine enorme Strahlkraft und funkeln im Dunkeln. WellenreitBär und DrachenfliegBär aus der LUMI-Edition begeistern mit fluoreszierenden Farben im Wellenoder Meereswelten-Look. Diese Styles sind verantwortungsbewusste Hingucker im Hinblick auf Design und Sichtbarkeit. Denn jede ergobag-Schultasche wird aus Textilien gefertigt, die zu 100 % aus recycelten PET-Flaschen bestehen. Dadurch konnte ergobag über die vergangenen 10 Jahre mehr als 53 Millionen Flaschen eine neue Verwendung geben – auf dem Rücken vieler stolzer ABC-Schützen.

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Aus dem Bergsport für den Kinderrücken. ergobag kombiniert das Ergonomiekonzept von Trekking-Rucksäcken mit all dem, was eine Schultasche leisten muss und folgt dem Prinzip der optimalen Lastenverteilung: breite Beckenflossen, Alu-Rahmen, Rückenpolster und Co. sorgen für einen besonders bequemen und gesunden Sitz am Rücken der Tafelklassler. Das bestätigt auch das Gütesiegel „Ergonomisches Produkt“ des IGR e.V. (Institut für Gesundheit und Ergonomie). Dank dem „Your-Size-System“ lassen sich die ergobag-Schultaschen individuell an die Größe der Kinder anpassen und wachsen sogar mit – von 1 bis 1,50 Meter. Mit den neuesten Styles fühlen sich die kleinen Schultaschenträger zudem wie

Weitere Infos gibt es unter www.ergobag.de h er bst 2019 |

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Freie Zeit Gemeinsam Kultur erleben • Tägliche Turnstunde • Karriere mit Games • Schauen, Spielen, Lesen, Hören • FilmHighlights • Wünsch dir was! • Basteltipps • Deiner Freunde fünfter Streich

Pinball Wizard

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© Hersteller (3), Wildkogel-Arena Neukirchen und Bramberg (1), Hofmobiliendepot (1)

Da geben sich Kinder ab 3 Jahren gerne die Kugel! Die Spielfläche des Holz-Flippers kann mit 20 bunten Gummiringerln, 14 Holzstiften und 2 Drehrädern immer wieder neu gestaltet werden. Pinball von Plan Toys, um € 99,– bei www.smallbut.at

Rutschpartie

Kreativer Norden

Stolze 14 Kilometer – diese Strecke legt man auf der längsten beleuchteten Rodelbahn der Welt auf dem Wildkogel im SalzburgerLand zurück. Per Familienschlitten, Rennrodel, Bob oder Snowbike geht es hinunter ins Tal, und weil das schon mal 30 bis 50 Minuten dauern kann, gibt’s entlang der Strecke gemütliche Einkehrmöglichkeiten zum Kräfteauftanken. www.wildkogel-arena.at

Noch bis 12.1.2020 ist im Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien die Ausstellung MADE IN DENMARK zu sehen. Neben Designklassikern des 20. Jahrhunderts, etwa von Arne Jacobsen, Verner Panton oder Poul Henningsen, erwartet Kinder ab 6 Jahren an den Sonntagen ein kreatives Programm: MADE IN DENMARK-Tragtaschen können nach Lust und Laune bemalt und im Anschluss mit nach Hause genommen werden, und in der Lego-Werkstatt entstehen die tollsten Bauwerke. Wasserfeste Stoffmalstifte stehen zur Verfügung, das Programm ist im Museumseintritt inbegriffen. Wann: jeden Sonntag bis 12.1.2020, 14–17 Uhr Wo: Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien 1070, Andreasgasse 7 www.hofmobiliendepot.at

Vorhang auf! Fasst den Dieb! Mit der Handpuppe von nobodinoz sind spannende Kriminalfälle und rasante Verfolgungsjagden im heimischen Kasperltheater vorprogrammiert. Und dem weichen Samtfutter ist es zu verdanken, dass wir den maskierten Tiger gar nicht mehr ablegen wollen. Um € 19,95. www.nobodinoz.com

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© Gerhard Fally

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Grafenegger Advent Musik, Kultur, Kunsthandwerk und Kulinarik

Von 5. bis 8. Dezember öffnet der Grafenegger Advent zum 44. Mal seine Tore. Im einmaligen Ambiente des Schlosses und des festlich beleuchteten Schlossparks stimmen Kunsthandwerksmarkt, Kulinarik, Konzerte und Lesungen auf Weihnachten ein. Und auch die kleinsten Besucher kommen nicht zu kurz: In der Klangwerkstatt (ab 3 Jahren), der Holzwerkstatt (ab 5 Jahren) und der Christkindl-Backstube sind Kreativität gefragt; musikalisch wird es bei den Familienkonzerten „Bitte anschnallen – es weihnachtet sehr“ (Donnerstag bis Sonntag), dem Laternenumzug (am Donnerstag) und zwei Nikolo-Umzügen mit Lamas (am Freitag und Samstag), die von Blasmusik begleitet werden. grafenegg.com/advent

Ab auf die Piste! Rechtzeitig zum Start der Winter- und Skisaison bekommt die BRUDER Fahrzeug-Familie Zuwachs: Die Prinoth Pistenraupe Leitwolf besticht durch Detailtreue und einen riesigen Funktionsumfang. Schwenkbares Masterschild, verstellbare Außenflügel, drehbare Fräswalze, schwenkbare Fräse und sich öffnende Türen machen das Pistenfahrzeug zum absoluten Highlight für kleine Wintersportler ab 4 Jahren. Für noch mehr Spielspaß sorgen die bworld Figuren (optional erhältlich). Um Ca. € 69,–. www.bruder.de

O du Fröhliche! Dank Planet Lollipop können sich elterliche ChristkindHelfer ruhig Zeit bei den Weihnachtseinkäufen lassen. Denn der Nachwuchs ist währenddessen bestens betreut.

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ob beim Kraxeln am Klettergerüst, beim Geschichten Lauschen in den gemütlichen Hörmöbeln oder beim Basteln und Verkleiden – hier wird der Spaß ganz groß geschrieben. Highlight ist der über 100 m² große Fun-Park mit Riesenrutsche, SoftballArea, Ballfontäne u.v.m. Und auch wenn es was zu feiern gibt, ist Planet Lollipop der richtige Ort: Die einzigartigen Geburtstagsräume bieten Platz für jeweils bis zu 13 Kinder. Professionelle Betreuung und erstklassiges Equipment garantieren abwechslungsreichen Partyspaß ohne Ende und entspannte Eltern – auch abseits von Weihnachten.

Das Christkind für die Kleinen zu spielen gehört zu den liebsten elterlichen Pflichten – ist oftmals allerdings mit Stress verbunden und mit den Kindern im Schlepptau sowieso unmöglich. Da kommen die bunten Planet Lollipop Erlebniswelten gerade recht: Während Mama und Papa in

Ruhe ihre Weihnachtseinkäufe erledigen, werden die Kleinen dort professionell betreut und können sich so richtig austoben. Eigens für die Bedürfnisse von Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren entwickelt, gibt es vier spezifische Themenbereiche: Action-, Chill-out-, Kreativ- und Partyzone. Egal

Die Planet Lollipop Kinder-Erlebniswelten gibt es in sieben Shopping-Centern in ganz Österreich: ATRIO Villach, FISCHAPARK Wr. Neustadt, huma eleven Wien, MURPARK Graz, WEBERZEILE Ried, VARENA Vöcklabruck und Q19 Wien. Weitere Informationen und detailliertes Angebot unter www.planet-lollipop.at. w i n t er 2019 /20 |

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Mama & Baby

Gemeinsam Kultur erleben Kultur für Kinder ab 0 Jahren ist an den meisten Institutionen State of the Art. Bei der Programmierung ist es wichtig, die kleinen Zuschauer in ihrer Lebenswelt abzuholen. Aber auch die Begleitpersonen dürfen, ja müssen sogar Spaß haben, wissen Musiker Albert Landertinger und Kuratorin Katharina Lackner. von inez ardelt

Jungeltern kennen das: Sobald das Baby auf der Welt ist, startet eine kulturelle Durststrecke. Der Soundtrack wird von „Lalelu“ und „Aramsamsam“ dominiert, an Konzert- oder Theaterbesuche ist kaum zu denken. Zumindest nicht als Familie. Diese Marktlücke, die – wie manche sagen würden – auch eine Lücke in der menschlichen Biografie darstellt, wird allmählich von Konzerthäusern, Theatern und anderen Kulturinstitutionen landauf, landab geschlossen. Und das ist gut so. Einer, der sich die Musikvermittlung schon seit mehr als einem Jahrzehnt auf die Fahnen heftet, ist Albert Landertinger. Der gebürtige Salzburger ist Posaunist im Bruckner Orchester Linz und hat die Orchesterwerkstatt Move. On für Schulen als Erfolgsmodell aufgebaut. Nach und nach hat er das Angebot auf weitere Altersgruppen ausgedehnt. So begeistert etwa „Albertos Abenteuer“ Kinder ab 6 Jahren im Wiener Musikverein. Seine Musikmaus Topolina spricht die jungen Besucher/-innen ab 3 Jahren mit Aufführungen sowohl im Wiener Musikverein als auch im Musiktheater am Volksgarten in Linz an. Und sein neuester Streich sind die „Kuscheltierkonzerte“ von 0 bis 3 Jahren – ebenfalls im Linzer Musiktheater. Dass das modernste Opernhaus Europas auch beim Programm eine Vorreiterrolle haben muss, weiß der Intendant des Hauses Hermann Schneider, und hat Landertinger bei der Umsetzung unterstützt. Das neue Format für die ganz Kleinen, soll sie Musik „live“, in entspannter und kuscheliger Atmosphäre erleben lassen. Gemeinsam mit ihren Eltern. Denn auch die hätten absolut Bedarf an Kulturgenuss, sagt

Albert Landertinger. „Die Eltern sehnen sich danach, wieder einmal am kulturellen Leben teilzunehmen! Gleichzeitig kann man die Kinder ganz langsam und vorsichtig an diese Form von Kulturbesuch heranführen“, erklärt er seine Intention. Außerdem seien in den Topolina-Konzerten oft zu junge Kinder drinnen, was sowohl für Eltern als auch Kinder unangenehm sei. „Da braucht man einfach ein anderes Format für die ganz Kleinen. Prinzipiell ist das an jedem Haus jetzt State of the Art, dass es durchgehend für jede Altersgruppe Programme gibt.“ Ein Angebot für Familien und Kinder gehöre mittlerweile zur normalen Ausstattung. Umgesetzt werde es überall anders, da gäbe es verschiedene Möglichkeiten. „Aber wichtig ist, dass es so ungezwungen wie möglich ist. Und das probieren wir jetzt mit den Kuscheltierkonzerten aus!“ Intergenerativ Was Landertingers Programme seit jeher auszeichnet, ist das hohe Niveau. Sowohl die Auswahl der Musikstücke als auch die Musiker/-innen, die die Vorstellungen spielen, sind einsame Spitze. Zum Konzept seiner „Kuscheltierkonzerte“ erklärt er: „Diese Erlebnisse sollen ganz stark in der eigenen Erfahrungswelt verankert sein. Darum bemühe ich mich auch, dass jeder das genau auf sein Alter und seinen bisherigen Lebensweg zugeschnitten erleben darf.“ Habe ein einjähriges Kind bisher nur mit den Eltern gespielt, Bilderbücher angeschaut und vielleicht ein Pferd beim Spazierengehen gesehen, dann soll genau das bei der Präsentation der Musik stattfinden. „Die Eltern machen mit

ihm das Trappeln der Hufe nach, vielleicht gibt es ein Bild dazu, das Wiehern, und fertig. Kombiniert mit der Musik speichert man da ganz viel an positiven Erfahrungen und Ideen ab.“ Damit es für die Eltern beziehungsweise Großeltern oder andere erwachsene Begleitpersonen interessant ist, werden dieselben Parameter angewandt wie für die Kinder. „Ich baue aus deren Welt, aus deren Wahrnehmung ein paar Stücke mit ein, sodass sie sagen, das ist was für uns. Bei einigen Stücken geht es nicht darum, was man spielt, sondern um den Charakter der Musik. Mal brauche ich schnelle, dann langsame Musik. Für die Kinder ist das sowieso alles neu, und ob ich da einen Frank-Sinatra-Song spiele oder etwas anderes Langsames, ist sekundär. Die Eltern fühlen sich aber gleich ernst genommen, wenn man aus ihrer Welt auch einmal einen kleinen Schmäh einbaut.“ Das sei auch Stephan Pauly, dem designierten Musikvereinschef, aufgefallen, der sich eine Topolina-Vorstellung angesehen hat und sehr davon angetan war, „dass da einfach die Erwachsenen auch mit reingenommen

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© Dieter Nagl (1), Wolf-Dieter Grabner (2)

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TERMINE Kuscheltierkonzert 1. Februar 2020, 10 Uhr und 15 Uhr im Musiktheater am Volksgarten, Linz www.landestheater-linz.at Topolina zieht um 15. und 16. Februar 2020, 11, 13 und 15 Uhr im Wiener Musikverein www.musikverein.at Spielwerk Bis 28. März 2020 im OK Offenes Kulturhaus, Linz www.ok-centrum.at

werden“. „Er hat sofort gemerkt, dass sich die Erwachsenen auch gleich wohlfühlen. Und Tatsache ist ja auch: Die Erwachsenen kaufen die Karten.“ Wie wichtig der intergenerative Ansatz ist, das hat auch Kuratorin Katharina Lackner vom OK Offenes Kulturhaus in Linz für ihre Arbeit erkannt. Das kürzlich eröffnete „Spielwerk“, eine Trias aus Ausstellung, Kreativlabor und Bewegungsraum, lädt Kinder von 0 bis 13 samt Begleitung zum Spielen, Entdecken und Kreativsein ein. Als besonderes Angebot gibt es stündliche Führungen mit Kreativtrainern/-innen, die 30-minütige Rundgänge durch die Ausstel-

lung gestalten. Damit das Erlebnis wirklich für alle Altersgruppen gleich gut ist, wird das Museumspersonal sogar von einer Kindergartenpädagogin geschult, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder verschiedenen Alters vorbereitet. Das pädagogische Konzept, das Katharina Lackner für das Spielwerk auserkoren hat, ist dem spieltheoretischen Ansatz geschuldet. „Wir wollen auf die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Kinder eingehen und genau abgestimmt auf die wahrnehmungsspezifische Entwicklung Materialien und Formen zur Verfügung stellen“, so Lackner. Der Spagat muss aber nicht nur zwischen

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den Altersgruppen der Kinder von 0 bis 13 Jahren geschafft werden. Ein intergenerativer Ansatz sei sehr wichtig, damit es auch für die Begleitpersonen interessant sei. Geholfen habe dabei die Erfahrung, die bei den Erfolgsausstellungen „Höhenrausch“ und „Sinnesrausch“ gesammelt wurden. Die Vorhaben sind jedenfalls ambitioniert. Aber was bei der Fernsehserie „Die Simpsons“ so gut funktioniert, nämlich Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene in ihrer jeweiligen Lebenswelt abzuholen, scheint auch in die Kulturwelt übertragbar zu sein. „Es soll nicht doof sein und alle ernstnehmen“, formuliert es Landertinger.

Es weihnachtet

im Kindermuseum

Poldis Bastelwerkstatt von 23.11. bis 24.12.2019 Der Nikolaus besucht das Kindermuseum am 6.12.2019 Poldi verkürzt dir die Wartezeit auf den Weihnachtsabend am 24.12.2019

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Freie Zeit

Tägliche Turnstunde Schaukeln, wippen, hüpfen, klettern – wer im Winter draußen nicht auf seine Kosten kommt, verlagert die Bewegungseinheiten einfach ins Kinderzimmer. Plus: Als Designobjekte machen sich diese Spaß- und Turngeräte auch ganz gut ...

Höhenflüge Die Schaukel von Lillagunga lässt sich dank der patentierten Seilschlösser einfach und sicher höhenverstellen. Erhältlich in weiß lackierter Birke oder mit Öl behandelter Eiche und verschiedenen Seilfarben. Ab € 159,–. www.lillagunga.com

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Springinkerl Der Hüpfpolster von JAKO-O lässt junge Hüpfer ordentlich in die Luft fliegen – und entlastet dabei die Couch im Wohnzimmer. Um € 129,99. www.jako-o.com

Natürlich schaukeln Nachhaltiges Design aus Österreich: Das Schaukeltier „Constantin“ von perludi besteht aus Holz und Loden und wurde mit 100 % Solarenergie produziert. Um € 250,–. www.perludi.com

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Pferd am Stiel Das Steckenpferd von ooh noo kann mit Kreide bemalt werden und gallopiert dank Rad am Stielende rasant durch die Wohnung. Um € 73,–. www.ooh-noo.com

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Freie Zeit

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Mit Schw u ng

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Elefantastische Rutschpartie Rauf und runter, immer wieder – die 118 cm lange Rutsche von Pinolino ist ein Spaß-Garant im Kinderzimmer. Um € 159,– bei www.tchibo.at

Wipp-ster Schaukeln, klettern, draufsitzen, chillen, balancieren, verstecken – alles möglich mit der Jupiduu-Wippe. Altersempfehlung: 2–5 Jahre. Um € 279,90. www.jupiduu.com

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Sprosse für Sprosse Ideal für die motorische Entwicklung von Kindern ab ca. 10 Monaten: Stabiles Kletterdreieck von Rinagym. Um € 155,– bei www.amazon.at

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Verwandlungskünstler „Endeløs“ von KAOS ist heute klassische Sprossenwand, morgen Spielzeug- und Buchaufbewahrung. Um € 282,–. Stofftaschen um je € 30,– bei www.littlehipstar.com

Einfach abtauchen Der wahr gewordene Kindertraum: ein Bällebad für zu Hause. Die Farben der Bälle lassen sich individuell zusammenstellen (max. 3 Farben). Von Misioo um € 119,–. www.misioo.fr

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© Anthony Brolin (1), Privat (1), The Funny Boneyard (1)

Zocken und dabei reich werden, der Traum vieler. Doch ohne Ausbildung wird es schwer.

Karriere mit Games Viele jugendliche Gamer träumen davon, eines Tages mit ihrer Leidenschaft den Lebensunterhalt bestreiten oder sogar ein Leben wie ein Rockstar führen zu können. Profigamer oder YouTuber stehen da ganz oben auf der Liste der Berufsbilder, doch es bleibt tatsächlich Glückssache. Dass man mit Games beruflich erfolgreich sein kann, ist dennoch möglich – und zwar auf vielerlei Arten. von markus höller Immer wieder liest man über erfolgreiche Zocker wie den erst 17-jährigen Österreicher David Wang aka Aqua, der mit seinem Spielpartner beim letzten „Fortnite World Cup“ ein sattes Preisgeld einsacken konnte und so schon als Teenager Millionär wurde. Oder der nicht unumstrittene König der Games-YouTuber, Felix „PewDiePie“ Kjellberg, der mit seinen über 100 Millionen Abonnenten jedes Jahr Millionen scheffelt. Aber diese Personen sind Einzelfälle, Glückspilze, die einfach das große Los gezogen haben in dem Meer an nicht weniger talentierten oder witzigen jungen Menschen, die im Internet und am Controller ihr Glück versuchen. Nicht unähnlich der Film- oder Musikbranche, wo Millionen Menschen vom großen Erfolg und Ruhm träumen – doch wie viele noch so begabte Künstler können tatsächlich von ihrem Talent leben, geschweige denn eine Familie versorgen oder gar Stars werden? One

in a Million, wie es so salopp im ShowbizJargon heißt. Ein völlig anderes, wenn auch ebenso außergewöhnliches Beispiel ist der Schwede Markus Persson, Spitzname „Notch“, der sich schon früh für das Programmieren interessierte und eine Laufbahn als Spieleentwickler startete. Nebenbei erschuf er im Alleingang das mittlerweile weltweit populäre Spiel „Minecraft“, dessen Verkauf an Microsoft ihn über Nacht zum Milliardär (!) machte. Freilich ist auch das eine Erfolgsgeschichte, die selten passiert, jedoch mit einem wesentlichen Unterschied: Persson hat auch vor seinem Volltreffer mit „Minecraft“ bereits viele Jahre seinen Lebensunterhalt mit Games verdient, und zwar hinter den Kulissen und nicht vor einer Webcam oder am Controller. Ungeachtet der Tatsache, dass er zweifellos ein hochbegabtes Kind war und seine Mitgliedschaft bei Mensa von überdurchschnittlicher Intelligenz zeugt,

hat er also einen im Prinzip ganz normalen beruflichen Weg, nur eben in der Gamesbranche, eingeschlagen. So viele Möglichkeiten Abgesehen vom klassischen Programmierer, der sich mit dem tatsächlichen Coden beschäftigt, gibt es zig Möglichkeiten, in der Branche Fuß zu fassen und für große Studios oder Indie-Häuser zu arbeiten. Man muss sich nur mal den Abspann eines großen Titels ansehen, und schon wird einem klar, wie viel Zeit und Manpower in einem Projekt wie, sagen wir, dem aktuell gerade für PC nachgereichten Westernspektakel „Red Dead Redemption 2“ steckt. Mehrere hundert Millionen Dollar soll die Entwicklung gekostet haben, und das ist nicht verwunderlich, denn laut einer offiziellen Verlautbarung von Entwickler Rockstar Games waren nicht weniger als 3.023 Menschen daran beteiligt. Dazu zählen Sprecher, Schauspie-

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Freie Zeit ler, Motion Capturing, Drehbuch, Setdesign, Musik, Sounddesign, Animation, Lichtdesign, Qualitätssicherung und viele Spezialisten mehr. Und dann sind wir erst beim Spiel an sich, denn in weiterer Folge will so ein Projekt ja auch verkauft werden, woran wieder Hunderte Menschen weltweit beteiligt sind: in Marketing, PR, Controlling, Sales usw. Als Autor dieses Artikels bin ich ebenso eines der unzähligen Rädchen in der globalen Games-Branche und trage als Redakteur dazu bei, im Auftrag der Leser und auch der Industrie über Games zu informieren. Und ja, ich kann davon leben. Der richtige Weg heißt folglich: Erkenne deine Talente und mache eine entsprechende Ausbildung, die deine Neigungen in eine professionelle Form gießt. Die Games-Branche boomt nach wie vor und ist stets auf der Suche nach Fachkräften, die bei der Entwicklung der immer komplexeren Computerspiele anpackt. Dabei steht auch einer internationalen Karriere nichts im Weg. Ich konnte im Lauf meiner vielen Jahre als Games-Redakteur junge Franzosen ken-

nenlernen, die im Auftrag des Entwicklers mehrere Jahre in Kanada gearbeitet haben, oder talentierte Schweden, die um die Welt reisen, um einen neuen Titel zu promoten. Als direkte Ansprechpartner bei GamesEvents habe ich immer wieder mit Medienfachleuten zu tun, die eben nicht PR-Texte für Küchenmöbel schreiben, sondern sich jedes Jahr beruflich zur E3 oder gamescom begeben und dort Entwickler und Journalisten gleichermaßen betreuen – und so nebenbei zu den Ersten gehören, die ein neues Spiel kennenlernen. Die Möglichkeiten sind vielfältig! Vom Hobby zum Beruf Begeisterter Zocker, grafisch talentiert und mit dem Willen, in der Games-Branche Fuß zu fassen? Musikerin mit einem Faible für Videospiele? Oder auch geborenes Verkaufstalent mit Liebe zur Konsole? Es gibt Ausbildungen zuhauf, darüber hinaus ist es leichter denn je, sich über das Internet im Eigenstudium alle erdenklichen Softskills anzueignen und die ersten Gehversuche

in der Entwickler- oder Marketingbranche zu wagen. Auch wenn in Österreich das Angebot an Studios und Jobs überschaubar ist, stellt das EU-weit kein Hindernis dar – Fremdsprachenkenntnisse sind ohnehin ein absolutes Must in dem Umfeld. Und sollte es nicht auf Anhieb mit der Wunschposition als beispielsweise Lead Animator klappen, so bieten die spezifischen Ausbildungen mehr als genug Qualifikation, um jederzeit eine gute Arbeit zu finden. Der privaten Leidenschaft für Games-Entwicklung kann dann ja immer noch gefrönt werden – nicht wenige nun große Studios, Game Engines oder fertige Spiele sind auf ein paar Laptops am Küchentisch entstanden – hier schließt sich der Kreis zu Persson und Minecraft. In Österreich gibt es zahlreiche Anlaufstellen für junge Menschen und Eltern, die auf der Suche nach der passenden Ausbildung in diesem speziellen Segment sind. Das SAE Institute, seit Jahrzehnten eine Instanz bei Ausbildungen in der Musikbranche, bietet beispielsweise Bachelor-Kurse und Diplomlehrgänge rund um Games an. Die

Jose f Zor n 36, konnte nach seinem Uni-Abschluss als Medienwissenschaftler viele Jahre bei VICE als Redakteur (Spezialgebiet Games) und Werbungs-Creative wertvolle Soft Skills u.a. in Videoschnitt, Textieren, AE Compositing und 3D Modelling sammeln. Nebenbei entwickelt er mit Kollege Andreas Capek aktuell das Point ’n’ ClickAdventure „The Funny Boneyard“, dessen Demo bei der erstmaligen öffentlichen Vorstellung auf der Game City 2019 reges Publikumsinteresse fand. Für Tipi berichtet er über seine Erfahrungen als Selfmade-Entwickler.

Josef, wie kamst du auf die Idee, selbst ein Game aus dem Boden zu stampfen? Josef Zorn: Ich liebe Comic Books, Zeichnen und Animation in fast jeder Form – mein Kumpel Andi deckt Fachwissen ab, das mir zum Teil abgeht. Diese sich grandios ergänzende Kollaboration hat sich sehr organisch ergeben, genau wie der Entschluss, THE FUNNY BONEYARD zu schreiben und umzusetzen. Wir wollen uns sowie der Gaming-Welt beweisen, dass zwei Menschen ohne viel Background – die einfach das Genre der Adventure Games extrem feiern – so ein Spiel auch alleine erschaffen können. Wie hoch schätzt du die Vorleistung ein, dir das nötige Fachwissen anzueignen? Und woher?

Ich arbeite viel mit den grafischen Elementen der Spielentwicklung, und klarerweise ist es hierbei von Vorteil, Erfahrung und Begeisterung mitzubringen. Ich habe zusammengerechnet sicherlich mehrere Wochen damit verbracht, mir PixelartTechniken und gewisse Grundlagen von Animation beizubringen, viel „Learning by Doing“ und „Trial and Error“. Allgemein gibt es in der Spiele-Kreation mittlerweile für jeden Bereich demokratisiert verfügbare

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Tools, Software inklusive Tonnen an Tutorials und Guides – alles, was du brauchst, ist Wille, Zeit und ein bisschen Geschick, dir diese Dinge anzueignen.

Was treibt dich an, privat so viel Zeit in dein Spiel zu investieren? Jede kleine Bewegungsanimation der Charaktere, die gelingt und sie zum Leben erweckt. Jede neue Version des Spiels, in der ein weiterer Baustein sitzt und die Ideen Wirklichkeit werden. Alle Fans, die an der Demo herumrätseln und über die schrägen Dialoge lachen – ihre Reaktionen, die zeigen, dass das Spiel funktioniert und sich in die richtige Richtung entwickelt. Hand aufs Herz: Würdest du dein Spiel lieber um gutes Geld komplett an einen Entwickler verkaufen oder selbst anheuern und es mit einbringen? Prinzipiell hätte ich kein Problem damit, ein zukünftiges Spiel komplett zu verkaufen, aber sicher nicht THE FUNNY BONEYARD. Vermarktung ist nicht meine Stärke, aber wenn ein Studio mein Projekt kaufen würde und mich mit dazu an Bord nimmt, mit bestehend bleibenden Rechten, wäre das sicherlich der Optimal-Fall. Hier geht’s zur Demo: https://zorpek.itch.io/boneyard-demo w i n t er 2019 /20 |

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Freie Zeit

Abgesehen von Talent und Ehrgeiz als Zocker: Wie hast du deinen Blog gestartet? Gabriel Bogdan: Das Thema Videospiele begleitet mich bereits seit meiner Kindheit, daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich das „Über-die-neuesten-Spiele-im-Freundeskreis-Sprechen“ um ein paar Bereiche erweiterte. Der technische Anfang war eigentlich damals in der Berufsschule. Neben klassischen EDV-Themen hatten wir auch die Chance, uns ein wenig mit Programmierung und vor allem Wordpress auseinanderzusetzen. Hier hab ich meine ersten Erfahrungen mit dem Aufbauen einer eigenen Homepage gesammelt. Ein paar Jahre später, nach vereinzelten Einblicken in die Games-Branche durch Fan-Events oder auch Veranstaltungen wie der Game City und Gamescom, habe ich dann den Entschluss gefasst, mein Glück zu versuchen und das Projekt ins Leben gerufen. Anfangs waren die Leser natürlich ausschließlich aus dem Freundeskreis, aber bereits nach wenigen Monaten, mit den ersten News und Reviews, hat sich die Leserschaft bis zum heutigen Tag laufend vergrößert. Und solange das Interesse der Gamer vorhanden ist, werde ich wohl auch nicht damit aufhören, dran zu bleiben. Wie bringst du die vielen Stunden am Controller und die Arbeit am Blog mit deinem eigentlichen Job unter einen Hut? Kurz gefasst würde ich es Work-Work-LifeBalance betiteln. Damals zum Start des Projektes war es für mich essenziell, so gut wie alle Bereiche selbst abdecken zu können. Von Aufbereitung der Inhalte über Social Media und Videoschnitt. Anfangs hat mich das noch sehr viel Zeit gekostet, aber wirklich gelitten hat mein soziales Umfeld darunter nie. Mein Freundeskreis hat viel Verständnis dafür, und da Videospiele sowieso immer in unseren Gesprächsthemen tief verankert waren, hat sich hier eine Liebe zum Nebenjob/Hobby entwickelt. Reisen zur

Branche helfen. Die diversen europäischen Ausbildungsmöglichkeiten außerhalb Österreichs sprengen ohnehin jeden Rahmen! Das alles soll natürlich niemanden davon abhalten, einen eigenen Blog oder YouTubeKanal zu betreiben, privat an einem Game zu feilen oder diszipliniert für das nächste ESports-Turnier zu trainieren. Viele Beispiele zeugen davon, dass man mit entsprechend Disziplin und Talent auch hier beachtliche Erfolge erzielen kann. Als renommierter

Interview

Games-Blogger zum Beispiel, der immer wieder zu Events und Präsentationen eingeladen wird und seine private Sammlung mit kostenlosen Presskits und Musterexemplaren befüllt. Oder als Mini-Ronaldo am Controller, um mit Preisgeldern bei Turnieren hier und da zumindest ein schönes Urlaubsgeld und ein paar Pokale einzuheimsen. Follow your Dreams – aber bitte nur mit einer abgeschlossenen Ausbildung und einer soliden Jobperspektive im Hintergrund!

G a br i e l Bo gda n 27, arbeitet mit seiner abgeschlossenen Lehrausbildung als EDV-Kaufmann seit Jahren als Mitarbeiter im IT-Support. Aus großem persönlichem Interesse und unzufrieden mit der vorhandenen Berichterstattung gründete er seinen Blog Cerealkillerz und gehört nun zu den bekanntesten Zocker-Rezensenten in Österreich. Dennoch bleibt die Tätigkeit als Blogger weiterhin engagiertes Hobby ohne finanzielle Interessen oder Anspruch auf FulltimeJob. Warum das so ist, erzählt er hier.

E3, Tokyo Game Show, Paris Games Week, Gamescom und diversen anderen Spielemessen sind rein aus meinem eigenen Interesse zustande gekommen. FreelanceSchreiberlinge für große Magazine haben oft Probleme, solche Trips zu rechtfertigen oder am Ende des Tages mit einem Plus am Gehaltskonto nach Hause zu kommen. Für mich stand aber immer die Leidenschaft für Videospiele als Motivation im Vordergrund, und das hat sich bis heute nicht geändert. Was ist für dich der größte Benefit aus der Tätigkeit als Blogger? Die Freiheit. Was, denke ich, auch unsere Leser schätzen, ist die Flexibilität und Unabhängigkeit von unserem Projekt. Wir können jederzeit ein neues Thema aufgreifen, ohne uns Sorgen machen zu müssen, wie sehr es sich monetarisieren lässt. Wenn mal ein Beitrag weniger gut geht oder ein Video wenig Aufrufe bekommt, haben wir nicht den Druck im Hintergrund, einen Mitarbeiter entlassen oder das Projekt umstrukturieren zu müssen. Natürlich halten wir uns bei Reviews wie alle anderen an genaue Zeitvorgaben (Embargos) mit dem Onlinestellen der Berichte, aber alles andere liegt in unserer Hand, und diese Möglichkeiten schätze ich auch sehr. Dadurch fehlt natürlich das Sprungbrett, mal von Cerealkillerz ein Leben finanzieren zu können, aber diese Freiheiten würde ich ungern aufgeben, weil im Normalfall alles darunter leiden würde.

Was müsste passieren, dass du deinen Blog zu deinem Hauptberuf machst? Vermutlich müsste ein großer Aktenkoffer, gefüllt mit sehr viel Bargeld, plötzlich vor meiner Haustür stehen. Spaß beiseite – mir wurde es über die Jahre oftmals empfohlen, aber wie bereits bei der letzten Antwort erwähnt, steht dabei zu viel auf dem Spiel. Die Optionen, gerade in Österreich, sind rar, mit wenigen Unternehmen, die überhaupt einen Sitz in Österreich haben, und der Rest steuert eigentlich alles für den deutschsprachigen Raum über Deutschland aus. Unsere Homepage mit Werbung zukleistern oder auf YouTube/Instagram und Co. für dubiose Key-Reseller werben, kommt für mich absolut nicht infrage. Auch wenn keiner von uns im Team ein klassischer Journalist, wie er im Buche steht, ist, halte ich doch sehr viel von den ursprünglichen Werten hinter der Idee, Menschen neutral über Videospiele zu informieren. Wenn wir in klassischer YouTuber/Influencer-Manier plötzlich Produkte vorstellen würden, die überhaupt nicht in unser Themengebiet passen, wäre das nicht vereinbar. Wie die letzten sieben Jahre auch, gebe ich mich mit der Deckung aller anfallenden Kosten für die Homepage zufrieden, aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Sollte sich in den nächsten Jahren ein passendes Monetarisierungsmodell für uns finden ... warum nicht! https://cerealkillerz.org

© Privat (1)

Fachhochschulen in allen Bundesländern sind ebenfalls Bildungseinrichtungen, die speziell zugeschnittene Ausbildungen im Programm haben. Ergänzend bieten der Verein SUBOTRON in Wien sowie das AMS zahlreiche Informationsmöglichkeiten rund um das Berufsbild an. „Klassische“ Studien wie Design, Informatik, Marketing oder Wirtschaft sind natürlich auch nie verkehrt und können in Kombination mit passenden Praktika ebenso zu einem Job in der

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Freie Zeit

So ein verspieltes Fest! Die Ferienzeit wird zur Spielezeit: Mit Nintendo Switch und Spielen, die nicht nur Spaß machen und voller Abenteuer stecken, sondern zum Teil sogar Körper und Geist fit halten.

Spielspaß für unterwegs und daheim? Mit nur einer Konsole, aber für mehrere Spieler? Dank Nintendo Switch längst keine Zauberei mehr. Nun wird die Switch-Familie um ein liebenswertes Mitglied erweitert: Mit der Nintendo Switch Lite erfüllt sich nun der Wunsch aller, die am liebsten unterwegs spielen. Kompatibel mit allen SwitchSpielen, die im Handheld-Modus spielbar sind, kommt die Nintendo Switch Lite in

drei abwechslungsreichen Farben. Richtige Hingucker sind das! Gespielt werden kann aber nicht nur alleine, sondern auch im Multiplayer-Verbund – entweder über ein lokales Netz oder via Internet. Ja, und was wäre eine schöne, neue portable Konsole ohne entsprechende Spiele? Eben, nur halb so lustig. Deshalb stellen wir vier Titel vor, die unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Pokémon Schild + Pokémon Schwert Die lange erwartete Fortsetzung der Kultreihe und die idealen Spiele für Abenteurer, Sammler und Jäger. Das Spielprinzip wurde leicht erweitert, dennoch steckt das klassische Pokémon-Erlebnis drinnen. Mit ganz vielen neuen Monstern und einigen Überraschungen, die wir natürlich nicht verraten wollen.

Promotion

Nintendo Weihnachtszauber Von 5. bis 21. Dezember – jeweils Donnerstag bis Samstag – sowie am 23. Dezember öffnet in der Wiener Mariahilfer Straße 9 das Nintendo WeihnachtszauberEvent. Dabei lassen sich Ring Fit Adventure, Pokémon Schwert sowie Pokémon Schild und vieles mehr ausprobieren. Darüber hinaus gibt es eine spannende Bühnenshow, und natürlich darf auch ein tolles Gewinnspiel nicht fehlen. Der Eintritt ist frei – also kommen und Spaß haben! Mehr Info unter www.nintendo.at

ist gewachsen. Gespenstisch praktisch: der Schreckweg FLU-Geistersauger. Ring Fit Adventure | Die Welt zu retten ist ziemlich schweißtreibend. Dafür ist man aber definitiv ein fitter Held: Um das hehre Ziel zu erreichen, müssen wir Liegestütz, Kniebeugen und Beinpressen absolvieren. Ring-Con und Beingurt werden mitgeliefert – sie übertragen die Bewegungen der Teilnehmer in das Spiel. Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging | Der legendäre Dr. Kawashima ordiniert ab 3. Jänner nun endlich auch auf der Nintendo Switch. Seit bereits über 13 Jahren sorgt er mit einer Vielzahl von Übungen dafür, dass unser Gehirn fit bleibt. Das kann eine ziemliche Herausforderung sein – also ranhalten und fleißig üben!

Luigi’s Mansion 3 | Die Geisterjagd für die ganze Familie geht in die nächste Runde, und sie ist schöner und kniffliger denn je. Spielerinnen und Spieler haben nun viel mehr Freiheiten als in den vorangegangenen Teilen, und auch das Arsenal an Werkzeugen, um die Geister zu fangen,

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Freie Zeit

Schauen, Spielen, Lesen, Hören Was gibt es Schöneres, als sich bei Schnee, Eis und Kälte unter der Bettdecke zu verkriechen und ein neues Buch zu lesen? Eben! Hier die neuesten Empfehlungen aus der Tipi-Redaktion.

0 – 3 Jahre

Wut im Bauch Minze ist sauer, weil sie auch so schön malen will wie ihr großer Bruder. Der zeichnet indes – heimlich – ein Bild seiner Schwester. Herzerwärmende Geschichte über Lust und Frust des kreativen Schaffens Blödes Bild! von Johanna Thydell, Kunstmann. Ab 3. Um € 15,50.

Ohne Worte Zwei Kinder beobachten durchs Fenster das Schneetreiben. Doch plötzlich: Ein Vogel! Rosa Hasen! Eine Katze! Ein Bär! Gefesselt folgen die Kinder dem bunten Treiben. Farbintensives Bilderbuch zum Mitfiebern. Pass auf! von Silvia Borando, Freies Geistesleben. Ab 3. Um € 14,40.

Kunstvolles Pop-up-Buch Seite für Seite baut sich die Akrobatenfamilie zu einer immer höher werdenden Pyramide auf. Fabelhaft inszenierte Vorstellung zum Zählen lernen! Eins, zwei, drei, die Akrobaten von A. Boisrobert & L. Rigaud, Kleine Gestalten. Ab 3. Um € 22,60.

Wilder Froschhüpfspaß Die Frösche werden im Seerosenteich nach Farbe und Form in die passenden Öffnungen sortiert. Haut man auf die Farbplättchen, springen die grünen Hüpfer wieder quer durchs Kinderzimmer. Saltino von Selecta. Ab 1. Um € 29,99.

4 – 6 Jahre

Alle lieben Glitzer Ein Bub in Mädchenkleidern führt zu Diskussionen. Aber nicht lange: Denn schließlich darf in der Kindergarten-Disco jeder anziehen, was er oder sie will! Humorvolles Buch über Geschlechterrollen & Klischees. Disco! von F. Angel & J. Dürr, Jungbrunnen. Ab 4. Um € 15,–. 88 | w i n t er 2019 /20

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Fantasievoll Je mehr Adrian von seinem angeblichen Pferd schwärmt, desto mehr ärgert sich Zoe über seine Flunkereien. Doch dann merkt sie: In der Fantasie ist alles möglich. Rührendes Bilderbuch über menschliche Vorstellungskraft. Adrian hat gar kein Pferd von M. Campbell & C. Luyken, cbj. Ab 5. Um € 15,50.

Freunde fürs Leben Wie man sich mit einem Gespenst anfreundet gibt Tipps für die Freundschaftsanbahnung: was ein Gespenst isst, wo es sich versteckt und warum man es nie in die Waschmaschine stecken darf. Großartig! Von Rebecca Green, Diogenes. Ab 4. Um € 18,50.

Sei du selbst Zu Halloween will Zombiemädchen Mortina endlich Freunde finden. Weil da alle gruselig verkleidet sind, wird sie schon nicht auffallen. Doch dann wird ihr Geheimnis gelüftet ... Hinreißende Geschichte um Anderssein und Dazugehören. Mortina von Barbara Cantini, dtv junior. Ab 5. Um € 11,30. Temporeiche Aufräumaktion Kreuz und quer kullert das Glausauge des Captains über das Schiff und schubst die Möwendreckhäufchen in die Kombüse. Die Matrosen müssen sie schnell mit der Zange aufsammeln – welche, das bestimmt die Farbe des Würfels. Rasantes Aktionsspiel. Eye Eye, Captain von H. Punke, Ravensburger. Ab 4. Um € 24,99.

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Freie Zeit

© Hersteller, Verlage, Verleiher, Simone Porteder (Illustration)

7 – 9 Jahre

Magische Fantasiewelt Während Lenni auf Herrn Wunders Spielzeuggeschäft aufpasst, passieren dort merkwürdige Dinge: Nachts wird das Spielzeug lebendig! Zauberhafte Geschichte zum Miträtseln. Waldo Wunders fantastischer Spielzeugladen von A. Scheller, Baumhaus. Ab 8. Um € 10,30.

Spaß am laufenden Band Das Fließband befördert Roboterteile in drei Farben, auf denen die Spieler ihre Würfel platzieren. Sobald ein Roboteil das Band verlässt, purzeln auch die daraufgelegten Würfel runter. So würfelt das Fließband aus, welchem Spieler das betreffende Körperteil eines Roboters zusteht. Vergnügliches 3D-Familienspiel. Außer Rand und Band von H. Schmidt, Zoch. Ab 7. Um € 24,99.

Sympathische Räuberbande Drei Nachbarskinder machen das Stiegenhaus zum Räuberwald. Auf der Suche nach Beute werden alle Wohnungen abgeklappert und viele Abenteuer erlebt. Eine Ode an die kindliche Vorstellungskraft. Die drei Räuberinnen von Verena Hochleitner, Tyrolia. Ab 8. Um € 16,95.

Moderne Musikgeschichte Was alles kann Musik sein? Das farbgewaltige Buch orchestriert musikalische Begebenheiten, Musiktheorien und Künstler wie Chopin, die Beach Boys, Madonna oder Kraftwerk. Ein bunter Augenund – dank Hörbeispielen auf der zugehörigen Website – Ohrenschmaus! Wie das klingt! von M. Libera, M. Mendyk, A. Mizielinska & D. Mizielinski, Moritz. Ab 9. Um € 25,70.

Spektakuläre Reise in die Savanne Mit bahnbrechender Filmtechnik und emotionalem Storytelling haucht Regisseur Jon Favreau der rührenden Geschichte um den Löwenjungen Simba neues Leben ein. Der König der Löwen von Disney. Ab 6. Blu-ray um € 19,99, .

Ab 10 Jahren Abenteuerliche Ballonfahrt Die Spieler fliegen mit ihrem Ballon hinab und wollen die Geheimnisse um Die Inseln im Nebel lösen. Doch nur wenn sie den Wind für sich nutzen, lassen sich neue Landschaften und Küsten entdecken und diese miteinander verbinden. Strategisches Plättchen-Legespiel. Von Volker Schächtele, Schmidt. Ab 10. Um € 31,99.

Emotional Franks kleiner Bruder Max hat spezielle Bedürfnisse, was das Leben der Familie ziemlich auf den Kopf stellt. Ergreifendes Kinderbuch über Autismus, Freundschaft und Geschwisterliebe! Mein Bruder und ich und das ganze Universum von Katya Balen, Carlsen. Ab 11. Um € 13,40.

Einfühlsam Vonkie besucht ihren Großvater auf dem Land und merkt: Der hat einiges Spannendes zu erzählen. Schon bald ist Vonkie einem Familiengeheimnis auf der Spur ... Vielschichtiger Familienroman. Das Abrakadabra der Fische von Simon van der Geest. Thienemann. Ab 10. Um € 15,50.

Erste Liebe Jan ist ein guter Schwimmer; seine Schwächen – Lesen und Rechnen – hält er aber geheim. Besonders vor seiner Nachbarin Flo, ihres Zeichens Mathe-Genie. Berührende Coming-of-Age-Geschichte über kleine Schwächen und große Stärken. Die beste Bahn meines Lebens von Anne Becker, DAV. Hörbuch ab 11. Um € 15,39. w i nsom t erm2019 er 2016 /20 |

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Film-Highlights Her mit dem Popcorn und Film ab! Dieser Kinowinter strotzt nur so vor filmischen Highlights. Vom Kindergartenkind bis zum Teenager, vom Onkel bis zur Oma – hier ist garantiert für jeden was dabei! Starttermin: 13.12.2019

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r tickets fü 3x2 K ino – Suche Gew inn ke oc S e ab eR Der klein Schatz: verlorenen nach dem zin.at a g a tipim 2.2019) gew inn @ .1 11 : eschluss (Einsend

Der kleine Rabe Socke – Suche nach dem verlorenen Schatz Der kleine Rabe Socke ist von Frau Dachs zum Dachbodenaufräumen verdonnert worden, nachdem er aus Versehen das alljährliche Waldfest ruiniert hat. Dort macht er eine Riesenentdeckung: eine waschechte Schatzkarte! Um den verschollenen Schatz rankt sich eine geheimnisvolle Legende: Wer es schaff t, bis zu ihm vorzudringen und alle Gefahren und Rätsel auf dem Weg besteht, der wird König des Waldes! Und König wollte Socke immer schon sein. Zusammen mit Eddi-Bär, dem kleinen Dachs und Bibermädchen Fritzi bricht Socke auf zum

großen Schatzsucher-Abenteuer. Ihnen dicht auf den Fersen sind die Biberjungs Henry und Arthur, die ebenfalls Wind von der Sache bekommen haben und den kleinen Dachs entführen, um den Freunden die Schatzkarte abzujagen. Socke muss sich entscheiden: Soll er seinen Freund retten oder den Schatz finden und König werden? Während er noch grübelt, machen die Freunde eine Entdeckung, die das Leben der Waldbewohner gehörig durcheinander wirbelt ... Drittes Kinoabenteuer des frechen Raben mit der Stimme von Jan Delay.

Thomas und seine Freunde

Starttermin: 02.01.2020

Rennwagen Ace überredet Lok Thomas zu einer ehrgeizigen Reise: Thomas könnte die erste Dampflok werden, die die ganze Welt bereist! Begeistert macht sich Thomas auf den Weg. Seine Reise führt ihn durch Wüsten, Dschungel und über gefährliche Berge, durch fünf Kontinente, vorbei an ihm unbekannten Sehenswürdigkeiten. Auf seiner Fahrt lernt er viel Interessantes über die verschiedensten Orte auf der Welt und freundet sich mit Nia an, einer wagemutigen, lustigen afrikanischen Lok aus Kenia, die Thomas zeigt, was wahre Freundschaft ist. Die beliebte Lokomotive Thomas erobert die Kinoleinwand – ein lehrreicher Spaß für die Kleinsten.

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Starttermin: 25.12.2019

Superspion Lance Sterling ist cool, charmant und geschickt – und damit so ziemlich das genaue Gegenteil vom nerdigen Wissenschaftler Walter Beckett. Was Walter im Bereich Sozialkompetenz fehlt, macht er durch Erfindungsreichtum und Intelligenz wieder wett. Sein wissenschaftliches Genie

Spione Undercover – Eine wilde Verwandlung erfindet die Gadgets, die Geheimagent Lance bei seinen abenteuerlichen Missionen nutzt. Als die Ereignisse eine unvorhergesehene Wendung nehmen, müssen sich Walter und Lance plötzlich auf völlig andere Art und Weise aufeinander verlassen. Und wenn dieses seltsame Pärchen nicht lernt, als Team

zu arbeiten, ist die gesamte Welt in Gefahr ... Witziger Animations-Hit über einen Topagenten und einen schüchternen Wissenschaftler, die gemeinsam auf Weltrettungsmission gehen – mit den Stimmen von Steven Gätjen als Lance und Jannik Schümann als Walter.

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Freie Zeit

Rotschühchen und die sieben Zwerge

Starttermin: 25.12.2019

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Deutschland im Jahr 1933: Anna Kemper ist erst neun Jahre alt, als sich ihr Leben von Grund auf ändert. Um den Nazis zu entkommen, muss ihr Vater nach Zürich fliehen. Seine Familie folgt ihm kurze Zeit später. Anna lässt alles zurück, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und muss sich in der Fremde einem neuen Leben voller

Herausforderungen und Entbehrungen stellen. Oscar-Preisträgerin Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“) verfilmte Judith Kerrs Bestseller „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ – eine berührende Geschichte über Zusammenhalt, Zuversicht und darüber, was es heißt, eine Familie zu sein.

Sieben kleine, grüne Zwerge sind mit einem Fluch belegt: Nur ein Kuss der schönsten Frau der Welt kann sie wieder zu Prinzen werden lassen, die sie einst waren. Auch Schneewittchen hat ein Geheimnis: Die pummelige Prinzessin hat sich dank magischer Schuhe in eine klassische Schönheit verwandelt. Als sich die Pfade der Märchenfiguren kreuzen, müssen alle lernen, was wahre Schönheit wirklich bedeutet ... Starttermin: 05.12.2019

Heinzelmädchen Helvi hat es satt! Seit mehr als 250 Jahren verstecken sich die Heinzelmännchen nun schon tief unten in der „furzfinsteren“ Erde vor der Menschenwelt. Während die anderen Heinzels auf der Jagd nach der größten Zipfelmütze fleißig ihrem Handwerk nachgehen, stürzt die quirlige Helvi mit ihrem überbordenden Tatendrang von einem Missgeschick ins nächste. Heimlich schleicht sie sich mit den Heinzeljungen Butz und Kipp ans Tageslicht

und stößt direkt auf den stinkstiefeligen Bäcker Theo. Der hat tatsächlich wenig zu lachen, ruiniert ihm sein geldgieriger Bruder Bruno doch fast das Geschäft. Für Helvi ist klar: Ihr neuer Freund braucht Hilfe. Und wer wäre dafür besser geeignet als die Heinzelmännchen? Inspiriert von der Kölner Heinzelmännchen-Sage erobern die kleinen Helferlein mit viel Witz und ZipfelmützenPower die Herzen der kleinen und großen Kinobesucher.

Die Fantastische Reise des Dr. Dolittle Starttermin: 30.01.2020

Starttermin: 31.01.2020

Der exzentrische Arzt Dr. Dolittle (Robert Downey Jr.) lebt zurückgezogen allein mit seinen Tieren, mit denen er sogar sprechen kann. Als die junge Queen Victoria schwer krank wird, begibt er sich auf die Reise zu einem sagenumwobenen Eiland, wo es ein Heilmittel geben soll. Eine gefährliche Mission, auf der er sich alten Feinden stellen muss und neuen wundersamen Kreaturen begegnet. Humorvoller Fantasyfilm mit Starbesetzung!

© Warner Bros. (1), Constantin Film/ Tobis Film (2), Einhorn Film (1), Sony Pictures (1), Disney (1), Universal Pictures (1)

Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen

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Starttermin: 24.01.2020

Die Wolf-Gäng Der 13-Jährige Vampir Vlad ist neu an der Penner-Akademie in Crailsfelden, der berühmtesten magischen Schule der Welt. Und gleich am ersten Tag passiert ihm etwas richtig Peinliches: Beim Anblick eines Blutstropfens muss er sich vor versammelter Mannschaft übergeben. Denn: Er ist ein Vampir, der

kein Blut sehen kann. Zusammen mit seinen beiden neuen Freunden, Faye, einer Fee mit Flugangst, und Wolf, einem Werwolf mit Tierhaarallergie, ist er damit in trauriger Gesellschaft – und die Lachnummer der ganzen Schule. Gemeinsam kommen die sympathischen Antihelden einer ge-

Starttermin: 05.03.2020

heimnisvollen Verschwörung rund um Bürgermeister Louis Ziffer und seiner Sekretärin Frau Circemeyer auf die Spur, die ganz Crailsfelden ins Unglück stürzen könnte. Dabei lernen sie, sich selbst zu akzeptieren, so wie sie sind. Verfilmung der beliebten Jugendroman-Reihe rund um ein magisches Trio.

Onward: Keine halben Sachen In eine Welt, die voller mystischer Wesen wie Elfen, Trolle, Meerjungfrauen, Zentauren, Gnomen und Co. war, ist längst der Alltag eingekehrt. Die Teenager-Elfen-Brüder Ian und Barney Lighfoot wollen nicht glauben, dass es mit der Magie vorbei sein soll. Doch dann überreicht ihnen ihre Mutter ein Geschenk des toten Vaters, und dieses kann sogar ihren toten Vater für 24 Stunden zurückbringen. Blöd, dass nicht alles nach Plan läuft und sie ihren Vater nur zur Hälfte herbeizaubern. Jetzt drängt die Zeit, wenn sie es irgendwie schaffen wollen, dass auch die zweite Vaterhälfte in ihre Welt zurückfindet … Fantasy-Animationsfilm aus dem Hause PIXAR.

Sonic The Hedgehog Sonic (Stimme: Julien Bam) ist ein pubertierendes Powerpaket – mit einer Superkraft: Er kann in Überschallgeschwindigkeit rennen. Den Behörden ist der blaue Igel deshalb ein Dorn im Auge. Während Sonic ständig auf der Flucht vor dem Gesetz ist, versucht er gemeinsam mit Kleinstadtpolizist Tom (James Marsden) zu verhindern, dass der verrückte Dr. Robotnik (Jim Carrey) die Weltherrschaft an sich reißt. Rasante Videospielverfilmung des beliebten Sega-Charakters.

Starttermin: 13.02.2020

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Freie Zeit

Latte Igel und der magische Wasserstein

Starttermin: 25.12.2019

Unruhe bei den Tieren im Wald: Der Bach ist versiegt, die Wasservorräte gehen zur Neige. Der weise Rabe Korp prophezeit, dass das Wasser erst wieder fließt, wenn der magische Wasserstein, der von einem Bärenkönig gestohlen wurde, zurück an seinen Ursprung gelangt. Natürlich haben alle Tiere Angst und wollen auf keinen Fall dem Bärenkönig begegnen. Nur

die tapfere kleine Igeldame Latte fürchtet sich nicht und zieht mit ihrem Eichhörnchenfreund Tjum los, um den wasserspendenden Stein zu finden. Die abenteuerliche Reise erweist sich auch als Bewährungsprobe für die Freundschaft der beiden. Zauberhafte Kinderbuch-Verfilmung, die schon bei den Kleinsten das Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz schafft.

Vier zauberhafte Schwestern Die vier Schwestern Flame, Marina, Flora und Sky verfügen über magische Fähigkeiten: Jede kann ein Element beherrschen – Feuer, Erde, Wasser und Luft. Als sie die geheimnisvolle Elbenstaub-Quelle entdecken und durch ihre magischen Kräfte wieder zum „Sprudeln“ bringen, rufen sie nichtsahnend die böse Glenda (Katja Riemann) auf den Plan: Sie will die Kraft der Quel-

Starttermin: 06.02.2020

le, mit der man alle vier Elemente und somit die Welt beherrschen kann, an sich reißen. Viel Zeit bleibt den Schwestern nicht, um Glendas teuflischen Plan zu vereiteln und ihr Zuhause und vielleicht auch die ganze Welt zu retten ... Fantasievolles Kinoabenteuer mit coolen Songs und Tanzeinlagen, basierend auf der Bestseller-Buchreihe „Sprite Sisters“ von Sheridan Winn.

Starttermin: 09.01.2020

Als der strenge Feuerwehrchef Jake Carson (John Cena) und sein Eliteteam (KeeganMichael Key, John Leguizamo und Tyler Mane) drei Geschwister aus der Schneise eines sich nähernden Buschfeuers retten, stellen sie schnell fest, dass sie auf ihren bislang anstrengendsten Job keineswegs vorbereitet sind: Babysitter. Kinder agieren eben wild und unvorhersehbar — genau wie ein Feuer. Herzerfrischende Komödie über eine Gruppe gestandener Feuerwehrmänner, deren Alltag durch drei Kinder komplett auf den Kopf gestellt wird.

© Filmladen (1), Disney (1), Constantin Film (1)

Chaos auf der Feuerwache

Die konkreten Altersfreigaben werden kurz vor Filmstart bekannt gegeben.

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Christkind oder Weihnachtsmann – wer bringt hier die Geschenke? Uns doch egal, Hauptsache, sie liegen reichlich unter dem Baum ...

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Freie Zeit

Basteln fürs Christkind Ob zum Verschenken oder als lustige Dekoration: Diese Schneemänner und Rentiere sind schnell gebastelt und verbreiten eine ordentliche Portion Weihnachtsstimmung.

Pompon-Schneemann 1. Schneide aus dem Karton zunächst zwei Rechtecke aus: Das große mit 7 x 6 cm, das kleine mit 5 x 4 cm. Mit 1 cm Abstand zum Rand schneidest du innen jeweils noch ein Rechteck aus.

dicker Karton Lineal  Bleistift  Schere  weiße Wolle  2 Pfeifenputzer in verschiedenen Farben  4 kleine schwarze Filzkugeln und 1 orangefarbene Filzkugel  Klebstoff





2. Die Wolle wird nun um die Mitte gewickelt, indem du das Rechteck quer hältst und eine kleine Lücke an beiden Rändern des Lochs freilässt. Es muss ca. 50-mal umwickelt werden! Die Enden hängen nach dem Abschneiden einfach herunter. Lass ein Ende etwas länger. Mit einem neuen, 20 cm langen Faden knotest du dann noch alles in der Mitte fest zusammen.

Stefanie Möller: 24x Basteln – Weihnachtliche Projekte für Kinder; EMF Verlag, € 13,40

3. An beiden Seiten schneidest du jetzt alle Fäden mit der Schere durch. Die Pappe fällt dabei von selbst ab. Zupfe die Wolle etwas zurecht und schneide sie schön rund. Für einen Schneemann brauchst du einen kleinen und einen großen Pompon, die du mit den beiden unterschiedlich großen Papprechtecken anfertigst. Zum Schluss werden die Pompons an den langen Fäden aneinandergeknotet.

5. Die Ohrenschützer setzt du dem Schneemann zum Schluss noch auf, der Schal wird zurechtgeschnitten. Die schwarzen Filzkugeln werden als Augen und Knöpfe aufgeklebt. Als Nase nimmst du eine Kugel, die du etwas spitz zuschneidest.

4. Ein Pfeifenputzer wird nun um den Hals des Schneemanns gewickelt und vorne zusammengedreht. Die Enden hängen herunter. Ein weiterer Pfeifenputzer wird am Ende etwas eingerollt und

TIPP: Und das kannst du auch noch aus Pompons machen: Schneebälle für den Christbaum oder als Girlande, lustige Tierköpfe, Deko für Geschenkverpackungen und noch so viel mehr!

leicht umgeklappt. Auf der anderen Seite machst du das Gleiche. Dies werden die Ohrenschützer.

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Adventkalender mal anders. Mit 24 kreativen Projekten verkürzt dieses Bastelbuch ab 4 Jahren die Wartezeit aufs Christkind. Ob Weihnachtssterne aus Butterbrottüten, Baumanhänger aus Modelliermasse oder Christbäume aus Klebeband: Die kleinen Kunstwerke und potenziellen Weihnachtsgeschenke sind schnell und unkompliziert angefertigt – und machen trotzdem ordentlich was her.

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© EMF/Stefanie Möller

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Rentier aus Eierkartons 1. Zunächst schneidest du aus dem Eierkarton einen „Hügel“ aus, in dem normalerweise das Ei liegt, und malst ihn mit weißer Farbe an. Lass es nun gut trocknen. 2. Um die Stirn wickelst du zweimal das Bäckergarn und knotest es an der Seite zusammen. Die kleinen Zweige werden als Geweih hinten angeklebt, in die Mitte der Vorderseite klebst du die Filzkugel als Nase. Mit dem schwarzen Filzstift malst du noch zwei Augen auf.

Eierkarton Schere  weiße Acrylfarbe  Pinsel  Bäckergar n  kleine Zweige  Kleber  rote Filzkugel  schwarzer Filzstif t  8 Eisstiele





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in die Mitte, sodass die beiden langen Stäbchen miteinander verbunden sind. Nachdem alles getrocknet ist, klebst du die vier 8 cm langen Stücke auf die beiden angeklebten. Auch das lässt du wieder trocknen. Die beiden letzten Teile werden direkt über die unteren senkrechten Stücke geklebt. Nach einiger Zeit kannst du noch Bäckergarn um die Ecken knoten und vorne eine Schnur anbinden. 1

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© EMF/Stefanie Möller

3. Jetzt braucht unser Rentier noch seinen Schlitten. Dazu schneidest du die Eisstiele so zu: Zwei Stiele bleiben ganz, vier Stiele werden an beiden Enden so abgeschnitten, dass sie 8 cm lang sind, und zwei weitere Stiele werden jeweils zu zwei Stücken mit je 5 cm Länge zerschnitten. Schließe beim Zerschneiden die Augen oder hole dir jemanden zu Hilfe, der die andere Seite des Stiels festhält. So verhinderst du, dass dir dabei kleine Holzsplitter in die Augen fliegen. Am besten lässt du dir hierbei von einem Erwachsenen helfen.

Material & Werkzeug

4. Du legst die beiden ganzen Stücke im Abstand von etwa 4 cm nebeneinander und klebst ein 5 cm langes Teil senkrecht fast ans Ende und eines ungefähr

Der Nikolo kommt!

Märchenfee

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Für jedes angemeldete Kind gibt es ein Säckchen mit Überraschungen gefüllt und persönlich vom Nikolo mit lobenden Worten überreicht. Dazu eine Bio-Kinderspeise nach Wahl und ein Kindergetränk. Kein Krampus!

„Bitte noch eine Geschichte!“ gelesen von Pädagogen Christian Grasböck. In gemütlicher Atmosphäre des Kinderspielraums tauchen Kinder in die Welt der Märchen ein.

Süß, würzig & herrlich weich! Unter liebevoller Anleitung werden große hausgemachte Bio-Lebkuchen nach Herzenslust verziert und dekoriert. Auch zum Mitnehmen!

Samstag 12:00 / 12:30 / 13:00 16. / 23. / 30. November 7. / 14. / 21. Dezember Teilnahme gratis! / Dauer ca. 30 Min.

Sonntag 12:30 – 16:00 17. / 24. November 1. / 8. / 15. / 22. Dezember Materialbeitrag: € 2,- pro Lebkuchen

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Freie Zeit

Eine Kinderband, die total unpeinlich ist und bei der sogar Erwachsene Spaß haben? Kann’s ja gar nicht geben! Falsch: „Deine Freunde“ beweisen auch am fünften Studioalbum, dass die wirklich lustigen Dinge generationsübergreifend sind. Tipi hat Flo von der Band zum Interview gezwungen. von peter zirbs

Interview

Deiner Freunde fünfter Streich deinefreunde.info 100 | w i n t er 2019 /20

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Freie Zeit Ihr seid seit acht Jahren im Einsatz. Auf eurem fünften Album Helikopter klingt ihr noch mal ein bisschen anders als zuvor. Flo: Wir stehen hinter jedem einzelnen Song, den wir in den letzten acht Jahren produziert haben, aber wir wurden auch von Album zu Album mutiger und kompromissloser. Während der Produktion unserer ersten drei Alben haben wir uns noch öfter Fragen gestellt wie: „Werden die Kinder diese Art von Humor verstehen?“ oder „Gehen wir mit dieser oder jener Idee etwas zu weit, sollten wir die Ecken und Kanten an manchen Stellen vielleicht etwas abrunden?“ Meistens waren es dann aber die Kinder selbst, die uns ermutigt haben. Solange unsere Songs in den unendlichen Weiten des Kosmos „Familie“ stattfinden, feiern sie es ab und fühlen sich erkannt. Da darf es dann auch ruhig mal etwas absurder oder abstrakter werden. Die checken das. Musik ist die beste Spielwiese der Welt, und wir toben darauf rum, wie wir wollen.

die Clubs betraten, in denen sonst nur abends irgendwelche Rockkonzerte oder Technopartys stattfanden. Von denen hätte keiner gedacht, dass so was wie Kindermusik auch in cool geht. Heute kommt es nicht selten vor, dass so mancher beinharte Security-Gorilla ein paar Tränchen verdrückt, wenn er 1.000 Kindern dabei zusieht, wie sie ihr erstes richtiges Konzerterlebnis genießen und dabei abgehen wie die Großen.

Schönster Moment bei den Aufnahmen? Mein schönster Moment war, als wir ein einziges Mal unser Ferienhaus im Nirgendwo verließen, um 5 Minuten frische Luft zu schnappen und Lukas es schaffte, in genau diesen 5 Minuten von einem Steg, der in die Ostsee führte, zu rutschen und der Länge nach ins Wasser zu fallen. Dieses Bild ruf ich mir noch heute oft vor Augen und muss immer noch laut lachen. So ein Trottel!

Acht Jahre sind ein guter Zeitrahmen, um auch mal zurückzublicken. Uns kommen diese acht Jahre gar nicht so wahnsinnig lang vor, was irgendwie für den Spaß spricht, den wir bei der Sache haben. Trotzdem ist natürlich extrem viel in dieser Zeit passiert. Die gravierendsten Unterschiede spüren wir wohl auf Tour, denn da hat sich am meisten verändert: Die Touren zu unseren ersten drei Alben sahen in der Umsetzung so aus, dass wir uns mit unserem kompletten Bühnenbild in zwei Pkws gequetscht haben und jeder von uns mehrere Aufgaben erfüllen musste. In unserer Crew hat jeder von Anfang an alles gegeben, weil er an das Konzept „neue, gute Musik für Kinder und Eltern“ geglaubt hat. Wir haben auf jedem Stadtfest gespielt; sind durch ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz getourt und waren eigentlich ständig unterwegs. Mittlerweile spielen wir unsere Konzerte in großen Hallen, wodurch unsere Shows aber nicht liebloser oder anonymer werden. Zum Beispiel gibt es einen eigenen Kinderbereich, der für Erwachsene verboten ist. Dafür tragen alle Kinder Armbänder mit den Handynummern ihrer Eltern drauf, falls sich doch mal jemand verlaufen sollte. Die Security vor Ort bekommt eine extra Einweisung darüber, dass heute keine Besoffenen aus der Disco geworfen werden, sondern ein sensibler Umgang mit den Besuchern unseres Konzertes gefragt ist, die ja aus Familien bestehen – da muss man auf andere Sachen achten als bei klassischen Veranstaltungen. Anfänglich wurden wir noch belächelt, wenn wir als Kinderband

Wo kommen eure Themen her? Die Themen fliegen ja alle irgendwie im Kosmos „Familienleben“ rum. Man muss sich mal vorstellen, wie viel der so hergibt. Wie viele Lieder von Bands oder sogar ganze Karrieren wurden auf nur ein oder zwei Themengebieten wie z.B. Liebe oder Sehnsucht aufgebaut? Du musst nicht lange suchen und findest ungefähr 3 Millionen Songs zum Thema Liebeskummer, viele davon auch noch langweilig umgesetzt. Wir finden es großartig, ein so riesiges Themenfeld wie „das ganz normale wahnsinnige Familienleben“ vor uns zu haben und immer wieder aus neuen Winkeln zu beleuchten. Es gibt da einfach so unendlich viele interessante kleine und große Entwicklungen und Dynamiken. Es wird schlicht nie langweilig, und man kann aus den ungeahntesten Situationen Lieder entstehen lassen. Ich habe ja zum Beispiel fast 10 Jahre lang auch in Kitas und Vorschulen gearbeitet und dadurch so einige Elternabende miterlebt. Für mich war es auffällig und sehr belustigend, wie sich immer alle Teilnehmer einen abbrechen bei der Wahl zum Elternvertreter. Das hat dann jedesmal ewig gedauert, alle mussten ausharren auf den winzigen Stühlen und abwarten, bis sich endlich jemand bereit erklärt, den Job zu übernehmen. Also dachte ich mir, dass wir darüber mal ein Lied machen müssten, wenn das sowieso immer gleich abläuft. Vor zwei Wochen war ich beim Elternabend meiner eigenen Kinder, da war es auch wieder genau so. Ich wollte das Schweigen allerdings nicht zu laut werden lassen – deshalb bin ich jetzt natürlich der neue Elternvertreter :)

Wie hat sich eure Zielgruppe im Laufe der Zeit verändert? Die Kerngruppe im Kinderbereich ist nach wie vor ca. 6 bis 12 Jahre alt. Danach sind sie dann aber auch ganz schnell weg – bei Capital Bra oder Mero. Das finden wir nicht schlimm; schließlich ist dann ein Alter erreicht, in dem man sich abgrenzen möchte und sowieso alles anders wird. Wir haben das auch in der Danksagung unseres neuen Booklets untergebracht, dass es okay für uns ist, die Kinder in ihre Pubertät ziehen zu lassen. So ist das Leben nun mal, und unter uns gesagt: Während dieser Phase ist es gar nicht so verkehrt, Abstand zu wahren :) Unser Publikum verlässt uns also stetig, wächst aber auch stetig nach. Und dann irgendwann mit 30 oder so kommen unsere früheren Fans mit ihren eigenen Kindern wieder und werden ganz nostalgisch. Eltern kommen übrigens sowieso gerne mit zu unseren Konzerten und sind somit ca. 50 Prozent unseres Publikums, die wir selbstverständlich auch mit einbeziehen. Manchmal kommen auch Großeltern mit. Die sind eigentlich die Coolsten, und es freut uns extrem, nach den Konzerten Sätze zu hören wie: „Das war mein erstes Konzert seit 40 Jahren, und jetzt mag ich auch Hip-Hop!“

© Sturmfreie Bude Records

Eigentlich schon so etwas wie ein Pflichttermin: Wer das mitreißende Trio „Deine Freunde“ live und in voller Action erleben will, sollte sich rasch Karten für den 21. Februar 2020 im Gasometer sichern – die Tickets gehen nämlich weg wie warme Semmerln. Zum Einstimmen empfehlen wir das neue Album Helikopter (erschienen am 22. November), auf dem Flo, Lukas und Paul noch kompromissloser ihr ganz spezielles Ding für 6- bis 12-Jährige, aber auch für Eltern und sogar Großeltern machen. Wenn die auch cool sind zumindest.

Was würdet ihr noch gerne verwirklichen? Ein komplettes Album, das nur aus Features mit den härtesten Gangsta Rappern besteht, die aber ausnahmsweise mal nicht von Kilos schieben und lila Scheinen erzählen, sondern echte Geschichten aus ihrer eigenen Kindheit zum Besten geben. Das wäre mal interessant. w i n t er 2019 /20 |

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Wir sind weg Roadtrip durch Japan • Urlaub beim Weltmeister • Auf dem Gipfel des Genusses • Winterurlaub de luxe • Wilde Hafenstadt und feinste Kulinarik • Abenteuerland Nachhaltiges Paradies

© Sam Power (1), Hersteller (4), Freepik (2)

Wohin es im neuen Jahr gehen soll? Nach Bhutan! – laut Lonely Planet das spannendste Reiseziel 2020. Nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ verfolgt man hier eine strikte Tourismuspolitik; doch die hohen Tagesgebühren zahlen sich aus, wenn man die nach Kiefern duftenden, von Klöstern gekrönten Hügeln betreten darf. Beeindruckend auch die Vorreiterrolle in puncto Nachhaltigkeit: Das buddhistische Königreich am östlichen Rand des Himalayas ist das einzige CO2-negative Land der Welt! www.loneylplanet.de

Auf ins Abenteuer Atlas Obscura entführt uns zu den 100 abenteuerlichsten Orten der Welt: zum Tor der Hölle in Turkmenistan, zu den singenden Sanddünen in der Wüste Gobi oder in eine Bucht in Venezuela, wo ein immerwährendes Gewitter tobt. Von Dylan Thuras und Rosemary Mosco, erschienen im Loewe Verlag um € 20,60.

Weltreise

Vom Kinderzimmerboden in die ganze Welt: Play & Go World Map ist Spielteppich und Spielzeugaufbewahrung in einem. Einfach mit der Kordel zuziehen, und schon sind Kuscheltiere, Bausteine und andere Spielsachen, mit denen eben noch gespielt wurde, im Sack verschwunden. Ideal auch zum Transport! Um € 34,95. www.playandgo.com

Eine Frage des Alters Wie man seinen Urlaub verbringt, ist auch eine Frage des Alters, wie eine aktuelle Allianz Partners-Umfrage bescheinigt. Demnach wollen Reisende über 60 Jahre vor allem Neues entdecken und das eigene Wissen erweitern, während die Unter30-Jährigen stark auf Erholung vom Alltag setzen. www.allianz-partners.com

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Mama & Baby

Die beliebtesten Touristenattraktionen der Welt auf Instagram

Kippschutz Sobald sich das Auto in Bewegung setzt, beginnt auf der Rückbank der Kampf gegen das Einschlafen. Damit dabei die Kinderköpfe nicht ständig nach vor oder zur Seite kippen, hat Sandini den SleepFix Kids Outlast entwickelt. Der weiche Polster mit Stützfunktion ist für kleine Schläfer von 18 Monaten bis 12 Jahren geeignet. Um € 44,99. www.sandini.de

Urbaner Style

Inspiriert von London, gibt es mit dem Quinny LDN den perfekten Begleiter für den nächsten Städtetrip. Das stylische Leichtgewicht lässt sich ganz einfach mit nur einer Hand zusammenfalten und per Tragegurt über der Schulter tragen – ideal für aufregende Entdeckungstouren in der Stadt via Bahn, Bus und zu Fuß. Um € 399,90. www.quinny.de

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Stand: 14.11.2019

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Winter im Europa-Park können die Gäste anschließend in einem der sechs parkeigenen Erlebnishotels. Ab dem 28. November können Neugierige dann Rulantica, die neue IndoorWasserwelt des Europa-Park entdecken. Inspiriert von der Mystik und Schönheit Skandinaviens, garantieren 25 spannende Wasserattraktionen ein spritziges Vergnügen. Direkt angrenzend lädt das 4-Sterne Superior Erlebnishotel „Krønasår“ zum Genießen, Träumen und Entspannen ein. Öffnungszeiten Rulantica: 10–22 Uhr (ab 9 Uhr für Gäste der Europa-Park Hotels). Begrenzte Kapazität. Der Eintritt in die Wasserwelt kann in der Regel nur nach vorherigem Online-Ticketkauf unter tickets.rulantica.de erfolgen. Infoline: +49/(0)7822/77 66 55 Aktuelle Informationen und Eintrittspreise unter rulantica.de.

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Traumhaft zeigt sich der Europa-Park während der kalten Saison im zauberhaften Winterkleid: Tausende Lichter und Christbaumkugeln sowie unzählige verschneite Tannen verleihen den 15 europäischen Themenbereichen festlichen Glanz. Den Tag entspannt ausklingen lassen und traumhaft nächtigen

© Europa-Park

Auch in der Wintersaison dürfen sich Groß und Klein im Europa-Park auf jede Menge Achterbahnen und weitere Attraktionen freuen.

Öffnungszeiten Europa-Park Wintersaison: bis 6. Jänner 2020 (außer am 24./25. Dezember) sowie zusätzlich am 11. und 12. Jänner täglich von 11 bis mindestens 19 Uhr geöffnet. Verlängerte Öffnungszeiten bis 20 Uhr an allen Wochenenden und während der Ferien in Baden-Württemberg. Infoline: +49/(0)7822/77 66 europapark.de w i n t er 2019 /20 |

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Wir sind weg

Roadtrip durch Japan Groß und Klein auf engem Raum. Das ist eine vierköpfige Familie, unterwegs in einem Campervan. Damit lässt sich aber auch ihr Reiseziel bestens beschreiben. Faszinierend und kontrastreich vereint Japan Modernität und Tradition, enge Großstadt und weites Land. Konnichiwa in Nippon! von hans peter & martina hasewend „Hawaii: Surfen, schnorcheln, traumhafte Strände und Aloha-Feeling pur. Das will ich haben“, lautete die Antwort von Martina auf die Frage von Hans Peter, wie sie sich den kommenden Sommerurlaub vorstellt. Seine Antwort nach kurzer Nachdenkpause: „Japan soll auch sehr schön sein.“ „Ja, eh. Japan ist aber nicht Hawaii“, entgegnete Martina. „Ja, eh.“ Damit war die Diskussion erst mal beendet. Schweigend saßen wir noch eine Weile nebeneinander auf einer Bank im Wiener Stadtpark, beobachteten Kinder beim Füttern der Enten und tagträumten von Reisen auf pazifische Inseln. Wir konnten uns nur nicht auf ein gemeinsames Eiland einigen. Das war im September 2018. Am 1. Oktober waren die Flugtickets für zwei Erwachsene und zwei Kinder von Wien nach Tokio gebucht. Was war da passiert? Magische Überredungskünste? Unwiderstehliche männliche Durchsetzungskraft? Weit gefehlt: Ein paar Tage nach den Urlaubsträumereien im herbstlichen Wien lag ein Stapel von Japan-Reiseführern aus der Bücherei am Wohnzimmertisch. Gemeinsam mit unseren beiden Kindern Kaia (8) und Yona (6) machten wir uns auf eine Bücherreise durch das Inselreich im fernen Osten. Ab da war uns klar, dass Japan viel mehr zu bieten hat als Sushi, Karaoke und Mangas. Nach ein wenig zusätzlicher Recherche im Internet stand unser Plan fest: No Plan (okay, zugegeben: ein bisserl Plan) und viel Freiheit.

Reisenden, aber auch von den campingbegeisterten Mitarbeitern erweitert und aktualisiert. Und auch wir fügen weitere Orte hinzu, die uns besonders gut gefallen. Schon bevor wir vom Parkplatz weg auf die 3.500 Kilometer lange Abenteuerroute unserer Japanreise abbiegen, möchten wir den kleinen digitalen Begleiter nicht mehr missen. Mit japanischer Genauigkeit weist er uns den Weg zu unserem ersten Ziel: Turn right.

Wie auf Wolken – und Reismatten – gebettet: Bevor wie unseren Trip im Van antreten, genießen wir drei Tage in Tokio.

lernen. Jedes Mietfahrzeug ist nämlich mit einem mit Tipps und Empfehlungen prall gefüllten iPad ausgestattet. Neben schönen Stellplätzen für die Nacht finden wir auf einer eigens für Kunden von Japan Campers angelegten Karte auf Google Maps mehrere hundert Markierungen zu Aussichtspunkten, Stränden, heißen Bädern (Onsen) und vielem mehr. Seit 2010 wird dieser Erfahrungsschatz laufend von

Megacity ganz entspannt Aber der Reihe nach. Bevor wir den Zündschlüssel auf besagtem Parkplatz in Narita City umdrehen, haben wir schon drei Tage in Tokio verbracht. Die japanische Hauptstadt geizt nicht mit Superlativen. Knapp 10 Millionen Einwohner zählt die Megacity, über 37 Millionen sind es in der Metropolregion Tokio-Yokohama. Das macht die Region zum größten Ballungsraum der Welt. Tokio ist von Wien aus sehr komfortabel per Direktflug zu erreichen. Weniger angenehm ist der Zeitunterschied von acht Stunden zwischen den beiden Hauptstädten. Entsprechend verkatert fühlen wir uns, als wir im Zug sitzen, der uns vom Flughafen Narita zur Tokioter Ueno-Station bringt. Nach der ersten Nacht auf Tatami-Matten ist der Jetlag aber so gut wie vergessen. Die Kinder sind begeistert vom Zimmer in

Wisdom of the Crowd Schon ziemlich eng hier. Vor allem, wenn auch das Surfboard im Auto unterkommen soll. Wohin mit dem Gewand? Und wie funktioniert noch mal die Wasserpumpe in der Spüle? Wir stehen auf einem Firmenparkplatz in Narita City und uns dreht sich der Kopf. Alles kein Problem, denn Michael von Japan Campers weiht uns in die Geheimnisse des Nissan Caravan „Bross“ ein. Unsere letzte Frage vor der Abfahrt kann er aber nicht beantworten: „Nach rechts oder links?“ Die Antworten auf diese immer wiederkehrende Frage bekommen wir von Menschen, die wir „nur“ digital kennen104 | w i n t er 2019 /20

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Wohnzimmer mit Ausblick: Fast jeden Morgen wachen wir an einem anderen Ort auf und blicken aufs Meer, auf die Berge oder auf Seen. Wir genießen unsere Freiheit.

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Wir sind weg

Reise mit

Kaum zu glauben! Nach unserer letzten Nacht im Van gibt’s Frühstück mit einem wunderbaren Blick auf den Mount Fuji.

© immerbeginner

Einen Katzensprung von Hiroshima entfernt liegt die Insel Miyajima. Der Schrein und das Torii zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Japans. Die Fähre nimmt nur Fußgänger mit, daher bleibt unser Van auf dem Festland.

Es ist 5.30 Uhr. Bevor die Reisegruppen aus den Bussen strömen, spazieren wir in aller Ruhe durch die 1.000 Torii des Fushimi Inari Schreins.

Auf Shikoku ist unser Surfboard im Dauereinsatz. Martina wartet auf Wellen am Ikumi Beach – unserem japanischen Hawaii.

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Wir sind weg

unserer traditionell japanischen Unterkunft (Ryokan) und der großen Terrasse mit Blick auf den Skytree. Entsprechend gut ausgeruht machen wir uns auf, um den Stadtteil Asakusa zu erkunden. Überrascht vom spärlichen Autoverkehr und den vielen Fußgängern und Radfahrern fühlen wir uns auf Anhieb wohl. Nette Cafés und SecondHand-Boutiquen säumen unseren Weg zum Sensō-Ji, dem ältesten und bedeutendsten buddhistischen Tempel Tokios. Heiliger Massenansturm Dort angekommen, treffen wir auf eine riesige Menschenmenge. Wir lernen die Japaner als ein sehr freundliches und hilfsbereites Volk kennen. Auf jede Frage gibt es eine höfliche Antwort, auch wenn es manchmal wegen der Sprachbarriere nur für ein nettes Lächeln reicht. Wir erfahren, dass das Tempelfest Hozuki-Ichi stattfindet, das diesen Tag besonders wertvoll macht. Ein Tempelbesuch zählt heute so viel wie 46.000 Besuche an normalen Tagen. Wir nutzen die Chance und stürzen uns ins Getümmel. Nach rituellen Waschungen (keine Angst, nur die Hände), Dutzenden entzündeten Räucherstäbchen, mächtigem Glockengeläut und stillen Verneigungen vor den Heiligtümern stillen wir unseren Hunger und Durst an den vielen Essensständen im Tempelbezirk. Höhepunkt des Tages ist aber der Blick vom Skytree, der sich 634 Meter über das scheinbar endlose Häusermeer Tokios erhebt. See the Sights, not the Tourists Diesem Motto folgen wir so gut es geht bei all unseren Reisen. Mit dem Campervan entdecken wir Japans entlegene Orte, besuchen aber auch die Must Sees, ohne in Touristenströmen unterzugehen. Die Flexibilität, die dieses rollende Zuhause bietet, ist unschlagbar. Ein paar Dinge wie der Linksverkehr, die „Höchst“-Geschwindigkeit von 50 km/h auf praktisch allen Straßen und die heftigen Mautgebühren auf der Autobahn sind allerdings gewöhnungsbedürftig. Abgesehen davon ist das Land per Auto aber wahnsinnig einfach zu bereisen. Fast alle Straßen sind auch auf Englisch be-

Die Götterboten Japans: Hirsche und Rehe laufen frei durch den Nara-Park. Die Kinder lieben es. Rituelle (Hand-)Waschungen gehören zu jedem Tempelbesuch.

schildert, Supermärkte und öffentliche WCs (Tipp: auf YouTube nach „japanese toilet“ suchen und staunen) sind an jeder Straßenecke zu finden. Das Beste am Camping in Japan ist aber, dass man dafür keine Campingplätze braucht. Wo immer wir einen Ort finden, der uns gefällt, halten wir einfach an: an Michi-no-Ekis (über 1.000 Raststationen, verteilt über ganz Japan), vor Tempeln und Schreinen, an einsamen Stränden und

empfiehlt Japan Lesetipp: Mehr zur Route und praktische Reisetipps findet ihr am FamilienBlog www.immerbeginner.at. Flugzeit ca. 11 Stunden bei Direktflug Wien – Tokio Narita (z.B. mit Austrian Airlines) Unterkunft in Tokio: Der Sakura Ryokan im Stadtteil Asakusa bietet ein Familienzimmer im japanischen Stil. www.sakura-ryokan.com Vermietung Campervan: Japan Campers ist einer der wenigen Anbieter mit guter englischsprachiger Website und Beratung. Fahrzeuge unterschiedlicher Größen sind im Angebot. www.japancampers.com Essen und Trinken: In größeren Orten und in Städten findet man meist eine große Auswahl an Restaurants und Bars. Restaurants sind oft auf eine Speise/Zubereitungsart spezialisiert: Sushi, Tempura, Ramen etc. Alles ist köstlich, aber man muss sich auf etwas einigen, um gemeinsam essen gehen zu können. Alternativ gibt es in jedem Supermarkt eine breite Auswahl an Fertiggerichten (Onigiri, Sushi-Sets, aber auch Fleischund Fischgerichte), die man entweder mitnehmen oder direkt dort essen kann.

einmal sogar in einem dunklen Hinterhof in Osakas Hafenviertel. Die Kinder lieben ihr Hochbett im Heck des Vans. Aber nicht nur wir machen das so. Auch für Einheimische von Jung bis Alt ist es nicht ungewöhnlich, im – oft sehr kleinen – Auto zu übernachten. Sorgen um unsere Sicherheit machen wir uns dabei nie, zählt Japan doch zu den sichersten Ländern der Welt. Das Schloss im Himmel Regen tropft schwer auf die Markise unseres Nissans. Eigentlich sollte hoch erhoben über dem Ufer des Lake Ashi der Fuji zu sehen sein. Stattdessen nichts als Regenschleier und dichte Wolken. Kein Wunder, dass die Landschaft dicht in sattem Grün bewachsen ist. Egal, wohin wir uns in den nächsten Tagen bewegen – Bergland, Pazifikküste, Nara und Hiroshima –, die Feuchtigkeit folgt uns hartnäckig. Wir lassen uns die Urlaubslaune aber nicht verderben und baden in Flüssen, wandeln mit Hirschen durch den Nara-Park und besuchen Harry Potter in den Universal Studios Osaka. Auf Shikoku, der kleinsten der vier Hauptinseln, lacht uns dann aber die Sonne ins Gesicht. Von Süd nach Nord fahren wir von einem Traumstrand zum nächsten, und endlich kommen das Surfboard, die Bodyboards und die Taucherbrillen zum Einsatz. Nach vier aufregenden Wochen führt unser Rückweg über Kyoto in Richtung Tokio. Einer Eingebung folgend machen wir einen kleinen Umweg. Tapfer müht sich unser Van eine steile Bergstraße hoch bis zum Ufer des Lake Yamanaka. Als wir aussteigen, thront vor uns wie ein Schloss im Himmel der Mount Fuji im Abendlicht.

Preisniveau: Treibstoff und Lebensmittel kosten ähnlich viel wie in Österreich. Essen in Restaurants ist oft erstaunlich günstig (vor allem auf dem Land).

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Urlaub beim Weltmeister

© Hotel Zauchenseehof

Ein Kinderparadies mit Schneegarantie – im Zauchenseehof wird die ganze Familie glücklich. Und fährt vielleicht sogar mit einem Weltmeister Ski.

steht – und das ganz gemütlich, wie er mehrfach betont. Dass gemütliches Fahren für einen Weltmeister anders aussieht als für den passionierten Hobbyskiläufer, kann man an besonderen Tagen erfahren, wenn sich Walchhofer mit den Gästen auf die Ski schwingt – Anekdoten aus dem Weltcupzirkus und Insider-Tipps gibt’s obendrauf. Kunterbunte Erlebniswelt Öfter trifft man den dreifachen Familienvater da schon im Trachtenanzug, wenn er durchs Hotel streift. Man merkt wie auch beim Rest der Belegschaft: Das Wohl der Gäste geht über alles; Freundlichkeit ist an der Tagesordnung – vom Kellner über die Damen an der Rezeption bis zu den pädagogisch geschulten Kinderbetreuer(inne)n. Letztere sind hier an sechs Tagen pro Woche im Einsatz und betreuen Kinder ab 1 im Happy Club, der Teil der letztes Jahr neu eröffneten Happy Erlebniswelt ist. Auf über 600m2 und vier Stockwerke verteilt findet man hier eine dreistöckige Softplayanlage, Spieletische mit Tischtennis, Hockey und Fußball, Kinderkino und -bibliothek, eine Chill-Lounge, einen Familienspielbereich mit Bällebadrutsche, Kuschelecke, Piratenschiff und noch viel mehr. Das Highlight aber ist dank großer Verglasung schon von der Straße aus

Hotel Zauchenseehof**** Zauchensee 12 5541 Altenmarkt-Zauchensee www.zauchenseehof.com www.familotel.com

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Auch wenn unsere Kinder heute mit dem Namen Walchhofer kaum mehr was anfangen, sobald der Titel „Weltmeister“ fällt, sieht man die Ehrfurcht in ihren Augen. Weltmeister – das ist schon was! Abfahrtsweltmeister nämlich. Den Titel heimste Michael Walchhofer im Jahr 2003 ein; drei Mal war er Gewinner des Abfahrtsweltcups, 49 Mal bei Weltcuprennen am Stockerl, 2006 gab’s Olympia-Silber. Seitdem sind viele Schneeflocken vom Himmel gefallen in Zauchensee, seinem Heimatort, wo Michael mittlerweile gemeinsam mit Bruder Rupert drei Hotels führt. Eines davon hat sich ganz den Kindern verschrieben – und ihren Familien, versteht sich, wie auch die seit 2012 bestehende Partnerschaft mit Familotel garantiert. Der Zauchenseehof liegt gleich nach der Ortseinfahrt nahe der Talstation Rosskopfbahn. Das Auto bleibt für die Dauer des Aufenthalts hier stehen – zum Lift schaffen es nämlich selbst Gehfaule locker zu Fuß. 15 Lifte und 44 Pistenkilometer hat das Skigebiet Zauchensee/Flachauwinkl zu bieten – von der Weltcup-Rennpiste über Funslopes und Familyparks bis zu Skimovie- und Genussabfahrten; Schnee gibt es hier von November bis April. Trotzdem sind es nur mehr an die 20 Tage, die Michael Walchhofer pro Saison selbst auf den Skiern

sichtbar: ein 7,5 Meter hoher Kletterturm mit Boulder- und Vorstiegs-Wand, der sich über drei Ebenen zieht. Und von dem sind die Kinder mindestens genauso beeindruckt wie von seinem Chef, der zufällig mal Abfahrtsweltmeister war. w i n t er 2019 /20 |

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Venet Gipfelhütte

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© Venet Gipfelhütte

Hauptstraße 38, 6511 Zams www.venet.at

Auf dem Gipfel des Genusses Wer den Winterurlaub entspannt verbringen und dem Massentrubel der großen Skigebiete entfliehen möchte, der ist am Genussberg Venet bei Zams in Tirol genau richtig. Noch ein absoluter Geheimtipp! Entschleunigen & auftanken Bereits die 20-minütige Bergfahrt auf den 2.212 m hohen Gipfel ist Genuss pur für die Sinne. Denn die herrliche Bergkulisse lässt garantiert niemanden unbeeindruckt. Mehrere Genussstationen erinnern während der Fahrt daran, diese Momente ganz bewusst wahrzunehmen. Oben angekommen, steht sie auch schon da: die direkt an der Piste gelegene Gipfelhütte. Wobei ihr dieser Name eigentlich nicht ganz gerecht wird. Denn das modern gestaltete Hotel mit klarem, puristischem Design spricht nicht nur klassische Hüttenurlauber an. Die hellen, freundlichen Zimmer bieten grandiosen Komfort und sind zum Teil sogar mit eigener Wärmekabine ausgestattet. Nach einem actionreichen Tag im Schnee gibt es doch nichts Schöneres, als ein entspanntes Bad mit Aussicht zu genießen, die strapazierten Muskeln in der Wärmekabine zu entspannen oder bei einer Stunde Yoga am Berg zur Ruhe zu kommen. Apropos Genuss – auch ein 4-Gänge-Menü und ein herrlich frisches und schmackhaftes Frühstücksbüffet werden einem im Panoramarestaurant des

Genussgipfels Venet gerne kredenzt. Mit einzigartiger Aussicht natürlich, das versteht sich von selbst. Und die geht dank neu eröffneter Sternwarte noch viel weiter, als man denkt. Das in Tirol einzigartige Observatorium steht ebenfalls am Gipfel des Venet und legt mit seiner Top-Ausstattung den Blick auf die facettenreiche Himmelswelt frei. Auf

Anfrage werden Gäste der Gipfelhütte von einem ausgebildeten Sternenguide in die Warte begleitet und bekommen dabei wertvolles Wissen über den glitzernden Himmel vermittelt. Winterwunderland Ob wildromantische Trails zum Tourengehen oder Wandern mit oder ohne Schneeschuhe, Rodelspaß für die ganze Familie oder anspruchsvolle Tiefschneetouren. Ja, auch auf Adrenalinjunkies wartet dank der neuen Ganzjahres-Bobbahn „Venet Bob“ ein echter Kick. So bietet dieser Geheimtipp garantiert für jeden Winterurlauber das Richtige. Auf den klassisch präparierten Pisten sorgt das Tiroler Pistengütesiegel für Abwechslung und Pistenspaß pur, sodass – egal ob Anfänger oder Profi – auf jeden die richtige Abfahrt wartet. Und wenn man keine Zeit für einen Einkehrschwung hat, dann bringt der „Genussbutler“ den Kaiserschmarren oder Glühwein sogar direkt auf die Piste. Wo sonst – wenn nicht am Venet – genießt man solche Annehmlichkeiten?

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Winterurlaub de luxe

Skifahren, spielen, entspannen, wohlfühlen – in diesen Kinderhotels werden alle Familienmitglieder glücklich. 5 Smileys garantieren Baby- und Kinderbetreuung an mindestens sechs Tagen in der Woche, familiengerechte Ausstattung, Spielbereiche und Verpflegung All-Inclusive.

alpina zillertal – family lifestyle kinderhotel ****S | Fügen, Tirol

© Jan Hanser / alpina zillertal (2)

Ein Ferienhotel, das familiengerecht und trotzdem stylish ist: Das alpina zillertal bietet Platz für Spaß und Abenteuer, Wellness und Genuss. Gleich vor der Hoteltür schweben Familien mit der Spieljochbahn

auf den 1.920 Meter hohen Hausberg; für erste Versuche auf den zwei Brettern eignet sich die komplett beschneibare Übungs-Skiwiese direkt am Hotel. Wer noch höher hinaus will, den bringt der Skibus ins Skigebiet Hochfügen-Hochzillertal – mit 2.500 Höhenmetern, Schneesicherheit, 181 Pistenkilometern und 38 Liftanlagen. Wenn die kleinen Skifahrer nach einem Pistentag noch Kraft haben, können sie sich im Indoor-Spielbereich mit drei Betreuungsräumen und Softplay-Anlage austoben. Oder in der Badelandschaft Woody’s samt Activitypool und Wasserrutsche. „Adults

only“ gilt hingegen im PenthouseSpa mit drei Panorama-Saunen, Erlebnisduschen und komfortablen Ruheräumen. Highlight der Wellness-Oase im 5. Stock: der ganzjährig beheizte SkyPool mit einem grandiosen Ausblick auf die Zillertaler Bergwelt. www.alpina-zillertal.at

Familienparadies Sporthotel Achensee **** | Achenkirch, Tirol lum. In der hauseigenen Skischule werden kleine Pistenflitzer erfolgreich auf die großen Abfahrten vorbereitet. Für alle Kinder ab drei Jahren ist der Skioder Snowboardkurs (ab einem Aufenthalt von sechs Nächten bei Anreise am Wochenende) im Preis inbegriffen. Während die Kleinen in der Skischule sind, haben Eltern von Montag bis Freitag die Gelegenheit, jeweils zwei Stunden mit professionell ausgebildeten Skilehrern auf die Piste zu gehen. Und auch abseits der Skipiste kommt die ganze Familie auf ihre Kosten: Der Bade- und Wellnessbereich mit

Hallenbad, Kinder-Indoor-Pool, Saunen, Dampfbad, Infrarotkabine, Frischluftgrotte, Ruheraum u.v.m. ist eine wahre Relax- und Wohlfühloase; das IndoorParadies lädt Kinder mit Kletterwand, Rutsche, Bällebad, Kreativbereich und mehr zum Austoben, Entdecken und Spielen ein. www.sporthotel-achensee.com

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© Familienparadies Sporthotel Achensee (2)

Inmitten einer atemberaubenden Bergkulisse liegt das Familienparadies Sporthotel Achensee ideal für kleine und große Skifahrer. Vom Skikeller aus hüpft man ungefähr 50 Kinderschritte in das reine Skivergnügen auf der Christ-

Leading Family Hotel & Resort Alpenrose ****S | Lermoos, Tirol

© Leading Family Hotel & Resort Alpenrose (2)

Die Wintersportregion rund um das Hotel Alpenrose lockt mit sechs Skigebieten: Die 148 Pistenkilometer – mehrheitlich familienfreundliche Abfahrten der blauen und roten Kategorie – und 55 Bergbahnen sind in der Tiroler Zugspitz Arena vereint. Langläufer

dürfen sich auf über 110 Kilometer Loipen in der Zugspitz Arena freuen. Die „Zwergerl-Skischule” liegt direkt am Hotelgelände (einsehbar von jedem Zimmer aus) mit Karussell, Skilift, Schneeanlage und kann dank kompletter Kühlung und optimaler Schneebeschaffenheit von Dezember bis April stattfinden. Für Abwechslung nach Tagen im Schnee sorgen die Wasser-Wunder-Welt mit der 90-Meter-Reifenwasserrutsche, das Piratenland, Elektro-Karts, eine Kletterwand sowie das 750 m² große Alpenrose Spa mit sechs verschiedenen Saunen, Wasserbetten und Klangliegen.

Damit die Eltern dort ganz ohne Kids entspannen können, gibt es in der Alpenrose 24 Kindergarten-Pädagog(inn)en, die die Kleinen täglich im 2.000 m² großen Spielparadies bis zu 13 Stunden in Obhut nehmen (Babys ab dem 7. Lebenstag). www.hotelalpenrose.at

Mehr Infos unter www.kinderhotels.com 109_Kinderhotels PR 2019W_VENET_d.indd 109

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Wir sind weg

Reise ohne

© Heidrun Henke

Am alten Hafen lässt es sich auf den Buch-staben von Marseilles Webadresse hervorragend kraxln: Marseille.fr

Wilde Hafenstadt und feinste Kulinarik Ein rauer Ruf eilt Marseille voraus. Kriminelle Banlieues, abgewohnte Viertel und chaotische Zustände. Doch in den letzten Jahren hat sich viel getan: Quartiers wurden aufgewertet, Architektur-Highlights sind entstanden und ein starkes Kunst- und Kulturbewusstein hat sich entwickelt. von heidrun henke Marseille, die zweitgrößte Stadt Frankreichs, wird immer wieder gern mit der Hauptstadt verglichen. „Das kleine Paris“ nennt man die Stadt, vielleicht weil es auch hier einen Triumphbogen (Porte d’Aix) und eine Notre-Dame gibt oder weil das architektonische Stadtbild wirklich Ähnlichkeit mit Paris aufweist. Doch ist die Hafenstadt an der Côte d’Azur in vielerlei Hinsicht der großen Schwester vorzuziehen. Denn wo bitte in Paris kann man sich denn noch erholen? Wo kann man entspannt auf hohem Niveau frischen Fisch und Meeresfrüchte essen, ohne dass man sich finanziell ausblutet oder um einen Tisch kämpft? Wo in Paris ist das Klima so mild und die Sonne so gleißend, dass man einen Sonnenhut zu seiner Alltagsgarderobe zählt? Und wo kann man sich die kulturellen Highlights ansehen, ohne dass man von einer fotografierenden Gruppe Asiaten angerempelt wird? In Paris wahrscheinlich nirgends. Ein weiterer Vorteil gegenüber der franzö-

sischen Hauptstadt: Marseille liegt am Mittelmeer, der nächste Strand, die nächste Bucht ist ums Eck, und das provenzalische Hinterland ist nicht nur wunderschön, sondern bietet eine Menge Ausflugsmöglichkeiten und lädt zum Sporteln ein. Frische Seeluft In Marseille kann man, obwohl die Stadt einen wilden, aufgeweckten Charme versprüht, kann man an einem Wochenende durchaus schnell entschleunigen. Zum Beispiel bei einem Spaziergang am Meer: glitzernde Sonne, die am Wasser reflektiert, kreisende Seemöwen über den Strohhüten, eine ganze Flotte anmutiger Segelschiffe am Horizont und eine laue Brise im Nacken. Und man kann hier vorzüglich essen, ohne sich dabei in Unkosten zu stürzen. Die kreative Küche boomt gerade wie sonst nirgendwo in Frankreich und steht für eine spannende Fusion aus Maghreb, Mittelmeerküche und französischer

Tradition. Die Multikulti-Einflüsse – Marseille gilt als Tor zum Orient – sind besonders stark in den kleinen, verwinkelten Seitengassen zu spüren, wo sich ein arabisches Lokal an das andere reiht, die Ansässigen wild über die Straße rufen und ihre Lammspieße über die Gasse feilbieten. Einfach, aber gut und günstig. Am besten, man setzt sich auf einen der Plastikstühle mitten auf der Straße, lässt sich den würzigen Geruch der gegrillten Spieße um die Nase wehen und trinkt einen Chai, der Hunger kommt dann von ganz allein. Genauso hat in der Multikulti-Metropole aber auch die raffinierte Kulinarik Einzug gehalten, und so manch Pariser Spitzenkoch hat sich in Marseille niedergelassen, um hier sein eigenes Süppchen zu kochen – zum Beispiel eine Fischsuppe. Marseille ist berühmtberüchtigt für seine Bouillabaisse, die hier ihren Ursprung hat. Sieben verschiedene Fischsorten sollen angeblich in den Topf, der immer wieder mit Suppensud aufge-

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Monumentale historische Bauten, moderne Architektur und entspanntes Multi-Kulti-Flair machen den Charme der provenzalischen Stadt aus.

empfiehlt Marseille: Shopping Sessùn Die Marke kommt direkt aus Marseille und bezaubert mit Ethnostil, feinstem Gewebe und einem Hauch Romantik. 6 rue Sainte, 13001 Marseille, www.sessun.com Maison Empereur Ein faszinierendes Geschäft – und eines der ältesten der Stadt. Auf mehreren Etagen werden Töpfe, Pfannen, Schrauben, Gartenbedarf, Spielzeug usw. feilgeboten. 4 rue des Recolettes , 13001 Marseille, www.empereur.fr La Savonnerie Marseillaise Hier gibt es eine große Auswahl an schönen, hochwertigen Seifen mit Düften der Provence. 47 la Canebiere, 13001 Marseille, savonnerie-marseillaise.com Le petit Souk Ein stilvolles Einrichtungs- und Dekogeschäft für Kinder mit entzückenden Geschenkideen. Perfekt, um Mitbringsel für die Kinder zu ergattern. 63 Rue Francis Davso, 13001 Marseille, lepetitsouk.fr Essen Chez Fonfon Die beste Bouillabaisse der Stadt? Keine Ahnung, hier gibt es jedenfalls eine verdammt gute. Im stimmungsvollen Vallon des Auffes, einem Vorort von Marseille, kann man am Meer die untergehende Sonne genießen. 140 Rue du Vallon des Auffes, 13007 Marseille, www.chez-fonfon.com Epicerie L‘ Ideal Ein besonderes Lokal mit typisch einheimischen Gerichten. Man isst auf kleinen Tischen mitten im Geschäft, zwischen den Regalen, wo sich die herrlichsten Spezialitäten türmen. Zum Mitnehmen, vielleicht für ein Picknick am Strand? Rue d‘Aubagne 11, 13001 Marseille, mitten im angesagten Viertel Noailles, www.epicerielideal.com Le Café des Épices Angesagtes Lokal mit kreativer, französischer Küche 4 rue du Lacydon, 13002 Marseille, lecafedesepices-by-acdg.zenchef.com Übernachten Alex Hotel Klein, idyllisch mit einem grünen Innenhof und gut gelegen, direkt neben dem Bahnhof St. Charles und 15 Gehminuten vom Alten Hafen entfernt. 13-15 Place des Marseillaises, 13001 Marseille, alex-hotel.fr

gossen wird. Als Vorspeise ist die Suppe allerdings nicht gedacht – wer eine ganze Portion isst, schafft kein Dessert mehr. Eine andere typische Spezialität der Stadt sind die kleinen Navettes, schiffchenförmiges Süßgebäck, das an die kleinen Boote im Hafen erinnert. Kultur am Hafen Apropos: Am Alten Hafen befindet sich der Pavillon von Stararchitekt Norman Foster, der spannende Spiegelungen von Passanten erzeugt und das Hafenviertel seitdem enorm aufgewertet hat. Das Projekt dient auch als Einladung an die Bewohner von Marseille, den großartigen Ort wieder für Veranstaltungen, Märkte und Feste zu nutzen. Akrobaten, Breakdancer und Straßenmusikanten sind dieser Aufforderung als Erstes gefolgt und machen den

Wer Fisch mag, wird Marseille lieben. Denn den gibt es hier nicht nur reichlich, sondern auch hervorragend zubereitet. Zum Beispiel als Bouillabaisse, dem kulinarischen Klassiker der Stadt.

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Quai des Belges zu einem belebten Ort. Das Kunstwerk von Foster wurde anlässlich Marseilles Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2013 errichtet. Seitdem ist im Bereich Kunst und Kultur viel passiert. Auch das Mucem (Museum der Zivilisation Europas und des Mittelmeers), das zwischen dem Alten und dem Industriehafen liegt, gleich neben der historischen Festung Saint Jean, ist ein Muss für alle Kulturinteressierten und Architekturbegeisterten. Daneben befinden sich das Ausstellungsgebäude Villa Méditerranée, das ebenfalls mit seiner imposanten Architektur die Blicke auf sich zieht. Ein Stück weiter liegen die „Les Docks Villages“, ein wunderschönes und kunstvoll dekoriertes Gebäude, in dem man herrlich Shoppen und Flanieren kann. Auch im nahe gelegenen, eleganten Shoppingcenter Galerie Lafayette wird Einkaufen zum tagesfüllenden Programm. Im 6. Arrondissement in der Rue Paradis findet man schicke, französische Boutiquen mit himmlischer Haute Couture und ebenso hohen Preisen, und im ehemals verrufenen Altstadtviertel „Le Panier“ kann man heute trendige Shops, orientalische Dekogeschäfte und Kunstläden entdecken. Geldausgeben kann man offensichtlich in Marseille genauso gut wie in Paris. Und viel besser segeln!

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Wir sind weg

Abenteuerland

Tipps

Wenn die Temperaturen sinken, die ersten Schneeflocken fallen und in der Luft ein Duft aus Lebkuchen und Tannenzweigen liegt, ist es endlich wieder Zeit für winterliche Aktivitäten. von tanja holz VORARLBERG 1) Erzähltheater „Hänsel und Gretel“ Familien mit Kids ab 4 Jahren können beim interaktiven Erzähltheater gemeinsam mit dem Sonus Brass Ensemble und Georg Nussbaumer in die packende Märchenwelt des Grimm’schen Klassikers eintauchen. Wo: Remise Bludenz, Werdenbergerstraße 42, 7600 Bludenz Wann: 15.12. 11 Uhr Wie viel: Erw. € 10,–, Kinder € 7,– www.remise-bludenz.at 2) Dornbirner Christkindlemarkt In der kalten Jahreszeit verwandelt sich die Dornbirner Innenstadt in eine weihnachtliche Hochburg mit tollen Leckereien, ausgewähltem Kunsthandwerk und einem umfangreichen Kinderprogramm. Ob Eislaufen, Ponyreiten oder Basteln in der Kreativwerkstatt – hier kommt definitiv keine Langeweile auf! Wo: Marktplatz, 6850 Dornbirn Wann: 22.11.–23.12., Mo, Di, Do, Fr, So 14–19:30 Uhr, Mi, Sa 10–19:30 Uhr Wie viel: Eintritt frei www.christkindlemarkt.at

Wann: 16.12.–20.12., 23.12., 26. & 27.12. 15– 17 Uhr, 21. & 22.12. 16–18 Uhr & 18:30–20 Uhr (Reservierung unter info@tirol-schiffahrt.at) Wie viel: Erw. € 26,–, Kinder (6–15) € 13,– www.tirolschiffahrt.com

TIROL 3) Planeten zum Anfassen Kleine Astronauten ab 8 Jahren können im Planetarium die spektakulärsten Highlights des Kosmos erkunden. Mittels Controller zum Steuern und einer Kuppel, die als riesiger 3D-Bildschirm dient, dürfen die Zuschauer selbst entscheiden, welche Planeten sie besuchen möchten. Wo: Zeiss Planetarium Schwaz, Alte Landstraße 15, 6130 Schwaz Wann: 1.12, 8.12., 14.12., 15.12., 22.12., 29.12. 15–15:50 Uhr (Reservierung unter 0043/5242/721 29) Wie viel: Erw. € 11,50, Kinder (bis 14) € 9,– www.planetarium.at

SALZBURG 5) Festival für zeitgenössische Zirkuskunst Für das Winterfest verwandelt sich der Volksgarten Salzburg in eine bunte Zeltstadt, in der international renommierte Circus-Compagnien Groß und Klein mit einem bunten Programm aus Ausnahmeakrobatik, Tanz, Musik und Schauspiel bis hin zu Clownerie verzaubern. Wo: Salzburger Volksgarten, Hermann-BahrPromenade 2, 5020 Salzburg Wann: 28.11.–6.01. Wie viel: Erw. ab € 26,–, Kinder (bis 15) ab € 19,– (Karten: www.winterfest-tickets.com) www.winterfest.at

4) Adventsfahrt am Achensee Besinnliche Stunden lassen sich bei der gemütlichen Weihnachtsfahrt mit der Achenseeschifffahrt erleben. Die festlich geschmückten Schiffe sorgen mit schwimmenden Christkindlmärkten und kulinarischen Köstlichkeiten für Weihnachtsstimmung. Wo: Seepromenade 36, 6213 Pertisau

6) Christkindl-Dampfzug Die nostalgischen Dampf- und Dieselzüge der Pinzgauer Lokalbahn bieten spannende Themenfahrten für die ganze Familie an. Am Heiligen Abend fährt der Christkindldampfzug von Zell am See nach Mittersill und retour. Mit an Bord: Fleißige Engerl, die kleine Geschenke verteilen!

Wo: Pinzgauer Lokalbahn, Brucker Bundesstraße 21, 5700 Zell am See Wann: 24.12. 13:18–16:36 Uhr (Reservierung unter pinzgauer-lokalbahn@salzburg-ag.at) Wie viel: Erw. € 16,40, Kinder (bis 15) gratis www.pinzgauerlokalbahn.at OBERÖSTERREICH 7) Winterzauber im Pollheimerpark Auf die Plätze, Action, los! Auf einer künstlichen Piste darf hier gerodelt werden, was das Zeug hält. Außerdem am Programm: Snowtubes, Ponyreiten, Eisstockbahnen und ein Kettenkarusell. Wo: Pollheimerstraße, 4600 Wels Wann: 22.11.–24.12. 11–19:45 Uhr Wie viel: Eintritt frei www.wels.at STEIERMARK 8) Weihnachtsmarkt am Alpakahof Neben gemütlichem Beisammensein bei Punsch und Keksen darf mit den Alpakas, Lamas und Kamelen auf Tuchfühlung gegangen werden; obendrein gibt’s Alpakaund Kamelprodukte zu kaufen.

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© Artur Bodenstein

Auch lebende Tiere wie Skorpion, Pfeilgiftfrosch und Vogelspinne gibt’s zu bestaunen! Wo: Museum Niederösterreich, Kulturbezirk 5, 3100 St. Pölten Wann: bis 16.02. immer Di–So 9–17 Uhr Wie viel: Erw. € 10,–, Kinder (7–18) € 5,– www.museumnoe.at Wo: Alpakahof Mitterdorf, Untergreith 2, 8160 Weiz Wann: 8.12. 10–17 Uhr Wie viel: Eintritt frei www.alpakahof-mitterdorf.at KÄRNTEN 9) Katschberger Adventweg Fernab von Kitsch und Kommerz entführt der Katschberger Adventweg auf ein weihnachtliches Erlebnis mit Pferdeschlitten, Teddybärenwerkstatt, Weihnachtslabyrinth und weiterem Programm für die ganze Familie. Wo: Katschberghöhe 17, 9863 Katschberg Wann: 27.11.–25.12. Mi und Fr–So 14–20:30 Uhr Wie viel: ab € 5,– www.katschberg.at BURGENLAND 10) Töpferworkshop Hornstein Im Keramikatelier können kreative Kids von 6 bis 12 Jahren spielerisch den richtigen Umgang und die Grundtechniken des Formens mit Ton kennenlernen und so ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Wo: Keramikatelier Karin Seifried, Sonnenbergstraße 23, 7053 Hornstein

Wann: 28.11., 2.12., 15.1. 15–17 Uhr (Anmeldung unter karin.seifried@aon.at) Wie viel: € 22,– www.keramik-seifried.at NIEDERÖSTERREICH 11) Weihnachtszaubereien & Lichterfest Kids von 5 bis 10 Jahren erleben beim kreativen Erlebnisnachmittag im Waldtipi Elfenhöhle einen vorweihnachtlichen Nachmittag voller winterlicher Geschichten. Ab 16 Uhr dürfen die Eltern im beheizten Waldtipi inmitten des Einödwaldes mitfeiern. Wo: Treffpunkt Parkplatz Einöde 35, 2511 Pfaffstätten (oder Shuttlebus vom Bahnhof Pfaffstätten) Wann: 18.12. 15–17:30 Uhr (Anmeldung unter waldtipiabenteuer@aon.at) Wie viel: € 23,– (inkl. Jause & Material) www.naturerlebnisse.at 12) Sonderausstellung: Stechen. Kratzen. Beißen. Mit den Waffen der Natur In der faszinierenden Sonderausstellung im Museum Niederösterreich erfahren neugierige Kids und Eltern alles rund um pflanzliche und tierische Waffensysteme.

WIEN 13) Animationsfilm-Workshop Kids von 8 bis 15 Jahren erwecken im Animationsfilm-Workshop des Aniki-Vereins ihre eigene Geschichte zum Leben und lernen verschiedene Techniken des Animationsfilms kennen. Wo: Aniki Wien, Mollardgasse 85, 1060 Wien Wann: 7.12., 18.01., 22.02. 10–13 Uhr (8– 11 Jahre), 13:30–16:30 Uhr (12–15 Jahre) Wie viel: € 50,– (Anmeldung erforderlich) www.aniki.at 14) Sportmotorische Analyse SportAnalytik stellt im Rahmen eines lustigen, bewegungsintensiven Nachmittags mittels einer sportmotorischen Analyse die körperlichen Stärken und Fähigkeiten der Kids fest. Sportkleidung, Hallenschuhe und Trinkflasche nicht vergessen! Wo: Fritz-Grassinger Halle, Tellgasse 3, 1150 Wien Wann: 8.12, 19.01. 14–17:30 Uhr (Anmeldung unter www.sportanalytik.at) Wie viel: € 70,– www.sportanalytik.at w i n t er 2019 /20 |

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Pro und Kontra

PRO Von Tanja Werdan

Geh bitte, warum denn nicht streiten vor den Kindern? Wir wollen doch nicht ,dass sie in einer „Heile-Welt-Blase“ aufwachsen. In der realen Welt haben nun mal nicht alle die gleiche Meinung. Konflikte werden auch nicht immer mit einem seeligen Breitmaulgrinsen weggeatmet, und man muss um des lieben Frieden willen auch nicht immer zu allem Ja und Amen sagen. So funktioniert es nicht. Konflikte und Streiten gehören zum Leben und sollen nicht in der Kindheit ausgeklammert werden. Wir müssen lernen, wie man damit umgeht, und dies möglichst im familiären Rahmen. Freilich sollen sich Mama und Papa nicht die Köpfe einhauen, Geschirr durch die Gegend schmeißen oder sich mit Kraftworten niederpöbeln, aber die Meinung zu sagen – durchaus mit emotionaler Belegung –, finde ich sehr menschlich. Wir sind doch keine gefühllosen Roboter, und überhaupt, wie stellen sich das diese „Wohlfühljünger“ vor? Streiten muss man lernen wie anderes auch. Und ich glaube kaum, dass Kinder, die Konflikten immer aus dem Weg gehen, wirklich achtsam mit ihren Bedürfnissen umgehen. Wie auch, wenn der Sprössling das Gefühl hat, dass Streiten Liebesentzug und der Streit per se etwas ganz Böses ist. Wir reden immer alle davon, authentisch zu sein. Und dann wird trotzdem gelogen, nur damit man vor den lieben Sprösslingen die heile Welt aufrechterhalten kann? Was lehren wir unsere Kleinen damit? Streiten bedeutet auch immer, sich mal mit einer anderen Seite zu beschäftigen als mit der eigenen. Manchmal dient es auch dazu, seine dringlichsten Bedürfnisse kundzutun oder zu vertreten. Eine Entschuldigung gehört zum Streit genauso dazu, dieses Eingestehen, dass man eben doch nicht unfehlbar ist und seine Schwächen anerkennt. Das alles sollen wir von unserem Nachwuchs fernhalten und schön einen Einheitsbrei vorleben? Nicht mit mir! Ein Kind, das nie gelernt hat zu streiten und sich danach zu entschuldigen, wird entweder wie ein Druckkochtopf reagieren oder wenig bis kein Selbstwertgefühl haben. Nein danke, ich mag weder ein unkalkulierbar explosives noch ein konfliktscheues Kind erzogen haben, sondern ein sozial verträgliches. Man streitet sich, man versöhnt sich – obwohl Letzteres vom Aussterben bedroht zu sein scheint. Immer wieder höre ich von Zwistigkeiten, die in Kontaktende gemündet haben – wenn man näher nachfragt, stellt sich heraus: meist wegen Nichtigkeiten. Schade eigentlich! Streiten ist nicht das Ende einer Beziehung, aber dafür muss man es eben erst gelernt haben. Sorry!

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Streit vor den Kindern

KONTRA Von Peter Draxl

Streit gibt’s immer – logisch, denn es gibt nichts Unterschiedlicheres auf der Welt als Mann & Frau. (Ist nicht von mir, hat mal ein Pfarrer bei einer Hochzeit rausgelassen – ja: bei einer HOCHZEIT!) Meistens finden sich ja Paare, die nicht nur Liebe, Sonne, Eierkuchen leben, sondern die auch ihre Phasen haben, in denen sie wachsen und sich gegenseitig die Finger auf ihre größten Wunden legen. Und dann kracht’s. Oft. Und zwar ganz gewaltig. Dieser Krach gehört allerdings ausgelagert. Bevor Vati am Sonntag das Schnitzel an die Wand klatscht vor Zorn, samt dem Teller, samt dem Esstisch, könnte man sich z.B. ein Safeword ausmachen. Wenn einer merkt – uh, jetzt eskaliert’s gleich, sagt er z.B. „Orangenmarmelade“ als vereinbartes Safeword, und beim anderen macht’s dann Klick und man verlagert die Eskalation auf später an einen Ort, an dem das Kindi nicht ist. Denn was passiert, wenn ein Kind in Streit und vielleicht sogar Gewalt aufwächst? Es wird später dann – UNBEWUSST – in seinen eigenen Beziehungen versuchen, die exakt gleichen Zustände herzustellen, die es als Kind „gelernt“ hat. Warum? Um sich „zu Hause“ zu fühlen. Klingt pervers, ist aber tiefenpsychologisch korrekt. Und bring so einem Aufgewachsenen dann mal bei, er darf auch in einer liebevollen, herzoffenen Beziehung leben und gedeihen ... Schwierig. Weiters wollen Kinder ihr Leben lang ihre Eltern verstehen – PLUS: wenn Eltern streiten, fühlt sich das Kind automatisch schuld und bezieht alles auf sich und seinen Wert. Und wenn der Begriff Heimat mit Streit, Lärm, Gewalt, Eskalation, Lug und Trug besetzt ist, freut sich nur einer. Der Psychiater später. Der verdient richtig gutes Geld mit solchen geschundenen Kinderseelen in erwachsenen Körpern, beladen mit Schuld. Nochmal: Das sind UNBEWUSSTE Vorgänge, erwachsen aus kindlicher Prägung. Nein, ich bin kein Hobbypsychologe, der klugscheißt, ich hab das gelernt. Also bitte: Diskussionen! Eine sanfte und gemäßigte Streitkultur darf und soll man seinen Kindern vorleben, damit sie lernen, wie man mit Konflikten als Erwachsener umgehen kann. Nämlich friedlich, argumentativ, in Diskussion. Die Fetzen bitte, die dürfen dann weit weg vom Kind fliegen. Und wenn sich Mama und Papa dann im Wald gegenseitig mit Baumstämmen auf die Birne kloppen, soll es so sein, wenn es ihnen danach besser geht – aber bitte nicht vor dem Kind. Ihr habt ja keine Ahnung, welchen Schaden ihr sonst anrichtet. Obacht. Die Psychotherapie eures Sprösslings mit 30 dürft ihr als Eltern dann ja auch zahlen. Und die kostet. Oiso – reißt’s eich z’samm!

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Sonnyboy singt jetzt fĂźr den guten Zweck t a . n e g n i s t e rn s

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Wo Bio aufhört, geht HiPP weiter. bioweitergedacht.at

Weiterzugehen als Bio heißt für uns mehr zu tun als das EU-Bio-Siegel verlangt. + Über 60 Jahre Bio-Erfahrung + Artgerechte Tierhaltung nach strengen HiPP Richtlinien + Forschung zum Erhalt der Arten und Förderung der biologischen Vielfalt + Strengere Grenzwerte als das Gesetz vorgibt + Mehr als 260 Kontrollen pro Glas + Klimaneutrale Produktion der Gläschen Dafür stehe ich mit meinem Namen.


Ein Bettchen für Wichtelkind Alfrodur Wichtelkinder sind Schlafmützen. Und sie lieben kuschelige Schlafplätzchen. Richte Alfrodur ein gemütliches Bettchen in einem Zündholzschachterl. Denke dran, ihn abends rechtzeitig schlafen zu legen!

Winterschlaf oder Winterruhe? Im Winter werden viele Tiere zu Energiesparmeistern. Sie senken ihre Körpertemperatur, verlangsamen ihren Herzschlag und atmen seltener. So sparen sie Energie und kommen leichter über die harte Winterzeit. Beim Winterschlaf schalten die Tiere auf deutlichen Energiesparmodus. Sie sind zwar nicht im Tiefschlaf, sondern ändern lediglich ihre Schlafposition.

1) Schneide alle Teile aus. 2) Klebe die Matratze in

3) Lege nun den kleinen Alfrodur auf sein

eine Zündholzschachtel.

Pölsterchen und decke

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ihn zu.

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Tiere in Winterruhe senken ihre Körpertemperatur nicht so stark und wachen auch öfter auf. Gelegentlich suchen sie auch nach Nahrung.

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Mitten im Ozean, auf der Insel Kururu, hat eine Forscherin neue Tierarten entdeckt und sie in ihrem Arbeitsheft beschrieben. Zur Weihnachtszeit fand sie ein ungewöhnliches Exemplar auf einem Zimtbaum. Lies die Beschreibung und male das Tier! Name:

Aussehen:

Eigenart:

Drei Tröpfchen Tannenduft und ein bisschen Atemluft …

WIC HT WA L DE MA R S DUF T B AL LON Wicht Waldemar aus dem nördlichen Nordland zeigt euch sein Lieblingsexperiment. Im Handumdrehen wird euer Zimmer nach Weihnachten duften.

Waldemars Zutaten: — 1 Luftballon — Duftstoff (z.B. ätherisches Öl oder Vanillezucker)

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Waldemars Anleitung: 1. Fülle ein paar Tropfen bzw eine kleine Menge deines Lieblingsduftstoffs in den Luftballon. 2. Nun blase diesen auf. 3. Lass den Ballon 15 Minuten liegen, und ein herrlicher Weihnachtsduft wird dein Zimmer durchfluten.

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Tipi – Magazin für die Familie Winter/2019  

Tipi – Magazin für die Familie Winter/2019