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Breaking Bad juni 2019 001_DOT_COVER_Juni_2019.indd 1

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EDITORIAL Nicole Albiez

Why does it always rain on me? Judy in der Netflix-Serie Dead to Me (siehe Seite 58) hat in den letzten Jahren viel zu viel Tragisches durchgemacht: Das bereits vorbereitete Kinderzimmer blieb immer leer, die Beziehung mit ihrem Verlobten Steve ging dadurch in die Brüche, und seit dieser einen Nacht, von der die Serie erzählt, ist sowieso alles anders … Irgendwann stellt sie ihren Ex-Verlobten zur Rede: Damals, als sie den Petrified Forest Nationalpark im Nordosten Arizonas besucht haben: Hat er da vielleicht heimlich ein Stück versteinertes Holz mitgenommen? Wo das doch streng verboten ist? Und der Diebstahl eine schier endlose Pechsträhne bedeutet? Was doch jeder weiß! (Natürlich hat er.) 2014 erschien zu dieser in den USA längst urbanen Legende ein Bildband von Fotograf Ryan Thompson: „Bad Luck, Hot Rocks“ zeigte die entwendeten und (manchmal Jahrzehnte!) später retournierten Steine – sowie die begleitenden Entschuldigungsschreiben von sündigen Besuchern. Manche sind kurz (Nov–1980 / Here are your rocks / nothing but bad trouble / Los Angeles oder einfach nur: You were right!), die meisten ausführlich: Da ist von kranken Katzen und toten Familienmitgliedern die Rede, von Autoproblemen und kaputten Tiefkühltruhen, immer von schlechtem Gewissen und sehr oft von der Hoffnung, dass mit der Rücksendung und dem Geständnis endlich wieder das Glück oder zumindest Normalität einkehre (außerordentlich unterhaltsam: www. badluckhotrocks.com). Sieht man sich an, was in den kommenden Wochen im Kino so los ist, ahnt man, wie viele der Protagonisten den bemerkenswerten Petrified Forest Nationalpark besucht haben müssen: Den X-Men droht durch Jean Greys innere Dämonen der Untergang; die Erde braucht die Hilfe von

Godzilla (so die Theorie), um ihr Überleben zu sichern – vielleicht braucht sie aber auch nur die Men in Black. Durch die Kleinststadt Centerville (738 Bewohner) wanken verwirrte Zombies auf der Suche nach Chardonnay und Kaffee (klar: auf dem Regiesessel von The Dead Don’t Die sitzt Koffein-Lobbyist Jim Jarmusch), und Jonathan in Jonathan muss sich seinen Körper (eigentlich den von Ansel Elgort) mit seinem Zwillingsbruder John teilen. Dass da Streit unter Geschwistern vorprogrammiert ist, versteht sich von selbst. Feierlaunige Teenager werden von Olivia Spencer als Ma in den Keller gelockt, Robert Pattinson driftet allein (bzw. in Begleitung eines Babys) durchs Weltall (Claire Denis will es in High Life so), Britt-Marie (aus Britt-Marie war hier) weiß nach 40 Jahren Ehe nicht so genau, wohin mit sich. Keanu Reeves bzw. John Wick hat währenddessen (im dritten Filmteil) damit zu kämpfen, dass die doch recht verlockende Summe von 14 Millionen Dollar Kopfgeld auf ihn ausgesetzt ist. Dramen, wohin das Kinoticket weist – etwa auch in Burning, der Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami, oder Roads, dem neuen Film von Sebastian Schipper, der durch Victoria auf alle Fälle Vorschusslorbeeren verdient hat; you name it. Von Kleine Germanen und Of Fathers and Sons wollen wir besser erst gar nicht anfangen. Selbst in den Romanzen (Drei Schritte zu dir) ist aktuell alles unlösbar kompliziert.

Auf X-Men-Mitglied Sophie Turner wartet das Schicksal der Dark Phoenix.

Doppelschlag: Bei der FIVB World Tour BADEN OPEN und der CEV U18-EM schlagen gleich zwei Großevents im Strandbad Baden auf.

Ein Tipp an die unzähligen Leidensfiguren des kommenden Filmmonats: das Gewissen erleichtern und die Steine endlich zurücksenden, es tut auch gar nicht weh – Petrified Forest National Park, 1 Park Road, Petrified Forest, AZ 86028, USA. Es bleibt womöglich nur das „Gute“ der f-words: forgiveness.

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052 MOVIE 025 Opening Credits 026 Leinwandflirren 028 DOMINANTE KÖRPER X-Men: Dark Phoenix 030 Godzilla II: King of the Monsters 034 The Dead Don’t Die 036 Jonathan 037 SPECIAL SKILLS Men in Black: International 038 John Wick: Kapitel 3 040 Britt-Marie war hier 042 Ma 043 FLOATING Burning 044 High Life 044 Roads 045 KINDHEIT IN EXTREMEN Kleine Germanen 046 Of Fathers and Sons 047 GROSSE TÖNE Rocketman 048 Klavierspieler vom Gare du Nord 049

HERZSCHLAG 050 Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich 051 Drei Schritte zu dir kids & Family 052 Aladdin 053 TKKG 054 Bailey – Ein Hund kehrt zurück 055 Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer arthaus 056 Zwischen den Zeilen 056 Under the Tree 056 Ayka 056 Zu jeder Zeit 056 Kaviar 057 Measure of a Man – Ein fetter Sommer 057 To the Night 057 Gehört, gesehen – Ein Radiofilm 057 Sunset – Napszállta HEIMWERK 058 Filmkost 059 Home Entertainment 060 Neue Serien 061 Cineplexx2go – Video on Demand

Sophie Turner. Jennifer Lawrence. Bill Murray. Tilda Swinton. Juliette Binoche. Keanu Reeves. Halle Berry. Taron Egerton. Seth Rogen. Chris Hemsworth. Will Smith.

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starSTYLE 009 Gossip: Wie die Tiere Cannes 2019 Fashion News Reife Leistung Des Sommers neue Kleider Beauty News Papas Lieblinge

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Music 063 New Releases Mark Ronson Bastille The Black Keys

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070 Games 070 071 072 074

Zwischensequenz Blood & Truth The Sinking City Super Mario Maker 2

077 PLANER 078 079 080 081 081 082 086 087 088 090 092

METASTadt Prinz Pi Milow Wincent Weiss James Bay Beachvolleyball Baden Out of Bounds Festival in Leogang ROCKdays Kletterfestival im Pillerseetal Interview mit Seppi Scholler Eventplaner Wien Eventplaner Bundesländer

096 Rocker: Schmucke Stücke

Tokio Hotel. David Garrett. Mark Ronson. Bastille. The Black Keys. Milow. Prinz Pi. James Bay. Scooter. Keith Richards. Pharrell Williams. madonna. David Guetta.

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15 seiten Dot.starstyle 146 Jahre ist es mittlerweile her, dass Levi Strauss mit der „501“ die Großmutter aller Blue Jeans erfand. Zum Jubiläum schlüpft Hailey Bieber in das ikonische Beinkleid – von der „501 Original“ bis zur „501 Skinny“ oder „501 Shorts“. Cool: Der legendäre Levi’s-Aufnäher auf der Jeans-Rückseite wurde in verschiedenen Neonfarben neu aufgelegt. www.levi.com

Nicole Richie und Freundin gönnen sich einen Haarschmuck der anderen Art – sieht wie eine wüste Mischung aus Jugendstil und Les Misérables aus. Deutlich königinnenhafter hingegen das geschmückte Haupt von Salma Hayek, die hier den letzten Schliff am Make-up verpasst bekommt. Übrigens: Das Thema Haarschmuck ist momentan groß – siehe auch die nächsten Seiten.

© Photo Press Service (2), Levi’s (6)

Haupt und Zier

Whitney Port. Leonie Hanne. Mandy Bork. Jimmy Fallon. adut akech. Katy Perry. Jessica Minkoff. gizem emre. Bar Refaeli. Rita Ora. Julia Roberts. Milla Jovovich.

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Wie die Tiere

Wer schön und erfolgreich sein will, muss hart dafür arbeiten. Tierisch hart! Da holt man sich doch gerne Unterstützung vom besten Freund des Menschen. Unser Lieblingsbieber hat hier Ähnlichkeiten mit dem jungen Elvis! Schock! Für diesen Vergleich hagelt es sicher böse Leserbriefe ...

Ein wunderbar entspannter Gesichtsausdruck – die pure Zufriedenheit: Der treue Begleiter von Emily Ratajkowski scheint es wirklich gut zu haben.

Zach Braff vertraut seinem Kopiloten blind. Ein Umstand, der beim Fliegen vielleicht gar nicht so vorteilhaft ist. Der Blick auf den Höhenmesser verheißt auch nichts Gutes.

Jared Leto ist einfach clever: Heutzutage kann man schon mal den Kopf verlieren, da ist es gut, einen in Reserve mitzuhaben.

So blöd das jetzt vielleicht klingen mag, aber Pferde veräppelt man nicht. Denn so ein kleiner Kopf ist schnell abgebissen, gell, Selma Blair? *wieher* 10 DOT.gossip

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Eine Ausgeburt der Hölle – aber dann doch irgendwie süß: Nicht von Sarah Silverman ist die Rede, sondern natürlich von ihrem noch jungen Hund.

© Photo Press Service

Gleich doppelt gemoppelt ist Melissa Joan Harts Abwehr gegen lästige Störenfriede beim Serienschauen: Eine klare inhaltliche Ansage – und die natürliche Buttersäure erledigt den Rest.

Muss man auch erst mal erreichen: Amanda Seyfrieds Ohren gelten unter kamelen als äuSSerst delikate Spezialität. schade, denken sich die, dass sie nur zwei davon hat.

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Und wer schaut da so süß in die Kamera? Chelsea Handler ist es, die da mit Genuss ihre Finger in den Mund steckt. Jetzt, rund 40 Jahre später, sind es eher Hanfstengel, an denen sie gerne saugt.

Bar Refaeli schenkt sich nichts: Hier eine zehntelsekunde, bevor ihr das ding um die ohren schnalzt.

Fresh out of the Schlafzimmer: Als hätte er den gleichnamigen Blick erfunden, schaut Zayn Malik drein und präsentiert nonchalant seinen verzierten Körper.

Alec Baldwin und sein Sohn leben einen nachhaltigen und sparsamen Lebensstil. Das erkennt man unter anderem daran, dass sie sich stets ein Oberteil teilen. Selbst im Spital macht Chiara Ferragni noch gute Figur. Allerdings wirkt der leidende Ausdruck gar arg ikonesk. Cool: die Submariner. Unten: So feierte sie dazumals ihren Geburtstag.

„Heast, gib ma no a Glasl vom Hauswein! Oba a bissl dalli, Oida!“ – Angeblich ist Keith Richards nach Wien gezogen und wurde in Meidling vor einem Tschocherl gesichtet. DOT.gossip 11

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Nein, das sind wohl keine normalen Brownies, die sich Fearne Cotton da reinstellt. In den US of A läuft so etwas unter „edibles“. Gute Reise!

Auch Kaley Cuoco und Karl Cook sind auf den Hund gekommen. Im Juni jährt sich ihre Hochzeit zum ersten Mal – der beste Beweis, dass eine Ehe zu dritt funktioniert

Jeffrey Dean Morgan ereilt das Schicksal eines jeden Mannes: Egal wie hart und stark – wenn die Kids in der Nähe sind, schmelzen die Herzen.

So derart exaltiert und aus sich herausgehend sieht man Pharrell Williams wahrlich selten. gib eam! Eine Frau wie von einem anderen Stern: Jennifer Hudson und die Wiederentdeckung der verspiegelten Sonnenbrille. So heißt auch ihr neuer Roman.

Noch mal Selma Blair – diesmal mit Tochter: Fast schon nach einem Renaissance-Gemälde sieht diese Szene eines Nickerchens aus.

Fast nicht erkannt hätten wir Rita Ora, was an ihrem außergewöhnlichen Hair & Make-up liegt. Steht ihr hervorragend.

Ein Topmodel mit Essen zu locken ist wohl das Gemeinste, was man tun kann. Klar, dass das immer funktioniert – auch Elsa Hosk ist nur ein Mensch. Ein hungriger nämlich.

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Wer ist da echt – und wer ist aus Wachs? Lily Collins und Jared Leto üben sich jedenfalls in angewandter Selbstliebe. Bisserl spooky, diese Situation.

Jimmy Fallon ist ein cooler Hund, ganz egal, wie sich der musikalisch sattelfeste Late Night-Host auch verkleiden mag. Sogar diese Variation passt ihm eigentlich recht gut.

© Photo Press Service

Ihren namen trägt Busy Philipps nicht umsonst: hier bessert sie sich ihre mit sicherheit mageren gagen auf.

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Der verschmitzte Blick von Helen Mirren, für die es offenbar gerade Cocktail O’Clock ist. Nach Tageslicht sieht das außerdem aus, also kommt auch noch Day Drinking dazu. Cheers!

Noch mal Jimmy Fallon, diesmal mit etwas gewöhnungsbedürftigem Styling. Sieht nach einer Mischung aus Army Of Lovers und Queer-J. S. Bach aus.

Wer kennt das nicht! Spätnächtens einen schnellen Schluck Frischgepresstes – schon steht man da wie Kourtney Kardashian.

den schluck scheint sie bitter nötig zu haben – gerade, dass sie nicht vom glas abbeisst: Carrie Underwood schlürft ihren AlienGlibber, man kann es fast schon hören. Ja, da soll uns doch der ... Snoop Dogg liest! Und zwar nicht nur Fachbücher für seine Weed-Zucht. Wir sind perplex.

Essen ist sexy, viel essen ist demnach viel sexy. Anders lässt sich diese nahezu barocke Inszenierung nicht deuten. Stella Maxwell dürfte es genießen.

© Photo Press Service

Damit das blöde Gerede von „der hellsten Leuchte am Luster“ endlich verstummt, tritt Katy Perry die Flucht nach vorne an. Ein fesches Leuchtmittel!

Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern so gut wie jeden Fleischesser. Deswegen muss sich Lena Dunham aber nicht in Dunbacon umbenennen.

Milla Jovovich (hier mit einer freundin) ist einer der menschen, die immer besser aussehen, je älter sie werden. Ein Glück, das nicht allen beschieden ist.

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P!nk freut sich über einen weiteren Award und wird ihn umgehend zu den 356 anderen Preisen stellen – und das war konservativ geschätzt. Bravo! Klar, aufg’legt wollen wir keine von Conor McGregor kriegen – aber richtig fesch sieht der Kerl auch nicht aus. Dafür hat er halt Coolnessfaktor.

Kärglich und bescheiden mutet die Hauptmahlzeit von Jessica Alba an. Hau rein, Jessy! Die Lady wird im Privatjet immer ganz GaGa. Wenn sie so wackelt, fällt das Ding noch runter. „Ich geh mal auf den genderneutralen Restroom“ klingt zwar etwas sperrig, denkt sich Julia Roberts, aber vermutlich wird es eh bald eine Abkürzung geben.

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www.festival-cannes.com „Wir werden unser Bestes tun, um das Juwel zu finden, das in uns am meisten ausgelöst hat.“ – Der diesjährige Jury-Vorsitzende Alejandro González Iñárritu zeigt sich motiviert. Bei der Suche helfen ihm u.a. Yorgos Lanthimos, Alice Rohrwacher und Kelly Reichardt sowie Schauspielerin Elle Fanning.

Cannes 2019

Zombies, Kriegsverweigerer, Sharon Tate: ein Blick nach Cannes – zur 72. Auflage des bedeutenden Internationalen Filmfestivals (14.–25. Mai).

Das ohnehin nicht bescheidene Staraufgebot auf dem roten Teppich wurde allein schon durch den Eröffnungsfilm erhöht: Jim Jarmuschs Zombiekomödie „The Dead Don’t Die“ hat ein beachtliches Ensemble zusammengetrommelt, darunter Tilda Swinton, Selena Gomez, Bill Murray und Adam Driver.

© Photo Press Service, Festival de Cannes

Eröffneten gemeinsam das Festival: der spanische Schauspieler Javier Bardem und seine französische Kollegin Charlotte Gainsbourg.

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1.900 Langfilme wurden eingereicht, 21 haben es in den Wettbewerb geschafft. Darunter: Pedro Almodóvars autobiografische Arbeit „Dolor y gloria“ sowie Neues von Jean-Pierre und Luc Dardenne, Ken Loach, Arnaud Desplechin, Corneliu Porumboiu, Bong Joon-ho und Xavier Dolan. Margot Robbie

Pedro Almodóvar Jessica Hausner

Cannes-Stammgast Quentin Tarantino kämpft mit Hilfe seines knapp vor Festivalbeginn fertiggestellten Crime-Dramas „Once Upon a Time in Hollywood“ um die Goldene Palme. In den Hauptrollen des Films rund um die Manson-Family-Morde: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Margot Robbie (als Sharon Tate).

Xavier Dolan Aus Österreich im Wettbewerb vertreten: Jessica Hausner mit „Little Joe“. Terrence Malicks Wettbewerbsbeitrag „A Hidden Life“ beschäftigt sich mit Österreich: Das Drama erzählt die Lebensgeschichte von Franz Jagerstätter – Kriegsdienstverweigerer im Hitler-Regime. Ein weiterer Beitrag aus Österreich wurde in die Nebenreihe „Quinzaine des Réalisateurs“ geladen: „Lillian“ von Andreas Horvath. In der Sektion sind etwa auch Arbeiten von Takashi Miike, Lav Diaz und Bertrand Bonello zu sehen.

Elton John

Wird auch an der Croisette erwartet: Sylvester Stallone – und zwar mit neuem Material zu „Rambo“ im Gepäck. Taron Egerton Außer Konkurrenz feiert Dexter Fletchers „Rocketman“ seine Weltpremiere an der Croisette. Taron Egerton wird zu Elton John, Elton John ist zugegen. DOT.gossip 17

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Für dieses Seidenkleid mussten keine Raupen sterben – denn es besteht aus Ahimsa-Seide, bei deren Gewinnung die Kokons erst dann weiterverarbeitet werden, wenn die Raupen geschlüpft sind. Vom österreichischen Fair Fashion-Label Tassel Tales um € 249,–. tassel-tales.com

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Inspiriert von weißen Gänseblümchen, zartrosa Fresien, englischen Rosen und hellblauen Glockenblumen: Die pastelligen „Color Therapy“-Lacke von Sally Hansen bringen Summer Vibes auf die Nägel. Erhältlich ab Ende Mai um je € 9,99.

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Schadstoffe und Umweltbelastungen lassen unsere Haut müde und stumpf aussehen – ja, auch die von Schauspielerin Gizem Emre. Umso wichtiger, sie täglich zu reinigen – z.B. mit der „Skin Detox 2-in-1 Reinigung & Maske“ von Neutrogena, die die Haut mit Glycolsäure und Tonerde von abgestorbenen Zellen, Unreinheiten, Schadstoffen und Make-up-Rückständen befreit. Um ca. € 5,99. www.neutrogena.de 22 DOT.STARSTYLE

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Papas Lieblinge

Am 9. Juni ist Vatertag – wenn das kein perfekter Anlass ist, sich durch die Duftneuheiten für ihn zu schnuppern ...

DUFTABENTEUER Holzig-aromatische Entdeckungsreise mit Bergamotte aus Italien, Vetiver aus Haiti & Patchouli aus Indonesien: „Montblanc Explorer“, 100 ml EdP um € 82,–.

GEHEIMNISVOLL Orientalisch-holziger Duft mit einem Hauch frischer Grapefruit: „La Nuit de l’Homme“ von Yves Saint Laurent, 60 ml EdP um ca. € 74,–.

ODE AN DIE FREIHEIT Fängt die Frische und Wildheit der Natur ein – mit dem Duft von Lavendel, Zimt und Tannenbalsam: „Davidoff Run Wild“, 50 ml EdT um € 55,–.

KONTRASTREICH Sinnlich-frischer Duftcocktail aus einer Überdosis Leder, Kaschmirholz und Osmanthusblüten: „Alien Man“ von Mugler, 100 ml EdT um € 77,–.

ALLROUNDER Aromatischfrischer Zitrusduft für jede Gelegenheit: „Whenever Wherever For Him“ von Mexx, 50 ml EdT um € 25,–.

DIE NEUE LEICHTIGKEIT Aromatisch-zitrische Neuinterpretation des Duftklassikers: „Otto Kern Signature Eau Fraîche“, 30 ml EdT um € 19,95.

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Drehbuch

Bri a n Gu n n & M a rk Gu n n D av i d Ya r o v e s k y

Regie

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37 seiten Dot.movie Neue Wege

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Zwei junge Männer aus unterschiedlichen Welten landen in Marokko in einem Wohnmobil und arbeiten sich nach Frankreich vor. Einer der beiden hat keine Papiere. Sebastian Schipper (Victoria) legt ein eindringliches Roadmovie vor. Dass er unbedingt einen der beiden Protagonisten spielen müsse, befand Fionn Whitehead (Dunkirk) bei der Lektüre des Scripts, das ihm seine Agentin ans Herz legte. „Danach meldete ich mich sofort für einen Führerschein an, weil ich noch nie in meinem Leben hinter einem Lenkrad gesessen hatte. Ich wollte auf keinen Fall, dass mir diese Rolle durch die Lappen geht, weil ich nicht Autofahren konnte. Es war dann allerdings nicht ganz einfach: Ich bin zweimal bei der Prüfung durchgefallen. Sechs Tage, bevor ich mich ins Flugzeug zum Dreh setzte, habe ich es dann doch geschafft.“ Wie solide die Fahrkünste so kurze Zeit nach der Prüfung waren, erfahren wir ab 31.05. im Kino. Mehr zu „Roads“ Seite 45.

Einzigartige Räume

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nde Mai gibt es die seltene Möglichkeit, die erste und wahrlich spektakuläre Bühnenarbeit des thailändischen Regisseurs Apichatpong Weerasethakul zu erleben: Die Wiener Festwochen verwandeln das Theater an der Wien an fünf Abenden in den „Fever Room“, in dem sich Realität und Fantasie überlagern. Auf die

Filmarbeit Cemetery of Splendour, die von an einer mysteriösen Schlafkrankheit leidenden Soldaten in einer improvisierten Klinik erzählt, folgt die imposante Bühnenprojektion – Licht und Nebel, überwältigend choreografiert –, bei der wir wieder auf die Figuren aus dem Film treffen. Heiße Empfehlung. www.festwochen.at

X-MEN: DARK PHOENIX. GODZILLA 2. THE DEAD DON’T DIE. MEN IN BLACK: INTERNATIONAL. MA. JOHN WICK 3. BURNING. HIGH LIFE. ROADS. ROCKETMAN. LONG SHOT. ALADDIN. MISTER LINK.

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text: nicole albiez

Opening Credits Bestenliste Robert Pattinson und ein Baby, allein in einem Raumschiff. In der Mission, von der High Life berichtet, ist einiges schiefgelaufen. Unvergessliche andere Film-Raumfahrer (eine karge Auswahl): Sandra Bullock in „Gravity“ (2013) Nach einem Unfall schwebt die Astronautin Dr. Ryan Stone frei im All – panisch, auf sich selbst zurückgeworfen, wenn auch nicht ganz allein: Sie hat Funkkontakt mit George Clooney.

Wir haben ein Herz fürs Zwänglerische – egal ob auf Produzentenoder nerdiger Rezipientenseite. Der Candystorm, der sich nach dem Release von Avengers: Endgame übers „Marvel Cinematic Universe“ ergoss, ergab sich nach akribischer Sichtung einer ExcelTabelle. „I love you 3000“, die Liebesversicherung zwischen Tony Stark (Robert Downey Jr.) und seiner Tochter, ist eine Vergrößerung der Redewendung „I love you tons“ – eine Tonne entspricht 2000 Pfund, also liebt man mit

Trivia Die Berlinale-Sektion „Forum“ hat eine neue Leitung: (taz-)Filmkritikerin und Kuratorin Cristina Nord. Eine tolle Besetzung! „Das Berlinale Forum bietet seinem Publikum die Möglichkeit, junge, experimentelle und essayistische Formen des Films zu entdecken. Der internationale Zugang, das Bewusstsein für Film26 DOT.moviE

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3000 Pfund eindeutig noch mehr als eine Tonne. Das emotional aufgelöste Kinopublikum begann nach dem Avengers-Finale hingerissen diese Liebeserklärung zu verkünden. Erst recht, als die Vermutung aufkam, dass „3000“ im MCU noch mehr bedeuten könnte: Die Summe aller MUC-Filme (von Iron Man (2008) bis zum baldigen Spider-Man: Far From Home) ergibt 3000 Filmminuten. Egal ob Fan-Wunschdenken oder Absicht: We love you 3000 für eure Euphorie!

Donatas Banionis in „Solaris“ (1972) Der Psychologe Kelvin wird (von Regisseur Andrei Tarkowski) in Richtung Solaris entsandt, findet unterwegs aber vor allem seine tote Frau vor …

„Coffee!“ Jim Jarmusch macht aus Iggy Pop einen Zombie mit eigenwilligen Bedürfnissen: „The Dead Don’t Die“. geschichte und die Lust daran, mit und in Filmen zu denken und Gesellschaft zu reflektieren, sind beispielhaft. An dieses Erbe anzuknüpfen und es unter sich verändernden Bedingungen in die Zukunft zu führen, ist eine Aufgabe, der ich mit großer Freude entgegenblicke“, so Nord.

© twitter.com/AshBoio, The Walt Disney Company, Kathrin Windhorst

Euphorischer Moment: I love you 3000

Bruce Dern in „Lautlos im Weltall“ (1972) Das pflanzliche Leben auf der Erde ist Geschichte, die einzige Flora, die es noch gibt, befindet sich kurz außerhalb der Umlaufbahn des Saturn. Jetzt soll der Weltraumgärtner die Mission abbrechen – und seine liebevoll gehegten Pflanzen zerstören. Nicht mit ihm!

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Leinwandflirren Now and then: Peggy Lipton

1968

1989

Hop & Drop Den Kopf verloren Manche fühlen sich ohne ein „+1“ unwohl. Allein dem Smalltalk ausgeliefert sein, allein herumstehen. Jared Leto brachte zur Met Gala ein Accessoire mit, das ihm Gesellschaft leistete und vielleicht auch für einen irritierten Respektabstand der anderen sorgen sollte: Leto, immer für einen exzentrischen Auftritt gut, erschien mit einer Nachbildung seines Kopfes unterm Arm. Er hat das von Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour ausgerufene diesjährige Motto streberhaft eingelöst: „Camp: Notes of Fashion“, sprich: übertreib es! Andere Gäste – wie Model Kendall Jenner und Schauspielerin Lily Collins – freuten sich: Letos mobiler Kopf war der Star des Abends – das perfekte Selfiebzw. Photobomb-Accessoire mit dem Zeug zum Hashtag: #jaredshead

© www.instagram.com/amyschumer, www.instagram.com/jaredleto, PPS Vienna, ABC, Paramount

„The RR diner is dark today“, schrieb Kyle MacLachlan auf Twitter. Wie oft hatte seine legendäre Figur, Agent Dale Cooper, Kaffee und Kirschkuchen von „Norma Jennings“ überreicht bekommen! Nun bleibt das RR diner geschlossen: Peggy Lipton, die in Twin Peaks – im Original wie auch in der Wiederbegegnung im Jahr 2017 – den guten Geist des Diners spielte, ist am 11. Mai 72-jährig an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Die Mutter von Model/Designerin Kidada und Schauspielerin/Sängerin Rashida Jones und die Ex-Frau von Musiker Quincy Jones (die Ehe hielt von 1974 bis 1989), die ihre Karriere 15-jährig als Model begann, spielte schon vor Twin Peaks in einer legendären Serie: Sie war in den späten 1960er-Jahren als Hippie-Undercovercop zu sehen. The Mod Squad hatte als eine der ersten TV-Shows eine interkulturelle Besetzung und die Gegenkultur zum Thema.

IN PRODUCTION

2003

LOVE INTEREST

„10:55 pm last night. Our royal baby was born.“ – Das ist natürlich kein Instagram-Post, der die Ankunft von Archie verkündete. Ein paar Stunden vor dem Sohn von Prinz Harry und Herzogin Meghan ist der Sohn von Komikerin und Schauspielerin Amy Schumer zur Welt gekommen: Have a warm welcome, Gene Attell Fischer.

2012

Während James Gunn mit Idris Elba und John Cena am Sequel zu Suicide Squad arbeitet, ist auch Margot Robbie (wieder) mit Suicide Squad beschäftigt: Sie wird im Spin-off Birds of Prey (and the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn) wieder die durchgeknallte Harley Quinn geben. Als Schurke Black Mask: Ewan McGregor. It-Drehbuchautor Chase Palmer bereitet sein Regiedebüt vor – die Verfilmung von Sergio De La Pavas A Naked Singularity, in dem ein Hotshot-Anwalt nach einem verlorenen Fall das Gleichgewicht verliert: Aus dem Burn-out wird ein Heist-Plot im Milieu der Drogengeschäfte. Mit dabei sind u.a. Star Wars-Star John Boyega und Ed Skrein (Alita: Battle Angel).

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Totaler Kontrollverlust

Die „X-Men“ steuern auf den emotionalen Höhepunkt zu: Sophie Turner verwandelt sich von Jean Grey in Dark Phoenix.

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DOMINANTE KÖRPER

X-MEN: DARK PHOENIX KINOSTART 07.06., USA 2019, REGIE Simon Kinberg, MIT Sophie Turner, Jennifer Lawrence, Tye Sheridan, Jessica Chastain, Michael Fassbender, James McAvoy, Nicholas Hoult, © 20th Century Fox

enn ich die Kontrolle verliere, geschehen schreckliche Dinge“, klagt Jean Grey niedergeschlagen. Dann kommt ein trotziger Nachsatz mit Blitzen in den Augen: „Aber es fühlt sich gut an!“ X-Man Jean Grey hat sich seit einer katastrophal schiefgegangenen Rettungsmission im All verändert: „Eigentlich sollte sie tot sein“, stellt Raven Darkhölme aka Mystique (Jennifer Lawrence) gegenüber Charles Xavier aka Prof. X (James McAvoy) fest – sie hat recht. Jean ist wie Phoenix aus der Asche wiederauferstanden. Und Phoenix wird sie hinter vorgehaltener Hand auch genannt – und sie wird sich im Laufe des neuen X-Men-Streichs auch zur Ikone Dark Phoenix wandeln. Die kosmische Kraft, die in den Weiten des Alls in ihren Körper eindrang, macht aus Jean Grey (nach X-Men: Apocalypse wieder als Grey im Einsatz: Game of Thrones-Mimin Sophie Turner) die mächtigste aller Mutanten. In ihr herrschen widerstrebende Kräfte – und im Kampf gegen ihre eigenen Dämonen gerät die ungreifbar erstarkte Jean immer mehr außer Kontrolle: Sie wird nicht nur eine Gefahr für die X-Men-Familie, die sie mehr und mehr vor den Kopf stößt, sondern für das Gefüge unseres Planeten:

Es gilt, düstere Pläne abzuwenden. Die anderen X-Men müssen damit umgehen, dass ihnen ihr verheerendster Feind gegenübersteht. – In ihren eigenen Reihen. EFFEKTE MIT BODENERDUNG In wen hat Jean sich verwandelt? Wer ist die rätselhafte, mächtige Frau (Jessica Chastain), die ihr immer wieder Manipulatives einflüstert? Und können die, die bis vor Kurzem ihre Freunde und Kollegen waren, etwas ausrichten? Sich ihr entgegenzustellen hat verheerende Konsequenzen, wie Erik Lehnsherr/Magneto (Michael Fassbender) erfährt. Die Leinwand steht in Flammen. Gleichzeitig hat sich Simon Kinberg, der Bryan Singer auf dem Regiesessel ablöst (sehr zur Freude des Casts, u.a. Hauptdarstellerin Sophie Turner, die die Arbeit an X-Men: Apocalypse als „unpleasant“ beschrieb), stilistisch an Logan (2017) orientiert: Weniger Effekte, mehr Bodenhaftung. Und so beschäftigten sich Kinberg und Turner bei der Vorbereitung auf den Film auch weniger mit Effekten – als mit psychischen Erkrankungen, wie Turner im Interview verrät. X-Men: Dark Phoenix markiert den emotionalen Höhepunkt der X-Men-Reihe, die seit 20 Jahren regelmäßig die Leinwand erobert. www.XMenDarkPhoenixKinoTickets.at

INTERVIEW MIT SOPHIE TURNER

„Es ist, wie wenn eine Familie zusammenbricht.“

Sophie Turner über den emotionalen Höhepunkt der „X-Men“ – und wie sie sich gemeinsam mit Regisseur Simon Kinberg darauf vorbereitet hat. DOT.: Hatten Sie auch nur die leiseste Ahnung, dass Ihre Figur einen derartigen Wandel und eine solche Entwicklung erleben würden? Hatte Simon Kinberg angedeutet, dass da vielleicht eine „Dark Phoenix“ in Ihrer Zukunft liegt? Sophie Turner: Nein, nicht wirklich. Als ich die Arbeit an Apocalypse aufnahm, dachte ich, dass es ein Ensemblestück

bleibt. Erst als die Arbeit daran schon fast beendet war, hörte ich Gerüchte vom Haar- und Make-up-Department, dass sich der nächste Film angeblich um Jean drehe. Ich wusste es aber bis ungefähr ein halbes Jahr vor Drehbeginn nicht ganz sicher. Erst dann hat Simon sich mit mir hingesetzt und besprochen, worum es gehen soll. Von diesem Meeting an bis zum Drehbeginn haben wir nur

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© Courtesy of Twentieth Century Fox. Photos by John Russo.

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gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet. Es war sehr aufregend. Die Rolle, die Sie spielen, ist unglaublich dramatisch und groß. Hat es Sie ein wenig nervös gemacht, dass Sie schon beim zweiten Einsatz als Jean Grey so viel auf sich nehmen mussten? Ja, sogar ziemlich nervös. Ich meine: In Apocalypse hatte ich nicht wirklich viel, womit ich arbeiten sollte. Ich war daher auch nicht vorbereitet, als Simon es mir offenbarte. Aber als ich das Script las, fand ich ein köstliches FünfGang-Menü für einen Schauspieler vor. Ich fand es unglaublich. Es bedeutete allerdings eine Menge Vorbereitung, ich hatte wirklich eine Menge zu tun, aber Simon entpuppte sich als der perfekte „partner in crime“. Er war der kooperativste und hilfsbereiteste Regisseur, den man sich nur vorstellen kann. Es war seine erste Regiearbeit, also haben wir uns gegenseitig angefeuert, was wirklich sehr cool war. Und er hat sich einen nicht gerade kleinen Film als seinen ersten ausgesucht … Es war aber ganz natürlich – er gehört absolut ins Regiefach. Seine Erfahrung als Autor und

„Man könnte das, was Jean durchmacht, mit dem Versuch vergleichen, mit einer psychischen Krankheit umzugehen.“

Als Alex (Shipp), Tye (Sheridan), Kodi (Smit-McPhee) und ich bei Apocalpyse aufschlugen, waren alle, glaube ich, ein wenig erschöpft. Als wir für diesen Film wieder aufeinandertrafen, herrschte eine „Packen wir’s an“Stimmung. Es ist eine ziemlich witzige Truppe. Wir haben jeden Abend miteinander verbracht und sind zu einer Familie zusammengewachsen – inkl. den Produzenten und dem Regisseur. Jeder war einfach so verliebt in den anderen. Welchen Effekt hat Jeans Verwandlung auf den Rest des Teams? Es ist, wie wenn eine Familie zusammenbricht. Man könnte das, was Jean durchmacht, mit

Produzent hat ihm natürlich sehr geholfen zu wissen, wie man sich gegenüber den Schauspielern und der Crew verhält. Er ist ein so interessierter, leidenschaftlicher, enthusiastischer Regisseur. Und außerdem ein sehr schlauer. Ich sagte ihm immer wieder: „Simon, von jetzt an darfst du nur noch Filme drehen: Du bist unglaublich.“ Wie war es, wieder auf die ganze Gang zu treffen? Es scheint, als hätte der Cast viel Spaß zusammen.

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Neu auf dem Regiesessel:

Simon Kinberg

dem Versuch vergleichen, mit einer psychischen Krankheit oder Sucht umzugehen. Ihre Familie muss damit klarkommen. Und Jeans und Scotts Beziehung muss das irgendwie überstehen. Hat Simon Ihnen eine Art „Dark Phoenix-Recherche“ aufgetragen? Hat er Ihnen zum Beispiel Comics ausgehändigt, mit denen Sie sich beschäftigen sollten? Nein, es ging eher um Jeans Psyche. Wir gründeten viele ihrer Emotionen auf psychischen Krankheiten, besonders Schizophrenie und dissoziative Identitätsstörung. Wir recherchierten also eher in diese Richtung. Was diesen Film wirklich erdet, ist, dass er so charakterbasiert und emotional ist und nicht immer so

fantastisch agiert wie die meisten Superhelden-Filme. In Ihrem anderen Hauptjob – „Game of Thrones“ – mussten Sie jahrelang damit umgehen, dass die Leute wissen wollen, wie’s weitergeht und dass Sie Geheimnisse bewahren mussten. Mit „Dark Phoenix“ wurden diese Geheimnisse sogar noch mehr. Freuen Sie sich schon auf den Moment, wenn Sie in einem Film mitspielen, bei dem es völlig egal ist, was Sie darüber sagen? Ich kann es nicht erwarten! Es fühlte sich endlos lange an, all diese Geheimnisse bewahren zu müssen – noch dazu bin ich nicht sonderlich gut darin, Geheimnisse für mich zu behalten …

Es ist nicht gerade ein bescheidener Film für ein Regiedebüt, aber es geschah ganz natürlich, dass der Brite Simon Kinberg (*1973) X-Men: Dark Phoenix inszenieren sollte. Als Produzent (seit X: First Class, 2011) und Drehbuchautor hat er die Mutanten-Reihe seit Jahren begleitet. Er stieg bereits während seiner Zeit an der Filmschule dominant ins Filmgeschäft ein. Seine Abschlussarbeit für die Columbia Film School wurde gleich mit Brad Pitt und Angelina Jolie in den Hauptrollen verfilmt: Es war das Drehbuch zu Mr. & Mrs. Smith (2005). Gleich darauf folgte das Script zu X-Men: The Last Stand (2006) – nicht das einzige Drehbuch, das er für X-Men verfasste: Er war auch für die Drehbücher zu XMen: Days of Future Past (2014) und X-Men: Apocalypse (2016) verantwortlich. Dazwischen war er als Autor etwa mit den Fantastic Four (2015) und Sherlock Holmes (2009) beschäftigt. Seit fast zwei Jahrzehnten gilt er als einer der besten Script-Doktoren Hollywoods. Produzentenseitig kann er sich neben X-Men u.a. The Martian (2015) und Deadpool (2016) an die Fahnen heften. Als Regisseur scheint er auf den Geschmack gekommen zu sein: Nach einer Folge der neu aufgelegten Twilight Zone bereitet Kinberg aktuell den Agententhriller 355 vor. Zur namhaften Besetzung gehören Penélope Cruz, Jessica Chastain, Lupita Nyong’o und Marion Cotillard.

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text: Nicole Albiez

Lang lebe König Godzilla

Godzilla tritt in der epischen Katastrophen-Action „Godzilla II: King of the Monsters“ gegen eine Riege der beliebtesten Monster der Popkultur an.

DOMINANTE KÖRPER

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nwetter toben, Menschen flüchten, Kommunikationsmittel brechen zusammen. Unser Planet ist aus dem Gleichgewicht geraten, was vielleicht eine Nachricht ist, die in der Ära des Klimawandels und der düsteren Prognosen für uns nicht sonderlich neu klingen mag. Im aktuellen Filmprojekt von Michael Dougherty (Krampus) hat das Massenaussterben auf unserem Planeten längst begonnen, und wir Menschen sind dafür verantwortlich: „Wir sind die Infektion. Aber wie alle lebenden Organismen kämpft die Erde mit Fieber gegen diese Infektion“, ist Dr. Emma Russell (Vera Farmiga) von der kryptozoologischen Agentur Monarch sicher. „Mit ihren ursprünglichen und rechtmäßigen Herrschern, den Titanen. Seit Tausenden von Jahren halten sich diese Kreaturen auf der ganzen Welt versteckt. Und wenn nicht alle Titanen gefunden werden, wird unser Planet zugrundegehen und wir mit ihm.“ Die „Antibioti-

ka“, die die Erde als einzige wieder ins Lot bringen können, tragen legendäre Namen: Mothra, Rodan, King Ghidorah und – Godzilla. Emmas Kollege und Ex-Mann Mark sieht das ein bisschen weniger ehrfurchtsvoll. Für ihn lautet die Frage: „Welche dieser Titanen werden uns beschützen? Und welche dieser Titanen werden uns bedrohen?“ Gegen welche also soll der Mensch vorgehen? Wobei der im Vergleich zu den Titanen ameisengroße Mensch ohnehin wenig ausrichten kann: Andere Lebensformen haben das Spielfeld erobert, auch wenn ein

bemerkenswerter Cast – darunter Kyle Chandler, Vera Farmiga (The Conjuring), Millie Bobby Brown (das Kinodebüt des Stranger Things-Stars), Bradley Whitford, Sally Hawkins und Ken Watanabe – noch versucht, Einfluss zu nehmen: Imposante Geschöpfe erheben sich auf der Leinwand, wenn die Fortsetzung von Godzilla (2014) zelebriert wird: Godzilla legt sich mit Mothra, Rodan und seinem Erzfeind, dem dreiköpfigen Urmonster King Ghidorah, an. Ein virtuos inszenierter, epischer Monster-Endzeitthriller. www.monarchsciences.com

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Eine kleine Kulturgeschichte zu Godzilla Das japanische Filmmonster ist – je nach Film – 50 bis 100 Meter groß. Varianten gab es schon viele. Godzilla ist in 28 japanischen Filmen aufgetreten. Sein Name ist – der gängigen Theorie zufolge – ein Kunstwort, eine Kreuzung aus zwei japanischen Wörtern: dem für Gorilla und dem für Wal. So erklären sich diverse Dinge: dass Godzilla im Meer lebt; dass er groß und stark ist. Er wird gerne als „König der Monster“ bezeichnet; es ist daher auch wenig überraschend, dass Godzilla andere Monsterfilmreihen inspirierte – wie „Mothra“ und „Gamera“. Auch Cloverfield entstand aufgrund von Godzilla-Spielzeugfiguren. Die Grundidee zu einem der bekanntesten Monster der Welt stammt von Produzent Tomoyuki Tanaka, den eine Nachrichtenmeldung inspirierte: Ein japanisches Fischerboot geriet am 1. März 1954 in den Einflussbereich von Operation Bravo, einer amerikanischen Nuklearwaffentestserie. Die Besatzung des Bootes wurde schwer verstrahlt, der Funker verstarb im September an den Folgen, sechs der anderen Besatzungsmitglieder erkrankten an Leberkrebs. Der Vorfall sorgte in Japan für Empörung. Der erste Godzilla-Film (1954) kann aber auch als Allegorie auf das japanische Trauma von Hiroshima und Nagasaki gelesen werden. In den Siebzigerjahren eroberte Godzilla die deutschsprachigen Kinosäle, allerdings in außerordentlich freier Synchronisation und Titelgebung: Godzilla sollte in einem Atemzug mit Frankenstein und King Kong vermarktet werden. Einen eigenen Namen hat er sich aber natürlich trotzdem schnell erspielt, und im Laufe seiner Filmografie entwickelte sich das Monster sogar vom Zerstörer zum Freund und Helfer, in Befehl aus dem Dunkel von 1965 wird es beispielsweise zum Beschützer Japans. 1998 verlegte Roland Emmerich Godzillas Wirkungsbereich von Tokio nach NYC, und nicht nur das adaptierte er, sondern auch die Echse selbst, was Emmerich Ablehnung und Häme einbrachte. Seit 2004 ist Godzilla auch in L.A zu Hause: Dem Filmmonster wurde mit einem Stern am Hollywood Walk of Fame zum 50. Geburtstag gratuliert.

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GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS KINOSTART 30.05., USA 2019, REGIE Michael Dougherty, MIT Kyle Chandler, Vera Farmiga, Millie Bobby Brown, Bradley Whitford, Sally Hawkins, Ken Watanabe, FILMLÄNGE 132 Min., © Warner Bros.

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text: nicole albiez

DOMINANTE KÖRPER

Nicht totzukriegen

Cheers! Den Zombie dürstet nach Chardonnay. Jim Jarmusch beschäftigt sich mit Untoten mit erlesenem Geschmack. dreht Jarmusch also belustigt auf. Sein dreizehnter Spielfilm habe „the greatest zombies cast ever disassembled“, verspricht das Plakat – und lehnt sich damit wohl nicht zu weit aus dem Fenster: Neben Murray, Driver und Swinton tauchen u.a. Steve Buscemi, Chloë Sevigny, Caleb Landry Jones, Selena Gomez, Tom Waits, Iggy Pop und RZA auf. #thedeaddontdie THE DEAD DON’T DIE KINOSTART 13.06., USA/Schweden 2019, REGIE Jim Jarmusch, MIT Bill Murray, Adam Driver, Steve Buscemi, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Caleb Landry Jones, Rosie Perez, Selena Gomez, Tom Waits, Iggy Pop, RZA, FILMLÄNGE 103 Min., © UPI

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er Slogan „Du bist, was du isst“ wird durch Jim Jarmuschs neuen Film, der heuer die Filmfestspiele von Cannes eröffnet, bestätigt: Deine Gewohnheiten gehen in dich über, und – Jarmusch geht gar weiter: – sie bleiben dir erhalten, selbst wenn du deinen Wesenszustand als lebender, atmender, konsumierender Mensch längst hinter dir gelassen hast. Die Untoten, die durch diese Komödie zuckeln, gieren nicht nur nach dem Wesentlichen (also Menschenfleisch), sondern auch nach Ausgewähltem wie Chardonnay und – natürlich, wir sind bei Mr. Coffee & Cigarettes Jarmusch – Koffein. MIT MACHETE GEGEN ZOMBIES Independent-Film-Ikone Jarmusch (Dead Man) interessiert sich also nach Vampiren (Only Lovers Left Alive) für eine weitere

Art, die durch den Tod nicht totzukriegen ist: Zombies. Sie tauchen im beschaulichen Centerville auf – einem verschlafenen Städtchen mit 738 Bewohnern –, und es dauert einen Moment, bis Sheriff Cliff Robertson (Bill Murray) realisiert, dass die Geschehnisse in seinem Revier durch eine Zombie-Epidemie zu erklären sind. Sein Kollege Ronald Peterson (Adam Driver) ist da schon einen Schritt weiter: „Das nimmt kein gutes Ende“, jammert er ohne Unterlass, gewöhnt sich aber allmählich an die Machete in seiner Hand. Eine Invasion muss um jeden Preis abgewendet werden! Unterstützung erhält das Duo u.a. von einer etwas schrägen schottischen Bestatterin (Tilda Swinton), ihres Zeichens eine Meisterin über das Samurai-Schwert. Nach dem ruhigen, introspektiven Film Paterson (mit Adam Driver als dichtender Busfahrer)

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TEXT: MAX GFRERER

Zwei Menschen, ein Körper

CHARLIZE THERON SETH ROGEN

Leben in Schichten: Ansel Elgort spielt in „Jonathan“ Zwillingsbrüder, die sich einen Körper teilen müssen.

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nsel Elgort (Baby Driver) ist momentan einer der angesagtesten Jungdarsteller Hollywoods. Offensichtlich sogar so angesagt, dass er für seinen aktuellen Filmauftritt gleich doppelt gecastet wurde. Natürlich ist das ein Gag, aber dennoch trägt der 25-Jährige seinen jüngsten Film nahezu alleine auf seinen Schultern. Alle Achtung. An seiner Seite: Suki Waterhouse (Charlie Says). Sie begegnet in Jonathan dem bescheidenen und zurückgezogenen Protagonisten, der im wahrsten Sinne mehr ist, als er auf den ersten Blick zu sein scheint. Denn Jonathan teilt sich seinen Körper mit seinem Bruder John. Jonathan gehört der Körper von 7 bis 19 Uhr, Johns Schicht dauert von 19 bis 7 Uhr. In ihrem gemeinsamen Apartment kommunizieren sie miteinander über Videobotschaften und unterwerfen sich eisernen Regeln für ein funktionierendes Zusammenleben. Als John sich in die hübsche Elena verliebt und damit gegen eine der Richtlinien verstößt, droht die friedlich-fragile Koexistenz zu zerbrechen. ScienceFiction mit Gänsehautfaktor. jonathan.kinostar.com JONATHAN KINOSTART 24.05., USA 2019, REGIE Bill Oliver, MIT Ansel Elgort, Suki Waterhouse, Patricia Clarkson, Matt Bomer, Douglas Hodge, FILMLÄNGE 95 Min., © Kinostar Filmverleih

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TEXT: MAX GFRERER

Die coolsten Hüter der Erde

Es wird wieder geblitzdingst: Nicht nur in New York, sondern auch in London sind die „Men in Black“ im Einsatz.

SPECIAL SKILLS

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ie Erde gehört nicht nur den Menschen. Sie ist auch ein Zufluchtsort für Alien-Einwanderer, die, sofern sie sich gut benehmen, bestens getarnt in unserer Mitte leben und ihren oft schrulligen Tätigkeiten nachgehen. Wenn die gute Kinderstube bei dem einen oder anderen Extraterrestrischen jedoch versagt, dann kommen die Men in Black ins Spiel. Sie spüren den Übeltäter auf, stellen ihn zur Rede, und wenn der Außerirdische dann noch immer nicht einsichtig ist, wird er zu einer spritzenden Masse Schleim liquidiert. Zeugen

des Vorfalls werden nach abgeschlossener Arbeit „geblitzdingst“ oder, wie es professionell heißt, neutralisiert, sprich: mit einer alternativen Erinnerung an das Geschehene versehen. NEUE MITARBEITER Willkommen beim AssessmentCenter im Men in Black-Headquarter London. Sie wollen ein Mitglied der coolsten Alien-Behörde der Welt werden? Dann sollten Sie schon ein paar Vorkenntnisse mitbringen: Ein ausgezeichneter Umgang mit Handfeuerwaffen, da sie bei uns

mit den ganz üblen Geschossen hantieren werden, ist von Vorteil. Weiters stellt sprachliche Begabung eine Grundvoraussetzung dar, da Sie sich zwecks ethnienübergreifender Kommunikation jeden noch so debil klingenden grunzenden Alien-Dialekt aneignen müssen. Ein Führerschein der Klasse B ist ebenso Mindestanforderung, um mit den Firmenfahrzeugen, die auf Knopfdruck noch nie erlebte Reisegeschwindigkeiten erreichen, einen sicheren Fahrstil beizubehalten. Abgesehen davon sollten Sie kein Problem damit haben, im Zuge Ihrer

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Aufträge mit Alienschleim übergossen zu werden, sofern Sie nicht eh im Rahmen einer Kampfhandlung geschluckt und wieder ausgespuckt wurden. Wir suchen abenteuerlustige, sportliche und humorvolle Verstärkung, die immer einen coolen One-Liner parat hat. Es erwarten Sie ein abwechslungsreicher Arbeitsplatz, ein energiegeladenes Team, ein futuristisches Büro, eine angemessene Bezahlung, über die wir niemals sprechen, eine zwar nicht abwechslungsreiche, aber dafür äußerst adrette Garderobe und jede Menge neuer außerirdischer Bekanntschaften.

„Men in Black“ in die Irre führen. Selbstverständlich haben auch Frauen bei uns hervorragende Karrierechancen, wie unsere Neuerwerbung Agent M (Tessa Thompson, Creed II – Rocky’s Legacy) Ihnen jederzeit gerne bestätigen wird. Wir sind, entgegen ursprünglicher Annahmen, nicht nur in den USA ansässig, sondern operieren unter dem Projektnamen Men in Black: International weltweit, um die friedliche Koexistenz aller Geschöpfe des Universums weiterhin zu gewährleisten. Bei diesbezügli-

INTERNATIONALE TÄTIGKEIT Bei Interesse schicken Sie Ihre Bewerbung, Motivationsschreiben und Lebenslauf an office@mib. com. Und erzählen Sie bloß nicht weiter, dass es uns gibt, sonst werden Sie geblitzdingst. Lassen Sie sich übrigens nicht von der Bezeichnung

chen Fragen, können Sie sich auch an Agent H (Chris Hemsworth, Operation: 12 Strong), einen unserer hoffnungsvollsten Mitarbeiter, wenden. Auf ein etwaiges Kennenlernen freuen sich Ihre (Wo-)Men in Black. www.MIBinternational.de MEN IN BLACK: INTERNATIONAL KINOSTART 14.06., USA 2019, REGIE Felix Gary Gray, MIT Chris Hemsworth, Tessa Thompson, Emma Thompson, Liam Neeson, Kumail Nanjiani, FILMLÄNGE 130 Min., © Sony Pictures Filmverleih

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SPECIAL SKILLS

text: Max Gfrerer

Watschenballett

John Wick lehrt die Unterwelt wieder das Fürchten.

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er ihn noch nicht kennt, dem sei hier geholfen: Äußerlich ein ruhiger Zeitgenosse, doch im Inneren brodelt die energiegeladene Urgewalt. Es bedurfte nicht viel, genau genommen nur den Diebstahl seines geliebten Hundes und seines Ford Mustang in Teil eins, um John Wick (Keanu Reeves, To the Bone) aus der Profikiller-Pension zurückzuholen. Und das hätten die Bösen mal besser nicht gemacht. Denn John beherrscht nicht nur an die gefühlt 3.241 Kampftechniken (übrigens wie Keanu Reeves im echten Leben auch), sondern ist zudem von seinem fanatischen Gerechtigkeitssinn getrieben. Das ging in Teil eins schon übel für die Schurken aus und wurde in puncto Kompromisslosigkeit in John Wick: Kapitel 2 noch getoppt.

obwohl es für John anfangs nicht gerade gut aussieht. Da er am Ende des Vorgängers den Syndikatsboss Santino D’Antonio verbotenerweise innerhalb der gewaltverbietenden Wände des Continental-Hotels getötet hat, ist zur Strafe ein Kopfgeld von 14 Millionen Dollar auf den „schwarzen Mann“ ausgesetzt. John Wicks Flucht führt ihn unter anderem nach Marokko, wo er die Chance auf Rehabilitation sieht und

sich schließlich auf den vernichtenden Gegenschlag vorbereitet. Denn: „Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor“, so lautet das vielsagende Motto des Films. Ohne wirklich gespoilert zu haben, ist die ganze Geschichte praktisch schon erzählt. Das Drehbuch dient einmal mehr lediglich als Vehikel, um Keanu Reeves in aneinandergereihte Einer-gegen-alleFights zu schicken, die den größten Schauwert von John Wick: Kapitel 3 ausmachen. Hier wird nicht lang geredet, hier sprechen die Fäuste und das dazugehörige Waffenarsenal.

EINER GEGEN ALLE Nun steht der dritte Part ins Haus, und auch diesmal muss sich die New Yorker Unterwelt warm anziehen, 40 DOT.moviE

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Für Abwechslung sorgen die gewohnt kreativ in Szene gesetzten Kampfsequenzen, die John Wick zu Pferd, auf dem Motorrad, im Beisein von vierbeiniger Verstärkung oder im großartig zelebrierten Ninja-Kampfstil agieren lassen. In Summe ist John Wick: Kapitel 3 nämlich kein plumper Watschenfilm, sondern ganz fein choreografiertes Watschenballett. STIL STATT SUBSTANZ Angesichts dieser bis zur absoluten Ekstase inszenierten Fight-Show nimmt man auch in Kauf, dass in der düsteren Welt von John Wick sich das eine oder andere Klischee aufdrängt. Wer also beispielsweise darüber hinwegsehen kann, dass die New Yorker Bevölkerung zu mindestens 80 Prozent aus an jeder Ecke lauernden Auftragskillern besteht, russische Gangster prinzipiell nebenbei Ballettschulen betreiben (in der geschundene Tänzerinnen freilich so lange üben, bis die Füße bluten) und dass auch ein Marokko des Jahres 2019 überwiegend aus Bazar, Teppichen, Kamelen sowie Beduinenzelten besteht, der sollte den Kinobesuch auf jeden Fall wagen. John Wick: Kapitel 3 gibt nämlich zu keiner Sekunde vor, mehr zu sein, als diese One-Man-Show sein möchte. „Style over Substance“ wird zum Grundprinzip erhoben, und jeder Kinobesucher, der nicht gerade auf der Suche nach dem nächsten Drehbuch-Oscar-Preisträger ist, wird seine helle Freude daran haben. www.johnwick-film.de JOHN WICK: KAPITEL 3 – JOHN WICK: CHAPTER 3 – PARABELLUM KINOSTART 23.05., USA 2019, REGIE Chad Stahelski, MIT Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Mark Dacascos, Halle Berry, Anjelica Huston, FILMLÄNGE 131 Min., © Constantin Film

C INEPL EX X EV ENTK A LEN D ER AFTERWORK TUESDAY

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text: Nicole Albiez

Neustart am Ende der Welt

Tuva Novotny inszeniert einen hinreißenden Neustart: „Britt-Marie war hier“.

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ogar beim Verlassen ihres Ehemannes ist Britt-Marie sehr ordentlich: Die unermüdliche Hausfrau schlichtet fein säuberlich die Ringe auf dem Esszimmertisch, ehe sie das gemeinsame Heim im perfekten Zustand verlässt. Sogar das Hemd, an dem noch Parfumwolken einer anderen Frau hängen, dürfte sie davor noch gewaschen haben. Britt-Marie, 63 Jahre alt, bricht auf in eine ihr unbekannte Zukunft. Nach 40 Jahren Ehe, nach 40 Jahren des Absicherung ist dieser Kontrollverlust ein ungeheuerlicher Schritt. Wohin nun mit ihr? Sie sucht nach einer Aufgabe – und landet in einem Kaff namens Borg, wo sie als Jugendbetreuerin anheuert. Im Jugendzentrum und am davor liegenden Brachland, das Fußballplatz genannt wird, gibt es einiges aufzuräumen. Britt-Marie ist die vielleicht unaufgeregteste Heldin der Filmgeschichte. Erdacht hat sie Bestsellerautor Fredrik Backman. „Britt-

Marie war hier“ ist nach „Ein Mann namens Ove“ sein zweiter Roman, der den Sprung auf die Leinwand unternimmt. Dass die Dinge in Britt-Maries Leben ins Rollen kommen, ist dem Zufall geschuldet: Am Krankenbett ihres Ehemanns, der einen Herzinfarkt erlitt, wartet bereits eine andere. Britt-Marie (Pernilla August) zieht nur die Konsequenzen. Der Job beim Jugendzentrum: wird halt angeboten. Die Kinder, die sie in Borg vorfindet, wollen Fußball spielen? Wird sie, die sich eigentlich lieber mit Kreuzworträtseln beschäftigt, eben ihre Trainerin. Die schlechteste, ahnungsloseste, aber auch „beste“ Trainerin aller Zeiten. TIDYING UP WITH BRITT-MARIE Ausgerechnet in Borg – einem Ort, der selber keine Zukunft hat – wird die Protagonistin aus ihrer Erstarrung geholt: Warum lässt sie alles mit sich machen? Warum wird sie

immer übersehen? Britt-Marie war hier verfolgt etwas blumiger, was Marie Kondo nüchtern predigt: Durchs Aufräumen werden neue Energien freigesetzt. In Borg gerät für die resignierten Bewohner durch den Putzfimmel von Britt-Marie einiges in Bewegung. Und auch sie lernt lebenslange Blockaden zu überwinden. „Eins nach dem anderen, Britt-Marie“, beruhigt sie sich immer wieder selbst, und wenn sie am Ende ihrer To-do-Liste angekommen sein wird – und selbst ihre Ordnungsliebe hinterfragt hat –, ist sie eine glücklichere und freiere, weil hoffnungsvollere und selbstbestimmtere Person: neu starten – und mitspielen. www.Britt-Marie.de BRITT MARIE WAR HIER – BRITT MARIE VAR HÅR KINOSTART 14.06., SE 2019, REGIE Tuva Novotny, MIT Pernilla August, Peter Haber, Vera Vitali, FILMLÄNGE 97 Min., © Filmladen

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Zu gut, um wahr zu sein: Für die Partylocation, die Octavia Spencer als „Ma“ anbietet, werden eine Handvoll Jugendliche einen hohen Preis zahlen.

Unsafe Space

SPECIAL SKILLS

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ie kommt man in einem verschlafenen Kaff in Ohio als Teenager an Alkohol? Klar: Man hängt am Parkplatz vor dem Supermarkt ab und spricht Unbekannte an. Und tatsächlich gewinnen Maggie (Diana Silvers, Glass) und ihre Freunde den Jackpot: Sue Ann (Octavia Spencer) erklärt sich bereit, sie mit Hochprozentigem zu versorgen, und es kommt sogar noch besser: Sie bietet ihnen auch den Keller ihres Hauses als immer verfügbare Partylocation an. Dabei hat sie klare Regeln: Wer fährt, bleibt nüchtern. Keine Kraftausdrücke. Die oberen Stockwerke sind tabu! Sie selbst will „Ma“ genannt werden. Der Traum vom verfügbaren Raum und der vermeintlichen Freiheit ist aber in Wahrheit natürlich ein Albtraum, nur fehlt den Feieranten dazu die nötige Lebenserfahrung: „Ma“ handelt nicht aus altruistischen Gründen, und es wird für die

Teenager schwer sein, ihrer immer obsessiver werdenden Gesellschaft wieder zu entkommen … SEELENVERWANDTE UND INSPIRIERENDE PARTYS „Komm sicher nach Hause“, steht auf dem Filmplakat geschrieben –, es wird aber mit dem Hinweis, dass Ma von Blumhouse (Get Out, Happy Death Day) produziert wurde, gleich klar, dass hier niemand sicher ist. Regisseur Tate Taylor inszeniert seine seit Jahrzehnten beste Freundin – Octavia Spencer – in einer unerwarteten Rolle. Spencer bat Taylor, nach einem entschlossenerschreckenden Filmstoff Ausschau

zu halten. Die immer schon von True Crime Faszinierte und der Regisseur, der seinen Horizont in Hinsicht aufs Genre erweitern wollte, fanden im Psycho-HorrorStoff Ma die optimale Gelegenheit für eine erneute Zusammenarbeit (The Help). Taylor erkannte in der Protagonistin sogleich eine Seelenverwandte von Kathy Bates’ Annie in Misery – inkl. dem Potenzial, zur „instant horror icon“ zu werden. Drehbuchautor Scott Landes’ Inspiration war eine Party seiner Highschool-Zeit in Maryland – in einem ihm unbekannten Haus: „In einem Raum mit nackten Ziegelwänden und Lehmboden saßen ein paar Kids von meiner Schule herum, tranken, rauchten, dazu lief laut dröhnend Eminem. Ich sah, wie meine Freundin mit einem Typen sprach – und es stellte sich heraus, dass das sein Haus war. Er hatte uns den Alkohol spendiert, ich hatte keine Ahnung, wer er ist. Der Anblick dieses erwachsenen Mannes, der mit 14-Jährigen abhing, war furchterregend. Ich fand es immer gruselig, und ich dachte, es wäre die Art von Story, die jeder nachvollziehen könnte, der in den Suburbs oder in ländlichen Regionen aufgewachsen ist.“ www.ma-film.at MA KINOSTART 30.05., USA 2019, REGIE Tate Taylor, MIT Octavia Spencer, Juliette Lewis, Allison Janney, Diana Silvers, Luke Evans, FILMLÄNGE 99 Min., © UPI DOT.movie 43

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Blackstar

texte: nicole albiez

In Rauch aufgelöst

Aus einer Erzählung von Haruki Murakami wurde ein dynamischer Thriller: der Cannes-Liebling „Burning“.

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ufällig stolpert Jong-su in eine frühere Schulfreundin. Oder eigentlich: Hae-mi erkennt ihn, er sie aber nicht – sie werden ihre Bekanntschaft nun aber auffrischen. Auftakt eines sehnsuchtsvollen Verhältnisses. Denn immer wieder wird Hae-mi dem jungen Mann entwischen: Sie verreist (während er sich um ihre Katze kümmert, die sich jedoch nie blicken lässt), und wenn sie wiederkehrt, ist sie in Begleitung eines anderen Mannes (Ben, einem Rich Kid mit krimineller Energie). Haruki Murakamis erratische, nur zehn Seiten umfassende Kurzgeschichte „Scheunenabbrennen“ (1983) ist durch Chang-dong Lee (Poetry) zum 148 Minuten langen, atmosphärischen, vielschichtigen Meisterwerk angewachsen; ein mysteriöser psychologischer Thriller, dessen Sog man sich nicht entziehen kann. In Cannes, wo es 2018 den FIPRESCI-Preis holte, sorgte das kraftvolle Drama für Furore; es landete auch auf der Shortlist für den Oscar als bester fremdsprachiger Film. #burning BURNING KINOSTART 07.06., KR 2018, REGIE Changdong Lee, MIT Yoo Ah-In, Steven Yeun, Jeon Jong-seo, FILMLÄNGE 148 Min., © Polyfilm

Science Fiction, wie Claire Denis sie versteht: In „High Life“ schwebt Astronaut Robert Pattinson mit einem Baby durch Raum und Zeit.

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as erste Wort, das Baby Willow lernt, lautet „Tabu“; eine Zukunft ist für sie und ihren Vater Monte (Robert Pattinson) kaum gestaltbar, und die ersten unsicheren Schritte macht sie in einem Raumschiff. Claire Denis (Chocolat, Beau Travail) legt einen düsteren, ruhigen Sci-Fi-Film vor: Ihre Figuren befinden sich auf einer verlorenen Mission, die Monte als einziger Astronaut überlebt hat. In Flashbacks breitet Denis die zynische Wahrheit aus, wie es dazu kam, dass ein Astronaut allein mit einem Baby durch die Tiefen des Weltalls schlingert. – Und wer zu einem früheren Zeitpunkt noch mit an Bord war – zum Beispiel Mia Goth und Lars Eidinger; und Juliette Binoche, „eine Art Dr. Seltsam im Weltraum, ein bisschen verrückt und gefährlich“, so Regisseurin Claire Denis. Den Soundtrack zu diesem abseitigen Filmerlebnis steuerte Stuart A. Staples von den Tindersticks bei, Konzeptkünstler Olafur Eliasson hat ein Schwarzes Loch geschaffen: das Ende von Raum und Zeit. #highlife

HIGH LIFE KINOSTART 30.05., D/F/USA/PL/UK 2018, REGIE Claire Denis, MIT Robert Pattinson, Juliette Binoche, André Benjamin, Mia Goth, Lars Eidinger, FILMLÄNGE 110 Min., © Polyfilm

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FLOATING

Hier/Jetzt

„Victoria“-Regisseur Sebastian Schipper inszeniert mit „Roads“ nicht einfach nur einen Roadtrip, sondern eine Entdeckungsreise, die schmerzhaft von unserer heutigen Welt erzählt.

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ebastian Schipper, der mit Victoria einen der aufregendsten Filme des Jahres 2014 vorgelegt hat (die zweieinhalbstündige Geschichte, die durch eine Berliner Nacht führt, wurde in einem einzigen Take gedreht), setzt sich nun wieder in Bewegung. Oder eigentlich setzt Schipper zwei 18-jährige Männer in Bewegung: In Marokko treffen William (Stéphane Bak, Elle) und Gyllen (Fionn Whitehead, Dunkirk) aufeinander, die in unterschiedlichen Situationen sind, aber zu Verbündeten werden: William stammt aus dem Kongo und versucht nach Europa zu kommen, wo er seinen verschollenen Bruder finden möchte, der Brite Gyllen möchte den Familienurlaub hinter sich lassen und hat sich dafür das Luxus-Wohnmobil seines Stiefvaters geklaut respektive „geliehen“. In diesem Wohnmobil werden beide Platz nehmen. Auftakt für einen mitreißenden Roadtrip. Ein Roadtrip, der sehr im Hier und Jetzt, unserer heutigen Welt und ihren Themen angesiedelt ist.

ZERSTÖRTE ILLUSIONEN „Es wäre bei einem derartigen Stoff sehr leicht gewesen, didaktisch zu sein und mit dem erhobenen Zeigefinger zu dozieren“, so Fionn Whitehead. „Aber das Drehbuch

war genau das nicht. Es ist so subtil und genau, dass das Flüchtlingsthema gar nicht explizit angesprochen wird. Es schwingt einfach immer mit, während sich die eigentliche Geschichte auf die Beziehung der beiden Jungs konzentriert. Meiner Ansicht nach ist das der einzige Weg, das Publikum zu erreichen. Keiner will im Kino belehrt werden. Roads will das auch nicht, der Film spielt einfach nur im Hier und Jetzt und steckt den Kopf nicht in den Sand. Hier nimmt man Anteil an den beiden Hauptfiguren, man lacht mit ihnen, man versteht ihre Probleme. Und durch Gyllens Augen wird man dann auch mit der Realität der Flüchtlingssituation konfrontiert.“ Dies passierte natürlich auch während der Vorbereitung auf den Film

mit den Beteiligten. Stéphane Bak, der etwa in Marokko mit Migranten sprach: „Das war sehr verstörend. Wir trafen Migranten, die in Büschen leben. Das sind Menschen, die teilweise seit einem halben Jahr nicht mehr richtig gegessen haben. Sie haben ihre Familien seit Jahren nicht mehr gesehen. Und doch sind sie voller Hoffnung.“ Roads ist ein Film, in dem Illusionen zerstört werden. Aber auch: ein Film über Freundschaft, Unterstützung und Solidarität. #Roads ROADS KINOSTART 31.05., D/F 2019, REGIE Sebastian Schipper, MIT Moritz Bleibtreu, Stéphane Bak, Fionn Whitehead, Ben Chaplin, FILMLÄNGE 100 Min., © Constantin Film DOT.movie 45

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KINDHEIT in EXTREMEN

Ideologisch säuerliche Muttermilch Frank Geigers und Mohammad Farokhmaneshs Doku erzählt von einer Parallelgesellschaft: der germanischen. „Kleine Germanen“ behandelt die demokratiefeindliche „völkische Erziehung“.

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er Großvater kümmert sich liebevoll um die kleine Elsa; er entführt sie in eine aufregend-abenteuerliche Welt. Hier erzählt Opa nicht nur vom Krieg, er spielt ihn mit der Kleinen auch: Er selbst trägt eine russische Uniform, seine Enkeltochter die deutsche. Als sie „den Bolschewiken“ mutig besiegt hat, kriegt sie ein Ehrenabzeichen verliehen. So wächst Elsa auf. Amerikanische Propaganda, sprich: quietschbunte Zeichentrickfilme, sind verboten, die Gedanken sind rein und sollen rein bleiben. Besser ist es, wenn vor dem Kaminfeuer Geschichten über Ratten vorgelesen werden … Und als Elsa als reichlich indoktrinierte junge Frau (die den ideologisch verdeckt lebenden Großvater bereits als Feigling abtut) auf das rechte Alphamännchen Thorsten trifft, ist das reinrassige Glück perfekt. Man sucht einen Ort zum sich Niederlassen und macht sich an die Familienplanung. Dem Mädchen Marrit werden germanische Sagen vorgelesen, ihre Sommer verbringt sie in völkischen Ferienlagern. Disziplin und Abhärtung werden quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen. Als das zweite Kind nicht ganz dem ge-

planten Herrenmenschen entspricht, beginnt es schwierig zu werden mit dem friedlichen Miteinander. FRUCHTENDE KEIME Frank Geiger und Mohammad Farokhmanesh, die u.a. Teheran Tabu produzierten, gestalten eine hochaktuelle Doku über die Neuen Rechten. Was macht die Erziehung mit einem? Welche Art von Eltern werden diese Kinder selber? Wer schafft den Ausstieg aus der rechten Szene, wenn er darin aufgewachsen ist, also gleichzeitig alles – Familie, Freunde, Umfeld – verliert? Ein Gerichtsfall in Niedersachsen hat Geiger und Farokhmanesh auf die Idee zu diesem Film gebracht. Vor Gericht stand ein Ehepaar, dessen Tochter im Alter von drei Jahren gestorben war. „Das Kind hatte Diabetes, die Eltern waren aber Anhänger der neuen germanischen Medizin. Das heißt: Sie lehnen die Schulmedizin im Prinzip ab, nach dem Motto: Wer stirbt, der ist nicht stark genug für diese Welt“, erinnert sich Geiger. So begannen sie sich für Kinder zu interessieren, die in solchen Milieus aufwachsen, für Eltern mit rechtsextremer Gesinnung. Sie hatten einige Stolpersteine

zu überwinden: überhaupt jemanden zu finden, der vor die Kamera tritt. Schlussendlich wählten die Macher eine gangbare Lösung: Sie erzählten die deprimierende Geschichte von Elsa, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht, in animierten Bildern und mit Voice Over, dazwischen kommen Aussteiger und Wissenschaftler zu Wort. Oder Neue Rechte wie die siebenfachen Eltern Götz Kubitschek und Ellen Kositza oder der österreichische Identitäre Martin Sellner, „die ja in der gegenwärtigen Situation großes Selbstvertrauen haben“, so Farokhmanesh. Sie sind aber auch schon Medienprofis, die wissen, wie weit sie vor der Kamera gehen wollen. Die realgefilmten Bilder und die mit überschaubarem Budget gestalteten animierten Passagen passen stilistisch nicht recht zusammen, worüber man aber großzügige hinwegsehen sollte: Kleine Germanen ist ein wichtiger Filmbeitrag. www.kleinegermanen.at KLEINE GERMANEN KINOSTART 30.05., D/A 2018, REGIE Frank Geiger, Mohammad Farokhmanesh, MIT Götz Kubitschek, Ellen Kositza, Martin Sellner, FILMLÄNGE 86 Min., © Filmladen

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Ein guter Dschihadist

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Zwei Jahre mit einem al-Nusra-Rebellenführer. Talal Derki liefert mit „Of Fathers and Sons“ eine Arbeit ab, die durch Mark und Bein geht.

ie Kinder haben einen kleinen Vogel gefangen. Einer der jüngeren Buben bestimmt, was geschehen soll, wie dem Vater später beiläufig erzählt wird: Sie hätten ihn mit einem Messer geschlachtet, „wie du es mit dem Mann gemacht hast“. Talal Derki legt einen unglaublichen Dokumentarfilm vor: Zwei Jahre lang hat der (in Berlin lebende) Filmemacher in seiner verminten, vom Krieg zerstörten Heimat Syrien verbracht – mit Abu Osama, einem (inzwischen verstorbenen) Rebellenführer der al-Nusra-Brigaden, und seiner Familie. Abu Osama hat zwei Frauen und zwölf Kinder, acht davon Söhne. Im Bild sind nur die männlichen Familienmitglieder zu sehen. Die Söhne haben eine Zukunft als Gotteskrieger vor sich und sind nach Vorbildern benannt: Osama (13, nach bin Laden), Ayman (12, nach bin Ladens Stellvertre-

ter Ayman Al Zawahiri) und ihre Brüder besuchen schon längst nicht mehr die Schule; sie absolvieren ein Koranstudium. Treffen sie auf ihre ehemaligen Schulkollegen und vor allem die Lehrerinnen, spucken sie große Töne und werfen Steine. Spielen sie, spielen sie den Bau von Sprengsätzen. Einflüsse außerhalb des islamistischen Mikrokosmos gibt es keine. Hier muss keiner radikalisiert werden, diese Kinder kennen nichts anderes als diese für sie ganz normale Welt. MILITÄRCAMP FÜR KINDER Es ist ein destruktiver Alltag, der keine produktive Zukunft erlaubt. Auf ihre Zukunft werden die beiden Ältesten, Osama und Ayman, in einem Militärcamp für Kinder vorbereitet. Dort trainieren sie, gute Dschihadisten zu sein. Das heißt zum Beispiel: keine Todesangst zu haben, wenn sie am Boden liegen

und ihre Ausbilder haarscharf an ihnen vorbei schießen. Talal Derki wurde für seinen oscarnominierten Film zum „embedded journalist“: Er gab sich als salafistenfreundlicher Kriegsreporter aus, was oft zu kaum erträglichen Situationen führt. Etwa wenn die Terroristen „Ungläubige“ angreifen – und Derki danebensitzt. Das ist der Preis für eine unfassbare Perspektive. Es sind aufwühlende Einsichten, die er mitbringt. Der Zuschauer erlebt Abu Osama (45) als zärtlichen Vater und als entschlossenen Gotteskrieger. Als er durch eine Mine einen Fuß verliert, dankt er Allah dafür, dass er ihm den wichtigeren Fuß ließ: den, den er zum Autofahren braucht. www.offathersandsons-film.de OF FATHERS AND SONS – DIE KINDER DES KALIFATS KINOSTART 26.05., Deutschland/Syrien/Libanon/ Katar 2017, REGIE Talal Derki, FILMLÄNGE 99 Min., © Filmladen

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Es werde Rock ’n’ Roll

Taron Egerton wird zur Pop-Ikone: Er spielt und singt in „Rocketman“ Elton John.

GROSSE TÖNE

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ls Dexter Fletcher (Eddie the Eagle) eigentlich gerade damit beschäftigt war, seinen Eddie-Darsteller Taron Egerton dabei zu begleiten, zu Elton John zu werden, kam ein kleiner Schlenker: Er sollte „the mess“ aufräumen, den der gefeuerte Bryan Singer bei Bohemian Rhapsody hinterlassen hatte und das Desaster zu einem vorführbaren Ende bringen. Es war für Fletcher kein Neuland – er hatte den Film über Queen bis knapp vor der Produktion begleitet – allerdings noch, als er eine nicht jugendfreie Variante war und ehe die Produktion entschied, eine andere Richtung einzuschlagen. „Es war ein bisschen, als würde dich eine Ex, die dir das Herz gebrochen hat, anrufen, weil sie in letzter Sekunde ein Date für den Abschlussball braucht.“ Fletcher, der eigentlich schon voll und ganz auf „Tiny Dancer“, „Your Song“ und „Rocketman“ eingestellt war, spielte

den Troubleshooter für den späteren Oscar-Abräumer Bohemian Rhapsody – und Elton Johns große Stunde auf der Leinwand sollte von Frühjahr 2018 auf heuer verlegt werden – mit einer Weltpremiere in Cannes. KULTIG & SPASSIG Rocketman-Produzent Matthew Vaughn (Kingsman, Kick-Ass) hatte Fletcher persönlich für die „Aufräumarbeit“ bei Bohemian Rhapsody vorgeschlagen: Das wäre wie ein „70s pop icon boot camp“ für ihn. Die Erfahrung würde ihm noch viel mehr Vertrauen für Rocketman schenken. Und mit Rocketman würde noch ein Film nach seinen und Elton Johns Vorstellungen warten: ein opulentes, gewitztes, unverkrampftes Fantasy-Musical. Es setzt Mitte der 1960er-Jahre ein, als Elton John noch Reginald Dwight heißt und in einem Londoner Vorort lebt.

Erst am Klavier fühlt sich der unscheinbare und schüchterne Junge wohl, und als er Richtung London aufbricht, wo er auf den Songwriter Bernie Taupin (Jamie Bell) trifft, erstrahlt er: Wenn „Elton John“ in exzentrischen Gewändern auf die Bühne tritt, ist vom schüchternen Jungen keine Spur mehr. Rock ’n’ Roll! Taron Egerton (Kingsman, Robin Hood) hat Elton Johns Hits selber eingesungen. Das Filmplakat meint es also ernst, wenn es verkündet, dass Taron Egerton Pop-Ikone Elton John ist: Der Schauspieler hat sich seine schillernde Rolle auf beeindruckende Art angeeignet. #Rocketman ROCKETMAN KINOSTART 30.05., UK/USA 2019, REGIE Dexter Fletcher, MIT Taron Egerton, Jamie Bell, Richard Madden, Bryce Dallas Howard, FILMLÄNGE 121 Min., © Constantin Film

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Klassische Träume

Kristin Scott Thomas leitet den talentierten „Klavierspieler vom Gare du Nord“ als gestrenge Lehrerin an.

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er bei einem Einbruch die offen herumliegenden Juwelen ignoriert, weil er nicht am Flügel vorbeikommt, gehört ans Pariser Konservatorium. So sieht es jedenfalls dessen Leiter Pierre Geithner (Lambert Wilson), der den begabten Mathieu Malinski bereits an einem öffentlichen Klavier am Gare du Nord spielen hörte und den jungen Mann (Jules Benchetrit) nun vor der Haftstrafe bewahrt: Er ermöglicht es Mathieu, seine gerichtlich auferlegten Sozialstunden am Konservatorium abzuleisten; im Putztrupp und auch unter Anleitung einer gestrengen Lehrerin (Kristin Scott Thomas) am Klavier – mit einem renommierten Wettbewerb als Ziel. Der Junge mit dem absoluten Gehör müsste angesichts der Chance seines Lebens vor Dankbarkeit zerfließen, ihm steht aber vieles im Weg: Klassenfragen, Erwartungshaltungen, erlebte Enttäuschungen. Regisseur Ludovic Bernard inszeniert ein wohlklingendes Drama, wenn Mathieu in eine ihm fremde Welt stolpert. Sein Ausgangspunkt war ein Erlebnis am Bahnhof Bercy. Dort hörte er, während er auf seinen Zug wartete, einen „jungen Mann Klavier spielen, der auf den ersten Blick nicht nach jemandem aussah, der klassische Musik spielt“, so der Regisseur. „Das war ein magischer Moment.“ Während der Fahrt erdachte Bernard eine mögliche Geschichte rund um den Fremden – und eine Liebeserklärung an die Musik. www.facebook.com/derklavierspielervomgaredunord DER KLAVIERSPIELER VOM GARE DU NORD – AU BOUT DES DOIGTS KINOSTART 20.06., E/F 2018, REGIE Ludovic Bernard, MIT Lambert Wilson, Kristin Scott Thomas, Jules Benchetrit, FILMLÄNGE 106 Min., © Lunafilm

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BAILEY EIN HUND KEHRT ZURÜCK AB 13.06 NUR IM KINO! www.constantinfilm.at

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text: Tanja Holz

Wahlwerbung

Charlize Theron verdreht Seth Rogen in der romantischen Komödie „Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich“ den Kopf.

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as haben eine zielstrebige Präsidentschaftskandidatin und ein chaotischer Journalist gemeinsam? Im Falle von Charlotte Field (Charlize Theron) und Fred Flarsky (Seth Rogen) auf den ersten Blick einmal rein gar nichts, wäre da nicht die Tatsache, dass Charlotte früher Freds Babysitter war und beide große Boyz-II-Men-Fans sind. Letzteres führt dazu, dass die beiden sich bei einem Konzert der Band über den Weg laufen und – wie es der Zufall so will – Fred gerade auf Jobsuche ist und Charlotte dringend einen Redenschreiber braucht. Laut Wählerumfragen ist Charlotte nämlich zu „unlocker“ – dies ist Freds Chance, als ungeschickter Ritter in Adidas-Trainingsjacke zur Rettung zu eilen.

Nach leichten Startschwierigkeiten und der Überwindung moralischer und bekleidungstechnischer Differenzen lernen sich die beiden näher kennen, und der Rest folgt, wie er folgen muss: Fred, der schon als Zwölfjähriger unsterblich in Charlotte verliebt war, schüttelt popkulturelle Referenzen aus dem Ärmel, um ihr Herz zu erwärmen und vielleicht gar als First Man of the United States zu enden. LOVE IN A HOPELESS PLACE Regisseur Jonathan Levine (Warm Bodies) dreht in Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich die klischeehaften Mann-Frau-Rollenbilder kurzerhand um und erzeugt damit gewitzte Momente, ohne zu viel auf die Ursachen der geschlech-

terspezifischen Verhaltensweisen einzugehen oder diese gar auflösen zu wollen. Was dabei herauskommt, ist eine dezent politische RomCom mit zeitgemäßem Witz. Pluspunkte gibt es vor allem für Alexander Skarsgård als kanadischen Premierminister James Steward mit einem gruseligen Lacher, Andy Serkis als korrupten Medienmogul Parker Wembley mit leicht Trump’schem Gehabe und Bob Odenkirk als narzisstischen POTUS Chambers. #longshotmovie LONG SHOT – UNWAHRSCHEINLICH, ABER NICHT UNMÖGLICH KINOSTART 20.06., USA 2019, REGIE Jonathan Levine, MIT Charlize Theron, Seth Rogen, Andy Serkis, O’Shea Jackson Jr., FILMLÄNGE 125 Min., © Constantin Film

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text: Max Gfrerer

HERZ SCHLAG

Liebe ohne Kontakt

Eine große Liebe – ohne einander berühren zu dürfen. Es wären nur „Drei Schritte zu dir“: Zwei Jugendliche müssen ihre schwere Krankheit und ihre Romanze zusammenbringen.

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ukoviszidose bzw. Zystische Fibrose (ZF) ist eine unheilbare Erbkrankheit, bei der Lunge, Bauchspeicheldrüse und andere Organe einen dickflüssigen Schleim produzieren, der das Atmen erschwert und im schlimmsten Fall zum Tod führt. Weltweit sind etwa 70.000 Menschen daran erkrankt. Noch vor nicht allzu langer Zeit haben ZF-Patienten meist nicht einmal das Erwachsenenalter erreicht. Die großen medizinischen Fortschritte der letzten Jahre in diesem Bereich haben ermöglicht, dass man nun auch mit Mukoviszidose einen Anspruch auf Erwachsenwerden, Karriereplanung und Selbstverwirklichung stellen darf. Die Herausforderungen, die jedoch nach wie vor mit ZF einhergehen, sind für einen gesunden Menschen nahezu unvorstellbar. GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN In Justin Baldonis Regiedebüt Drei Schritte zu dir müssen die Teenager Stella (Haley Lu Richardson, Split) und Will (Cole Sprouse, wie sein Zwillingsbruder Dylan bekannt aus der TV-Kinderserie Hotel Zack & Cody), obwohl sie ansonsten

überhaupt nichts gemeinsam haben, mit dem gleichen Schicksal namens Zystische Fibrose klarkommen. Beide gehen dafür Wege, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die naiv optimistische Stella diszipliniert ihre Behandlungstermine katalogisiert und ihre Follower in den Sozialen Medien auf dem Laufenden hält, flüchtet sich Will in Zynismus, Rebellion und kritzelt zurückgezogen (durchaus beachtliche) Zeichnungen aufs Papier. Doch Gegensätze ziehen sich an. Und so erwachsen aus der anfänglichen Skepsis, die Stella und Will zunächst füreinander übrig haben, tiefe Zuneigung und Faszination für die völlig andere Weltanschauung des Gegenübers. Der Beginn einer wunderbaren Romanze, wäre da nicht die alles bestimmende Krankheit. Beide dürfen sich dem Mitpatienten auf nicht weniger als vier Schritte nähern, ansonsten könnten die fremden Bakterien das eigene System tödlich schwächen. Aber wie soll man die große Liebe denn ausleben, wenn man sich nicht einmal berühren darf? Drei Schritte zu dir gibt auf diese beängstigende Frage tiefromantische Antworten. facebook.com/dreischritte.DE

DREI SCHRITTE ZU DIR – FIVE FEET APART KINOSTART 20.06., USA 2019, REGIE Justin Baldoni, MIT Haley Lu Richardson, Cole Sprouse, Moisés Arias, Claire Forlani, Kimberly Hébert Gregory, FILMLÄNGE 116 Min., © UPI

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text: Max Gfrerer

Die Kraft der Wünsche

Disney legt das Real-Remake von „Aladdin“ vor. Auf dem Regiesessel: Guy Ritchie. In der Flasche: Will Smith.

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992 begeisterte die DisneyZeichentrickverfilmung des berühmten Märchens von Aladdin und der Wunderlampe Millionen Kinder weltweit. Die Geschichte lehrte uns nicht nur, dass am Ende stets das Gute über das Böse siegt, sondern erteilte auch die wertvolle Lektion, dass man alles besitzen kann und einem das trotzdem nicht zwangsläufig zu wahrem Glück verhilft. Nun, 27 Jahre später, transportiert die Micky-Maus-Filmfabrik ihre damaligen Meisterwerke in die Jetztzeit und erfreut das mittlerweile erwachsen gewordene Zielpublikum von damals mit den alten Geschichten in schickem neuem Gewand. Der Erfolg von The Jungle Book war bloß der Anfang. Inzwischen hat auch Dumbo bereits sein Real-Comeback im Kino gefeiert, und Der König der Löwen

steht schon in den Startlöchern. Ganz aktuell werden wir zwar nicht mit drei Wünschen, dafür aber mit der romantischen Neuauflage von Aladdin beglückt. ZWEI NEUE SONGS Es kommt zum Wiedersehen mit dem sympathischen Betteljungen (Mena Massoud, Open Heart), der sich bekanntlich unsterblich in Prinzessin Jasmin (Naomi Scott, Power Rangers) verliebt und dafür die magischen Dienste des Flaschengeistes Dschinni (Will Smith, Suicide Squad) in Anspruch nimmt. Es kommt selbstverständlich auch zum Wiederhören der beliebtesten Filmsongs, allen voran „Ein Traum wird wahr“ („A Whole New World“). Denn niemand Geringerer als der achtfache Oscarpreisträger Alan Menken, der unter

anderem die Filmmusik zu Arielle, die Meerjungfrau, Die Schöne und das Biest, Pocahontas und eben dem Aladdin-Original komponiert hat, steuerte auch diesmal wieder die akustische Untermalung bei. Neben den bekannten Klassikern haben es auch zwei neue Songs in den Film geschafft. Ein neuer Anstrich, modern arrangierte Musik, eine veränderte Erzählweise und ein dankenswerterweise nicht dem „White-washing“ unterzogener, sondern mit orientalisch-stämmigen Darstellern besetzter Cast. Disney hat auch diesmal wieder alles unternommen, um das treue Stammpublikum zu erfreuen und neue Fans hinzuzugewinnen, die beim Zeichentrickabenteuer aus dem Jahr 1992 vielleicht noch gar nicht auf der Welt waren. facebook.com/disneydeutschland

ALADDIN KINOSTART 23.05., USA 2019, REGIE Guy Ritchie, MIT Mena Massoud, Will Smith, Naomi Scott, Marwan Kenzari, Navid Negahban, FILMLÄNGE 127 Min., © The Walt Disney Comp. 52 DOT.moviE

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Legendäre Nachwuchsschnüffler

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Die Profis in spe sind zurück: Der Anfang der jugendlichen Ermittler – „TKKG“ – wird auf der Leinwand neu erzählt.

ie Abenteuer, die die emsigen Gymnasiasten Tim, Karl, Klößchen und Gaby erleben, wurden in zahlreichen Büchern und Hörspielen, einer Handvoll Serien- und Filmproduktionen und vereinzelten Comics, Computerspielen und Theaterproduktionen erzählt, seit die Jugendkrimiserie im Jahr 1979 durch ihren Schöpfer Stefan Wolf ihren Anfang nahm. Nun ermittelt die legendäre Bande TKKG wieder: In einem Kinostreich geht es – für eine neue Generation an Krimifans – zurück an den Anfang. Tim und Willi, genannt Klößchen, lernen sich an ihrem ersten Schultag auf dem Internat kennen: Der Stipendiat aus der Vorstadt und der Sohn aus reichem Haus werden sich fortan ein Zimmer teilen. Sie könnten in jeder Hinsicht kaum unterschiedlicher sein, und Willi ist mäßig begeistert über einen Mitbewohner, doch schnell werden aus ihnen Freunde: Willis Vater wird entführt, und Tim ist der einzige, der Willi glaubt, dass die Polizei auf

der falschen Fährte ist. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitschülern – der schlauen Polizistentochter Gaby und dem hochbegabten Außenseiter Karl – beginnen sie (oft aus dem Internat türmend) auf eigene Faust zu ermitteln: Wie passen ein Flugzeugabsturz, maskierte KungFu-Kämpfer und eine versteckte Botschaft von Klößchens Vater zusammen? Was haben der blinde Hellseher Raimondo und seine Assistentin Amanda damit zu tun? Während sie einer Verschwörung auf der Spur sind, werden die vier zur eingeschworenen Bande. FEINE NEUAUFLAGE „Ein Fall für TKKG“ gilt im deutschsprachigen Raum neben „Die drei ???“ als kommerziell erfolgreichste Serie dieses Genres: U.a. gingen 13 Millionen Bücher und 33 Millionen Exemplare der kultigen Hörspiele rund um die „Profis in spe“, wie der Titelsong des Hörspiels sie nennt, über den Ladentisch. Kein Erpresser, Schmuggler, Dieb

war vor den jungen Talenten sicher, wie auch „Kommissar Glockner“ einsehen musste. Tim, genannt Tarzan, sagte immer, wo’s langgeht; oft sagte der „Beschützer“ auch, dass das Mädchen der Bande, Gaby, aus Sicherheitsgründen zu Hause bleiben muss … Drehbuchautor Peer Klehmet (Dreileben – Eine Minute Dunkel, Fünf Freunde 1–4) und Koautor sowie Regisseur Robert Thalheim (Am Ende kommen Touristen) haben sich darangemacht, eine würdige Neuauflage des Jugendklassikers zu gestalten. Zu den vier jungen Darstellern – Ilyes Moutaoukkil, Lorenzo Germeno, Manuel Santos Gelke und Emma-Louise Schimpf – gesellen sich u.a. Tom Schilling und Milan Peschel. #TKKG TKKG KINOSTART 07.06., D 2019, REGIE Robert Thalheim, MIT Ilyes Moutaoukkil, Lorenzo Germeno, Manuel Santos Gelke, Emma-Louise Schimpf, © Warner Bros. DOT.movie 53

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Der Sinn des Hundelebens Ein Rüde, der mehrfach zurückkehrt. Nun auch ins Kino: „Bailey“ geht erneut seiner Bestimmung nach.

BAILEY – EIN HUND KEHRT ZURÜCK – A DOG’S JOURNEY KINOSTART 13.06., USA 2019, REGIE Gail Mancuso, MIT Dennis Quaid, Kathryn Prescott, Betty Gilpin, Marg Helgenberger, Henry Lau FILMLÄNGE 108 Min., © Constantin Film

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laubt man den Drehbuchautoren von Bailey – Ein Freund fürs Leben, dann besteht der Sinn eines Hundelebens darin, sein Herrchen für die Zeit eines Menschenlebens glücklich zu machen. Um das zu bewerkstelligen, wandern die Seelen verstorbener Hunde (oder zumindest jene von Bailey) weiter und reinkarnieren in einem neuen Welpenkörper, um sich von da an schnurstracks auf die Suche nach dem alten Herrchen zu machen: um dieses dann wiederum für einen weiteren Lebensabschnitt glücklich zu machen. Man möge die in diesem Moment eventuell aufkommende Skepsis beiseiteschieben und sich einfach auf die Protagonisten einlassen. Denn dann erfreut man sich daran, dass es einen Film gibt, der als Ode auf die Freundschaft zwischen Mensch und Hund verstanden werden darf. Diese Ode erfährt nun eine Fortsetzung. FRAUCHEN STATT HERRCHEN Bailey hat es am Ende des Vorgängerfilms natürlich zurück an die Seite seines Lieblingsbesitzers Ethan

(Dennis Quaid, Der Moment der Wahrheit) geschafft und genießt das gemeinsame Altwerden. Besonders Enkelin CJ (Kathryn Prescott, To the Bone) ist eine dankbare Spielgefährtin. Zumindest so lange, bis ihre eigenwillige Single-Mutter Gloria (Betty Gilpin, True Story – Spiel um Macht) mit ihrer Tochter wegzieht und jeglichen Kontakt abbricht. Bailey, der seine nächste Seelenwanderung schon kommen sieht, verspricht Ethan, CJ im nächsten Leben wieder aufzuspüren und gut auf sie aufzupassen. Sein Tod ist der Auftakt zu einer weiteren Reise durch diverse Hundeleben, um diesmal statt dem Herrchen das Frauchen am Lebensweg treu zu begleiten. Wie schon der erste Teil greift auch Bailey – Ein Hund kehrt zurück auf eine Buchvorlage des Autors W. Bruce Cameron zurück. „A Dogs’ Journey“ war dabei nicht viel weniger erfolgreich als der Vorgänger „A Dog’s Purpose“ und weit oben auf den amerikanischen Bestsellerlisten zu finden. Der große Hundefreund war auch bei der Leinwandadaption federführend und ermöglichte damit eine weitere cineastische Verbeugung vor dem besten Freund des Menschen. www.facebook.com/bailey.film

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TEXTE: MAX GFRERER

In Stop-Motion um die Welt

Mit bisher nie dagewesenem Aufwand inszenierte Abenteuergeschichte.

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as für den Computeranimationsfilm Pixar ist, das bedeutet die Firma Laika für die Stop-Motion-Technik. Meisterwerke wie Coraline, Die Boxtrolls oder Kubo – Der tapfere Samurai gehen auf das Konto der Schmiede aus Portland, Orgeon. Es ist vor allem die versessene Detailarbeit der Macher, die Außenstehenden die Kinnlade runterfallen lässt. Der langwierige Entstehungsprozess eines Stop-Motion-Films erfordert eine Menge Ausdauer, Fleiß und ein großes Verständnis für dynamische Prozesse. Die in jeder Szene enthaltenen Objekte werden für kleinste Veränderungen minimal bewegt und daraufhin abfotografiert. Durch die Aneinanderreihung der Fotos entsteht dann der Effekt, der die präsentierte Welt scheinbar mit Leben erfüllt. Hinter wenigen Sekunden Film stehen meist viele Drehtage. AUF DEN SPUREN VON JULES VERNE Mit dem demnächst erscheinenden Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer stellt Laika allen bisherigen Aufwand in den Schatten. Noch nie wurden so viele Puppen gebastelt, noch nie wurden so

umfassende Szenenbilder geschaffen, und noch nie wurde so detailverliebt gefilmt sowie fotografiert. Obendrein wird eine großartige Geschichte erzählt. Sir Lionel Frost begibt sich, getrieben vom Wunsch nach Anerkennung, auf die Suche nach dem sagenumwobenen Missing Link, dem evolutionären Bindeglied zwischen Affe und Mensch. Als er das zottelige Geschöpf schließlich findet, stellt sich heraus, dass „Susan“, wie es sich nennt, freundlich, intelligent, aber sehr einsam ist. Mister Link ist nämlich der Letzte seiner Art. So begibt sich Frost mit seinem neuen Freund und der resoluten Abenteurerin Adelina Fortnight auf eine weitere Mission Richtung Himalaya, wo entfernte Verwandte des Missing Link vermutet werden. Eine zauberhafte Reise, wie sie sonst nur aus der Feder eines Jules Verne entspringen hätte können. Anfang der Achtzigerjahre begann das vermeintliche Ende der Stop-Motion-Ära. Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer zeigt, dass diese Technik nicht nur quietschlebendig, sondern auch eine wohl nie versiegende Quelle der sagenhaften Kreativität ist. www.misterlink-derfilm.de

MISTER LINK – EIN FELLIG VERRÜCKTES ABENTEUER – MISSING LINK KINOSTART 31.05., USA 2019, REGIE Chris Butler, MIT Zoe Saldana, Hugh Jackman, Timothy Olyphant, Emma Thompson, Zach Galifianakis, FILMLÄNGE 96 Min., © 20th Century Fox

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ZWISCHEN DEN ZEILEN – DOUBLES VIES – 07.06. Die Verlagswelt ist im Umbruch, ein Verleger (Guillaume Canet) und seine Frau/die Schauspielerin (Juliette Binoche), ein Autor (Vincent Macaigne) und seine Partnerin/eine Politberaterin (Nora Hamzawi) positionieren sich wortreich zu E-Books, Blogs, Fake News und Twitter. Sie verstehen wenig von der Digitalisierung, wie Millennials sie im Blut haben. Kulturkonservativ diskutieren sich die Figuren durch den kultivierten Pariser Alltag, wenn sie nicht gerade ihren Affären nachgehen. Während permanent über Umbrüche gesprochen wird, ändert sich aber doch nicht viel. Olivier Assayas legt mit seinem neuen leider nicht seinen besten Film vor.

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AYKA – 24.05. Sergey Dvortsevoy (Tulpan, 2008) legt eine niederschmetternd-berührende neue Arbeit vor, die ihren Ursprung bei der Zeitungslektüre nahm: Er las darüber, dass im Jahr 2010 248 Babys von Müttern aus Kirgisistan aufgegeben wurden. „Ich stand lange Zeit unter Schock, nachdem ich das gelesen hatte: Wie kann das sein? Was könnte der Grund dafür sein, dass kirgisische Mütter ihre Babys freiwilllig massenhaft aufgeben und in einem fremden

ZU JEDER ZEIT – DE CHAQUE INSTANT – 20.06. Dokumentarfilmer Nicolas Philibert (Sein und Haben) schaut sich im Institut de la Croix-Saint-Simon um: Er beobachtet angehende Gesundheits- und Krankenpflegende, die sich in der Pflegeschule die anatomischen, technischen und rechtlichen Grundlagen erarbeiten und in Krankenhäusern, Rehakliniken, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen Praxiserfahrungen sammeln.

Land zurücklassen? Was könnte sie zu einer solchen Tat zwingen, die für jede Frau, aber erst recht für Frauen aus den so sehr familienorientierten Kulturen Zentralasiens, unnatürlich ist?“ Es drängte ihn, einen Film darüber zu erarbeiten. Ayka war geboren: Eine illegal in Moskau lebende Frau, die vom ständigen Überlebenskampf angetrieben wird. Samal Yeslyamova, die auch in Tulpan spielte, wurde in Cannes als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

© Filmladen (2), Kinostar Filmverleih (1), Polyfilm (2), Stadtkino Wien (1), Thimfilm (3)

UNDER THE TREE – 24.05. Die besten Konflikte werden unter Nachbarn ausgetragen. Das jüngste Filmbeispiel dafür führt in zwei isländische Gärten. Auf dem einen gedeiht ein prachtvoller Baum, auf dem anderen herrscht daher … immerwährender Schatten. Klare Sache: Das monströs gewordene Gewächs muss weg. Noch klarer: Das hat Potenzial für ein Sturschalten beider Parteien. Hafsteinn Gunnar Sigurðssons Komödie wurde schon „wie ein Film von Michael Haneke auf Lachgas“ genannt.

KAVIAR – 13.06. Eine luxuriöse Villa auf der Wiener Schwedenbrücke errichten? Die jüngsten Pläne des Oligarchen Igor sind ein Aberwitz. Außerdem wüsste seine Dolmetscherin Nina – u.a. mit Verstärkung durch Sabrina Reiter (In 3 Tagen bist du tot) – sehr viel Besseres mit Igors Vermögen anzustellen. Die aus Russland stammende Regisseurin Elena Tikonova nimmt sich die Klischees vor, die über ihre Landsleute grassieren.

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MEASURE OF A MAN – EIN FETTER SOMMER – 13.06. Ein Sommer, ein Ferienjob, neue Gefühle, fieses Mobbing, ein mitreißender Ton und eine hinreißende Hauptfigur: Außenseiter Bobby (Blake Cooper, The Maze Runner), der in Dr. Kahn (Donald Sutherland) einen Mentor findet, wird man so schnell nicht vergessen: Jim Loachs Film erzählt stimmig vom Erstarken und vom Erwachsenwerden. Als Eltern: Judy Greer und Luke Wilson.

TO THE NIGHT – 14.06. Ein Brand nahm Norman in Kindestagen die Eltern – eine Tragödie, die er bis heute nicht verwunden hat. Dabei sollte der junge Mann nicht mehr schlingern, sondern Verantwortung tragen: Er ist seit acht Monaten Vater. Caleb Landry Jones (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri) spielt Norman als tickende Zeitbombe; Peter Brunner inszeniert den Traumatisierten, der nun für andere zum Trauma wird.

© Filmladen (2), Kinostar Filmverleih (1), Polyfilm (2), Stadtkino Wien (1), Thimfilm (3)

Gehört, gesehen – Ein Radiofilm – 24.05.

Jakob Brossmann und David Paede blicken hinter die Kulissen des ORF-Radiosenders Ö1: Sie sind über den Lauf von zweieinhalb Jahren an insgesamt 90 Drehtagen bei Redaktionssitzungen dabei. Sie sind dabei, wenn die Mitarbeiter der Hotline Anrufe von Hörerinnen und Hörern entgegennehmen; wenn Karl Markovics und Michael Maertens Hörspiele einsprechen. Sie sind bei strategischen Überlegungen zugegen: Wie geht man gegen sinkende

Quoten an, wie mit Druck und Einsparungen um, wenn man gleichzeitig die Qualität halten möchte? Wie soll Ö1 klingen? – Nicht nur im Sinne der Sendungssignations, die anlässlich des 50-jährigen Senderbestehens erarbeitet werden, sondern auch sprachlich: kritischer und Medienarbeit bekonstruktiver Jourdeuten. Und auch nalismus werden darüber nachdendiskutiert, die ken, wie sich so ein Journalist(-inn)en David Paede und altes System an neue stehen unter Jakob Brossmann Bedingungen anpaspolitischem Druck. sen kann. Während der Paede: „Es ist eine sehr Arbeit an diesem Film haben unsichere Zeit. Ein neues ORFnicht nur in den USA, sondern Gesetz steht bevor – und man auch in Europa, allen voran weiß nicht, wohin die Reise in Österreich, Politiker/-innen gehen wird.“ Und Koregisseur begonnen Medien zu Lügnern Brossmann: „Wir wollten mit und ‚Feinden des Volkes‘ zu unserem Film eine Debatte daerklären. Das hat uns in dieser rüber anstoßen, was QualitätsVehemenz auch überrascht.“ journalismus und qualitätsvolle

SUNSET – NAPSZÁLLTA – 14.06. László Nemes (Oscarpreisgekrönt für Son of Saul) hat mit seinem neuen Film einen „Irrgarten aus Fassaden und Ebenen“ gestaltet: Die 21-jährige Írisz (Juli Jakab) – aufgewachsen in einem Waisenhaus – macht sich im Jahr 1913 in Richtung ihrer Geburtsstadt Budapest auf: zum Haus und Hutladen ihrer verstorbenen Eltern. Heimatlich wird sie sich allein in der fremden Welt nicht fühlen; sie begibt sich auf eine irritierende Suche nach ihrer Vergangenheit. DOT.movie 57

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Kondolenzessen für Jen in Dead to me film

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en müsse „ihre Abwandlung einer mexikanischen Lasagne“ nur 35 Minuten lang bei 150° C in den Ofen geben, erklärt Karen ihrer Nachbarin. Es ist Karens Art, „Herzliche Teilnahme“ zu sagen. Sie und Jeff würden verstehen, wie Jen sich fühle. In Kasserollen gereichtes Essen ergänzt (nicht nur im Film), was schwer in Worte zu fassen ist; es soll ein heimeligeres Gefühl schaffen. Wenn nicht zufällig Carmella von den Sopranos mit dem Essen anrauscht (aber das ist ein anderes Kapitel) – oder das Gegenüber Jen ist. Nun, meint Jen mit hochgezogenen Augenbrauchen, es ist eben, wie wenn Jeff von einem Auto erfasst und überraschend und auf brutale Weise ums Leben kommen würde. Karen schluckt betroffen. Niemand – nicht Jen und schon gar nicht der pubertierende ihrer beiden Söhne –

braucht die Lasagne, die Mais, Chili und Weintrauben beinhaltet. Der Gedanke zählt so was von gar nicht. Christina Applegate, die schon lange über die Blondinenwitze von Eine schrecklich nette Familie hinausgewachsen ist, spielt in der u.a. von Will Ferrell produzierten Netflix-Serie Dead to Me eine Frau, die seit drei Monaten Witwe ist. Jen bewegt sich in neuem Fahrwasser: Sie (und nicht mehr ihr verstorbener, allseits beliebter Stay-at-home-Ehemann Ted) ist nun die, die beim Elternsprechtag die Performance der beiden Söhne erklären muss, die in größter Trauer weiter mit strahlendem Lächeln Luxusvillen im kalifornischen Laguna Beach an den geschmäcklerischen Kunden bringen soll, und auch die, die bei der Selbsthilfegruppe nur eines der f-words verwenden sollte; das

sanftmütige: nicht fuck, sondern forgiveness. Nur: Jen ist seit der Nacht, in der ihr Mann von einem Auto angefahren wurde, wütend, traurig, aufgelöst, alles zugleich; und sie weiß in dieser ihr von außen entgegenschlagenden Erwartung einer Selbstoptimierung und -beherrschung nicht, wohin mit all diesen Gefühlen. Sie will nicht vergeben, vergessen und weitermachen. Sie will den Täter, der feige Fahrerflucht begangen hat, zur Verantwortung ziehen. Nur hat die Polizei bei der dürftigen Beweislage keinerlei Ansatzpunkte für den Verbleib von Auto und Lenker/-in. Zum Glück (?) macht Jen bei der Selbsthilfegruppe Bekanntschaft mit Judy (Linda Cardellini), von der sie zwar nichts weiß, die sie aber versteht. Aber egal, wer sie ist: Sie ist (auch wenn sie selber die Orientierung verloren hat) Jen die einzige Stütze zwischen zurückgezogen trauernden Kindern, die in einem Vögelchen den wiedergeborenen Papa sehen wollen, und der Nun-nicht-mehrSchwiegermutter, die den runden Geburtstag des Verstorbenen feiern möchte. Die Sprache und die Hauptfiguren in Dead to Me funktionieren erfrischend unverstellt. Gleichzeitig zeigt sich die Dramaturgie spielfreudig: Hier werden gerne Erwartungshaltungen gebrochen und kleine Verschiebungen eingezogen. Ein Tanz am Abgrund, bei dem die Lasagne unberührt bleibt, auf den Geburtstagskuchen für Tote eingedroschen wird und es trotzdem immer wieder was zu lachen gibt – nicht nur aufgrund des üppigen Einsatzes von Wein: Es wird zwar von Trauer erzählt, aber mit dem Fokus auf schwarzhumorige Freundinnen. DEAD TO ME USA 2019, IDEE Liz Feldman, MIT Christina Applegate, Linda Cardellini, James Marsden, abrufbar bei © Netflix.

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NEUES IM HEIMKINO © Universal Pictures (2), Universum Film GmbH, New KSM Cinema

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Smoking Gun

PROMOTION

Ein Geschäftsmann (Robert Pattinson) reist quer durch Amerika, um seine Maid (O-Filmtitel: Damsel) vor Entführern zu retten und zu ehelichen. Nur: Penelope (Mia Wasikowska) ist keine „damsel in distress“, sie hat also seine (tapsige) Heldenhaftigkeit alles andere als nötig. Eine wundervoll unberechenbaren Western-Groteske. Ab 23.05. im Handel.

Maria Stuart, Königin v. Schottland Elisabeth I., die Königin von England, ist not amused: Mit der 18-jährigen Maria Stuart, Königin von Schottland, kehrt jemand aus Frankreich nach Schottland zurück, um rechtmäßig den Thron zu beanspruchen. Es duellieren sich: Margot Robbie und Saoirse Ronan – mit bekannt tragischem Ausgang. Ab 23.05. im Handel.

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m restlos ausverkauften Londoner Stadion Boleyn Ground gehen kurz die Lichter aus, und ab diesem Moment sind die 35.000 hier anwesenden Personen nicht länger nur Besucher eines Fußballspiels von West Ham United, sondern – was die meisten nicht ahnen – Geiseln eines Fanatikers: Vor 17 Jahren scheiterten die Revolutionspläne des Russen Arkady Belav (Ray

Stevenson, Thor) – auch durch die Hilfe seines abtrünnigen, angeblich verstorbenen Bruders Dimtri (Ex-Bond Pierce Brosnan). Dimitri soll sich heute im Fußballstadion befinden, glaubt der Terrorist Arakady, der mit seinen Schergen entschlossen zur Tat schreitet: Die Ausgänge sind verriegelt, das Stadion ist voller Sprengsätze. Zum Spielende könnten die 35.000 Zuschauer eine böse Überraschung

Astrid Wenn Pernille Fischer Christensen von Astrid Lindgren erzählt, dann konzentriert sie sich auf die Zeit vor „Pippi Langstrumpf“: Als Teenagerin machte die später weltberühmte Autorin ein Volontariat bei der Lokalzeitung – und wurde von ihrem noch verheirateten Chef schwanger. Ihr selbstbestimmtes Leben hat Lindgren sich hart erkämpft … Ab 24.05. im Handel. erleben – wenn ihnen da nicht noch Michael Knox in die Quere kommt: Der Ex-Soldat (Dave Bautista, Guardians of the Galaxy) sitzt ebenfalls in den Zuschauerreihen und bemerkt, dass etwas faul ist. Die Uhr tickt schon längst, und es gilt, das Schlimmste abzuwenden … Das rasante Katzund-Maus-Spiel – eine One-ManShow für Bautista – wird wahrlich explosiv in Szene gesetzt: Der Action-Knaller wurde im legendären Boleyn Ground gedreht: Hier spielte West Ham United über 112 Jahre lang. 2016, nach Ende des Spielbetriebs und vor dem offiziellen Abriss des Stadions, übernahm die Filmcrew von Final Score und erledigte auf bildgewaltige Weise einen Teil der Abrissarbeiten: Für eine Filmszene wurde ein Teil der Südtribüne gesprengt … Ab sofort als DVD, Blu-ray und VOD im Handel. DOT.movie 59

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Euphorie in Serie: news & releases

Er fühle weder Schuld noch Bedauern, erklärt der Polizist, der im Zentrum von Too Old To Die Young steht, nachdem er eine Frau erschossen hat. Seine Reise wird in die Unterwelt von Los Angeles führen – zu Yakuzas, Kartell-Mördern, zur russischen Mafia und Teenager-Gangs. Im Trailer herrscht Endzeitstim-

mung: Die Gesellschaft würde untergehen, die Städte würden verschwinden, lamentiert eine Figur. Dies wird in garantiert eindrucksvollen Bildern geschehen, wie auch schon die ersten Bilder versprechen, heißt der Vater der Serie, die ab Mitte Juni bei Amazon Prime abrufbar ist, doch Nicolas Winding Refn.

Der dänische Regisseur hat in Filmen wie Drive, The Neon Demon und Only God Forgives seinen prägnanten visuellen Stil unter Beweis gestellt, nun wird er ihn ausufernd lange weiter ausformulieren: Jede der zehn Folgen von Too Old To Die Young soll etwa 90 Minuten lang sein. Die ersten zwei Teile werden dort präsentiert, wo der Regisseur Stammgast ist: beim Filmfestival von Cannes. In der Hauptrolle spielt Miles Teller (Whiplash, Divergent, Fantastic Four) auf, in weiteren Rollen sind u.a. William Baldwin, John Hawkes, Celestino Cornielle, Nell Tiger Free, Jena Malone, Babs Olusanmokun, Alexander Gomez und Callie Hernandez zu sehen. „Too Old To Die Young“ ist ab 14.06. bei Amazon Prime zu sehen.

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Sam Levinson (Assassination Nation) legt eine (amerikanische) Adaption der gleichnamigen israelischen Serie vor: Euphoria visiert eine Gruppe Schüler/-innen an – zwischen Drogen, Sex, einem Trauma und Social-Media-Accounts. Drake (u.a.) produziert, vor der Kamera stehen etwa Zendaya (The Greatest Showman) und Maude Apatow (Girls). Ab 16.06. bei HBO.

Renée Zellweger ist in Spiellaune: Als geheimnisvolle Gönnerin macht sie einem frischverheirateten Paar (Jane Levy, Blake Jenner) ein unmoralisches Angebot, das man kaum ablehnen kann. Was nimmt man in Kauf, um seine Sorgen hinter sich lassen zu können? Kreiert wurde die Thrillerserie von einem, der das Strategiespiel beherrscht: Revenge-Schöpfer Mike Kelley. Ab 24.05. bei Netflix.

Die erste arabische NetflixProduktion gestaltet sich als übernatürliches Teen-Drama: Mira hat ihre Mutter verloren; erst die Begenung mit Keras holt sie aus der Verzweiflung. Dieser hat übernatürliche Kräfte: Er ist ein Dschinn, und seine Aufgabe ist es, abtrünnige Artgenossen zu bewachen. Nahost-Folklore trifft auf die heutige Welt. Ab 13.06. bei Netflix.

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WWW.

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DEIN PERFEKTES VOD-SERVICE FÜR ZU HAUSE – NEUES IM MAI

Alle Filme sind als

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verfügbar.

BUMBLEBEE Als Teenagerin Charlie (Hailee Steinfeld) auf dem Schrottplatz auf einen zerbeulten VW Käfer stößt, erkennt sie rasch, dass dies nicht nur eine Rostlaube auf vier Rädern ist: Wir befinden uns in einem Transformers-Spin-Off. Und so haben Charlie und Bumblebee nicht nur recht schnell die Behörden am Hals, sondern auch kriegerischen Besuch aus Bumblebees Heimat Cybertron.

MARY POPPINS‘ RÜCKKEHR Es wird wieder supercalifragilisticexpialigetisch: 54 Jahre nachdem ein geheimnisvolles Kindermädchen mit einem Regenschirm angeflogen kam und sich um die Familie Banks kümmerte, kehrt Mary Poppins zurück. Emily Blunt tritt in die Fußstapfen von Julie Andrews: Die Familie Banks (u.a. Ben Wishaw) braucht noch mal Unterstützung.

AQUAMAN Aquaman alias Arthur Curry (Jason Momoa), Sohn eines Menschen und einer Meeresbewohnerin, lebt bei den Menschen in der Oberwelt – dabei wäre er der rechtmäßige Herrscher von Atlantis. Als sein Atlantis regierender, sinistrer Halbbruder (Patrick Wilson) einen Krieg gegen die Oberwelt anzettelt, sollte Aquaman sich allmählich seinem Schicksal stellen …

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ugegeben: Bei dem Filmtitel kann schon mal Unverständnis aufkommen. Was? Schon wieder ein neuer Spider-Man? Auch die Tatsache, dass es sich um einen computeranimierten Spinnenmann handelt, lässt einen noch nicht ein verzeihendes „Aso, na dann …“ dahinseufzen. Ähnlich fiel die erste Reaktion von Phil Lord und Chris Miller (The LEGO Movie) aus, als Sony mit der Idee auf die beiden zukam. Doch als die Gedanken länger kreisten, entstand etwas tatsächlich noch nie Dagewesenes. In SpiderMan: A New Universe stecken einige Jahrzehnte Comic-Geschichte. Als Aufhänger dienen die Geschehnisse um Spider-Man in den 2010erJahren: Gemäß der Comicvorlage ist Peter Parker gestorben, und der von

SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE einer Spinne gebissene Jugendliche Miles Morales könnte in die Fußstapfen des Idols treten. Wäre auch bitter nötig, da der Erzfeind Kingpin wieder mal sein Unwesen in New York treibt. Überraschenderweise erhält Miles Unterstützung von ei-

nem zwar gealterten, aber immerhin nicht toten Peter Parker. Und nicht nur das: Auf einmal kommen aus einem parallelen Universum immer mehr Spinnenmenschen, die Miles zeigen, dass nicht das Kostüm den Superhero ausmacht …

Als erste Kinokette im deutschsprachigen Raum hat Cineplexx – mit dem VOD-Anbieter CHILI – sein Angebot auf Kino in den eigenen vier Wänden erweitert. Cineplexx2go läuft ganz ohne Abopflicht, ohne Anmeldegebühr, ohne Bindungszeiten – zu Hause und unterwegs. Filme schon ab € 1,99 streamen. Ganz ohne Abo. Auf allen Endgeräten.

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Petition: SMS mit

„ WAL“ an 54554

*

Stirbt das Meer. Stirbt der Wal. * Mit Ihrer SMS erklären Sie sich einverstanden, dass Greenpeace Ihre Telefonnummer zur Kontaktaufnahme für diese Kampagne erheben, speichern & verarbeiten darf. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per Nachricht an service@greenpeace.at oder Greenpeace, Fernkorngasse 10, 1100 Wien widerrufen werden. SMS-Preis laut Tarif, keine Zusatzkosten. Greenpeace dankt für die kostenlose Schaltung dieses Inserats.

meeresschutz.greenpeace.at


13 SEITEN

DOT.MUSIC & GAMES Prickelnde Fusion

Herrlich verschroben und dennoch zwingend ist der Sound von Sketches On Duality, die auf ihrem Albumdebüt Spectrum auf verwegene Weise Jazz mit Hip-Hop vermengen. Da stolpern verschlurfte Drunken Beats zu roughen Vocals, die an die künstlerischen Glanzzeiten

des Genres erinnern – dazwischen schieben sich unerwartete Chord-Progressionen und wahnwitzige Instrumental-Samples. Keine leichte Kost, aber eine sehr delikate. Das hat auch das Publikum des Soundcity Festival in Liverpool so empfunden, bei dem die Truppe unlängst aufgetreten ist. Eine ziemliche Auszeichnung für eine heimische Band, finden wir. Und wer sich in unmittelbarer Zukunft ein akustisches Bild machen will: Am 2. Juni findet im Porgy in Wien die Live-Präsentation des Albums statt. sketchesonduality.com

Feiner Kitsch

Ein kleines Juwel für die gar nicht so wenigen Fans japanischer Videospielkultur: Bei Persona Q2: New Cinema Labyrinth für Nintendo 3DS handelt es sich um ein Rollenspiel mit klassischer Dungeon-Architektur, das im Universum der Persona-Reihe angesiedelt ist. Neben der ausgefuchsten Story und der gelungenen genretypischen Grafik ist es allerdings der Soundtrack, der mit Besonderheiten aufwarten kann. Denn für den Komponisten Atsushi Kitajoh waren „Retro“, „Pop“ und „Kitsch“ die Inspirationsquelle. Um Neueinsteigern den Zugang zu erleichtern, wurden einige Elemente reduziert und vereinfacht – wer die verwirrenden Plots der ganzen Reihe kennt, weiß, dass das kein Nachteil sein muss. atlus.com/personaq2

MARK RONSON. BASTILLE. THE BLACK KEYS. MADONNA. JACOB MILLER. BLACK MIDI. DEINE COUSINE. FOALS. MATAKUSTIX. KEKE. TINI & GREEICY. DAVID GUETTA.

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Pack die Audiohose ein

Ob es jetzt tatsächlich noch mal Frühling wird oder ob wir gleich nahtlos in den Hochsommer übergehen, bleibt abzuwarten. Doch egal, wie das Wetter wird: Hauptsache, der Sound passt. keke fugazi Hoppala, die ist irgendwie lustig: Mumble und Trap mit originellen deutschsprachigen Rhymes. „Falsches Gold um den Rollkragen“ – das muss man sich einmal trauen, und originell ist es auch noch. Auf knapp über zwei Minuten ist da alles gesagt. Das hat was. File under: Zeitgemäßer Hip-Hop mit tough-femininen Einschlag. david guetta Stay (Don´t Go Away feat. Raye) Es ist ja nicht so, als hätte der Floor- und Discomeister nicht erst letzten Herbst ein Album veröffentlicht. Bei dieser Single handelt es sich aber um keine Auskopplung, sondern einen ganz neuen Song. Okay, neu hört er sich nicht wirklich an, aber das Zeug zum SommerAirplay hat er allemal. File under: Tanzbare Sommerware. Tini 22 feat Greeicy Sie ist ein Superstar – nach knapp sieben Tagen hatte diese Single fast 16 Millionen Views auf YouTube. Aktueller LatinSound mit tanzbarem Fundament. File under: Ein Sommer wie damals.

I can make everything I do come from my laptop. Even when I go to a big studio, all I do is to plug in my laptops. That’s the way I do it. David Guetta

matakustix almösiking Ja, da schau her! Heimischer Dilaekt, eingängige Vocals und funkige Groove: Fast könnte man meinen, Jamiroquai wäre Österreicher – ähnlich g‘schmeidig kommt die Single nämlich daher. Nicht uncharmant und mit Hitpotenzial; am Album wird bereits fleißig gebastelt. File under: Soulfunk mit Ösi-Bezug.

lulu schmidt Bipopularity Ziemlich cool, was diese Lady macht: Einerseits sehr von Electro beeinflusst, andererseits mit starken Melodien und Refrains – und irgendwo steckt da auch noch viel New Wave drin. Sperrig ist das Ding auch noch, somit sind wir bereits als Fans gewonnen. File under: ElectroWave mit starker Frontfrau. Jacob Miller This New Home Songwriting mit eher ruhigeren Tönen und einem ordentlichen Schuss Pop und Folk: Miller ist kein Mann der großen Töne. Aber er zwingt mit seiner Beschaulichkeit zum Zuhören. Das hat durchaus seinen Reiz. Mit seinem Albumdebüt kommt er im Herbst erstmals nach Europa! File under: Zeitloser minimalistischer Pop. black midi schlagenheim Eine neue Truppe aus London, die sich aus einer Mischung von Oldschool-Wave, Jazz und Rock speist. Das ist ziemlich spannend, wenn auch alles andere als gemütlich. Dafür fährt der Sound aber direkt ins Tanzbein, ohne sich an billigen Grooves anzubiedern. File under: Rock meets Wave meets High Energy. deine cousine attacke Zwar bereits erschienen, aber dennoch interessant: Deine Cousine heißt Ina und ist seit ihrem 14. Lebensjahr eine richtige Rock-Göre. Was sie von anderen unterscheidet, sind ihre cleveren, direkten Texte. File under: Eingängiger Poprock mit knackigen Lyrics.

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„I’m tough, I’m ambitious, and I know exactly what I want. If that makes me a bitch, okay.“ Madonna

foals in degrees Es gibt Bands, die entwickeln von Anfang an ihren ganz eigenen Sound. Meistens ist das eine Mischung aus Rhythmik, die Art zu singen, die verwendeten Akkordfolgen und einige andere Merkmale. Bei Foals ist das auch so: Man erkennt die Band nach nur wenigen Sekunden. Die aktuelle Single soll hier stellvertretend für die beiden Alben stehen, die Foals im Abstand von sechs Monaten veröffentlichen – Everything Not Saved Will Be Lost Pt. 1 erschien im März, den zweiten Teil gibt’s im Herbst. Großartig sind sie wie eh und je.

madonna madame x Auf dem Cover ihres neuen Albums ist die Meisterin mit zugenähten Lippen abgebildet; ob das ein Hinweis auf SM-Spiele oder ein Statement zur weltpolitischen Lage ist, bleibt dem Betrachter überlassen. Auf jeden Fall handelt es sich bei Madame X um das erste Album seit vier Jahren, und wenn Madonna auch längst an Relevanz für Populärkultur verloren hat, so ringt einem ihre unaufhörliche Suche nach Pop-Identität Respekt ab. Und von wegen weniger Relevanz: Die aktuelle Single Medellin stand nach drei Wochen bei 22 Millionen Views auf YouTube.

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Der Alchemist Wenn von den besten Produzenten der Dekade die Rede, darf er nicht fehlen: Mark Ronson ist beispielsweise für den Erfolg von Amy Winehouse zuständig gewesen. Nun kommt sein eigenes Album.

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icht allen ist der Name Mark Ronson geläufig. In England hingegen ist er fast schon so etwas wie ein Nationalheld – und das, obwohl er seine Jugend in New York City verbracht hat, wo er auch seine ersten musikalischen Erfolge als eklektischer Hip-Hop-DJ feierte. Eklektisch deshalb, weil sich Ronson nicht scheute, bei seinen DJ-Sets quer durch musikalische Stile von Rock bis Funk zu surfen. Ein Ansatz, der bei seinen Musikproduktionen immer noch deutlich herauszuhören ist. Aufgrund seiner Kindheit und Jugend scheint es nur logisch, dass Ronson irgendwann im Musikbusiness landen würde. Zwar stimmt das Gerücht nicht, dass sein Vater der legendäre BowieGitarrist Mick Ronson sei; was allerdings stimmt, ist, dass sein Stiefpapa Mick Jones die sechs Saiten bei der Band Foreigner zum Klingen brachte. Für einen direkten Bezug zur Musikszene war für den 1975 geborenen Mark Ronson also gesorgt. Mitte der 2000er-Jahre ging es mit den ersten größeren Erfolgen auch schon los – einen Meilenstein stellt sicher die Arbeitsbeziehung mit Amy Winehouse dar, die auch von einer echten Freundschaft geprägt war. Wer darüber mehr wissen will, dem sei die großartige, wenn auch beklemmende Doku Amy

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„I’m always nervous before starting a record because I can never sleep. I’m like, ‚I have no good ideas, everyone is gonna see through me.‘“ Mark Ronson empfohlen, in der Ronson Details verrät und einen faszinierenden Einblick in die Arbeiten an Back in Black erlaubt.

© Sony Music

Der Mann für die Hits Seine Kundenliste liest sich wie das Who’s who der letzten fünfzehn Jahre: Robbie Williams, Lily Allen, Christina Aguilera, Adele, Bruno Mars, Paul McCartney, Lady GaGa, ASAP Rocky – okay, wir hören schon auf. Fakt ist jedenfalls, dass so gut wie alles, was der Mann angreift, zu Gold wird. Im Zuge einer Produktion lernte er vor rund einem Jahr auch Miley Cyrus besser kennen, und da sich die beiden Ausnahmetalente gut verstanden, willigte sie ein, auch auf seinem „privaten“ Album mit einem Song vertreten zu sein. Tja, und dieser Song namens Nothing Breaks Like A Heart wurde natürlich prompt ebenfalls ein Hit und gleichzeitig auch der Vorbote zu Mark Ronsons kommendem Album Late Night Feelings. So geht das. Das klingt alles nach einem unbeschwerten Leben voller glitzernder Erfolge, doch ein Mr. Happy-Go-Lucky dürfte Ronson dennoch nicht sein. Denn

Ganz Ohr da gibt es einige Punkte in seinem Privatleben, die tunlichst nicht kommuniziert werden – und die wohl mit seiner Suchtanfälligkeit zu tun haben werden. So war er beispielsweise nach dem Tod von Amy eine Zeit lang wie von einem schwarzen Loch verschluckt, und wer ihn zu sehen bekam, machte sich unweigerlich Gedanken über seinen Gesundheitszustand. Doch das ist mittlerweile auch schon wieder einige Jahre her, und in der letzten Zeit wirkt er durchgehend fit, stabil und ausgeruht. Late Night Feelings Wie kaum ein anderer versteht er es, für seine Alben Künstlerinnen und Künstler zu versammeln, mit denen er entweder bereits gearbeitet hat oder die für ihn auf irgendeine Weise von Relevanz sind. Das war bereits in der Vergangenheit so, und das ist auch auf seinem neuen Album nicht anders. Aktuell rotiert der den Albumtitel spendende Song Late Night Feelings, der von Lykke Li performt wird. Falls eine kleine Erinnerungshilfe benötigt wird: 2011 landete die schwedische Sängerin mit I Follow Rivers einen massiven Überraschungshit – und jetzt singt sie zwei Songs auf Ronsons Album. Damit natürlich nicht genug desNamedroppings: Unter den Artists auf dem Album finden sich so klingende Namen wie Alicia Keys, Yebba, Angel Olsen und Diana Gordon. Der Sound ist typisch für Mark Ronson, also voller Soul, Funk und OldschoolR’n’B; angereichert mit ein paar 70ies-Disco-Elementen und rockige Einsprengseln. Wenn überhaupt irgendwas fehlt, dann ist es wohl die Stimme von Amy – nicht nur er dürfte sie noch immer schmerzlich vermissen. markronson.co.uk

Mike Shinoda Ka-ching: Wenn ein internationaler Konzern wie Mastercard ein neues Soundlogo präsentiert, dann kann man davon ausgehen, dass nur die besten Musiker und Produzenten daran beteiligt sind. Und genau so ist es auch: Erst unlängst wurde im Rooftop des Sans Souci in Wien die neue akustische Erkennungslinie von Mastercard vorgestellt – samt hochkarätig besetzter Podiumsdiskussion. Doch um die soll es hier nicht gehen, sondern um den musikalischen Background, denn der ist nicht ohne: Steckt doch hinter dem eingängigen und dennoch vielseitigen neuen Soundlogo niemand Geringerer als Mike „The Glue“ Shinoda von Linkin Park. Für Leichtigkeit und Lebensfreude sorgt hingegen Camila Cabello; das sympathische Ausnahmetalent mit dem Hit Havana holte sich bei den American Music Awards 2018 den Titel New Artist of the Year und kann stolz auf eine Milliarde Streams auf Spotify verweisen. Mit diesem Doppelpack schafft Mastercard eine zeitgemäße Wohlfühl-Klangwelt, bedient sich dabei gekonnt bei der Expertise g’standener Musikerinnen und Musiker – und bleibt dadurch sogar auch noch glaubwürdig.

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Keine Katastrophen

Mit dem Song Pompeii feierte Bastille einen veritablen Hit – nicht schlecht für eine englische Indie-Band. Dem klassischen Pop-Zirkus haben sie sich bislang entzogen, und nun folgt das dritte Album.

Mut macht sich bezahlt Und mit ziemlicher Sicherheit ist es genau dieser Gesang und die nicht minder originelle Art, Songs zu schreiben, die der Band den Erfolg gebracht haben: Bastille greifen Themen auf ihre ganz spezielle Weise auf und verwandeln sie in kleine kostbare Geschichten – wer da an Kino denkt, liegt gar nicht falsch, denn anfangs machte die Band mit schamlos stibitzten und zusammengeschnittenen Kinofilmen als Begleitvideos für ihre Musik auf sich aufmerksam. Den Hang zum Cineastischen sowie generell zur Theatralik haben sie auch bis heute nicht abgelegt. War ihr zweites Album Wild World eine klar verständliche und nicht unpolitische Ansage, so gehen Bastille auf ihrem kommenden dritten Album Doom Days noch einige Schritte weiter. Eklektisch und genreübergreifend waren sie immer schon, doch jetzt

scheinen endgültig alle Hemmungen und Konventionen gefallen zu sein, und das ist durchaus positiv zu bewerten. Denn was sich da an Referenzen abspielt, würde schon ein kleines Musikquiz ermöglichen: Hier ein raviger UK-Breakbeat aus den frühen 90er-Jahren, dort orchestrale Inszenierungen – nachvollziehbar zusammengehalten wird das immer durch Dan Smiths Stimme und Phrasierung. Purer Eskapismus? Im Gegensatz zum Vorgänger soll Doom Days ein eskapistisches Album sein: Völlig losgelöst von den Problemen auf unserem Planeten, liefert es den Soundtrack für eine Partynacht. Die Songs und deren Reihenfolge sind auf diesem Konzeptalbum nach einem fiktiven Ablauf festgelegt – von der Taxifahrt nach Mitternacht bis hin zum Sonnenaufgang in der Früh. Dass sich zwischen den Zeilen dennoch genug Futter für die

© Universal Music

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astille ist eine so typisch britische Band, wie sie nur sein kann: Studenten, die einen eigenen Sound fernab der gängigen Trends entwickeln wollen; benannt nach der Bastille, erstürmt an einem 14. Juli, der in Frankreich als Feiertag gilt und an dem auch Sänger Dan Smith Geburtstag hat – und statt im Untergrund herumzudümpeln, haben sie mit ihrem eigenständigen Konzeptansatz quasi eine „neue“ Musik erfunden. Erfolgreich waren und sind sie damit auch noch gewesen: Nicht nur, aber vor allem für die großen Hits Pompeii und Things We Lost In The Fire sowie ihr erstes Album Bad Blood regnete es zahlreiche Goldund Platinauszeichnungen. Nicht schlecht für eine Indie-Band mit doch recht eigenwilligem Gesang.

Gehirnwindungen der Hörerinnen und Hörer verbirgt, ist eine der Qualitäten des Albums. Der bereits erwähnte stilistische Eklektizismus ist eine weitere: Sowohl musikalisch als auch textlich lehnen sich Bastille sehr weit aus dem Fenster, und das ist in Zeiten von maßgeschneiderten Pop-Produkten sehr erfrischend und durchaus auch ein klein wenig riskant. Und so liefern sie ihr bislang prallstes und vielleicht sogar tanzbarstes Werk ab: Ein musikalisches Vexierbild mit Meinung und Selbstbewusstsein, ein Soundtrack für eine wilde Zeit. Denn auch das war der Plan – nämlich die Katastrophen und negativen Schlagzeilen der Gegenwart zumindest für kurze Zeit vergessen zu machen. bastillebastille.com

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It’s only Rock ’n’ Roll …

… but we like it: Das bereits neunte Studioalbum von The Black Keys steht vor der Tür, und wer sich etwas anderes als ein Feiern des guten, alten Rock erwartet, liegt falsch. Zum Glück!

© Warner Music

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an darf die Liebe von The Black Keys zu fast schon altertümlicher Rockmusik nicht als engen Horizont missdeuten: Die beiden Hauptprotagonisten haben abseits ihrer Hauptband noch viele andere Spielwiesen, auf denen sie sich musikalisch austoben. Dafür sind sie bei The Black Keys nahezu manisch um Authentizität bemüht – sowohl was die Kompositionen als auch deren Umsetzung anbelangt. Da werden akribisch Vintage-Instrumente gesammelt und restauriert; der Preis dafür dürfte aber mittlerweile längst keine Rolle mehr spielen. Denn das dynamische Duo, bestehend aus Dan Auerbach und Patrick Carney, hat in der Vergangenheit ordentlich abgesahnt, was nicht nur mit Glück, sondern auch mit den vielen unterschiedlichen Talenten der beiden Kreativköpfe zu tun hat: Neben den eigenen Produktionen werden gerne auch andere Bands zu guten Songs und Alben begleitet; in der näheren Vergangenheit waren das etwa Yola, Shannon & The Clams, Dee White, Robert Finley und The Gibson Brothers – sie sind auf Auerbachs Label erschienen. Patrick Carney war ebenfalls nicht untätig und produzierte Acts wie Calvin Johnson, Michelle Branch, Damns of the West, Tennis, Repeat Repeat, Wild Belle, Sad Planets oder etwa Turbo Fruit.

ihnen: Wo andere Bands Geld en masse in teuren Studios verbrennen, um „den besten Sound“ zu bekommen, stehen Auerbach und Carney auf räudigen DIY-Charme. So wird gerne auch mal mit trashigen 8-Track-Recordern aus den 80erJahren aufgenommen; Störgeräusche bleiben auf den Aufnahmen, und auch sonst schei*t man sich herzlich wenig um High Fidelity und elitären Musikgenuss. Dass die Band dennoch mit einigen Singles weltweit die Charts erobern konnte, ist so etwas wie die erfreuliche Ironie an der Geschichte. Vermutlich können The Black Keys mit ihrem Sound ein Loch füllen, das eine allzu glatte

digitale Arbeitsweise immer wieder hinterlassen kann. Dazu Carney: „Das Album ist eine Hommage an die elektrische Gitarre. Wir haben einen simplen Ansatz gewählt und alles überschüssige Beiwerk weggelassen, ganz so, wie wir es früher handhabten.“ Funktionelles Patentrezept Das hört man bereits bei den aktuellen Auskopplungen Lo/Hi und Eagle Birds, die frisch und gewohnt spielfreudig klingen. Mit dieser Spielfreude und dem Ansatz, sich nicht in Hightech zu verlieren, dürften sie so etwas wie ein Patentrezept gefunden haben, das auch nach dem x-ten Mal noch funktioniert. Und das liegt weniger an den gespielten Noten, sondern offenbar an der Chemie zischen den beiden und an ihrer Freundschaft: „Wenn wir zusammen sind, sind wir The Black Keys; dort liegt die wahre Magie und das nun schon, seit wir 16 sind“, bringt es Auerbach auf den Punkt. In diesem Sinne: Let’s Rock! theblackkeys.com

Komplett Ausgebucht Bei so vielen Produktionsaufträgen scheint es wiederum nur logisch, dass die zwei sich bei The Black Keys voll und ganz auf ein Ding konzentrieren. Für ihr neues Album, das den unmissverständlichen Titel Let’s Rock trägt, haben sie erneut an der Minimalismusschraube gedreht – denn das ist eine Spezialität von DOT.music 69

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TEXTE: PETER ZIRBS

Zwischensequenz

DLC Runterladbare Inhalte.

Simulationstheorie

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kay, neu ist das nicht, und es wurde auch schon andernorts viel darüber geschrieben, diskutiert und sogar musiziert – siehe das letzte Album Simulation Theory von Muse. Gerade aber für Videospielerinnen und -spieler birgt diese von Nick Bostrom bereits im Jahr 2003 postulierte Hypothese eine Menge Potenzial zum gepflegten Hirnwichsen. Denn sie besagt, dass die Menschheit in einer Simulation lebt, aus der wir nicht wirklich ausbrechen können und wegen der wir gewisse Grenzen nicht überschreiten können. Mehr werden wir an dieser Stelle nicht erklären – check your local Wikipedia for more info. Aber wir können uns Gedanken machen, in welcher Art Simulation wir leben beziehungsweise ob nicht vielleicht ohnehin Spiele für diese Simulation Pate standen. Denn was ist denn das Leben groß anders als eine Sims-Karriere? Die

Ziele, die es zu erreichen gibt, die mitunter einengenden Lebenskonzepte – was war vorher da? Sind die Sims unser Abbild oder wir ein Abbild der Sims? Plattformer und Jump & Run; treffender kann man einen Arbeitstag wohl nicht beschreiben. Und im besten Fall wartet am Ende tatsächlich ein Prinz oder eine Prinzessin auf uns. Kriege sind ohnehin schon längst halb real, halb simuliert. Dass dabei echte Menschen ihr Leben verlieren – tja, Kollateralschäden. Korrupte Politiker, mafiöse Oligarchenclans, knallhart rücksichtslose Industriegiganten: Gerne mache ich mich über allzu platte Plots in Spielen lustig, aber eigentlich spiegeln sie recht akkurat unsere Realität wider. So gesehen fällt es gelegentlich schwer, zwischen scheinbarer Realität und offensichtlicher Simulation zu unterscheiden. Die Schnittmenge wächst jedenfalls beständig.

DRAGON BALL FighterZ | Goku (GT) Man soll nicht unterschätzen, wie groß die Fanbase von Dragon Ball ist. Und weil doch unlängst der Goku-Day gefeiert wurde, schießt Bandai Namco einen neuen Kämpfer nach – nämlich Goku (GT), der zwar von kleiner Statur ist, aber dank seiner blitzschnellen Bewegungen seine Gegner besiegen kann. Er ist berühmt für seinen unerbittlichen Kampfgeist, und seine Spezialattacken werden stärker, wenn seine Teammitglieder im Kampf besiegt werden. Ist bereits erhältlich!

TOOLS FÜR DIE ELITE Oft featuren wir in dieser Rubrik coole Speaker, Gaming-Headphones, Mäuse oder Keyboards. Und gelegentlich stellen wir mehr oder weniger sinnfreien Geekstuff vor – weil es Spaß macht und schmückt. Diesmal können wir stolz das vielleicht sinnloseste Klumpert ever präsentieren, und trotzdem sind wir davon begeistert. Denn eine Facepalm-Statue ist wohl etwas, das in jedem gut sortierten Haushalt seine Be-

rechtigung hat. Eine Facepalm-Statue! Und dann auch noch mit einem der Urväter des Facepalm-Memes – nämlich mit Captain Jean-Luc Picard. Wir sind hin und weg, und ganz ehrlich: Gründe für Facepalms gibt’s eh ohne Unterlass. Gesehen haben wir diesen unverzichtbaren Gegenstand auf thinkgeek.com, wo er für $69,99 erhältlich ist.

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Es scheppert ordentlich

Für die Besitzer von PlayStation VR kommt mit Blood & Truth ein actiongeladenes Spektakel, das für neue Maßstäbe sorgen will: Von „epischen Schießereien“ spricht der Hersteller.

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as kann ja spannend werden: Wenn ein Titel mit der „explosiven Action und dem Drama eines HollywoodBlockbusters“ angepriesen wird, dann darf man sich schon einiges erwarten. Das gilt ganz besonders für das bereits am 29. Mai erscheinende Blood & Truth, das exklusiv für PlayStation VR erhältlich sein wird: Inspiriert vom VR-Hit The London Heist zieht man auf der Jagd nach dem Oberschurken eine Spur der Verwüstung durch ein virtuelles London. Der Gewaltexzess kommt natürlich nicht von ungefähr: Der fiese Oberbösling hat nämlich unsere Familie entführt. Wie man sich vorstellen kann, ist uns nun jedes Mittel recht, um sie wohlbehalten wieder zurückzubekommen – wenn das überhaupt möglich ist. Da darf also schon mal halb London in Schutt und Asche liegen.

Einsatz bringen können. Dazu zählt das Klettern auf Gebäuden, die Infiltration von gesicherten Anlagen und natürlich der Einsatz unterschiedlichster Schusswaffen. Also eh das, was wir alle im Schlaf können. Die Story wurde im Übrigen von tatsächlichen Hollywood-Autoren geschrieben. Da ist es keine Überraschung, dass von nervenzerfetzenden Autoverfolgungsjagden bis hin zu Helikoptergefechten alles dabei ist, was ein Blockbuster braucht. Dank der VR-Technologie fährt das Ganze recht immersiv ein – und dass auch die musikalische Ebene mitreißend geworden ist, liegt zum einen an der Orchestermusik und zum anderen am britischen Grime, der von Genregrößen beigesteuert wurde.

WAS MACHT ES SO BESONDERS? Der vielleicht größte Unterschied zu bisheriger VR-Action ist vermutlich der Umstand, dass wir hier nicht wie auf Schienen unterwegs sind, sondern uns tatsächlich bewegen müssen, ausweichen können und auch sonst recht frei herumlaufen. Ebenfalls frisch ist die taktische Komponente, die uns durchaus verschiedene Möglichkeiten der Problemlösung bietet. Damit stößt Blood & Truth tatsächlich eine neue Tür auf, was Action-VR-Gaming anbelangt. War also The London Heist noch laut Entwickler wie ein cooles Cockney-Gangster-Teil in Demolänge, so ist Blood & Truth ein klassischer Actionknaller in voller Länge. Wer PSVR daheim hat und endlich mal will, dass es nur so scheppert, der sollte sich diesen Titel unbedingt genauer ansehen. playstation.at

AUSBILDUNG IST ALLES Da trifft es sich natürlich gut, dass wir eine umfangreiche Spezialausbildung genossen haben und die jetzt vollumfänglich zum DOT.GAMES 71

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Good Evening, Mr. Lovecraft Für das am 27. Juni erscheinende The Sinking City hat man sich den guten, alten H. P. Lovecraft hergenommen und sein haarsträubendes Universum in ein Spiel verwandelt. Das ist mehr als nur ambitioniert.

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r gilt als einer der Hauptprotagonisten der fantastischen Horrorliteratur; auf sein Konto geht unter anderem der viel zitierte Cthulhu-Mythos: H. P. Lovecraft wird von Mystikern verehrt und von jeher aufgrund seiner besonderen Geschichtenerzählerei für diverse andere Medien aufbereitet. Bands, die sich auf den 1937 verstorbenen Autor beziehen, gibt es ebenso wie Verschwörungstheoretiker, die in seinen Büchern keine Fiktion, sondern Tatsachenberichte sehen. Und natürlich kommt auch

kaum ein Videospiel, das gepflegten abstrusen Horror am Programm hat, ohne das Vermächtnis des merkwürdigen Autors aus. Direkt darauf bezogen haben sich ja in der Vergangenheit bereits einige Titel – stellvertretend sei Call of Cthulhu genannt, das als Pen & Paper-Game begann und längst seinen festen Platz in der Hall of Fame der Videospiele hat. Des Weiteren haben viele Titel zumindest ein ordentliches Maß an Inspiration aus den Geschichten Lovecrafts gewonnen. Mit dem Ende Juni erscheinen-

den The Sinking City geht es erneut ans Eingemachte: Das MysteryHorror-Action-Adventure will seine Nähe zu den Werken des Autors erst gar nicht verleugnen, sondern sogar noch betonen. Welcome to Oakmont Angesiedelt ist das Spiel in den 1920er-Jahren, wo in Oakmont, Massachusetts, seltsame Dinge passieren – wie etwa spontane Überflutungen und entsetzliche Spukvisionen, mit denen Besucher wie auch Bewohner in den

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„The oldest and strongest emotion of mankind is fear, and the oldest and strongest kind of fear is fear of the unknown.“ H. P. Lovecraft die Überflutungen beeinträchtigten hygienischen Bedingungen beeinträchtigt wird, ist es aber vor allem der Geisteszustand, auf den man in The Sinking City aufpassen muss: Aufgrund der Erlebnisse kann es rasch passieren, dass es mit der Geisteskraft nahezu vorbei ist, und das ist mit Sicherheit das Letzte, was wir unserem Hauptprotagonisten wünschen. Auch die Munition ist nicht unbegrenzt und wichtiger, als man anfangs denkt – sie hat mehr oder weniger das Geld als Zahlungsmittel abgelöst und sollte daher wohlüberlegt verschossen werden, sonst sind gewisse Gegenstände, die für ein Weiterkommen notwendig sind, schlichtweg nicht mehr leistbar.

Wahnsinn getrieben werden. Zur Aufklärung soll der Privatdetektiv und Kriegsveteran Charles W. Reed beitragen; zu diesem Behufe ist er im Auftrag einer der großen Familien von Oakmont angeheuert worden. Seine Aufgabe ist es, nach und nach hinter die Geheimnisse und übernatürlichen Geschehnisse zu kommen. Mit klassischer Detektivarbeit macht sich Reed an die Arbeit. Der große Pluspunkt des Spiels ist wohl der Umstand, dass hier nicht ständig Hinweise gegeben werde, wie man sich weiterzubewegen hat – und das ist im heutigen Gaming tatsächlich ungewöhnlich. In dieser Open World muss man also wirklich Augen und Ohren offen halten, um erstens zu überleben und zweitens Ermittlungserfolge vorweisen zu können. Neben der Gesundheit, die unter anderem auch von den durch

BEWUSST KEINE REIZÜBERFLUTUNG Was das Spiel vom interessanten Gameplay abgesehen spannend macht, ist die Fokussierung auf die Hauptstorys und -quests: So gibt es zwar Nebenquests, aber auch diese sind eng mit der Mainstory und vor allem mit Lovecrafts Geschichten verknüpft und nicht mit großen leuchtenden Lettern markiert. Sergey Oganesyan, seines Zeichens Community Manager der Entwicklerschmiede Frogware, erklärt es so: „Da unsere Geschichte und unsere Ermittlungsmethoden

im Mittelpunkt stehen, haben wir versucht, die Welt nicht mit Ablenkungen zu überfrachten. Solch eine Ermittlung besteht aus mehreren Phasen und basiert auf der Idee, den Spieler nicht an die Hand zu nehmen“, führt Oganesyan aus. „Das bedeutet, dass es keine magischen Wegpunktmarkierungen auf der Karte gibt, die einem sagen, wohin man als Nächstes gehen und wonach man suchen soll. Ihr müsst die richtigen Hinweise sammeln, die euch Anhaltspunkte geben werden, wohin ihr gehen sollt. Ihr müsst tatsächlich das Layout der Stadt lernen, eure Karte auf Straßennamen sowie Orte überprüfen und auch verstehen, wann und wo sich zusätzliche Hinweise in den verschiedenen städtischen Einrichtungen wie etwa Polizei, Bibliothek oder Archiv befinden können, die bestimmte Informationen versprechen“, erklärt er. Mit diesem Ansatz ist The Sinking City (PC/PS4/Xbox One) zu einem Schmankerl für diejenigen geworden, die es beim Spielen gerne auch mal ein bisschen mystischer und fantastischer mögen – und die natürlich auch dem Horror etwas abgewinnen können. Und: Es hebt sich nicht nur dank seines literarischen Ahnen wohltuend von anderen Horror-Titeln ab. thesinkingcity.com

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TEXT: PETER ZIRBS

Mach mir den Mario

Die erste Ausgabe des DIY-Marios hat vor rund vier Jahren mächtig für Furore und glückliche Gesichter bei der Videospielgemeinde gesorgt. So eine restlose Begeisterung darf man nicht einfach brachliegen lassen!

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015 wurde der Traum aller MarioFans war: Der Super Mario Maker war nicht nur ein klassisches Game aus der kultisch verehrten Spielreihe, nein; darüber hinaus konnte man sich seine eigenen Levels und Kurse basteln. Und das noch dazu mit einem gut funktionierenden und übersichtlichen Editor. Klar, dass sowohl Fans als auch Kritiker hellauf begeistert waren. Allerdings befanden wir uns damals noch eine Nintendo-Konsolengeneration vor der heutigen – und wie wir alle wissen, hat die aktuelle Nintendo

Switch ein deutlich größeres Publikum als ihr Vorgänger Wii U. Natürlich könnte man an dieser Stelle wieder auf die Geschichte von Mario eingehen; etwa sein Entstehungsmythos, der auf den Vermieter Mario Segale zurückgeht: Er soll die Inspiration für den Chef von Nintendo America Minoru Arakawa und seinem Team gewesen sein. Hieß der hupfende Kerl in Donkey Kong noch Jumpman, wurde er nach einem Besuch des Vermieters ohne Umschweife in Mario umbenannt. Die genauere Geschichte des

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Vermieters und Namensstifters lässt sich übrigens auf Wikipedia nachlesen, und dazu gehört auch sein Ableben im Oktober 2018. Aber darum soll es nicht gehen auf diesen Seiten, sondern um das, was aus den virtuellen Erben von Mario Segale geworden ist – nämlich eine bis heute lebendige und begehrte Spielserie. Dementsprechend groß sind nun Vorfreude und Vorschusslorbeeren. Für Selberbastler Der Reiz von Super Mario Maker 2 ist schnell erklärt: Neben der gewohnt ausgefeilten und akkuraten Plattform-Action ist es die nicht minder detaillierte Möglichkeit, eigene Kurse und Levels zu bauen. Dazu stehen den Spielerinnen und Spielern viele Elemente aktueller Mario-Spiele zur Verfügung. Im Vergleich zum Vorgänger sogar noch deutlich mehr, denn nun haben auch Features aus Super Mario 3D Eingang in Super Mario Maker 2 gefunden. Am Spielprinzip selbst hat sich nicht allzu viel geändert, und das ist vermutlich auch gut so. Weiterhin können die selbstgebauten Kurse via Internet mit anderen Mario-Liebhabern geteilt werden, man kann also sagen, dass damit die Level-Vielfalt gegen unendlich strebt. Andererseits ist das Spiel natürlich auch ein Leckerbissen für alle Mario-Sammler und Oldschool-Spieler, denn in der Werkzeugkiste befinden sich Elemente aus Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World, New Super Mario Bros. U und – ganz neu! – aus Super Mario 3D World. Damit lässt sich schon einiges anstellen.

„Hey! Come back here, you big monkey!“ Mario zu Donkey Kong die Inklusion der sogenannten Slopes – auf diese „Rutschen“ musste man im Vorgänger nämlich noch verzichten. Für einige Hardcore-Spieler war das ein nahezu unverzeihliches Manko. Ein Manko, das es im brandneuen Teil nicht mehr gibt, denn hier sind Slopes fixer Bestandteil der Werkzeugkiste. Somit haben auch die Kritiker des vier Jahre alten Vorgängers nichts mehr zu meckern; dementsprechend enthusiastisch sind die Reaktionen der Fachpresse. Lange muss man sich jedenfalls nicht mehr gedulden, bis der wie gewohnt auch im Detail optimal umgesetzte Titel erhältlich ist: Am 28. Juni soll Super Mario Maker 2 weltweit erhältlich sein. nintendo.at

Und sonst noch so? Neben den Level-Elementen finden Fans aber auch noch jede Menge andere Inhalte zum Selbstbauen der Kurse wie etwa eine modifizierbare Autoscroll-Funktion, neue Gegner, Themen und Gegenstände. Davon abgesehen, hat man sich für das portable Spielen ebenfalls etwas einfallen lassen, und das ist ziemlich cool: Für Vorbesteller gibt es den Nintendo Switch-Touchpen im Super Mario Maker 2-Design dazu. Damit lässt sich unterwegs noch besser editieren und gestalten – komfortabler geht fast gar nicht. Eine kleine Anmerkung noch: Der für viele Fans bahnbrechendste Unterschied ist DOT.games 75

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TOTEN HOSEN • BONEZ MC & RAF CAMORA

PAPA ROACH • IN FLAMES • PAUL KALKBRENNER • RIN REEL BIG FISH • FEINE SAHNE FISCHFILET • IN EXTREMO • POWERWOLF MILLENCOLIN • CHILDREN OF BODOM • J.B.O. • BEYOND THE BLACK BADFLOWER • SEEK & DESTROY • TO THE RATS AND WOLVES

TRIVIUM • ANTHRAX • IDLES • BEHEMOTH • BEARTOOTH OUR LAST NIGHT • TESSERACT • STARSET • SCHMUTZKI LATE NIGHT SPECIAL: FROG LEAP FEAT. LEO MORACCHIOLI SONNTAG, 16. JUNI

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19 seiten Dot.planer Matt Simons Mit seiner aktuellen Single „Open Up“ hat es der US-amerikanische SingerSongwriter Matt Simons bis in die Top Ten der deutschen Airplaycharts geschafft und knüpft damit bereits an den Erfolg seiner Hitsingle „We Can Do Better“ an. Weiters hat der Musiker auch sein neues Studioalbum „After The Landslide“ am Start, das den Künstler im Herbst wieder auf große Konzertreise führen wird. www.b72.at, B72, HernalserGürtel-Bogen 72, 1080 Wien, 24. Oktober, 21:00 Uhr, VVK: ab € 24,95

Crankworx Innsbruck © Fraser Britton / Crankworx

Das größte Gravity-Mountainbike-Festival der Welt steigt heuer von 12. bis 16. Juni in Innsbruck. Bereits zum dritten Mal dürfen sich die Besucher auf eine ausgelassene Festivalstimmung, spektakuläre Contests mit atemberaubenden Sprüngen, High-Speed-Duelle und ein buntes Rahmenprogramm freuen. Ein Highlight für den Nachwuchs sind sicher die Kidsworx-Workshops, die Mini-Racern, Kids und Teens die einzigartige Gelegenheit bieten, gemeinsam mit den Top-Stars der Mountainbike-Szene biken zu gehen sowie Tipps für Tricks auf zwei Rädern und natürlich Autogramme abzustauben. www.crankworx.com/innsbruck

Kool Savas. David Garrett. Tokio Hotel. Jonathan Bree. Jethro Tull. Revolverheld. Christina Stürmer. James Bay. The 1975. Prinz Pi. Milow. Scooter. Wincent Weiss.

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Konzertgenuss hoch 3

Im Juli öffnet Wiens neue Open-Air-Location für rund 5.000 Musikconnaisseure erstmals ihre Tore: Dabei sorgen internationale Künstler an drei Konzerttagen für Festivalstimmung vom Feinsten. Scooter 11. Juli 2019 ab 17:30 Uhr

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Greta van Fleet 09. Juli 2019, ab 17:30 Uhr

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pen-Air-Fans dürfen sich über eine neue Eventlocation in Wien freuen: In der METAStadt, dem Freiluftareal in einem ehemaligen Industriebau in Stadlau, werden im Sommer erstmals internationale Künstler unter freiem Himmel aufspielen. Am 8. Juli gibt sich die britische Indie-Sensation The 1975 gemeinsam mit Two Door Cinema Club und The Japanese House ein Stelldichein, gefolgt von der US-Rockband Greta van Fleet am 9. Juli. Den Abschluss der Konzertreihe bestreitet am 11. Juli die deutsche Kultband Scooter, die mit den Acts Grossstadtgeflüster und Kurt Razelli dem Publikum einheizen wird. Die Konzertreihe kann neben musikalischen Highlights auch mit kulinarischen Schmankerln aufwarten – so werden Fans mit ausgefallenen Streetfoods wie sizilianischen Spezialitäten, Wraps, Frozen Joghurt bis hin zu Insekten verköstigt. DEIN TICKET FÜR DIE METASTADT ARCADIA LIVE und DOT. magazine verlosen je 2x2 Tickets für alle Shows in

The 1975 08. Juli 2019, ab 17:30 Uhr

der METAStadt. Einfach die folgende Gewinnspielfrage beantworten und unter www.cineplexx.at teilnehmen. Gewinnspielfrage Welche Band eröffnet die Konzertreihe in der METAStadt? A) Greta van Fleet B) Scooter C) The 1975 INFO: www.metastadt.at, METAStadt, Dr.-Otto-Neurath-Gasse 3, 1220 Wien

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Prinz Pi

Trotz drei Nummer-eins-Alben in Folge steht der Poet der deutschen Rap-Szene niemals still und stattet im Oktober auch Wien wieder einen Besuch ab.

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igentlich hatte Friedrich Kautz alias Prinz Pi ganz andere Karrierepläne. So studierte der Berliner zwischen 2002 und 2008 Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule in Weißensee – fernab von einer klassischen Rapper-Biografie. Seit 1998 trat der Künstler bereits gelegentlich unter den Pseudonymen Doc Murdock, Doc Mabuse, Slick Spingo und Prinz Porno One in der deutschen Hip-Hop-Szene auf. Später nannte er sich lange Zeit Prinz Porno, was seinem Künstlernamen als Graffiti-Sprayer entsprach. Den endültigen Durchbruch im Mainstream schaffte Prinz Pi aber erst im Jahr 2013 mit dem Werk „Kompass ohne Norden“, das erste von bisher insgesamt drei Nummer-einsAlben. Sein letztes 2017er-Soloalbum „Nichts war umsonst“ rangierte ganze vier Wochen auf Platz zwei der deutschen Albumcharts.

www.arena.co.at, Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien, 19. Oktober, 20:00 Uhr, VVK: € 36,90

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Milow Milow ist zurück! Im Herbst geht der belgische Singer-Songwriter mit seinem brandneuen Studioalbum „Lean Into Me“ auf große Konzertreise.

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sterreichische Fans dürfen sich gleich dreifach freuen. Der sympathische Belgier Milow beehrt im Herbst nämlich drei heimische Städte mit Konzertterminen und ist in Dornbirn, Graz und Wien zu Gast. Mit im Gepäck hat der erfolgreiche SingerSongwriter dabei seine neue Platte „Lean Into Me“, mit der Milow seine einzigartige Erfolgsgeschichte fortführen möchte. Weltweit bekannt wurde der Künstler mit dem 2008er-Cover von 50 Cents’ und Justin Timberlakes „Ayo Technology“. Mit dieser Neuinterpretation traf Milow den Nerv der Zeit und landete damit einen Song, der über Nacht zu einem viralen Hit und Chartstürmer avancier-

te. Darauf folgten weitere Hits wie „You And Me (In My Pocket)“, „Little In The Middle“ oder „Howling At The Moon”. Auch das neue Studioalbum „Lean Into Me“ dürfte wieder mit dem ein oder anderen Ohrwurm und mit radiotauglichen Hits überraschen. www.conradsohm.com, Conrad Sohm, Boden 1, 6850 Dornbirn, 14. Oktober, 20:00 Uhr, VVK: € 33,90 www.popculture.at, PPC, Neubaugasse 6, 8020 Graz, 16. Oktober, 20:00 Uhr, VVK: € 34,30 www.arena.co.at, Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien, 17. Oktober, 20:00 Uhr, VVK: € 34,30

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Wincent Weiss

Wincent Weiss surft mit seinem aktuellen Album „Irgendwie anders“ mal wieder auf einer Erfolgswelle. Im November kommt der Künstler mit dem neuen Werk nach Wien.

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it seinem mit Gold prämierten Debüt „Irgendwas gegen die Stille“ schaffte der deutsche SingerSongwriter Wincent Weiss seinen Durchbruch und lieferte mit Hits wie „Feuerwerk“ und „Musik sein“ Ohrwürmer, die im Radio auf Dauerschleife liefen. Nun steht mit „Irgendwie anders“ sein zweites Album in den Startlöchern, das mit dreizehn neuen Songs gespickt ist, die sich sowohl poppig als auch zutiefst persönlich zeigen. Es sind Songs, die man mühelos

mit besonderen Lebensmomenten verbinden kann und die das Potenzial haben, zum Soundtrack des eigenen Lebens zu werden. Nach den erfolgreichen Tourneen im letzten Jahr wird die „Irgendwie anders Tour 2019“ diesen Herbst noch einen draufsetzen. Wer sich ein begehrtes Ticket für das Konzert im Gasometer sichern möchte, sollte also nicht lange zögern.

www.planet.tt, Gasometer Wien, Guglgasse 8, 1110 Wien, 15. November, 20:00 Uhr, VVK: € 44,92

James Bay

Nach seinem preisgekrönten Debüt nimmt der Brite mit neuem Album Kurs auf die Bundeshauptstadt.

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eit seinem Durchbruch mit dem 2015er-Werk „Chaos And The Calm“ zählt James Bay zu den gefeiertsten Songwriter-Talenten im internationalen Musikkosmos. Mit dem Album „Electric Light” veröffentlicht der Brite nun den lang ersehnten Nachfolger seines Erfolgsdebüts, das 2016 für drei „Grammy Awards“ in den Kategorien „Best Rock Album“, „Best Rock Song“ und „Best New Artist“ nominiert wurde. Anders als bei seinem Vorgänger wagt sich der 28-Jährige auf „Electric Light“ jedoch in neue musikalische Gefilde: Elemente aus Pop, Rock und R ’n’ B gesellen sich zu Synthies und Beats, die den Sound von

James Bay rockiger und elektronischer denn je klingen lassen. Im Sommer beehrt der Künsler endlich auch Wien mit einem Konzert: Am 30. Juni wird der Singer-Songwriter in der Arena Wien unter freiem Himmel sein Publikum verzücken.

www.arena.co.at, Arena Wien, Open Air, Baumgasse 80, 1030 Wien, 30. Juni, 19:00 Uhr, VVK: € 44,90

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Doppelschlag

Bei der FIVB World Tour BADEN OPEN und der CEV U18-EM schlagen gleich zwei Großevents im Strandbad Baden groß auf.

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n Baden steht heuer ein „Double-Header“ auf dem Programm, der mit dem FIVB World Tour BADEN OPEN von 6. bis 10. Juni und der CEV U18-Europameisterschaft von 13. bis 16. Juni im Strandbad für volle Tribünen und Megastimmung sorgen wird. Nicht nur die 30.000 Zuseher, sondern vor allem auch die Spieler freuen sich auf das Großereignis, das durch die Traumkulisse der denkmalgeschützten Art-déco-Fassade des Gebäudes einen besonderen Stellenwert in der BeachvolleyballSzene einnimmt.

FIVB World Tour BADEN OPEN Die besten Beachvolleyballer der Welt hautnah verspricht der Top-

Event in Baden. Bereits zum 15. Mal kämpfen heuer die BeachvolleyballStars dabei um Edelmetall. Heuer versuchen sich Clemens Doppler und Alexander Horst von 6. bis 10. Juni in der erfolgreichen Titelverteidigung. „Natürlich treten wir in Baden an, um am Treppchen zu stehen und bestenfalls, wie im vergangenen Jahr, die Goldene zu holen“, so Clemens Doppler. Der 39-jährige Oberösterreicher holte gemeinsam mit seinem Beach-Partner Alexander Horst im Vorjahr zum zweiten Mal Gold. „Wir haben große Erfolge gefeiert, 2018 unseren ersten Titel auf der World Tour in Baden geholt“, erinnert sich der regierende Vizeweltmeister. Der 37-jährige Horst ist der erfolgreichste Baden-Athlet. Er ist nicht nur seit

dem ersten Event 2005 in Baden mit dabei, sondern holte auch mit unterschiedlichen Partnern (Harald Dobeiner, Sebastian Göttlinger, Florian Gosch und Clemens Doppler) zweimal Gold und fünfmal Silber. „In Baden ist die Familie hautnah dabei, da ist man automatisch voll motiviert. Wir sind sicher die Gejagten, aber ich liebe diese Challenge“, so der zweifache Vater Horst. „Baden ist ein super Turnier, und wir wollen die Titelverteidigung schaffen“, gibt der Erfolgscoach der beiden, Robert „Nowo“ Nowotny, das Ziel vor. Nowo gewann mit Nik Berger, mittlerweile ÖVV-Sportdirektor, selbst einmal Gold am Badener Centercourt (2007). Bei den Damen wollen Katharina Schützenhöfer und Lena Plesiutschnig heuer endlich

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© Markus Hammer (Vision05), Rainer Mirau, Florian Schrötter, www.foto-agent.at

daher von 13. bis 16. Juni die künftigen Beach-Stars am Centercourt um europäisches Gold, Silber und Bronze.

ganz nach oben auf das Stockerl. Die beiden 25-jährigen Steirerinnen, die für den 1. Badener Beachvolleyball Verein (BBV) spielen, sind voll motiviert: „Ich freue mich schon sehr auf unser Heimturnier. Nachdem wir im Vorjahr Silber holen konnten, wollen wir heuer einen draufsetzen“, hofft Katharina Schützenhöfer. „Baden ist für uns jedes Jahr ein Highlight. Die Organisation und die Location sind einzigartig, und es macht immer sehr viel Spaß, vor Heimpublikum spielen zu dürfen“, so Lena Plesiutschnig.

BJB Beach Erstmals werden beim ÖVVBundesjugendbewerb am 9. und 10. Juni die besten Nachwuchsspieler der Bundesländer gegeneinander antreten. Der BJB Beach ist ein Landesverbands-Teambewerb, der aus einer Mädchen- und einer Burschenmannschaft pro Bundesland besteht.

CEV U18-Europameisterschaft Erstmals wurde Baden vom Europäischen Volleyball Verband als Austragungsort für die U18Europameisterschaft ausgewählt, da der Ort seit 15 Jahren Beachvolleyball-Events auf höchstem Niveau austrägt und im Verband großes Vertrauen genießt. Bei der CEV U18-Europameisterschaft presented by SPORT.LAND.NÖ kämpfen

Live dabei Obwohl die Tribünen auf 1800 Plätze erweitert wurden, sollte man sich für die fast zweiwöchige Party auf www.beachvolleyball-baden. at einen Platz im Stadion sichern. Gratis Tagestickets sind bei der HYPO NOE und bei SEAT Keglovits Trumau/Zwölfaxing solange der Vorrat reicht erhältlich. Einen sicheren Sitzplatz hat man jedoch nur mit den begehrten Reserved

Seat-Tickets, für Partypeople sind die Beach Lounge-Tickets inklusive Getränken Pflicht. Besonders exklusiv lässt sich das BADEN OPEN mit den VIP-Tickets erleben, in denen exklusive Weine, kühles Bier, ein ganztägiges Buffet mit erlesenen Speisen und feines Eis inkludiert sind. Titel für alle In Baden wird nicht nur Beachvolleyball gespielt, sondern es werden auch der Beer Pong-Champion, die größte Arschbombe und beim „HYPO NOE Dish Tennis Tournament“ die besten Mini-Tischtennisspieler gekürt. Bei den Klask Games ist vor allem die Geschicklichkeit von Airhockey und Tipp Kick gefragt, und der Unicorn Ride ist ein Fun-Game für Teams. Einer sitzt am Unicorn und muss eine gute Performance abliefern, der andere ist im Wasser und treibt das Einhorn mit voller Kraft voran. Punkte gibt es für die Geschwindigkeit, und das Publikum bewertet die Performance der „Rider“. Nach all der Action bietet sich dann mitten am Centercourt das Beach Yoga an. Beachparty Bei so viel Tagesaktivität darf auf die Nachtaktiven nicht vergessen werden. Am 8. und 9. Juni wird daher im Melkerkeller bei den KRONEHIT Beach Partys powered by HYPO NOE abgefeiert. Ab sensationellen 4 Euro ist man inklusive Welcome Drink powered by rumzentrum.at dabei. An den Turntables mixen DJ g.dugs (HipHop), DJ. phil-h (Party,trash,Hits) und DJ Chris Antonio (KRONEHIT) die Partyhits. www.beachvolleyball-baden.at DOT.planer 83

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Auf die Plätze

„Stell dich der Centercourt-Challenge!“, heißt es beim HYPO NOE School Beach Cup.

wobei das sportliche Motto „first come, first serve“ gilt. Nenngebühr gibt es keine, dafür bekommen alle Schüler aber schon für die erfolgreiche Teilnahme ein 3-Tages-Ticket für das FIVB BADEN OPEN (6.–10.6.) und die CEV U18 EM (13.–16.6.). Die Sieger dürfen sich über ein HYPO NOE Konto mit 100 Euro Startguthaben pro Teammitglied freuen. Infos und Anmeldung unter www.beachvolleyball-baden.at

© Alexander Felten, Florian Schrötter

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n welche Schule gehen die besten Beachvolleyballer? Diese Frage wird kurz bevor die Profis beim FIVB World Tour BADEN OPEN presented by SPORT.LAND.NÖ um die Medaillen kämpfen, beantwortet. Am Pfingstmontag, den 10. Juni geht nämlich der HYPO NOE School Beach Cup 2019 am Centercourt im Strandbad Baden über das Netz. Wieder stellen sich dort Schülerinnen und Schüler der Challenge, vor so einem großen Publikum vor der herrlichen denkmalgeschützten Kulisse zu spielen. Doch wer am Endspiel teilnimmt, hat bereits viel Spielerfahrung und es sich verdient, beim Großevent aufzuschlagen. Qualifizieren müssen sich die Finalteilnehmer nämlich am Hauptspieltag des HYPO NOE School Cups am 5. Juni auf den Side-Courts im Weilburgpark des Strandbades in Baden. Teilnahmeberechtigt sind alle Schüler ab der 9. Schulstufe. Es gibt drei Wertungen: Burschen (2 gegen 2), Mädchen (2 gegen 2) und Mixed (4 gegen 4, mit mindestens einem Mädchen). Pro Schule dürfen allerdings maximal zwei Teams gemeldet sein,

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Auf neuen Wegen

Beim Out of Bounds Festival im Bikepark Leogang freuen sich nicht nur die weltbesten Biker auf gleich vier neue Trails.

© Stefan Voitl

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on 7. bis 9. Juni steht Saalfelden Leogang wieder ganz im Zeichen des Out of Bounds Festivals. Mit den Highlights rund um den Weltcup der Downhiller, einer Freestyle Motocross Show, der großen Expo Area und Live-Konzerten hält das Ausnahme-Event einen vollgepackten Timetable bereit und ist zugleich Generalprobe für die Downhill-WM 2020. Die weltbesten Fahrer rund um Aaron Gwin, Rachel Atherton und Local Hero Valentina Höll werden sich daher die Gelegenheit nicht entgehen lassen, den WM-Kurs ordentlich unter die Räder zu nehmen. Neben waghalsigen Abfahrten geht es mit dem Motorrad vor

allem aufwärts. Luc Ackermann, Kai Haase und Gerhard „Jerry“ Mayr werden mit Frontflips, Tsunamis und Supermans begeistern. Die Besucher dürfen sich ihren Adrenalinkick aber nicht nur beim

Zusehen holen, sondern gleich vier neue Trails in allen Schwierigkeitsgraden selbst ausprobieren. Dazu wird diese Saison auch erstmalig die Steinbergbahn für Biker geöffnet. bikepark.saalfelden-leogang.com

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Das ROCKdays Kletterfestival im Pillersee-Tal macht jeden zum Aufsteiger.

On the Rocks

© Sina Bodingbauer

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ie ROCKdays bringen von 14. bis 16. Juni und Alt zum Kraxeln in die Kitzbüheler Alpen. Bei Workshops in den Klettergärten Adolari und der Steinplatte können beim Kinderklettern und auf Mehrseillängentouren mit den Kitzbüheler Bergführern erste Versuche gewagt oder Techniken geübt werden. Dabei darf sich die ganze Familie vergnügen, austoben und spielerisch Wände hochgehen. Einsteigerkurse sind dabei sogar kostenlos. Stand-Up-Paddeling und Canyoning sorgen dazwischen für abwechslungsreiche Abkühlung. Neu ist heuer der actionreiche Wettkampfteil: Beim ROCKwarrior können alle großen und kleinen

Kletterfans in einer speziell nach dem Vorbild einer „Ninja Warriors Parcours“ konzipierten Anlage aus Holzelementen, Seilen und Steinen gegeneinander antreten. Spiel, Spaß und Spannung sind dabei garantiert, und die Party kann am Fels, auf dem Parcours sowie bei der

ROCKnight steigen. Wer einmal eine besonders aufregende Nacht haben will, kann diese in luftiger Höhe auf einer „Portaledge“ – quasi eine Hängematte mitten in der Felswand – erleben. Na dann, „Gute Nacht“. www.rockdays.at

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interview: WOLFGANG HECKEL-MOEHLE

Back to the Roots

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Vor der Olympia-Premiere des Skateboardens 2020 besinnt sich der Sport seiner Wurzeln im Skateboard-Deck.

eppi Scholler (37), Urgestein des Snowboardens, Filmemacher und Gründer des Streetwear Labels „Love“ und der Filmproduktion Love Factory, ist in seinem neuen Film „Wheels on Woods“ voll auf der Rolle und bringt das Skateboard in den Wald. DOT.: Wie bist du auf die Idee gekommen, im Wald zu skaten? Seppi Scholler: Ich bin am Land aufgewachsen, und der riesige Garten meiner Oma mit Wald hat mich als Kind immer schon sehr beeindruckt. Mit meinem Hund bin ich jetzt viel im Wienerwald unterwegs – eine gute Zeit, um abzuschalten und sich inspirieren zu lassen. Die mystisch-magische Optik an verschiedenen Plätzen hat mich auf die Idee gebracht, etwas zu machen, was dort überhaupt nicht hingehört. Ich liebe bisoziative Ansätze, und Skaten passt als urbaner Betonsport ja überhaupt nicht

in die wilde Waldwelt. Deswegen heizen jetzt fünf Skateboard-Profis zwischen und über die Bäume und machen auf nie dagewesenen Spots die ärgsten Tricks. Was waren die Herausforderungen? Jeder Bereich hatte von Anfang bis Ende Challenges – manche mehr und manche noch mehr. Skaten in einem Wald war für die Firma M Ramps komplettes Neuland, aber natürlich auch für die Fahrer eine Mega-Herausforderung. Schon die kleinen Spots waren zach, und die großen Dinger waren richtige „heavy consequence spots“. Da ist jeder mit sehr viel Respekt an seine Grenzen gegangen! Es war sicherlich das mit Abstand größte Projekt mit den meisten Herausforderungen, in das jeder von uns involviert war. Aber wir haben alles top gelöst, und wir können uns jetzt über etwas wirklich Außerordentliches freuen.

Wer sind die Rider in deinem Film? Ryan Decenzo (Kanada) war der erfahrene „Legionär“. Er ist mit 33 auch über 10 Jahre älter als die vier anderen „Young Guns“ und Spezialist für „dicke Sachen“ – das große Cliff hat er nach wenigen Versuchen hingestellt. Also – bravo, bravo! Giovanni Vianna aus Brasilien und Mauro Iglesias aus Argentinien machen Tricks, die man vorher

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© Julien Deniau

noch nie gesehen hat. Mauro hat unter anderem mit dem Kickflip übers große Roadgap gezeigt, wozu er fähig ist – das war definitiv nicht nur am, sondern über dem Limit! Aber auch Gioavannis 5050 Cliff Drop zählt für mich zu einem der absoluten Highlights des Projekts. Luiz Francisco – ebenfalls aus Brasilien – war der „Spezialist“ für die Quater Pipe zwischen zwei Bäumen. Gustavo Ribeiro aus Portugal ist der „Next Level Tech Skater“ und immer gut für neue kreative Tricks – speziell in dieser neuen Umgebung. Schön war, dass sich die Fahrer überall gegenseitig voll gepusht haben, bis sie den Spot gecheckt haben.

Wie konntest du die Rider davon überzeugen, mit dir in den Wald zu gehen? Wir hatten ein sehr starkes Konzept und eine klare Vision, die die Rider von Anfang an begeistert haben – aber letztendlich überzeugt hat die Producerin Pizzi Petrovsky die Skater. Womit haben sie dabei nicht gerechnet? Die Dimension der großen Spots war definitiv so, dass die Fahrer anfangs nicht sicher waren, ob sie überhaupt fahrbar sind. Da ich eine Snowboard-Pro-Vergangenheit habe, konnte man die Fahrer nach dem Ende ihrer anfänglichen Sprachlosigkeit öfter sagen hören:

„You crazy snowboarder with your crazy snowboard-spots and jumps!“ Im Endeffekt haben sich alle aber daran gewöhnt, und man hat im Wald dann Step by Step das Bewusstsein dafür verloren, wie „oarg“ das überhaupt ist. Das Wetter war auch unberechenbar, nach Sturm und Regen wussten wir nicht, ob die Schanzen überhaupt noch stehen – und nasse Holzbretter machen das Fahren nicht unbedingt einfacher. Wo ist der Film zu sehen? Der Main Clip und auch das „Making of “ auf dem Red Bull Skateboard YouTube Channel, Red Bull TV und natürlich auch auf unserer Seite. love-distribution.com DOT.planer 89

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All Tvvins Mit seinem zweiten Studioalbum „Just to Exist“ nimmt das irische Pop-Duo All Tvvins, rund um Conor Adams und Lar Kaye, Ende Mai Kurs auf das Wiener Chelsea. INFO: www.chelsea.co.at, Chelsea, Stadtbahnbogen 29–31, 1080 Wien, 26. Mai, 21:00 Uhr, VVK: H 17,–

David Garrett R

ockstar-Charisma und eine Virtuosität, wie sie nur die größten Musiker unserer Zeit besitzen: Der als Paganini unter den Popstars und Jimi Hendrix der Geiger gefeierte Musiker David Garrett möchte sein 10-jähriges Crossover-Jubiläum zusammen mit seinen Fans feiern. „UNLIMITED“ heißt seine Tour zum dazugehörigen Album, und diese Tour ist ein Versprechen: Die Musik und die Fans stehen im Fokus, denn David Garrett wird die Konzertreihe nutzen, um sich bei seinen Fans und Followern, die ihn in den letzten zehn Jahren begleitet und unterstützt haben, mit einem unvergessli-

chen Abend zu bedanken. „Ich freue mich unglaublich auf die ‚UNLIMITED – Greatest Hits Tour 2019‘ und möchte, zusammen mit meiner Band, meine Fans mehr denn je mitnehmen und begeistern. Gemeinsam mit meinem Publikum möchte ich die Musik und die letzten zehn Jahre feiern“, schwärmt Garrett. Jeder, der sich dieses Fest nicht entgehen lassen will, hat am 31. Mai in der Wiener Stadthalle die Gelegenheit dazu, den Künstler live zu erleben. INFO: www.stadthalle.com, Wiener Stadthalle, Halle D, Dr.-Roland-Rainer-Platz 1, 1150 Wien, 31. Mai, 19:30 Uhr, VVK: ab € 51,90

Kool Savas

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INFO: www.ottakringerbrauerei.at, Ottakringer Brauerei, Ottakringer Platz 1, 1160 Wien, 25. Mai, 20:00 Uhr, VVK: € 44,80

ich auf seinen Lorbeeren auszuruhen und kürzerzutreten, kommt für einen Kool Savas nicht infrage: Nach zwanzig Jahren im Game, zwei Nummer-eins-Alben in Folge, Gold- und Platinauszeichnungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sowie seit Jahren ausverkauften Tourneen liegt nun eine knisternde Erwartung in der Luft, wenn sich der Vorhang wieder hebt und der deutsche Künstler sich seinen Weg auf die Bühne bahnt. Der King of Rap begibt sich endlich wieder mit einem neuen Soloalbum auf Reisen, um gemeinsam mit seinen Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz das Hip-Hop-Genre zu zelebrieren und dabei mit seiner einzigartigen und energiegeladenen Performance erneut die Messlatte im Live-Segment ein weiteres Stück nach oben zu hieven. Das neue Studioalbum „KKS“ bildet das Herzstück der bevorstehenden Tournee, umrahmt von einem Querschnitt aus 20 Jahren seines erfolgreichen Schaffens. Wer die Aura von Kool Savas miterleben möchte, dem bietet sich am 25. Mai in der Ottakringer Brauerei eine einmalige Gelegenheit, den Rapper mit seinen größten Hits und neuen Songs live zu bestaunen.

Motorpsycho Die 1989 in Trondheim gegründete Band Motorpsycho kombiniert Psychedelic Rock mit Einflüssen des Jazz und Country. Neues Studioalbum: „The Crucible“. INFO: www.arena.co.at, Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien, 27. Mai, 19:00 Uhr, VVK: H 30,–

Frigg Eine der erfolgreichsten Bands der skandinavischen Folkszene kommt wieder nach Wien: Frigg, die in ihrer Musik nordische Folkmusik mit westlichen Musikstilen vermischt. INFO: www.sargfabrik.at, Sargfabrik, Goldschlagstraße 169, 1140 Wien, 28. Mai, 19:30 Uhr, VVK: H 31,90

Electric Citizen & Idle Hands Zwei US-Bands an einem Abend: Electric Citizen servieren 60er-Westcoast-Rock, während Idle Hands eher im Metal, Goth und New Wave verwurzelt sind. INFO: www.arena.co.at, Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien, 28. Mai, 19:00 Uhr, VVK: H 20,30

Kytes Kytes aus München begannen im Sommer 2017 mit den Arbeiten am Nachfolgealbum von „Heads and Tales“. Nun haben die vier Jungs ihre neue EP „Frisbee“ am Start. INFO: www.arena.co.at, Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien, 31. Mai, 19:00 Uhr, VVK: H 18,10

Phil Collins Phil Collins kehrt heuer auf seiner „Still Not Dead Yet Live Tour“ zurück nach Österreich und hat dabei auch ein Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion eingeplant. INFO: www.oeticket.com, Ernst-Happel-Stadion, Meiereistraße 7, 1020 Wien, 02. Juni, 19:00 Uhr, VVK: ab H 99,90

Luke Sital Singh Anfang 2019 zog der britische Songwriter von Bristol nach Los Angeles. Sein neues Album „A Golden State“ spiegelt dieses neue Kapitel auf wunderbare Weise wider. INFO: www.daswerk.org, Das Werk, Spittelauer Lände 12, 1090 Wien, 03. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 19,90

Der Nino aus Wien Er hat eine große Leidenschaft für die Poesie – Der Nino aus Wien, der bei seinem Konzert im Theater am Spittelberg Songs aus seinem Album „Wach“ präsentieren wird. INFO: www.theateramspittelberg.at, Theater am Spittelberg, Spittelberggasse 10, 1070 Wien, 05. Juni, 19:30 Uhr, VVK: H 27,30

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Granada Granada surfen auf einer unaufhaltsamen Erfolgswelle. Nach Millionen Plays auf YouTube landete die Band im letzten Jahr mit ihrem Album „Ge bitte!“ einen Achtungserfolg. INFO: www.arena.co.at, Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien, 07. Juni, 19:00 Uhr, VVK: H 34,–

Maulgruppe Maulgruppe ist ein Bandprojekt um Jens Rachut, bei dem Einflüsse aus Noise- und Post-Punk aufeinandertreffen. Neues Werk: „Tiere in Tschernobyl“. INFO: www.arena.co.at, Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien, 11. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 14,80

Fanfare CiocArlia Fanfare Ciocarlia gilt weltweit als eine der besten Livebands. Mit ihrer unerschöpflichen Energie begeisterm sie ihre Fans von Melbourne bis Memphis und von Tokio bis Toulouse. INFO: www.planet.tt, Szene Wien, Hauffgasse 26, 1110 Wien, 12. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 21,30

Kommando Elefant Kommando Elefant meldet sich zurück! Bevor noch heuer ihr sechstes Album erscheint, geht die Indieband ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Livespielen nach, um Auszüge aus dem neuen Werk zu präsentieren.

Jonathan Bree

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er aus Neuseeland stammende Sänger, Komponist, Multiinstrumentalist und Producer Jonathan Bree verantwortet eine der größten YouTube-Sensationen der letzten Jahre: Das Video zu seinem Hit „You’re so cool“ begeisterte Millionen Zuschauer mit seiner unheimlichen, surrealen Atmosphäre. Dass seine Liveshows mit einer ganz ähnlichen Stimmung und akustisch wie visuell außergewöhnlichen Elementen aufwarten, davon können sich seine Wiener Fans nun Anfang Juni in der Arena überzeugen. Der selbst ernannte Workaholic, der schon in Kindesjahren damit begann, sich der Musik zu widmen, konnte bereits mit 13 Jahren sein erstes Release auf dem Label Flying Nun Records vorweisen. Bis zum Jahr 2011 war er Teil verschiedener Projekte, von denen vor allem das Duo „The Brunettes“ mit mehreren erfolgreichen Releases hervorsticht. 2013 erschien dann sein erstes Soloalbum „The Primrose Path“, inzwischen arbeitet er parallel zur aktuellen Tour schon am vierten Studioalbum. Da Bree zu alldem auch noch andere Acts produziert und viele weitere musikalische

Projekte vorantreibt, sind die Chancen, ihn live zu erleben rar – der 02. Juni 2019 in der Arena Wien ist eine davon. INFO: www.arena.co.at, Arena Wien, Baumgasse 80, 1030 Wien, 02. Juni, 20:00 Uhr, VVK: € 14,80

INFO: www.b72.at, B72, Hernalser-GürtelBogen 72, 1080 Wien, 12. Juni, 21:00 Uhr, VVK: H 12,–

Dirk von Lowtzow Dirk von Lowtzow, bekannt als Frontmann der Gruppe Tocotronic, präsentiert mit seinem neuen Buch „Aus dem Dachsbau“ eine poetische und humorvolle Enzyklopädie. INFO: www.wuk.at, WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien, 13. + 14. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 19,80

Schmieds Puls Auf ihrem neuen Werk „Manic Acid Love“ mischen sich in den sanften, reduzierten Sound der Band nun rauere Töne – mit mehr Kanten und noch direkter und euphorischer als zuvor.

Tokio Hotel

INFO: www.porgy.at, Porgy & Bess, Riemergasse 11, 1010 Wien, 14. Juni, 20:30 Uhr, VVK: H 24,20

Frenkie/Kontra/Indigo Die drei sind Teil der FM Jam Crew, schon lange zusammen auf Bühnen unterwegs und veröffentlichten bereits mehrere Kollaborationen wie „Putanja“ und „Egzil“. INFO: www.planet.tt, Szene Wien, Hauffgasse 26, 1110 Wien, 15. Juni, 23:00 Uhr, VVK: H 13,–

Dead Kennedys Eine der wichtigsten Punkbands ist zurück! Energiegeladen, kritisch und mitunter zynisch, live sind die Dead Kennedys auf jeden Fall eine Wucht. INFO: www.wuk.at, WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien, 18. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 31,70

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ünf Jahre ist es her, da veröffentlichten Tokio Hotel ihr letztes Album „Kings of Suburbia“ – seitdem mussten sich Millionen Fans weltweit gedulden, aber nun ist die Wartezeit vorbei! Im Jahr 2019 feiern Tokio Hotel ihr 15-jähriges Bestehen mit einem brandneuen Showkonzept, das den Fans auf der ganzen Welt Tribut zollt. Nicht nur soll es für die Kenner und Liebhaber der alten Songs einige große Überraschungen geben, noch dazu präsentiert die unvergleichliche Band rund um die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz alle Songs des neuen Albums. „Ein magisches Erlebnis im letzten Sommer hat uns zum Showkonzept inspiriert – wir

werden eine ganz besondere Tokio HotelSetlist für unsere Fans erstellen“ kündigt Frontmann und Sänger Bill Kaulitz vielversprechend an. Da sich Tokio Hotel seit ihrem Welthit „Durch den Monsun“ aus dem Jahr 2005 ständig in ihrer Kunst weiterentwickeln und wachsen, darf jeder Fan besten Gewissens damit rechnen, dass auf Bills große Worte auch große Taten folgen. Anfang Juni wissen die Wiener Fans mehr, wenn Tokio Hotel die Bühne im Gasometer betreten. INFO: www.planet.tt, Gasometer Wien, Guglgasse 8, 1110 Wien, 01. Juni, 21:00 Uhr, VVK: € 61,90

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NADJA MALEH In ihrem neuen Programm „Hoppala“ begibt sich Nadja Maleh wieder in ihre multiple Welt von schrägen Frauencharakteren.

BURGENLAND JETHRO TULL

INFO: www.kuga.at, Kuga, Parkgasse 3, 7304 Großwarasdorf, 25. Mai, 20:00 Uhr, VVK: € 18,–

INFO: www.oeticket.com, Schloss Esterházy, Haydnsaal, Esterházyplatz 1, 7000 Eisenstadt, 15. Juni, 19:30 Uhr, VVK: ab € 29,–

INFO: www.cselley-muehle.at, Cselley Mühle, Sachsenweg 63, 7064 Oslip, 20. Juni, 20:00 Uhr, VVK: € 23,–

SCHOOL’S OUT PARTY Bei freiem Eintritt läutet die „School‘s Out Party“ mit tanzbaren Beats die bevorstehenden Sommerferien ein. INFO: www.cselley-muehle.at, Cselley Mühle, Sachsenweg 63, 7064 Oslip, 28. Juni, 18:00 Uhr, FREE ENTRY

INFO: www.schlossparkfestival.at, Schloss Esterházy, Schlosspark, Esterházyplatz 1, 7000 Eisenstadt, 29. Juni, 14:00 Uhr, VVK: ab € 71,99

NOVA ROCK FESTIVAL Bei der diesjährigen Ausgabe des Nova Rock Festivals bilden Rock-Koryphäen wie Slipknot, Sum 41, The Cure, Die Toten Hosen und Die Ärzte die musikalischen Speerspitzen. Für den kulinarischen Genuss sorgt die HOFER-Grill Area powered by VOLUME, in der man sich als HOFER-Ticketkäufer täglich eine gratis Grillspezialität sowie ein alkoholfreies Getränk sichern kann. Ein weiteres Highlight: die EventFiliale direkt am Festivalgelände. INFO: www.eventplus.hofer.at, Pannonia Fields II, 2425 Nickelsdorf, 13.–16. Juni, 4-Tages-Festival-Pass inkl. gratis Grillspezialität & alkoholfreies Getränk: € 179,99

KÄRNTEN CHRISTINA STÜRMER & MATAKUSTIX & JOSH.

ED SHEERAN POP Erst letzten August absolvierte der SingerSongwriter zwei triumphale Auftritte im Wiener Ernst-Happel-Stadion – beide Showtage waren mit 110.000 Tickets in Rekordzeit restlos ausverkauft. Nun können österreichische Fans wieder jubeln, denn heuer ist Ed Sheeran gleich an zwei Tagen mit seinen größten Hits im Wörthersee-Stadion zu Gast. Wer sich noch Tickets sichern will, muss jetzt schnell sein. INFO: www.oeticket.com, Wörthersee-Stadion, Südring 207, 9020 Klagenfurt, 28. + 29. Juni, 18:00 Uhr, VVK: ab € 94,–

eventplus.hofer.at

ULRICH ELLISON & TRIBE Durch meisterhafte Gitarrenarbeit ist das neue Livealbum „Live At Antone‘s“ ein eindrucksvoller Moment in der Karriere des österreichischen Musikexports Ulrich Ellison. INFO: www.bluesiana.net, Bluesiana, Franzosenallee 9, 9020 Velden am Wörthersee, 25. Mai, 20:30 Uhr, VVK: € 27,–

Christina Stürmer kommt mit ihren größten Hits auf die Schlosswiese nach Moosburg und wird dabei auch ihr neues Album „Überall zu Hause“ präsentieren. Begleitet wird der österreichische Star vom aktuellen Chartstürmer Josh., der im vergangenen Jahr mit „Cordula Grün“ den Durchbruch schaffte, und von den Kärntner Lokalmatadoren Matakustix, die mit ihrem Musikmix Jung und Alt begeistern. INFO: www.oeticket.com, Schlosswiese, Feldkirchnerstraße, 9062 Moosburg, 01. Juni, 19:00 Uhr, VVK: ab € 51,90

FESTIVAL Das Lovely Days Festival bringt seit 2006 die größten Stars der Musikgeschichte ins Land. Auch heuer werden im Rahmen einer musikalischen Zeitreise wieder die Größen der 60er- & 70er-Jahre auf die idyllische Bühne des Schosspark Esterházy geholt. Die vierzehnte Auflage des Festivals bringt Bands wie Toto, Jethro Tull by Ian Anderson, Nazareth, Birth Conrol und mehr nach Österreich.

SCHUBERTIADE Die Sängerin Hermine Haselbröck wird mit Sigrid Präsent und Rita Melem die 35. Schubertiade in der idyllischen Atmosphäre des Haydnsaals im Schloss Esterházy bestreiten.

ANDREAS VITASEK Sein neues Programm „Austrophobia“ ist der Versuch einer Selbstheilung vom bipolaren Verhältnis des geborenen Österreichers Vitasek zu seinem Mutterland.

LOVELY DAYS

INGESTED Ingested gelten als Pioniere der britischen Slam-Szene und sind mit ihrem experimentierfreudigen Sound immer ein Garant für eine energiegeladene Liveshow. CHRISTINA STÜRMER

INFO: www.stereoclub.at, Stereoclub, Viktringer Ring 37, 9020 Klagenfurt, 16. Juni, 18:00 Uhr, VVK: € 13,50

SCHAGER/BAICH/SALLMANN Im Burghof Klagenfurt gibt es vom 22. Juni bis 14. September jeden Samstag um 11 Uhr Konzerte mit bedeutenden Künstlern. INFO: www.oeticket.com, Burghof, Burghofgasse 8, 9020 Klagenfurt, 22. Juni – 14. September, ab 11:00 Uhr, VVK: ab € 22,–

SELTENHEIMER SOMMERGALA 2019 Die Intention des künstlerischen Leiters Karl Altmann war es diesmal, populäre Werke aus der Welt der klassischen Musik zu einem Konzertprogramm zu vereinen. INFO: www.konzerthaus-klagenfurt.at, Konzerthaus, Mießtaler Straße 8, 9020 Klagenfurt, 29. Juni, 20:00 Uhr, VVK: ab € 28,60

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Roland Neuwirth & radio.string. quartet Auf dem Programm stehen neben NeuwirthKlassikern auch neue Kompositionen, arrangiert von den Musikern des Radio.String. Quartet. und Roland Neuwirth selbst.

niederösterreich Sarah Jane Morris soul Sarah Jane Morris’ einzigartige Soulstimme prägt seit mehr als 25 Jahren die britische Jazz- und R ’n’ B-Szene. Nachdem sie mit groovigen Discohymnen in den 1980ern erfolgreich in den internationalen Hitparaden mitmischte, entwickelte die Ausnahmesängerin in den darauffolgenden Jahren ihren außergewöhnlichen Stil. Ihr Repertoire umfasst feinsten Pop, Jazz und Soul.

INFO: www.bih.at, Bühne im Hof, Julius-RaabPromenade 37, 3100 St. Pölten, 25. Mai, 19:30 Uhr, VVK: H 35,40

MM Jazzfestival Das MM Jazzfestival, kuratiert von Marianne Mendt, gilt als Fixpunkt im Festivalkalender und als Treffpunkt für Jazz-Liebhaber.

INFO: www.cinema-paradiso.at, Cinema Paradiso, Rathausplatz 14, 3100 St. Pölten, 28. Mai, 20:00 Uhr, VVK: H 18,–

INFO: www.mmjazzfestival.at, Bühne im Hof, Julius-Raab-Promenade 37, 3100 St. Pölten, 31. Mai und 1. Juni, 18:00 Uhr, VVK: H 29,90

Louie’s Cage Percussion

Rubberboots Mit Musik aus den letzten 40 Jahren begeistern die fünf Rockmusiker, die seit 25 Jahren zusammen auf der Bühne stehen.

crossover Louie’s Cage Percussion ist ein Ensemble, das die Abwechslung liebt. Wer Musik gerne in Genres einteilt, wird es deshalb schwer haben, diese sechs jungen Musiker in eine Schublade zu stecken, denn ihre Musik hat ihre Wurzeln in der Klassik, ihren Stamm im Jazz, die Äste in der elektronischen Musik und ihre Zweige im Schauspiel. Mit neuen Songs ist das Ensemble im Juni in der Bühne im Hof zu Gast.

INFO: www.cinema-paradiso.at, Cinema Paradiso, Rathausplatz 14, 3100 St. Pölten, 6. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 16,–

Tanz in den Sommer Mit einem vielfältigen musikalischen Repertoire sorgt bei der Veranstaltungsreihe die Band Kuschelrocker für beste Stimmung.

INFO: www.bih.at, Bühne im Hof, Julius-Raab-Promenade 37, 3100 St. Pölten, 7. Juni, 19:30 Uhr, VVK: H 24,50

INFO: www.vaz.at, VAZ, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten, 26. Juni, ab 14:00 Uhr, VVK: H 9,–

oberösterreich Bryan Ferry pop Seit der Veröffentlichung seiner ersten Platte mit der Gruppe Roxy Music im Jahre 1972 wird Bryan Ferry international als einer der innovativsten und extravagantesten Musiker, Songwriter und Popsänger gefeiert. Nun kommt die Ikone der Eleganz und Coolness wieder in unsere Breiten, um seinen Fans im Linzer Brucknerhaus die größten Erfolgshits seiner Karriere zu präsentieren. INFO: www.brucknerhaus.at, Brucknerhaus, großer Saal, Untere Donaulände 7, 4010 Linz, 09. Juni, 20:00 Uhr, VVK: ab H 72,20

Tocotronic

Black Rebel Motorcycle Club Zwischen Noise und Punk destilliert das Trio aus Los Angeles seit 20 Jahren bedingungslos seine ureigene Essenz des Rock. INFO: www.posthof.at, Posthof, großer Saal, Posthofstraße 43, 4020 Linz, 12. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 40,50

Harri Stojka Der international bekannte Gitarrist Harri Stojka präsentiert mit seinem Ensemble ein spezielles Programm aus dem reichen Fundus der Roma-Musik. INFO: www.oeticket.com, Martin Luther Kirche, Johann-Konrad-Vogel-Straße 2a, 4020 Linz, 12. Juni, 19:30 Uhr, VVK: H 37,–

Death by Stereo Mit ihren größten Hits und ihrer letzten EP „Just Like You’d Leave Us, We’ve Left You For Dead“ kommen die Kalifornier in die Stadtwerkstatt Linz..

indie Im Jahr 1995 erschien ihr erstes Werk „Digital ist besser“, mit dem Tocotronic tiefe Spuren in der Indie-Szene hinterließ. Sangen sie am Anfang davon, neu in der „Hamburger Schule“ zu sein, wurden Tocotronic im Laufe ihrer Karriere immer mehr zu den Aushängeschildern der deutschen Kultbewegung und schafften es 2012 mit „Schall und Wahn“ auch erstmals auf Platz eins der deutschen Albumcharts.

By Maxene Mit ihrer Combo „By Maxene“ lassen Marianne Gappmaier, Sabeth Puri-Jobi und Ricarda Oberneder die Eleganz der 1940er-Jahre wiederauferstehen.

INFO: www.posthof.at, Posthof, großer Saal, Posthofstraße 43, 4020 Linz, 22. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 34,–

INFO: www.oeticket.com, Rosengarten, Am Pöstlingsberg, 4040 Linz, 21. Juni, 19:30 Uhr, VVK: H 29,50

INFO: www.stwst.at, Stadtwerkstatt Linz, Kirchengasse 4, 4020 Linz, 16. Juni, 19:00 Uhr, VVK: H 17,25

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Jonathan Bree Mit seinem Song „You‘re So Cool“ wurde der Neuseeländer Jonathan Bree, bekannt als Sänger der Band The Brunettes, über Nacht zur YouTube-Sensation.

salzburg Revolverheld pop-Rock

The Como Mamas The Como Mamas aus Amerika ist das neue Mitglied des Kultlabels Daptone, das mit seinen Songs gezielt den analogen Soul-Sound vergangener Jahrzehnte nachbildet.

Unglaubliche dreizehn Jahre ist es her, dass Revolverheld ihr Debütwerk veröffentlichten – der Beginn einer Bandkarriere, die man nicht mehr oft findet. Seitdem wurden vier Studioalben veröffentlicht, alle stiegen direkt in die Top Ten ein. Insgesamt hatte die Gruppe beeindruckende fünfzehn Singles in den Charts – davon allein drei aus ihrem letzten Studioalbum „Immer in Bewegung“.

INFO: www.rockhouse.at, Rockhouse Salzburg, Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg, 17. Juni, 20:15 Uhr, VVK: H 19,80

INFO: www.oeticket.com, Latschenwirt, Buchhöhstraße 122, 5084 Grossgmain, 21. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 61,–

The Amity Affliction Zutiefst persönlich ist „This Could Be Heartbreak“, das bisher abwechslungsreichste Album der Band The Amity Affliction.

Dawn 2019

INFO: www.rockhouse.at, Rockhouse Salzburg, Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg, 13. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 15,40

festival

Brant Bjork & Sean Wheeler Der US-Rocker Brant Bjork geht mit Special Guest Sean Wheeler auf ausgedehnte „European Summer Tour“.

Das von der Veranstaltungsreihe Eleven Empire kuratierte Sommerfest schlägt Ende Juni 2019 sein 3. Kapitel auf. Auch dieses Mal wartet auf das Publikum beim Dawn 2019 ein unkonventionelles und spannendes Programm auf beiden Bühnen des Rockhouse Salzburg. Für Festivalstimmung sorgen diesmal abwechslungsreiche Bands wie Die Nerven, Ätna, Please Madame, Bearcubs und Yakata.

INFO: www.rockhouse.at, Rockhouse Salzburg, Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg, 29. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 22,–

INFO: www.rockhouse.at, Rockhouse Salzburg, Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg, 28. Juni, ab 17:00 Uhr, VVK: H 22,–

INFO: www.rockhouse.at, Rockhouse Salzburg, Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg, 25. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 35,–

steiermark Die fantastischen Vier hip-hop

INFO: www.helmut-list-halle.com, Helmut-ListHalle, Waagner-Biro-Straße 98a, 8020 Graz, 26. Maia, 19:00 Uhr, VVK: ab H 63,50

Sie sind einzigartig, ihr Stil ist unerreicht und unverwechselbar – sie sind eben Die Fantastischen Vier: Smudo, Michi Beck, And.Y psilon und Thomas D. Im 29. Jahr ihrer Bandkarriere geht die deutsche Gruppe nun mit ihrem neuen Studioalbum „Captain Fantastic“ auf Konzertreise und wird mit ihrer einzigartigen Show das Publikum begeistern und für ein Open-Air-Spektakel der Sonderklasse sorgen.

Hazmat Modine Die 13 Blues- und Roots-Songs aus ihrem neuen Album „Box of Breath“ beschäftigen sich mit Fragen der Sterblichkeit und der Menschlichkeit. INFO: www.generalmusikdirektion.at, Generalmusikdirektion, Grieskai 74a, 8020 Graz, 07. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 31,30

INFO: www.mcg.at, Messe Graz Freigelände, Messeplatz 1, 8010 Graz, 15. Juni, 19:00 Uhr, VVK: ab H 59,99

State Champs Passend zum einjährigen Jubiläum ihres aktuellen Albums „Living Proof“ gibt die PopPunk-Band State Champs im Zuge ihrer Europatour ein exklusives Konzert in Graz.

Springfestival festival Seit 2001 zählt das Springfestival Graz zum Fixpunkt im heimischen Konzertkalender. Gäste aus ganz Europa feiern Ende Mai den Frühling mit einigen der weltbesten Acts aus den Genres Techno, House und Drum ’n’ Bass. An unterschiedlichen Austragungsorten geben sich Bands wie Chase & Status, Monika Kruse, Andhim, Zalán Szakács, Tocotronic und mehr die Klinke in die Hand. INFO: www.springfestival.at, unterschiedliche Locations, 8010 Graz, 19.–23. März, unterschiedliche Beginnzeiten, Festivalpass: H 76,90

Bonnie Tyler Songs wie „It‘s A Heartache“, „Total Eclipse Of The Heart“ oder „Holding Out For A Hero“ haben Bonnie Tyler interntional als unverkennbare Rockröhre etabliert.

INFO: www.explosiv.at, Club Explosiv, Bahnhofgürtel 55a, 8020 Graz, 11. Juni, 19:30 Uhr, VVK: H 22,–

Radio Moscow Frontmann, Gitarrenwunderkind und Multiinstrumentalist Parker Griggs geht gemeinsam mit seinen Jungs wieder auf Tour. Neues Album: „New Beginnings“. Chase & Status

INFO: www.popculture.at, PPC, Neubaugasse 6, 8020 Graz, 14. Juni, 19:00 Uhr, VVK: H 19,60

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Electric Citizen Das Konzept der US-Gruppe ist so simpel wie effektiv: 60er-Westcoast-Rock trifft auf britische Psychedelia und frühen 70er-ProtoMetal. Neues Album: „Helltown“.

tirol Heart of Noise Festival Das Heart of Noise sucht seit 2011 nach Regionen außerhalb der Ästhetik des Kulturmainstreams und präsentiert dazu alternative Genres und Impulse des aktuellen Musik- und Kunstgeschehens. Für Festivalstimmung sorgt auch heuer ein experimentelles Rahmenprogramm mit Bands wie Gazelle Twin, Aja Ireland, Dengue Dengue Dengue, G.A.M.S., Lucy Railton, Maja Osojnik und mehr.

INFO: www.pmk.or.at, p.m.k., Viaduktbögen 19– 20, 6020 Innsbruck, 24. Mai, 20:30 Uhr, VVK: H 13,33

Naxatras & Support Naxatras aus dem griechischen Thessaloniki spielen Psychedelic-Rock vom Feinsten. Mit ihrer neuen EP „II“ ist die Gruppe im Juni in Innsbruck zu Gast. INFO: www.pmk.or.at, p.m.k., Viaduktbögen 19– 20, 6020 Innsbruck, 14. Juni, 21:00 Uhr, VVK: H 15,55

Gazelle Twin

Radio Moscow

Italo Disco in the City Beim Rooftop-Clubbing erlebt das Publikum eine unvergessliche Nacht im Zeichen des Italo-Disco-Genres.

rock Auch im elften Jahr ihres Bandbestehens orientieren sich Radio Moscow an den ganz großen Vorbildern: Cream und Black Sabbath zum Beispiel. Das hört man auch deutlich auf ihrem neuen Studiowerk „New Beginnings“, das die US-Formation Ende Juni auch wieder in die Alpenrepublik führen wird. Ende Juni stellen Radio Moscow das neue Album im p.m.k. Innsbruck vor.

INFO: www.oeticket.com, aDLERS Design Hotel, Bruneckerstraße 1, 6020 Innsbruck, 14. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 18,–

Holi Festival Das indische Festival der Farben ist zurück und beglückt das Publikum im VAZ Hafen Innsbruck mit tanzbaren Electrobeats.

INFO: www.pmk.or.at, p.m.k., Viaduktbögen 19– 20, 6020 Innsbruck, 30. Juni, 20:30 Uhr, VVK: H 20,–

INFO: www.vaz.at, VAZ Hafen Innsbruck, Innrain 149, 6020 Innsbruck, 15. Juni, 14:00 Uhr, VVK: ab H 24,90

vorarlberg Moop Mama brass Die zehn Individuen von Moop Mama bringen ihr viertes Album namens „Ich“ raus. Damit erschaffen sie mehr als ein Wir, mehr als bloße Gruppendynamik. Moop Mama kreieren damit eine neue Identität, die sich aus den Egos, Talenten, Launen und Ansichten von zehn komplett verschiedenen Musikern zusammensetzt. Auszüge daraus gibt die Band Anfang Juni im Conrad Sohm zum Besten. INFO: www.conradsohm.com, Conrad Sohm, Boden 1, 6850 Dornbirn, 08. Juni, 19:00 Uhr, VVK: H 39,85

Skindred

INFO: www.heartofnoise.at, Haus der Musik, Rennweg 2, 6020 Innsbruck, 07. Juni, 17:30 Uhr, Festivalpass: H 48,–

The Beths Die neuseeländische Indieband begeistert aktuell mit ihrem neuen Album „Future Me Hates Me“, das die Gruppe Ende Mai auch nach Dornbirn führen wird. INFO: www.spielboden.at, Spielboden Dornbirn, Färbergasse 15, 6850 Dornbirn, 28. Mai, 21:00 Uhr, VVK: H 15,20

Francesco Tristano Francesco Tristano lebt in zwei musikalischen Welten und füllt sowohl große Konzertsäle als auch die Tanzflächen in den angesagtesten Clubs in ganz Europa. INFO: www.spielboden.at, Spielboden Dornbirn, Färbergasse 15, 6850 Dornbirn, 30. Mai, 20:30 Uhr, VVK: H 21,90

Power Trip Seit der Veröffentlichung ihres Debüts „Manifest Decimation“ zählen Power Trip zu den angesagtesten Bands des härteren Genres.

crossover Hardcore, Reggae und Funk sind die Wurzeln der Gruppe Skindred, die aus der Band Dub War hervorgegangen ist. Dabei stammen die Jungs aber nicht etwa aus Jamaica, sondern aus Newport im britischen Wales. Die Band stand im Zuge ihrer Karriere bereits mit Koryphäen wie Korn, Him, Sevendust und Papa Roach auf der Bühne und zählt aktuell als spannendste Liveband im Crossover-Kosmos.

Altin Gün Die niederländische Psych-Rock-Band Altin Gün taucht tief in die Rock- und Folkmusik aus Anatolien ein. Mit ihrem Debüt „On“ ist die Gruppe in Dornbirn zu Gast.

INFO: www.conradsohm.com, Conrad Sohm, Boden 1, 6850 Dornbirn, 27. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 31,70

INFO: www.conradsohm.com, Conrad Sohm, Boden 1, 6850 Dornbirn, 18. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 27,80

INFO: www.conradsohm.com, Conrad Sohm, Boden 1, 6850 Dornbirn, 12. Juni, 20:00 Uhr, VVK: H 28,30

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interview: Tanja Holz am 11. Mai 2019

MAKARO – Mehr als nur einfach Schmuck Die Schmuckstücke des Labels MAKARO sind klassisch & kreativ, dezent & auffällig, modern & zeitlos zugleich.

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anna Plank-Bachselten und Matthias Eckmayr von MAKARO machen die Dinge anders und liegen dabei goldrichtig. Ihre Mission? Schmuckstücke aus hochwertigen Materialien zu produzieren, die trotzdem leistbar und lange haltbar sind. Das gelingt dank einem speziellen Verfahren, das eine 100-fach dickere Vergoldung ermöglicht als bei gängigem Modeschmuck. Nach erfolgreichen Pop-up Stores und tollen Verkaufserfolgen im Onlineshop eröffneten Hanna und Matthias nun ihren ersten FlagshipStore in der Stiftgasse in Wien. Wir von DOT.magazine haben die beiden besucht und nachgefragt, wie ihre Erfolgsstory begann.

DOT.: Was war vor MAKARO und wie habt ihr euch kennengelernt? Matthias: Hanna und ich haben uns während unseres Studiums an der Uni in Leoben kennengelernt. Wir waren beide immer schon kreativ, obwohl wir eigentlich etwas Technisches studierten. Hanna: Ich war schon immer fasziniert von kleinen, zarten Dingen und ein riesen Fan von goldenem Schmuck. Das hat dazu geführt, dass ich mich mit Schmuckherstellung und Design befasst habe und daraus schnell eine Leidenschaft wurde. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euch mit einem Schmucklabel selbstständig zu machen? Hanna: Ich war schon fast

verzweifelt, denn ich war ständig auf der Suche nach passenden Schmuckstücken, die auch meinen Qualitätsansprüchen genügten. Es gab für mich immer nur zwei Möglichkeiten: entweder billigen Modeschmuck, der schon nach ein paarmal Tragen die goldene Farbe verliert, oder Schmuck vom Juwelier, den ich mir aber als Studentin nicht leisten konnte. Matthias: Wir haben uns eines Abends dazu entschieden, dieses Problem einfach selbst zu lösen. Welche Hürden musstet ihr bei der Gründung überwinden? Matthias: Wir hatten anfangs kaum Geld, konnten aber durch verschiedene Nebenjobs und mit Hilfe

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unserer Familie das nötige Startkapital auftreiben. Der Großteil davon wurde für das Material ausgegeben. Für den bürokratischen Teil haben wir viel Unterstützung von der Wirtschaftskammer erhalten. Was bedeutet der Name MAKARO und wofür steht ihr? Matthias: Makaro ist ein klingender Fantasiename, der sich zusammensetzt aus dem englischen Wort „my“ und dem italienischen Wort „caro“, was so viel wie „schön“ oder „wertvoll“ bedeutet. Hanna: Wir stehen mit unseren Schmuckstücken für einen positiven Lebensstil. Jedes Schmuckstück wird in fairer und nachhaltiger Arbeit in einer unserer Werkstätten von Hand gefertigt. Neben der Herstellung ist natürlich auch die Qualität ein wichtiger Grundpfeiler. Für den Schmuck verwenden wir unser spezielles, 100-fach vergoldetes Material, das um ein Vielfaches langlebiger und hochwertiger ist als gängiger Modeschmuck. Für unsere Materialien und Edelsteine arbeiten wir außerdem ausschließlich mit Lieferanten, die konfliktfreie und ethische Ressourcen garantieren können.

Wo gibt es die Produkte zu erwerben? Hanna: Unsere Schmuckstücke gibt es direkt in unserem Onlineshop zu kaufen und seit Kurzem auch in unserem ersten eigenen Shop in der Stiftgasse in Wien. Welche Ziele habt ihr für die Zukunft? Matthias: Wir haben noch sehr viel vor. Wir glauben an faire und nachhaltige Arbeit und wollen auch weiterhin Menschen mit unseren Schmuckstücken glücklich machen, ohne dabei auf die Umwelt zu

vergessen. Wir wollen weiterwachsen und glauben dabei aber auch an zugängliche Preise. In näherer Zukunft werden wir noch einige weitere Stores eröffnen und uns auch in neue Märkte wagen. Hanna: Wir wollen auch weiterhin unseren Erfolg nutzen, um damit auch Gutes zu tun. So haben wir zum Beispiel auch den Black Friday genutzt, um zusammen mit Plan International Gelder für den Mädchenfonds zu sammeln. Langfristig ist es unser Ziel, junge Frauen beim Verwirklichen ihrer Träume zu unterstützen. Wir haben schon ein paar Ideen, wie MAKARO dazu einen großartigen Beitrag leisten kann.

www.makarojewelry.com #myMAKARO Stiftgasse 21, 1070 Wien

© 2019 Makaro GmbH

Was ist das Besondere an euren Produkten und welche Artikel führt ihr aktuell im Sortiment? Hanna: Neben unseren Klassikern und Bestsellern wie den Armbändern versuchen wir so oft es geht neue Kollektionen herauszubringen. Matthias: Daneben haben wir

vor einem Jahr den MAKAROclub ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Abo-Modell, wo alle Mitglieder jeden Monat ein neues Armband erhalten, das es so in unserem Standardsortiment nicht zu kaufen gibt.

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erscheint am 21. Juni 2019

Der nette Superheld von nebenan sorgt in Europa dafür, dass die Welt im Gleichgewicht bleibt: Spider-Man: Far From Home. Währenddessen schlägt der Protagonist von Brightburn nicht gerade den philanthropischen Weg ein. Kylie liefert eine weitere Hitsammlung ab – und da ist sogar ein wenig Neues dabei. Mit Order in Decline zeigen auch Sum 41, dass es sie noch gibt.

Impressum Coverfoto © Courtesy of Twentieth Century Fox. Photos by John Russo. DOT.magazine erscheint 11 x p.a. mit einer Auflage von 190.000 Exemplaren österreichweit in der PPH Media Verlag GmbH, Otto-Bauer-Gasse 6, 1060 Wien Telefon: +43 1 235 13 66-800 Fax: +43 1 235 13 66-999 E-Mail: office@pph-media.at Distribution: Österreichweit in allen Constantin Film- & Cineplexx-Kinos, 125 McDonald’s-Restaurants und allen Star Movie Kinos. Herausgeber & Geschäftsführer: Lorin Polak Verlagsleitung: Georg Peter Senior Account Manager & Marketing: Michael Martinek Chefredaktion & Chefin vom Dienst: Nicole Albiez Senior Account Manager: Daniela Horvath, Junior Account Manager: Tanja Holz, Natascha Holba Film: Nicole Albiez, Max Gfrerer Musik & Games: Peter Zirbs Fashion & Beauty: Kim Sztrakati Eventplaner: Daniela Horvath Sport: Wolfgang Heckel-Moehle Assistentin der Redaktion: Natascha Holba Lektorat: Gudrun Likar Produktion: Hofeneder & Partner GmbH. Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Veranstalter, Fotoagenturen und diverse Fotografen. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Fotocredits im Eventkapitel werden durch den Vermerk „Veranstalter” im Impressum abgegolten. Einzelne Fotocredits im Eventbereich werden nur auf ausdrücklichen schriftlichen Wunsch des Urhebers abgedruckt. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt.

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ZU HEISS? ZU NASS?

EGAL – DER KINOSOMMER WIRD AUF JEDEN FALL ERSTKLASSIG!

Eigentlich gibt’s am Wetter ja immer was auszusetzen. Darum ist der Sommer die ideale Zeit für großartige Kinoerlebnisse! Weil dich in unseren angenehm klimatisierten Kinosälen nur die heißen neuen Filme und der supercoole Sound zum Schwitzen bringen. Wir bieten dir Entertainment mit 5-Sterne-Service, für das wir täglich unser Bestes geben. Freundlich und engagiert, von der Ticketbuchung bis zum Kinobuffet, von der Bar bis zum Restaurant. Wenn dein Sommer also richtig klass’ werden soll, dann nichts wie los zu Star Movie!

FIRST CLASS KINO FÜR EINE FIRST CLASS ZEIT. _Starmovie_061.indd 1

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Griaß di, Österreich! Noch bis 8. Juli.

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Ist ja Weltklasse! Mehr ab Seite 82.

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Bunt, bunter, TV Das ultimative Fernsehen fĂźr ganz Ă–sterreich

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Ultimative Unterhaltung mit bis zu 190 Sendern*, davon mehr als 95 in höchster HD-Qualität. Egal, ob im Wohnzimmer oder unterwegs – Magenta TV On bietet HD-Fernsehen für mobile Endgeräte und Smart TV. Mehr Infos auf magenta.at/tv

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Technische Verfügbarkeit vorausgesetzt. Preise und Details auf magenta.at/tv Servicepauschale € 24,99 jährlich. Aktivierungsentgelt € 49,99. * Senderanzahl bezieht sich auf Produkt TV L. TV L ist nur als Kombi-Paket mit Internet auf Kabel-Basis erhältlich. TV-Programmanzahl kann regional abweichen. Magenta TV On kann nur zusätzlich zu bzw. gleichzeitig mit einem Magenta Internet Hybrid/Flex Tarif bestellt werden und ist nur innerhalb von Österreich im Netz von UPC/T-Mobile nutzbar. Verrechnung des anfallenden Datenvolumens laut Hybrid/Flex-Tarif. Pro Kundennummer & Haushalt ist maximal 1 Magenta TV On-Service beziehbar. Ein kompatibles Endgerät wie etwa FireTV Stick ab 2. Generation, Smart TV oder Smartphone mit Android bzw. iPhone/iPad ist Voraussetzung. T-Mobile ist berechtigt, das Angebot der für Replay verfügbaren Sender jederzeit zu ändern und/ oder teilweise einzustellen. On-Demand-Dienst bei Magenta TV On und TV S nicht verfügbar. Störungsfreie Wiedergabe des TV-Streams über Magenta TV erfordert eine Mindestbandbreite von 5 Mbit/s. Preise und Details unter magenta.at/tv

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DOT.magazine 062  

Die „X-Men“ steuern auf den emotionalen Höhepunkt zu: Sophie Turner verwandelt sich von Jean Grey in die „Dark Phoenix“ | Godzilla tritt in...

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