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Flachware FuĂ&#x;noten der Leipziger Buchwissenschaft 2. Ausgabe (2011/2012) Herausgegeben von Carmen Laux und Patricia F. Zeckert

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Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.d-nb.de abrufbar. Alle Rechte der deutschen Ausgabe © Plöttner Verlag GmbH & Co. KG 2012, Leipzig London 1. Auflage ISBN 978-3-86211-056-8 Satz & Layout: Hagen Schied Umschlaggestaltung: Walter Melzner Druck: Winterworks, Borsdorf www.ploettner-verlag.de


Inhalt Editorial

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Reclamationen Karolin Schmahl

15

Ein gelungener Schachzug Die Umschuldung des Reclam Verlags unter Gotthold Müller Carmen Laux

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Kunstblätter bei Reclam Eine Porträtsammlung von Karl Stratil Ingrid Sonntag

39

Wurde Hilbigs Stimme Stimme auf der Leipziger Buchmesse ausgestellt?

Kunststücke Inga Dauter

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Der Koran im Buchdruck Ein historischer Überblick von Europa bis in den Orient Marcus Decker

69

Die Initialen der Zeugkiste Kristin Watterott

85

Die Welt der Miniaturbücher – Zu Hause in Leipzig Vera Hartje Die Sammlung des Bibliophilen Herbert Kästner Ein Leben geprägt durch das Suchen und Finden deutscher Literatur und Buchkunst des 20. Jahrhunderts

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Zensuralarm Doreen Hoyer

111

Die ungleichen Schwestern des Vatikans Zensur durch das Heilige Offizium und die Indexkongregation Anna Wellendorf

125

Zwischen Königstreue und Profitstreben Die Stationers’ Company im 16. Jahrhundert Claudia Hammermüller

137

Napoleon Bonaparte und der Weg zurück zur systematischen Zensur Von Verleugnung und Aufbau des Zensursystems zwischen 1799 und 1810 Nicole Moore

147

»Because they were white, baby, and they ruled the world« Die australische Zensur von James Baldwins Another Country Sabrina Detje

169

PR für Zensur? Die Selbstdarstellung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

Seitenblicke Melanie Mienert

181

David gegen Goliath Machtkämpfe im Verlag Walter de Gruyter während der NS-Zeit Franziska Galek/Julia Wick Eine Frau – ein Sektor Die Sparte Unterhaltungskunst im Henschelverlag

195


Michael Westdickenberg

213

Das Loch in der Mauer Ein Werkstattbericht über den innerdeutschen Literaturaustausch

Perspektiven Madeleine Berger

227

»Die Straßen der Hauptstadt sind breiter, dort kann man nebeneinander gehen« Der Umzug des Suhrkamp Verlags nach Berlin Ines Köhler

237

Blick in die Glaskugel Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die deutsche Buchbranche im Urteil von Wissenschaft und Wirtschaft Ein Diskursvergleich Thomas Keiderling

249

Enzyklopädien – vielgelesene Kanonliteratur oder Staubfänger im Regal? Thesen zum Lese- und Nutzungsverhalten von allgemeinen Nachschlagewerken Die Autorinnen und Autoren

267

Bildnachweis

272


Editorial

Nach dem erfolgreichen Start 2010 geht die Flachware in die zweite Runde und bietet wieder Raum für neue Ergebnisse aus der Buch- und Medienwissenschaft. Erneut sind Autoren vom Nachwuchswissenschaftler bis zum namhaften Experten mit Beiträgen rund ums Buch beieinander versammelt: vom finsteren Mittelalter bis in die elektronische Zukunft, vom winzigen Miniaturbuch bis zur gewichtigen Enzyklopädie. Unsere erste Rubrik, Reclamationen, ist eine Plattform für die Reclam-Forschung, die seit drei Jahren den Kern unseres Pilotprojekts »Leipziger Verlagsarchive« darstellt. Nach der Schließung von Reclam Leipzig im März 2006 hatten die Eigentümer im Oktober 2008 zugestimmt, das bereits nach Ditzingen (Baden-Württemberg) verbrachte Archiv temporär zur wissenschaftlichen Auswertung nach Leipzig zu geben. Schnell trug das Projekt erste Früchte, sodass nunmehr zahlreiche Geheimnisse der Reclam-Unternehmensgeschichte gelüftet werden können. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass der Verlag der weltberühmten Universal-Bibliothek in den 1930er Jahren einmal am finanziellen Abgrund stand? Karolin Schmahl erhellt die Umstände, die zu dieser schweren Krise führten und zeigt anhand einschlägiger Briefwechsel, wie die Katastrophe für den Traditionsverlag schließlich in letzter Minute noch abgewendet werden konnte. Carmen Laux schlägt in ihrem Beitrag ein weiteres Kapitel Leipziger Verlagsgeschichte auf: Im Zentrum steht die Porträtsammlung »Große Männer und Frauen«, die der Leipziger Künstler Karl Stratil ab 1945 gemeinsam mit Reclam herausbrachte. Das anfänglich äußerst erfolgreiche Projekt bereitete jedoch den Zensoren im Kulturellen Beirat einiges Kopfzerbrechen, und im Zuge der Umbrüche im Verlag nach der Flucht Ernst Reclams wurde die Sammlung letztlich als unge9


liebtes Kind »abgewickelt«. Ingrid Sonntag schließlich berichtet über die aktuellen Forschungsaktivitäten im Reclam-Projekt und zeigt, wie auch mithilfe engagierter studentischer Arbeit eine Ausstellung entstanden und nebenher das ein oder andere Rätsel der Verlagsgeschichte gelöst worden ist. In der Rubrik Kunststücke erwartet den Leser ein Strauß reizvoller und eigentümlicher Blüten, wie sie die Buchkunst und die Bibliophilie zuweilen treiben. Inga Dauter eröffnet dieses Feld mit einem für die Buchdruckkunst ausgesprochen brisanten Werk: dem Koran. Mit besonderem Blick auf Aspekte der typografischen Schönheit zeigt sie, wie die Heilige Schrift der Muslime trotz aller Widerstände auf Seiten der Schreiber, der Herrschenden und der muslimischen Geistlichen schließlich zu einem mechanisch vervielfältigten Massenprodukt wurde. Einen Schatz der Leipziger Buchkunst hat Marcus Decker gehoben: Beim Stöbern in einem eigenartigen Buch aus dem Jahre 1922, der Zeugkiste, fielen ihm die Initialen ins Auge, für die der Herausgeber Rudolf Engel-Hardt offenbar eine Schwäche hatte. Decker gewann die kleinen Schmuckstücke ebenfalls lieb und stellt sie dem Leser in seinem Beitrag vor. Wahre Preziosen vornehmlich Leipziger Herkunft sind auch die Protagonisten in Kristin Watterotts Aufsatz. Sie begibt sich in die Welt der Miniaturbücher und ihrer Sammler, zeichnet die Geschichte dieser Buchtradition nach und versucht zu ergründen, worin die Faszination der kleinen bibliophilen Schätze besteht. Wie das Büchersammeln eine ganze Biografie prägen kann, zeigt schließlich Vera Hartje am Beispiel des Bibliophilen Herbert Kästner. Dabei enthüllt sie, auf welchen zum Teil abenteuerlichen Wegen der Bücherliebhaber seine Schätze zusammengetragen hat und lässt den Leser einen Blick hinter die Kulissen einer großartigen Sammlung werfen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass diese keinen Selbstzweck darstellt, sondern dass von Kästners Leidenschaft auch zahlreiche schöpferische Impulse für die Buchkunst ausgehen. 10


Zensuralarm! Ein Projektseminar von Siegfried Lokatis zur vergleichenden Zensurgeschichte war der Anlass, Schlaglichter auf verschiedene international und epochenübergreifend zentrale Zensurinstanzen zu werfen. Doreen Hoyer startet mit dem Vatikan und fragt danach, wieso er stets zwei parallel funktionierende Gremien für die Buchzensur benötigte. Mit Anna Wellendorf landet der Leser im England des 16. Jahrhunderts und bei der Worshipful Company of Stationers, die es als Gilde verstand, die wirtschaftlichen Interessen der mächtigen Drucker mit Königstreue in Einklang zu bringen. Wie skrupellos und taktisch durchdacht Napoleon die Errungenschaften der Französischen Revolution in puncto Pressefreiheit einschränkte, zeigt Claudia Hammermüller. Im Anschluss kommt Nicole Moore das Verdienst und die Ehre zu, den ersten internationalen Aufsatz in der Flachware beizusteuern. Als ausgewiesene Kennerin der australischen Zensur beleuchtet sie ein Fallbeispiel aus den 1960er Jahren: den Roman Another Country von James Baldwin, der – zum Ärger der Zensoren – die Themen Homosexualität und Ethnizität kombiniert zur Sprache brachte. Den Blick zurück auf hiesige Gefilde und Gegebenheiten lenkt Sabrina Detje. Sie nimmt eine der verbliebenen deutschen Medienkontrollinstanzen unter die Lupe, und zwar über das Vehikel ihrer Selbstdarstellung per Öffentlichkeitsarbeit: die Bundeszentrale für jugendgefährdende Medien. Eine bunte Spielwiese für die aktuelle verlagshistorische Forschung bietet die Rubrik Seitenblicke. Den Anfang macht Melanie Mienert, die in den Personalakten des Walter de Gruyter Verlags auf ein eher düsteres Kapitel seiner Geschichte gestoßen ist. So erzählt sie, wie sich Verlagschef Herbert Cram während der NS-Zeit gegen besonders eifrige Regimetreue in seinem Betrieb zur Wehr zu setzen wusste und thematisiert dabei insbesondere Crams Spagat zwischen notwendiger Anpassung und weitestgehender Selbstbestimmtheit. Franziska Galek und Julia 11


Wick tummeln sich dagegen bei Tierdompteuren, Zauberkünstlern und Brettlschauspielern. Sie umreißen die sogenannte Unterhaltungskunst und verfassen damit gleichzeitig ein Porträt der Frau, die dieses Editionsgebiet im Ostberliner Henschelverlag maßgeblich aufbaute und formte. Welche Updates in Sachen innerdeutscher Literaturaustausch nötig sind, davon berichtet anschließend Michael Westdickenberg. Er besuchte die Konferenz, die die Buchwissenschaft der Universität Leipzig anlässlich des 50. Jahrestags des Mauerbaus veranstaltete. Dabei zeigten vor allem Nachwuchsforscher aus ganz Deutschland, welche neuen Aspekte den Ergebnissen der wegweisenden Tagung von 1996 hinzugefügt werden sollten. Schließlich eröffnet Madeleine Berger die Rubrik Perspektiven mit einer analytischen Rückschau auf den vielbeachteten Umzug des Suhrkamp Verlags von Frankfurt nach Berlin und zeigt in einer Manöverkritik die Interessenlagen und Entscheidungsspielräume auf. Ines Köhler dagegen entwirrt die Diskurse, die zum einen die Wissenschaft und zum anderen die Praxis über die Digitalisierung in der deutschen Buchbranche führten. Zu guter Letzt wendet Thomas Keiderling die ersten Ergebnisse zur Forschung über ungelesene Bücher auf Lexika an. In Thesenform weist er fundiert nach, was man schon immer befürchtet hatte: Enzyklopädien werden nur zu einem Bruchteil jemals gelesen. Eine bereichernde Lektüre wünschen Carmen Laux Patricia F. Zeckert

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Die Autorinnen und Autoren der Ausgabe Carmen Laux, geboren 1986 in Eilenburg, 2004–2010 Studium der Anglistik

und der Kommunikations- und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Buchwissenschaft an der Universität Leipzig, Magisterarbeit zur Geschichte des Verlags Philipp Reclam jun. in Leipzig von 1945 bis 1953, 2011 ausgezeichnet mit dem »Förderpreis Buchwissenschaft« der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Seit 2011 führt sie neben einer Tätigkeit als Lehrbeauftragte im Fachbereich Buchwissenschaft ihre Forschungen zum Reclam Verlag im Rahmen einer Promotion weiter. Patricia F. Zeckert, geboren 1980 in Halle (Saale), Studium der Anglistik

und der Kommunikations- und Medienwissenschaft in Leipzig und Brest (Frankreich), Tätigkeit als Lektorin, Lehraufträge im Fach Buchwissenschaft, Dissertation über die Leipziger Buchmesse in der DDR, Nachwuchsforscher in einer deutsch-australischen Kooperation zu australischer Literatur in der DDR sowie in einem deutsch-polnischen Projekt zu Breslauer Verlagen 1800 bis 1945, Publikationen zu ungelesenen Büchern und zur Leipziger Buchmesse. Madeleine Berger, geboren 1987 in Braunschweig, 2007–2010 Studium

der Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig. Nach einem Praktikum bei der Volkswagen Aktiengesellschaft hat sie 2011 ein weiterführendes Studium im Bereich Kommunikationsmanagement in Hannover begonnen. Inga Dauter, geboren 1987 in Leipzig, 2005–2007 Magisterstudium der

Arabistik und Germanistik an der Universität Leipzig, 2007–2011 Bachelorstudium der Kommunikations- und Medienwissenschaft in Leipzig und Dublin mit Abschlussarbeit zum Thema »Der Koran als Buch«. Derzeit studiert sie den Master Multimedia und Autorschaft an der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg.

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Marcus Decker, geboren 1988, Bachelorstudium der Kommunikations-

und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig. In seiner Bachelorarbeit beschäftigte er sich mit dem Thema »Typografie im Dritten Reich«. Der Text »Die Initiale im Buch Die Zeugkiste 1922« war seine erste wissenschaftliche Arbeit, mit der er das Seminar »Einführung in die Buchwissenschaft« abschloss. Sabrina Detje, geboren 1986 in Potsdam, 2006–2010 Bachelorstudium

der Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig, seit 2010 Masterstudium Kommunikations- und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Buchwissenschaft in Leipzig. Franziska Galek, geboren 1983 in Mühlhausen, 2002–2009 Studium

der Theaterwissenschaft, Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig. Seit 2010 übt sie eine Lehrtätigkeit im Fachbereich Buchwissenschaft aus. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit dem Henschelverlag in der DDR. Claudia Hammermüller, geboren 1989 in Dresden, studiert seit 2009 den

Bachelor Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig. Zurzeit verbringt sie zwei Auslandssemester an der Universidad de Granada in Spanien. Mit der französischen Sprache und Kultur beschäftigt sie sich intensiv als Juniorbotschafterin des Deutsch-Französischen Jugendwerks. Vera Hartje, geboren 1984 in Gelsenkirchen, zog nach dem Mauerfall mit

ihrer Familie nach Leipzig, wo sie nach einer Ausbildung Kommunikationsund Medienwissenschaft an der Universität Leipzig studierte. Währenddessen absolvierte sie Praktika u. a. in der Hauptabteilung Kommunikation im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Mitteldeutschen Rundfunks sowie in der Redaktion des Hauptstadtstudios von SPIEGEL TV MAGAZIN.

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Doreen Hoyer, geboren 1990 in Stollberg, 2008–2011 Bachelorstudium in

Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig. Seit 2011 studiert sie Multimediajournalismus in Halle (Saale). Nebenbei ist sie stellvertretende Chefredakteurin der Leipziger Hochschulzeitung und freie Mitarbeiterin eines Lokalblatts. Thomas Keiderling, geboren 1967, 1989–1995 Studium der Geschich-

te, Journalistik und Kulturwissenschaften in Leipzig und Newcastle upon Tyne (Großbritannien), 1999 Promotion, 1999–2002 Mitarbeiter der Universität Leipzig, 2002–2003 Mitarbeiter des Lexikonverlags Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG in Mannheim und Leipzig, seit 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig: Bereich Buchwissenschaft und Buchwirtschaft, seit 2004 Korrespondierendes Mitglied der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, 2010 Habilitation. Zahlreiche Publikationen zur Buchwissenschaft, Buchhandels- und Verlagsgeschichte, Rezeptionsforschung und Unternehmensgeschichte. Ines Köhler, geboren 1985 in Finsterwalde, 2005–2010 Studium der Kom-

munikations- und Medienwissenschaft, Anglistik und Politikwissenschaft in Leipzig und Dublin, 2010 Magister in Buchwissenschaft/-wirtschaft. Seit Oktober 2010 ist sie im Mitteldeutschen Verlag in Halle (Saale) im Bereich Vertrieb/Marketing tätig. Melanie Mienert (geb. Schlag), geboren 1983 in Naumburg, 2002–2007

Studium in Kommunikations- und Medienwissenschaft, Anglistik und Amerikanistik an der Universität Leipzig. Thema der Magisterarbeit war der Verlag und Verleger Bernhard Tauchnitz. Seit April 2008 übt sie eine Tätigkeit als Lehrbeauftragte am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft im Fachbereich Buchwissenschaft aus. Seit Oktober 2008 promoviert sie zum Thema »Der Verlag Walter de Gruyter 1923 bis 1967«.

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Nicole Moore, geboren 1969 in Robinvale, Australien. Sie ist Professorin für

englische Literatur an der University of New South Wales, u. a. mit den Forschungsschwerpunkten postkoloniale Literatur und Literaturzensur in Australien. Neben verschiedenen Publikationen über australische Literatur im 20. Jahrhundert veröffentlichte sie das Buch »The Censor’s Library: Uncovering the Lost History of Australia’s Banned Books« (2012). Karolin Schmahl (geb. Krämer), geboren 1984 in Leipzig, 2004–2011

Studium der Germanistik, Psychologie und der Kommunikations- und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Buchwissenschaft an der Universität Leipzig, 2010 Magisterarbeit zur Geschichte des Verlags Philipp Reclam jun. in Leipzig von 1933 bis 1945. Ingrid Sonntag, geboren 1953 in Gera, 1972–1976 Studium der Germa-

nistik in Leipzig, 1976–1983 Lektorin im Mitteldeutschen Verlag Halle und 1987–1992 im Gustav Kiepenheuer Verlag Leipzig, 1992–2003 Geschäftsführerin der Freien Akademie der Künste zu Leipzig; freiberuflich, Lehraufträge an der Universität Leipzig. Seit 2009 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig tätig. Kristin Watterott, geboren 1984, 2006–2010 Studium Kommunikations-

und Medienwissenschaft sowie Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. In dieser Zeit absolvierte sie zwei Auslandssemester an der Karls-Universität in Prag. In ihrer Abschlussarbeit im Fachbereich Buchwissenschaft beschäftigte sie sich mit Miniaturbüchern vor allem der DDR-Zeit. Die Autorin lebt derzeit in Prag und erforscht an der dortigen Nationalgalerie mit einem Stipendium des DAAD die Szene der Prager Surrealisten. Anna Wellendorf, geboren 1987 in Bad Langensalza, 2008–2011 Studium

Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie Anglistik an der Universität Leipzig. Nach einer journalistischen Tätigkeit beim Universitätsradio mephisto 97.6 arbeitet sie derzeit als freiberufliche PR-Beraterin in Leipzig. 270


Michael Westdickenberg, geboren 1959, Diplomsoziologe, Dr. phil., Tä-

tigkeiten als Dozent, Lektor und Kulturmanager. Ausgewählte Publikationen zu Literatur und Kulturpolitik der DDR: Die »Diktatur des anständigen Buches«. Das Zensursystem der DDR für belletristische Literatur in den sechziger Jahren. Wiesbaden 2004. »... somit würde man die Darstellung abschwächen, daß dogmatisches Verhalten, Karrieristentum, Fehler im Justizapparat gesetzmäßig wären.« Die Zensur von Prosaliteratur der DDR in den sechziger Jahren am Beispiel von Manfred Bielers Roman Das Kaninchen bin ich. In: Zensur im modernen Kulturraum. Herausgegeben von Beate Müller. Tübingen 2003. »Es ist zu empfehlen, dem Buch ein Nachwort über die Alternative beizugeben.« Veröffentlichungsstrategien und Literaturzensur westdeutscher belletristischer Literatur in der DDR am Beispiel von Thomas Valentins Roman Die Unberatenen. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte, Bd. 28, Tübingen 2003. Leben im goldenen Käfig – zu gesellschaftlichen Aspekten in Christoph Heins Roman Willenbrock. In: Studia Niemcoznawcze/Studien zur Deutschkunde, Warschau 2010. Julia Wick, geboren 1988 in Leipzig, 2008–2011 Bachelorstudium in Ger-

manistik. Derzeit absolviert sie ein Masterstudium der Kommunikationsund Medienwissenschaft an der Universität Leipzig und ist seit 2005 als freie Journalistin bei der Leipziger Volkszeitung tätig.

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Bildnachweis S. 27, 29  Reclam Archiv Stuttgart S. 44, 46  Reclam Archiv Leipzig S. 75-81  Universitätsbibliothek Leipzig (Signatur: Bibliogr.113-l) S. 88, 93  Walter Staufenbiel, Sammlerkreis Miniaturbuch e. V. Stuttgart S. 103, 107, 109  Vera Hartje S. 152  Archiv Nicole Moore S. 205  Archiv des Henschelverlags

Die Redaktion der Flachware 2 unterstützten: Sabrina Detje, Ruzha Georgieva, Kristin Giebeler, Julia Glade, Julia Hoffmann, Sina Krehahn, Nina Krögerrecklenfort, Nico Kunze, Daniela Leuchte, Roland Löbner, Conrad Pohlmann, Katarina Riesner, Theresia Rost, Anke Schüler, Kristin Sprechert, Grit Steuer, Johanna Seyfang, Sebastian Stieler, Nadine Umlauf, Siegfried Lokatis

Die Flachware entstand mit der großzügigen Unterstützung der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Buchwissenschaft Leipzig (GFFB).


Flachware 2 (Leseprobe)  

Das offizielle Jahrbuch der Buchwissenschaft der Uni Leipzig geht in die zweite Runde! Nach dem fulminanten Start der Nummer 1 im Jahr 2010...

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