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3-2815 ISSN 161

4.

07 b e 0 2 /2 0 | Ausga g n a rg h a J

| N r. 8

Kalkmagerrasen Vielfalt auf kargem Boden Kalksteinbrüche im Kreis Warendorf Volkszählung bei den Luftakrobaten Das Naturschutzgebiet „Vorbergs Hügel“ NABU Münster wird 25 Jahre jung Klimaschutzpreis Chancen für Mensch und Natur Bio-Fleisch von Naturschutzflächen Einmal wieder in einen Apfel beißen! Ablass oder klimafreundliche Alternative?

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Blumenreiche Landschaften

- die Kalkgebiete im Münsterland

Das NABU-Magazin für die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und die Stadt Münster


EDITORIAL Liebe Leserinnen, liebe Leser, Edmund Bischoff

Diana Gevers

Elmar Meier

Dr. Gerhard Bülter

wo begegnen Ihnen die schönsten Blumenwiesen, wo trifft man besonders häufig auf die so geschätzten Orchideen? Auf Kalk! Auch im Münsterland haben die uralten und durch tektonische Kräfte erneut an die Erdoberfläche beförderten Meeresablagerungen eine große Bedeutung als Lebensraum für ungeheuer viele Arten. Vielleicht mag es an der Randlage der wichtigsten Kalkhöhenzüge liegen, vielleicht auch an der Sorge mancher Naturschützer, zu viel Aufmerksamkeit könnte den gefürchteten Orchideenräubern das Feld bereiten: Bislang blieben die Schätze der Kalklandschaften oft im Verborgenen. Geholfen hat es den auf Kalk angewiesenen Lebensraumtypen nicht, denn sie wurden bei uns vielfach zerstört, in Agrarland umgewandelt oder die Artenvielfalt ging wegen der Nutzungsaufgabe verloren. Wir möchten mit dieser Ausgabe der Naturzeit den Blick auf diese Kalklandschaften mit ihren Kostbarkeiten lenken. Sie mit ihrer Artenvielfalt zu bewahren ist unser Ziel. Gelingen wird dies nur durch konsequente Optimierung, hier und da auch durch Erweiterung der Schutzgebiete. Wir müssen aber auch verstärkt neue Wege beschreiten, um in den derzeit schlechten Zeiten für den Naturschutz noch etwas zu erreichen. So bestehen nicht nur Risiken in der Kooperation mit der Zementindustrie, sondern auch eine Menge Chancen – aber es ist ein ständiger Balanceakt, denn in den Kalksteinbrüchen haben sich Lebensräume entwickeln können, die in der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft weitgehend verschwunden sind. Doch gehen auch hier ständig Refugien für bedrohte Arten verloren: Durch Rekultivierung, Erschließung für Naherholung und Tourismus, Straßenbau oder Verbuschung der wertvollen Offenlandbiotope. Der NABU macht sich gemeinsam mit befreundeten Naturschutzgruppen und engagierten Menschen in den Verwaltungen der Städte und Kreise stark für die Erhaltung und Entwicklung möglichst vieler Lebensräume in den Kalklandschaften. Die Naturschutzgebiete müssen betreut, Flächen erworben, nicht mehr landwirtschaftlich nutzbare Flächen gepflegt und von Bebauung bedrohte Biotope verteidigt werden. Helfen Sie uns dabei, indem Sie uns auch weiterhin als Mitglied ihre Stimme geben! Und überlegen Sie doch auch mal, ob Sie in Ihrem Bekanntenkreis nicht jemanden kennen, der sich ebenfalls für den NABU interessiert... Wir wünschen Ihnen nun viel Freude an der neuen Ausgabe der NATURZEIT, Ihr NABU im Münsterland!

Daniel Kebschull

Rudolf Souilljee

 NATURZEIT

Edmund Bischoff

Dr. Gerhard Bülter

NABU Kreisverband Steinfurt e. V.

NABU-Naturschutzstation Münsterland e. V.

Diana Gevers

Daniel Kebschull

NABU Stadtverband Münster e. V.

NABU Kreisverband Warendorf e. V.

Elmar Meier

Rudolf Souilljee

NABU Kreisverband Coesfeld e. V.

NABU Kreisverband Borken e. V.


INHALT Vorwort Inhalt, Impressum 4 Kalkmagerrasen - Vielfalt auf kargem Boden 6 Kalksteinbrüche im Kreis Warendorf 9 Kalkholde Pfeifengraswiesen

Kalkmagerrasen

Vielfalt auf kargem Boden

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NABU Kreisverband Borken 11 Volkszählung bei den Luftakrobaten NABU Kreisverband Coesfeld 13 Grad-Wanderung 14 Ansprechpartner und Projektbearbeiter NABU Münster 15 „Ausgewählter Ort 2007“ 15 Neuer Vorstand für NABU Stadtverband Münster 16 Das Naturschutzgebiet „Vorbergs Hügel“ 18 NABU Münster wird 25 Jahre jung 20 Herbstspaß für Kinder 20 Obstwiesenfest in den Rieselfeldern NABU Kreisverband Steinfurt 21 Eckhard Uhlenberg besucht den NABU KV Steinfurt 22 Klimaschutzpreis 2006 23 Kostenloses Spritspartraining 24 NABU Ehrennadel in Gold für Kurt Pick

Kalksteinbrüche im Kreis Warendorf

[6]

NABU Kreisverband Warendorf 25 Das NSG Mackenberg 26 Chancen für Mensch und Natur 27 Vogel des Jahres 2007 NABU Naturschutzstation 28 Eröffnungsfest der NaturGenussRoute 29 Blauhelme zwischen Ems und Emmerbach 30 Bio-Fleisch von Naturschutzflächen 30 Tor zur Hohen Ward Magazin 31 Rastgebiet für Zugvögel 32 Auf einem Auge blind 34 Einmal wieder in einen Apfel beißen! 35 Ablass oder klimafreundliche Alternative? 36 Kurzmitteilungen Ansprechpartner, Links Veranstaltungen, Exkursionen, Vorträge

Impressum

Volkszählung

bei den Luftakrobaten

[11]

NATURZEIT im Münsterland - ISSN 1613-2815 Herausgeber: NABU (Naturschutzbund Deutschland), Kreisverbände im Münsterland und NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. c/o NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. Zumsandestraße 15, 48145 Münster Tel. 0 25 1-9 87 99 53, Fax 0 25 1-13 60 08 E-Mail: info@naturzeit.org, www.naturzeit.org Redaktion: Michael Steven (verantwortlich), Edmund Bischoff, Frank Böning, Christian Giese, Florian Pointke, Kurt Kuhnen, Rainer Gildhuis, Lisa Quiter Ständige Mitarbeiter: Andreas Beulting, Christian Göcking, Elmar Meier, Klaus Reinke, Martin Steverding

Blauhelme

zwischen Ems und Emmerbach

[29]

Erscheinungsweise: 2x jährlich Die Redaktion behält sich vor, Artikel zu kürzen und zu überarbeiten. Die mit Namen gekennzeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des NABU wieder. Gestaltung und Satz: PIXTURA Werbeagentur e. K. Christian Giese, Bahnhofstr. 8, 46414 Rhede Tel. 0 28 72 / 94 85-25, Fax. -26 www.pixtura.de Auflage: 9.800 Stück Druck: Druckerei Demming, Holtkamp 17, 46414 Rhede Erfüllungsort und Gerichtsstand: Münster

Auf einem Auge blind

Aktuelle Tendenzen in der Naturschutzpolitik

[32]

Bankverbindung: Sparkasse Münsterland Ost BLZ 400 501 50, Konto-Nr. 26 00 52 15

Titelbild: Dickkopffalter Foto: Michael Steven

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Kalkmagerrasen

Vielfalt auf kargem Boden Zu den artenreichsten und ansprechendsten heimischen Lebensräumen zählen zweifellos die Kalkmagerrasen. Bekannt als Orchideen-Paradiese und Eldorad o für eine außergewöhnlich vielfältige Insektenfauna ziehen sie seit jeher das Interesse der Naturliebhaber und Ökologen auf sich. Andreas Beulting stellt diese einzigartigen und malerischen Kulturlandschaften vor.

Kalkmagerrasen sind in ihrer Verbreitung auf kalk- und basenreiche Untergründe und damit auf bestimmte Naturräume beschränkt. Im Münsterland sind dies die Beckumer Berge, die Kalkerhebungen bei Rheine („Waldhügel“) und insbesondere der „Kreidezug“ des Teutoburger Waldes am Nordostrand der Westfälischen Bucht. Früher kamen sie auch auf dem Altenberger Höhenrücken und in den Baumbergen vor. Große zusammenhängende Kalkmagerrasengebiete sind in Nordrhein-Westfalen noch in der KalkEifel sowie im Diemeltal im nordrhein-

westfälisch-hessischen Grenzgebiet bei Marsberg und Warburg anzutreffen. Kennzeichnend für diese seltenen Lebensräume sind flachgründige, im Sommer stark austrocknende, nährstoffarme Böden und extensive, traditionelle Nutzungsformen. Sie sind vor allem in südexponierten, thermisch begünstigten Hanglagen ausgebildet. Daher sind sie für Wärme liebende Arten von großer Bedeutung. Ihre karge Erscheinung, die sommerliche Hitze und Trockenheit, dazu der Duft von Thymian, wildem Majoran und anderen Kräutern erinnern stark an mediterrane Landschaften. Und auch die Tier- und Pflanzenwelt setzt sich vornehmlich aus Sonnenanbetern südlicher Breiten zusammen. Viele Arten haben auf Kalkmagerrasen weit nach Norden vorgeschobene Siedlungsgebiete. Allerdings unterliegt die Artenvielfalt klimatisch bedingt von Südnach Norddeutschland noch einer starken Verarmung.

Das Schachbrett, oder auch Damenbrett (Melanargia galathea) ist ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter. Foto: A. Beulting

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Zu den artenreichsten und ansprechendsten heimischen Lebensräumen zählen zweifellos die Kalkmagerrasen, wie an dem Hang dieses Höhenzuges. Foto: A. Beulting

Grundsätzlich lassen sich bei den Kalkmagerasen zwei Typen unterscheiden: Magerwiesen und Magerweiden. Letztere sind mit Abstand am weitesten verbreitet und vor allem als Wacholderheiden landschaftsprägende Erscheinungen. Während im Münsterland unter Wacholderheiden die mit markanten Wacholdersträuchern geprägten Heiden der Sand- und Dünengebiete verstanden werden, sind dies im süddeutschen Raum – z. B. Schwäbische und Fränkische Alb – ungedüngte, karge Weidelandschaften auf kalkigem Untergrund („Kalk-Triften“). Das liegt zum einen daran, dass die „Heide“ vom Ursprung her eine Rechts- und weniger eine landschaftsökologische Bezeichnung ist und zudem der Wacholder sowohl auf Kalk als auch auf Sand sehr wohl gedeihen kann (ausschlaggebend ist die Nähstoffarmut der Standorte und ein ausreichender Lichtgenuss).


Wacholderheiden verdanken ihre Existenz der Beweidung – hauptsächlich der Schafbeweidung. Die Flachgründigkeit und Trockenheit der Standorte ließen über Jahrhunderte keine stärkere landwirtschaftliche Nutzung zu, so dass insbesondere Wanderschäfer zur Entstehung und Erhaltung dieser „Bilderbuchlandschaften“ beitrugen. Der Verbiss der Tiere hat einen entscheidenden Einfluss auf die Artenzusammensetzung: So werden gerade wehrhafte Pflanzen selektiv gefördert, während schmackhafte Arten bevorzugt gefressen und damit zurückgedrängt werden. Zu den verschmähten Pflanzen gehören neben dem Wacholder zum Beispiel Silberdistel und Dorniger Hauhechel, die bitter schmeckenden Enzianarten oder die giftige Zypressenwolfsmilch. Viele Orchideen werden dagegen gezielt von Schafen „herauspflückt“: Auf kleinen Flächen mit wenig „Ausweichmöglichkeiten“ kann daher eine zeitgleiche, flächendeckende Beweidung zum Verschwinden seltener Arten führen. Besonders insektenreich sind große Kalkmagerrasenflächen mit unterschiedlich strukturierten Bereichen, einem Nebeneinander offener Bodenstellen, stark befressener aber auch langrasiger Abschnitte, früher Brachestadien und unterschiedlicher Gehölzstrukturen, denn für alle Ausbildungen der Kalkmagerrasengesellschaften gibt es speziell angepasste Arten: So sind Mauerfuchs und Feld-Sandlaufkäfer auf offene Bodenstellen angewiesen, während der stattliche Warzenbeißer, eine unserer größten heimischen Heuschrecken, höherrasige Versteckmöglichkeiten benötigt. Blütenreiche frühe Brachestadien und Säume sind Nektarinseln für das Schachbrett und viele weitere Tagfalterarten. Diese Vielfalt an Strukturen und Arten ist auf den noch erhaltenen Standorten oftmals nicht mehr anzutreffen, denn meist sind die Flächen mittlerweile schlicht zu klein oder sie unterliegen der fortschreitenden Verbrachung. Die fehlende Bewirtschaftung ist heute

eine der häufigsten Gefährdungsursachen für das Verschwinden der letzten Kalkmagerrasen. Aufforstungen, Nutzungsintensivierung und Überbauung, die in der Vergangenheit zum dramatischen Rückgang der Wacholderheiden beigetragen haben, sind heute zwar verboten, der Verbuschung kann jedoch mit juristischen Mitteln kein Einhalt geboten werden. Nur durch die Fortführung bzw. Wiederaufnahme einer an die speziellen örtlichen Bedingungen angepassten Pflegebeweidung mit Schafen lassen sich unsere Kalkmagerrasen langfristig erhalten. Stark verbuschte Flächen müssen zudem in mühsamer Arbeit erst wieder in einen guten ökologischen Zustand überführt werden. Kostendeckend ist die notwendige Pflege unter den jetzigen Rahmenbedingungen nicht zu leisten. Es ist unsere Auf-

gabe und Verpflichtung durch Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel diese gefährdeten Biotope und alten Kulturlandschaften zu erhalten. Während Kalkmagerrasen in Süddeutschland regional noch verbreitet anzutreffen sind, sind sie auf den ursprünglichen Standorten in der westfälischen Bucht sowie den angrenzenden Gebieten nahezu verschwunden. Ersatzlebensräume finden viele biotopgebundene Arten zeitweise in den aufgelassenen Steinbrüchen der Kalkgebiete (siehe Beispiele in diesem Heft). Da die Offenhaltung der Magerrasen durch Beweidung dort noch aufwändiger ist, ist die Erhaltung und Förderung von Kalkmagerrasen, auf denen als Pflege eine Beweidung möglich ist, von außerordentlich großer Bedeutung. £ Andreas Beulting

Hintergrund:

Kalkgebiete im Münsterland Kalkreiche Böden sind im durch Sand und Klei geprägten Münsterland aus naturkundlicher Sicht immer etwas Besonderes. Sie kommen vor allem auf den randlichen Höhenrücken der Westfälischen Bucht, dem Teutoburger Wald mit seinen Ausläufern sowie in den Beckumer Bergen zum Vorschein. Aber auch im Zentrum des Münsterlandes treten in den Baumbergen, auf dem Altenberger Höhenrücken, auf dem Buchenberg bei Borg­ horst, auf dem Ochtruper Berg oder auf dem Thieberg bei Neuenkirchen Kalkböden zu Tage. Entstanden sind sie durch Anhäufung von Resten kalk­reicher Schalentiere in einem Meer, das das Münsterland während der Kreidezeit bedeckte. Durch Bewegungen in der Erdkruste wurden diese Kreideablagerungen emporgewölbt, so dass sie aus den anderen, an der Oberfläche von der letzten Eiszeit geprägten Ablagerungen herausragen. Die kalkigen Ablagerungen sorgen für ein eher alkalisches Bodenmilieu, während die meisten anderen Böden im Münsterland eher sauer sind. Aufgrund der wasserdurchlässigen Beschaffenheit der kalkigen Mergelböden können sie nur wenig Wasser speichern und trocknen schnell aus. Dies ist eine Voraussetzung für die Entwicklung der sehr selten gewordenen Kalkmagerrasen, Kalksümpfe, Kalk-Flachmoore und Kalkholden Pfeifengraswiesen, aber auch für Kalkbuchenwälder. Ungedüngte Kalkgebiete zeichnen sich durch eine ungewöhnlich hohe floristische Artenvielfalt und große Blütenpracht aus. Im Münsterland sind die blütenreichen Lebensräume des Offenlandes im Zuge des Landschaftswandels durch Düngung, Umwandlung in Acker, Bebauung und Kalkabbau fast vollständig zerstört worden. Kalksteinbrüche haben für die Arten der Kalkgebiete daher eine heute unverzichtbare Ersatzlebensraumfunktion bekommen. Daher wurden einige nach Beendigung des Abbaus unter Naturschutz gestellt. £ Michael Steven

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Kalksteinbrüche im Kreis Warendorf In der Westfälischen Bucht haben die Gebiete Lengerich, Paderborn, Erwitte, Geseke und Beckum traditionell eine herausragende Bedeutung für den Abbau von Kalk- und Mergelkalkstein als Zementrohmaterial. Die Konzentration von Zement herstellenden Betrieben in diesen Gebieten hat dazu geführt, dass hier eine Vielzahl von Steinbrüchen in verschiedenen Stadien des Abbaus und der Folgenutzung zu finden sind. In der Vergangenheit betrachteten viele Menschen solche Steinbrüche ausschließlich als „Wunden in der Landschaft“, die es zu beseitigen galt. Für Naturkundler haben sie sich inzwischen allerdings als „Lebensräume aus zweiter Hand“ für eine Vielzahl von Pflanzen, Insekten, Tieren und Vogelarten herausgestellt. NABU-Mitarbeiter Christopher Husband, der die Artenvielfalt dieser Steinbrüche wie kaum ein zweiter kennt, stellt die entstandenen Lebensräume vor. Mit Vorkommen von 457 Baum- und Pflanzenarten, 49 davon stark gefährdet bis gefährdet bzw. 6 vom Aussterben bedroht (Knäuelglockenblume, Gelbe Segge, Kreuzenzian, Tannenwedel, Glanzstendel, Ackerwachtelweizen), 18 Moosarten (darunter Scorpidium scorpidioides, vom Aussterben bedroht), 11 Lurchen / Kriechtieren, 24 Libellenarten, 29 Schnecken und Muscheln, 10 Heuschreckenarten und 154 Vogelarten (davon 69 bisher nachgewiesene Brutvögel) nehmen die Kalksteinbrüche in Kreis Warendorf eine herausragende Bedeutung für den Naturschutz ein. Der Steinbruchkomplex im Raum Beck­ um-Ennigerloh befindet sich im Süden des Kreises Warendorf im südöstlichen Kernmünsterland. Aufgrund des kalten, schweren Lehm-/Ton-Mutterbodens gehört das Gebiet zum so genannten „Klei-Münsterland“. Die darunter liegenden Gesteinsschichten unterschei-

den sich von denen der anderen oben genannten Abbaugebiete in ihrem verhältnismäßig niedrigen Kalkgehalt von knapp 60 % und sind als Mergelkalksteine und Kalkmergelsteine zu bezeichnen. Dieser Beitrag stellt die in diesen Steinbrüchen vorkommenden Naturräume in allgemeiner Form vor. Die Steinbruchwände Die mergelige Beschaffenheit des lokalen Gesteins führt dazu, dass im Gegensatz zu den anderen Abbaugebieten die steilen Bruchwände schnell verwittern und zerbröseln. Deswegen besteht eine nur vorübergehende und keineswegs sichere Grundlage für eine Kolonisierung durch Pflanzen oder eine Besiedlung durch Tier- und Vogelarten. Für Vogelarten zum Beispiel bleiben günstige Hohlraumstrukturen wie Ni-

schen zwischen Steinblöcken oder waagerechte Felsvorsprünge nur verhältnismäßig kurze Zeit bestehen. Trotzdem kann eine Reihe von Vogelarten zumindest die frisch gebrochenen Steilwände besiedeln. So waren in den Blocksteinhaufen an den Füßen der Steilwände brütende Steinschmätzer in den 1970er und 1980er Jahren noch vereinzelt anzutreffen, obwohl dieses Vorkommen zwischenzeitlich leider erloschen ist. Gelegentlich können hingegen nach wie vor Turmfalkenhorste in den höheren Wänden angetroffen werden und kleinere Nischen können Hausrotschwanz- und Bachstelzennester beherbergen. Eine bemerkenswerte Entwicklung seit Ende der 1990er Jahre stellt die kleinkolonieartige Neu-(oder Wieder?)-Besiedlung der Steilwände durch Dohlen und Hohltauben dar. Im Falle der Hohltaube ist dies besonders beachtenswert, weil man es bis in die 90er Jahre hinein als notwendig erachtet hat, in den hiesigen Wäldern den gefährdeten Bestand durch das Aufhängen von Nistkästen zu unterstützen. Ein absoluter „Neubürger“ des Kreises – der Uhu – fing Ende der 1990er Jahre an, in größeren Nischen beziehungsweise auf Vorsprüngen der Bruchwände zu brüten. Dabei scheint der laufende Steinbruchbetrieb nur dann eine Störung darzustellen, wenn Abbruch- bzw. Transportarbeiten in un-

Gewässer in einem alten Kalksteinbruch mit Gebüschrändern. Foto: C. Husband

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mittelbarer Nähe des Horstes stattfinden. Inzwischen fungiert die fest etablierte Steinbruchpopulation als „Motor“ für die Besiedlung der Wälder des Kreisgebiets. Die Steinbruchsohlen In den Steinbrüchen der Region nehmen Rohbodenflächen den weitaus größten Raum ein, da die jüngeren Abbaugebiete flächenmäßig überwiegen, während die meisten älteren Steinbrüche inzwischen in die Folgenutzung oder (Teil-)Nutzung als Mülldeponie oder Altreifenlager überführt wurden oder durch Grundwasser überflutet sind. Es muss außerdem berücksichtigt werden, dass die Initialstadien der Pflanzenbesiedlung auf Grund des vernachlässigbaren Stickstoff- und Kohlenstoffgehalts des Rohbodens nur sehr langsam voranschreiten. So findet man typischerweise weite blanke, abwechselnd feuchte und trockene Steinplattenflächen vor, sowie Ritzen und

Schlenken, die Seggen-Fluren aufweisen und trockene Kalkbodenbereiche, die ganz allmählich von kurzrasigen Strukturen bedeckt werden, wo zum Beispiel Tausendgüldenkraut, Natternkopf und Wegwarte vorkommen. An den kahlen, wechselfeuchten Steinflächen ist der Flussregenpfeifer der Charaktervogel mit einem bisher sehr konstanten Bestand von etwa 20 Brutpaaren. Im Kreis Warendorf brüten nur wenige Paare außerhalb der Steinbrüche, hauptsächlich an größeren Regenrückhaltebecken. Das durch die geschützte Lage, Sonnenbestrahlung und hohe Luftfeuchtigkeit verursachte günstige Kleinklima sorgt dafür, dass die Abgrabungssohlen einen großen Insekten- und Wirbellosenreichtum aufweisen. Deswegen lassen sich, besonders während der Zugzeiten, stets weitere Vogelarten beobachten, zum Beispiel verschiedene

Die flachen Gewässer in den Steinbrüchen werden rasch von Röhrichten und Seggenbeständen bewachsen. Foto: C. Husband

Möwenarten, Grünschenkel, Waldwasserläufer, Flussuferläufer, Stelzenarten, Steinschmätzer und Braunkehlchen. Die nassen und wechselfeuchten Bereiche werden allmählich durch Seggen, Igel- und Rohrkolben und zum Teil von Schilfflächen sowie Weiden gesäumt. Wo sich die Möglichkeit ergibt, dass eine tiefere Wasserstelle mit ihrer Randvegetation erhalten bleibt und sich weiter entwickelt, beherbergen solche Stellen ein breites Spektrum an Insekten- und Amphibienarten. Beispielsweise sind die Steinbrüche für ihre sehr reichhaltige Libellenfauna bekannt und neben solchen Charakterarten der Abgrabungen, wie Kleine Pech-

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libelle und Große Heidelibelle, sind zum Beispiel schon die Gemeine Winterlibelle, die Mondazurjungfer und sogar der Südliche Blaupfeil, der Östliche Blaupfeil, die Gefleckte Smaragdlibelle, die Westliche Keiljungfer und die TorfMosaikjungfer festgestellt worden. Amphibien finden in solchen Kleingewässern und ihrer Umgebung ideale Lebensbedingungen vor. Deswegen beherbergen die Kalkabgrabungen insgesamt sehr große Bestände der Arten Kammmolch, Bergmolch, Teichmolch, Erdkröte, Grasfrosch, Grünfrosch sowie stellenweise kleinere Bestände des Laubfrosches. Selbstverständlich finden sich auf Grund der günstigen Bedingungen in solchen Biotopen auch Brutvogelarten ein, die in der umliegenden Agrarlandschaft kaum oder gar nicht anzutreffen sind, zum Beispiel die Wasserralle, der Teichrohrsänger und die Rohrammer. Die tieferen Wasserflächen Durch Grundwassereinbrüche entstehen in Teilen der Steinbrüche entweder permanent oder zeitweise verschieden tiefe Wasserflächen. Da größere Gewässer in der weiteren Umgebung nicht vorhanden sind, sind diese “Steinbruchseen“ Anziehungspunkte für durchziehende Wasservögel, so-

gar für Stern- und Prachttaucher (!). Neben den immer häufiger werdenden Kanada-, Grau- und Nilgänsen (die am Rande der Seen auch brüten) fallen gelegentlich auch kleine Bläss- und Saatganstrupps ein. Fast alle möglichen Entenarten lassen sich zeitweise beobachten, in kalten Wintern kommt sogar der Zwergsäger vor. Fischadler und Baumfalken, Fluss- und Trauerseeschwalben sind regelmäßige Gäste während der Zugzeiten. Wo Weidengebüsch-, Rohrkolben- oder Schilfgürtel an größeren Wasserflächen vorhanden sind, finden sich stets, je nach Größe des Sees, 1 bis 4 Haubentaucherpaare als Brutvögel ein. An wenigen Stellen lässt sich auch der Zwergtaucher nachweisen. Die Randbereiche Feuchtere Randstellen werden durch Schmal- und Breitblättriges Wollgras sowie Seggenarten eingenommen. Wechselfeuchte Bereiche sind durch Pfeifengrasbülten charakterisiert. Dazwischen findet man die berühmten Orchideenvorkommen (18 Arten, darunter der Glanzstendel (vom Aussterben bedroht) sowie vier Vorkommen der Weißen Sumpfwurz mit insgesamt bis zu tausend Exemplaren). Die höher liegenden Bereiche weisen lokale Restbestände der Golddistel sowie der Enzianarten Deutscher Enzian, Fransenenzian und Kreuzenzian auf. Beide oben genannten Bereiche unterliegen einer ständigen Gefährdung auf Grund von Verbuschung mit verschiedenen Weidenarten sowie durch die Grauerle. Die Peripherie Im noch nährstoffarmen Peripheriebereich entsteht als Saum ein lockeres Schlehen-Liguster-Gebüsch (Prunus spinosa/Ligustrum vulgare) mit eingesprengten Wildrosen (Rosa canina, R. obtusifolia, R. villosa, R. tomentosa). Zu den angrenzenden nährstoffreichen Agrarflächen hin wird diese Struktur zunehmend durch Brombeere, Schwarzen Holunder und ein WeidenHaselnuss-Gemisch abgelöst.

Wollgras. Foto: C. Husband

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Wiederbesiedlung der Steinbrüche: Junge Uhus. Foto: C. Husband

Das Gebüsch stellt einen hervorragenden Lebensraum für Kleinvögel dar. Derart dichte Brutbestände von Garten-, Mönchs- und Klappergrasmücke, Sumpfrohrsänger, Fitis, Zilpzalp und Goldammer, gelegentlich Feldschwirl und Nachtigall sowie als Seltenheit Neuntöter sind sonst nirgendwo im Kreis Warendorf anzutreffen. Schlusswort Viele Abgrabungen werden nach Nutzungsaufgabe rasch verfüllt und entweder rekultiviert, aufgeforstet oder im Falle der stadtnahen Steinbrüche immer häufiger zu Badeseen und Naherholungsgebieten umgestaltet. Daher ist es aus Sicht des NABU dringend erforderlich, dass große zusammenhängende Abgrabungsbereiche für den Naturschutz gesichert werden. Nur so kann der Lebensraum Steinbruch mit seinen vielfältigen Strukturen und seinem Artenreichtum auf Dauer erhalten werden. Danksagung Ein besonderer Dank gebührt Herrn Theodor Katthöver, dessen Diplomarbeit zum Thema „Die spezifischen Lebensgemeinschaften der Kalksteinbrüche des Beckum-Ennigerloher Zementreviers“ als eine Hauptquelle für diesen Beitrag diente. £ Christopher Husband


Lebensräume von europäischem Rang

Kalkholde Pfeifengraswiesen Pfeifengras- oder Benthalm-Wiesen sind so genannte Streuwiesen, die in Deutschland nur noch äußerst selten zu finden sind. Sie benötigen eine extensive Grünlandnutzung und gedeihen nur auf ungedüngten Böden wechselfeuchter Standorte. Am Ende der Vegeta­ tionsperiode werden sie gemäht. Ende August bis Anfang Oktober findet die einmal jährliche Mahd des oft schon abgestorbenen Aufwuchses statt. Die Ernte wurde auch in historischer Zeit nur als Einstreu im Stall genutzt, deshalb der Name Streuwiesen. Diese Nutzungsart ist heute nicht mehr rentabel, weshalb viele der ehemaligen Streuwiesen entweder brach gefallen sind und verbuschen oder durch landwirtschaftliche Intensivierung mit Drainage und Düngung zerstört worden sind. Aufgrund der dadurch bedingten Seltenheit ist der Biotoptyp Pfeifengraswiese europaweit unter Schutz gestellt. Solche Flächen sind einerseits als Zeugnis der extensiven Periode

Die Wiesensilge ist auf kalkreiche Feuchtwiesen angewiesen. Foto: P. Schwartze

innerhalb der Geschichte der Landwirtschaft, andererseits aber auch als Refugium vieler stark bedrohter Pflanzen- und Tierarten anzusehen. Aufgrund ihrer extremen Seltenheit und ihrer überwiegend nur schlech-

ten Ausprägung in Deutschland genießen die Reste der Pfeifengraswiesen europaweiten Schutz. Deshalb werden sie als so genannter Lebensraumtyp über die FFH-Richtlinie gesetzlich geschützt. Die Streuwiesen kommen sowohl auf basen- bis kalkreichen als auch auf sauren Standorten vor. Laut Definition sind Reinbestände mit Pfeifengras insbesondere artenarme Degenerationsstadien von entwässerten Mooren ausgeschlossen. Da die Pfeifengraswiesen sehr empfindlich auf Düngung reagieren, können sie sehr leicht schaden nehmen und bedürfen daherbesonderer Aufmerksamkeit. Im Kreis Steinfurt gibt es noch zwei Gebiete mit Vorkommen von großflächigeren Pfeifengraswiesen: Die sauren Lungenenzian-Pfeifengraswiesen auf dem Truppenübungsplatz Wersen/ Halen westlich von Osnabrück und die eher kalkholde Pfeifengraswiese im 16 ha großen Naturschutzgebiet Hanseller Floth östlich von Altenberge. Das Vorkommen von Pfeifengraswiesen hat dazu geführt, dass beide Gebiete, selbst der kleinflächige Hanseller Floth, als FFH-Gebiete bei der EU gemeldet worden sind. Der Hanseller Floth, der 1987 unter Naturschutz gestellt wurde, liegt im Bereich kalkhaltiger Wiesentonmergel, die von eiszeitlichen Flugsanden überlagert werden. Im Winter und Frühjahr kommt es auf den Tonböden zu Überstauungen mit zeitweilig länger andauender Oberflächenvernässung. Der mittlere Grundwasserstand liegt etwa 60 cm unter Flur. Wichtige Kennarten dieser Benthalm-Wiese sind das namengebende Pfeifengras und der Teufelsabbiss, ein dunkelblau-lila blühendes Kardengewächs. Dort, wo der Kalkgehalt des Wiesentonmergels Einfluss auf die Bodenreaktion nimmt, wächst im Hanseller Floth die Wiesen-

Die bis zu vier Zentimeter große Sumpfschrecke bevorzugt Feucht- und Nasswiesen. Foto: C. Artmeier

Silge, ein gelblich-weiß blühender Doldenblütler, der zu den kalkholden Pfeifengraswiesen überleitet. Aufgrund des kleinräumigen Wechsels von Tonmergel und Flugsanden zeichnet sich der Hanseller Floth durch Vorkommen von Pflanzenarten sowohl basischer als auch saurer Standorte aus. Diese Arten- und Standortvielfalt bedingt auch die hohe Anzahl von 17 gefährdeten Pflanzenarten. Zu den düngeempfindlichen Arten der Hanseller Floth-Wiese zählen die Hirse-Segge, die KriechWeide, die Kümmelblättrige Silge und die zwei Orchideen Geflecktes und Breitblättriges Knabenkraut. Die besondere Artenvielfalt bei den Pflanzen führt dazu, dass diese Biotope von zahlreichen, meist ebenfalls gefährdeten Tierarten besiedelt werden. Im Hanseller Floth sind es zum Beispiel verschiedene Schmetterlinge, Käfer- und Heuschreckenarten, hier unter anderem die Sumpfschrecke, die auf

NATURZEIT 


extensiv genutztes Feucht- und Nassgrünland angewiesen ist. Als weitere Besonderheit des Hanseller Floths ist die Laubfroschpopulation zu erwähnen, die hier in warmen Mainächten ein wunderschönes Konzert abhält. Zwei Kleingewässer unterschiedlicher Größe und Tiefe sorgen dafür, dass die erforderlichen Lebensbedingungen für die gefährdete Amphibienart erfüllt sind. Ein jährliches Freihalten der nach Süden ausgerichteten Ufer wird im Zuge der späten Mahd der Pfeifengraswiese gewährleistet.

FilmsprecherInnen gesucht! Ein besonderes Angebot hat die NABU-Naturschutzstation von Filmemacher Andreas Hanczewski bekommen: Er ist bereit, für den NABU ehrenamtlich einen Film über eines der wertvollsten Naturschutzgebiete Nord­ rhein-Westfalens zu machen, die Emsaue. Da sich damit viele Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit für das Schutzgebiet und die Unterstützung der Finanzierung der notwendigen Naturschutzmaßnahmen und Flächenkäufe bieten, ist das eine einmalige Gelegenheit. Damit auch die Kosten für die Beauftragung eines Filmsprechers gespart werden können, sucht die NABU-Naturschutzstation nun jemanden, der die Sprecherfunktion ebenfalls ehrenamtlich übernehmen könnte. Voraussetzung ist eine wohlklingende Stimme, von Vorteil wäre eine gewisse Sprechererfahrung (Radio, Fernsehen, Präsentationen etc.). Ansprechpartner: Michael Steven, Tel. 0251-9879953, M.Steven@nabu-station.de.

Mit dem Ankauf der zentralen Fläche im Hanseller Floth durch das Land NRW ist die Lebensgemeinschaft Pfeifengraswiese mit ihren zahlreichen Tier- und Pflanzenarten langfristig gesichert. Auf 3,5 ha landeseigener Fläche konnten umfangreiche Optimierungs- und regelmäßige Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Die späte jährliche Streuwiesenmahd wird von einem Landwirt im Rahmen eines EU-geförderten Bewirtschaftungsvertrages durchgeführt. £ Peter Schwartze

Peter Schwartze bei einem WDR-Interview im Hanseller Floth. Foto: M. Steven

Buchtipp:

„Timmerbergs Tierleben“ Im Titel dem großen alten „Brehm“ ähnlich, aber inhaltlich nicht viel gemein hat ein kurzweiliges Buch mit allerlei Tierportraits. In vielen kleinen Kurzgeschichten nähern sich Helge Timmerberg und Frank Zauritz Zootieren und ihren Betreuern auf eine ganz persönliche Weise. Respektlos und vielem überraschend präsentieren sie Details von Wolf, Löwe, Bison und Co. Die Tiere werden zu echten „Persönlichkeiten“ und es öffnet sich der Blick für die oft traurigen Geschichten ihrer Art. Manchmal etwas überzogen, aber insgesamt ganz witzig zu lesen. Das Buch ist im Solibro-Verlag Münster erschienen, ISBN 3-932927-28-1.

Vorschau 1/2008: Lesen Sie in der nächsten

NATURZEIT:

Klimawandel und Naturschutz

– Gewinner und Verlierer im Münsterland u. a. mit folgenden Themen: • Welche Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt im Münsterland sind zu erwarten? • Welche Anforderungen ergeben sich durch den  Klimawandel an den Naturschutz? • Wie kann Naturschutz zur Minderung von klimarelevanten Gasen beitragen?

10 NATURZEIT


Volkszählung bei den Luftakrobaten Wie kleine Wirbelwinde sausen sie durch die Luft, flattern federleicht über die Wiesen, flitzen über Gewässer und trinken im Fluge, dass das Wasser spritzt. Rauchschwalben faszinieren mit ihren Flugleistungen und gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Vogelarten. Sie gelten als Frühlingsboten und Glücksbringer. Es gibt keine Vogelart, die sich dem Menschen enger angeschlossen hat als sie: Die Rauchschwalbe ist ihm schon vor Jahrhunderten in sein Haus und seine Ställe gefolgt und baut dort ihr Nest. So viel Nähe schafft aber auch Abhängigkeit, die sich bei verändernden Bedingungen negativ auswirkt: Europaweit gehen die Bestände der Rauchschwalbe zurück. In der Roten Liste Deutschlands wird sie in der Kategorie V (= Arten der Vorwarnliste) geführt, in NRW in der Kategorie 3 (= gefährdet).

Im Frühjahr 2006 wurde vom NABU Rhede eine Kartierung der Rauchschwalbe im gesamten Stadtgebiet durchgeführt. Foto: giese.tv

Im Frühjahr 2006 wurde vom NABU Rhede eine vollständige Kartierung der Rauchschwalbe im gesamten Stadtgebiet durchgeführt, um so zu einer Beurteilung der augenblicklichen Situation zu kommen und um für die Zukunft eine genaue Basis zur Einschätzung von Veränderungen zu haben. Dabei wurden alle Gebäude außerhalb der geschlossenen Bebauung aufgesucht und die besetzten Nester gezählt. Es wurden 751 Brutpaare der Rauchschwalbe festgestellt, verteilt auf 180 Brutplätze. Bei einer Fläche des Stadtgebietes von 79 km² ergibt das eine Dichte von 9,51 Brutpaaren pro km² und eine Zahl von 4,17 Brutpaaren pro Brutplatz. Eine derart genaue Erfassung hat es in Rhede vorher nicht gegeben, wohl aber zwei Erhebungen, die auf Teilzählungen, Hochrechnungen und Schätzungen basieren. Eine davon wurde für

den Brutvogelatlas der Vögel Westfalens (Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft, 2002) durchgeführt, und zwar in den Jahren 1989-94. Dieser Atlas gibt für jedes Messtischblatt-Viertel an, wie viele Brutpaare der Rauchschwalbe errechnet wurden, allerdings nicht in absoluten Zahlen, sondern in Größenklassen. Vergleicht man diese Ergebnisse mit der aktuellen Kartierung, so zeigt sich, dass das Messtischblatt Rhede 4106, Quadrant I mit ca. 400 Brutpaaren der Rauchschwalbe (Ergebnis 2006) damals zu den fünf Quadranten gehört hätte, die am meisten Brutpaare haben (Auch 1989-94 war dieses Viertel schon so eingeordnet). Das Viertel 4106 III wäre mit 255 Brutpaaren noch unter den oberen 24% gewesen. Ein Blick in den Brutvogelatlas des Rheinlandes (NWO, 2005), der auf Kartierungen in den Jahren 1990-2000 beruht, macht deutlich, dass die bei-

den Rheder Quadranten dort zu den 20% mit den meisten Rauchschwalben gehört hätten. Da die Erfassungen für beide Atlanten länger zurückliegen und seitdem die Zahl der Rauchschwalben eher zurückgegangen ist, lässt sich sagen, dass die Brutpaardichte in Rhede zu den besten in NRW gehört. Wie aber sieht es mit der Bestandsentwicklung aus? Ein direkter Vergleich mit den Zahlen aus dem Westfalenatlas ist kaum möglich, da damals nur Größenklassen angegeben wurden. Es gibt aber eine Veröffentlichung von Martin Renkhoff (Kreisjahrbuch des Kreises Borken, 1989), der nach Erhebungen auf Probeflächen (1980-88) den Bestand der Rauchschwalbe im gesamten Stadtgebiet von Rhede auf 1.000 bis 10.000 Brutpaare geschätzt hat. Auch wenn sich die Zahl damals im unteren Bereich bewegt haben dürf-

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NAJU Kreisverband Borken

Kartierung der Rauchschwalben 2006 in Rhede


NABU Kreisverband Borken

Rauchschwalben gelten als Frühlingsboten und Glücksbringer. Foto: giese.tv

te, ergibt sich daraus die Annahme eines Bestandsrückgangs. Diese Annahme wird durch die Erfahrungen bestätigt, die die Kartierer bei ihren Zählungen 2006 gemacht haben: Viele befragte Hofbesitzer mit einem Vorkommen der Rauchschwalbe äußerten, dass bei ihnen früher mehr Schwalben vorgekommen sind. Auf anderen Höfen ist der landwirtschaftliche Betrieb aufgegeben worden; Rauchschwalben kommen dort nur noch in Ausnahmefällen für eine Übergangszeit vor. Viele ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude sind anderen Zwecken zugeführt worden. Sie wurden umgebaut und damit für Rauchschwalben verschlossen, die somit dort verschwunden sind. Dieser Verlust von Brutplätzen in frei zugänglichen Gebäudeteilen ist in Deutschland allgemein eine der beiden entscheidenden Ursachen für den Bestandsrückgang. Der zweite wichtige Faktor ist der Nahrungsverlust durch das zunehmende Verschwinden einer strukturreichen Kulturlandschaft mit ihren Schlechtwetter-Nahrungsgebieten. Überdüngung, Biozideinsatz und die Versiegelung der Landschaft verschärfen die Situation. Die damit einhergehende Abnahme der Fluginsek-

Der Verlust von Brutplätzen ist in Deutschland eine der entscheidenden Ursachen für den Rückgang der Rauchschwalben. Foto: M. Steven

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ten entzieht den Rauchschwalben ihre Nahrungsgrundlage. Diese Negativentwicklung ist leider auch in Rhede mit seiner besonders intensiven Landwirtschaft festzustellen – eine Entwicklung, deren Ende auch noch nicht abzusehen ist. Was also ist zu tun? Langfristig kann nur eine Veränderung hin zu einer umweltverträglichen ökologischen Landwirtschaft eine Wende bringen. Bis dahin aber stellt jedes Naturschutzgebiet, jede Ausgleichsfläche, jeder nicht gedüngte und gespritzte Randstreifen einen Mosaikstein dar bei der Abdämpfung der Abnahme von Fluginsekten. Und was die Nistplätze betrifft: Sicherlich ist die Rauchschwalbe beliebt und auf vielen Höfen willkommen. Immer wieder berichteten Hofbesitzer den Kartierern begeistert von „ihren“ Schwalben, zeigten „ihre“ Nester, freuten sich über die Vorkommen und verbanden Kindheitserinnerungen damit. Leider aber fand sich diese positive Einstellung meist nur bei den älteren

Befragten, während die jüngeren Landwirte der Rauchschwalbe gegenüber eher desinteressiert waren. Eine Sympathiewerbung für die Rauchschwalbe sollte von daher eine weitere wichtige Maßnahme zu ihrem Schutz sein, damit es auch weiterhin heißt: „An Mariä Geburt ziehen die Schwalben furt. Mit Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederum.“ Ralf Volmer

Info: Neben den Rauchschwalben wurden 2006 auch die Bestände der Mehlschwalbe in Rhede erfasst: 227 Brutpaare wurden gezählt, 2,87 Brutpaare pro km². Des weiteren wurde eine Kartierung der Mauersegler begonnen, die aber noch nicht vollständig ist und fortgeführt wird (Zwischenstand: 160 Brutpaare in Rhede).


Nein, diesmal sind wirklich die Temperaturen gemeint! Während ich diese Zeilen schreibe sind gerade die Uhren auf Sommerzeit umgestellt worden, der Himmel strahlt in seinem unschuldigsten Blau und die Nächte sind fast unwirklich sternenklar. Es ist natürlich nicht absehbar, wie hochgradig der Sommer 2007 war, wenn diese Naturzeit-Ausgabe ihre Leser erreicht hat. Man ist geneigt, all die Horror-Prognosen hinsichtlich der globalen Temperaturentwicklung für kurze Zeit zu vergessen, wenn sich das Wetter “normal schön” präsentiert, wenn endlich ein richtiger Frühling einen sogenannten Winter abgelöst hat. Ich habe den Eindruck, dass sich im steten Lagerkampf zwischen Politikern und gemeinem Volk etwas Grundsätzliches verändert hat. Ist es doch eher der Normalzustand, dass “die da oben” regelmäßig der Untätigkeit und falscher Entscheidungen bezichtigt werden, so hat der drohende globale Klimawandel in der politischen Szene sehr plötzlich nie gekannten Aktionismus ausgelöst. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, überbieten sich Politiker der ersten Liga hierzulande gegenseitig mit Ideen, Lösungsansätzen, Ge- und Verboten, und scheuen sich nicht, gar Prognosen apokalyptischen Ausmaßes in den Mund zu nehmen. Und was macht das Volk? Diesmal ist wohl auf seiner Seite das “Weiterwurschteln” angesagt. Ach wie schwer ist es doch, selbst auf das bisschen “Standby” zu verzichten! Wie schwer ist es, das geliebte Auto mal gegen ein mitweltschonenderes Verkehrsmittel einzutauschen. Wie schwer fällt es uns, den wohlverdienten Urlaub einmal ganz anders, nämlich sanfter zu gestalten, indem wir einfach nicht jedes Jahr in die Ferne schweifen, sondern uns auch mal an den Schönheiten und Kostbarkeiten zentraleuropäischer Regionen laben. Und wir Natur- und Artenschützer zwischen den Stühlen? Gefangen in steter Gratwanderung, es weder mit der einen noch der anderen Seite verderben zu wollen? Zugegeben, unseren Mitmenschen “ätsch, wir haben es ja immer gewusst” zu sagen, ist alles andere als stubenrein. Aber gehen uns vielleicht dafür Sonnen auf am Horizont, weil wir ab sofort die volle Breitseite politischer Unterstützung genießen dürfen? Gestern noch geklagt, heute schon bricht Jubel aus? Schön

wär’s, aber leider sind Zweifel mehr als erlaubt. Abgesehen davon, dass Jubeln wohl für eine sehr lange Zeit wird unterbleiben müssen, weil es schon arg spät ist für ein Stoppen der unheilvollen Entwicklungen, fürchte ich, dass manchem Politiker sein “Pro Umweltschutz” sehr schnell im Halse stecken bleibt, wenn er mit der vollen Macht der Lobbyisten aus Industrie und Bankenwelt konfrontiert wird. Was ist aus unserer Sicht zu tun? Es ist schon atemberaubend, zu erleben, wie schnell Trends in vielen Bereichen unseres Lebens entstehen (weil in den Köpfen höchstprofessioneller Trendmacher geboren) und mit welcher Geschwindigkeit sie verbreitet werden. Weil aber das lebensbedrohliche Thema Globale Erwärmung leider kein kurzlebiges Trendthema ist, gerade deshalb müssen die großen Umweltund Naturschutzverbände eine riesige gemeinsame höchst informative und entsprechend professionelle “Werbe”Kampagne starten, um im Volk ein hohes Maß an Umdenken durch Aufklärung zu erreichen. Dem werden sich letztlich auch die vielen Politiker, die noch auf alten wachstumsfetischistischen Positionen beharren, nicht verschließen können. Und auch die Politiker mit den Halsbeschwerden werden wieder freier atmen können. Im übrigen dürfte sich längst herumgesprochen haben, dass sich Ökonomie und Ökologie alles andere als ausschließen. Wachstum der etwas anderen Art ist möglich und erwünscht! Eine gewaltige Solidarisierungsbewegung, Volk und Politik Seite an Seite, intelligente industrielle Entwicklung

vorneweg, könnte sich aufbauen. Und wir Natur- und Artenschützer mittendrin! Ohne stets mit hochgradig geröteten Köpfen Gratwanderungen unternehmen zu müssen. Unmöglich? Man wird ja wohl noch träumen dürfen. £ Rainer Gildhuis, Coesfeld

Einladung zur Mitgliederversammlung des NABU Kreisverbandes Coesfeld e.V. Alle Mitglieder lade ich herzlich ein zur Jahres-Mitgliederversammlung am 4. März 2008, Beginn 20.00 Uhr, Gaststätte Schulte-Osthoff, in Coesfeld, Coesfelder Berg Tagesordnung: 1. Begrüßung durch den 1. Vor­- sitzenden und Tätigkeitsbe- richt 2. Berichte der Projektleiter 3. Kassenbericht 4. Bericht der Kassenprüfer und Entlastung des Vorstandes 5. Benennung eines Wahlleiters 6. Wahl des Vorstandes 7. Wahl der Kassenprüfer 8. Wahl der Delegierten für die Landesvertreterversammlung 9. Verschiedenes

Elmar Meier 1. Vorsitzender

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NABU Kreisverband Coesfeld

„Grad“-Wanderung


NABU Kreisverband Coesfeld

Ansprechpartner und Projektbearbeiter

des NABU im Kreis Coesfeld

Liebe Naturfreunde im Kreis Coesfeld oder auch anderswo! Die Liste Ihrer Ansprechpartner und Projektbearbeiter im NABU-Kreisverband Coesfeld soll der Orientierung dienen, wen Sie in “akuten Fällen” oder auch solchen ganz grundsätzlicher Art ansprechen können. Mit “Projektbearbeiter” ist in erster Linie gemeint, dass auf dem angegebenen Gebiet die jeweilige Kernkompetenz unseres Mitglieds liegt, was natürlich nicht bedeutet, dass ein anderer NABU-Aktiver, z.B. der in Ihrem Wohnort lebende, der von Ihnen angesprochenen Materie völlig ahnungslos gegenüber stehen muss. “Sie werden geholfen” oder weitergeleitet... Grundsätzlich ist zu sagen, dass die meisten der in der Liste aufgeführten Natur-, Landschafts- und Artenschützer seit mehr als 20 oder gar 25 Jahren im größten Umweltverband Deutschlands lokal im Kreis Coesfeld, aber auch überregional mitmachen! Da blieb es natürlich nicht aus, dass sich auch außerhalb des persönlichen Lieblingsgebietes viel Wissen und Erfahrung angesammelt haben.

Haben Sie nicht Lust, uns einmal per Leserbrief Ihre Meinung zu sagen? Wir freuen uns über jede konstruktive Rückmeldung aus unserer Leserschaft! Und da wir wissen, dass diese nicht nur aus NABU- Mitgliedern besteht, ist es für uns in der Redaktion von “Naturzeit” bestimmt hilfreich, auch einmal “von außerhalb” eine Stimme zu vernehmen. 25 Jahre NABU-Kreisverband Coesfeld hieß es im Jahre 2006. Statt eines lobtriefenden Rückblickes auf das ereignisreiche Jubiläumsjahr hier nur eine kleine, aber überaus erfreuliche Randbemerkung: Um mehr als 10 % auf rund 410 Mitglieder sind wir gewachsen, und viele von denen sind ganz von selbst gekommen! Weil sie von uns gehört oder in der Presse über uns gelesen haben. Dem ist doch wenig hinzuzufügen, oder? Außer vielleicht: haben nicht auch Sie vielleicht Lust ...? Ein Anmeldekärtchen ist, wie immer, auch in diesem Heft zu finden. £ Rainer Gildhuis

Leserbrief: Das Kuhlenvenn kommt nicht zur Ruhe

Der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Borken liegt eine Beschwerdeliste von Freunden des Kuhlenvenns vor, die eine Reihe von Vorfällen aufführt, die sich in den letzten Jahren und auch im Januar diesen Jahres ereigneten. Beanstandet werden freilaufende Hunde, Baumschneideaktionen, Wildfütterungen und besonders um die Jahreswende 2006/7 Störungen durch die Jagd. So titelten die Gescheraner Zeitung v. 25.1.07 „Jäger vertreiben Wintergäste“ und das Bocholter Borkener Volksblatt (BBV) vom 30.1.07 noch treffender „Bleierne Gastfreundschaft“. Das BBV knüpft in seinem Artikel an die fünftägige internationale Fachtagung „Goose“ an und verweist gleich auf den Grund der aktuellen Probleme: die neue Jagdzeitverordnung in NRW von Ende November 2006. Das Kuhlenvenn zählt inzwischen zu den drei wichtigen Winterrastgebieten im Kreis Borken. Wie am Niederrhein stellen die Blässgänse den größten Anteil neben einheimischen Nil- und Kanadagänsen. Außerdem fliegen aber immer wieder Saat-, Weißwangen und - etwas seltener - Ringelgänse ein. Nach Jagdveranstaltungen in und um das Kuhlenvenn um die Jahreswende verließen die meisten Gänse das Gebiet. Bis heute haben sich die Bestände nicht erholt. Die Naturzeit berichtete in ihrer Ausgabe 2/2004 unter der Überschrift „Das Kuhlenvenn darf nicht sterben“ über eine versuchsweise Zulassung der Wasservogeljagd (Stockenten). Der Versuch endete zwar sang- und klanglos, weil die Enten auf dem großen Gewässer nicht erfolgreich zu bejagen waren. Die wenigen Jagden beunruhigten die Wasservögel jedoch nachhaltig - dokumentiert durch die Biologische Station Zwillbrock und den NABU Coesfeld. Aktuell bedrohen Pläne der Unternehmensgruppe Haniel für ein Ferienhausgebiet in unmittelbarer Nachbarschaft das NSG. Die Verwaltung der Stadt Coesfeld fördert das Projekt nach Kräften, obwohl es außerdem ein Landschaftsschutzgebiet, die Coesfelder Heide, und zumindest ein weiteres NSG im Kreis Borken, die Fürstenkuhle, beeinträchtigen dürfte. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass in Deutschland Naturschutz als Landschaftsschutz, Reduzierung des Flächenverbrauches, Erholungsraum für Ruhe suchende Menschen zwar hohen Stellenwert in Sonntagsreden der Politiker und bunten Prospekten von Verbänden genießt, jedoch davon in der Praxis sehr wenig zu spüren ist. Einzelinteressen von Parteien im Kampf um Wählerstimmen, von Unternehmen zum Zweck der Gewinnmaximierung (getarnt als Schaffung von Arbeitsplätzen und Erhalt von Privilegien (Jäger) begleiten uns auf dem Weg in den „Stummen Frühling“ - ein Menetekel auch des Klimawandels! Levert Ross

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Ascheberg Hubert Langer, Hoppeberg 39, 59387 Ascheberg, 02593 7533

Billerbeck EULEN-AG: Winfried Rusch, Lindenstr. 6, 48727 Billerbeck, 02543 4584

Coesfeld FEUCHTWIESEN- und LIMIKOLENSCHUTZ: Christian Prost, Kastanienweg 23, 48653 Coesfeld, 02541 81120 GEWÄSSERSCHUTZ: Rudolf Averkamp, Sirksfeld 21, 48653 Coesfeld, 02541 83583 FEUCHTWIESEN- und LIMIKOLENSCHUTZ: Klaus Lütke-Sunderhaus, Ottoweg 11, 48653 Coesfeld, 02541 6188 FLEDERMAUSSCHUTZ: Heinz Kramer, Forellenweg 20, 48653 Coesfeld, 02541 82814 NATURNAHER GARTEN: Rainer Gildhuis, Buddenkamp 98, 48653 Coesfeld, 02541 83974

Dülmen Reinhard Trautmann, Fichtenweg 14, 48249 Dülmen, 02594 83334, Johannes Brunner, Tellenstr. 10, 48249 Dülmen-Buldern, 02590 1650 LIBELLEN: Prof. Dr. Eberhard G. Schmidt, Coesfelder Str. 230, 48249 Dülmen

Lüdinghausen BOTANIK-AG: Erich Hirsch, Telgengarten 15, 59348 Lüdinghausen, 02591 70364 FLEDERMAUSSCHUTZ: Reinhard Loewert, Wiesengrund 26, 59348 Lüdinghausen, 02591 1848 Horst Wollny, Uhlandstr. 11, 59348 Lüdinghausen, 02599 1098

Nottuln Hubert Garritzmann, Steinstr. 34, 48301 Nottuln, 02502 6276 AMPHIBIEN- und REPTILIENSCHUTZ: Elmar Meier (1. Vorsitzender), Wybbert 12, 48301 Nottuln-Darup, 02502 1677

Senden-Bösensell OBSTWIESENSCHUTZ: Dr. Wilhelm Kraneburg, Am Helmerbach 12, 48303 Senden-Bösensell, 02536 495


„Ausgewählter Ort 2007“ Obstwiesenschutz von Bürgern für Bürger Die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler stehende Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ hat das Obstwiesenprojekt des NABU Stadtverband Münster mit dem Titel „Ausgewählter Ort 2007“ ausgezeichnet. Eine prominent besetzte Jury wählte aus 1600 Bewerbern insgesamt 365 Sieger aus. Jeder dieser 365 Orte in Deutschland präsentiert sich und seine Ideen an einem Tag des Jahres 2007 mit einer eigenen Veranstaltung der Öffentlichkeit. Der NABU Münster stellte sein Projekt Obstwiesenschutz am 30. Mai 2007 im Foyer der Bezirksregierung am Domplatz vor. Als Leuchtturm „mit regionaler, nationaler und gar internationaler Strahlkraft hat Ihr Ort das Potenzial, den Unternehmergeist und den Mut der Menschen zu wecken, ihre Chancen zu erkennen und die eigene Zukunft sowie die unseres Landes zu gestalten“ so das Urteil der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank über das Obstwiesenprojekt des NABU Stadtverband

Münster. Die Idee des Obstwiesenprojektes ist dabei so einfach wie einleuchtend: Mit dem Apfel, einem typischen Produkt des täglichen Lebens, erreicht der NABU Stadtverband in Münster gleich dreierlei: Umwelt- und Obstwiesenschutz, bürgerschaftliches Engagement und den Austausch zwischen den Generationen – und das schon seit über 10 Jahren. Ehrenamtlich und hauptamtlich engagieren sich Menschen beim NABU Stadtverband für den Erhalt der Streuobstwiesen in Münster. Bürgerinnen und Bürger Münsters tragen mit

Apfelernte auf Streuobstwiese Foto: NABU Münster

dem Kauf von Streuobst und Streuobstprodukten, die Stadt Münster mit der finanziellen Förderung des Projektes zur nachhaltige Sicherung diese ökologisch wertvollen Lebensraums und der Produktionsstätte gesunder Lebensmittel bei. £ Karin Rietman

Neuer Vorstand für NABU Stadtverband Münster Am 30. März 2007 fand die Jahreshauptversammlung des NABU Münsters statt. Dort wurde ein neuer Vorstand gewählt. Erste Vorsitzende ist nun Diana Gevers, Dr. Carsten Trappmann und Florian Pointke unterstützen sie als stellvertretende Vorsitzende. Die Aufgabe des Kassenwarts übernimmt Arne Wenz. Adriana Kirchner von der NAJU wurde als Jugendsprecherin von den anwesenden Delegierte bestätigt. Die scheidendenden Vorstandsmitglieder Wolfgang Schürmann und Norbert Menke haben als Beisitzer angeboten, das neue Team zu unterstützen. Es gibt viele spannende Aufgaben und Themen in der Vorstandsarbeit. Personen, die Lust haben, ein wenig in die Vorstandsarbeit

hinein zu schnuppern und zu helfen, sind herzlich willkommen und können sich gerne bei Diana Gevers (Kontaktdaten siehe letzte Seite) melden. Allein dem engagierten Einsatz der vielen Aktiven ist es zu verdanken, dass sich der NABU Münster seit so vielen Jahren so erfolgreich für den Naturschutz in Münster einsetzt. Für die neuen Vorstandsmitglieder des NABU Münster ist es ein wichtiges Ziel,

Der neue Vorstand: Arne Wenz, Dr. Carsten Trappmann, Diana Gevers, Adriana Kirchner. Nicht dabei: Florian Pointke. Foto: NABU Münster

dieses Engagement zu fördern und die vielen Arbeitsgruppen zu stärken. £ Diana Gevers

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NABU Münster

Obstwiesenprojekt ausgezeichnet als


NABU Münster

Kostbarkeit auf dem Altenberger Höhenrücken:

Das Naturschutzgebiet „Vorbergs Hügel“ von Michael Steven Im Nordwesten des Stadtgebietes von Münster liegt eine von Grünland und Laubwäldern geprägte Hügellandschaft, die schon berühmte Naturkundler des 19. Jahrhunderts, wie den als „Longinus“ bekannten Fritz Westhoff, in ihren Bann zog. Trotz gravierender landschaftlicher Veränderungen hat die an Wiesen, Feldgehölzen und He­ cken reiche Landschaft viel von ihrem Reiz bewahrt. Auch heute noch zeugen eine Vielzahl floristischer Besonderheiten und zahlreiche auf der Roten Liste der gefährdeten Arten verzeichnete Tiere und Pflanzen vom kalkreichen Untergrund und der damit zusammenhängenden Geschichte der Landschaft. Aufgrund der großen Zahl

Die Rauhe Nelke kommt in mageren Wegsaeumen vor. Foto:M. Steven

sehr seltener Arten in den Laubwäldern, an Wegsäumen und in oft nur noch kleinen Restflächen extensiv bewirtschafteter Grünländer kämpfte der NABU bereits in den 1980er Jahren für eine Unterschutzstellung der Hügellandschaft. Erreicht wurde dieses Ziel im Jahr 1998, als mit Beschluss eines Landschaftsplanes durch den Rat der Stadt Münster das 311 ha große Naturschutzgebiet „Vorbergs Hügel“ rechtskräftig wurde.

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Eine Inventur des Gebietes konnte von der NABU-Naturschutzstation in den Jahren 2001-2003 im Rahmen einer von der Stadt Münster beauftragten Betreuung des Naturschutzgebietes durchgeführt werden. Belegt wurde mit der Bestandsaufnahme und dem Nachweis von 44 gefährdeten Pflanzen- und 34 gefährdete Tierarten die enorm große Bedeutung des Schutzgebietes. Als von besonders hoher Bedeutung erwiesen sich die Kalkbuchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder, aber vor allem auch die durch Eschenjungwuchs gekennzeichneten Pionierwaldbereiche und breiten Hecken. Hier brüten Schwarz-, Grün- und Kleinspecht, aber auch Hohltaube, Dohlen und in manchen Jahren der Pirol. Als große Besonderheit kann auch die als „Urwaldfledermaus“ bezeichnete Bechsteinfledermaus gelten, von der bei Untersuchungen gleich mehrere Tiere ins Netz gingen. Im Offenland konnten neben Resten sehr artenreicher Feuchtwiesen (FFH-Lebensraumtyp „Kalkholde Pfeifengraswiesen“) mit einer Vielzahl selten gewordener Pflanzenarten zahlreiche wertvolle Wegsäume sowie magere Berghänge entdeckt werden, in denen noch Pflanzenarten der ehemals weit verbreiteten Kalkmagerrasen vorkommen. In Verbindung mit den großen Grünlandflächen bieten die Hecken, Gebüsche, Baumgruppen und Waldränder Vogelarten wie Neuntöter, Nachtigall, Goldammer und Dorngrasmücke Lebensräume. Auch der Baumpieper konnte in für das Stadtgebiet von Münster ungewöhlich großer Brutpaarzahl festgestellt werden. Des Weiteren erwiesen sich die Kleingewässer als Lebensräume für Zwergtaucher, Kammmolch und die Kleine Pechlibelle.

Magerwiese auf dem Altenberger Höhenrücken. Foto: M. Steven

Gefährdungen Die große Zahl der vorkommenden Arten der Roten Liste können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Bereiche des Naturschutzgebietes – ähnlich, wie in vielen anderen Schutzgebieten des Münsterlandes - in keinem guten ökologischen Zustand mehr sind. Zum Beispiel sind viele der noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts hier festgestellten typischen Vertreter der Feuchtwiesen, Kalksümpfe und Kalkmagerrasen aus den Lebensgemeinschaften verschwunden. Düngung, Entwässerung und intensive Nutzung führten zu einer Belastung der Lebensräume. Im Wesentlichen sind es auch heute noch die gleichen Faktoren, die die oftmals nur kleinen Bestände gefährdeter Arten an ihren Rückzugsorten gefährden. An den Wegsäumen ist es dagegen in Verbindung mit den atmosphärischen Nährstoffeinträgen die Aufgabe der Nutzung, die mehr und mehr zum Verlust magerer Standorte führt. Auch die Wälder mit ihren Wald­ rändern haben sich aufgrund anderer Erntemethoden und der atmosphärischen Stickstoffbelastung stark verändert. Die Arten der lichten Wälder und Waldränder gehen daher zurück. An den Tümpeln und Kleinweihern des Gebietes zählen Nährstoffbelastung,


Schutzgebietsmanagement Damit der negative Entwicklungstrend im Naturschutzgebiet gestoppt und die Lebensräume in einen zumindest langfristig guten ökologischen Zustand überführt werden können, wurde von der NABU-Naturschutzstat­ion in Zusammenarbeit mit dem Amt für Grünflächen und Umweltschutz der Stadt Münster und einem zusammen mit den Landnutzern gebildeten NSG-Beirat ein Pflege- und Entwicklungskonzept erarbeitet. Die Umsetzung des Konzeptes liegt in der Hand des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz. Schwierigkeiten bei der Umsetzung bestehen aber in der fehlenden Flächenverfügbarkeit. Die meisten Grundstücke befinden sich im Privateigentum. Eine Extensivierung im Rahmen des Vertragsnaturschutzes kommt aber nur für einen Teil der Flächennutzer in

Frage, da eine extensive Wiesen- oder Weidenutzung nicht in die betriebswirtschaftlichen Strukturen passt. Dennoch konnten über den Vertragsnaturschutz und im Rahmen von Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen Erfolge erzielt werden. Zusammen mit der NABU-Naturschutzstation wird seit dem Jahr 2005 ein Pflegekonzept für die wertvollen Wegsäume umgesetzt. Nach einem festen Pflegeplan werden die Säume

- teilweise in Handarbeit - gepflegt, um deren Artenvielfalt zu bewahren. Zur Begrenzung der zu verzeichnenden Störungen durch BesucherInnen abseits von Wegen oder durch freilaufende Hunde wurden Informationstafeln aufgestellt. Doch bleibt noch viel zu tun, um das einzigartige Naturerbe zu bewahren und qualitativ weiter aufzuwerten. £

Der Baumpieper kommt in hoher Brutpaar-Dichte vor Foto: M. Steven

Wir sind der NABU

seit 25 Jahren von Diana Gevers und Carsten Trappmann

Manche waren von Anfang an dabei, etliche sind im Laufe der Zeit dazugekommen, einige mussten zeitlich kürzer treten, andere kommen jetzt so richtig in Fahrt. Seit 25 Jahren sind Menschen für den NABU Münster aktiv. Ob es um praktischen Naturschutz geht, Umweltbildung oder politische Arbeit – der NABU lebt vom Engagement seiner Ehrenamtlichen. Sie kommen in Arbeitsgruppen zusammen, organisieren den Verein im Vorstand oder helfen zum Beispiel bei der Landschaftspflege oder bei Veranstaltungen. Seit über zehn Jahren arbeitet der NABU Münster auch mit hauptamtlicher Unterstützung im Obstwiesenschutz und der Vermarktung von Streuobstprodukten. Daneben steht seit Jahren die NABU-Naturschutzstation Münsterland mit ihren hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dem NABU Münster zur Seite. Sie ermöglichen eine Professionalität, die ehrenamtlich allein schon vom zeitlichen Umfang her nicht zu leisten wäre und doch auf die Ehrenamtlichen angewiesen bleibt. Nach wie vor gibt es viel zu tun im Naturschutz. Das Gute daran ist: Für jeden Geschmack und jede Begabung ist etwas dabei. Wir freuen uns auf Sie!

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NABU Münster

das Zuwachsen mit Gehölzen und Entwässerungen zu den gravierendsten Gefährdungsfaktoren.


NABU Münster

NABU Münster wird 25 Jahre jung Es ist viel passiert im Naturschutz in Münster in den letzten 25 Jahren. Eine von Manfred Röhlen erstellte und von der Redaktion ergänzte Chronik schildert schlaglichtartig die Beteiligung des NABU Münster am Geschehen.

1982: • Der „Deutsche Bund für Vogelschutz, Ortsgruppe Münster e.V.“ wird in das Vereinsregister beim Amtsgericht Münster eingetragen. Der Verein hatte schon einmal zwischen 1908 und dem zweiten Weltkrieg in Münster existiert und seit 1977 als Bezirksverband des DBV. • Die erste Ausgabe der „NaturschutzNachrichten aus Münster“ erscheint. • Erstmals wird ein öffentliches Veranstaltungsprogramm angeboten.

1983: • Aufteilung der Arbeit in folgende Arbeitsgruppen: Praktischer Naturschutz, Vogelschutz, Feuchtgebiete, Stadtökologie, Öffentlichkeitsarbeit, Fotografie sowie Verwaltung und Organisation.

1984: • Die neue Satzung enthält erstmals eine eigene Jugendordnung.

1985: • Vorlage eines Konzeptes zur Erhaltung der Natur am Hiltruper See. • Gutachten zum Feuchtgebiet auf dem Truppenübungsplatz Handorf. • Forderungskatalog in Sachen Natur und Umwelt an die Kommunalpolitik.

1986: • Namensänderung in „Naturschutzverband Münster, Stadtverband des DBV“ löst nachhaltige Unstimmigkeiten mit dem DBV-Landesverband NRW aus. • Die erste Kindergruppe trifft sich in der Biologischen Station Rieselfelder Münster. • Die Arbeitsgruppe „Vogelschutz“ teilt sich In „Singvogelschutz“ und „Eulenschutz“.

1987: • Der Naturschutzverband schafft eine

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ABM-Stelle für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. • An der Hammer Straße 243 wird die erste Geschäftsstelle des Vereins bezogen. • In den „Naturschutz-Nachrichten“ erscheinen erstmalig die „Ornithologischen Notizen“. • Neue Arbeitsgruppe „Fledertierschutz“

1988: • Neue Arbeitsgruppe „Obstwiesenschutz“. • Umweltpreis der Stadt Münster für die Naturschutzjugend. • Der Naturschutzverband verlässt wegen mangelnder Effektivität den Landschaftsbeirat der Stadt Münster.

1989: • Umzug in die neue Geschäftsstelle „Naturschutzladen“ an der Grevener Straße, da die bisherigen Räume dem Ausbau der Umgehungsstraße zum Opfer fallen. • Stadtweit gibt es sieben Kindergruppen. • Anlässlich der Kommunalwahl erscheint das Heft „Umweltpolitik für unsere Stadt“ mit 168 konkreten Forderungen an die Politik. • Umweltpreis der Stadt für den 2. Vorsitzenden Dirk Rosenbaum

1990: • Die Broschüre „Fledermäuse – Vom Aussterben bedroht“ erscheint und wird zum Verkaufsschlager. • 3.000 Liter naturreiner Apfelsaft von Münsters Obstwiesen werden gepresst und verkauft. • Die Landesvertreterversammlung des DBV-Landesverbandes NRW findet in Kinderhaus statt. • Jugendgruppen-Aktion „Autofreie Innenstadt“.

1991: • Erneute Namensänderung in „Naturschutzbund Deutschland, Stadtverband Münster e.V.“, kurz „NABU Münster“. • Neue Arbeitsgruppen: „Feuchtgebiete“, „Umweltbildungszentrum“ und „Umweltpädagogik“; letztere nimmt das „ÖKO-MOBIL“ in Betrieb. • Umweltpreise für den 1. Vorsitzenden den Leiter der Arbeitsgruppe „Fledertierschutz“ und die Arbeitsgruppe „Obstwiesenschutz“.

1992: • Der NABU wird erster Sprecherverein im neu gegründeten Umweltforum. • NABU Münster und NABU Cottbus werden Partner. • Die 20. Ausgabe der „NaturschutzNachrichten“ erscheint. • 65 Tonnen Äpfel von Münsters Obstwiesen werden vermostet.

1993: • Der NABU pachtet erstmals Obstwiesen und legt ein schriftliches Obstwiesenschutzkonzept vor. • Zum Stadtjubiläum erscheint nach monatelanger Vorarbeit das Buch „Vogelleben zwischen Ems und Emmerbach“. • Umweltpreise für die Arbeitsgruppen „Singvogelschutz“ und „Umweltpäda­ gogik“ sowie für die Kindergruppe Zoo.

1994: • Neue Arbeitsgruppen „Heuschreckenschutz“ und „Feuchtbiotope“. • Erste Neuanlage eines Tümpels für Laubfrösche im Stadtgebiet.

1995: • Bundesweite Fledermaustagung des NABU in Münster. • Ausstellung „Der Weißstorch“ in der Stadtbücherei.


1996: • Der NABU zieht in das neue Umwelthaus an der Zumsandestraße. • Die erstmalige Projektförderung des Obstwiesen- und Laubfroschschutzes durch die Stadt Münster erlaubt mit hauptamtlicher Unterstützung eines Ausweitung der Aktivitäten. • Erster „Münsterländer Apfeltag“ im Mühlenhof wird ein Riesenerfolg. • Neue Arbeitsgruppen „Libellenschutz“ und „Nachhaltiges Münster“.

• NABU-Aktive betreuen 60 Hornissen-, 320 Fledermaus- und 337 Eulen- und Turmfalkenkästen und ermitteln einen Bestand von 1.300 bis 1.400 Rauchschwalben-Brutpaaren in Münster. • Neue Arbeitsgruppe „Schmetterlinge“.

2000: • Die Hefte „Die Libellenfauna der Stadt Münster“ und „Landschaft schmeckt – Obstsorten in Westfalen“ werden vom NABU herausgebracht. • 3. Münsterländer Apfeltag mit 4000 Besuchern auf dem Emshof.

1997:

2001:

• Neue Arbeitsgruppen „Hornissenschutz“, „Waldnaturschutz“ und “Botanik“. • Eine Hornissenbroschüre und das Heft „Die Heuschrecken der Stadt Münster“ erscheinen. • Ein drittes hauptamtlich betriebenes Projekt beschäftigt sich mit dem Schutz der Waldlandschaft Davert. Münster wird auf unsere Anregung „NABU-Naturwaldgemeinde“. • Der NABU Münster wird Gründungsmitglied der „NABU-Naturschutzstation Münsterland“. • Stadtweite Feldlerchenkartierung liefert erschreckendes Ergebnis. • Der Umweltpreis der Stadt geht für den Laubfroschschutz an die AG Feuchtbiotope.

• Der NABU beteiligt sich an einer Klage gegen die Erweiterung des Flughafens Münster-Osnabrück. • NABU-Aktive starten die Aktionen „Exkursion in den eigenen Garten“ und „Tag des offenen naturnahen Gartens“ • Neue Arbeitsgruppe „Pilze“.

1998: • Der NABU kehrt in den Landschaftsbeirat der Stadt Münster zurück. • 2. Apfeltag des NABU. • Neue Arbeitsgruppe „Landwirtschaft“. • Die Projekte Laubfroschschutz, Waldnaturschutz und Fledermausschutz werden zur Entlastung des ehrenamtlichen Vorstandes an die NABU-Naturschutzstation übertragen.

1999: • Ausstellung in der Orangerie des Botanischen Gartens zum 100-jährigen Bestehen des NABU-Bundesverbandes.

2002: • Der NABU verkauft inzwischen ca. 7000 Liter Apfelsaft und viele andere Produkte aus heimischen Obstwiesen. • Gemeinsam mit der Stadt Münster, dem Bio-Supermarkt, Bio-Corner und Slowfood organisiert der NABU die erfolgreiche Veranstaltung „Biosternaufwärts“ im Planetarium. • NABU-Aktive ermitteln einen Bestand von 600 Mehlschwalben-Brutpaaren in Münster.

2003: • 5000 Besucher beim 4. Münsterländer Apfeltag in Handorf. • Zum letzten Mal erscheinen die „Naturschutz-Nachrichten aus Münster“ nach 43 Ausgaben.

2004: • Die „Naturzeit im Münsterland“ ersetzt die „Naturschutznachrichten“ und erscheint für die Kreise Warendorf, Steinfurt, Coesfeld, Borken und die Stadt Münster. • Neue Arbeitsgruppen „Ornithologie“ sowie „Medien- und Öffentlichkeits-

arbeit“. • Neue Kindergruppe mit Sitz in einer Kleingartenanlage am Wienburgpark. • NABU-Aktive ermitteln einen Brutpaarbestand von ca. 350 Kiebitzen und 106 Feldlerchen. Seit der Feldlerchen-Kartierung von 1997 ergibt sich somit ein Rückgang von über 50%. • 8000 Besucher beim 5. Münsterländer Apfeltag in Handorf.

2005: • Die Arbeitsgruppe Botanik erhält den Förderpreis des Westfälisch-Naturwissenschaftlichen-Vereins für das Projekt „Flora von Münster“. • Die Arbeitsgruppe „Hornissenschutz“ ist im Oktober und November mit einer erstklassigen Ausstellung im Handwerkerbildungszentrum vor Ort. • Neue Arbeitsgruppe „Planverfahren“.

2006: • Das NABU-Projekt „Obstwiesenschutz“ wird 10 Jahre alt. NABU-Aktive haben in dieser Zeit 17000 Obstbäume gepflegt und 3500 gepflanzt. • Die Arbeitsgruppe „Ornithologie“ beteiligt sich an der Erstellung des Deutschen Brutvogelatlasses „ADEBAR“. • Der 6. Münsterländer-Apfeltag in Handorf ist zwar nicht so gut besucht wie sein Vorgänger, aber trotzdem ein Erfolg.

2007: • Der langjährige Leiter der Arbeitsgruppe „Fledertierschutz“ Dr. Carsten Trappmann erhält den Förderpreis des Westfälisch-Naturwissenschaftlichen-Vereins für seine Arbeiten und Veröffentlichungen zur Fransenfledermaus. • Die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler stehende Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ hat das Obstwiesenprojekt des NABU Stadtverband Münster mit dem Titel „Ausgewählter Ort 2007“ ausgezeichnet. • Der NABU-Münster feiert sein 25jähriges, offiziell eingetragenes Bestehen. £

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NABU Münster

• Umweltpreis der Stadt für den 1. Vorsitzenden des NABU, Dr. Thomas Krämer.


NABU Münster

Herbstspaß für Kinder Naturschutzjugend unterstützt integratives Herbstferienprojekt Zum ersten Mal fand eine Zusammenarbeit zwischen der NAJU und dem ABI-Südpark (ABI = Abenteuer, Bauen, Initiativen) statt. Schon seit fünf Jahren bietet der ABI-Südpark gemeinsam mit der Lebenshilfe Münster ein integratives Ferienprojekt an, bei dem das gemeinsame Spielen von behinderten und nicht behinderten Kindern im Vordergrund steht. Die NAJU erfuhr davon und war gleich begeistert. Gerne wollten wir uns bei diesem Projekt engagieren. Das Motto diesen Jahres sollte heißen: „Der Natur auf der Spur“. Mit unserer Hilfe sollten die Kinder die Natur näher unter die Lupe nehmen. In vier Gruppen machten sich die Kinder auf, um an verschiedenen Stationen

im Südpark mehr über Wiese, Wasser, Hecke und Baum zu erfahren. Bei der Heckenstation wurde mit Lineal, Bleistift, Schnur und Zollstock die Höhe eines Baumes ermittelt. Und alles ohne den Baum fällen zu müssen. An der Wasserstation dagegen ging es um Tierspuren. Hier mussten Tierspuren von Hasen, Wildschweinen, Eichhörnchen und anderen erkannt werden. Nebenan führte Laura ihre Freundin Sophie mit verbundenen Augen zu einem Baum. Sie musste den Baum abtasten und später wieder erkennen. Gar nicht so einfach. Und auch bei der Wiesenstation gab es ein schweres Rätsel zu knacken. Gemeinsam kamen aber alle ans Ziel und hat-

ten am Ende viel über die Natur vor Ort gelernt. Aber nicht nur die Kinder waren begeistert. Auch die Mitarbeiter des ABI und der Lebenshilfe waren von der Gestaltung und Umsetzung der NAJU positiv überrascht. Und auch wir konnten von der Aktion profitieren, Erfahrungen sammeln und neue Kontakte knüpfen. Und natürlich hat es jede Menge Spaß gemacht! Gerne möchten wir die gute Zusammenarbeit wiederholen und werden voraussichtlich in den Osterferien wieder im ABI Südpark aktiv sein. £  www.naju-muenster.de  www.muenster.de/stadt/abi

Obstwiesenfest in den Rieselfeldern Meteorologen und Biologen definieren den Frühlingsanfang mit dem Beginn der Apfelblüte. Die ersten Blüten öffneten sich in diesem Jahr am 15. April, zwei Wochen früher als 2006. Der NABU Stadtverband Münster feierte dieses Ereignis am Sonntag, den 22. April mit dem Obstblütenfest. Als Beitrag zur Entente Florale Europe hatte die Arbeitsgruppe Obstwiesenschutz auf ihre Streuobstwiese in die Rieselfelder eingeladen. Die Streuobstwiese als wohl artenreichsten Lebensraum Mitteleuropas hat in Münster viele AnhängerInnen, die sich entweder aktive für den Erhalt der Obstwiesen in Münster einsetzen oder als Paten dieses Engagement finanziell unterstützen. Auf den Obstwiesen in Münster gibt es noch an die 100 Apfelsorten, die der NABU auf dem Markt am Dom zum Kauf anbietet. Viele der alten Obstsorten haben adelige Namen wie Kaiser Wilhelm, Prinz Albrecht von Preußen oder Königin Victoria. Was lag da näher als auf dem Obstblütenfest eine Apfelprinzessin zu küren? Die Gäste sangen für Prinzessin Judith ein Ap-

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fellied und bekamen von ihr die Äpfel der vergangenen Ernte. Viele der etwa 50 Besucherinnen und Besucher informierten sich danach noch über das Obstwiesenprojekt des NABU Münster. Wer sich etwas abseits aufhielt, konnte viele Vogelarten beim Füttern der Jungen beobachten, die in den Höhlen der alten Obstbäume nisten oder die vielen Blütenpflanzen bewundern, die in der Wiese wachsen.

Die frisch gekürte „Apfelprinzessin“ Judith. Foto: K. Rietmann

Bei Apfelkuchen und Apfelsaft oder auch bei einem Gläschen Mirabellenbrand war es herrlich den Sonnenschein zu genießen. £ Karin Rietmann


Eckhard Uhlenberg besucht den NABU Kreisverband Steinfurt von Axel Roll Eckhard Uhlenberg hat wohl so etwas wie ein Elefantengedächtnis. „Ich bin zwei Jahre im Amt. Und in dieser Zeit haben mich erst drei Leute angebrüllt.“ Einer davon ist Kurt Pick. Der streitbare Naturschützer aus Borghorst und der Landesumweltminister aus Werl hätten sich also unter glücklicheren Umständen kennen lernen können, als bei einer Demonstration der NABU-Aktivisten gegen die Sparmaßnahmen des Landes - vor einigen Monaten auf dem Biohof Büning, in Laer (siehe hierzu Bericht auf Seite 38 der Naturzeit im Münsterland Nr. 7).

Uhlenberg ist aber offensichtlich nicht nachtragend. Und so steht am Samstagnachmittag wie selbstverständlich - schon weit vor der vereinbarten Zeit ein dunkelgrüner Audi A 8 mit Soester Kennzeichen vor dem NABU-Heim an der Gantenstraße. „Ganz privat“ ist der 59-Jährige nach Borghorst gekommen. Nur mit Fahrer. Ohne Sicherheitsbeamte, Referenten, ja sogar ohne Krawatte und andere Termine im Nacken. Dunkelblaue Baumwollhose, hellblaues Hemd, die Ärmel aufgekrempelt. So springt Eckhard Uhlenberg aus dem Fond der Limousine, als Kurt Pick und NABU-Kreisvorsitzender Edmund Bischoff auf den Parkplatz kommen. Die Berichte über die Arbeit der Steinfurter Naturschützer haben den Minister neugierig gemacht. „Das muss ich mir alles mal aus der Nähe angucken“ , hatte er auf der Landesdelegiertenversammlung des NABU NRW in Dülmen dem Führungsduo des NABU Kreisverbandes Steinfurt versprochen. Es liegt wohl weniger am schlechten Gewissen, damals in Laer ein bisschen weit aus der Haut gefahren zu sein, als viel mehr an der Tatsache, hier einen leibhaftigen Minister vor sich zu haben – Kurt Pick ist bei der kurzen Führung durch das Vereinsheim der Naturschützer noch ein bisschen nervös. Später, auf dem NABU-Hof in Ostendorf, hat sich die Aufregung lange gelegt. Uhlenberg ist begeistert: „Das ist hier ja eine traumhafte Lage, so mitten im Grünen.“ Hier, vor der alten Remise, trifft er auf Max Lohmeyer. „Sind

Sie hier der Treckerfahrer?“, fragt der prominente Gast und deutet auf die in Borghorst bekannte Mütze mit dem Landmaschinen-Zeichen. Als Eckhard Uhlenberg erfährt, dass Lohmeyer 88jährig mit dem nicht minder prominenten, olivgrünen Bulli kranke Vögel einsammelt, ist er tief beeindruckt: „Mann, Sie sind ja noch richtig gut drauf.“ Das gilt auch für die Heranwachsenden und jungen Männer, die den Minister in der Scheune erwarten. Es sind die Brückenjobber und Kombilöhner - ja auch die zu Sozialstunden verdonnerten Jugendlichen - die werktags für den NABU-Kreisverband Wallhecken auf den Stock setzen, Feuchtbiotope anlegen und pflegen oder das Venn entbirken. Ihretwegen hat Kurt Pick damals seinen Wutanfall bekommen. Damals sah es nämlich so aus, als müsste er alle wegen der fehlenden Zuwendungen entlassen. Wie wichtig das ökologische und soziale Engagement von Kurt Pick ist, erfährt der Minister nicht nur vom NABUKreisvorsitzenden, Edmund Bischoff. Die städtische Sozialamtsleiterin Helga Sundermann ist da, um Uhlenberg von einer vorbildlichen Kooperation mit den Steinfurter Naturschützern zu berichten. Auch wie wichtig es ist, dass die zuvor Langzeitarbeitslosen endlich wieder eine sinnvolle Tätigkeit haben, weiß die Amtsleiterin zu vermitteln. Der Umweltminister ist überzeugt: „Eine gelungene Verbindung von Ökologie und sozialem Engagement. Ich bin

sehr beeindruckt.“ Der samstägliche Privatausflug von Werl nach Borghorst hat sich für das Mitglied des Landeskabinetts gelohnt. „So etwas kann man natürlich nicht jeden Monat machen“, gibt Eckhard Uhlenberg gerne zu. So ein informeller Besuch, das ist für ihn etwas Besonderes. Versprechungen über weitere Zuschüsse will er nicht machen. Grund für den Sparkurs, und da kommt der Politiker durch, sei – natürlich – die „desaströse Finanzlage“, die die Sozialdemokraten hinterlassen hätten. „So wird auch 2008 noch ein ganz hartes Jahr.“ Er sieht aber ein: „Die Naturschützer müssen Planungssicherheit haben.“ Und er lobt noch einmal den Projektansatz der Steinfurter: „Junge Männer so für den Umweltschutz einzusetzen, eine tolle Sache!“ Dann steigt er ins Auto, um im Haus der Familie Pick, ein vertiefendes „Acht-Augen-Gespräch“ zu führen. Bei Kaffee und Kuchen kommen dabei die wichtigsten Themen auf den Tisch. Zum Flächenmanagement der Landes-Straßenbauämter nimmt der Minister unter anderem die Anregung von Kurt Pick mit auf den Weg, die Kompensationsflächen für den Straßenbau nicht den Kommunen, sondern den Naturschutzverbänden zu übertragen - natürlich versehen mit langfris­ tigen Pflegeverträgen. Kurt Kuhnen erläutert Herrn Uhlenberg die vorbildlichen Maßnahmen zum großflächigen Schutz von Flächen und deren

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NABU Kreisverband Steinfurt

Ein Minister - diesmal ganz privat.


NABU Kreisverband Steinfurt

Management bei unserem europäischen Nachbarn - Niederlande, wo Minister Uhlenberg in Kürze auf seine Ressortkollegen treffen wird (Siehe hierzu Artikel „Auf einem Auge blind“ in dieser Ausgabe Seite 32 und 33). NABU Kreisversitzender Edmund Bischoff überreicht dem Minister zum Abschluss eine Informationsmappe

- einschließlich der aktuellen NABUResolution - zur Sicherung einer langfristigen finanziellen Unterstützung weiterer Renaturierungs-Maßnahmen der Ems durch die Bezirksregierung auch auf Steinfurter Gebiet. Wenn auch Minister Uhlenberg in diesem Gespräch keine finanziellen Zu-

sagen machen konnte, so versprach er doch abschließend, die ökologischen sozialen Aspekte der Arbeit im NABU Kreisverband Steinfurt einmal mit seinem Minister-Kollegen Karl-Josef Laumann zu erörtern, wohl wissend, welch negativen Folgen es für Mensch und Natur hat, wenn hier nicht geholfen wird. £

Klimaschutzpreis 2006 geht an die NAJU Steinfurt-Borghorst Jugendliche müssen sich oft den Vorwurf gefallen lassen, dass sie keine Vorbilder mehr haben. Bei der Jugendgruppe des Steinfurter Naturschutzbundes ist es genau andersherum. Sie selbst ist Vorbild und erhielt dafür bereits den vom Naturschutzbund Deutschland - Landesverband NRW - vergebenen „Dr. Hermann-KlinglerJugendpreis“. Heute standen sie erneut im Rampenlicht. Aus den Händen von Bürgermeister Andreas Hoge wurde ihnen der Klimaschutzpreis der Stadt überreicht. Die Truppe um Mentorin Renate Waltermann kann sich gleichzeitig über 2.500 Euro Preisgeld freuen. Geld, das von der RWE zur Verfügung gestellt wird. Und Geld, das die Jungen und Mädchen gut für ihre kommenden Umweltschutzprojekte gebrauchen können. „Willst du froh und glücklich leben, lass dir ein Ehrenamt geben“, wandelte Bürgermeister Hoge in seiner Laudatio ein Wilhelm-Busch-Zitat ab,

Die NAJU Steinfurt-Borg­ horst nimmt den Klimaschutzpreis 2006 entgegen. Foto: A. Roll

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um die Bürgerinnen und Bürger noch stärker zum uneigennützigen Engagement für die Allgemeinheit zu bewegen. Das Ehrenamt sei eine wichtige Säule der Gesellschaft, so der erste Bürger der Stadt Steinfurt. Die Arbeit für den Schutz der Natur sei dabei besonders wichtig. „Viel Zeit bleibt uns nicht mehr“, rief Hoge die Anzeichen des Klimawandels in Erinnerung. Es sei dabei die falsche Einstellung, auf die großen Industrienationen wie USA und China zu warten. Wir alle seien gefordert. „Klimaschutz und RWE, wie passt das denn zusammen?“, stellte RWE-Vertreter Michael Schmidt die Frage, die er sofort selbst beantwortete. Strom kommt leider nicht einfach aus der Steckdose. Es seien immer noch konventionelle Kraftwerke notwendig, um die Versorgung sicherzustellen: „Wie es ohne Strom aussieht, das hat uns ja das Chaos im letzten Winter vor Augen geführt.“ 300.000 Euro stellt die RWE in diesem Jahr für Klimaschutzpreise in den Städten zur Verfügung. Steinfurt beteiligt sich zum zweiten Mal. Ob es im kommenden Jahr noch einmal Geld dafür gibt, ist noch nicht sicher. Michael Schmidt: „Der RWE-Vorstand hat noch nicht abschließend darüber beraten.“

Wie phantasievoll sich die Jugendgruppe dem Thema Natur immer wieder stellt, das erklärte Gruppenleiterin Renate Waltermann in einer kurzen Bildpräsentation und einer kleinen Ausstellung. Die Aktivitäten reichen vom Bau des „Öko-Lehmdorfes“ mit Fantasiegärten, Bauerngarten und Fledermausstollen über das Anlegen eines Lehrpfades und das Organisieren von Umwelt- und Apfeltagen bis hin zu eigenen Marionetten-Theaterstücken. „Wesentlicher Inhalt der Projekte ‚ÖkoLehmdorf‘ und ‚Marionetten-Theater‘ ist eine ehrenamtliche ganzheitliche Umweltbildung, die den Kindern und Jugendlichen bereits sehr früh Ehrfurcht vor dem Leben und den schonenden Umgang mit allen endlichen Ressourcen vermittelt - zur Bewahrung der Schöpfung“, so Renate Waltermann bei ihren Dankesworten. „Dafür haben Sie - hat die NAJU Steinfurt-Borghorst - den Klimaschutzpreis 2006 wirklich verdient“, so das Abschlusswort von Bürgermeister Andreas Hoge, bevor er die Gäste zum Buffet bat, verbunden mit dem Wunsch, dass so etwas hoffentlich Schule macht. £ Axel Roll


NABU Kreisverband Steinfurt noch in 2007 dabei. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe und der ständig steigenden Benzinpreise ist guter Rat teuer. Dabei ist umweltfreundliches Autofahren gar nicht so schwer. Mit der richtigen Fahrweise lässt sich ein Viertel des Kraftstoffs einsparen - da freuen sich Geldbeutel und Umwelt gleichermaßen. Der NABU Kreisverband Steinfurt freut sich daher sehr darüber, dass er in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsexperten vom NABU-Bundesverband, Dietmar Oeliger und dem VW-Händler „Autohaus Budde GmbH“ in diesem Jahr ein kostenloses Spritspartraining in der Kreisstadt Steinfurt anbieten kann. Im nachstehenden Interview - das Edmund Bischoff, Vorsitzender vom NABU Kreisverband Steinfurt, führte verrät uns der NABU-Verkehrsexperte, Dietmar Oeliger, worauf es ankommt, warum sich Sprit sparen lohnt und was es mit den NABU-Spritspartrainings auf sich hat.

der NABU und Volkswagen seit Jahren bundesweit kostenlos anbieten. Was heißt das konkret? Man vernichtet so bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff! Und dabei spart man natürlich auch. 300 Euro sind im Jahr locker drin. Langsamer ans Ziel kommt man so nicht, aber intelligenter, sozusagen. Aber ist dazu ein Training nötig? Heutige Autos lassen sich ganz anders fahren, als wir das vor Jahren gelernt haben. Zum Spritfahren gehört zum Beispiel das kräftige, kurze Beschleunigen und zügiges Schalten und nicht das Fahren in Zeitlupe, wie manche vermuten würden Nachfragen, die wir Monate nach den Trainings gestellt haben, zeigen allerdings, dass die wichtigsten Regeln verinnerlicht wurden, so dass unterm Strich eine erhebliche Ersparnis bleibt. Was wäre der Effekt, wenn alle so fahren? Mit einer flächendeckenden Fahrerschulung ließen sich allein in Deutschland jährlich CO2-Emissionen in einem Umfang von rund 12 Millionen Tonnen vermeiden. Das ist so viel, wie Berlin in einem halben Jahr insgesamt ausstößt.

Dietmar, wenn man als Autofahrer kein Klimaschädling sein will, was macht man da? Beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens sollte man unbedingt auch auf die Angaben zum CO2-Ausstoß achten. Es gibt innerhalb jeder Klasse gewaltige Unterschiede. Aber ebenso gilt: der Verbrauch hängt nicht unwesentlich vom Fahrer ab. Eine moderne Fahrweise ist zugleich sparsam. Die lernt man beim Spritspartraining, das

Dietmar, wie funktioniert denn so ein NABU-Spritspartraining in der Praxis? Die Trainingsteilnehmer fahren mit gestellten, handelsüblichen VolkswagenFahrzeugen und einem Profitrainer an ihrer Seite eine vorgegebene Fahrtstrecke im normalen Verkehr und in ihrem gewöhnlichen Fahrstil ab. Verschiedene Daten wie Spritverbrauch, CO2-Ausstoß, Motordrehzahl und Fahrzeit werden in einem speziellen

Bordcomputer aufgezeichnet. Nach der ersten Runde erhalten Sie vom Trainer eine Anleitung zum energieeffizienten Fahren. Anschließend fahren sie die gleiche Strecke noch einmal mit Anweisungen des Trainers. Beide Vergleichsfahrten werden schließlich mit dem ComputerProgramm „Modern Drive“ ausgewertet. In aller Regel wissen alle Teilnehmer danach, wie sie erheblich weniger Sprit verbrauchen ohne wirklich langsamer zu sein! Vielen Dank Dietmar, für dieses Interview - und natürlich dafür, dass der NABU Kreisverband Steinfurt in seinem Jubiläumsjahr noch beim NABU-Spritspartraining dabei ist! Gern geschehen. Ich freue mich schon auf den Tag und hoffe, dass nicht nur die Trainingsteilnehmer und die Umwelt vom NABU Spritspartraining profitieren, sondern auch der NABU Kreisverband Steinfurt, der ja in diesem Jahr 25 Jahre besteht. £ Edmund Bischoff Das NABU-Spritspartraining findet am Samstag, 13.10.2007 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr beim VW-Händler „Autohaus Budde GmbH“, Steinfurt, Ochtruper Straße 120 statt. Das Training ist kostenlos. Der NABU Kreisverband Steinfurt e. V. freut sich jedoch über Spenden, die ihm helfen, seine wichtigen Naturschutzaufgaben wahrzunehmen. Die Nachfrage nach den kostenlosen Trainingsplätzen wird groß sein, allerdings können nur rund 45 Personen teilnehmen. Detaillierte Informationen zu dieser Veranstaltung - insbesondere auch zum Anmeldeverfahren - werden rechtzeitig in der Tagespresse und in den NABU-Informations- und Schaukästen bekanntgegeben.

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NABU Kreisverband Steinfurt

KOSTENLOSES SPRITSPARTRAINING


NABU Kreisverband Steinfurt

NABU Ehrennadel in Gold für Kurt Pick Der Geschäftsführer des NABU Kreisverbandes Steinfurt, Kurt Pick, wurde am 22.10.06 auf der NABU Landesvertreterversammlung in Dülmen vom Landesvorsitzenden Josef Tumbrinck für seinen unermüdlichen Einsatz im Naturschutzbund Deutschland mit der Goldenen NABU Ehrennadel ausgezeichnet.

unsere Gesellschaft erleichtert wurde und viele von ihnen Krisensituationen überwinden konnten und in feste Ausbildungsoder Arbeitsverhältnisse übernommen wurden“, so Tumbrinck in seiner kurzen Laudatio.

„Das Engagement von Kurt Pick geht weit über die eigentliche Naturschutzarbeit hinaus.Verantwortlich für die Zusammenstellung und den Einsatz der Biotop-Pflegetrupps im NABU Kreisverband Steinfurt sorgte er in den zurückliegenden Jahrzehnten dafür, dass Jugendlichen durch die Arbeit im Naturschutz der Wiedereinstieg in

Vorstellen brauchte er Kurt Pick nicht mehr - hatte dieser doch kurz zuvor noch Minister Uhlenberg auf die wichtigen und vielfältigen Aufgaben des NABU im Kreis Steinfurt hingewiesen und dessen notwendige Unterstützung gefordert - ohne die sowohl die Naturschutzarbeit als auch die Sozialarbeit nicht geleistet werden kann. £

„Warum gerade ich? Hier sitzen einhundert andere, die es verdient hätten.“ - so ein sichtlich gerührter Kurt Pick, als ihm Josef Tumbrinck die Goldene NABU Ehrennadel an das Revers geheftet hatte. Foto: NABU

Eine nicht aller Tage stattfindende Naturschutzaktion startete der NABU Steinfurt Anfang Juli diesen Jahres. Ein Nest der Roten Waldameise, eine seit langem wegen ihrer großen Nützlichkeit für das Waldökosystem geschützte Art, musste aus einem Garten in Greven-Reckenfeld ausgesiedelt werden. Den Umzug von 1 Millionen Insekten mit ihrer Königin und dem in bis zu 2m Tiefe unter der Erdorberfläche versteckten Nachwuchs aus Larven und Puppen zu organisieren ist aber keine einfache Angelegenheit. Doch mit vereinten Kräften und der Unterstützung durch den NABU-eigenen Trecker gelang die Umsiedlung in ein 4 km entferntes Waldstück. Angesichts des doch beträchtlichen Eingriffs in die Nestarchitektur ist die Erfolgsquote von 50% für ähnliche Aktionen schon als hoch zu bewerten. Nun bleibt die spannende Frage, ob die Aktion in diesem Fall zu den erfolgreichen 50% dazugehört.

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NABU Kreisverband Warendorf

Das NSG Mackenberg Mit 173 m Meereshöhe ist der Mackenberg die höchste Erhebung im Kreis Warendorf. Aber er hat auch als eines der ältesten Naturschutzgebiete (seit 1950) in unserem Raum eine ganz besondere Bedeutung. Hier finden wir äußerst selten gewordene Pflanzenarten wie Orchideen und Enziane, aber auch eine interessante Pilzvegetation sowie eine reiche Tierwelt. Das geschützte Gebiet ist nichts weiter als ein verlassenes Kalksteinbruchgelände. Viele Kuhlen und Aufschüttungen zeugen von der einstigen Schürftätigkeit. Dieser kalkhaltige, magere Boden bietet die besten Voraussetzungen für viele Pflanzenarten, die vielerorts bereits ausgestorben sind. Der Botaniker spricht von einem „Halbtrockenrasen“. Auf dem hügeligen steinigen Gelände bildet sich keine Staunässe. Niederschlagswasser kann schnell abfließen.

Bienen-Ragwurz, weißes Waldvöglein, Waldhyazinthe, Purpurorchis, Mannsknabenkraut, Vogelnestwurz, Händelwurz, Zweiblatt, Sumpfwurz und geflecktes Knabenkraut. Enziane wie Kreuzenzian, Fransenenzian, deutscher Enzian. Echtes Labkraut, Thymian, Kreuzblümchen, Odermennig, Einbeere, Tollkirsche, Fichtenspargel, Wiesenknopf, Wolfsmilch, Golddistel, Steinsame, Seidelbast und andere. Dazu kommen noch Pflanzenarten, die eigentlich nicht hierher gehören wie Sterndolde, Türkenbundlilie, Schwalbenwurzenzian und Riesenbärenklau, die hier angesiedelt wurden. Der Verein für Natur und Umweltschutz im Kreis Warendorf (VNU) beobachtet die Veränderungen der Pflanzenvorkommen und mäht im Herbst die Flächen, um diese Artenvielfalt zu erhalten. £

Noch heute finden sich folgende Pflanzen im NSG Mackenberg: Orchideenarten wie Fliegen-Ragwurz,

Auch diese schöne Orchidee, das Gefleckte Knabenkraut, wächst am Mackenberg. Foto: M. Steven

Klaus Reinke gibt Vorsitz des NABU Warendorf an Daniel Kebschull ab Dienstältester NABU-Vorsitzender in NRW mit „silberner Kettensäge am Bande“ und Silberner Ehrennadel ausgezeichnet. Die Überraschung stand ihm ins Gesicht geschrieben, als Klaus Reinke nach 25 Jahren als Vorsitzender des NABU Kreisverbandes Warendorf die Jahreshauptversammlung am 23. April 2007 zum letzten Mal in offizieller Funktion eröffnete und dabei in die Runde der Anwesenden schaute. Nicht nur die Mitglieder aus dem Kreis waren gekommen, auch der Landesvorsitzende Josef Tumbrinck ließ es sich nicht nehmen, in die schon traditionell genutzte Gaststätte Badde nach Westkirchen zu kommen. Und so kam es wie es kommen musste: Nach einem schönen Vortrag zum Vogel des Jahres von Belinda Och und dem Bericht sowie der Neuwahl des Vorstandes

wurde Klaus Reinke für sein außergewöhnliches Engagement geehrt. Josef Tumbrinck überreichte ihm die silberne Ehrennadel als höchste Auszeichnung des NABU NRW. Die vom 2. Vorsitzenden Frank Böning überreichte Auszeichnung des Warendorfer Kreisverbandes, die silberne Kettensäge am Bande, symbolisierte die Spezialität von Klaus Reinke: Immerhin wurden in den letzten 25 Jahren über 3.000 Kopfweiden von Klaus Reinke geschneitelt, ein unschätzbarer Wert für die Natur im Kreis und die zahlreichen darin brütenden Steinkäuze. Besonders erfreulich ist übrigens die mit dem Wechsel des Vorsitzenden verbundene Kontinuität beim NABU

Warendorf. Neuer und alter Vorstand des Mit Daniel NABU Warendorf. Vorne in Kebschull als der Mitte Klaus Reinke. schon lanFoto: NABU ge engagiertem Mitstreiter und nun neuem Vorsitzenden sowie dem mit ebenfalls 25 Jahren Dienstzeit „ausgestatteten“ Kassenwart Ludwig Kriener ist der NABU Warendorf auch weiterhin gut aufgestellt. £

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NABU Kreisverband Warendorf

Folgenutzung Steinbrüche

Chancen für Mensch und Natur Die Steinbrüche im Beckumer Zementrevier – sie stellen scheinbar unverzichtbare Rohstoffquellen für die heimische Zementindustrie dar und sind zugleich regionaltypische prägende Landschaftsmarken. Der Kalksteinabbau bedeutet aber auch massive Eingriffe in Boden, Wasserhaushalt, Natur und Landschaft. Hermann Heuckmann, Umweltamtsleiter der Stadt Beckum beleuchtet dieses Thema aus Sicht seiner Stadt. Auf den ersten Blick entstehen durch die Eingriffe in Natur und Landschaft unüberwindbare Gegensätze zum Naturschutz, auf den zweiten Blick bieten Steinbrüche jedoch auch Chancen für eine zukünftige Entwicklung: Wo sonst können in der Landschaft belebende Wasserflächen entstehen, wo sonst findet man noch Rohböden, die sich weitgehend ungestört entwickeln können? Doch Steinbrüche bieten noch mehr: Ehemalige Abgrabungen – wie zum Beispiel zwischen Beckum und Neubeckum – können genutzt werden für Gewerbe und Wohnen, Naherholung und Landwirtschaft, Freizeit und Natur. Die Stadt Beckum ist sich dabei seit Jahrzehnten ihrer Verantwortung bewusst und hat stets die Zusammenarbeit mit der heimischen Zementindustrie gesucht, um gemeinsam eine abgestimmte Folgenutzungskonzeption zu entwickeln. Dieser so genannte Gesamtrekultivierungsplan war dann Basis für die weitere Entwicklung der Abgrabungsflächen. Diese Strategie hat sich seit 1980 bewährt. Da sich Anforderungen und Umweltbedingungen weiter entwickelten (zum Beispiel war der Bedarf an landwirtschaftlichen Nutzflächen in ehemaligen Steinbrüchen rückläufig, der Bedarf an Naherholungs- und Naturschutzflächen stieg jedoch stark an), wurde der Plan in 2000 gemeinsam mit vielen Akteuren überarbeitet. Der aktuelle Gesamtrekultivierungsplan der Stadt umfasst etwa 1.660 ha ehemalige, aktuelle und künftige Abgrabungsflächen. Das entspricht einem Anteil an der Gesamtfläche der Stadt von 15%. Allein schon diese Zahl unterstreicht die Bedeutung der Stein-

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brüche für die Stadt- und Landschaftsentwicklung. Die Gesamtrekultivierung stellt für die aktuellen und künftigen Abbauflächen abgestimmte Ziele der Folgenutzung dar: Zum Beispiel Siedlungsentwicklung mit stiller Naherholung im Bereich zwischen der Neube­ ckumer und Oelder Straße (der derzeit entsprechend teilweise verfüllt wird), zum Beispiel Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzflächen im Bereich des Steinbruches Friedrichshorst, zum Beispiel Flächen für Natur- und Landschaftsschutz im Bereich der Abgrabungen Phoenix und Cemex, Werk Mersmann. Dass dieser Weg erfolgreich beschritten werden kann, zeigen bereits zahlreiche Beispiele in Beckum. In den Steinbrüchen Vellern und Hellbach steht die Natur im Vordergrund, ebenso bereits im noch aktiven Bruch Friedrichshorst. Am Tuttenbrocksee konzentriert sich die Freizeitnutzung, am Rolandsee auf stille Naherholung. Die Steinbruchflächen am Grünen Weg stellen heute den Gewerbepark Grüner Weg dar. Im ehemaligen Steinbruch West wurde auf Teilflächen am Siedlungsrand ein Baugebiet inmitten der Natur geschaffen, mit Solarsiedlung und Niedrigenergiehäusern, mit naturnahen Grün- und Erholungsflächen, über Rad- und Fußwege vernetzt mit Stadt und Landschaft. Der übrige Teil wurde im Rahmen der Rekultivierung behutsam mit zwei Seen und vielfältigen Sukzessionsflächen sehr naturnah gestaltet und weitgehend der Selbstentwicklung überlassen. Hier wurden Voraussetzungen für viele neue Lebensräume von Flora und Fauna geschaffen, jedoch der Mensch nicht ausgegrenzt, sondern bewusst über (stille) Naherholungsmöglichkeiten integriert.

In den aufgelassenen Steinbrüchen kommt die Natur schnell zurück. Aus Sicht des Artenschutzes geht die Bewaldung oft sogar zu schnell. Foto: NABU

Die Stadt Beckum bietet regelmäßig Exkursionen in die Steinbrüche an, um diese oft verborgenen Orte zu öffnen und mit ihren Besonderheiten der Bevölkerung vorzustellen. Das Interesse an der Entwicklung der Steinbrüche, an der Folgenutzung, an dem dort praktizierten Natur- und Landschaftsschutz ist groß. Die Akzeptanz dazu in der Bevölkerung steigt. Die Steinbrüche in Beckum werden dadurch mit Leben erfüllt – sie bieten Chancen für Mensch und Natur. £ H. Heuckmann


Vogel des Jahres 2007

Auch in Warendorf sollte 2007 kein Turm ohne Falken bleiben und so plante unsere NAJU-Gruppe fünf Turmfalkenkästen zu bauen. Freundlicherweise sponserte die Zimmerei Thomas Dopheide das Holz für die Nisthilfen. Nach einem Bericht in den hiesigen Tageszeitungen erhielt unsere Gruppe eine Anfrage von Herrn Rex, Mitarbeiter der unteren Landschaftsbehörde, nach einer Bezugsmöglichkeit für einen Turmfalkenkasten. Jetzt mussten wir die Kästen auch wirklich bauen. Die Übergabe des ersten Turmfalkenkastens an das Kreishaus Warendorf erfolgte unter der Teilnahme des Landrats Dr. Olaf Gericke. Auf dem Gerüst eines ehemaligen Windrades wurde ebenfalls ein Kasten in der schwindelerregenden Höhe von 30 m durch Frank Böning montiert. Die Jugendlichen hatten zuvor den Kasten an einem Seil hochgezogen. Das Gebiet um das Gerüst mit Wiesen, Hecken und Anflugplätzen gefällt auch hoffentlich einem Turmfalkenpaar. Spannend wurde das Anbringen einer Nistgelegenheit in der Kirchturmspitze der ev. Christuskirche in Warendorf. Pastor Bering und einige Jugendliche kletterten über zahlreiche Leitern in luftige Höhen und konnten den weiten Blick über die Stadt Warendorf genießen. Unter der

Mitglieder der NaturschutzJugend Warendorf mit einem Turmfalkenkasten. Foto: C. Johanterwage

Regie von Frank Böning wurde der Kasten der Lukenöffnung angepasst und Vorort montiert. Einige Schwierigkeiten ergaben sich bei der Fixierung des letzten Turmfalkenkastens im Turm der Warendorfer Marienkirche. Aus baulichen Gründen war der Zugang zum Turm nur unter der Beachtung einiger Vorsichtsmaßnahmen möglich. Nun hoffen wir, dass auch fünf Turmfalkenpaare einziehen. £ Christel Johanterwage

Turmfalkenkasten, montiert an der Giebelwand eines Gebäudes. Foto: C. Johanterwage

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NABU Kreisverband Warendorf

Turmfalke Kommentar der Redaktion: NABU und Kalkindustrie standen in der Vergangenheit in einem zwiespältigen Verhältnis zueinander. Nicht selten wurden wertvolle Lebensräume und die vertraute Landschaft als prägender Faktor unserer Heimat zerstört. Der Widerstand gegen die immer weitere Ausweisung von Kalkabbaugebieten waren somit verständlich. Doch auch außerhalb der Steinbrüche vollzog sich im Zuge von Flurbereinigungen, Intensivierung der Landwirtschaft, Ausweisung von Bau- und Industriegebieten, Straßenbau und so fort ein dramatischer Landschaftswandel, der kaum noch Raum für die charakteristische Fauna und Flora der Kalkgebiete ließ. Nach inzwischen vielen Jahrzehnten des Kalkabbaus reibt man sich nun verwundert die Augen. Die aufgegebenen Steinbrüche wurden zu letzten Rückzugsräumen für Orchideen und zahlreichen anderen kalkliebenden Pflanzenarten. Seltene Wasservögel, Röhrichtbewohner, Neuntöter und sogar Uhus haben Einzug in die Steinbrüche gehalten. Zwar kein Grund dem Kalkabbau das Wort zu reden, doch wird daran das Dilemma des Naturschutzes deutlich: Die eigentlichen Schutzgüter mit ihren funktionierenden natürlichen Prozessen verschwinden allerorten, so dass Sekundärlebensräume, wie Abgrabungen und Steinbrüche paradoxer Weise immer wichtiger werden. Grund genug für den NABU, die Zusammenarbeit mit der Zementindustrie zu suchen und die Chancen für die Bewahrung biologischer Vielfalt in unserer Heimat zu nutzen – manchmal durchaus eine Gratwanderung.


NABU Naturschutzstation

2.500 Besucherinnen und Besucher auf dem

Eröffnungsfest der NaturGenussRoute Strahlendes Frühlingswetter, 2.500 Besucherinnen und Besucher und überaus zufriedene Partner: Das ist das Fazit des Eröffnungsfestes der NaturGenussRoute auf dem Hof Lütke Jüdefeld am 29. April diesen Jahres. Die Organisatoren Andreas Beulting, Norbert Menke, Corinna Heidmann und Christian Göcking berichten.

60 Informations- und Aktionsstände der Kooperationspartner boten ein buntes Programm: Restaurants mit regionaler Speisekarte, Direktvermarkter mit eigener Produktpalette oder Verkehrsvereine mit Radlerservice. Alle hatten den NaturGenuss im Gepäck und überzeugten die Besucherinnen und Besucher von ihren Angeboten. Wichtigstes Kriterium war die Regionalität und der Genuss, denn mit der neuen Themen-

Strahlendes Frühlingswetter, 2.500 Besucherinnen und Besucher und überaus zufriedene Partner. Foto: M. Steven

route wollen der NABU und seine Partner gleich zwei Ziele erreichen: Die Erfolge des Naturschutzes im positivsten Sinne deutlich machen und regionale Kreisläufe stärken. Ganz nach dem Motto: Aus der Region für die Region. So waren zur Eröffnung aus dem Kreis Steinfurt unter radkundiger Führung von Ingo Stahr und dem Vorsitzenden der NABU-Naturschutzstation Dr. Gerd Bülter der Landrat Thomas Kubendorff

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mit 40 Interessierten zum Fest gekommen. Aus Greven radelte Kurt Landwehr mit 20 Aktiven zum Fest und eine 40 km lange Strecke legten eine Gruppe um Rainer Gildhuis aus Coesfeld zurück - und sind diese abends auch wieder retour gefahren!

turgebiete oder Besichtigungsangebote informieren können. Und als Bonbon winkt für die ersten 50 GenussRadler, die mindestens 30 Partnerbetriebe besucht haben und dies in einem kleinen Stempelbogen dokumentieren, ein randvoller Genießerkorb!

Auf dem Fest war für jeden etwas dabei. Die Kinder konnten sich auf der Strohhüpfburg austoben oder sich schminken lassen, Treckerfahrten wurden ebenso dankend angenommen wie Ponyreiten oder ein Besuch beim Spielmobil der Landvolkshochschule aus Freckenhorst. Wessen Fahrrad noch nicht mit einer Sicherheitscodierung versehen war, konnte das beim ADFC nachholen oder eine Körpergrößenmessung beim Stand der Techniker Krankenkasse durchführen. Auf dem Podium diskutierten über die Ziele der NaturGenussRoute der Staatssekretär aus dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Dr. A. Schink, Bürgermeisterin Karin Reismann, der Landrat des Kreises Steinfurt Th. Kubendorff, der stellvertretende Landrat des Kreises Coesfeld André Stinka, der Vorstandsvorsitzende der Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung und ehemalige Bundestagsabgeordnete Karl Lamers sowie als Gastgeber Dr. Gerhard Bülter, Vorsitzender der NABU-Naturschutzstation Münsterland.

Ein ganz besonderer Dank an dieser Stelle allen Helferinnen und Helfern, Kuchen­spendern und MitstreiterInnen, ohne die dieses Fest nicht hätte durchgeführt werden können. Ganz be­sonders bedanken möchten wir uns auch bei der Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung, die dieses Projekt finanziell unterstützt. £ Christian Göcking

Besonders großen Absatz fanden die vom NABU neu herausgegeben Karten mit dem Routenverlauf und der Darstellung aller Kooperationspartner, so dass sich die GenussRadler schon vorab über Einkehrmöglichkeiten, schöne Na-

Wer die Radkarten inkl. Informationspaket bestellen möchte, wende sich bitte an die NABUNaturschutzstation Münsterland, Zumsandestr. 15, 48145 Münster, Tel. 0251-9879953,  www.naturgenussroute.de

Staatssekretär Dr. Schink (l.) während der Podiumsdiskussion. Foto: M. Steven


zwischen Ems und Emmerbach

Auf den Spuren der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) im Münsterland Sie ist klein, sie ist blau und sie ist leicht mit ihren Verwandten zu verwechseln. Und sie ist etwas sehr besonderes. Die Helm-Azurjungfer ist als FFH-Art im Anhang der gleichnamigen europäischen Richtlinie aufgeführt und daher sind ihre Vorkommen von besonderer europäischer Bedeutung. Für sie mussten eigene Schutzgebiete in NRW ausgewiesen werden. Norbert Menke und Christian Göcking berichten über die aktuelle Situation.

schwarze Zeichnung, die im Aussehen einem Helm sehr nahe kommt – daher der Name. Sehr ähnlich gefärbte Arten finden sich übrigens an Gartenteichen oder Flüssen. Die HufeisenAzurjungfer ist eine häufige Art wie die Becherazurjungfer. Beide unterscheiden sich durch

Die Helm-Azurjungfer liebt schneller fließendes Wasser. Der besonnte Bach oder Graben darf nicht zu breit und das Wasser nicht zu tief sein. Dieses sollte außerdem nicht sauer, sondern eher kalkhaltig sein. Es darf auch in harten Wintern nicht komplett durchfrieren und der Gewässerboden keine sauerstoffzehrende Schlammauflage, sondern muss Sand enthalten. Nur dann können besondere Pflanzen wachsen, in die die Weibchen der Helm-Azurjungfer bevorzugt ihre Eier ablegen, zum Beispiel in die Berle, in Wasserminze, in Wasserstern oder auch in Sumpfvergissmeinnicht. Eine ganze Menge Faktoren also, die in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft nicht oft gegeben sind. In der Nachbarschaft lebte sie dagegenwahrscheinlich in Sümpfen und natürlichen, von großen Pflanzenfressern offen gehaltenen Gewässersystemen. Zu erkennen ist die Helm-Azurjungfer an ihrer dunkelblauen Grundfarbe und der sich davon abhebenden schwarzen Rückenzeichnung. Um sie aber wirklich identifizieren zu können, muss man schon genau hinschauen. Auf dem zweiten Segment findet sich eine

diese kleine schwarze Zeichnung, andere Merkmale sind nur zu erkennen, wenn man die Tiere mit einer Lupe näher betrachten kann.

Zu finden ist die Helm-Azurjunger an nur noch sehr wenigen Stellen im Münsterland. Insgesamt sind in NRW derzeit 12 Vorkommen bekannt. Die meisten dieser Gewässer sind inzwischen als Naturschutzgebiet und als FFHGebiet ausgewiesen und stehen daher unter besonderem Schutz. Der ist auch bitter nötig, denn viele dieser Fließgewässer sind ausgebaut und werden regelmäßig unterhalten, das heißt, es wird die Böschung gemäht, Auskolkungen und Uferabbrüche werden immer wieder befestigt oder gar die Pflanzen im Wasserkörper gemäht oder ausgeräumt. Die Helm-Azurjungfer liebt neben dem fließenden Wasser die Sonne. Daher sollten die Bäche und Gräben nicht vollständig mit schattenwerfenden Bäumen oder Büschen zuwachsen. Eine sehr intensive Räumung und Mahd ist aber ebenfalls nicht gut.

Denn damit werden die Pflanzen zerstört und der Lebensraum geht verloren. Daher sind gute Vereinbarungen und Absprachen zwischen den Naturschutzverbänden, den Behörden und den Eigentümern absolut notwendig. Nur gemeinsam werden wir dieses besondere Kleinod im Münsterland erhalten – und das ist ja das Ziel. Langfristig bedarf es aber vor allem gut gemachte Gewässerrenaturierungen, die die Lebensraumansprüche der Art auch ohne Pflege erfüllen können.

Eines der bedeutensten Vorkommen der Helm-Azurjungfer in NRW kommt am Emmerbach vor. Foto: S. Sczepanski

Übrigens wird im Jahre 2007 bereits die dritte Diplomarbeit am Institut für Landschafts­ökologie der Universität Münster zu dieser kleinen Libelle im Münsterland geschrieben. So haben wir inzwischen einen wichtigen Wissenszuwachs erreichen können. Allen Beteiligten dafür einen herzlichen Dank £ Christian Göcking Norbert Menke

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NABU-Naturschutzstation

Blauhelme


NABU Naturschutzstation

Bio-Fleisch von Naturschutzflächen Nachdem die NABU-Naturschutzstation Münsterland mit dem Auftrieb der „Auerochsen“ im Jahr 2004 ihren landwirtschaftlichen Betrieb gegründet hat, nähert sich nun der Zeitpunkt, wo einzelne Tiere des nicht zu Zuchtzwecken absetzbaren Nachwuchses geschlachtet werden müssen. Insbesondere einige junge Bullen können aufgrund der zunehmenden Streitigkeiten mit Leitbullen nicht auf den Weideflächen bleiben. Da auch noch keine Weidegebiets-Erweiterungen oder neue Gebiete eingerichtet werden können, bleibt nur die Schlachtung. Aufgrund des langsamen und stressfreien Wachstums der Tiere dürfte das Fleisch an Qualität aber kaum zu übertreffen sein. Fettarm und reich an ungesättigten Fettsäuren, die Vorteile einer stressfreien Schlachtung und einer hochwertigen Fleischbehandlung, das werden die Qualitätsmerkmale dieses

Rindfleisches sein. Ähnlich hochwertige Fleischprodukte können VerbraucherInnen aus den Herden der Bentheimer Landschafe erwarten. Die extensive Haltung zur Landschaftspflege sorgt auch hier für gesunde Produkte. Auch wenn die Trennung von den Tieren schwer fällt, geschieht dies mit gutem Gewissen: Nur selten haben als Nahrungsmittel genutzte Tiere aus menschlicher Obhut in unserer Zeit heute ein ähnlich gutes Leben geführt, wie dies auf den Weideflächen der NABU-Naturschutzstation möglich ist!

Tor zur Hohen Ward Für Naturfreunde und Naturfreundinnen wird Münsters Süden bald um eine Attraktion reicher sein: Mit Unterstützung der Stadtteilinitiative Hiltrup, der Bezirksvertretung West der Stadt Münster, der Stadtwerke Münster und dem Amt für Grünflächen und Umweltschutz bereitet die NABU-Naturschutzstation ein neues Naturerlebnisangebot in der Hohen Ward vor. Dieses auf dem Münsterländer Kiessandzug gelegene, waldreiche und besonders artenreiche Gebiet soll künftig mit einem Naturlehrpfad noch besser

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Sandmagerrasen am Hiltruper See. Foto: M. Steven

für Besucher erlebbar werden. Geologische Besonderheiten und ihre Bedeutung für die Trinkwassergewinnung der Stadt Münster, die Landschaftsgeschichte mit den aus ihr erwachsenen Lebensräumen und deren Bedeutung für die vielen Kostbarkeiten aus der Tier- und Pflanzenwelt sowie viele landschaftsökologische Zusammen-

Die Bentheimer Landschafe der Naturschutzststion im Einsatz bei der Landschaftspflege. Foto: M. Steven Interessenten für ein Viertel-Rind, ein Schaf oder andere Fleischportionen können sich wenden an: K.Mantel@nabu-station.de oder 0163-1701221. £ Michael Steven

hänge können interessierte BesucherInnen künftig über den Naturlehrpfad und eine kleine Broschüre nachvollziehen. Beginnen wird der Lehrpfad am „Tor zur Hohen Ward“, einem durch eine Übersichtskarte und Informationstafeln gekennzeichneten Treffpunkt. Hier soll Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen auch ein „Grünes Klassenzimmer“ geboten werden, von dem aus die Natur der Umgebung erkundet werden kann. Wer Interesse hat, das Projekt durch eine Spende, aktive Mitarbeit oder etwa durch Bereitstellung alter Fotos aus der Hohen Ward zu unterstützen, der kann sich an Christian Göcking (C.Goecking@nabu-station.de, 01636281458) wenden. Ab Ende des Jahres 2007 werden auf der Homepage der NABU-Naturschutzstation (www. nabu-station.de) weitere Informationen zur Verfügung stehen. £ Michael Steven


Emsauen werden wieder zum

Rastgebiet für Zugvögel Mehr und mehr Arten finden den Weg auf die Auerochsen-Weiden

Vor dem Emsausbau in den 1930er Jahren war die Emsaue ein bedeutendes Rastgebiet für tausende von gleichzeitig dort rastenden Wasservögeln. Entwässerung und der Ausbau des Flusses setzten dem im Bereich der Warendorfer Emstalung über lange Zeit Grenzen. In den letzten Jahren konnten in den renaturierten Emsauen bei Telgte-Vadrup und Westbevern durch Reaktivierung zugeschütteter Flutrinnen, Sanierung von Altarmen, Stilllegung von Drainagen und Aufstau von Gräben aber wieder vermehrt Feuchtbiotope geschaffen werden. Diese haben sich vor allem während des Frühjahrszuges zunehmend wieder zu einem Rastgebiet für Vögel entwickelt.

Weißstörche nutzten die Emsauen als Rastplatz auf ihrer langen Reise aus den spanischen und afrikanischen Überwinterungsgebieten. Foto: M. Steven

Auffällig ist dies bei den Entenvögeln. Neben hunderten von Stock- und Reiherenten konnten neuerdings auch wieder Krick- und Knäkenten, Löffelenten, Schnatterenten, Pfeifenten und

Brandgänse beobachtet werden. Löffelente und Schnatterente blieben sogar schon zur Brut in den Gebieten. Auch unter den Watvögeln sind in zunehmender Zahl durchziehende Arten festzustellen. Sie profitieren von den flachen, nahrungsreichen Auengewässern, die durch den Tritt der Weidetiere offen gehaltenen werden und mitunter schlammige Rohbodenbereiche aufweisen. Relativ häufig sind Bekassinen, Wald- und Bruchwasserläufer, Flussuferläufer und Flussregenpfeifer anzutreffen. Bemerkenswert war die Überwinterung von Waldwasserläufern. Aber auch seltenere Gäste konnten die Mitarbeiter der NABU-Naturschutzstation nachweisen. So konnten wiederholt Großer Brachvogel, Rotschenkel, Grünschenkel, Dunkler Wasserläufer, Sichel-Strandläufer, Alpenstrandläufer und sogar eine Zwergschnepfe beobachtet werden. Neben zahlreichen auf dem Zug befindlichen Kiebitzen und Austernfischern fanden sich diese beiden Arten auch als Brutvögel ein. Interessant ist weiterhin das regelmäßige Durchziehen von Braunkehlchen, Steinschmätzern und Wiesenpiepern. Die beiden erstgenannten Singvogelarten nutzen dabei gerne die Weidezäune und hochwüchsigen Staudenfluren als Sitzwarte für die Insektenjagd. Besonders häufig in der Gesellschaft der Auerochsen und Wildpferde werden Schafstelzen beobachtet. Sie jagen mitunter in größerer Zahl die im Umfeld der Weidetiere gehäuft auftretenden Insekten. Teilweise über einen längeren Zeitraum konnten Weißstörche, Silberreiher und Purpurreiher an den Gewässern auf den Weideflächen beobachtet werden. Ihnen kommt das seit dem Beweidungsbeginn in 2004 enorm gestiegene Nahrungsangebot an Amphibien – insbesondere Grasund Wasserfrösche – und Reptilien (Ringelnattern) zu Gute. Einige der Auengewässer dienen auch als Kinder-

Der Alpenstrandläufer ernährt sich von Insekten und deren Larven, die er mit seinem Schnabel aus dem flachen Wasser pickt. Foto: M. Steven

stube für Fische, so dass diese teilweise sehr kleinfischreich sind. Schließlich war im letzten Winter regelmäßig ein Wanderfalke in den Weidegebieten zu beobachten. Eine schöne Bilanz für die noch jungen Naturgebiete an der Ems. Die extensive Beweidung mit Rindern und Pferden hat sich, neben der Reaktivierung der Auengewässer durch Baggerarbeiten, für den Arten- und Individuenreichtum als wichtigster Faktor herausgestellt. Ob in der Zukunft vielleicht der ein oder andere Gast auch zur Brut schreitet? Man darf gespannt sein. £ Michael Steven

Rotschenkel sind immer wieder in den Emsauen anzutreffen. Foto: M. Steven

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Auf einem Auge blind Aktuelle Tendenzen in der Naturschutzpolitik von Kurt Kuhnen.

Ein Blick über die Grenze Stellen Sie sich vor: In Ihrer Nachbarschaft befindet sich ein riesiges, unzerschnittenes Naturschutzgebiet, bevölkert von über 3000 Rothirschen, Wildrindern und Wildpferden, eine „Wildnis“ fast frei von zivilisatorischen Eingriffen, mit erlebnisreichen und informativen Zugangsmöglichkeiten. Ein Traum? Bei uns wohl, nicht aber in den Niederlanden. „Oostvaarderplassen“ heißt dieses 72 qkm große Gebiet, nur wenige Kilometer von Amsterdam entfernt. Es ist eines von rund 250 Schutzgebieten im Besitz des Staatsbosbeheer, der niederländischen Forstverwaltung ( www.staatsbosbeheer.nl). Wie zum Beispiel auch die Renaturierungsflächen am Rhein unmittelbar hinter der deutschen Grenze („Gelderse Poort“). Ein Projekt, welches Hochwasserschutz, Naherholung, Landschaftspflege und Naturschutz wegweisend miteinander verknüpft. 1200 ha hat Staatsbosbeheer mittlerweile aufgekauft, weitere 3200 ha sollen bis 2015 folgen. Zur Durchsetzung der Planungsziele siedelte man bereits ein Gewerbegebiet um. Mehrere Behörden, Stiftungen und der ehrenamtliche Naturschutz ( www.natuurmonumenten.nl) sitzen an einem Tisch.

Oder das 5000 ha große „Bargerveen“. Ein abgetorftes Hochmoor, nun über weite Flächen eingedeicht und unter Wasser gesetzt. Es liegt direkt an der deutschen Grenze bei Twist im Emsland. Während auf deutscher Seite die Abtorfung der letzten Hochmoore munter weitergeht, verbessern die Holländer gezielt durch Renaturierung ihre Wasserwirtschaft: Die Hochmoore saugen wie ein Schwamm riesige Niederschlagsmengen auf und bereichern das Grundwasser in Trockenzeiten. Dass bei diesem Projekt Naherholung, Kulturlandschaftspflege und Artenschutz nicht zu kurz kommen, ist selbstverständlich. Dafür kassieren die cleveren Holländer EU-Fördergelder in Millionenhöhe.

Tendenzen bei uns: Natur auf Zeit Wie steht es bei uns um die aktuelle Naturschutzpolitik? Die nordrheinwestfälische Landesregierung ist zur Zeit dabei, den Naturschutz in einem Rundumschlag an die Wand zu fahren. Mühevoll erkämpfte Mindeststandards werden abgebaut. Wie man das macht? In dem man zum Beispiel die Mittel für den Ankauf naturschutzwürdiger Flächen auf Null zurückfährt. Begründet wird das mit allgemeinen Sparmaßnahmen.

Bereits in der Vergangenheit haben Politiker und Verwaltungschefs keinen Hehl daraus gemacht, dass Naturschutzgebiete keinen ewigen Schutzstatus haben dürften, falls wirtschaftliche Interessen bekundet werden. Um den Schutzstatus der Naturschutzgebiete aufzuweichen, setzt man auf „Vertragsnaturschutz“. Gemeint ist nicht, Flächen der öffentlichen Hand durch Private oder Verbände pflegen zu lassen, sondern der Verzicht, schutzwürdige Flächen in staatlicher Hand zu überführen. Der Privateigentümer bleibt, was er ist, er wird subventioniert, wenn er seine Flächen naturschutzgerecht bewirtschaftet. Der Haken an der Sache: Wenn die Finanzmittel mal wieder willkürlich gekürzt und die Subventionen eingestellt werden, kann der Eigentümer ohne Auflagen intensiv weiterwirtschaften. Alle Naturschutzbemühungen waren dann für die Katz! Natur auf Zeit nennt man so etwas.

Ökokonten für Vertragsnaturschutz Wie in Naturzeit Heft 4 dargelegt, sind gemäß § 19 des Bundesnaturschutzgesetzes Verursacher zu verpflichten, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen (Verursacher-, Vermeidungsprinzip) oder aber unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Maßnahmen vorrangig auszugleichen (Ausgleichsmaßnahmen) oder in sonstiger Weise zu kompensieren (Ersatzmaßnahmen).

Bargerveen, eines von 250 großflächigen Schutzgebieten des Staatsbosbeheer, der niederländischen Forstverwaltung. Foto: K. Kuhnen

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Da es keine übergeordnete Stelle gibt, die solche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen plant und koordiniert, wurschteln verschiedene, in der Regel naturschutzfachfremde Institutionen in völlig sinnloser Manier aneinander vorbei und verplempern viele Maßnahmen. Das Ökokonto sollte hier Abhilfe schaffen. Anfänglich haben wir das begrüßt in der Hoffnung, nun größere, sinnvollere Ausgleichsmaßnahmen umsetzen zu können. Doch weit gefehlt. Nun sollen die Ökokontengelder für Pflegemaßnahmen in bereits existierenden Schutzflächen eingesetzt werden. Im Klartext: Auf der einen Seite werden freie Flächen in zunehmendem Maße versiegelt, auf der anderen Seite verharren die existierenden Naturschutzgebiete auf Niedrig-Niveau. Und ihr Wohl und Wehe hängt am Tropf der Ökokontengelder. Denn sollte einmal weniger gebaut werden, so sind die Vertragsnaturschutzflächen die ersten, die in normale Bewirtschaftungsflächen zurückgeführt werden. Eine klassische Mogelpackung!

Ein praktische Beispiel aus dem Münsterland Da gab es eine Vertragsnaturschutzfläche im Bereich des Flughafens Münster-Osnabrück (FMO), die das Pech hatte, in den zukünftigen „Airport-Gewerbepark“ zu fallen. Weil die Fläche den verantwortlichen Planern ein Dorn im Auge war, kündigte man den Naturschutz-Vertrag und stellte die Zahlungen ein. Das wollte der Eigentümer eigentlich nicht. Denn er hatte wie die Naturschützer seine Freude an diesem Feuchtgebiet mit den künstlich angelegten Blänken. Waren doch bislang rund 300.000 Euro über die Jahre in dieses schützenswerte Gebiet geflossen! Doch die Proteste des Naturschutzes blieben wirkungslos. Die Fläche wurde in Ackerland zurückverwandelt. So wirft man Steuergelder zum Fenster hinaus!

Geplante Änderung des NRW-Landschaftsgesetzes Die Landesregierung ändert zur Zeit das Landschaftsgesetz, um die beschriebenen Machenschaften rechtlich

abzusichern. Wie man hört, soll sogar die Aufstellung von Landschaftsplänen Punkte für das Ökokonto bringen. Man staune, bereits ein Plan (also eine Absichtserklärung) stellt nach dem Willen dieser Politiker eine Ausgleichsmaßnahme dar! Und schon bieten sich Naturschutzstiftungen, wie die des Kreises Steinfurt, an, die zu erwartende Gesetzesänderung in die Tat umzusetzen. Vor diesem Hintergrund muss die Äußerung des Geschäftsführers und Baudezernenten Franz Niederau gesehen werden, der in der Presse verlautbaren ließ, der Flächenankauf von landwirtschaftlichen Grundstücken für den Naturschutzausgleich sei angesichts des Flächenbedarfes für nachwachsende Rohstoffe unverantwortlich. Keine Skrupel hat man dagegen, wenn es um den Flächenverbrauch für Gewerbe- und Wohngebiete, für Umgehungsstrassen und Flugplatzerweiterungen geht. So gehen allein für den Gewerbe“park“ des Flughafens Münster-Osnabrück bis zu 200 ha Fläche drauf..

Ursache und Wirkung vertauscht Es ist eine Binsenweisheit, dass unsere Lebensgrundlagen nicht durch permanente Flächenversiegelung erhalten werden können. Die Bedeutung des Naturschutzes für den Menschen wird zwar in Sonntagsreden gerne betont, wenn es aber um die Umsetzung konkreter Naturschutzprojekte geht, sieht es düster aus. Dem Naturschutz vor-

Während auf holländischer Seite das abgetorfte Hochmoor wiedervernässt wird, verstellt man auf deutscher Seite das Landschaftsbild mit Windkraftanlagen. Foto: K. Kuhnen

zuwerfen, eine aggressive Flächenverbrauchspolitik zu betreiben – die Landwirtschaft und ihre politischen Vertreter stellen es gerne so dar – stellt die Dinge auf den Kopf. Nicht der Naturschutz ist der Vernichter wertvoller landwirtschaftlich genutzter Flächen, sondern die unvermindert betriebene Zersiedlungs- und Zerschneidungspolitik. Bekanntlich lebt der Mensch nicht vom Brot allein. Die unsinnige Behauptung, Naturschutz verhindere oder zerstöre Arbeitsplätze, lässt sich leicht an den Beispielen aus den Niederlanden widerlegen. Holland beweist, dass trotz hoher Bevölkerungsdichte und wirtschaftlicher Prosperität großräumige und richtungsweisende Natur- und Umweltschutzprojekte umsetzbar sind. Man muss nur wollen.

Warum geht das nicht bei uns? Ich vermute, weil unsere ewig gestrigen „Betonköpfe“ auf einem Auge blind sind. £

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Einmal wieder in einen Apfel beißen! Alte Sorten als Chance für Allergiker So mancher Besucher des Wochenmarktes auf dem Domplatz in Münster bestaunt im Herbst die große Apfelvielfalt am NABU-Stand. Seit über 10 Jahren bietet der NABU Stadtverband Münster hier das Obst von Streuobstwiesen aus Münster und direkter Umgebung an. Unsere Kundinnen und Kunden können im Oktober an die 30 Apfelsorten probieren, bevor sie sich zum Kauf ihrer Lieblingssorte entscheiden. Häufig bleiben MarktbesucherInnen am Stand stehen, bewundern die vielen Apfelsorten und äußern mit Bedauern, dass sie bereits seit mehreren Jahren keine Äpfel mehr essen können, weil sie allergisch darauf reagieren. Das Thema Apfelallergie kommt fast an jedem Markttag zur Sprache. Die Verbreitung von Allergien scheint in den letzten Jahren verstärkt aufzutreten und beeinträchtigt die Lebensqualität der Menschen in zunehmenden Maße. Bei Birkenpollenallergikern entwickelt sich im Verlauf der Erkrankung eine Kreuzallergie zu Kernobst und Nüssen. Die Betroffenen leiden, wenn sie einen Apfel essen unter einem Oralen Allergie Syndrom (OAS) mit Kribbeln der Schleimhaut, Missempfindungen im Mund, Anschwellen der Schleimhaut und/oder des Gesichts, an Heiserkeit oder in schweren Fällen auch an asthmatischen Beschwerden. Meine eigenen Erfahrungen und die Begegnungen mit vielen Apfelallergikern an unserem Marktstand zeigen, dass nach dem Genuss von Streuobst­ äpfeln keine allergischen Reaktionen auftreten. Um die Ursache dafür herauszufinden und dieses Phänomen als Werbung für die Streuobstvermarktung einsetzten zu können, hat der NABU Stadtverband Münster die Zusammenarbeit mit dem Institut für Allergologie an der Hautklinik der WestfälischenWilhelms-Universität Münster gesucht.

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Unter der Leitung von Dr. R. Brehler wurde im Rahmen einer Doktorarbeit eine Studie zur Sensibilisierung gegen verschiedene Apfelsorten bei Birkenpollenallergikern durchgeführt. Die AOK Westfalen beteiligt sich an den beim NABU Stadtverband Münster anfallenden Kosten.

Im November 2006 nahmen 22 Probanden an der Studie teil. Mittels eines Pricktests wurden 29 Apfelsorten getestet. Des weiteren wurden die aus den verschiedenen Apfelsorten extrahierten Proteine quantifiziert und die Serumproben der Probanden hinsichtlich des individuellen Sensibilisierungsmusters gegenüber Apfelallergenen charakterisiert. Die folgenden drei Apfelsorten wurden parallel von der Streuostwiese und aus dem Plantagenobstbau getestet: Elstar, Golden Delicius und Jona Gold. Ein vorläufiges Ergebnis der PrickTests liegt bereits vor und zeigt eindeutig eine geringere allergische Reaktion der Probanden auf die alten Apfelsorten. Signifikant sind die Unterschiede zwischen den Sorten von der Streuobstwiese und aus dem Plantagen-

obstbau. Das Ergebnis der Proteinanalyse wird damit korrelieren und damit die Erfahrung aus der Praxis bestärken. In ihrer Dissertation wird Frau Agnes Demeter die Ergebnisse der Studie zur Sensibilisierung gegen verschiedene Apfelsorten bei Birkenpollenallergikern im Sommer 2007 veröffentlichen. Im Sommer/Herbst 2007 sind Untersuchungen des Allergengehaltes in Äpfeln in Abhängigkeit vom Reifegrad und von der Lagerungszeit und den Lagerungsbedingungen vorgesehen. Interessant ist diese Studie im Zusammenhang mit den Untersuchungsergebnissen der sekundären Pflanzenstoffe (SPS) von Prof. Dr. Dietrich an der Forschungsanstalt Geisenheim. Auch hier wurde eindeutig nachgewiesen, dass sich hinsichtlich der Konzentration von Anthocyanen und Polyphenolen eine größere Varianz in den alten Apfelsorten zeigt. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben neben ihren biologischen Funktionen wie Wachstumsregulation, Zelldifferenzierung, Schutz gegen aggressive UV-Strahlung etc. auch positive gesundheitliche Auswirkungen für den Menschen. Diskutiert werden u.a. Hemmung der Bildung freier radikale im Überschuss und somit Senkung des Krebsrisikos, Stärkung des Immunsys­ tems, antientzündliche Wirkungen, Senkung des arteriosklerotischen Risikos und antithrombotische Wirkung. Mit den überaus positiven Ergebnissen unserer „Allergiestudie“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der „Polyphenolstudie“ der Forschungsanstalt Geisenheim hoffen wir dem Streuobstbau einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verschaffen und damit diesen ökologisch hochwertigen Lebensraum nachhaltig zu sichern. £ Karin Rietman


Ablass oder klimafreundliche Alternative? atmosfair und der freiwillige Beitrag zum Klimaschutz. Der Ausbau des Flughafens MünsterOsnabrück ist beschlossene Sache. Durch die Verlängerung der Startbahn sollen künftig auch Interkontinentalflüge angeboten und somit ein deutliches Wachstum der Passagierzahlen erzielt werden. Durch die Nutzung des Flughafens vor allem durch Airlines des Billigflugsegments erreicht eine aktuelle Diskussion auch das Münsterland: Der Beitrag des Flugverkehrs zum Klimawandel. Viele Airlines werden nicht müde, den scheinbar geringen Anteil des globalen Flugverkehrs am anthropogenen Treibhauseffekt zu betonen. Berechnungen des IPCC zur Folge beträgt dieser rund 3,5 % - Tendenz stark steigend. Angesichts des Faktums, dass nur 5% der Weltbevölkerung diesen Anteil verursachen, ist dies eine immense Größe und weiterer Ausdruck globaler Ignoranz. Neben CO2 heizen auch die bei der Kerosinverbrennung entstehenden Stickoxide und der Wasserdampf das Klima an. Letzterer fördert vor allem die Bildung von Kondensstreifen und flächigen Zirruswolken. Dies wiederum kann zu starken lokalen Wärmeeffekten führen. Als dem am stärksten expandierende und klimaschädliche Verkehrssektor weltweit kommt dem Flugverkehr eine besondere Rolle beim Klimaschutz zu. Dennoch sind die zuständigen nationalen und internationalen Akteure bis heute nahezu untätig. Die fehlende Um-

weltintegrität könnte im schlimmsten Fall die Neutralisierung der durch das Kyoto-Protkoll eingesparten Emissionen durch die wachsenden Flugabgase zur Folge haben. Mit der die Medien beherrschenden Diskussion hat sich auch die Debatte um Klimaneutralität und so genannte private Kompensa­ tionsmaßnahmen verstärkt. Verschiedene Organisationen bieten an, entstehende Emissionen an anderer Stelle einzusparen. Klimafreundliche Alternative oder unmoralische Abzocke à la Ablasshandel? In diesem Zusammenhang soll eine dieser Organisationen, die gemeinnützige atmosfair GmbH, vorgestellt werden. atmosfair ist eine Non-profit-Organisation für den Klimaschutz im Flugverkehr. Flugreisende können eine freiwillige Abgabe auf ihre Flüge leisten, die von atmosfair in Klimaschutzprojekte investiert wird, bei denen klimaschädliche Emissionen eingespart werden. Die Abgabe errechnet sich dabei aus dem Emissionsrechner der Organisation, der vom Umweltbundesamt geprüft wurde und neben der Entfernung auch andere Parameter des Flugs (z. B. Flugzeugtyp) berücksichtigen kann. Für atmosfair sind verschiedene Standards von zentraler Bedeutung: Neben den offiziellen Reglementierungen des CDM (Clean Development Mechanism) des Kyoto-Protokolls hat sich atmosfair zusätzlich verpflichtet, seine Projekte nach dem Gold-Stan-

dard zertifizieren zu lassen. Dieser wurde von unabhängigen Umweltorganisationen entwickelt und verlangt die Einbindung des Projekts in die lokale Agenda, Technologietransfer sowie eine Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Darüber hinaus werden ausschließlich Projekte gefördert, bei denen regenerative Energien oder Maßnahmen zur Energieeffizienz eingesetzt werden und die ohne eine finanzielle Unterstützung nicht zustande kämen. Ein Beispiel ist das Projekt in einer Pilgerstätte im indischen Sringeri Mutt – hier wird durch die Installation von Parabolspiegeln die zum Kochen benötigte Energie heute aus der Sonne gewonnen. Ein Freibrief fürs Fliegen mit ökologischem Segen ist diese Initiative dennoch nicht. Klimafreundliches Fliegen etwa wird es nie geben. Es gilt vermeidbare Flüge auf andere Verkehrsmittel zu verlagern – nur bei unvermeidbaren Flügen ist die Einsparung der Emissionen an anderer Stelle dann die zweitbeste Option. Dem Klima ist es egal, an welcher Stelle Emissionen produziert und eingespart werden – die Gesamtmenge allein birgt den Zündstoff. Weitere Informationen zu atmosfair und seinen Klimaschutzprojekten auf:  www.atmosfair.de Jonas Linke

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Korkensammlung für Kranichschutz Unterstützung erhält die KORKampagne des NABU Hamburg aus Dülmen: Flaschenkorken werden bei Möbel Braun, Wierlings Esch 11, gesammelt, um in Hamburger Werkstätten zu einem ökologischen Dämmgranulat f��r den Hausbau weiterverarbeitet zu werden. Mit den Erlösen unterstützt der NABU HH Kranichschutzprojekte in Deutschland und den Korkeichengebieten Spaniens, einer sehr artenreichen alten Kulturlandschaft. Sammelstellen existieren überall in Deutschland – neben öffentlichen Gebäuden auch bei Privatpersonen. Leider ist das Münsterland bisher kaum vertreten. Wer sich beteiligen möchte, findet Informationen unter  www.korkkampagne.de. £ Carsten Rech

Schwimmender Zaunkönig Folgende bemerkenswerte Beobachtung meldete uns W. Stickling am 26.11.2006: „Heute gegen 10 Uhr habe ich einen „schwimmenden“ Zaunkönig beobachtet, was für mich bisher eine absolute Neuigkeit war. Badende Singvögel habe ich schon oft an unseren kleinen Teichen beobachten können; die Amseln, Meisen, Rotkehlchen usw. behielten aber stets Bodenkontakt.

(Kranz-) Spenden für die Natur?! Todesfälle in der Familie oder im Bekanntenkreis sind sehr traurige Anlässe. Selbst betroffen, macht man sich oft keine Gedanken mehr über den Sinn oder Unsinn großer Berge an Kränzen, Gestecken und anderem Blumenschmuck am Grab. Man macht sich auch kaum ein Bild zu den Unmengen an Giften, die für die Produktion eines tadellosen Blumenschmucks in den Gewächshäusern und Gartenbauanlagen verwendet werden müssen. Dennoch verbreitet sich mehr und mehr die Idee, Trauergäste um den Verzicht auf

Kränze und Blumenschmuck zu bitten und statt dessen um Spenden für einen guten Zweck zu bitten. Zumeist werden bislang nur soziale Einrichtungen bedacht. In Zeiten rückläufiger Fördermittel für den Naturschutz und zunehmender Umweltprobleme könnten aber auch Spenden für die Bewahrung unseres Naturerbes eine wichtige Aufgabe sein, die sich zu unterstützen lohnt. Bei Fragen zu diesem Thema: Jan Wulff, c/o NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V., j.wulff@gmx.com, Tel. 0251-9879953. £

Stunde der Gartenvögel 2007 Sagen Sie uns ihre Meinung! Die größte Zählaktion heimischer Vögel in Deutschland für das Jahr 2007 schloss, trotz regnerischem Wetter vom 11.-13. Mai, im Münsterland mit einem ähnlich guten Ergebnis, wie im Vorjahr, ab. Insgesamt beteiligten sich in den fünf Kreisen 725 Vogelbeobachter. Besonders viele Teilnehmer gab es mit 246 Personen in 156 Gärten im Kreis Steinfurt. Es folgten die Kreise Borken mit 114 (117), Coesfeld 112 (79), Münster 122 (97) und Warendorf 101 (65). In ganz NRW beteiligten sich 5191 Personen. Dennoch wäre auch bei uns ein höheres Ergebnis möglich. So meldeten in Niedersachen etwa drei Mal mehr Naturfreunde ihre Beobachtungen als in NRW. Obwohl die Zählaktion über Fernsehen, Radio und

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Presse intensiv beworben wurde, blieb die Resonanz aber hinter den Erwartungen zurück. So hatten sich die Münsteraner noch 2006 mit 229 Beobachtern in 157 Gärten beteiligt. Da diese große Zählaktion sowohl aus wissenschaftlicher Sicht als auch aus Gründen der Umweltbildung für den NABU von großer Bedeutung ist und fortgesetzt werden sollte, möchten wir wissen, was Sie, liebe Leser und Leserinnen der NATURZEIT, von dieser Aktion halten! Haben Sie Verbesserungsvorschläge? Teilen Sie uns doch bitte Ihre Meinung mit: info@nabu-station.de oder NABU-Naturschutzstation Münsterland, Zumsandestr. 15, 48145 Münster. £ Michael Steven

Der o.a. Zaunkönig schwamm dagegen in einem mit Regenwasser gefüllten viereckigen Speiskübel, ohne „Grund unter den Füßen“ zu haben. Er überbrückte mit schnellen Bewegungen, meist über Eck, bis zu 35 cm freies Wasser, was ihm augenscheinlich gut gefiel, denn er wiederholte es oft und kam nach zweimaliger Vertreibung durch einen „interessierten“ Amselhahn jeweils wieder und setzte seine Schwimmübungen fort, so dass er auf fast 10 Minuten Badezeit kam. Leider hatte ich keine Kamera zur Hand, um das Verhalten bildlich zu dokumentieren.“ £

Grünfink. Foto: M. Steven


NABU Kreisverband Borken Gruppe Gescher Holger Beeke, Borkener Damm 105, 48712 Gescher,  02542-916865, gescher@nabu-borken.de Gruppe Isselburg / Anholt Ludger Tegeder, Im Wiesengrund 8, 46419 Isselburg,  02874-3133, isselburg@nabu-borken.de Gruppe Rhede Lothar Köhler, Weberstr. 56, 46414 Rhede,  02872-3845, rhede@nabu-borken.de Marianne Harborg, Am Bach 15, 46414 Rhede,  02872-4417, harborg@nabu-borken.de Gruppe Vreden Johannes Thesing, Zwillbrockerstr.18, 48691 Vreden,  02564-4083

NABU Kreisverband Coesfeld Geschäftsstelle c/o Rainer Gildhuis, Buddenkamp 98, 48653 Coesfeld,  02541-83974, nabuco@online.de, www.nabu-coesfeld.de 1. Vorsitzender Elmar Meier, Wybbert 12, 48301 Nottuln,  02502-1677, cuora.meier@t-online.de 2. Vorsitzender Christian Prost, Kastanienweg 23, 48653 Coesfeld,  02541-81120, christian.prost@web.de 3. Vorsitzender Reinhard Trautmann, Fichtenweg 14, 48249 Dülmen  02594-83334, reinh.trautmann-duelmen@t-online.de Libellen Prof. Dr. Eberhard G. Schmidt, Coesfelder Str. 230, 48249 Dülmen,  02594-80588 Amphibien- und Reptilienschutz Rudolf Averkamp, Sirksfeld 21, 48653 Coesfeld,  02541-83583, rudolf_averkamp@web.de

AG Botanik Erich Hirsch, Telgengarten 15, 59348 Lüdinghausen,  02591-70364 AG Eulen Winfried Rusch, Lindenstr. 6, 48727 Billerbeck,  02543-4584 Feuchtwiesen- & Limikolenschutz Christian Prost, Kastanienweg 23, 48653 Coesfeld,  02541-81120 Klaus Lütke-Sunderhaus, Ottoweg 11, 48653 Coesfeld,  02541-6188 Fledermausschutz Heinz Kramer, Forellenweg 20, 48653 Coesfeld,  02541-82814 Reinhard Loewert, Wiesengrund 26, 59348 Lüdinghausen,  02591-1848, r.loewert@web.de Naturnahe Gärten Rainer Gildhuis, Buddenkamp 98, 48653 Coesfeld,  02541-83974 NSG Rieselfelder Nottuln-Appelhülsen Volker Giehr, Fasanenring 52, 48329 Havixbeck,  02507-7516

NABU Naturschutzstation Münsterland Geschäftsstelle Zumsandestraße 15, 48145 Münster,  0251-9879953, info@nabu-station.de 1. Vorsitzender Dr. Gerhard Bülter,  02538-1333, Dr.G.Buelter@nabu-station.de Stellvertretender Vorsitzender Frank Böning,  02581-62716, frankboening@t-online.de Stellvertretender Vorsitzender Dr. Christoph Sudfeldt,  0251-143543, c.sudfeldt@nabu-station.de Geschäftsführer Michael Steven,  04264-836684, 0174-1790240, m.steven@nabu-station.de Kassenwart Jan Wulff,  0251-9816099

Wissenschaftliche Mitarbeiter Andreas Beulting,  0174-2634306, A.Beulting@nabu-station.de Christian Göcking,  0251-3904945, c.goecking@nabu-station.de Kristian Mantel,  0251-1345598, 0163 170 1221, K.Mantel@nabu-station.de Landwirtschaft Dirk Hilge,  0179-4800069 Bankverbindung: NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. Sparkasse Münsterland Ost BLZ 400 501 50 Konto-Nr. 26 00 52 15

NABU Kreisverband Warendorf 1. Vorsitzender Daniel Kebschull, Westerholtstr. 8, 48231 Warendorf,  02581-7899532 d.kebschull@dkebschull.de 2. Vorsitzender Frank Böning, Carl-Leopold-Str. 68, 48231 Warendorf,  02581-62716 frank.boening@online.de Stellungnahmen, Amphibien-, Eulenschutz, Kopfbäume Alexander Och, Im Rousendorp 31, 59302 Oelde,  02529-948793 belinda.och@freenet.de Vogelschutz Belinda Och, Im Rousendorp 31, 59302 Oelde,  02529-948793 belinda.och@freenet.de Fledermausschutz Theo Röper, Buddenbaum 17, 48231 Warendorf,  02585-353, roeperastroserv@web.de

Streuobstwiesenschutz Daniel Kebschull, Westerholtstr. 8, 48231 Warendorf,  02581-7899532, d.kebschull@dkebschull.de Zivildienst, Internetauftritt Klaus Reinke, Am Elsawäldchen 8, 59320 Ennigerloh,  02525-4952, klaus.reinke@t-online.de Naturschutzjugend Warendorf Christel Johanterwage, 48231 Warendorf Ostbezirk 49,  02581-62 722 ch.johanterwage@web.de Naturschutzjugend Ahlen e.V. Alexander Schmid, Bergstr. 104a, 59229 Ahlen,  02382-6901 ger-schmid@t-online.de

Geschäftsstelle NABU-Stadtverband Münster, Zumsandestraße 15 (Umwelthaus), 48145 Münster,  0251-1360-07, Fax: -08, Öffnungszeiten: Do. 16-18 Uhr, buero@nabu-muenster.de 1. Vorsitzende Diana Gevers,  0163/ 3345239, geversd@yahoo.de martin.gloeckner@nabu-beraterteam.de Stellvertretende Vorsitzende: Dr. Carsten Trappmann,  0251/ 88145, trappmann@fledermausschutz.de Florian Pointke,  0251/ 2464669, flo@pointke.de Kassenwart Arne Wenz,  0251/ 2397634, arnewenz@web.de Naturschutzjugend naju Adriana Kirchner,  0251-4809899, adriana.k@uni-muenster.de AG Botanik Thomas Hövelmann,  0251/1337562, hoevelmann_thomas@yahoo.de, AG Eulenschutz Rudolf Poets,  0251-214717, eulenrudolf@gmx.de AG Feuchtbiotope Michael Steven,  04264-836684,

M.Steven@nabu-station.de AG Fledertierschutz Dr. Carsten Trappmann,  0251-88145, trappmann@fledermausschutz.de, AG Obstwiesenschutz Sabine Washof,  0251-4843847 AG Hornissenschutz Karin Rietman,  0251/13 60 07, 0175-9593314, rietman@muenster.de Konrad Schmidt,  0251-868419 AG Libellenschutz Christian Göcking,  0251-3904945, c.goecking@nabu-station.de Norbert Menke,  0251-3829277, menkems@aol.com AG Vogelschutz Peter Hlubek,  0251-665232 Hans Günter Kloth,  0 25 06-1433 Orni-AG Lars Gaedicke,  0251-8905056 lars.gaedicke@uni-muenster.de Projekt Streuobstwiesenschutz Karin Rietman,  0251-136007, rietman@nabu-munester.de Bankverbindung NABU Stadtverband Münster Postbank Dortmund BLZ 440 100 46, Konto 115 948 466

NABU Kreisverband Steinfurt NABU Kreisverband Steinfurt e. V. Geschäftsstelle, Pommernweg 12, 48565 Steinfurt,  02552-1773 Vorsitzender Edmund Bischoff, Josef-Hendel-Straße 14, 48485 Neuenkirchen,  05973-3146, 01725333024, Edmund.Bischoff@t-online.de Geschäftsführer Kurt Pick, Pommernweg 12, 48565 Steinfurt,  02552-1773, KurtPick@t-online.de Jugendreferentin Christiane de Jong, Frischholt 22, 48282 Emsdetten,  02572-952353, cc-dejong@t-online.de Allg. Ornithologie, Fauna und Flora Ulrich Antons, Emsdettener Straße 37, 48485 Neuenkirchen,  05973-855, carlniehues@t-online.de Amphibien und Fische Karl Riddering, Nachtigallenweg 18, 48482 Emsdetten,  02572-920749 Botanik Winfried Grenzheuser, Drosselstraße 10, 48429 Rheine,  05971-83452, w.grenzheuser@gmx.de Eulen Heinz Fröhlich, Moränenstraße 7, 48485 Neuenkirchen,  05973-2467, hkfroehlich@t-online.de Fledermäuse Dieter Beßmann, Osningstraße 48, 48429 Rheine,  05971-83212, Dieter.Bessmann@t-online.de

Greifvögel und NABU-Pflege- und Auswilderungsstation Max Lohmeyer, Marienthalstraße 29, 48565 Steinfurt,  02552-4433 Hornissen, Wespen und Wildbienen Bernhard Hölscher, Sofienstraße 5, 48493 Wettringen,  02557-1698, Bern-Hoe@t-online.de NABU-Gruppe Emsdetten Heinz Rinsche, Diemshoff 96, 48282 Emsdetten,  02572-4258, heinzrinsche@online.de NABU-Gruppe Horstmar Christiane Ahlers, Zum Esch 84, 48612 Horstmar-Leer,  02551-834785, Christiane.Ahlers@t-online.de NABU-Gruppe Rheine Monika Niesert, Windhoffstraße 5, 48431 Rheine,  05971-57988, Monika_Niesert@web.de NABU Steinfurt-Borghorst Renate Waltermann, Wodanstraße 6, 48565 Steinfurt,  02552-2538, Klaus.Waltermann@t-online.de NABU Neuenkirchen/Wettringen Ulrich Antons, Emsdettener Straße 37, 48485 Neuenkirchen,  05973-855, carlniehues@t-online.de, Bernhard Hölscher, Sofienstraße 5, 48493 Wettringen,  02557-1698, Bern-Hoe@t-online.de

Webseiten  www.fledermausschutz.de  www.hornissenschutz.de  www.lebendige-ems.de  www.muenster.org/flora  www.nabu-borken.de  www.nabu-coesfeld.de  www.nabu-muenster.de  www.nabu-station.de

 www.nabu-steinfurt.de  www.nabu-waf.de  www.nabu.de  www.naju-waf.de  www.naturinfo-online.net  www.naturzeit.org  www.tagfaltermonitoring.de  www.umweltverbaende-emdetten.de

NATURZEIT 37

AnsprechpartnerInnen, Kontakte, Webseiten

Geschäftsstelle An der Königsmühle 3, 46395 Bocholt,  02871-183654, info@nabu-borken.de www.nabu-borken.de 1. Vorsitzender Rudolf Souilljee, Mittelheggenstr. 24, 46395 Bocholt,  02871-183654, bocholt@nabu-borken.de Geschäftsführer Wolfgang Schwarz, Moltkestr. 61, 46397 Bocholt,  02871-5002 Fledermausschutz Christian Giese, Feldgarten 1a, 46414 Rhede,  02872-981688, giese@fledermausschutz.de Eulenschutz Dr. Martin Steverding, Bänkstegge 40, 48691 Vreden,  02564-6042093, steverding@nabu-borken.de

NABU Stadtverband Münster


VERANSTALTUNGE Veranstaltungen, Exkursionen, Vorträge

Kreis Borken Jeden Dienstag, 19:00 Bocholter NABU-Treff Wir treffen uns dienstags um 19:00 Uhr in unserem Vereinsheim am Aa-See in Bocholt in lockerer Runde, um uns über aktuelle Naturschutzthemen auszutauschen und um Projekte zu planen. Eingeladen sind alle, die Interesse haben. Treffpunkt: NABU-Kreisgeschäftsstelle, An der Königsmühle 3 (Aa-See), 46395 Bocholt. 1. und 3. Donnerstag, 18:30 Rheder NABU-Treff Wir treffen uns an jedem 1., 3. und ggf. 5. Donnerstag im Monat. In der Winterzeit um 19:30 Uhr in lockerer Runde, um uns über aktuelle Naturschutzthemen auszutauschen und um Projekte zu planen. In der Sommerzeit um 18:30 Uhr, zu Ausfahrten in die Rheder Natur. Eingeladen sind alle, die Interesse haben. Treffpunkt: NABU Vereinsheim, Lindenstr. 7 (Nähe Aldi). Do. 15.11.07 20:00 Fledermausabend in 3D Dieser Vortrag war im Januar vom „Sturm Kyrill verweht“ und wird heute nachgeholt: Mit einer umfangreichen Spezialausrüstung gelangen dem Fachmann Eberhard Menz bei seinen jahrelangen Beobachtungen spektakuläre 3-dimensionale Aufnahmen der kleinen Insektenjäger, die er in einer 3D-Diashow mit Stereoton zeigt. Treffpunkt: NABU Vereinsheim, Lindenstr. 7 (Nähe Aldi).

reiseziele Ungarns, zu denen auch die berühmte Puszta des Hortobagy-Nationalparks und die Salzseen des Kiskunsag gehören. Treffpunkt: NABU Vereinsheim, Lindenstr. 7 (Nähe Aldi). Sa. 26.01.08 08:30 Gänsetour für Jung und Alt zu den überwinternden Wildgänsen und anderen Wintergästen am Niederrhein. Busfahrt mit speziellem Kinderprogramm, geleitet von L. Köhler, Dr. M. Steverding und R. Volmer. Anmeldungen und Infos bei L. Köhler unter (02872) 38 45. Do. 07.02.08 20:00 Reptilien in Spanien – Von Nord nach Süd Dem Biologen und Amphibienexperte Thomas Mutz gelangen im spanischen Norden an der Küste und im Hinterland von Asturien bemerkenswerte herpetologische Beobachtungen. Im klassischen Andalusien, in der Region um das bekannte Städtchen Ronda herum lernen wir die typischen Vertreter der südspanischen Reptilienwelt kennen. Bei dieser naturkundlichen Bilderreise werden auch die riesigen Unterschied von Klima, Vegetation und Tierwelt innerhalb von Spanien deutlich. Treffpunkt: NABU Vereinsheim, Lindenstr. 7 (Nähe Aldi).

Kreis Coesfeld So. 14.10.07 11:00 Großes Apfelfest im Stevertal Große Apfel-Versaftungsaktion mit mobiler Saftpresse und zahlreichen Attraktionen für Jung und Alt rund um den Apfel. Nähere Einzelheiten werden in der Tagespresse veröffentlicht. Di. 13.11.07 19:30 NABU-Abend Nur für Mitglieder. Treffpunkt: Hotel „Zum Wildpferd“, Münsterstraße 52. Di. 15.01.08 20:00 Libellen in den Naturschutzgebieten am Rande des Flugplatzes Borkenberge Leitung: Prof. Dr. Eberhard Schmidt, Dülmen. Sa. 19.01.08 09:00 Exkursion: Wildgänse am Niederrhein von Rees bis Nijmegen Es werden Fahrgemeinschaften gebildet, wetterfeste Kleidung, Tagesverpflegung und Ferngläser sind mitzubringen. Leitung: Hubert Garritzmann, Nottuln. Treffpunkt: Hotel „Zum Wildpferd“, Münsterstraße 52.

Di. 26.02.08 20:00 Uhus im Kreis Coesfeld Die weltweit größte Eule, der Sa. 23.02.08 09:30 Uhu, ist zugleich mächtig, maPraxis Obstbaumschnitt jestätisch und mystisch. Der Dr. Christoph Lünterbusch Uhu ist nicht nur der „König demonstriert an verschiededer Nacht“, sondern wurde nen, auch alten, Obstbäumen früher auch als „Vogel des Schnittmaßnahmen für guten Teufels“ bezeichnet. Neben Ertrag und gesunde Bäume. kleinen Anekdoten werden Anmeldungen bei Ralf Volmer, die Referenten aber vor allem Sa. 08.12.07 18:00 Der Uhu und andere Eulen Tel 36 68. Daten und Fakten in Wort und des Münsterlandes Bild präsentieren. Leitung: Do. 06.03.08 20:00 Ein Bildervortrag speziell Gero Wassink und Walter Beim Nachbarn überm auch „für Kinder und das Hingmann, Rees . Treffpunkt: Gartenzaun – blühende jüngere Publikum“. Walter Landgasthaus Egbering. Gärten in den NiederlanHingmann und Gejo Wassink den stellen die vorkommenden Di. 04.03.08 20:00 Die begeisterte GartenfachEulenarten vor und gehen Mitgliederversammlung frau Dr. Susanne Paus zeigt danach ausführlich auf den Nur für Mitglieder. An diesem Uhu ein, der hoffentlich dem- ausgewählte Bilder schönster Abend finden Vorstandswahnächst wieder im Münsterland niederländischer Gärten und len statt. Treffpunkt: Gaststätspart dabei nicht mit Gestalheimisch wird. NABU-Vereinte Schulze-Osthoff, Coesfelhaus, Lindenstraße 7, Rhede. tungs- und Sortentipps für Ih- der Berg. ren Hausgarten. Besonderes Augenmerk: Stauden in allen Do. 17.01.08 20:00 Stadt Münster Trappen, Reiher und Blau- Variationen und naturhafte Gartengestaltung. Treffpunkt: racken NABU Vereinsheim, Lindenstr. Do. 18.10.07 19:30 Vom Neusiedler See bis in 7 (Nähe Aldi). den Nordosten Ungarns“. Prinz Albrecht von PreuDer bekannte Naturfotograf ßen und Kaiser Wilhelm, Dr. Martin Woike nimmt seine geadelte Äpfel und ihre Zuschauer mit auf eine Reise Nachkommen durch die schönsten NaturAusstellung der alten, in

Münster noch vorhandenen Apfelsorten und Vortrag über die Geschichte des Obstbaus mit Verkostung der alter Apfelsorten und der Streuobstprodukte. Sa. 20.10.07 14:00 Vom Korn zum Brot - 3 Besuch der Vollkornbäckerei Cibaria: Besichtigung und selber backen. So. 21.10.07 10:00 Loseblatt-Sammlung zur Herbstfärbung Rund 25 km lange Fahrradtour Richtung Sentrup und Kinderhaus, wo es nicht nur um die Herbstfärbung bei Naturdenkmälern geht. Di. 06.11.07 19:30 Monatstreffen AG Botanik Besprechung der laufenden Projekte und der Exkursionen für den jeweiligen Monat; Interessierte jederzeit willkommen, Treffpunkt: Umwelthaus Münster, Zumsandestr. 15. Sa. 10.11.07 09:00 Fit durch Naturschutz Spaß und Bewegung an der frischen Luft bei praktischer Naturschutzarbeit. Für die Helferinnen und Helfer gibt es ein leckeres Mittagsmahl. An festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung denken. So. 18.11.07 10:30 LiteraTour - Literarisches im Moor Radtour ins Venner Moor, wo mitgebrachte Herbst- und Moorgedichte vorgetragen werden (Es wäre schön, wenn die Teilnehmer sich auch mit Gedichten beteiligen würden). So. 25.11.07 15:00 Überlebenskunst in der kalten Jahreszeit Winterschlaf oder nicht- das ist hier die Frage! Wir untersuchen bei einem zweistündigen Spaziergang die Winterstrategien von Tieren und Pflanzen im unbesiedelten Raum. Treffpunkt: Parkpaltz am Hiltruper See. Mi. 05.12.07 19:30 Monatstreffen AG Botanik Besprechung der laufenden Projekte und der Exkursionen für den jeweiligen Monat; Interessierte jederzeit willkommen, Treffpunkt: Umwelthaus Münster, Zumsandestr. 15. Sa. 08.12.07 09:00 Fit durch Naturschutz Spaß und Bewegung an der frischen Luft bei praktischer Naturschutzarbeit. Für die Helferinnen und Helfer gibt es ein leckeres Mittagsmahl. An festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung denken. Mo. 07.01.08 19:30 Monatstreffen AG Botanik Besprechung der laufenden Projekte und der Exkursionen für den jeweiligen Monat; Interessierte jederzeit willkommen, Treffpunkt: Umwelthaus Münster, Zumsandestr. 15.

38 NATURZEIT

Sa. 19.01.08 09:00 Fit durch Naturschutz Spaß und Bewegung an der frischen Luft bei praktischer Naturschutzarbeit. Für die Helferinnen und Helfer gibt es ein leckeres Mittagsmahl. An festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung denken. Di. 05.02.08 19:30 Monatstreffen AG Botanik Besprechung der laufenden Projekte und der Exkursionen für den jeweiligen Monat; Interessierte jederzeit willkommen, Treffpunkt: Umwelthaus Münster, Zumsandestr. 15. Sa. 09.02.08 09:00 Fit durch Naturschutz Spaß und Bewegung an der frischen Luft bei praktischer Naturschutzarbeit. Für die Helferinnen und Helfer gibt es ein leckeres Mittagsmahl. An festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung denken. Sa. 16.02.08 09:00 Obstbaumschnitt, theoretisch und praktisch Alles Wissenswerte rund um den Obstbaum und praktische Anleitung für den richtigen Schnitt von Obstbäumen. Maximal 10 Personen. Arbeitskleidung, wenn vorhanden Sägen und Scheren mitbringen. Anmeldung erforderlich, Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben, Kosten: 20 Euro. Mi. 05.03.08 19:30 Monatstreffen AG Botanik Besprechung der laufenden Projekte und der Exkursionen für den jeweiligen Monat; Interessierte jederzeit willkommen, Treffpunkt: Umwelthaus Münster, Zumsandestr. 15. jeden Donnerstag 16:00 NABU Sprechstunde Wissensdurst? Lust, aktiv zu werden? Interesse an Nistkästen? Jeden Donnerstag von 16-18h ist das Büro des NABU Münsters offen für alle interessierte Bürger, wir freuen uns auf ihren Anruf oder Besuch, Ort: Umwelthaus Münster, Zumsandestr. 15, 2. Obergeschoss. jeder erste Mi. im Monat 19:00 Monatstreffen AG Fledertierschutz Besprechung der laufenden Projekte und Aktivitäten für den jeweiligen Monat; Interessierte jederzeit willkommen, Treffpunkt: Umwelthaus Münster, Zumsandestr. 15. , NABU-Mitglieder 3 €.

Kreis Steinfurt

So. 07.10.07 09:00 Kartüffel, Tartuffel rund um die Kartoffel Landwirtschaft zum Mitmachen auf dem Emshof (Zentrum für ökologisches, soziales und interkulturelles Lernen im Münsterland) in Telgte. Wir wollen Kartoffeln ernten, sortieren, wiegen und lagern. Kleine Experimente, Spiel-, Koch- und Bastelaktionen rund um die Kartoffel


EN EXKURSIONEN So. 07.10.07 09:00 Sonntagsspaziergang Bei dieser Exkursion, die besonders für Familien mit Kindern gedacht ist, steht die Besichtigung einer Eigentums- oder Pacht- bzw. Pflegefläche sowie Projekte des NABU im Vordergrund. Treffpunkt: NABU-Geschäftsstelle Neuenkirchen (Haus Janning) Ecke Mesumer Straße/Künhok. Wenn nicht mit dem Rad gefahren werden kann, werden Autofahrgemeinschaften gebildet. Di. 09.10.07 18:00 NABU-Stammtisch Treffen aller Naturfreunde aus Neuenkirchen und Wettringen. Aktuelle Naturschutzthemen vor Ort bzw. im Kreis Steinfurt stehen - neben einer Radexkursion - im Vordergrund. Treffpunkt: NABU-Geschäftsstelle Neuenkirchen (Haus Janning) Ecke Mesumer Straße/Künhok. Di. 16.10.07 11:00 Großes Apfelfest in Altenberge Große Apfel-Versaftungsaktion mit mobiler Saftpresse und zahlreichen Attraktionen für Jung und Alt rund um den Apfel. Nähere Einzelheiten werden in der Tagespresse veröffentlicht. Do. 01.11.07 19:30 NABU-Treffen Emsdetten Treffen aller Naturfreunde aus Emsdetten. Aktuelle Naturschutzthemen vor Ort bzw. im Kreis Steinfurt stehen im Vordergrund. Treffpunkt: „Stroetmanns-Fabrik“, Emsdetten, Friedrichstraße 2. So. 04.11.07 09:00 Sonntagsspaziergang Bei dieser Exkursion, die besonders für Familien mit Kindern gedacht ist, steht die Besichtigung einer Eigentums- oder Pacht- bzw. Pflegefläche sowie Projekte des NABU im Vordergrund. Treffpunkt: NABU-Geschäftsstelle Neuenkirchen (Haus Janning) Ecke Mesumer Straße/Künhok. Wenn nicht mit dem Rad gefahren werden kann, werden Autofahrgemeinschaften gebildet. Mi. 07.11.07 20:00 NABU-Treffen SteinfurtBorghorst Treffen aller Naturfreunde aus Steinfurt. Aktuelle Naturschutzthemen vor Ort bzw. im Kreis Steinfurt stehen im Vordergrund. Treffpunkt: NABU-Geschäftsstelle in Steinfurt-Borghorst, Gantenstraße 19.

Sa. 10.11.07 14:30 Papierwerkstatt Eigenes Papier selbst zu machen, das ist eine Handwerkskunst, die ihr am heutigen Nachmittag von Birgit Bringemeier und Christiane de Jong erlernen könnt. Mit eurer Kreativität wird jedes von euch gefertigte Blatt ein Kunstwerk.Treffpunkt: Hollinger Grundschule. Eingeladen sind Kinder im Alter von 08-12 Jahren. Anmeldungen bis zum 29.10.2007 unter Telefon 02572-952354. Di. 13.11.07 19:30 NABU-Stammtisch Treffen aller Naturfreunde aus Neuenkirchen und Wettringen. Aktuelle Naturschutzthemen vor Ort bzw. im Kreis Steinfurt stehen - neben einem Diavortrag oder einem DVDNaturfilm - im Vordergrund. Treffpunkt: Villa Hecking, Neuenkirchen, Bahnhofstrasse. So. 02.12.07 09:00 Sonntagsspaziergang Bei dieser Exkursion, die besonders für Familien mit Kindern gedacht ist, steht die Besichtigung einer Eigentums- oder Pacht- bzw. Pflegefläche sowie Projekte des NABU im Vordergrund. Treffpunkt: NABU-Geschäftsstelle Neuenkirchen (Haus Janning) Ecke Mesumer Straße/Künhok. Wenn nicht mit dem Rad gefahren werden kann, werden Autofahrgemeinschaften gebildet.

So. 06.01.08 09:00 Sonntagsspaziergang Bei dieser Exkursion, die besonders für Familien mit Kindern gedacht ist, steht die Besichtigung einer Eigentums- oder Pacht- bzw. Pflegefläche sowie Projekte des NABU im Vordergrund. Treffpunkt: NABU-Geschäftsstelle Neuenkirchen (Haus Janning) Ecke Mesumer Straße/Künhok. Wenn nicht mit dem Rad gefahren werden kann, werden Autofahrgemeinschaften gebildet.

Kreis Warendorf Do. 11.10.07 19:30 Hecken und Kopfweiden – Geschichte und Bedeutung Naturkundlicher Vortrag im Gasthof Badde in Westkirchen. Weitere Informationen zu der Veranstaltung unter www.nabu-waf.de.

Fr. 19.10.07 17:00 Auenlandschaft im Herbst Stimmungsvolle Wanderung zu den Auerochsen und Wildpferden durch die Emsaue Di. 08.01.08 19:30 Pöhlen bei Westbevern. BeobNABU-Stammtisch achtung des herbstlichen VoDo. 06.12.07 19:30 Treffen aller Naturfreunde aus gelzuges und Informationen NABU-Treffen Emsdetten Neuenkirchen und Wettringen. zu fast 4 Jahren BeweidungsTreffen aller Naturfreunde Aktuelle Naturschutzthemen projekt. Treffpunkt ist der aus Emsdetten. Aktuelle vor Ort bzw. im Kreis SteinAussichtsturm „Pöhlen Nord“. Naturschutzthemen vor Ort furt stehen - neben einem Wasserfestes Schuhwerk und bzw. im Kreis Steinfurt stehen Diavortrag oder einem DVDFernglas nicht vergessen. im Vordergrund. Treffpunkt: Naturfilm - im Vordergrund. Weitere Informationen zum „Stroetmanns-Fabrik“, EmsTreffpunkt: Villa Hecking, Neu- Projekt und Anfahrtsbeschreidetten, Friedrichstraße 2. enkirchen, Bahnhofstrasse. bung unter www.NABU-Station.de. Di. 11.12.07 19:30 So. 03.02.08 09:00 NABU-Stammtisch Sonntagsspaziergang Do. 08.11.07 19:30 Treffen aller Naturfreunde aus Bei dieser Exkursion, die Vogelzug sibirischer Arten Neuenkirchen und Wettringen. besonders für Familien mit bei Beidaihe am Golf von Aktuelle Naturschutzthemen Kindern gedacht ist, steht die Bohai am Gelben Meer vor Ort bzw. im Kreis SteinBesichtigung einer EigenVogelkundlicher Vortrag im furt stehen - neben einem tums- oder Pacht- bzw. PfleGasthof Badde in WestkirDiavortrag oder einem DVDgefläche sowie Projekte des chen. Weitere Informationen Naturfilm - im Vordergrund. NABU im Vordergrund. Treffzu der Veranstaltung unter Treffpunkt: Villa Hecking, Neu- punkt: NABU-Geschäftsstelle www.nabu-waf.de. enkirchen, Bahnhofstrasse. Neuenkirchen (Haus Janning) Ecke Mesumer Straße/KünMi. 02.01.08 20:00 hok. Wenn nicht mit dem Rad NABU-Treffen Steinfurtgefahren werden kann, werBorghorst den Autofahrgemeinschaften Treffen aller Naturfreunde gebildet. aus Steinfurt. Aktuelle Naturschutzthemen vor Ort bzw. Do. 07.02.08 19:30 im Kreis Steinfurt stehen NABU-Treffen Emsdetten im Vordergrund. Treffpunkt: Treffen aller Naturfreunde NABU-Geschäftsstelle in aus Emsdetten. Aktuelle Steinfurt-Borghorst, GantenNaturschutzthemen vor Ort straße 19. bzw. im Kreis Steinfurt stehen im Vordergrund. Treffpunkt: Do. 03.01.08 19:30 „Stroetmanns-Fabrik“, EmsNABU-Treffen Emsdetten detten, Friedrichstraße 2. Treffen aller Naturfreunde aus Emsdetten. Aktuelle Naturschutzthemen vor Ort bzw. im Kreis Steinfurt stehen im Vordergrund. Treffpunkt: „Stroetmanns-Fabrik“, Emsdetten, Friedrichstraße 2.

Fr. 24.11.06 15:00 Was Apfelpunsch und Pferdeäpfel mit Naturschutz zu tun haben. Jahresausklang auf der Ganzjahresweidefläche bei Westbevern Vadrup. Warm angezogen werden wir den Spuren von Wildpferden und Auerochsen folgen und den Sonnenuntergang mit einem heißen Apfelpunsch von NABU-Streuobstwiesen erwarten. Wetterfeste Kleidung und wasserfeste Schuhe nicht vergessen. Treffpunkt ist der Aussichtsturm an der Emsbrücke bei Westbevern-Vadrup am Ende der Nathmannsheide. Weitere Informationen und Anfahrtsbeschreibung unter www. NABU-Station.de. Do. 06.12.07 19:30 Weihnachtstreffen Gemütliches Beisammensein zum Jahresausklang im Gasthof Badde in Westkirchen. Weitere Informationen zu der Veranstaltung unter www. nabu-waf.de.

NATURZEIT 39

Veranstaltungen, Exkursionen, Vorträge

bringen uns das Grundnahrungsmittel in seiner ganzen Vielfalt nahe.Treffpunkt: „Stroetmanns Fabrik“, Emsdetten Friedrichstraße 2 - Es werden Autofahrgemeinschaften gebildet. Eingeladen sind Kinder im Alter von 08-12 Jahren. Anmeldungen bis zum 23.09.2007 unter Telefon 02572-952354.


NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V., Zumsandestraße 15, 48145 Münster

Gemeinsam sind wir stark! Der NABU wird im Münsterland von etwa 5.000 Menschen durch eine Mitgliedschaft unterstützt. Wir stellen Ihnen Menschen und ihre Beweggründe vor, warum sie sich dem NABU verbunden fühlen:

Ich bin NABU Mitglied weil...

„...weil ich als Biologielehrer den Kontakt zur praktischen Naturschutzarbeit nicht verlieren möchte und der NABU Theorie und Praxis zusammen bringt.“ Heinz-Josef Holthaus Biologie-Lehrer am Pius-Gymnasium Coesfeld

„...ich die Natur für meine Kinder und mich und viele Generationen nach uns erhalten und schützen möchte. “ Monika Köning-Deupmann Heilpädagogin

Möchten nicht auch Sie den NABU unterstützen?

„...ich mich auch mit 90 Jahren noch sehr für die heimische Natur interessiere und den NABU mit meinem Beitrag und mit Spenden finanziell unterstützen möchte.“ Johanna Bischoff Rentnerin

Kennen Sie jemanden, der am NABU Interesse hat? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail: Michael Steven, 0251-9879953, M.Steven@nabu-station.de

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Eine Beitrittsk ar te finden Sie in di esem Heft.


Naturzeit im Münsterland - Nr. 8