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POOLBAR FESTIVAL 12 MUSIK UND KULTUR VON NISCHEN BIS POP

DAS MAGAZIN ZUM FESTIVAL

MUSIK FILM BÜHNE PARK ARCHITEKTUR DESIGN MODE VISION

02 JULI BIS 14 AUGUST 2005 ALTES HALLENBAD IM REICHENFELD A-FELDKIRCH

NAKED LUNCH BLUES EXPLOSION 13 & GOD CALEXICO JIMI TENOR TERRANOVA KANTE ZITA SWOON MADSEN TRIO EXKLUSIV THILGES3 SUCH A SURGE BLACKMAIL SLUT MATT BOROFF PELZIG BAUCHKLANG FUNKSTÖRUNG ÜBERLEBENSKÜNSTLER

WWW.POOLBAR.AT


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Kristallklar


EDITORIAL 03

Blend VON PHILIPP SONDEREGGER

Das poolbar-Festival will dich beeindrucken. Wie die Sonne möchte es dir ins Gesicht scheinen, will es deine Haut bis zur Spürbarkeit anröten. Mit stattlichem Programm, mit feinster Location und zehn Prozent Überraschung. Doch gib Acht! Die poolbar wird dich blenden. Setze dich bedenkenlos ihrer unkontrollierten Strahlkraft aus, aber lasse dich fallen und die Augen geschlossen – du wirst sie nicht brauchen. Nur in Momenten höchster Intensität öffne sie kurz. Für einen Augenblick nur spaltenbreit. Und siehe, es ist real. In diesem Jahr handelt die poolbar vom guten Leben. Von der gedankenlosen Hingabe, ohne sich ein gewisses Bild zu machen. Die Sonne mit geschlossenen Augen zu sehen. Dafür wollen wir Verlockung sein: Führen wir sättigende Gespräche bei Kaffee und Zigaretten. An karierten Tischdecken in Schwarzweiß. Stürzen wir

uns in selbstvergessenes Treiben. Verschwitztes Schmitzen mit verheißungsvoll funkelnden Augen – nach abgetanzter Kühlheit im tropischen Gerangel von baumdicken Bässen, schlängelnden Händen und morgendämmrigem Licht. Widerstehen wir dem penizillinen Gedanken an das Morgen, das alle Keime eines freien Lebens abtötet. Wir befürworten Orgien, wo immer sie stattfinden! Üben wir uns in der erlösenden Guerillataktik, dem eigenen Empfinden Vorrang zu geben. Und wenn bestimmt manche warnend singen werden: »Dich haben deine Gefühle mal wieder ausgetrickst. Du hältst dich für gefährlich, doch siehst nicht die Gefahr.« – Zumindest diesen Sommer 2005: Wende dein Gesicht der Sonne zu, wie es uns die Pflanzenwelt vorwächst und lass die Blüten sprießen. Klein, bunt, sexy, sorglos ist die poolbar wie die Blumen. Sechs Wochen lang Musik und Kultur von Pop bis Nischen im Alten Hallenbad in Feldkirch. Hineingepflanzt wie 25.000 Ringelblumen in den grünen Reichenfeldpark. Ein Landeplatz von inter-

nationalen Überfliegern der Beschwingungsmusik mit Namen wie Calexico und (John Spencer) Blues Explosion. Eine intime Tanke EU-regionaler Festival-Racer (notiere Kante, Zita Swoon, Slut und Madsen). Eine intergalaktische Startrampe für Alpenvorländisches sowieso. Die poolbar ist beachtliche Kulturbotschafterin Vorarlbergs. Noch geschmackssicherer als Hubert »Schnurrbart« Gorbach, tapferes Schneiderlein in den verschlungenen Irr- und Wirrnissen österreichischer Innenpolitik. Und Stilikone der kulturellen Gemeinde, die sich in die poolbar nur verirrt. «Everybody wants to be found«, heißt es in einem Film der poolbar-Kino-Schiene. Get lost, und du wirst gefunden werden. Jedenfalls von dir selbst. Dann wirst auch du blenden: »Wo kommst du her? So was wie dich habe ich noch nie geseh’n. Voller Glanz, wunderschön, dir kann keiner widersteh’n.«

PHILLIP SONDEREGGER IST POOLBAR-VETERAN UND SPRECHER DER MENSCHENRECHTSORGANISATION SOS-MITMENSCH

Vom Beckenrand aus: der Sprung ins Ungewisse Oder: Warum die präoffizielle Eröffnung des poolbar-Festivals heuer erstmals in Wien stattfand. VON THOMAS WEBER

Im Nachhinein betrachtet war es ein einigermaßen riskantes Unterfangen, eine Veranstaltung unter das Motto »The Gap presents poolbar« zu stellen. Zumal besagte Veranstaltung am anderen Ende des Landes – also nicht in Vorarlberg, sondern in Wien – stattfand und einzig im Magazin The Gap und unter www. poolbar.at angekündigt wurde. Sicher, der Name poolbar war als mythenbeladenes Irgendwas längst auch in der Bundeshauptstadt ein Begriff. Aber würden ein paar DJs und ein Live-Act ausreichen, an einem veranstaltungstechnisch heftig umworbenen Freitagabend im April genügend Interessierte ins Project Space der Kunsthalle am Karlsplatz zu locken? Am Nachmittag war ich ein bisschen nervös, hoffte auf 150, im Idealfall vielleicht 300 Gäste und ließ letzte Erinnerungsmails hinaus. Heike Kaufmann und Herwig Bauer, die ich ein paar Stunden später als poolbar-FädenzieherInnen vorstellen sollte, ging es vermutlich nicht anders. Und dann kam der Abend – und mit ihm kamen die Gäste. Dermaßen viele, dass nicht nur ich schnell den Überblick verlor. Viele von ihnen sprachen Vorarlbergerisch, manche hatten bekannte Gesichter (DJ Alfi und Universal Music-Chef Hannes Eder zum Beispiel oder Monika Eigensperger und Martin Blumenau, die den inoffiziellen FM4-Betriebsausflug anführten). Eines vereinte sie jedenfalls alle: die Neugier – und der Durst. Letzteres so sehr, dass dem ortsansässigen Wirten Bier, Wein und selbst die antialkoholischen Getränke ausgingen, bevor es offiziell losging. Ja, selbst alle Würstelstände und Imbissbuden im Umkreis des diesbezüglich nicht gerade schlecht ausgestatteten Karlsplatzes waren im Laufe der Nacht biertechnisch ausverkauft. Unglaubliche tausendsechshundert (in Ziffern: 1.600) Besucherinnen und Besucher sollen es gewesen sein, die im Project Space und draußen auf der geräumigen Terrasse zu erahnen versuchten, was diese ominöse poolbar, die den meisten nur vom Hörensagen ein Begriff war, denn ausmachen könnte. Ich meine: Sie haben einen guten Eindruck bekommen. Denn nicht wenige derer, die ich am Nachmittag via Mail an die Veranstaltung erinnert hatte und die es aus welchen Gründen auch immer nicht in die temporäre poolbar-Außenstelle geschafft hatten, antworteten mir in den nächsten Tagen und taten ihren Ärger kund. Sie hätten gehört, an jenem Abend im April die Party des Jahres versäumt zu haben. Was ich ihnen geantwortet habe? – Nun: Da hilft nur eines. Im Sommer, ab nach Feldkirch! Hinein in die poolbar! THOMAS WEBER IST CHEFREDAKTEUR DES POPMAGAZINS THE GAP UND DER WIENER STADTZEITUNG CITY


INHALT 04

06 08 10 12 13 15 15 15 15 16 16 16 16 15 17 17 17 17 17 18 18 18 18 20 22 22 24 26 26 28 29 29 29 29 30 30 31 31 31 32 32 32 32 34 34 35 35 36 36 37 37 38 38 38

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03 JUL 10 JUL 17 JUL 24 JUL 31 JUL 07 AUG 14 AUG

SA 02 JUL MO 04 JUL DO 07 JUL SA 16 JUL SA 23 JUL SA 30 JUL SA 06 AUG DO 11 AUG SA 13 AUG

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MI FR SO SA

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JUL JUL JUL JUL JUL JUL JUL JUL JUL JUL

POOLBAR STYLESHOP FAQ POPQUIZ •• GRATIS TEASER INTERVIEW PARK JAZZFRÜHSTÜCK SONODROM EXPRESS LO-CUT SONNIGE2MEILEN JAZZDUO BERNHARD KLAS/CHRISTOF WAIBEL NOEM NOVA ESPRESSO FLIP PHILIPP/CARLO LORENZI Koop Bregenzer Festspiele PARK TERRASSE BAN •• GRATIS SONODROM EXPRESS •• GRATIS BUFFET OSTWIND (BIS SA 09 JUL) •• GRATIS BIG BAD BOOGIE BANDE •• GRATIS LESUNG: SABINE IMHOF/CAROLA KILGA •• GRATIS THE BLACK BEACH PRISONERS •• GRATIS TIRASARU: FEUERPERFORMANCE •• GRATIS FUCOUSTIC •• GRATIS BAD HABBITS •• GRATIS POOLCAR ARCHITEKTUR BRICOLAGE: POOLBAR 12 ARCHITEKTUR VERNISSAGE: POOLBAR ARCHITEKTUR WETTBEWERB WKV lädt ein •• GRATIS POOLBAR AUSSTELLUNG IN BERLIN POOLBAR ARCHITEKTUR KOMMENTAR VISION RAUSCH UND REKONSTRUKTION RAUSCH UND REKONSTRUKTION VERNISSAGE: FOTOGRAFIE AUSSTELLUNG •• GRATIS FELDKIRCH IST FREI •• GRATIS BÜHNE HUBSI KRAMAR: ÜBERLEBENSKÜNSTLER CLUB BOOGALOO: TANZMARATHON •• GRATIS SABINE MARTE/JAN MACHACEK/CHRISTINA NEMEC SABINE MARTE/JAN MACHACEK THEATER TURBINE CLUB BOOGALOO: FRÜHSTÜCK BEI UNS CLUB BOOGALOO: KOMM ZUR SACHE SCHÄTZCHEN •• GRATIS POETRY SLAM POETRY SLAM DA CAPO MUSIK NAKED LUNCH LO-CUT TURBOKLUB: ROB BERRY/GEX BOTAS/KÖNIG VON LONDON JIMI TENOR (Cake ist abgesagt) TERRANOVA TONBAND BELL ETAGE KLONK SUCH A SURGE TRIO EXKLUSIV


39 39 39 42 44 44 44 44 44 44 45 45 45 46 47 48 48 48 48 48 48 50 51 51 52 52 52 54 54 54 54 54 54 55 56 56 58 61 61 62 62 62 63 63 63 64 64 66 66 66 66 66 66 68

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BUJAKA: JAN CUX/STONEY THE FLUTE ROY AND THE DEVIL‘S MOTORCYCLE RABAUKENDISKO •• GRATIS 13&GOD empfohlen von FM4 BLACKMAIL THE SEESAW BASSRUNNER SORGENTE serviert mit Bacardi DJ BEWARE FASTLIFE RACE MADSEN BUBBLE BEATZ •• GRATIS PARA SOL ZITA SWOON empfohlen von The Gap (JON SPENCER) BLUES EXPLOSION wärmstens empfohlen von Der Standard BOOMZACK METALYCÉE •• GRATIS PELZIG SLUT MATT BOROFF THILGES 3 PLAY IZDIUCZ •• GRATIS CALEXICO BAAL serviert mit Jack Daniel‘s BLACK SONIC PROPHETS FUNKSTÖRUNG CARAMELO & CRIMINAL MISS VIOLETT R.T.F.M. TRICKSTER FLINT BAUCHKLANG* CLOUD9 •• GRATIS ED ROYAL PHILADELPHY-MARTINEK KANTE empfohlen von The Gap PLASTIC AMBIENT/FLIP PHILIPP MUSIK POOLBAR DJ LINES •• ZUM TEIL GRATIS MUSIK POOLBAR DJS + CHARTS •• ZUM TEIL GRATIS FILM SINCE OTAR LEFT COFFEE AND CIGARETTES OPEN AIR: LOST IN TRANSLATION LA MALA EDUCACIÓN OPEN AIR: GOOD BYE, LENIN! 2046 OPEN AIR MIT LIVEMUSIK: GLÖCKNER VON NOTRE DAME METALLICA: SOME KIND OF MONSTER OPEN AIR: FILMISCHER RÜCKBLICK POOLBAR 12 (auch auf RTV) FILM SHORTS WERKE JUNGER FILMEMACHERINNEN AUS A •• GRATIS BEST OF ALPINALE •• GRATIS BEST OF UNI INNSBRUCK •• GRATIS BEST OF OHNE KOHLE FESTIVAL 05 •• GRATIS KURZFILMWETTBEWERB: DAS FINALE •• GRATIS FREMDE

Chillige Terrasse mit Programm: Mittwoch: Cheap Cocktails Donnerstag: Bowle Freitag: Feuerschale und Kartoffeln Samstag: Gratis: Konzerte, Lesungen, DJs Sonntag: Jazzfrühstück, Sport im Park

Öffnungszeiten: Terrasse und Wohnzimmer ab 18.00 Programmbeginn pünktlich um 20.30 Jazzfrühstück sonntags 11.00 Terrassenprogramm 19.00 Open-Air-Kino 21.30

Achtung: 11 August Big Surprise Act (wird am 17 August bekannt gegeben) (empfohlen von Trapper Johann) * Bauchklang: Nur Abendkasse & SMS-Vorverkauf (sende »Bauch« an 0664 660 6000)


POOLBAR STYLESHOP 06

Manche nennen es Merchandise, die poolbar nennt es styleshop. Manche verkaufen dort One-Size-Fits-All-Käppis mit einem Schriftzug, die poolbar bietet ein Stück poolbar-Geist an. Die Rede ist von den beliebten poolbarSouvenirs. Letztes Jahr wurden erstmals Taschen angeboten, und da diese derart schnell vergriffen waren, wird es sie auch heuer wieder geben. Und – blend! – es gibt eine große Auswahl davon. Bestickt, bedruckt, in rot, mit Pferd, mit

Couch. Es gibt sogar Sommerfußmode – ihr wisst schon, diese Schuhe, die ihren Namen sagen können, wenn man darin läuft. Dank bestens funktionierender Kooperationen mit mehreren Unternehmen in Vorarlberg, Innsbruck, Wien und der Schweiz sind diese poolbar-Andenken nicht nur direkt beim Festival, im Internet und beim herumflitzenden poolcar erhältlich, sondern finden sich auch im Sortiment ausgesuchter Läden – den styleshops. Tragt die poolbar in die Welt hinaus, wo sie hingehört. KIC

WO MAN SIE KRIEGT, DIE POOLBAR SOUVENIRS: GLOBAL POOLBAR ONLINE STYLESHOP / POOLCAR MOBILE STYLESHOP (WWW.POOLBAR.AT) FELDKIRCH POOLBAR, ALTES HALLENBAD, FELDKIRCH (WÄHREND DES FESTIVALS) / ALTON‘S SKATEHOUSE, REICHSTR. 47 (WWW.ALTONS-SKATEHOUSE.COM) / M3 FASHION & SHOES, MARKTGASSE 3 / RAUMFREI, SCHMUCKER LEBEN – NEUSTADT 44 (WWW.RAUMFREI.COM) / SAJAS, MÜHLETORPLATZ 3 (WWW.SAJAS.TV) / MUSIKLADEN FELDKIRCH, JOHANNITERGASSE 4 (WWW.MUSIKLADEN-FK.COM) BREGENZ FAKTOR 7, BAHNHOFSTR. 23, (WWW.FAKTOR7.AT) / SHUZ, BAHNHOFSTR. 6 (WWW.SHUZ.AT) DORNBIRN LINGG FASHION, MARKTPLATZ 16 (WWW.LINGGFASHION.COM) / SHUZ, MARKTPLATZ 10A (WWW.SHUZ.AT) LAUTERACH L8, LEBEN UND WOHNEN, LERCHENAUERSTR. 8 (WWW.L- 8.INFO) INNSBRUCK Q BITZ BY GRETA KHAN, VIADUKTBOGEN 17-18 WIEN SUBSTANCE RECORDSTORE, WESTBAHNSTR. 16 (WWW.SUBSTANCE-STORE.COM) ST. GALLEN (CH) KLANG UND KLEID, HINTERLAUBEN 10 (BEIM BÄRENPLATZ, WWW.KLANGUNDKLEID.CH)


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07.06.2005

13:33 Uhr

Seite 1

18.-20. AUG ’05 AM

SALZBURG RING DIE ERSTEN VON 45 BANDS:

OASIS FOO FIGHTERS DIE TOTEN HOSEN QUEENS OF THE STONE AGE

INCUBUS . KOSHEEN SPORTFREUNDE STILLER FARIN URLAUB RACING TEAM GENTLEMAN . ADAM GREEN BEATSTEAKS . TOCOTRONIC

MONEYBROTHER . ASIAN DUB FOUNDATION HOT HOT HEAT . LADYTRON . THE CORAL

STEREO TOTAL . THE FUTUREHEADS . DRESDEN DOLLS THE DOVES . ROOTS MANUVA . THE BLUE VAN DANKO JONES . FLOGGING MOLLY . KANTE . JULIA WHEN THE MUSIC’S OVER . FALLOUT BOYS INFADELS . MASSIVE TÖNE . THE BUNNY SITUATION DE PHAZZ . SHE-MALE TROUBLE . MXPX . THE SUBWAYS EDITORS . BOLTZPLATZ HEROES . SENSES FAIL u.v.m...

WWW.FREQUENCY.AT 3 DAYS 2 STAGES 45 BANDS FUNPARK CAMPING AFTERSHOWPARTIES SHUTTLEBUSSE V. WIEN, LINZ, GRAZ, ST. PÖLTEN, INNSBRUCK, EISENSTADT & MÜNCHEN

www.thegap.at

VVK in Ö: Tickets schnell & einfach über die ONE-Ticket-Hotline 01 9690 699, mehr Infos auf www.one.at, unter www.frequency.at, in jeder Filiale der Bank Austria Creditanstalt (Ermässigung für alle MegaCard-Members in allen Filialen der Bank Austria Creditanstalt, unter www.megacard.at und unter 050505/15), bei ÖTicket (01/96096) sowie bei der Jugendinfo Wien. VVK in D: In allen CTS-Vertriebsstellen sowie unter www.eventim.de, www.getgo.de und im Kartenbüro Schärf.


FAQ 08

POOLBAR-FESTIVAL 12 MUSIK UND KULTUR VON NISCHEN BIS POP EINTRITTSPREISE

ÖFFNUNGSZEITEN

individuell nach Veranstaltung, aber günstig Kino 6 Euro Freier Eintritt zu Kurzfilmen und Pop-Quiz Freier Eintritt zur Terrasse (außer Open-Air-Kino) Freier Eintritt zum Wohnzimmer fast jeden Mo, Di, Do und So Freier Eintritt zu Wohnzimmer & Pool bei Hallenkonzerten (außer poolbar-Eröffnung)

Terrasse und Wohnzimmer ab 18.00 Programmbeginn pünktlich um 20.30 Jazzfrühstück sonntags 11.00 Terrassenprogramm 19.00 Open-Air-Kino 21.30 Polizeistunde: Mo-Do und So 02.00, Fr und Sa sowie bei Hallenkonzerten 04.00

CHILLIGE TERRASSE MIT PROGRAMM

INFO

Mittwoch: Cheap Cocktails Donnerstag: Bowle Freitag: Feuerschale und Kartoffeln Samstag: Gratis-Konzerte, -Lesungen, -DJs Sonntag: Jazzfrühstück, Sport im Park

Kostenlose Magazin-Bestellung unter ahoi@poolbar.at Newsletter-Abonnement, poolcar-Tour & poolbar styleshop unter www.poolbar.at

Alle Freiluftveranstaltungen finden bei Regen im Alten Hallenbad statt.

WWW.POOLBAR.AT

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MUSIK / FILM / BÜHNE PARK / ARCHITEKTUR DESIGN / MODE / VISION

02 JUL BIS 14 AUG ALTES HALLENBAD IM REICHENFELD A-FELDKIRCH

CH 5 KM

B190

AUTOBAHN

TICKETS/VORVERKAUF

D

LINDAU 40 KM

Exit Feldkirch Nord

Bahnhof Feldkirch

IBK Exit Feldkirch

ZENTRUM FELDKIRCH ILL

FL

2 KM

ALTES HALLEN BAD

Austria: Poolbar / Poolcar / Vorarlberger Sparkassen, www.spark7.com / Bank Austria–Creditanstalt, T 05050515, www.megacard.at / Dornbirn Tourismus / ATOnet / Trafik-net / Musikladen FK, Bregenz, Rankweil, T 05522 41000, www.musikladen.com Schweiz: Ticketcorner, T 0900 800 800, 1.19 chf/min, www.ticketcorner.com / Bro Records, St. Gallen, www.brorecords.com / Bajazzo Records, Buchs Liechtenstein: Rechsteiner, Vaduz

BRO RECORDS

Bajazzo

Deutschland: www.kartenhaus.de, T 01805 969 0000, 12 ct/min / Lindaupark Infotheke

Günstige poolbar-Pässe für je 1 Woche Mittwochs immer 360-Ermäßigung Bauchklang: Nur Abendkasse & SMS-Vorverkauf (»Bauch« an 0664 660 6000)

Feldkirch liegt an der Grenze zu Liechtenstein und der Schweiz und 40 km südlich des Bodensees.

Serving Entertainment !

Mit Unterstützung der Stadt Feldkirch, des Landes Vorarlberg und der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes. Ãnderungen und Fehler bitte zu verzeihen.


POPQUIZ 10

POPQUIZ

DIE FRAGEN

2

1

Weezer haben mit »Make Believe« gerade ihr fünftes Werk in elf Jahren veröffentlicht. 1994 und 2001 brachte die Band um Rivers Cuomo Platten heraus, die jeweils keinen Titel hatten. Welche Farben haben diese beiden Weezer-Alben?

Zita Swoon aus Belgien haben sich in den vergangenen Jahren eine stetig wachsende Fan-Gemeinde erspielt. Der Kopf der Gruppe, Stef Kamil Carlens, war früher Bassist bei einer anderen belgischen Band – wie heißt sie?

5

Bill Drummond und Jimmy Cauty hatten 1986 mit »Doctrin The Tardis« ihren ersten Riesenerfolg, damals noch unter dem Namen Justified Ancients of Mu Mu. In weiterer Folge landeten sie auch mit CountrySängerin Tammy Wynette als Gast einen Hit, veröffentlichten das Buch »The Manual (How to have a number one the easy way)« mit Geld-zurückGarantie und verbrannten im Rahmen einer Kunstaktion eine Million Pfund. Unter welchem »Band«-Namen wurden die beiden weltberühmt?

Adam Green wurde schon als IndieSinatra bezeichnet, in Wahrheit ist er schlicht ein Meister der gepflegten Zote. Dass er nicht aus dem Nichts aufgetaucht ist, belegen Songs wie »Downloading Porn With Davo« oder »Steak For Chicken«, die er gemeinsam mit Kimya Dawson für das selbst betitelte Debüt seiner damaligen Band zum Besten gegeben hat. Wie heißt die Band?

6

Jeden Montagabend findet in der poolbar ein Pop-Quiz statt. Die Teilnahme (in sich vor Ort zusammenfindenden Viererteams oder auch einzeln) ist kostenlos. Jedes Team notiert seine Antworten, die SiegerInnen werden noch am selben Abend gekürt und gewinnen - pro TeilnehmerIn - ein Abonnement des Popmagazins The Gap sowie - pro Team - immer wieder diverse poolbar-Tickets. Hier im poolbar-Magazin schon mal die Generalprobe: Wer zur Vorbereitung die zehn auf dieser

JEDEN MONTAGABEND IN DER POOLBAR

3

Er gilt als Vater der Ambient Music, war von 1971 bis 1973 Mitglied von Roxy Music, arbeitete mit U2 genauso wie mit David Bowie, mit Roedelius genauso wie mit Devo oder den Talking Heads. Seine Vornamen lauten angeblich Brian Peter George St. John de Baptiste de la Salle – wie lautet sein Nachname, unter dem er bekannt ist?

7

Die drei Herren von Fettes Brot haben ihre Pseudonyme schon öfters gewechselt, auf jeden Fall sind sie definitiv nordisch by nature: Wie heißt die Stadt, aus der das HipHopTrio kommt? In aller Kürze: Nach wem haben sich die Schotten von Franz Ferdinand benannt?

8

4

Nach einer langen Durststrecke hat sich das Kärntner Trio Naked Lunch letztes Jahr eindrucksvoll zurück gemeldet. Der Titel des »Comeback«-Albums ist programmatisch – wie lautet er?

9

Das in Wien ansässige Trio Exklusiv verbindet geschickt Elektronik mit Live-Instrumenten, LoungeAtmosphäre mit Energie. Dabei führt der Bandname leicht in die Irre – aus wie vielen Personen setzt sich das vermeintliche Trio zusammen? Damon Albarn ist ein umtriebiger Mensch. Neben seiner Hauptband Blur ist er auch noch an einer Comic-Band beteiligt – wie heißt diese gezeichnete Gruppe?

10

Seite gestellten Pop-Quiz-Fragen beantworten kann, sendet die richtigen Antworten an quiz@poolbar.at und nimmt an der Verlosung von drei poolbar-Wochenpässen und zehn Abonnements des Popmagazin The Gap teil. Die Teilnahme mit Handy ist nicht erlaubt! Der Rechtsweg sowieso ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle, die (Vor- und Nach-) Name, Alter und Wohn- und E-Mail-Adresse angeben. Alle TeilnehmerInnen erhalten den poolbar-Newsletter, der aber jederzeit abbestellt werden kann.


TEASER 12

POOLBAR IST BILLIG

POOLBAR POPPT

POOLBAR BRUNCHT

POOLBAR OBEN OHNE

Obwohl einem oft Leere entgegen gähnt, wenn man seinen Geldbeutel inspiziert, möchte man doch vielleicht noch ein Konzert genießen. Oder einen Film sehen. Leute treffen. Weil das nach einem guten Plan klingt, wollen wir diesen unterstützen – und versuchen, euch so oft wie möglich einzulassen, ohne euch zur Ader zu lassen. Ist ein Konzert in der Halle, muss auch nur für die Halle bezahlt werden – der Rest des Hauses steht zur freien Verfügung. Die Terrasse – auf der so einiges los sein wird – ist die ganzen sechs Wochen hindurch nur ganz selten besteuert. Und auch der Gang in den Pool und ins Wohnzimmer ist häufig gratis, aber nie umsonst. Damit die Kasse wieder klingelt. Nämlich eure. Deshalb versuchen wir grundsätzlich, die manchmal einfach unumgänglichen Eintrittspreise auf einem fairen – sprich günstigen – Level zu halten. Und bieten die günstigen Wochenpässe an. Für alle, die nichts verpassen wollen.

… und zwar anständig, versprochen. Denn hier geht es um das, was in den Köpfen steckt. Die Rede ist vom PopQuiz. Das ist wie die Millionenshow, nur besser und ganz anders. Man nehme: Mehrere Fragen rund um Rock und Pop – und alles, was dazugehört. Eine gesellige Runde. Grips und Querdenkvermögen. Einen DJ, der musikalische Tipps liefert. Und schon kann’s losgehen. Ob alleine oder in der Gruppe, Hauptsache man beantwortet die Fragen richtig. Und am Ende winkt den SiegerInnen der Grand Prix. Sogar jetzt schon – siehe Seite 10.

Sie sind der Renner, die Jazzbrunches im Reichenfeldpark. Kein Wunder: Es ist Sonntag, die Sonne scheint, der Magen knurrt, und das Ohr hat auch noch nichts vom Tag gehabt. Wie schön, dass es Jazz unter Bäumen, zu Kaffee und Kipferl gibt! Und das in lauschiger Parkatmosphäre. Auch für Kinder ein Spaß – der Spielplatz ist ja gleich nebenan.

Man zieht im Sommer eben gerne aus, auch die poolbar. Und ermöglicht so gemütliches (und günstiges) Cocktail- und BowleSchlürfen sowie Kartoffeln-über-derFeuerschale-Braten auf der hauseigenen Terrasse (immer mittwochs, donnerstags, freitags). Nicht genug? Kein Problem, es wird auch jede Menge Programm dazu geben. Und zwar Gratis-Konzerte, Open-AirKino, eine Feuerperformance oder eine Lesung. Man könnte schreien, so toll ist das. Aber man sollte sich dann doch an den Kodex halten: Ladies und Gentlemen schweigen und genießen – die NachbarInnen werden sich freuen.

POOLBAR IST ANGEFRESSEN

POOLBAR LEGT DIR EINE AUF

POOLBAR À LA CARTE

Arriba, arriba: Wer Hunger hat, dem kann es meistens nicht schnell genug gehen. Deshalb eine frohe Nachricht für alle Fast-but-FineFood-FreundInnen: Heuer haben wir Burritos im Angebot. Mui bien! In verschiedenen Ausführungen zu haben, wahlweise kann auch in den Chili-Topf gegriffen werden. Das Ganze ist ziemlich mexikanisch, kommt aber aus Vorarlberg, Burrito & More sei Dank.

… eigentlich sogar mehrere, und zwar in den regelmäßigen Clubs im Wohnzimmer. Weil man da weiß, was man hat, und weil es Spaß macht. Vor allem mit dem Club Boogaloo (von Pop bis Party, von schräg bis senkrecht, mit Extras – immer sonntags), dem Special-K DJ-Team (donnerstags, mit bewährtem KShake Alternative Sound) und den Residents der poolbar Crew (mittwochs erfährt man, was die poolbar-MitarbeiterInnen so in ihren Plattenkisten verstecken). Und da heißt es, der Mai macht alles neu. Dabei kann der Sommer auch so einiges. Neu ist nämlich auch, dass die Halle regelmäßig zum gemütlichen Groß-Café umfunktioniert wird. Wenn es im Wohnzimmer zu laut wird, lässt es sich in der Lounge in lauschigen Liegenstühlen an Lichttischen leise über Alliterationen labern.

Es gibt auch dieses Jahr wieder viele Möglichkeiten, an Konzertkarten zu kommen. Tickets lassen sich via Internet, Telefon oder SMS bestellen, und natürlich bekommt man sie auch im regulären Vorverkauf. Neu ist allerdings, dass auch in der poolbar selbst Vorverkaufstickets erstanden werden können. Und das Sahnehäubchen kommt jetzt: Wer bis spätestens 20 Uhr kommt, für den/ die gelten auch an der Abendkassa Vorverkaufspreise. Sollte man es – trotz der zahlreichen Möglichkeiten – nicht geschafft haben, sich die günstigeren Karten rechtzeitig zu sichern. (kic)


INTERVIEW 13

Das poolbar-Festival ist das Produkt des Wirkens tausender Menschen: OrganisatorInnen, PartnerInnen, Sponsoren, Medien, KünstlerInnen, Gäste. Einen wesentlichen Teil des Rahmens dafür liefern die Menschen an den Schalthebeln der kulturellen Bundes-, Landes- und Stadtverwaltung. Wir wollten wissen, wie sie das Festival sehen. Und was alles möglich sein könnte …

INTERVIEW MIT WILFRIED BERCHTOLD, BÜRGERMEISTER FELDKIRCH / Das poolbar-Festival versteht sich als Teil von Feldkirch. Wie sieht die Stadt Feldkirch das? Und ist Feldkirch ein Teil der poolbar? / Die poolbar deckt ein spezielles Segment auf eine spezielle Art ab. Wir freuen uns, dass es die poolbar in zwölfter Auflage gibt. Ich denke, dass dieser Erfolg auch auf die vielfältige Unterstützung durch die Stadt Feldkirch zurückzuführen ist. / Die Stadt Feldkirch subventioniert das Festival ja. Die poolbar wiederum zahlt 5.000 Euro Miete an die Stadt Feldkirch. Wäre es denkbar, zusätzlich die Miete zu erlassen? / Die Vermietung erfolgt wie bei allen Veranstaltungen im Hallenbad durch die Kultur Kongress GmbH. Der poolbar wird dabei ein Sondertarif zugestanden Außerdem wird das Veranstaltungsgebäude »Altes Hallenbad« dem poolbar-Festival für nahezu zwei Monate überlassen. Im Sinne von Transparenz und dem Gebot der Gleichbehandlung ist dies derzeit die beste Lösung. / Kategorien und Schubladen: Die poolbar definiert sich als pop- und jugendkulturelle Veranstaltung. Was unterscheidet dieses Konzept Ihrer Ansicht nach von Hochkultur? Und ist das eine mehr wert als das andere? / Hier geht es nicht um Wertungen. Grundsätzlich geht es immer um die Qualität des Dargebotenen. Aufgrund der unterschiedlichen Philosophien ergeben sich andere Konzepte und Zugänge. Auch das Publikum ist entsprechend different: Die Stadt insgesamt kann durch die Aktivitäten der verschiedenen Kulturveranstalter ein breites, vielfältiges und attraktives Programm bieten. Diese Vielfalt macht die bedeutende Stellung von Feldkirch als Kulturstadt aus.

/ Wenn Sie einen Blick auf das diesjährige Programm werfen: Welche Veranstaltungen würden Sie persönlich interessieren? / Es würde mich reizen, die Filme »Coffee & Cigarettes« von Jim Jarmusch und »Lost in Translation« von Sofia Coppola im Original zu sehen. / Was halten Sie von der Arbeit, die das poolbar-Team leistet? Bzw. sind die Ergebnisse dieser Arbeit in Feldkirch spürbar? / Das poolbar-Team erbringt eine enorme Leistung. Auch heuer wird wieder ein ausgezeichnetes Programm angeboten, das internationale Künstler nach Feldkirch bringt. Das vorwiegend junge und »bunte« Publikum belebt die ganze Stadt. Dem Team ist zu gratulieren. / Subventionen müssen nicht immer zwingend nur aus Geldmitteln bestehen – auch ideelle Varianten, wie Fürsprache im Stadtrat, Erleichterung bei der Überwindung bürokratischer Hürden oder Abgrenzung von anderen (manchmal den Ruf des Gebäudes schädigenden) Veranstaltungen im Alten Hallenbad, wären sicher eine Hilfe. Wäre die Stadt Feldkirch grundsätzlich bereit für solche Konzepte? / Ich war und bin immer offen für Gespräche, um solche Dinge näher zu erörtern. Tatsache aber ist, dass die Unterstützung für die poolbar schon in den vergangenen Jahren nicht nur aus beträchtlichen finanziellen Mitteln bestanden hat. / Vielen Dank für Ihre Zeit. / INTERVIEW: CAROLA KILGA


INTERVIEW 14

INTERVIEW MIT HANSPETER BISCHOF, LANDESSTATTHALTER / Als das Popmagazin The Gap Ende April zu einer Party unter dem Motto «The Gap presents Poolbar« in die Wiener Kunsthalle am Karlsplatz lud, kamen geschätzte 1.600 Gäste. Wie erklären Sie sich denn dieses enorme Interesse für ein Festival, das ganz am anderen Ende des Landes stattfindet? / Die Kunde macht sich breit, dass in Vorarlberg jeden Sommer etwas Besonderes geboten wird. Das Programm hat sich in seiner Kreativität und in seiner besonderen Form der Gestaltung durch gesprochen – obwohl die Mittel für Marketing und Werbung bescheiden sind. Die Macherinnen und Macher der poolbar nutzen das Medium Internet überaus fortschrittlich, um viele Leute zu erreichen. / Gibt es so etwas wie eine poolbar-Community? / Die muss es geben, ja – wenn sie auch schwer zu beschreiben und zu fassen ist. Das Programm ist ja ein hervorragender Mix, der viele unterschiedliche Geschmäcker anspricht. Das poolbar-Publikum ist aber nicht nur regional. Für das Konzert von Element of Crime sind im Vorjahr viele Menschen eigens aus Wien angereist – die Bude war genagelt voll. Das Tolle an der poolbar ist: Nicht Marketing, sondern ein Mix aus qualitativen Angeboten setzt Impulse und spricht Leute an, die nicht Schablonen, sondern das Außergewöhnliche suchen. Differenziertes Programm wird an einer Location zusammengeführt. / Welchen Stellenwert hat denn die poolbar für die Stadt Feldkirch? / Die poolbar ist beeindruckend dynamisch und wachsend – und deshalb unglaublich wichtig für die ganze Region. Allein die Location des Alten Hallenbades: Die Gegend zwischen dem Gebäude und dem Saumarkt eignet sich ja hervorragend für Jugend und Kultur. Ich bin froh, dass die Bestrebungen, das Hallenbad fein herauszuputzen, nicht durchgesetzt wurden. Früher war das Gebäude ja total abgefuckt. Jetzt wurde es saniert – aber nicht auf steril und schickimicki, sondern so, dass sich auch junge Menschen darin wohl und nicht fehl am Platz fühlen. / Was genau macht denn die poolbar aus? / Das Rundum-Ambiente ist günstig: die Räumlichkeiten des Alten Hallenbades, der Kontrast zum Landeskonservatorium und zum Pförtnerhaus, die breite Wiese. Die inhaltliche Dynamik klarerweise und das wirklich einzigartige Programm. Denn Beliebigkeit gibt’s ohnehin überall auf der Welt – nur nicht in Feldkirch. Die poolbar befindet sich ja immer noch in einer Pionierphase mit sehr hoch gesteckten Zielen – weil in den vergangenen Jahren unglaub-

lich viel erreicht wurde. Wir beobachten die Geschehnisse in und um die poolbar sehr genau, um – auch das kann es geben – mögliche Negativentwicklungen zu kompensieren. Auch wenn die poolbar von sehr vielen Menschen getragen und geliebt wird, auf die Beine gestellt wird sie ja von einem ganz kleinen Team. Das Ende von Pionierphasen ist sehr oft der Burn-Out – und den wollen wir unbedingt vermeiden. / Es gab und gibt immer wieder Probleme mit rein kommerziell orientierten Veranstaltern, die den Standort »Altes Hallenbad« für ihre Events nutzen und dabei die Trademark poolbar missbrauchen. / Das ist nicht in Ordnung. Auch unter der Bezeichnung Bregenzer Festspiele darf kein anderer als die Festspiele selbst Veranstaltungen durchführen. Das Copyright auf den Namen poolbar gehört dem poolbar-Festival. Sollte es diesbezüglich erneut Probleme und Konflikte geben, gibt es meine volle Unterstützung. Dann werden wir einschreiten. / Für das inhaltlich vergleichbare niederösterreichische Donaufestival standen dem dortigen Intendanten Thomas Zirnhofer vom Land Niederösterreich 1,2 Millionen Euro Budget zur Verfügung, Die poolbarVerantwortlichen Heike Kaufmann und Herwig Bauer müssen mit wesentlich weniger Landesförderung (2004: 18.000 Euro) auskommen … / Verglichen mit dem Donaufestival ist die poolbar ein Armenhaus, keine Frage. Dass hier dennoch so viel möglich war und ist, liegt an der wünschenswerten Effizienz, mit der die beiden arbeiten. Mit wenig Budget wird Hervorragendes geleistet. Auch weil es von den Veranstaltern ein unglaubliches Engagement gibt, was das Aufstellen von Sponsormitteln betrifft. Aber wir haben in Budgetfragen halt alle ein Korsett um. / Wird es realistischerweise mehr Budget geben? / Wie gesagt: Wir beobachten das sehr genau. Auch, dass es zusehends schwieriger wird, inmitten der grassierenden Festivalindustrie an Sponsorgelder zu kommen. Auch unsere Möglichkeiten sind beschränkt, aber wir versuchen von Landesseite, diese Ausfälle nach Möglichkeit auszutarieren. Das bitte jetzt nicht als Versprechen zu interpretieren – aber ich bin prinzipiell gesprächsbereit. / Danke für das Gespräch. / INTERVIEW: THOMAS WEBER


PARK JAZZFRÜHSTÜCK 15

sonnige2meilen

Draußen vor der Tür ... muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Na ja, fast. Aber die Möglichkeiten sind vielfältig. Die Terrasse beispielsweise: Samstags werden feine Open-Air-Konzerte, eine Feuerperformance, eine Lesung, Kochen im Ostwind und mehrere Open-Air-Kino-Termine geboten – und dazu: leckere Cocktails (mittwochs), kühle Bowle (donnerstags) und flackernde Feuerschalen (freitags). Und am Sonntag? Ab zum Pavillon, dort steppt der Bär zu Jazz und Kaffee. Und wenn’s mal regnet, gibt’s das alles trotzdem – unterm Hallenbad-Dach. Die Jazzfrühstücke werden in Kooperation mit den Bregenzer Festspielen durchgeführt. kic

SONODROM EXPRESS SONNTAG 03 JUL 11.00 REICHENFELDPARK

LO-CUT SONNTAG 10 JUL 11.00 REICHENFELDPARK

SONNIGE2MEILEN SONNTAG 17 JUL 11.00 REICHENFELDPARK

So ziemlich alles wurde schon gedacht, gesagt, getan. Da nimmt sich die Musik nicht aus. Deshalb lautet die Sonodrom’sche Formel für ein gelungenes Konzert öfters mal: Nimm her, was schon früher gut war, und mach was draus. »Melodien, die um die Welt gegangen sind und von der Gitarre zurückgebracht werden«, so heißt es in der Bandinfo des Quartetts, das vermutlich die immer noch einzige Instrumental-Surfcombo Wiens ist. Interessant auch folgendes Detail: der Schuss Balkan, der die klassischen Surfsounds würzt. KIC

LoCut stehen für »Echtzeit-Remixes on stage«. Will heißen: Man verbindet moderne Clubsounds mit live eingespielten, improvisierten Musikelementen. Und weil die Sounds jedes Mal von neuem variiert und gemixt werden, gelten die eindrucksvollen Sets von Markus Birkle und Little Konzett als wiederholt besuchenswert. Egal ob als Support von Naked Lunch oder relaxed beim Jazzfrühstück: LoCut garantieren ein Klangerlebnis. Dass der Mannheimer (Birkle) und der gebürtige Feldkircher (Konzett) musikalisch top sind, belegt unter anderem der beiden Referenzliste als Tourund Studiomusiker. So arbeitete Birkle etwa bereits mit Marque, Fanta 4 oder Sarah Brightman zusammen, während Konzett vor allem mit prominenten Produzenten wie Stuart Bruce (Peter Gabriel), Goetz (Dido, Faithless) oder Jon Kelly (Tori Amos, Chris Rea) werkte. WEB

»It don’t mean a thing (if it ain‘t got that swing)«, besang einst Duke Ellington, und daran halten sich Markus de Pretto und Alfred Vogel konsequent. Die Zwei sind die Grundsubstanz der Combo »sonnige2meilen« und werden ergänzt von verschiedenen special guests (Peter Madsen, Herbert Walser, junge Vorarlberger Talente), die dem Ganzen den letzten Glanz verpassen. Ziel ist es, die Klassiker des Jazz zu beleben, wieder »köcheln« zu lassen und damit auf eine Reise von Sonny (Rollins) bis Miles (Davis) zu gehen. FLOW

www.sonodrom.tk

www.lo-cut.com

www.traps.at


PARK JAZZFRÜHSTÜCK 16

Christof Waibel

Bernhard Klas

JAZZDUO BERNHARD KLAS & CHRISTOF WAIBEL SONNTAG 24 JUL 11.00 REICHENFELDPARK Mit Bernhard Klas (Sax, Klarinette) und Christof Waibel (Piano, Vocals) treffen zwei exzellente Jazzmusiker aufeinander. Klas lernte am Jazz-Konservatorium in St. Gallen und spielt in den verschiedensten Formationen (z.B. Madhi Milla Rhythm ’N’ Jazz Company, Blue Moon Jazz Band, Saxofun, Alex Sutter und ihr Galgenvögelorchestra); Studioeinspielungen und Auftragskompositionen gehören ebenso wie Klassik und Avantgarde zu seinem Musikerleben. Waibels Leidenschaft gehört dem Sound von New Orleans, denn der ist – so sagt er selbst – »Lebensfreude pur. Das ist singen, tanzen, einen drauf machen.« Beide zusammen werden aus einem normalen Sonntag einen swingenden Jazzbrunch machen. KIC www.stompinhowie.com

Feuershow von Tirasaru

NOEM NOVA SONNTAG 31 JUL 11.00 REICHENFELDPARK

ESPRESSO SONNTAG 07 AUG 11.00 REICHENFELDPARK

TripHop und Nu Jazz als Basis, dazu, darüber und darunter eine dunkle, volle Stimme, manchmal mit Backgroundvocals, manchmal ohne. Mal galaktisch, mal sphärisch – und seit Mai 2005 auch auf dem Debüt-Album »Niob Noir« zu hören. Der feine elektronische Sound stammt aus der digitalen Feder (sprich: Mac) von Seven Noem, geborene Bludenzerin, gelernte Grafikerin. Als Gesamtkunstwerk entwirft sie in Kooperation mit anderen kreativen Köpfen (aus dem Sound-, Grafik-, Modeund Design-Bereich) Noem Nova, erfindet sich von Track zu Track neu und fügt ihrem Universum hin und wieder Sterne aus den Galaxien Acid Jazz, Funk und HipHop hinzu. Astronomie macht übrigens auch am Vormittag Laune. KIC

Belebend sind sie allemal, die fünf jungen Herren, welche musikalische Leckerbissen aus den Bereichen Swing, Jazz, Latin und Funk zum Besten geben. Bestehend aus Trompete, Vocals, Drums, E- & Kontrabass sowie Keyboards stellen sie ihre Musik – feinste Eigenkompositionen und bekannte Jazzstandards – in den Vordergrund. Sie verzichten nämlich in der Bandinfo auf ihre Namen, das gefällt. Trotzdem – »www sei Dank« – Christian, Michi, Dave, Mäxs, Philipp – auf die Bühne! Your turn. FLOW

www.noemnova.com

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FLIP PHILIPP & CARLO LORENZI PLAY JAZZ IN METRIC MODULATION SONNTAG 14 AUG 11.00 REICHENFELDPARK Der Wiener Symphoniker Flip Philipp gehört seit Jahren als Fixpunkt zum poolbar-Programm. Besonders beim Jazzbrunch will ihn das Publikum nicht mehr missen. Raste der Bebop letztes Jahr noch dahin, so wird heuer feiner Jazz – in metrischer Modulation – zu hören sein. Der Schwerpunkt liegt – nomen est omen – auf der Rhythmik, die nicht los lässt und fasziniert. Unterstützt wird Flip Philipp dabei u.a. von Carlo Lorenzi (www.plasmaticfood.ch) an den Drums. KIC www.flip-philipp.at


PARK TERRASSE 17

BAN SAMSTAG 02 JUL 19.00 TERRASSE

BUFFET OSTWIND DONNERSTAG BIS SAMSTAG 07–09 JUL 19.00 TERRASSE

BIG BAD BOOGIE BANDE SAMSTAG 16 JUL 19.00 TERRASSE

Ban steht da, auf der Terrasse, betrachtet die Menschen, die gemütlich in Gruppen das heurige poolbar-Erscheinungsbild bestaunen. Er blinzelt in die Abendsonne und macht sich bereit. House – von Vocal bis Pumpin – außer Haus. Turntables on and open air. Das unterstreicht die chillige Atmosphäre, das gibt dem frühen, lauen Sommerabend den letzten Schliff. KIC

Wer letztes Jahr schon in den Genuss der Kochkünste des Buffet Ostwinds gekommen ist, wird sich deren Zaubershow auch heuer nicht entgehen lassen. Für alle anderen gilt: Probieren geht über studieren, denn die weit gereisten Köchinnen und Köche verstehen ihr Handwerk. Profanes kommt ihnen nicht in den Topf, sondern nur das Interessanteste aus Asien und Italien, süß-sauer versteht sich. Ein Kenner sagte: »Die Nuoc Mam Dirndln haben den Schnitzel-Pho-Austausch in Saigon vollbracht, die Brüder Foschi Waldviertler Suhi im Wiener Aromat zubereitet. Von Omelette Royal bis zum taubengefüllten Fasan ist alles möglich. Wer schon immer mal an den Bahngleisen von Hanoi Lao essen oder fröhlich frische Frühlingsrollen selber rollen wollte, der ist beim Buffet Ostwind genau richtig.« Lecker. KIC

»Programm? Was für ein Programm?«, will Kiyoshi wissen. »Ich spiele Gitarre, soviel steht fest.« Jägger am Bass und Ralle am Schlagzeug, das ist auch sicher. Ansonsten wissen die Jungs nicht, was sie tun, aber gut wird’s – und gemütlich. Und sie wollen im Hintergrund bleiben, keine Gespräche stören, sondern diese fördern, den akustischen Rahmen liefern, die hörbare Strandmatte sein, das Be im Rieseln. Was sie drauf haben, reicht spektral gesehen von Blues bis Rock (Bluesrock ist auch dabei), und mit einer Art Jamsession darf gerechnet werden. Sind wir nicht alle ein bisschen Boogie? KIC

CK Los, sag was Nettes über mich.

Schon früher fand ich es schön, den hübschen Jungs in meiner Klasse beim Aufsatz Schreiben oder beim Rumkauen auf Bleistiften zuzusehen. Das Reflektive daran, die Konzentration, die Auseinandersetzung mit Erlebtem und noch zu Erlebendem. Und Literatur, das fertige Produkt also, ist für mich sexy, wenn es authentisch und nüchtern ist, und wenn es zwischen den Zeilen viel Raum für den Leser lässt. Literatur, die nicht versucht, irgendetwas zu sein, die sich selbst nicht in den Vordergrund rückt. Literatur, die Menschen auf rohe und ungeschminkte Art zeigt und agieren lässt. Literatur ist sexy, wenn sie das Leben wiedergibt. Puh, sag du mal was, Carola. Z. b.: Wie möchtest du nie schreiben?

SONODROM EXPRESS MONTAG 04 JUL 19.00 TERRASSE Siehe Jazzfrühstück, Seite 15

LESUNG: SABINE IMHOF & CAROLA KILGA SAMSTAG 23 JUL 19.00 TERRASSE Sabine Imhof aus Brig (CH) schreibt Lyrik und Prosa. Carola Kilga aus Koblach schreibt Prosa und Dramatik. Beide werden Prosa lesen. Und haben sich im Folgenden gegenseitig interviewt.

SI Nö. Glaubst du nicht, dass wir dann irgendwie vom Thema abkommen? CK Also lass uns übers Schreiben reden. Gibt’s Wörter, die du nie verwenden würdest? SI Na ja, wenn in einem Text ein Handy vorkäme, müsste ich es wohl oder übel Handy nennen, obwohl es das absolut »unsexieste« Wort der Welt ist. Ich würde das Problem dann einfach so lösen, dass ich keine Texte schreibe, in denen Handys vorkommen. Andere Wörter, die bei mir wenig Sympathie finden, wären geschwollene Adjektive, die klingen als kämen sie aus einer Zeit, in der Männer noch Strumpfhosen trugen. CD-Player ist auch ein grausames Wort für einen literarischen Text. »Er ging zum CD-Player und legte die Tocotronic auf.« Grausam. CK Hm. SI Stimmt, du magst ja Tocotronic, deshalb jetzt ein abrupter Themenwechsel. Lass uns über Schränke reden. Wenn Schreiben ein Schrank wäre, was würdest du darin aufbewahren? CK Ich würde jede Menge Menschen reinpacken, und zwar solche, die sich gerne den Kopf und das Herz zerbrechen. Ich würde auch Gelächter reinstellen, aber solches, das man lacht, wenn man nicht mehr weinen kann. Genug von Schränken. Verrat mir doch mal, was Literatur sexy macht! SI Ich finde den Akt des Schreibens schon mal sexy.

CK Grausam kitschig. Schwülstig. Sehr umständlich. Unverständlich. Ich möchte auch nie hochtrabend klingen, als ob ich klüger wäre als die, die mich lesen. Apropos lesen: Wie fühlst du dich, wenn du deine eigenen Texte durchliest? SI Hundsmiserabel! Weil ich nicht so gut schreibe, wie ich eigentlich schreiben möchte. Aber manchmal bin ich einfach schon dankbar, wenn ich einen Text überhaupt zu Ende kriege. Dennoch sitzt da immer dieses Teufelchen auf meiner Schulter, das sagt: »Das geht besser, das kann man viel besser machen.« Also schreibe ich einfach weiter, damit das Teufelchen eines Tages vielleicht die Klappe hält. www.sabineimhof.com, http://not-ready-yet.at.tf


PARK TERRASSE 18 THE BLACK BEACH PRISONERS SAMSTAG 30 JUL 19.00 TERRASSE »Schlafwandler im Garten von gut und böse, immer voller Hoffnung auf der Suche nach dem Pfad ins Licht«, heißt es da. Doch die Black Beach Prisoners sind weit weniger »eso«, als es hier klingt. Emo schon viel eher. Sie bewegen sich mit ihren FolkMiniaturen sowohl in ruhigen Gefilden als auch auf rauer, stürmischer See. Zwischen bittersüßer Melancholie und trauriger Lyrik bleibt immer noch Luft für Rock’n’Roll, der ja angeblich längst begraben wurde. Was bleibt an dieser Stelle noch zu sagen außer: »No money in my pocket but cash in my ears.« THIELE

TIRASARU: FEUERPERFORMANCE SAMSTAG 06 AUG 21.00 TERRASSE Mit dem Feuer spielen soll ja eine gefährliche Sache sein. Ich persönlich lasse schon beim Zündholzgebrauch allerhöchste Vorsicht walten. Da lacht sich das Quintett

Tirasaru wahrscheinlich scheckig, die schwingen nämlich das heiße Element seit mehreren Jahren choreographierter Weise zu passendem Sound durch die Luft. Ich sage: Das ist Wahnsinn! Sie selbst sagen: »Klassische Elemente der Feuerjonglage werden mit phantasievollen Interpretationen des Feuertanzes zu kraftvollen Shows verschmolzen.« Verschmolzen! Aber wie so oft ist das Spiel mit dem Feuer ein sehr interessantes, und in diesem Falle auch ein überaus ästhetisches. KIC www.tirasaru.tk

FUCOUSTIC DONNERSTAG 11 AUG 19.00 TERRASSE Die beiden Gitarristen Daniel Amann und Andreas Gantner widmen sich dem Werk der Independent-Legende Fugazi und covern selbiges auf eine Art und Weise, die man nicht für möglich gehalten hätte. Primär mit akustischen Gitarren ausgestattet legen sie in den um eigene Arrangements angereicherten Songs ein lyrisches Moment frei, das in den harten Originalversionen zumeist

verborgen blieb. Das klingt, »als wären die Stücke extra für zwei Gitarren geschrieben worden«, wie das E-zine www.ragazzi-music. de meint. »Ein paar weitere Instrumente (Glockenspiel, Cello, Drumcomputer) vertiefen mit leisem, hautnahem Klang den intimen Eindruck der Interpretation.« So machen Coverversionen endlich einmal Sinn! WEB www.fucoustic.com

BAD HABBITS SAMSTAG 13 AUG 19.00 TERRASSE Zwei ehemalige Out of Frame-Mitglieder tun sich mit einem Ex-eSuppozer und einem früheren Snowblind Londoner zusammen und rufen: »Spielen wir Quartett!« Der Schwarze Peter wird vorsorglich gleich aussortiert, und schon legen die Vier los – mit erdigem Rock, mit Indie-Einflüssen und völlig Ska-frei. Das hat Schmackes, könnte man sagen. Die Hüte festzuhalten wird empfohlen. Der Rest steht im Prospekt, und das war jetzt geklaut. Schlechte Angewohnheit, ts ts ts. KIC

Typisch Lisa. Macht es sich am liebsten am Boden gemütlich. Aber nur mit Tom. Kein Wunder. Mit Austrotherm Dämmstoffen hat man’s immer schön warm.

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Das lässt keinen kalt.


Instant Architecture: Die Vorarlberger Wirtschaftskammer und das Vorarlberger Handwerk für das Poolbar -Festival.

WOHNEN IN DER POOLBAR! Die Lehrlinge und Mitarbeiter vieler Vorarlberger Unternehmen (im Bild zwei Lehrlinge der Fa. Lot Holzbau für die Vorarlberger Holzbauzukunft) sorgen seit Jahren dafür, dass nicht nur die Musik beim Poolbar-Festival die richtigen Töne anschlägt. Die Poolbar Architektur, international beachtet, wird von jungen Architekten und den Spezialisten der Vorarlberger Wirtschaft jährlich neu entwickelt und umgesetzt. Damit man auch dann nicht nach Hause gehen möchte, wenn die Musiker längst ihre Instrumente verstaut haben. Die Vorarlberger Wirtschaft wünscht einen aufregenden Poolbar-Sommer.

Wir danken folgenden Partnern für die Umsetzung der Instant Architecture:

Das Holz wurde von der VORARLBERGER SÄGEINDUSTRIE zur Verfügung gestellt.

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POOLCAR 20

POOLBAR FAHRBAR

»Ey, Mann, hast du das gesehen?« »Was denn?« »Die poolbar ist gerade vorbei gefahren.« »Mann, geh bloß schnell aus der Sonne ...« poolcar – salon-mobile® ist die erste Aktualisierung von APE_scape©, dem generellen Konzept einer Nutzungslandschaft in Form eines Plug-In für die APE, dem legendären dreirädrigen Nutzfahrzeug von Piaggio. ©2004 OCPA büchel & büchel, ocpa.at / alle Bilder: OCPA / Bildunterschrift: ©+®Heinrich Büchel

POOLCAR-STATIONEN (BIS REDAKTIONSSCHLUSS BEKANNT): JEDEN MITTWOCH VON 19 BIS 23.30 PALAIS LIECHTENSTEIN BIS FESTIVALENDE 08 – 10 JULI WEINFEST FELDKIRCH (PALAIS LIECHTENSTEIN) 15 – 16 JULI WOODROCK FESTIVAL (BLUDENZ) 29 JULI GAUKLERFEST FELDKIRCH (PALAIS LIECHTENSTEIN) 30 JULI UMSONST & DRAUSSEN (LINDAU, D) 05 / 06 AUGUST SZENE OPEN AIR (LUSTENAU) 07 AUGUST AB 18 UHR MARKTGASSE FELDKIRCH ZU OLIVER HANGLS PERFORMANCE »FELDKIRCH IST FREI« 09 – 11 AUGUST ALPINALE (NENZING) 12 – 13 AUGUST IMPULSFESTIVAL (DORNBIRN)

Nein, das ist schon richtig so und hat nichts mit Sonnenstich zu tun. Letztes Jahr hat die poolbar nämlich eine kleine Schwester bekommen (gesund, mit allen drei Rädern) und sich seitdem durch die Lande (bis nach Paris, Berlin und Wien!) bewegt – das poolcar. Im Auftrag des poolbar-Festivals 2004 vom Architektur-Label OCPA büchel & büchel entworfen und innert drei Monaten realisiert, wird die APE_scape® offiziell als »technisch und konzeptionell innovative mobile Skulptur« bezeichnet. Das straßentaugliche, mobile Info- und Kommunikationstool, das sich in der Praxis vielfach bewährt hat, bietet instant poolbar feeling – überall, jederzeit. Tagsüber mit Sonnen- und abends mit Lampenschirm unterwegs, entsteht immer, wenn das poolcar stehen bleibt, im öffentlichen Raum ein Stück Festival-Feeling. Wo das heuer erlebt werden kann? Natürlich rund um die poolbar selbst, z.B. bei jedem Jazzfrühstück, Open-Air-Kino und sämtlichen Terrassen-Veranstaltungen. Aber auch weitab des Alten Hallenbades (siehe Terminliste). Das poolcar hat nicht nur den Sound und Bild des Festivals an Bord, sondern auch Vorverkaufstickets, eine Auswahl an poolbar-Souvenirs, wie u.a. Taschen und T-Shirts, und kühle Getränke – landauf, landab. Der Zündschlüssel steckt. Kapitän Mogli hat voll getankt und ist bereit. Von uns aus kann’s losgehen. Den Pilotenschein hat Captain Mogli übrigens von der Fahrschule Drexel in Rankweil. KIC


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VEG – Ihr Partner für saubere Wärme

Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold, Feldkirch Erdgas der VEG ist als moderner, umweltschonender Energieträger für die Regionen Rheintal und Walgau von großer Bedeutung. Sowohl in der Erzeugung von Raumwärme als auch im Einsatz für die gewerbliche und industrielle Produktion bietet Erdgas Vorteile und leistet einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität unseres Landes.

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15.06.2005

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Sauber, sicher und bequem.

VEG Vorarlberger Erdgas GmbH l A-6850 Dornbirn l 05572 22 124-0 l www.veg.at

Fahrschule DREXEL 6830 Rankweil / Ringstraße 41 Tel.: 05522 - 42159 / Mobil: 0664 - 4662338

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ARCHITEKTUR 22

TEMPORÄRE ARCHITEKTUR FÜR DAS POOLBAR-FESTIVAL 12: SCHMECKT BUNT

Temporäre Architektur für ein Kulturfestival sollte Geschichten erzählen und das Entstehen von Geschichten einfordern. Eine Szenografie für ein Festival, das sein Publikum sechs Wochen lang mit Aktivitäten von Nischen bis Pop bedient, muss die notwendige Dramaturgie und Kohärenz von Raum, Inhalt und BenutzerIn erspüren lassen. Die räumliche Gestaltung sollte durch wenige gezielte szenografische Eingriffe das erzählerische und emotionale Potenzial des Programms erfassen und Gedanken- und Handlungsspielräume eröffnen. Temporäre Architektur für das poolbar-Festival #12 schmeckt (nicht nur) bunt. Die größte Herausforderung besteht darin, den erzählerischen Qualitäten des Festivals auf die Spur zu kommen – über die Raumwirkung narrative Potenziale zur Wirkung,

zum Sprechen, zu bringen, um daraus ein räumliches Konzept unter szenografischen Gesichtspunkten zu entwickeln. Eine Transformation dieser narrativen Qualitäten führt somit zu einem Raum als begehbares emotionales Sujet. Der/die BesucherIn wird zum Teil der Inszenierung. Seine/ihre Erinnerungen und Emotionen werden in räumliche Strukturen übersetzt, generieren Wunsch- und Illusionsräume respektive Klang-, Bild- und Farbwelten. Das Besondere an einer derart inszenierten Architektur ist, wenn es sich nicht nur um eine gebaute Hülle für austauschbare Inhalte handelt, sondern wenn das Gebaute an sich fester Bestandteil des Inhaltes selbst wird. Der Raum präsentiert sich dadurch nicht nur als Behältnis, sondern als selbstbewusst nach außen getragene Haltung der Festivalthematik.

»Im Grünen in der Zeit sein« – Raumkonzept für das Wohnzimmer des poolbar-Festivals #12

Drinnen wird Draußen. Ausgehend von den Raumkonzepten »Im Grünen in der Zeit sein« (Wohnzimmer), »Am Wasser in die Sonne blinzeln« (Pool) und »Am Feuer in die Nacht lauschen« (Terrasse) bieten wir den BesucherInnen eine Traumreise in idealisierte (Sommer-)Erinnerungen an. Assoziative Raumbilder sollen den Festivalraum auf eine persönliche Weise erlebbar machen, ihn zum Gedanken- und Handlungsspielraum erweitern. Durch ein Beziehungsspiel zwischen Form, Farbe und Inhalt, Aktion und Reaktion, ProtagonistIn und RezipientIn generieren wir drei abstrakte Erinnerungswelten von »Draußen im Drinnen«. Oder um es mit den Worten von Tocotronic auszudrücken: »Pure Vernunft darf niemals siegen«. (Auszug aus dem Konzept für den poolbar::architektur::wettbewerb 2005 / Erster Preis / bricolage) bricolage generieren drei abstrakte Erinnerungswelten von »Draußen im Drinnen«


BRICOLAGE, INTERMEDIALE GESTALTUNG

MITTEN IM HERZ DES WIRBELSTURMS KÖNNEN WIR DAS LEISE ZITTERN FÜHLEN. (KANTE)

So weit, so gut Von einer siegreichen Wettbewerbseinreichung zu einer realisierbaren und vor allem finanzierbaren Architektur ist es nicht immer ein mühsamer Marathon. Manchmal wird man überraschenderweise zu einem Triathlonteilnehmer. Gestaltung ist genauso ein Träger von Information wie Sprache oder Musik. Die Frage, die während des dreimonatigen Prozesses der Umsetzung, Anpassung und Reduktion zur Diskussion stand, war: Welche Qualitäten besitzt das Konzept? Detaillierter gefragt: Was ist die Kernaussage und was der notwendige rote Faden? Auf welche Elemente können wir aus budgetären Notwendigkeiten verzichten? Welche Maßnahmen gewährleisten einen reibungslosen Festivalbetrieb und sind somit unverzichtbar? Welche dienen dem/der BesucherIn, der Bequemlichkeit, der Atmosphäre? Und nicht

Ausstellungsvitrinen für die Merchandisingprodukte

zuletzt: Welche gestalterischen Eingriffe transportieren die Idee – machen die gewünschten Aussagen und Informationsebenen les- und interpretierbar? Den zentralen Raum bildet, wie auch schon in den Jahren zuvor, das Wohnzimmer – es etabliert und trägt das Konzept. So wurde auch hier von Veranstalter-, Kooperationspartner- und Gestalterseite aus am meisten Energie (und Geld) investiert. Das in eine Wiesen- und Waldlandschaft transformierte Wohnzimmer stellt den Knotenpunkt des gesamten Gebäudes dar und sollte dementsprechend ein Raum sein, in dem man sich wie in seiner eigenen Wohnhöhle willkommen und beschützt fühlt – vielleicht kann man es auch die Homebase des Festivals nennen.

Licht-/Tisch- und Sitzobjekt in der Halle und auf der Terrasse

Dispenser, Magazin- und Flyerständer

Das Herzstück – der »Cavalletta«

Das Herzstück – der »Cavalletta«

bricolage

Für jedes Raumkonzept wurden eigene Möbel- bzw. Produktserien entwickelt, die sich in die Szenerie einfügen, diese tragen und unterstützen. Das Herzstück – der »Cavalletta« (ital. für Grashüpfer) – findet seinen Platz »Im Grünen«. Ein quaderförmiges, leuchtendes Sitzmöbel, aus künstlich gerosteten Metallprofilen, semi-transparenten Plexiglasscheiben und einem Kunstrasenteppich als Sitz-/Liege- und Spielwiese. Mittels eines einfach konstruierten »Button-Effekts« (Drucksensor im Inneren) avanciert das Sitzmöbel durch seine Benutzung zum Leuchtobjekt – der/die BesucherIn steuert somit Lichtsituation, Atmosphäre und die subjektiv wahrgenommene Größe des Wohnzimmers (je weniger BesucherInnen, desto weniger Licht, desto mehr Intimsphäre) – es entsteht ein Wechselspiel von BesucherIn und Raum. Die Architektur wird unerwartet reaktionsfähig, ermöglicht Veränderung und lässt sie zu.

Gegen 21 internationale Architekten(-teams) einen Architekturwettbewerb zu gewinnen ist eine schöne Sache, vor allem wenn man selbst kein Architekt ist. bricolage sind Andreas Muxel, Michael Pichler und Maximilian Stecher – drei Gestalter, die sich 2004 zur Gruppe bricolage zusammengeschlossen haben, um neben ihrer Arbeit in Köln, Wien und Stuttgart verstärkt im Spannungsfeld von Architektur, Szenografie, Gestaltung und Interaktion tätig zu sein. »bricolage ist quasi unsere kleine Homebase, wo sich unsere Interessen, Vorstellungen und Überlegungen treffen und wir diese gebündelt in Projekte fließen lassen.« www.bricolage.at / info@bricolage.at


ARCHITEKTUR 24

EIN SZENOGRAFISCHES SIEGERKONZEPT UND 21 VISIONEN, DER POOLBAR::ARCHITEKTUR::WETTBEWERB

VOM 7. BIS 17. JULI WERDEN DIE BESTEN ACHT ARBEITEN NOCHMALS IM RAHMEN DES POOLBAR-FESTIVALS AUSGESTELLT. AUCH FÜR DIE POOLBAR 2006 IST EIN WETTBEWERB IN KOOPERATION MIT DEM VAI UND DER WKV GEPLANT (ANFRAGEN BITTE AN BAUER@POOLBAR.AT). Für das sechswöchige poolbar-Festival werden die Räume im und um das Veranstaltungsgebäude im Reichenfeldpark jährlich neu inszeniert. In Kooperation mit dem vai (Vorarlberger Architekturinstitut) und der WKV (Wirtschaftskammer Vorarlberg) wurde im vergangenen Dezember erstmals ein internationaler Wettbewerb für die Gestaltung dieser temporären Architektur des poolbarFestivals #12 ausgeschrieben. Die Resonanz war imposant: Beiträge aus Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Italien, Holland und natürlich Österreich boten eine Fülle ungeahnter Variationsmöglichkeiten – auf Basis der vorgestellten tragfähigen Ideen könnte das Festival für viele Jahre spannend gestaltet werden. Das poolbar-Festival wird – neben kulturellen, künstlerischen und gesellschaftlichen Höhepunkten – in diesem Sommer von einem außergewöhnlichen »Headliner« bereichert: »schmeckt bunt« ist der Titel des Siegerprojektes des Büros »bricolage«. Dass die AusloberInnen den Wettbewerb nicht auf ArchitektInnen beschränkten, wurde ernst genommen: Die drei Protagonisten von bricolage (Maximilian Stecher, Michael Pichler und Andreas Muxel) sind keine Architekten, sondern Absolventen der Fachhochschule Vorarlberg (Mediengestaltung) und nun Grafiker und Bühnenbildner in Wien, Köln und Stuttgart, deren offensichtliches Verständnis des kulturellen Konzeptes des poolbarFestivals seinen Ausdruck in wenigen, aber gezielten szenografischen Maßnahmen findet. Jeder Raum erzählt eine Geschichte, hat seine Farbe. Die Jury, bestehend aus Herwig Bauer (poolbar), Marina Hämmerle (Geschäftsführerin des vai) und Andreas Scalet (Leiter der Kommunikationsabteilung der WKV) begründete ihre Entscheidung auch damit, dass die sehr komplexe Aufgabe umfassend und mit einem klaren Konzept gelöst wurde. Gleichzeitig wurden für viele Einzelbereiche erfrischende und poetische Ideen präsentiert, die nicht nur ästhetisch beeindruckten, sondern auch intelligente funktionale Bereicherungen bieten würden.

Der zweite Preis ging an das siebenköpfige Team »quereinsteiger«, das mit einem archaischen und gleichzeitig poetischen und sinnlichen Objekt wunderbarer bildhauerischer Qualität begeisterte. Den dritten Preis verdienten sich Bence Pap und Anna Psenicka mit ihrem Projekt »we light up your space«, in dem sie sich auf die ambientestiftende Qualität von Licht konzentrierten. Weitere fünf Anerkennungspreise wurden vergeben. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg stellte für diesen Wettbewerb nicht nur das Preisgeld zur Verfügung, sondern übernahm auch im Rahmen einer einzigartigen Aktion die Umsetzung des Siegerprojektes: Lehrlinge von Vorarlberger Unternehmen fertigten im Rahmen ihrer Ausbildung einen Teil der Elemente. Beste Werbung für jeden Lehrberuf: Im Sommer werden die engagierten Beteiligten keine Gelegenheit auslassen, beim poolbar-Festival ihre Freundinnen und Freunde darauf aufmerksam zu machen, dass sie auf Objekten sitzen, die von ihnen selbst gefertigt wurden. Auch die Firmen Austrotherm, Hilti&Jehle, XL-Turf und Huber trugen durch ihre Kooperationsbereitschaft wesentlich dazu bei, dass die poolbar #12 tatsächlich bunt schmeckt.

1. PREIS POOLBAR-FESTIVAL #12 SCHMECKT BUNT EINREICHENDE »BRICOLAGE« MAXIMILIAN STECHER MICHAEL PICHLER ANDREAS MUXEL

2. PREIS QUERWUCHS EINREICHENDE »QUEREINSTEIGER« PHILIPP BERKTOLD SUSI BERTSCH MICHAEL EDLER VERENA MUTSCHLECHNER MARTIN SKALET JÜRGEN STOPPEL PIA ZOBEL

3. PREIS WE LIGHT UP YOUR SPACE EINREICHENDE BENCE BAP ANNA PSENICKA


ANERKENNUNG BADEHAUBENPFLICHT EINREICHENDE: »FREISCHWIMMER« URSULA ENDER, MAGDALENA RAUCH, VERENA RAUCH Wunderbare filmische Schwimm-Szenen, die von den »Freischwimmern« eingereicht wurden, werden für Projektionen beim poolbar-Festival eingesetzt

ANERKENNUNG INSIGHT EINREICHENDE: »SO.JA« BARBARA KASTNER, BARBARA SCHÄDLER, CHRISTIAN OLIVETTI, STEFAN EINWALLER

ANERKENNUNG DRESSED EINREICHENDER: MARTIN VOGEL

ANERKENNUNG DOMINO EINREICHENDE: CHRISTIAN HAID, MICHAEL KLEIN

31.03.2005

9:14 Uhr

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ANERKENNUNG DEINE 1,5 LITER POOL/BAR EINREICHENDE: »INN47« MARKUS MALIN, CHRISTIAN HEILOS, EVA LOPEZ DE LA FUENTE, MANUEL TIMTALER

„Bei der Jobsuche bin ich lange im Dunkeln getappt ... ... aber jetzt ist mir ein Licht aufgegangen.“

Was wir für dich tun können: Auf der AMS JOBmania TOUR 2005 erfährst du alles über Jobs, Karriere und Weiterbildung: +++ 03. – 06. 03. BeSt, Stadthalle/Wien +++ 16. 03. MaturantInnentag, Uni Klagenfurt/Ktn +++ 29. 04. Jobs im Zelt, Judenburg/Stmk +++ 18. – 21. 10. BIM, Wr. Neustadt/NÖ +++ 19. – 22. 10. BIM, Wels/OÖ +++ 03. – 05. 11. BeSt, Graz/Stmk +++ 16. – 19. 11. BIFO-Messe, Hohenems/Vlbg +++ 17. – 20. 11. BIM, Salzburg/Sbg +++ 22. – 24. 11. BIM, Amstetten/NÖ. Weitere Infos unter www.ams.at/jobmania oder 0800 500 150.

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ARCHITEKTUR 26 HERWIG BAUER

ANDREAS SCALET

WIR SIND VIELE UND WIR SIND (…) IN BERLIN

POOLBAR-ARCHITEKTUR: ÜBERZEUGEND IN FORM UND AUSFÜHRUNG Mit »Instant Architecture« treffen die Intentionen der Vorarlberger Wirtschaft und des poolbar-Festivals in idealer Weise aufeinander. Waren es in den vergangenen Jahren die Lehrlinge der Vorarlberger Polstererund Raumgestalter sowie jene der Elektro- und Metallindustrie und Vorarlberger Handwerks- und Industriebetriebe, die mit Sitzmöbeln eine perfekte Arbeit leisteten, zeigen heuer unter anderem die Vorarlberger Zimmererlehrlinge, die dieses Projekt im Rahmen der Vorarlberger Holzbauzukunft umsetzen, ihr Können.

Dass beim poolbar-Festival Architektur eine wichtige Rolle spielt und mit größter Aufmerksamkeit bedacht wird, veranlasste Lilli Hollein, Kuratorin für die renommierte Berliner Architekturgalerie »Aedes«, zu einem bemerkenswerten Entschluss: Zur Ausstellung »AustriArchitektur«, in der ein Querschnitt durch die junge österreichische Generation von Architektinnen und Architekten präsentiert wird, hat sie neben sechs österreichischen Architekturbüros auch das poolbar-Festival zur Teilnahme eingeladen. »Ebenso fruchtbaren Boden versucht das poolbar-Festival (gegründet von Herwig Bauer) in Vorarlberg zu schaffen. Es vertritt in dieser Ausstellung die Position des jungen Unternehmens mit hohem Architekturbewusstsein. In einer alten Schwimmhalle im Feldkircher Reichenfeldpark findet heuer zum zwölften Mal die ‚poolbar’ statt, ein 6 Wochen dauerndes internationales ‚Festival für Musik und Kultur von Pop bis Nischen’, das ca. 25.000 Besucher mit Außergewöhnlichem konfrontiert. Jährlich werden andere Architekten und Künstler beauftragt, eine prägnante temporäre Raumgestaltung als einen der ‚Headliner’ des Festivals zu schaffen. Heuer wurde erstmals ein internationaler Wettbewerb ausgelobt. Teile des Siegerprojektes (von ‚bricolage’) werden gemeinsam mit der mobilen poolbar (von OCPA büchel & büchel) in Berlin das gelebte Architekturund Kulturverständnis des poolbar-Festivals vermitteln.« (aus dem Pressetext zur Ausstellung »AustriArchitektur« in der Galerie Aedes, Berlin, vom 17. – 21. Juli 2005 / aedes-galerie.de)

Altes Hallenbad: Weiterentwicklung des Freiraumes Der Ausstellungsbeitrag, der ab August auch beim poolbar-Festival zu sehen sein wird, thematisiert nicht nur Gestaltungsfragen beim Festival und natürlich die jährlich neue temporäre Architektur, sondern auch den Werdegang des Festivals und seine symbiotische Beziehung zum Alten Hallenbad. Das ehemalige Schulsportgebäude stand ja bereits kurz vor dem Abriss, ehe es 2000 generalsaniert und für Kulturveranstaltungen adaptiert wurde. Der Prozess der Schaffung des geeigneten Rahmens für eine langfristig sinnvolle Nutzung des vorhandenen Freiraumes dauert an: Ziel des poolbar-Festivals ist nicht nur die weitere Verbesserung der infrastrukturellen Möglichkeiten, sondern auch die Entwicklung einer Image- und Vermarktungsstrategie für das Gebäude. Mit der dadurch erhöhten Attraktivität des Gebäudes soll eine anspruchsvolle Bespielung des Alten Hallenbades aktiv ermöglicht werden. Die Nutzung der bereits reservierten Domain www.alteshallenbad.at wäre ein wichtiger erster Schritt. In Abstimmung zwischen Kulturveranstaltern und der Stadt Feldkirch sollen Möglichkeiten diskutiert werden, welche weiteren Schritte gemeinsam gesetzt werden können. Der Raum ist gesichert, er muss nur sinnvoll genutzt werden. Ein permanenter Prozess.

Das poolbar-Festival in dieser Zeitung zu loben, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Das Konzept des gesamten Festivals überzeugte die Wirtschaftskammer Vorarlberg durch seine Vielseitigkeit, durch seine kulturelle Offenheit und die hohe Akzeptanz, die es bei einem anspruchsvollen jungen Publikum ebenso wie bei unkonventionellen Kreativen findet. Dies ist der Grund der inzwischen schon mehrjährigen Zusammenarbeit von poolbar und Wirtschaftskammer Vorarlberg, die in der Kooperation im Bereich Architektur manifestiert ist. Die Vorarlberger Handwerksbetriebe zeigen auch heuer wieder, dass sie neue gestalterische Ideen perfekt und schnell umsetzen können – diese Flexibilität wird auch von den inzwischen weltweit beachteten ArchitektInnen der so genannten Vorarlberger Schule geschätzt. Heuer hat die Zusammenarbeit eine qualitiative Erweiterung erfahren. Mit dem Vorarlberger Architekturinstitut wurde ein Wettbewerb für die architektonische Gestaltung ausgeschrieben. Zahlreiche ArchitektInnen, aber auch StudentInnen und GestalterInnen aus anderen kreativen Bereichen reichten ihre Vorschläge ein. Gewonnen hat die Gruppe bricolage mit dem Konzept »poolbar 12 schmeckt bunt« . In den vergangenen Jahren erhielt die poolbar durch den großen Einsatz, den Dutzende von Jugendlichen und ihre Lehrbetriebe zeigten, ein ganz neues, überzeugendes Wohnkonzept, das bei den BesucherInnen auf große Akzeptanz stieß. Sie sahen dabei aber auch, zu welchen Leistungen die Vorarlberger Lehrlinge fähig sind. Die Möbel überzeugten dank gutem Design formal und in der Ausführung. Tausende BesucherInnen waren wohl der beste Beweis für die gute Qualität. Die Zusammenarbeit verschaffte den Lehrlingen aber nicht nur Arbeit: Die Lehrlinge und Mitarbeiter besuchen die Veranstaltungen der poolbar und sind von den neuen Tönen durchwegs begeistert.


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VISION 28

EINMAL HIN UND RETOUR – MIT VIELEN UMWEGEN

Will man die Gegenwart verstehen und in die Zukunft denken, rentiert sich gelegentlich ein Blick in die Vergangenheit. Zum Beispiel: Das Seewiesenfest in Kleinreifling. Das könnte ein sympathisches Ein-Tages-Festival an einem sehr idyllischen Plätzchen sein. Dieses Jahr sogar mit den großartigen Nada Surf als Headliner. Aber so richtig beeindruckend wird es, wenn man weiß, dass die dortige Dorfjugend sich vor ca. zehn Jahren an bereits in Stellung gebrachte Maschinen gekettet hatte, um zu verhindern, dass die dort vermuteten Erdölfelder ausgebeutet werden und dabei die ländliche Idylle flöten geht. Zum Abschluss der schließlich erfolgreichen Dauerdemonstration wurde ein kleines Fest für alle Beteiligten veranstaltet – daraus ist der schöne Rest entstanden. Wenn das nun vielleicht eine »rural legend« ist – ich habe es nicht überprüft, aber was soll´s? Die Geschichte macht Mut.

Das heutige poolbar-Festival war ebenso ursprünglich etwas ganz anderes: Es wurde unter dem Titel »Feldkircher KreAktiv-Wochen« 1994 als Sommerakademie initiiert. Da viele Workshops zeitgleich im selben Raum stattfanden, entwickelte sich ein intensiver Austausch. Die für interdisziplinäre Diskurse der Workshop-TeilnehmerInnen geschaffene gastronomische Infrastruktur erblühte rasch von selbst zur »illegalen« Bar, bald auch zu jenem Forum für Veranstaltungen, aus dem schon im darauf folgenden Jahr mit dem Umzug in das Alte Hallenbad die »poolbar« wurde. Je mehr das Abendprogramm ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte, umso mehr verloren die künstlerischen Kurse an Zugkraft: Das Workshop-Prinzip war im geänderten Kontext schlichtweg unpassend. Viele neue Konzepte, in denen die Lehrer-Schüler-Hierarchie immer stärker umgekrempelt wurde, fanden deshalb ihre Umsetzung. Die Anstrengungen, den naiven »KreAktiv«Gedanken in den aktuellen Kontext zu übersetzen, mündeten schließlich darin, dass seit dem Jahr 2000 immer wieder KünstlerInnen eingeladen werden, ihre Ideen direkt im Rahmen des Festivals umzusetzen. 2005 wurden die Kunstprojekte erstmals in Kooperation mit der IG Bildende Kunst Österreich zum Thema »Im Rausch« ausgeschrieben. Das Thema wurde bei vielen Einreichungen auf »Alkoholexzess« reduziert. Auch eine Form von Rausch, und manchmal lustig, aber nicht sehr produktiv.BAU

Rausch und Rekonstruktion

AUSSCHREIBUNGSTEXT DER IG BILDENDE KUNST UND DES POOLBAR-FESTIVALS »IM RAUSCH« Im Jahr 2005 werden in Österreich 60 Jahre Befreiung, 50 Jahre Staatsvertrag, 10 Jahre EU-Mitgliedschaft und diverse rot-weiß-rote Identitätskonstruktionen zelebriert. Die Regierung feiert sich selbst. Das poolbar-Festival bietet jeden Sommer sechs Wochen lang Kultur von Nischen bis Pop, Auseinandersetzungen, Spaß, Freude und natürlich auch die Möglichkeit zum Feiern. Tausende BesucherInnen werden anreisen, um unterschiedliche und gesellschaftlich unterschiedlich gewertete Ausformungen von Rausch irgendwo beginnen und anderswo enden zu lassen. Eine »Untersuchung« der Notwendigkeit von Rausch bis hin zum Rausch als Mittel der Manipulation einzelner oder gesellschaftlicher Gruppen soll Grundlage für die künstlerische Intervention zum »Jubeljahr« im Zuge des poolbar-Festivals 2005 sein.

IM RAUSCH 2005. Jubiläen an allen Ecken und Enden. Österreich feiert. Rausch folgt. Rausch als Bestandteil unterschiedlicher Gesellschaften bis zum Rausch als Mittel der Verschleierung, Manipulation und Ge schichtsrekonstruktion war Thema der Ausschreibung für die künstlerische Intervention im Zuge des poolbar-Festivals 2005. Die durch poolbar-Festival und IG Bildende Kunst jurierten Siegerprojekte stammen von Burkert & Tornquist: »Hammer – Rausch und Rekonstruktion« und Oliver Hangl: »Feldkirch ist frei!«. Zerstörung und Rekonstruktion – dionysischer Rausch und voyeuristischer Rausch sowie die Wahl zwischen inszenierter Unterhaltung und inszenierter politischer Realität sind Inhalte der mit Spannung erwarteten Arbeiten. MARKUS GRABENWÖGER KURATOR, IG BILDENDE KUNST ÖSTERREICH


Feldkirch ist frei

FELDKIRCH IST FREI! (FELDKIRCH ON EAR) EINE PRIVATE POLITIK-AKTION IM ÖFFENTLICHEN RAUM SAMSTAG 06 AUG 18.00 MARKTGASSE FELDKIRCH

Simona Obhauser

RAUSCH UND REKONSTRUKTION MITTWOCH 27 JUL 19.00 HALLE FREITAG 29 JUL 19.00 HALLE Ein großer Tisch ist über und über mit österreichischem Geschirr gedeckt. Neben diesem liegt eine hammerförmige Videokamera, mit der es zerschlagen werden kann. Das Objektiv der Kamera ist identisch mit der Schlagfläche des Hammers, wodurch der Akt der Zerstörung direkt in Bilder verwandelt wird. Diese Bilder werden auf eine Leinwand projiziert, die dem/der Zuschlagenden einen gleichzeitigen Blick auf die Dokumentation seines/ihres Schlages erlaubt. Der dionysische Rausch des Zerstörens wird vom pornografischen Rausch des Zuschauens angefeuert. Dem Rausch folgt die Rekonstruktion Jeder Rausch hinterlässt ein Schlachtfeld. Die Kehrseite und der Preis des Rausches ist das Beseitigen der Spuren und Scherben danach. An einem zweiten Tisch findet die langwierige Arbeit der Rekonstruktion statt. Aus dem Scherbenhaufen, der nach dem Zerstörungsrausch übrig geblieben ist, werden Teile zusammengesucht und aufwendig wieder zusammengekittet – voraussichtlich ein aussichtsloses Unterfangen. Das Publikum wird an beide Tische eingeladen. B+T

FOTOGRAFIEAUSSTELLUNG VERNISSAGE: 31 JUL, 20.00 ÖFFNUNGSZEITEN: 31 JUL, 03 AUG, 05 AUG, 06 AUG AB 20.30 StudentInnen der Wiener Schule für künstlerische Fotografie, Semester 2004/2005, stellen ihre Arbeiten aus Fokuspunkt sind die Beschäftigung und der experimentelle Umgang mit dem fotografischen Medium und den Beziehungen zwischen FotografIn, Bild und BetrachterIn. MICHAEL PICHLER Nähere Informationen zur Schule auf www.fotonet.at/fotoschule

Das Setting: Der Marktplatz von Feldkirch, Ort einer politischen Manifestation. Vor der Johanniterkirche steht eine von kleinen Österreich-Bannern und -Fahnen geschmückte Bühne, die ein Redner- und ein DJ-Pult beherbergt. Eine oder mehrere Feldkircher StadtpolitikerInnen (oder SchauspielerInnen) deklamieren einen Querschnitt an historischen Original-Politikerreden aus der Geschichte Österreichs zwischen 1945 und der Gegenwart. Während die Reden über Lautsprecher den Platz beschallen, legt ein DJ auf, dessen Musik jedoch ausschließlich über Funkkopfhörer zu hören ist. Das Publikum befindet sich, umgeben vom urbanen Lärm, vor und um die Bühne und lauscht wahlweise den RednerInnen oder – über Kopfhörer isoliert – dem puren Sound. Der Marktplatz verwandelt sich schleichend in einen quasi lautlosen Dancefloor. Die PassantInnen staunen. Inszenierte Politik vs. inszenierte Unterhaltung. Öffentlich vs. privat. Bildung vs. Party. Take your choice! Der Wiener Künstler Oliver Hangl erklärt sowohl den öffentlichen Raum als auch die BesucherInnen zu einer offenen Projektionsfläche – ein audiovisuelles Spannungsfeld, das zwischen Performance, Party und kommunikativem Experiment oszilliert. Anhand dieser inhaltlich begründeten dualen Bespielung thematisiert Hangl die aktuelle Tendenz eines Rückzugs der Gesellschaft ins Private, der sich u.a. in zunehmender Politikverdrossenheit und Desinteresse an der eigenen Geschichte manifestiert. Die Trennung von Bild und Ton, die durch die (freiwillige) akustische Wahrnehmung via drahtlosen Kopfhörer erfolgt, funktioniert in zwei Richtungen: Einerseits wird der/die Kopfhörer-TrägerIn in seiner/ihrer solipsistischen Wahrnehmung innerhalb der Menge isoliert, da die verbale Kommunikation mit anderen BesucherInnen ausgeschlossen ist. Andererseits wird der/die Kopfhörer-KonsumentIn dem/der BetrachterIn und Nicht-Kopfhörer-TrägerIn gegenüber exponiert, indem er/sie ein vom Ton getrenntes Bild abgibt, sobald er/sie sich zu diesem bewegt (z.B. als TänzerIn in der Disko). »Remember, that it’s all in your head!« (Gorillaz) KONZEPT & TEXT: OLIVER HANGL www.olliwood.com


BÜHNE 30

Vorgeführt Abwechslungsreich ist eines der Wörter, die einem dauernd und überall unterkommen. Man sollte sich abwechslungsreich ernähren – z.B. Das gilt meines Erachtens auch für den Geist: Abwechslungsreiche Kost fördert die mentale Entwicklung. Oder so. Jedenfalls ist das, was heuer über die poolbar-Bühne geht, alles andere als eintönig: Sogar Jesus ist mit von der Partie. Ob er auch beim Tanzmarathon mit-macht? Vielleicht ist er eher der Poetry Slam-Typ. Wir werden sehen. KIC

DONNERSTAG 21 JUL 20.30 POOL

ÜBERLEBENSKÜNSTLER

Doktor Zilkus In Überlebenskünstler 2 wird Dr. Helmut Zilk erneut kräftig durch den Kakao gezogen. Hubsi Kramars theatralische Persiflage trifft diesmal sowohl den Wiener Altbürgermeister als auch dessen ORF-Show. Und den Messias, dem Zilk das Wort abwürgt. Prinzipiell sollte aus Gründen allgemeiner Ausgelutschtheit über bestimmte Prominente und Persönlichkeiten ein öffentliches Parodieverbot verhängt werden. Und eigentlich gehört auch der 78jährige ehemalige Wiener Bürgermeister und Kronenzeitung-Ombudsmann Helmut Zilk in diese Kategorie, die man beispielsweise um Hans Krankl oder Niki Lauda beliebig erweitern kann. Hebt nämlich irgendjemand an, Zilks eingängige, nasal-kehlköpfige Stimmfärbung zu imitieren (»Jo, die Dagi!«), kann man heimische Sit-upComedians wie Mini Bydlinski oder Dieter Chmelar förmlich riechen. Und sucht deshalb, wenn möglich, das Weite. Nur: Vergreifen sich zwei AnarchoKabarettisten/Schauspieler wie Peter Paul Skrepek und Hubsi Kramar an der Medien-Legende Zilk, die schließlich zweifelsfrei ihren Beitrag zur innenpolitischen Vergugelhupfung geleistet hat, kann dies über lange Strecken durchaus amüsant und satirisch wertvoll sein.

Absurder Stegreif-Ansatz Vor fast sieben Jahren schlossen sich die beiden künstlerisch mit dem nunmehrigen Intendanten des Wiener Rabenhof-Theaters Thomas Gratzer zusammen und produzierten eine herzhafte Parodie auf die ORF-TalkShow »Lebenskünstler« und deren Gastgeber. Sinniger Name des Projekts: Überlebenskünstler. Peter Paul Skrepek parodierte dabei Helmut Zilk, Hubsi Kramar als Adolf Hitler spielte seinen Interviewpartner. Die absurde Gesprächskonstellation sowie die findige Idee, ein Fernsehformat auf heimischen Kleinkunstbühnen zu persiflieren, hatte beim Publikum Erfolg.

DR. HELMUT ZILK IM GESPRÄCH MIT JESUS CHRISTUS Denn der teilweise Stegreif-Ansatz im Konzept verspricht dabei zwangsläufig Abwechslungsreichtum auf der Bühne und lässt den Künstlern die Möglichkeit, Aktuelles satirisch mit einzubeziehen. Doch auch fernab der Bühne sorgte man mit öffentlichen Auftritten als Hitler und Zilk immer wieder für Aufsehen. Unvergessen dabei: Hubsi Kramars Auftritt beim Opernball 2000, kurz nach dem Ende der großen Koalition und das darauf folgende Mediengewitter. Ebenso Skrepek, der immer wieder als Zilk verkleidet auftaucht – zuletzt etwa als Laudator bei der Verleihung des silbernen Ehrenzeichens der Stadt Wien an den Drahdiwaberl-Gründer Stefan Weber: Eine Zilk-Parodie in dessen ehemaliger Wirkungsstätte, dem Rathaus, das hat was.

Der Erlöser übt sich in Geduld Dass der Schmäh mit Hitler als Gast nach sieben Jahren seine Halbwertszeit schon bei weitem überschritten hat, wissen die beiden Radikal-Humoristen natürlich. So schlüpft im Folgeprogramm Überlebenskünstler 2 Hubsi Kramar in die Rolle des Sohnes Gottes (aka Jesus Christus), der sich dem Gespräch mit Zilk stellt und zur Nebenfigur verkommt. Es wird jenseitig im positiven Sinn, wenn der Bühnendialog diese neue, transzendentale religiöse Komponente bekommt und ein sich in Geduld übender Erlöser mit leicht variierten Bibelzitaten auf den scharf überzeichneten egomanischen Redefluss Zilks trifft. Und der echte Zilk? Für diesen Artikel darauf angesprochen bekennt der, sich erzählt haben zu lassen, wie lustig ihn Kramar und Skrepek auf die Bühne gebracht haben. Die satirischen Angriffe auf seine Person nimmt er jedenfalls mit der lässigen Milde eines Elder Statesman: »Es ist mir an sich wurscht, wenn ich auf die Schaufel genommen werde. Wobei: Eigentlich find ich’s lustig, solange es zu nichts Unehrenhaftem kommt.« Anschauen halt. MANFRED GRAM

www.hubsikramar.net


Sabine Marte

Beide Jan Machacek

CLUB BOOGALOO: TANZMARATHON SONNTAG 03 JUL 20.30 WOHNZIMMER DJ Marathon und MCg Tanzweib laden zum gepaarten Walzer, doppelten Twist, zweifachen Rock’n’Roll, binären Samba sowie zum Dualtango. Egal was, Hauptsache zu zweit. Jedes Paar darf starten, doch nur eines wird gewinnen. Der Sieg verkommt in der Ekstase zur Nebensächlichkeit. Natürlich muss durchgetanzt werden! (Für die kurzen Pausen = Toilette und Labung sorgen Ich & Du.) Erstmalig und einzigartig wird Quantität vor Qualität gewertet, denn auf die Länge kommt es an. Sollte nach Ablauf der Zeit noch mehr als ein Paar auf den Beinen stehen, entscheidet die »Mon Jury« (Ich & Du). Abhilfe bei partnerseitiger Tanzfaulheit bietet die Singlebörse. Anmeldungen und Singlebörse vor Ort bis 20.30 Uhr oder im Vorfeld unter indostef@gmx.de (mit Foto). Als Promi unter den Tanzwütigen hat sich bereits Kevin Costner mit seinem Wolf in die Teilnehmerliste eingetragen. Disqualifiziert wird, wer passiv-aggressiv ist. Passiv einfach so – und aggressiv anderen gegenüber. ICH/DU/KIC

SABINE MARTE: STEP BEHIND THE ROPES, PLEASE! NO.2 (VIDEO-PERFORMANCE) JAN MACHACEK: SELFTIMER SONGS (VIDEO-PERFORMANCE) CHRISTINA NEMEC: CHRA (LIVE-MUSIK-PROJEKT) DONNERSTAG 14 JUL 20.30 POOL Sabine Marte präsentiert mit »Step Behind The Ropes, Please! No. 2« eine ganz andere Art der Medienkritik. Sie zerlegt ihre narrative Vorlage, die US-amerikanische TrueCrime-TV-Serie »Inside«, um sie unter völlig anderen Vorzeichen neu zusammenzusetzen. Die Symbolproduktion – in semantischer und semiotischer Hinsicht – des Fernsehens wird so umgekehrt bzw. gegen sich selbst ausgespielt. Jan Machacek, dessen Performances aus Live-Video-Arbeiten bestehen, ist Kameramann, Bühnenarbeiter und Akteur in einem und inszeniert so das Inszenieren selbst. Mit »Selftimer Songs« begibt er sich in eine Art provisorisches Filmstudio und erweckt das Inventar des Ortes zum Leben. Christina Nemec wird sich an diesem Abend ganz dem Minimalismus verschreiben und mit Laptop und diversen Soundquellen – wie Mikro, Sampler und diverse Tonträger – live und direkt Musik entwerfen. KIC www.klingt.org/~oliver/prb

Sabine Marte

SABINE MARTE: (VIDEO-PERFORMANCE) HELEN - PERFORMING SEQUENCES JAN MACHACEK: VAKUUM REVUE (VIDEO-PERFORMANCE) FREITAG 15 JUL 20.30 HALLE Sabine Marte steht mit ihrer Kunst an der spannenden Schnittstelle zwischen Bild, Sprache und Musik. In ihren Performances stoppelt sie Videosequenzen mit gesampeltem Sprachmaterial und Sound-Bruchstücken zusammen und variiert diese Abläufe live. Die daraus entstehenden neuen Bildeinstellungen bzw. -folgen zertrümmern den ursprünglichen Sinn; es entstehen neue Zusammenhänge und Bedeutungen. Jan Machacek und seine Videokamera: eine »amour fou«, die oft für befremdliche Bilder sorgt. Spielerisch geht der Künstler ans Werk und kommuniziert förmlich mit den gelieferten Videobildern. Es wird gezoomt, gelöscht, gesplittet, gespiegelt, vervielfältigt, und je länger diese Prozesse andauern, umso mehr verstrickt er sich in ihnen. Dabei ist er voll in seinem Element, geht darin nahezu auf. Es wirkt, als ergriffe Kamera und Technik Besitz von ihm, ganz so als würden diese zu seinem sechsten Sinn. GRAM


BÜHNE 32

Komm zur Sache, Schätzchen

Vor Jahren hatten Ich (links im Bild) & Du (rechts) schon einmal das Vergnügen. Wird sie sich noch an uns zwei Lauser erinnern?

GASTSPIEL VON THEATER TURBINE: DIE NACHT KURZ VOR DEN WÄLDERN (MONODRAMA VON BERNARD-MARIE KOLTÈS, REGIE: NICOLAS DABELSTEIN) DONNERSTAG 28 JUL 20.30 POOL Er – Minou, 35, Angestellter aus armer Migrantenfamilie – hat erreicht, was man heutzutage erreichen muss: nahtlos angepasst, alle Energie in den Beruf investierend. Doch die Begegnung mit einer jungen Frau aus privilegierteren Sphären zeigt ihm seine soziale und individuelle Grenze. Soll er sich dem wachsenden Druck beugen, sich noch mehr anpassen, sich noch mehr verlieren – oder soll er den Ausbruch wagen? Es gelingt Minou nicht, sich neu zu definieren. Er treibt durch die Stadt, er vergisst, er spürt sein wildes, instinktgeleitetes und bisher unterdrücktes Alter Ego – und er spricht, streitet, kämpft mit ihm. Mit sich selbst. Mit dem System. Nicolas Dabelstein inszeniert mit Michael Smulik (NestroyPreisträger 2003) in der einzigen Rolle den Monolog von Bernard-Marie Koltès. Jener feierte Ende der 70er mit eben diesem Stück beim Festival von Avignon seinen Durchbruch als Dramatiker. Koltès fragt gewissermaßen: Wie kann ich unter dem wirtschaftlichen Druck der Globalisierung eine echte individuelle Identität finden, entwickeln und leben? Wie kann ich mir eine Existenz aufbauen und gleichzeitig meine Träume bewahren? Wo ist die neue gesellschaftliche Utopie? – Damals wie heute ein brandaktuelles Thema. KIC www.theaterturbine.org

CLUB BOOGALOO FRÜHSTÜCK BEI UNS SONNTAG 31 JUL 11.00 REICHENFELDPARK Unser aller Liesl Gehrer ist Uni-Chef als Volksschullehrer. Führt ihr Amt seit Jahr und Tag und tut, was ein anderer mag. Vor dir wollen wir uns tief verbeugen und statt zu feiern lieber Kinder zeugen. In aller Früh und aus freien Stücken soll dich ein anders Schüsserl mal beglücken. Du frühstückst bei uns und wir mit dir, wir zählen auf dich - du Leder-Stier! Die Boogaloo DJs Ich & Du erwarten zum diesjährigen »Frühstück bei uns« niemand geringeren als unsere Bundesmutter persönlich. Bei frischen Brötchen und warmem Kaffee werden unter freiem Himmel heiße Themen angesprochen und verborgene Geheimnisse enthüllt. Ein kleiner Vorgeschmack? Es ist schon länger her, aber Frau G. gewann damals doch glatt den internationalen (Schönheits-)Wettbewerb zur »Miss Bildung«! Hätten’S auch nicht g’wusst, gell? ICH/DU/KIC

CLUB BOOGALOO KOMM ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN! SONNTAG 31 JUL 20.30 WOHNZIMMER Nach dem »Frühstück bei uns« folgt abends Teil zwei der sonntäglichen Missbildungs-Reihe von Ich & Du. Schon jetzt freuen sie sich auf eine viel versprechende Live-Diskussion. Zum aktuellen Thema »Die Welt, das All und der Schönheitswahn« sind folgende Gäste geladen: Miss Bildung BM E. Gehrer, Papst Ratzedicht XVI. sowie Darth Vadermann. Einwürfe und kleinere Beiträge werden von den frisch gewählten Miss Verständnis, Miss Teriös, Miss Gunst, Miss Handlung, Miss Ionar und vielen anderen erwartet. ICH/DU/KIC

POETRY SLAM DONNERSTAG 04 AUG 20.30 POOL Zum dritten Mal lädt die poolbar heuer bereits zum Poetry Slam – die Moderation übernimmt wieder Bierstindl-Poetry-SlamModerator Markus Köhle. Jede/r darf mitmachen – je mehr, desto abwechslungsreicher. Heuer lautet das (freiwillige) Motto: »Konsumrausch / Schuldenfalle«; aber natürlich ist auch jedes andere Thema erlaubt. Das Reglement ist klar und einfach: Wer mitmachen will, bringt mindestens zwei Texte mit. Maximale Länge pro Vortrag: fünf Minuten. Das Publikum entscheidet per Applaus, wer eine Runde weiter kommt. Manchmal gibt’s auch ein Stechen – ein Finale jedenfalls immer. Anmeldungen bitte an csac7490@uibk. ac.at oder ahoi@poolbar.at. Die besten drei aus der Wertung »Konsumrausch / Schuldenfalle« dürfen ihr Können im Rahmen des poolbar-Festivals dann eine Woche später, nämlich am 11.8., gleich noch einmal vor einem regelrechten Massenpublikum unter Beweis stellen (Best Of Poetry Slam als Support des Big Surprise Acts). KIC www.autohr.at


VON GOLD UND VON ZITRONEN

VON HERWIG BAUER

Nackte Körper wohin man schaut, nach Geld japsende Menschen im Fernsehen, und Papst sind wir nun alle – hurra, sämtliche Tabus sind gebrochen, sämtliche Grenzen überschritten, alles ist öffentlich, nichts ist zu blöd … nur über Schulden wird nicht gesprochen. Kein Wunder – denn erstens wird es da so richtig ernst und existenziell (was nicht sonderlich sexy daher kommt), und zweitens braucht die Wirtschaft für ihr Wachstum ordentlich Umsatz – gerne auf Pump, denn damit lässt sich zusätzlich Geld machen. Oder auch nicht. Zum Beispiel, wenn die Schulden eine Existenz erdrücken. Das poolbar-Festival war zu Beginn ein lebenslustiges, sorgenfreies Kind und hat gemacht, was lust- und sinnvoll schien. Die finanzielle Seite hat niemanden interessiert. Es wuchs und gedieh prächtig, wurde immer größer, wollte schöne Dinge haben und machen. Und 1999 stand es vor den Trümmern: Ein riesiger Schuldenberg schien es zu erdrücken. Doch das Kind hatte Glück und nette Onkels mit Geld und Geduld*, die ihm einen Weg aus der Krise zeigten. Es blieb lebenslustig und wollte weiterhin schöne Dinge haben und machen, aber seither kontrolliert es vorher genau, was es wirklich braucht und ob es sich das leisten kann. Das ist zwar etwas mühsamer, gibt aber ein gutes Gefühl. Ein Hauch von Freiheit.

Wie glaubwürdig aber sind wir, wenn wir gleichzeitig davon leben, dass tausende Menschen gerne eine gute Zeit in der poolbar verbringen und ihr Geld bei uns liegen lassen? Ich glaube, das passt gut: Wie blöd wären wir, wenn wir Spaß und Lebensfreude ächten würden? Sehr blöd. Das ist wie mit dem Alkohol: Wenn jemand darauf verzichten möchte – bitteschön. Ich nicht. Ich schlürfe sehr gerne an meinem Bierchen auf der poolbar-Terrasse. Und trotzdem sagen wir auch hier: Trink, Brüderchen (und Schwesterchen), aber halt am Besten nur soviel, wie dir gut tut. »Mehr Spaß mit Maß« bringt das ziemlich genau auf den Punkt. Das poolbar-Festival hat sich immer schon als ein Forum gesehen, in dem verschiedene Meinungen und Einstellungen aufeinanderprallen und verhandelt werden sollen. Künstlerisch, kulturell, gesellschaftlich. Immer stellen wir dabei das Individuum in den Vordergrund. In der Schuldenfrage könnte es also – sehr naiv dargestellt – beispielsweise heißen: Beuge ich mich dem Stylecode meines Freundeskreises, oder widerstehe ich dem Druck und stelle meine eigenen Interessen, Möglichkeiten und Bedürfnisse in den Vordergrund? Faszinierend finde ich, dass derzeit Oberpunk und ChefZitrone Schorsch Kamerun das Thema auf wesentlich subtilere Weise als hier beschrieben anpackt: Er inszeniert für die Wiener Festwochen Kathrin Rögglas Stück »draußen tobt die dunkelziffer« und spielt selber den »Schuldenbergmoderator«. Über Schulden wird also langsam doch wieder gesprochen. Übrigens auch beim poolbar-Festival: Am 4. August beim Poetry Slam qualifizieren sich die besten Drei mit ihren Beiträgen zum SchuldenThema als Support für den Big Surprise Act am 11. 8. – Trapper Johann wird auch da sein und mit Freuden lauschen.

Aus dieser Erfahrung heraus sind wir sensibilisiert für das Thema »Schulden« und kooperieren gerne mit der Arbeiterkammer und Trapper Johann, der tapfer vor Schuldenfallen warnt. Erstens finden wir Johann und sein modisches Auftreten famos, und zweitens imponiert uns der Mut der Arbeiterkammer, neue Wege zu beschreiten, um scheinbar abgehakte Themen aus der Versenkung zu holen. Klar, im Rahmen der poolbar wird nicht groß der Zeigefinger geschwungen, aber eines wollen wir einfach festhalten: Pomp auf Pump ist plump.

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* Danke nochmals an die Sparkasse Feldkirch, die Stadt Feldkirch und an diverse Partner, speziell Fohrenburg, AKM und FM4.


MUSIK 34

SAMSTAG 02 JUL 20.30 HALLE

NAKED LUNCH

DEM GOLIATH ANS BEIN PINKELN

Mit »Songs For The Exhausted« geht das vielleicht beste Album, das je von einer österreichischen Band ver-öffentlicht wurde, auf das Konto von Naked Lunch. Wenn die Klagenfurter am 2. Juli offiziell das poolbarFestival eröffnen, werden sie live erstmals auch neue Songs spielen. Singer, Songwriter und Gitarrist Oliver Welter im Gespräch über persönlich gesetzte Deadlines, einen »Wickel« mit den Proletenrockern Rammstein, seltsame Dinge und andere heikle Themen.

Das ist fürwahr ein heikles Thema. Ich nehm’ dazu auch nur dann Stellung, wenn du klarstellst, dass diese Frage von dir kam. / Sowieso. / Also offiziell wird die Vergabe der Amadeus Awards ja über ein Publikumsvoting vergeben. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht. Ich finde es jedenfalls seltsam, dass Gustavs Album »Rettet die Wale«, das ich wirklich für visionär halte, von FM4 nicht einmal zum Album der Woche gekürt wurde – was »Songs For The Exhausted« schon war – und dann gewissermaßen zum österreichischen Album des Jahres gekürt wird. Wie gesagt: Ich finde das seltsam. Wirklich beschäftigen tut uns das aber nicht. / Was beschäftigt euch dann? /

/ Es gibt das Gerücht, ihr hättet den diesjährigen Amadeus Alternative Award deshalb nicht bekommen, weil die verleihende Instanz FM4 froh war, den Preis heuer mit Gustav endlich einmal einer weiblichen Nominierten verleihen zu können. Es ist ein heikles Thema, aber wie geht man denn als aufgeklärte Band damit um, wenn man selbst vermutlich ob einer zu erfüllenden Frauenquote durch die Finger schaut? /

Vieles. Am Tag, an dem die Amadeus Awards verliehen wurden, waren wir mit einer aufwändigen Auftragsarbeit gerade am Donaufestival in Niederösterreich eingespannt. Dieses Sound-Video-Projekt wird übrigens demnächst auch auf einigen internationalen Filmfestivals gezeigt. Der Erfolg von »Songs For The Exhausted« hat uns schon sehr zugearbeitet und allerlei Aufträge beschert. Solche gab’s zwar früher auch schon, aber jetzt sind


es mehr, und wir wickeln sie erstmals über das Label Naked Lunch ab. Das heißt: Jeden Auftrag, der mir als Oliver Welter zugetragen wird, nehme ich nur als Auftragnehmer Naked Lunch an. Die anderen machen’s genauso. Das garantiert uns Präsenz.

haben wir uns gelöst, vor allem weil das als Musikant natürlich sonst extrem langweilig würde, wenn man viel live spielt. Unsere »Songs For The Exhausted« sind jetzt viel ausufernder. Ich denke, alles ist noch wesentlich intensiver geworden.

/ Woran werkt ihr denn gerade? /

/ Seid ihr rückblickend zufrieden mit »Songs For The Exhausted«? /

Für den ORF vertonen wir einen Mystery-Film namens »Bis in den Tod«, für eines der wenigen spannenden Kärntner Theater bearbeiten wir gerade Thomas Bernhard, und für eine Bühne in Bregenz hat sich Herwig Zamernik (Bassist, Anm.) zuletzt der musikalischen Umsetzung von Peter Handkes »Untertagblues« angenommen. Jetzt im Moment produziert er gerade das neue Album von Monta. Außerdem arbeiten wir ja bereits an unserem eigenen neuen Album. / Zwischen euren Platten gab’s ja immer wieder mal längere Pausen. Wann ist denn mit dem neuen Album zu rechnen? / Damit genau das diesmal nicht der Fall ist, haben wir uns selbst eine Deadline gesetzt: Bis Oktober arbeiten wir zu Hause in Klagenfurt daran, in unserem eigenen Studio. Dann im Jänner oder Februar 2006 soll es auf Louisville Records, dem neuen Label von Patrick Wagner, erscheinen. Unser persönlicher Zustand ist – auch durch den Erfolg von »Songs For The Exhausted« – bedeutend besser geworden als er das früher war. Deshalb wird das neue Album wohl durch eine leicht versöhnlichere Sicht der Dinge auffallen. / Warum wird es denn nicht abermals bei Universal Music erscheinen? / Dass »Songs For The Exhausted« bei Universal erschienen ist, war einzig eine personell bedingte Angelegenheit, weil ja Patrick Wagner damals dort gearbeitet hat. Jetzt ist er dort weg und betreibt mit Louisville Records ein eigenes neues Label. Wir trauen ihm Kraft und Potenzial zu, dass ihm noch einmal gelingt, was er an Aufbauarbeit mit Kitty-Yo geleistet hat. Patrick Wagner ist selbst Musiker (bei Surrogat, Anm.), Fan und completely dedicated to music. Er weiß, dass Musik raus muss, wenn sie gut ist. Und diese Einstellung ist Balsam für unsere Musikerseelen. / Live habe ich euch zuletzt vor eineinhalb Jahren bei der Präsentation von »Songs For The Exhausted« im Burgtheater Kasino gesehen. Das Set war damals sowohl punkto Chronologie als auch punkto Sound ziemlich nah dran am Album. Was hat sich denn seither bei euch getan? Was kann man sich zur poolbar-Eröffnung erwarten? / Was kann man sich erwarten: zwei, drei neue Stücke und eine wesentlich freiere Umsetzung des letzten Albums. Anfangs haben wir uns durchaus stimmig an ein relativ starres Konstrukt gehalten, die gleiche Song-Chronologie wie auf dem Album durchgezogen. Davon

In höchstem Maße. Das Album ist ja bislang erst im deutschsprachigen Raum erschienen und wird im Rest Europas, in Japan und in den Staaten erst im September veröffentlicht. Es gab von allen Seiten sehr gute Reaktionen, die Platte hat sich bislang mehr als 10.000 Mal verkauft und wird mit derselben Stückzahl im Herbst noch mal weltweit ausgeliefert. Was kann man mehr wollen? Wir haben uns damit einen Status erarbeitet, wo wir machen können, was wir wollen. Selbst wenn wir jetzt glaubten, ein Instrumentalalbum veröffentlichen zu müssen, würde das vielen als der logische nächste Schritt erscheinen. Und wie gesagt: 10.000 abgesetzte Platten sind in diesen schwachen Jahren des Verkaufs ein großer Erfolg. / Vor einiger Zeit gab es einen »Wickel« mit Rammstein, weil die Band eine Videoidee von euch geklaut hat. Was genau ist denn da passiert? / Die Fakten sind, dass wir mit Motor Music (eine Tochter von Universal Music, Anm.) dieselbe Plattenfirma wie Rammstein hatten, und dass unser von Thomas Woschitz gedrehtes Video zur Single »God« bei Motor Music sehr gut ankam und für großes Aufsehen sorgte. Woschitz wurde von der damaligen MotorManagerin, die auch irgendwie ins Management von Rammstein eingebunden ist, aufgefordert, ein Tape an die Band zu schicken, weil die daran interessiert wäre, eventuell mit ihm zusammenzuarbeiten. Er hat Rammstein ein Packerl geschickt, es gab aber keinerlei Reaktionen. Und ein halbes Jahr später veröffentlichten Rammstein dann plötzlich ein doch sehr artverwandtes Video. Ich weiß jetzt gar nicht zu welchem Song, irgendeine belanglose Ballade, »Ohne dich« hieß die, glaub’ ich. Wir haben das jedenfalls von Anwälten prüfen lassen, die uns aber ganz pragmatisch abgeraten haben, uns auf langwierige Klagen einzulassen. Denn so eindeutig die Sachlage auch sein möge, Rammstein hätten mit ihrem Tross an Anwälten und ihrem Konzern-Background immer den längeren Atem. So haben wir’s halt bleiben lassen und uns darauf beschränkt, die Sache zu kommunizieren. Mehr kann man als David halt oft nicht machen: dem Goliath ans Bein pinkeln. THOMAS WEBER Hörproben einzelner Songs und auch das angesprochene Video zur Single »God« gibt’s unter www.nakedlunch.de.

LO-CUT SAMSTAG 02 JUL 20.30 HALLE LoCut stehen für »Echtzeit-Remixes on stage«. Will heißen: Man verbindet moderne Clubsounds mit live eingespielten, improvisierten Musikelementen. Und weil die Sounds jedes Mal von neuem variiert und gemixt werden, gelten die eindrucksvollen Sets von Markus Birkle und Little Konzett als wiederholt besuchenswert. Egal ob als Support von Naked Lunch oder relaxed beim Jazzfrühstück: LoCut garantieren ein Klangerlebnis. Dass der Mannheimer (Birkle) und der gebürtige Feldkircher (Konzett) musikalisch top sind, belegt unter anderem der beiden Referenzliste als Tour- und Studiomusiker. So arbeitete Birkle etwa bereits mit Marque, Fanta 4 oder Sarah Brightman zusammen, während Konzett vor allem mit prominenten Produzenten wie Stuart Bruce (Peter Gabriel), Goetz (Dido, Faithless) oder Jon Kelly (Tori Amos, Chris Rea) werkte. WEB www.lo-cut.com

TURBOKLUB: ROB BERRY, GEX BOTAS & DER KÖNIG VON LONDON SAMSTAG 02 JUL 23.30 POOL Klubs gibt es einige, und viele schreiben sich mit »C«, wie z.B. Chaos Computer Club, Fahrrad-Club etc. Auffallend ist, dass Institutionen wie der Deutsche Terrier- oder Rottweiler- Klub das K verwenden. Was sagt uns das? Na ja, die DJ’s Rob Berry, Gex Botas & Der König von London, die den Turboklub darstellen, sind sicher keine Hunde, aber dafür ist ihr Sound bissig. Alleine schon ihre kantigen Breakbeats sowie rollende Drum ´n´ Bass Tunes sorgen für gespitzte Ohren, Kinders. FLOW www.zerodvision.com/sites/turboklub.htm


MUSIK 36 MONTAG 04 JUL 20.30 HALLE

JIMI TENOR

TERRANOVA PRESENTS LOTTERBOYS MONTAG 04 JUL 20.30 HALLE

»The greatest name in recorded sound« heißt es gewissermaßen als Untertitel auf dem Cover von Jimi Tenors neuem Album »Beyond The Stars«. Ein Big Name ist Jimi-Boy aber auch in anderer Hinsicht: als virtuoser Multiinstrumentalist (Einblicke in sein durchaus eigentümliches Instrumentarium finden sich in der Rubrik »Gear« auf seiner Website), begnadeter OrchesterArrangeur und vor allem als eines – als Party-Sau. Was man dem selbst inszenierten Nerd mit der ulkigen Hornbrille nie zutrauen würde, aber ist er in der Stadt, dann ist Party angesagt. Und wer die versäumt, ist schlicht selbst schuld. Wird aber in den Tagen darauf davon erzählt bekommen.

Mit seinem Hauptprojekt – Terranova – verlagerte er sich mit dem Longplayer »Hitchhiking Nonstop With No Particular Destination” zuletzt verstärkt auf den Dancefloor. Dorthin zieht es Mastermind Fetisch auch mit seinem neuen Projekt The Lotterboys. Eine polyglotte »Elektrophunkpunkrockband«, der es auf der Bühne und eben auf dem Tanzboden vor allem um eines geht: um den Spaß. Wie man sich das musikalisch vorstellen kann? Fetisch: »Think Tom Jones meets Funkadelic« THIELE www.editionterranova.com

THIELE

www.jimitenor.com

Die ursprünglich für diesen Abend geplante Band Cake ist abgesagt.


Bell Etage

TONBAND MITTWOCH 06 JUL 20.30 POOL

BELL ETAGE MITTWOCH 06 JUL 20.30 POOL

Das nenn’ ich ehrlich: Wenn eine Band eines ihrer Mitglieder als »verantwortlich für Effekte« deklariert. Genau das macht guten Pop nämlich vor allem auch aus: der gezielte Einsatz von Effekten. Dem hat sich die oder das TonBand verschrieben. Damit allein reißt man freilich auch niemanden vom Hocker. Das Schweizer Quartett setzt deshalb weiters auf eine fragile Stimme, eine treibende Gitarre, druckvolle Bassklänge und leidenschaftliches Getrommel. Summa summarum ergibt das einen eindrucksvollen Klangteppich unter der besonderen Berücksichtigung von Rock. Oder, wie die Süddeutsche Zeitung meinte: »ein Feuerwerk der ganz anderen Art«. THIELE

»Vier zurückhaltenden Menschen werden Instrumente in die Hände gegeben: Sie betreten die Welt über die Musik, und niemand weiß, ob sie ein Schleier ist, ein Spiegel, ein Notruftelefon oder alles zusammen.« – So beschreiben Bell Etage sich selbst. Und: Man ist beeindruckt. Klingt interessant, in jedem Fall, und nicht nur auf dem ausgedruckten Bandinfo. Vom Grundfeeling her teils melancholisch, teils hysterisch, in any case: unzynisch. Gerade heraus. Unverblümt. Sehr rhythmusbetont, dennoch melodiös, mal sphärisch mit Delays und E-Bows. Zwei Gitarren, eine Stimme, Bass und Schlagwerk. Schwer uneinheitlich. Spannend! WEB

www.tonband.biz

Tonband

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07.06.2005

12:48 Uhr

Seite 1

Aleksey Igudesman, Triology Orchestra: Es gibt nicht viele Tageszeitungen, die den richtigen Ton treffen.

STANDARD-Leser beweisen Haltung.

4 Wochen gratis lesen: aboservice@derStandard.at oder 0810 / 20 30 40

Die Zeitung für Leser


MUSIK 38

SAMSTAG 09 JUL 20.30 POOL

TRIO EXKLUSIV

AB IN DIE DISKO

KLONK FREITAG 08 JUL 20.30 POOL Brachialhumor, der die Abgründe subtil versteckt. Ja, auch sowas gibt’s. In Form der vier Menschen von Klonk zum Beispiel. Irgendwo zwischen Les Claypool (Primus) und Firefuckers-Frontmann Helge Schneider angesiedelt, garantieren Rasta (Gitarre und Gesang), Luggi (Schlagwerk), Ralph (Bass) und Plattendreher Sveti einen amüsanten Abend. Stimmig, dass sie sich stilistisch im Genre Mini-Rock verorten. Das steht zwar für minimalistischen Rock, aber auch stellvertretend für genannten Schenkelklopferschmäh. Denn, so die logische Frage von der Bühne: »Wer mag Miniröcke eigentlich nicht?« Dabei sind Klonk keine Unbekannten. Die Bühne (nein, nicht die Betten) teilten sie bereits mit Thomas D., Fettes Brot, Clawfinger, Tocotronic, Seeed oder Biohazard. Ne wüste Mischung! THIELE www.klonk.org

SUCH A SURGE FREITAG 08 JUL 20.30 POOL Das Gros der Bands, die Anfang der Neunziger wie Such A Surge unter dem damals angesagten und verkaufsträchtigen Label Crossover-Rock fungierten, ist längst Ge-schichte, passé. Such A Surge hingegen sind im vierzehnten Jahr ihres Bestehens längst ein Teil der deutschen Rockgeschichte geworden. Dass Oliver Schneider, Michel Begeame & Co immer noch so beliebt sind, hat nicht allein mit respektablen Alben wie «Was Besonderes«, «Der Surge-Effekt« oder «Rotlicht« zu tun. Denn das, was die Band seit ihrer Gründung ausmacht, sind unglaublich mitreißende, mitunter ebenso harte Live-Shows, die keiner mit trockenem T-Shirt verlässt … Groove, Schweiß und derber Rock. BERN www.suchasurge.de

Die Tanzcombo hat wieder zugeschlagen: Auf seinem zweiten Album »International Standards« überzeugt das Trio Exklusiv mit effizientem Turbo-Groove und Jazz im Blut, der auch live in die Beine schießt. »Doors Open« heißt die erste Nummer programmatisch. Zu verstehen nicht nur als Entree zum zweiten Album von Trio Exklusiv, sondern auch als Aufforderung zum Eintreten, zum Eintreten in den Club. Denn dorthin, direkt auf den Dancefloor, zieht und zielt dieser mörderisch groovende Track. Mit einem Bass, der die Magengrube nicht massiert, sondern regelrecht torpediert. Klang das 2002 erschienene, selbstbetitelte Debüt mit seinen Abstechern Richtung Mariachi- und SurfGefilden wie ein Road Movie, eine Fahrt ins Ungewisse, bei der der Weg das Ziel war, scheint das falsche Trio nun angekommen: in der Disko.

Pulsingers Blaxploitation Dort fühlt sich die Tanzcombo bestehend aus Richard Klammer, Martin Zrost, Mex Wolfsteiner und Franz Reisecker, allesamt verdiente Szene-Protagonisten, offensichtlich wohl. Am eindruckvollsten nachzuhören bei »Time To Feel«, dem wohl besten Stück von »International Standards«. Mit G. Rizo am Mikro, einer New Yorker Grace Jones-Widergängerin, schwingt sich das Trio zu bestem Disco-Funk auf, angefeuert von nach vorne peitschenden Percussions, veredelt durch die hauseigenen, charakteristischen Bläser. Großartig! Mit Patrick Pulsinger heuerte man einen Mann als Produzenten an, der weiß, wie man Tanzflächen zum Brodeln bringt. So kommen die Grooves noch fetter, dichter, schlicht: effizienter. Dass der räudige Charme des Erstlings weitgehend auf der Strecke blieb, mag zwar ein wenig schmerzen, ist aber angesichts der Spielfreude der zu Recht als eine der besten Livebands des Landes geltenden Formation rasch vergessen. Man höre nur »Hunting Dr. No«, das so klingt wie es heißt: nach rasanter Verfolgungsjagd im BlaxploitationStyle.

Federnde Breakbeats Bei einem Stück wie »Let Fat In« zeigt sich, dass Trio Exklusiv den Jazz nicht wie manche Etikettenschwindler bloß im Sampler, sondern im Blut haben. Gleiches gilt für den großen Terry Callier, einem Mann mit Soul. Diesen lässt Callier auf »Slo-Mo« elegant verströmen, bevor der Track zusehends Richtung Dub kippt. Louie Austen wiederum tut zu federnden Breakbeats das, was er am besten kann: croonen. Tanzbar, druckvoll: eine Platte, auf der (fast) alles stimmt. Vergnügen pur. HOLGER FLEISCHMANN www.trioexklusiv.at


BUJAKA LIVE: JAN CUX FEAT. STONEY THE FLUTE SAMSTAG 09 JUL 20.30 POOL Fusion-Sound, wenn auch nicht im klassischen jazzhistorischen Sinn, dafür steht Bujaka live. Denn wenn sich DJ Jan Cux von Livemusikern (Saxofon, Percussions, Bass), insbesondere vom Jazz-Querflöter Stoney the Flute (Rodney Hunter, Mauracher, Saint Privat, Waxolutionists), begleiten lässt, kommt stilistisch einiges zusammen. Zumal die Herren allesamt um die Geschichte der jeweiligen Genres Bescheid zu wissen scheinen: Jazz, Funk oder Afro-Brazil zum Beispiel. Oder Tech/ House, Big Beat und Breakbeats. Vieles ist abhängig von der Stimmung des Abends – also auch vom Publikum. THIELE

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Ein Mitglied der HVB Group

09.06.2005

9:55 Uhr

Seite 1

http://clubsuxess.ba-ca.com

www.bujaka.at

ROY AND THE DEVIL‘S MOTORCYCLE MITTWOCH 13 JUL 20.30 POOL Langsam, langsamer, Roy and the Devil’s Motorcycle. Der superlativische Lo-fi-Rock der Schweizer braucht zweifelsohne seine Zeit, doch gibt man dem ausufernden Geschrammel, den wirren Einfällen und Ideen auch nur ein paar Minuten, dann weiß man, warum die Liveshows der Roys gleichermaßen eine Erfahrung für die Band wie für deren Publikum ist. Musikalisch aufgewachsen mit Spaceman 3, The Monsters und – ja – The Velvet Underground, haben Roy and the Devil’s Motorcycle einen Fehler nie gemacht: sich dem Neuerungszwang zu unterwerfen. Manchmal reichen einfach gute Ideen, Instrumente und die gehörige Portion Wahnsinn. THIELE www.roydmc.ch

RABAUKENDISKO: ALI KARIBIK, ROB BERRY, P. WALTNER (EURORANCH), GUEST: CHRISTINA N. FREITAG 15 JUL 23.30 POOL Eine Disse, die nur pumpt und kracht, keine Klischees bedient – »nur« eine Art elektronische Independent-Nacht soll das werden. Also nix mit dem üblichen Krimskrams wie House, Nu Jazz, Brazilelectro – trotzdem sehr tanzbar. Die wissen, was sie wollen; klingt schick. Konzipiert wurde das Ganze von zwei Vorarlbergern, die selbst als DJs (Ali Karibik / P.Waltner) tätig sind und mit Hilfe von Rob Berry und Christina N. dem Abend Musik einhauchen. Hört sich lieb an, wird es nicht. FLOW www.rabaukendisko.hurrah.at

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Marius von der Jagdkapelle

Rechnungsadresse


MUSIK 42 FREITAG 15 JUL 20.30, HALLE

13&GOD (THE NOTWIST VS THEMSELVES)

GÖTTLICHE MAGIE

Transatlantische Supergroup mit Experimentierwillen: The Notwist und Themselves glückt als 13&God ein kleines Meisterwerk in Sachen grenzüberschreitendem Pop. Spannend wird sein, wie sie ihre Kollaboration live umsetzen.

und ihre KollegInnen vom Anticon-Label, indem sie die Grenzen von HipHop ausloten, gängige Klischees durch lustvolles Experimentieren tauschen. The Notwist durch Soundforschungen in der Grauzone zwischen ausdeklinierten Stilen, sei es Pop, Rock, Electronica, Free-Jazz oder Dub. Gemeinsamer Nenner ist und bleibt: das Infragestellen von Etabliertem, das permanente Auf-der-Suche-Sein. Und die Bereitschaft, sich zu öffnen. Bei 13&God tun dies alle Beteiligten – und fügen die jeweils eigenen Stärken zu einem großen Ganzen zusammen, das mehr ist als die Summe der einzelnen Teile.

Das Schicksal wollte es so: Irgendwo an der amerikanisch-kanadischen Grenze geht der Tourbus ein. Die bayerischen Pop-Freidenker The Notwist und die US-HipHopper Themselves, gemeinsam unterwegs, sitzen ein paar Tage lang fest, in zwielichtigen Motels, bei Eiseskälte. Vom künstlerischen Ausdruck des jeweils anderen mehr als angetan, machen sie aus der Not eine Tugend – und formen eine gemeinsame musikalische Einheit: 13&God. Demos queren den Atlantik, Ideen werden ausgetauscht.

Knuspernde Festplatten

Lustvolle Experimente Und irgendwann stehen Adam »Doseone« Drucker, Jeffrey »Jel« Logan und Dax Pierson mit dem Notwist-Kern, Markus und Micha Acher sowie Martin »Console« Gretschmann, in Weilheim im Studio. Ein Haufen Geistesverwandter, der wiederholt bewiesen hat, wie Neues, Spannendes entsteht: Themselves

Oder anders gesagt: Diese Kooperation klingt so, wie es sich der/die KennerIn der Involvierten vorstellt, nur noch viel besser. Die für The Notwist typischen, melancholischen Harmonien und dichten Arrangements bilden den Rahmen, in denen Themselves ihre in Raps gefassten Bewusstseinsströme los lassen. Schnarrende Wortakrobatik zu traurigem Dub, Markus Achers entrückter Gesang über skelettierten Beats. Verträumte Holzbläser und Klavierakkorde im Gleichklang mit elektrifiziertem HipHop, Pop-Melodien und knuspernde Festplatten, subtil eingesetzte Gitarren und herzerwärmende BackgroundGesänge: Das Album »13&God« ist ein wahrer Glücksfall, stimmig vom ersten Takt an, voller magischer Momente. HOLGER FLEISCHMANN www.alientransistor.de


MUSIK 44

Bassrunner

Blackmail

Sorgente

The Seesaw

BLACKMAIL SAMSTAG 16 JUL 20.30 POOL Auffällig an den Auftritten dieser Band ist nicht nur ihre Mixtur aus Kyuss-Sound und Placebo-Noise, sondern meist auch der übergroße Frauenanteil im Publikum. Ohne jetzt den Koblenzern zu nahe treten zu wollen – am überdurchschnittlich guten Aussehen kann’s nicht liegen. Aber Blackmail sind in jeder Hinsicht ein Phänomen. Und die Beliebtheit, derer sich die Band bei KritikerInnen wie dem/der gemeinen HörerIn erfreut, ist spätestens seit dem Erfolgsalbum «Bliss, Please« ein Faktum. Vielleicht liegt’s auch einfach daran, dass die Jungs so sympathisch rüber kommen. BERN www.blackmail.de

THE SEESAW SAMSTAG 16 JUL 20.30 POOL Ihr aktuelles Album und die Single »All The Same« bescherte dem Salzburger Trio rund um Szene-Legende Stootsie die lang ersehnte Anerkennung. Platz eins bei den FM4 Charts und euphorische Plattenbesprechungen nicht nur in den Musikblättern. Meinten die einen, hier gar die legitimen Erben Oasis’ erkannt zu haben, griffen andere nach Referenzen wie Supergrass oder gar Pet Shop Boys. Das Nachrichtenmagazin Profil brachte es jedenfalls auf den Punkt: »Honigsüß vorwärts drängend: Melancholie auf Weltklasseniveau.« WEB www.theseesaw.at

BASSRUNNER SOUNDTRIBE FEAT. EL CONDORSITO MITTWOCH 20 JUL 20.30 POOL Zumindest vom Selbstverständnis her gibt es wohl kein weltoffeneres, mondäneres musikalisches Genre als Reggae. In der Realität sieht die Sache leider meist anders aus, haben vom vielen Ganja benebelte Gestalten den Kopf in den Wolken und null Schimmer von dem, was sich zu ihren Füßen, auf dem Boden der Tatsachen, abspielt. Bassrunner Soundtribe sind – in letzterer Hinsicht – die wunderbare Ausnahme. Mit ihrer ersten Single »Angelito« (produziert von Soundtribe-Mitglied El Condorsito) verbinden die Wiener Reggae-Prediger erdigen Groove mit visionärem Gehabe. Noch Fragen? El Condorsitos für Herbst angekündigtes Album sollte sie alle beantworten. Vorher gilt es zu tanzen und zu inhalieren. THIELE

www.bassrunner.net

SORGENTE MITTWOCH 20 JUL 20.30 POOL Mit deftigen Bayerman Vibrations fordern diese sieben Musiker aus München zum Tanzen auf. Ihre süddeutsche Herkunft hört man der Groove-Crew jedoch nicht an. Das, was einst als akustische Improvisation begann, begeistert mittlerweile aufgeschlossene Reggae-Fans rund um den Globus. Denn Bob Marley ist lange tot und die Musikwelt nicht stehen geblieben. Sorgente überzeugen gerade deshalb vermutlich vor allem durch ihren zeitlosen, abwechslungsreichen Sound, den die Süddeutsche Zeitung als »schmusend und schmeichelnd, und dann im nächsten Moment mächtig losbretternd« entlarvte. Irgendwo zwischen Kingston Town, Havanna, Retro-Funk und urbanem HipHop. WEB www.sorgente-music.de

DJ BEWARE FREITAG 22 JUL 20.30 POOL Geboren in Hongkong, lebend in Wien, und bald den Pool beschallend, werden wir mit einer Mischung aus Soul, Rock, Reggae, HipHop und Drum´n´Bass beglückwünscht werden. Auch wenn wir damit gegen das von Stermann und Grissemann geforderte Auflegeverbot für FM4 DJ’s verstoßen – ha! –, das ist er uns wert, der dreimalige Technics DMC Champion von Hongkong. Patrice, DJ Craze und andere ließen sich von ihm musikalisch unterstützen, und die wissen es wohl besser als alte, harte Hasen. FLOW

fm4.orf.at

FASTLIFE RACE FREITAG 22 JUL 20.30 POOL Im Anfang war der klassische Punkrock. Klassisch im Wortsinn, denn Kindergarten Soko, die Vorgängerband von Fastlife Race, verbrachten ihre Zeit im Proberaum und auf der Bühne vor allem damit, Klassiker der neueren und jüngeren Punkhistorie neu zu – ähm – interpretieren. Irgendwann wurde das verständlicherweise langweilig, zumal einen manche Punkklassiker mit ein wenig Übung und Fingerfertigkeit ja auch nicht unbedingt fordern. Also benannte man sich um und konzentrierte sich auf das, was manche Emo-Core nennen. Für Fastlife Race ist und bleibt es «emotionaler melodischer Rock«. Das Ziel ist freilich ein durchaus eigennütziges: «Wenn’s einem beim Spielen die Gänsehaut aufzieht, dann ist man auf dem richtigen Weg.« Recht haben sie. BERN www.fastlife-race.net


FREITAG 22 JUL 20.30 POOL

MADSEN

TOCOTRONIC WAR DER STARTSCHUSS Parasol

Mit ihren jugendlich-rotzigen Rocksongs schließen Madsen durchaus nachvollziehbar bei den altvorderen Deutschpoppern an, leben und propagieren aber dennoch ganz offensichtlich einen neuen, unverkrampften und vor allem abgeklärten Zugang zur Pop-Realität. Ein Gespräch mit Schlagzeuger Sascha Madsen. Auf eurer neuen Single »Immer mehr« gibt’s eine Version »live in Augsburg«. Die klingt schon wesentlich räudiger als die Studioaufnahme. Wie hat man sich denn Madsen auf der Bühne vorzustellen? Es ist einfach – gute – Rockmusik. Man sagt uns eine besonders energetische Bühnenpräsenz nach. Was soll ich sagen – außer: Wir spielen halt besonders gerne live. Es ist wunderbar, denn wir haben den ganzen Sommer über hunderte Konzerte und Festival-Gigs vor uns. Bis wir beim poolbar-Festival auftreten, wird sich showtechnisch also vermutlich noch einiges ändern. Denn wir sind spontan und wollen uns und unser Publikum ja nicht langweilen. Du bist mit 21 Jahren der Jüngste bei Madsen. Wie sieht denn deine Pop-Sozialisation aus? Also Tocotronic und die ganze Hamburger Ecke waren natürlich extrem wichtig. Auch Tomte – und in den letzten Jahren Strokes oder Kings of Leon. Gewissermaßen Geschichte gelernt haben wir mit den Beatles und den Kinks. Apropos Geschichte: Mit breitenwirksamen Büchern wie Jürgen Teipels »Verschwende deine Jugend« fand in den vergangenen Jahren ja erstmals so eine Art Geschichtsschreibung der deutschen Indie-Szene statt. Beschäftigt ihr euch damit? Schon. Wobei mein persönlicher Startschuss Tocotronic war. Wir haben aber auch sehr viel Slime, Dritte Wahl und Goldene Zitronen gehört und kommen also eigentlich eher aus der DeutschpunkEcke. Mich interessiert das alles sehr, was in »Verschwende deine Jugend« beschrieben wird, aber es ist nicht unsere Welt. Dieser durch und durch politische Ansatz in den Songs – das wird zu schnell peinlich. Wir sind politische Menschen, klar. Aber wir spielen lieber auf Protestkonzerten oder Demos gegen die Castor-Transporte als uns in bemühten Texten lächerlich zu machen. Ich mag Blumfeld sehr, aber manche ihrer Songs finde ich ehrlich gesagt fast schon peinlich. Als Tocotronic vor ziemlich genau zehn Jahren in eurem Alter waren und als Generation nach Blumfeld gefeiert wurden, sah die Musikwelt ganz anders aus. Damals gab es mitunter hitzige Diskussionen, wenn eine Band ihre Alben nicht auf einem Indie-Label veröffentlichte, sondern bei einem der großen Musikkonzerne unter Vertrag genommen wurde. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich manche der Debatten von früher nicht kenne. Aber auch wir haben klarerweise darüber nachgedacht, ob wir unser Debüt »Madsen« bei Universal Music veröffentlichen. Letztlich haben wir uns dafür entschieden, weil‘s ganz einfach eine große Chance ist. Wie lebt es sich denn mit dem Bewusstsein, bloß deshalb von Universal unter Vertrag genommen worden zu sein, weil Wir sind Helden so erfolgreich sind und man sich von euch ähnliche Rekordeinnahmen erwartet? Das gibt’s klarerweise, dieses Bewusstsein. Dass unsere Musik zwar im Grunde nicht mit der der »Helden« vergleichbar ist, ist eine andere Sache. Klar: beides deutschsprachig, beides ein bissl rockig – das fällt für viele Menschen in die gleiche Schublade und ist eigentlich traurig. Aber so ist es halt. Der Boom des Deutschpops gibt uns Chancen, darüber sind wir nicht böse. Aber wir wissen, dass der nicht ewig anhalten wird. Das wird einfach immer mal wieder Mode sein und dann wieder mal nicht. Wir sehen den Hype kritisch, sind aber letztlich trotzdem froh drüber. THOMAS WEBER

www.madsenmusik.de

BUBBLE BEATZ SAMSTAG 23 JUL 23.30 POOL Die St. Pöltener Bauchklang schwören auf den Magen als Resonanzraum und ihre Mundhöhlen als Groovemaschinen. Die St. Gallener Bubble Beatz setzen ganz auf Schrott, Alteisen und Fässer. Heftig bearbeitet kreieren sie so einen Sound, der sich durchaus mit digital entstandenem Drum’n’Bass oder Tech-HouseTracks messen kann. Klar leben Bubble Beatz (wie auch Bauchklang) vom beeindruckenden Live-Erlebnis. Wenn löchrige Pfannen, alte Badewannen und andere Trashmachines perkussionistisch entschrottet und noch einmal in die schweißtreibende Pflicht genommen werden, dann ist und bleibt das ein Spektakel. BERN

www.bubblebeatz.ch

PARA SOL SAMSTAG 23 JUL 20.30 HALLE »Musikalisches Glück aus dem Schmelztiegel der Peripherie« verspricht das Bandinfo von Para Sol. Gesungen wird (von Gitarrist Jorge Stadler) von den Schattenseiten des Lebens ebenso wie von Alltagfreuden (Sex unter freiem Himmel zum Beispiel) oder Lebenswichtigem wie der Absolution. Unterstützt wird Sänger Jorge dabei von Step Lins (Piano), Tom Jäger (Bass), Kiyoshi Kubo (Gitarre), Ralph Suppan (Schlagwerk) sowie einem entzückt schwingendem Publikum. THIELE


MUSIK 46 SAMSTAG 23 JUL 20.30 HALLE

Von einem Mädchen, das viele auf einmal ist, und einer Band, die einmal eine ganz andere war. Ex-dEUSMitglied Stef Kamil Carlens übt sich mit seinen Zita Swoon in Sachen Selbstverwirklichung. »Es ist ja nicht gerade so, dass ich ein ausgesprochener ›Ladies’ Man‹ oder etwas in der Richtung wäre«, stellt der mit Einkaufsbummeln beschäftigte Gesprächspartner gleich zu Beginn klar. »Es ist nur eine Anspielung auf eine Person, ein Mädchen, das so viele verschiedene Seiten an sich hat, dass es eigentlich mehrere Mädchen ist.« Den Anlass für solche Erklärungen stellt das mit »A Song About A Girls« betitelte aktuelle Werk von Zita Swoon dar. Und die nach wie vor treibende Kraft hinter dem Projekt, Stef Kamil Carlens, wird sich mit Fortdauer der Unterhaltung als rundum zufrieden und glücklich mit dem Lauf der Dinge präsentieren. Dabei könnten vergangenheitskundige HörerInnen durchaus verwirrt sein, was die musikalische Ausrichtung anbelangt.

ZITA SWOON

A STORY ABOUT A BANDS

Josies neue Kleider

Not macht begehrt

»A Song About A Girls« zwingt uns nämlich, das selbst gebastelte Konzept von Zita Swoon als der grooviest rock band around vorläufig aufzugeben. Der Rock scheint der Gruppe zumindest im Studio abhanden gekommen zu sein, und der inspirierende Groove hat sich ebenso wie die vormals spannend verquer geschlagenen Jazzhaken großteils in einen Klangteppich verwandelt, auf dem KunststudentInnen mit Bongos im Nachtzug Antwerpen-Paris schwelgerisch Anekdoten aus dem Leben des koffeinsüchtigen Lebemanns Serge Gainsbourg austauschen könnten. Das hat man so doch schon gehört! Und das ist ob des traditionell eigenwilligen und dabei in gleichem Maße qualitativ hochwertigen Outputs der Gruppe dann doch überraschend. Statt auf den Klang eines Schlagzeuges setzt man jetzt vermehrt auf Percussion-Vielfalt, Frauenstimmen werden gegen die frühen eruptiven Ausbrüche montiert, meditative Flächen (»Sad Water«) geben anstelle von Popappeal den Ton an. Mit den Stücken »Me & Josie On A Saturday Night« und »Josiesomething« findet aber doch auch eine alt bekannte fiktive weibliche Projektionsfläche ihren Weg in die Gegenwart.

Die Tatsache, dass einige Mitglieder der Gruppe nach der letzten Veröffentlichung »Life = A Sexy Sanctuary« den Rücken kehrten, machte Carlens durchaus zu schaffen. »Ich hatte große Sorgen, wie es mit Zita Swoon weitergehen sollte. Ich dachte schon: ‚Das war’s dann wohl’. Aber schließlich bekam ich so viele Angebote zur Zusammenarbeit, dass ich geradezu die Qual der Wahl hatte, ein entsprechendes Line-Up zusammenzustellen.« Der viel beschäftigte Kreative, Maler, Theater- und Filmkollaborateur entschied sich für Bedächtigkeit – und für sich selbst als einzig relevante ästhetische Instanz. »Ich habe jetzt das Album gemacht, das ICH machen wollte.« Es ist das bisher konventionellste Album geworden. Live präsentierte sich die Gruppe im Mai in der Szene Wien bereits in blendender Form. Ob das eben dort inszenierte »Band In A Box«-Konzept, bei dem die ProtagonistInnen in Proberaummanier den Zuschauerraum zur Bühne umfunktionierten, auch im Ländle realisiert wird, bleibt abzuwarten. Man darf sich überraschen lassen! MARTIN ZOLLES

www.zitaswoon.com


MITTWOCH 27 JUL 20.30 HALLE

(JON SPENCER) BLUES EXPLOSION

Jon Spencer und seine erdige Entourage aka Blues Explosion kommen, um der Welt zu zeigen, was Blues nicht nur mal gewesen ist, sondern immer noch sein kann: eine Lektion in Sachen Sex, Schweiß und Übermut. Auch wenn manche modische Retroband das Gegenteil behauptet: Die sagenhafte Raw Power des Rock`n`Roll, die schiere, urtümlich-ungestüme Kraft, die einen und alles umhaut, ist heute doch sehr selten geworden. Wir sprechen – in Zwischenrufen wie »O Yeah!«, »Come On!« oder »Ja genau!« (GUZ, der einzig berechtigte Schweizer Zwischenrufer) – von jener Auf- und Anregung durch gute Musik, die weiter gehenden Aufruhr verursacht und Leben verändert. Wer dies immer noch bewirkt – und dies nach vierzehn Jahren Bandexistenz – ist die von Jon Spencer angeführte Blues Explosion. Es war kürzlich ziemlich mutig von The Hives, auf gemeinsamer Tournee den direkten Vergleich zu wagen. Denn diese Musik wirft Funken, knallt, explodiert; »that`s right«, würde Jon Spencer dazwischenrufen. Auf den mittlerweile sieben regulären Platten (ob »Orange«, »Acme«, »Plastic Fang« oder vergangenes Jahr »Damage« – alle ausnahmslos empfohlen) lässt sich die unglaubliche Wucht und zungenschnalzende Coolness des Trios nur erahnen. Live auf der Bühne – und dies in der Regel nicht unter zwei Stunden – gehört die New Yorker Formation schlicht zu den letzten Pflichtterminen für AltrockerInnen, die unter Blues nicht die Formeln langweiliger MusikschullehrerInnen verstehen, ebenso wie für Frischlinge, die ihre Energie ansonsten vornehmlich aus dem HipHop beziehen.

Winona und Chuck D. Jon Spencer, der bestaussehende Trashrocker ever (Pussy Galore, Boss Hog – darin verbandelt und verheiratet mit der ebenso unglaublichen Cristina Martinez), »Man on Fire« mit irren Verrenkungen an der »Staubsauger«Gitarre und am Mikrofon, Judah Bauer mit unverwechselbar scharf bearbeiteter Telecaster-Gitarre und Russell Simins, der härtest groovende Drummer

GESCHICHTE, VERDAMMT!

seit Led Zeppelins John Bonham, lösen jedes Versprechen ein, das ihre Songtitel machen: vom Geschmack der Liebe, Sex und Schweiß über die Lügengeschichten und hochtourigen Trips bis zu den Attacken, Raketen, der Folter (»Torture!«) und schließlich der Zerstörung. Wer einmal auf einem Konzert der Blues Explosion war (in meinem Fall war‘s auf der »Orange«Tour mit Theremin vor über zehn Jahren in der Roten Fabrik in Zürich), den lässt diese Band nicht mehr los. Der Moment ist eingebrannt: Jon Spencer & Co auf der Bühne ist die hoch energetische Erinnerung daran, was der Rock’n’Roll mal gewesen sein muss, damals in den 50ern oder Anfang der 60er-Jahre, als die rollenden Steine noch lebten. Es handelt sich um eine verdammte Geschichtslektion, aber nicht retro – niemals! –, sondern im Hier und Jetzt mit Punk-Furor und einer einzigartigen Verbindung von Wut und Sexyness. You better believe it, sucker. Eine Explosion des wahren Blues eben, die mittlerweile als Band auch nur noch so heißt. »Es war immer The Blues Explosion, es war nie eine Soloband«, sagt Leader Spencer, »wir sind Brüder. Es ist ein Zeugnis unserer Solidarität, unserer Kraft und unserer Liebe.« Die Liste der Freundinnen und Freunde ist entsprechend lang: Schauspielerin Winona Ryder, Swamp-Blues-Rocker R.L.Burnside, Rapper Chuck D. oder No-Wave-Legende James Chance sind nur einige der prominenten Fans, die sich von der Blues Explosion einspannen ließen.

Coole Sätze und Weckrufe Mehr gibt’s nicht zu sagen. Außer, dass wir uns manchmal wünschen, irgendjemand in Europa würde eine Songzeile wie »Could be a baseball player« – hier wär’s dann: »könnte ein Fussballer sein« – nur ein einziges Mal halb so cool singen/sagen wie Jon Spencer. Und dies noch: Ein New Yorker Freund pflegt seinen Mitbewohner in ausgelasseneren Morgenmomenten jeweils mit dem Eröffnungsschrei von »Now I Got Worry« zu wecken. Das ist der wahre Freundschaftstest: Wer einen Mitbewohner hat, der das im verschlafenen Zustand auch noch gut findet, braucht sich wirklich nicht mehr zu sorgen. Ein Blues-Explosion-Fan ist ein Musikfreund fürs Leben. That’s right. MARCEL ELSENER

www.blues-explosion.com


MUSIK 48

BOOMZACK MITTWOCH 27 JUL 20.30 HALLE

METALYCÉE FREITAG 29 JUL 23.30 POOL

MATT BOROFF SAMSTAG 30 JUL 20.30 HALLE

»Nichts Hochintellektuelles, aber auch nichts Dummes«, verspricht BoomzackMultiinstrumentalist Gunther Oswalder. Gegründet anno 2000 im legendären Wiener Lokal Terrassinger stellen die Vorgängerbands (Bomb Circle und Pirates) dieser Crew schnell klar, was einen hier live erwartet. Boomzack! Oder, genauer klassifiziert: hingebungsvoller Noisepop – aufgeladen mit viel Sehnsucht nach dem perfekten Popsound von ergreifender Schlichtheit. Mit Sicherheit ein bombastischer Abend. WEB

Als Indiz für ihr Selbstbewusstsein sei allein der Albumtitel Beweis genug. »Another White Album« titelt dieses Duo (bestehend aus Mitgliedern von thilges3), das sich live dann doch als Triumvirat gibt. Der Brachialität wegen. Denn Metalycée hat sich dem Konzept Crossover verschrieben: Metal goes Dancefloor. Klar, das haben andere schon vor den zwei/drei Österreichern versucht. Didi Bruckmayr (Fuckhead, Wipeout) zum Beispiel. Aber der ist schließlich nicht zufällig Sympathisant. Ach ja, ebenfalls als hilfreiche Referenz sei erwähnt, dass Metalycée u.a. auf Mosz Records veröffentlichen, wo auch Gustav (»Rettet die Wale«), Christian Fennesz, Peter Rehberg oder Werner Dafeldecker eine Heimstatt gefunden haben. Herausfordernd. Gewaltig. Gut. WEB

Von der heimischen Tageszeitung Der Standard längst als »wahrscheinlich beste neue Band Österreichs« betitelt, steckt hinter dieser Dreier-Formation, die den Namen ihres Frontmannes trägt, tatsächlich ein großartiger Entwurf von Rock, der vor allem aufgrund des musikalischen Tiefganges gefällt. Wer sich jetzt die Frage stellt, wie das mit der Musik von Calexico zusammengehen soll, kann beruhigt sein. Hier herrschen mehr Analogien als auf den ersten Blick wahrnehmbar: Auch dieses Genre kann nach Wüste klingen! Durch und durch eine großartige Live-Band. LUX

www.boomzack.com

www.mosz.org/metalycee.html

PELZIG FREITAG 29 JUL 20.30 HALLE

Thilges 3

Bald schon bescheren uns die Freunde aus dem Süden Deutschlands Album Nummer fünf, vorerst aber nehmen Pelzig für das poolbar-Festival noch einmal auf der Bühne die Instrumente in die Hand. »Emo aus Deutschland?«, fragt die Bandinfo – bemüht, die richtigen Worte zu finden. Und gibt die richtige Antwort: »Nein. Eher schon Grant und Kraft aus Bayern. Aufrichtig und kernig, bockig und geradeaus, unverstellt und unverwüstlich, mit einer amtlichen Zulassung für die Liebe«. Letzteres kennt man ja auch von Pelzigs Schwesterband Slut, die es an diesem Abend praktischerweise ebenfalls gleich zum poolbar-Festival verschlägt. WEB www.pelzig-music.de

SLUT FREITAG 29 JUL 20.30 HALLE

Metalycée

»All We Need Is Silence« meinten Slut im Vorjahr noch auf ihrem gleichnamigen Longplayer. Dass das live nicht der Fall ist, wissen all jene, die es vor einigen Jahren geschafft haben, sich Tickets für den damaligen poolbar-Auftritt der fünf Ingolstädter zu ergattern. Egal ob sie sich auf ihrem gerade aktuellen Album gerade ungeschliffen, weichgezeichnet poppig oder doch eher melancholisch geben, auf der Bühne galt und gilt seit jeher: Slut rocken. Und – auch das hat sich im Lauf der Jahre stets von neuem bewiesen: Slut werden von Mal zu Mal besser. Vielleicht übrigens einer der letzten Auftritte der Band … WEB www.slut-music.de

Slut

www.mattboroff.com

THILGES3 PLAY IZDIUCZ SAMSTAG 30 JUL 23.30 POOL Es klingt alles wesentlich sperriger und komplizierter als es ist. Vor allem weil sich die Experimentalelektroniker Thilges3 für ihr beim poolbar-Festival präsentiertes Projekt »Die doppelte Abwesenheit« auf das von Pierre Bourdieu herausgegebene Buch des algerischen Soziologen Abdelmalek Sayad »La double absence« berufen. Darin beschreibt er das Bild des/der ImmigrantIn/ EmigrantIn auf sich selbst: als zugleich in seiner/ihrer Ursprungskultur fremd Gewordene/n und in der Zielkultur fremd Gebliebene/n. Diese doppelte Abwesenheit versucht nun das Wiener Trio (Moog, Laptop, Bass, Synthesizer, Trautonium) musikalisch zu ergründen, indem es elektronische Klangkunst und traditionelle orientalische Kunstmusik koppelt, doppelt und kurzschließt. Was in mehrfacher Hinsicht spannend klingt. Und gleich – der Titel ist Programm – zwei Seiten hat: eine davon wird eben beim poolbar-Festival zu hören sein, das Komplementärstück schon davor beim Feldkirch Festival (den Kooperationspartnern, www.feldkirchfestival.at). WEB www.thilges.at

Pelzig


Wohin in Vorarlberg

Wohin heute? Das erfahren täglich 203.000* Vorarlberger aus den VN. Dort steht, was im Ländle alles läuft: Vom Mega-Event über das tägliche Kulturangebot bis zum Freizeittreff jede Menge Informationen über das Veranstaltungsgeschehen im Land. Tag für Tag im Überblick und auch als wöchentliche Vorschau. Wer im Ländle nichts versäumen will, greift täglich zu den VN. *Quelle: Jahres-MA 2004, LpA ab 14 Jahren


MUSIK 50 SAMSTAG 30 JUL 20.30 HALLE

CALEXICO

EINMAL MOJAVE UND ZURÜCK, BITTE!

Selbst wenn das eigene Geldbörsel Nein zu weiten Flugreisen sagt und dem Sonnenbrand im Solarium auf die Sprünge geholfen werden muss, soll das nichts bedeuten: Die großartige US-amerikanische Band Calexico fungiert seit jeher als musikalisches Fernwehsubstitut und besticht dabei stets durch akustische Verschränkungen abseits aufgelegter Konventionen. Als Joey Burns und John Convertino Anfang bis Mitte der Neunzigerjahre als Rhythmusabteilung für die wegweisenden Giant Sand durch die Lande tingelten, konnte noch niemand ahnen, welche akustischen Nachwirkungen dieses Gespann noch auslösen würde. Schließlich entsteht tatsächlich Erhabenes selten auf dem Reißbrett und schon gar nicht mit Gewalt. Die Dynamik des langsam Gewachsenen taugt da wohl eher, um einen an der Hüfte zu packen und langsam, aber stet emporzuheben. In etwa so fühlt es sich nämlich an, wenn das klangliche Großereignis namens Calexico über die Gehörgänge kommt und dabei die Sehnsucht nach der Ferne ebenso generiert wie kompensiert (wird). Allein schon die Tatsache, dass es wenig eigener Fantasie bedarf, den Bandnamen in ein musikalisches Erscheinungsbild zu übersetzen, verdeutlicht, mit welchem Selbstverständnis Burns und Convertino ihre Kunst betreiben. Beheimatet in Tucson, Arizona, scheint die Wüste verinnerlicht, um sie mittels kontinentalen Weitblickes in Sachen Musik auf ein Tonträgerformat zu bannen. US-amerikanische Songwriter-Traditionen werden hier ebenso hochgehalten wie die Ästhetik von Latin-Klängen oder der

stets wiederkehrende, effiziente Einsatz einer Mariachi-Truppe, die vor allem live ihre Wirkung nicht verfehlt und so manchem/mancher starren IndieSympathisantIn die Ohren für ein plurales Musikverständnis öffnet.

Pavement, The Notwist, Sinatra, Hazlewood Schließlich verfügen die beiden Protagonisten über eine feinsinnige Gewitztheit, die Konzerte sowohl in ein schweres Ambient-Gewand versetzen kann als auch nahe liegendere Überraschungen an den Tag fördert. Sei es auch »nur« die leidenschaftliche Interpretation eines PavementSongs. Da wundert es auch nicht, wenn Joey Burns im Gespräch feurige Lobeshymnen über die Weilheimer Elektronik-Wunderwuzzis von The Notwist vom Stapel lässt, um im nächsten Moment alten amerikanischen Country-Helden Tribut zu zollen. Routine will man gar nicht erst aufkommen lassen, ohne jedoch auf ein gesundes Maß an Kontinuität verzichten zu wollen. Das haben bereits andere auch erkannt. Umtriebigerweise erhält man immer noch alte Seilschaften aufrecht, die sich durch unzählige Gastauftritte im Rahmen diverser Projekte äußern. Die Wüste schweißt zusammen. Als Nancy Sinatra im vergangenen Jahr zur Produktion eines neuen Albums ruft, kommt sie allein schon deshalb nicht an Calexico vorbei, weil diese am 2000er-Album »Hot Rail« mit »The Ballad Of Cable Hogue« den wohl besten Lee Hazlewood-Song, der nicht aus seiner Feder stammt, der Welt schenkten. Das Resultat »Burnin’ Down The Spark« geriet freilich kompositorisch ähnlich, wie man es von den Sechzigerjahre-Aufnahmen des Gespanns Sinatra/Hazlewood her kennt. It’s all just a little bit of history repeating. Und wenn diese gut war, warum nicht … JOHANNES LUXNER www.casadecalexico.com


BAAL MITTWOCH 03 AUG 20.30 POOL Zwei Bands, in deren Vorprogramm Baal bereits spielten, seien als durchaus aussagekräftige Referenzen genannt: Sepultura und Apocalyptica. Für Banausen ist zwar beides Krach, doch für Connaisseure markieren diese beiden Namen die jeweiligen Enden des kommerziellen Heavy-Rock-Spektrums. Irgendwo im weiten Spannungsfeld dazwischen wirken seit 1997 Sina Samieian (Bass, Vocals), Michael Brugger (Drums, Vocals) und Roland Maria Reininger (Gitarre, Vocals). Wobei es den alles gebenden – fast möchte man sagen: begnadeten – Livemusikern immer geht: um heftige Rockmusik, emotionsgeladene Explosionen und expressive Hingabe. Drei Stimmen sprechen für sich ... THIELE // Serviert mit Jack Daniel‘s

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BLACK SONIC PROPHETS MITTWOCH 03 AUG 20.30 POOL Die Liechtensteiner wissen, was Rockerherzen freut. Allein schon deshalb, weil in jedem der vier Black Sonic Prophets eines schlägt. Die Formel ist einfach, bewährt – und vor allem live immer noch unschlagbar. Zwei Stimmen plus zwei Gitarren plus ein Bass plus ein Schlagzeug ergeben (ge)mächtigen Rock. Charakteristisch für die Band ist ihr eingängiger, mehrstimmiger Gesang über fetten, riffbetonten Gitarren und treibendem Schlagwerk. Das mag zwar schwer nach 90ern klingen, das tut es aber verdammt gut. THIELE www.bsp.li

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www.thegap.at


MUSIK 52

»FUNKKOPFSTÖRUNG«: FUNKKOPFHÖRER-KONZERT MIT FUNKSTÖRUNG FEAT. ENIK (!K7) FREITAG 05 AUG 20.30 TERRASSE (BEI REGEN IM POOL) Diesen Sommer sorgt Oliver Hangl gleich in mehrfacher Hinsicht für Aufsehen Gemeinsam mit FM4-Mann Kristian Davidek und illustren DJ-Gästen wie DSL, Electric Indigo oder Manni Montana bescherte er zuerst dem Donaufestival, dann der Bundeshauptstadt und dem Umland Wiens spontane Guerilladiscos (www.guerilladisco.com). Mit einem ausrangierten ORF-Übertragungswagen, einem Strom-Generator und ein paar hundert per Pfand verteilten Funkkopfhörern brachten die tanzenden Party People ahnungslose PassantInnen zum Staunen. Den via Funk übertragenen Sound konnten sie nämlich nicht hören – und zum Verkehrslärm tanzende Menschen muten einfach seltsam an. Beim poolbar-Festival führt Hangl dieses Konzept mit seinen Freunden, den legendären Rosenheimer !K7-»Kindern« von Funkstörung (»Appetite For Distruction«) konsequent fort. Funkstörung + Kopfhörerdisco = Funkkopfstörung lautet die Addition logischerweise. Das Endergebnis ist, soviel steht fest, eine detailverliebte elektronische Liebeserklärung ans Dasein, den Moment. Und im Anschluss an die – ob der beschränkten Kopfhörerzahl von ca. 300 Stück – limitierte Funkkopfstörung bestreitet man gemeinsam ein reguläres, jedoch keineswegs »gewöhnliches« DJ-Set. Beides sollte man sich nicht entgehen lassen! WEB www.olliwood.at, www.funkstorung.com

CARAMELO & CRIMINAL SONNTAG 07 AUG 20.30 POOL Es ist ein eigentümliches Potpourri aus Reggae, Dancehall und spanischem Schlager, welches das Duo Caramelo/Criminal zum Markenzeichen erhoben hat. Bühnentechnisch machte es bereits Bekanntschaft mit Größen wie Gentleman, Shaggy, Seeed oder Sean Paul. SzenekennerInnen sind die beiden lateinamerikanischen Brüder aber auch als Protagonisten der Salsa/Rap/Rock/ Reggae-Crew Les Babacools ein Begriff, die erst kürzlich am Aerodrome-Festival ordentlich für Stimmung sorgten. Als DancehallDuo gelingt ihnen immer wieder das scheinbar Unmögliche: die Crowd nicht nur zum Grooven und Tanzen, sondern sogar zum lautstarken Mitsingen zu bewegen. Bei durchwegs spanischen Lyrics ist das in unseren Breiten durchaus als bemerkenswert hervorzuheben. Am 7. August stehen sie zunächst mit »Les Babacools« als Headliner auf der Hauptbühne des Szene Open Airs in Lustenau und kommen dann mitsamt den PartyAficionados zur Afterhour in den pool. WEB

www.caramelocriminal.com

MISS VIOLETT SONNTAG 07 AUG 20.30 POOL Die Mischung macht’s. Auch im Falle von Miss Violett, trotz klassischem Rock-Instrumentarium (zwei Gitarren, zwei Stimmen, Schlagzeug, Bass). Die musikalischen Wurzeln der Macher gehen in alle möglichen Richtungen: Der eine kommt aus der Pop-Gegend. Einer weiß nicht, ob er überhaupt Wurzeln hat. Die anderen zwei Herren lieben alles, was Qualität hat. Gemeinsam sind sie Miss Violett. Oder, wie sich die Band selbst sieht, »eine heiße Braut. Zickig und anschmiegsam zugleich. Und sexy. Aber nicht zu sehr. Und international, da neben Vorarlberger auch noch italienisches Blut in den Adern fließt.« THIELE


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MUSIK 54

Achtung! Kartenvorverkauf für Bauchklang ausschließlich per SMS

Bauchklang

R.T.F.M.

RTFM

Trickster Flint

R.T.F.M. MITTWOCH 10 AUG 20.30 POOL

BAUCHKLANG FREITAG 12 AUG 20.30 HALLE

ED ROYAL SAMSTAG 13 AUG 20.30 POOL

Damit das geklärt wäre: R.T.F.M. steht für »Read The Fucking Manual«, was man in unseren Breiten frei mit: »Lies gefälligst das verdammte Handbuch« übersetzen würde. Nun, die Autorin dieser Zeilen kommt der Aufforderung nach. Die Bandinfo wurde eingehend studiert, die Musik mal mehr, mal weniger bedächtig gehört. Manual und Eindrücke decken sich dabei weitestgehend: Gecovert wird hier ebenso wie den Göttern des Blues gehuldigt. Wenn auch möglichst weit entfernt vom klassischen 12-TakteSchema und manchmal verdächtig nah an den Norwegern von Motorpsycho. Meine Aufforderung an die Band: P.I.F.L. (Play It Fucking Loud) THIELE

Wem diese Band in den vergangenen Jahren nicht untergekommen ist, der oder die interessiert sich entweder nicht für Musik oder hat viel Zeit in Nordvietnam verbracht. Denn beinahe überall sonst hat es das St. Pöltener Vocal-Groove-Projekt Bauchklang in den letzten Jahren hin verschlagen. Keiner österreichischen Band sonst ist es in letzter Zeit auch nur annähernd gelungen, eine wachsende Fan-Base aufzubauen. Bauchklangs A-capellaDrum’n’Bass erschöpft sich selbst beim zehnten Liveerlebnis nicht – zumal die Niederösterreicher bereits neues Material mit zum poolbar-Festival bringen werden.

Königlich sein Auflegen, welches musiktechnisch »Funky Freestyle« genannt wird. Dahinter verbirgt sich eine Mischung aus Nu Funk, Oldschool Funk, Breakbeat, Bigbeat etc. Egal – Hauptsache es ist Groove enthalten. Den lässt Herr DJ und Labelbesitzer in Innsbruck (u.a. Couch, Jimmy’s, Mahagoni Bar) erklingen, ist in deutschen Club Charts vertreten und bespielt europaweit Clubs. Inspiriert ist er von Fort Knox Five, ein wenig Rodney Hunter und Max Sedgley. Na dann, groove it, poolbar. FLOW

TRICKSTER FLINT MITTWOCH 10 AUG 20.30 POOL Zwei Männer auf der Suche nach sich selbst. Auf der Suche nach dem perfekten Popsong. Es ist ein Motiv, das seit den Urzeiten des Pop gleich geblieben ist, und doch gelingt es immer wieder von neuem, ihm Neues, Spannendes und doch Eingängiges abzuringen. Zum Beispiel Trickster Flint. Was machen diese beiden Männer so Besonderes? Nun, sie lassen (auch on stage) alle Hemmungen fallen und kombinieren, was die Musikhistorie so hergibt. Folkige Country-Melodien gewinnen bei ihnen manchmal ebenso Überhand wie IndieElektro oder Metal-Riffs im Folklore-Fingerpicking-Stil. Amüsant, abwechslungsreich und irgendwie anders. WEB www.tricksterflint.at.tt

THIELE

www.bauchklang.at

CLOUD9: AUDIO DEVICE, GEETOX, INTOXICATED, MC DAVOX, LIVE-VISUALS BY MEDIAPUNK FREITAG 12 AUG 20.30 POOL & WOHNZIMMER Nach zwei Jahren und über fünfzig Festen in Wien und Graz kommt die Drum`n`BassPartyserie Cloud9 nun erstmals für ein nächtliches Gastspiel zurück ins Ländle (der ursprünglichen Heimat der beiden Hauptprotagonisten). Im Schlepptau und an den Turntables haben sie dabei allerlei Freunde aus der Wiener Drum’n’Bass-Szene. Etwa Audio Device, den man als Gründungsmitglied der »Synergetic Crew« und als Host-DJ der Synergetic-Parties im Wiener WUK kennt. Oder den Visualist Mediapunk und DJ Geetox. Letzterer ist dank seiner internationalen Szenekontakte mit der Veranstaltungsreihe »Audiosuite« durchaus so etwas wie der Kärntner Drum’n’Bass-Platzhirsch. Ebenfalls mit in Feldkirch: Cloud9Host Intoxicated und MC Davox, seines Zeichens regulärer Vocalist auf den monatlichen Mainframe-Raves in der Wiener Arena. Möge die Nacht mit euch sein! THIELE

www.innvision-records.com

PHILADELPHY-MARTINEK SAMSTAG 13 AUG 20.30 POOL Martin Philadelphy und DJ Chris Martinek musizieren noch nicht wirklich lange gemeinsam, können aber dennoch bereits auf Beachtliches verweisen. Neben zum Tanzen und Swingen bewegenden Live-Gigs ist das vor allem ihr CD-Debüt »Beautyfool«. Dieses zeitgemäß-chillige Klangmonstrum zwischen gefälligem Gitarrenpop und housigen Beats wurde nicht nur von der Presse gelobt, sondern auch vom legendären Wiener Vertrieb Soul Seduction ins Programm genommen. Keine Sekunde ließe sich beim Hören der Tracks erahnen, dass Philadelphy-Martinek von Tirol aus in der Szene mit mischen – wären da nicht neben den englischsprachigen Lyrics auch deutsche Texte. Wobei: Tirolerisch klingt anders. BERN www.philadelphy.at


SAMSTAG 13 AUG 20.30 POOL

KANTE

ESPERANTO FÜR DIE SEELE

»Für mich gibt es eigentlich keine Art von Musik, der ich nicht irgendwas abgewinnen kann«, offenbart Peter Thiessen. Mit seiner Band Kante und deren stilsicherer Melange aus elektronischen Versatzstücken und klassischen Pop/Rock-Ingredienzien macht der Hamburger demnächst auch beim poolbar-Festival Halt.

»Die Summe der einzelnen Teile«: Diese Aussage philosophischen Ursprungs wird wohl für immer untrennbar mit der Band Kante verbunden bleiben. Der gleichnamige, aus dem Album »Zweilicht« stammende Song machte die Band zu IndieStars. Gegründet wurden Kante bereits vor rund zehn Jahren von Sänger, Texter und Gitarrist Peter Thiessen, der von 1996 bis 2002 bei Blumfeld am Bass zupfte. Musikalisch zeichnen sich Kante durch ihre Vielfalt aus, indem sie Pop-, Rock-, Jazz- und Elektronik-Elemente zu einem eindrucksvollen Mosaik vereinen. Das Ergebnis wird, dem eingangs zitierten Song folgend, mehr als die Summe der einzelnen Teile. »Wir machen einfach das, was wir toll finden«, kommentiert Thiessen. »Ich kenne eigentlich keine Leute, die nur Rockmusik oder nur HipHop, nur Techno oder nur Jazz hören. Wir interessieren uns alle, jeder einzelne von uns, für alle möglichen Arten von Musik. Also für mich gibt es eigentlich keine Art von Musik, der ich nicht irgendwas abgewinnen kann. Die Platten, die ich zu Hause höre, variieren auch von Salsa bis Minimal House. Uns kommt das auch gar nicht allzu unterschiedlich vor. Ich hab’ das Gefühl, dass die grundsätzlichen Herangehensweisen an Arrangements, Harmonien, Melodien, etc. schon alle sehr ähnlich sind. Für uns ist das dann nicht so entscheidend, ob das ein Rockstück ist oder eher Jazz.«

London, Tokio, Feldkirch Kürzlich erst begeisterten Kante im Rahmen des Donaufestivals mit ihrem Konzert in der Korneuburger Werft, für das sie eilig aus Tokio aufbrachen, wo sie wenige Tage zuvor aufgetreten waren. Drängt sich eine Frage förmlich auf: Wie ist es, als deutschsprachige Band im nicht deutschsprachigen Ausland zu spielen? Peter Thiessen: »Schon im Januar waren wir in Tallinn, in Estland. Es kommt also nicht so oft vor, aber unsere Erfahrung ist eigentlich, dass, wenn man dann vor Ort, vor einem Publikum ist, die Sprache nie so ein Problem ist. Früher, als ich noch bei Blumfeld war, da haben wir mal in Südamerika gespielt und in London und so. Bei Popmusik ist ja immer das Schöne, dass man selbst entscheiden kann, ob man jetzt dem Sinn der Worte folgt oder einfach der Musik. Es geht viel darum: Wie ist der Gestus des Gesangs? Ist das eher cool oder eher aufbrausend? Wie sieht man so aus auf der Bühne? Was sind das für Leute? – aber auch: Was hat man für Videos, was für Plattencovers? Für mein Verständnis von Popmusik ging es eigentlich nie darum, Sachen wortwörtlich zu verstehen. Deswegen habe ich uns nie dezidiert als deutsche Band empfunden. Das ist gerade das Tolle an Popmusik, dass man sie nicht an eine Nationalsprache oder eine nationale Kultur binden kann. Für mich war sie immer die internationale Sprache der Jugend oder des jugendlichen Gefühls.« STEPHAN BRÜCKLER www.kantemusik.de


MUSIK 56

POOLBAR DJ LINES

»DER GLÖCKNER VON NOTRE-DAME«: LIVE CREATED SOUNDTRACK BY PLASMATIC AMBIENT & FLIP PHILIPP SONNTAG 14 AUG 21.30 TERRASSE (BEI REGEN IM POOL)

CLUB BOOGALOO: IMMER SONNTAGS, IMMER SUPER 20.30 WOHNZIMMER/POOL

poolbar-Stammgast Flip Philipp (Mitglied der Wiener Symphoniker), Carlo Lorenzi (aka Plasmatic Ambient bzw. Plasmatic Food) und FreundInnen machen es sich hinter der Leinwand gemütlich. Während auf derselben William Dieterles Stummfilmklassiker »Der Glöckner von Notre-Dame« (1939) läuft, reagieren sie spontan auf ihren akustischen wie elektronischen Instrumenten auf das Schwarzweiß-Geschehen. »Im wesentlichen geht es uns darum, die Stimmung musikalisch umzusetzen, schnell zu reagieren und zu improvisieren«, erklärt Flip Philipp. Für laute und leise Umsetzungen zuständig sind diverse Laptops, Synthesizer, Vibraphone, Percussions und – im Stummfilmkontext besonders interessant – eine Sängerin. WEB www.flip-philipp.at

Jetzt, da der Frühling vor der Hosentüre steht und überall weißer Rauch aufsteigt, schreit die Menge: »Habemus boogalam!« Und Ich & Du antworten: »Dopo il grande successo del‘anno scorso, i cardinali della poolbar hanno eletto noi, uomini semplici nella vigna del Reichenfeld: Io e tu – moi et toi – me and you – ich und du.« Sie sind clever und behaart, aber herzlich. Die Sonntage sind rein ihre Sache. Der zwanglose (dabei aber bestimmt zwangsneurotische) Club Boogaloo bietet von Soulenfunk bis Rock’n’Roll, Punk & Beat, von Zukunftsmusik bis Northern Soul & Southern Comfort einfach alles, was tanzbar ist. ICH/DU/KIC

POOLBAR CREW RESIDENTS: IMMER MITTWOCHS, IMMER BUNT 20.30 WOHNZIMMER Wer immer schon wissen wollte, was sich in den Plattenkisten der poolbar-MitarbeiterInnen versteckt, der/die hat im mittwöchigen Club der poolbar Crew Residents mehrfach die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren. Es hüpft die Plattennadel bei Indie, Punk und Pop, da rotiert der Teller zu Rock, Funk und Grunge. Von Dinosaur Jr. bis I Am Kloot, von Weezer bis Queens Of The Stoneages, von Jimi Hendrix bis Adam Green, von Tool bis Air. Sneakers werden ebenso zum Tanz gebeten wie Chucks. KIC

SPECIAL-K DJ-TEAM: IMMER DONNERSTAGS, IMMER K-SHAKEN 20.30 WOHNZIMMER/POOL Mit Cerealien shakt es sich besser. Und vor allem länger. Das ist dem DJ-Team Special-K bekannt. Ihre Rezepte sind ausgiebig im KShake auf ihre Verträglichkeit hin getestet worden, und das Urteil der Stiftung Ohrentest fällt quasi alternativ aus. Eine Liste sämtlicher Inhaltsstoffe liegt der Redaktion vor, und zusammengefasst lässt sich sagen: Manche im EU-Rat wären möglicherweise nicht einverstanden, aber das macht ja nichts. Denn wenn von Grunge über Punkrock und Ska bis hin zu Heavy Metal und Crossover jeweils ausgesuchte Titel auf den Plattentellern rotieren, dann kann das ja nur munden. Oder ohren. Wie man will. KIC www.k-shake.at

SO 03 07 TANZMARATHON: DJ MARATHON & MCGTANZWEIB SO 10 07 »ICH GEGEN DU« ODER »BEHAARTE UHSE GEGEN NAKED LUNCH« SO 17 07 ZITTERKLAPFEN PRODUCTION SO 24 07 »WEDER ICH NOCH DU« ALIAS »DJ ZUKUNFTSMUSIK« SO 31 07 »ICH« ALIAS »MC SUBITO SANTO« + »KOMM ZUR SACHE SCHÄTZCHEN!« SO 07 08 »DU« ALIAS »DJ HERR LESS« SO 14 08 »ICH UND DU« ALIAS »THE TWIN TOWERS – FOREVER FORBIDDEN«

MI 06 07 DIE MÄDCHEN FÜR ALLES MI 13 07 LADIES FROM BEYOND THE BAR MI 20 07 DIE BÜRGERMEISTERINNEN MI 27 07 HANDFESTES VON DEN BAUERN MI 03 08 JUNGE MENSCHEN BRAUCHEN LIEDER MI 10 08 BUD


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POOLBAR DJ CHARTS

MUSIK 58

02

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MITTWOCH 13 07, POOL REVEREND VENUS BOP 60S TRASH, BEAT, SURF-PUNK, BOOGALOO-VOODOO TUNES 1 THE CRAMPS, ELVIS FUCKING CHRIST 2 THE SONICS, PSYCHO 3 REVEREND BEATMAN, FUCK YOU JESUS FUCK YOU OH LORD

FREITAG 22 07, WOHNZIMMER DJ RAKETLE DESERT ROCK 1 STEPHEN MALKMUS AND THE CHICKS, DARK WAVE 2 PRIMUS, SHAKE HANDS WITH THESE 3 GIANT SAND, TEMPTATION OF EGG

flex exresident, chelsea, b72, rhiz, wuk, tüwi (wien)

FREITAG 08 07, WOHNZIMMER TOUGH THOMSON NORTHERN SOUL, HAMMOND GROOVES, 60S BEAT & SKA 1 THE VILLAGE CALLERS, I DON’T NEED NO DOCTOR 2 NINO FERRER, LES CORNICHONS 3 PRINCE BUSTER, MADNESS

poolbar resident, sonderbar (fk), spielboden (db)

01

poolbar resident, rauch (fk), sub zero, loop, wirr (wien)

00 SAMSTAG 02 JUL, WOHNZIMMER HOLGER FLEISCHMANN & WERNER SCHRÖTTNER (THE GAP) PUNK-FUNK, ELEKTRO, POP 1 THE RAPTURE, HOUSE OF JEALOUS LOVERS 2 ARCADE FIRE, NEIGHBOURHOOD #2 3 M.I.A., PULL UP THE PEOPLE

FREITAG 08 07, POOL DJ RAKETLE DESERT ROCK 1 STEPHEN MALKMUS AND THE CHICKS, DARK WAVE 2 PRIMUS, SHAKE HANDS WITH THESE 3 GIANT SAND, TEMPTATION OF EGG

MONTAG 04 07, WOHNZIMMER C.D.CELLO ALTERNATIVE, HOUSE, DUB, CHILL-OUT 1 MOBY, PORCELAIN 2 SNEAKER PIMPS, LORETTA YOUNG SKILLS 3 DEPECHE MODE, USELESS rauch club resident (fk), sonderbar (fk), rhiz (wien)

felgas bar (ludesch)

MONTAG 04 07, POOL HOLGER FLEISCHMANN (THE GAP) PUNK-FUNK, ELEKTRO, POP 1 THE RAPTURE, HOUSE OF JEALOUS LOVERS 2 ARCADE FIRE, NEIGHBOURHOOD #2 3 M.I.A., PULL UP THE PEOPLE flex exresident, chelsea, b72, rhiz, wuk, tüwi (wien)

MITTWOCH 06 07, POOL BASSOMATICS ELECTRONICA, FUNK, NU JAZZ, GROOVE 1 MO‘ HORIZONS, FEVER 99 2 THIEVERY CORPORATION, WARNING SHOTS 3 NIGEL HAYES, I‘M THE INSTRUMENT

SAMSTAG 09 07, WOHNZIMMER DJ MONK FUNK, SOULFUL, ROLLIN’, DRUM’N‘BASS 1 D KAY & RAWFULL, BE THERE 4 U 2 TEEBEE, LIFE CONTINUE 3 ARTIFICIAL INTELLIGENCE, DESPERADO/MOVING ON zapata resident (stuttgart), workstation (ibk)

FREITAG 15 07, WOHNZIMMER ICH & DU SOULENFUNK 1 MARLENA SHAW, CALIFORNIA SOUL 2 MO‘ HORIZONS, PE NA ESTRADA 3 EDDIE BO, CHECK YOUR BUCKET poolbar residents (club boogaloo)

SAMSTAG 16 07, WOHNZIMMER UNISONO DISCO-PUNK, NO-WAVE, BLACK MUSIC, ELEKTRO/HOUSE 1 LCD SOUNDSYSTEM, YEAH 2 MU, PARIS HILTON 3 THE BUSH TETRAS, YOU CAN‘T BE FUNKY club massiv (wien)

SAMSTAG 16 07, POOL NOISEBURGER 60S TO 00S 1 MOTORPSYCHO, VORTEX SURFER 2 TOOL, LATERALUS 3 FRANK ZAPPA, SOFA #1

felgas bar (ludesch)

SAMSTAG 23 07, WOHNZIMMER DJ MEUSE «BROWN SUGAR« GROOVY MUSIC COCKTAILS OF 60S AND 70S 1 DON FARDON, I‘M ALIVE 2 JAMES BROWN, WE WANT TO PARTY PARTY PARTY 2 ERIC BURDON, SPILL THE WINE michles fabrik, grüner pavillon (db), miami sound (götzis), rauch club, frischluft festival (fk)

SAMSTAG 23 07, POOL FREAK‘N‘NASTY SOUND SYSTEM (DJ MONK, VOCALS & DRUMS) FUNK, SOULFUL, ROLLIN’, DRUM’N‘BASS 1 D KAY & RAWFULL, BE THERE 4 U 2 TEEBEE, LIFE CONTINUE 3 ARTIFICIAL INTELLIGENCE, DESPERADO/MOVING ON zapata resident (stuttgart), bodega bar resident (frastanz), workstation (ibk)

poolbar resident, sonderbar (fk)

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04

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MITTWOCH 27 07, POOL DJ ALFI INDIE, ROCK 1 FRANZ FERDINAND, MICHAEL 2 YEAH YEAH YEAHS, DATE WITH THE NIGHT 3 BLOC PARTY, BANQUET

MITTWOCH 03 08, POOL SMASH YOUR DJ-SET! INDIE, FOLK, SINGER/SONGWRITER, ROCK’N’ROLL 1 BRIGHT EYES, AT THE BOTTOM OF EVERYTHING 2 QUEENS OF THE STONE AGE, A SONG FOR THE DEAF 3 THE STOOGES, NO FUN

b72 resident (wien)

FREITAG 29 07, WOHNZIMMER JAU (JOLLY & VAU) ALTERNATIV, POP/ROCK 1 PRIMUS, JERRY WAS A RACE CAR DRIVER 2 ZITA SWOON, MY HEART BELONGS TO SOMEONE ELSE 1 RED HOT CHILI PEPPERS, BLOOD SUGAR SEX MAGIC sonderbar (fk)

SAMSTAG 30 07, WOHNZIMMER BASSOMATICS ELECTRONICA, FUNK, NU JAZZ, GROOVE 1 MO‘ HORIZONS, FEVER 99 2 THIEVERY CORPORATION, WARNING SHOTS 3 NIGEL HAYES, I‘M THE INSTRUMENT

06 FREITAG 05 08, POOL PNP INTERCONTINENTAL DISKO (FUNK DA HOUSA) OD. BOOGIEWONDERLAND 1 MICHAEL JACKSON, DON‘T STOP TILL YOU GET ENOUGH 2 PEPE BRADOCK, PEER PRESSURE 3 PNP INTERCONTINENTAL, WILD LIPS

MITTWOCH 10 08, POOL EL FINNI SKA, SOUL, 60S POP, ALTERNATIVE ROCK 1 MADNESS, RAZOR BLADE ALLEY 2 AL WILSON, THE SNAKE 3 MANDO DIAO, DOWN IN THE PAST

poolbar resident, kugl, grabenhalle (st. gallen)

DONNERSTAG 11 08, WOHNZIMMER DJS SNIPE & FATLACE (BEAT-BIZ.COM) HIPHOP, R’N’B DJ SNIPE: 1 MASE, TELL ME WHAT YOU WANT 2 DELINQUENT HABBITS, HERE COMES THE HORN 3 BLUMENTOPF, 6 METER 90 DJ FATLACE: 1 JAY-Z, H TO THE IZZO 2 BLACKSTAR, DEFINITION 3 ASD, ASD

poolbar resident, projekt, utopia (ibk)

DONNERSTAG 04 08, WOHNZIMMER MIEZE MEDUSA HIPHOP IN LAID-BACK-VARIANTE 1 TY, MUSIC 2 FLY 2 2 JEAN GRAE, MY CREW 3 KINDERZIMMER PRODUCTIONS, IRGENDWO ZWISCHEN café europa, futuregarden, künstlerhaus passage (wien), theater am saumarkt (fk)

FREITAG 05 08, WOHNZIMMER GEX BOTAS AKA DEXBOOTLEG NU SKOOL BREAKS, DRUM’N‘BASS 1 RONI SIZE FEAT. RAHZEL, OUT OF BREATH/BUMP‘N‘GRIND 2 DIZZIE RASCAL, EVERYWHERE 3 STANTON WARRIORS, DUDE DESCENDING A STAIRCASE (REMIX) open air st. gallen, fm4 la boum de luxe, sohm resident (db), flex, turboklub resident (wien), uk dmc heats (bath, uk)

SAMSTAG 06 08, WOHNZIMMER STROMER & DENGEL ELECTROFIED MINIMAL TECHHOUSE 1 DONNACHA COSTELLO, COLOUR SERIES 2 ALEX SMOKE, DON‘T SEE THE POINT 3 ROBAG WRUHME, WUZZELBUD rauch club (fk), snails (buchs)

SAMSTAG 06 08, POOL BANK HOLIDAY FLASHBACK NORTHERN SOUL, FREAKBEAT, INDIE 1 MELBA MOORE, THE MAGIC TOUCH 2 THE SONICS, PSYCHO 3 THE CAESARS, JERK IT OUT poolbar resident, rauch club (fk), sohm, grüner pavillon (db)

om (koblach)

beat-biz.night (rauch club, fk), magnet (balzers)

SAMSTAG 13 08, WOHNZIMMER NOISEBURGER 60S TO 00S 1 MOTORPSYCHO, VORTEX SURFER 2 TOOL, LATERALUS 3 FRANK ZAPPA, SOFA #1 poolbar resident, sonderbar (fk)


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FILM 61 DIENSTAG 02 AUG 20.30 POOL

SINCE OTAR LEFT

Totgesagte leben länger Liebe und Lügen – lügen, weil man liebt. Darum dreht sich Julie Bertucellis Erstlings-Spielfilm «Since Otar Left« (OT: Depuis qu’Otar est parti), der 2003 den Kritikerpreis in Cannes und 2004 den César für das beste Debüt abgestaubt hat. Und zwar zu Recht. Die studierte Philosophin Bertucelli absolvierte eine Ausbildung zur Dokumentarfilmerin an den Ateliers Voran in Paris, und ihr geschultes Auge erkennt auch im Spielfilmbereich, wann es wo verharren soll. Kein Wunder, lernte sie als Regieassistentin doch bei einigen der ganz Großen des europäischen Feature-Films: u.a. bei Krzysztof Kieslowski, Bertrand Tavernier und Otar Iosseliani. Ihre Dokumentarfilme brachten Bertucelli auf internationalen Festivals Anerkennung und Lorbeeren, und mit «Since Otar Left« knüpft sie direkt an diese Erfolge an. Denn an diesem Film stimmt einfach alles.

Ausgewogene Ansichten Drei Frauen – die alte Eka (Esther Gorintin), ihre Tochter Marina (Nino Khomassouridze) und deren Tochter Ada (Dinara Droukarova) – in Tiflis, kein Geld, viel Vergangenheit und einen Sohn/Bruder/Onkel – Otar – in Paris. Er, der Mediziner, arbeitet schwarz am Bau, schickt Briefe und manchmal Geld nach Hause, ist allgegenwärtig und – stirbt. Marina und Ada entschließen sich, Eka die Wahrheit zu verheimlichen und deren Sohn Otar durch gefälschte Briefe am Leben zu erhalten. Die Geschichte – die übrigens in ihren Grundzügen wahr sein soll – hätte Stoff geboten für eine plumpe Komödie. Oder für ein schrecklich sentimentales Melodram. Doch Julie Bertucelli erzählt sie auf eine derart realistische, ehrliche Art, dass sie weder in die eine noch die andere Richtung kippt. Die Regisseurin nutzt den Schauplatz Georgien auch nicht für ein «Die-Welt-istgrau-und-grausam«-postkommunistisches Szenario. Dass gelegentlich das

F/B 2003, R: JULIE BERTUCELLI, 99 MIN Wasser ausbleibt oder der Strom ausfällt, das ist eben so, das gehört zum täglichen Leben. Bertucelli hat genug Erfahrung, um dort zu dokumentieren, wo Fabeln pathetisch wirken, und zu erzählen, wo der Dokumentation Einblicke verwehrt bleiben würden.

Ungelogen! «Als Konzept ist die Lüge faszinierend. Sie hat doppelte Kraft: zugleich destruktiv und kreativ. Aber in dieser Geschichte dient die Lüge als Katalysator, der enthüllt, wie jede der Frauen eine Lüge lebt, und wie sehr jede von ihnen ihr Leben ändert, um in diese Lüge zu passen«, erklärt Bertucelli in einem Interview, das auf der Homepage des Films nachzulesen ist. Dass der angesprochene Katalysator auch tatsächlich funktioniert, ist nicht zuletzt den großartigen Schauspielerinnen zu verdanken – allen voran die 90-jährige Esther Gorintin. Erst spät zur Dramatik berufen verleiht sie Eka eine Präsenz, die einen völlig in Beschlag nimmt. An Glaubwürdigkeit und Authentizität stehen ihr Nino Khomassouridze und Dinara Droukarova allerdings in nichts nach.

In der Ruhe liegt die Kraft Bertucelli lässt sich und ihrer Geschichte Zeit, wird dabei jedoch nicht langatmig. Sie erhebt nie den moralischen Zeigefinger, belehrt ihr Publikum an keiner Stelle (sondern öffnet schlicht Türen) und schafft es, viel Hintergrundinformation auf natürliche und unaufdringliche Weise in den Haupthandlungsstrang zu flechten. So erfährt man z.B. mit etwas Geduld, warum Französisch in der kleinen Familie eine große Rolle spielt (und sich im Film ständig mit Georgisch und Russisch abwechselt) und was der Kommunismus und dessen Zusammenbruch aus Marinas Generation gemacht haben. «Ich wollte keine platten Charaktere zeigen«, sagt Bertucelli. Das hat sie auch mit Sicherheit nicht getan. CAROLA KILGA www.zeitgeistfilms.com/sinceotarleft


FILM 62 COFFEE & CIGARETTES USA 2003, R: JIM JARMUSCH, 92 MIN, OMU DIENSTAG 05 JUL 20.30 POOL 17 Jahre dauerte es, bis Jim Jarmusch die elf Felder seines cineastischen Schachbretts zu einem Episodenwerk, in dem es hauptsächlich um Koffein und Nikotin geht, zusammengefügt hatte. Alles fing mit einer Anfrage von »Saturday Night Live« an: ob Herr Jarmusch nicht einen Kurzfilm drehen wolle, für die Show. Mit Roberto Benigni und Steven Wright in den Hauptrollen tat er das dann auch. Der bezaubernde Titel: »Strange To Meet You«. Natürlich bei einer Tasse Kaffee und den obligatorischen Glimmstängeln. Diese zwei Komponenten verbinden die einzelnen Shorts – der Rest ist pures Kinovergnügen. Wann sonst sieht man Bill Murray aus der Kanne trinken oder Iggy Pop mit Tom Waits übers Nichtrauchen diskutieren? KIC www.coffeeandcigarettesmovie.com

OPEN AIR KINO LOST IN TRANSLATION USA/JAPAN 2003, R: SOFIA COPPOLA, 97 MIN, DT DIENSTAG 12 JUL 21.30 TERRASSE (BEI REGEN HALLE)

LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG ESP 2004, R: PEDRO ALMODÓVAR, 100 MIN, DT DIENSTAG 19 JUL 20.30, POOL

Everyone wants to be found: Mensch denkt so, Film auch. Sofia Coppola, mit schwerem Regieerbe belegt, inszeniert in Tokio den etwas anderen Film. Ein amerikanischer Filmstar – verkörpert von einem in Höchstform agierenden Bill Murray – ist für Werbeaufnahmen in der Stadt. Er lernt spät-barabends, einsam sitzend, eine um mehr als dreißig Jahre jüngere Frau (Scarlett Johansson) kennen. Gemeinsam, weil einsam – zumindest anfangs –, entdecken sie eine mystische Großstadt, eine fremde Kultur, die der westlichen Welt bis auf fluoreszierende Reklameschilder sehr wenig ähnelt. Das Gespräch, verschiedene Ansichten, Lebensabschnitte und die schnell tief gehende Beziehung zwischen den beiden ProtagonistInnen sind aber die eigentlichen Themen dieses mit Golden Globes ausgezeichneten Films. Und jene sind garniert mit feinem Humor und schöner Stimmung.

Was viele an Almodóvars Werk – in bester Film Noir-Tradition – nicht zuletzt interessiert, ist die Frage nach dem autobiographischen Anteil der erzählten Geschichte. Denn es lassen sich durchaus Parallelen zu seinem Leben finden: Der homosexuelle Regisseur Enrique (Fele Martinez) macht sich mitten in der legendären Movida-Bewegung in seine Kindheit auf, angeregt von einem Jugendfreund, der ihre gemeinsamen Erfahrungen in einem katholischen Internat zu Papier gebracht hat. Die Kamera begleitet Enrique bei seinen Recherchen und erzählt – formal unheimlich fesselnd – von Liebe, Leid und sexuellem Missbrauch. Verknüpft mit dem, was die »schlechte Erziehung« von den jungen Seelen übrig gelassen hat, ergibt der Film einen für ein derart dunkles Thema farbensprühenden Bilderreigen, der ans Herz genauso wie ans Hirn geht. KIC

FLOW

www.lost-in-translation.com

www.lamalaeducacion.com


OPEN AIR KINO GOOD BYE, LENIN! D 2003, R: WOLFGANG BECKER, 117 MIN, DT SAMSTAG 06 AUG 21.30 TERRASSE (BEI REGEN HALLE) Eine der erfolgreichsten deutschen Komödien aller Zeiten kommt auf der viel zitierten »(N)Ostalgie«-Welle daher und schwemmte in Europa die Menschen in die Kinos und wichtige Filmpreise (vom César bis zum Europäischen Filmpreis) in Beckers Taschen. Sogar für den Globe und den Oscar nominiert beweisen Crew und Cast (um Daniel Brühl), dass Deutschland nicht nur ernste Autorenfilme zu bieten hat, sondern durchaus auch Humor. Ohne Vorschlaghammer. Dafür mit Zirkel. Wenn sich die Welt – in diesem Falle die DDR – rasant ändert, während man im Koma liegt, ein schwaches Herz und einen besorgten Sohn (Brühl) hat, der einem nach dem Aufwachen vorspielt, dass der Kapitalismus immer noch das Problem anderer ist, haben andere gut lachen. KIC www.good-bye-lenin.de

2046 CHIN/F/D/HK 2004, R: WONG KAR-WAI, 88 MIN, DT DIENSTAG 09 AUG 20.30 POOL »2046« ist der Titel eines Sci-Fi-Romans, geschrieben von Chow (Tony Leung) im Hongkong der 60er, inspiriert von der Zimmernummer einer Frau, die er einst liebte (für Kar-Wai-KennerInnen auch eine Art Sequel zu »In The Mood For Love« – sogar, was die männliche Hauptrolle betrifft). Im Roman steht die Zahl für die Nummer eines Zuges, in dem sich eine Art Alter Ego von Chow in eine Androidin verliebt, die partout nicht aussteigen will. Vier tragisch-schöne Liebesgeschichten, verschachtelt erzählt, nach Nat King Cole und Bellini klingend, elegant von Christopher Doyle auf Zelluloid gebannt. Eine Reise in die Zukunft, die doch eine in die Vergangenheit ist – berauschende Bilderflut, exzellenter Cast, Sci-Fi-Liebe der ganz besonderen Art. KIC www.2046-der-film.de

OPEN AIR KINO DER GLÖCKNER VON NOTRE-DAME USA 1939, R: WILLIAM DIETERLE, 116 MIN, STUMMFILM MIT LIVE-SOUNDTRACK SONNTAG 14 AUG 21.30 TERRASSE (BEI REGEN POOL) Victor Hugos Roman ist weltbekannt und wurde viele Male verfilmt – in den verschiedensten Variationen. Mal animiert von Walt Disney, mal mit Selma Hayek in der Rolle der Esmeralda. Von William Dieterles (der Deutsche wanderte 1930 in die USA aus und wurde in Folge zu einem der erfolgreichsten Studioregisseure) Version profitierte besonders Maureen O’Hara, die dank Charles Laughton (sehr überzeugender Quasimodo) die Rolle der Esmeralda ergattern konnte und mit ihr den Durchbruch in Hollywood schaffte. Flip Philipp & Carlo Lorenzi hauchten letztes Jahr schon einem Stummfilmklassiker per Live-Musik neues Leben ein. Dieses Jahr haben sie sich mit dem »Glöckner« einen Schwarzweiß-Klassiker ausgesucht und werden mit erweiterter Crew unter dem Namen »Plasmatic Ambient & Flip Philipp« einen neuen, wunderbaren Soundtrack dazu liefern – live natürlich. KIC www.german.imdb.com/title/tt0031455


FILM 64

DIENSTAG 26 JUL 20.30 POOL

OPEN AIR KINO EIN FILMISCHER RÜCKBLICK DER POOLBAR #12 SONNTAG 14 AUG 21.30 TERRASSE (BEI REGEN IM POOL)

Arme Schweine Rocker »Metallica: Some Kind Of Monster« bietet Einblicke in den Global Player des Heavy Metal. James Hetfield, Lars Ulrich & Co sind hier mehr als Musiker. Sie sind kreative Industrielle. Die Doku ist deshalb nicht nur für Fans der Band, sondern für alle prinzipiell an Pop Interessierten besonders sehenswert.

Vom Aufbau bis zum letzten Konzert werden Philipp Müller, Felix Hammermann und David Buchrainer für Goldengnu den Festival-BesucherInnen, KünstlerInnen und poolbar-MitarbeiterInnen auf die Finger und in die Augen schauen – mit zwei Kameras. Die Post-Produktion findet praktisch zeitgleich mit dem Dreh statt, soll der filmische Rückblick doch pünktlich fertig werden. Eine Herausforderung, meint Mirko Hämmerle, schon rein zeitlich gesehen. Denn Material gibt es genug, und 3D-Animationen (Christian Haid) kommen auch noch dazu. Letzter Drehtag: 13. August. Weltpremiere: 14. August. We proudly present: poolbar #12. Ab FestivalEnde wird der poolbar-Festival-Film regelmäßig im Regional TV Lampert zu sehen sein. KIC

METALLICA SOME KIND OF MONSTER

USA 2004, R: BERLINGER/ SINOFSKY, OMU

Produzent Bob Rock fordert Schlagzeuger Lars Ulrich auf, so lange und laut wie möglich »Fuck« ins Mikro zu schreien. Dieser brüllt schließlich, bis er sich wie ein Wurm am Boden des Studios windet. Bob Rock ist dennoch nicht ganz zufrieden: »I need it another three times«. Sendungsbewusstsein? Hier geht es um den Effekt. Um Cash. Denn Metallica sind schließlich mehr als vier Männer mit ihren Instrumenten. Metallica ist eine überlebensgroße Trademark, ein Wirtschaftsfaktor, an dem hunderte Zuarbeiter und -innen (in Management, Plattenfirma, Tontechnik, etc.) hängen. Weshalb es einer ökonomischen Riesenkatastrophe gleichkommt, wenn die Chemie im Studio nicht stimmt. Wenn die Musiker einander ständig ins schütter werdende Haar geraten. Wenn James Hetfield ständig betrunken, aggressiv und unausgeglichen ist. Und schließlich irgendwann, noch in der ersten Hälfte des Films, aufspringt und im Entzugs-Sanatorium verschwindet. Wobei zu diesem Zeitpunkt unklar ist, ob es die Band, das Unternehmen Metallica, fortan überhaupt weiter geben wird.

www.goldengnu.com

Metal-Milliardäre privat Die ursprünglich als die Albumaufnahmen zu »St. Anger« begleitender Werbefilm gedachte Doku zeigt die erfolgreichste Heavy-Band unserer Tage einigermaßen ungeschminkt. Man sieht sie streiten, als Metal-Milliardäre, als Privatiers (etwa Kirk Hammett auf seinem Gestüt mit schwarzen Hengsten oder Lars Ulrich, der im Auktionshaus gewinnträchtig Gemälde weiterverkauft) und als Berufsposeure, die sich damit abgefunden haben, dass sich ihre einstige Freizeitbeschäftigung längst zur Profession gewandelt hat. Dass die Inszenierung als »ewiger Rebell« mühsam und verdammt harte Arbeit ist. Dann zum Beispiel, wenn man – wie Hetfield beispielsweise – eigentlich lieber die Tochter vom Ballettunterricht abholen würde. Lebensentwürfe (Familienvater, MetalUrviech, Unternehmer) prallen da vor den Kameras von Joe Berlinger und Bruce Sinofsky aufeinander, die man ja auch erst einmal unter einen Hut bringen muss – ohne durchzudrehen. Um das Funktionieren als ewig böse, schnaufende Rockmaschine zu gewährleisten, verpflichtet man schließlich einen Gruppentherapeuten, welcher der Band Monate zur Seite steht. Und – unfreiwillig komisch – von dieser schließlich unsanft verabschiedet werden muss, weil er am Ende glaubt, selbst unverzichtbarer Teil von Metallica zu sein. Wirklich beachtenswert an dieser sehenswerten Doku ist, wie es der Band gelingt, sich zu demontieren, ohne sich zu demontieren. Weil ohne Genierer das nicht ausgeblendet wird, was andere (z.B. Indie-)Bands leugnen würden: dass es bei allem kreativen Tun immer auch ein Bewusstsein um wirtschaftliche Zusammenhänge gibt. Da diskutiert die Band etwa gemeinsam mit dem Management und Vertretern der Plattenfirma, welcher Albumtitel denn der treffendste wäre, sprich: welcher Albumtitel die Fans zum Kauf animieren würde. Die Wahl fiel, wie wir wissen, auf »St. Anger«. Der Rest (eine) Geschichte, die wir u.a. aus den Charts kennen. HANNA THIELE www.somekindofmonster.com


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KURZFILM 66 Big Bad Wolf

Nachtnebel

Alpinale

WERKE JUNGER ÖSTERREICHISCHER FILMEMACHERINNEN SONNTAG 03 JUL 20.30 POOL

BEST OF FILMFESTIVAL ALPINALE: EINE RETROSPEKTIVE SONNTAG 10 JUL 20.30 POOL

Kurzfilm ist ein Genre, das nicht dazu taugt, sich auf einen »richtigen« Film vorzubereiten. Kurzfilm ist nämlich schon etwas Richtiges. Gute Shorts zu drehen ist eine Herausforderung – und junge FilmemacherInnen aus Österreich haben sich ihr gestellt. Die Ergebnisse wollen gesehen werden. Mit dabei: Barbara Schärf (»Nachtnebel«), Julia Kläring & Nils Olger (»[ ]«), Johanna Kirsch (»Me, the Big Bad Wolf and the Radical Sense of Freedom«), Florian Fessl (»T-Bone«) sowie Anita Land & Gerald Zahn (»Stoffwechsel«, »Gute Nacht, Barbara Rett verabschiedet sich«). Mit Hilfe des Publikums wird im Anschluss der beste Kurzfilm ermittelt und nimmt damit am Finalabend teil. KIC

In Zusammenarbeit mit dem poolbarFestival präsentiert das Filmfestival Alpinale die Retrospektive »20 Jahre Alpinale«. Auf dem Programm stehen ausschließlich (mit größtenteils Goldenen Einhörnern) prämierte Kurzfilme, darunter Animations-Glanzstücke wie »Nosferatu Tango« (Zoltan Horvath, CH 2000) oder Experimental-Shorts wie »Black Bottom« (Herbert Pauli, A 1984). Insgesamt zehn Shorts aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Irland gibt es zu bestaunen. Mit Hilfe des Publikums wird im Anschluss der beste Kurzfilm ermittelt und nimmt damit am Finalabend teil. KIC

LISTE DER GEZEIGTEN FILME: NACHTNEBEL (BARBARA SCHÄRF, A 2005, 15 MIN.) [ ] (JULIA KLÄRING / NILS OLGER, A 2005, 10 MIN.) ME, THE BIG BAD WOLF & THE RADICAL SENSE OF FREEDOM (JOHANNA KIRSCH, A 2004, 27 MIN.) T-BONE (FLORIAN FESSL, A 2005, 30 MIN.) STOFFWECHSEL (ANITA LAND/GERALD ZAHN, A 2004, 3:30 MIN.) GUTE NACHT, BARBARA RETT VERABSCHIEDET SICH (ANITA LAND/GERALD ZAHN, A 2004, 1 MIN.)

BEST OF »OHNE KOHLE« FESTIVAL 2005 SONNTAG 24 JUL 20.30 POOL Das internationale Independent Video- & Filmfestival »Ohne Kohle« findet heuer zum zweiten Mal in Wien statt und ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit vom Verein zur Förderung der Independent Film- und Videokultur sowie der Akademie der bildenden Künste der Johannes Gutenberg

www.alpinale.net LISTE DER GEZEIGTEN FILME: BLACK BOTTOM (HERBERT PAULI, A 1984, 3:30 MIN.) GOLDENES EINHORN EXPERIMENTALFILM 1985 DER RUDERER (MANUELA STINGELIN, CH 1986, 8 MIN) SONDERPREIS BESTER KURZFILM 1987 NACKT WIE EIN FISCH (PATRICK BÜRGE, CH 1994, 15:14 MIN) GOLDENES EINHORN PREIS DER JURY 1995 MOSQUITO (FRIEDER WITTICH, D 1999, 8:35 MIN) PRIX JEAN-THEVENOT 2000 39 1/2 (FRANZISKA MELETZKY, D 2000, 13 MIN) PRIX JEAN-THEVENOT 2001 OPUS (FRIEDER WITTICH, D 2002, 15 MIN) GOLDENES EINHORN PREIS DER JURY 2003 NOSFERATU TANGO (ZOLTAN HORVATH, CH 2000, 12:48 MIN) GOLDENES EINHORN ANIMATIONSFILM 2003) ESCAPE (JOHN RICE, IRL 2003, 7:45 MIN) GOLDENES EINHORN ANIMATIONSFILM 2004 LIEBE AUF TÜRKISCH (ÖZGIR YILDIRIM, D 2003, 12:05 MIN) PRIX JEAN-THEVENOT 2004 AIR SQUARE (MARCUS J. CARNEY, A 2002, 8 MIN) GOLDENES EINHORN HOCHSCHULFILM 2004

Universität Mainz. FilmemacherInnen aus dem Low- und No-Budget-Bereich haben so die Möglichkeit, sich zu vernetzen. Eine Auswahl der diesjährigen »Ohne Kohle«Einreichungen wird auch beim poolbarFestival zu sehen sein – und wieder gilt: der beste Film wird nochmals am Finalabend gezeigt. KIC www.ohnekohle.net

BEST OF UNI INNSBRUCK SONNTAG 17 JUL 20.30 POOL Im Videostudio der Uni Innsbruck wird gedreht, als ob es kein Morgen gäbe – und man trotzdem noch was für die Ewigkeit machen wollte. Recht so, dieser Umstand ermöglicht einen Kurzfilmabend mit vielen verschiedenartigen Shorts, die meisten davon topaktuell. Allein die Titel der Werke versprechen einiges: Da wären z.B. »What If?« (Alex Bachlechner), »Unique« (Nikolaus Kargl), »The Win/Win Situation« (Pröll/ Guantschnig/Germes) oder »Systemfehler« (Elisabeth Streng). Und mehr. KIC LISTE DER GEZEIGTEN FILME: WHAT IF? (ALEX BACHLECHNER, A 2004, 8 MIN) UNIQUE (NIKOLAUS KARGL, A 2005, 09 MIN) PROMISE THE SKY (ELIAS STABENHEIMER, A 2005, 10 MIN) THE SPIDER-HUMAN (CHRISTIAN OPPERRER, A 2003, 9 MIN) MONDAY (ANNA GANGLMAIER, A 2004, 10 MIN) CHAOS (ANGELIKA FRÖHLICH, A 1987, 3 MIN) SYSTEMFEHLER (ELISABETH STRENG, A 2004, 3 MIN) LOLLIPOP (JULIA MARIA LÄNGLE, A 2004, 3 MIN) IN DE NEIME OF (JOHN DOE, A 2005, 5 MIN) THE WIN/WIN SITUATION (PRÖLL/GUANTSCHNIG/GERMES, A 2005, 4 MIN) DER MANN, DER ALLES HATTE UND NICHTS WOLLTE (SEBASTIAN REICH, A 2005, 10 MIN) THE FLACON (KAMUTZKI/FEIERSINGER, A 2003, 7:30 MIN) 11 (BERT WALZER, A 2004, 11 MIN) @UIBK (OSCAR, A 2005, 3 MIN)

KURZFILMWETTBEWERB: DAS FINALE SONNTAG 31 JUL 20.30 POOL Wir bitten zur Abstimmung! Und um lautstarken Applaus. An jedem der bisher insgesamt vier Kurzfilmabende wurden ja bereits die jeweils besten Filme gewählt; sie werden nun zum Finale noch einmal gezeigt. Es mutet fast schon schottisch an, aber: Es kann nur eine(n) geben, nicht wahr? KIC


FREMDE 68

26 06

Conrad Sohm, Dornbirn: Tomte > conradsohm.com

24 06 bis 26 06

Quellrock Open Air, Bad Ragaz: Lovebugs / Seven / Treekillaz / Nevada feat. Special Guest Doris Ackermann A Few Good Men feat. members of Dynamike / Stress & Sens Unik > quellrock.ch

02 07

Mädchenzentrum Amazone, Bregenz: Sommernachtsparty > amazone.or.at

06 07

Spielboden, Dornbirn: Konzert Jazz& »Joe Zawinul & The Zawinul Syndicate« > spielboden.at

06 07 bis 30 7

Freudenhaus, Seepromenade Bregenz: Seelax: Revista do Samba / Kay Ray / Julie Delpy Georg Ringsgwandl u.v.a. > caravan.or.at

07 07

Rauch Club, Feldkirch: »Love is in the air« mit den Onedayloverlovemachines > sonderbar.at/rauch/club.html

07 07

Remise, Bludenz: Ausstellungseröffnung Egender-Lutz-Lampert > remise-bludenz.at

08 07 bis 10 7

Weinfest, Feldkirch, Marktgasse > feldkirch.at/werbungundtourismus/werbegemeinschaft/weinfest

09 07

Rauch Club, Feldkirch: Ada live, Warm up: Karl Salzmann > sonderbar.at/rauch/club.html

15 07 / 16 07

Woodrock Festival, Bludenz: tba > woodrock.at

15 07 bis 17 07

Summerslam (Imst): Lenny Kravitz / The Hives / Seed / Silbermond / Juli, Fettes Brot / Bauchklang Mando Diao / Sorgente / Blackmail / Urban Ego / Matt Boroff u.v.a. > summerslam.at

15 07

Spielboden, Dornbirn: Open Air Kino »Die fetten Jahre sind vorbei« > spielboden.at

16 07

Spielboden, Dornbirn: Open Air Kino »Coffee and Cigarettes« > spielboden.at

16 07

Stadtfest Lindau, Lindauer Insel: Irie Revoltes / Slick Fitty / Sin City Circus Ladies Strom und Wasser / Instoresnow > vaudeville.de

17 07

Spielboden, Dornbirn: Open Air Kino »Alles auf Zucker« > spielboden.at

23 07 bis 21 08

Bregenzer Festspiele: Kunst aus der Zeit > bregenzerfestspiele.com

27 07 bis 31 07

Hillside Festival, Bad Tölz, Airbase, Deutschland: Les Babacools & Jamaram / Georg Ringsgwandl Die Biermösl Blosn / Bananafishbones & die Springer / Mnozil Brass > hillside.de

29 07 / 30 07

Gaukler-Festival, Altstadt, Feldkirch: Comedy auf Hochrädern, Meister des Jonglierens, Pantomime, Feuershows und »Clown acts« > feldkirch.at

29 07 bis 31 07

Kunstmesse »art bodensee«, Messegelände Dornbirn > artbodensee.info

30 07

Umsonst & Draußen, Lindau: The Slackers / Dr. Ring Ding And The Scrucialists / The Movement Mono & Nikitamann & Band / Nervous Chillin / Martin Jondo / Desiato > vaudeville.de

03 08

Rauch Club, Feldkirch: Notstandshilfe > sonderbar.at/rauch/club.html

05 08 bis 07 08

Szene Open Air, Lustenau: Silbermond / Wir sind Helden / Les Babacools Ska-P / Patrice / The More > szene.cc

09 08 bis 14 08

Alpinale Filmfestival, Nenzing > alpinale.net

12 08 bis 14 08

dornbirn-im-puls: Straßentheatertage: Da Motus! / Compagnien Les P‘tits Bras / LMNO Slampampers / Strange Frui / Stuff & Thing u.v.a. > caravan.or.at/impuls

12 08 bis14 08

Sonne, Mond & Sterne Festival (Bleilochtalsperre Saalburg): The Prodigy / Die Fantastischen Vier ZootWoman / Mia / Sven Väth / u.v.a. > sonnemondsterne.de/index.php

18 08 bis 20 08

Frequency, Salzburg: Oasis / Foo Fighters / Die Toten Hosen / Queens of the Stone Age / Incubus

31 08 bis 03 09

14. Internationale Kunst- und Kulturfestival Transmitter (Hohenems, Tennis Event Center):

Beatsteaks / Kosheen / Adam Green / Gentleman u.v.a. > frequency.at Aktionskunst, Medienkunst, Sound, Workshops, Konki-Fussballturnier, Skate-Contest > transmitter.at 02 09 bis 05 09

A1-Beachmasters, Bregenz, Festspielhaus > a1.beachmasters.at

10 09

Club Vaudeville, Lindau: Demented Are Go + Special Guests > vaudeville.de

17 09 bis 06 11

Kunsthaus Bregenz: Tu felix Austria > kunsthaus-bregenz.at

06 10 bis 08 10

Culture factor Y, Lustenau: Aktionstag zum Thema Jugendarbeitslosigkeit > cfy.at

14 10 bis 26 10

Viennale int. Filmfestival, Wien > viennale.at

16 11 bis 19 11

AMS-Jobmania (Hohenems): BIFO-Messe > ams.or.at/jobmania

17 11 bis 20 11

Culture factor Y, Lustenau: Aktionstag zum Thema Jugendkultur > cfy.at

19 11

FM4-Fest in Vorarlberg > fm4.at


SAUBERE UMWELT BRAUCHT DICH! VORARLBERGS GEMEINDEN GEHEN MIT ERFOLGREICHER LITTERING-KAMPAGNE IN ZWEITE SAISON Die rote Dose auf der grünen Wiese hat in Vorarlberg schon Symbol-Charakter: Das Leitmotiv der Littering-Kampagne hat seit Juni 2004 gemeinsam mit anderen Bildern zigtausend Mal sympathisch die Botschaft vermittelt: »Saubere Umwelt braucht dich!«. Plakate, Aufkleber auf Briefen, Abfallbehältern und Fahrzeugen, Aktionen und Projekte der Vorarlberger Gemeinden und ihrer Partner, Littering-Kinospot, Leuchtplakate an Bushaltestellen, Medienarbeit – die Liste der Aktivitäten ist lang und bunt. Die Abfallberater und Sachbearbeiter in den Gemeinden haben zusätzlich zu den landesweiten Aktivitäten verschiedenste lokale Impulse gesetzt. Bgm. Ing. Rainer Siegele, Obmann des Vorarlberger Umweltverbandes: »Die Wirkung einer Bewusstseinsbildungsinitiative wie der Littering-Kampagne ist im Moment naturgemäß schwer zu messen. Nimmt man aber die Begeisterung und das Engagement der vielen Beteiligten als Maßstab, ist sie bereits nach dem ersten Jahr ein voller Erfolg!« Die Littering-Kampagne tragen u.a. das Land Vorarlberg, die Naturfreunde, der Alpenschutzverband, die Aktion Sichere Gemeinden und der Naturschutzbund mit. Zusätzliche Kooperationen sind in unterschiedlichen Stadien der Konkretisierung. Derzeit werden neue Plakat- und Inseratmotive vorbereitet, auch die Entwicklung eines Lern- und Lehrpaketes für SchülerInnen ist im Gang. Ab Sommer ist www.littering.at online, eine neue Internet-Plattform, die Informationen und Service zum Thema bieten wird. Zusätzliche spezifische Themenschwerpunkte sind für Sommer und Herbst geplant. Die Littering-Kampagne bleibt interessant und spannend…

KONTAKT: JÜRGEN ULMER UMWELTVERBAND +43 (0)5572 55450-13 J.ULMER@GEMEINDEHAUS.AT WWW.UMWELTVERBAND.AT WWW.LITTERING.AT


PARTNER IMPRESSUM 70

MEDIEN

VON HERWIG BAUER

DIE LUFT WIRD DÜNNER, BLEIBT ABER FRISCH Die österreichische »Konzert-Industrie« ist in Bewegung; große (und neue) Festivals klotzen und binden die Budgets der potenten Sponsoren an sich. Die Kleinen können zwar meistens auf eine lange Identitätsstiftende Entstehungsgeschichte verweisen, aber marketingtechnisch nicht mithalten. Sie kränkeln. Daneben steht das poolbar-Festival. Es hat Geschichte, ein Gesicht, ein besonderes Publikum. Es ist weder groß noch klein noch vergleichbar. Wir »investieren« viel Liebe in alle Bereiche. Selbstverständlich arbeiten wir ebenfalls unter kommerziellen Zwängen, versuchen dabei aber, Qualitätsansprüche hoch zu halten, Freiräume zu schaffen und sie zu nutzen. Gleichzeitig sorgen wir für Professionalität und zuverlässige Werbepräsenz für unsere PartnerInnen. Nicht schreiend, sondern so, wie man mit vernunftbegabten Menschen reden würde. Sehr gerne haben wir PartnerInnen, die Gutes tun wollen: z.B. Trapper Johann, den Schuldenfallenwarner der Arbeiterkammer Vorarlberg, oder die »Littering Kampagne« gegen gedankenlose Verschmutzungen des öffentlichen Raumes. Und wir sind erstmals ein »GastrOK«-Betrieb; unter dem Motto »Mehr Spaß mit Maß« bleibt der Spaßfaktor garantiert derselbe. Nie geht es uns darum, die Spaßbremse zu ziehen. Eher darum festzustellen, dass eine rauschende poolbarNacht nicht Kopfweh bereiten muss. Gleichzeitig stellt »Absolut Vodka« in seiner Kommunikation höchste gestalterische Ansprüche und ist eine künstlerische Bereicherung. Apropos: Nur Dank der »Projektgruppe« (Projektionstechnik) und »Goldengnu« (Videoclips & poolbar-Film) kann die poolbar so schick und lebendig daherkommen. Wir danken auch allen Medienredaktionen, die über das poolbar-Festival berichten und »Reviergrenzen« vor lauter Begeisterung ignorieren. Besonders schönes Beispiel: Liechtensteiner Vaterland & Liechtensteiner Volksblatt. Auch goTV und seit vielen schönen Jahren FM4 sind überzeugte poolbar-Pusher, denen wir nicht genug danken können. Ein spezielles Dankeschön an Thomas Weber und The Gap. Und ganz besonders wichtig: Die Wirtschaftskammer, die es ermöglicht, dass die poolbar jeden Sommer frisch gestaltet daherkommt. Und A1 – ein echter und essentielle Partner, der weiß, was die poolbar bedeutet. Herzlichen Dank an alle unsere PartnerInnen und ganz speziell an unsere Gäste, alle KünstlerInnen, unser Team.

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poolbar Magazin Redaktion: Kooperation mit The Gap (www.thegap.at), Koordination: Thomas Weber (web), Carola Kilga (kic), Heike Kaufmann (heka), Herwig Bauer (bau) AutorInnen: Josef Berner (bern), bricolage (Andreas Muxel, Michael Pichler, Maximilian Stecher), Stephan Brückler, Cornelius Burkert, Marcel Elsener, Holger Fleischmann, Markus Grabenwöger, Manfred Gram (gram), Oliver Hangl, Ich & Du, Christian Kisler, Johannes Luxner (lux), Philipp Sonderegger, Hanna Thiele (thiele), Kristine Tornquist, Florian Wiesner (flow), Martin Zolles Die Meinungen der AutorInnen müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion decken. poolbar-Festival #12 Management, Finanzen, Controlling: Herwig Bauer, Heike Kaufmann Veranstaltungsprogramm: Heike Kaufmann (Leitung), Herwig Bauer, Daniel Latzer, Ich & Du Kunstprojekte: Markus Grabenwöger Sponsoring, Subventionen, Kooperationen: Herwig Bauer Architektur: bricolage (Andreas Muxel, Michael Pichler, Maximilian Stecher) Medien, PR: Carola Kilga Werbung, Personal: Diana Mursec Finanzbuchhaltung: Heike Kaufmann EDV, Website: Christoph Graf, Herwig Bauer In-Situ-Management: Michael Bauer, Philipp Lampert Bühnentechnik: Joachim Dietze Gastronomie: Stefan Salzmann, Willi Schratz, Thomas Krobath Auf- und Abbau, Bauten: Günter Buschta, Daniel Latzer Merchandising: Patrizia Mogli Keckeis (Vertrieb), Herwig Bauer (Produktion) poolcar-Tour: Patrizia Mogli Keckeis Grafik: Herwig Bachmann, Klaus Österle, www.woimmer.com Impressum HerausgeberIn: poolbar – Verein zur Förderung der kulturellen Vielfalt Redaktion: Herwig Bauer, Heike Kaufmann Chefredaktion: The Gap (Thomas Weber) Grafik: Wohnzimmer, Herwig Bachmann, Klaus Österle, www.woimmer.com Druck: Vorarlberger Medienhaus Für unverlangt eingesandte Texte wird keine Haftung übernommen. Die Rechte an sämtlichen Texten und Bildern bleiben bei den AutorInnen. Inseratbuchungen für Ausgabe 2006: T +43-699-195 337 18, bauer@poolbar.at (Herwig Bauer) MedieninhaberIn: poolbar – Verein zur Förderung der kulturellen Vielfalt, 1070 Wien


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