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Familienmagazin

KEKSE BACKEN

Wi n ter 2018/1

Magazin für die Familie

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WEIHNACHTEN Von kleinen Lügen und großen Wundern

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Liebe passiert überall Vom Arbeitsplatz zum Baby

Vaters neue Rolle

Barbara Kaudelka

Andere Umstände

Papa-Kind-Beziehung

Geschichte einer Kindheit

Schwangerschaftsmode

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winter 2018/19 tipi 29 eur 2,90

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Editorial

© Stephan Mussil

Liebe Leserin, lieber Leser, glaubt man der Statistik, hatte jede/-r Fünfte schon mal eine Beziehung am Arbeitsplatz – so auch Sanja und Markus. Bei ihnen blieb es allerdings nicht beim Herumgeflirte; mittlerweile haben die beiden mit Lukas einen 3 Monate alten Sohn. Ab S. 14 erzählen sie im Rahmen unserer Coverstory ihre Geschichte: vom ersten, romantischen Anbandeln bei der Firmenweihnachtsfeier bis zur Geburt ihres Sohnes. Während sich unsere Coverfamily wohl heuer noch keine Gedanken machen muss, WER die Geschenke zu Weihnachten bringt, fragen sich andere, wie sie mit den kleinen Schwindeleien rund um Nikolaus und Christkind umgehen sollen (S. 28). In Norwegen, wo Lawinenforscher Markus mit seiner Frau Juni und den Söhnen Finn und Felix lebt, ist übrigens der kleine Troll Julenissen für die Geschenke zuständig. Ab S. 34 erzählt der Oberösterreicher, wie das Leben mit Kindern in Tromsø ist und warum die Norweger/-innen so gerne draußen in der Natur sind – auch bei eisiger Kälte und Schnee. Apropos Schnee: Was man beim Babytragen im Winter beachten sollte, lest ihr ab S. 48, wie Kinder das Skifahren lernen ab S. 80, und Tipps zum Kälteschutz gibt’s ab S. 60. Im Namen der Redaktion wünsche ich spannendes Warten auf das Christkind (oder den Weihnachtsmann), ein schönes Weihnachtsfest im Kreis der Familie und einen guten Start ins neue Jahr. Viel Freude mit der neuen Tipi-Ausgabe!

Kim Sztrakati, Chefredakteurin chefredaktion@tipimagazin.at Tipi kommt viermal jährlich gratis zu allen McDonald’s Family Club-Mitgliedern direkt nach Hause, zur freien Entnahme findet man Tipi in allen teilnehmenden McDonald’s Restaurants, in 35 ausgewählten Kinderhotels, in 300 Trafiken in Wien und Umgebung, bei 785 Frauen- und Kinderärzt(inn)en in ganz Österreich und in 200 Wiener Kindergärten. Anmeldung zum McDonald’s Family Club ganz einfach online hier: www.mcdonalds.at/familyclub

Die Tipi-Coverfamilie Wer wir sind: Sanja (31), Markus (31), Lukas (3 Monate) Woher wir kommen: Wien Was wir mögen: Sanja: Joggen & Sushi; Markus: PlayStation & Filme

Lust auf

ein Cover-

Fotoshooting mit der

ganzen Familie?

Wir suchen die nächste Tipi-Coverfamilie. Wenn ihr das sein wollt, schickt einfach ein Mail mit Kurzbeschreibung und Familienfoto an: cover@tipimagazin.at

Foto: Alek Kawka, www.alek.at

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chste Das nä Tipi:

Inhalt

© Simone Porteder (Illustration), Alek Kawka, Stephan Vogel, Kalim - stock.adobe.com, Heidrun Henke, mamalila, Michaela Titz / littlebee.at, ATELIER 9, Privat, Fabian Sixtus Körner, MFA Film

r z 2 019

48

102

Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Chefredaktion: Kim Sztrakati Konzept: Ursula Ressl Art-Direktion: Simone Porteder Text-Redaktion: Inez Ardelt, Peter Draxl, Julia Fleiß, Heidrun Henke, Markus Höller, Tanja Holz, Susanne Holzer, Alexander Kords, Susanne Sonnleitner, Michaela Titz, Eva Maria Wagner, Tanja Werdan, Peter Zirbs Assistentin der Redaktion: Natascha Holba Produktion: Hofeneder & Partner GmbH. Fotos: Alek Kawka, Michaela Titz, Verlage, Hersteller, Verleiher & weitere Fotografen Illustrationen: Artur Bodenstein, Simone Porteder Lektorat: Gudrun Likar Marketing und Mediaberatung: Michael Martinek Redaktion- und Mediaberatung: Daniela Horvath, Georg Peter, Simone Schnak Vertrieb: Georg Peter Medieninhaber, Eigentümer und Verleger: PPH Media Verlag GmbH, Otto-Bauer-Gasse 6, 1060 Wien Tel.: +43/(0)1/235 13 66-800, Fax: +43/(0)1/235 13 66999, E-Mail: office@pph-media.at Offenlegung nach § 24 bzw. § 25 MedienG sowie Angaben gem. § 5 ECG: Medieninhaber: PPH Media Verlag GmbH, Sitz in Wien. Unternehmensgegenstand: Redaktion, Herstellung und Distribution von Magazinen, Zeitschriften, Kalendern und anderen Drucksorten, insbesondere des Familienmagazins „TIPI“ und des Film- und MusikMagazins „DOT.magazine“. Geschäftsführung: Lorin Polak. PPH Media Verlag GmbH steht im Eigentum von Lorin Polak (100 %) mit Sitz in Wien. Tätigkeitsbereich PPH Media Verlag GmbH: Gegenstand des Unternehmens ist jedwede geschäftliche Tätigkeit im Zusammenhang mit Print- und digitalen Medien im Bereich zielgruppenorientiertem Jugend- und Familienformat, der Geschäftsbereich Business to Business, jedwede Tätigkeit einschließlich Marketing und Consulting im Bereich Medien und Werbewirtschaft. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig oder nützlich erscheinen. Blattlinie: Familienmagazin, Berichterstattung über familienorientierte Themen wie Gesellschaft, Psychologie, Mode, Wohnen, Essen, Gesundheit, Freizeit und Reisen.

14

Wenn die Liebe am Arbeitsplatz einschlägt: Sanja und Markus erzählen über ihr Kennenlernen 3 6 8 10 22 32 86 92 98 112 114

Editorial Mein Lieblings... Where Children Sleep Familienplauderei Urpeinlich, Papa! Wie sag ich’s meinem Kind Film-Highlights Schauen, Spielen, Lesen ... Basteltipp Abenteuerland Pro und Kontra

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Leben und wir

14 18

24

28

Liebe passiert überall Die Tipi-Coverfamily im Porträt Geschichte einer Kindheit Schauspielerin Barbara Kaudelka erinnert sich an ihre Kindheit Kinder für das Leben stärken Über das "Immunsystem der Kinderseelen" Von kleinen Lügen und großen Wundern rund um Christkind, Nikolaus und Co.

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38

40

Leben mit Kindern in … Tromsø Lawinenforscher Markus über das Leben im hohen Norden The long and winding Road Der lange Weg zum perfekten Weihnachtsfest Ein eigenes, kleines Reich Gewinn ein Kinderzimmer von Kidsmill!

42

Mama & Baby

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Des Vaters neue Rolle Über die besondere Beziehung zwischen Vater und Baby Durch den Winter tragen Worauf man beim Babytragen im Winter achten sollte Bestens vorbereitet Von Schwangerschafts-Yoga, Heublumendampfbädern und anderen Geburtsvorbereitungen

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Inhalt

18

Schauspielerin Barbara Kaudelka im Tipi-Interview

110 34

58

24

76

52

Mode & Pflege

62

Essen und Gesundheit

96

Wünsch dir was! Geschenketipps

54

In anderen Umständen Mode für die Schwangerschaft Komme, was wolle Die österreichischen Stricklabels Van Beren und oochi poochi Fette Sache! Kälteschutz für den Winter

64

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Wir sind weg

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Mehr als Handauflegen Osteopathie bei Babys Mama, das juckt so! Was Kindern bei Neurodermitis hilft Salbei-Hustenbonbons Selbstgemachte Helfer gegen Husten Erleben von Gemeinsamkeit Das gemeinsame Familienessen Oh du Fröhliche! Keksklassiker

78

Freie Zeit

80

Auf zwei Brettern fahren lernen Skifahren für Kids Wer ist denn Toni? Ein ganz besonderer Kinderbuchheld Da gibt’s was auf die Ohren Happy Birthday, Micky Maus! Die Sterne, zum Greifen nah Ein mobiles Planetarium

58

60

68 70 72

82 84 mini Tipi Die Kinder-Besonder-Seiten zum Heraustrennen

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94

102 Der radikale Träumeverwirklicher Vater & Weltenbummler Fabian Sixtus Körner im Interview 106 Winter-Action-Land Freizeittipps 110 Ein Trip nach Split Reise ohne Kind

& schick

mach mit

ein!

Überall, wo du diesen Button siehst, kannst du Tipi aktiv mitgestalten. Als Dankeschön für jede Veröffentlichung gibt es kunterbunte Geschenke.

Noch mehr Tipi gibt es auf www.facebook.com/TIPI.Familienmagazin oder bei Instagram: @tipimagazin

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Mein Lieblings... KINDER STELLEN VOR

& schick

mach mit

ein!

-sport, sspiel, iebling fo bitte an: L r e u In te Was is oto mit gazin.at etc.? F a -essen lings @ tipim eb meinli

Emilia

© Privat

8 Jahre * St * eiermark

Mein Lieblings… Hobby

» ... ist von klein auf die Malerei – am liebsten mit Acrylfarben. Ob Blau, Grün, Orange oder Schwarz, rund, eckig oder gerade: Ich finde es sehr spannend, mit Farben und Formen kreativ zu sein. Meine Bilder sollen vielen Menschen Freude bereiten! « 6 | w i n t er 2018 /19

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Tipi-Familienkino und

präsentieren den Film

CHECKER TOBI

Kino

UND DAS GEHEIMNIS UNSERES PLANETEN

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Dann sendet uns ein E-Mail mit der benötigten Ticketanzahl an kino@tipimagazin.at und erlebt den Familienfilm CHECKER TOBI live im Kino. Die Ticketvergabe erfolgt nach Verfügbarkeit. Wer exklusiv dabei ist, bekommt bis spätestens Montag, 14.01.2019 eine Bestätigung per E-Mail.

Wann: Sonntag, 27. Jänner 2019 Kar tenabholung: 10 Uhr Filmbeg inn: 11 Uhr Wo: Village Cinema Wien Mit te, Landst raßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien

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Where Children Sleep

Jaime, 9 Jahre, New York Aus dem Fotoprojekt „Where Children Sleep“ von James Mollison

Jaime wohnt in einem Dachgeschoß-Apartment auf der Fifth Avenue. Daneben besitzen seine Eltern weitere Luxusimmobilien in Spanien und in den Hamptons auf Long Island. Jaime hat einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester, die Zwillinge sind. Er besucht eine Eliteschule, die trotz hoher Gebühren extrem gefragt ist. Auch Jaime musste mehrere Tests bestehen, bevor er

angenommen wurde. Seine Lieblingsfächer sind Informatik, Rechtschreibung und technisches Werken. In seiner Freizeit ist Jaime voll eingedeckt: Judo-, Schwimmund Kickballtraining sowie Violoncellounterricht stehen am Programm. Daneben checkt Jaime regelmäßig seine Finanzen auf der Citibank-Website. Wenn Jaime groß ist, möchte er – eh klar – Anwalt wie sein Vater werden.

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© James Mollison

Where Children Sleep

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Familien

Familienplauderei

PLAUDE R 1. 2.

Sabrina (30) Manuel (37) Michelle (10) Fabian (7) aus Oberösterreich

Familie Hawel

Familie Tor re s

Jennifer (30) Jorge Luis (31) Laurell (11) Noel (4) aus Wien Familie Ge bhar t

Lisa (34) Lena−Marie (9) Tom (6) Simon (2) aus Niederösterreich

Nicole (36) Karl (35) Sebastian (11) Simon (7) aus Wien

er Familie Schmid tmai

Cornelia (29) Patrick (31) Leon (6) Lukas (2) aus Wien 10 | w i n t er 2018 /19

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Familie Li schka/Dö

Das essen wir zu Weihnachten

Das Highlight des bisherigen Jahres 2018

Zu Mittag meistens Bratwürstel; am Abend bei den Schwiegereltern aufgeschnitte Salzstangerln mit allem Möglichen belegt.

Das erste Länderspiel für die Kinder in Klagenfurt (siehe Foto): Die beiden waren so aufgeregt, weil sie endlich mal Alaba und Arnautovic in echt sehen durften.

Zwiebelrostbraten mit grünen Spaghetti

Unser Besuch in der Therme Bad Schallerbach

Nach dem Motto: „Ein Schnitzel geht immer!“ wird es dieses Jahr Weihnachtsschnitzel geben. Vorher noch kleine Häppchen mit Lachs, Roastbeef und Aufstrichen und zum Abschluss marmoriertes Schokoladenmousse mit Beeren.

Unser Ausflug mit einer Freundin nach Zell am See und die dazugehörige Gondelfahrt auf die Schmittenhöhe

Bei uns gibt’s traditionell gebackenen Fisch mit Papas Kartoffelsalat.

rlaub Der Italienu in Lignano

Rindsuppe mit Frittaten, Brathuhn mit Reis und Erdäpfelsalat & Kekse ;)

Unser 1. Familien-Skiurlaub in Bad Gastein: Leon war das 1. Mal in der Skischule und hat sogar den 1. Platz beim Skirennen gemacht.

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& schic

mach mit

E REI 3. 4.

Reden, erzählen, sich besser verstehen und gemeinsam lachen.

5.

ein!

k

udern? Wollt ihr mit uns pla : an o Fot t mi E-Mail .at plauderei@tipimagazin

6.

Da haben wir herzlich gelacht

Das nehmen wir uns für 2019 vor

Das wollen die Kinder einmal werden

Mit Michelle: über die Schule; mit Fabian: warum er früher ins Bett muss als seine Schwester.

Meistens lachen wir über die Versprecher unserer Kinder ;-)

Wieder mehr Zeit als „Mann & Frau“ verbringen – nicht nur als „Mama & Papa“

Michelle: Sängerin Fabian: Fußballer

Über den Urlaub im nächsten Jahr

Als wir uns an alte Zeiten erinnert haben

Weniger Stress

Maschinenbautechniker & Polizist

Taschengeld: Wer wie viel bekommt und wofür es gespart wird

Bei der Gondelfahrt auf die Schmittenhöhe haben wir versucht, meine Freundin mit Grimassen abzulenken, weil ihr beim Schwingen der Gondel ganz mulmig war.

Mehr Ausflüge zu machen und mehr zusammen lachen

Lena-Marie: Spitzenköchin Tom: Fußballprofi Simon: Rennauto (wohl eher Rennfahrer :)

Wie lange die Jungs auf der Playstation spielen dürfen

Über Jack-Jack bei der letzten TipiKinopremiere von „The Incredibles 2“

Viele Tagesausflüge in der Natur

Sebastian: Fotograf Simon: Astronaut

Wir wollen mehr zu Hause bleiben, um Leon auf die Schule vorzubereiten.

Leon: Feuerwehrmann Lukas: Handwerker

Über die Schulwahl für Leon

Lukas wachte in der Früh auf, stieg zu Leon (damals 5) ins Be tt, kuschelte sich zu ihm und sagte mit se iner süßen Stimme: „G uten Morgen, Schatzi! “

© Privat (5)

Darüber wird gerade diskutiert

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Leben und wir Liebe passiert überall • Barbara Kaudelka • Urpeinlich, Papa! • Kinder für das Leben stärken • Von kleinen Lügen und großen Wundern • Wie sag ich’s meinem Kind • Leben mit Kindern in ... Tromsø • The long and winding Road • Ein eigenes, kleines Reich

Dekofreuden

t dem Für alle, die es schon sei können, en art erw ht Sommer nic t Lametmi lich end ng hnu die Wo hterLic ta, Christbaumkugeln, n, cke mü sch ketten und Co. zu hes Frü : ten kei uig Ne gibt es gute . Es ich ckl glü cht ma n iere Dekor mente soll uns an magische Mo und n ner erin aus der Kindheit le üh gef cks Glü che so nostalgis fürs s un wir n rke Me en. auslös nächste Jahr!

Gute Wal

Ein stilles Örtchen in besonderer Optik: Das Kindertöpfchen von Kindsgut ist ein absolutes Highlight im Badezimmer – und dank Rückenlehne, komfortablem Sitz und schadstofffreiem Material auch noch funktional. Um € 29,99. www.kindsgut.de

Gut zu wissen

Mein Großfamilienbuch von Marie Geißler bietet Platz für Einträge von 40 Familienangehörigen. Großartig illustriert, ist damit für Spaß sowohl beim Eintragen als auch beim Nachlesen gesorgt. Erschienen im Jaja Verlag um € 29,90.

Feines Design Wanddeko mit Spielfaktor: Zieht man an ihm, öffnet Justus, der Tukan, seinen Schnabel und zeigt seine kleinen roten Füße. Die Hampelfigur von Kumi Mood wird in kleinen Familienbetrieben in Deutschland gefertigt. Um € 78,–. www.kumi-mood.de

© Archiv (1), Hersteller (4)

Familienschatz

Melanie Laibl und Lili Richter zeigen in So ein Mist, wie facettenreich und faszinierend das Thema Müll sein kann – vom Kreislauf der Natur, dem Körpermüll des Menschen über Trennung, Recycling, Wasserund Luftverschmutzung bis hin zum Weltraummüll. Zu Recht zum JuniorWissenschaftsbuch des Jahres nominiert! Ab 9. Erschienen im Tyrolia Verlag um € 19,95. Voting unter www.wissenschaftsbuch.at

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Leben und wir

Liebe passiert überall

Wenn das kein echter Wonneproppen ist! Sanja und Markus sind dementsprechend stolz auf ihren Lukas, der nicht nur ein ausgesprochenes Wunschkind ist, sondern sich auch in seinem Entstehungsprozess keine Zeit ließ.

© Alek Kawka

Wohl jeder kennt ein paar Sprüche, warum Liebe am Arbeitsplatz eigentlich nicht funktioniert. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel: Sanja und Markus haben sich durch ihren Job kennengelernt – und sind mehr als nur glücklich. von peter zirbs

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Leben und wir

Der Krampus, der die Liebe bringt Das änderte sich allerdings schlagartig, als sich die beiden bei der Firmenkrampusfeier erneut trafen. Und das war auch gar nicht so zufällig, wie es für Sanja vielleicht anfänglich ausgesehen hat, denn Markus’ Stiefbruder ist zufällig auch sein Vorgesetzter. Da er bereits wusste, dass Markus ein Auge auf Sanja geworfen hatte, sorgte er per Tischplatzzuweisung dafür, dass die beiden nebeneinander saßen. Ein entscheidender Move, wie sich später herausstellen sollte. Der Abend verlief zur vollen Zufriedenheit; Sanja und Markus unterhielten sich, die Stimmung war gelöst und heiter – fast schon zu heiter, denn Markus wollte seine vermeintliche Chance nützen und versuchte Sanja zu küssen. Das war beherzt, aber etwas zu früh: Sanja quittierte den Versuch mit einem charmanten „Spinnst?“ und verließ relativ bald darauf die Szenerie. Dann war erst mal Funkstille. Diese Funkstille behagte Sanja aber ganz und gar nicht. Hatte sie sich wirklich so getäuscht? Was war da los? Sie dachte sich: Zuerst ist er superlieb und supernett, und dann meldet er sich nicht mehr. Mit wie viel Frauen er das wohl so macht? Also meldete sie sich bei ihm – und erfuhr, warum er sich nicht gerührt hatte. Markus hatte nämlich gehört, dass man drei Tage verstreichen lassen soll, bevor man sich meldet. Das wiederum geht laut Sanja „gar nicht, aber echt nicht“, und eigentlich hat sie vollkommen recht mit dieser Einschätzung. So holte sich Markus seine erste Kopfwäsche von Sanja. Liebesfalle Weihnachtsfeier Was hat man nicht schon alles gehört zum Thema „Weihnachtsfeier und zwischenmenschliche Begegnungen“! Und selten sind daraus langfristige Liaisonen geworden, heißt es. Doch es sollte justament die Firmenweihnachtsfeier sein, die den entscheidenden weiteren Schritt für Sanja und Markus bedeutete: Zwar bekam er ein weiteres Mal den Kopf wegen seiner anfänglichen künstlichen Verknappung gewaschen – nach einem anschließenden klärenden Gespräch war die Sache aber gegessen, und die beiden amüsierten sich wieder blendend. So blendend, dass man sich zum ersten richtigen, weil privaten Date verabredete.

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Vor etwas mehr als zwei Jahren kam Sanja aus einem ganz bestimmten Grund in Markus’ Abteilung: Es ging um „Inventurdifferenzen“, die sie mit ihm abklären musste. Allerdings hat Sanja ihn nicht ganz ohne Hintergedanken angesprochen, denn bislang sah sie nur seine Rückseite – und die gefiel ihr. Also wollte sie natürlich auch mal seine Vorderseite begutachten können, und da kam der berufliche Anlass gerade recht. Um es kurz zu machen: Auch die Vorderseite von Markus hat ihr gefallen. Sehr gut sogar. Schon bei diesem ersten Kontakt strahlten und lächelten sich die beiden an, und prompt lief Sanja knallrot an. Das wiederum hat Markus zu der Überlegung verleitet, dass von Sanjas Seite her vielleicht Interesse an ihm bestehen könnte. Damit lag er letztendlich gar nicht falsch. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnten die beiden noch nicht, dass aus ihnen ein glückliches Paar werden würde – und die Eltern des gemeinsamen Sohnes Lukas. Um wieder an den besagten Tag der ersten Begegnung zurückzukehren: Sanja war davon überzeugt, dass so ein sympathischer, süßer Typ mit Sicherheit schon fix vergeben sei oder zumindest an jeder Hand zehn Verehrerinnen hätte – und so machte sie sich keine weiteren Gedanken mehr.

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Leben und wir

von peter zirbs

Ach du meine Güte, ist das tatsächlich schon wieder die Winterausgabe? Hab ich nicht gerade erst an dieser Stelle eine weihnachtliche Kolumne geschrieben? Ich verspreche, ich werde mir eher die Lippen zunähen, als schon wieder die Geschichte mit der fliegenden Weihnachtsgans meiner Mutter zum Besten zu geben. Ups – und schon ist es passiert. Tschuldigung, Mama! Na gut, dann muss ich eben etwas Anderes aus meinen geistigen Archiven hervorkramen. Weil sich unsere Coverfamilie am Arbeitsplatz kennengelernt hat: Auch meine Mama hat meinen Adoptivvater am Arbeitsplatz kennengelernt. Wie ich soeben erfahren habe, hat er aber das gemacht, was man beim Billard „über Bande spielen“ nennt – er hat sich nämlich zuerst rührend und intensiv um mich bemüht und über diesen Umweg das Herz meiner Mutter erobert. Dementsprechend habe ich einige Weihnachten mit meinem Adoptivvater und meiner Mama verbracht. Stressig war es immer, weil der Buchhandel in den Tagen vor Weihnachten mit Sicherheit nicht zu den Dingen zählt, die man als stressempfindlicher Mensch miterleben mag. Nein, es geht um eine andere kleine Anekdote, die mir deswegen wieder eingefallen ist, weil ich soeben mein erstes Musikalbum unter meinem Namen veröffentlicht habe – und auf dem Synthesizer eine wichtige Rolle spielen. Es trug sich zu im Dezember 1985; ich war 14 Jahre alt und wünschte mir inbrünstig einen ersten brauchbaren Synth. Diese Dinger waren damals aber für ein Kind nahezu unerschwinglich. Also wünschte sich der kleine Pez einen Korg Mono/Poly aus dem Bazar. Um 7.000 Schilling! Mir war von Anfang an klar, dass ich mich mit diesem Wunsch auf direktem Konfrontationskurs mit meiner gesamten Verwandtschaft befand. Ich ließ es darauf ankommen. Es kam, wie es kommen musste: Nach zahllosen Erklärungen, was denn ein Synthesizer überhaupt sei, durfte ich das Teil unter abfälligen Bemerkungen meiner Verwandschaft väterlicherseits vom Verkäufer abholen. Der Synth hat mir viele Jahre und Auftritte lang Freude bereitet – was man von der Verwandschaft leider nicht behaupten kann ...

Bei der Arbeit Die Arbeitskollegen haben die beiden natürlich ein bisschen auf der Schaufel gehabt: In Sanjas Abteilung arbeiten nur Frauen, und in Markus’ Abteilung nur Männer. Und immer wenn Markus in Sanjas Abteilung musste, wurden dementsprechend getuschelt und gescherzt. Aber eigentlich haben sich alle für die beiden gefreut. Viel erklären mussten Sanja und Markus ohnehin nicht, weil es durch die Firmenfeiern bereits für alle relativ offensichtlich wurde. Eigentlich gibt es im Betrieb, in dem die beiden arbeiten, relativ strenge Regeln, was Partnerschaften am Arbeitsplatz anbelangt. Denn es wird davon ausgegangen, dass man sich bei heiklen Themen firmenschädigend absprechen könnte – zum Beispiel, wenn es um Inventuren geht. Womit wir wieder beim ersten Kennenlernen wären. Wir haben nachgefragt: Nein, die beiden haben nichts gemacht, wofür sie belangt werden könnten. Behaupten sie zumindest!

© Adrian Batty (1), Alek Kawka (5)

Mein Leben ohne Vater

Beide waren mächtig nervös, aber es lief wunderbar. Man einigte sich auf ein hübsches Lokal und speiste Sushi. Das vielleicht Wichtigste war allerdings Sanjas Männertest, den sie aus guten Gründen entwickelt hatte, und den Markus mit Bravour bestand: Sie erwähnte ihren Kinderwunsch. „Ich schau dann immer, wie schnell die Männer weglaufen können“ – denn genau das ist ihr davor schon ein paar Mal passiert. Markus hingegen blieb cool und meinte: „Das Leben lässt sich nicht planen.“ Abgesehen davon hatte er mit Sanjas Kinderwunsch überhaupt kein Problem, den er war selbst überhaupt nicht abgeneigt. Damit hatte er endgültig ihr Herz erobert.

Das Okay der Eltern Sanjas Mama wollte sofort ein Foto von Markus sehen. „Schau, der ist aber fesch, so ein Hübscher“, hat sie gesagt und ist förmlich dahingeschmolzen. Somit war der wichtigste Test bestanden – denn die Mama ist da streng! Auch Markus’ Mama hat sich total gefreut: „War eh an der Zeit, Bub!“, war ihre Reaktion. Aber eigentlich hätte von dieser Seite ohnehin wenig Gegenwehr kommen können, denn Markus’ Eltern haben sich ebenfalls im gemeinsamen Job kennengelernt. Jetzt kommt der Clou: Die Eltern von Markus haben noch dazu zusammen in exakt der Firma gearbeitet, in der auch unser Coverpärchen arbeitet. So kann es kommen!

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Leben und wir Und dann kam Lukas Die Sache mit dem Kinderwunsch wurde also beim ersten Date bereits zur vollsten Zufriedenheit geklärt. Das mit dem Zusammenziehen passierte auch recht früh, denn Markus hatte das Glück, dass eine größere Wohnung für ihn frei wurde – also zogen die beiden bereits nach einem halben Jahr zusammen. Für die nötige Privatsphäre sorgen die unterschiedlichen Hobbys von Sanja und Markus: Während sie gerne joggen oder ins Gym geht, liebt er es, Filme anzuschauen und PlayStation zu spielen. So hat jeder auch seine Zeit für sich; ein Umstand, der für gutgehende Beziehungen nicht ganz unwichtig ist. Irgendwann sprach man wieder über das Thema „Kinderkriegen“ und beschloss, die Sache anzugehen. Das tat man offenbar sehr effizient – und mit Erfolg: Rund vier Monate später wurde Sanja schwanger. Die Gewissheit bekam sie zwei Tage vor dem ersten Jahrestag ihrer Beziehung – und am Abend davor erzählte sie es Markus. Es einen Tag geheim zu halten, war fast unmöglich, meint sie. Und Markus freute sich nicht nur, sondern machte ihr postwendend am Jahrestag einen Heiratsantrag – zuerst

Lukas ist ein ganz ein Süßer – und sowohl beim Shooting als auch beim Gespräch mit unserer Coverfamilie verhielt er sich ausgesprochen kooperativ.

modern, dann ganz klassisch auf Knien. Lukas ist nun drei Monate alt, und Sanja wie auch Markus sind superhappy. Geheiratet wird vermutlich kommenden Sommer, denn Sanja wollte sich nicht hochschwanger trauen lassen – und Stress haben die bei-

den ohnehin keinen damit. „Im Endeffekt“, meinen die beiden, „sollte man sich nicht reinreden lassen und dem Bauch vertrauen“. Wir sind jedenfalls überzeugt davon, dass Sanja und Markus das absolut richtig gemacht haben.

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Leben und wir

Die Geschichte einer Kindheit

Barbara Kaudelka

Interview

Ein Multitalent aus einer Multikulti-Familie: Schauspielerin Barbara Kaudelka über ihr inniges Verhältnis zu ihren Eltern, ihr Faible für weihnachtlichen Kitsch und warum sie lieber mit Gummifledermäusen gespielt hat als mit Barbiepuppen. von kim sztrakati

© Stefan Diesner (1), Privat (2)

Haus in der Wachau. Hast du dort viel Zeit verbracht? Ja, ich habe einen Gutteil meiner Kindheit in der Wachau verbracht und betrachte Weißenkirchen immer noch als meine Herzensheimat. Als Kind hab ich’s geliebt, mit meiner Familie in den Weinbergen spazieren zu gehen, beim Wirten Marillenknödel zu schnabulieren oder mit Freunden an der Donau zu spielen. Ich komme aus einer Multikulti-Familie: Meine Mutter ist Kroatin, als Kind bin ich auch viel zu meiner Familie nach Zagreb gefahren. Dort haben mein Cousin, meine Cousine und ich uns nach dem Frühstück mit den Kids aus den umliegenden Häusern getroffen und sind dann ins nahe gelegene Wäldchen zum Spielen abgezischt. Abends sind wir müde, mit dreckigen Hosen und ein paar Schrammen, aber glücklich wieder nach Hause gekommen. Das war Abenteuer pur. Früher war man da angstbefreiter, und ich glaub, das ist auch der Grund, warum ich sowohl mit der Wachau als auch mit Kroatien immer stark das Gefühl von Freiheit und „man selbst sein“ verbinde. Wien war jedoch für mich immer das Zentralgestirn, wenn man so will. Hier war der Lebensmittelpunkt meiner Familie, hier bin ich zur Schule gegangen und großteils aufgewachsen.

Wenn du so zurückdenkst: Was ist die erste Kindheitserinnerung, die dir in den Sinn kommt? Barbara Kaudelka: Ich erinnere mich daran, wie ich im Arbeitszimmer meines Vaters auf einem weinroten Teppich gesessen bin und dort, während er seine Büroarbeit erledigt hat, auf seiner alten Schreibmaschine herumgetippt habe. Noch

bevor ich schreiben und lesen konnte, als richtig kleiner Knirps. Später dann habe ich auf ebendieser Schreibmaschine meine erste Geschichte geschrieben – eine Nacherzählung vom „Hund von Baskerville“, da war ich, glaub ich, zwölf. Du bist in Wien geboren und aufgewachsen, deine Familie hat aber auch ein

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Wie warst du als Kind? Ich glaub, ich war eine ziemlich eigenartige Mischung aus „Weirdo“ und Wildfang. Ich war das seltsame Kind, das lieber mit Gummifledermäusen als mit Barbiepuppen gespielt hat. Ich bin unter lauter Jungs aufgewachsen und hab lange Zeit auch so ausgesehen und mich entsprechend benommen. Ich war abenteuerlustig, war gerne in der Natur. Und ich hab immer gerne gebastelt, gelesen, geschrieben. Und geredet (lacht). Es gibt Tonbandaufnahmen aus meiner Kindheit, auf denen man mich stundenlang brabbeln und singen hört, wie ich mir Geschichten ausdenke und sie meinen Stofftieren vortrage. Zum Glück hat

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Leben und wir mein Vater diese Perlen der Entertainmentgeschichte aufgenommen, die sind zum Schießen. Du bist als Einzelkind aufgewachsen. Gab es Momente, in denen du dir Geschwister gewünscht hättest? Ganz ehrlich? Nein. Ich hatte das unglaubliche Glück, dass meine Eltern, obwohl beide berufstätig, sehr viel Zeit mit mir verbracht und sich wirklich mit mir beschäftigt haben. Wir haben immer viel miteinander unternommen, haben Ausflüge gemacht, gemeinsam gelesen, sind ins Kino oder in Ausstellungen gegangen, waren wandern etc. Und als ich dann in den Kindergarten, die Volksschule und ins Gym gekommen bin, hatte ich immer eine Handvoll Freunde um mich, die mir völlig ausgereicht haben. Wie war das Verhältnis zu deinen Eltern? Ein sehr inniges, liebevolles und von Vertrauen geprägtes. Und das ist es bis zum heutigen Tag. Natürlich gab’s auch schwierige Phasen ... ich möcht gar nicht wissen, wie mühsam ich in der Pubertät war. Aber das ist völlig normal in der Entwicklung eines heranwachsenden Menschen: Man muss sich selbst erst kennenlernen, das Umgehen mit Emotionen, Konflikten und Bedürfnisunterschieden erlernen. Da geht man eben ab und zu in Konfrontation, auch mit den geliebten Eltern, und lernt mit solchen Situationen umzugehen – und genau da findet dann die Reifung emotionaler Intelligenz statt. Eben echte Beziehung. Und die war bei uns daheim, auch wenn man sich mal gegenseitig an die buchstäbliche „Wand picken“ hätte können, immer von Liebe geprägt.

Die kleine Babs mit einer ordentlichen Ladung Duplo unter dem Weihnachtsbaum – mit Puppen konnte sie schon damals nichts anfangen, und überhaupt: Lange hat sie wie ein Bub ausgesehen und sich auch wie einer benommen.

Was haben dir deine Eltern fürs Leben mitgegeben? Empathie, Liebesfähigkeit, soziale Achtsamkeit, die Liebe zur Kunst, zum geschriebenen und gesprochenen Wort. Meine Eltern haben mir jeden (!) Abend vorm Schlafengehen vorgelesen, und ich hatte als Kind eine beachtliche Sammlung an Hörbüchern, die zu hören ich geliebt hab. Von meiner Mutter habe ich sicher das Faible für Literatur und mein Temperament; von meinem Vater den dunkelschwarzen Humor und die Fähigkeit, konzentriert und strukturiert zu arbeiten. Was sie mir beide mitgegeben haben, ist eine gewisse Verspieltheit, mit der ich durchs Leben gehe, das Bewusstsein für Unabhängigkeit, für die Wichtigkeit der Liebe und den Mut, für meine Überzeugungen einzustehen. Wie war deine Schulzeit? Bist du gerne in die Schule gegangen? Ja, ich bin gern zur Schule gegangen. Aus Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass ich in der Volksschule im Unterricht offen-

bar gern unangenehme Fragen gestellt hab, beispielsweise im Religionsunterricht: Da hatte ich mal angemerkt, dass sich die Geschichte mit Maria Empfängnis und Christi Geburt rein rechnerisch nicht ausgehen kann, da ja jede Mama ihr Baby neun Monate lang im Bauch trägt. Die Lehrerin hatte eher überschaubaren Humor, hat sich fürchterlich aufgepudelt. Damals hat sich wohl schon eine gewisse Neugier abgezeichnet, die mich zu meiner ersten beruflichen Laufbahn geführt hat – dem Journalismus. An meine Zeit am Brigittenauer Gymnasium denk ich besonders gern zurück. Hattest du Lieblingsfächer? In puncto Schulfächer kann man sagen: Ich war eine richtige Flasche in Mathematik. Deutsch und Fremdsprachen sind mir leichtgefallen, mein Interesse galt stets Fächern wie Geschichte, Psychologie und Philosophie sowie Physik; blöd nur, dass man hierfür gut rechnen können musste, aber die Materie der Astronomie und Astrophysik fasziniert mich bis zum heutigen Tag.

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Leben und wir links: Barbara Kaudelka war immer schon ein Fan von Weihnachten: Die jährliche „Christkindlmarkt-Inspektion“ mit ihrem Vater hat da ebenso Tradition wie das Kekse essen. links unten: Als Patrizia Kratzer in der ORFSerie Copstories

raterin werden. Frag mich bitte nicht, wie man als Kind auf so was kommt, und zum Glück bin ich’s bei meiner Begabung, was Zahlen betriff t, nicht geworden. Als Jugendliche ging die Tendenz dann mal stark in Richtung Kriminalpolizei, rund um die Matura herum war das Feld dann aber relativ klar eingegrenzt: Journalismus oder Schauspiel. Und zunächst ist es ja sogar die schreibende Zunft geworden ... Womit hast du sonst deine Zeit verbracht? Ich war begeisterte Pfadfinderin, hab’s geliebt, die Natur zu erkunden, Spuren zu lesen oder Dinge wie Morsezeichen und Knoten zu lernen. Dinge wie Feldmessen waren halt part of the deal, haben mich aber nie interessiert, da hab ich meistens gut versteckt in der letzten Reihe ein Nickerchen gemacht. Während meiner Schulzeit hab ich vereinsmäßig Volleyball gespielt und bin geschwommen. Reisen war auch immer ein großes Thema: Meine Eltern haben es mir ermöglicht, schon in jungen Jahren viel von der Welt zu sehen, und das Weltenbummeln ist mir bis heute geblieben. Ein Hang zum Gruseligen hat sich ebenfalls schon früh etabliert (Stichwort Fledermäuse): Als Kind musste ich mich im Fasching immer als Vampir oder als Phantom der Oper verkleiden, Prinzessin war fad.

Was wolltest du als Kind einmal werden? Hahaha, da war vieles dabei, so wollte ich mit zwölf oder dreizehn mal Steuerbe-

BARBARA KAUDELKA *Geboren am 27. Februar 1981 in Wien *Aufgewachsen in Wien und in Weißenkirchen in der Wachau *Nach der Matura 1999 Studium der Geschichte und Publizistik und Jobs als Journalistin *2002–2006 Schauspielstudium am Konservatorium der Stadt Wien *Seither Engagements am Theater, Rollen in nationalen und internationalen TV- und Filmproduktionen sowie tätig als Sprecherin für Werbespots, Synchronisationen, Hörspiele etc. *Wichtigste Film- und Serienrollen: Copstories, Covert Affairs, Janus, Zweisitzrakete, Die Lottosieger, Mitten im Achten www.barbarakaudelka.com

Weihnachten naht mit großen Schritten. Was bedeutet dir dieses Fest? Weihnachten wird bei uns in der Familie großgeschrieben, sowohl meine Eltern als auch ich haben da einen sehr verspielten und genussvollen Zugang. Wir haben Freude an der Adventszeit, am festlichen Dekorieren, am Packerl machen, und mein Vater und ich „inspizieren“ jedes Jahr die Christkindlmärkte der Stadt ganz genau. Wir wissen, wir haben ein bisserl einen Weihnachtsvogel, aber wir amüsieren uns königlich über uns selbst. Als ich Anfang des Jahres in meine neue Wohnung gezogen bin, war Mutters erste Frage, wo ich denn den Christbaum hinstellen werde. Wir haben so gelacht, weil ich – Hand aufs Herz – genau denselben Gedanken schon beim Besichtigungstermin hatte. Ich genieße es sehr, dass uns diese kindliche Freude so verbindet, und ja, es darf auch ein bisserl kitschig sein! Wann, wenn nicht zur Weihnachtszeit? Und wenn ich dann das Leuchten in den Augen meiner Eltern sehe, macht mich das zutiefst glücklich.

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Wohin bist du in den Ferien gefahren? Die Urlaube meiner Kindheit fanden meist in der Wachau, in Kroatien am Meer oder auf einem Bauernhof statt. Als Jugendliche bin ich dann weiter herumgekommen, meist mit den Pfadfindern ... ich erinnere mich daran, dass wir Mitte der Neunziger mal auf einem internationalen Jamboree in Norfolk waren. Dort haben sich Tausende Pfadis aller Altersklassen und aus aller Herren Länder getroffen und haben in international zusammengewürfelten Teams Rätselralleys veranstaltet, Wanderungen unternommen und auch gemeinsam am abendlichen Lagerfeuer gekocht. Das war ein beeindruckendes Erlebnis.

Wann bist du denn das erste Mal mit Schauspielerei in Berührung gekommen? Das Brigittenauer Gymnasium hatte zu meiner Zeit einen sehr kunstaffinen Direktor, der musische Bildungsmöglichkeiten sehr gefördert hat. So wurde für uns Schüler/-innen ein Theaterkurs angeboten, geleitet von zwei großartigen Schauspielern, die ich viele Jahre später nun Kollegen nennen darf: Marcus Thill und Erwin Leder. Die beiden haben da Großartiges auf die Beine gestellt, haben mit uns Stücke wie eine Adaption der „Metamorphosen des Ovid“ einstudiert und mich so lustvoll und mit Begeisterung an das Spielen herangeführt.

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Leben und wir

Fräulein Smillas Geschwür am Zeh

© Privat

Urpeinlich, Papa!

Der Film aus dem 97er-Jahr heißt zwar anders, ist aber sehr zu empfehlen. Nicht zu empfehlen ist Wintersport. In jeglicher Form. von peter draxl Winter. Schnee. Ich liebe Schnee! Aufgewachsen in Kärnten, bin ich meterhohe Schneewechten gewohnt und erinnere mich mit Freude daran, einst vom Balkon im ersten Stock in einen Berg aus Neuschnee gesprungen zu sein. Unversehrt. Herrlich. Mach das mal in der Großstadt. Wenn im Winter zwei Zentimeter Schnee liegen, spielt die Stadt verrückt, und der gemeine Städter schmeißt die Nerven weg. Uns zieht es in den Schnee. Ergo – auf nach Vorarlberg! Oma besuchen. Winterausflug. Verschneite Landschaften, verschneite Straßen, Wälder, Häuser, Wege – und dieser feine Geruch. Diese Stille. Der Lärm wird von der weißen Pracht verschluckt, die Menschen bewegen sich langsamer, alles wirkt friedlich, gedämpft, sanft. Schwärm. Träum. Ein Winter wie damals. Ich packe mein Töchterlein in den winterbereiften Boliden, und wir jetten friktionsfrei nach Vorarlberg. Ich hab an alles gedacht, feste Schuhe, dicke Jacke, Handschuhe, Haube, Skisocken – und bin selbst ein wenig beeindruckt ob meiner Vernunft. Die 12-Loch-Dr.-Martens zugeschnürt am Fuß, mir kann nichts passieren. Das richtige Schuhwerk ist so wichtig. Mit den Optimalböck am Fuß kann dir nichts passieren. Nie. Egal in welcher Lebenssituation. Sogar die Zehennägel hab ich mir geschnitten, na ja, abgerissen, wie es Mann halt so macht. Schont die Wintersocken, geht schneller, und die eine oder andere Blutung ist schnell gestoppt. Ja, vielleicht entzündet sich hin und wieder was ... No pain, no gain. Der Pfänder ist der Hausberg, die Pfänderbahn führt bis ganz hinauf, wir sind dick eingepackt, mit Omis Schlitten bewaffnet und zwängen uns in die Gondel zwischen Skifahrern, Snowboardern und sonstigen

merkwürdig gewandeten Fanatikern. Oben angekommen, gibt’s zwei Möglichkeiten – man wirft sich die Piste runter und setzt sich der Gefahr aus, von Extremboardern abgeschossen zu werden, oder man wählt den zugeschneiten Wanderweg als Rodelbahn. Wir sind klug und starten am Wanderweg. „Du setzt dich am besten vor mich, ich halt dich fest, dann hast du was von der Fahrt.“ Die Diskussion, wer jetzt vorne sitzt und wer hinten, was sicherer ist und ob ich so einen Schlitten überhaupt lenken kann, zieht sich ein wenig. Gefühlt eine Stunde. Natürlich kann ich einen doofen Schlitten lenken, rechter Fuß raus, Rechtskurve, linker Fuß raus, Linkskurve. Nicht zu fest in den Schnee drücken, sonst bricht das Haxerl. Deppensicher. Madame wählt mit bestechender Logik den Platz hinter mir, sollten wir uns nämlich einbauen, erwischt’s mich zuerst. Los geht’s! Wir starten und nehmen Fahrt auf. Die erste langgezogene Linkskurve nehme ich souverän. Gebremst wird nicht, es heißt Schlittenfahren und nicht Schlittenbremsen. Bei der ersten Rechtskurve zuckt mir der Schmerz durchs Gebein, scheinbar hat sich mein Zeh mit dem abgerissenen Nagel doch entzündet. Ignorieren. Tempo aufnehmen. Ja, das macht Freude, nächste Rechtskurve, etwas weniger souverän, mein Fuß schmerzt, ich schramme hart an der Waldkante vorbei. Die Geschwindigkeit steigt, ich fühle mich leichter, es flutscht, es gleitet, der Schlitten fegt durch den Wald. Wieso spüre ich die Arme des Zwergs nicht mehr? Wieso die Leichtigkeit? Ein prüfender Griff nach hinten – Leere. Ich ramme beide Beine in den Schnee und bringe das Holzgeschoss zum Stillstand. Mir wird heiß, ich transpiriere, reiße mir Handschu-

he und Haube vom Körper, knalle sie auf den Schlitten und blicke nach weiter oben. O Gott, da liegt ein Haufen Mensch auf der Straße. Wie ein kleiner Käfer auf dem Rücken und rührt sich nicht. Mein Herz pocht, was habe ich getan? Ist sie vom Schlitten gefallen? Ich renne los und komme keuchend beim Käfer im Skioverall an. Sie liegt hier eigentlich relativ entspannt, kein Schmerz zu erkennen, und blickt mich strafend an. „Du hast mich verloren, wie kann man nur sein eigenes Kind verlieren, das ist doch …“ Moment, Kind. Ich hab gesagt, du sollst dich gut festhalten. Na gut, die letzte Kurve ward nicht optimal genommen, und mein Zeh und aber laber, bla. Ein bisschen beschämt helfe ich der Prinzessin auf. Sie scheint vollständig intakt und zeigt mit ernstem Gesicht und ihrem kecken Zeigefinger auf einen Punkt hinter mir. Ich drehe mich um. Ah ja. Der Schlitten. Schnee ist rutschig, Schlitten haben keine automatischen Handbremsen. Wir stehen beide und schauen. Dem Schlitten zu, wie er zuerst langsam, dann immer schneller werdend, mit meiner Haube und meinen Handschuhen auf dem Rücken die Bahn weiterfährt. Er wird kleiner und kleiner. Er verlässt den Weg und gleitet in den Wald. Einmal noch taucht er kurz auf, bevor er am Horizont verschwindet. Das darf jetzt aber nicht wahr sein … „Was sagen wir der Omi? Dass du zuerst mich und dann den Schlitten verloren hast? Ist dir das nicht peinlich?“ Gar nichts ist verloren. Wir gehen das Scheißding jetzt bergen. Die Blöße geb ich mir sicher nicht. Wir stapfen los. An meinem Gespür für Schnee muss ich noch arbeiten. Herrgott, tut mir dieser Zeh weh.

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KEIN PLAN, ABER DAVON GANZ VIEL!

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Leben und wir

Kinder für das Leben stärken Das Wort „Resilienz“ ist in aller Munde. Wie aber entwickeln Kinder diese seelische Widerstandskraft, mit der sie die Herausforderungen des Lebens meistern können? Tipi sprach mit Resilienzcoach Leandra Vogt über das „Immunsystem der Kinderseelen“ und über wichtige „Vitamine und Nährstoffe“, die fit machen für schwierigere Zeiten. von eva maria wagner se und Unterstützungen geben, die unseren Kindern dabei helfen, einen stärkenden Vorrat an Fähigkeiten aufzubauen, auf die sie in fordernden Situationen stets zurückgreifen können.

© MFA Film (2)

Mutig, unerschrocken und stets ein frecher Spruch auf den Lippen: Pippi Langstrumpf mit ihrem kleinen Affen Herr Nilsson.

Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz Pippi Langstrumpf, ist ein starkes Mädchen. Nicht nur stemmt sie ihr Pferd, den kleinen Onkel, und wirft mit riesengroßen Steinen nach fiesen Räubern. Auch sonst strahlt das lustige Mädchen mit den zwei Zöpfen Stärke aus. Sie wirkt meist fröhlich, hat immer den passenden Spruch auf den Lippen und nimmt jede Herausforderung an. Und das obwohl ihre Geschichte ganz und gar nicht lustig ist. Die Mutter verstorben, der Vater auf großer Seefahrt, lebt sie alleine in der Villa Kunterbunt und meistert dennoch in jeder Lebenslage ihre Aufgaben „mit links“ und mit unerschütterlichem Zutrauen zu sich selbst. Auch wenn Astrid Lindgrens rothaarige Abenteuer-Heldin eine Kunstfigur ist, ist sie wohl das Paradebeispiel für ein resilientes Kind. Klar, ihre Situation ist extrem und literarisch überzeichnet. Aber ein bisschen was von Pippi Langstrumpf würde unseren Kindern gewiss nicht schaden, denn wir Erwachsene wissen es bereits: Das Leben ist nicht nur schön – auch wenn wir unsere Kinder am liebsten für immer beschützen

» Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe! « Pippi Langstrumpf und ihnen alle Steine aus dem Weg räumen würden. Besser allerdings wäre es, die Kinder für das Leben auszustatten. Mit einem Werkzeugkoffer voller Fähigkeiten. Fähigkeiten, die es braucht, um auch in schwierigen Situationen zurechtzukommen und um sich den Widrigkeiten des Lebens mutig zu stellen. Resilienzcoach und Kindheitspädagogin Leandra Vogt (siehe Interview S. 26) spricht in Anlehnung an Resilienzspezialistin Monika Gruhl vom „Immunsystem der Seele“. Dieses Immunsystem können wir Eltern im übertragenen Sinne mit „Vitaminen und Nährstoffen“ stärken. Wir können also Impul-

Resilienz: Immer wieder aufstehen Der Begriff Resilienz leitet sich vom lateinischen „resilire“ ab, was so viel wie „zurückspringen“ bedeutet. Leandra Vogt beschreibt Resilienz als „die Fähigkeit von Menschen, selbst in schwierigen Lebenslagen, in Zeiten von Stress und Trauer, immer wieder aufstehen zu können. Resilienz bedeutet die Fähigkeit, Herausforderungen als solche anzuerkennen und gezielt einen Weg hinaus zu finden und sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen.“ Die gute Nachricht: Die Resilienzforschung geht davon aus, dass Resilienz erlernbar, ja sogar trainierbar ist. Wir Eltern können also das Immunsystem der Seelen unserer Kinder präventiv stärken. Dafür gibt es aber kein allgemeingültiges Musterprogramm oder eine Anleitung. Nein, Resilienz entsteht immer im wechselseitigen, dynamischen Zusammenspiel zwischen Kindern und Erwachsenen. Sie ist das Ergebnis von engen Beziehungen und der Interaktion des Kindes mit seiner Umwelt.

Die 6 personalen Schutzfaktoren Die Resilienzforschung spricht von bestimmten Resilienzfaktoren oder Schutzfaktoren, die dazu beitragen, dass Kinder stark werden. „Diese umfassen zum einen die personalen Eigenschaften, die das Kind und übrigens auch Erwachsene dabei unterstützen, ihre innere Stärke zu kräftigen“, so Leandra Vogt. Diese personalen und individuellen Schutzfaktoren sind Werkzeuge, die das Kind aus seinem Inneren heraus entwickeln kann. Den Eltern kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu. Sie können Impulse für deren Entwicklung setzen, indem sie die Kinder achtsam und unterstützend begleiten.

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Leben und wir

Selbstwahrnehmung „Ich verstehe mich selbst, weil ich weiß, was ich fühle.“

Soziale Kompetenz „Ich verstehe dich, weil ich weiß, was du fühlst!“

Haben Kinder Zugang zu ihren Gefühlen und ihren körperlichen Befindlichkeiten, fällt es ihnen später leichter, sich selbst und ihre Grenzen wahrzunehmen. Dieses „Verständnis für sich selbst“ kann man üben, indem die Kinder lernen, sich körperlich und seelisch zu spüren und ein Vokabular aufbauen, um ihr Innerstes auszudrücken. Das Vorlesen von Geschichten und Büchern ist eine gute Möglichkeit, um mit den Kindern gemeinsam dieses ureigene „Gefühlsvokabular“ zu erwerben. Aber auch Spiele zum Thema Gefühle oder Emotionskarten können hier kleine Helfer sein.

Kinder, die in der Lage sind, die Emotionen anderer Kinder einzuschätzen, können gut auf ihre Gegenüber reagieren und dadurch ihr Leben unter Gleichaltrigen positiv gestalten. Sie können Kontakt aufnehmen, sich in andere hineinfühlen, soziale Situationen bewerten und Konflikte lösen. Eltern können ihren Kindern dabei helfen, diese Kompetenz zu entwickeln, indem sie selbst authentisch mit ihnen kommunizieren und für sie immer „lesbar“ bleiben. Das Gefühl, in der Familie ernstgenommen zu werden und eine gelebte Streitkultur können die Kinder zusätzlich unterstützen.

Selbststeuerung „Wohin mit meiner Wut?“

Problemlösefähigkeit „Hilf mir, es selbst zu tun!“

Eltern können ihren Kindern dabei helfen, mit ihren Gefühlen und Impulsen konstruktiv umzugehen. Wichtig ist dabei, dem Kind zu signalisieren: „Du bist gut, genauso wie du bist! Bei uns sind alle Gefühle erlaubt und willkommen, auch deine Wut!“ Dieses bedingungslose Angenommensein und das Zulassen von Gefühlen stellt eine wichtige Grundlage für das Erlernen des Umgangs mit eben diesen dar. Manchmal kann alleine der Satz „Ich verstehe, dass du wütend bist“ ein wütendes Kind beruhigen. So aufgefangen, können dann gemeinsam Handlungsmöglichkeiten besprochen werden.

Kinder, die über die Fähigkeit verfügen, Probleme zu lösen, trauen sich, diese gezielt anzugehen und kennen verschiedene Handlungswege. Um diese Kompetenz zu fördern, ist zunächst Zurückhaltung gefragt. Denn damit Kinder lernen, sich selbst etwas zuzutrauen, müssen dies zuerst die Eltern tun. Den Kindern kann, ihrem Alter entsprechend, ruhig etwas zugetraut werden. Sie können kleinere Aufgaben übernehmen. Die Fütterung eines Haustieres, das Aussuchen des Gewands, eine kleine Speise selber kochen – es gibt viele Wege, die Kinder miteinzubeziehen und zu ermutigen.

Selbstwirksamkeit „Ich bewirke etwas, und dieses Etwas ist sogar richtig gut.“ „Selbstwirksame Kinder kennen ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten“, so Leandra Vogt. „Sie sind in der Lage, Erfolge auf ihre Handlungen zu beziehen und wissen, welche Strategien sie anwenden müssen, um diese zu erzielen.“ Um diese Fähigkeit zu stärken, empfiehlt die Expertin den Einbezug der Kinder in die täglichen Abläufe. Kleine Arbeiten, die sie verrichten können, das Mitredendürfen bei der Gestaltung des Kinderzimmers, die Meinung der Kinder ernst zu nehmen, sind einige ihrer Empfehlungen. Auch ehrliche Anerkennung und Komplimente stärken die Selbstwirksamkeit.

Adaptive Bewältigungskompetenz „Ich kenne meine Grenzen!“ Diese Kompetenz beschreibt laut Leandra Vogt „die Fähigkeit, eine Stresssituation einschätzen zu können“. Sie dient den Kindern dazu festzustellen, ob sie eine Situation selbst bewältigen können oder ob sie Unterstützung benötigen. Um diese Kompetenz zu fördern, ist es besonders ratsam, gemeinsam mit den Kindern stressige Situationen zu reflektieren. So bietet sich zum Beispiel der Abend an, um den Tag Revue passieren zu lassen. Mit gezielten Fragen kann man die Kinder dazu anregen, bestimmte Situationen für sich selbst zu bewerten, um beim nächsten Mal von diesem Lerneffekt zu profitieren.

Beziehung und Freiheit: Eine starke Kombination Auch auf der sozialen Ebene gibt es Schutzfaktoren, die stärkend auf das Kind wirken. Die Zauberformel lautet hier ganz einfach „Beziehung und immer wieder Beziehung“. Jedes Kind braucht ein unterstützendes Erziehungsklima und stabile und sichere Bindungen. Beziehungen, in denen es ernst genommen wird und in denen auf Augenhöhe kommuniziert wird. Aus einer sicheren Bindung heraus kann das Kind wachsen und Flügel bekommen. Dazu bedarf es Eltern, Betreuungspersonen und Institutionen, die dieses Wachsen unterstützen, die dem Kind etwas zutrauen. Kinder brauchen erwachsene Bezugspersonen, die ihnen Freiheiten zugestehen und sie ermutigen, die Welt zu entdecken. Eine große Verantwortung für Eltern. Gewiss. Aber bei all der Theorie dürfen Eltern nicht vergessen, dass sie nicht nach Lehrbuch handeln müssen und können. Eltern dürfen Fehler machen, denn wie in vielen anderen Lebensbereichen kommt es auch bei der Entwicklung von Resilienz nicht so sehr auf Einzelhandlungen an, sondern auf die allgemeine Atmosphäre in den Beziehungen. Und auch das gehört zu Resilienz: sich selbst Fehler einzugestehen und zu verzeihen. Nicht immer perfekt sein zu wollen. So ist auch für Leandra Vogt eines der wichtigsten Tools in Bezug auf Resilienz unser eigener Blick in den Spiegel. „Liebevolle Bezugspersonen, die mit einem reflektierten und offenen Blick auf Augenhöhe dem Kind gegenübertreten und es in seiner Autonomieentwicklung begleiten, sind für unsere Kinder eine großartige Ressource.“ Und weiter: „Um die Resilienz unserer Kinder zu fördern, dürfen wir also vor allem schauen, wie es mit unserer eigenen aussieht.“

Den vielen Herausforderungen des Lebens begegnet Pippi mit fröhlicher Gelassenheit.

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Leben und wir

Leandra Vogt ist staatlich anerkannte Kindheitspädagogin (B.A.), zertifizierter Resilienzcoach, Dozentin, Autorin und Mutter aus Berlin. In ihrer Arbeit hat sie sich vor allem auf die individuellen Bedürfnisse von Müttern spezialisiert und gibt in ihrem „Club der starken Mütter“ wertvolle Impulse. leandravogt.de Eine Gastartikelreihe von Leandra Vogt zum Thema „Resilienz von Kindern“ findet man auf dem Jeannine Miks Blog „Mini and me“. www.mini-and-me.com

Interview

„In die eigene Kraft zurückfinden“ Viele Eltern versuchen ihre Kinder vor allen Widrigkeiten des Lebens zu schützen und räumen ihnen Schwierigkeiten aus dem Weg. Ist das die richtige Strategie? Leandra Vogt: Der Wunsch danach, sein Kind vor negativen Erlebnissen zu schützen, ist sicher verständlich, und bis zu einem gewissen Maße sehe ich dies auch als Teil unserer Aufgabe als Eltern an. Dennoch gibt es Momente im Leben, auf die wir keinen Einfluss haben: Der Tod eines geliebten Haustiers kann beispielsweise ein sehr dramatisches Erlebnis für Kinder darstellen. Verhindern können wir so etwas trotzdem nicht. Die Ergebnisse der Resilienzforschung zeigen uns, was wir dennoch tun können: Wir können unsere Kinder dabei unterstützen, im Vorhinein genügend Ressourcen aufzubauen, auf die sie zurückgreifen können, wenn es ihnen mal nicht gut geht. Was ist Resilienz? Resilienz ist eine Fähigkeit, die es uns erlaubt, trotz Stress und herausfordernden Situationen im Leben wieder in unsere eigene Kraft zurückzufinden. Ich finde die Bezeichnung des „Immunsystems der Seele“ von Monika Gruhl sehr treffend. So ergeben sich aus der Resilienzforschung verschiedene Faktoren bzw. „Vitamine“, die uns dabei unterstützen können, mit einer besonderen inneren Stärke durchs Leben zu gehen. Wie können wir als Eltern die Resilienz unserer Kinder stärken? Aus der Resilienzforschung gehen verschiedene, sogenannte Schutzfaktoren hervor. Diese umfassen zum

einen die personalen Eigenschaften und Fähigkeiten, die das Kind (und übrigens auch Erwachsene) dabei unterstützen, die innere Stärke zu kräftigen. Und zum anderen beschreiben sie sogenannte soziale Schutzfaktoren, welche sich auf die Bezugspersonen, das familiäre und das soziale Umfeld beziehen. Als Eltern haben wir also zum einen die Möglichkeit, genannte Eigenschaften und Fähigkeiten unserer Kinder zu unterstützen und zum anderen mit einem reflektierenden Blick auf uns selbst genau die liebevolle Bezugsperson für unser Kind zu sein, die es braucht. Was gehört in den „Werkzeugkoffer“ für eine starke Kinderseele? Aus den personalen Schutzfaktoren gehen die sogenannten „Sieben Säulen der Resilienz“ (nach Prof. Dr. Jutta Heller) hervor. Sie zeigen uns klar auf, welche Eigenschaften und Fähigkeiten es sind, die uns primär zu mehr innerer Stärke verhelfen: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Selbststeuerung, Verantwortung übernehmen, Beziehungen gestalten, Zukunft gestalten. Um diese Eigenschaften und Fähigkeiten zu fördern, gibt es viele Wege. Vor allem aber können wir unsere Kinder stärken, indem wir zulassen, dass sie gewisse Dinge selbst in die Hand nehmen. So können sie zum Beispiel ihre Zimmer selbst gestalten oder sich selbst aussuchen, ob und mit wem sie teilen möchten. So lernen sie, dass sie nicht das Opfer äußerer Umstände sind, sondern stets die Möglichkeit haben, etwas zu bewegen. Das aus meiner Sicht wohl wichtigste Tool ist unser eigener Blick in

den Spiegel. Liebevolle Bezugspersonen, die mit einem reflektierten und offenen Blick auf Augenhöhe dem Kind gegenübertreten und es in seiner Autonomieentwicklung begleiten, sind für unsere Kinder eine großartige Ressource. Um die Resilienz unserer Kinder zu fördern, dürfen wir also vor allem schauen, wie es mit unserer eigenen aussieht. Welche Rolle spielt dabei das Umfeld (Schule, Kindergarten etc.)? Das soziale Umfeld kann eine sehr große Rolle in Bezug auf die Resilienz unserer Kinder spielen. So kann es sowohl Schutz- als auch Risikofaktor sein. Wichtig für die Funktion als Schutzfaktor ist es, dass den Kindern in den sozialen Einrichtungen auf achtsamer Augenhöhe begegnet wird. Ein guter Betreuungsschlüssel mit liebevollen, reflektierten und gut ausgebildeten Pädagog(inn)en kann hier viel beitragen. Was ist, wenn Eltern sich selbst in einer Krise befinden und ein Problem oder Schicksalsschlag die ganze Familie betrifft? Egal, um wen es geht: Haben wir das Gefühl, einer Herausforderung nicht gewachsen zu sein, dürfen wir uns Hilfe holen. Die Fähigkeit, seine eigenen Grenzen anzuerkennen und sich die Unterstützung zu holen, die man braucht, gehört ebenfalls zu den Fähigkeiten und Eigenschaften resilienter Menschen. Der offene, lösungsorientierte Blick auf die Krise kann dabei helfen, sich weniger als Opfer zu fühlen und die Herausforderung bewusst anzugehen – in diesem Fall als Familie.

© Karolin Roegner / Motherhood Photography (1), MFA Film (1)

Sechs Fragen an Leandra Vogt

» Tommy und Annika: „Der Sturm wird immer stärker!“ Pippi: „Macht nichts. Ich auch!“ «

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Macht euch dreckig, Kinder! Schmutz ist gut! Unter diesem Motto wollten wir in der Tipi-Herbstausgabe von euch wissen: Bei welchen Outdoor-Aktivitäten dürfen sich eure Kinder auch mal so richtig dreckig machen?

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© Privat (6), Matt Observe / Matthias Obergruber (1)

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Kinder lieben es, sich schmutzig zu machen. Und ganz ehrlich: Warum auch nicht? Schließlich gibt es Waschmaschinen, die den Dreck aus der Kleidung im Nu wieder rauskriegen und Duschgel und Badewanne, die schnell wieder für saubere Kinderkörper sorgen. Außerdem: Schmutz ist sogar gesund für das Immunsystem! Er härtet ab, stärkt die kindlichen Abwehrkräfte und beugt Allergien vor. So leiden Kinder, die am Bauernhof mit Stall und Tieren aufwachsen, nachweislich seltener an Allergien und haben ein stärkeres Immunsystem als Stadtkinder. Wer sich viel an der frischen Luft bewegt, ist außerdem weniger anfällig für winterliche Krankheitserreger. Raus ins Freie Das lässt sich Familie Pichlmeier aus Oberösterreich nicht zweimal sagen: Im Winter geht’s für sie regelmäßig zum Skifahren, Snowboarden, Langlaufen und Walken ins Freie. Im Sommer kommt auch

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Schmutz gehört zum Leben mit Kindern einfach dazu. Das wissen auch unsere drei Gewinner-Familien, die sich je über einen Jahresvorrat von OMO freuen dürfen.

ordentlich Dreck ins Spiel: Beim Herummatschen im Garten bleibt oft kaum ein Stück Kinderhaut frei von Gatsch. Mama Hildegard nimmt’s gelassen: „Mit dem Gartenschlauch geht alles schnell wieder ab. Den Rest erledigt die Waschmaschine – und künftig OMO!“ Auch Familie Haselsteiner aus Tirol wirft oft die Waschmaschine an: Die 16-jährige Tochter Julia fährt gerne Trial und Ziesel im Outdoorpark und „liebt alles, was wild und schmutzig ist“, wie Mama Daniela berichtet. Kleidung von bald 6 dreckigen Kindern hat Familie Schwaiger aus Oberösterreich zu waschen. Felix (10), Moritz (7), Paul (5), Benjamin (4) und Esther (2) gehen am liebsten im Wald auf Spurensuche und machen Bachwanderungen in der Umgebung. Steine werfen, Stöcke sammeln, Dämme bauen ... wir sind uns sicher: Die 5 können ihrem Geschwisterl, das sich für Dezember angekündigt hat, so einiges in Sachen Outdoor-Action beibringen.

Nach der Outdoor-Action heißt’s raus aus dem Gwand und rein in die Maschine, denn jetzt kümmert sich das neue OMO um die Schmutzwäsche – mit + 30 % mehr Waschleistung pro Tropfen. Die Aktiv-Formel mit Flecklösekraft macht die Wäschevorbehandlung überflüssig und sorgt so für Zeit- und Geldersparnis. www.omo.at

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Von kleinen Lügen und großen Wundern Achtung, Spoiler: In diesem Artikel wird verraten, wer in der Weihnachtszeit die Geschenke wirklich bringt. Er erzählt von Opas, die zu Nikoläusen werden und von Eltern, die es mit der Wahrheit plötzlich nicht mehr ganz so genau nehmen. Sind diese Weihnachtsschwindeleien eigentlich okay? Immerhin ist Weihnachten auch die Zeit der Fantasie ... und in der ist ja bekanntlich alles möglich. von eva maria wagner Zum Nikolaustag legen sich die Eltern meines Mannes immer ganz besonders ins Zeug. Sie leihen sich ein Nikolauskostüm aus der Pfarre aus, stauben ihre alte Krampusmaske ab und bereiten die prall gefüllten Sackerln vor. Es wird erzählt, dass es zunächst einiger Überredungskunst vonseiten der Oma bedurfte, bevor sich der Opa das erste Mal in Schale warf. Mit der Zeit füllte der Mann mit der sonoren Stimme seine Rolle aber immer professioneller aus und erfreut seither seine Enkelkinder alle Jahre wieder aufs Neue (und zwar so wie auf dem Foto auf S. 30). Auch heuer werden sich die sieben Enkerln am Nikolaustag wohl wieder in drei Fraktionen aufteilen: Da gibt es die Drei- bis Vierjährigen, die glauben, dass der Mann mit dem weißen Rauschebart tatsächlich der echte Nikolaus ist. Die Sechs- bis Siebenjährigen, die bereits ahnen, dass der Opa in dem Kostüm steckt, aber noch daran glauben wollen, dass es der Nikolaus ist. Und die Zehn-

Schwester aufrechtzuerhalten. Mit eifrigem Einsatz geben sie jene Geschichten weiter, die wir ihnen vor einigen Jahren selbst erzählt haben. Darüber, dass das Christkind zu Weihnachten kommt, die Kerzen des Weihnachtsbaumes entzündet und die so lange ersehnten Geschenke bringt. Aber warum erzählen wir den Kindern diese Geschichten überhaupt? Woher stammen diese weihnachtlichen Symbolfiguren, Nikolaus und Christkind? Und dürfen wir Eltern unsere Kinder überhaupt so anschwindeln, oder setzen wir damit gar ihr Vertrauen in uns aufs Spiel?

bis Zwölfjährigen, die den vermeintlichen Mann aus Myra natürlich schon längst entlarvt haben, die aber das Spiel für die Kleinen noch gerne mitspielen. So ähnlich verhält es sich bei uns auch zu Weihnachten. Während meine jüngere Tochter Carla (4) mit roten Wangen vor dem Fenster sitzt und nach dem Christkind Ausschau hält, sind meine beiden großen Kinder Hannah (12) und Tobias (10) vor allem damit beschäftigt, den Zauber der Weihnacht für ihre kleine

Die Geschichte des Christkinds Die Suche nach Antworten auf all diese Fragen führt mich zunächst ins Mittelalter. Bereits damals wurde der Bischof von Myra, der im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei lebte, als Heiliger Nikolaus verehrt. Am 6. Dezember, dem Tag seines Todes, wurde es nach seinem Vorbild Tradition, Geschenke an die Kinder zu verteilen. Die Bescherung am Heiligen Abend gab es in der Form, wie sie heute üblich ist, noch nicht. Diese Tradition

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© Chris Benson/Unsplash (1), Pexels (2), rororo Verlag (1)

haben wir wiederum einem protestantischen Kirchenrebellen zu verdanken. Martin Luther lehnte die Heiligenverehrung der katholischen Kirche und damit auch den Heiligen Nikolaus ab. Weil auf das Schenken aber niemand verzichten wollte, ersetzte der Urheber der Reformation den Nikolaus durch den „heiligen Christ“ und verlegte die Beschenkung kurzerhand auf den 24. Dezember, den Vorabend der Geburt Jesu. Über die Jahre entwickelte sich die Bezeichnung „Christkind“, die sich zusehends verselbstständigte und heute nur mehr wenig Bezug zum Jesuskind aufweist. Die heutigen Vorstellungen davon, wie das Christkind aussehen könnte, sind unterschiedlich. Vom irgendwie geschlechtslosen Baby im weißen Nachthemd bis zur blondgelockten Engelsfigur ist alles dabei. Für Carla jedenfalls hat das Christkind ein lilafarbenes Kleid und Flügel, weil fliegen, ja fliegen kann es auf jeden Fall (siehe Bild auf S. 30). Weihnachtsmärchen oder Lügengeschichte? Die Geschichten und Bräuche rund um Nikolaus und Christkind haben also einen geschichtlich-religiösen Hintergrund. Sie werden seit Generationen weitergegeben und doch je nach Familie etwas unterschiedlich erzählt und gelebt. „Jede Familie entscheidet am besten selbst, woran sie glauben möchte und was für sie stimmt“, so Psychologin und Erziehungsberaterin Mag. Martina RammerGmeiner im Tipi-Interview. Von Anlügen würde die Expertin in diesem Zusammenhang aber nicht sprechen, eher davon, „den Kindern die Geschichten wie ein Märchen zu erzählen.“

BUCHTIPP Jan-Uwe Rogge & Angelika Bartram: Lasst die Kinder träumen. Warum Phantasie wichtiger ist als Wissen; rororo, € 10,30 Das magisch-fantastische Denken von Kindern ist die altersgemäße Form, die Welt zu begreifen und ihre Intelligenz zu entwickeln. Dieses Buch will Eltern dabei helfen, dass sie einen besseren Zugang zu dieser fantastischen Welt finden und die Möglichkeiten erkennen, die darin schlummern.

» Es ist eine altersgemäße Form von Intelligenz, mit der Kinder schöpferisch tätig sind, um ihre Umgebung, ihre Nah- und Umwelten zu begreifen. « Jan-Uwe Rogge Die meisten Eltern würden diesen Gedanken sicher wohlwollend unterschreiben, es gibt aber auch kritische Stimmen. In diversen Elternforen wird angeregt darüber debattiert, ob man seinem Kind zu Weihnachten Lügen auftischen sollte, einige Eltern fürchten die Enttäuschung ihrer Kinder. Auch so manche Fachliteratur greift das Thema durchaus kritisch auf. So schrieben zwei Psychologen im Fachmagazin „Lancet

Psychiatry“, dass es das Vertrauen der Kinder erschüttern könnte, wenn sie dahinterkommen, dass das alles nicht stimmt. Erziehungsexperte Jan-Uwe Rogge würde dem wahrscheinlich widersprechen. In seinem Buch „Lasst die Kinder träumen“ plädiert er dafür, die Welt vom Kind aus zu sehen und bricht eine Lanze für das magisch-fantastische Denken. Das magische Denken Es gibt in der Entwicklung von Kindern eine Phase, in der das sogenannte „magische Denken“ besonders ausgeprägt ist. Der Höhepunkt dieser fantasiereichen Zeit liegt zwischen dem dritten und dem fünften Lebensjahr, wobei manche Aspekte noch bis ins Volksschulalter mitgenommen werden. In diesem Alter ist die Fantasie der Kinder besonders reich, und schier alles scheint

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Mag. Martina Rammer-Gmeiner ist Psychologin und Erziehungsberaterin in Wien und Mutter von drei Söhnen. www.martinarammer-gmeiner.at

in der kindlichen Vorstellung möglich zu sein. Ob es das Krokodil unter dem Bett ist, die böse Hexe aus dem Märchen oder eben das Christkind, das die Geschenke bringt. „Kinder glauben gerne“, so Mag. Martina Rammer-Gmeiner. „Es gehört zum mystischen Denken einfach dazu und sollte die Eltern auch nicht verunsichern“, meint die Expertin. Auch Jan-Uwe Rogge schreibt in seinem Buch: „Das magisch-fantastische Denken stellt nichts Wirres, Irres oder Weltabgewandtes dar. Es ist eine altersgemäße Form von Intelligenz, mit der Kinder schöpferisch tätig sind, um ihre Umgebung, ihre Nah- und Umwelten zu begreifen.“ Kinder würden in Bildern denken, führt der Erziehungsexperte weiter aus. „Und diese vom Kind konstruierten Bilder können genauso wahrhaftig sein wie die Wirklichkeit, die das Kind umgibt.“ Wenn die Kinder älter werden So lügen Eltern, laut Experten, die Kinder nicht an, wenn sie ihnen die Geschichte von Nikolaus und Co. erzählen, sondern sie bereichern damit ihre Traumwelt. Die Kinder schaffen sich dann in der Weihnachtszeit ihre eigenen Fantasien, und irgendwann verlassen sie diese auch wieder. Mit dem Älterwerden lernen sie ganz von selbst die Zusammenhänge besser zu verstehen. Spannend zu beobachten ist allerdings, dass ältere Kinder schon oft Bescheid wissen und trotzdem noch an das Magische glauben wollen. Sie glauben sozusagen wider besseren Wissens, um für sich selbst das Maximum an Vorfreude in der Weihnachtszeit herauszuholen.

Interview

Dürfen Eltern ihre Kinder zu Weihnachten anlügen? Martina Rammer-Gmeiner: Ich würde hier nicht von anlügen sprechen, sondern davon, den Kindern eine Geschichte zu erzählen, die wie ein Märchen verpackt ist. Im Alter von vier bis fünf Jahren lieben die meisten Kinder Geschichten, Märchen und Mystisches. Sie haben noch ein magisches Denken, und die Fantasie spielt eine große Rolle. Und so wie sich Märchen für die Kinder mit der Zeit aufklären, klärt sich auch die Geschichte um das Christkind irgendwann ganz von selbst auf.

Wie begleitet man Kinder, wenn sie etwas zu früh die Wahrheit erfahren haben und sehr traurig darüber sind? Man könnte dem Kind sagen: „Du darfst trotzdem an das Christkind glauben. Komm, wir zeichnen es, und dann gibt es das Christkind für uns! Wir entscheiden uns gemeinsam dafür, an das Zauberhafte zu glauben.“ Jede Familie ist hier individuell, und auf diese Unterschiede kann man das Kind auch hinweisen. Es gibt eben nicht immer nur die „eine Wahrheit“, sondern das, was für die jeweilige Familie stimmt.

Kann der „Weihnachtsschwindel“ das Vertrauen in die Eltern erschüttern? Ich denke, Eltern können gelassen sein, wenn sie viel mit dem Kind sprechen und das Kind auch selbst wählen lassen, was es glauben möchte. Viele Kinder haben noch länger den Wunsch zu glauben, obwohl sie die Wahrheit schon kennen. Natürlich kommt es immer darauf an, was kommuniziert wird. Wenn dem Kind gesagt wird, dass es nicht hinterfragen darf und dass etwas so und nicht anders ist, dann kann das Vertrauen schon erschüttert werden.

Wie feiern Sie Weihnachten? Kommt bei Ihnen das Christkind? Nachdem meine Söhne schon 21, 12 und 10 Jahre alt sind, wird bei uns schon ohne das Christkind gefeiert. Für uns ist Weihnachten ein Familienfest, an dem wir sozusagen füreinander Christkind sind und uns gegenseitig beschenken. Früher hat das Christkind die Geschenke gebracht, und wir haben das immer mit einem Augenzwinkern gelebt, bis mein Sohn ein Preisschild an einem Geschenk entdeckte und die ersten Zweifel aufkamen.

© Pexels (2), Privat (3)

„Das Kind selbst wählen lassen, was es glauben möchte“

Und wenn der Glaube an das Christkind dann wirklich ein Ende hat? Laut einer Studie des amerikanischen Psychologen Norman Prentice, der über die Jahre Forschungen zum Thema Weihnachtsmann und andere imaginäre Figuren durchführte, erleben die Kinder das Herausfinden der Wahrheit als überwiegend positiv. Pst! Für alle, die es noch nicht wussten: Der Nikolaus wohnt in Freistadt, und das Christkind trägt ein lilafarbenes Kleid! Oder ist vielleicht doch alles ganz anders?

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» Viele Kinder haben noch länger den Wunsch zu glauben, obwohl sie die Wahrheit schon kennen. « Mag. Martina Rammer-Gmeiner Die selbst gewonnene Erkenntnis, dass sie aus edlen Motiven der Eltern heraus jahrelang angelogen wurden, wird offenbar sogar als Kompetenzgewinn wahrgenommen. Die Kinder sind stolz, dass sie hinter dieses unlösbare Geheimnis gekommen sind und werten es als Zeichen, dass sie jetzt schon groß sind. Diese Erfahrung teilen sicherlich Eltern, die schon beobachtet haben, wie das ältere Kind in sich hineingrinst, wenn das jüngere mit großen Augen vor dem Christbaum sitzt und Erklärungen dafür liefert, wie das Christkind die ganzen Geschenke hierhergebracht hat. Was man allerdings nicht tun sollte Die Geschichten rund um Christkind und Nikolaus sind für Kinder zusammengefasst also dann schön, wenn sie ihr magisches Denken bereichern. Wenn sie selbst auswählen können, wie diese Figuren in ihrer Fantasie agieren und nicht zuletzt dann, wenn sie diese Traumwelt von selbst wieder verlassen können. So wird die Glaubwürdigkeit der Eltern auch nicht erschüttert werden, wenn das Kind die Wahrheit herausfindet. Problematisch wird es dann, wenn Eltern den Schwindel um jeden Preis aufrechterhalten wollen, immer weiterlügen und scheinbare Beweise für die Existenz der Figuren liefern. Das könnte die Realitätswahrnehmung der Kinder tatsächlich verwirren. Auch Psychologin Martina Rammer-Gmeiner warnt davor, die Kinder nicht hinterfragen zu lassen. „Wenn Eltern den Kindern sagen, sie sollen die Existenz von Christkind und Co. nicht anzweifeln, dann könnte das Vertrauen in die Eltern verletzt werden.“ Besser sei es, immer im Dialog mit den Kindern zu bleiben und sie in ihren unterschiedlichen Entwicklungsphasen zu begleiten. Denn so wie der Glaube an das Christkind altersgemäß natürlich ist, ist es auch ein wichtiger Entwicklungsschritt, dass der Unterschied zwischen Wahrheit und Fantasie erkannt wird. Auch als Erziehungsinstanzen sollten Christkind, Nikolaus und Krampus nicht eingesetzt werden. Man sollte den Kindern nicht vermitteln, dass nur „brave Kinder“ Geschenke bekommen oder gar mit dem Krampus drohen. In diesem Fall riskiert man, dass die Kinder diese Figuren negativ besetzen oder sogar Angst vor ihnen bekommen. Und das soll am wenigsten der Sinn von Weihnachten sein. Nicht umsonst ist es ja vor allem ein Fest der Liebe und der Familie. Und wenn es das Christkind möglicherweise doch gibt, dann ist es bestimmt für alle da. Vielleicht auch ein bisschen für Mama und Papa …

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Wie sag ich’s meinem Kind:

Interview

von markus höller Soll man bereits ab einem sich abzeichnenden Jobverlust die Kinder „einweihen“ oder erst dann, wenn es so weit ist? Jasmin Mandler: Ein drohender Jobverlust bedeutet zunächst mal einen großen Einschnitt in das gewohnte Leben – vor allem für den betroffenen Erwachsenen. Der Wegfall des Einkommens, des geregelten Tagesablaufes, die Unsicherheit, wie es weitergehen wird und vieles mehr werden plötzlich zur Realität. Droht der Verlust des Arbeitsplatzes, sollten sich Eltern daher zunächst einmal Zeit für sich nehmen, um dies zu „verdauen“ und die damit zusammenhängenden Veränderungen abschätzen und begreifen zu können. Kinder merken rasch, dass etwas anders ist, dass Mama oder Papa angespannt, besorgt oder traurig sind und suchen nach Gründen dafür. Meist wird auch die Schuld bei einem selbst gesucht. Ein Gespräch über den drohenden Arbeitsverlust und die damit einhergehenden Veränderungen schafft Klarheit und gibt damit ein wenig Sicherheit. Kinder können sich damit eher auseinandersetzen und sind in der Folge besser darauf vorbereitet, wenn die Veränderungen eintreten und Realität werden. Ab welchem Alter begreifen Kinder überhaupt die Notwendigkeit von Arbeit als Garant für den Erhalt Lebensunterhalt? Etwa ab dem 5. Lebensjahr beginnen Kinder langsam ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass Geld notwendig ist, um bestimmte Güter zu erhalten. Meist werden sie in diesem Alter auch von den Eltern darüber aufgeklärt, dass es notwendig ist, arbeiten zu gehen, um Geld zu bekommen und dass dieses Geld dann von ihnen dafür verwendet wird, um bestimmte Dinge wie Wohnung, Essen, Auto etc. zu bezahlen. Kann man Kinder auf mögliche Begleiterscheinungen wie z.B. Depression vorbereiten?

Dinge, die vorher selbstverständlich gekauft werden konnten, werden plötzlich zu „Luxusgütern“ und bestimmte Familienaktivitäten wie Kinobesuche oder Urlaube selten. Oftmals schämt sich der betroffene Erwachsene, fühlt sich weniger wert und hat das Gefühl, weniger für die Familie leisten zu können. In der Folge können sich psychische Begleiterscheinungen, wie Selbstwertverlust, Angsterkrankungen, erhöhte Gereiztheit oder Depression zeigen. Dies hat auch Auswirkungen auf das Familienzusammenleben. Eine offene Gesprächskultur innerhalb der Familie, die es erlaubt, über seine Gedanken und Gefühle im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit zu sprechen, ist für alle Beteiligten besonders wichtig. Auch im sozialen Umfeld des Kindes kann die Arbeitslosigkeit eines Elternteils Auswirkungen haben, z.B. Stigmatisierung, soziale Ausgrenzung oder Mobbing. Macht es Sinn, die Kinder bei der Suche nach einem neuen Job einzubinden? Kinder sollte man nur in Maßen in die Suche nach einem neuen Job einbinden, da dabei die Gefahr besteht, dass Kinder die Verantwortung, „einen Job für Mama oder

Mag.a Jasmin Mandler ist Klinische und Gesundheitspsychologin für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern in Wien und arbeitet gemeinsam mit anderen Psychologinnen im PädagogischPsychologischen Zentrum PÄPSY. Gumpendorfer Straße 139/Top 1.04, 1060 Wien, www.paepsy.at

Papa finden zu müssen“ sehr ernst nehmen und sich diesbezüglich viel Druck machen. Vielmehr kann man Kinder darüber „am Laufenden halten“, wie die Jobsuche läuft, wann ein Vorstellungsgespräch stattfindet oder etwas Neues in Aussicht ist. Soll man Abholzeiten etc. an die neuen Gegebenheiten anpassen oder dem Kind den Tagesablauf erhalten, als ob nichts wäre? Da ein Jobverlust in der Regel sehr viele Veränderungen mit sich bringt, sollte versucht werden, die Tagesstruktur des Kindes möglichst aufrechtzuerhalten. Das gibt Orientierung und somit Sicherheit. Gleichzeitig kann versucht werden, dem Jobverlust auch „positive Aspekte“, wie mehr Freizeit, die gemeinsam mit dem Kind verbracht werden kann, abzugewinnen. So kann es schön sein, die Möglichkeit zu haben, das Kind etwas früher aus dem Kindergarten oder der Nachmittagsbetreuung abzuholen, um mit ihm in den Park oder auf den Spielplatz zu gehen.

© Julia Marschat – vielen herzlichen Dank!

Schwierige Themen – kinderleicht gemacht. Oder so leicht wie möglich. Diesmal in der Tipi-Serie: ein unerwarteter Jobverlust und folgende Arbeitslosigkeit. Wie das Kinder und Betroffene am besten gemeinsam überstehen, erklärt uns Psychologin Jasmin Mandler.

© Privat

Arbeitslosigkeit

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Bye-bye, Windel –

vielleicht schon diesen Winter Irgendwann hat die Windel einfach ausgedient. So auch bei diesen 3 Tipi-Leserfamilien, die im Rahmen des Cosy-Gewinnspiels je einen 2-Monats-Vorrat Cosy Unser Liebstes Toilettenpapier gewonnen haben. Hier berichten sie über ihren – noch aktuellen – Weg zur Windelfreiheit. Es gibt kein „richtiges“ Alter, aber es gibt verschiedene Anzeichen, die darauf hindeuten können, dass das Kind die Kontrolle über seine Blase gewinnt: Es weiß, wann seine Windel nass oder voll ist; es erkennt, dass es gerade Pipi macht oder – das sicherste Anzeichen: Es sagt, wenn es aufs Klo muss. Nur kein Stress! Diese Phase hat Familie Berger aus Oberösterreich bereits hinter sich. Ihr 4-jähriger Sohn Valentin geht tagsüber nämlich schon ganz routiniert aufs Klo, nur in der Nacht will es noch nicht so recht klappen. Die große Schwester hingegen war bereits mit knapp 2 Jahren Tag und Nacht trocken. Mama Natascha sieht das gelassen: „Nur nicht stressen! Jedes Kind hat es noch geschafft, sauber zu werden. Bei einem geht’s schneller, beim nächsten dauert’s länger. Aber es nützt nichts, das Kind zu stressen und unter Druck zu setzen.“ Dennoch hat die zweifache

Mutter Tipps parat: „Sehr motiviert hat Valentin ein Klo-Belohnungs-Poster. Nach jedem Mal, bei dem er von sich aus auf die Toilette gegangen ist, durfte er ein Pickerl draufkleben.“ Was er ebenfalls gerne gemacht hat: Bücher zum Thema anschauen, während er auf der Toilette saß. Klo-Lektüre Eine solche Lektüre steht auch bei Familie Nolde aus München an der Tagesordnung. Der Favorit von Sophie, Benjamin und dem bald 2-jährigen Jonas: das Klappbilderbuch „Welcher Po passt auf dieses Klo?“. Auf das Klo im Hause Nolde passen jedenfalls alle, denn: „Wir haben einen Toillettensitz mit eingebautem Babysitz besorgt. So hat Jonas das Gefühl, das Gleiche zu machen wie Mama und Papa“, berichtet Sophie. Außerdem setzt Familie Nolde auf Rituale: „Beim Aufstehen und Zubettgehen gehört das auf die Toilette Gehen ebenso dazu wie das Zähneputzen.“

Gut ausgestattet Ebenfalls auf dem Weg zur Windelfreiheit befindet sich Familie Sehnal aus Wien. Töpfchen und WC-Aufsatz stehen für den 19 Monate alten Johannes bereit, benutzen will er sie aber noch nicht so recht. „Anfangs war ihm sein kleines Töpfchen nicht geheuer. Mittlerweile spielt er lieber damit, als dass er sich draufsetzt“, erzählt Mama Jacqueline. Obwohl Johannes immer wieder auf die Toilette deutet, benutzt er derzeit dennoch lieber die Windel. Seine Eltern sind sich aber sicher: „Wenn er so weit ist, wird er auch auf die Toilette gehen. Bis dahin setzen wir ihn nicht unter Druck!“

Familie Berger aus Oberösterreich

Familie Nolde aus München

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Bereits seit über 60 Jahren ist Cosy Toilettenpapier „so weich, dass man es blind erkennt“ – und damit der perfekte Begleiter auf dem Weg zur Windelfreiheit.

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Leben mit Kindern in …

Tromsø

Zehn Jahre ist es her, dass Markus Eckerstorfer nach Spitzbergen gegangen ist. Was als Praktikum begann, endete mit einem Doktortitel. Heute lebt der Lawinenforscher mit seiner Frau und zwei Kindern in Tromsø, Nordnorwegen. Wie es ist, wenn Polarnacht und Mitternachtssonne den Lebensrhythmus bestimmen und was es mit dem norwegischen Friluftsliv auf sich hat, erzählt der 36-jährige Oberösterreicher in der neuen Tipi-Serie. von susanne sonnleitner

Als einfach und stressfrei bezeichnet Markus Eckerstorfer sein Leben in Tromsø. Und tatsächlich entbehrt seine Wohnsituation nicht einer gewissen Idylle: Markus wohnt in einem Reihenhaus mit Garten, den sich seine Familie mit drei weiteren teilt, etwa 100 Meter Luftlinie bis zum Strand. Zur Arbeit radelt er 20 Minuten durch den Wald, seine Frau Juni (spricht man Jüni aus) legt ihre Arbeitsstrecke in nur zwei Gehminuten zurück. Der Kindergarten von Sohn Finn, dreieinhalb Jahre, ist auch zu Fuß erreichbar. Mit eins in den Kindergarten Seit fünf Jahren lebt Markus nun in Tromsø. Als Geografiestudent kam er vor zehn Jahren zuerst nach Spitzbergen, wo er seine heutige Frau kennenlernte. Nach Abschluss seines Doktoratsstudiums erhielt er ein Jobangebot in der 70.000 Einwohner-Stadt in Nordnorwegen. Freundin Juni kam mit. Nach dem Reihenhaus kam Sohn Finn und 2017 die Hochzeit. Der nächste Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten. Im Sommer dieses Jahres kam Sohn Felix auf die Welt. Und da steht sie heute, die vierköpfige, norwegisch-österreichische Familie. Mit

Juni und Markus beim After Wedding Shooting im Februar 2018 am Fjord Ersfjorden, nur 25 Autominuten von ihrem Zuhause entfernt.

Baby Felix auf dem Arm, Sohn Finn an der Hand – beide Kinder werden zweisprachig erzogen – und Mama und Papa, die versuchen, Kinderbetreuung und Job unter einen Hut zu bringen. „Zurzeit ist Juni mit Felix in Karenz, und Finn geht ganztags in den Kindergarten. Im Februar werde ich meinen Teil der Karenz antreten. Dann wird Juni in Vollzeit in ihren Job als Ozeanografin zurückgehen“, fasst Markus die aktuelle Situation zusammen. Im Februar wird Baby Felix acht Monate alt sein. „Bei Bedarf bringe ich Juni dann den Kleinen zum Stillen in die Arbeit vorbei“, fügt Markus hinzu.

Was für österreichische Verhältnisse ungewöhnlich anmutet, ist in Norwegen normal. Die staatliche Karenzregelung bemüht sich um eine Gleichstellung der Geschlechter und sieht daher (verpflichtend) Karenzzeiten für beide Elternteile vor (siehe Kasten). Allerdings sind die Optionen hinsichtlich Karenzdauer mit maximal etwas mehr als einem Jahr wesentlich eingeschränkter als in Österreich. Daraus resultiert, dass Kinder in

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» Rund um Tromsø ist nichts außer Natur, dementsprechend sind unsere Freizeitaktivitäten den natürlichen Gegebenheiten angepasst. «

Machen trotz - 15 Grad Celsius eine gute Figur: Juni und Markus inmitten norwegischer Natur.

Norwegen mit rund einem Jahr außerhäuslich betreut werden. So wird es auch bei Felix sein. Nach der 15-wöchigen Karenz von Papa Markus wird die Familie die Zeit bis zum Kindergarteneinstieg im August mit unbezahltem Urlaub überbrücken. Markus freut sich auf die gemeinsame Zeit mit

seinem Sohn und hält es für wichtig, Zeit mit dem Kind auch ohne Mutter verbringen zu können. Felix’ Kindergarteneinstieg sieht er mit gemischten Gefühlen entgegen. Beim extrovertierten Finn war das kein Thema. Der marschierte am ersten Tag fröhlich rein und blickte nie wieder zurück. Wie es bei Felix sein wird, bleibt abzuwarten. Nach der Karenz wird auch Markus wieder in seinen Job zurückkehren. Der Familienvater arbeitet

für eine private Forschungsfirma, die eine Methode entwickelt, um Lawinen in Radarsatellitenbildern zu finden und zu kartieren. Daneben hat er eine 20 %Anstellung als Assistenzprofessor an der Universität auf Spitzbergen, die er – glücklicherweise – geblockt in Form von Intensivkursen ausüben kann. Zum wöchentlichen Pendeln wäre ihm die eineinhalbstündige Flugreise dann doch zu aufwendig. w i n t er 2018 /19 |

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Dass das Leben mit Kindern in Norwegen viel anders wäre als in Österreich, glaubt Markus nicht: „Rund um Tromsø ist nichts außer Natur, dementsprechend sind unsere Freizeitaktivitäten den natürlichen Gegebenheiten angepasst. Sei es mit den Skiern oder dem Pulk, dem Fahrrad oder den Wanderschuhen – wir sind viel draußen unterwegs und wollen unsere Liebe zur Natur auch unseren Kindern vermitteln.“ Das machen übrigens die allermeisten Norweger/-innen so, es entspricht der Idee des skandinavischen Friluftsliv – dem Freiluftleben. An Schlechtwettertagen – und davon gibt es viele in Norwegen – trifft sich die Familie gern mit Freunden im Café in der Stadt. Überhaupt entkommt Markus mit seiner Familie gerne dem norwegischen Sauwetter. Auch wenn sie von November bis Mai Schnee haben: Der Regen spült diesen allzu oft leider wieder weg. Da kommt das Ferienhaus von Junis Eltern im sonnigen Portugal nur gelegen. Das große Haus hat sich mittlerweile zum Familien- und Freundestreffpunkt entwickelt. Dass im Juli und August hingegen die Sonne gar nicht untergeht, ist eine weitere norwegische Eigenheit, an die sich der

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Leben und wir Oberösterreicher nur schwer gewöhnen kann. „Normalerweise ist ein typischer norwegischer Sommertag bewölkt, und es hat 15 Grad Celsius. Aber dieses Jahr hatten wir viele wolkenlose Sommertage, was zur Folge hatte, dass die Sonne wirklich 24 Stunden am Tag durchs Fenster glotzte. Wenn man dann um 22 oder 23 Uhr abends bei strahlendem Sonnenschein ins Bett gehen soll, schlägt sich das halt schon auf den menschlichen Biorhythmus“, so Markus. Die Polarnächte im Winter erlebt der Jungvater hingegen als nicht so einschneidend. „Auch in Österreich ist es dunkel, wenn man im Dezember frühmorgens das Haus verlässt und abends nach Hause kommt“, meint er, „hier tragen die Kinder untertags halt Reflektorwesten, wenn sie im Schnee spielen. Und es ist ja nicht stockdunkel. Im mittäglichen Dämmerlicht könnte man draußen immerhin noch Zeitung lesen.“ Neben dem Kindergarten gibt es für norwegische Kinder noch viele weitere frühkindliche Freizeitangebote. Das Fotoshooting am Ersfjord. Mutter und Kind tragen aufgrund der eisigen Wetterbedingungen Überziehspikes.

Die Norweger/-innen gelten seit jeher als naturverbundenes Volk. Hinter dem Begriff Friluftsliv (Freiluftleben) verbirgt sich ein Lebensstil, der typisch für die skandinavischen Länder ist. Vor allem die Schweden und Dänen setzen aber Friluftsliv heute zunehmend mit Outdoor-Aktivitäten gleich, obwohl der Begriff ursprünglich auch eine philosophische, biologische, spirituelle und soziale Dimension besitzt. Das Selbstbild der Skandinavier als naturliebende Menschen geht zum einen auf die unendlichen, großteils unbevölkerten Landstriche zurück, die diese Länder gemeinsam haben. Selbst Städter hatten schon immer raschen Zugang zur unberührten Natur. Zum anderen gilt in Schweden und Norwegen das Jedermannsrecht, das jedem das Recht auf Nutzung der Wildnis und sogar von privatem Landeigentum einräumt. Friluftsliv in seiner ursprünglichen Bedeutung meint eine tiefe Verbundenheit mit der Natur, die in der Menschheitsgeschichte verwurzelt ist, den ursprünglichen, biologischen Lebensstil im Einklang mit der Natur. Heute populäre Outdoor-Aktivitäten können einen solchen Lebensstil befördern, müssen es aber nicht zwangsläufig. So ist es etwa nicht im Sinne des Friluftsliv, Landschaften mit mo-

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NACHGEFRAGT: WARUM SIND DIE NORWEGER/-INNEN SO GERNE IN DER NATUR?

Sohn Finn an einem der zahlreichen weißen Strände in Nordnorwegen. An warmen Sommertagen sonnen sich die Leute hier gerne. Besonders Hartgesottene wagen sich ins kühle Nass (die Wassertemperatur liegt bei unter 10 Grad Celsius). torisierten Vehikeln zu erkunden, da diese die Natur nicht respektieren, sondern zerstören. Weder meint Friluftsliv die Plünderung natürlicher Ressourcen, wie das Pilzesammeln, noch die Natur als Arena für touristische Angebote.

Wer Friluftsliv als Philosophie lebt, entwickelt sich persönlich weiter und lernt Überlebenstechniken. Die soziale Komponente ist dabei wesentlich. Dazu gehören gemeinsame Erlebnisse mit Freunden, etwa das Sitzen rund ums Lagerfeuer, das gemeinsame Reisen, das Teilen von Erfahrungen und das Voneinanderabhängig-Sein. All das führt zu einem umfassenden Glücksgefühl und mentaler Stärke. Quelle: Gelter, Hans: Friluftsliv: The Scandinavian Philosophy of Outdoor Life. Canadian Journal of Environmental Education No 5. 2000.

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Leben und wir ist ähnlich wie in Österreich. Kurse wie Kinderturnen oder Schwimmen finden in Norwegen am späten Nachmittag statt. „Neben diesen Terminen muss man hier auch seine sozialen Verpflichtungen unterbringen, denn die ‚Vereinsmeierei‘ wird in Norwegen großgeschrieben. Es gibt dafür sogar ein eigenes Wort. ‚Dugnad‘ bezeichnet das (selbstverständliche) freiwillige Engagement von Eltern“, erklärt Markus. Ob Kuchenbacken, das Sammeln für den Fußballverein oder die gemeinschaftliche Aufräumaktion im Kindergarten ... sich dem zu entziehen, das geht nicht. „Aber ich muss ja nicht immer der Erste sein, der sich freiwillig meldet“, schmunzelt Markus.

KARENZMODELLE UND KINDERBETREUUNG Partnerschaftliche Aufteilung der Elternkarenz ist Norwegen schon seit Jahrzehnten ein großes Anliegen. So führte Norwegen als erstes Land eine „Väterquote“ ein. Demnach war bereits 1993 ein gewisser Anteil der (gut bezahlten) Karenz ausschließlich dem männlichen Elternteil vorbehalten. Dass sich diese Entwicklung auch heute fortsetzt, ist eine logische Konsequenz. Grundsätzlich gibt es zwei Karenzmodelle in Norwegen: Eltern wählen zwischen 49 Wochen bei vollem Lohnausgleich und 59 Wochen bei 80-prozentigem finanziellem Ausgleich. Von diesem Zeitraum sind je 15 Wochen für die Mutter und für den Vater reserviert und drei Wochen Mutterschaftsurlaub für die Zeit vor der Geburt vorgesehen. Für die Restdauer (16 bzw. 26 Wochen) können Familien individuell entscheiden, ob Vater oder Mutter in Karenz gehen. 90 % der Väter machen von ihrem Recht Gebrauch und nutzen die für sie vorgesehene Karenzzeit in vollem Ausmaß oder teilweise. Familien, in denen Väter nicht in Karenz gehen, wird die Karenzzeit entsprechend gekürzt.

Diese für österreichische Verhältnisse kurzen Karenzzeiten führen dazu, dass Väter wie Mütter nach spätestens einem Jahr wieder in den Beruf zurückkehren. Weiters hat das norwegische Modell eine relativ hohe Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt zur Folge, gehen doch 76 % der Norwegerinnen einer Erwerbstätigkeit nach. Kinder kommen mit rund einem bis eineinhalb Jahren in den Kindergarten. Jedes Kind, das einen Platz benötigt, bekommt auch einen. Dies wird vom Staat gewährleistet. Der Einstieg in den Kindergarten ist nur im August möglich. Kinder, die vor einem bestimmten Stichtag geboren werden – in Tromsø ist das der 30. November – haben im darauffolgenden Jahr Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Kinder, die in den Wintermonaten oder im Frühjahr geboren werden, sind also entsprechend älter, wenn sie in den Kindergarten kommen. Eltern überbrücken diese Zeiten oft mit (unbezahltem) Urlaub.

Auch wenn Markus mit dem norwegischen Wetter nach wie vor auf Kriegsfuß steht, hat er viele andere liebenswerte Züge von Land und Leuten zu schätzen gelernt. Nicht mehr missen möchte er die „gesunde Work-Life-Balance“, die die Norweger/ -innen für sich entdeckt haben. Die meisten gehen um 16 Uhr von der Arbeit nach Hause. Hinzu kommt, dass die Leute tendenziell „freundlicher und hilfsbereiter sind als die Österreicher/-innen und eine positive Aussicht auf das Leben mitbringen“. Liebenswertes kann der Wahlnorweger aber auch seiner alten Heimat abgewinnen. „Ich vermisse die österreichische Gastfreundschaft“, sagt er. „Wenn man in Norwegen wo eingeladen ist, wird selten ordentlich aufgetischt. Das beschränkt sich hier oft nur auf eine Tasse Kaffee.“ Spaziergang im Grüngebiet von Tromsø. Finn trägt ein Futtersäckchen für die Wasservögel am nahe gelegenen See mit sich.

© Stephan Vogel (1)

Ferienhäuser. Auch Junis Eltern haben zwei davon, in den Bergen und am Fjord, die auch uns zur Verfügung stehen. Die Kinder lieben es, inmitten der unberührten Natur Boot zu fahren, zu fischen oder Krabben zu fangen.“ Das gehört zum skandinavischen Leben einfach dazu.

© Privat (1)

Krabben fangen in Südnorwegen Und wie geht es weiter mit der multikulturellen Jungfamilie? Mittelfristig wollen die vier nach Bergen nach Südnorwegen ziehen. Dort leben viele ihrer Freunde und Junis Eltern. Und dort haben die Kinder die Möglichkeit, das echte norwegische Friluftsliv zu erleben, wie Markus erklärt: „Die Wochenenden und Urlaube verbringen die Norweger am liebsten in Hütten. Meist sind das riesige, voll ausgestattete

Familienfoto vor dem Ferienhaus in Salema, Portugal, Anfang November 2018

Quelle: Norwegian Ministry of Children and Equality

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Leben und wir

THE LONG AND WINDING ROAD

© Unsplash (2)

Ist ein Song der Beatles, in dem es höchstwahrscheinlich – man weiß es nicht genau – um die verschlungenen Pfade der Liebe geht. Vielleicht geht’s in diesem Song aber auch um den langen, verhedderten Weg zu einem perfekten Weihnachtsfest? Das Leidende, Melancholische und süßlich Bittere in diesem Song lässt diesen Schluss beinahe zu. Gibt es überhaupt ein perfektes Weihnachtsfest? Und wie komm ich dahin? von peter draxl November. Sobald inmitten eines astreinen Indian Summer mit Außentemperaturen von knapp 20 Grad Celsius die ersten Naschereien oder gar Dekorationsteile in den Supermärkten auftauchen, die Richtung Weihnachten abzielen, krieg ich Angst. Was zur Hölle ... Es ist bacherlwarm draußen, die Sonne scheint, grade mal Ende Oktober, und ihr räumt schon die Christbaumkugeln plus Schokosterne mit Bananenfüllung hervor? Warum? Lasst euch doch bitte zumindest ein Monat länger Zeit oder zumindest noch zwei Wochen. Es reicht doch, wenn die ersten Punschstände oder Maronibrater Ende November aufsperren. Wie sieht denn das aus, bitte: Man steht bei einem Maronistand, im kurzärmligen T-Shirt und hat vor seinem geistigen Ohr schon „Stille Nacht“ in der Birne ablaufen? Das GEHT doch nicht. Hier hilft eindeutig Ignoranz. Konsequent wegsehen. Alles ausblenden, die Gedanken säubern von all den grauenhaften Bildern, die sofort aufblitzen wollen: Überfüllte Kaufhäuser voll geschmackloser Weihnachtsdekoration. Vollgepfropfte Spielzeugregale mit Gelumpe, das im Leben kein Kind der Welt ernsthaft haben will. Die Einkaufsstraßen voll von Kaufwütigen, die mit leeren Augen und überladenen Einkaufstaschen wie Zombies durch die Straßen zotteln. Auf allen Fernsehkanälen laufen viel zu früh, viel zu intensiv, viel zu häufig weihnachtsgetunkte Werbespots Ende nie. Aus den Bäumen in den Stadtparks wachsen urplötzlich Lichterketten, über den Straßen baumeln

überdimensionale Leuchtsterne, Leuchtkugeln, Leuchtrentiere, Leuchtpandabären … weiß der Teufel – Hauptsache irgendwas, was leuchtet. Und wir reden immer noch von November. ANFANG November. Dann bricht allerdings schon der nächste Gedankentsunami über einen herein, man besinnt sich vergangener Weihnachtsfeste: Die gesamte Familie versammelt um einen überdimensionalen Weihnachtsbaum, der sich für seinen Behang selbst schon schämt. Menschen, die angeblich mit einem verwandt sind, die man aber eben nur genau am 24. Dezember zu Gesicht bekommt, wuseln um einen herum; Geschwister, die sich 364 Tage aus dem Weg gehen, weil sie sich am liebsten die Köpfe einschlagen möchten, spielen gesellige Freundlichkeit; der jetzt schon besoffene Großonkel vierten Grades heult entweder noch vor Rührseligkeit oder erzählt schon dreckige Witze; ein Gabentisch, der übergeht vor sinnlosem, aber schön verpacktem Müll; aufgeregte, schreiende, hysterische Kinder, die es nicht mehr erwarten können, den Geschenkeberg zu stürmen; ein überzogenes 6-Gänge-Menü, das eigentlich keiner haben wollte; gezwungen freundliche Konversationen, und jeder denkt nur: Alkohol, mehr Alkohol. So. Diese Gedankenberge gilt es sofort aus dem Hippocampus zu löschen. Historisch betrachtet ist die Weihnacht ein alter heidnischer Brauch, wie so ziemlich alle

Bräuche unserer Zeit, die Konzerngiganten als Vehikel benutzen, um uns das Geld aus dem Säckel zu ziehen. Am 25. Dezember zündete der Heide jede Menge Lichter an, um andächtig den Sonnengott Sol zu ehren. Nachdem der Ungläubige mit Liturgie nichts am Fellmützchen hatte, aber ein geselliger Mensch war, lud er gerne Christen zu diesem Fest ein, die mangels Orientierung dem Angebot wohlwollend Folge leisteten. Jahr für Jahr mehrte sich die Schar der Christen, die dem heidnischen Brauch folgten, und dies blieb in Rom natürlich nicht unbemerkt. Nachdem zuvor drei Jahrhunderte lang gestritten wurde, wann denn nun der Messias tatsächlich zur Welt gekommen war, beschlossen Konstantin der Große und Papst Julius I.: Aus jetzt, wenn ihr alle ohnehin schon gemeinsam saufen geht, verfügen wir jetzt: Der 25. Dezember ist die Geburt Jesu und die wird gefeiert. Egal, was Johannes, Paulus, Clemens von Alexandria oder Julius Afrikas auf ihre Papyrusrollen an Daten gekritzelt haben – jeder nämlich komplett andere, da kennt sich doch keine Sau mehr aus, ergo ... Beschluss: 25.12. Christtag. Was haben wir daraus gemacht? Wollen wir unseren Wahnsinn tatsächlich weiter so durchziehen? Wohl kaum. Gibt es ein perfektes Weihnachten überhaupt, und wie soll das aussehen? Offen gesagt, ich habe keine Ahnung. Weihnachten ist das, was man daraus macht, es ist so individuell wie wir Menschen selbst. Vorschlag: Besinnen

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Ich glaube, wenn man sich aus dem Kollektiv und dem Konsumwahnsinn befreit hat, ist man auf einem guten Weg zu einem schönen Weihnachtsfest. Die Frage, wo und mit wem will ich Weihnachten verbringen, muss jeder für sich selbst beantworten. Es allen recht machen zu wollen, geht ohnehin nicht, also warum mache ich es mir nicht selbst recht und verbringe den Weihnachtsabend genau dort, wo ich ihn verbringen will mit exakt den Menschen, die ich um mich haben will. Warum muss man sich zu opulenten Familienveranstaltungen zwingen, wenn man ohnehin weiß, es tut einem nicht gut. Warum muss man jedem eigentlich irgendwas „kaufen“ zu Weihnachten, warum werden Kinder mit Spielzeug überhäuft – und verlieren dadurch jeden Bezug zu echter Wertschätzung? Warum muss man jeder Punschtrinkeinladung Folge leisten und sich die Birne wegknallen? Das hat doch überhaupt nichts mit der stillen Jahreszeit und Weihnachten an sich zu tun. Warum streiten Patchworkfamilien, wo die Kinder gefälligst Weihnachten zu feiern haben? Das sollen die Kinder selbst entscheiden, Kinder hören nämlich noch auf ihr Herz, sie wissen, wo es schlägt und was es ihnen zu sagen hat. Wir Erwachsene, mit unserem Intellekt, unserer Bildung, in unseren Hamsterrädern, mit all unserem Hab und Gut und zugedröhnt von einer beängstigend dichten Informationskultur, haben es doch schon längst verlernt. So „long und winding“ ist die Road gar nicht. Es sind zwei Monate – November und Dezember –, in denen wir bewusst wieder lernen können, auf unser Herz zu hören. Frohe Weihnachten!

macht

Wieso machen wir das denn heute nicht auch so? Sobald das Wetter trüb und kalt wird, ziehen wir uns doch zurück in unser Heim und zu den Menschen, die wir lieben. Man macht es sich gemütlich, die Witterung lädt einen doch herzlich dazu ein. Lichterketten aufgehängt, warme Kuscheldecken, Kerzen anzünden, Tee kochen, ein gutes Buch lesen oder einfach nur mal die Ruhe genießen. Stille. Kein Fernseher, kein Smartphone, kein Notebook, kein Tablet, keine Nachrichten, kein Netflix. Nada. Nothing. Niente. Nichts. Man denkt ein wenig nach

über das vergangene Jahr und stellt sich die eine oder andere Frage: Wo stehe ich im Leben, wie war das Jahr für mich, was ist mir wichtig, wo bin ich stolz auf mich, WER ist mir wichtig, hab ich demjenigen das auch ausreichend gezeigt und ihm Zeit geschenkt? Wie geht es mir mit den Menschen in meiner Umgebung – wer tut mir gut und wer tut mir in Wahrheit nicht gut? Hab ich mich um mich selbst und um mein Wohl, meine Freude und meine Freunde gekümmert? Wen habe ich verletzt, den ich um Gottes willen nicht verletzen wollte, wo habe ich mir selbst geschadet anstatt auf meine Grenzen und meine Werte zu achten, was sind überhaupt meine Werte, was ist mir wichtig? Welchen Weg habe ich eingeschlagen und ist es der Weg meines Herzens – oder bin ich dem Trugbild sozialer Normen und Dogmen zum Opfer gefallen? Was will ich denn eigentlich? Und die wichtigste Frage überhaupt: WIE GEHT ES MIR? Rückzug, Einkehr, Innenschau.

TEILEN

wir uns doch schlicht auf unsere Kultur, Herkunft, auf unsere Geschichte, auf alte Traditionen, die ihren Grund haben. Hatten. Lang vor der sogenannten zivilisierten Welt wussten die Menschen mehr über sich selbst, lebten im Einklang mit der Natur, den Jahreszeiten und hingen sicher nicht vier Stunden pro Tag am Smartphone. Die stille Jahreszeit begann mit dem Fest der Toten, Halloween, man verabschiedete sich, ließ die alten Dämonen und Geister nochmals aufleben, sagte in Ehren adieu, um Platz für Neues zu schaffen. Die Tage wurden kürzer, grau, nebelig, kalt. Man zog sich mehr und mehr in seine Behausung zurück, in die warme Stube, zu den Menschen, die einem wichtig waren und lebte von all dem, was man das ganze Jahr über erwirtschaftet und geerntet hatte.

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Leben und wir

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&

Leben und wir

mach mit

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Kaum hat man den positiven Schwangerschaftstest in der Hand, geht die Planung auch schon los: Welcher Kinderwagen ist der sicherste, welche Babytrage die praktischste, und wie soll das Kinderzimmer eingerichtet werden? Zumindest auf letztere Frage hätten wir und Kidsmill eine Antwort.

gewin n!

EIN EIGENES, KLEINES REICH Zugegeben, die ersten Monate verbringt der Familien-Neuzuwachs wenig Zeit im eigenen Zimmer. Trotzdem: Für kaum was wenden werdende Mamis mehr Zeit auf als für die Planung des perfekten Kinderzimmers. Damit auch wirklich alles bestens vorbereitet ist, wenn das Baby dann da ist – Stichwort Nestbautrieb –, werden Mobiles gebastelt, Wände in zarten Farben bepinselt, Wasseradern ausgependelt, Fotocollagen erstellt ... und neue Möbel gekauft.

Dass dabei auch das Design nicht zu kurz kommt, beweist etwa das Kinderzimmer Sixties. Inspiriert vom namensgebenden Jahrzehnt sorgen die abgeschrägten hellen Füße aus Eichenholz, das schnörkellose, klare Design und die schlichten, grifflosen Fronten für wundervolles Flair im angesagten Scandi-Look – minimalistisch, 40 | w i n t er 2018 /19

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Hochwertige Qualität, moderne Verarbeitung, Benutzerfreundlichkeit und cooler 60er-JahreLook. Das Kinderzimmer Sixties von Kidsmill überzeugt auf ganzer Linie.

cool und mit dem gewissen Extra. Das Sixties-Kinderbett ist ein echter Eyecatcher. Und dabei auch praktisch: Die Liegefläche lässt sich auf drei verschiedene Höhen einstellen; dank mitgeliefertem Umbauseitenteil kann es später, wenn das Kind ins größere Bett übersiedelt, in ein Sofa umgebaut werden. Ebenso umbauen lässt sich die Wickelkommode: Der mitgelieferte Wickelansatz verlängert die obere Fläche und ermöglicht so ein gemütliches Windelwechseln für alle Beteiligten. Eine Tür und zwei Schubladen, die sich mit dem „Push Open“-System praktisch öffnen lassen, bieten Zugriff auf ausreichend Stauraum für Wechselkleidung, Windelvorrat, Wickelzubehör und Co. Noch mehr Platz hat man

© Kidsmill

Neben einer Wickelkommode und einem Kleiderkasten sollte im neu gestalteten Babyparadies auch ein Bett stehen, auch wenn das Baby die erste Zeit vermutlich noch im elterlichen Schlafzimmer schlafen wird. Schöne Rundumlösungen bietet der niederländische Hersteller Kidsmill, der in seinen Möbeln funktionales Design und hervorragende Qualität vereint. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Sicherheit des Kindes gelegt. So finden sich bei Kidsmill-Möbeln keine ausstehenden oder scharfen Kanten, und sämtliche verwendeten Materialien sind gesundheitlich unbedenklich.

im zweitürigen Kleiderschrank, der ebenso mit dem „Push Open“-System geöffnet und sanft geschlossen wird und in dessen Inneren sich fünf Fächer und eine Kleiderstange befinden.

AU F D E N G E S C H M AC K G E KO M M E N ? Dann haben wir an dieser Stelle gute Neuigkeiten: Wir verlosen ein Kinderzimmer Sixties von Kidsmill, bestehend aus Kinderbett, Kommode, Wickelansatz und Kleiderschrank, im Gesamtwert von ca. € 2.050,–. Mitmachen ist ganz einfach: Schick ein Mail an gewinn@tipimagazin.at und schreib uns, wer künftig im neuen Kinderzimmer übernachten soll (Einsendeschluss: 31.01.2019).

www.kidsmill.de 22.11.18 14:00


www.sonypictures.at

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Mama & Baby Des Vaters neue Rolle • Durch den Winter tragen • Bestens vorbereitet Komfort-Kinderwagen

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© Hersteller

Im neuen Maxi-Cosi Lila Kinderwagen fühlen sich Babys besonders geborgen und sicher – fast so wie in Mamas und Papas Armen. Dafür sorgen der integrierte Nap Keeper, der vor Sonne und Insekten schützt, die klimaregulierende Wendematratze sowie der ergonomische ShapeOfYou Sitzverkleinerer, der Neugeborene in einer optimalen und gesunden Liegeposition hält. Auch der Komfort für die Eltern kommt dabei nicht zu kurz: Praktische Features wie der Ein-HandKlappmechanismus, der wandelbare Sitzeinhang und der herausnehmbare Einkaufskorb bieten höchste Flexibilität. Erhältlich in 5 verschiedenen Farben um € 649,90. www.maxi-cosi.de

Zahnungshilfe Schon mal auf eine Fledermaus gebissen? Oder auf ein Einhorn? Neugierige können das jetzt nachholen, vorausgesetzt, das Baby lässt die Beißringe von Konges Sløjd aus den Fingern. Hergestellt aus 100 % Naturkautschuk. Um € je 13,30 bei kyddo.shop

Alles im Öl

Warm und sicher

Was Baby guttut, kann auch für Mama nicht verkehrt sein. Und so gibt es das Babyöl von Alma Babycare jetzt auch in einer limitierten Mom Edition samt neuem Design. Der Duft und die Rezeptur aber bleiben altbewährt: Milde Öle von Mohn, Aprikosen- und Avocadokernen schützen empfindliche Haut, Ringelblumenextrakte wirken beruhigend. Biozertfiziert und handgemacht in Wien, um € 32,–. www.almababycare.com

Den Komfort in Mamas Bauch vermissen Babys in den ersten Lebenswochen oftmals am meisten, vor allem beim Schlafen. Hier kommt das Babynest von Träumeland ins Spiel: Es ist Mamas Bauch nachempfunden und bietet kleinen Schützlingen die gewohnte Geborgenheit. Ein gesundes Schlafklima garantiert der Oberstoff, der zu 70 % aus der Naturfaser TENCEL besteht. Erhältlich ab Jänner 2019 um € 99,99. www.traeumeland.de

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Mama & Baby

Großer Wurf Würfel auf die richtige Seite gedreht, Baby daneben platziert – knips! Schon ist das Foto fürs Erinnerungsalbum im Kasten. Die Milestone Babywürfel sind ideal, um das Größerwerden des Kindes (und das geht ja sooo schnell!) in Tagen, Wochen, Monaten und Jahren festzuhalten. Auf einem vierten Würfel sind kleine zusätzliche Botschaften eingebaut. Um € 19,95. www.elementsforkids.de

Alles dabei! Praktisch & süß Bär, Hirsch und Reh sorgen künftig dafür, dass Babys sich schnell wieder beruhigen. Die Air Night-Schnuller der Wiener Babyartikelmarke MAM liegen perfekt im Mund und sind dank ihrer großen Luftlöcher extra luftdurchlässig und dadurch besonders hautschonend. Besonders praktisch: Die süßen Nuckel leuchten im Dunkeln und lassen sich so in der Nacht einfach und rasch wiederfinden, ohne das Baby zu wecken. Im Doppelpack um € 7,50. www.mambaby.com

Fläschchen, Wickelunterlage, Windeln, Feuchttücher, Wechselgewand … an alles zu denken und dann noch kompakt, aber übersichtlich einzupacken, ist gar nicht so einfach. Der Mini-Rucksack The Take Along von Ergobaby bietet nicht nur Platz für alles, was das Babyherz begehrt, sondern sieht dabei noch besonders stylisch aus. Um € 69,90. www.ergobaby.de

Gemeinsam gegen Tetanus

PROMOTION

Wie jede Mutter wünscht sich auch Enie van de Meiklokjes für ihre Kleinen ein gut behütetes und gesundes Leben ab dem ersten Tag. Um auch anderen den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen, setzt sie sich als diesjährige Aktionsbotschafterin von Pampers für UNICEF im Kampf gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen ein. In 14 Ländern* stellt Tetanus für Frauen im gebärfähigen Alter und ihre ungeborenen Kinder immer noch eine Bedrohung dar. Weltweit sterben jährlich 34.000 Neugeborene** innerhalb des ersten Lebensmonats an den Folgen der Infektionskrankheit. Unzureichende medizinische Versorgung, mangelnde Aufklärung und unhygienische Bedingungen bei der Geburt erhöhen das Risiko, sich mit Tetanus anzustecken. Bereits seit 2006 unterstützt Pampers die Anstrengungen von UNICEF, Tetanus als Todesursache weltweit zu besiegen. Auch dieses Jahr spendet Pampers unter dem Motto „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“*** für jede Packung Windeln, die bis Ende Dezember verkauft wird, den Gegenwert einer Impfdosis. Die diesjährige Aktionsbotschafterin Enie van de Meiklokjes reiste im Sommer nach Kenia, um sich ein Bild von den Fortschritten im Kampf gegen die Infektionskrankheit zu machen. Tatsächlich erreichte Kenia dieses Jahr einen wichtigen Meilenstein: Der ostafrikanische Staat erhielt den Eliminierungsstatus der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das heißt, dass pro tausend Lebendgeburten weniger als ein Fall von Tetanus auftritt. „Geburten finden aber immer noch häufig zu Hause unter unhygienischen Bedingungen statt.“, berichtet Enie van de Meiklokjes von ihrer Kenia-Reise. „Wenn die Nabelschnur zum Beispiel mit * Afghanistan, Angola, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Jemen, Mali, Nigeria, Pakistan, Papua-Neuguinea, Sudan, Südsudan, Somalia,Tschad, Zentralafrikanische Republik ** Basierend auf der Child Health Epidemiology Reference Group (CHERG) von WHO und UNICEF (Lancet, Dezember 2016) *** Mit jedem Kauf einer Packung Pampers Windeln, jedem Aufruf des Aktionsvideos sowie mit jedem hochgeladenen Kassenbon über die Pampers Club App, der im Aktionszeitraum

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einem nicht sterilen Messer durchtrennt wird, können Tetanussporen in den Blutkreislauf des Babys gelangen. Deshalb ist die Initiative wie die von Pampers für UNICEF so wichtig: Es gilt aufzuklären, Versorgungswege auszubauen und Impfungen zu ermöglichen.“

(01.10.18–31.12.18) über www.pampers.at, www.facebook.com/PampersDeutschland und http:// www.youtube.com/user/PampersDeutschland geleistet wird, unterstützt Procter & Gamble UNICEF im Kampf gegen Tetanus bei Neugeborenen mit € 0,078 [bzw. 0,084 CHF]. Dieser Betrag entspricht z.B. den Kosten einer Tetanus-Impfdosis oder unterstützt ihre Verteilung. Weitere Informationen unter www.pampers.at oder www.unicef.at. Pampers unterstützt UNICEF. UNICEF bevorzugt keine Marken oder Produkte.

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Mama & Baby

© Pexels (1), Nicole Spernbauer (1), Privat (1), Patmos Verlag (1)

Interview

Des Vaters neue Rolle Das erste halbe Jahr nach der Geburt ist ganz der Zweisamkeit von Mutter und Baby gewidmet. Danach folgt allerdings die „Zeit des Vaters“, wie es die Kinderpsychotherapeutin Josephine Schwarz-Gerö in ihrem neuen Buch nennt. Trotzdem waren im Jahr 2017 nur 0,9 Prozent aller Väter mit Kindern bis 3 in Karenz. von alexander kords Seit Anbeginn der Menschheit scheint das Rollenbild von Mann und Frau in Stein gemeißelt zu sein: Während er arbeiten geht und das Geld nach Hause bringt, kümmert sie sich um Haushalt und Kinder. Dass sich daran auch nichts wesentlich ändert, wenn beide einem Job nachgehen, zeigt ein Blick in die Statistik. Von den 124.249 Personen, die im Dezember 2017 in Österreich Kinderbetreuungsgeld bezogen, waren 119.476 Mütter und nur 4.773 Väter;

33 Prozent der Frauen mit Kindern von 0 bis 3 Jahren waren in Karenz, Väter hingegen nur 0,9 Prozent. Dabei brauchen Kleinkinder nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihren Vater. Freude und Unterstützung Die Kinder-Psychotherapeutin Josephine Schwarz-Gerö beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Rollen, die Mütter und Väter vor allem am Anfang des neugeborenen Lebens einnehmen. In ihrem aktuellen Buch „Ein Papa ist keine Mama“ teilt sich das erste Lebensjahr in die „Zeit der Mutter“ und die „Zeit des Vaters“ – und das ziemlich genau in der Mitte. Das bedeutet: Die ersten sechs

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Mama & Baby

Monate nach der Geburt gehören Geburt aus allem heraushält, was der Mama und ihrem Baby. Die Mutdas Baby angeht, für den wird es ter ist die erste, die ihren Platz finden die erste große Herausforderung muss. Die Rolle des Vaters in dieser sein, das Vertrauen seines Kindes Zeit: seiner Partnerin dabei helfen, zu gewinnen. Zugleich muss auch sich mit ihr freuen und seine Familie die Mutter dem Vater vertrauen. beschützen. „Überspitzt könnte man Denn nach der Anfangszeit, in der sagen: Die Mutter versorgt das Kind, ihr Verhältnis zum Nachwuchs so erö Josephine Schwarz-G und der Vater versorgt die Mutter“, intensiv gewachsen ist, wird es ihr r-) beschreibt Schwarz-Gerö dieses zunächst schwerfallen, loszulassen ist Kinderärztin, (Kinde leitete Psychotherapeutin und Verhältnis. Für die Psychotherapeutin – und das ist durchaus buchstäbüber zwanzig Jahre die ist diese erste Phase vergleichbar mit lich gemeint. am atik om hos syc Säuglingsp einer Bergsteiger-Tour zweier Freuntal. spi nen Wiener Wilhelmi Zeit zu zweit de. „Da klettern ja auch nicht beide Die Phase, in der sich die Bindung gleichzeitig los, sondern einer sichert den anderen ab“, sagt sie. Auch wenn zwischen Vater und Kind immer mehr festigt, ist nämlich vor allem eine „Zeit zu zweit“, wie es für den Papa schwierig sein mag: es Schwarz-Gerö ausdrückt. Das heißt, dass Papa und Baby öfter Das anfängliche Ungleichgewicht ist kein miteinander spielen sollten, ohne dass die Mutter unbedingt dabei Grund zur Beunruhigung. Vielmehr sollte ist. Und sie sollte nicht nur das zulassen, sondern auch die Art, wie er immer im Hinterkopf behalten, dass sie ihre beiden geliebten Menschen miteinander agieren. „Das Kind sich bald ändern wird. verhält sich beim Vater anders als bei der Mutter. Die Mutter muss Gegenseitiges Vertrauen Wann genau die „Zeit der Mutter“ zur „Zeit des Vaters“ wird, hat natürlich keinen Stichtag. Woran aber erkennen die Familienmitglieder den Wechsel? „Es Christoph (31) und Mila Anna (8 Monate) aus Graz treten Spannungen auf, weil das Kind 2 M O N AT E PA PA-K A R E N Z schwierig und anstrengend für die Mutter Wie hast du deine Vaterrolle im ersten Wie hat sich durch die Karenz dein Verwird“, weiß Josephine Schwarz-Gerö. halben Jahr wahrgenommen? hältnis zu deiner Tochter verändert? Es wird immer offensichtlicher, dass der Da Mila unser erstes Kind ist, war natürlich Ich bin mir sicher, diese intensivere Zeit zuNachwuchs dringend Veränderungen alles neu für uns, entsprechend waren wir sammen hat uns sehr gutgetan. Gerade zu braucht, einen Gegenpol zur Mama – in schnell verunsichert, als der Popo mal ein Beginn ist durch die Arbeit die tägliche Zeit Form des Papas. „Das ist genauso, wie bisschen rot war oder Ähnliches. Darum zusammen relativ kurz, durch den anfängdas Kind auch langsam aus seiner Kleiwar wohl meine wichtigste Aufgabe, Nicole lich höheren Schlafbedarf der Kleinen. Somit dung herauswächst“, so Schwarz-Gerö. zu beruhigen, falls es notwendig war, den sind natürlich die Mütter die bevorzugten Die Voraussetzungen dafür, dass die „Zeit Haushalt zu regeln und dafür zu sorgen, Bezugspersonen. des Vaters“ reibungslos beginnen kann, dass sie und Mila sich wohlfühlen. Nach Ich denke, durch diese zwei Monate Vätermüssen aber schon während der „Zeit der Arbeit versuchte ich, Nicole so gut karenz bin ich für Mila eine ebenso wichtige der Mutter“ geschaffen werden: indem wie möglich zu entlasten und mich mit Bezugsperson wie Nicole geworden, und Papa präsent ist und sich bestmöglich an meiner Tochter zu beschäftigen, Windeln ich hoffe, dies bewirkt auch langfristig eine der Versorgung des Kindes beteiligt. Wer zu wechseln oder mich um den Haushalt zu engere Bindung. sich also im ersten halben Jahr nach der

BUCHTIPP Josephine Schwarz-Gerö: Ein Papa ist keine Mama. Was ein Baby von seinem Vater braucht; Patmos Verlag, € 17,50 Das Buch beschreibt, wie Vater und Mutter in den ersten drei Lebensjahren ihres Babys ihre Rolle finden. Veranschaulicht wird das Ganze durch Fallbeispiele aus der Praxis der Autorin, dazu gibt es praktische Tipps für jede Entwicklungsphase.

Wie sahen deine Aktivitäten mit deiner Tochter während der Karenz aus? Nicole und ich haben bereits nach rund sechs Monaten die Rollen getauscht, und ich bin für zwei Monate in Karenz gegangen. In dem Alter sind die Aktivitäten noch etwas einseitig. Neben dem täglichen Brei Kochen und Füttern habe ich versucht, meine Tochter, so gut es geht, zu unterhalten, also den Clown für sie zu spielen. Spazieren gehen oder zu Hause mit ihr krabbeln üben. Jetzt, zwei Wochen nach meinem Karenzende, kann sie übrigens schon krabbeln (lacht).

© instagram.com/i_am_snowred

kümmern.

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Wolfgang (43) und Tim (1) aus Wien 10 M O N AT E PA PA-K A R E N Z Wie hast du deine Vaterrolle im ersten halben Jahr wahrgenommen? Zum Kennenlernen und als Unterstützung für meine Frau habe ich zunächst mal das Papamonat genommen. Kann ich nur jedem empfehlen! War eine sehr intensive und schöne Zeit, in der sich alles gut eingespielt hat. Da ich – natürlich bis auf das Stillen – dieselben Aufgaben übernehme wie meine Frau, habe ich mir als Vaterrolle die eines Teamplayers ausgesucht. Wie sehen deine Aktivitäten mit deinem Sohn während der Karenz aus? Vor allem viel hinterherkrabbeln – ist richtig anstrengend! Sonst einfach mit dem Kleinen viel Spaß haben und ihm Dinge zeigen. Er kommt aber sonst auch überall mit, sei es beim Reisen, Radfahren, Wandern oder Einkaufen.

Wie hat sich durch die Karenz dein Verhältnis zu deinem Sohn verändert? Ich verbringe jetzt natürlich viel mehr Zeit mit ihm alleine, da meine Frau auch geschäftlich unterwegs ist. Da sind die Nächte schon eine Umstellung, da ich nun für Milchpausen zuständig bin.

Stefan (35) und Sohn (2) aus Wien

© Lisa Slavulj (1), Nina Heidorn (1), Privat (1)

1 JA H R PA PA-K A R E N Z Wie hast du deine Vaterrolle im ersten halben Jahr wahrgenommen? Unser Pflegesohn kam zu uns, als er ein halbes Jahr alt war. Ich war in Karenz und damit seine Bezugsperson. Das erste halbe Jahr war eine anstrengende Zeit. Plötzlich so unregelmäßig zu schlafen, wenig Zeit für mich zu haben und dieses kleine Wesen, mit dem ich noch nicht kommunizieren konnte, haben mich mehr gefordert, als ich es mir je vorstellen hätte können. In dieser Zeit braucht man jede Unterstützung, von der Familie genauso wie von Freundinnen und Freunden. Das erste halbe Jahr ist eine wundervolle Zeit. Meinen Sohn jeden Tag besser kennenzulernen und gegenseitig ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit aufzubauen, sind umwerfende Gefühle.

Cobenzl streicheln, tote Dinosaurier im Naturhistorischen Museum bestaunen oder einfach eine Runde mit dem Bus fahren.

Wie sehen deine Aktivitäten mit deinem Sohn während der Karenz aus? Da haben wir das große Glück, in Wien zu wohnen. Manchmal sind wir einfach zu erledigt und schaffen gerade die fünf Minuten zum nächsten Spielplatz. Aber sind wir motiviert, gibt es quasi unendliche Möglichkeiten: mit dem Rad durch den Prater fahren, Schildkröte Puppi im Haus des Meeres bestaunen, freche Ziegen am

Wie hat sich durch die Karenz dein Verhältnis zu deinem Sohn verändert? Mein Sohn entwickelt sich jeden Tag weiter, und so ist es auch mit unserer Beziehung. Die ersten Monate wollte er mich jederzeit um sich haben. Es gab Tränen, sobald ich nur den Raum verlassen habe. Aber das Vertrauen wächst, und irgendwann ist es schließlich auch okay, wenn die Mama statt dem Papa da ist.

» In der „Zeit des Gleichgewichtes“ geht es nun darum, dass alle Mitglieder der Familie ihren Platz finden. «

das tolerieren, auch wenn ihr manche Dinge, die der Vater tut, gar nicht in den Sinn kommen würden.“ Die Entscheidung, ob ein Spiel oder eine Beschäftigung absurd ist oder nicht, trifft dabei nur eine Person: das Kind. Ob die Aktivitäten in den eigenen vier Wänden stattfinden oder draußen, spielt dabei keine Rolle. Ein paar Ideen liefern die Väter, die mit ihrem Nachwuchs in Karenz waren oder sind und die wir zu ihrem Rollenverständnis befragt haben (siehe Kästen). Wie ihre Antworten zeigen, ist es von unschätzbarem Wert für die Entwicklung des Kindes, wenn sich sein Papa für einige Weile nur ihm widmen kann, statt jeden Tag zur Arbeit zu gehen und nur am Abend wirklich Zeit zu haben. Gespräch mit Baby Eine besondere Bedeutung misst Schwarz-Gerö in der „Zeit des Vaters“ der Kommunikation bei. Das mag manchem Vater schwerfallen, da Männer häufig dazu tendieren, stumm zu bleiben, wenn sich kein Dialog mit dem Gegenüber ergibt. Und das ist mit einem Kind im Alter von unter einem Jahr definitiv der Fall. Doch auch wenn das Baby noch nicht sprechen kann, versteht es bereits Sprache. „Am besten ist es, wenn der Papa dem Kind gegenüber das ausspricht, was er gerade denkt“, schlägt Frau SchwarzGerö vor. „Man spricht zwar seinen eigenen Text – ein bisschen wie mit einer Handpuppe, aber spricht dabei aus, was das Kind durch seine Handlungen gezeigt hat.“ Diese Art der Kommunikation signalisiert dem kleinen Menschen zudem, dass sich ab sofort etwas ändert. „Indem die Eltern mit dem Kind sprechen, senden sie eine Art Weckruf: Von nun an geht es in Richtung Erwachsenenspielregeln“, beschreibt die Psychotherapeutin die Wichtigkeit der Sprache in dieser Phase.

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P E W

D za be Pa nu


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2 M O N AT E PA PA-K A R E N Z Wie hast du deine Vaterrolle im ersten halben Jahr wahrgenommen? Die Geburt unseres zweiten Sohnes hat sehr viel verändert. Der große Bruder war anfangs sehr eifersüchtig und hatte kein Verständnis für die Zuwendungen an das neue Familienmitglied. Da Mateo gestillt wurde und sehr an meine Frau gebunden war, empfand ich meine Vaterrolle oftmals als sehr eingeschränkt. Auch wenn sehr viele Situationen ziemlich herausfordernd waren, denke ich positiv daran zurück. Wie sahen deine Aktivitäten mit deinen Kindern während der Karenz aus? Meine Frau und ich verbrachten die Karenz im wunderschönen Spanien. Wir lebten zwei Monate auf Mallorca und genossen die Zeit am Meer. Da wir in einem Apartment untergebracht waren, stand auch dort Wäsche waschen, kochen und putzen am Programm. Um meine Frau zu unterstützen, verbrachte ich mit den Kindern viele Stunden am Strand oder am Spielplatz. Lange Spaziergänge

durch Palma de Mallorca waren ebenso etwas ganz Besonderes. Wie hat sich durch die Karenz dein Verhältnis zu deinen Kindern verändert? Die Bindung zwischen mir und den Jungs wurde viel intensiver. Am meisten genoss ich das gemeinsame Aufstehen und ein langes und ausgiebiges Frühstück mit meiner Familie. Da wurde mir immer bewusst, dass der Tag mit den Kindern und meiner Frau erst beginnt und ich noch sehr viele gemeinsame Stunden mit ihnen verbringen darf. Den täglichen Arbeitsalltag konnte ich vollkommen ausblenden und jede einzelne Minute Papa sein.

Entgeltliche Einschaltung

Aus zwei wird drei Nach Schwarz-Gerös Buch folgt auf die „Zeit des Vaters“ der Abschnitt im Leben des Kindes, in dem die drei beteiligten Personen zu einer Einheit werden. Sie nennt das die „Zeit des Gleichgewichtes“. War das erste Lebensjahr noch geprägt von Zweisamkeit – erst mit Mama, dann mit Papa, so soll es beim zwei- bis dreijährigen Kind vor allem darum gehen, Erfahrungen mit beiden Eltern zu sammeln. Natürlich geschah das schon des Öfteren im ersten Jahr, allerdings war das Kind da noch ein wenig überfordert davon, den Dynamiken in einer Gruppe zu folgen. In der „Zeit des Gleichgewichtes“ geht es nun darum, dass alle Mitglieder der Familie ihren Platz finden – und damit letztlich auch darum, wie sich die Kleinsten von ihnen weiterhin entwickeln.

David (32), Lisa (29), Lionel (4) und Mateo (2) aus Traun

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Überhaupt fördern Väter durch verschiedene Handlungen die aufkommende Selbstständigkeit ihres Nachwuchses. So heben sie das Kind instinktiv zum Lichtschalter hinauf oder auf Höhe des Tisches, damit es sich den gewünschten Gegenstand selbst nehmen kann.

PAPA-KARENZ EINE ZEIT, DIE NIE WIEDER KOMMT. Das erste Mal gibt’s nur einmal – ob es die ersten Schritte sind oder der erste Milchzahn. Seien Sie auch als Vater mit dabei! Zum Glück haben wir dafür hierzulande besonders gute Ausgangsbedingungen – vom Kinderbetreuungsgeld über den Partnerschaftsbonus bis zum Familienzeitbonus. Immer mehr Väter in Österreich nutzen die Angebote. Mehr Infos unter www.bundeskanzleramt.gv.at

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Mama & Baby

Durch den Winter tragen Die Tage werden immer kürzer, kälter und dunkler. Doch das ist noch lange kein Grund, das Baby nicht weiter zu tragen. Im Gegenteil: Nah am Körper hat es das Kind gleich viel kuscheliger. von kim sztrakati

Von Jacken, Mänteln und Einsätzen „Mittlerweile gibt es super48 | w i n t er 2018 /19

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praktische Tools, die das Tragen im Winter angenehm machen“, weiß Trageberaterin Petra Etzelstorfer von grossekleinewunder. Als komfortabelste Lösung nennt sie spezielle Tragejacken oder Tragemäntel. „Das Tolle an ihnen ist, dass man unter der gleichen ‚Haut‘ steckt.“ Das bedeutet: Man wärmt das Baby mit der eigenen Körperwärme gleich mit, ist ganz nah an ihm und weiß stets, wie es ihm gerade geht. Merkt man, etwa durch ein Fühlen am Nacken, dass ihm zu warm oder zu kalt ist, kann man sofort entsprechend reagieren. Möchte man sich keine Tragejacke leisten, stellen Trageeinsätze oder Tragecovers preiswertere Alternativen dar. „Beim Tragecover trägt man das Kind innerhalb oder wenn man mag auch außerhalb der Jacke. Um das Kind wird eine Hülle gelegt, die an der Tragehilfe oder dem Tragetuch befestigt wird“, erklärt Petra Etzelstorfer das Prinzip. Der Trageeinsatz wiederum kann in herkömmliche Jacken eingezippt werden. Hier sollte man darauf achten, „dass der Einsatz aus einem ähnlich warmen Material wie die Jacke besteht“. Petra Etzelstorfer

Schichtweise Als erste Schicht eignen sich Body und Strumpfhose, darüber kommen Hose und Shirt oder Strampler. Als dritte Schicht zählt dann die Tragehilfe oder das Tragetuch. „Und schließlich darf alles, was aus Tragehilfe oder Tragetuch hinausschaut, nicht vergessen werden“, erklärt Trageberaterin Etzelstorfer. Sprich: Auf den Kopf kommt eine Haube, auf die Hände kommen Handschuhe, auf die Beine Stulpen, und die Füße werden in Babyschuhe oder dicke

© Mamalila (4), Cocoome (2), Hersteller (3), Miriam Mehlmann (1)

Dicke Flocken, klare Luft, zauberhafte Landschaften – Winterwetter ist etwas Wunderbares. Wenn es mit Kind vor die Tür gehen soll, kann der Winter aber auch anstrengend werden, und so mancher Schneespaziergang scheitert an festgefahrenen Kinderwagenreifen oder am Kampf mit dem Schneeanzug. Umso besser, wenn das Kind einfach in der Babytrage oder im Tuch mit unter Mamas eigene Jacke genommen werden kann. Das ist nicht nur praktisch, weil es weniger Anziehstress verspricht und die Eltern auch auf unbefestigten Wegen mobil bleiben. Nein, es ist auch die von Ärzten empfohlene Vorgehensweise. So schreibt das Deutsche Rote Kreuz in seinen Wintertipps für Eltern gleich an erster Stelle: „Der wichtigste Rat für Eltern ist: Babys immer am Körper tragen! Im Kinderwagen oder einer Babyschale kann es schnell zu einer Unterkühlung kommen. Deshalb ist es besser, sich die ganz Kleinen beispielsweise mit einem Tuch vor den Bauch zu binden und den eigenen Mantel drüber zu schließen. Körperwärme ist der beste Schutz.“

Was anziehen? Nachdem die äußerste Schicht geklärt ist, bleibt die Frage: Was soll man den kleinen Traglingen nun darunter anziehen? Um zu verhindern, dass ihnen schnell kalt wird, hat sich der Zwiebellook bewährt: „Schicht für Schicht der Temperatur anpassen“, lautet Petra Etzelstorfers Ratschlag. Mehrere dünne Schichten übereinander wärmen besser als ein dicker Skianzug, weil die Luftschichten zwischen den einzelnen Kleidungsstücken die Wärme besser speichern. Darüber hinaus gibt es noch ein paar Punkte, die man beim Tragen im Winter beachten sollte: „Zu berücksichtigen ist auf jeden Fall, dass Kopf, Hände und Füße schnell auskühlen. Auch der Rücken muss warm eingepackt sein, da hier die Fettschicht nicht allzu dick ist und der kühle Wind gerade beim Bauchtragen zur Kälte fürs Kind beiträgt.“ Und nicht vergessen: Tragetuch oder Tragehilfe ersetzen stets eine Kleidungsschicht!

Trageberaterin, er.at www.grossekleinewund

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Socken gesteckt. „Hat es Minusgrade, kann man dem Kind nach eigenem Ermessen natürlich zusätzlich noch einen dünnen Overall anziehen.“ Skianzüge sind hingegen nicht zu empfehlen, da sie zu sehr isolieren. Und noch einen Tipp hat die Expertin parat: „In der kalten Jahreszeit kann es rutschig werden. Gutes Schuhwerk ist also unerlässlich, um trittsicher zu sein – für sich und das Baby. Übrigens: Spikes gibt es nicht nur für Autoreifen, sondern auch für Schuhe ...“

RU C KE L I – Der Trageschal aus weichem Biobaumwoll-Fleece hält Hals und Brustbereich warm. Um € 29,90. www.ruckeli.de

L ARALI – Außen wasserfest, innen kuschelig mit Fleece: Die Tragecover werden individuell und per Hand in Wien gefertigt. Um € 44,–. www.larali.at

HO P P E DIZ – Die Babystulpen aus Kaschmir und Merinowolle halten Babybeine warm. Einheitsgröße bis ca. 3 Jahre. Um € 12,99. www.hoppediz.de

C O C O O ME – Die windund wasserabweisende Jackenerweiterung aus Graz macht mittels Clip-System jede Jacke zur Tragejacke – auch Papas. Um € 114,–. www.cocoome.com

MAMALILA – Warm gefüttert, wind- und wasserdicht, ist die WinterTragejacke auch ohne Bauch und Baby als Outdoorjacke geeignet. Um € 299,–. www.mamalila.de

Die Tragejacken von mamalila können dank der mitgelieferten Einsätze im Handumdrehen so erweitert werden, dass ein vor dem Bauch oder auf dem Rücken getragenes Baby mit unter die Jacke passt: Der Trageeinsatz wird einfach vorne oder hinten in den vorhandenen Reißverschluss eingezippt und kann individuell angepasst werden – je nach Tragehöhe und Größe des Babys. Wichtiges Detail: Auch für den Schwangerschaftsbauch gibt es einen passenden Einsatz, gleichzeitig sieht man der Jacke ohne die Einsätze ihre Zusatzfunktion nicht an. Eine mamalila-Jacke ist daher drei Jacken in einer: Umstandsjacke, Babytragejacke sowie zeitlose Lieblingsjacke noch weit über die Tragezeit hinaus. Alle mamalila-Tragejacken und -mäntel sind aus hochwertigen, langlebigen Materialien sowie haut- und umweltfreundlich ohne chemische Schadstoffe gefertigt – schließlich soll das Tragebaby auch mal bedenkenlos auf dem Kragen herumkauen oder den Einsatz vollsabbern können. Und sie sind als funktionale, wetterfeste Begleiter für nasskaltes Wetter aller Art konzipiert: atmungsaktiv, wind- und wasserdicht sowie mit vielen hilfreichen Details ausgestattet, etwa einer Babykapuze mit integrierter Kopfstützfunktion. Schließlich fühlen sich viele Tragebabys warm an die Mama gekuschelt so wohl, dass sie einschlafen – und dann ihr Köpfchen selbst nicht mehr halten können.

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Drei Jacken in einer

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Mama & Baby

Bestens vorbereitet Vom Schwangerschafts-Yoga bis zu Heublumendampfbädern: Unsere Autorin hat sich auf die erste Geburt bestens vorbereitet – und dann kam doch alles anders ... von susanne holzer

Bei der ersten Schwangerschaft macht man ja gern noch jeden Scheiß mit. Ob man sich das bei der zweiten noch mal alles antut, wage ich zu bezweifeln ... In Anbetracht der Tatsache, wie viel Freizeit einem mit einem kleinen Kind bleibt, würde ich eher annehmen, dass man dazu schlicht und einfach keine Zeit mehr hat. Beim ersten Mal ist man aber noch so richtig schön lifestyle-schwanger und rennt vom Schwangerschafts-Yoga zum Akupunktieren und vom Shiatsu zum Himbeerblättertee-Kauf. In den letzten Wochen war meine Schwangerschaft regelrecht zum Ganztagsjob mutiert: Wo sollte zwischen Heublumensitzbädern, Yogi-Tee und Babypflege-Workshops denn noch mein nächster Akupunktur-Termin reinpassen? Zum Teil macht man diese ganzen

Sachen aus einer einzigen Hoffnung heraus: Die Geburt möge möglichst kurz, schnell und schmerzlos verlaufen. Man studiert Internetseiten und befragt Ärzte, Hebammen und Freunde – und jede Möglichkeit, die „helfen“ soll, wird unweigerlich ausprobiert. Dabei sind das bei Gott nicht alles schöne Freizeitbeschäftigungen. Nie werde ich das Gefühl vergessen, als ich meiner Familie zu Beginn meiner Schwangerschaft die frohe Botschaft überbrachte und daraufhin von meiner Schwägerin in der 13. Schwangerschaftswoche eine Flasche DammMassage-Öl geschenkt bekam. Voll auf Kurs Rückblickend bin ich natürlich froh, dass ich fleißig akupunktiert, massiert, geölt, gecremt, getrunken und was weiß ich

noch alles habe – schließlich hat mir das alles sehr geholfen ... beim Notkaiserschnitt! Aber man soll ja nicht zynisch sein: Vielleicht HÄTTEN mir alle diese Vorbereitungen ja extrem geholfen, wären die Dinge etwas anders gelaufen. Was mir jedoch nicht wirklich weiterhalf, waren die vielen Kurse, die ich im exzessiven Schwangerschaftswahn einen nach dem anderen belegte. Beim Schwangerschafts-Ernährungs-Workshop wurde ich nicht von den Socken gehaut von der Erkenntnis, dass ich jetzt mehr Gemüse und weniger Schokolade essen sollte, und beim Schwangerschafts-Yoga kamen mir ernste Zweifel, als mir beim Versuch, eine Kerze zu machen, mein Bauch ins Gesicht fiel. Als mir meine Ärztin in der 30. Schwangerschaftswoche eröffnete, dass ich lieber kein Yoga mehr machen sollte, war ich also nicht allzu traurig – alleine schon deswegen, weil ich jeden Kurs in der ständigen Angst durchlebte, dass dieses Mal ICH die Schwangere sein könnte, der beim herabschauenden Hund ein lauter Furz entwich. Nahtlos wechselte ich also vom YogaKurs zum Geburtsvorbereitungskurs, der dem Ganzen in gewisser Weise die Krone aufsetzte. Ich hatte ja schon zahlreiche Schauergeschichten von Gruppen-Hecheln und frischen Plazentas gehört, die als Schauobjekt extra aus dem Kreißsaal herangekarrt wurden, und so ging ich zum ersten Treffen gelinde gesagt mit gemischten Gefühlen. Alles überbewertet? Der Eindruck wurde nicht unbedingt besser, als ich gemeinsam mit 10 anderen Schwangeren in einem Keller ohne Sitzgelegenheiten (Schwangere müssen nicht sitzen, das wird überbewertet!) erst mal 20 Minuten auf die Kursleiterin warten musste. Als sie endlich herbeirauschte, nahm die weitere Desillusionierung ihren Lauf. Wir wurden in einen

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Mama & Baby

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liebevoll aus Wolle gestrickte Plazenta nahmen mir die Angst vor der Geburt – im Gegenteil. Für meinen Geschmack war die leitende Hebamme einfach ein Stück zu ehrlich: Ich hätte mir gewünscht, dass sie uns liebevoll die Hand tätscheln und dabei versichern würde, dass wir das alles locker schaffen würden. Stattdessen verkündete sie uns in ihren Glitzerstiefeln und engen Röhrenjeans (na warte, du wirst auch noch mal schwanger und fett!!), dass das schon alles ziemlich schlimm werden würde.

ostblockigen, miefigen Gymnastikraum gescheucht, in den wir uns alle selber einen schweren Holzsessel tragen durften (Schwangere können ruhig schwer tragen, das wird überbewertet!) und bildeten dort einen Sesselkreis. Reihum stellten wir uns vor, und jede erzählte ein wenig vom bisherigen Verlauf ihrer Schwangerschaft. Nachdem ich mit keinen besonderen Wehwehchen oder tollen Geschichten glänzen konnte, beschloss ich, mich auf andere Weise hervorzutun ... Das Mittel meiner Wahl war natürlich wie immer das nächstbeste Fettnäpfchen. Als die Schwangere neben mir also berichtete, dass es ihr eigentlich recht gut gehe und sie lediglich mit dem Pupp-Syndrom zu kämpfen habe, lachte ich laut los. Von der durchaus unangenehmen Hautkrankheit hatte ich noch nie etwas gehört und stattdes-

sen „Pups-Syndrom“ verstanden. Ich dachte einfach, dass sie ihre Schwangerschafts-Blähungen lustig umschrieben hätte ... Als die anderen im Raum alle betretene Gesichter machten, merkte ich zwar schnell, dass ich offensichtlich was falsch verstanden hatte und tarnte meinen Lachkrampf als Hustenanfall, aber am liebsten wäre ich in Wahrheit schon in diesem Moment schreiend aus dem Gebäude gelaufen. Ehrlich entbehrlich In Anbetracht der Tatsache, welche Geschichten danach folgten, wäre das wohl auch die bessere Wahl gewesen. Denn weder die 80er-Jahre-Schautafeln über den Geburtsvorgang, die Berichte über Einläufe, Dammrisse und Saugglocken noch das Plastikbecken, durch das eine Babypuppe gepresst wurde oder die

Und was hab ich jetzt davon? Auch die Besichtigung des Kreißsaals führte bei mir nicht zur Beruhigung, sondern zu mittelschweren Panikattacken. Während die anderen interessiert alle Geräte beäugten und schlaue Fragen stellten, wippte ich schweißgebadet auf meinem Petzi-Ball und versuchte, irgendwie auszublenden, dass im Kreißsaal nebenan gerade eine Frau schrie, als würde ihr bei lebendigem Leib ein Bein ausgerissen („Ah, die dürfte gerade in den Presswehen sein“, klärte uns unsere Kursleiterin wissend auf). Egal, wie bunt die Vorhänge, wie schön der Ausblick, wie liebevoll die Einrichtung war: Das nächste Mal, wenn ich diesen schrecklichen Raum von innen sehen würde, wäre ich diejenige, die um ihr Leben schrie – und das beruhigte mich in keinster Weise! In gewissem Sinne war der Geburtsvorbereitungskurs für mich also komplett sinnlos: Während ich für den Kaiserschnitt in den OP geschoben wurde, brauchte ich weder an Presswehen noch an Dammrisse oder Atemtechniken zu denken, aber irgendwie war er trotzdem nicht komplett umsonst gewesen. Allein schon deswegen, weil er mein „Schwanger 2013 – I did it“-Paket auf wunderbar kuriose Art komplettiert hat ...

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Mode & Pflege

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Doppeltes Lottchen So ist beim Lift-Anstellen klar, wer zusammengehört: Den Hawaii-Blumen-Bestseller vom österreichischen Outdoor-Label DRAUSSEN gibt’s nun auch für große Mädchen. Extrem hohe Wassersäule (18.000 mm), ultimative Atmungsaktivität, abgedichtete Nähte und 1A-Design sind hier Programm. Dolores Damen Overall um € 445,90, Greta Zipoff Overall um € 189,90. www.enjoy-draussen.com

Hallo, Weihnachten!

Glow in the Dark Die Kinder-Lammfellboots Brumby sind bequem, warm und wasserfest. Ihr genialstes Feature offenbaren sie allerdings erst im Dunkeln: Die kleinen Herzchen und Dinosaurier leuchten. Von Emu Australia, erhältlich in den Größen 24–36 um € 89,–. www.emuaustralia.com

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Kleine Botschaft Ob für die Superoma, die Supermama, das Superkind oder die Superfreundin: Beim österreichischen Schmucklabel penelop* findet man für jeden das passende Armband. Handgemacht aus Porzellan um € 15,–. www.penelop.at

Herzlich willkommen! Mitten im Herzen von Wien gibt’s eine neue Adresse für Kinder(anzieh)sachen. Bei Pony & Kleid findet man ein liebevoll ausgewähltes Sortiment für Kinder von 0 bis 6 Jahren: kuschelige Plüschtiere und entzückende Kindermode von Steiff, sigikid, Hatley und Play up. Für warme Ohren und Füße sorgen bunte Hauben von Döll und lustige Strümpfe von Melton. Da findet bestimmt auch das Christkind was ... Pony & Kleid, Weihburggasse 22, 1010 Wien Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr www.pony-und-kleid.wien

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esten Auf der Liste der kurios tional Na n: obe z Feiertage gan Day. er eat Sw s ma rist Ugly Ch ihWe Der „Tag der hässlichen USA den in d nachtspullover“ wir geber zem De 21. am dieses Jahr tfeiern mi ht nic t tier ran Ga feiert. mplaren darf man in diesen Exe lf, Lebtse ach von Jake*s: Weihn nacker ssk Nu d un kuchenmann zu süß. h fac ein hl wo ür sind daf , um Ihn Um E39,99 für Sie & bei lich ält Erh E29,99 für Kids. . .at urg nb ppe -clo www.peek

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Nie wieder Diskussionen, ob es tatsächlich kalt genug ist, einen Schal zu tragen! Die lustigen Exemplare von Meri Meri wickeln sich Kinder garantiert gerne um den Hals. Krokodil, Rentier und Einhorn aus Biobaumwolle, um je € 40,– bei goldkind.wien.

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Keine Verwechslungen in der Schule oder Streitigkeiten zwischen Geschwistern mehr: Dank dem neuen Personalisierungs-Service von Flik Flak ist klar, auf welches Handgelenk die Uhr gehört. Die persönliche Namensstickerei auf dem Armband darf bis zu 15 Zeichen lang sein; Fahrrad-, Fußball-, Segel- und Sternmotive sorgen für noch mehr Persönlichkeit. Ausschließlich online erhältlich, von € 40,– bis € 50,–: www.shop.swatch.at/flikflak Wir verlosen eine personalisierte Flik Flak-Uhr im Wunschdesign mit Wunschnamen: Mail bis 31.01.2019 an gewinn@tipimagazin.at.

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Mit dem Christbaum um die Wette funkeln? Können wir! Und mit den festlichen Outfits von Ernsting’s family gelingt das gleich noch besser. Die zauberhaften Kleider in zartem Rosa, kräftigem Burgunder sowie edlem Dunkelblau sind wie gemacht für die Festtage. Besondere Details wie Pailletten, Samtoptiken, Schleifen und kleine Schmucksteine sorgen für das gewisse Etwas und lassen Mädchen- (und Mama-)herzen höherschlagen. Perfekt für Kleider mit kurzen Ärmeln: passende Bolerojäckchen zum Drüberziehen. Und auch kleine Buben zeigen Stil: z.B. im blauen Hemd plus zugehöriger Krawatte und dunkelblauer Feincordhose. Ebenso ein toller Hingucker ist das Langarmshirt mit gemusterter Weste. Erhältlich in den Größen 98–128. www.ernstings-family.at

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In anderen Umständen Spätestens wenn die Lieblingshose an allen Rundungen zu reißen droht und die Bluse, die früher wie angegossen gesessen hat, den Bauch nicht mehr zur Gänze bedeckt, ist es Zeit für ... Umstandsmode. von julia fleiß Auswahl ist alles „Mittlerweile deckt das Angebot an Umstandsmode ziemlich alle Lebensbereiche ab“, erzählt Sarah Andjelkovic, Inhaberin des Wiener Umstandsmodengeschäfts Himmelblau & Rosarot. Vom Mit der Umstands-Winterjacke von noppies ist frau im Winter optimal ausgestattet. Das Mittelteil kann einfach ein- und ausgezippt werden. Um € 109,99. www.noppies.com

Businessoutfit über Sportbekleidung bis zum kleinen Schwarzen für den festlichen Anlass ist alles auch in Umstandsform erhältlich. Immerhin ist heutzutage ein Großteil der werdenden Mamis berufstätig und sollte sich – sofern alles normal verläuft – bis zwei Monate vor dem Geburtstermin noch im klassischen Bürooutfit zeigen können. Egal ob Anwältin, Lehrerin oder Moderatorin: In der richtigen Umstandsmode kann frau sich auch trotz 10 Kilo mehr im Arbeitsalltag

© Hersteller

Zumindest in der ersten Schwangerschaft wünscht sich frau nichts sehnlicher als ein kleines Bäuchlein, das sie stolz präsentieren kann. Doch Vorsicht mit dem Wünschen – der Bauch wird schließlich noch zum Megaballon, mit dem sich gefühlsmäßig außer einem Kartoffelsack kaum mehr etwas präsentieren lässt. Nicht so im 21. Jahrhundert: Umstandsmode boomt. Und zwar nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch dazwischen, in der Stillzeit oder auch einfach nur so.

Kleider, Shirts und Co. von zippidoo enthüllen ihre Power erst in der Stillzeit: Mittels Reißverschluss werden sie einfach geöffnet, wenn Baby Hunger hat. Longshirt um € 49,90, Kleid um € 64,90. www.zippidoo.at 54 | w i n t er 2018 /19

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Mode & Pflege wohlfühlen. Privat gilt das Gleiche: Einige Labels haben sich auf Partydresses und Hochzeitskleider für Schwangere spezialisiert. Bei Himmelblau & Rosarot gibt es unter anderem Teile von Slacks & Co., ein Label, das mit dem Slogan „Timeless Design for every Story“ wirbt. Die Designer-Schwestern Tara Meran und Claire Hoyos mit österreichischen Wurzeln starteten mit Umstandsmode, erweiterten ihre Kollektion um Stillmode und erfüllten sich letztlich ihren Traum von einer eigenen Brautmodelinie – natürlich auch für Schwangere. Stillen muss man können Während manche Labels multifunktionale Mode anbieten, die sich sowohl in der Schwangerschaft komfortabel tragen lässt als auch während der Stillzeit praktikabel ist, hat sich die Stillmode per se auch ihren ganz eigenen Status erkämpft. Denn mit dem Stillen ist es so eine Sache: Bei manchen klappt es auf Anhieb, andere versuchen es vergeblich. Die einen schaffen gerade die empfohlenen sechs Monate, andere stillen über meh-

rere Jahre hinweg. Neben dieser höchst individuellen Stillgeschichte gibt es da auch noch die Sache mit der Funktionalität: Gerade am Anfang kann die Kleidung überaus viel dazu beitragen, dass Mama nicht die Nerven wegschmeißt, wenn das Kleine seinem Hunger mit Gebrüll Ausdruck verleiht und sie selbst nicht schnell genug alle Pullover- und T-ShirtSchichten beiseite schaffen kann. Als besonders praktisch und dazu noch stylish-schick fällt das Label zippidoo auf. „Stillen mit Style“ ist das Motto der (wiederum) Schwestern Marisa Zanon und Nici Pederzolli-Rottmann aus Tirol, bei denen von Kleid über Tunika bis zum Longsleeve, die übrigens allesamt aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle gefertigt sind, kein Teil ohne ein gewisses Detail auskommt: den Zipper. Er ist knallig bunt, Ton in Ton oder extravagant, aber er führt immer quer über die Brust und ist nicht nur Hingucker, sondern vor allem fix geöffnet, wenn das Baby nach Milch

Das festliche Kleid „Electric sky“ von mara mea bietet dem Babybauch genug Platz und ist auch nach der Schwangerschaft noch ein Hingucker. Um € 139,–. www.maramea.com

schreit. Und für „Still-Hingucker“ gibt es beim Milchtrinken trotzdem nichts zu sehen. Dass man mit den Reißverschlusskleidern auch beim Stillen bedeckt ist, ist den zippidoo-Erfinderinnen wichtig. Jede wie sie will Manche werdenden Mütter und solche, die es schon sind, kommen trotzdem ganz ohne Spezialmode aus. „Viele Schwangere decken sich von Anfang an mit allem ein. Andere sind dankbar, wenn sie eine Hose gefunden haben, die sie durch die Schwangerschaft bringt“, erzählt die Shopinhaberin Sarah Andjelkovic aus Erfahrung. Wieder andere können von Umstandsmode nicht genug bekommen: „Umstandsmode ist mittlerweile so gut geschnitten, dass man viele Teile auch nach der Geburt gut tragen kann. Ich selbst trage viel Umstandsmode, auch wenn ich nicht schwanger bin. Und sogar meine Großmutter hat unsere Kleider geliebt!“

Umstandsmode sieht langweilig aus? Nicht so mit Slacks & Co. Die stylische „Faux leather skinny treggings“ stellt das unter Beweis – und ist dank Stretch auch noch superbequem. Um € 170,–. www.slacksandco.com

Der Biobaumwoll-Pullover „Elisa“ eignet sich fürs Büro, gemütliche Stunden daheim und dank der praktischen Stillfunktion von Boob auch noch für nach der Schwangerschaft. Um € 99,95. www.boobdesign.de w i n t er 2018 /19 |

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Mode & Pflege

Interview

Sarah Andjelkovic verkauft in ihrem Shop Himmelblau & Rosarot seit 2010 Mode für werdende Mütter, Babys und Kinder. Im Interview spricht die zweifache Mutter über modische Bedürfnisse in der Schwangerschaft, Must-haves und den Wohlfühlfaktor.

Meine eigene Schwangerschaft hat mir dann schließlich auch gezeigt, was die wirklichen Bedürfnisse von werdenden Müttern sind. Diese versuche ich nun zu erfüllen.

Wie haben sich die Trends in Sachen Umstandsmode verändert? Was war früher undenkbar und ist heute gang und gäbe? Ich musste lernen, was die Wiener Schwangeren wollen. Was sich in Frankreich oder Italien gut verkauft, muss nicht automatisch in Österreich funktionieren. Vor einigen Jahren gab es entweder Umstandsmode oder Stillmode. Mittlerweile sind Schwangerschaftskleider aber oft auch stilltauglich. Das finde ich toll und sehr wichtig. Die Firmen werden auch von Jahr zu Jahr kreativer, was die Funktionalität betrifft. Ich persönlich finde sehr wichtig, dass man keinen Unterschied zwischen Umstandskleidung und normaler Mode erkennt.

Was ist das Wichtigste beim Kauf von Umstandsmode? Werdende Mütter sollen sich in erster Linie schön finden, sie sollen Freude an ihrer Kleidung haben. Daneben ist Funktionalität enorm wichtig. Die persönliche Beratung beim Kauf von Umstandsmode spielt daher eine sehr große Rolle.

Welche Teile sollte eine werdende Mutter in ihrem Kleiderschrank haben? Ganz klar: eine gut sitzende, bequeme Hose oder Jeans, Oberteile, die auch wunderbar zum Stillen geeignet sind, und ein schönes und bequemes Kleid für diverse Anlässe.

Welchen Wert haben Sie auf die richtige Umstandsmode gelegt? Was war Ihr Lieblingsteil in der Schwangerschaft und warum? Ich habe sehr viel Wert darauf gelegt, mich in der Schwangerschaft wohlzufühlen. Mein Babybauch war bei beiden Schwangerschaften sehr groß, weshalb

Himmelblau und Rosarot, der Name Ihres Geschäfts, bedient das klassische Klischee von Bub und Mädchen ... Wir führen natürlich Mode in allen Farben. Eine Welt, in der Buben nur Himmelblau und Mädchen nur Rosarot tragen, wäre doch ziemlich langweilig. Ich mag es einfach, mit Klischees zu spielen.

Himmelblau & Rosarot Döblinger Hauptstraße 33, 1190 Wien Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10:30–14 Uhr www.himmelblau-rosarot.at

„Werdende Mütter sollen sich schön fühlen.“ Wie kam Ihnen 2010 die Idee, ein Geschäft für Umstandsmode zu eröffnen? Sarah Andjelkovic: Es war immer mein Traum, ein eigenes Geschäft zu führen. Ich habe Ausbildungen zur Kindergartenassistentin, zur Interior Designerin und zur Schaufensterdekorateurin. Einzeln haben mich die Berufe jedoch nie erfüllt, sodass ich 2010 mein Geschäft eröffnet habe. Dort konnte ich alles, was ich gelernt habe und was mir Spaß gemacht hat, zusammenfügen. In Wien gab es damals noch nicht so viel Auswahl an Umstandsmode. Selbst wurde ich erst ein Jahr nach der Eröffnung schwanger.

© Himmelblau & Rosarot (1), Maximilian Salzer (2)

Auf 125m² findet man bei Himmelblau & Rosarot Umstands- und Stillmode von Labels wie mara mea, boob, noppies, Isabella Oliver, Slacks & Co. oder Paulina – von Basics über Hochzeitskleider und Bademode bis zur Businessbekleidung.

ich schon im dritten Monat Umstandsmode getragen habe. Da ich bei beiden im Winter schwanger war und damals keine Kleiderträgerin war, gehörten bequeme Hosen zu meinen Must-haves. Zu meinen liebsten Teilen zählten auch Blusen in allen Variationen.

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Mode & Pflege

KOMME, WAS WOLLE Sie hält warm, wenn es kalt ist, und kühlt, wenn es warm ist, ist atmungsaktiv und schmutzabweisend. Wolle kann mehr, als wir ihr oft zutrauen – und sieht dabei verdammt süß aus, wie diese beiden Labels beweisen. von kim sztrakati

VAN BEREN

Inspiration holt sich die dreifache Mutter hauptsächlich aus den 50ern und 60ern: „Da durften Babys und Kleinkinder noch aussehen wie solche und nicht wie kleine Erwachsene.“ Nach ihren eigenen Kindern – mittlerweile 17, 9 und 3 Jahre alt – sind Heikes Lieblingsstücke aus der Van Beren-Kollektion benannt: Zoe, Liv und Vito, gefertigt aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle bzw. hochwertiger Merinowolle mit umweltfreundlicher EXP-Ausrüstung, die im Gegensatz zu anderen gängigen Anti-FilzAusrüstungen chlorfrei ist und bis zu 50 % weniger Wasser verbraucht. Überhaupt spielt der Nachhaltigkeitsgedanke eine große Rolle bei Van Beren: „Nachhaltigkeit heißt für mich, auf die Natur Rücksicht zu nehmen, unseren Planeten zu respektieren und die Menschen wertzuschätzen. Es bedeutet aber auch, dass ich Produkte produziere, die nützlich, schön und natürlich sind.“ Jedes Strickstück von Van Beren wird in Österreich nach Auftrag handgestrickt. Die Lieferung erfolgt innerhalb von 1 bis 3 Wochen. Außerdem bietet das Label fertige Stricksets samt Wolle, Nadeln und Anleitung an, die in Pop-up-Shops sowie über den Webshop verkauft werden. Und wer noch nicht stricken kann, lernt es einfach – in der Van Beren WOOL SCHOOL, z.B. am 8.12. in Graz (Anmeldung: woolschool@vanberen.com).

© Elena Tornquist (1), ATELIER 9 (3)

Wie die meisten ihrer Generation hat auch Heike Beren-Spazierer Stricken im Rahmen des Handarbeitsunterrichts gelernt, damals aber nicht besonders gemocht. Erst mit der Geburt ihres dritten Kindes bekam die ModeschuleAbsolventin und studierte Betriebswirtin wieder Lust auf Wolle und Nadeln: „Ich wollte etwas mit meinen Händen schaffen und noch dazu für jemanden, den man ganz besonders liebt.“ Sie musste allerdings feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, hochwertige Wolle, Stricknadeln und verständliche Anleitungen zu finden. Also beschloss Heike, das alles selbst anzubieten – unter dem Label Van Beren: Stricksets mit Anleitung, Wolle und Stricknadeln oder ein schon fertiges, in Österreich handgestricktes Produkt. Gestrickt werden die Stücke hauptsächlich von älteren Damen, „Großmüttern, die dadurch auch noch einen kleinen Nebenerwerb finden und jede Menge Werkstolz und Anerkennung“, unterstreicht Heike Beren-Spazierer auch den sozialen Aspekt bei der Produktion.

Van Beren steht für Vintage inspirierte, komfortable Kindermode für mehrere Generationen – besondere Stücke, die man gerne weiter gibt.

www.vanberen.com „Es reicht nicht aus, nachhaltige Produkte auf Instagram zu liken – man muss diese Nachhaltigkeit auch leben, also z.B. statt 3 KinderSynthetikpullis eines vertikalen Kleidungsanbieters lieber ein handgestricktes Stück aus österreichischer Produktion kaufen, das es wert ist, weitergegeben zu werden.“

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Mode & Pflege

OOCHI POOCHI „oochipoochivienna“

„Es ist etwas ganz Besonderes, etwas Handgestricktes zu tragen, denn in jedes Modell wurde sehr viel Sorgfalt, Liebe und Zeit investiert.“

spannendes, geradezu Meditatives. Und bis dato hat die Faszination darüber nicht nachgelassen, dass aus einem Knäuel Garn und zwei Nadeln etwas entsteht, das von anderen getragen und geliebt wird.“ Was aus diesen Nadeln u.a. entsteht: entzückende Pixiemützen aus kuscheliger Merinowolle, die dank des dehnbaren Musters über viele Jahre hinweg mitwachsen; passende Legwarmer und Fäustlinge, die mit Pompoms verziert sind und deren Farbe sich die Kund(inn)en selbst aussuchen können. Auf diese Personalisierung legt Brigitte großen Wert: „In Zeiten von Massenproduktion und Massenkonsum ist es mir wichtig, etwas herzustellen, das einzigartig ist.“ Wer ein oochi poochi bestellen möchte, kontaktiert Brigitte Auer persönlich per E-Mail (oochipoochi@gmail.com) oder per Nachricht auf Instagram/Facebook (oochipoochivienna) und bekommt eine persönliche Beratung. Jedes oochi poochi-Modell wird speziell für den Kunden gestrickt und braucht ca. 2 bis 4 Wochen, bis es fertig ist. Alle Ungeduldigen können einen persönlichen Termin vereinbaren und vor Ort in Wien Modelle aus einem bereits fertig gestrickten Sortiment auswählen (Terminvereinbarung unter oochipoochi@gmail.com).

© oochi poochi (3)

Als Brigitte Auer mit ihrer Tochter schwanger war, hat sie lange gezögert, etwas für ihre Babyausstattung zu kaufen. „Irgendwie fühlte sich das nicht richtig an, und mir gefiel die Idee, dass das erste Kleidungsstück für sie etwas ist, das ich selbst gemacht habe.“ Und so strickte sie einen winzigen Kaschmirpullover, dann ein Mützchen, ein Jäckchen, und schließlich wurde Brigitte immer öfter gefragt, woher sie denn die hübschen Stricksachen hätte. „Ich stellte fest, dass es bei vielen Frauen (und auch Männern) ein hohes Bewusstsein und eine große Wertschätzung für Qualität und Handwerk gibt, viele aber selbst nicht stricken können“, erzählt sie von ihren Überlegungen, bevor sie mit der Gründung von oochi poochi den Sprung ins unternehmerische kalte Wasser wagte. Der Name des Labels ist übrigens dem Vater ihrer Tochter zu verdanken, der Brite ist. „Als ich mal einen schlechten Tag hatte, meinte ich zu ihm: ,Sag doch mal was Nettes!‘ Daraufhin erwiderte er, ohne zu zögern ,oochi poochi‘. Seit dem Tag verwenden wir den Ausdruck, um liebevolle Zuneigung und Fürsorge auszudrücken, z.B. um unsere Tochter zu trösten oder statt ,Ich hab dich lieb!‘“ Lieb hat Brigitte auch ihre Stricknadeln, und das schon seit sie etwa 7 Jahre alt war. „Für mich hat Stricken etwas sehr Ent-

Synthetische Fasern sind bei oochi poochi tabu. Die kuscheligen Strickmodelle bestehen aus Kaschmir, Merino und Biobaumwolle, sind hypoallergen und eignen sich auch für die empfindlichste Kinderhaut.

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Mode und Pflege

Style

Fette Sache!

Zu kalt, um rauszugehen? Ah geh! Warm eingepackt, tut ein Ausflug ins Freie bei (fast) allen Temperaturen gut. Und damit die Haut draußen nicht leidet, gibt’s für sie eine Extraportion Pflege mit fettigen Bio-Kältecremen.

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blubonbon Schützt die Arlberg-Skiführer ebenso vor der Kälte wie die Kinder im Waldkindergarten: Cold Protection Balm, handgemacht in Österreich, um € 25,–. www.blubonbon.com

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Babyhaut ist etwa fünfmal dünner als die von Erwachsenen. Damit sie nicht austrocknet, benötigt sie gerade im Winter eine Extraportion Pflege. Und dann aber nix wie raus!

Grüne Erde Pflanzenöle, Bienenwachs und Wollwachs sorgen für einen sanften Kälteschutz: Wind & Wetter Creme um € 11,40. www.grueneerde.com

© Hersteller (10), pxhere (1)

bi good Hergestellt in Österreich, vegan und mit drei wertvollen Ölen: Baby Wind & Wetter Creme Sonnenblume, um € 2,99 bei www.bipa.at

das boep Schützt empfindsame Haut bei frostigen Temperaturen mit Kakaobutter, Aprikosenkern- und Olivenöl sowie Ringelblumenextrakt: Veganer Babybalsam um € 10,95. dasboep.de

Naobay Extrakte aus Calendula und Kamille wirken hautberuhigend, verschiedene Öle machen die Haut weich und geschmeidig. Baby Protective Face Cream um ca. € 15,–. www.naobay.com

eco cosmetics Intensiver Schutz vor jeder Witterung mit Granatapfelextrakt und Sanddorn: Baby & Kids Gesichtscreme um ca. € 12,–. eco-naturkosmetik.de

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Mütze, Schal und Wind & Wetter Balsam.

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am liebsten Was Kinder wochentags en: ess zum Frühstück 72 % Butter/Margarine 74 % Helles Brot/Gebäck 67 % e ich str auf Marmelade/Frucht 58 % ck ebä Dunkles Brot/G Müsli 49 % Cornflakes/gezuckertes Quelle: meinungsraum

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So viele Tonnen Lebensmittel lan den in Österreich pro Jahr im Müll. Am häufigsten we ggeworfen werden Obst, Ge müse, Brot und Milchproduk te.

Quelle: Danone Österreich & Wi ener Tafel Food Studie 2018

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Essen und Gesundheit

Mehr als Handauflegen Osteopathie-Behandlungen gleich nach der Geburt boomen. Was hat es mit dem Hype um die „Babyflüsterer“ auf sich und was passiert wirklich, wenn Osteopath(inn)en ihre Hände sanft auf Babys Haut legen? von inez ardelt

Kaum ist Baby auf der Welt gelandet, tragen Eltern oft schon den ersten Termin für eine osteopathische Behandlung in den Kalender ein. Denn die manuelle und ganzheitliche Therapie verspricht, sanft Blockaden und Spannungen aufzuspüren, zu lösen und dem kleinen Wunder einen ebenso wundervollen Start ins Leben zu ermöglichen. Insbesondere, wenn die Ankunft etwas ruckelig war und Schwierigkeiten beim Trinken oder vermehrtes Schreien auftreten. Der Besuch beim Osteopathen ist allerdings nicht nur ratsam, wenn eine Symptomatik vorliegt. „Im Prinzip könnte man die Osteopathin schon im Kreißsaal mithaben“, sagt Monika Ebner augenzwinkernd. Die ausgebildete Physiotherapeutin und Kinderosteo-

pathin hat viele Babys und Kinder in Behandlung. Müttern, die gleich nach der Geburt einen Termin wollen, gibt Ebner den Rat, abzuwarten, wie die Geburt verläuft. „Die Natur hat es schon so eingerichtet, dass alles klappen kann. Es kann auch von alleine funktionieren“, versucht Ebner die Kirche im Dorf zu lassen. Ein Check-up sei trotzdem nie verkehrt. Denn auf dem Weg durch den engen Geburtskanal können Babys sich verspannen. Ihre zarten Schädelknochen oder Halswirbel können sich verschieben, was Nerven und Gefäße einengt und von Schiefhals bis Saugstörungen viele Beschwerden unterschiedlicher Intensität befördern kann. Warum Osteopathie? Die Gründe, warum bei Babys eine osteopathische Behandlung empfohlen wird, sind vielfältig. „Eigentlich kann man mit allem kommen, und es gibt keine klassischen Ausschließungskriterien“, so die gebürtige Oberösterreicherin, die in Bisamberg (NÖ) und Wien praktiziert. „Statistisch gesehen haben aber typische

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Essen und Gesundheit

© Privat (1), Fotolia (2)

Symptome wie Koliken, Still- oder wird zunächst eine ausführliche Schlafprobleme die beste HeilungsAnamnese (Erhebung der Krankenquote“, zählt sie ihre Top-3-Begeschichte) gemacht. „Ich frage ab, wie die Symptome verlaufen, wann handlungsfelder auf. Bei größeren Kindern kommen Haltungsprobleme sie auftreten, welche Haltung das und Entwicklungsverzögerungen Baby dabei hat, ob es sich wieder hinzu, auch Neurodermitis, bei der beruhigen lässt“, zählt Monika die Quote allerdings nicht so gut sei. Ebner auf. Teil ihrer Erhebung ist Vier Buchstaben, die in Zusammenaußerdem das genaue Studium hang mit Baby-Osteopathie immer des Mutter-Kind-Passes sowie häufiger auftauchen, sind KISS. Für Fragen zur Schwangerschaft und r ne Eb Monika diese sogenannte „kopfinduzierte zur Geburt. Nach dieser ersten herapeutin ist ausgebildete Physiot Symmetriestörung“ gibt es eine meBestandsaufnahme folgt die und Kinderosteopathin. dizinische Definition und Diagnose, mechanische Untersuchung, die nicht nur anhand der Symptome bei der die Beweglichkeit der gestellt werden kann. „Das ist ein Gelenke oder das Vorhandenbisschen eine Modediagnose. Ohne Röntgen ist das KISS-Synsein von Reflexen angeschaut wird. „Oft drom aber nicht medizinisch valide zu diagnostizieren“, erklärt sieht das von außen nicht nach viel aus“, Ebner. Röntgenuntersuchungen bei Neugeborenen mache man weiß Ebner um ein Vorurteil gegenüber wiederum nicht, wenn es nicht unbedingt sein müsse. Komme der Osteopathie Bescheid. Die Behandeine Mutter mit Nachwuchs zu ihr, der KISS-Anzeichen wie Überlung ist aber mehr als „Handauflegen“. strecken oder Stillprobleme aufweise, könne sie aber auf jeden „Ich fühle die Spannung im Gewebe, Fall diese Symptome behandeln. entdecke Ungleichgewicht und versuche Abweichungen sanft zu korrigieren“, Heilende Hände klärt die erfahrene Osteopathin auf. Wie der Ausdruck „manuelle Technik“ bereits suggeriert, wird Die Bewertung dessen, was sie bei der in der Osteopathie sowohl bei Diagnose als auch Behandlung Berührung spürt, beruht auf langjährigen mit den Händen gearbeitet. Die Therapieform beruht dabei Erfahrungswerten und nicht zuletzt auch auf einem philosophischen Konzept, das sich an der Ganzheit auf einer fundierten Ausbildung. Nach des Menschen orientiert. Dies ist bereits bei der Osteopathieder Physioakademie in Steyr machte Ausbildung relevant, denn Osteopath(inn)en müssen KenntEbner ein Jahr lang eine Kinesiologienisse über Anatomie, Physiologie und Biomechanik haben, Ausbildung und anschließend einen um Zusammenhänge zu erkennen, die zu den jeweiligen mehrjährigen Lehrgang zur Osteopathin Krankheitsbildern führen können. Bevor „Hand angelegt“ wird, sowie einen Masterlehrgang und die um ein Wechselspiel von Struktur und Funktion zu sehen oder Spezifizierung zur Kinderosteopathin an zu erkennen, ob das Zusammenspiel von Knochen, Gelender Wiener Schule für Osteopathie. ken, Gewebe und Organen etwa nicht in Balance ist – was unerwünschte Auswirkungen auf das gesamte System hat –, Reaktion Während der Behandlung lässt sich nicht jedes Kind gleich gern von einer fremden Hand angreifen. Für diese Fälle hat Monika Ebner gute Optionen. „Die Mutter darf das Baby natürlich zum Stillen anlegen

Osteopathie setzt sich aus zwei altgriechischen Wörtern zusammen: „ostéon“ (deutsch: Knochen) und „pathos“ (deutsch: Leiden). Keineswegs ist damit aber das Knochenleiden gemeint. Vielmehr sah Andrew Taylor Still, der Begründer der Osteopathie, den Knochen als Ausgangspunkt pathologischer Zustände. Erst später erkannte er, dass nicht nur Knochen, sondern auch das Verbindungsgewebe zwischen Organen, Muskeln, Sehnen und Bändern für Dysfunktionen sorgen kann.

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oder aber auf jeden Fall selbst tragen, damit es sich nicht zu sehr aufregt.“ Auf keinen Fall nähme sie ein Kind gegen dessen Willen von der Mutter weg, wie auch sonst die gesamte Behandlung immer in Absprache mit den Eltern geschieht. Dafür, dass die Behandlung ohne dramatische Kniffe und Griffe auskommt, sind die Reaktionen der ( jungen) Patient(inn)en allerdings beachtlich. Nach der Behandlung kommt es selten zu einer „Erstverschlimmerung“. Deshalb sei es wichtig, die Eltern darüber aufzuklären, dass das Kind mit vermehrten Symptomen reagieren kann. „Besonders wenn das Kind etwas ausbrütet, kann die Krankheit nach einer Behandlung schnell ausbrechen, ist dann oft sehr heftig, aber kurz. Aber was raus muss, muss raus“, so Ebner. Häufiger treten jedoch deutliche Verbesserungen auf, manche nach wenigen Wochen. Die Mehrheit reagiert gleich positiv. Die Symptome sind wie „weggezaubert“. Durchschnittlich sind bei Babys und Kleinkindern ein bis drei Besuche in der osteopathischen Praxis notwendig. Beim Ersttermin sollte man sich mindestens eine Stunde Zeit nehmen. „Effektiv arbeite ich mit den Händen am Kind aber zwischen 15 und 30 Minuten, je nach Problem und Reaktivität des Gewebes“, gibt Ebner Einblick. Beim

Interview

© Anette Friedel (1), Fotolia (2)

Essen und Gesundheit

Folgetermin könne man mit einer halben Stunde rechnen. Was sie Eltern gerne mit auf den Weg gibt, sind „Handling“Ratschläge, etwa bei Bauchweh oder Asymmetrie. „Ich erkläre ihnen dann, wie sie das Kind am besten tragen, wie sie es hinlegen, lagern oder drehen, wenn ein Positionswechsel gemacht wird.“ Babys sollten von Anfang an in verschiedenen Positionen gelagert werden und nicht nur auf dem Rücken oder nur auf dem Bauch liegen. „Meist sind es Handling-Probleme

der Eltern, die vermieden werden können, bevor sie überhaupt einen Osteopathen brauchen“, vermutet sie. Interessierte Eltern finden am besten zu einer qualifizierten Osteopathin oder einem Osteopathen, wenn sie auf die Website des Osteopathischen Zentrums für Kinder (www.ozk.at) schauen. Hier wird eine Liste der ausgebildeten oder sich in Ausbildung befindlichen Kinderosteopath(inn)en geführt.

„Beweglichkeit und Spannung hängen immer zusammen“ Karin Stadler

ist Kinderosteopathin in Hörsching (OÖ), www.stadler-osteopathie.at

Warum kommen Eltern mit ihren Babys zu Ihnen? Karin Stadler: Viele kommen mittlerweile einfach zum Durchchecken. Die andere Gruppe sind jene, deren Kinder ständig schreien und wo die Eltern nicht mehr wissen, wie sie mit dem Kind umgehen sollen und die ganze Familie gestresst ist. Es ist dann gut, jemand Objektiven draufschauen zu lassen. Ein anderer häufiger Grund ist Asymmetrie. Die sollte man frühzeitig behandeln, damit das Kind bestimmte Kopf- oder Rumpfpositionen nicht als „für sich normal“ im Gehirn einspeichern soll. Wie läuft die Behandlung ab? Wenn Sie zum allerersten Mal kommen, ist eine Befundaufnahme notwendig. Dann geht es darum, die motorische Entwicklung

anzuschauen. Danach kommt die osteopathische Untersuchung: Wie ist die Beweglichkeit der Gelenke, der Organe? Beweglichkeit und Spannung hängen immer zusammen. Das sind Wahrnehmungen, die die Osteopathin dann feststellen kann. Mittels – verzeihen Sie den Ausdruck – Handauflegen? Die Hand liegt schon drauf, ja, aber dann mache ich ganz kleine Bewegungen, um festzustellen, welche Richtung der Bewegung nicht ganz frei ist. Es geht immer darum, dass es die freie Bewegung in alle Bewegungsrichtungen gibt. Das sind aber ganz kleine, feine Bewegungen, die man von außen nicht sieht. Das schaut aus wie Handauflegen, ist aber ein gezieltes Auswerten von der Bewegungsrichtung – jener, die frei ist oder die eingeschränkt ist. Wie viele Behandlungen braucht es? In manchen Fällen genügt eine Behandlung. Ich mache gerne eine zweite Behandlung, weil man dann sieht, wie das Kind reagiert hat, was das Gewebe ausdrückt. Beim zweiten Termin behandle ich auch die Mama mit, weil Mama und Kind im ersten Lebensjahr und besonders in den ersten acht Wochen so eng sind, dass sich sehr viel von der Mama auf das Kind überträgt.

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Essen und Gesundheit

Mama, das juckt so!

© Eucerin (1), Fotolia (1), Barbara Nidetzky (1)

20 Prozent aller Kinder unter drei Jahren sind von der Hauterkrankung Neurodermitis betroffen. Im Kampf gegen den Juckreiz haben wir Neurodermitis-Expertin Dr. Verena Beck und Eltern von geplagten Kids befragt, wie man den Kleinen helfen kann. von tanja holz

Carina & Patrick mit Lena (3) Lena hatte schon als Baby sehr empfindliche und trockene Haut, doch mit knapp 1 ½ Jahren entwickelte sie Ekzeme an den Händen und Füßen. Unser Hautarzt diagnostizierte sofort Neurodermitis und verschrieb uns für den ersten Schub Cortison und danach Pflegecremes aus der Apotheke. Eine leichte Besserung war zwar bemerkbar, aber erst mit einer Ernährungsumstellung bekamen wir das Problem wirklich gut in den Griff. Der Weg dahin war mühsam, und wir probierten wirklich vieles aus. Weder homöopathische Therapien noch Bioresonanz halfen uns. Erst als wir selbst anfingen, Lebensmittel auszutesten, fanden wir heraus, dass der Verzicht auf Kuhmilch und Weizen eine Besserung bringt. Lena ist jetzt seit fast einem Jahr schubfrei. Das tägliche Eincremen nehmen wir trotzdem sehr genau, es gehört einfach zu unserer Routine. Sophie mit Lukas (6) Ich selbst hatte als Jugendliche einige Zeit mit Neurodermitis zu kämpfen, trotzdem bereitete mich das nicht wirklich auf den Kampf mit dem ständigen Juckreiz bei Lukas vor. Nach zahllosen schlaflosen Nächten

und blutig gekratzter Haut haben wir es nun endlich mit einer TCM-Ernährungsumstellung halbwegs in den Griff bekommen. Zusätzlich schmieren wir natürlich brav die vom Hautarzt verschriebenen Cremes, und ich achte penibel darauf, nur Waschmittel ohne Duftstoffe zu benutzen. Das Schwierigste ist es aber, den Teufelskreis JuckenKratzen-Jucken zu durchbrechen. Hier hilft bei uns das Kühlen mit Cool-Bags, und unterwegs habe ich immer einen Thermalwasserspray dabei. Konrad & Jana mit Emil (3) und Lilliana (6) Neurodermitis ist in unserer Familie sehr verbreitet, darum wussten wir sofort, was Sache ist, als bei Lilliana und Emil die ersten

Schübe einsetzten. Da der Krankheitsverlauf aber bei jedem unterschiedlich ist, hat es natürlich trotzdem eine Weile gedauert, bis wir die richtige Lösung für unsere beiden Kids hatten. Bei den Cremes muss man sich einfach durchtesten, und auch die sonstigen Trigger sind bei beiden unterschiedlich. Während Emils Neurodermitis sich auf Armbeugen und Kniekehlen beschränkt und mit Cremes gut kontrollierbar ist, schaut es bei Lilli schon schwieriger aus. Besonders Stress ist hier ein wesentlicher Faktor, und wir kämpfen immer noch damit, die Neurodermitis richtig in den Griff zu bekommen. Derzeit probieren wir es gerade mit histaminarmer Ernährung und hoffen, hier endlich Erfolge zu erzielen.

TIP P S & T RIC KS G E G E N DE N J U C KR E IZ • Mullkompressen in kalten Schwarztee tauchen und auf die entzündeten Stellen tupfen. • Kleidung mit mildem Waschmittel ohne Farb-, Konservierungs- und Duftstoffe waschen und auf nicht kratzende Baumwollmaterialien achten. • Fingernägel kurz schneiden und sauber halten, um Verletzungen durch Kratzen zu minimieren. • Duschen und Baden nur in lauwarmem Wasser (35° C), maximal 15 Minuten. • Nach dem Duschen oder Baden die Haut sanft trockentupfen, ohne zu rubbeln. • Kinderzimmer nicht zu stark aufheizen. Zum Schlafen sind 18° C ideal.

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Essen und Gesundheit

Interview

Dr. Verena Beck ist Fachärztin für Dermatologie mit Schwerpunkt Kinderdermatologie und Neurodermitis-Beratung und selbst Mutter von zwei Kindern. www.verenabeck.at

Was ist Neurodermitis eigentlich genau? Verena Beck: Neurodermitis (auch atopische Dermatitis genannt) ist eine Hauterkrankung, die mit extrem trockener Haut, Juckreiz und schubweisen Exzemen einhergeht. Bis zu 20 Prozent aller Kinder unter drei Jahren sind betroffen, und die ersten Anzeichen zeigen sich meist um den dritten Lebensmonat. Bei bis zu etwa zwei Dritteln der Betroffenen klingen die Entzündungen der Haut noch in der Kindheit spontan ab, wobei oft eine generelle Hautempfindlichkeit weiter besteht. Neurodermitis geht mit einer Störung der natürlichen Hautschutzbarriere Die Basistherapie bei Neurodermitis ist das tägliche Eincremen der Haut mit Pflegeprodukten aus der Apotheke, die den Wiederaufbau der Hautschutzbarriere fördern.

einher, die die Feuchtigkeitsversorgung der Haut gewährleistet. Es fehlt der Haut insbesondere an Lipiden, wodurch sie Wasser verliert und für Allergene durchlässiger wird. Auch das Mikrobiom – der mikrobielle Schutzmantel der Haut – ist ausschlaggebend für die Erhaltung der Barrierefunktion. Ist diese gestört, können Allergene leichter eindringen, und die Haut beginnt zu spannen und zu jucken. Durch Kratzen wird der Zustand der Haut zusätzlich verschlechtert. Wie erkennt man als Eltern den Unterschied zu sensibler, trockener Haut? Wir leben in einer Zeit, in der wir uns zu viel und zu lange waschen. Die Haut wird dadurch entfettet und der normale pH-Wert gestört, was besonders bei empfindlicher Haut zu Trockenheit führen kann. Die Grenzen zwischen sensibler, trockener Haut und Neurodermitis sind fließend. Um herauszufinden, ob es sich bei der immer leicht geröteten und trockenen Haut des Kindes nur um eine momentane Irritation handelt oder um chronische Neurodermitis, sollte ein Facharzt aufgesucht werden. Sowohl Umweltfaktoren als auch eine genetische Prädisposition spielen eine große Rolle, ob ein Kind an Neurodermitis erkrankt. Kinder, deren Eltern ebenfalls an Neurodermitis leiden, haben erhöhte Chancen, die Krankheit zu entwickeln. Oft tritt Neurodermitis auch gemeinsam mit anderen Allergien wie Heuschnupfen oder allergischem Asthma auf.

Welche Faktoren können Neurodermitis begünstigen? Es gibt bestimmte Trigger-Faktoren, die die Hautsituation verschlechtern können. Extreme Hitze und Schwitzen oder Kälte und trockene Luft begünstigen Neurodermitis-Schübe. Auch zu ölige und fettige Pflegeprodukte und Duftstoffe können die Haut reizen. Kleidungsstücke wie Wolle und Polyester können ebenfalls für ein Ungleichgewicht der Haut sorgen. Was kann man als Eltern tun, um die Kinderhaut so wenig wie möglich zu reizen? Zum einen sollte Babyöl vermieden werden, da dieses die Haut verstopfen kann. Zum täglichen Duschen und Baden sollte bei Neurodermitis generell nur reines, lauwarmes Wasser verwendet werden, um die Keime wegzuspülen. Danach ist es wichtig, die Haut mit den richtigen Pflegeprodukten einzuschmieren. Um das Kind zum Einschmieren zu animieren, kann ein spielerischer Ansatz helfen. Zum Beispiel können mit der Creme Gesichter auf die Haut aufgemalt werden, und auch die Vorbildhaltung der Eltern und Geschwister spielt eine große Rolle. Ziel ist es, das Eincremen zur gleichen Routine wie das Zähne putzen zu machen. Spielt die richtige Ernährung eine Rolle bei Neurodermitis? Besteht der Verdacht auf eine Unverträglichkeit, sollte diese ärztlich abgeklärt werden, denn eine Allergie kann Neurodermitis durchaus verschlechtern. Um das Risiko einer Nahrungsmittelallergie zu minimieren, sollten Eltern bereits ab dem fünften Monat mit der Beikost beginnen. Der frühe Kontakt mit der Mundschleimhaut ist gut, und es sind auch gar keine großen Mengen nötig. Wenn das Kind nicht essen möchte, reicht es schon aus, einfach den Finger in den Brei einzutauchen und abschlecken zu lassen. Wie bringe ich mein Kind dazu, nicht dauernd zu kratzen? Zuerst sollte man genau erklären, dass Kratzen nur kurzzeitig angenehm ist und die Hautsituation noch mehr verschlechtert. Ist der Juckreiz gar nicht mehr auszuhalten, kann statt Kratzen als Alternative nur Reiben ausprobiert werden. Auch Einschmieren bringt eine Linderung, und der Einsatz von Cool-Bags kann ebenso helfen. Cortison dient als Auffangnetz bei starken Schüben und sollte nur mit Maß, Ziel und unter genauer Anleitung vom Arzt angewendet werden. w i n t er 2018 /19 |

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Essen und Gesundheit

Salbei-Hustenbonbons Salbei hilft bei trockenem Husten und Reizhusten, außerdem wirkt er hervorragend gegen Halsschmerzen. Warum nicht auch Zuckerln daraus machen ...? Claudia Schauflinger: Bäuchlein-Öl & Zwiebelsocken. Kindgerechte Hausmittel Schritt für Schritt; Facultas/Maudrich, € 18,90 Ob bei Erkältungskrankheiten, Fieber, Bauchweh, kleinen Unfällen und Wehwechen oder Kopfschmerzen: Hausmittel können im Familienalltag oft Linderung schaffen. Hier findet man praktische Tipps und natürliche Rezepte mit Zutaten, die immer verfügbar sind. Unkompliziert, kindgerecht und ganz ohne Nebenwirkungen! Die Autorin veranstaltet regelmäßig Workshops und hält Vorträge in Wien und Wien Umgebung. Mehr Informationen: www.kinderhausmittel.com

Zutaten (für ca. 20 Bonbons)

ndvoll Bio-Rohrzucker * Eine kleine Ha hwertiger Bio-Honig * 2–3 Esslöffel hoc bei aus dem Garten oder * Getrockneter Sal Drogerie wa biologische Tee re aus der ack chm Ges h nac je ft, nsa * Zitrone zum Wälzen ver pul r Stevia * Staubzucker ode , eine rser Mö r ode r sse Me : * Küchengeräte kpapier Bac ffel, beschichtete Pfanne, Kochlö

Zubereitung Vorsicht: Die Zuckermasse nicht berührern, sie ist extrem heiß! 3 Die Tropfen – also die zukünftigen Bonbons – werden natürlich nicht ganz gleichmäßig, also nicht wie Bonbons aus der Fabrik aussehen. Das macht nichts. Sie müssen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Man kann sie während des Auskühlens, also wenn sie noch ein bisschen weich sind, auch zu Kugeln drehen. Hier hilft es, wenn man die Finger dazu mit Wasser anfeuchtet. 4 Zum Schluss kann man die Zuckerln noch in Staubzucker oder Steviapulver wenden, damit sie beim Aufbewahren nicht so aneinanderkleben. Wenn man sie kühl lagert, ist das aber nicht unbedingt nötig.

TIPP Um den Topf und das benötigte Geschirr anschließend vom erstarrten Zucker zu reinigen, einfach heißes Wasser aus dem Wasserkocher einfüllen. Das löst den fest gewordenen Zucker rasch wieder auf. VARIANTE Getrockneten Thymian statt Salbei verwenden. Thymian ist ein bewährter Schleimlöser, macht Husten produktiv und erleichtert damit das Abhusten. GEWUSST? Als entzündungshemmendes Heilmittel wurde Honig schon in der Antike eingesetzt. Er kann äußerlich bei Wunden, aber natürlich auch innerlich hilfreich sein. Bei einer Halsentzündung kann man über den Tag verteilt Honig lutschen oder ihn zu Halsbonbons hinzufügen. Das verhindert die Vermehrung von Bakterien und hilft der wunden Schleimhaut dabei, rasch abzuheilen. Doch Honig allein ergibt noch keine Bonbons, die gelutscht werden können. Kühlt der im Honig enthaltene Zucker jedoch ab, macht er die Bonbons fester und sorgt für die passende Konsistenz der Bonbons.

© Facultas/Maudrich Verlag (2)

1 Den Zucker in die beschichtete Pfanne geben und langsam karamellisieren. Vorsicht: Erst dauert es lange und man denkt: „Da passiert nichts!“ Plötzlich schmilzt der Zucker aber sehr rasch. Dann den Honig dazugeben und die Herdplatte bereits aussschalten. Die Restwärme der Pfanne reicht, um den rasch schmelzenden Honig mit der Zuckermasse zu vermengen. Dann die gehackten bzw. gemörserten Kräuter und, wenn gewünscht, den Zitronensaft unterrühren. Zitronensaft wirkt desinfizierend, schmeckt gut und enthält Vitamin C, macht die Bonbons allerdings noch etwas weicher. 2 Die Zucker-Kräuter-Masse nun mit einem Löffel entnehmen und auf das vorbereitete Backpapier auftropfen. 70 | w i n t er 2018 /19

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Tipi-Familienkino und

präsentieren den Familienfilm

DIE UNGLAUBLICHEN ABENTEUER VON BELLA Kino

Ihr wollt dabei sein, mit eurer ganzen Familie? Dann sendet uns ein E-Mail mit der benötigten Ticketanzahl an kino@tipimagazin.at und erlebt den Familienspaß DIE UNGLAUBLICHEN ABENTEUER VON BELLA. Die Ticketvergabe erfolgt nach Verfügbarkeit. Wer exklusiv dabei ist, bekommt bis spätestens Freitag, 11.01.2019 eine Bestätigung per E-Mail.

Wann: Sonntag, 20. Jänner 2019 Kar tenabholung: 10 Uhr Filmbeg inn: 11 Uhr Wo: Village Cinema Wien Mit te, Landst raßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien

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Essen und Gesundheit

Erleben von Gemeinsamkeit Essen dient nicht nur der Nahrungsaufnahme. Es ist ein wesentliches Ritual im Familienalltag. Warum das gemeinsame Familienessen so wichtig ist und was Kinder dabei lernen können, erzählt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal vom österreichischen Institut für Familienforschung im Interview. von inez ardelt

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal ist Institutsvorstand am Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien und leitet das Österreichische Institut für Familienforschung. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. www.mazal.at Warum ist das gemeinsame Familienessen so wichtig? Wolfgang Mazal: In jeder Beziehung ist gemeinsames InterEssen eine Chance zum Erleben view von Gemeinsamkeit. GemeinFamilien mit Kindern geringer ist samer Nahrungskonsum trägt als in der vorigen Generation, zur Entwicklung gemeinsamer ist es naheliegend, dass die Gewohnheiten, zur Erfahrung gegenseiFamilienmahlzeiten zurückgehen. tiger Wertschätzung und des VerwöhAls Auslaufmodell würde ich die Familinens, zum gemeinsamen Gespräch und enmahlzeit aber dennoch nicht bezeichzum Meinungsaustausch bei. Insofern nen, weil sie nach wie vor geschätzt ist Essen auch für die Familien eine wird. Und oft kann man feststellen, dass Chance, die innerfamiliären BeziehunFamilienmahlzeiten, wenn sie möglich gen zu vertiefen. Für das Familienessen sind, geradezu zelebriert werden. Am typisch ist eine Beziehungsdimension, Wochenende nimmt man sich dann gerdie an anderen Orten meist nicht erfahne ausführlich Zeit, um das Gemeinsame ren werden kann. In der Familie, in der beim Essen zu erleben. intergenerational gelebt wird, kann man beim Familienessen die Erfahrungen von Wie lässt sich die gemeinsame EssensAlt und Jung austauschen. Hier liegt die kultur in der Familie aufrechterhalten? wichtige Chance des intergenerationalen Vorrangig braucht es den Willen dazu, Kultur- und Wissenstransfers, der struktudas gemeinsame Essen als Zeit des rierten Begegnung zwischen AngehöriInnehaltens und der Kommunikation gen unterschiedlicher Generationen und zu schätzen. Wem es ein Anliegen ist, damit auch eine Chance, Verständnis für gemeinsam zu essen, der wird die Zeit Angehörige aus mehreren Generationen finden. Aus meiner Sicht ist aber auch zu gewinnen. ein gewisses Mindestmaß an Kultur wichtig. Das lateinische Wort „colere“, Laut Statistik werden immer mehr das ja der Ursprung des Wortes „Kultur“ Mahlzeiten außer Haus eingenommen. ist, bedeutet, dass man diese Handlung Überspitzt gefragt: Sind Familienmahlauch „pflegen“ muss. Ein in diesem Sinn zeiten ein Auslaufmodell? „gepflegtes“ Ambiente und Geschirr, In einer Gesellschaft, in der Familienmitein schön gedeckter Tisch, qualitative glieder unterschiedliche Arbeitszeiten Zutaten, ästhetisch zubereitete Speisen, haben, in der Kinder tagsüber oft in passende Getränke, Gesprächs- und Betreuung sind und in der die Zahl von Essgewohnheiten, die Wertschätzung

für die Speisen und deren Zubereitung sowie Rücksicht auf die Teilnehmenden tragen wesentlich dazu bei, dass man sich bei dieser Form der Begegnung wohlfühlt und sie aufrechterhalten will. Nahrung ist bereits vor der Geburt eines Babys ein großes Thema: Wie ernähre ich mich während der Schwangerschaft? Es geht nahtlos weiter, wenn das Kind auf der Welt ist: Wann füttere ich zu – und was? Oder entscheide ich mich doch lieber für „BLW“ (Baby lead Weaning)? Darf mein Kind Fleisch essen? Ist vegane Ernährung bei Kleinkindern gesundheitsgefährdend etc. – die Liste könnte unendlich fortgesetzt werden. Denn, so lebensnotwendig Essen ist, so viel Konfliktpotenzial birgt es auch. Wie lässt sich dies umgehen? Wie in vielen Fragen geht es auch hier um das Finden der Mitte zwischen Extremen. Sobald Essen oder bestimmte Trends zwanghaft gelebt werden, besteht die Gefahr, dass das Essen zur Konfliktquelle wird, anstatt eine Quelle der freudigen Begegnung zu sein. Die Zunahme von Essstörungen und geradezu zwanghaft ausgelebter Fixierung auf bestimmte Ernährungstrends ist für mich Zeichen mangelnder Freude, ja auch mangelnder Lebensbejahung! Essen ist ja nicht nur Konsum von Nahrung zur Aufrechterhaltung der physischen Existenz. Lebensmittel tragen zur Erhaltung des menschlichen Lebens auch als kulturelle Erfahrung bei. Positiv erlebte Esskultur muss immer mit Lebensfreude verbunden sein und zu Lebensfreude beitragen! Dies gelingt mit bewusster Gestaltung von Vielfalt und Ausprobieren besser als mit jakobinischer Freudlosigkeit und neurotischer Fixierung. Je älter Kinder werden, desto schwieriger ist es, sie für Familienrituale zu gewinnen. Gibt es Tipps, Teenagern

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© Christine Geserick (1), Fotolia (1)

Essen und Gesundheit

die Kommunikation mit den Eltern im wahrsten Wortsinn „schmackhaft“ zu machen? Ich halte es für wichtig, Heranwachsenden eigenen Erfahrungsraum und eigene Verantwortung beim Essen zu geben: Kinder dürfen sich Speisen wünschen, sollten aber auch neugierig bleiben, Ungewohntes zu probieren. Von klein auf sollten Kinder in die Zubereitung von Speisen eingebunden werden

und schrittweise Verantwortung für die Gestaltung des Esstisches und des Gesprächs übernehmen. Ebenso ist die „Nacharbeit“ wichtig und sollte auch Aufgabe von Heranwachsenden sein. Wenn Kinder das Essen als ein gemeinsames Projekt erleben, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie sich als Teilnehmende erfahren und nachhaltig am gemeinsamen Erleben interessiert bleiben. Wer sich hingegen bloß als Konsument einer

FAKTEN UND ZAHLEN Anteil der 11- bis 17-jährigen Schüler/-innen, die tägl. mit Mutter und/oder Vater Abendessen... 36,4 % Anteil der 11-jährigen Schüler/-innen, die täglich mit Mutter und/oder Vater Abendessen ............57,3 % Anteil der 17-jährigen Schüler/-innen, die täglich mit Mutter und/oder Vater Abendessen ...........18,9 % Außer-Haus-Verzehr bei Jugendlichen (15–18) 1992 ........................................................................................16 % Außer-Haus-Verzehr bei Jugendlichen (15–18) 2009 ......................................................................................25 % Außer-Haus-Verzehr bei Kindern (bis 14) 1992 ......................................................................................................7 % Außer-Haus-Verzehr bei Kindern (bis 14) 2009 ................................................................................................... 17 % Anteil der Frauen, die zu Hause Abendessen ....................................................................................................86 % Anteil der Männer, die zu Hause Abendessen ....................................................................................................81 % Quellen: WHO-HSBC-Survey 2014, Statistik Austria, Österr. Ernährungsbericht 2017

fremdbestimmten Situation erlebt, wird zum reinen „Mitesser“ degenerieren. Eine Karikatur der modernen Familie beim Esstisch würde jedes Mitglied – vom Kleinkind bis zu den Eltern – mit einem Smartphone oder Tablet in der Hand zeigen. Welchen Einfluss haben elektronische Geräte auf das gemeinsame Essen? Es ist ein ständiges Bemühen, den richtigen Umgang mit diesen Instrumenten zu finden. Sie können auch am Esstisch hilfreich sein, um im Gespräch auftauchende Fragen zu klären; führen sie allerdings zu plötzlichen Unterbrechungen des Geschehens, sind sie störend. Die Bereitschaft und Fähigkeit, abzuschalten ist ein wichtiges Signal der Wertschätzung für die Anwesenden und die Bedeutung der Situation. Eine ganz besondere Erfahrung habe ich einmal in einem Pflegeheim gemacht: Wenn eine Familie beim Mittagessen am Sonntag eine hochbetagte Angehörige, die in einer entfernten Institution betreut wird, über Videostreaming am Tablet in die Essensgemeinschaft einbezieht, ist das ein positiver Effekt neuer Technologien! w i n t er 2018 /19 |

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Bitte frisch gekocht!

In der schnelllebigen Zeit von heute, oftmals mit zwei berufstätigen Elternteilen oder alleinerziehenden Müttern und Vätern, ist manchmal einfach zu wenig Zeit, um Lebensmittel aus vertrauenswürdiger Quelle frisch und schonend zuzubereiten. Trotzdem sind die Ansprüche an das Familienessen hoch: Möglichst gesund soll es sein, am besten aus hochwertigen, biologischen Zutaten. Und der Geschmack darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Spätestens da sind Eltern auf der Suche nach unkomplizierten Alternativen zum Selberkochen bisher ange-

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© eMotionForce / Georg Spandl (1), Zara (2), Wikimedia (3)

Wer Kinder hat, weiß: Oft kann das Essen gar nicht schnell genug am Tisch stehen. Gesund soll es trotzdem sein – und schmecken! So wie die neuen Bio-Familiengerichte von Ja! Natürlich.

standen. Denn mal ehrlich: ConvenienceFood und Fertigprodukte lassen sich mit dem elterlichen guten Gewissen oft nur schwer vereinbaren. Hier setzt Ja! Natürlich mit fünf neuen Familiengerichten an. Apfelschmarrn, Schinkenfleckerlauflauf, Würstelgulasch, Dinkelreis mit Gemüse und Mini-Gnocchi können mit bestem Gewissen aufgetischt werden. Sie sind mit Sorgfalt frisch gekocht, aus reinsten Bio-Zutaten aus

nachvollziehbarer Herkunft – garantiert palmölfrei und ohne Geschmacksverstärker. Zum Einsatz kommen in der Verarbeitung vorrangig Ja! Natürlich-Produkte, wie es sie auch einzeln zu kaufen gibt. Kein Wunder, dass Schinkenfleckerl, Würstelgulasch und Co. Selbstgekochtem geschmacklich um nichts nachstehen – und möglicherweise schon bald auf der Liste der Lieblingsspeisen vom Nachwuchs stehen. Soll uns nur recht sein!

Schnell zubereitet, dabei trotzdem frisch und bio: Die neuen Gerichte von Ja! Natürlich gibt es im Kühlregal bei BILLA, MERKUR und ADEG.

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Essen und Gesundheit

Oh du Fröhliche!

Egal, ob mit Kindern oder alleine: Nichts gehört zur Vorfreude auf Weihnachten mehr dazu als Kekse backen. Diese drei Keksklassiker sorgen für Keksduft im ganzen Haus und eine schöne Weihnachtszeit. von michaela titz / littlebee.at

Vanillekipferln

1. Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten, anschließend zu einer Kugel formen und im Kühlschrank ca. 30 Minuten rasten lassen. 2. Teig nochmals gut durchkneten und zu einer langen Schlange rollen. Stücke anschneiden und zu ca. fingerdicken Vanillekipferln wuzeln. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Etwas Abstand lassen. 3. Im vorgeheizten Backofen bei 175° C Umluft 10–12 Minuten backen. 4. Die noch warmen Vanillekipferln in der Zuckermischung wälzen.

© Michaela Titz / littlebee.at

ZUTATEN FÜR 2 BLECHE 250 g glattes Mehl 80 g Staubzucker 200 g kalte Butter 100 g geriebene Mandeln 1 Pk. Vanillezucker zum Wälzen: 1 Pk. Vanillezucker 4 EL Staubzucker

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Mürbteigkekse ZUTATEN FÜR 2 BLECHE 150 g glattes Mehl 50 g Staubzucker 1 Pk. Vanillezucker 1 Dotter 100 g kalte Butter 1. Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und anschließend ca. 30 Minuten im Kühlschrank rasten lassen. 2. Teig nochmals gut durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen. Kekse ausstechen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech im vorgeheizten Backofen bei 180° C Umluft ca. 10 Minuten backen. 3. Die Kekse können anschließend verziert, mit Marmelade gefüllt oder in Schokolade getunkt werden.

Engelsaugen ZUTATEN FÜR 2 BLECHE 375 g glattes Mehl 250 g kalte Butter 4 Dotter 125 g Staubzucker 1 Pk. Vanillezucker Marmelade zum Befüllen 1. Zutaten rasch zu einem glatten Teig verarbeiten und im Kühlschrank ca. 30 Minuten rasten lassen. 2. Aus dem Teig Kugeln formen. Diese flach drücken und eine kleine Mulde formen. Am besten gelingt dies mit dem Stiel von einem Kochlöffel. 3. Die Engelsaugen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im vorgeheizten Backofen bei 180° C Umluft ca. 10–12 Minuten backen. 4. Sind die Kekse ausgekühlt, werden sie mit Marmelade gefüllt. Dafür 4 EL Marmelade mit 1 EL Wasser in einem Topf unter Rühren erwärmen und anschließend die Engelsaugen damit füllen. Nach dem Auskühlen mit Staubzucker bestreuen.

Der Nikolo kommt!

Anmeldung & Tischreservierung: reservierung@kolarik.at Für jedes Kind unserer Gäste gibt es ein Nikolosäckchen, gefüllt mit Überraschungen & Leckereien – persönlich vom Nikolo mit lobenden Worten überreicht. Dazu eine Speise von der Kinderspeisekarte & ein Kindergetränk.

Sonntag, 2. Dezember 16:00 - 17:30 Uhr

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Freie Zeit Auf zwei Brettern fahren lernen • Wer ist denn Toni? • Da gibt’s was auf die Ohren • Film-Highlights • Schauen, Spielen, Lesen, Hören • Die Sterne, zum Greifen nah • Wünsch dir was! • Basteltipp: Baumbehang

In Deckung!

Gutes Vorbild

– Höher, schneller, weiter htlac lsch bal nee Sch m bei Weltrekord in Kanada ging’s um nichts dergleichen. Hauptsache, möglichst viele Menschen . bewerfen sich mit Schnee 6 201 ner Am 31. Jän waren das 7.681. Uns macht’s ja mit weniger Kontrahenten genauso viel Spaß!

Von der Kinderzeichnung zum Stofftier: Ikea hat aus den Siegerentwürfen des vorjährigen Malwettbewerbs eine fröhlich-bunte Stofftierkollektion gemacht. Das blaue Monster etwa stammt vom 8-jährigen Runar aus Island. Toll: Der Verkaufserlös geht an lokale Hilfsorganisationen, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. www.ikea.at

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© Reima (1), Hersteller (7)

Elefantastisch

Für Pistenflitzer Gutscheine schenken ist oftmals verpönt. Doch dieser hier macht wirklich Sinn – vorausgesetzt, die Beschenkten halten sich gerne in den Bergen auf. Die Ski und Berg Card kann in Ski- und Wandergebieten in ganz Österreich für eine Vielzahl von Leistungen eingelöst werden (je nach Partner-Betrieb z.B. für SeilbahnTickets, Ausrüstungsverleih, Gastronomie, Fun-/Kletterparks etc.). Um € 50,–. www.skiundberg.at

Wem das Elefantenreiten bisher verwehrt blieb, der hat jetzt endlich Gelegenheit dazu: Auf dem Rücken des grauen Dickhäuters lässt es sich lustig schaukeln und gemütlich sitzen. Und als Kinderzimmer-Deko macht er sich auch nicht schlecht ... Von Depot um € 169,–. www.depot-online.com

Es lebe der Sport! Die Wahl der passenden Sportart fürs Kind ist nicht immer leicht. Entscheidungshilfe bietet eine sportmotorische Analyse: Am Ende des 3-stündigen SportAnalytik Events voller Bewegung und Spaß bekommen Kinder von 5 bis 16 maßgeschneiderte Sportempfehlungen für ihr jeweiliges Talent und ihre körperlichen Voraussetzungen. Nächste Termine: 2.12.2018 & 27.01.2019, Universitätssportzentrum Schmelz. Um € 70,–. www.sportanalytik.at

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Bastelspaß in Schönbrunn

Dumper sind wahre Arbeitstiere – beim Transport von Schüttgut im Erdbau, von Asphalt beim Straßenbau oder von Abraum in Steinbrüchen und Kieswerken. Einer der stärksten Dumper, der Volvo A60H, ist neu in der Baumaschinen-Themenwelt von BRUDER. Wie beim großen Vorbild kommt er durch die massive Knicklenkung in Verbindung mit den riesigen Ballonreifen auch im schwierigen Gelände sicher voran. Durch die Dachluke kann eine BRUDER-Figur (nicht enthalten) in der hochmodernen Fahrkabine Platz nehmen; kleine Dumper-Piloten können die originalgetreue, riesige Kippmulde beladen und entleeren. Um € 69,99. www.bruder.de

Adventzeit ist Bastelzeit. Auch im Kindermuseum Schloss Schönbrunn werden noch bis 24. Dezember in der Bastelwerkstatt eifrig Weihnachtsgeschenke gebastelt. Die Ideen dazu stammen vom Schlossgespenst Poldi; die Kinder können sich aussuchen, ob sie einen Schneekönig, eine Schneekönigin, einen Weihnachtsmann oder einen Weihnachtsengel basteln wollen ... oder gleich alle vier? Wer lieber zu Hause bastelt, kann sich ein „Bastelsackerl to go“ mitnehmen. Poldis Weihnachtsbastelwerkstatt für Kinder ab fünf Jahren hat an den Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr und von Montag bis Freitag von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Auch zu Silvester wird im Kindermuseum gebastelt: Am 30. und 31. Dezember von 11 bis 16.30 Uhr. www.kaiserkinder.at

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Baustellen-Profi

Ein Meer aus tausend Lichtern Bereits zum 18. Mal öffnet der Europa-Park in der kalten Jahreszeit seine Pforten – mit 3.000 verschneiten Tannenbäumen, 10.000 Christbaumkugeln und Action für Groß und Klein. Zauberhaft geschmückt und kunstvoll illuminiert ist Deutschlands größter Freizeitpark während der Wintersaison ein ganz besonderes Erlebnis. Dabei kommen Jung und Alt nicht nur in den Genuss eines prachtvollen Winterwunderlands, sondern auch zahlrei-

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cher rasanter Fahrattraktionen in 15 europäischen Themenbereichen – wie wäre es etwa mit einer Fahrt im neu eröffneten „Eurosat – CanCan Coaster“ oder mit einem Flug im „Voletarium“, dem größten Flying Theater Europas? Die Jüngsten können in der JUNIOR CLUB Indoor-Spielewelt auf Fußballbillard, Inflatable, einen Schussgeschwindigkeitsmesser und das Bauen mit Tausenden Kapla-Holzklötzen gespannt sein. Bei Einbruch der Dunkel-

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heit bietet das 55 Meter hohe Riesenrad „Bellevue“ im Portugiesischen Themenbereich einen wundervollen Ausblick. Daneben machen hochkarätige Showformate mit rund 400 internationalen Künstlern wie die „Zirkus Revue“ oder das Kindermusical „Das große Geschenk“, romantische Weihnachtsmärkte und winterliche Leckereien den Europa-Park auch in der kalten Jahreszeit zum idealen Ausflugsziel.

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Freie Zeit

» Das Kind muss zu jeder Zeit selbstständig bremsen können – auch in steilem Gelände. «

Auf zwei Brettern fahren lernen Skifahren macht einfach Spaß – so sehr, dass man es am liebsten mit der ganzen Familie macht. Was aber, wenn es die kleinsten Mitglieder noch nicht können? Ganz einfach: Sie lernen es. von alexander kords Spätestens in den Winterferien gehört es für die meisten Familien in Österreich zum Pflichtprogramm: das Skifahren. Dann stürzen sich Groß und Klein wagemutig den verschneiten Berg hinunter und genießen den Rausch der Geschwindigkeit. Weil aber selbst beim Skifahren noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, muss der Nachwuchs den Umgang mit Brettern und Stöcken erst erlernen. Die Zeiten, in denen der Papa seinem Kind das Skifahren beibringt, sind jedoch vorbei. Stattdessen sollte das zukünftige Ski-Ass unbedingt einen Kurs besuchen. Nur, was ist das richtige Alter dafür? Frühestens mit drei Eine Frau, die das gut einschätzen kann, ist die Landesskilehrerin Julia Ritter aus dem niederösterreichischen Seebenstein. Sie nennt ein Alter von drei Jahren als

Richtwert für den Start in die Ski-Karriere. „Allerdings kommt es sehr auf den motorischen Entwicklungsstand des Kindes an“, weiß Ritter. Schließlich geht es bei manchen Kindern mit dem Laufen schneller, während andere damit etwas länger brauchen. Vom Alter des künftigen Skischülers hängt es unter anderem ab, welcher Kurs gebucht werden sollte. Denn vor allem junge Kinder verlieren recht schnell die Energie und die Motivation. Deshalb sollte der Kurs für drei- bis vierjährige Anfänger nicht länger als drei Stunden am Tag dauern – inklusive Pausen, versteht sich. Weitere Faktoren, die es bei der Wahl des passenden Kurses zu beachten gilt, sind die möglichst separaten Pistenabschnitte, auf denen die praktischen Lektionen abgehalten werden, sowie die Größe der Gruppe, die zehn Teilnehmer nicht überschreiten sollte.

Gewöhnung und Bestechung Noch vor dem Kurs sollte man mit dem Nachwuchs üben, in den Skischuhen zu gehen. Wer selbst Ski fährt, weiß: Die sind steif und schwer – für Kinder noch mehr als für Erwachsene. Die Kleinen sollten sich erst einmal daran gewöhnen, dass sie in den Schuhen weniger Bewegungsfreiheit haben als in ihren Straßenschuhen. So kennen sie das Gefühl schon, wenn der Kurs beginnt. Weil auch vieles andere dann neu und ungewohnt ist, sollte zumindest ein Elternteil in der Nähe bleiben – zumindest so lange, bis der Nachwuchs Vertrauen zum Skilehrer gefasst hat. Fehl am Platz sind dabei selbstverständlich Einmischungen und korrigierende Zwischenrufe. Stattdessen sollte man sich im Laufe der Zeit immer weiter zurückziehen, damit sich das Kind besser auf den Lehrer konzentrieren kann. Dass der meistens

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eine Süßigkeiten bei sich hat, die er zu Motivationszwecken an seine Schüler verteilt, ist übrigens völlig normal. Wenn das eigene Kind nichts Süßes essen soll, dann sollte man dem Skilehrer einen passenden Ersatz mitbringen. Besser mit Probestunde „Fast einer der wichtigsten Punkte“, so Julia Ritter, „ist es, das Kind niemals zum Skifahren zu zwingen.“ Denn hat es keine

Zwei Fragen an Julia Ritter Julia Ritter ist Skilehrerin in Seebenstein, Niederösterreich.

Was beinhaltet die Ausbildung zum/zur Skilehrer/-in? Julia Ritter: Hier muss man unterscheiden, von welcher Ausbildung man spricht. Es gibt den sogenannten Landesskilehrerkurs. Dieser wird von den einzelnen Landesskiverbänden der Bundesländer durchgeführt. Hier gibt es mehrere

Lust auf die Bretter, ist das längst kein Beinbruch. Eventuell wächst der Spaß im Laufe der Zeit, und dann kann ein zweiter Versuch unternommen werden. Um aber nicht den gesamten Kurs bezahlen zu müssen, obwohl der Nachwuchs schon nach der ersten Stunde aussteigt, sollte man sich eine Skischule suchen, die eine kostenlose Probestunde anbietet. „Das bedeutet“, erklärt Ritter, „dass man den Kurs erst bezahlt, wenn man sicher ist, dass das Kind auch mitmachen möchte und kann.“ Geschützter Kopf Ist das der Fall, dann kann mit der Anschaffung der passenden Ausrüstung begonnen werden. Manche Skischulen stellen diese zur Verfügung (oft gegen eine höhere Kursgebühr), in den meisten Fällen muss man Ski, Schuhe und Co. selbst besorgen. Wer sich die durchaus nicht billige Ausrüstung nicht leisten kann oder will, kann sie im Skigebiet ausleihen. Besonderes Augenmerk liegt dabei natürlich auf den Skiern und deren Länge. Die sollte die Größe des Kindes nicht übersteigen, stattdessen am besten bis zum Kinn gehen. Kauft man gebrauchte Skier, dann sollte man diese vor der Benutzung neu wachsen und vor allem die Bindung einstellen lassen. Bei den Skischuhen sollte man darauf achten, dass sie auch mit dicken Socken nicht zu eng sind. Neben Anzug, Mütze, Schal und Handschuhen sollte ein Accessoire nicht vergessen werden: der Helm. Im Gegensatz zu Deutschland, wo der Kopfschutz lediglich empfohlen wird, sind Skifahrer bis 15 Jahre auf heimischen Pisten (mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg) gesetzlich dazu verpflichtet, beim Pistensport einen Helm zu tragen. Bei Missachtung droht den Eltern zwar

Kursteile: den Anwärterkurs, den Landesskilehrer I und den Landesskilehrer II. Zusätzlich dazu gibt es dann noch den Alpinkurs, in dem das Fahren im alpinen Gelände abseits der Piste mit einer Gruppe erlernt wird. Nach diesen vier Teilen ist man Landesskilehrer. Danach könnte man dann noch den staatlich geprüften Skilehrerkurs machen. Als weitere Möglichkeit gibt es dann auch noch Ausbildungen der Universitätssportinstitute (USI) in verschiedenen Städten. Woran erkennt man als Eltern eine/-n gute/-n Skilehrer/-in?

© Atomic / Mirja Geh (2), Privat (1), Reima (1)

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keine Strafe, allerdings könnte sich die Versicherung nach einem Unfall weigern, die anfallenden Kosten zu übernehmen. Es sollte aber generell klar sein, dass es unverantwortlich ist, sein Kind ohne Kopfschutz Skifahren zu lassen. Selbstständige Abfahrt Bevor es nun endlich allein den Berg hinabgeht, müssen einige Punkte unbedingt erfüllt sein, wie Julia Ritter weiß. „Das Kind muss zu jeder Zeit selbstständig bremsen können – auch in steilem Gelände“, sagt sie. „Es muss auch umsichtig fahren können, also auf die anderen Personen auf der Piste achten.“ Außerdem muss es in der Lage sein, sein Tempo zu kontrollieren, die Richtung zu wechseln und nach einem Hinfaller wieder allein aufzustehen. Ist all das gewährleistet, dann wird aus dem einstigen Schüler vielleicht bald ein neuer Marcel Hirscher oder eine neue Anna Veith.

Oje, diese Frage ist wirklich Intersehr schwierig zu beantworten. view Ich würde sagen, es ist wichtig, dass ein Skilehrer die entsprechende Ausbildung hat. Hierzu würde ich mich an etablierte Skischulen halten, da hier eine entsprechende Qualifikation vorausgesetzt werden kann. Zusätzlich ist natürlich neben der fachlichen Kompetenz ganz entscheidend, wie der Skilehrer mit den Kindern umgehen kann. Dies merkt man meistens schon bei der Begrüßung. Beim Kinderskiunterricht ist es nämlich aus meiner Sicht das Allerwichtigste, alles spielerisch und für Kinder ansprechend zu gestalten. w i n t er 2018 /19 |

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Wer ist denn Toni? Die Fangemeinde wächst: In ihren intelligenten wie fantasievollen Kinderbüchern, in denen es um das tägliche Leben von Toni geht, schärft Verena Tschemernjak die Sinne für Geschlechterrollen, Sprache und Toleranz. von peter zirbs In die erste klassische Falle ist der Schreiber dieser Zeilen bereits zu Beginn getappt: Bei Toni muss es sich doch wohl um einen Buben handeln, oder? Doch so kann man sich täuschen; Toni lässt sich nicht in eine Geschlechterrolle drängen – Toni ist nämlich einfach ein Kind und könnte sowohl ein Bub als auch ein Mädchen sein. Doch was sich hier recht theoretisch anhören mag, ist in der Ausführung kreativ und fantasievoll; erhobene Zeigefinger oder ideologische Indoktrination wird man vergeblich suchen – und das ist bereits eine der Qualitäten der Toni-Reihe von Verena Tschemernjak. Die 1989 in Kärnten Geborene ist die Erfinderin des Hauptcharakters. „Ich habe mich im Rahmen meines Studiums sehr stark mit Geschlecht, Geschlechterkonstruktionen und dem Verhältnis von Sprache und Macht auseinandergesetzt. Zu der Zeit habe ich viel geschrieben und mich sprachlich ausprobiert; ich wollte einen Text schreiben, in dem mit den Vorstellungen der Leser_ innen gespielt wird. Das Geschlecht der

Figur sollte nicht relevant sein“, erklärt sie. „Ich hatte mir damals bereits genderneutrale Namen für meine Figur ausgedacht – Toni war einer davon. Das Schreiben fiel mir aber irrsinnig schwer; ehrlich gesagt ist es mir nicht richtig gelungen. Ich habe es damals aus der IchPerspektive geschrieben, und es klang total kindlich. Da kam mir die Idee, ein Kinderbuch daraus zu machen. Irgendwann habe ich nebenbei angefangen zu zeichnen – und plötzlich war Toni da.“ Woher sie kommen, diese Ideen Toni erfährt in den Büchern alltägliche Geschehnisse und Begegnungen, und die können spannend, nachdenklich oder auch einfach lustig sein. Aber woher nimmt die Autorin ihre Inspiration für Tonis Erlebnisse? „Das ist ganz unterschiedlich. Ich schöpfe Ideen aus

verschiedenen Situationen: Manchmal ist es ein Bild, das ich im Kopf habe und von dem aus ich die Geschichte dann aufbaue. Ausgangspunkt für Toni und die verschwundene Geburtstagstorte war beispielsweise ein Wolkenbild am Himmel von einem Elefanten, der ein Eis schleckt und der nun auch im Buch vorkommt“, schildert Tschemernjak den Entstehungsprozess. „Anders war es bei Als Toni einmal traurig war …, denn da ging es mir konkret um das Gefühl des Traurigseins. Wieder anders ist es mit Kooperationen, wo gemeinsam ein Konzept ausgearbeitet und entworfen wird. Oder eben Projekte, wo klare Vorgaben da sind oder – wie beim Volksschulprojekt – eben Zeichnungen der Kinder, um die eine Geschichte gebaut wird.“ Seit dem aktuell neu erschienenen Band Toni und die Briefe der Besonderheiten arbeitet Verena Tschemernjak mit der gleichaltrigen Alma Brkic-Elezovic zusammen – und das kam so: „Alma nahm an einer meiner Lesungen teil; wir haben uns dort kurz unterhalten und über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen. Knapp ein Jahr später haben wir gemeinsam ein Buch veröffentlicht, Lesungen gehalten, einige Schokotorten gegessen

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und viele bereichernde Stunden miteinander verbracht, in denen wir Ideen ausgetauscht sowie Charaktere und Geschichten entwickelt haben“, erinnert sich Verena. Die Aufgabenteilung sieht übrigens so aus: Verena und Alma entwickeln und schreiben gemeinsam eine Story, anschließend zeichnet Verena die entsprechenden Bilder. Mitunter fließen auch authentische Aussagen von Kindern mit ein, die Alma in ihrer Tätigkeit im Bereich der Freizeitpädagogik aufschnappt. Ist dieses Teamwork also fruchtbar? „Zusammenzuarbeiten erfordert immer Kompromissbereitschaft, aber mit Alma kommt es mir nicht vor, als müsste ich viele Kompromisse eingehen. Es fühlt sich sehr natürlich und harmonisch an und erfordert kaum Erklärungen. Es ist eine wunderbare Zusammenarbeit, und diese ist noch lange nicht zu Ende“, ist die Autorin überzeugt. Tonis Platz in der Flut an Kinderbüchern Obwohl es eine Unmenge an Kinderbüchern gibt, kann Toni eine Nische besetzen: „Emanzipatorische Kinderbücher sind en vogue, und das ist gut so. Nur darf nicht vergessen werden, dass die Trennung von Mädchen und Buben so nicht überwunden wird“, erläutert Verena Tschemernjak und führt weiter aus: „Denken wir an die Good Night Stories for Rebel Girls. Unbestritten haben sie den Kinderbuchmarkt radikal verändert. Das

© Eraldo Peti, Illustrationen: Verena Tschemernjak

Verena Tschemernjak ist sozusagen Tonis Mama. Nicht im Bild ist die neu hinzugekommene Alma Brkic-Elezovic, die gemeinsam mit Verena die Storys entwickelt und schreibt.

ist wichtig und richtig, allerdings könnten sie ja auch Good Night Stories for Rebel Kids heißen. Aber ich glaube, es ist auch wichtig, Kinderbücher zu haben, die abseits dieser Trennung funktionieren und die Identifikationsmöglichkeiten für alle bieten. Das versucht Toni. Nicht nur im Hinblick auf Geschlecht.“ Auf die Frage nach den schönsten Erfahrungen mit Toni erzählt die Autorin von Begegnungen: „Ich bekomme immer wieder mal Feedback von Menschen, die Toni gelesen haben; Nachrichten von Menschen, die sich die Zeit nehmen, mir mitzuteilen, was sie an Toni und den Büchern mögen. Das motiviert mich ungemein: Menschen zu erreichen.“ Und noch

24.11.2018 – 27.01.2019 Suchspiel „Chaos in der Wichtelwerkstatt“ von 24.11. – 26.12.2018 Nikolaus besucht das Kindermuseum am 6.12.2018 Workshop „Kaiserliche Servietten falten“ am 7.12.2018

etwas weiß Verena Tschemernjak zu berichten: „Beim aktuellen Buch Toni und die Briefe der Besonderheiten sind im Anschluss an die Lesungen wunderbare, herzerwärmende Briefe entstanden, die Kinder sich gegenseitig oder jemandem anderen geschrieben haben. Es geht um das Wahrnehmen jeder einzelnen Person.“ Die Bücher sind erhältlich bei Südwind Buchwelt, Chicklit Buchhandlung oder per E-Mail via verena@sibis.at. Alle Infos unter www.bücherwurm.eu Instagram: toni_books Facebook: toni.kinderbuch

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Freie Zeit

Da gibt’s was auf die Ohren

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Auch wenn man es ihr nicht ansieht: Micky Maus ist am 19. November stolze 90 geworden. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

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Sei eine Klette! Sneakers von Vans (Gr. 17–26,5) um € 50,–, www.vans.at

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Da geht ein Licht auf Deko-Mausekopf mit Lampen von Primark um € 4,–, www.primark.at Kampf dem Chaos Spielmatte und -aufbewahrung „Play & Go“, um € 37,– bei www. augenstern-kindermode.com

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HAPPY BIRTHDAY, MICKY! Bereits neunzig Jahre ist es her, dass Micky Maus mit seiner Rolle als pfeifender Seemann im Kurzfilm „Steamboat Willie“ am 18. November 1928 die Kinoleinwände enterte. Sein Debüt sollte sich in den kommenden Jahrzehnten zu einer der traumhaftesten Karrieren in ganz Hollywood entwickeln. Micky Maus ist nicht nur das beste Beispiel dafür, dass Unterhaltung keinem Verfallsdatum unterliegt, sondern ebenfalls dafür, dass auch aus Notlösungen die besten Ideen entstehen! Wieso? Die bekannteste Maus der Welt hieß einst Mortimer, und sein Vorgänger war ein Hase. Nach einem Zerwürfnis des noch unbekannten Zeichners Walt Disney mit seinem Studioboss musste Disney die Rechte an seinem Hasen seinem Vorgesetzten überlassen. Ein Ersatz musste her, und die Idee einer lustigen Maus mit großen runden Ohren war geboren! Disneys Frau Lillian inter-

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venierte gegen den Namen „Mortimer“, wodurch sie „Mickey“ getauft wurde. Bis heute ist Micky in mehr als 120 animierten Titeln erschienen und steht als Ikone und Wahrzeichen der gesamten Walt Disney Company wie kein anderer für Träume, Zauber und Fantasie. Er verbindet Generationen und erinnert uns stets daran, wie wichtig Humor und Optimismus sind.

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© The Walt Disney Company

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Im November 1928 kam Walt Disneys Trickfilm „Steamboat Willie“ in die Kinos. Mit dabei: die mittlerweile berühmteste Maus der Welt.

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Freie Zeit

Film-Highlights Winterzeit ist Hochsaison in den Kinosälen. Was uns dort u.a. erwartet: spannende Abenteuer rund um Drachen, Pferde und Legomännchen, eine unglaubliche Reise durchs Internet und Geschichten von wunderbaren Freundschaften.

Ostwind 4 – Aris Ankunft Starttermin: 01.03.2019

© Sony Pictures (1), Constantin Film (2), Einhorn Film (1), Disney (1), The Walt Disney Comp. (1)

Als es so aussieht, als würde Gut Kaltenbach bald in fremde Hände fallen, ändert die Ankunft von Ari alles. Sie fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und hat eine besondere Wirkung auf den Hengst. Gemeinsam mit Mika kann sie es vielleicht doch noch schaffen, Ostwind vor dem skrupellosen Pferdetrainer Thordur Thorvaldson zu retten. Vierter Teil der Pferde-Reihe nach den gleichnamigen Büchern von Lea Schmidbauer.

Starttermin: 07.12.2018

Tabaluga – Der Film Der kleine Drache Tabaluga lebt mit seinem Freund, dem Glückskäfer Bully, und seinem Ziehvater, dem Raben Kolk, im idyllischen Grünland. Es könnte alles so schön sein, doch Tabaluga will es nicht gelingen, sein Feuer zu entfachen, ohne das er sich nicht als richtiger Drache fühlt. Auf der Suche nach seinem Feuer macht er sich mit Bully auf den Weg nach Eisland. Dabei lernt er den Eisbären Limbo und die schöne Eisprinzessin Lilli kennen. Durch sie entdeckt

Starttermin: 15.03.2019

Tabaluga die Macht der Liebe, die endlich auch sein Feuer zu entzünden vermag. Dank Lilli ist er nun stark genug, sich dem bösen Schneemann Arktos zu stellen … „Tabaluga – Der Film“ erweckt Peter Maffays Ausnahmeerfolg als farbenprächtiges 3D-Animationsabenteuer zu neuem Leben und bringt den kleinen grünen Drachen nun endlich auch im Kino groß heraus. Mit den Stimmen von Wincent Weiss, Yvonne Catterfeld, Michael Bully Herbig & Rick Kavanian.

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks Miraculix sorgt sich um die Zukunft des Dorfes und macht sich gemeinsam mit Asterix und Obelix auf, einen Nachfolger zu finden, dem er das Geheimnis seines Zaubertranks anvertrauen kann. Auch der hinterhältige Heretix versucht, in den Besitz der magischen Formel zu kommen. Während Asterix und Obelix auf ihrer Suche ganz Gallien durchqueren, müssen die Frauen das Dorf allein gegen die römischen Soldaten verteidigen. Und die Zaubertrank-Vorräte reichen nicht ewig … Die Kult-Gallier endlich wieder auf der großen Leinwand – in 2D und 3D!

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Freie Zeit

Starttermin: 24.01.2019

Chaos im Netz Nach einem unglücklichen Unfall stürzen sich Ralph und seine quirlige Freundin Vanellope ins Internet, um dort nach einem wichtigen Ersatzteil für Vanellopes Videospiel zu suchen. Doch wo sollen sie überhaupt in dieser unübersichtlichen und sich ständig verändernden Welt mit ihrer Suche anfan-

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gen? Sie lernen den Algorithmus Yesss kennen, der ihnen das Netz erklärt und sie auf die Webseite OhMyDisney.com bringt. Das ist der Ort, wo sich alle Figuren tummeln, die Disney gehören, ob nun Prinzessin, Marvel-Held oder Star Wars-Droide. Die Hilfe von Yesss hilft Ralph und Vanellope jedoch nicht viel,

denn die beiden sind so unerfahren mit dem Surfen im Netz, dass sie innerhalb kürzester Zeit das reinste Chaos im Internet hinterlassen. Fortsetzung zu Disneys Animationsabenteuer „Ralph reicht’s“ – eine unterhaltsame und ungewöhnliche Reise in die bunte Welt des Internets.

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Freie Zeit

Mia und der weiße Löwe

Starttermin: 08.02.2019

The LEGO Movie 2

Famil ienkino

Fünf Jahre, nachdem die Pläne des skurpellosen Lord Business vereitelt werden konnten, müssen sich die Helden von Steinstadt wieder zusammentun, um ihre geliebte Heimatstadt zu retten. Denn sie werden einmal mehr von einer großen Gefahr bedroht: DUPLO-Invasoren aus dem All zerstören die LEGO-Welt schneller, als man sie wieder aufbauen kann. Im Kampf gegen die Aliens und für die Harmonie im LEGO-Universum geraten Emmet, Lucy, Batman und ihre Freunde in weit entfernte, unerforschte Welten wie die seltsame Galaxie, in der alles ein Musical ist. Das mit Spannung erwartete Sequel zum Kassenhit „The LEGO Movie“ – ein wildes, intergalaktisches Abenteuer. Details zum Familienkino bald unter www.facebook.com/TIPI.Familienmagazin

Die zehnjährige Mia zieht nach Südafrika, wo ihre Familie eine Löwenzuchtfarm übernimmt. Hier findet sie auch einen besonderen Freund: Charlie, ein seltenes, weißes Löwenbaby. Als Mia nach ein paar Jahren mitbekommt, dass ihr Vater Charlie verkaufen möchte, beschließt sie, mit ihm zu fliehen, um ihn in ein Schutzreservat zu bringen. Ein großes Abenteuer durch die Weiten Südafrikas beginnt, das das Mädchen immer wieder an ihre Grenzen bringt. Starttermin: 01.02.2019

Ein Ferienlager auf den Dschungelinseln soll den Teamgeist zwischen Feuerdrachen und Fressdrachen stärken. Drache Kokosnuss und sein bester Freund, der vegetarische Fressdrache Oskar, sind natürlich auch mit dabei. Ihre beste Freundin, Stachelschwein Matilda, darf allerdings nicht mitfahren. Und so beschließen sie, Matilda als blinde Pas-

Starttermin: 28.12.2018

sagierin an Bord zu schmuggeln. Als das Schiff einen Felsen rammt und die Reisegruppe sich zu Fuß durch den Dschungel ins Feriencamp durchschlagen muss, wird der Teamgeist auf eine harte Probe gestellt: Sie begegnen Wasserdrachen und müssen eine fleischfressende Pflanze besiegen. Ans Ziel kommen sie nur, wenn sie zusammenhalten ...

Geister der Weihnacht Starttermin: 01.12.2018

Ebenezer Scrooge ist ein eigenbrötlerischer Geizkragen, verabscheut Menschen und hasst Weihnachten. Am Abend vor dem Weihnachsfest erhält er unerwarteten Besuch: Drei Geister der Weihnacht führen im Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges vor Augen und versuchen so, das Wesen des Griesgrams zum Guten zu verändern. Im Jahr ihres 70-jährigen Bestehens inszeniert die Augsburger Puppenkiste hier die wunderbare Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens – natürlich fürs Marionettenspiel bearbeitet und familientauglich aufbereitet.

© 2018 megaherz film und fernsehen - Esra Bonkowski (1), Warner Bros. (1), Universum Film (1), Constantin Film (2), Sony Pictures (1)

Der kleine Drache Kokosnuss – Auf in den Dschungel!

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Freie Zeit

Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten

Starttermin: 25.01.2019

Starttermin: 31.01.2019

Checker Tobi entdeckt eine Flaschenpost, in der ein Rätsel steckt. Wenn er es löst, wird er das Geheimnis unseres Planeten lüften. Eine aufregende Schnitzeljagd um die Erde beginnt, die ihn u.a. auf den Krater eines feuerspeienden Vulkans, in die tasmanische Unterwasserwelt, in die einsamsten Gegenden der Arktis und in die indische Metropole Mumbai bringt. Schließlich checkt Tobi, dass er des Rätsels Lösung während seiner ganzen Reise vor Augen hatte. Bildgewaltige Dokumentation zur KiKAWissensserie „Checker Tobi“.

Die unglaublichen Abenteuer von Bella Hündin Bella und ihr Herrchen, Medizinstudent Lucas, sind die besten Freunde. Die beiden scheinen von Anfang an füreinander geschaffen zu sein, doch Bella gehört einer Kampfhund-Rasse an und ist dadurch in Lucas’ Heimatstadt nicht zugelassen. Als er sie wegschicken muss, setzt die Hündin jedoch alles daran, um zu ihm zurückzukehren – auch wenn sie dafür 400 Meilen quer durch die

USA zurücklegen muss und auf ihrem Weg die Leben von mehr als einem Menschen berührt. „Die unglaublichen Abenteuer von Bella“ ist eine Romanverfilmung des Buchs „A Dog‘s Way Home“ von W. Bruce Cameron, von dem auch das Drehbuch für den Film stammt. Eine besonders herzerwärmende Geschichte über die Freundschaft zwischen Mensch und Hund.

Zauberhafte Momente in Kolariks Luftburg

Vom Christkindlmarkt über das Kekse-Backen bis zum Adventkranzbinden sorgen die Traditionen im Advent für besondere Momente. Jahr für Jahr gibt es auch in Kolariks Luftburg beliebte Fixpunkte, die das Warten auf das Christkind verkürzen. In der duftenden Lebkuchenwerkstatt können Kinder von 3 bis 12 Jahren an den Adventsonntagen unter liebevoller

und nimmt Kinder von 4 bis 10 Jahren auf eine wundersame Reise durch die Welt der Fantasie mit.

Kolariks Lebkuchenwerkstatt Wann: 2., 9., 16. & 23. Dezember, jeweils von 12:30 bis 16 Uhr Kolariks Märchenfee Wann: 1., 8., 15. & 22. Dezember, jeweils um 12, 12:30 und 13 Uhr (Anmeldung erwünscht unter reservierung@kolarik.at) Wo: Kolariks Luftburg, Prater 128, Waldsteingartenstraße, 1020 Wien Tipp: Auf der Tipi-Facebook-Seite verlosen wir Gutscheine für die Lebkuchenwerkstatt!

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Anleitung nach Lust und Laune Lebkuchen verzieren (Materialbeitrag pro großem Lebkuchen: 2 Euro). Die Samstage vor Weihnachten stehen ganz im Zeichen von Märchen. Geschichtenerzähler und Pädagoge Christian Grasböck liest weihnachtliche Erzählungen von den Gebrüdern Grimm, Hans Christian Andersen oder Astrid Lindgren

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Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers Starttermin: 18.01.2019

Nach dem Tod ihres Vaters müssen die Schwestern Charly, Lou und Emmie zusammenhalten, um „Immenhof“, den gemeinsamen Pferdehof, nicht zu verlieren. Der wird vor allem von dem gemeinen Nachbarn Mallinckroth und der Pferdetrainerin Runa bedroht, die alles tun, um das Erbe der Mädchen anzufechten. Zeitgemäßes Remake der „Immenhof“Filmreihe aus den 50ern mit malerischer Filmkulisse und jungen Schauspieltalenten.

Feuerwehrmann Sam – Plötzlich Filmheld! Starttermin: 05.01.2019

von Brandmeister Boyce überredet, die Rolle anzunehmen. Doch am Filmset trifft er auf Flex Dexter, seinen neidischen Schauspielkollegen, der ihm das Leben schwer macht. Wird es Sam gelingen, trotz aller Hindernisse als Filmheld durchzustarten und zugleich mit seinem Team weiterhin für die Sicherheit in Pontypandy zu sorgen? Das kindgerechte Filmabenteuer zeigt, dass Sicherheit und Fairness wichtiger sind als Action und Ruhm.

© Justbridge Entertainment (1), Constantin Film (1), Universal Pictures (1), Sony Pictures (1)

Als Sam einen außer Kontrolle geratenen Öl-Tankwagen zum Stehen bringt, rettet er das Küstenstädtchen Pontypandy aus einer brenzligen Lage. Mandy & Sarah filmen die mutige Rettungsaktion für ihre neue Website, woraufhin das Video ein Internet-Hit wird. Auch der große HollywoodRegisseur, Don Sledgehammer, ist von Sam begeistert – genau so einen Held braucht er für seinen nächsten Film. Nach anfänglichem Zögern wird Sam

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt

Starttermin: 07.02.2019

Während Hicks als neuer Stammesführer in die Fußstapfen seines Vaters Haudrauf getreten ist, muss auch Ohnezahn sich um sein Rudel kümmern. Je älter die beiden werden, umso weiter entfernen sich die ehemaligen Freunde. Zurückblickend erinnert sich Hicks als erwachsener Mann an seine Abenteuer mit Ohnezahn. Das 3D-Abenteuer zeigt in Rückblicken, was nach dem zweiten Teil passiert ist und erklärt, warum es heute keine Drachen mehr gibt. Ein bittersüßer Abschied von der beliebten Filmreihe.

Spider-Man: A New Universe Nach einem Spinnenbiss hat Teenager Miles Morales plötzlich unglaubliche Fähigkeiten, die denen vom längst verstorbenen Peter Parker alias Spider-Man ähneln. Umso größer ist Miles’ Verwunderung, als er schließlich auf Peter Parker trifft. Dieser stammt aus einer Parallelwelt und hilft Miles, seine Fähigkeiten zu verbessern. Außerdem erzählt er ihm, dass er nicht der einzige Spinnenmensch ist ... Visuell großartiger Animationsfilm – auch in 3D.

Starttermin: 14.12.2018 Die konkreten Altersfreigaben werden kurz vor Filmstart bekannt gegeben.

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Familienglück in den Bergen Familie Kolland aus Frohnleiten in der Steiermark, Clemens und Karina mit ihren Kinder Mia-Sofie und Moritz, waren die glücklichen Gewinner unseres FacebookGewinnspiels im September – Tochter Nele blieb daheim bei der Oma. Die Familie konnte es sich in der Wohlfühlpension Bliem direkt im Zentrum von Altenmarkt so richtig gut gehen lassen – köstliche Verpflegung, Therme, Kletterstunden ... alles da. Ein besonderes Highlight war aber natürlich der exklusive Zutritt zu den Alpintagen Altenmarkt, die 2019 ihr bereits 25-jähriges Bestehen feiern. Der tragischerweise nur wenig später im Oktober bei einem Alpinunfall verunglückte Extrembergsteiger, Kletterer und Kulturarbeiter Sigi Brachmayer konnte die Familie als Organisator der Alpintage persönlich begrüßen. Seinem unermüdlichen Wirken als Mitbegründer und Veranstalter ist es auch zu verdanken, dass dieses Jahr keine Geringeren als Bergsteigerlegende Peter Habeler und sein Freund und Jungstar David Lama Vorträge über ihre Erlebnisse am Berg hielten. Alpine Spitzenleistungen wie die Ausnahmeleistungen von Habeler am Everest oder die erste freie Begehung der Südostkante des Cerro Torre durch Lama fesselten das Publikum und unsere Gewinnerfamilie von der ersten bis zur letzten Minute.

Tipi-Gewinnerfamilie mit Wolfgang Buchegger und Heidi Bliem von der Pension Bliem, wo sie liebevoll empfangen und untergebracht waren.

Unterstützung, u.a. durch das Autohaus Pirnbacher, die romantisch-urige Pension Bliem und Sport Art Altenmarkt konnten die Kollands ihren Aufenthalt in vollen Zügen genießen, relaxen und unvergessliche Eindrücke erleben. Wir gratulieren nochmals herzlich und freuen uns auf das große Jubiläum im Jahr 2019.

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Die Alpintage in der Region Altenmarkt/Zauchensee zählen seit Jahren zu den renommiertesten Veranstaltungen rund ums Klettern und Bergsteigen und bieten so auch außerhalb der Saison in der beliebten Skiregion jede Menge Abwechslung. Dank der umfangreichen

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© Nadia Jabli Photography – Altenmarkt Zauchensee Tourismus (1), Bernhard Fuchs / www.foxart.cc (3)

Bei unserem Alpintage-Gewinnspiel zog Familie Kolland das große Los und durfte einen VIP-Aufenthalt in Altenmarkt/Zauchensee samt Treffen mit echten Bergsteigerlegenden genießen. Ein alpines Erlebnis der Sonderklasse!

Lama mit „Kletter wunder“ David Creative von l ger nan Chr ysanth Grü Sigi BrachTime, der zu Ehren von Peter Habeler mayer, David Lama und ung bei den tell uss n-A hre stu eine Kun gestellt hat. ung füg Ver zur Alpintagen

Anstoßen auf die Alpintage 2018 : Helmut Pirnbacher vom Autohaus Pirnbacher, Hotelier und AbfahrtsDoppelweltmeister Michael Walc hhofer, Kletterlegende Sepp Reiter, Barbara Walchhofer, Alpinpionier Peter Habeler, Alpintage -Organisator und Kletterlegende Sigi Brachmayer & Mitorganisato r Wolfgang Buchegger

www.altenmarkt-zauchensee.at

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Freie Zeit

Schauen, Spielen, Lesen, Hören Ihr macht es euch bei Schneetreiben und eisigem Wind lieber drinnen gemütlich? Auch gut – mit diesen Büchern, Spielen und Co. ist für ordentlich Unterhaltung gesorgt.

0 – 3 Jahre

Große Buchliebe Lukas möchte unbedingt fliegen können. Nachdem er zum Geburtstag wieder keine Flügel bekommt, sondern ein Buch, beginnt er zu lesen – und begreift schließlich, dass er gar keine Flügel braucht, um zu fliegen ... Der höchste Bücherberg der Welt von R. Bonilla, Jumbo. Ab 3. Um € 15,50.

Klopf auf Holz Fünf bunte Formen wollen mit dem kleinen Hammer in die Löcher versenkt werden. Das Motorikspiel ist aus Holz gefertigt und mit kindersicheren, schweißund speichelechten Farben lackiert. Klopfbank Rainbow von howa. Ab 1. Um € 21,95.

Vergnügliches Planschen Der Wal genießt ein ruhiges, gemütliches Bad. Nach und nach kommen immer mehr Tiere und wollen auch in die Wanne – bis sie voll ist. Bilderbuchvergnügen mit Schlusspointe. Der Wal nimmt ein Bad von Susanne Straßer, Peter Hammer. Ab 2. Um € 15,40.

Lese- & Puzzlespaß Eine witzige Bilderbuchgeschichte, erzählt in 7 Tangramteilen. Die über 50 Motive der Erzählung – Hund, Krokodil, Katze, Vögel ... – können mit den beigefügten Tangramteilen selbst nachgeformt werden – das macht auch Eltern Spaß! Tangramkatze von Maranke Rinck & Martin van der Linden, Schaltzeit. Ab 3. Um € 17,95.

4 – 6 Jahre

Ohrwurmgarant Musikalisch und textlich vielseitig und absolut unpeinlich: Kindermusik, zu der auch Erwachsene mitwippen. Diesmal u.a. mit Max Schröder, Bernd Begemann, Francesco Wilking, Alin Coen & Karl die Große. Unter meinem Bett 4 von Oetinger audio. Ab 4. Um € 17,20. Comicspaß Flyer verteilen, Hunde ausführen ... Toni macht alles, um endlich genug Geld für seine Wunsch-Fußballschuhe zu haben. Und lernt dabei, was Freundschaft, Geduld und Mut bedeuten. Toni. Und alles nur wegen Renato Flash von P. Waechter, Beltz. Ab 6. Um € 15,40.

Unterhaltsame Fabel Maus und Ente teilen ein Schicksal: Sie wurden beide vom Wolf verschlungen. In seinem Bauch philosophieren sie über die Annehmlichkeiten des Gefressenwerdens. Der Wolf, die Ente und die Maus von J. Klassen & M. Barnett, NordSüd. Ab 5. Um € 15,50.

Fantastisches Dino-Märchen Henry träumt sich in die Urzeit, wo er mit seinem Zauberstab gegen große Dinosaurier kämpft, kleine rettet und wilde Abenteuer erlebt. Detailreich illustriert, spannend erzählt. Henry bei den Dinosauriern von Thé Tjong-Khing, Moritz. Ab 4. Um € 14,40.

Merk- und Reaktionsspiel Nach und nach werden Tiere aufgedeckt und wieder umgedreht. Sobald ein Spieler glaubt, zu wissen, wo sich ein zu der gerade aufgedeckten Karte passendes Tier versteckt, schnappt er sich das Totem. Wer die meisten Tierpaare findet, gewinnt. Kinderversion des erfolgreichen Reaktionsspiels. Jungle Speed Kids von Asmodee. Ab 4. Um ca. € 20,–.

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7 – 9 Jahre

Packendes Abenteuer Theo wird von einer verrückten Piraten-Crew auf eine abenteuerliche Reise entführt. Dabei muss er über sich hinauswachsen – um den Gefahren der Ozeane zu trotzen, aber auch, weil ihn diese Reise seinem verschwundenen Vater ein Stück näher bringt ... Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben von Ute Krause, cbj. Ab 9. Um € 16,50.

Flott gewürfelt Würfeln, die Zahlen gleicher Farben addieren und die Summe auf seinem Zettel eintragen. Die müssen immer höher und dann wieder niedriger werden. Und genau diese Gratwanderung entscheidet über alles. Einfache Regeln, großer Spaß. Qwantum von Nürnberger-Spielkarten-Verlag. Ab 8. Um € 8,95.

Philosophisch-poetisch Martha pendelt an den Wochenenden zwischen ihren Eltern. Auf den Zugfahrten denkt sie über die großen Dinge des Lebens nach. Mit wunderschönen Lasercuts und Illustrationen. Marthas Reise von C. Laube & M. Zaeri, Knesebeck. Ab 8. Um € 25,70.

Fantastische Weltrettung Gran erfährt, dass seine neue Heimatstadt vom Versinken bedroht ist. Er und seine Mitschülerin Catalina sind die Einzigen, die sie noch retten können. Lehrreich, unterhaltsam und spannend! Die Mitternachtstür von Dave Eggers, sauerländer audio. Hörbuch ab 9. Um € 17,99.

Charmante Adaption Weil ihn der Postbote nach Lummerland statt Kummerland bringt, gerät Jim Knopf in die Obhut von Frau Waas und des Lokomotivführers Lukas. Liebevolle Verfilmung des Kinderbuchklassikers. Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer von Warner. Blu-ray um € 14,99.

© Hersteller, Verlage, Verleiher, Simone Porteder (Illustration)

Ab 10 Jahren

Magisches Abenteuer Elizabeth ist Expertin im Rätsellösen. Aber wird das ausreichen, um die codierten Botschaften zu entschlüsseln, die sie im Hotel Winterhaus erwarten? Zauberhafte Geschichte mit Wortspielen und Rätseln. Winterhaus von B. Guterson, Freies Geistesleben. Ab 11. Um € 20,60.

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Wissensquiz mit Pfiff Der Google Assistant gibt immer die aktuelle Antwort auf weit über 1.500 Quizfragen. So kommen tagesaktuelle Fragen ins Spiel, deren Antworten je nach Tag, Ort und Zeit wechseln, z.B.: Wie spät ist es jetzt in Sydney? kNOW! von Ravensburger. Ab 10. Inkl. Google Home Mini um € 49,99.

Alles nur Zufall? Vier Außenseiter treffen aufeinander. Mit Glück, Köpfchen und Mut – und einer kleinen Hilfe vom Universum – werden ein Junge gerettet, ein Bully in seine Schranken gewiesen und Freundschaften geschmiedet. Bewegende Geschichte mit einzigartigen Charakteren. Vier Wünsche ans Universum von Erin Entrada Kelly, dtv. Ab 11. Um € 15,40.

Traurig-schön Die Schwestern Sylvie und Jules sind innig verbunden – bis Sylvie für immer verschwindet. Im selben Moment wird im Wald die Füchsin Senna geboren. Durch die Freundschaft mit ihr findet Jules langsam wieder ins Leben zurück. Renn, Senna, renn von Kathi Appelt & Alison McGhee, DAV. Hörbuch ab 10. Um € 16,90.

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Die Sterne, zum Greifen nah Mit ihrem Public Space, einem mobilen Planetarium, bringt Astronomin Ruth Grützbach den Weltraum zu den Leuten. In einem kuppelförmigen Zelt wird mit einem digitalen Projektor der Himmel mit Sternen, Planeten und Galaxien projiziert. von inez ardelt „Weißt du, wie viel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt?“ Wenn das jemand wissen könnte, dann Ruth Grützbach. Um ihr Wissen über das All an Groß und Klein weiterzugeben, hat die junge Astronomin das perfekte Tool erfunden. Ein aufblasbares Planetarium, mit dem sie Schulen, Kindergärten, öffentliche Plätze, Parks und Events vom Kindergeburtstag bis zum Straßenfest besucht. Das Sternenzelt lässt sich kompakt zusammenlegen und fährt in einem Lastenfahrrad durch die Stadt. Ist es dann aufgeblasen, wird „mit einem kleinen Projektor und astronomischer Software eine realistische Simulation des Weltraums kreiert“, erzählt Grützbach von den technischen Grundpfeilern ihres Weltraumspektakels. Das Planetarium bietet Platz für etwa 20 bis 30 Personen und schafft durch den lichtundurchlässigen Stoff des Zelts einen komplett abgeschlossenen Raum, in dem sich die Besucher/innen ungestört auf das Erlebnis einlassen können. „Ich leite das Programm live von meinem Laptop aus, wodurch ich sehr gut auf das Publikum und auf Fragen eingehen kann. Ich möchte nicht vortragen, sondern interagieren.“ Es geht ihr dabei weniger um die Vermittlung von konkretem Faktenwissen als darum, Begeisterung und Neugierde

zu wecken, Horizonte zu erweitern und Barrieren abzubauen. Dafür, so Grützbach, eignet sich der Weltraum besonders gut, da es um die großen Fragen und Zusammenhänge gehe, die die meisten Menschen faszinieren. In Kombination mit dem starken visuellen Medium, dem Planetarium, und einer Art Videospiel-Optik sorgt Grützbachs „Auftritt“ jedes Mal für Begeisterung. Beam me up, Ruth In nur 20 Minuten ist das betretbare, dunkelblaue Himmelszelt ratzfatz aufgebaut und bereit, realistische Einblicke in das Weltall zu geben. Wie gelingt es der Wissenschaftlerin, hier drinnen Schulkinder für ihre Materie zu interessieren? „Eine gewisse grundlegende Neugierde ist bei den Schülerinnen und Schülern eigentlich immer vorhanden“, so Grützbach. Sie versucht die Aufmerksamkeit der jungen Menschen durch eine niederschwellige und nahbare Art zu gewinnen. „Ich trete von Anfang an nicht als Autoritätsperson und ernste Wissenschaftlerin auf, sondern als eine Person, die etwas Cooles und Interessantes anzubieten hat.“ Sobald die ersten Bilder und Animationen im Planetarium über ihren Köpfen auftauchen, sei das Interesse auf jeden Fall da. Nach ihrem Studium der Astronomie an der Universität Wien war Ruth Grützbach ab 2008 in Portugal und Großbritannien in der Forschung tätig. Als sie 2017 in ihre Geburtsstadt zurückkehrte, entschied sie sich für einen Weg in Richtung pädagogische Vermittlung und Event. „Ich habe meine Arbeit in der Forschung sehr genossen, aber es war mir nach einiger Zeit einfach zu wenig angewandt. Ich wollte nicht den Großteil meines Lebens vor dem Computerbildschirm verbringen und hatte auch das Gefühl, dass ich mein Wissen gern auf andere Art anwenden und weitergeben möchte.“ Grützbach vertritt dabei eine sehr praktikable Auffassung von Wissenschaft. Diese habe ihrer Meinung nach die Verantwortung, das gesammelte Wissen weiterzugeben. „Nur dadurch macht der Prozess der Forschung Sinn. So viele Menschen interessieren sich brennend für das Universum, aber das Wissen ist sehr begrenzt, da die Astronomie nicht wirklich ein Teil der Allgemeinbildung ist“, ortet sie ein Problem. Genau da möchte die Astronomin ansetzen und ein Stück weit aus der traditionellen „Bildungsecke“ herauskommen. „Mir geht es darum, Leute zu erreichen, die sich nicht sowieso schon für Wissenschaft interessieren und bildungsaffin sind.“ Die Vermittlung per se ist für die gebürtige Wienerin eine faszinierende Tätigkeit. Oft habe sie den Eindruck, dass sie mindestens genauso viel davon

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Freie Zeit

mitnehmen kann wie ihr Publikum. „Als Vermittlerin muss ich mich auf einer anderen Ebene mit den Inhalten und Fragen des Publikums auseinandersetzen, was oft zu neuen Blickwinkeln und Erkenntnissen auf meiner Seite führt.“

Unendliche Weiten Generell wird das mobile Planetarium sehr gut von Schulen angenommen. Es ersetze jedoch nicht den Besuch in einem großen Planetarium, das mit besserer Technik und mehr Möglichkeiten ausgestattet sei, betont die Betreiberin. „Aber die interaktive Natur meiner Shows wird von Lehrkräften sehr geschätzt. Die Schüler/-innen sind natürlich begeistert, weil sie nicht nur stillsitzen und zuhören müssen, sondern sich einbringen und mir jederzeit Fragen stellen oder sich ein Reiseziel im Weltraum wünschen können.“ Gerade wissenschaftliche Fächer würden in der Schule oft als langweilig wahrgenommen, weiß die Wissenschaftlerin. „Es fällt Lehrerinnen und Lehrern schwer, den Unterricht ansprechend zu gestalten. Da habe ich es mit dem extrem visuellen und immersiven Medium des Planetariums natürlich leichter.“ Genau gesagt ist das mobile Planetarium ein einzigartiger Raum, der es den Besucherinnen und Besuchern ermöglicht, ähnlich einem Virtual-Reality-Erlebnis vollkommen in den fantastischen Kosmos einzutauchen. So lässt sich der Himmel auf neue Art und Weise entdecken. Man sieht nicht nur Sternbilder am aktuellen Nachthimmel, sondern reist durch die unvorstellbaren Weiten des Alls; zoomt sich Planeten und deren Monde heran, als sei man in einer Rakete. Riesige Nebel aus Staub und Gas ziehen vorbei, explodierte Sterne tauchen auf und sogar solche, die gerade erst geboren werden, werden gesichtet. Und wer weiß, vielleicht ja irgendwann auch einmal ein „Space Man“, der die majestätischen Spiralgalaxien bei ihrem Tanz durch das Universum begleitet.

© Nicole Hausner (1), Tobias Raschbacher (1), Privat (1), Unsplash (1)

Mit ihrem Public Space machte sich die promovierte Astronomin Anfang 2018 selbstständig. In der Weitergabe ihres Wissens und ihrer Begeisterung ist Grützbach allerdings kein Neuling. Von 2013 bis 2017 hat sie in Großbritannien in verschiedenen Bereichen der Wissensvermittlung gearbeitet, unter anderem auch in der Umweltpädagogik. Erfahrungswerte, die sie aus dieser Zeit gewinnen konnte, machen sie sicher, dass es durch Angebote wie den Public Space gelingen kann, mehr Jugendliche für Naturwissenschaften zu interessieren. „Die Wirkung von Rollenbildern auf junge Menschen ist natürlich enorm, dessen bin ich mir sehr bewusst. Ich versuche den jungen Menschen mitzugeben, dass Wissenschaft wirklich cool, genauso Teil ihres Lebens ist und jeden etwas angeht.“ Als Frau und Wissenschaftlerin möchte sie auch einen Beitrag leisten, dass sich mehr Mädchen über die Männerdomäne Astronomie drübertrauen. „Gerade Mädchen fällt es leider oft schwer, die Naturwissenschaften als Gebiet wahrzunehmen, das etwas für sie ist. Ich versuche da natürlich schon eine gewisse Vorbildwirkung zu haben und freue mich sehr, wenn das funktioniert.“ Auch in anderer Hinsicht ist Ruth Grützbach sehr geerdet und achtsam, was gesellschaftliche Realitäten betrifft. So basiert ihr Businessmodell darauf, Einnahmen von Events und privaten Vorführungen dafür zu verwenden, günstige Shows in sogenannten „Brennpunktschulen“ und bildungsbenachteiligten Zusammenhängen anzubieten. „Dabei richten wir uns explizit an kulturell und finanziell benachteiligte Gegenden, wo es gerade jungen Leuten oft auch an Möglichkeiten und Perspektiven mangelt.“

INFO Das Pop-up-Planetarium kann man für Schulen und Kindergärten sowie für verschiedene Feste buchen und zu sich nach Hause kommen lassen. „Public Space verwandelt jeden Anlass in eine Weltraum-Extravaganza der Extraklasse“, wird auf der Website versprochen. Alle Shows werden von einer qualifizierten Astronomin durchgeführt. Preis: 240 Euro für die erste Stunde, 60 Euro für jede weitere Stunde (inklusive An- und Abreise sowie Auf- und Abbau). Buchungen: hello@publicspace.at www.publicspace.at w i n t er 2018 /19 |

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Christkind oder Weihnachtsmann – wer bringt hier die Geschenke? Uns doch egal, Hauptsache, sie liegen reichlich unter dem Baum ...

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Freie Zeit

Baumbehang Christbaumkugeln? Wie langweilig! Dieses Jahr machen wir die weihnachtlichen Anhänger für den Tannenbaum einfach selbst – aus Modelliermasse, Klopapierrollen und Papierstrohhalmen.

Material & Werkzeug 

lufttrocknende Modelliermasse



ein Glas



Plätzchenausstecher



Bleistift



Bäckergarn



Schere



Eisstiele

Baumanhänger aus Modelliermasse

Eier- oder Wasserfarben  schwarzer Fineliner



Stefanie Möller: 24x Basteln – Weihnachtliche Projekte für Kinder; EMF Verlag, € 13,40

1. Rolle die Modelliermasse etwa 5 mm dick mit einem Glas aus. Stich mehrere Figuren aus und mache mit einem Bleistift oder einem anderen spitzen Gegenstand oben ein kleines Loch hinein. Lass alles über Nacht hart werden.

3. Löse die Eierfarben nach Packungsanweisung auf oder mische mit einem Pinsel Wasserfarben mit viel Flüssigkeit an. Hänge die Figuren etwa bis zur Hälfte in die Farbe und hole sie nach ein paar Minuten wieder heraus. Warte nicht zu lange, sonst löst sich die Modelliermasse etwas auf. 4. Nach ein paar Stunden sind die Farben getrocknet, und du kannst dir überlegen, was du daraufschreiben möchtest. Zeichne mit dem Bleistift vor und drücke nicht zu sehr auf. Wenn dir die Aufschrift gefällt, zeichne sie mit dem Fineliner nach.

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© EMF/Stefanie Möller

2. Am nächsten Tag ziehst du das Garn durch die Löcher und bindest es oben zu, sodass man die Anhänger aufhängen kann. Mache das Garn genau so lang, dass es etwas über dem Boden bleibt, wenn du es am Eisstiel in das Glas hängst.

Adventkalender mal anders. Mit 24 kreativen Projekten verkürzt dieses Bastelbuch ab 4 Jahren die Wartezeit aufs Christkind. Ob Weihnachtssterne aus Butterbrottüten, Rentiere aus Eierkartons oder Christbäume aus Klebeband: Die kleinen Kunstwerke und potenziellen Weihnachtsgeschenke sind schnell und unkompliziert angefertigt – und machen trotzdem ordentlich was her.

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Anhänger aus Klopapierrollen 1. Zerschneide zunächst alle drei Klopapierrollen in jeweils sechs gleich große Teile.

oben hin kleiner. An den Enden klebst du alle Baumteile aneinander.

2. Der eine Stern besteht aus acht, der andere aus fünf Teilen. Klebe an den unteren Enden der Teile eine Ecke an die andere und befestige dort eine Klammer zum Trocknen. So fährst du fort, bis alle Teile verbunden sind. Der kleine runde Anhänger besteht aus drei Stücken, die ineinandergeschoben und in der Mitte festgeklebt werden. Für den Tannenbaum wird ein Teil ganz gelassen, die anderen zerschnitten: Die Spitze und der Stamm bestehen aus jeweils einer Ecke, die beiden Mittelteile werden nach

3. Nun darfst du deine Anhänger mit den Acrylfarben nach Lust und Laune bunt anmalen. Mische ein kleines bisschen Weiß hinein, dann decken sie das Grau der Rollen besser ab. Lass alles gut trocknen.

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4. Mit der Nadel und dem Bäckergarn stichst du zum Schluss ein Loch oben in die Anhänger und fädelst die Perlen auf. Direkt über der letzten Perle machst du einen Knoten, damit sie nicht wieder herausrutschen können. Die restlichen Perlen klebst du einfach auf.

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3

2. Durch ein Stück ziehst du mit der Nadel ca. 20 cm Bäckergarn und verknotest das Band. Das wird die Aufhängung. 3. Durch die andere Seite stichst du ebenfalls einen Faden, der dann nacheinander durch alle Stücke gezogen und am Ende verknotet wird. Ziehe die Teile mit dem Faden zusammen und schneide ihn ab. Auf die Rückseite gibst du zwischen die Halme ordentlich Kleber, um alle Teile gut miteinander zu verbinden. Lass nun alles gut trocknen. 1

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4. Zwischen die Strohhalme werden jetzt noch die kleinen Pompons oder Filzkügelchen geklebt. Wieder alles trocknen lassen, und fertig ist dein Stern! 5. Und so werden die anderen Anhänger gebastelt: Für die Kugel legst du einige Strohhalme direkt aneinander und zeichnest mit einer runden Vorlage und einem Bleistift einen Kreis darauf. Schneide alles aus, klebe die Teile aneinander und fädle oben ein Band durch. Zum Schluss kannst du unten ein Kügelchen festkleben. Das Weihnachtsbäumchen besteht aus zwei langen Strohhalmteilen, die den Stamm bilden und auf die du die mintfarbenen Stücke klebst. Diese werden nach oben hin immer kleiner. Durch die Spitze wird das Garn gezogen, die Kugeln werden als 3



3 Klopapierrollen  Schere  Kleber

 Wäscheklammern  Acrylfarben  Pinsel  dicke

Nadel  Bäckergarn  Holzperlen

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Anhänger aus Papierstrohhalmen 1. Schneide zunächst die beiden Papierstrohhalme in jeweils vier gleich große Teile, sodass du am Ende acht kleine Stücke hast. Wenn du ganz genau arbeiten möchtest, dann miss pro Stück immer 4,5 cm ab.

Material & Werkzeug

4

Material & Werkzeug

 2 Papierstrohhalme  Schere  Bäckerga

rn pons oder kleine Filzkugeln in verschiedenen Farben  dicke Nadel  Kleber  9 Minipom

Dekoration aufgeklebt. Der rote Stern besteht aus vier gleich langen Teilen, die du mittig zusammenklebst. Zur Dekoration kannst du abschließend Kugeln ankleben, der Faden wird oben durchgezogen. 5

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Wir sind weg Der radikale Träumeverwirklicher • Winter-Action-Land • Ein Trip nach Split • Abenteuerland

Eine Reise wert

Kulinarische Reise

Ab nach Kopenhagen! Laut Lonely Planet ist Dänemarks Hauptstadt das Top-Reiseziel für 2019. Die Vorzeigestadt punktet mit kulinarischer Spitzenklasse, Fahrrädern statt Autos, dem Vergnügungspark Tivoli, dem bilderbuchschönen Nyhavn und einer Müllverbrennungsanlage, auf der man skifahren und wandern kann. www.lonelyplanet.de

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Viel zu entdecken

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Hoch am Berg

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Wir sind weg

Der radikale Träumeverwirklicher Eigentlich wollte Tipi mit dem Autor, Designer, Fotografen und Weltenbummler über sein aktuelles Buch plaudern und daraus eine locker-flockige Geschichte spinnen. Aufgrund der Antworten von Fabian Sixtus Körner haben wir uns allerdings anders entschieden – und bringen das Interview. von peter zirbs als Superheldin verkleidet und einem Text, der einerseits humoristisch war, um den Menschen zu zeigen, dass sie keine Angst davor haben müssen, uns auf die Füße zu treten, aber gleichzeitig auch bestimmt, um zu zeigen, dass wir zu unserer Tochter stehen und sie genauso lieben, wie sie ist. Wie wurde das aufgeommen? Die Reaktionen waren so positiv, dass ich mich dazu entschloss, mehr zu machen, um eine größere Gruppe zu erreichen als nur unser direktes Umfeld – und so vielleicht das Bild von Menschen mit Behinderungen innerhalb unserer Gesellschaft zum Positiven zu beeinflussen. Also bin ich mit der Idee an meinen Lektor im Ullstein Verlag herangetreten, den Inhalt des Buches komplett neu zu definieren. Glücklicherweise standen die Verantwortlichen hinter mir und meinem Vorhaben. Aus Familienkreisen gab es ebenso durchwegs Unterstützung; auch sie hatten ja mitbekommen, welch positive Auswirkungen die Geburtskarte hatte.

Nach dem Bucherfolg „Jouneyman“ aus dem Jahr 2013, in dem Fabian Sixtus Körner mit 255 Euro die Welt bereiste, erschien heuer mit Mit anderen Augen sein zweites Buch. Zwischen diesen beiden Büchern liegt die Geburt seiner Tochter Yanti. Sie kam mit dem Down-Syndrom zur Welt und hat die Sicht ihrer Eltern auf die selbige verändert. Dass die Reisen dennoch stattfanden und viel Positives wie auch Überraschendes mit sich brachten, ist im Buch nachzulesen. Tipi wollte mehr über die Beweggründe, Erkenntnisse und Gedanken von Fabian Sixtus Körner wissen. Dass Sie und Ihre Frau Nico das Reisen nicht aufgeben würden, war Ihnen wohl klar. Wie ist es dann zu der Idee mit dem weiteren Buch gekommen? Fabian Sixtus Körner: Ich hatte einen Vertrag für ein zweites Buch unterschrie-

ben, nachdem das erste so erfolgreich war. Auch beim zweiten sollte es um Reisen gehen, jedoch um Mikroabenteuer – also kleine Reisen in meinem direkten Wohnumfeld in Berlin. Als meine Tochter Yanti dann geboren wurde und die Diagnose „Down-Syndrom“ gestellt war, erschien mir das Buchprojekt total nebensächlich, fast heuchlerisch. Es war nicht das, was mich beschäftigte. Wie hat Ihr Umfeld nach Yantis Geburt reagiert? Die ersten Wochen waren hart, vor allem aufgrund der Reaktionen von Menschen in unserem Umfeld, aber auch auf der Straße. Uns wurde aus dem Weg gegangen und viel Mitleid entgegengebracht. Das nervte mich so sehr, dass ich mich dazu entschloss, eine Geburtskarte zu gestalten, die das ganze Thema nicht so ernst darstellte: mit Yanti

Was war die größte Herausforderung in Bezug auf das Buch? Es gibt Autoren, die das Schreiben lieben. So jemand bin ich nicht. Das Schreiben ist für mich oft Kampf; viel Qual, weil ich sehr viel Persönliches aufschreibe, mit dem ich mich selbst erst auseinandersetzen muss. Oft muss ich mir auch eingestehen, dass ich nicht so toll bin, wie ich es gerne hätte. Es hilft mir jedoch, gewisse Dinge, die mir widerfahren, besser einzuordnen und mir Erkenntnisse herauszuziehen. Auch recherchiere ich viel über die Themen in meinen Texten und bin froh über die ganzen Informationen, die ich darüber herausgefunden habe. Was denn beispielsweise? Zum Beispiel eine Statistik aus dem Jahre 2012 aus den USA. Darin wurden Menschen mit Down-Syndrom über ihre Einstellung zum Leben befragt. 96 % der Befragten gaben an, dass sie sich selbst als gutaussehend empfinden. 97 % sagten, dass sie sich selbst als Person mögen und keine Notwendigkeit darin sehen,

© Fabian Sixtus Körner

Fabian, Nico und Töchterchen Yanti genießen die wunderbar entspannte Stimmung am Strand: Surfen ist eine weitere Leidenschaft des Autors und seiner Frau.

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Wir sind weg sich für andere Die Reaktionen sind fast ausschließlich positiv. Viele zu verstellen. Ganze Eltern von Kindern mit Down99 % behaupteten, dass Syndrom schreiben mir, dass sie glücklich sind. Also es ihnen nahezu gleich schaute ich nach, was ergangen ist und sie ähnliche der Happiness Index Gefühle hatten. Aber auch aus dem gleichen Jahr zu verzeichnen hatte, Menschen, die vorher überrner Kö us xt also wie viel Prozent der Si haupt nichts mit dem Thema an bi Fa , sonder n US-amerikanischen Norzu tun hatten, bestärken mich ist nicht nur Autor ter Fotograf, auch preisgekrön malbevölkerung behaupdarin, mit der Veröffentliekt hit arc en Filmemacher, Inn uteten, dass sie glücklich chung das Richtige getan nth ive eat und generell ein Kr sur ft er. sind. Magere 31 % zu haben. Andererseits wird hen isc zw Da st. sia konnten diese Frage es wahrscheinlich auch bejahen. Dagenügend Leute geben, raufhin musste ich mich zwangsläufig fradie gegenteilig denken, mir das aber nicht gen, wieso der Irrglaube, dass Down-Synmitteilen. Und dann gibt es wiederum Leudrom etwas Schlimmes ist, sich bis heute te, die ihre Meinung ganz offen und direkt so hartnäckig hält, und auch in Deutschland kommunizieren, leider meist hinter der 90 % der Schwangerschaften nach der DiAnonymität eines fantasievollen Internetagnose abgebrochen werden. Es gab viele Benutzernamens. Ein Kommentar lautete solcher Momente, die mein Weltbild stark zum Beispiel: beeinflusst haben. „Pränataler Test und abtreiben – Problem gelöst. Kosten nur viel Geld für die Ihr Buch dürfte einige Menschen sehr Gesellschaft, ohne das jemals irgendwie berührt haben. Welches Feedback und zurückzuzahlen. Wenn Eltern wirklich so welche Reaktionen bekommen Sie auf ein Kind bekommen wollen, sollen sie doch „Mit anderen Augen“? selbst für alles bezahlen.“

In seinem aktuellen Buch Mit anderen Augen schildert der Autor unter anderem, wie unterschiedlich verschiedene Kulturen auf das DownSyndrom seiner Tochter reagierten.

Das ist übrigens das Argument der Kritiker, was mir am häufigsten unterkommt. Der finanzielle Faktor. Aber anstatt herauszufinden, welche Stärken Menschen mit DownSyndrom haben, die sie auch ökonomisch einbringen könnten, wird sich der Störfaktor einfach weggewünscht. Zum Glück sind solche Kommentare sehr selten. Vor allem nach Lesungen, wenn ich persönlich mit Lesern ins Gespräch komme, merke ich, dass das Buch Mut stiften konnte. Das gute Gefühl überwiegt daher die Zweifel, ob ich meine Tochter der Öffentlichkeit preisgebe.

Ab 21. Dezember nur im Kino! 102_MIT ANDEREN AUGEN REISE.indd 103

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© Fabian Sixtus Körner (4), Ullstein extra Verlag (1)

Wir sind weg

Ein Blick in die Intensivstation – wie alles begann: Zwischen damals und heute liegen etwas mehr als zwei Jahre und jede Menge Erfahrungen und Erkenntnisse.

Gibt es da vielleicht ein paar Dinge, die Sie einem Außenstehenden zum Thema Down-Syndrom erzählen können, die etwaigen Mythen, Vorstellungen oder Vorurteilen widersprechen? Ich hatte vor der Geburt von Yanti selbst nie etwas mit dem Thema zu tun, daher war mein Wissen darüber auch sehr eingeschränkt. Das hat sicherlich auch mit unserem Standort zu tun. Deutschland hat auf dem Papier eine akzeptable Inklusion, aber gesellschaftlich ist es weiterhin sehr schwierig für jemanden mit Down-Syndrom, in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen, sich selbst zu verwirklichen. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass Südeuropa uns da Jahre voraus ist. Italien oder Spanien haben ganz andere Erfolgsgeschichten

vorzuweisen: Menschen mit Down-Syndrom mit abgeschlossenem Studium und eine hohe Zahl an Beschäftigten auf dem ersten Arbeitsmarkt. Davon sind wir in Deutschland weit entfernt. Menschen mit Down-Syndrom sind in ihrer Entwicklung langsamer und lernen anders als wir Menschen mit normalem Chromosomenhaushalt. Trotzdem können sie alles erlernen, was man so zum Überleben braucht. Das war mir nicht bewusst. Ich dachte immer, dass solch eine geistige Behinderung das unmöglich macht. Dass die Behinderung nicht das Down-Syndrom ist, sondern, dass Menschen mit DownSyndrom durch die Gesellschaft behindert werden, musste ich auch erst verstehen lernen. Das geht übrigens allen so, die nicht der Norm entsprechen. Menschen mit Down-Syndrom gelten meist als sonnige Gemüter. Das stimmt sicherlich auch, bedeutet allerdings nicht, dass sie nie traurig sind oder wütend. Die ganze Palette an Gefühlen steckt in ihnen, daran ändert das Extrachromosom nichts. Welche Ihrer eigenen Vorstellungen vom Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom haben sich durch Ihre Erfahrungen verändert? Meine größte Angst bestand darin, mich von meinen Träumen verabschieden zu müssen. Das war sicherlich ein egoistischer Gedanke, aber das will ich auch nicht beschönigen. Die ersten Gedanken nach Yantis Geburt waren keine positiven. Und genau darin liegt eigentlich auch das Problem, warum es Menschen mit DownSyndrom bei uns so schwer haben. Sie werden als Last angesehen. Fast allen Eltern und Geschwistern, die ich seither getroffen

habe, erging es ähnlich: Niemand konnte sich nach der Diagnose über den Zuwachs freuen, doch heute sprechen sie durchwegs positiv über ihr Familienmitglied mit Down-Syndrom, ohne den Mehraufwand durch z.B. Therapien zu beschönigen. Wie hat dieser Prozess bei Ihnen stattgefunden? Es hat gedauert, bis ich die negativen Gedanken ablegen konnte, doch Stück für Stück ist diese Mauer an Vorurteilen gebröckelt. Irgendwann fing Yanti an zu kommunizieren, zu lächeln und Schabernack zu treiben, Empathie zu entwickeln und so oft es geht lauthals über die gewöhnlichsten Dinge zu lachen. Das Lebensgefühl, was sie schon jetzt, mit gerade zwei Jahren, transportiert, ist so ansteckend, dass es schwer wird, sich dem zu entziehen und weiter Trübsal zu blasen. Yanti ist ein wundervolles Kind, hat einen starken Charakter, und ich habe sie verdammt gerne in meiner Umgebung. Eine Schwester im Krankenhaus sagte zu uns nach Yantis Geburt, dass wir unsere Träume nicht wegen einer Diagnose aufgeben dürfen, sondern unsere Tochter mit zu unseren Träumen nehmen sollen. Genau das tun wir, daher gibt es heute für Zukunftsängste einfach keinen Grund mehr. In Ihren Büchern geht es, durch das Reisen bedingt, immer auch um andere Kulturen. Welche Erfahrungen haben Sie in Bezug auf Yanti mit kulturellen Unterschieden gemacht? Nach den vielen einschüchternden Erfahrungen in Deutschland, dass sich Leute von uns abgewandt haben aus Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu fragen, war ich sehr gespannt auf den Umgang mit Yanti in

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Wir sind weg anderen Ländern. Unsere erste Reise ging in die Karibik, eine warme Region – auch emotional. Yanti war zu dem Zeitpunkt vier Monate alt und wurde von Fremden auf der Straße, in Geschäften, Restaurants oder am Strand sofort in den Arm genommen und geknuddelt. Egal, ob die Menschen das Syndrom erkannten oder nicht – Yanti wurde zum ersten Mal so behandelt, wie wir es uns für sie gewünscht hatten. Alleine

LESETIPP Fabian Sixtus Körner: Mit anderen Augen Wie ich durch meine Tochter lernte, die Welt neu zu sehen; Ullstein extra, € 15,50 Für Fabian und Nico änderte sich vieles, als Yanti, die gemeinsame Tochter geboren wurde: Sie hat das Down-Syndrom. Was die Familie auf ihren Reisen mit Yanti erlebt hat, wie unterschiedlich andere Kulturen mit dem Down-Syndrom umgehen und wie sich die eigene Sicht auf die Dinge verändert hat, erzählt der Autor in seinem zweiten erfolgreichen Buch mit viel Herz und Hirn.

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schon durch diesen Aspekt war die Reise, trotz Risikofaktoren, das Beste, was wir zu dem Zeitpunkt machen konnten. Wir alle kamen nach den drei Monaten gestärkt zurück – körperlich wie mental. Wir hatten dieses positive Gefühl so verinnerlicht, dass wir auch in Deutschland keine Angst mehr vor Zurückweisung hatten. Das hatte anscheinend den Effekt, dass die Menschen auf den Straßen von Berlin plötzlich auch ihre Angst vor Kontakt ablegten, weil sie merkten, dass wir glücklich mit unserer Tochter sind. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Was steht auf dem Programm? Yanti ist vor Kurzem zwei geworden, und wir waren mittlerweile auf drei großen Reisen und mehreren kleinen in Deutschland. Jedes Mal machte sie große Sprünge in ihrer Entwicklung, weshalb wir uns bestätigt sehen, das fortzuführen. Anfang 2019 geht es wahrscheinlich nach Südostasien. Wohin genau, steht noch nicht fest – die Kriterien haben sich mittlerweile etwas geändert. Nicht mehr nur surfbare Wellen müssen in der Umgebung sein, sondern auch Krankenhäuser, denen wir Yanti anvertrauen

können. Yanti ist ein gesundes Kind, jedoch mit einem geschwächten Immunsystem. Ihre Achillesferse sind die oberen Atemwege, da endet eine kleine Erkältung auch schon mal in einer Lungenentzündung. Darauf wollen wir natürlich vorbereitet sein. Ich bin sicher, dass ich weiterhin von unserem Leben mit Yanti berichten werde, weil es noch zu viel Irrglaube da draußen gibt. In welcher Form, ist jedoch nicht festgelegt. Ich bin ursprünglich Gestalter, habe als Fotograf und Filmemacher gearbeitet – daher wäre für mich auch interessant, zum Beispiel eine Doku zu drehen. Aber vielleicht wird es auch irgendwann wieder ein Buch geben. Da lege ich mich noch nicht fest. Gibt es einen Lebenstraum, den Sie sich und Ihrer Familie erfüllen wollen, aber bislang noch nicht die Möglichkeit dazu hatten? Nein, ehrlich gesagt gibt es diesen einen unerfüllten Traum nicht. Ich kann das nicht: etwas, das ich unbedingt haben oder tun will, auf die lange Bank schieben. Ich bin eigentlich ein gemäßigter Typ, aber eben auch ein radikaler Träumeverwirklicher ...

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Wir sind weg

Winter-Action-Land In der kalten Jahreszeit verwandelt sich ganz Österreich in einen einzigen Abenteuerspielplatz aus Schnee und Eis. Von Tirol bis ins Burgenland ist praktisch jeder auf Skiern oder Kufen, Snowboard, -bike oder -tube unterwegs. Wir präsentieren: die aufregendsten Winter-Events in den Bundesländern. von alexander kords

Wien

© Christian JOBST (1)

Seit mittlerweile 22 Jahren gehört der Wiener Eistraum zu den Highlights der Metropole. Mehr als 8.000 Quadratmeter groß ist die Eislauffläche auf und neben dem Rathausplatz. Vorgewärmte Schlittschuhe in den Größen 23 bis 52 können ebenso ausgeliehen werden wie Schutzhelme und Stütz-Pinguine, mit denen die kleinen Besucher das Eislaufen üben können. Die aktuelle Saison geht von 18. Jänner bis 3. März. Bereits vorher, nämlich noch bis zum 6. Jänner, sind die verträumten Pfade im Park geöffnet und laden im Rahmen des Kleinen Eistraums zum Dahingleiten ein. Für besinnliche Stimmung sorgt nicht nur die traumhafte Kulisse, sondern auch die passende Musik zum Eislaufen. www.wienereistraum.com

Kärnten An einem gefrorenen Wasserfall nach oben klettern – dieses Abenteuer kann man sich im Eisklettergarten in Heiligenblut erfüllen. Und wer noch nie mit Steigeisen und Bergschuhen am vertikalen Eis hochgekraxelt ist, der kann es in einem Schnupperkurs erlernen. Den bietet die örtliche Schneesportschule wieder ab dem 4. Jänner an. Teilnehmer ab 14 Jahren bekommen einen professionellen Guide an die Seite gestellt, der ihnen das Eisklettern beibringt. Wenn es dunkel wird am Katschberg, dann wird das Flutlicht eingeschaltet – und der Schneespaß geht einfach weiter! Jeden Donnerstag können Skifahrer zwischen 19 und 21:30 Uhr auf der Königswiese eine Extraschicht einlegen. Am Dienstag und am Samstag ist zudem die 1,5 Kilometer lange Rodelbahn am Gamskogel von 17 bis 22 Uhr hell erleuchtet. Da wird der späte Abend zum Tag! heiligenblut.at/de/erleben/winter/ eisklettern.html www.katschberg.at

Burgenland

Eisklettergarten in Heiligenblut

Im Sommer zieht er Tausende von Badegästen an, im Winter wird er zur größten Eislauffläche Mitteleuropas: Der Neusiedler See ist wirklich vielseitig. Und ebenso abwechslungsreich sind die Aktivitäten, die auf dem riesigen vereisten Gewässer möglich sind. Nicht nur drehen Eisläufer ihre Runden, auch Segeln, Surfen, Rodeln und Eishockeyspielen machen noch mehr Spaß, wenn man weit mehr als 150 Quadratkilometer Eis dafür zur Verfügung hat. Üblicherweise friert der Neusiedler See Mitte Dezember zu, je nach Wetter kann es auch später dazu kommen. Beim Bewegen auf der Fläche gilt es, ein paar Regeln zu beachten. So sollte man dunkle Stellen und das Schilf rmeiden und nicht in Gruppen auf dem Eis stehen bleiben. neusiedlersee.com/de/aktivitaeten/ sport-bewegung/wintersport.html

© steve.haider.com (1)

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Katschberg

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Niederösterreich

Tirol

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Schon mal auf einem riesigen Reifen einen Berg hinuntergefahren? Im Skigebiet Gerlosstein ist das möglich! Bei der Trendsportart Snowtubing stürzen sich wagemutige Schneesportler auf runden Schläuchen in eine spezielle Eisbahn. Die hat hohe Wände, die das Fahrvergnügen noch größer machen, außerdem dreht sich der Reifen permanent. Die Nutzung der rund 200 Meter langen Bahn ist kostenlos. Wer sagt denn, dass man auf der Sommerrodelbahn nur im Sommer fahren kann? Der Osttirodler am Hochstein ist auch im Winter geöffnet und garantiert Nervenkitzel, wenn neben der Strecke Schnee liegt. Auf 2,7 Kilometern Länge bekommen große und kleine Rodelfreunde Steilkurven, Wellen und Kreisel auf bis zu acht Metern Höhe geboten. Der Alpine Coaster, der weltweit zu den aufregendsten gehört, ist von Weihnachten bis etwa Mitte März geöffnet. www.zillertalarena.com/de/arena/ winter/snowtubing.html www.osttirodler.at

Eine liebgewonnene Tradition ist der Kinderadvent auf der Hohen Wand, der auch heuer wieder am 8. Dezember stattfindet. Zu den Höhepunkten gehören Kutschfahrten durch den winterlichen Wald, Wanderungen mit den Lamas und Hirschfütterungen. Mit Gesang und Spielen vertreiben sich Klein und Groß dann am Lagerfeuer die Zeit, bis bei Einbruch der Dunkelheit der Nikolaus kommt. Après-Ski ist nicht nur was für Erwachsene. Auch kleine Pistenflitzer können nach der sportlichen Aktivität noch ein bisschen mehr Spaß vertragen. Am 4. Jänner und am 8. Februar findet deshalb beim Lokal „Teichstüberl“ im Skigebiet Annaberg die große KinderAprès-Ski Mitmach-Show statt. Die bietet ab 16 Uhr ein kunterbuntes Programm. naturpark-hohewand.at/Veranstaltung/ ein-tierischer-kinderadvent www.annaberg.info

Lamaführer Horst Kuster

© Annaberg/Schwarz König (1), Naturpark Hohe Wand (1)

Wir sind weg

Kinderadvent auf der Hohen Wand

Skigebiet Annaberg

Skigebiet Silvretta Montafon

Skigebiet Gerlosstein Osttirodler am Hochstein

© Martin Lugger (1), Johannes Sautner (1)

Vorarlberg Als Llamero bezeichnet sich Horst Kuster, also als Lamaführer. Mit seinen Tieren und interessierten Tierfreunden begibt er sich jeden Dienstag auf Wanderschaft von seinem Hof in Innerberg bis zum Panoramagasthaus Kristberg. Dort stärken sich Tier und Mensch, bevor es wieder zurück nach Innerberg geht. Dabei erweisen sich die Lamas als geduldige Begleiter, die vor allem kleine Wanderer faszinieren. Von einer Nacht im Iglu träumen wahrscheinlich viele Kinder (und Erwachsene ...). Im Skigebiet Silvretta Montafon ist

das von 26. Dezember bis 19. April jeden Montag, Mittwoch und Freitag möglich. Nach einem Begrüßungsgetränk im Restaurant „Valisera Hüsli“ wandern die Abenteurer zu den Iglus. Dort gibt es zunächst ein Abendessen im Gemeinschaftsiglu, dann laden Schaffelle und Schlafsäcke zum Schläfchen auf mehr als 2.000 Metern Höhe ein. www.mymontafon.com www.silvretta-montafon.at/de/sommer/ abenteuer-am-berg/sommererlebnisse/ Abenteuer-Iglu-Nacht_erlebnis_172351 w i n t er 2018 /19 |

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Wir sind weg

© Ursula Antensteiner (1), Naturfreunde Holzwiesen-Gallneukirchen (1)

Salzburg

Oberösterreich Die Wurzeralm verwandelt sich ab dem 23. Dezember jeden Sonntag in eine weiße Spielwiese für Familien. Bei einer Schnitzeljagd auf Skiern gilt es, jede der Stationen – darunter die Tubing-Strecke, die Wellen- und die Schlangenbahn – zu besuchen und jeweils einen Stempel abzuholen. Jede Woche nehmen alle vollständigen Stempelkarten an einer Verlosung teil und können attraktive Preise gewinnen. Von 4. bis 6. Jänner lernen Kinder zwischen sechs und 16 Jahren am Sternstein, wie sie elegant auf dem Snowboard den Hügel hinabgleiten. Aus versicherungstechnischen Gründen ist für die Teilnahme eine Mitgliedschaft im Verein Naturfreunde erforderlich. Der hat auch weitere Kurse im Programm – wie etwa die Snowboard Days von 17. bis 19. Februar in Grünau/Kasberg. holzwiesen.naturfreunde.at www.hiwu.at/wurzeralm/de/winter

Sternstein

Mit dem Fahrrad durch tiefen Schnee – wenn das mal nicht in einem Unfall endet ... Nicht so, wenn das Gefährt auf Kufen statt auf Reifen unterwegs ist. Wie man sich mit einem solchen Snowbike durch winterliche Landschaften bewegt, lernen Kinder ab sechs Jahren (und natürlich auch ihre Eltern) in der Skischule Koch in Obertauern. Spezielle Kinderkurse werden in der Ferienzeit angeboten. Wer keine Lust hat, nach wenigen Minuten Rodeln gleich wieder den Hang nach oben zu müssen, der sollte unbedingt der Wildkogel-Arena einen Besuch abstatten. Dort gibt es nämlich die längste beleuchtete Rodelbahn der Welt. Gigantische 14 Kilometer lang ist sie, eine Abfahrt dauert mindestens eine halbe Stunde. In der Zeit rutscht der Schlitten nicht weniger als 1.300 Höhenmeter nach unten. www.skikoch.at/de/snowbike.html www.wildkogel-arena.at

Skischule Koch in Obertauern

Wildkogel-Arena

© Skischule Koch (1), Bryan Reinhart (1)

Eispalast

Steiermark Im Inneren des Dachsteingletschers, in sechs Metern Tiefe, offenbart sich eine geradezu magische Welt: der Eispalast. Dort gibt es Skulpturen aus purem Eis zu sehen, die Sehenswürdigkeiten aus Europa darstellen. Das Wiener Riesenrad ist ebenso zu bewundern wie der Eiffelturm und das Brandenburger Tor. Am eisigen Thron können die Besucher schließlich noch ein Erinnerungsfoto machen. Ganz auf das lustige und zugleich sichere Skifahren der Kinder ist der Familienskiberg St. Jakob im Walde ausgelegt. Die sechs Pisten sind sehr gut einsehbar, auch wenn sich die Eltern mal eine Pause gönnen. Die Rumpel-die-Pumpel-Bahn ist ein großer Spaß und das Durchfahr-WC eine geradezu geniale Erfindung. In voller Montur fahren die Kleinen hinein und kommen nach kürzester Zeit erleichtert auf der anderen Seite wieder heraus. www.familienschiberg.at www.derdachstein.at/de/dachsteingletscherwelt/gletscher-erlebnis/eispalast

Familienskiberg St. Jakob im Walde © smo-photography (1), Familienskiberg St. Jakob im Walde(1)

Wurzeralm

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Winterfreuden hoch 3 Skifahren, spielen, entspannen, wohlfühlen – in diesen Kinderhotels werden alle Familienmitglieder glücklich. 5 Smileys garantieren Baby- und Kinderbetreuung an mindestens sechs Tagen in der Woche, familiengerechte Ausstattung, Spielbereiche und All-inclusive-Verpflegung.

Mitten im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn liegt das Familienhotel Ellmauhof direkt an der Piste des Bergfriedliftes (Pistennummer 36). Während sich die einen auf den Skiern vergnügen, können sich die anderen im

1.500 m² großen Spa-Bereich mit herrlicher Aussicht auf die Bergwelt verwöhnen lassen oder einen zauberhaften Ausritt in der glitzernden Winterwelt von SaalbachHinterglemm erleben. Im wetterfesten Reitstall kann unabhängig von Wind und Wetter jederzeit geritten werden. Highlight für die Kleinen: Zweimal pro Woche dürfen sie am Karussell gratis Ponyreiten. Draußen sorgen außerdem ein Rodelhang am Haus mit Rutschtellern und Schlitten sowie der Winterspielplatz und der Minibauernhof für Spaß und Action. Auch drinnen kommt keine Langeweile auf: Im 150 m² großen Funpark geht’s

© Atelier Wolkersdorfer (1), bause.at (1)

Familienresort Ellmauhof ****S | Hinterglemm, Salzburg

auf spannende Entdeckungsreise durch Netztunnel, Krabbelrohr und MobilitätsSpielstationen. Und im Erlebnishallenbad kommen dank 52 Meter langer Tunnelrutsche, Wildwasserkanal, Massageliegen und vier verschiedenen Ruhezonen wirklich alle auf ihre Kosten. www.ellmauhof.at

Almhof Family Resort & SPA ****S | Gerlos, Tirol sells. Fortgeschrittene Wintersportbegeisterte lockt die Zillertal Arena mit insgesamt 143 Pistenkilometern und 52 Liften. Nach der Pistenaction können Familien in der „Water World“ mit der 110 Meter langen Riesen-Wasserrutsche und der Triple Slide „Ferrrrari“ nach Herzenslust planschen und in den Familien-Textilsaunen oder im großen Familien-Whirlpool gemeinsam entspannen. Adults only: Für die Erwachsenen ist der neue Wellness-Turm auf fünf Etagen reserviert – mit Roof Top Whirlpool, Ruheräumen, Lady SPA, Private SPA,

Bibliothek, Sportraum, verschiedenen Saunen und Dampfbädern. So können die Eltern entspannen, während die Kleinen in der Kinderbetreuung liebevoll umsorgt werden, in der zweistöckigen Softplay-Anlage toben und klettern oder im Kindertheater auf der Bühne stehen. www.kinderhotel-almhof.at

© Zuchna Visualisierung (2)

Promotion

Hier können schon die Kleinsten kinderleicht Skifahren lernen. Direkt am Hotel befindet sich ein eigener Übungshang mit 300 Meter langem kostenlosem Skilift, fünf Zauberteppichen und zwei Karus-

Leading Family Hotel & Resort Dachsteinkönig ***** | Gosau, Oberösterreich Nass geht’s in der Badelandschaft auf der 100 Meter langen Reifen-Wasserrutsche und der Pinguin-Rutsche zu. Eltern erleben im Dachsteinkönig in einer exklusiven Wellness- und Saunalandschaft (die Erwachsenen vorbehalten ist) Wellness und Spa auf internationalem Topniveau. Massagen, Bäder, Kosmetik und Ayurveda, Saunen, Wasserbetten oder die Kommunikations- und Relax-Zonen sind wie gemacht, um den Familienalltag für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Wer die Nase zwischendurch in die frische Winterluft stecken möchte: Das Skigebiet Dachstein West mit 142 Pistenkilometern

liegt vor der Haustür, ebenso Langlaufloipen, Schneeschuh- und Winterwanderrouten sowie Rodelhänge. Endlos romantisch: eine Fahrt mit dem Pferdeschlitten durch die verträumte Winterlandschaft von Gosau. www.dachsteinkoenig.at

© www.360perspektiven.at / Hotel Dachsteinkönig (2)

Am Fuße des 3.000 Meter hohen Dachsteinmassivs liegt ein Urlaubsparadies für Eltern und Kinder. Spielen ohne Ende ist im 2.000 m² großen Indoorspielbereich mit Kino und Theater, zweistöckiger SoftplayAnlage, Turnhalle und Gokartbahn angesagt.

Mehr Infos unter www.kinderhotels.com 109_Kinderhotels PR_d.indd 109

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Reise ohne

Wir sind weg

Ein Trip nach Split Ein bisschen von allem: Split ist eine gute Mischung aus Kulturgenuss und Strandurlaub, bietet trotz vielen Besuchern auch noch jede Menge authentischen, dalmatinischen Charme und überrascht mit kulinarischen Leckerbissen, nicht nur aus dem Meer. von heidrun henke Jede Stadt hat ihre Jahreszeit. Für Split ist es eindeutig der Spätsommer, wenn sich die großen Touristenmassen zurückziehen, die Kellner wieder erholt sind und die Hitze in eine wohlige Wärme übergeht. Genau dann startet die Stadt in ihre zweite Runde – eine genussvollere, angenehmere und beschaulichere. Auch der obligatorische Sprung ins Meer ist sogar im November beinahe garantiert. Die Temperaturen sind mild, das Wasser ist noch von der Augustsonne erhitzt, und die Parkplätze vor dem Strand stehen leer. Ausgestorben ist die Stadt dann aber bei Weitem nicht. Das rege Alltagsleben geht weiter, vor allem am grünen Marktplatz, wo Frisches und Selbstangebautes aus der Umgebung feilgeboten wird: Käse, Würste, Gemüse, die typischen Knoblauchketten à la Dalmatia, schwarze Oliven, getrocknete Ein Schiff wird kommen! Ob Kreuzfahrtschiff, Fischerboot oder Fährschiff: Die Hafenpromenade eignet sich perfekt zum Boot-Spotting.

Feigen, Sauerkraut, und am Fischmarkt herrscht erst recht turbulentes Treiben. Draußen vor der Halle sitzen die Einheimischen morgens um neun zusammen und diskutieren über die Fänge des Tages (oder auch über die Aufrisse der Nacht – mein Kroatisch ist nicht ganz so gut) – in einer Hand ein kühles Karlovacko, mit der anderen verscheuchen sie die kreisenden Lachmöwen, die sich um die letzten Happen vom Fischmarkt streiten. Manch-

mal weiß man nicht, wer hier wen auslacht. Die eine oder andere Sardine liegt mit Sicherheit noch auf dem speckigen Steinboden herum, bevor er mit einem Schlauch nassgespritzt wird. Fisch & mehr Fisch ist hier übrigens nicht nur für die Möwen ein Muss. Die fangfrische Meeresbeute war hier immer schon überall präsent, aber so köstlich zubereitet, so schön dekoriert und so stimmungsvoll verschmaust habe ich die Fischgerichte früher sicher nicht, als ich hier als Kind mit meinen Eltern urlaubte. Die Stadt hat sich in Sachen Kulinarik wirklich gemausert. Heute hat man in Split sehr hohe Ansprüche; Foodies aus aller Welt wissen diese neue, dalmatinische Küche zu schätzen. War ich als Kind noch mit Cevapcici, Pommes und Ajvar selig, so sind es heute Trüffelrisotto, Venusmuscheln, Goldbrasse mit Pastinakenpüree oder das delikate Feigenmousse

© Tourist Board of Split (2), Heidrun Henke (4)

Perfekt für einen Kurztrip: vormittags Kultur und Shoppen, nachmittags ins Meer hupfen.

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Die pittoreske Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und wird immer wieder als Drehort für Filme und Serien verwendet, u.a. Game of Thrones.

Herrliches Brot gibt’s in der Bäckerei Kruščić, frischer Fisch wird am Fischmarkt (Peškarija) schon frühmorgens feilgeboten: Dorade, Thunfisch, Sardinen ... Ist nicht zu überriechen – immer der Nase nach.

fristig in eine andere Zeit. Es macht Spaß, durch die engen Gässchen zu schlendern, vorbei an kleinen Handwerksgeschäften, stilvollen Cafés, und sich im Straßengewirr der Altstadt zu verlieren. Um am Ende dann doch wieder beim Palast zu landen, an dem man immer vorbeikommt.

© Tourist Board of Split (2), Heidrun Henke (4)

mit Walnusskernen, die meinen Gaumen begeistern. Diese Delikatessen und Raffinessen findet man hier – und nicht als Ausnahme. Sehr stolz sind die Kroaten auch auf ihre eigenen Weine, die perfekt zu den Fischgerichten passen: Zlahtina, Grasevina, Dingac, Plavac. Interessanterweise wird dazu als Tafelwasser in vielen Lokalen die österreichische Römerquelle gereicht. Bühnenreife Altstadt Römisch passt auch ein bisschen zum Stadtbild, wie wir finden, als wir zum Diokletianpalast schlendern. Denn der pompöse Bau mitten in der Altstadt ist die Hauptattraktion von Split und wurde vom römischen Kaiser Diokletian errichtet. Heute eine festungsähnliche Ruine, die aber noch sehr gut erhalten ist und zum Entdecken einlädt. Innerhalb der Mauern und in den Innenhöfen befinden sich eine Kathedrale, zahlreiche Geschäfte, Schmuckstände, Bars und Cafés. Am Abend kann man neben einer Sphinx Platz nehmen, sich an eine korinthische Marmorsäule schmiegen und den Klängen der Straßenmusikanten lauschen. Besonders hier in der Altstadt wirkt Split wie eine Opern- oder Theaterkulisse: abgewetzte Steinpflaster, schöne, historische Gebäude und das warme Licht der Straßenlaternen versetzen uns kurz-

EMPFIEHLT SPLIT Zinfandel Wine Bar Tolles Essen (Steaks, göttliche Nachspeisen) und wie der Name schon sagt: mit fantastischen Weinen. Livemusik am Samstag. www.zinfandelfoodandwinebar.com Mazgoon Moderne Fusion-Küche mit kroatischem Einschlag. Sehr netter Innenhof mit Wärmelampen für kühlere Abende und super Service. Unbedingt nach dem Hausdessert fragen. www.mazzgoonfood.com Bäckerei Kruščić Am besten auch gleich ein paar Delikatessen für ein herrliches Picknick am Strand mitnehmen. Obrov ul. 6, 21000, Split Marjan, der Hausberg Es sind zwar einige Stufen, aber der Blick lohnt sich. Perfekt für sportliche Aktivitäten oder Genusswandler: Laufen, Yoga, Spazieren und dazwischen Verweilen im Aussichtscafé. Strand Einmal angekommen, braucht man in Split kein Auto mehr. Mit dem Boot, Bus, aber auch zu Fuß gelangt man an die schönsten Strände. Zum Beispiel: Bus Nr. 12 (Haltestelle gleich neben der Kirche Sv. Vane am Meer) fährt zum Kasuni Beach. Chillige Strandbar: www.joesbeach.com Koza Unikta / Feinste Lederwaren Aus regionalem Kuhleder handgefertigte, hochwertige Designerhandtaschen, Gürtel und Geldbörsen. Zadarska Ulica 6, Split

Berg und Meer vor dem Stadttor Nach vielen Eindrücken und quirligem Stadtleben suchen wir wieder das Weite und gehen Richtung Hafen – Schiffe schauen. Und damit meine ich richtige Schiffe. Split hat nicht nur einen sehr regen Fährverkehr zu den umliegenden Inseln (wie Hvar, Brac ...), hier legen auch oft mächtige Kreuzfahrtschiffe an, die in ihrer Größe bald den Diokletianpalast übertrumpfen und in ihrer Weise eine Stadt für sich sind. Für einen schönen Ausblick auf Split laufen wir den Hausberg Marjan hinauf, viele Steinstufen führen zu einem Aussichtscafé, wo wir für einen schnellen Espresso haltmachen, bevor wir das letzte Stück erklimmen, hinauf zum Fahnenmast und noch schöneren Panorama. Von dort oben entdecken wir auch den Strand, den wir uns für den Nachmittag vornehmen. Mit dem öffentlichen Bus, der direkt vom Hafen wegfährt, sind wir ein paar Minuten später auf einem einsamen Strand. Wunderschön spiegelt sich die Sonne auf der glatten Meeresoberfläche, und wir tanken noch mal so richtig auf: Licht, Wärme, Meeresluft und einen Schluck von unserer Flasche aus dem Picknickkorb. Gelegentlich fährt ein Fischerboot vorbei Richtung untergehender Sonne, der Kapitän grüßt uns freundlich, prostet uns zu: „Zivjeli!“, wie die Kroaten sagen. Jetzt, zu dieser Zeit, sind nur noch die Genießer unterwegs. w i n t er 2018 /19 |

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Wir sind weg

Abenteuerland

Tipps

Ob Rodeln, Schlittschuhlaufen oder Aktivitäten drinnen im Warmen – der Winter bietet für jeden das richtige Freizeitprogramm. Was sich in den kommenden Monaten in Österreich Besonderes erleben lässt, zeigen wir euch hier. von tanja holz VORARLBERG 1) TIK KI Kinderdisco DJ Pete Ping Pong und sein Animationsteam laden zum ausgelassenen Tanzen, Spielen und Musizieren. Ganz Mutige können das Mikro auch selbst in die Hand nehmen und erste Bühnenerfahrungen sammeln. Wo: Kulturverein TIK, Jahngasse 10, 6850 Dornbirn Wann: 15.12., 15 Uhr (Online-Reservierung erforderlich!) Wie viel: gratis www.tik.co.at 2) KinderLiederMitmachKonzert Zu Konrad Bönigs lustigen Liedern von doofen Räubern, der bezaubernden Prinzessin Rosalind, fliegenden Elefanten und anderen Schlitzohren und Wundernasen dürfen die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer eifrig mitsingen. Die Großen übrigens auch! Wo: Theater am Saumarkt, Mühletorplatz 1, 6800 Feldkirch Wann: 8.12., 15 Uhr, Karten unter office@saumarkt.at Wie viel: € 5,– pro Person www.saumarkt.at TIROL 3) Bergadvent Lebkuchen verzieren, weihnachtlichen Geschichten lauschen, Ponyreiten, Briefe ans Christkind schreiben – das Fischergut Pertisau wartet mit tollem Programm für Groß und Klein auf. Obendrauf gibt’s einen begehbaren Adventkranz und Köstlichkeiten an den Ständen des kleinen Adventmarktes. Wo: Fischergut Pertisau, Seestraße, 6213 Pertisau Wann: jedes Adventwochenende von 13:30–19:30 Uhr Wie viel: gratis www.achensee.com/Veranstaltung/bergadvent 4) Audioversum ScienceCenter Im Audioversum liegt der Duft von Weihnachtskeksen, Zimt und Orangen in der Luft. Kinder ab 8 können im Workshop „Der Duft von Weihnachten“ spannende Duftexperimente erleben und eigene ätherische

Öle herstellen. Und das Beste: Eltern dürfen auch mitmachen. Wo: Wilhelm-Greil-Str. 23, 6020 Innsbruck Wann: 8.12., 14–15:30 Uhr (Online-Reservierung erforderlich) Wie viel: € 5,– pro Person www.audioversum.at/events

Wann: jeden Do bis 20.12., 19:30–21 Uhr (Anmeldung erforderlich!) Wie viel: Erw. € 16,–, Kinder (6–14) € 14,– www.nachtwaechter-zu-lintze.at

SALZBURG 5) Spielzeug Museum Salzburg Erleben und Ausprobieren wird im Spielzeug Museum Salzburg großgeschrieben. Neben tollen Spiel- und Erlebniszonen gibt es derzeit die Sonderausstellung „Es war einmal … Märchenwelt“, in der man in die zauberhafte Welt der Märchen entführt wird. Wo: Bürgerspitalgasse 2, 5020 Salzburg Wann: Di–So 9–17 Uhr, außer 24., 25.+31.12. Wie viel: Erw. € 4,50, Jugendliche (16–26) € 2,50, Kinder (4–15) € 2,– www.spielzeugmuseum.at

7) Waldweihnacht am Baumkronenweg Das Weihnachtsdorf am Baumkronenweg wartet mit urigen Hütten und zauberhaften Ständen, Punsch und gebrannten Mandeln auf. Für die Kids gibt es eine Märchenerzählerin und Stockbrotgrillen im Tipi-Zelt. Wo: Baumkronenweg, Knechtelsdorf 1, 4794 Kopfing Wann: jedes Adventwochenende, Fr 17– 21 Uhr, Sa+So 13–21 Uhr Wie viel: Erw. € 5,–, Kinder (0–15) gratis www.baumkronenweg.at

OBERÖSTERREICH 6) Nachtwächterführung in Linz Interessantes und Unterhaltsames aus mittelalterlichen Zeiten bekommt man vom waschechten Nachtwächter zu Lintze zu hören. Er führt Kinder ab 6 und Erwachsene durch die Altstadt, in die Stadtpfarrkirche und zum Hauptplatz. Inkl. Verpflegung Wo: Nachtwächter’s Stübchen, Altstadt 2, 4040 Linz

STEIERMARK 8) Mondscheinführung durch den Zoo Jeden Vollmond bietet die Tierwelt Herberstein spannende Abendführungen für die ganze Familie – begleitet von Zoologen, die spezielle Informationen zum Nachtverhalten der verschiedenen Tiere bereithalten. Preis inkl. Imbiss im Café Restaurant Simbawelt. Wo: Tierwelt Herberstein, Buchberg 50, 8223 Stubenberg am See

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© Artur Bodenstein

werk, weihnachtlicher Musik und kulinarischen Köstlichkeiten. Wo: Renaissanceschloss, Schallaburg 1, 3382 Schallaburg Wann: 14.12.–16.12., 11–18 Uhr Wie viel: Erw. € 5,–, Schüler/innen € 2,50, Kinder (0–6) gratis; Familienkarte € 10,– www.schallaburg.at

Wann: 21.12., 18 Uhr, Anmeldung erforderlich unter 03176/807 77 Wie viel: Erw. € 42,–, Kinder (0–15) € 18,– www.tierwelt-herberstein.at KÄRNTEN 9) Kinderliteratur-Festival Hier haben kleine Leseratten die Möglichkeit, die von Bilderbüchern inspirierte Miniaturstadt zu besichtigen, die im Laufe der Ausstellung von Kindern weitergebaut und umgestaltet wurde. Außerdem gibt es ein umfangreiches Festivalprogramm mit Lesungen, Workshops & Co. Wo: Galerie Freihausgasse, Leiningengasse 12, 9500 Villach Wann: Bis 7.12., Mi–Fr 9–13 und 14–18 Uhr, Sa 9–18 Uhr, So 14–18 Uhr Wie viel: Eintritt frei, Veranstaltungen: € 1,50, Anmeldung unter 0664/602 05 34-36 www.ju.villach.at/lesestadt BURGENLAND 10) Mitmachkonzert Der beliebte Kinderliedermacher Bernhard Fibich komponiert lustige und kindgemäße Lieder und lädt beim großen Weihnachts-

konzert zum Mitspielen, -singen und -tanzen ein. Für Kinder ab 3. Wo: KUGA, Parkg. 3, 7304 Großwarasdorf Wann: 14.12. um 17 Uhr Wie viel: VVK Erw. € 9,–, Kinder € 6,–, AK Erw. € 11,–, Kinder € 8,– www.kuga.at NIEDERÖSTERREICH 11) Weihnachtsmarkt Schloss Hof Neben dem schönen Adventmarkt können Familien die Stallungen vom Gutshof besuchen und im Streichelzoo mit den Tieren auf Tuchfühlung gehen. Zusätzlich freuen sich die Kids auf Ponyreiten, eine Bastelwerkstatt, ein Kinderkarussel, spannende Kinderworkshops und vieles mehr. Wo: Schlosshof 1, 2294 Schlosshof Wann: 17.11.–16.12., 10–19 Uhr Wie viel: Erw. € 6,–, Kinder (6–18) € 3,–, Kinder (0–5) gratis; Familienkarte (2 Erw. & bis zu 3 Kinder) €1 5, – www.schlosshof.at 12) Schallaburger Christkindlmarkt Das Christkind besucht die Schallaburg und verwandelt das Renaissanceschloss in ein bezauberndes Adventdorf mit Kunsthand-

13) Lama-Begegnungen Bei der Lama Lady lernen Kinder den respektvollen Umgang mit Lamas und Alpakas, dürfen die süßen Fellknäuel bürsten, füttern und streicheln. Für Kinder ab 2 gibt es tolle Erlebnisstunden, größere Kids ab 6 dürfen bei den geführten Erlebniswanderungen sogar schon ein eigenes Tier führen. Wo: Weidegründe, Johannesbergstraße, 3034 Maria Anzbach Wann: Mo–So nach Vereinbarung Wie viel: Erlebnisstunde: Kinder (ab 5) € 15,–, Kinder (2–4) € 10,– Wanderung (2h): € 25,–, Begleitpersonen € 10,– www.lama-lady.at WIEN 14) „Wintergeschichten aus Schönbrunn“ Bei dieser Führung durch das Kindermuseum Schloss Schönbrunn dreht sich alles um das Leben bei Hofe im kalten Winter. Um die dunkle Jahreszeit zu verkürzen, ließ sich die Kaiserfamilie in Schönbrunn so einiges einfallen: Bälle wurden veranstaltet, aufwendige Schlittenfahrten wurden organisiert und vieles mehr. Wo: Kindermuseum Schloss Schönbrunn, Schloss Schönbrunn, 1130 Wien Wann: 24.11.–27.01., Sa, So + Ftg und in den Schulferien tägl. um 10:30, 13:30 + 15 Uhr, Anmeldung: reservierung@schoenbrunn.at Wie viel: inkludiert im Museumseintritt www.kaiserkinder.at w i n t er 2018 /19 |

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Pro und Kontra

PRO Von Peter Draxl

Ja! Raus mit den Euronen, anzünden und in den Himmel schießen! Gibt es denn eine schönere Art, sein Erspartes sinnlos zu verballern, als damit das neue Jahr einzuleiten? Ähm … ja, eigentlich schon, mir fallen selbst grad Dutzende Dinge ein … Aber ist es nicht trotzdem schön, mal richtig Krach zu machen, kurz vor Mitternacht die Sonderangebotspackungen vom Hofer in Stellung zu bringen und genau bei Schlag 12 abzufeuern? Ein Eisenrohr in den hart gefrorenen Boden geschlagen, Rakete rein und Feuer frei! Der Startvorgang verbrennt dir den Rasen, wenn du mit Flasche arbeitest, kann es passieren, dass selbige sich neigt, um dein Geschoss zielgerecht ins Haus des Nachbarn zu knallen, aber was soll’s! Silvester! Die schweren Handschuhe hast du natürlich vergessen anzuziehen, die Brandnarben an deinem Handrücken sprechen eine eindeutige Sprache: Dieser Mann hat ordentlich das neue Jahr begangen! Yeah. Damit man hier auch was lernen kann: Wisst ihr, woher Silvester überhaupt kommt? Es ist ein alter germanischer Brauch. Die Germanen glaubten, dass Wotan, der zornige Kriegsgott, in den Rauhnächten zwischen 25.12. und 6.1. sein Unwesen treibe auf Erden und just am 31.12. mit seinem Gespensterheer die Lande überfällt. Um dem alten Grantscherben zu zeigen, was eine Harke ist, hat der Kelte sicherheitshalber selbst ein Höllenspektakel veranstaltet. Natürlich nicht mit der Hoferpackung, nein, die Recken zündeten Feuer an, die bis in den Himmel ragten, ließen brennende Holzräder das Tal hinabrollen, um Wotan deutlich zu demonstrieren: „Mit uns nicht! Komm du nur, trau dich!“ Was wir heute teilweise veranstalten, ist natürlich absurd. Mit dem Geld, das allein in Wien in diesen wenigen Stunden verballert wird, könnten wir das St. Anna Kinderspital die nächsten 200 Jahre durchfinanzieren. Trotzdem ist es schön anzusehen, wenn du beispielsweise auf einer Anhöhe stehst, über die große Stadt blickst und das strahlende Spektakel bestaunst. Es gehört einfach dazu. Irgendwo habe ich im Hinterkopf, dass in der Stadt Wien Feuerwerke zu Silvester verboten sind. Letzten Winter, als ich am Roten Berg stand, wäre mir das allerdings nicht aufgefallen … sei’s drum! Zu Silvester einfach zu schweigen und stillzuhalten, geht so was von gar nicht! Irgendwas muss knallen, und wenn’s nur ein Luftpfeiferl ist, ein einziges Raketerl, ein Schweizerkracher oder der Korken der Schaumweinflasche. Hallo, neues Jahr! Willkommen!

© James Pain & Sons

Feuerwerk zu Silvester

KONTRA Von Tanja Werdan

Bald sind sie wieder da, diese paar Tage nach der besinnlichen Weihnachtszeit zwischen dem 24. und 31. Dezember. Pop-upGeschäfte, die vorzugsweise das männliche Geschlecht zwischen 6 und 99 Jahren magisch anziehen und für deren Produkte sich eben diese gerne und lange in die Verkaufsschlangen einordnen. Tage davor sind die Prospekte mit leuchtenden Augen und ein bisschen Sabber auswendig gelernt und das Budget dafür großzügig festgelegt worden. Das Silvesterfeuerwerk naht! Jene aberwitzige Zeitspanne zwischen 00:00 und 00:30 Uhr im neuen Jahr, in der kostentechnisch das ganze Bruttoinlandsprodukt im wahrsten Sinne des Wortes in Schall und Rauch aufgeht. Erziehungsrichtlinien plötzlich außer Kraft gesetzt werden und Kindern und Jugendlichen gerne mal die Macht und Kraft des Feuers nähergebracht und im Selbstversuch als Anzünder praktisch vermittelt wird. Wenn dann an fast jeder Ecke gezündelt, geballert, bestaunt wird und sich die Luft langsam mit diesem „herrlich“ aromatischen Geruch zwischen verbranntem Holz und Schwefel füllt, ist wirklich endgültig mein Verständnis dafür ausgereizt – zumal ja manche übereifrige Pyromanen schon seit dem Vormittag unkoordinierte Testversuche laufen haben. Nein, ich kann einem Feuerwerk zu Silvester wirklich nichts abgewinnen. Es ist unnötig, laut, teuer, mancherorts so und so verboten und schlichtweg einfach belastend für die Umwelt. Da lobe ich mir andere europäische Länder, die entweder ganz auf die Böllerei verzichten oder sich zumindest auf ein einziges zentral gesteuertes Feuerwerk geeinigt haben. Ok, manche Silvesterbräuche um Mitternacht muten vielleicht ein wenig komisch an, wie etwa das Verzehren von zwölf Weintrauben zu jedem Glockenschlag in Spanien, das Hinauswerfen von alter Kleidung durchs Fenster in Italien oder das Orakeln der Zukunft am Kerngehäuse eines Apfels in Tschechien, aber dafür bleibt das Geld im Börserl, Tiere und Babys entspannt, und um die tagelangen Nachwehen an Mist und Nachböllerei muss man sich auch keine Sorgen machen. Auch wenn die ersten Prospekte schon bei uns gelandet sind und nicht unweit von uns zu Hause bald ein Holzhäuschen am Supermarktparkplatz aufgebaut wird, meine Hoffnung auf ein zentral gesteuertes Feuerwerk stirbt zuletzt. Bis dahin bin ich einfach nur froh, dass unsere Fenster gut isoliert sind und wir auch massive Außenjalousien haben. Guten Rusch!

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Tipi – Magazin für die Familie Winter/2018  

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