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ISSN: 1869-6317 Magazin für die implantologische Praxis 8. Jahrgang 2017 Heft 4 | August 2017 14 € • www.pipverlag.de

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pip Praktische Implantologie und Implantatprothetik

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Liebe Leserin, lieber Leser, „keine billigen Materialien, die rosten“ stand auf der Wunschliste eines Befragten bei einer von Nobel Biocare initiierten Patientenumfrage zu All-on-4-Versorgungen. In der Regel kann der Patient weder Ihre fachliche Kompetenz noch die Eignung der von Ihnen verwendeten Materialien wirklich beurteilen. Macht er aber. Ebenso wie sich PKW-Verkäufer und IT-Spezialisten unter schweren Koliken daran gewöhnen mussten, werden auch Sie sich – und zunehmend – mit Ihrem frisch gebrieften Patienten auf Augenhöhe unterhalten müssen. Und Ihnen bleibt nichts übrig, als sich dem zu stellen und mit geeigneten Mitteln zu verhindern, dass Ihr Patient in Dr. Google die bessere Informationsquelle sieht als in Ihnen. Eine wirklich gute und professionelle Praxis-Website hilft schon eine ganze Menge. Bestimmte Themen über geeignetes Schriftmaterial und eine geschulte Assistentin im Vorfeld erledigen zu lassen, damit Sie nicht zehn Mal in der Woche die Geschichte der dentalen Implantologie erzählen müssen, ist auch eine gute Idee. Und ein guter Rat von Dr. Volker Bonatz aus der Pfalz ist, in das Patientengespräch ebenso ausgeruht und mit einer bestimmten geplanten Zeit zu gehen wie in Ihre OP, damit Ihnen im stressigen Alltag nicht bei der dritten naseweisen Frage schon der Geduldsfaden reißt. Die schlechte Nachricht ist: Wir werden künftig mit immer besser informierten Patienten rechnen müssen. Die gute Nachricht ist: Wir werden künftig mit immer besser informierten Patienten rechnen können. Denn gut informierte Patienten sind erwiesenermaßen auch bei aufwendigen und qualitativ hochwertigen Behandlungen aufgeschlossener und kooperativer. Viele gute Inspirationen mit Ihrer neuen pip!

Ihre

Marianne Steinbeck

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

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Nobel Biocare Services AG, 2017. Alle Rechte vorbehalten. Nobel Biocare, das Nobel Biocare Logo und alle sonstigen Marken sind, sofern nicht anderweitig angegeben oder aus dem Kontext ersichtlich, Marken der Nobel Biocare Gruppe. Weitere Informationen finden Sie unter nobelbiocare.com/trademarks. Die Produktabbildungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu. Haftungsausschluss: Einige Produkte sind unter Umständen nicht in allen Märkten für den Verkauf zugelassen. Bitte wenden Sie sich an Ihre Nobel Bicoare Vertriebsniederlassung, um aktuelle Informationen zur Produktpalette und Verfügbarkeit zu erhalten .


pip auf einen blick

03 so viel vorweg Editorial 05 pip auf einen Blick Inhaltsverzeichnis

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08 pip news Aus Wissenschaft und Forschung

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10 pip fallstudie S. Hoelzer, J. Kielhorn: Implantatprothetische Versorgung des zahnlosen Ober- und Unterkiefers

18 pip fallstudie M. Engelschalk: Varianten in der Umsetzung eines komplett digitalen prothetischen Workflows

18 24 kurz & schmerzlos Der unbezahnte Kiefer 44 tipp in pip Aus der Praxis für die Praxis

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57 pip comic Neulich in der Praxis Dr. Heute und Dr. Gestern

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58 pip fallstudie R. Städler, S. Agsten: Präoperative Planung und navigierte Implantation 46 pip fotostory C. Wenninger: Funktion trifft Ästhetik in der funktionellen Zone

58 52 pro & contra Dentalketten 54 pip hat recht T. Ratajczak: Was macht man eigentlich, wenn der Patient die Zahnkrone nicht bezahlt? Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

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pip auf einen blick

66 pip system serie V. Kokovic: Ästhetisches und vorhersagbares Versorgungskonzept mit zweiteiligem Keramikimplantat

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pip fragt 72 B. Gaddum, T. Jaberg: Original 2.0 73 O. Klein: Die Kunst der Implantologie

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?

73

pip perspektivwechsel 74 Smarter shoppen auch beim Zahnersatz? 76 Eine saubere Sache 78 Innovative und ganzheitliche Lösungen

76

80 Bone und Tissue Level – das Beste aus beiden Welten 81 Sicherheit mit Brief und Siegel für Patienten

82 Wasser ist Vertrauensssache 83 Ultimative Einfachheit mit Tri 84 Maßgeschneiderte Angebote mit Coaching-Ansatz

84 pip vor ort 85 Erster nationaler Kongress für seltene Erkrankungen in der ZMK 86 Komplikationen – Faktor Technik, Patient und Arzt Tagung der Komplikationen 87 Fit werden im Komplikationsmanagement! 88 Workshop zu Periimplantitis 89 In Teamarbeit zum implantatprothetischen Langzeiterfolg 90 Inspiration ohne Grenzen 92 Leading Ladies in Dentistry 93 Der Patient im Mittelpunkt 94 Reifeprüfung 95 Chirurgie intensiv 96 Cloud Dentistry 6

97 Prange in pip Der geteilte Zahnarzt – was tun? 98 pip impressum Wir stehen hinter pip 98 pip experten Editorial Advisory Board Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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pip news

Mit Salz und Zitrone

Mieser Trick

Ein Forschungsteam am Center for Research and Advanced Studies in Mexiko um die Wissenschaftlerin Dr. Mercedes G. López hat Substanzen im Tequila bestimmt, die Calcium und Magnesium besser vom Körper absorbierbar machen und damit beim Aufbau von Knochen unterstützend sein können. Im Tierversuch lagerten Mäuse, die einen Extrakt aus der Blauen Agave enthielten, welcher auch bei der Herstellung von Tequila verwendet wird, deutlich mehr Proteine zum Knochenaufbau an als die Vergleichsgruppe ohne Agavenextrakt. Die Forscherinnen erhoffen sich von der Studie wichtige Hinweise für die Entwicklung eines Mittels gegen Osteoporose. K

Grund für die Hartnäckigkeit von Biofilm ist, wie Wissenschaftler der Technischen Universität München um Studienleiter Prof. Dr. Oliver Lieleg herausgefunden haben, dass sich die Bakterien eines Tricks bedienen, der aus der Pflanzenwelt bekannt ist. Wie bei Lotos- oder Rosenblättern weist auch der Biofilm eine Oberflächenrauigkeit im Mikrometer- oder Nanometerbereich auf, von der Flüssigkeiten beim Lotos abperlen oder bei Rosen auf der Oberfläche anheften, aber nicht ins Innere der Pflanze vordringen. Antibakterielle Flüssigkeiten können aber nicht wirken, wenn sie die Oberfläche des Biofilms gar nicht erreichen. Ein neuer Ansatz ist, über ein verändertes Nahrungsangebot für die Bakterien die Oberflächenstruktur des Biofilms zu verändern, um ihn von Oberflächen, aus Schläuchen oder infizierten Wunden entfernen zu können. K

Star Trek „Pille“ hatte es drauf, Hautverletzungen mit einem besonderen Licht zu verschließen – nun hat eine Gruppe in Greifswald um Dr. Carsten Mahrenholz beim Start-up Coldplasmatech, einen Spin-off des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und -technologie, ein etwa DIN A4 großes durchsichtiges Stück Silikon entwickelt, das per Kabel mit einem Würfel verbunden wird. Legt man das Hightechpflaster auf einen Arm und drückt einen Knopf, leuchtet es futuristisch violett auf. Mit der neuen Methode kann kaltes Plasma, ein elektrisch aufgeladenes Gas, auf Wunden aufgebracht werden. Dort tötet es Bakterien ab, regt die Regeneration von Zellen an und setzt die Wundheilung in Gang. Nicht nur für die Behandlung chronischer Wunden eröffnen sich hier neue Welten, selbst multiresistente Keime könnten so zerstört werden. K

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Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


pip news

Holzbein Zellulose, eine der Hauptkomponenten von Holz, besteht aus langen, in faserigen Strukturen angeordneten Glukoseketten. Forschern an der Schweizer Eidgenössischen Materialprüfungsund Forschungsanstalt ist es nun gelungen, ZelluloseNanokristalle zu isolieren und aufzureinigen, um daraus eine neue Substanz für den 3D-Druck gewinnen zu können. Zellulose weist eine hohe Haltbarkeit und Anpassungsfähigkeit auf und ist vom Körper ausgezeichnet verträglich. Die Forscher um Dr. Gilberto de Freitas Siqueira erhoffen sich eine Vielzahl von Anwendungen in der Biomedizin, zum Beispiel bei Implantaten und Prothesen. K

Ist ja ätzend

Irische Forscher um Prof. Dr. Vincent O'Flaherty an der Nationalen Universität von Galway ließen sich von Mutter Natur inspirieren, denn Speichel, Muttermilch oder Tränenflüssigkeit enthalten spezifische Immunenzyme zur Bekämpfung von Bakterien. Künstlich sind Enzyme jedoch sehr kostspielig und nicht im erforderlichen Maß für großflächige antibakterielle Behandlungen verfügbar zu machen. Die Gruppe entwickelte daher einen synthetischen enzymfreien Nachbau aus Jodid, Thiocyanat und Wasserstoffperoxid. Dieser Mix führte im Experiment nicht nur zu schnellem Abtöten selbst von multiresistenten Keimen, sondern durch die Kombination zweier oxidierbarer Substanzen wurde ein ganzer Cocktail antimikrobieller Moleküle freigesetzt, der die Bakterien von verschiedenen Seiten angreift und damit eine Entwicklung von Resistenzen erschwert. K

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Fotos: iStock

Guter Cocktail

Das Unternehmen Precision Micro zeigte auf der Medtec Europe eine Methode der photochemischen Ätzung für Titanimplantate. Der kostspielige und schwer formbare Werkstoff kann auf diese Weise ohne Energieeintrag verarbeitet werden. Auch bei hochfestem Titan entstehen bei der Bearbeitung keine etwa durch Wärmeentwicklung beeinträchtigten Bereiche, die im Produkt unerwünschte Spannungen mit sich bringen könnten. Zudem reduziert die Verwendung digitaler Werkzeuge bei diesem Verfahren die Vorlaufzeiten, damit sind Veränderungen im Design des Implantates schnell und kostengünstig durchführbar. K

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pip fallstudie

Implantatprothetische Versorgung des zahnlosen Ober- und Unterkiefers Siegfried Hoelzer, Jan Kielhorn Für die implantatprothetische Versorgung des zahnlosen Kiefers sind verschiedene Formen denkbar. Das Autorenteam hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Erfahrungen mit festsitzend verschraubten Restaurationen gesammelt und hier insbesondere mit dem Sofortversorgungskonzept Sky fast & fixed. Für die temporäre Versorgung gehen sie je nach Ausgangssituation unterschiedliche Wege und stellen anhand eines Patientenfalles zwei Vorgehensweisen dar. Die adäquate prothetische Versorgung geringbezahnter oder zahnloser Kiefer wurde in den vergangenen Jahren umfangreich dokumentiert, publiziert und diskutiert. Ein Grund für die Brisanz des Themas ist der demografische Wandel, der eine Zunahme dieser Indikationen voraussagt. Zudem sind die veränderten Patientenansprüche ein wichtiger Aspekt. Viele Patienten geben der festsitzenden Versorgung den Vorzug, auch wenn der finanzielle Aufwand den einer konventionellen Totalprothese übersteigt. Sie wünschen sich einen festen Zahnersatz, der sie in ihrer Zahnlosigkeit nicht kompromittiert und ohne Einschränkungen eine hohe Lebensqualität bietet. Um dies gewähren zu können, bedarf es Konzepten, die eine schnelle und sichere prothetische Versorgung nach der Insertion der Implantate gewähren. Hierzu gehört das Sofortversorgungskonzept Sky fast & fixed (bredent medical, Senden). Wir arbeiten in unserem Arbeitsteam seit vielen Jahren nach dieser Systematik und haben uns zusammen mit dem Konzept entwickelt. Nach einer kurzen Darstellung des Sky fast & fixed-Konzept stellen wir anhand eines Patientenfalles unser Vorgehen dar.

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Darstellung des Konzeptes Wünscht der Patient eine zeitnahe, wenig invasive und festsitzende implantatprothetische Versorgung im zahnlosen Kiefer, ist bei uns die Therapie nach dem Protokoll Sky fast & fixed ein probates Mittel geworden. Je nach Indikation modifizieren wir das Konzept, allerdings immer unter Beachtung der grundlegenden Anforderungen. Das Vorgehen bietet einerseits den Vorteil einer Sofortversorgung. Andererseits sind der chirurgische und prothetische Aufwand reduziert, ohne funktionelle oder ästhetische Einschränkungen akzeptieren zu müssen. Häufig kann die temporäre Versorgung bereits am Tag der Implantatinsertion festsitzend verschraubt werden. Ist dies nicht möglich (z. B. aufgrund mangelnder Primärstabilität) wird ein alternatives Verfahren zur Sofortversorgung führen. Grundsätzlich ist die Sofortbelastung von Implantaten im zahnlosen Kiefer gut dokumentiert und erfolgsversprechend. Je nach Indikation kann die temporäre Restauration im Labor vorbereitet oder – mit entsprechender prothetischen Erfahrungen – in der Praxis angefertigt werden. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


pip fallstudie Doch wo liegen im Praxisalltag die Herausforderungen bei der implantatprothetischen Versorgung des zahnlosen Kiefers? I

Anatomie: Oft fehlt im Seitenzahngebiet des – häufig atrophierten – zahnlosen Unterkiefers das vertikale Knochenangebot, um Implantate in ausreichender Stabilität zu verankern. Im zahnlosen Oberkiefer setzen vielfach die Kieferhöhlen Grenzen. Das Inserieren von Implantaten ohne eine aufwendige Sinusbodenelevation ist oft nur bis in Höhe der Prämolaren möglich.

I Prothetik: Für eine festsitzende Brücke wird sowohl im Ober- als auch Unterkiefer eine statisch ausgeglichene Pfeilervermehrung verlangt. Idealerweise sollte die Abstüt zung der prothetischen Versorgung auf den Implantaten trapezförmig erfolgen. Dies kann oft nicht mit den anato mischen Limitationen (s. anatomische Einschränkungen) auf einen Nenner gebracht werden. Das Behandlungsprotokoll Sky fast & fixed setzt genau hier an – mit vergleichsweise wenigen Implantaten und einem geringen Aufwand. Die posterioren Implantate werden anguliert in den Kiefer eingebracht und somit anatomische Limitationen umgangen. Die vorhandenen Strukturen werden optimal genutzt und in vielen Fällen umfangreiche augmentative Maßnahmen vermieden. Die Implantate bzw. die Implantatabutments können so im Kiefer verteilt werden, dass eine statisch stabile Pfeilerverteilung gegeben ist. Und: Bei der Betrachtung eines Therapiekonzeptes gehört in erster Linie der Mensch dazu, dem mit der Behandlung zu neuer Lebensqualität verholfen werden soll. Ausgehend von den Bedürfnissen und Wünschen sollte der Therapieweg gezeichnet werden. Patienten erhalten mit dem Konzept Sky fast & fixed einen hohen Behandlungskomfort: Wenig invasiv, sofortversorgt, festsitzend, gaumenfrei.

Herstellung der Sofortversorgung Hinsichtlich der Sofortversorgung werden zwei Wege unterschieden. Die temporäre Versorgung kann auf effizientem Weg in der Zahnarztpraxis umgesetzt werden. Eine Alternative dazu sind laborgefertigte Brücken. Da unser bevorzugtes Dentallabor nicht in der Nähe zur Praxis liegt, fertigen wir provisorische Versorgungen innerhalb des Sky fast & fixed-Systems in der Regel chairside. So kommen wir nicht nur auf schnellerem Weg zum Ziel, sondern können im Sinne des Patienten auch wirtschaftlicher agieren. Sicherlich wird ein Zahntechniker eine weitaus ästhetischere temporäre Versorgung fertigen. Aber da wir in den meisten Fällen nur eine relativ kurze temporäre Phase einplanen (zirka vier bis sechs Monate) ist diese Tatsache zu akzeptieren. Die Ersparnis am Provisorium kann z. B. in die vom Zahntechniker meisterlich gefertigte definitive Versorgung gesteckt werden.

Patientenfall Im dargestellten Fall konsultierte uns die 59-jährige Patientin am Beginn eines für sie neuen Lebensabschnittes. Aus familiären Gründen hatte sie über viele Jahre hinweg kaum Zeit für sich gehabt, sondern sich selbstlos für die Pflege von Familienangehörigen eingesetzt. Ein Besuch beim Zahnarzt bzw. eine prothetische Sanierung war für sie lange Zeit nur ein sekundäres Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Bedürfnis. Zum Zeitpunkt der Erstkonsultation in unserer Praxis musste sie viele ihrer bisherigen, stark einnehmenden Aufgaben nicht mehr wahrnehmen und hatte ein klares Ziel: „Jetzt ICH.“

Ausgangssituation Akuter Anlass ihrer Erstvorstellung war ein angebrochener Zahn im Unterkiefer-Frontzahnbereich (Zahn 32). Die Erstversorgung erfolgte mit einer in der Praxis angefertigten Marylandbrücke, für welche die natürliche Zahnkrone verwendet wurde. Die Gebisssituation der Patientin ließ erahnen, dass in diesem Fall eine Komplettsanierung angestrebt werden musste (Abb. 1). Der Oberkiefer war bis auf vier Frontzähne komplett zahnlos. Ebenso sah die Situation im Unterkiefer aus. Die Restzähne mussten als nicht erhaltungsfähig eingestuft werden. Sie kamen als prothetische Pfeiler nicht infrage. Das Knochenangebot war relativ gut. Lediglich im Bereich der oberen Prämolaren schien ein Knochenaufbau unumgänglich. Der Patientin wurden die Therapiemöglichkeiten der unterschiedlichen Varianten eines Zahnersatzes im zahnlosen Kiefer erläutert. Sie wollte einen festsitzenden implantatprothetischen Zahnersatz und war hochmotiviert. Nach einem eingehenden Aufklärungsgespräch willigte sie der Behandlung nach dem Konzept Sky fast & fixed ein.

Planung Die implantatprothetische Planung erfolgte anhand einer DVT. Die 3D-Diagnostik lässt die konkrete Beurteilung des Knochenund Parodontalzustands sowie eine dezidierte Planung zu. Auch wenn keine schablonengeführte Implantation erfolgen soll, möchten wir nicht mehr auf die dreidimensionale Planung verzichten. Unter Berücksichtigung der prothetischen Versorgung sowie der anatomischen Gegebenheiten wurden sechs Implantate für den Ober- sowie vier Implantate für den Unterkiefer geplant (Abb. 2). Die angestrebten Implantatpositionen wurden analog zum Set up in eine prothetische Orientierungsschablone übertragen. Im Oberkiefer schien in regio der Prämolaren eine Knochenaugmentation unumgänglich.

Chirurgisches Vorgehen im Oberkiefer Die Restzähne im Oberkiefer wurden entfernt. Im Sinne einer Sofortversorgung sollte die Patienten am Tag der Implantatinsertion mit einem adäquaten Zahnersatz die Praxis verlassen. Nach dem Freilegen des Kieferkammes wurde der Kieferknochen entsprechend dem Protokoll Sky fast & fixed vorbereitet. Aufgrund der dreidimensionalen Diagnostik war klar, welche Knochensituation vorgefunden wird, in welchem Bereich die Implantate zu inserieren sind und Knochen aug-

Abb. 1: Stark reduzierter Restzahnbestand im Ober- und Unterkiefer.

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pip fallstudie

Abb. 2: Planung der Implantatpositionen am dreidimensionalen Bild (DVT), Unterkiefer (li) und Oberkiefer (re).

mentiert werden muss. Nach der Wunddesinfektion mittels antimikrobieller photodynamischer (aPDT (Helbo, bredent medical) wurde mit der Implantation begonnen. Die Insertion der Implantate erfolgte freihand und prothetisch orientiert. Durch ein schräges Positionieren des Implantates in regio 24 (tangential zur lateralen Kieferhöhlenwand) konnten – trotz begrenzten Knochenangebotes – der ortsständige Knochen genutzt und eine prothetische Abstützung gewährleistet werden. Das Einbringen der anderen fünf Implantate konnte annähernd gerade erfolgen. Nicht immer muss das distale Implantat anguliert gesetzt werden, wie bei dem in regio 14 zu

Abb. 3: Die inserierten Implantate im zahnlosen Oberkiefer.

erkennen ist. Nach dem Setzen aller Implantate (Abb. 3) wurde die Primärstabilität mittels Drehmomentschlüssel kontrolliert. Die beiden distalen Implantate verfügten nicht über die für die Sofortversorgung notwendige Primärstabilität.

Wundheilung Abschließend erfolgte eine lokale Augmentation in regio der ehemaligen Alveolen 14 und 25 mit Eigenknochenchips aus den Implantat-Bohrungen. Um die Wundheilung zu fördern, wurde ein sogenanntes Weichgewebe-Enhancement mit L-PRF (Leukocyte-Platelet Rich Fibrin) vorgenommen. Ziel dieser Technik ist es, die im Blut vorkommenden Wachstumsfaktoren zu nutzen, um auf natürliche Weise zur Wundheilung beizutragen.

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Sofortversorgung im Oberkiefer auf Basis des Set up Da die beiden distalen Implantate nicht die erforderliche Primärstabilität zeigten, mussten sie aus der Sofortversorgung ausgeschlossen werden. Sie wurden für eine offene Einheilung mit Gingivaformern versehen. Das prothetische Set up diente als Interimsprothese und wurde umgearbeitet. Die Bereiche der zu erwartenden Implantat-Durchtrittstellen gestaltete der Zahntechniker im Eierschalen-Design. Im Sinne einer spannungsfreien Passung wurden alle Prothetik-Kappen im Mund

Abb. 4: Röntgenkontrollbild nach der Insertion und dem Aufbringen der Prothetik-Kappen sowie Gingivaformer.

verklebt. Die Positionierung war durch die skelettierte Gestaltung der Interims sehr einfach. Die Gaumenplatte wurde mit der Ausarbeitung der Sofortbrücke entfernt. Die Verschraubung der temporären Versorgung mit den vier primärstabilen Implantaten erfolgte von okklusal. Geachtet wurde darauf, dass die Gingivaformer der distalen Implantate unterhalb der Brücke keiner okklusalen Belastung ausgesetzt waren (Abb. 4-6).

Chirurgisches Vorgehen im Unterkiefer Einen Monat später erfolgte die Insertion der vier Implantate im Unterkiefer. Zunächst wurden die nicht erhaltungsfähigen Frontzähne extrahiert (Abb. 7, 8). In gleicher BehandPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


pip fallstudie

Abb. 5

Abb. 6 Abb. 5, 6: Die skelettierte Interimsprothese wurde als temporärer Zahnersatz (okklusal verschraubte Brücke) umgearbeitet.

Abb. 7

Abb. 8

Abb. 7, 8: Die nicht erhaltungsfähigen Frontzähne im Unterkiefer wurden entfernt und unmittelbar danach die Implantate (bluSky) inseriert.

Abb. 9: Beispielhafte Darstellung eines Formteils für die Chairsideherstellung der temporären Versorgung.

Abb. 10: Der Kieferkamm ist nach der Insertion der vier Implantate mit Kofferdam abgedeckt.

Abb. 12

Abb. 11: Die Prothetik-Kappen sind aufgeschraubt und die Schraubenkanäle verschlossen.

Abb. 13

Abb. 12, 13: Die temporäre Sofortversorgung wurde mit Autopolymerisat umgesetzt und mit gingivafarbenem Kunststoff entsprechend ergänzt.

Abb. 14: Die Situation im Röntgenbild nach der Einheilphase.

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

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pip fallstudie lungssitzung wurden entsprechend dem Protokoll (Implantat blueSky, bredent medical) das Implantatlager vorbereitet und die vier Implantate manuell inseriert. Aufgrund der dreidimensionalen Planung waren die Positionen exakt definiert. Bei allen Implantaten konnte die notwendige Primärstabilität erreicht werden. Die Implantatpositionen orientierten sich an dem klassischen Protokoll Sky fast & fixed. Die beiden distalen Implantate wurden schräg zur Kauebene eingebracht und somit die optimale Basis für die prothetische Abstützung im posterioren Bereich geschaffen. Die Situation wurde vernäht.

Sofortversorgung im Unterkiefer – Chairsidefertigung In diesem Fall haben wir die temporäre Sofortversorgung in der Praxis angefertigt. Als Material diente ein Autopolymerisat (Q-Resin, bredent), also ein zahnfarbener Kunststoff. Ein Formteil (Tiefziehschiene des prothetischen Set ups) bot die Vorlage für die Sofortversorgung (Abb. 9). Im ersten Schritt wurden die Prothetik-Kappen auf die Implantate aufgeschraubt. Um den Schraubenkanal während der Polymerisation des Kunststoffes freizuhalten, musste dieser verschlossen werden. Hierfür diente ein Zahnhölzchen. Alternativ kann z. B. Wachsdraht verwendet werden. Bevor die Tiefziehschiene mit dem Autopolymerisat gefüllt und auf die ProthetikKappen aufgebracht werden konnte, wurde der Kieferkamm mit einem Kofferdam abgedeckt (Abb. 10, 11). Es folgte das Einfüllen des Kunststoffs in die Tiefziehschiene und das Einsetzen in den Mund. Der Kofferdam schützte die frischen Wunden vor dem Eintritt von Autopolymerisat und wirkte dem Einpolymerisieren der Nähte vor. Nach der Aus-

härtung konnte die Schiene zusammen mit den Prothetik-Kappen entnommen und die Brücke aus-gearbeitet sowie fertiggestellt werden.

Die definitive Versorgung von Oberund Unterkiefer Nachdem die Patientin uns erstmals im März 2016 konsultierte, konnte bereits im November 2016 die definitive prothetische Versorgung eingegliedert werden. Die Einheilzeit der Implantate im Oberkiefer betrug vier Monate und im Unterkiefer drei Monate. Nach der Abnahme der provisorischen Versorgungen zeigte sich eine gut ausgeheilte Situation. Das Weichgewebe präsentierte sich gesund und gut durchblutet. Die Implantate waren osseointegriert (Abb. 14-18). Nach dem Entfernen der Gingivaformer wurden die Abformpfosten aufgeschraubt (Abb. 19) und die Situation abgeformt. Die Gerüste für den Ober- und Unterkiefer sind im Labor gefertigt und dabei Bolzen für eine transversale Verblockung integriert worden. Innerhalb des Sky fast & fixedSystem wird zusätzlich zur okklusalen Verschraubung ein Verbindungselement für die transversale (horizontale) Verbolzung angeboten. Dies bringt in vielen Situationen ästhetische Vorteile. Die unauffälligen Verbindungselemente werden im nicht sichtbaren Bereich angelegt. Die entsprechenden Abutments haben eine horizontal umlaufende Nut, die mit einer präfabrizierten, transversal verschraubten Kappe versorgt wird. Durch die leicht geneigt angeordnete Bolzenschraube wird die Prothetik-Kappe beim Festschrauben spaltfrei auf die Abutmentplattform „gepresst“.

Abb. 16

Abb. 15

Abb. 15, 16: Die provisorische Versorgung nach vier- bzw. dreimonatiger Tragezeit.

Abb. 17: Nach Abnahme der provisorischen Versorgung im Oberkiefer. Gesundes, gut ausgebildetes Weichgewebe.

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Abb. 18: Situation im Unterkiefer. Auch hier zeigte sich eine optimale Ausgangssituation für die finale prothetische Versorgung.

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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pip fallstudie die funktionellen, phonetischen sowie ästhetischen Parameter. Für die effiziente Fertigstellung diente ein ästhetisches Verblendschalen-System (visio.lign, bredent). Die prothetische Gingiva sowie die Zähne wurden im ästhetisch sichtbaren Bereich individualisiert. Im Ergebnis zeigte sich eine wunderbare, natürlich wirkende Restauration (Abb. 20-23). Die Implantatbrücken wurden transversal im Mund verschraubt. Die Patientin fühlte sich vom ersten Moment an wohl mit dem neuen Zahnersatz (Abb. 24-26). Letztendlich wurden Ihr entsprechende Hygienehinweise sowie der Hinweis auf den regelmäßigen Recall gegeben. Abb. 19: Verschraubte Abformpfosten im Oberkiefer.

Die Zähne stellte der Zahntechniker entsprechend dem Set up auf. Bei einer Wachseinprobe evaluierten wir gemeinsam

Abb. 20

Abb. 22

Ergebnis Eine pathetische Aussage, die in diesem Zusammenhang angebracht ist: Im Mittelpunkt unseres Tuns liegt das Wohl des Patienten. Die Lösungs- und Therapiewege sollten sich immer an seinen Bedürfnissen orientieren. In diesem Fall konnten

Abb. 21

Abb. 23 Abb. 20-23: Die im Labor hergestellten definitiven Versorgungen sind für eine transversale Verschraubung vorbereitet (Zahntechnik: ZTM Björn Roland, Klein-Winternheim).

Abb. 24 Abb. 25 Abb. 24, 25: Die eingegliederten Restaurationen: Seit der Erstkonsultation der Patientin in der Praxis sind zirka sechs Monate vergangen.

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pip fallstudie

Abb. 26: Stabile Verhältnisse sind auch auf dem Abschlussröntgenbild erkennbar.

Abb. 27

Fazit Abb. 28 Abb. 27, 28: Vor einem halben Jahr noch fast vollständig zahnlos; jetzt festsitzend und funktionell-ästhetisch versorgt. Die Patientin war mit dem Therapieverlauf sowie dem Ergebnis sehr zufrieden.

wir einer Patientin dabei helfen, in den normalen sozialen Alltag zurückzukehren (Abb. 27, 28). Auf relativ unkompliziertem Weg wurde ein festsitzender implantatprothetischer Zahnersatz gefertigt. Der chirurgische Aufwand hielt sich in Grenzen. Der chirurgische Eingriff erfolgte ohne Navigationsschablone, wobei die dreidimensionale Planung unabdingbar war. Die temporäre Versorgung wurde auf relativ effizientem Weg direkt in der Zahnarztpraxis umgesetzt. Eine Alternative dazu wäre das etwas aufwendigere Verfahren mit laborgefertigten Brücken gewesen. Auch hinsichtlich der definitiven prothetischen Versorgungen können verschiedene Wege gegangen werden – je nach Patientenbedürfnis und den gegebenen Möglichkeiten.

Das Sofortversorgungskonzept Sky fast & fixed (bredent medical, Senden) ist fester Bestandteil innerhalb unseres Arbeitsteams. Wir arbeiten seit vielen Jahren nach dieser Systematik und blicken innerhalb unseres Patientenklientels auf gute Langzeiterfolge. Zusätzlich zu den Vorteilen der Sofortversorgung, des geringen chirurgischen Aufwands und der festsitzenden, gaumenfreien Gestaltung erachten wir die Flexibilität als vorteilhaft. Entsprechend der Situation können individuelle Wege (z. B. hinsichtlich der prothetischen Versorgung) gegangen werden. Wir können also optimal auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen, was sich in den meisten Fällen in einer hohen Zufriedenheit äußert. K

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Curriculum Implantologie (DGOI) Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie Curriculum Endodontie (tec2) Tätigkeitsschwerpunkt Endodontie Geprüfter Experte der Implantologie (DGOI) K Diplomate (ICOI) K Referent des internationalen FortSiegfried Hoelzer bildungszentrums für Implantologie Arzt und Zahnarzt (Whiter Campus) K Mitglied des Zahnärzteteams und leitender Chirurg – Whiter Stein K Mitglied des Zahnärzteteams – Whiter Tuttlingen K Fachgesellschaften: DGZI, DGOI, EDI, ICOI, BDIZ

Fachzahnarzt für Oralchirurgie Curriculum Implantologie (DGI) Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie Curriculum Endodontie (DGET) Tätigkeitsschwerpunkt Endodontie Dozent des internationalen Masterstudienganges für Implantologie der Johann Goethe Universität Frankfurt Jan Kielhorn (MOI) Zahnarzt K Fachjournalist für Implantologie und Implantatprothetik (Deutscher Fachjournalistenverband) K Referent des internationalen Fortbildungszentrums für Implantologie (Whiter Campus) K Mitglied des Zahnärzteteams und leitender Chirurg – Whiter Öhringen K Mitglied des Zahnärzteteams – Whiter Tuttlingen K Fachgesellschaften: DGI, DGOI, BDO, DGET, ICOI, BDIZ

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pip fallstudie

Varianten in der Umsetzung eines komplett digitalen prothetischen Workflows Vom Intraoralscan bis zur gefrästen Implantatprothetik Marcus Engelschalk Als entscheidende Grundlage für die Bildung eines Emergenzprofils kann heute die CADbasierte Gestaltung und die CAM-basierte Fertigung von Abutment und entsprechender Prothetik gesehen werden. Ein Implantat muss somit ab dem Niveau seiner prothetischen Plattform den Ansprüchen der Kraftverteilung auf den Knochen und der funktionellen Abutmentgestaltung in Hinblick auf das periimplantäre Weichgewebe wie auch der prothetischen Belastung entsprechen. Dabei ist der Workflow zur Herstellung digital basierter Prothetiken auf Implantaten in der Entwicklung technisch anspruchsvoller als beim herkömmlichen digital basierten Zahnersatz. Besonderheiten der Implantatgeometrien, deren Position zu den umgebenden Strukturen sowie die Tatsache, dass neu entwickelte Laboranaloge in die gedruckten Modelle eingefügt werden müssen, stellen hier die Herausforderungen dar. Bei den hier dokumentierten Patientenfällen kam es ausschließlich zur festsitzenden Versorgung auf Implantaten oder in Kombination mit benachbarten Zähnen. Als Implantatsystem diente bei diesen Versorgungen das AnyRidge System (MegaGen F. D. AG, Jengen) mit dem Vorteil einer einheitlichen Plattform bei unterschiedlichen Implantatdurchmessern als Grundlage. Grundsätzlich bestehen hier die Abutments aus einem um fünf Grad ansteigenden hexagonalen Innenkonus mit maximaler Abdichtung und verringerter bakterielle Ansiedlung. Die Wahl des entsprechenden Durchmessers des zu erreichenden Emergenzprofils wird in diesem System über den entsprechenden Durchmesser des verwendeten Gingivaformers bei transgingivaler Einheilung oder bei Freilegung definiert.

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Der verwendete Intraoralscanner 3M TrueDefinition (3M Espe, Seefeld) wurde stets unter Trockenlegung mittels OptraGate (Ivoclar Vivadent, Ellwangen) und dezenter Puderung mit definiertem Scanprotokoll eingesetzt. Dabei wurden immer der gesamte Ober- und Unterkiefer gescannt sowie eine digitale Bissnahme mit einem Scan der verschlüsselten Situation in habitueller Interkuspidation von frontal wie auch von rechts und links in Höhe der jeweiligen ersten Molaren durchgeführt (Abb. 1-3).

Duales Vorgehen Für die hier gezeigten Versorgungen wurde experimentell ein duales Vorgehen gewählt. Hintergrund hierfür war zum einen Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


pip fallstudie

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 1-3: Scan in habitueller Interkuspidation von frontal, rechts und links in Höhe der jeweiligen ersten Molaren.

der Versuch eines klinischen Vergleiches der beiden Modellverfahren sowie die erste Umsetzung der für das Implantatsystem hinterlegten Daten in den Designsoftwares. So wurde für jeden Fall sowohl der ZFx Scanbody (Zfx GmbH, Dachau) wie auch der Healing Scanbody (MegaGen F. D. AG, Jengen) intraoral abgescannt (Abb. 4, 5). Bei letzterem wurde auf den bereits seit Implantatsetzung in situ befindlichen Gingivaformer eine entsprechende Scan-Kappe aufgebracht ohne einen Wechsel gegen einen gesonderten Scanbody durchzuführen. Dieses Vorgehen vermeidet unnötig häufige Schraubenmanipulation am Implantatkörper. In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass häufiges Schrauben am Implantat zur Irritation periimplantärer Strukturen und Knochenabbau im Bereich der Implantatschulter führt. Dabei sind bis zu zwei Wechsel gewebeverträglich, vergleichbar mit einem einteiligen Implantat. Ab einer Anzahl von fünf Wechseln führt es zu nachhaltig negativen Wirkungen auf den periimplantären Knochen. Nach dem Scan muss diese Scan-Kappe wieder vom Gingivaformer

entfernt werden. Der Gingivaformer hingegen wird in keinem Moment vom Implantat abgeschraubt und erst abschließend gegen das definitive Abutment ausgetauscht.

Datenverarbeitung Die durch den intraoralen Scan gewonnenen STL-Daten konnten zum einen zur Modellherstellung herangezogen werden. Dabei konnten mittels des bereits etablierten Zfx-Workflows auf deren Modelbuilder Software sowie entsprechende Laboranaloge für gedruckte Modelle zurückgegriffen werden (Abb. 6, 7). Parallel dazu wurde es auch zur Modellherstellung durch das für den Zahnersatz beauftragte Dentallabor verwendet (Zirkon Customs, Friedberg). Hier wurde das auf Basis des 3Shape Systems (3Shape Germany GmbH, Düsseldorf) gedruckte Modell durch die Aufnahme von entsprechenden Laboranalogen individuell verändert. Dabei kam es zur Positionierung und Verklebung der konventionellen Laboranaloge des AnyRidge System (MegaGen

Abb. 4

Abb. 5 Abb. 4, 5: Intraoraler Scan des ZFx Scanbody (Zfx GmbH, Dachau) und des Healing Scanbody (MegaGen F. D. AG, Jengen).

Abb. 6

Abb. 7 Abb. 6, 7: Mittels etablierten Zfx-Workflows kann auf die Modelbuilder Software sowie entsprechende Laboranaloge für gedruckte Modelle zurückgegriffen werden.

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pip fallstudie

Abb. 9

Abb. 8

Abb. 8, 9: Da die Laboranaloge nicht mehr entfernt werden konnten, war eine nachtr채gliche Sockelung wegen der 체berstehenden Laboranaloge notwendig.

Abb. 10

Abb. 11

Abb. 12

Abb. 10-12: Herstellung der Abutments und der Prothetik mittels Designsoftware von 3Shape wie auch Zfx.

Abb. 13

Abb. 14

Abb. 15

Bei der zementierten Variante wurden die aus Zirkondioxid hergestellten Abutments mit der Titanklebebasis verbunden. Die entsprechende Krone oder Br체cke wurde entweder vollanatomisch gefr채st oder verblendet.

Abb. 16

Abb. 17 Abb. 16, 17: Alle vollanatomisch hergestellten Versorgungen wurden farblich individualisiert und mit einem Glanzbrand versehen.

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Abb. 18

Abb. 19

Fazit

Abb. 20 Abb. 18-20: Zu den beiden beschrieben Vorgehensweisen beim Workflow mit dem Healing Scanbody konnten Laboranaloge des AnyRidge System für gedruckte Modelle bei späteren Versorgungen zur Verfügung gestellt werden.

F. D. AG, Jengen) mittels Versplintung in vorgebohrte Schächte. Hierdurch konnten die Laboranaloge nicht mehr entfernt werden und eine nachträgliche Sockelung war aufgrund der überstehenden Laboranaloge notwendig (Abb. 8, 9). Die gewünschten Abutments und die entsprechende Prothetik konnten in der Folge sowohl durch die Designsoftware von 3Shape wie auch Zfx geplant und entsprechend hergestellt werden (Abb. 10-12). Die Fertigstellung der Prothetik erfolgte dann mittels der beiden Modellvarianten. Dabei wurden bei der zementierten Variante die aus Zirkondioxid hergestellten Abutments mit der Titanklebebasis verbunden und die entsprechende Krone oder Brücke entweder vollanatomisch gefräst oder verblendet (Abb. 13-15). Bei der verschraubten Variante wurde die gefräste Kronenstruktur ebenfalls mit der Titanbasis verklebt. Alle vollanatomisch hergestellten Versorgungen wurden farblich individualisiert und mit einem Glanzbrand versehen (Abb. 16, 17).

Digitaler Workflow innerhalb eines Implantatsystems Bei späteren Versorgungen konnten zu den beiden bereits beschrieben Vorgehensweisen beim Workflow mit dem Healing Scanbody Laboranaloge des AnyRidge System für gedruckte Modelle zur Verfügung gestellt werden (Abb. 18, 19). So konnte der digitale Workflow vom intraoralem Scan bis zur prothetischen Versorgung komplett innerhalb eines Implantatsystems verbleiben und durchgeführt werden.

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Grundsätzlich kann man die Vorteile der Verwendung eines IOS zur digitalen Übertragung von implantatbezogenen Daten zur Herstellung des entsprechenden festsitzenden Zahnersatzes rein aus gewebeunterstützenden Gründen empfehlen. So sind bei entsprechenden Scanbody-Kombinationen die Schraubenmanipulationen am Implantat und somit auch ein entsprechend zu erwartender Knochenabbau extrem reduzierbar. Zum anderen ist die Gestaltung des für die gingivale Gesundheit so wichtigen Emergenzprofils durch die Möglichkeit des digitalen Designs und der entsprechenden Umsetzung nur so maximal möglich. Fasst man diese Punkte unter präventiven Gesichtspunkten zusammen, so ist die Verwendung des auf den IOS-gestützten Workflow als Periimplantitis-Prophylaxe zu sehen. Grundlage hierfür sind die positiven und gewebeerhaltenden Einflüsse einer optimal gestalteter Abutment- und Kronenform sowie der verwendeten Materialien. Dies auch unabhängig von der Frage nach einer verschraubten oder zementierten Befestigung von festsitzendem implantatgetragenen Zahnersatz. K K 1997-2000 Akademische Aus- und Fortbildung im Bereich der allgemeinen Zahnmedizin mit Schwerpunkt orale Chirurgie und Implantologie K 2000 Niederlassung in München K 2002 Belegarzt in der Arabella Klinik in München, Fokus ambulante und stationäre Operationen unter Dr. Marcus Narkose Engelschalk K 2007 „Master of Science in Laser Dentistry“, Ruprecht-Wilhelm-Technische-Hochschule (RWTH), Aachen K Redaktionsbeirat einer implantologischen Fachzeitschrift Mitgliedschaft im wissenschaftlichen Beirat von Implantatsystemen u. in mehreren Fachgesellschaften (DGZMK, EAO, DGI, DGL, DGP, BDIZ) K Seit 2014 Praxisgemeinschaft f. Parodontologie u. Implantologie München mit Prof. Dr. José Gonzales K office@engelschalk-gonzales.de K www.engelschalk-gonzales.de

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Der unbezahnte Kiefer Aufgrund des sehr breiten Themenfeldes der implantatprothetischen Versorgung im zahnlosen Kiefer und den damit verbundenen vielfältigen Fragestellungen konnten in der vorliegenden Literaturauswahl nicht alle Aspekte berücksichtigt werden. Wegen der hohen Anzahl an Studien zu diesem Thema war es zudem nur möglich, Veröffentlichungen aus den Jahren 2014-2017 zu berücksichtigen. Mit den Erkenntnissen aus dieser Literaturrecherche können weitere Aspekte dieses Themenfeldes noch gesondert abgehandelt werden. Grundsätzlich sei auf die Ergebnisse der Konsensuskonferenz der Foundation for Oral Rehabilitation und das dazu veröffentlichte Papier „Patientenzentrierte Versorgungskonzepte und optimale Implantatanzahl“ hingewiesen, das einen guten, evidenzbasierten Überblick zur Thematik gibt. Es ist festzustellen, dass die implantatgestützte prothetische Versorgung zahnloser Patienten die Kaufähigkeit wesentlich verbessert und sie zufriedener macht [Boven, et al., 2015, von der Gracht, et al., 2016, Elsyad und Shawky, 2017]. Unklar ist jedoch, inwieweit sich die Behandlung positiv auf die Lebensqualität auswirkt. Bekanntlich stehen zur implantatprothetischen Versorgung des zahnlosen Kiefers unterschiedliche prothetische Designs sowie Insertionsund Belastungsprotokolle zur Verfügung. In Bezug auf die beiden letztgenannten Punkte wird der Fokus in vielen neueren Publikationen auf die Sofortversorgung und Sofortbelastung gelegt, da mit diesen Versorgungsformen eine kürzere Behandlungsdauer und eine geringere Belastung des Patienten einhergehen. Ausgehend von Einjahresergebnissen einer randomisiert kontrollierten klinischen Studie (RCT) konnten zwischen Implantaten, die sofort belastet wurden, gegenüber Implantaten, die einem konventionellen Belastungsprotokoll ausgesetzt worden waren, keine statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich Überlebensraten (in beiden Studiengruppen 100,0 %), Sulkusfluid, Plaque Index, modifiziertem Gingiva Index, Ausmaß an Weichgewebsverlust, der Breite keratinisierter Mukosa und dem Auftreten einer Mukositis ermittelt werden [Pellicer-Chover, et al., 2014]. In einer weiteren RCT waren bei Patienten, die mit vier sofortbelasteten Implantaten im interforaminalen Bereich im Unterkiefer versorgt worden waren, nach einem einjährigen Follow up ebenfalls vergleichbare Überlebensraten im Vergleich zu konventionell belasteten Implantaten feststellbar [Alfadda, 2014]. Dabei war in dieser Studie bei sofortbelasteten Implantaten ein signifikant erhöhter krestaler Knochenverlust zu beobachten, den die Autoren dem Einfluss der Belastung des Knochens auf die noch nicht abgeschlossenen Heilungs- und Remodellierungsprozesse im Implantatbereich zuordnen. Bei vier bis sechs sofortbelasteten Implantaten konnten im Vergleich zu konventionell belasteten sechs bis neun Implantaten im Oberkiefer nach sechs Jahren vergleichbare Überlebensraten beobachtet werden [Tealdo, et al., 2014]. Im Rahmen des klinischen Follow up war im Gegensatz zur vorherigen Studie ein geringerer krestaler Knochenverlust bei den sofortbelasteten Implantaten zu beobachten. Die Anzahl Implantate und ihre Lokalisation hatten nach einer mehrjährigen Beobachtungsdauer keinen statistisch signifikanten Einfluss auf ihre Überlebensraten [Henningsen, et al., 2016, Niedermaier, et al., 2017]. Offensichtlich ist eine erfolgreiche Sofortbelastung auch auf weniger als vier Implantaten möglich. So konnten sowohl bei Abstützung auf zwei wie auch drei Implantaten ein halbes bzw. ein Jahr nach Belastung keine Implantatverluste und keine Unterschiede in Bezug auf krestale Konchenverluste festgestellt werden [Cannizzaro, et al., 2016a,

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Cannizzaro, et al., 2016b]. Auch in einem systematischen Review konnten keine signifikant unterschiedlichen Einjahres- bzw. Fünfjahresüberlebensraten in Anhängigkeit vom Belastungsprotokoll ermittelt werden [Papaspyridakos, et al., 2014a, Papaspyridakos, et al., 2014b]. Allerdings wiesen die Autoren gleichzeitig darauf hin, dass die Ergebnisse wegen vieler nicht berücksichtigter Einflussfaktoren mit Vorsicht interpretiert werden müssen. Eine Übersichtsarbeit und eine Metaanalyse kommen zu gegensätzlichen Ergebnissen. Demnach führt ein konventionelles Belastungsprotokoll zu einem geringeren Verlustrisiko und tendenziell zu besseren Ergebnissen bei implantatbezogenen Parametern als eine Sofortbelastung [Sanz-Sanchez, et al., 2015, Schimmel, et al., 2014]. Die Ergebnisse eines anderen systematischen Reviews bestätigen, dass die Anzahl Implantate auf implantatbezogene Parameter einen eher untergeordneten Einfluss hat [Mericske-Stern und Worni, 2014]. Eine weitere systematische Übersichtsarbeit stützt diese Erkenntnisse zumindest für festsitzende Vollversorgungen im Unterkiefer, indem darauf verwiesen wird, dass bei Verwendung von vier bzw. auch zwei Implantaten geringe Verlust- sowie Komplikationsraten beobachtet werden konnten [Moraschini, et al., 2016]. Im Gegensatz dazu deuten die Ergebnisse einer anderen Übersichtsarbeit jedoch eher darauf hin, dass mit steigenden Verlustraten gerechnet werden muss, je weniger Implantate zur prothetischen Abstützung verwendet werden [Kern, et al., 2016]. Schließlich kommen die Autoren eines groß angelegten systematischen Reviews zum Schluss, dass im zahnlosen Oberkiefer – bei Beachtung bestimmter Parameter wie die Durchführung einer angemessenen Diagnostik, die richtige Umsetzung des notwendigen umfassenden Fachwissens und eine gute Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker – mit jedem Behandlungsansatz ein Behandlungserfolg erzielt werden kann [Gallucci, et al., 2016]. Die Studienlage zur notwendigen Anzahl Implantate und zum optimalen Insertionszeitpunkt bei der Versorgung zahnloser Kiefer bleibt auf Grundlage der exemplarisch zitierten Untersuchungsergebnisse daher uneindeutig. Gerade aus diesem Grund könnten nicht zuletzt eher patientenspezifische Gründe bei der Behandlungsentscheidung den Ausschlag geben, minimalinvasive implantatprothetische Konzepte wie die Columbus Bridge und das All-on-Four-System als Alternativen zur konventionellen Implantattherapie und zu augmentativen Verfahren zu wählen, da sie – neben der Zeit- und Kostenersparnis – offensichtlich zu einer höheren Patientenzufriedenheit führen [Laleman, et al., 2016, Pommer, et al., 2014]. Dabei werden den minimalinvasiven Verfahren mit Sofortversorgung relativ vielversprechende Kurzzeitergebnisse bescheinigt [Patzelt, et al., 2014]. Die distal geneigte Insertion der endständigen Implantate soll dazu führen, Augmentationen in posterioren Abschnitten des Alveolarfortsatzes zu vermeiden und um ein möglichst großes Unterstützungspolygon für die prothetische Rekonstruktion zu erreichen. In mehreren klinischen Studien wurde der Einfluss geneigter Implantate auf die krestalen Knochenlevel untersucht, ohne dass dabei signifikante Unterschiede zu axial inserierten Implantaten erkennbar waren [Crespi, et al., 2012, Del Fabbro und Ceresoli, 2014, Francetti, et al., 2012]. Eine Verblockung von sofortbelasteten Implantaten mittels eines Metallgerüsts hat keinen Einfluss auf die Implantatstabilität und die Überlebensraten im Vergleich zur Versorgung mittels einfacher Prothesen aus Acrylat [Crespi, et al., 2012, Thome, et al., 2015]. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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Narrative Reviews

Implantaten sind anhand der derzeit vorliegenden Erkenntnisse nicht festzustellen. Studien zu Weichgewebsparametern, Ästhetik oder patientenorientierten Outcomes fehlen derzeit offensichtlich.

Brunski JB. Biomechanical aspects of the optimal number of implants to carry a cross-arch full restoration. Eur J Oral Implantol. 2014 Summer;7 Suppl 2:S111-31. (»Biomechanische Aspekte zur Abstützung prothetischer Vollrestaurationen auf der optimalen Anzahl Implantate.«) Bei der Auswahl der optimalen Anzahl Implantate zur Abstützung einer prothetischen Restauration im unbezahnten Kiefer müssen u. a. die Implantatlokalisation im Kiefer, das Knochenangebot und die Knochenqualität sowie Belastungskräfte berücksichtigt werden. Die Größe der Spannungs- und Dehnungsbelastungen im Knochen-Implantat-Interface sowie zwischen Implantat und Suprakonstruktion sind ebenfalls von Bedeutung für die Auswahl einer optimalen Implantatanzahl zur Abstützung implantatgetragener prothetischer Vollversorgungen. In der vorliegenden Übersicht werden Beispiele vorgestellt, wie eine Entscheidungsfindung mittels relativ einfacher Analysen (Skalak-Modell) oder komplexer Versuchsanordnungen wie der Finite Elemente Analyse erfolgen kann. Im Zeitalter computertomografischer Röntgentechnik ist es möglich, mittels korrekter anatomischer Daten der Patienten Finite Elemente Analysen mittels entsprechender Software zu simulieren. De Bruyn H, Raes S, Ostman PO, Cosyn J. Immediate loading in partially and completely edentulous jaws: a review of the literature with clinical guidelines. Periodontol 2000. 2014 Oct;66(1):153-87. (»Sofortbelastung im teil- und unbezahnten Kiefer: Ein Literaturreview mit klinischem Leitfaden.«) Das Sofortbelastungsprotokoll von Implantaten markierte bei seiner Einführung einen Paradigmenwechsel in der Zahnmedizin, da lange Zeit eine unbelastete Einheilperiode als grundlegend wichtig für die periimplantäre Knochenheilung und die Osseointegration von Implantaten galt. Die für den Implantaterfolg wichtige primärstabile Verankerung kann mittels bestimmter Bohrprotokolle, der Verwendung von Implantaten mit mikrorauer Oberfläche und der Verblockung der Implantate erzielt werden. Insbesondere während der Einheilperiode ist eine konsequente Kontrolle und Anpassung der okklusalen Kontaktbeziehungen notwendig, um einen frühen Implantatmisserfolg durch eine Über- bzw. Fehlbelastung zu vermeiden. Während bei implantatgestützten Vollversorgungen unter Beachtung der o. g. Parameter Implantatüberlebensraten zwischen 94,4-100,0 % beobachtet werden konnten, liegt die Überlebensrate von sofortbelasteten Einzelimplantaten laut Ergebnissen einer Metaanalyse niedriger (85,7-100,0%). Im zahnlosen Oberkiefer ist die Studienlage derzeit noch sehr eingeschränkt. Es scheint, dass vier bis sechs Implantate bei einer mittleren Verlustrate von 7,2 % nicht ausreichend genug sind, um vollprothetische Restaurationen abzustützen. Im zahnlosen Unterkiefer hat sich gezeigt, dass drei Implantate nicht ausreichend sind und zu einer mittleren Verlustrate von bis zu 10,0 % führen können. Bei Verwendung von vier Implantaten war im Gegensatz dazu eine mittlere Verlustrate von 0,0-3,3 % feststellbar. Ästhetische Unterschiede im Weichgewebe zwischen sofort- und konventionell belasteten Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Einfache klinische Studien

Cannizzaro G, Felice P, Loi I, Viola P, Ferri V, Leone M, Collivasone D, Esposito M. Immediate loading of bimaxillary total fixed prostheses supported by five flapless-placed implants with machined surfaces: A 6-month follow-up prospective single cohort study. Eur J Oral Implantol. 2016a Spring;9(1):67-74. (»Sofortbelastung transgingival inserierter Implantate mit maschinierter Oberfläche mittels festsitzender Totalprothesen in Ober- und Unterkiefer.«) 25 zahnlose Patienten wurden mit drei Implantaten im Oberkiefer und mit zwei Implantaten im Unterkiefer ohne Bildung eines Mukoperiostlappens versorgt. Der Insertionstorque der Implantate sollte mindestens 80 Ncm betragen. Anschließend wurden Totalprothesen bedingt abnehmbar auf den Implantaten verschraubt und die Implantate sofortbelastet. Nach einer Tragezeit von sechs Monaten wurden bei nur zwei Patienten Komplikationen beobachtet. Schlussfolgerung: Vollprothesen, die auf drei Implantaten im Oberkiefer und zwei Implantaten im Unterkiefer verschraubt und sofortbelastet werden, stellen eine gangbare Therapiemethode dar. Francetti L, Corbella S, Taschieri S, Cavalli N, Del Fabbro M. Medium- and Long-Term Complications in Full-Arch Rehabilitations Supported by Upright and Tilted Implants. Clin Implant Dent Relat Res. 2015 Aug;17(4):758-64. (»Mittel- und langfristig eintretende Komplikationen bei prothetischen Vollversorgungen auf axial und geneigt eingesetzten Implantaten.«) Um technische und biologische Komplikationen (Mukositis und Periimplantitis) bei sofortbelasteten Vollprothesen, die jeweils auf einer Kombination von geneigt und axial eingesetzten Implantaten befestigt worden waren, zu messen, wurden die klinischen Dokumentationen von 86 Patienten (95 prothetische Suprakonstruktionen) ausgewertet. Es handelte sich dabei um 61 Unterkiefer- und 34 Oberkieferrestaurationen, die innerhalb eines Zeitraums von acht bis 48 Stunden nach Implantatinsertion eingesetzt wurden. Der mittlere klinische Follow up betrug 65,36 Monate. Die am häufigsten beobachtete Komplikation war eine Mukositis (30,2 %). Eine Periimplantitis wurde bei 10,4 % der Patienten beobachtet. Die häufigste technische Komplikation war mit 23,2 % die Ablösung von Teilen der prothetischen Restauration. Die meisten Komplikationen hatten keinen Einfluss auf die Überlebensrate der Implantate und/oder der prothetischen Rekonstruktionen. Schlussfolgerung: Die Komplikationsrate bei sofortbelasteten und auf einer Kombination aus axial und geneigt eingesetzten Implantaten ist in der vorliegenden Untersuchung niedriger als sie in der aktuellen Literatur beschrieben wird.

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kurz & schmerzlos Francetti L, Rodolfi A, Barbaro B, Taschieri S, Cavalli N, Corbella S. Implant success rates in full-arch rehabilitations supported by upright and tilted implants: a retrospective investigation with up to five years of follow-up. J Periodontal Implant Sci. 2015 Dec;45(6):210-5. (»Erfolgsraten von vollprothetischen Versorgungen auf axialen und geneigten Implantaten: Eine retrospektive Untersuchung mit einem Follow up von fünf Jahren.«) Das Ziel der retrospektiven Studie war die Ermittlung der kumulativen Erfolgsraten und Überlebensraten von biologischen Komplikationen bei axial und geneigt eingesetzten Implantaten, die zur Abstützung vollprothetischer Restaurationen verwendet wurden. Dazu wurden die klinischen Dokumentationen von insgesamt 53 prothetischen Oberkiefer- und Unterkieferrekonstruktionen, die auf 212 Implantaten befestigt worden waren, ausgewertet. Die kumulative Erfolgsrate lag bei 76,04 % nach der Misch-Klassifikation und bei 56,34 % nach der AlbtrektssonKlassifikation. Die kumulative Implantatüberlebensrate betrug 100,00 %. Bei einem Implantat wurde eine Periimplantitis diagnostiziert. Hu X, Luo J, Li J, Qiu L, Di P, Lin Y. A 10-year retrospective analysis of clinical results of implantretained/ supported prostheses in full edentulous patients. Zhonghua Kou Qiang Yi Xue Za Zhi. 2014 Jun;49(6):333-8. (»Eine retrospektive Analyse klinischer Ergebnisse bei implantatgetützten Vollprothesen nach einer zehnjährigen Tragedauer.«) 127 Patienten wurden im Zeitraum zwischen November 1994 und August 2009 im zahnlosen Unterkiefer (n=116) oder/und zahnlosen Oberkiefer (n=46) mit implantatgestützten Prothesen versorgt. Die prothetischen Suprakonstruktionen wurden mit Kugelkopfattachments, Magneten, Teleskopkronen oder gefrästen Stegrekonstruktionen auf jeweils vier bis sechs Implantaten befestigt. Im Zusammenhang mit der Implantattherapie erfolgten Augmentationsmaßnahmen mittels Sinuslift, gesteuerter Knochenregeneration und Onlay-Knochentransplantaten. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 109,2 Monaten betrug die kumulative Implantatüberlebensrate 97,8 %. Die prothetische Erfolgsrate lag bei 100,0%. Die Periimplantitis-Prävalenzrate betrug 3,8 %. Die Restaurationen wurden zu 19,1 % mittels Zement eingesetzt und zu 80,1 % mittels Schrauben auf den Implantaten befestigt. Die häufigsten Komplikationen waren prothetischer Natur und die Gesamtkomplikationsrate lag bei 53,5 %. Jemt T, Nilsson M, Olsson M, Stenport VF. Associations Between Early Implant Failure, Patient Age, and Patient Mortality: A 15-Year Follow-Up Study on 2,566 Patients Treated with Implant-Supported Prostheses in the Edentulous Jaw. Int J Prosthodont. 2017 Mar/Apr;30(2):189-197. (»Zusammenhänge zwischen frühen Implantatverlusten, Patientenalter und Patientensterblichkeit: Eine Studie bei 2.566 zahnlosen Patienten mit implantatgestützten Vollversorgungen nach einem Follow up von 15 Jahren.«) 2.566 Probanden mit einem mittleren Alter von 65 Jahren wurden in die retrospektive Untersuchung einbezogen. Die zahnlosen Patienten waren in den Jahren 1986-1997 in einem Behandlungszentrum mit Implantaten und prothetischen Suprakonstruktionen versorgt worden. 988 Patienten (38 %) verstar-

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ben während des 15-jährigen Beobachtungszeitraums und es wurden 291 frühe Implantatverluste registriert. Dabei waren frühe Implantatverluste bei jüngeren Patienten signifikant im Vergleich zu älteren Patienten erhöht. Patienten mit einem frühen Implantatverlust wiesen jedoch unabhängig vom Alter höhere Mortalitätsraten auf als Patienten ohne Implantatverlust. Lupi SM, Cislaghi M, Rizzo S, Rodriguez Y, Baena R. Rehabilitation with implant-retained removable dentures and its effects on perioral aesthetics: a prospective cohort study. Clin Cosmet Investig Dent. 2016 Sep 30;8:105-110. (»Die Auswirkungen auf die periorale Ästhetik nach Rehabilitation mit implantatgestützten herausnehmbaren Totalprothesen: Eine prospektive Kohortenstudie.«) Zahnverlust und Resorption des Kieferknochens führen zu ästhetischen Einschränkungen wie der Faltenbildung im Mundwinkelbereich. In dieser prospektiven und einfach verblindeten Studie wurden 31 Patienten in Ober- und Unterkiefer mittels implantatgestützten Totalprothesen versorgt. Mittels Fotos wurden u. a. der prä- und postoperative Zustand der oberen und unteren Lippenfalten, der Nasolabialfalten, der Lippenfülle und der Labiomentalfalte miteinander verglichen. Bei sämtlichen Parametern konnten signifikante ästhetische Verbesserungen nach der implantatprothetischen Versorgung festgestellt werden. Maló P, de Araújo Nobre M, Lopes A, Ferro A, Gravito I. Complete Edentulous Rehabilitation Using an Immediate Function Protocol and an Implant Design Featuring a Straight Body, Anodically Oxidized Surface, and Narrow Tip with Engaging Threads Extending to the Apex of the Implant: A 5-year Retrospective Clinical Study. Int J Oral Maxillofac Implants. 2016 Jan-Feb;31(1):153-61. (»Prothetische Vollversorgung und Sofortbelastungsprotokoll auf geraden Implantaten mit anodisch oxidierter Oberfläche und einer schmalen Spitze mit einem Schraubengewinde: Eine retrospektive klinische Fünfjahresstudie.«) In die Studie wurden 46 zahnlose Patienten eingeschlossen, die zwischen 2003 und 2004 mit implantatgestütztem Zahnersatz versorgt worden waren. Insgesamt 189 Implantate (Oberkiefer n=166; Unterkiefer n=23) standen für die endgültige Analyse zur Verfügung. Bei fünf Patienten gingen während der fünfjährigen Beobachtungszeit insgesamt fünf Implantate verloren, was zu einer kumulativen Überlebensrate von 97,3 % führte. Mechanische Komplikationen traten in der provisorischen Versorgung bei 14 Patienten auf und bei der definitiven Versorgung bei sechs Patienten. Dabei handelte es sich um Schraubenlockerungen, Lockerungen der Abutmentschrauben, Prothesenfrakturen, Chipping und Frakturen von Keramikverblendungen. Biologische Komplikationen in Form periimplantärer Entzündungen wurden bei sechs Patienten und zwölf Implantaten registriert. Niedermaier R, Stelzle F, Riemann M, Bolz W, Schuh P, Wachtel H. Implant-Supported Immediately Loaded Fixed Full-Arch Dentures: Evaluation of Implant Survival Rates in a Case Cohort of up to 7 Years. Clin Implant Dent Relat Res. 2017 Feb;19(1):4-19. (»Sofortbelastung implantatgestützter, festsitzender vollprothetischer Versorgungen: Implantatüberlebensraten in einer Patientenkohorte über einen Zeitraum von sieben Jahren.«) In der vorliegenden retrospektiven Studie wurden die Überlebensraten von 2.081 Implantaten (380 Patienten und 482 Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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kurz & schmerzlos Kiefer) untersucht. Die prothetischen Versorgungen wurden auf vier, fünf oder sechs Implantaten befestigt und sofortbelastet. Die Überlebensrate betrug auf Patientenebene 97,0 %. Bei implantatbezogenen Parametern konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Bei gesunden Patienten waren signifikant höhere Implantatüberlebensraten zu beobachten als bei Patienten mit Osteoporose oder anderen systemischen Erkrankungen. Bei Rauchern konnten sogar höhere Implantatüberlebensraten ermittelt werden als bei Nichtrauchern. Schlussfolgerung: Vier Implantate je Kiefer scheinen zur Fixierung von prothetischen Vollrestaurationen auszureichen. Dabei scheint bei Patienten mit Osteoporose und medikamentöser Gabe von Bisphosphonaten ein höheres Risiko für einen Implantatverlust zu bestehen. Bei diesem Behandlungskonzept bleibt der Einfluss der Variablen Rauchen auf die Implantatüberlebensrate strittig.

Kontrollierte Klinische Studien

Altintas NY, Taskesen F, Bagis B, Baltacioglu E, Cezairli B, Senel FC. Immediate implant placement in fresh sockets versus implant placement in healed bone for full-arch fixed prostheses with conventional loading. Int J Oral Maxillofac Surg. 2016 Feb;45(2):226-31. (»Vollprothetische Versorgung mit konventioneller Belastung nach Sofortimplantation in frische Extraktionsalveolen oder Implantation im ausgeheilten Kieferknochen.«) Bei 41 Patienten wurden nach vollständiger Extraktion aller im Mund verbliebener Zähne insgesamt 512 Implantate entweder direkt in die frische Extraktionsalveole oder nach knöcherner Ausheilung in den Kieferknochen inseriert. Die prothetische Versorgung erfolgte bei allen Patienten mit festsitzenden prothetischen Suprakonstruktionen. Während der mittleren Nachbeobachtungszeit von 44,9 Monaten gingen in der Probandengruppe mit konventioneller Belastung neun Implantate und in der Gruppe mit Sofortimplantation zwei Implantate verloren. Alle Implantatverluste traten im Oberkiefer ein. In beiden Gruppen betrug die Implantaterfolgsrate 97,8 %. Schlussfolgerung: Die Sofortimplantation mit anschließender konventioneller Belastung stellt eine vorhersagbare Behandlungsoption des zahnlosen Kiefers dar. Henningsen A, Smeets R, Wahidi A, Kluwe L, Kornmann F, Heiland M, Gerlach T. The feasibility of immediately loading dental implants in edentulous jaws. J Periodontal Implant Sci. 2016 Aug;46(4):234-43. (»Die Machbarkeit der Sofortbelastung von Implantaten im zahnlosen Kiefer.«) Bei 24 Patienten wurden im zahnlosen Ober- oder Unterkiefer entweder Implantate unmittelbar nach der Extraktion (n=45) oder nach Ausheilung des Kieferknochens (n=109) eingesetzt und mittels provisorischer prothetischer Versorgungen sofort belastet. Im Beobachtungszeitraum überlebten von den 154 Implantaten insgesamt 148, was einer Implantatüberlebensrate

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von 96,0 % entsprach. Der Implantationszeitpunkt, der Implantatort, Augmentationsmaßnahmen oder Länge und Durchmesser der Implantate hatten keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die Überlebens-, bzw. Erfolgsraten. Der krestale Knochen blieb während des Follow up stabil und zeigte einen mittleren Verlust von 0,3 mm. Oh SH, Kim Y, Park JY, Jung YJ, Kim SK, Park SY. Comparison of fixed implant-supported prostheses, removable implant-supported prostheses, and complete dentures: patient satisfaction and oral health-related quality of life. Clin Oral Implants Res. 2016 Feb;27(2):e31-7. (»Der Vergleich zwischen festsitzendem und herausnehmbarem implantatgestütztem Zahnersatz sowie konventionellen Vollversorgungen: Patientenzufriedenheit und mundbezogene Lebensqualität.«) 86 Patienten wurden entweder mit implantatgestützten festsitzenden (FTP; n=29), herausnehmbaren (HTP; n=27) oder konventionellen (KTP; n=30) Totalprothesen versorgt. Mittels des OHIP-14 Fragebogens wurde die Patientenzufriedenheit vor und nach der Behandlung ermittelt. In allen drei Behandlungsgruppen war nach der prothetischen Therapie eine signifikante Zunahme der mundbezogenen Lebensqualität (OHRQoL) ermittelbar. Zwischen den beiden Gruppen mit implantatgestütztem Zahnersatz konnte nach Abschluss der Behandlung kein signifikanter Unterschied der OHRQoL gemessen werden. Patienten aus diesen beiden Gruppen zeigten eine stärkere Verbesserung des OHRQoL als Patienten aus der KTP-Gruppe. Pera F, Pesce P, Solimano F, Tealdo T, Pera P, Menini M. Carbon fibre versus metal framework in full-arch immediate loading rehabilitations of the maxilla - a cohort clinical study. J Oral Rehabil. 2017 May;44(5):392-397. (»Eine klinische Kohortenstudie zur Sofortbelastung des zahnlosen Kiefers mittels Karbonfaser- oder Metallgerüstverstärkten implantatgetragener Vollprothesen.«) Karbonfasern könnten aufgrund ihrer Eigenschaften, wie u. a. ihrer Steifigkeit, Stabilität und Biokompatibilität ein optimaler Werkstoff zur Verstärkung von Kunststoffprothesen sein und als Alternative zu Metallgerüsten verwendet werden. Die klinische Studie wurde durchgeführt, um die beiden Werkstoffe bezüglich ihrer Eignung als Implantatgerüste zu vergleichen. 76 Patienten wurden mittels des Columbus Bridge Protocol mit vier bis sechs Implantaten versorgt, von welchen die distalen Implantate geneigt eingesetzt wurden. Die prothetische Versorgung erfolgte bei allen Patienten unmittelbar nach Implantation. Patienten der Testgruppe (n=42) wurden mit karbonfaserverstärkten Prothesen aus Kunststoff versorgt, während in der Kontrollgruppe (n=34) metallverstärkte Kunststoffprothesen zum Einsatz kamen. Während des mittleren Follow Up von 22 Monaten gingen in der Kontrollgruppe mit insgesamt zehn Implantaten signifikant mehr Implantate verloren als in der Testgruppe, in welcher kein Implantat verloren gegangen war. In der Kontrollgruppe konnte zudem ein signifikant erhöhter krestaler Knochenverlust ermittelt werden als in der Testgruppe (1,0 mm gegenüber 0,8 mm). Tartaglia GM, Maiorana C, Gallo M, Codari M, Sforza C. Implant-Supported Immediately Loaded Full-Arch Rehabilitations: Comparison of Resin and Zirconia Clinical Outcomes in a 5-Year Retrospective Follow-Up Study. Implant Dent. 2016 Feb;25(1):74-82. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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kurz & schmerzlos (»Klinische Fünfjahresergebnisse nach Versorgung mit sofortbelasteten implantatgestützten vollprothetischen Rekonstruktionen aus Kunststoff oder Zirkondioxid.«) In die vorliegende Studie wurden 120 zahnlose Patienten einbezogen und mit vier bis sechs Implantaten versorgt. Anschließend erfolgte eine Sofortversorgung mit Vollprothesen aus Kunststoff oder Zirkondioxid. Für die endgültige Analyse nach einem mittleren Follow up von 60 Monaten standen 113 Patienten zur Verfügung. Das Alter, die Anzahl Implantate und das Prothesenmaterial konnten anhand der Ergebnisse als Risikofaktoren für das Eintreten von Komplikationen und Misserfolge ausgeschlossen werden. Bei Männern und bei Oberkieferversorgungen waren jedoch signifikant erhöhte Komplikations- und Misserfolgsraten festzustellen als bei Frauen und Unterkieferrekonstruktionen. Tealdo T, Menini M, Bevilacqua M, Pera F, Pesce P, Signori A, Pera P. Immediate versus delayed loading of dental implants in edentulous patients' maxillae: a 6-year prospective study. Int J Prosthodont. 2014 May-Jun;27(3):207-14. (»Sofortbelastung gegenüber konventioneller Belastung nach Implantatversorgung des zahnlosen Oberkiefers: Eine prospektive Sechsjahresstudie.«) Um die Überlebens- und Erfolgsraten sowie Komplikationen und krestalen Knochenverluste bei der Versorgung mit sofort-, bzw. spätbelasteten Implantaten zu bestimmen, wurden 49 Patienten zwei unterschiedlichen Belastungsprotokollen unterzogen. 34 Patienten wurden nach dem Columbus Bridge Protocol behandelt (Testgruppe), welches die Versorgung mit vier bis sechs Implantaten beinhaltet. Die distalen Implantate werden geneigt und die medialen Implantate axial inseriert und innerhalb von 24 Stunden belastet. Die Kontrollgruppe (n=15 Patienten) wurde in einem zweizeitigen chirurgischen Vorgehen mit sechs bis neun Implantaten versorgt. Die Implantate der Kontrollgruppe wurden im Mittel 8,75 Monate nach Einheilung der Implantate funktionell belastet. Die Versorgung aller Probanden erfolgte mittels verschraubter Vollprothesen. Nach einem mittleren Follow up von 75,2 Monaten waren keine Unterschiede hinsichtlich der kumulativen Überlebensrate der Implantate zu beobachten. In der Testgruppe konnte mit einem mittleren krestalen Knochenabbau von 1,62 mm ein signifikant geringerer Verlust an Knochen ermittelt werden als in der Kontrollgruppe (2,44 mm). Prothetische Komplikationen waren in beiden Gruppen nicht zu beobachten. Thomé E, Lee HJ, Sartori IA, Trevisan RL, Luiz J, Tiossi R. A randomized controlled trial comparing interim acrylic prostheses with and without cast metal base for immediate loading of dental implants in the edentulous mandible. Clin Oral Implants Res. 2015 Dec;26(12):1414-20. (»Eine randomisiert kontrollierte Studie zum Vergleich von implantatgetragenen Kunststoffprothesen mit und ohne gegossenes Metallgerüst zur Sofortbelastung des zahnlosen Unterkiefers.«) 29 Patienten mit zahnlosem Unterkiefer wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zugeteilt. Patienten der Gruppe 1 wurden mit Kunststoffprothesen versorgt, welche mit einem gegossenen Metallgerüst verstärkt worden waren, während bei Patienten der Gruppe 2 reine Kunststoffprothesen eingesetzt wurden. Alle Implantate wurden sofortbelastet. Messungen der Implantatstabilität wurden zu drei Zeitpunkten durchgeführt

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(T0=Insertionszeitpunkt; T1=nach vier Monaten; T2=nach acht Monaten). Nach Ende des klinischen Follow up betrugen die Überlebensraten der Implantate und der prothetischen Suprakonstruktionen in beiden Gruppen 100,0 %. Es konnten keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Implantatstabilität (ISQ) ermittelt werden.

RCT Alfadda SA. A randomized controlled clinical trial of edentulous patients treated with immediately loaded implant-supported mandibular fixed prostheses. Clin Implant Dent Relat Res. 2014 Dec;16(6):806-16. (»Eine randomisiert kontrollierte klinische Studie zur Sofortversorgung zahnloser Patienten mit implantatgetragenen festsitzenden Vollprothesen.«) Um die Nullhypothese zur Aussage zu testen, dass sich die Erfolgsraten und die funktionellen Ergebnisse nach Sofortversorgung und Sofortbelastung von vier interforaminal gesetzten Implantaten mit einer festsitzenden Prothese von einer konventionellen Belastung von Implantaten nicht voneinander unterscheiden, wurde diese zweiarmige, verblindete randomisiert kontrollierte Studie durchgeführt. Dazu wurden 45 zahnlose Patienten mit Implantaten in einem einzeitigen Vorgehen mit vier interforaminalen Implantaten versorgt und anschließend am gleichen Tag nach dem Zufallsprinzip zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. In der experimentellen Gruppe (EG) wurden die Implantate mit einem festsitzenden Provisorium sofortbelastet, während die Interimsprothesen in der Kontrollgruppe (KG) an der Basis ausgeschliffen und mit einem weichbleibenden Material unterfüttert wurden. Die Implantate wurden in der KG nicht belastet. Drei Monate später erfolgte die definitive prothetische Versorgung. Die Implantatüberlebensraten unterschieden sich nicht signifikant voneinander (> 96,0%). In der EG konnte ein größerer mittlerer krestaler Knochenverlust beobachtet werden als in der KG. Cannizzaro G, Loi I, Viola P, Ferri V, Leone M, TrullenqueEriksson A, Esposito M. Immediate loading of two (fixed-on-2) versus three (fixed-on-3) implants placed flapless supporting crossarch fixed prostheses: One-year results from a randomised controlled trial. Eur J Oral Implantol. 2016b;9 Suppl 1(2):143-53. (»Lappenlose Insertion von zwei oder drei Implantaten und prothetische Versorgung mit bedingt abnehmbarem Zahnersatz: Einjahresergebnisse einer randomisiert kontrollierten Studie.«) In der vorliegenden randomisierten Studie wurden die Erfolgsraten nach lappenloser Insertion von zwei (fixed-on-2 = FO2) oder drei (fixed-on-3 = FO3) Implantaten und Sofortversorgung mit bedingt herausnehmbaren (verschraubten) Kunststoff-Totalprothesen mit Metallgerüst untersucht. Die Implantate mussten einen Mindest-Torque von 60 Ncm aufweisen, um sofort belastet zu werden. Nach einem Jahr unter Belastung war keines der Implantate verloren gegangen. Lediglich eine Prothese musste aufgrund wiederholter Lockerung der Befestigungsschrauben Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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kurz & schmerzlos erneuert werden. Zwischen den beiden Behandlungsgruppen konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich prothetischer Komplikationen und Misserfolge sowie des krestalen Knochenlevels beobachtet werden. Allerdings fand in beiden Gruppen ein signifikanter horizontaler Verlust krestalen Knochens im Bereich der Implantate innerhalb des ersten Jahres statt. Crespi R, Capparè P, Gastaldi G, Gherlone EF. Immediate occlusal loading of full-arch rehabilitations: screwretained versus cement-retained prosthesis. An 8-year clinical evaluation. Int J Oral Maxillofac Implants. 2014 Nov-Dec;29(6):1406-11. (»Sofortbelastung von bedingt herausnehmbaren (verschraubten) und zementierten implantatgestützten Vollprothesen: Eine klinische Evaluation nach acht Jahren.«) 28 zahnlose Patienten wurden nach Sofort- oder Spätversorgung mit Implantaten nach dem Zufallsprinzip zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. Unmittelbar nach Implantatinsertion erfolgte zunächst eine provisorische Sofortversorgung, die später gegen definitive Suprakonstruktionen aus Keramik ausgetauscht wurden. Zahnersatz der Gruppe 1 wurde auf den Implantaten verschraubt, während die Suprakonstruktion in Gruppe 2 auf den Implantaten zementiert wurde. Nach acht Jahren waren zwischen beiden Gruppen keine statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich des krestalen Knochenverlusts feststellbar (Gruppe 1=1,01 mm; Gruppe 2=1,23 mm). Schlussfolgerung: Die periimplantären Knochenlevel blieben über den achtjährigen Beobachtungszeitraum stabil. Die Art der Befestigung der Suprakonstruktionen auf den Implantaten hatte keinen Einfluss auf den periimplantären Knochen. Esposito M, Felice P, Barausse C, Pistilli R, Grandi G, Simion M. Immediately loaded machined versus rough surface dental implants in edentulous jaws: One-year postloading results of a pilot randomised controlled trial. Eur J Oral Implantol. 2015 Winter;8(4):387-96. (»Sofortbelastete Implantate mit maschinierter oder rauer Oberfläche im zahnlosen Kiefer: Eine randomisiert kontrollierte Pilotstudie ein Jahr nach Belastung.«) Je 25 zahnlose Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip mit vier bis acht Implantaten mit maschinierter oder rauer Oberfläche versorgt. 48 Stunden nach dem Eingriff erfolgte die provisorische Versorgung mit metallgerüstverstärkten Kunststoffprothesen. Die definitive prothetische Behandlung wurde vier Monate später mit einer verschraubbaren Suprakonstruktion durchgeführt. Ein Jahr nach Beginn der Belastungsphase konnte keine prothetische Komplikation beobachtet werden. Allerdings gingen zwei Implantate mit maschinierter Oberfläche kurz vor der definitiven prothetischen Versorgung aufgrund einer Lockerung verloren. In beiden Gruppen konnte zudem ein signifikanter mittlerer marginaler Knochenverlust beobachtet werden (raue Implantatoberfläche 0,64 mm, glatte Implantatoberfläche 0,68 mm), der sich in seinem Ausmaß jedoch zwischen den beiden Implantattypen nicht signifikant unterschied. Fischer K, Stenberg T. Karbach J, Hartmann S, Jahn-Eimermacher A, Wagner W. Oral Health-Related Quality of Life in Edentulous Patients with Two- vs Four-Locator-Retained Mandibular Overdentures: A Prospective, Randomized, Crossover Study. Int J Oral Maxillofac Implants. 2015 Sep-Oct;30(5):1143-8.

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(»Orale Lebensqualität nach Versorgung zahnloser Patienten mit implantatgestütztem Zahnersatz im Unterkiefer auf zwei oder vier Lokatoren: Eine prospektive, randomisierte Studie im Crossover-Design.«) 30 Patienten wurden im Unterkiefer mit jeweils vier Implantaten versorgt. Acht Wochen nach offener Einheilung wurden die Patienten nach dem Zufallsprinzip der Gruppe zugeteilt, in welcher die Prothesen mittels Lokatorverbindungen entweder auf zwei oder vier Implantaten befestigt wurden. Nach einer dreimonatigen Tragezeit wurden die Retentionskonzepte in den Gruppen geändert und die ehemals auf zwei Lokatoren befestigten Prothesen auf vier Lokatoren befestigt und umgekehrt. Nach weiteren drei Monaten waren alle Implantate noch in situ. Bei allen Patienten konnte nach der prothetischen Versorgung ein signifikanter Zuwachs an oraler Lebensqualität ermittelt werden. Dabei war die orale Lebensqualität bei Patienten in der jeweiligen Gruppe mit der Fixierung der Suprakonstruktion auf vier Implantaten signifikant gegenüber der Fixierung auf zwei Implantaten erhöht. Ma S, Waddell JN, Atieh MA, Alsabeeha NH, Payne AG. Maxillary Three-Implant Overdentures Opposing Mandibular Two-Implant Overdentures: 10-Year Prosthodontic Outcomes. Int J Prosthodont. 2016 Jul-Aug;29(4):327-36. (»Prothetische Zehnjahresergebnisse bei Patienten mit drei Implantaten im Oberkiefer und zwei Implantaten im Unterkiefer.«) 36 Patienten mit zahnlosem Oberkiefer und einer auf zwei Implantaten befestigten prothetischen Versorgung im Unterkiefer wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Behandlungsgruppen zugewiesen. Patienten der Gruppe 1 wurden mit drei durchmesserreduzierten Implantaten versorgt, die mittels Stegen miteinander und mit der prothetischen Suprakonstruktion verbunden wurden. Patienten der Gruppe 2 wurden ebenfalls mit drei durchmesserreduzierten Implantaten versorgt. Hier jedoch erfolgte die Verbindung mit der Prothese mittels kugelförmiger Attachments. Die Implantate heilten offen ein und die Implantate wurden konventionell belastet. Die Patienten wurden nach einem, zwei, fünf, sieben und zehn Jahren nachuntersucht. Für die Analyse der Zehnjahresergebnisse standen noch 23 Probanden (60,0 %) zur Verfügung. Es konnten keine Unterschiede zwischen den beiden Befestigungsarten zwischen Implantaten und prothetischen Suprakonstruktionen ermittelt werden. Pellicer-Chover H, Peñarrocha-Oltra D, Bagán L, FichyFernandez AJ, Canullo L, Peñarrocha-Diago M. Single-blind randomized clinical trial to evaluate clinical and radiological outcomes after one year of immediate versus delayed implant placement supporting full-arch prostheses. Med Oral Patol Oral Cir Bucal. 2014 May 1;19(3):e295-301. (»Einjahresergebnisse einer einfach verblindeten, randomisiert kontrollierten Studie zum klinischen und röntgenologischen Outcome nach Sofort- oder Spätimplantation und prothetischer Versorgung zahnloser Patienten.«) Um den Zustand der periimplantären Gewebe, krestale Knochenverluste sowie den Behandlungserfolg nach zwei verschiedenen Insertionsprotokollen zu untersuchen, wurden 16 Patienten nach dem Zufallsprinzip zwei Behandlungsgruppen zugewiesen. In Gruppe A erfolgte die Implantatinsertion unmittelbar nach Extraktion, in Gruppe B nach Ausheilung der Extraktionswunden sechs Monate später. Zum Zeitpunkt der Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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kurz & schmerzlos prothetischen Versorgung konnten in Gruppe A eine signifikant breitere keratinisierte Gingiva und gleichzeitig eine signifikant erhöhte Sondierungstiefe als in Gruppe B ermittelt werden. Ein Jahr später waren keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen mehr zu beobachten. Es ging kein Implantat verloren und der mittlere krestale Knochenverlust betrug in Gruppe A 0,54 mm und in Gruppe B 0,66 mm. Elsyad MA, Shawky AF. Masticatory function with ball and resilient telescopic anchors of mandibular implant-retained overdentures: A crossover study. Quintessence Int. 2017 Jul 4:1-9. [Epub ahead of print] (»Kaufunktion bei Befestigung implantatgetragener Unterkiefer-Vollprothesen auf Kugelkopfankern oder Resilienzteleskopen: Eine Studie im Cross-Over-Design.«) Zwölf zahnlose Patienten wurden im Ober- und Unterkiefer mit konventionellen Prothesen versorgt. Drei Monate später wurden je zwei Implantate im Unterkiefer inseriert. Nach einer dreimonatigen Einheilphase wurden zwei Gruppen á sechs Probanden gebildet. Gruppe 1 erhielt Prothesen auf Kugelkopfankern und Gruppe 2 auf Resilienzteleskopen. Nach drei Monaten wurden die Anker getauscht und Gruppe 1 erhielt Prothesen auf Teleskopen und Gruppe 2 auf Kugelkopfankern. Nach jeder Phase wurden das Kauvermögen mit der „Unvermischten Fraktion (UF)“ zweier unterschiedlich gefärbter Kaumassen und die elektromyografische Aktivität mittels EMG gemessen. Im Vergleich zu konventionellen Prothesen waren bei implantatgestützten Prothesen eine Abnahme der UF und eine Zunahme des EMG zu beobachten. Im Vergleich zu den Kugelkopfankern waren bei Resilienzteleskopen ebenfalls eine signifikant geringere UF und eine signifikant höhere EMG messbar.

Systematische Reviews, Metaanalysen Abdulmajeed AA, Lim KG, Närhi TO, Cooper LF. Complete-arch implant-supported monolithic zirconia fixed dental prostheses: A systematic review. J Prosthet Dent. 2016 Jun;115(6):672-677.e1 (»Implantatgestützte Vollversorgungen aus monolithischem Zirkondioxid: Ein systematischer Review.«) Implantatgestützter Zahnersatz aus monolithischem Zirkondioxid hat sich in den letzten Jahren als eine vielversprechende Behandlungsoption herausgestellt. Um Ergebnisse des klinischen Einsatzes dieses Werkstoffes bei der Versorgung des zahnlosen Kiefers zu evaluieren, wurde eine systematische Recherche in den Datenbanken PubMed, Science Direct und der Cochrane Library durchgeführt. Von den insgesamt 903 Studien erfüllten

neun Publikationen die Einschlusskriterien. Acht dieser Studien berichteten von zufriedenstellenden Ergebnissen. In einer Studie kam es zu einem prothetischen Misserfolg. Schlussfolgerung: Implantatgestützte Versorgungen des zahnlosen Kiefers aus monolithischem Zirkondioxid stellen eine erfolgreiche kurz- und mittelfristige Behandlungsoption dar. Langzeituntersuchungen zum klinischen Verhalten und zu Erfolgsraten fehlen derzeit. Baig MR. Accuracy of impressions of multiple implants in the edentulous arch: a systematic review. Int J Oral Maxillofac Implants. 2014 Jul-Aug;29(4):869-80. (»Abformgenauigkeit bei mehreren Implantate im zahnlosen Kiefer: Ein systematischer Review.«) Um die materialspezifische Abformgenauigkeit verschiedener Materialien bei Abformungen mehrerer Implantate im zahnlosen Kiefer zu ermitteln, wurde eine systematische Recherche in der elektronischen Datenbank Pubmed durchgeführt. Bei 33 der 34 in den Review eingeschlossenen Studien handelte es sich um In vitro-Studien. In zehn Studien wurde Polyvinylsiloxan mit Polyether verglichen. In acht dieser zehn Studien konnten keine Unterschiede zwischen den beiden Abformmaterialien ermittelt werden. Die Verblockung der Implantate bei der Abformung war Untersuchungsgegenstand in 24 Studien. In zehn dieser Studien konnten keine Unterschiede zwischen der verblockten und nicht-verblockten Technik ermittelt werden. In sieben Studien war eine höhere Genauigkeit bei der verblockten Technik erkennbar. In 13 Studien wurden Unterschiede zwischen der Pickup- und der Transfer-Technik untersucht. In fünf dieser Studien waren keine Unterschiede feststellbar, während in sechs der Publikationen die Pickup-Technik zu besseren Ergebnissen führte. In nur zwei Studien wurde die Abformung von nicht parallel eingesetzten Implantaten untersucht. Ab einer Abweichung von 15 Grad konnten signifikante Unterschiede in der Abformgenauigkeit ermittelt werden. Schlussfolgerung: Polyvinylsiloxane und Polyether eignen sich am besten für Abformungen mehrerer Implantate im zahnlosen Kiefer. Widersprüchliche Aussagen gibt es zur Genauigkeit verschiedener Abformmethoden. Daher kann keine eindeutige Empfehlung für die bestmögliche Abformtechnik ausgesprochen werden. Boven GC, Raghoebar GM, Vissink A, Meijer HJ. Improving masticatory performance, bite force, nutritional state and patient's satisfaction with implant overdentures: a systematic review of the literature. J Oral Rehabil. 2015 Mar;42(3):220-33. (»Verbesserung der Kaufähigkeit, der Kaukraft, des Ernährungszustandes und der Patientenzufriedenheit nach Versorgung mit implantatgestützten Vollprothesen: Ein systematischer Literaturreview.«)

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kurz & schmerzlos Von den insgesamt 902 bei der Pubmed-Recherche ermittelten Studien entsprachen 35 den Einschlusskriterien. Implantatgestützte Vollprothesen führten zu einer signifikanten Verbesserung der Patientenzufriedenheit, die jedoch nicht regelmäßig mit einer Verbesserung der allgemeinen/oralen Lebensqualität führte. Die Versorgungen führten zu einer Verbesserung der Kaukraft, einer Zunahme der Muskeldicke des M. Masseter und zu einer Aktivitätsabnahme der Kaumuskulatur im Ruhemodus. Die Patienten konnten besser kauen und waren in der Lage, härtere Speisen zu sich zu nehmen. Es konnten keine Effekte auf den Ernährungszustand ermittelt werden. Del Fabbro M, Ceresoli V. The fate of marginal bone around axial vs. tilted implants: a systematic review. Eur J Oral Implantol. 2014 Summer;7 Suppl 2:S171-89. (»Ein systematischer Review zum Schicksal des marginalen Knochens im Umfeld geneigt und axial eingesetzter Implantate.«) Zur Beantwortung der Frage, inwieweit es Unterschiede zu Remodellierungsvorgängen des krestalen Knochens im Bereich geneigt oder axial eingesetzter Implantate gibt, wurden eine systematische Recherche in elektronischen Datenbanken und eine Handsuche in relevanten Fachjournalen durchgeführt. Aus 758 Studien standen 19 Artikel für eine Analyse zur Verfügung. Bei axial eingesetzten Implantaten war ein Jahr nach Insertion ein marginaler Knochenverlust von 0,43-1,13 mm und bei geneigten Implantaten von 0,34-1,14 mm messbar. Es konnten auch nach einer längeren Tragezeit keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Insertionsarten festgestellt werden. Die Implantatlokalisation (Oberkiefer gegenüber Unterkiefer), das Belastungsprotokoll, die Art der prothetischen Versorgung (voll-, bzw. teilprothetische Versorgung) und das Studiendesign hatten keinen signifikanten Einfluss auf den krestalen Knochenverlust. Allerdings traten die meisten Implantatverluste innerhalb der ersten zwölf Monate im Oberkiefer ein und die Implantatüberlebensrate nach einer zwölfmonatigen Belastungsphase war mit 97,4 % niedriger als im Unterkiefer mit 99,6 %. Dellavia C, Rosati R, Del Fabbro M, Pellegrini G. Functional jaw muscle assessment in patients with a full fixed prosthesis on a limited number of implants: a review of the literature. Eur J Oral Implantol. 2014 Summer;7 Suppl 2:S155-69. (»Muskelfunktionsuntersuchungen bei Patienten mit festsitzendem vollprothetischem Zahnersatz auf einer reduzierten Implantatanzahl: Ein Literaturreview.«) Das Ziel der Untersuchung war die Beantwortung der Fragestellung, ob eine Versorgung des atrophierten zahnlosen Kiefers mit einer begrenzten Anzahl Implantate eine mögliche Behandlungsoption ist. Dazu sollten u. a. Ergebnisse von Studien zur Muskelfunktion bei Patienten dieser Gruppe analysiert werden. Dazu wurde eine elektronische Datenbankrecherche durchgeführt. Von insgesamt 1598 Publikationen wurden 17 in die endgültige Analyse einbezogen. In der Mehrheit (16) der Studien erfolgten die Messungen der Muskelfunktion anhand Elektromyografie. Im Vergleich zu bezahnten Patienten, die als Kontrollgruppe dienten, haben Patienten, die mit implantatprothetischem Ersatz auf einer reduzierten Anzahl Implantate versorgt wurden, zwar ein zufriedenstellendes muskuläres

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Gleichgewicht im Ruhezustand, weisen aber Einschränkungen bei Kaubelastung auf. Gallucci GO, Avrampou M, Taylor JC, Elpers J, Thalji G, Cooper LF. Maxillary Implant-Supported Fixed Prosthesis: A Survey of Reviews and Key Variables for Treatment Planning. Int J Oral Maxillofac Implants. 2016;31 Suppl:s192-7. (»Implantatgestützte festsitzende Prothesen im Oberkiefer: Eine Übersicht zu Reviews und Schlüsselparametern für die Behandlungsplanung.«) Die vorliegende Übersichtsarbeit wurde durchgeführt, um klinische Leitlinien zur implantatprothetischen Versorgung des zahnlosen Oberkiefers zu entwickeln. Nach einer elektronischen Pubmed-Recherche standen 180 Artikel für eine Analyse zur Verfügung. Der zahnlose Oberkiefer kann erfolgreich mit vier, sechs oder mehr Implantaten versorgt werden. Die Versorgung mit sechs Implantaten ist in den meisten Fällen mit Augmentationsmaßnahmen in posterioren Kieferabschnitten verbunden und hat den Vorteil, dass die Spanne der Freiendglieder verkürzt wird. Geteilte Prothesen auf sechs oder mehr Implantaten führten zu höheren prothetischen Überlebensraten und beinhalteten Vorteile, wie die eines spannungsfreien Prothesensitzes, der problemlosen Einbeziehung divergenter Implantate in die Restauration sowie der Verwendung verschiedener Materialien und einfache Reparaturmöglichkeiten. Kern JS, Kern T, Wolfart S, Heussen N. A systematic review and meta-analysis of removable and fixed implant-supported prostheses in edentulous jaws: post-loading implant loss. Clin Oral Implants Res. 2016 Feb;27(2):174-95. (»Ein systematischer Review und eine Metaanalyse zu Implantatverlusten nach Versorgung des zahnlosen Kiefers mit herausnehmbarem oder festsitzendem implantatgetragenem Zahnersatz.«) Das Ziel des systematischen Reviews war die Analyse von Implantatverlusten nach Belastung implantatgetragener Vollrestaurationen unter Berücksichtigung der Lokalisation (Oberkiefer gegenüber Unterkiefer), der Anzahl Implantate, die Art der Verbindung zwischen Implantaten und Suprakonstruktion und die Art des Attachmentsystems (Schraubenverbindung sowie Kugelkopf gegenüber Stegrekonstruktionen bzw. Teleskopverbindungen). Die Recherche in den Datenbanken PubMed, Cochrane Library und Embase ergab 54 Studien, welche die Einschlusskriterien erfüllten. Im Oberkiefer betrugen die mittleren geschätzten Fünfjahresüberlebensraten 97,9 % und im Unterkiefer 98,9 %. Im Oberkiefer war die Implantatverlustrate bezogen auf 100 Implantatjahre mit 0,42 signifikant höher als im Unterkiefer mit 0,22. Bei festsitzenden Restaurationen lag sie mit 0,23 signifikant niedriger als bei herausnehmbarem Zahnersatz mit 0,35. Bedingt herausnehmbare (verschraubte) Restaurationen auf vier Implantaten im Unterkiefer wiesen höhere Implantatverlustraten auf als auf fünf oder mehr Implantaten. Bei Suprakonstruktionen, die auf einem Implantat fixiert worden waren, konnten ebenfalls höhere Implantatverlustraten im Vergleich zu einer Fixierung auf zwei Implantaten ermittelt werden. Grundsätzlich war eine starke Korrelation zwischen einem erhöhten Implantatverlustrisiko mit einer abnehmenden Anzahl Implantate erkennbar. Die Implantatlokalisation, die Art der Verbindung zwischen Suprakonstruktion und Implantat sowie die Anzahl Implantate haben einen Einfluss auf die erwartete Implantatverlustrate. Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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kurz & schmerzlos Laleman I, Bernard L, Vercruyssen M, Jacobs R, Bornstein MM, Quirynen M. Guided Implant Surgery in the Edentulous Maxilla: A Systematic Review. Int J Oral Maxillofac Implants. 2016;31 Suppl:s103-17. (»Ein systematischer Review zur schablonengeführten Implantation im zahnlosen Oberkiefer.«) Der systematische Review wurde durchgeführt um zu beantworten, inwieweit sich die Art der Implantatinsertion (schablonengeführte gegenüber freihändiger Implantation) auf chirurgische Komplikationen, Überlebensraten der Implantate und der prothetischen Suprakonstruktionen, ökonomische Aspekte, die Patientenzufriedenheit und die Instandhaltung der Versorgung auswirken können. Die dazu notwendige systematische Literaturrecherche ergab, dass 36 Artikel die Einschlusskriterien erfüllten. Hochwertige randomisiert kontrollierte klinische Studien standen für eine Analyse nicht zur Verfügung. Die Analyse ergab, dass bei der schablonengeführten Implantation kaum chirurgische Komplikationen auftreten. Grundsätzlich konnten bei den meisten beschriebenen Outcome-Parametern keinerlei Unterschiede zwischen den beiden Techniken ermittelt werden. Die lappenlose geführte Insertion scheint zu einer geringeren Patientenbelastung zu führen. Eine Analyse ökonomischer Aspekte und Vorteile war nicht möglich. Mericske-Stern R, Worni A. Optimal number of oral implants for fixed reconstructions: a review of the literature. Eur J Oral Implantol. 2014 Summer;7 Suppl 2:S133-53. (»Die optimale Anzahl Implantate zur Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz: Ein Literaturreview.«) Die Literaturrecherche zu Artikeln, die in den letzten 30 Jahren publiziert wurden, erfolgte in den elektronischen Datenbanken PubMed und Embase. Von insgesamt 222 Publikationen wurden 29 Artikel in die Analyse einbezogen. Diese ergab, dass festsitzende prothetische Suprakonstruktionen mittels vier bis sechs Implantaten hinreichend fixiert werden können. Moraschini V, Velloso G, Luz D, Cavalcante DM, Barboza Edos S. Fixed Rehabilitation of Edentulous Mandibles Using 2 to 4 Implants: A Systematic Review. Implant Dent. 2016 Jun;25(3):435-44. (»Festsitzende prothetische Versorgung des Unterkiefers auf zwei oder vier Implantaten: Ein systematischer Review.«) Mittels einer systematischen Recherche in den Datenbanken Pubmed, Web of Science und Central konnten 19 Studien ermit-

telt werden, die für eine Analyse zu Implantatüberlebensraten, marginalen Knochenverlusten im Implantatbereich sowie zu Komplikationen in Abhängigkeit der Anzahl Implantate im Unterkiefer zur Verfügung standen. Die Analyse ergab, dass im Unterkiefer, unabhängig davon, ob zwei oder vier Implantate zur Abstützung einer prothetischen Suprakonstruktion eingesetzt werden, geringe Implantat- und prothetische Verlustraten, geringe krestale Knochenverluste und geringe biologische und biomechanische Komplikationsraten auftreten. Papaspyridakos P, Chen CJ, Gallucci GO, Doukoudakis A, Weber HP, Chronopoulos V. Accuracy of implant impressions for partially and completely edentulous patients: a systematic review. Int J Oral Maxillofac Implants. 2014 Jul-Aug;29(4):836-45. (»Genauigkeit von Implantatabformungen bei teilbezahnten und zahnlosen Patienten: Ein systematischer Review.«) Um die Exaktheit von konventionellen gegenüber digitalen Abformtechniken zu bestimmen, wurden eine elektronische Recherche und eine Handsuche durchgeführt. Bei den insgesamt 76 Publikationen, welche die Einschlusskriterien erfüllten, waren 72 In vitro-Studien und vier klinische Untersuchungen. 41 Studien wurden im unbezahnten und 35 Studien im teilbezahnten Kiefer durchgeführt. Sowohl im teilbezahnten, als auch unbezahnten Kiefer konnten in den meisten Studien mittels der verblockten Abformtechnik bessere Ergebnisse erzielt werden, als mit der unverblockten Technik. In einer klinischen Studie und in der Hälfte aller In vitro-Untersuchungen wurden bei zahnlosen Patienten bessere Ergebnisse mit der offenen Abformung erzielt, als mit der geschlossenen Abformtechnik. Bei teilbezahnten Patienten hingegen scheint es keine Unterschiede zwischen der offenen und der geschlossenen Methode zu geben. Das Abformmaterial (Polyether gegenüber Polyvinylsiloxan) scheint ebenfalls keinen Einfluss auf die Genauigkeit der Abformungen zu haben. Papaspyridakos P, Chen CJ, Chuang SK, Weber HP. Implant loading protocols for edentulous patients with fixed prostheses: a systematic review and meta-analysis. Int J Oral Maxillofac Implants. 2014a;29 Suppl:256-70. (»Implantatbelastungsprotokolle bei der festsitzenden Versorgung zahnloser Patienten: Ein systematischer Review und eine Metaanalyse.«) Insgesamt 62 Studien erfüllten nach einer elektronischen Datenbankrecherche und einer Handsuche die Einschlusskriterien. Die Sofortbelastung von Implantaten, die mit Bildung eines Mukoperiostallappens eingesetzt worden waren, ergab

Die bisher veröffentlichten Abstracts und Exzerpte der wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind für pip-Leser jederzeit in den E-Papers der pip auf www.pipverlag.de nachzulesen und im YouVivo Store im DGINet und im Mitgliederbereich der DGOI als PDF-Download erhältlich. Bisher erschienen: All on Four (04/2012), Biologische Breite (02/2012), Bisphosphonate und orale Implantologie (03/2011), Computergesteuerte Implantologie – Nutzen und Risiken (03/2014), Der unbezahlte Kiefer (04/2017), Einteilige Implantatsysteme (04/2014), Extraktionsalveole und Kammerhalt: Teil I (04/2016) / Teil II (01/2017) / Teil III (02/2017), Keramik in der Implantologie (01/2013), Knochenaugmentationen – Techniken (02/2013), Knochenaugmentationen – Materialien (03/2013), Knochenaugmentationen – Tissue Engineering (04/2013), Kurze Implantate (02/2016), Mini-Implantate (03/2017), Periimplantitis – Ätiologie, Häufigkeit und Diagnostik (01/2015), Periimplantitis – Prävention und Therapie (02/2015), Piezochirurgie (02/2014), Platform Switching (01/2014), PRP, PRGF und PRF in der Implantologie (01/2016), Risiken und Komplikationen (04/2015), Sinusboden-Elevationen (04/2011), Sofortbelastung und Sofortversorgung (03/2015), Systemische Erkrankungen (03/2012), Weichgewebsmanagement (02/2011).

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Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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kurz & schmerzlos Implantatüberlebensraten von 90,1-100,0 % und eine prothetische Überlebensrate von 93,75-100,0 % über ein Follow up von einem Jahr bis zehn Jahren. Beim lappenlosen Vorgehen konnten Implantatüberlebensraten von 90,0-99,4 % ermittelt werden. Bei früher Belastung der Implantate lagen die Überlebensraten der Implantate und der prothetischen Suprakonstruktionen bei 94,74-100,0 %, bzw. 93,75-100,0 %. Das konventionelle Belastungsprotokoll ergab Implantatüberlebensraten von 94,95100,0 % und prothetische Überlebensraten von 87,5-100,0 %. Schlussfolgerung: Bei einer indikationsgerechten Patientenauswahl und dem Einsatz von Implantaten mit rauer Oberfläche, führt die Sofortbelastung nach implantatprothetischer Versorgung zahnloser Kiefer zu ähnlichen Überlebens- und Erfolgsraten wie nach früher und konventioneller Belastung. Beim Sofortbelastungsprotokoll sollte der Insertionstorque mindestens 30 Ncm betragen. Papaspyridakos P, Mokti M, Chen CJ, Benic GI, Gallucci GO, Chronopoulos V. Implant and prosthodontic survival rates with implant fixed complete dental prostheses in the edentulous mandible after at least 5 years: a systematic review. Clin Implant Dent Relat Res. 2014b Oct;16(5):705-17. (»Ein systematischer Review zu Fünfjahres-Überlebensraten von Implantaten und prothetischen Suprakonstruktionen nach festsitzender Versorgung des zahnlosen Unterkiefers.«) Nach einer systematischen Recherche in der elektronischen Datenbank Pubmed standen 17 Studien mit 501 Patienten und 2.827 Implantaten für eine Analyse zur Verfügung. Der Großteil der Implantate (88,5 %) wurde interforaminal inseriert. Die kumulativen Überlebensraten betrugen bei Implantaten mit rauer Oberfläche nach fünf Jahren 98,42 % und nach zehn Jahren 96,86 %. Die Überlebensraten von Implantaten mit maschinierter Oberfläche lagen nach fünf Jahren bei 98,93 % und nach zehn Jahren bei 97,88 %. Die prothetische Überlebensrate betrug nach fünf Jahren 98,61 % und nach zehn Jahren 97,25 %. Es konnte kein signifikanter Einfluss der unabhängigen Variablen Implantatoberfläche sowie Anzahl und Verteilung der Implantate auf die Implantatüberlebensrate ermittelt werden. Die Art der prothetischen Rekonstruktion, die prothetischen Attachments und das Belastungsprotokoll hatten keinen signifikanten Einfluss auf die prothetische Überlebensrate. Patzelt SB, Bahat O, Reynolds MA, Strub JR. The all-on-four treatment concept: a systematic review. Clin Implant Dent Relat Res. 2014b Dec;16(6):836-55. (»Ein systematischer Review zum All-on-Four-Behandlungskonzept.«) Die systematische Recherche wurde in Pubmed, der Cochrane Library und Google durchgeführt. Von insgesamt 487 Artikeln erfüllten 13 die Einschlusskriterien. Von 4.804 Implantaten gingen 74 Implantate verloren. Die Mehrzahl der Implantatverluste trat während der ersten zwölf Monate ein. Die häufigste prothetische Komplikation war die Fraktur der Kunststoffprothese. Der mittlere Knochenverlust im Implantatbereich betrug innerhalb einer Beobachtungsperiode von 36 Monaten 1,3 mm. Signifikante Unterschiede konnten weder bezüglich der Lokalisation (Ober- gegenüber Unterkiefer) oder in Abhängigkeit von der Implantatneigung (axial gegenüber geneigt) ermittelt werden.

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Penarrocha-Diago M, Penarrocha-Diago M, Zaragozí-Alonso R, Soto-Penaloza D, On Behalf Of The Ticare Consensus M. Consensus statements and clinical recommendations on treatment indications, surgical procedures, prosthetic protocols and complications following All-On-4 standard treatment. 9th Mozo-Grau Ticare Conference in Quintanilla, Spain. J Clin Exp Dent. 2017 May 1;9(5):e712-e715. (»Konsensusstatements und klinische Empfehlungen zur Indikation, chirurgischen Prozeduren, prothetischen Protokollen und Komplikationen bei Behandlung nach dem All-on-4-Konzept.«) Die systematische Literaturrecherche ergab, dass die Hauptindikationsbereiche des All-on-4-Behandlungskonzepts im atrophierten Ober- und Unterkiefer liegen und insbesondere für Patienten mit einem systemischen Gesundheitszustand nach ASA I oder II in Frage kommen. Das chirurgisch-prothetische Behandlungsprotokoll eignet sich insbesondere auch in Fällen einer Atrophie der Klassen IV, V und VI nach Cawood & Howell. Ein Insertionstorque von mindestens 35 Ncm ist notwendig, um einer Sofortbelastung standhalten zu können. Die provisorische prothetische Suprakonstruktion sollte stabil und wenig flexibel sein, um Mikrobewegungen zu vermeiden und sie sollte eine ausreichende Frakturresistenz aufweisen. Eine balancierte Okklusion ohne Interferenzen ist notwendig, um leichte dynamische Bewegungen zu ermöglichen. Die definitive prothetische Versorgung sollte hygienefähig gestaltet und biomechanisch an die jeweiligen patientenspezifischen Voraussetzungen angepasst werden. Das Okklusionskonzept sollte eine Gruppenführung beinhalten. Pommer B, Mailath-Pokorny G, Haas R, Busenlechner D, Fürhauser R, Watzek G. Patients' preferences towards minimally invasive treatment alternatives for implant rehabilitation of edentulous jaws. Eur J Oral Implantol. 2014 Summer;7 Suppl 2:S91-109. (»Die Präferenz alternativer, minimalinvasiver Behandlungsmethoden bei der Implantatversorgung zahnloser Kiefer aus Patientensicht.«) Das Ziel der systematischen Übersichtsarbeit war die Analyse der Patientenzufriedenheit, der mundbezogenen Lebensqualität und der Patientenpräferenz minimalinvasiver Therapieansätze ohne Augmentation des Kieferkamms bei der Implantatversorgung im zahnlosen Kiefer. Dazu wurde eine Medline-Recherche zu englischsprachigen Publikationen durchgeführt. Insgesamt 37 Studien standen für eine Analyse zur Verfügung. Bei lappenloser Implantatinsertion betrug die mittlere Anzahl zufriedener Patienten 91,0 %, bei der Verwendung kurzer oder durchmesserreduzierter Implantate 89,0 %, bzw. 87,0 %, beim Einsatz weniger Implantate 90,0 %, bei der Verwendung geneigter Implantate 94,0 % und bei der Verwendung von ZygomaImplantaten 83,0 %. Schlussfolgerung: Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Patientenpräferenz gegenüber einer minimalinvasiven Implantat-behandlung ohne den Einsatz augmentativer Techniken sehr hoch ist. Raghoebar GM, Meijer HJ, Slot W, Slater JJ, Vissink A. A systematic review of implant-supported overdentures in the edentulous maxilla, compared to the mandible: how many implants? Eur J Oral Implantol. 2014 Summer;7 Suppl 2:S191-201. (»Ein systematischer Review zur notwendigen Anzahl von Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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kurz & schmerzlos Implantaten bei Versorgung des zahnlosen Oberkiefers im Vergleich zum Unterkiefer.«) Zur Beantwortung der Fragestellung, wie viele Implantate zur Fixierung einer Totalprothese im Oberkiefer mindestens notwendig sind, wurde eine systematische Literaturrecherche in den elektronischen Datenbanken Medline, Embase und Central durchgeführt. Insgesamt 24 Studien erfüllten die Voraussetzungen für eine endgültige Analyse. Bei einer Anzahl Implantate ≥ 6 und einer Stegverbindung betrug die Überlebensrate der Implantate 98,1 % und die prothetische Überlebensrate 99,5 %. Eine Anzahl ≤ 4 Implantate und eine Stegverbindung führten zu Überlebensraten von 97,0 % für die Implantate und von 96,9 % der prothetischen Suprakonstruktionen. Bei vier und weniger Implantaten ohne Stegrekonstruktion (Kugelkopfanker, Lokator- und Teleskopverbindungen) betrug die Implantatüberlebensrate 88,9 % und prothetische Überlebensrate 98,8 %. Die periimplantären Verhältnisse waren in den meisten Studien nicht Gegenstand der Untersuchung. Schlussfolgerung: Wenn vier und mehr Implantate und eine Stegrekonstruktion zur Abstützung und Fixierung einer Suprakonstruktion im Oberkiefer verwendet werden, resultieren daraus hohe Überlebensraten für Implantate und Prothetik gleichermaßen. Bei vier und weniger Implantaten ohne starre Stegverbindung besteht ein erhöhtes Risiko für einen Implantatverlust. Sanz-Sánchez I, Sanz-Martín I, Figuero E, Sanz M. Clinical efficacy of immediate implant loading protocols compared to conventional loading depending on the type of the restoration: a systematic review. Clin Oral Implants Res. 2015 Aug;26(8):964-82. (»Ein systematischer Review zum klinischen Einfluss des Belastungsprotokolls unter Berücksichtigung der Art der prothetischen Restauration.«) 37 Studien standen nach einer systematischen Literaturrecherche zur Verfügung. Die Metaanalyse ergab, dass trotz der hohen Überlebensraten sofort und konventionell belasteter Implantate sofortbelastete Implantate einem erhöhten Verlustrisiko ausgesetzt sind, zu geringeren krestalen Knochenverlusten führen und einen geringeren Zuwachs an ISQ-Werten beinhalten. Sofortbelastete Einzelzahnimplantate beinhalteten ein höheres Verlustrisiko im Vergleich zu sofortbelasteten implantatgetragenen Vollrestaurationen. Schimmel M, Srinivasan M, Herrmann FR, Müller F. Loading protocols for implant-supported overdentures in the edentulous jaw: a systematic review and meta-analysis. Int J Oral Maxillofac Implants. 2014;29 Suppl:271-86. (»Belastungsprotokolle für implantatgestützte Prothesen zur

Versorgung des zahnlosen Kiefers: Ein systematischer Review und eine Metaanalyse.«) Zum Vergleich von Einjahresüberlebensraten von Implantaten nach Sofort- und Frühbelastung sowie konventioneller Belastung wurden eine systematische Recherche in den elektronischen Datenbanken Medline, Embase und Central sowie eine Handsuche prospektiver Studien zu Belastungsprotokollen zweiteiliger Implantate mit mikrorauer Oberfläche und einem Durchmesser > 3 mm durchgeführt. Von insgesamt 3.142 Publikationen wurden 58 in die Analyse einbezogen. Vergleichbare Studien lagen nur für den Unterkiefer vor. Die Metaanalyse ergab eine Tendenz zu besseren klinischen Ergebnissen beim konventionellen Belastungsprotokoll. Die deskriptive Analyse der Studien mit einem geringeren Evidenzgrad ergab widersprüchliche Ergebnisse. Dort waren hohe Implantatüberlebensraten von 81,6 % bis 100,0 % zu beobachten. Die Überlebensraten waren dabei abhängig von der Anzahl Implantate. Die Autoren der meisten Studien empfahlen einen Insertionstorque, der ≥ 30 Ncm sein sollte und einen ISQ mit Werten ab 60 und aufwärts, sofern ein Sofort- oder Frühbelastungsprotokoll angestrebt wird. von der Gracht I, Derks A, Haselhuhn K, Wolfart S. EMG correlations of edentulous patients with implant overdentures and fixed dental prostheses compared to conventional complete dentures and dentates: a systematic review and meta-analysis. Clin Oral Implants Res. 2016 Jun 14. [Epub ahead of print] (»Ein systematischer Review zu Zusammenhänge zwischen dem EMG zahnloser Patienten nach Versorgung mit implantatgestütztem herausnehmbarem bzw. festsitzendem Zahnersatz oder konventionellen Vollprothesen.«) Zur Beantwortung der Fragestellung, inwieweit das Elektromyogramm (EMG) sowie die Kaukraft und die Kaufähigkeit von der Art der prothetischen Versorgung zahnloser Patienten beeinflusst werden, wurde eine Recherche in den elektronischen Datenbanken Pubmed und Central sowie eine Handsuche durchgeführt. 16 Artikel erfüllten die Einschlusskriterien. Die EMGDaten der Patienten mit herausnehmbarem und festsitzendem implantatgestütztem Zahnersatz waren beim Zubeißen niedriger als die von Probanden mit einer natürlichen Bezahnung. Beim Kauen hingegen konnten höhere EMG-Werte bei Probanden mit festsitzendem implantatgestütztem Zahnersatz als im natürlichen Gebiss gemessen werden. Im Vergleich zu Patienten, die mit konventionellen, schleimhautgelagerten Totalprothesen versorgt worden waren, waren bei Probanden mit implantatgestütztem herausnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz höhere EMG-Werte sowohl beim Zusammenbeißen, als auch beim Kauen festzustellen. Die Muskelaktivität beim Kauen hing dabei von der Härte der Speisen ab. K _

In der nächsten Ausgabe pip 5/2017: Die digitale Behandlungskette in der dentalen Implantologie – Teil I: Diagnostik Wollen Sie mehr zu einer bestimmten Arbeit wissen? Nutzen Sie unseren Volltext-Service auf www.pipverlag.de, senden Sie ein Fax an 08025-5583 oder eine E-Mail an leser@pipverlag.de. Wir recherchieren die Gesamtkosten bei den einzelnen Verlagen bzw. Textservices, Sie erhalten eine Gesamtkostenübersicht und können über uns bestellen. Für pip-Abonnenten sind Recherche, Handling und Versand der Texte kostenlos!

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Aus der Praxis für die Praxis Tipps in pip kommen diesmal von Martin Bonsmann, Knut Grötz, Thies Harbeck, Thomas Hochstein, Joachim Hoffmann, Jürgen Hoffmann, Herbert Prange, Jörg Strub.

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Bei Diabetikern sollte im Anamnesebogen nicht nur der Fakt der Erkrankung selber, sondern auch die Dauer des Diabetes und die mehr oder weniger gute medikamentöse Einstellung abgefragt werden. Im Zweifel führen wir – besonders vor Planungen mit Sofort- oder Frühbelastung – lieber noch einen Hämoglobin A1c-Bluttest im Labor durch.

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Bei Überweisungen an Kollegen anderer Fachrichtungen sollte man seit dem neuen Antikorruptionsgesetz vorgedruckte Empfehlungen besser vermeiden, da mit diesem der Verdacht der Vorteilsannahme (§ 331 StGB) entstehen könnte. Wir hinterlegen nun mehrere Adressen im PC und drucken für jeden Patienten eine individuelle Selektion aus.

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Patientenflüstern ispiel nehWir sollten uns ein Be und andemen am Pharmabereich iplinen: Statt ren medizinischen Disz und „Risivon „Komplikationen“ Aufklärungsken“ spreche ich im den schriftligespräch und auch in n „möglichen chen Informationen vo lenke damit Nebenwirkungen“, und ung meines auch die Erwartungshalt hnen. Patienten in richtige Ba

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Funktion trifft Ästhetik in der funktionellen Zone Christoph Wenninger In der folgenden Fotostory wird ein standardisiertes Praxiskonzept mit dem Bti Implantatsystem und PRGF Endoret zur Wundheilung sowie Weichgewebsausformung und -stabilisierung vorgestellt. Die Patientin hatte den ersten Molaren extrahiert bekommen und wünschte nach Aufklärung eine Implantation. Der Ersatz des ersten Molaren mit einem Implantat stellt eine der häufigsten ImplantatIndikationen in der alltäglichen Praxis dar.

Backward Planning Ziel der prothetischen Versorgung soll eine zentrale verschraubte Einzelzahnkrone sein – aus verblendetem oder monolithischem Zirkondioxid auf einer Titanbasis mit natürlichem Emergenzprofil. Die Strukturen des Emergenzprofils wie ausreichend gesundes Gewebe, eine stabile Weichgewebsmanschette inklusive einer optimalen Reinigungsfähigkeit sind zur Prophylaxe von periimplantären Erkrankungen von besonderer Bedeutung. In dem vorgestellten Patientenfall werden die analoge und digitale Planung miteinander verbunden, die prothetische Planung wiederum verläuft rein digital.

Abb. 1: OPT zur Planung.

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Die Zweischablonentechnik Doppelhülsenbohrschablone (DHS ) Prothetische Fixationschablone (PFS) Ausformung von Weichgewebe Ablauf in vier Schritten 1. Präoperative Planungen 2. Operationsablauf 3. Heilungsphase – Präprothetik 4. Prothetik

Abb. 2: Ausgangssituation – fehlender Zahn 36 nach Extraktion vor zehn Wochen und Auffüllen der Alveole mit PRGF-Endoret (Spiegelaufnahme).

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Abb. 3: Nach Abdrucknahme und Modellherstellung erfolgt das digitale Backwardplanning – eingescanntes Modell – ideale Implantatpositionsplanung distal.

Abb. 4: Eingescanntes Modell – ideale Implantatpositionsplanung bukkal.

Abb. 5: Eingescanntes Modell – ideale Implantatpositionsplanung mesiobukkal.

1. Präoperative Planungen: O Konventionelle

Abdrucknahme und Herstellung von Modellen der Modelle und digitale Planung der exakten Implantatposition sowie der zwei Schablonen inklusive 3D Druck der Schablonen O Herstellung von zwei Schablonen O Digitalisierung

Die erste Schablone ist eine sog. Doppelhülsenbohrschablone (DHB abgekürzt), die zur exakten Postionierung der ersten Bohrungen dient. Die zweite Schablone ist eine sog. Prothetische Fixationsschablone (PFS abgekürzt), die zum exakten Einbringen des Implantats und für die intraoperative Abdrucknahme verwendet wird.

Abb. 6: Per Schablonentechnik hergestellte DHB.

2. Operationsablauf: O Klassischer

Kieferkammschnitt bis zur Mukogingivalgrenze der Schablone, Kontrolle der exakten protheti- schen Position des Implantats O Erste Schablone, DHB zur exakten Positionierung der ersten Bohrungen O Zweite Schablone, PFS zum exakten Einbringen des Implanta- tes und zur intra-operativen Abdrucknahme O Einbringen des PRGF Endoret zum Wundverschluss, zur besse ren Wundheilung und zur Weichgewebsstabilisierung O Naht mit konfektioniertem Healingabutment O Positionierung

Abb. 8: Kieferkammschnitt mittig – keine Entlastung.

Abb. 9: DHS eingebracht.

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Abb. 7: Per Schablonentechnik hergestellte PFS.

Abb. 10: Kontrolle erste Bohrung – leicht bukkal – exakte prothetische Position.

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Abb. 11: Erweiterungsbohrung.

Abb. 12: Kontrolle bukkale Wand.

Abb. 13: Bohrprotokoll beendet – Einbringen der PFS – Kontrolle der Bohrung.

Abb. 14: Einbringen von PRGF-Endoret-Flüssigkeit.

Abb. 15: Exakte Ausrichtung anhand des Fadenkreuzes der PFS beim Einbringen des Implantats.

Abb. 16: Eingebrachtes Implantat, anschließende Kontrolle der 3D-Position.

Abb. 17: Fixierung des Implantates – intraoperativer Abdruck.

Abb. 18: Entnommenes fixiertes Implantat.

Abb. 19: Einbringen der PRGF-EndoretMembran.

Abb. 20: Exakte Positionierung der PRGF-Endoret-Membran um das Implantat.

Abb. 21: Fixation mit Naht.

Abb. 22: Nahtentfernung sieben Tage postoperativ.

Abb. 23: Kontrolle der Implantatposition von bukkal – Kontrolle der Achse.

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Abb. 24: Einarbeitung der Implantatposition ins Modell.

Abb. 25: Hergestellte Healingabutmentkrone.

3. Heilungsphase: Präprothetik O Einarbeitung

der Implantatposition ins Ausgangsmodell einer provisorischen sog. Healingabutmentkrone O Sechs Wochen Heilungsphase O Herstellung

4. Prothetik: O Ausheilung des Weichgewebes durch individuelle Healingabut-

Abb. 26: Eingeschraubte Healingabutmentkrone – bukkal.

mentkrone O Erreichung eines optimalen Emergenzprofils O Eingliederung einer okklusal-zentral verschraubten, verblen- deten Zirkondioxidkrone auf einer Titanbasis O Sechs Wochen Heilungsphase

Abb. 27: Emergenzprofil nach sechs Wochen Ausheilung vor Abdrucknahme.

Abb. 30: Individueller Abdruckpfosten von bukkal.

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Abb. 28: Emergenzprofil nach sechs Wochen Ausheilung vor Abdrucknahme.

Abb. 29: Individueller Abdruckpfosten von okklusal (Spiegelaufnahme).

Abb. 31: Abdrucknahme mit individuellem Abdruckpfosten.

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Abb. 32

Abb. 33

Abb. 34: CAD/CAM-verblendetes Zirkondioxid auf Titanbasis.

Abb. 36

Abb. 37

Abb. 32, 33: CAD/CAM-geplanter Zahnersatz.

Abb. 35: Verblendete Zirkondioxidkrone auf Titanbasis.

Abb. 36, 37: Verblendete Zirkondioxidkrone auf Titanbasis nach Eingliederung.

Abb. 38: Verblendete Zirkondioxidkrone auf Titanbasis nach Eingliederung und Okklusionsprüfung.

Abb. 39: Verblendete Zirkondioxidkrone auf Titanbasis, Kontrolle nach vier Wochen.

Abb. 40: Ausgeformtes Emergenzprofil nach vier Wochen mit dem Zahnersatz in situ.

K K K K K K

Abb. 41: Ausgeformtes Emergenzprofil nach vier Wochen mit dem Zahnersatz in situ.

1987-1993 Studium der Zahnheilkunde an der LMU München 1993-1997 Assistenzzahnarzt in verschiedenen ZA-Praxen 1997 Gründung der Einzelpraxis Dr. Christoph Wenninger in München 2003 Diplom in Parodontologie der Universität Bern, Schweiz 2005 Master of Oral Medicine in Implantology 2008 Gründung der Praxis für Zahnheilkunde Dres. Wenninger und Helgert K Seit 2011 Tätigkeitschwerpunkt Implantologie DGI Dr. Christoph K 2014 Master of Science in Implantologie und Dentaler Chirugie Wenninger MOM, K Seit 2015 Key Opinion Leader der Firma BTI Deutschland GmbH M.Sc. K Seit April 2017 Spezialist für Implantologie (EDA) K Master of Oral Medicine in Implantology K Master of Science in Implantology and Dental Surgery K Mitglied in der DGZMK, DGParo, DGÄZ, DGI, DGOI, DGFDT

K info@wenninger-helgert.de K www.wenninger-helgert.de

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pro & contra

Dentalketten Als gäbe es hier noch ernsthaft etwas zu diskutieren: Man muss sich nur auf der Examensfeier umsehen, auf der die Absolventen bzw. eben zu 70 % Absolventinnen nicht einmal mehr genug Tanzpartner finden. Aber es sind nicht nur die Damen, die für den Zahnarztberuf familienfreundliche Teilzeit-Vorstellungen mitbringen, auch die Herren der neuen Generation sind ganz anders work-life-ausbalanciert, eine 60-80-Stundenwoche in der Praxis gehört meist nicht dazu. In den Nachbarländern sind sie uns da übrigens schon lange voraus – in den USA sind bereits 20 % der Praxen in Klinikgruppen organisiert – nur in Deutschland klebt man noch am Idealbild des zahnmedizinischen Einzelkämpfers, während links und rechts schon längst die Potentiale dafür wegbrechen. Die geringere Zeit der einzelnen Zahnärztin/des Zahnarztes wird konsequent umso kostbarer – eigentlich müsste alles wegdelegiert werden, was nicht mit der eigentlichen Arbeit zu tun hat. Und da sind Dentalketten mit ihrer zentralen Organisation vom Einkauf über das Personalmanagement und interne Fortbildungen bis hin zum QM und der Abrechnung die Lösung der Zukunft. Mancher Kollege wäre überrascht, welche Produktivitätssteigerung drin ist, ohne dass er eine Stunde länger in der Praxis stehen muss – nur weil der ganze nervende Ballast wegfällt. Einige sehen in diesen Kettenstrukturen ja nur die Kapital„geiernden“ Heuschrecken, die ohne Rücksicht auf medizinische Indikationen und ethische Werte den Patienten am Fließband mit Billigversorgungen durchschleusen und dafür finanziell optimiert ausquetschen wollen. Im Gegenteil: Gerade wegen der Bedeutung der öffentlichen Marke muss eine Gruppe bei jedem einzelnen Glied höchste Qualität gewährleisten. Ich wage zu bezweifeln, dass jede Landarztpraxis vergleichbare hohe und durchgehende QM-Standards fährt wie eine durchorganisierte Klinikgruppe. Und den flächendeckenden Versorgungsauftrag werden wir mit Einzelpraxen und Teilzeitmodellen schon in naher Zukunft aufkündigen müssen. Unsere Patienten wollen immer flexiblere Behandlungszeiten, gerade die beruflich sehr erfolgreichen und damit höherwertigeren Versorgungen aufgeschlossenen Patienten würden gern auch an einem Samstag oder Sonntag oder später abends in die Praxis kommen. Weniger solvente erwarten von uns bei aufwendigeren Versorgungen ebenso Teilzahlungsmodelle wie bei ihrem Autohändler – als Einzelpraxis bin ich aber dort oft überfordert. Die Digitalisierung verlangt von uns nicht unerhebliche Investitionen in immer kürzeren Abständen – einerseits muss ich mithalten, um wettbewerbsfähig da zu stehen, andererseits sprengt die stete Modernisierung meine Reserven. Wie viele Praxisinhaber um Ende 50/ Anfang 60 suchen gerade vergeblich einen jungen Kollegen, der ihre gut laufende Praxis übernimmt – vielen fliegt in dem Zuge mal eben ihr gesamtes Altersvorsorgekonzept um die Ohren. Sie wären überrascht, welche attraktiven Preisangebote manche Klinikgruppen vorlegen – ohne das ganze „Gehackel“ um Goodwill und Altersstruktur und Ausbaufähigkeit des bestehenden Patientenstamms. K

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Schon bei der Bezeichnung “Dentalkette” bekomme ich die Assoziation von Fließband und Massenabfertigung, von 08/15-Verfahren, Patienten-durchschleusen – alles Dinge, die ich nicht vor meinem inneren Auge habe, wenn ich an meinen Beruf als Zahnarzt denke. Schlimm genug, dass uns der Gesetzgeber, die Kassen und selbst unsere eigenen Körperschaften mit immer mehr Verwaltungsvorgaben von allen Seiten etwas abschneiden von dem, was einmal als ein “freier Beruf” gegolten hat – aber sich freiwillig unters Joch begeben? Dafür habe ich nicht studiert. Natürlich gibt es viele Dinge in meinem Berufsalltag, die mir weder Spaß noch sich richtig bezahlt machen – aber da gibt es heute andere Möglichkeiten, sie outzusourcen oder per Praxismanagerin im Team professionell zu organisieren, sodass ich bis auf ein Wochenbriefing unbehelligt bleibe. Dafür brauche ich keine riesige Dachorganisation. Machen wir uns nichts vor: Auch ich muss sehen, dass meine Praxis wirtschaftlich läuft, das gebietet mein Respekt vor meinem Team ebenso wie mein Selbsterhaltungstrieb. Aber eine Dentalkette ist ein knallhart nach ökonomischen Gesichtspunkten geführtes Unternehmen, in dem keine Mediziner entscheiden, sondern BWLer. Denen ist nicht einmal ein Vorwurf zu machen, wenn das Wort “Ethik” nicht in ihrem Handwörterbuch steht. Empathie und Mitgefühl gehören nicht zur soliden Managerausbildung. Übrigens gibt es noch einen fast absurden Nebeneffekt, denn natürlich werden Ketten ihre Verbrauchsgüter nicht zum Listenpreis einkaufen, sondern je nach Volumen den Herstellern beim Verhandeln schwer die Hosen runterziehen. Bei denen erhöht sich der Umsatz, aber es verringert sich die Marge – umso mehr sind sie dann gehalten, bei uns Kleinunternehmern satte Margen zu halten. Dann werben die Ketten mir Patienten mit Dumpingpreisen ab, die ich, zu Ende gedacht, mit meinen zum regulären Preis eingekauften Implantaten quersubventioniert habe. In Ländern wie den Niederlanden, Spanien und Frankreich, in denen bereits großflächige Ketten etabliert sind, zeigen sich die ersten sozialen Erosionen dieses Systems. Wenn es eine der knallhart wirtschaftlich agierenden Ketten finanziell aus der Kurve trägt, laufen auf einmal mehrere 1.000 anbehandelte Patienten durch die Gegend, die medizinisch zwingend versorgt werden müssen. Deren Geld ist aber mit der Kette untergegangen. Was aber macht ein freiberuflicher Zahnarzt, wenn so ein armer Kerl vor der Türe steht? Genau – und schon haben wir wieder die schöne Situation, in der erst Gewinne individualisiert, und Verluste dann kollektiviert werden. Die Animateure einiger dieser Ketten-Unternehmen reisen ja just übers Land und erzählen den Zahnärzten das schöne Märchen von der weiterhin uneingeschränkten Therapiefreiheit und keinerlei Einmischung in die Praxisphilosophie. Nur den ganzen Ballast mit der Personalführung, dem Einkauf, der Abrechnung und Verwaltung und dem Praxismanagement habe man von der Backe – paradiesische Aussichten. Mancher Kollege wird eines Tages aufwachen und feststellen, dass “Dentalkette” das ist, was er sich selber um Hals und Hände gelegt hat. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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Was macht man eigentlich, wenn der Patient die Zahnkrone nicht bezahlt? Der Fall ist einfach. Der Patient braucht eine Zahnkrone. Der Zahnarzt fertigt sie und setzt sie dem Patienten ein. Der Patient erhält die Rechnung über die Krone insgesamt (Privatpatient) oder seinen Eigenanteil (Kassenpatient), bei gleichartiger Versorgung (§ 55 Abs. 4 SGB V) hinsichtlich der Mehrkosten, bei andersartiger Versorgung (§ 55 Abs. 5 SGB V) insgesamt, bedankt sich, geht – und zahlt nicht. Die Zahlungsklage wird gewonnen, der Gerichtsvollzieher losgeschickt – und der teilt nach einiger Zeit mit, dass der Patient vermögenslos ist. Dann könnte man versuchen, Strafanzeige wegen Betruges zu erstatten, wenn es auch Gerichte gibt, die darin eine strafbare Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht sehen. Aber die Strafanzeige bringt kein Geld für die Krone, allenfalls eine zusätzliche finanzielle Belastung für den Patienten und damit noch eine geringere Chance auf Bezahlung für den Zahnarzt (dass es manchmal dennoch gute Gründe für die Strafanzeige geben kann, soll nicht verschwiegen werden). Also wäre es doch geschickt, wenn man dem Patienten die Krone einfach wieder wegnehmen könnte, etwa bei Gelegenheit des nächsten Zahnarztbesuches in Selbsthilfe, oder eben durch den Gerichtsvollzieher. Die Antwort lautet, dass man das nicht kann. Wegnehmen kann man nur Sachen. Sachen sind nach § 90 BGB „nur körperliche Gegenstände“. Der lebende Mensch ist Person und keine Sache. Künstliche Körperteile, die mit dem menschlichen Körper fest verbunden werden, wie z. B. Zahnfüllungen, Inlays oder eben Zahnkronen, aber auch Implantate, verlieren mit dem Einsetzen die Eigenschaft als Sache und werden Teil des menschlichen Körpers. Damit können sie nicht mehr gepfändet werden (§ 808 Abs. 1 ZPO). Man kann sie auch nicht gegen den Willen des Patienten entfernen oder entfernen lassen. Das wäre dann eine strafbare Körperverletzung.

Wie schützt man sich als Zahnarztpraxis dagegen? Wer sein Auto verkauft, gibt das Auto i. d. R. nur gegen Geld weg. Solange er richtiges Bargeld oder das Äquivalent dazu per Girokarte bekommt, kann nichts passieren. Im Bereich der Zahnbehandlung gibt es keine Möglichkeit, dem Patienten die Zahnkrone nur Zug um Zug gegen Bares einzuzementieren. Entweder zahlt der Patient vor der Einzementierung (Vorkasse) oder danach. Zeitgleich geht das schon praktisch nicht. § 614 Satz 1 BGB enthält für Dienstverträge, also auch für den zahnärztlichen Behandlungsvertrag (s. § 630b BGB) die Vorgabe, dass die Vergütung erst nach der Behandlung zu zahlen ist. § 10 GOZ erfordert noch zusätzlich die Rechnung. Damit stellt sich die Frage, ob der Zahnarzt dennoch einen Vorschuss auf die Behandlungsleistung (ggf. Vorkasse) verlangen kann. Die dazu bestehenden Rechtsauffassungen reichen von „geht gar nicht“ bis zu „geht bei Privatpatienten immer“. Das Landes-

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berufsgericht für Heilberufe Nordrhein-Westfalen hat in einer zur GOÄ ergangenen Entscheidung vom 25.11.2015 – 6t E 441/13 T – der Sache nach eine vermittelnde Auffassung angedeutet. Wenn es für das Vorschussverlangen vernünftige Gründe gibt, die Zahlungsfähigkeit oder -willigkeit des Patienten zu bezweifeln, dann kann man im Einzelfall auch Vorkasse nehmen, jedenfalls dann, wenn die Abrechnung ansonsten GOÄ-konform wäre (was in dem eine Bruststraffung betreffenden Fall nicht der Fall war; laut Urteil lief das folgendermaßen ab: Operationshonorar 6.000 €, Implantate 800 €, BH 180 €, Übernachtung 280 €. „Für die verbindliche Buchung eines OP-Termins ist eine Anzahlung in Höhe von 1.000 Euro bis zu 14 Tage vor dem geplanten Eingriff zu entrichten. Der Restbetrag ist spätestens am Tag des Eingriffs in bar zu bezahlen oder muss an diesem Tag auf das unten genannte Konto eingegangen sein. Bei fehlendem Zahlungseingang kann der Eingriff nicht durchgeführt werden“).

Für Privatpatienten ist das eine sachgerechte Lösung Bei Kassenpatienten besteht ein Konflikt mit dem Sachleistungsanspruch. Nach der Einführung der Festzuschüsse gibt es dazu keine sachgerechte Lösung, obwohl das Problem vom Bundesozialgericht schon in einer Entscheidung vom 17.04.1996 – 3 RK 19/95 – thematisiert worden war. Man hat in den Bundesmantelverträgen (§ 8 Abs. 5 BMV-Z, § 11 Abs. 5 EKV-Z) nur den Fall der Vorlage einer falschen Krankenversichertenkarte oder der unrechtmäßigen Vorlage der Krankenversichertenkarte geregelt, aber nicht den Ausfall des Zahnarztes mit dem Eigenanteil des Patienten. Eine Lösung wird im Einzelfall rechtssicher nur darin bestehen, den in solchen Fällen bei Regelleistungen im Zweifelsfall bestehenden Anspruch des Patienten auf eine Härtefallzahlung der gesetzlichen Krankenkasse zu pfänden. Ansonsten wird man, also bei der andersartigen Versorgung, die Grundsätze für Privatpatienten anwenden können, bei Mehrleistungen immerhin hinsichtlich des Mehrleistungsbetrages, da auch diese nach GOZ abzurechnen sind. K

Prof. Dr. Thomas Ratajczak Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für Sozialrecht, Justiziar des BDIZ EDI Kanzlei RATAJCZAK & PARTNER mbB Rechtsanwälte Berlin · Essen · Freiburg i. Br. · Meißen · München · Sindelfingen Posener Str. 1, 71065 Sindelfingen Tel.: 07031-9505-18 (Sybill Ratajczak) Fax: 07031-9505-99 K ratajczak@rpmed.de K Facebook: ProfRatajczak K www.rpmed.de

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Präoperative Planung und navigierte Implantation Vier Xive-Implantate digital geplant und inseriert nach Augmentation Roberto Städtler, Simone Agsten Eine 58-jährige Patientin mit einer Freiendlücke im linken, stark atrophierten Oberkiefer wünscht einen festsitzenden implantatgetragenen Zahnersatz. Nach der Extraktion des Zahnes 48 und einer Parodontitisbehandlung wurde der linke Oberkiefer umfangreich mittels Knochen per Beckenkammtransplantation aufgebaut. Anschließend wurden vier Xive-Implantate mit computergeführter Navigation mithilfe einer Bohrschablone Simplant SafeGuide inseriert. Aufgrund der idealen Position der Implantate konnte die Versorgung mit konfektionierten Standardabutments durchgeführt werden. Durch die zunehmende Digitalisierung hat sich der zahnmedizinische und zahntechnische Arbeitsalltag maßgeblich geändert. Gerade in der Implantologie werden Behandlungsabläufe vor chirurgischen Eingriffen besser vorhersagbar. In der Planungssoftware Simplant Pro werden die dreidimensionalen Daten des DVT bzw. CT mit den Scandaten des Modells und des Wax ups zusammengeführt. So können Implantate in der idealen anatomischen und prothetischen Position platziert werden. Eine schlüssige Teamarbeit zwischen allen Beteiligten ist hierbei Voraussetzung.

Anamnese und Vorbehandlung Bei dem vorgestellten Fall handelt es sich um eine 58-jährige Patientin mit einer Freiendlücke im linken Oberkiefer ab dem Zahn 23. Der Kiefer ist in diesem Bereich stark atrophiert und der Sinus maxillaris stellt sich ausgedehnt dar. Zusätzlich zeigt sich eine chronisch generalisierte Parodontitis mit horizontalem Knochenabbau und einem vertikalen Knochendefekt in regio 23. Der Zahn 48 ist teilretiniert (Abb. 1).

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Initial erfolgte eine parodontologische Diagnostik und anschließend eine professionelle Zahnreinigung. Neben der Extraktion des Zahns 48 wurde im Oberkiefer und Unterkiefer eine systematische geschlossene Parodontitisbehandlung durchgeführt. Um dem Wunsch der Patientin nach festsitzendem Zahnersatz nachzukommen, war ein umfangreicher Aufbau des linken Oberkiefers notwendig, der nur mit einer Beckenkammtransplantation zu realisieren war. Nach entsprechender Aufklärung und VorbePraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


pip fallstudie

Abb. 1: Ausgangsbefund.

Abb. 2: Aufgebauter Knochen vor Implantation.

reitung der Patientin erfolgte der Eingriff unter stationären Bedingungen. Präoperativ wurde zur Diagnostik ein DVT durchgeführt. Ziel des Eingriffs war es, durch eine ausgedehnte Sinusbodenaugmentation mit monokortikalen Blöcken von der rechten Beckenkammschaufel ein ausreichendes Implantatlager zu schaffen. Kleine Hohlräume wurden mit Spongiosachips aufgefüllt und das laterale Fenster im Sinus maxillaris mit einem Knochenspan abgedeckt. Eine zusätzliche vertikale Augmentation in regio 23 war erforderlich. Perioperativ erfolgte eine parenterale antibiotische Prophylaxe mit Unacid 3 g (achtstündlich). Diese wurde ab dem zweiten postoperativen Tag als orale Einnahme für zehn Tage weitergeführt. Eine antiödematöse Therapie wurde mit Prednisolon und eine Thromboseprophylaxe mit Clexane 0,4 durchgeführt.

Abb. 3: Gipsmodelle.

Der Eingriff und der postoperative Verlauf gestalteten sich komplikationslos, sodass vier Monate nach Transplantation die enossale Implantation durchgeführt werden konnte (Abb. 2). Aufgrund der komplizierten Situation fiel die Entscheidung für eine navigierte Implantation mittels Simplant-Schablone.

Navigierte Bohrschablone Nach Einheilung des Knochentransplantats konnten die Implantate geplant werden. Aus den gelieferten Situationsabformungen wurden Gipsmodelle hergestellt und mittels Bissregistrat ein in Form und Funktion optimal gestaltetes Wax up modelliert (Abb. 3, 4). Mit dem Laborscanner erstellten wir zwei optische Scans – mit und ohne Wax up (Abb. 5, 6). In der Simplant-Planungssoftware wurden alle digitalen Daten (DVT und Modellscans) zusammengeführt, was ein exaktes Bild der anatomischen Gegebenheiten und des angestrebten prothetischen Ziels ergab (Abb. 7). In diese Situation planten wir vier Xive-Implantate, die leicht subkrestal gesetzt wurden. Die subkrestale Positionierung wurde gewählt, da bei ausschließlich autologer Transplantation verstärkte Resorptionen zu erwarten sind. Eine zusätzliche einseitige Belastung durch die Immediatprothese über sechs Monate birgt die Gefahr einer frühzeitigen Exposition der Implantate, zumal die deckende Schleimhaut häufig narbige Anteile aufweist, die Dehiszenzen Vorschub leisten können. In der Simplant-Bibliothek kann auf alle gängigen Implantatsysteme zurückgegriffen werden. Die Software enthält vier Planungsbereiche. Neben der 3D-Animation stehen OPG, Transversal- und Axialschnitt in 2D zum korrekten Setzen der Implantate zur Verfügung (Abb. 8, 9). Individuell kann die Abstützungsart Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Abb. 4: Abnehmbares Wax-up.

Abb. 5: Digitalisiertes Modell ohne Wax-up.

Abb. 6: Digitalisiertes Modell mit Wax-up.

Abb. 7: 3D-Bild: grün = DVT, rosa = Modellscan, weiß = Wax-up-Scan.

Abb. 8: Planung in SimplantOPG.

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pip fallstudie Abb. 9: Planung in Simplant-transversal.

als zahn-, mukosa- oder knochengetragene Schablone ausgewählt werden. Die vorgeplanten Implantatpositionen wurden mit dem Chirurgen besprochen, kleinere Änderungen vorgenommen und die Schablone im Fertigungszentrum von Dentsply Sirona Implants in Belgien in Auftrag gegeben. Per E-Mail erhielten wir von dort einen Konstruktionsvorschlag (Abb. 10), der nach der Freigabe stereolithografisch gefertigt wurde. Die teils zahnund teils schleimhautgetragene Schablone wurde für die Operationstechnik entsprechend modifiziert (Abb. 11).

Abb. 10: Konstruktionsvorschlag. Abb. 11: SafeGuide.

Implantation Vor dem chirurgischen Eingriff wurde die Bohrschablone desinfiziert und die Patientin lokal anästhesiert. Vorteilhaft ist, dass die Simplant-Schablonen mittlerweile auch aus sterilisierbarem Material hergestellt werden. Nach Bildung eines ausgedehnten Trapezlappens (Abb. 12) mussten zunächst die Fixierschrauben (Mini-Osteosyntheseschrauben nach Martin) aus dem vertikalen Transplantat entfernt und die Schablone aufgesetzt werden.

Abb. 12: Aufklappen der Schleimhaut.

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Die Aufbereitung des Implantatbetts bis zum vorgegebenen Tiefenanschlag erfolgte analog des Bohrprotokolls (Abb. 13). Die Insertion der Xive-Implantate (Abb. 14, 15) erfolgten in diesem Fall manuell in die geplanten Positionen. Am Implantat 23 musste zusätzlich vestibulär Knochenersatzmaterial (BioOss) angetragen werden. Die Verschlussschrauben wurden eingedreht und der Mukoperiostlappen wieder vernäht (Abb. 16). Eine Röntgenkontrollaufnahme bildete den vorläufigen Abschluss der Therapie (Abb. 17).

Abb. 13: Pilotbohrung.

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Abb. 14: Insertion eines Implantats.

Abb. 15: Vier Implantate in gewünschter Position.

Abb. 17: OPG nach Implantation.

Abb. 16: Wundverschluss.

Prothetische Versorgung Die Freilegung der Implantate erfolgte nach sechs Monaten. Die Patientin wurde mit Gingivaformern (Abb. 18) versorgt und zur Weiterbehandlung an die Hauszahnärztin zurücküberwiesen. Die behandelnde Zahnärztin Dipl.-Stom. Heide Jehmlich (Marienberg) setzte in Zusammenarbeit mit dem Zahntechnikermeister Tino Schweighofer (Großrückerswalde) die prothetische Arbeit um. Geplant wurden vollverblendete Metallkeramikkronen auf klassischen Titanabutments.

Abb. 18: Gingivaformer.

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Zur Abformung (offene Abformung) verwendete sie einen individuellen Löffel (Abb. 19-21) und bestimmte die Zahnfarbe (Abb. 22). Es folgte die Herstellung eines Meistermodells mit abnehmbarer Zahnfleischmaske (Abb. 23). Zur Kontrolle der Bisssituation verwendeten sie einen Kunststoffschlüssel über die Gingivaformer und überprüften diese damit im Munde der Patientin (Abb. 24). Die Modelle wurden lagerichtig einartikuliert. Aufgrund der idealen Position der Implantate konnte die Versorgung mit konfektionierten Standardabutments durchgeführt werden. Diese wurden anhand der anatomischen Gegebenheiten

Abb. 19: Abdruckpfosten in situ.

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Abb. 20: Individueller Lรถffel.

Abb. 21: Abformung.

Abb. 22: Zahnfarbenbestimmung.

Abb. 23: Meistermodell.

Abb. 24: Bissregistrierhilfe.

Abb. 25: Konfektionierte Titanabutments.

Abb. 26: Individualisiert.

Abb. 27: Kronenmodellation in Wachs.

Abb. 28: Umsetzung in Metall.

Abb. 29: Fertige Kronen.

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Abb. 30: Fertige Kronen von lateral.

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


pip fallstudie

Abb. 31: Einsetzschlüssel.

Abb. 32: Korrekt platzierte Abutments.

Abb. 33: Kronen in situ.

Abb. 34: Wir bringen das Lächeln zurück.

individualisiert (Abb. 25, 26). Danach erfolgte die Kronenmodellation in Wachs und deren Umsetzung in Metall, sowie die keramische Verblendung der Kronengerüste (Abb. 28-30). Über einen Übertragungsschlüssel aus Kunststoff konnten die Abutments korrekt platziert (Abb. 31, 32) und anschließend die Metallkeramikkronen befestigt werden (Abb. 33, 34). K

K 1987-1990 Ausbildung zum Zahntechniker K 1991-2006 Dentallabore Dohrn AG K 1999 Abschluss der Meisterausbildung K Seit 2006 Lorenz Dental Chemnitz GmbH & CoKG Simone Agsten, ZTM K info@lorenzdental.de K www.lorenzdental.de

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

K 1976 Studium der Zahnmedizin an der Charité Berlin K 1981 Diplom zum "Stomatologen" K 1981-1982 Tätigkeit als praktischer Zahnarzt K 1983 Beginn des Studiums der Humanmedizin und der Facharztausbildung zum Facharzt für Mund-, Dr. Roberto Städtler, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Facharzt für MKGHumboldt-Universität Berlin Chirurgie K 1984 Promotion zum Dr. med. K 1990 Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirugie K 1993 Abschluss Ausbldung für die Zusatzbezeichnung "Plastische Operationen" K Schwerpunkte: Plastisch-konstruktive und die plastischrekonstruktive Chirurgie

K dres.staedtler@web.de K www.praxis-staedtler.de

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pip system serie

Ästhetisches und vorhersagbares Versorgungskonzept mit zweiteiligem Keramikimplantat Vladimir Kokovic In den 70er-Jahren fanden Titanimplantate den Durchbruch in der enossalen Implantologie. Die Arbeitsgruppe um Prof. Brånemark entdeckte bei intensiver Grundlagenforschung durch Zufall eine hohe Akzeptanz von Titan im menschlichen Knochengewebe. Dieses Phänomen wurde als Osseointegration bezeichnet. Daraus erfolgte die Entwicklung einer Schraube aus Reintitan mit genormtem Bohrinstrumentarium und prothetischen Verbindungselementen: Der Beginn der dentalen Implantologie unter „sterilen“ Operationsbedingungen [1, 2]. Auch heute noch, zirka 50 Jahre nach den ersten aussagekräftigen Studien Prof. Brånemarks und einer rasanten Entwicklung unterschiedlichster Systeme, haben seine Erkenntnisse für die dentale Implantologie noch immer Bestand [3, 4]. Aufgrund der Entwicklung neuer, komplexer chirurgischer Techniken und prothetischer Methoden ist die Indikationsweite nahezu grenzenlos. Sie führt zu einem erhöhten Anspruchsdenken bezüglich Funktion, Ästhetik und Langzeiterfolg und somit unweigerlich zu neuen Materialien, wie beispielsweise dem „weißen“ Zirkoniumdioxid. Dentalimplantate aus Titan müssen ihre Osseointegration und ihren langfristigen Erfolg nicht mehr unter Beweis stellen. Bei einem dünnen Biotyp können Titanimplantate in der ästhetischen Zone jedoch einen Grauschimmer hinterlassen. So wurde in einigen wenigen Fällen bei der Verwendung von ZirkondioxidAbutments auf Titanimplantaten von Titantätowierungen berichtet [5]. Dies kann für anspruchsvolle Patienten ein Problem sein. Hinzu kommt, dass ein Teil der Bevölkerung metallfreie Implantate wünscht, da man davon ausgeht, dass eine Titanunverträglichkeit auftreten kann. In beiden Fällen könnten Keramikimplantate als Material der Wahl betrachtet werden. Einige Vorteile der Zirkoniumdioxidimplantate wurden in der Fachliteratur ausführlich beschrieben. Zirkoniumdioxidimplantate

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sollen eine hervorragende Zellproliferation ermöglichen [6, 7] und einen Knochen-Implantat-Kontakt haben, der mit dem von Titanimplantaten vergleichbar ist [8, 9]. Die Primärstabilität von Zirkoniumdioxidimplantaten ist mit der von Titanimplantaten vergleichbar [10, 11]. Der Schlüssel zum Erfolg ist die gute Planung zwischen dem Behandler, dem Zahntechniker und dem Patienten.

Informationen zum Patienten und zur Behandlung In unserem medizinischen Zentrum wurde ein 32-jähriger männlicher Patient vorstellig, dem aufgrund einer vertikalen Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


pip system serie

Abb. 1: Die Ansicht zeigt die klinische Ausgangssituation von okklusal.

Wurzelfraktur der erste Prämolar im zweiten Quadranten achtzehn Monate zuvor extrahiert worden war. Der Patient hatte keine medizinische Vorgeschichte, aufgrund derer die Platzierung eines Implantats kontraindiziert war, und wünschte sich ein metallfreies Implantat. Die extraorale klinische Untersuchung ergab ein symmetrisches Gesichtsbild. Beim Lachen bedeckte die Lippe den Übergang von den Frontzähnen zum Zahnfleisch komplett. Die intraorale Untersuchung zeigte eine gesunde Schleimhaut in regio 24 und um die Nachbarzähne. Die Nachbarzähne und Antagonisten waren gesund und fest im Knochen verankert. Für eine Implantatinsertion waren sowohl Höhe als auch Breite des Kieferkamms ausreichend. Der interokklusale Abstand für die Rekonstruktion betrug 5 mm, und es wurden eine eckzahngeführte Okklusion auf beiden Seiten und eine Klasse-I-Molarenrelation festgestellt (Abb. 1, 2). Nach einer Röntgenanalyse des unbezahnten Bereichs fiel die Entscheidung auf ein acht Millimeter langes zweitteiliges Ceralog Hexalobe Implantat mit vier Millimetern Durchmesser (Ceralog Hexalobe Implantat, Camlog Biotechnologies AG, Basel, Schweiz).

Abb. 2: Von lateral ist der okklusale Abstand durch den elongierten Prämolaren deutlich reduziert.

plantatbetts mit maximal 500 U/min verwendet. Die definitive Bewertung der Implantatbett-Tiefe und der Implantatneigung erfolgte mit der Tiefenmesslehre M. Um den Eindrehwiderstand bei der Insertion zu optimieren, wurde das Implantatgewinde (Ø 4.0-mm-Gewindeschneider) vorgeschnitten. Mithilfe des Implantathalters wurde das Implantat aus dem Blister entnommen (Abb. 3) und mit einem maximalen Drehmoment von 35 Ncm und einer Geschwindigkeit von 15 U/min in das Implantatbett bis zur endgültigen Position eingedreht. Nachdem der Gingivaformer eingesetzt worden war, konnte der Mukosalappen mit Einzelknopfnähten speicheldicht adaptiert werden (Abb. 4). Sofort nach der Insertion wurde die Primärstabilität des Implantats mittels Resonanzfrequenzanalyse (Osstell Integration Diagnostics, Göteborg, Schweden) gemessen. Dazu wurde ein SmartPeg auf das Implantat aufgesetzt. Die Werte des erzielten Implantatstabilitätsquotienten (ISQ) zeigten eine angemessene Primärstabilität (63 ISQ) (Abb. 5). Während der Einheilphase wurde die Implantatstabilität bis zur achten Woche wöchentlich und danach in der zwölften beziehungsweise 16. Woche gemessen. Bei der abschließenden Messung wurden 73 ISQ erreicht, was auf eine gute Sekundärstabilität hindeutete.

Implantatinsertion Eine Stunde vor der Implantatinsertion nahm der Patient eine antimikrobielle Prophylaxe (Amoxicillin 2 g) ein und spülte vor dem Eingriff seinen Mund gründlich mit einer Chlorhexidindigluconat-Lösung (0,2 %). Die Implantatinsertion wurde unter örtlicher Betäubung (Xilestesin; 3M Espe Dental, Seefeld) mit 2 % Epinephrin durchgeführt. Nach krestaler Inzision und Anhebung des Lappens wurde das Implantatbett nach dem chirurgischen Protokoll präpariert. Mit einem Rosenbohrer (Ø 1.4 mm) und einem Spitzbohrer (Ø 1.5 mm) mit maximal 800 U/min markierten wir die Implantatposition. In einem ersten Schritt wurde der Pilotbohrer (Ø 2,4 mm) zur Präparation des Implantatbetts bis zur endgültigen Tiefe verwendet. Mit der Richtungslehre kontrollierten wir die Tiefe und Implantatausrichtung. Der S-Bohrer (Ø 2.9 mm - gelber Ring) und der M-Bohrer (Ø 3.4 mm - roter Ring) wurden jeweils für die endgültige Präparation des ImPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Abb. 3: Zur Aufnahme des Ceralog Hexalobe Implantats wird das Eindrehinstrument in die Innenverbindung gedrückt, und das Implantat in den Situs eingebracht.

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pip system serie

Abb. 4: Die Einheilung des Ceralog Hexalobe Implantats erfolgte transgingival. Dafür wurde ein Gingivaformer eingesetzt und der Mukoperiostlappen mit Einzelknopfnähten adaptiert.

Abb. 5: Mittels Resonanzfrequenzanalyse wurde der Implantatstabilitätsquotient gemessen.

Prothetische Phase Vier Monate nach der Insertion erschien der Patient zur prothetischen Implantatversorgung (Abb. 6). Der Gingivaformer wurde entfernt (Abb. 7), mithilfe des Prothetik-Planungs-Sets wurde ein gerades Standardabutment ausgewählt. Die Abformung erfolgte mit einem Pfosten für die offene Technik und einem individuellen Abformlöffel (Abb. 8, 9). Nach der Modellherstellung wurde im Labor eine definitive Krone mit offenem Schraubenzugangskanal aus Zirkoniumdioxid gefertigt. Zum Verkleben der Komponenten wurden sowohl das PEKK-Abutment

Abb. 6: Im Kontrollbild ist die leicht suprakrestale Platzierung des zweiteiligen Implantats gut zu erkennen.

Abb. 8: Der Gingivaformer wurde entfernt und der Abformpfosten für die offene Abformtechnik eingeschraubt.

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als auch die Zirkoniumdioxidkrone silianisert. Mit dem dualhärtenden Multilink Implant (Ivoclar Vivadent) wurden Krone und PEKK Abutment zusammengefügt (Abb. 10, 11). Die Hybridversorgung wurde im Mund mit einer neuen Abutmentschraube und einem Drehmoment von 20 Ncm auf dem Implantat befestigt. Den Schraubenzugangskanal verschlossen wir mit sterilem Teflonband und einem Flow-Komposit (Abb. 12). Bei einem Kontrolltermin sechs Monate nach der Belastung zeigte sich eine gesunde und stabile Weichgewebesituation (Abb. 13).

Abb. 7: Zur Abformung der Situation zeigte sich ein gesundes und stabiles Weichgewebe.

Abb. 9: Mithilfe eines individuellen Kunststofflöffels wurde der Situs abgeformt und ein Meistermodell erstellt.

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Abb. 10: Zur Ästhetikeinprobe wurden das PEKKAbutment und die Zirkonkrone angeliefert.

Abb. 12: Das Hybridabutment wurde mit einer neuen Abutmentschraube und einem Drehmoment von 20 Ncm eingesetzt.

Abb. 11: Nach der Einprobe wurden die Komponenten extraoral silanisiert und miteinander verklebt. Der Kleberüberschuss wurde entfernt und der Abutment-Kronenübergang poliert.

Abb. 13: Sechs Monate nach Belastung zeigte sich eine gesunde Weichgewebeadaption und geschlossene Interdentalräume.

Diskussion Zirkoniumdioxidimplantate werden immer häufiger verwendet. Auch wenn sie weniger gut dokumentiert sind als Titanimplantate, sind die berichteten Ergebnisse vielversprechend [12]. Die Primärstabilität eines Implantats ist ein wichtiger Faktor für die weitere Belastung. Der Einsatz von ResonanzFrequenz-Analyse (RFA) zur Erfassung der Primärstabilität und ihrer Entwicklung ist ein gut dokumentiertes Verfahren [13, 14, 15]. In Studien wurde systematisch über die Stabilität der Ceralog Hexalobe Implantate vom Eingriff bis zur Belastung berichtet. Der mittlere ISQ betrug 60,25 bei Insertion und 64 bei Belastung im Oberkiefer [10]. Die im vorliegenden Fall erzielten Werte (63 bei der Implantation und 73 bei der Belastung) entsprechen der Studie. Darüber hinaus zeigte eine Studie, welche die Primärstabilität von Titan- und Zirkoniumdioxidimplantaten verglich, keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Systemen [11].

Schlussfolgerung Das Ceralog Hexalobe Implantat aus Zirkoniumdioxid ist für den Einzelzahnersatz in der ästhetischen und nichtästhetischen Zone eine Therapie der Wahl. Gemäß den Messergebnissen der Implantatstabilität während der Einheilphase mittels Resonanz-Frequenz-Analyse wird eine Belastung zwölf Wochen nach der Implantatinsertion möglich. K

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Scan mich – Literatur oder Tel.: 08025/5785 E-Mail: leser@pipverlag.de

K Oralchirurg im privaten medizinischen Zentrum in Sharjah, Vereinigten Arabische Emirate K Professor für die orale Implantologie an der Maktoum Bin Hamdan Dental University, Dubai K Fachstudium in der Oralchirurgie, Master of Science in Oral Chirurgie Dr. Vladimir und PhD in Oral Implantologie, UniKokovic, DDS, versität Belgrad, Serbien M.Sc., PhD, Sharjah, UAE K ITI Gelehrter an der Universität Zürich, Schweiz K 2007 Wahl zum ITI-Fellow K Seit 2012 Akademiemitglied der serbischen Innovationsakademie K Seit 2016 Akademiker der European Science Academy. Inhaber von zwei Knochentransplantatpatenten, Mitarbeiter in sechs weiteren Forschungsprojekten K aemcuae@gmail.com

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Original 2.0 Selten hatte ein pip pro & contra solche Resonanz wie „Original auf Original?“ in der Maiausgabe – offenbar herrscht vor allem hinsichtlich der Garantie und Ansprechbarkeit in einem Schadensfall ordentliche Verunsicherung. Gute Gelegenheit, beim anstehenden Gespräch mit Bernd Gaddum und Thomas Jaberg, den Geschäftsführern der für die Entwicklung kompatibler Abutments bekannt gewordenen, und seit 2009 auch mit eigenen Implantat-Typen im Markt vertretenen Medentika auch dieses heiße Eisen anzufassen. pip: Die größte Sorge unserer Leser ist offenbar, über die Verbindung eines kompatiblen Abutments mit einem anderen System zum Hersteller im Sinne des Medizinprodukte-Gesetzes zu werden. Gaddum: Das ist richtig und das wissen wir. Es ist uns auch sehr wichtig, unsere Kunden nicht im Regen stehen zu lassen. Dies war auch einer der Hauptgründe unsere Broschüre „Medentika on Original“ aufzulegen. Hier wird neben Vergleichen der Präzision unserer kompatiblen Abutments mit den Originalen auch dieses Thema aufgearbeitet. Wir konnten einen Fachmann gewinnen, der hier ein für alle Mal Licht ins Dunkel bringt.

Ein Original ist also eine Urform, aus der etwas entspringt und sich weiterentwickelt – unser Original 2.0. pip: Medentika war immer bekannt für die Herstellung einer großen Bandbreite an Aufbauteilen – seit 2009 sind Sie mit dem Microcone/M-Implant und seit 2016 mit Quattrocone Procone als eigenen Implantatsystemen auf dem Markt. Jaberg: Eigentlich kam die Idee gar nicht von uns, sondern von unseren Kunden. Sie haben angefragt warum wir, wenn wir schon so präzise Aufbauten auf fremde Implantate herstellen können, nicht einfach auch ein eigenes Implantatsystem entwickeln. Wir fanden diese Idee sehr charmant und haben dann, begonnen mit dem hauseigenen Microcone Implantat, bis heute drei unterschiedliche Implantate, immer entsprechend der Bedürfnisse der Behandler, entwickelt.

Gaddum: Das Microcone ist sicherlich das meist verwendete Implantat. Es ist zylindrisch und hat durchgehende Mikro- und Makrorauigkeiten, sodass es unkompliziert anzuwenden ist, durch den eingebauten Platformswitch und die konische Verbindung Jaberg: Der Zahnarzt wird aber herausragende kliniimmer zum Hersteller, sche Ergebnisse liefert. gemäß MPG, wenn er Das Quattrocone ist eher Einzelkomponenten mitfür die Sofortimplantatieinander kombiniert, unon oder Sofortbelastung abhängig davon, ob er entwickelt worden. Eine Bernd Gaddum und Thomas Jaberg, Geschäftsführer der Firma Originalimplantate mit Besonderheit ist die Linie Medentika. Originalabutments kommit einer 30° abgeschrägbiniert oder ob er Origiten Schulter für das Quattnalimplantate mit Medentika Abutments kombiniert. Es spielt roFix Konzept mit einer Sofortversorgung auf vier Implantaten. also keine Rolle, ob die zu kombinierenden Teile alle von einem Das jüngste Mitglied der Familie ist unser Procone Implantat, Hersteller sind oder ob sie von mehreren Herstellern stam- das die Vorzüge der beiden mit der bekannten Tube-in-Tubemen. Wichtig ist nur, dass die jeweiligen Produkte laut CE- Verbindung vereint. Damit bieten wir auch dem chirurgisch tätiZertifizierung und Zweckbestimmung kombiniert werden dürfen. gen Implantologen ein breites Feld an zuverlässigen Optionen an. pip: Aber der Originalhersteller verweigert seine üblichen Garantiezusagen bei solchen Kombinationen … Gaddum: Da unser Produkte durch hochqualifizierten Mitarbeiter in den Standorten Deutschland und Schweiz mit äußerster Sorgfalt hergestellt werden, sind wir uns in der Qualität so sicher, dass Medentika nicht nur eine lebenslange Garantie auf die von uns hergestellten und gelieferten Abutments einschließlich Abutmentschraube gibt, sondern zusätzlich die Garantie auf das mit dem Abutment kombinierte Implantat anderer Hersteller. Jaberg: Neben Original fallen in diesem Zusammenhang auch gern die Wörter Plagiat und Kopie. Wir wollen uns von diesen Bergriffen deutlich distanzieren, da wir nicht einfach nachbauen, sondern die Konstruktionen eingehend analysieren und wo immer möglich optimieren. Übrigens: Das Wort „Original“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ursprung“ oder „Herkunft“.

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pip: Teilen Sie Ihre nächsten Ideen mit unseren Lesern? Jaberg: Aktuell haben wir unsere Abformpfosten für die offene Abformung entsprechend der Implantathersteller farbkodiert, um hier den Kunden die Auswahl zu erleichtern. Zum September werden wir für alle gängigen Implantatsysteme unser Multiunit-Abutment (17° / 30°, gerade / abgewinkelt) auf den Markt bringen. Zum Jahresende stehen dann noch eine Titanbasis für abgewinkelte Aufbauten und ein momentan einzigartiges einteiliges Mini-Implantat in den Startlöchern. Gaddum: Mindesten genauso wichtig wie die Produkte ist uns aber ein faires Miteinander sowie Transparenz mit den Kunden und unseren inzwischen vielen Kooperationspartnern. Das soll sich jetzt und in Zukunft nicht ändern. pip: Besten Dank, meine Herren, für dieses Gespräch.

K

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pip fragt

Die Kunst der Implantologie Seit 125 Jahren setzt das Unternehmen Bego aus Bremen mit einem sicheren Gespür für das Notwendige und einem scharfen Blick für das Mögliche in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Forschung und Wissenschaft neue Standards im Dentalbereich. Mit einer in allen Handlungen des Bremer Traditionshauses spürbaren positiven Einstellung zu Mensch und Umwelt bietet eines der letzten großen inhabergeführten Unternehmen der Branche oft Antworten auf die Fragen von morgen. Seit der Gründung im Jahr 1990 beschäftigt sich das Tochterunternehmen Bego Implant Systems mit der Entwicklung und Vermarktung der Bego Semados Implantatsysteme und Implantatprothetik. Die implantologischen und prothetischen Systeme eignen sich sowohl für Neueinsteiger als auch für erfahrene Anwender. Heute verkörpert die Dentalimplantologie „made by Bego“ deutsche Spitzentechnologie zu einem fairen Preis, die Sicherheit, Langlebigkeit, Ästhetik und Zuverlässigkeit perfekt miteinander kombiniert. Am 9. und 10. Februar 2018 kann der interessierte Anwender bei „Art Implantology – 4. Bego Implant Systems Global Conference“ in Dubai an einer internationalen Konferenz auf Augenhöhe teilnehmen. pip sprach mit Oliver Klein, Direktor Global Sales & Business Development, Bego Implant Systems.

und zufriedener Kunde und Patient. Eine gelungene implantologische Versorgung ist ein dentaler Hochleistungsprozess, der großes Können der beteiligten Parteien erfordert. Die Veranstaltung beinhaltet praxisorientierte Workshops am ersten Tag, bei denen der Teilnehmer die Gelegenheit zum unmittelbaren Austausch mit Referenten und Kollegen bekommt. Die Vorträge am zweiten Tag wurden sorgfältig ausgewählt und sind jeder für sich impulsgebend – auch über das Thema „Implantologie“ hinaus. Die Teilnehmer erwartet eine fachlich ausgewogene und inspirierende Fortbildung mit ausgesuchten landestypischen Abendveranstaltungen. Und das alles in der für uns typischen familiären Atmosphäre der Bego Implant Systems – diesmal in der pulsierenden Wüstenmetropole Dubai am Persischen Golf. Eine unwiderstehliche Mischung, wie wir finden. pip: Was werden die thematischen Schwerpunkte der Konferenz sein? Klein: Schwerpunktthema der Konferenz ist die voranschreitende Digitalisierung im Bereich der Implantologie mit all ihren herausfordernden und zugleich wegweisenden Entwicklungen und Möglichkeiten. Wir haben bei der Gestaltung des Programmes großen Wert auf Zeit für Diskussionen gelegt und hoffen, dass unsere Gäste an der Möglichkeit des länderübergreifenden Erfahrungsaustausches Gefallen finden. Eine Diskussion, gerade wenn die Meinungen auseinander gehen, bietet viel Raum für Reflexion und das Entdecken neuer Möglichkeiten und Ideen.

pip: „Die Kunst der Implantologie“ – was verstehen Sie genau darunter, was erwartet den Besucher Ihrer Konferenz?

pip: Warum haben Sie sich für Dubai entschieden? Oliver Klein, Direktor Global Sales & Business Development, Bego Implant Systems (Foto: Bildplantage 13).

Quelle: InterContinental Hotels Dubai Festival City

Klein: Die Kunst der Implantologie beschreibt für mich das optimale Zusammenspiel zwischen dem chirurgischen Eingriff und einer ästhetischen und leistungsfähigen prothetischen Versorgung. Und am Ende ein glücklicher

Blick auf das Kongresshotel in Dubai.

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Klein: Unsere Veranstaltung ist eine internationale Konferenz und unsere Gäste reisen sowohl aus Europa als auch aus Asien an. Dubai liegt mehr oder weniger in der Mitte und ist ein reizvolles und auch immer noch außergewöhnliches Reiseziel. Die Möglichkeiten, eine Veranstaltung auch für größere Teilnehmergruppen abzuhalten, sind hervorragend. pip: Der Besuch Ihrer Veranstaltung ist ein Muss, wenn ich … ? Klein: … mich von tiefgehenden wissenschaftlichen Analysen, intensiven Diskussionen und einem Blick über den Tellerrand der State of the Art-Implantologie an einem Ort der Superlative inspirieren lassen will.

pip: Herzlichen Dank, Herr Klein, für Ihre Zeit und dieses Gespräch. K

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pip perspektivwechsel

Smarter shoppen auch beim Zahnersatz? Permadental erwartet Anstieg von Implantat-Versorgungen für zahnlose Kiefer Die geburtenstarken Jahrgänge 1955-1965 erreichen in den nächsten Jahren das Rentenalter. Relativer Wohlstand, verbunden mit dem gewachsenen Bewusstsein für beständige Attraktivität durch schöne Zähne und der Freude an „smart shopping“ machen die jüngeren Senioren für die Zahnarztpraxis besonders interessant. Trotzdem möchten die jüngeren Senioren – wie letztlich alle Altersgruppen – auch im Rentenalter nicht auf den Komfort verzichten, mit festen Zähnen kauen, lachen und leben zu können. Sie werden für die sog. „dritte Lebenshälfte“ ästhetische und funktionell hochwertige ZE-Lösungen nachfragen, die einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt ihrer Lebensqualität leisten und ihnen ermöglichen, auch in dieser Hinsicht ein weiterhin unbeschränktes Leben zu führen.

Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland 19462006; Quelle: Statistisches Bundesamt.

Die Gesamtzahl der ersetzten und nicht ersetzten Zähne sank zwar in der Altersgruppe der 65-bis 74-Jährigen von 17,6 (1997) auf 11,1 (2014) [Vgl. Epidemiologische Kennzahlen zur Mundgesundheit: Zahnersatz. In: BZÄK-Jahrbuch 2015/2016, S. 170 unter Verwendung von IDZ-DMS V/DMS III] für die zwischen 1955 bis 1965 Geborenen, die ab spätestens 2020 in diese Altersgruppe vorrücken, wird sich die Situation aber nicht

„Wir gehen davon aus, dass implantatgetragener Zahnersatz, wie verschraubte Brücken und etwa „All-on-four“-Versorgungen deutlich zunehmen werden“, sagt Marketingleiter Wolfgang Richter vom Permadental. „Da diese sich besonders auch bei nicht optimalem Knochenangebot gut zur Versorgung zahnloser Kiefer eignen, erwarten wir eine merkbar steigende Nachfrage. Ein signifikant höherer Tragekomfort, verbunden mit einem Gefühl von Sicherheit, das nur festsitzender Zahnersatz vermitteln kann, lässt Patienten immer häufiger über eine Implantat-Lösung für Ihren unbezahnten Kiefer nachdenken. Eine Einschränkung der Lebensqualität lässt sich so oft vermeiden“. Die Kombination von qualitativ hochwertigen Produkten mit den bei Permadental besonders günstigen Preisen sorgt

All-on-four.

mehr wesentlich verändern. Denn ähnlich wie ihre VorgängerGeneration konnten sie in jungen Lebensjahren noch nicht in dem Umfang von Prophylaxe-Programmen profitieren, wie sie für Kinder und Jugendliche von heute selbstverständlich sind.

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darüber hinaus dafür, dass sich diese Generation, die in allen Lebensbereichen ein feines Gespür für „smarter shoppen“ bei hohem Qualitätsanspruch zeigt, den Komfort einer festsitzenden Versorgung auch wirklich leisten kann. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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Eine saubere Sache Eine wesentliche Ursache für Periimplantitis sind Zement- bzw. Kleberreste auf den Abutmentoberflächen. Wilson fand in seiner Studie 2009 bei einer endoskopischen Untersuchung der betroffenen Areale in über 80 % von Periimplantitisfällen Zementreste. Nach Entfernung dieser Zementreste konnte in über 90 % der Fälle ein Abklingen der Entzündung beobachtet werden. Der Zementüberschuss ist bei der oralen Verklebung nur sehr schwer zu kontrollieren, insbesondere wenn die Ränder subgingival liegen. Aber auch bei im Labor verklebten Arbeiten, wie z. B. individuellen Keramikabutments auf Titanbasen oder Kronenabutments, können häufig Klebereste übersehen werden.

Fehler in der Prozesskette vermeiden Schon beim Sandstrahlen der Klebefläche ist sorgfältig darauf zu achten, dass nur die zu verklebenden Stellen aufgeraut werden. Werden die Titan- bzw. Keramikoberflächen aufgeraut, lassen sich Kleberüberschüsse wesentlich schwerer und nur mit erhöhtem Zeitaufwand entfernen. Noch wichtiger ist es, beim Auftragen des Primers darauf zu achten, dass kein Material auf die Oberflächen gerät, die nicht verklebt werden sollen. Klebe1. DTK Kleber mit Krone und Implantat. reste von chemisch

sollten verklebte Abutments vor dem Einsetzen im Mund sterilisiert werden können. Der DTK-Kleber, ein licht- & selbsthärtender Kompositkleber der Firma bredent, erhältlich in opak und transparent, ist im Autoklaven bei 134°C sterilisierbar. Bei In vitro-Tests konnte festgestellt werden, dass die Festigkeit der Verklebung durch Sterilisation sogar erhöht wird. Ehe das fertige Abutment autoklaviert wird, sollte aber sichergestellt werden, dass auch die Keramik dafür geeignet ist; eini-

derart vorbehandelten Oberflächen zu entfernen, ist nur noch mit extrem hohem Aufwand möglich. Um diese Fehler zu vermeiden, hat es sich bewährt, zu Beginn des Klebeprozesses den FGPIsolationslack auf die benachbarten Flächen der Verklebung aufzutragen. 2. Full Range Bonding Kit von bredent medical: Die FGP-Isolierung von das universelle Set mit allen benötigten Produkbredent, ein lufttrockten, um prothetische Materialien miteinander zu verbinden. nender Isolationslack, wird seit mehr als 20 Jahren erfolgreich zur Wiederherstellung der Friktion von Teleskopen eingesetzt. Diese Isolierung verhindert, dass sich Überschüsse des Primers und auch Kleberreste fest auf den Flächen anlagern können, gleichzeitig lässt sich durch einen Gummikelch die Isolierung leicht zusammen mit dem Kleberüberschuss entfernen. Die grüne Farbe des Schutzlacks erlaubt eine genaue Kontrolle und Genauigkeit.

3. Die Bereiche am Implantat und Abutment, welche mit dem Weichgewebe in Kontakt stehen, werden mit der FGP-Isolierung abgedeckt (grün).

ge Keramikhersteller haben die Autoklavierung für ihre Keramikmaterialien nicht freigegeben. Durch die genaue Verklebung, leichte Reinigung und die Sterilisierbarkeit ist ein Maximum an Sauberkeit erreichbar, sodass das Risiko einer periimplantären Entzündung von dieser Seite her deutlich verringert wird. K

Vorteile bei der Hygiene Selbst unter Verwendung der FGP-Isolierung ist es notwendig, die Verklebung mit Sorgfalt durchzuführen. Durch die leichte Reinigung ist jedoch eine deutliche Effektivitätssteigerung möglich. Gleichzeitig haben alle Beteiligten die Sicherheit, dass am Ende keine gefährlichen Kleberreste mehr vorhanden sein können. Die Anforderungen an die Abutmenthygiene nehmen zu [Gehrke, Quintessenz 2017; 68(4)], daher

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4. Mögliche Überschüsse und Kontaminationen durch Zementreste lassen sich leicht entfernen.

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bredent medical GmbH & Co. KG | Weissenhorner Str. 2 | 89250 Senden | Germany | T: (+49) 0 73 09 / 8 72-6 00 | F: (+49) 0 73 09 / 8 72-6 35 | www.bredent-medical.com | @: info-medical@bredent.com


pip perspektivwechsel

Innovative und ganzheitliche Lösungen Seit dem Frühjahr 2017 vertreibt Camlog exklusiv die BioHorizons Biomaterialien in der D-A-CHRegion. Mit dem Ziel innovative und ganzheitliche Lösungen anzubieten, war es für den langjährig international bekannten Implantationsmaterialien-Hersteller ein konsequenter Schritt in den Markt für Biomaterialien einzusteigen. Im Zuge der Kooperation stehen Kunden beider Unternehmen ein größeres Produktportfolio sowie umfangreichere Serviceleistungen zur Verfügung. Die Fakten über ein Knochenersatzmaterial hängen in hohem Maße von den biologischen Wechselwirkungen nach der Implantation ab. Mit dem Fortschreiten der Knochenbildung kommt eine Vielzahl zellulärer Verhaltensweisen und biologischer Aktivitäten ins Spiel. Viele davon werden beeinflusst von der Topografie des implantierten Materials. Mit den Membranen Mem-Lok RCM und Mem-Lok Pliable, den Knochenersatzmaterialien MinerOss X Collagen und Granulat sowie MinerOss XP setzt Camlog Akzente in der Hart- und Weichgeweberegenerationen. Die xenogenen Produkte eignen sich für ein breites Anwendungsspektrum.

MinerOss X und MinerOss XP Sowohl das Einwachsen von umgebendem Knochengewebe als auch die Förderung der Entwicklung von niedrig differenzierten Vorläuferzellen in Knochenzellen sollte durch ein Knochenersatzmaterial unterstützt werden. Eine ganze Reihe weiterer chemischer, physikalischer und mechanischer Eigenschaften sind wichtige Merkmale eines Knochenersatzmaterials und definieren die Eignung eines Knochenersatzmaterials für die klinische Anwendung. MinerOss X und MinerOss XP vereinigen alle diese Eigenschaften.

Porosität führt zu einer optimalen Osteokonduktivität und bietet ausreichend Raum für die Knochenneubildung. MinerOss X und MinerOss XP weisen eine langsame Resorptionsrate auf [Guarnieri et al. Regenerative Biomaterials, 2017, 1–4]. Diese lässt eine substanzielle Knochenneubildung zu, die sich nicht negativ auf die Belastungsfähigkeit auswirkt. Das MinerOss X Sortiment kann in allen gängigen Indikationen der Implantologie sowie der Parodontologie verwendet werden.

Mem-Lok RCM und Mem-Lok Pliable Die resorbierbare Kollagenmembran Mem-Lok RCM – bovinen Ursprungs – ist aus hochreinen Kollagenfasern des Typs I hergestellt, um eine längere Resorptionszeit von bis zu 38 Wochen sicherzustellen. Bei der Mem-Lok Pliable handelt es sich um eine nachgiebige Kollagenmembran, die aus hochreinem, porcinen Gewebe hergestellt wird und eine

MinerOss X ist eine anorganische bovine Knochenmineral-Matrix, die der Mineralstruktur des menschlichen Knochengewebes ähnelt. MinerOss X ist als Corticalisoder als Spongiosa-Granulat sowie in Blockform mit einem Zusatz von 5 % bovinem Kollagen erhältlich. Die kompleDie der Mineralstruktur des menschlichen Knochengerüsts ähnelnde, anorganische, bovine KnochenmineralMatrix sowie die resorbierbare Kollagenmembran Mem-Lok RCM, eine Membran bovinen Ursprungs. xe trabekuläre Architektur und natürliche Konsistenz ermöglichen eine ideale Knochenbildung an der Defektstelle. Das MinerOss X Sortiment hohe Reissfestigkeit aufweist. Die Resorptionszeit der Mem-Lok wird für Extraktionsalveolen, für Kieferkammaufbauten und für Pliable beträgt zwölf bis 16 Wochen. Beide Membranen werden die Sinusaugmentationen angewendet. Sowohl das MinerOss X in drei unterschiedlichen Größen angeboten (15 x 20; 20 x 30 Spongiosa-Granulat als auch Corticalis-Granulat sind in den und 30 x 40 mm). Sie sind wirkungsvolle Barrieremembranen, Größen 0.25, 0.5, 1.0 und 2.0 Gramm erhältlich. Die Blöcke die das Einwachsen von Weichgewebe verhindern und eine des MinerOss X Collagen stehen in den Größen 10 x 11 x 12 mm, Knochenneubildung ermöglichen. 8 x 9 x 9 mm und 6 x 7 x 8 mm zur Auswahl, um sowohl große als auch kleinere Augmentationen zu unterstützen. MinerOss XP Weitere innovative Produkte sind in der Entwicklung mit dem ist ein spongiöses, hochporöses, anorganisches Knochenmineral Ziel, die Kunden darin zu unterstützen, ihren Patienten die bestporcinen Ursprungs für die Knochentransplantation. Die erhöhte mögliche Versorgung anbieten zu können. K

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Biomaterialien für die Hart- und Weichgeweberegeneration MinerOss® X Collagen, MinerOss® X Granulat, MinerOss® XP Knochenmineral-Matrix in unterschiedlichen Optionen für • Kamm- und Sinus-Augmentation • Extraktionsalveolen-Management • Intraossäre parodontale Defekte

Mem-Lok® RCM, Mem-Lok® Pliable Resorbierbare Kollagenmembranen mit vorhersagbaren, unterschiedlich langen Resorptionszeiten von bis zu 38 Wochen1, 2

BioPlug & BioStrip Wundauflagen aus Kollagen, die Blut oder Flüssigkeiten absorbieren, den jeweiligen Situs schützen und dadurch für eine optimale Regeneration sorgen 1

Implant success rate is the weighted average of all published human studies on BioHorizons implants. These studies are available for review in BioHorizons document numbers ML0606 and ML0130.

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Prediction of in vivo stability of a resorbable, reconstituted type I collagen membrane by in vitro methods. Ulreich JB, Zuclich G, Lin HB, Li ST. 2000 Society World Biomaterials Congress Transactions, Sixth World Biomaterials Congress Transactions.

VERTRIEB IN DEUTSCHLAND CAMLOG Vertriebs GmbH | Maybachstr. 5 | 71299 Wimsheim info.de@camlog.com | www.camlog.de | eshop.camlog.de Telefon +49 7044 9445-100 | Telefax +49 800 9445-000


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Bone und Tissue Level – das Beste aus beiden Welten Mit der neuen Linie Axiom Multi Level bietet Anthogyr für die Implantologie eine einzigartige Lösung mit einer außergewöhnlichen Flexibilität. Als konsequente Erweiterung des Axiom-Konzepts eröffnet die neue Linie Axiom Multi Level einen neuen Weg mit vollständiger Kompatibilität der Philosophien Bone Level und Tissue Level. Diese neue Linie ist progressiv und innovativ und dabei immer noch einfach und übersichtlich. Die für die Implantate Axiom BL, Bone Level, und Axiom TL, Tissue Level neu entwickelte Verbindung InLink ist der Beweis für die Innovationskraft der Linie. Axiom Multi Level bietet mit dem deutlichen Fokus auf die CAD/CAM-Lösungen von Simeda eine große Auswahl an chirurgischen und prothetischen Lösungen, passend für jede Indikation und jede/n Patient/in. Das neue Axiom TL Tissue Level Implantat verbindet mit dem anatomischen Halsprofil „Tissue Favored Design“ einfache Prothetik und biologische Sicherheit. Es ermöglicht die komfortable Versorgung von verschraubter Prothetik direkt auf dem Implantat. Prothetische Behandlungen werden künftig dank einer großen Auswahl an Gingivaprofilen erleichtert. Die

InLink Angulationen bis zu 25 %: Die InLink-Verbindung.

Axiom MultiLevel Gemeinsame Nutzung von Bone und Tissue Level-Implantaten.

CAD/CAM Simeda Prothetik auf dem Implantat Axiom TL ermöglicht angulierte Schraubenkanäle bis zu einer Angulation von 25°, wodurch die Ästhetik und die Funktion optimiert werden. Mit sechs Gingivaprofilen deckt sie alle möglichen klinischen Anforderungen ab und ist erhältlich in den Designs REG (für die Mehrheit der Indikationen) oder PX (nach Extraktion und bei geringer Knochendichte). Das anatomische Halsprofil maximiert den verfügbaren Platz für das Weichgewebe. Axiom TL bietet Verbindungstypen für Einzel- und Multi-ImplantatVersorgungen an, eine indexierte Verbindung für Einzelkronen und die neue Verbindung InLink für verschraubte Prothetik auf Implantaten.

Fest integrierte Halteschraube Mit InLink liefert Anthogyr das erste vollständig in CAD/CAMgefertigte verschraubbare Verbindungssystem von Simeda mit fest integrierter Schraube. Es besteht aus einer in die Prothese integrierten Halteschraube sowie einem neuartigen Haltering. Dieses System gleicht Divergenzen von Implantatachsen ohne Zwischenaufbau aus und ermöglicht einen angulierten Zugang

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zu den Schraubenkanälen von bis zu 25°. Dank der Verbindung InLink ist es jetzt möglich, die Implantate Axiom TL, Tissue Level, und Axiom BL, Bone Level, gemeinsam zu nutzen. Es gibt für InLink auf dem Implantat Axiom BL einen speziellen Aufbau, um die Versorgung mit Simeda CAD/CAM-Prothetik zu ermöglichen.

Umfassende klinische Beobachtung Die klinische Zulassung der Implantate Axiom TL und der Verbindung InLink erfolgte in Zusammenarbeit mit 26 Zahnärzten in Frankreich und Belgien sowie 19 Dentallaboren. Die Studie konzentrierte sich auf die Auswertung von drei Parametern: die Ergonomie der Verbindung InLink, die Knochenstabilität um die Implantate Axiom TL und die Anwenderfreundlichkeit der Elemente und Instrumente. 116 Patienten mit der Indikation mehrgliedriger Prothesen haben an dieser klinischen Studie teilgenommen. Die Implantate wurden gemäß der gängigen Praxis eingesetzt. 546 Implantate wurden eingesetzt und die Entwicklung des periimplantären Knochenniveaus wurde an 122 Implantaten acht Monate nach Belastung gemessen. Mit einem mittleren Knochenverlust von -0,2 Millimetern und einer Überlebensrate von 99 % deckt sich die Erfolgsquote mit den in der wissenschaftlichen Literatur erhobenen Zahlen. Die Ergonomie der Verbindung InLink wurde von den Fachleuten bei der Belastung von provisorischen und endgültigen Prothesen vollumfänglich bestätigt. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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Sicherheit mit Brief und Siegel für Patienten Roxolid ist eine Metalllegierung, die speziell für den Einsatz in der dentalen Implantologie entwickelt wurde. Sie besteht zu 85 % aus Titan und enthält etwa 15 % Zirkonium.

Höhere Zugfestigkeit Seit der Einführung von Roxolid im Jahre 2009 konnte anhand etlicher Studien gezeigt werden, dass die Titan-Zirkoniumlegierung über eine gute Biokompatibilität verfügt und hinsichtlich seiner Materialeigenschaften Titan überlegen ist [1, 2]. Mechanische Belastungstests zeigen auf, dass Roxolid höheren Belastungen standhält als Titan Grade 4. Daten aus der täglichen Praxis bestätigen die sehr gute Widerstandsfähigkeit von Roxolid Implantaten wie sie beispielsweise bei der der täglichen Kaubelastung auftritt [2]. Das Roxolid Implantat-Portfolio umfasst alle Straumann Implantatlinien, -durchmesser und -längen. Roxolid Implantate sind wahlweise mit der umfassend dokumentierten SLA- oder mit der besonders osteokonduktiven SLActive-Oberfläche einsetzbar.

Klinische Daten aus 5-Jahres-Follow up

tate zu einem raschen und nachhaltigen Gewinn an Lebensqualität [6, 7, 3].

Indikationen

Roxolid Implantate Ø 3,3 mm eignen sich für folgende Indikationen: O Einzelzahnrestauration im Frontzahn- und Prämolarenbereich – Ohne Beschränkung auf laterale maxilläre Schneidezähne oder zentrale und laterale mandibuläre Schneidezähne O Brücken auf zwei Roxolid Implantaten – Keine Verblockung mit größeren Implantaten erforderlich – Keine Schienung der Suprastruktur erforderlich O Totalprothese auf zwei Roxolid Implantaten – Nicht mehr als zwei Implantate im Unterkiefer erforderlich Die Roxolid Implantate mit reduziertem Durchmesser wie beispielsweise das Roxolid Implantat bieten zahlreiche Vorteile gegenüber Roxolid Implantaten mit regulärem Durchmesser wie: O

Klinische Daten nach fünf Jahren Follow up einer randomisierten, multizentrischen klinischen Studie zeigen den langfristigen klinischen Erfolg und eine hohe Überlebensrate von durchmesserreduzierten RoxolidImplantaten bei der Versorgung des zahnlosen Unterkiefers [3]. Bei Roxolid Implantaten konnten gegenüber Titanimplantaten keine statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich krestaler Knochenverluste beobachtet werden [3].

Breites Indikationsspektrum sorgt für Mehrwert Seit der Markteinführung im Jahr 2009 werden Roxolid Implantate auch erfolgreich bei der Implantatversorgung von Patienten mit komplexeren klinischen Situationen wie etwa mit begrenztem Knochenvolumen im Kiefer eingesetzt. Sie ermöglichen aufgrund ihrer verbesserten mechanischen Eigenschaften und ihrer guten Biokompatibilität ein erweitertes Spektrum an Behandlungsoptionen auch mit kleineren und stabileren Implantaten [8, 6]. Besonders multimorbide Patienten sowie Patienten mit einem reduzierten Knochenangebot können durch die guten Materialeigenschaften und die hohen Überlebensraten der SLActive-Implantatoberfläche profitieren [4, 8, 2]. Auch die Anwendung minimalinvasiver chirurgischer Techniken in der Implantologie wird durch den Einsatz von durchmesserreduzierten Roxolid Implantaten unterstützt [5, 4, 8, 2]. Besonders bei älteren Patienten und Patienten mit kompromittierten Knochenverhältnissen führen minimalinvasiv inserierte ImplanPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

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Kleinere Bohrung – Schont vitale Strukturen und Blutgefäße Vereinfachte Platzierung – Kürzere Behandlungszeit und weniger Schmerzen Bessere Passung bei engen Platzverhältnissen –Reduziert die Komplexität der Behandlung

Roxolid Lifetime Plus Garantie Bedingt durch die guten klinischen Erfahrungen mit Roxolid-Implantaten bieten Hersteller und Entwickler der Firma Straumann Patienten eine Roxolid Lifetime Plus Garantie an. Im Falle eines Implantatbruchs eines Implantates aus Roxolid – unabhängig vom gewählten Implantattyp – deckt (siehe Garantiebestimmungen Straumann) die Roxolid Lifetime Plus Garantie nicht nur den Ersatz bzw. eine Gutschrift für ein gleichwertiges oder höherwertiges Produkt ab, sondern auch 1.000 Euro als Behandlungsentschädigung. Mehr zu klinischen Studien und Expertenmeinungen finden Sie auf unserer Website unter der Rubrik Wissenschaft oder wenden Sie sich direkt an Straumann www.straumann.com/ science. K

Scan mich – Literatur oder Tel.: 08025/5785 E-Mail: leser@pipverlag.de

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Wasser ist Vertrauensssache Zahnarztpraxen betreiben einen enormen Aufwand bei der Oberflächenhygiene, kennen sich bei der Wasserhygiene aber erstaunlich oft nicht so gut aus. Für dentale Behandlungseinheiten ist die Nutzung von Wasser rechtlich nur in Trinkwasserqualität zulässig – eine wirksame Wasserhygiene ist damit für die Praxis essentiell. Aber nicht nur aus Verantwortung dem Patienten gegenüber sollte man das Wassersystem der Praxis im Griff haben – auch Hand- und Winkelstücke, Chirurgieschläuche und andere wasserführenden Geräte und Instrumente ebenso wie Ventile und Dichtungen zeigen bei gutem Wassermanagement eine geringere Wartungsanfälligkeit und Lebensdauer. Mikroorganismen, von wassergekühlten Bohrern in die Luft verwirbelt, können in die Atemwege der Patienten gelangen. Die volle Dosis bekommen aber meist der Behandler und seine Assistenzen ab – auch ein Mundschutz hilft wenig, besonders wenn die Nase nicht vollständig bedeckt ist. Penibel sterilisierte Instrumente werden an ein verkeimtes Wassersystem angeschlossen – der Unfug liegt auf bzw. in der Hand. In vielen Praxen gibt es sogenannte Totstränge – Wasserleitungen, in denen das Wasser steht und in denen sich Biofilm besonders gut entwickeln kann. Wenn sich erst eine Matrix aus Schleim und Mikroorganismen aufgebaut hat, dauert es nicht lange bis sich Biofilmfetzen, Partikel oder gar Verklumpungen lösen und Schäden an Instrumenten oder Ventilen verursachen. Bei einigen Behandlungseinheiten kommt es auch bautechnisch bedingt zu langen Standzeiten des Wassers und damit verstärkter Keimbildung. Besonders chirurgisch, implantologisch und parodontologisch tätige Zahnärzte eröffnen mit ihren Behandlungen Eintrittspforten in den Blutkreislauf ihrer Patienten und sollten sich beim Wasser einer absolut einwandfreien Qualität versichern.

Nachhaltiger Effekt

eingespeist. Vor Praxisbeginn werden alle Leitungen mit dieser Lösung durchgespült und damit alle Biofilme nachhaltig entsorgt und eine Neubildung verhindert.

Konsequente Delegation des Aufgabengebietes Als erfolgreicher Zahnarzt kann man keine zusätzlichen Aufgaben brauchen. Ein komplexes und in vielen Bereichen noch unbekanntes Feld wie die Wasserhygiene delegiert man daher am besten an ein Technologieunternehmen, das sich auf dieses Thema spezialisiert hat und sich im engen Austausch mit spezialisierten Wissenschaftlern stetig mit neuen Fragestellungen und Lösungen zum Thema Wasserreinheit befasst. Blue Safety bietet mit Safewater eine Rundum-Sorglos-Versorgung für die spezifisch in der zahnärztliche Praxis entstehenden Fragen, integriert die Technologie unaufwendig in die bestehenden individuellen baulichen Praxiseinrichtungen und sorgt mit einem umfangreichen Servicepaket nicht nur für gleichbleibend einwandfreie Wasserqualität, sondern über kostenlose Flyer, Praxis-Awards, maßgeschneiderte Social-Media-Texte und weitere öffentlichkeitswirksame Maßnahmen auch für die perfekte Kommunikation dieses besonderen Aufwands und Sorgfaltsmerkmals der Praxis an den Patienten. Weitere Informationen können unter www.bluesafety. com abgerufen werden, daneben wird eine kostenfreie Beratung für spezifische Fragen unter 00800-88552288 angeboten. K

Mit dem Safewater-Hygiene-Konzept tritt das Unternehmen Blue Safety als Navigator für alle Fragen rund um die Wasserhygiene an. Hier sorgt eine zentrale Trinkwasserdesinfektion dafür, dass im gesamten Leitungssystem inklusive der dentalen Behandlungseinheiten das Wasser mikrobiologisch einwandfrei ist. Mit der Safewater-Technologie wird jeden Tag ein wirksames Desinfektionsmittel aus Wasser und Salz produziert. Wasserstoffperoxid mag Marylin Monroe ausgezeichnet geholfen haben – zur Entkeimung hat es sich nicht bewährt, und verfälscht sogar, wenn es in der Wasserprobe nicht neutralisiert wird, die Untersuchungsergebnisse, was sich in einem Schadensfall sogar negativ Biofilmbildung trotz H2O2. auswirken könnte. Die bei Safewater entstehende hypochlorige Säure wird zentral ins Leitungssystem

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Nach Biofilm-Removing.

Mit SAFEWATER Technologie.

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Ultimative Einfachheit mit Tri Der Schweizer Implantat-Hersteller Tri Dental Implants treibt die ultimative Einfachheit in der Implantologie weiter voran und lanciert neben seinem revolutionären Handlingkonzept Tri Pod ein patentiertes und instrumentenfreies Abdrucksystem inklusive Abutment, Tri 2in1 Impression Abutment.

Tri Pod

So einfach funktioniert’s:

Das berührungslose Packaging Konzept von Tri Pod kombiniert Einfachheit mit innovativem Design. Dieses revolutionäre Konzept ermöglicht das Implantat mit dem Instrument direkt und in einem einzigen Schritt zu lösen, um dadurch die höchste Reinheit der Tri SBA-Oberfläche zu garantieren und den Behandlungsablauf maximal zu vereinfachen. Die Implantatinsertion kann auf drei Arten erfolgen: mit der Ratsche, mit dem chirurgischen Handstück oder von Hand.

1. Das Tri 2in1 wird mit dem integrierten Handgriff ins Implantat einfach eingeschraubt. Der Handgriff wird beim definierten Drehmoment (15 Ncm) an der Sollbruchstelle abgedreht. 2. Die Situation ist jetzt bereit für eine direkte Abdrucknahme, ohne mühsames Abdecken des Schraubenkanals mit einer zusätzlichen Plastikkappe oder Ähnlichem. Der Abdrucklöffel wird nach dem Aushärten des Abdruckmaterials entfernt. Das Tri 2in1 kann nun ganz einfach mit dem vorher abgedrehten Handgriff gelöst und herausgenommen werden, hierzu muss der Handgriff umgedreht auf das Tri 2in1 aufgesteckt werden. 3. Anschließend wird das Tri 2in1 mit dem Implantatanalog verschraubt. Dank des einzigartigen Designs kann das Tri 2in1 präzise und sicher im Abdruck repositioniert werden, um das Meistermodell herzustellen. Die Abdruckschraube wird mit der Okklusalschraube ausgetauscht und das Tri 2in1 ist jetzt ein finales Contour Abutment mit konischem Profil und definierter Zementgrenze. Wie bei jeder Innovation von Tri ist es immer das Ziel, den Behandlungsablauf maximal zu vereinfachen und gleichzeitig die Leistung des Produktes in der Hand des Behandlers nochmals zu verbessern. Zu 100 % in der Schweiz entwickelt und gefertigt – mit ultimativer Einfachheit! K

Tri Pod. Handling neu durchdacht.

Tri 2in1 Impression Abutment Tri geht einen Schritt weiter und baut sein Produktportfolio mit dem einzigartigen, innovativen Tri 2in1 Impression Abutment aus. Das patentierte instrumentenfreie und einfache Handlingskonzept ermöglicht eine neuartige, schnelle und sichere Abdrucknahme mittels geschlossener Löffel-Methode. Im Anschluss kann der Abdruckpfosten als finales Abutment verwendet werden. Das neue Tri 2in1 Impression Abutment ist beispiellos in Einfachheit, Qualität und Preis.

Tri 2in1 Impression Abutment. Patentiertes und instrumentfreies Handlingskonzept.

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Maßgeschneiderte Angebote mit Coaching-Ansatz Essentiell für den Spitzensport – hilfreich für die Zahnarztpraxis. Um individuelle Höchstleistungen abrufen zu können, nutzen Topmanager und Spitzensportler schon seit langem das Modell des Coachings. Was für sie selbstverständlich ist, hält auch zunehmend in anderen Bereichen Einzug – unter anderem in der Zahnarztpraxis. Der Coach kann beispielsweise dem Zahnarzt helfen, ungenutzte Potenziale in der Praxis zu identifizieren, Ziele gemeinsam mit dem Praxisteam festzulegen und zu definieren, wie diese erreicht werden können. Die Deutschen Zahnärztlichen Rechenzentren (DZR) bieten Zahnarztpraxen diese und weitere Leistungen im Rahmen des Coaching-Ansatzes mit dem PerformancePro-Modul PerformanceCoaching an.

der Unterstützung durch einen externen Experten skeptisch gegenüber. Häufig wird aber vergessen, dass ein frischer Blick von außen hilft, die eigene Betriebsblindheit zu überwinden. Wenn man tagtäglich in den gleichen Abläufen steckt, ist es nicht verwunderlich, dass Fehlentwicklungen teils einfach nicht wahrgenommen werden. Auch bringen Externe Ideen und Ansätze aus anderen Bereichen oder Branchen mit ein, die bereits erfolgreich angewendet wurden. Die Experten von PerformanceCoaching helfen dem Zahnarzt also dabei, den Blick über den eigenen Tellerrand wiederzufinden. Dabei betreuen und begleiten sie sysWeshalb ist Coaching tematisch. Sie nehmen auch in der ihn – wenn nötig – an Dentalbranche von die Hand, helfen Ziele zu Vorteil? definieren und zu überprüfen. So gehen geplanDie Unterstützung durch eite Veränderungen nicht nen Coach kann zum Beispiel einfach im Praxisalltag dann sinnvoll sein, wenn der unter. Auf der InternetZahnarzt mit der finanziellen seite der DZR finden InIm direkten Gespräch können zum Beispiel Potenziale in der AbrechnungsErtragssituation der Praxis unteressenten unter www. praxis identifiziert werden. In der Folge unterstützt der PerformanceCoaching-Experte bei der Realisierung der identifizierten Potenziale. zufrieden ist. Die Performancedzr.de/performancecoaCoaching-Experten helfen dann, ching weitere Informadie Umsatz und Ertragssituationen zum Angebot. tion sowie die betriebswirtschaftliche Unternehmensführung zu analysieren und dem Zahnarzt Optimierungspotenziale aufzuDie PerformancePro-Module der DZR zeigen. Neben rein wirtschaftlichen Erwägungen können jedoch auch die Unzufriedenheit mit Arbeitsabläufen, Disharmonie im Die Deutschen Zahnärztlichen Rechenzentren (DZR) sind seit Team oder eine schwierige persönliche Situation Gründe sein, über 40 Jahren am Markt tätig und mit den meisten Kunden und sich externe Unterstützung zu holen. Die Erfahrung zeigt, dass dem größten Abrechnungsvolumen Marktführer in der zahnbei vielen der Wunsch im Vordergrund steht, versteckte Poten- ärztlichen Privatliquidation. Als starker und erfahrener Partner ziale zu identifizieren und zu realisieren. Um den unterschied- entlasten sie ihre Kunden in vielfältigen Bereichen des Praxislichen Herausforderungen gerecht zu werden, steht dem Zahn- alltags. Mit dem PerfomancePro-System helfen die DZR ihren arzt innerhalb von PerformanceCoaching ein breites Netzwerk Kunden, den Erfolg ihrer Praxis zu steigern. Die PerformaceProan Partnern zur Verfügung, aus welchem er sich den für seine Module unterstützen große und kleine Praxen an verschiedenen individuelle Anforderung idealen Partner heraussuchen kann. Stellen im Patientenprozess. Da die Module individuell eingeJe nachdem, welches Thema aktuell relevant ist. Die Bandbrei- setzt werden können ist es für den Zahnarzt möglich, zielsicher te der möglichen Unterstützung ist genauso umfangreich wie das gerade Benötigte anzusteuern: ein Benchmark-Modul auf der Arbeitsalltag in der Praxis. Die Unterstützung reicht von Abrechnungsziffer-Ebene, eine halbautomatische Brieferstellung der Dokumentationsschulung, arbeitsrechtlicher Erstberatung für die Argumentation von privaten Therapieplänen in wenigen oder Marketingcheck über Rechnungs- und Ablehnungsprüfung Minuten, Unterstützung bei Spezialfragen (z. B. bei der zahnz. B. im zahntechnischen Bereich bis hin zur Hilfestellung bei technischen Abrechnung) sowie multilinguale Formulare und der Erstellung von privaten Therapieplänen oder der Abrech- Dokumente für den Praxisalltag. Über das Modul Performancenungsanalyse. Auch spezielle Aufgaben, wie die Begleitung Coaching findet ein Praxisinhaber passgenaue Unterstützung einer Praxisübergabe an einen Nachfolger, lassen sich durch für sich und seine Praxis – schnell und unkompliziert. K einen Experten als neutralen Moderator erfolgreich begleiten.

Coaching hilft bei dem Blick über den eigenen Tellerrand! „Das kann ich doch auch alleine“, wird sich mancher Zahnarzt denken. Und damit ist er nicht alleine. Noch stehen viele

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Weitere Informationen unter: DZR Deutsches Zahnärztliches Rechenzentrum GmbH www.dzr.de/performancecoaching oder telefonisch unter Tel.: 0711 96000-240

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Erster Nationaler Kongress für „Seltene Erkrankungen“ in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde 25.11.2017

Messe- und Congress Centrum Halle Münsterland, Münster 9:00-17:00 Uhr

Themen und Referenten: Next Generation Sequencing and Amelogenesis imperfecta Prof. Agnés Bloch-Zupan, Faculté de Chirurgie Dentaire de Strasbourg, Universität Straßburg Genetik und Hypodontie Dr. med. Dipl. med. Axel Bohring, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Münster Seltene Erkrankungen mit Manifestation im Zahn-, Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich Dr. med. dent. Marcel Hanisch, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Münster Implementierung und Nachhaltigkeit des Nationalen Aktionsplans Katharina Heuing, M. Sc., Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE)

Eine Erkrankung gilt in der Europäischen Union dann als „selten“, wenn weniger als einer von 2.000 Menschen davon betroffen ist. In der Bundesrepublik Deutschland sind knapp vier Millionen Menschen von einer Seltenen Erkrankung betroffen. Durchschnittlich vergehen sieben Jahre, bis eine Seltene Erkrankung korrekt diagnostiziert wird. Etwa 15 % aller Seltenen Erkrankungen gehen mit Veränderungen im Zahn-, Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich einher. Dem Zahnmediziner fällt damit eine Schlüsselposition bei der Diagnostik zu und auch bei der Therapie sind individuelle und teils komplexe, zahnmedizinische Konzepte erforderlich. Vor diesem Hintergrund findet nun erstmals, und bisher einmalig in Deutschland, ein eintägiger Kongress zum Thema „Seltene Erkrankungen in der Zahn-, Mund und Kieferheilkunde“ statt. Neben zahlreichen, renommierten nationalen und internationalen Referenten, die sich mit unterschiedlichen Aspekten von Seltenen Erkrankungen beschäftigen, werden auch Betroffene über ihre Erfahrungen berichten. Die Schirmherschaft für den Kongress haben ACHSE e.V. (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen) und Orphanet Deutschland übernommen. Der Kongress wird durch die Robert-BoschStiftung gefördert sowie durch die Firma Straumann GmbH und die Initiative Epidemolysis Bullosa e.V. (I.E.B. debra Deutschland e.V.) unterstützt. Die Teilnahme ist kostenfrei (ohne Bewirtung). Unter Anerkennung der Leitsätze der Bundeszahnärztekammer zur zahnärztlichen Fortbildung werden für die Veranstaltung nach der Bewertungsvorgabe durch die BZÄK und DGZMK 9 Punkte (Kat. B) vergeben. Anmeldungen werden bis zum 17.11.17 per Fax unter +49 251 83-54057 oder per Email an akademie@ukmuenster.de erbeten. Fragen können jederzeit an akademie@ukmuenster.de oder marcel.hanisch@ukmuenster.de gerichtet werden. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Kieferorthopädische Behandlung bei Patienten mit Kraniosynostosen Univ.-Prof. Dr. med. dent. Ariane Hohoff, Poliklinik für Kieferorthopädie, Universitätsklinikum Münster Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen für Seltene Erkrankungen Bernd Hüsges, Deutsche Syringomyelie und Chiari Malformation e. V. Orofaziale Veränderungen bei Kollagenosen – Diagnostik und Therapie Univ.-Prof. Dr. med. dent. Jochen Jackowski, Abteilung für Zahnärztliche Chirurgie und Poliklinische Ambulanz, Universität Witten/Herdecke Vom Zahn zum ZNS – wie geht das? Univ.-Prof. Dr. med. Gerhard Kurlemann, Klinik für Kinder - und Jugendmedizin, Allgemeine Pädiatrie, Universitätsklinikum Münster Gemeinsam mehr erreichen – Europa und die Seltenen Erkrankungen Dr. med. Christine Mundlos, ACHSE-Lotsin an der Charité, Berlin Prothetische Versorgungsstrategien bei Patienten mit Seltenen Erkrankungen Univ.-Prof. Dr. med. dent. Petra Scheutzel, Poliklinik für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien, Universitätsklinikum Münster se-atlas – Medizinischer Versorgungsatlas für Seltene Erkrankungen Dr. sc. hum. Holger Storf, Medical Informatics Group (MIG), Universitätsklinikum Frankfurt Das Ehlers-Danlos-Syndrom und dessen zahnmedizinische Herausforderungen Karina Sturm, Betroffene, Neumarkt

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Komplikationen – Faktor Technik, Patient und Arzt Im zahnärztlichen Alltag ist die Implantologie mit ihrer guten Evidenz, dem technischen Fortschritt und der raschen Weiterentwicklung nicht mehr wegzudenken. Der Erfolg beruht auf einer guten wissenschaftlichen Grundlage und der Erfahrung klinischer Experten. Diese Erfahrung gründet aber nicht nur auf Erfolgsgeschichten, sondern auch auf Misserfolgen und Komplikationen. Wie lernt man aus Komplikationen und wie geht der Arzt damit um? Faktoren sind hier die Technik, der Patient und der Arzt mit seinem Team selbst.

Technik

Patient und Arzt

Die High End Möglichkeiten in der Implantologie mit dem komplett digitalem Workflow, der vom Full-HD 3D-Scan bis hin zur navigierten Implantatinsertion und der CAD/CAM-gefertigten Krone reicht, führt zu einer vermeintlichen Vereinfachung der Behandlungsabläufe. Diese vielen Schnittstellen lassen allerdings auch Fehler zu, die zu Komplikationen führen können.

Unsere Patienten werden statistisch immer älter und wollen dennoch eine Versorgung, die es ihnen ermöglicht ohne Einschränkungen am alltäglichen Leben teilnehmen zu können. Das ist Lebensqualität, dazu gehören beispielsweise ein breites Lächeln ohne ästhetische Einbußen und keine Einschränkungen in der Auswahl der Ernährung. Zur ärztliche Behandlung kommen dadurch immer komplexere Situationen mit zunehmenden Erkrankungen, zahlreiche Medikationen und Habits hinzu. Im Gegensatz dazu steigt aber die Erwartung einer sehr guten Versorgung. Auch die ärztliche Seite und das gesamte Team sind durch einen dauernden Optimierungsprozess in Bereichen der Kommunikation und dem Management von Komplikationen, wie beispielsweise von Wundheilungsstörungen oder Misserfolgen, darauf bedacht aus Fehlern zu lernen und sich stetig zu verbessern.

Fazit In der heutigen Zeit wird uns suggeriert, dass es in unserer scheinbar perAusgangssituation: Zahn 21 mit starkem Lockerungsgrad und Knocheneinbrüchen. fekten Welt keine Komplikationen oder Misserfolge gibt. Leider eine Illusion; ein offener Umgang mit Fehlern und dem Handling von Komplikationen ist essentiell und lässt uns schnelDennoch ist die Vorhersagbarkeit von Eingriffen wesentlich präler lernen und somit bessere Ergebnisse für unsere Patienten ziser geworden. Eine technische Komplikation im Sinne von beierzielen. K spielsweise einem Schraubenbruch oder dem Abplatzen einer Dr. med. dent. Paul Leonhard Schuh, Keramikkrone läßt sich vergleichbar einfach lösen. Chirurgische implaneo Dental Clinic oder biologische Komplikationen erfordern einen erhöhten Auf- p.schuh@implaneo.de wand mit wenig Vorhersagbarkeit.

Klinische Situation nach dem Ersteingriff: Extraktion und Implantation mit simultaner Weich- und Hartgewebsaugmentation – Wundheilungskomplikation.

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Nach dem Zweiteingriff mit erneuter Weichgewebsaugmentation und provisorischer Versorgung des Implantats 21 und provisorischer Veneerversorgung des Zahns 22.

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Fit werden im Komplikationsmanagement! Wir leben in einer Welt mit großer und schnell zunehmender Komplexität, in der selbst erfahrene Experten Schwierigkeiten haben, die Herausforderungen zu bestehen. Diese Entwicklung, man spricht auch von der Entstehung komplexer Systeme, trifft insbesondere auf die Medizin und gerade auch auf die Zahnmedizin zu. Sie war in den letzten Jahrzehnten geprägt von umwälzenden Fortschritten, denken wir nur an die technischen Neuerungen wie Schmelz-Ätz-Technik und CAD/CAM-Verfahren, aber auch die Entdeckung des Phänomens der Osseointegration dentaler Implantate und die klinische Weiterentwicklung wiederherstellender Parodontal- und Implantatchirurgie. DAS PROGRAMM Freitag, 1. Dezember 2017 9.00 Uhr Begrüßung W. Bolz 9.15 Uhr Allgemeinmedizinische Komplikationen F. Stelzle 11.00 Uhr Chirurgische Komplikationen M. Stiller 12.30 Uhr Mittagessen 13.30 Uhr Esthetic Risk Factors and Complication W. Bolz 15.00 Uhr Kaffeepause 15.30 Uhr Site Development around implants Management of Surgical and Prosthetic complications G. Zucchelli 17.00 Uhr Fallvorstellung 2016 T. Mankoo Befund: Implantationsmisserfolg.

Samstag, 2. Dezember 2017 Mit der Zunahme der Komplexität nimmt zwingend die Komplikationsdichte und -häufigkeit, aber auch in letzter Konsequenz die Misserfolgsrate zu. Viele Faktoren beeinflussen diese Größen, nicht zuletzt der Faktor Mensch, hier der Arzt, sein Team aber auch der Patient. Das bedeutet, dass wir lernen müssen mit Komplikationen und Misserfolgen umzugehen, die Häufigkeit, aber vor allem auch die Schwere zu reduzieren und gemeinsam mit unserem Patienten den langwierigen und belastenden Weg durch die Behandlung zu gehen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren, wenn nicht alles nach Plan verlaufen sollte. Die Referenten Wolfgang Bolz Hannes Wachtel Michael Jakob Hans-Georg Kirchner Robert Niedermaier

Benedikt Topoll Stefan Hienz Paul Schuh Florian Stelzle Mathias Kühn

Giovanni Zuchelli Tidu Mankoo Jürgen Becker Michael Stiller Franck Renouard

9.00 Uhr Biologische Komplikationen Verhindern und Behandlung der Periimplantitis 10.30 Uhr Periimplantitis – mein Konzept 12.30 Uhr Chirurgische Komplikationen 12.30 Uhr Mittagessen 13.30 Uhr Live-OP 15.00 Uhr Kaffeepause 15.30 Uhr Risk Factors in Implant Dentistry The Human Factor and other complications

J. Becker H. Kirchner M. Stiller H. Kirchner

F. Renouard

Wir können Komplikationen nicht vollständig verhindern, aber wir können auf jede Komplikation die bestmögliche Antwort finden – das zeichnet den guten Arzt aus. Die bestmögliche Antwort zu finden, das ist der Inhalt der Praxistage 2017. Wir alle profitieren von der Erfahrung der Referenten, die ausgewiesene und weltweit anerkannte Experten und Kliniker sind. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! K Für das Können gibt es nur einen Beweis, das Tun. Marie von Ebner-Eschenbach

Praxistage 2017

1.+2. Dezember 2017 in München MIT LIVE-OP Dr. Wolfgang Bolz und Prof. Dr. Hannes Wachtel.

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Anmeldung: per Fax 089-92 87 84–11 Internet unter: www.ipi-muenchen.de

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MÜNCHEN, WINTERTHUR

Zwei hochkarätig besetzte Workshops zu Periimplantitis Zimmer Biomet veranstaltet zwei Workshops mit Hands-On zum Thema „Periimplantitis“ – im Literaturhaus München am 23.09.2017 und im Zimmer Biomet Institute in Winterthur vom 29.-30.09.2017. Die Entzündung des Implantatbetts von Zahnimplantaten ist ein Thema, mit dem sich jeder implantologisch tätige Zahnarzt intensiv beschäftigen muss. Dabei geht es nicht nur um die Kenntnis bewährter Behandlungsmethoden, sondern auch um die Vermeidung einer Periimplantitis im Vorfeld der Implantation. Zimmer Biomet veranstaltet im September sowohl in München als auch in Winterthur je eine Fortbildungsveranstaltung zum Themenkomplex „Periimplantitis vermeiden und behandeln“. Bei beiden Veranstaltungen referieren die Experten der Universität Malmö, Prof. Dr. Andreas Stavropoulos und Priv.-Doz. Dr. med. dent. Kristina Bertl, PhD, M.Sc. In München werden sie außerdem von Dr. Daniel Engler-Hamm, M.Sc., unterstützt. Im theoretischen Teil der Veranstaltungen werden Methoden zur Vermeidung, Erkennung und Behandlung von Periimplantitis erörtert und demonstriert. Die anschließende Hands on-Session gibt Teilnehmern die Möglichkeit, unter Anleitung der Referenten klinisch bewährte Behandlungsszenarien einzuüben.

Periimplantitis erkennen und behandeln Zunächst werden die Diagnose und die Ätiologie sowie die Risikofaktoren für die Periimplantitis anhand vielfältiger Beispiele aus der Praxis anschaulich gemacht. Nicht-chirurgische sowie chirurgische Therapiemöglichkeiten und ihre Indikationen werden fallweise vorgestellt und diskutiert. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Implantatbehandlung von Parodontitispatienten. Mit einer systematischen Parodontaltherapie im Vorfeld der Implantation sowie der Wahl des passenden Implanatdesigns können unter bestimmten Voraussetzungen auch Patienten mit einem PSI-Wert von drei oder vier erfolgreich implantiert werden.

Praktische Übungen im Hands on Unter Anleitung und vorheriger Demonstration lernen die Teilnehmer im praktischen Teil der Fortbildungsveranstaltung Schritt für Schritt, eine Reihe von Therapiemöglichkeiten anzuwenden. Neben der resektiven und der regenerativen Periimplantitis-Therapie werden auch kombinierte chirurgische Herangehensweisen trainiert. Der Kurs am Zimmer Biomet Institute in Winterthur bietet die Besonderheit, das chirurgische Training in einem lebens-

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echten Szenario an den einzigartigen Patientenmodellen zu trainieren. Die Beschaffenheit der Knochen- und Gewebeimitate der Phantompatienten ermöglicht eine realitätsgetreue Haptik, auch beim Training invasiver Methoden und unter Verwendung von Skalpell, Schleifinstrumenten oder beim Nahtverschluss.

Visionäre Lösungen und Fortbildung von Zimmer Biomet Als Tochterunternehmen eines der größten muskuloskelettalen Unternehmen der Welt hat der Geschäftsbereich Dental von Zimmer Biomet Zugang zu bahnbrechenden Technologien, hervorragenden Talenten und umfangreichen Ressourcen. Das dentale Produktportfolio des Unternehmens umfasst chirurgische Lösungen, regenerative Materialien für die Behandlung von Hart- und Weichgewebe, vielfältige Prothetikkomponenten für alle Arten von Implantatrestaurationen und komplett digitale Lösungen für die Zahnheilkunde, die bestimmend sind für die Zukunft der dentalen Implantologie. Zum regenerativen Produkt-Portfolio gehören allogene, xenogene und synthetische Knochenersatzmaterialien, Membranen und Wundverbände. Neben den innovativen Lösungen und Produkten steht das Fortbildungsangebot für Zahnärzte an oberster Stelle. Das Zimmer Biomet Institute in Winterthur spielt als Veranstaltungsort eine herausragende Rolle, da es mit seinem hervorragend ausgestatteten Simulated Patient Training Laboratory ein ideales Umfeld für Hands on-Schulungen bietet. Teilnehmer der Kurse finden hier an 24 Arbeitsstationen je ein Patientenmodell, das sowohl in chirurgischer als auch prothetischer Hinsicht ein lebensechtes Szenario bietet. Auch die Möglichkeit der Übertragung von Präsentationen oder live Kamerabildern von der Masterstation auf die Arbeitsstationen unterstützt den nachhaltigen Trainingserfolg der Teilnehmer. Schritt für Schritt können damit komplette klinische Workflows nachvollzogen und trainiert werden. Anmeldung und Informationen zum umfassenden Fortbildungsangebot unter Zimmer Dental GmbH, Tel: 089-324 6221 10, Fax: 089-324 6221 99 oder per E-Mail: zb.veranstaltungen@ zimmer-biomet.com K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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ESSEN

Die illustre Referenten-Riege freut sich über das große Interesse.

In Teamarbeit zum implantatprothetischen Langzeiterfolg 5. Camlog Zahntechnik-Kongress in Essen Faszination Implantatprothetik hieß das Tagungsthema und die Referate wurden dem Anspruch gerecht. Dr. S. Marcus S. Beschnidt und ZTM Gerhard Neuendorff führten gewohnt souverän durch den Kongress. Michael Ludwig, Geschäftsführer Camlog Deutschland, betonte, dass die digitale Dentaltechnologie zwar neue Lösungswege biete, aber der Output nach wie vor von dem Input abhänge, den das Team Zahnarzt und Zahntechniker geben. Zudem könne kein Computer das ästhetische Empfinden des Teams ersetzen, ergänzten Martin Steiner und Sascha Wethlow (beide Camlog).

gungen, was vor allem bei submukosal liegenden Oberflächen Gewebeirritationen auslösen könne. Ihre Empfehlung: Das Abutment in einem mehrstufigen Prozess reinigen.

ZTM Udo Plaster und ZTM Jürg Stuck plädierten für eine gemeinsame Planung und den persönlichen Patientendialog. Die Patienten brächten nicht nur die Probleme mit, sondern auch ihre Lösung! Neben die zahnärztliche Befundung stellten sie daher die zahntechnische Analyse und die physische Diagnostik mit Provisorien, bevor es an die implantatprothetische Realisation geht. Nur durch ein reproduzierbares Erfassen relevanter Patientenfaktoren (wie Gesichtswachstum, physiognomische Morphologie und Patientenebenen durch Fotostatus, Profilanalyse, Gesichtsscan und das PlaneSystem) kann dessen individuelle „okklusale Heimat“ erarbeitet werden.

Dr. Ferenc Steidl und ZTM Sebastian Schuldes erläuterten die Indikationsmöglichkeiten des Comfour-Systems (Camlog) mit temporärer implantatprothetischer Sofortversorgung auf geraden und abgewinkelten Aufbauten. Positionierung und Angulation der Implantate werden dabei virtuell vorgeplant (Backward Planning). Die Indikationen reichen von okklusal verschraubten bis herausnehmbaren Restaurationen und eignen sich für teilbezahnte wie zahnlose Patienten.

Dr. Peter Gehrke und ZT Carsten Fischer zitierten eine eigene Untersuchung zu individuellen zweiteiligen Abutments, die – zentral gefertigt – herstellerspezifisch unterschiedliche Qualitäten aufwiesen. Es fanden sich verfahrenstechnisch bedingte Aufrauungen sowie organische und anorganische Verunreini-

Virtuelles Backward Planning zur Positionierung und Angulation der Implantate

Priv.-Doz. Dr. Jan-Frederik Güth und ZTM Josef Schweiger fokussierten die digitalen Dentaltechniken und deren Möglichkeiten. So die Versorgung mit einer finalen Krone in nur zwei Sitzungen (Münchener Implantatkonzept) oder ein digitales Set up mit virtueller Einprobe samt substraktiv hergestelltem LZP. Ihr Appell: „digilog“ vorgehen – digitale Tools auf Basis analoger Kenntnisse und Erfahrungen nutzen. Denn der Fehler säße meist vor dem Gerät!

Abgepfiffen Im wahrsten Sinne des Wortes „abgepfiffen“ wurde die Veranstaltung von Urs Meier. Er begeisterte mit seinen humorvollen Schilderungen aus seinem Schiedsrichterleben, wie Entscheidungen zu treffen seien: mutig, mit Freude und ohne Angst! Wer dabei die Sichtweise des Anderen berücksichtige, schaffe Raum für kreative Lösungen und Gemeinsamkeiten.

Zahntechnik rockt.

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Vielleicht ein beabsichtigter Hinweis an die 650 Teilnehmer zum Schluss der Veranstaltung, dass der Schlüsselfaktor für eine gelungene implantatprothetische Rehabilitation in einer konstruktiven Zusammenarbeit von Zahnarzt und Zahntechniker liegt … K Michael Mitteregger

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NIZZA

Inspiration ohne Grenzen Dentsply Sirona World Summit Tour 2017 Nach Stationen in Tokio und San Diego rief Dentsply Sirona Implants zur dritten Station ihrer World Summit Tour unter dem Motto „Because inspiration and confidence matters“ ins südfranzösische Nizza. Über 1.000 Zahnärzte aus aller Welt erwartete ein facettenreiches Programm mit 74 renommierten internationalen Referenten. Mit beeindruckenden Zahlen begrüßte Lars Henrikson, Group Vice President von Dentsply Sirona Implants, ein volles Haus: 125 Millionen Dollar jährlich investiert das Unternehmen in Forschung und Entwicklung, 600 Wissenschaftler und Ingenieure weltweit zeichnen für inzwischen über 3.000 Patente verantwortlich, 600.000 Zahnärzte in der ganzen Welt benutzen Produkte des Konzerns und über sechs Millionen Patienten wurden bereits mit einem Gerät, einem Instrument oder einem Implantat von Dentsply Sirona behandelt. Mehr als 90 Universitäten in

geschickt angelegten Ausstellungsfläche neue Ideen holen, direkt mit Experten diskutieren und mit Kollegen aus aller Welt evaluieren, welche Komponenten für die jeweils eigene Praxis eine sinnvolle Ergänzung und Modernisierung darstellen. FokusSessions zum Ankylos-, Astra-Tech- oder Xive-System, Hands onWorkshops und thematisch spezielle Parallel-Sessions ebenso wie eine große, über alle Stationen der Summit-Tour mitreisende Poster-Ausstellung und ein Speakers' Corner mit Kurzvorträgen zu innovativen Konzepten und Produkten, boten für jeden Ausbildungs- und Interessenlevel neue Anregungen und Ideen.

Holistischer Ansatz

Lars Henrikson, Group Vice President von Dentsply Sirona Implants.

über 25 Ländern und 220 Study Centers weltweit haben bisher über 2.000 wissenschaftliche Arbeiten hervorgebracht. „Aber all unsere Produkte sind nichts, wenn Sie sie nicht zum Leben erwecken“. Inspiration gab es dazu mehr als genug: Neben den Sessions im Hauptprogramm konnten sich die Teilnehmer im „Inspiration Hub“ oder der großen, hinsichtlich der Workflows ausnehmend

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Auffallend war der sich durch viele Präsentationen ziehende holistische Ansatz, und die Bedeutung einer implantologischen Rehabilitation auf die gesamte Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Patienten. „Die Gesundheit und deren Wert für den Einzelnen ebenso wie für die gesamte Entwicklung eines Landes ist Grundlage dieses Kongresses“, hatten Profes. Drs. Meike Stiesch, Deutschland, und Christoph Hämmerle, Schweiz, das wissenschaftliche Programm eingeläutet. Prof. Dr. Hugo de Bruyn aus Belgien beleuchtete den Patienten nach Zahnverlust und implantologischer Rehabilitation und alle Aspekte von der Lebensqualität bis zum Kosten-NutzenVergleich. „Bleiben Sie bei Ihren Kernkompetenzen, das macht jedes Unternehmen so!“ forderte Dr. Paul Weigl in einem temperamentvollen Appell die bisher noch zögerlichen Zahnärzte auf, den digitalen Workflow in ihre Praxen zu integrieren, indem Planungs- und prothetische Fertigungsprozesse konsequent outgesourct werden. Tatsächlich gibt es in der zentralen digitalen Simplant-Planung Mitarbeiter, die bereits mehr als 80.000 Fälle in ihrem Leben gesehen haben – eine solche Erfahrung und Expertise dürfte auch für eine gut ausgelastete Praxis schwer erreichbar sein. Dr. Michael Norton aus den U.K., in dessen herrlichem Englisch Wortspiele schon an sich ein Genuss sind, gemahnte mit einem betont „analogen“ Vortrag an die Beachtung Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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Inspirierende Diskussion mit Dr. Michael Norton.

der Biologie beim Erzielen der Primärstabilität und riet eher zu mildem Zwang und einem Eindrehmoment von 20: „Natürlich heilen Ihre Implantate auch bei höherem Torque ein – aber seien Sie doch nett zu den Knochenzellen und erziehen Sie sie mit sanfter Hand.“.

37 Millionen Vollprothesen Mit großer Begeisterung vom Publikum begrüßt wurde der Schwede Prof. Dr. Jan Lindhe als ungebrochen hellwacher Nestor

lasteten Patientenstruktur. Bis ins Jahr 2020 sieht man weltweit einen Bedarf an über 37 Millionen Vollprothesen – die Antwort auf diesen Behandlungsbedarf besteht auch im SmartFixKonzept für die sofortige Full-Arch-Versorgung. Mittels abgeschrägtem OsseoSpeed EV-Implantat kann das Konzept weiter perfektioniert werden, indem ein Planieren des Knochens im distalen Bereich vermieden werden kann. Fast 40 % der Patienten haben einen abfallenden Kieferkamm – grundsätzlich kann der Einsatz des EV-Profile-Implantates bis zu 60 % Augmentationen vermeiden helfen. „So etwas sehen Sie nur beim OsseoSpeed Profile EV.“, kommentierte Prof. Dr. Robert Nölken (Deutschland) seine herausragenden und langzeitstabilen ästhetischen Ergebnisse in der Front. Eine bereits im Vorfeld der Veranstaltung installierbare spezielle Kongress-App machte das Vernetzen mit Referenten und Kollegen leicht, und gestattete die direkte Beteiligung über Fragen ins wissenschaftliche Forum, was von den Teilnehmern rege genutzt wurde. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich auch die letzte Station der World Summit Tour im nächsten Jahr in Shanghai nicht entgehen lassen. K

Zahnmedizin der Zukunft.

der Parodontologie und Implantologie. Seine Erfahrung zeigte, dass – während sich Knochenverluste um Implantate oder natürliche Zähne im Ganzen die Waage hielten – eine genauere Analyse erbrachte, dass nur wenige Patienten sowohl an Implantaten als auch am natürlichen Zahn Knochenverluste erlitten, meist beschränkte es sich auf entweder oder. Es scheinen also spezifische Mundverhältnisse den Knochenabbau entweder um Implantate oder natürliche Zähne zu begünstigen. „Wir haben es heute nicht mehr mit denselben Leuten zu tun, die dereinst in Prof. Brånemarks Praxis spaziert sind“, betonte Dr. Lyndon Cooper aus den USA die veränderten heutigen Herausforderungen angesichts einer alternden und mit vielen systemischen Komplexen vorbePraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Konzentriertes Arbeiten am Pre-Congress-Workshop.

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BADEN-BADEN

Leading Ladies in Dentistry „There are no half smiles“– so der Leitspruch von Dr. Miguel Stanley aus Portugal, mit dem er sein Konzept aus ganzheitlicher Diagnostik, Planung und Behandlung verdeutlicht. Er war der starke männliche Auftakt zu einer ganzen Reihe von starken Frauen – The Leading Ladies in Dentistry – an der V. International Implantology Week der HL Dentclinic & Academy Anfang Mai in Baden-Baden. Kraftvoll, dynamisch und umfassend wurden zu allen Disziplinen der Zahnmedizin sehr engagierte Vorträge im 18-Minuten-Takt gehalten. Der Beginn rüttelte mit der Therapie eines Klasse II-Bisses auf, der mit Le Fort I-Osteotomie, beidseitigem Sinuslift und Umformung der Gesichtsästhetik zu einem sehr schönen Ergebnis kam. Der Erfolg oder Misserfolg einer umfangreichen Rekonstruktion ist oft auch an die allgemeine Gesundheitssituation des Patienten gekoppelt. Nicht selten sind hohe Cholesterinwerte und verringerte Vitamin D-Werte für einen verlangsamten Knochenstoffwechsel verantwortlich, was nicht genug beachtet wird. Dass bei Operationen die Blutversorgung ein sehr wichtiger Aspekt ist, wurde von vielen Referentinnen betont und mithilfe der Anwendung von Plättchenreichem Plasma in verschiedenen Applikationsformen untermauert. Körpereigene Wachstumsfaktoren, die einfach zu erlangen sind und dem Patienten für eine verbesserte Wundheilung zur Verfügung stehen, finden mehr und mehr Einzug in die tägliche Praxis.

Reiches Themenspektrum Bei der Rekonstruktion eines Lächelns werden immer mehr digitale Hilfsmittel verwendet. Um zu einer stabilen Endsituation zu kommen, benötigt man gute Langzeitprovisorien, die die Gingiva richtig unterstützen. Das 1T1T-Konzept (one tooth one time) verfolgt die sofortige Restauration nach Implantation unter bestimmten Kriterien. Zum Ausformen des Emergenzprofils werden digitale Abformungen und ein digitales Design einer Vita-Enamic-Krone erstellt und im posterioren Bereich sofort versorgt. Die zum Teil symptomlosen pathologischen Veränderungen des Sinus stellen die Behandler immer wieder vor Herausforderungen. Zysten, Schleimbildung und Pilzinfektionen können dem Patienten gesundheitlich sehr schaden, sollten unter 3D-Diagnostik im Vorfeld abgeklärt und therapiert werden. Bei Misserfolgen von Titanimplantaten muss auch an Makrophagen-induzierte Titanintoleranz gedacht werden. Es fließen Ströme bis zu drei Volt, was zu interner Zellkeratinisierung und letztlich zum Zelltod führen kann.

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Interessante Aspekte aus aller Herren bzw. Frauen Länder rundeten den Kongress ab. Es war an der Zeit, den europäischen Horizont auch einmal mit Vorträgen auch aus weniger industrialisierten Ländern zu erweitern, dort werden genau dieselben chirurgischen Ansätze verfolgt. Aus Indien kam die findige Idee, verängstigte Kinder mit einem modifizierten Esslöffel als Zungen-Abhalteinstrument zu behandeln. Empathie und frenetischer Applaus war Dank und Anerkennung des Auditoriums. Südafrika vermeldete, dass orale Krebserkrankungen dort auf dem Vormarsch seien. Aber auch Wertevermittlung, Verwirklichen von Träumen und Ausbildung von einer besseren Resilienz waren neue Aspekte der weiblichen Referenten. Dass Frauen zuallererst in der Medizin zum Studium zugelassen wurden, sei wohl deren traditioneller Rolle in der Familie geschuldet, wo sie schon immer zentral für Gesundheit und Wohlergehen zuständig gewesen seien. Das Rahmenprogramm mit „ABBA – The Tribute Dinnershow“ zum Zungenschnalzen im Kurhaus ließ niemanden auf den Stühlen und geriet zur ehrenvollen runden Geburtstagsparty der unermüdlichen Organisatorin Dr. Henriette Lerner. Es sei verziehen, dass an dieser Stelle kein Platz bleibt, alle Referentinnen namentlich zu erwähnen – letztlich sei der Hinweis erlaubt, sich von der Kompetenz und Hochkarätigkeit der Veranstaltung nächstes Jahr selbst zu überzeugen. K Dr. Thomas Staudt

Save the date:

HL Academy Congress München Arabella Hotel 18.-22.09.2018 www.hl-dentclinic.de

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SAALFELDEN

Der Patient im Mittelpunkt Souverän moderiert von Dr. Stefan Scherg aus Karlstadt erhielten die Teilnehmer beim 5. Gipfeltreffen von Nobel Biocare in Saalfelden aktuelle Einblicke in modernste Behandlungstechniken und -materialien. Minimalinvasive und zeitlich optimierte Verfahren beantworten dabei nicht nur die Patienten – sondern auch die Praxisbedürfnisse von heute. „Was will eigentlich unser Patient?“ war Kernfrage einer von Nobel Biocare initiierten Studie zur All-on-4-Versorgung. „Keine billigen Materialien, die rosten.“ – Patienten können die fachliche Kompetenz eines Behandlers in der Regel nicht einschätzen. Wie der Regensburger Psychologe Martin Simmel ausführte, stehen die Wiederherstellung der Kaufunktion und Beseitigung von Unsicherheit und Scham klar im Mittelpunkt. Die „OP an einem Tag“ und eine „dauerhafte Lösung“ war ebenfalls für alle Befragten wesentlich.

Sehen. Gehen. Lachen. In derselben Riege wie moderne Fehlsichtigkeitskorrekturen und Hüftgelenksprothetik sehen die Priv.-Doz. Dres Sönke Harder und Christian Mehl aus München All-on-4-Rehabilitationen und deren für den Patienten dramatisch zum Positiven lebensverändernde Ergebnisse. „Es gibt Gründe, warum Ihr Patient zahnlos geworden ist“, mahnten beide Referenten engmaschige Nachsorge an. „Auf einem Kreuzzug“ sieht sich Prof. Dr. Gabor Tepper aus Wien mit seinem provozierenden Thema „Sofortimplantation versus Sinuslift – augmentieren wir zu viel?“ Der Sinuslift sei eine bewährte Option, inzwischen gestatten moderne Implantatdesigns und -techniken aber zunehmend Sofortimplantationen bei guter Vorhersagbarkeit und Gewebestabilität. „Schlank implantieren und ein Implantat wählen, das nach palatinal versetzt werden kann!“ Dr. Volker Bonatz praktiziert in Bad Dürkheim und ergänzte seinen Vortrag zum Einsatz von Nobel Active, das eine ausgezeichnete Primärstabilität auch bei kritischer Knochensituation schafft, mit vielen praktischen Tipps zum Praxis- und Patientenmanagement. „Gehen Sie in das Patientengespräch ebenso ausgeruht wie in Ihre OP!“.

Zukunftsweisende Konzepte Prof. Dr. Werner Zechner, Wien, stellte mit Trefoil ein durchdachtes Konzept der Sofortversorgung zur Rehabilitierung des unbezahnten Unterkiefers vor, mit dem völlig neue Patientengruppen angesprochen werden können. Bei einer Passung auf drei ImplanPraktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

taten gestattet Trefoil den Ausgleich von angulierten, horizontalen und vertikalen Achsdivergenzen. Zechner optimiert das Konzept mittels vorheriger Planung über NobelGuide und schablonengeführte Insertion. Über das On1-Konzept, mit dem anstelle eines Gingivaformers direkt eine Prothetikbasis auf Weichgewebsniveau gesetzt wird, informierte Dr. Georg Schiller aus Graz. Der Arbeitsfluss verläuft ökonomischer, daneben beobachtet Schiller eine verbesserte weichgewebige Ausformung und Heilung. Nach den österreichischen Lokalmatadoren präsentierte nun Dr. Sebastian Horvath aus dem deutschen Jestetten moderne Behandlungskonzepte zur Knochenregeneration, ergänzt von den reich mit Fallstudien illustrierten Nach der Theorie die Praxis. Erfahrungen von Priv.-Doz. Dr. Dieter Busenlechner, Wien, mit der porcinen creos xenoprotect Membran, bei der er u. a. die lange Standzeit lobte. Bereits über zwölf Jahre operiert Dr. Annette Felderhoff-Fischer (München) computergestützt, teilte ihre beeindruckende Lernkurve und gab praxisnahe Hinweise zum Mehrwert der Guided Surgery. „Wir sind alle chirurgisch tätig, und doch ist unser aller Ziel die Chirurgie zu minimieren“. Perfekt ergänzte nun Dr. Stefan Scherg mit „Bits and Bytes – Segen oder Fluch für die Implantologie?“ zum heutigen Stand der digitalen Prozesskette und kommenden Innovationen, ehe Manfred Müller als Leiter der Lufthansa-Flugsicherheit mit dem „Menschen als Sicherheitsrisiko“ und Tipps zu gelungenem Risikomanagement das Gipfeltreffen mit einem sehr launigen Vortrag abrundete. Parallel zum Hauptprogramm konnte in Hands-On-Workshops mit Dr. Paul Schuh und ZTM Michael Weiss aus München zum All-on4-Workflow und mit Dr. Sebastian Horvath zu Knochenregenerationstechniken mit creos xenogain und xenoprotect vollendet der Bogen vom theoretischem Wissen zur Praxis gespannt werden. K

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HAMBURG

Referenten: Sehen eine gute Zukunft für Keramikimplantate: (v. lks.) Dr. Jens Tartsch, Dr. Simone Janner, Prof. Dr. Andrea Mombelli, Dr. Elisabeth Jacobi-Gresser, Prof. Dr. Dieter D. Bosshart, Dr. Axel Scheffer und ZTM Wolfgang Weisser.

Reifeprüfung Was dereinst als Nischenindikation für extrem heikle Patienten mit eingebildeter „Titanallergie“ galt, wird aktuell als der nächste Big Bang in der Entwicklungsgeschichte der dentalen Implantologie gehandelt: Keramikimplantate. Einen umfassenden Einblick zum aktuellen Stand der Wissenschaft und Klinik gab der 6. Zeramex-Kongress in Hamburg. „Ich kann mich noch an unsere erste Veranstaltung in der Schweiz erinnern”, begrüßte Chairman Jürg Bolleter die vielen Besucher über den Dächern von Hamburg, „Das Interesse war so gewaltig, dass wir das Buffet danach nahezu allein essen mussten.“ Vielleicht gewannen das Unternehmen und seine Mitarbeiter daraus die Kraft und das Durchhaltevermögen: Seit über zehn Jahren konzentriert der Schweizer Hersteller seine Energien ausschließlich auf die Entwicklung von zuverlässigen, einfach zu handhabenden Keramikimplantaten, und nun treffen langjährige Erfahrung und die konstante Zusammenarbeit mit führenden Universitäten, Wissenschaftlern und Klinikern auf einen spürbar aufnahmebereiten Markt.

onstest und / oder einem genetisch erhöhten Entzündungsrisiko seien nachgewiesen Risikopatienten für eine Titanimplantation.

Unter der Moderation von Dr. Jens Tartsch aus Kilchberg, Vizepräsident der IAOCI – International Academy of Ceramics Implantology – stieg mit Prof. Dr. Dieter D. Bosshardt aus Bern ein wissenschaftlicher Hochkaräter mit “Gewebeintegration von Keramik- und Titanimplantaten: Was ist anders und was ist gleich?“ und ausgezeichneten histologischen Dokumentationen ins Thema ein. Hinsichtlich des Knochenkontakts und der Dimensionen, der Zusammensetzung und dem Gesundheitszustand des Weichgewebes bestehen zwischen modernen Keramikimplantaten und Titan demnach keine Unterschiede mehr. Allerdings zeigt Keramik, wie nun Prof. Dr. Andrea Mombelli aus Bern mit Untersuchungsserien und Daten aus über sieben Jahren belegte, erklärte Vorteile hinsichtlich periimplantärer Entzündungen. Die wenigen Implantatverluste geschahen ausschließlich in der Frühphase.

“Aktuelle Marktanalysen prognostizieren für Keramikimplantate in den nächsten Jahren eine Verzehnfachung des aktuellen Marktes”, wagte sich Dr. Simone Janner von der Universität Bern vor. Modernes ATZ- Aluminia Toughened Zirconia sei doppelt so bruchfest wie herkömmliches TZP-Zirkonoxid und in der Bruchstabilität sogar Titanimplantaten überlegen. Durch das zweiteilige Design könne man die gewohnten Protokolle übernehmen und auch preislich würden die Implantate durch moderne Produktionsmethoden kompetitiver. Dr. Janner schloss mit eindrucksvollen Fällen hochästhetischer metallfreier Restaurationen. Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit von Zahnarzt und Zahntechniker verdeutlichte ZTM Wolfgang Weisser aus Essingen. Mit dem zweiteiligen Zeramex XT und der Bolt-in-Tube-Innenverbindung aus einem steifen karbonfaserverstärkten Kunststoff vereinten sich ideal die Materialvorzüge der Keramik mit ausgezeichneter Stabilität und prothetischer Flexibilität. Dr. Jens Tartsch übernahm die Abrundung des Kongressthemas „Die Zeit ist reif für Keramik!“ mit der Präsentation der klinischen Vorteile der heute verfügbaren metallfreien verschraubten zweiteiligen Lösungen.

Keramik aus Leidenschaft Oralchirurgin Dr. Elisabeth Jacobi-Gresser aus Mainz, langjährige Anwenderin von Keramikimplantaten „aus Leidenschaft“, zitierte eingangs ihrer Ausführungen Prof. Dr. Tomas Albrektsson und seine Definition der periimplantären Veränderungen als Fremdkörperreaktion. Patienten mit einer Hyperreaktion im standardisierten und akkreditierten speziellen Titanstimulati-

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Den „schmalen Grat“ bei der Frontzahnästhetik behandelte Dr. Axel Scheffer aus Meerbusch. Der kieferorthopädische Lückenschluss sei für ihn obsolet, alternativ versorge er mit Klebebrücken, bis nach Abschluss des Wachstums die Lücke implantologisch versorgt werden könnte: „Unterschätzen Sie im Zeitalter von Facebook und Selfies nicht die Auswirkungen von vier Frontzähnen beim jungen Erwachsenen“. Allein diese alternative Behandlungsoption umfasse in Deutschland eine Zahl von 30.000 Implantaten in jedem Jahr.

„Periimplantitis ist ein Begriff aus der Titanwelt“, hatte Prof. Dr. Mombelli seinen Vortrag provozierend geschlossen – ein nur scheinbar gewagter, und in jedem Fall spannender Ausblick auf die weitere Entwicklung. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


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SESTRI LEVANTE

Chirurgie intensiv Einen Fixpunkt im Kalender bildet für engagierte implantologisch tätige Zahnärzte sowie Oral- und MKG-Chirurgen das alljährliche Intensivtraining im pittoresken Sestri Levante südlich von Genua, zu dem der Piezosurgery-Hersteller mectron Deutschland mit seiner dreitägigen theoretischen und praktischen Fortbildung zur Hart- und Weichgewebsaugmentation und -regeneration einlud. Zur „Entscheidungsfindung in der augmentativen Chirurgie“ trug am ersten Tag Dr. Dr. Andreas Stricker aus Konstanz bei. Bei den Mindestmaßen des Kieferkamms sieht er das gängige Standardmaß von minimal 6 mm Breite kritisch: „Sie brauchen einfach 2 mm Knochen um das Implantat für langfristig stabile Ergebnisse – damit sind Sie selbst bei einem Implantat-Durchmesser von 3,5 mm bereits über 7 mm“. Dr. Stricker schloss seine Theorie mit einer Demonstration teils sehr komplexer Block-Augmentationen und Entnahmetechniken für autologe Materialien und einem praktischen Teil mit Bonesplitting-, Bonespreading- und GBRTechniken.

werden kann. 25 aktuell laufende Studien beleuchten die verschiedenen Indikationen von der Rezessionsabdeckung über die Socket Preservation bis zur Vestibulumplastik. „Sehen Sie PRF nicht als Material, sondern als einen Katalysator, der andere Materialien befeuern oder stabilisieren kann“, so Dr. Ghanaati. Dankbar begrüßt wird das Konzept, die sachkundigen Referenten für jeweils einen vollen Tag zur Verfügung zu haben. Als lang-

Recall Recall Recall Priv.-Doz. Dr. Michael Stimmelmayr aus Cham ermöglichte mit den „Konzepten zur Stabilisierung des periimplantären Weichgewebes“ nach der Theorie den Schwerpunkt Hands-on zu genießen. Pfeilerzähne oder Implantate benötigen aufgrund ihrer Anatomie 4 mm statt der sonst üblichen 2 mm befestigte Gingiva für stabile Langzeitverhältnisse. Großvolumige Knochendefekte löst er statt mit Knochenblöcken gern mit der Khoury-Schalentechnik und partikulärem Material. Schnittführungs- und Entnahmetechniken konnten während des gesamten Nachmittags praktisch eingeübt werden. „Wir bearbeiten ein Thema, heute aus einem anderen Blickwinkel“, eröffnete Priv.-Doz. Dr. Dr. Dr. Shahram Ghanaati aus Frankfurt den letzten Kongresstag zum spannenden Thema „PRF eine natürliche Quelle zur Knochen- und Weichgeweberegeneration“. Biomaterialien sollten bestmöglich keine Fremdkörperreaktion erzeugen, um ihr regeneratives Potential zu entfalten. Unterstützend kann PRF mit einem Zusammenspiel aus Thrombozyten, Fibrin, Leukozyten, Plasmaproteinen und Wachstumsfaktoren als „biologisches Arzneimittel“ die Wundheilung und Regeneration unterstützen. Das Besondere beim PRF-Verfahren (Choukroun) sei das Low-Speed-Zentrifugier-Konzept LSCC, über das – auch in einem gleichzeitigen Arbeitsschritt im Gerät – APRF in solider oder I-PRF in flüssiger Form gewonnen, eingesetzt Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Volle Hütte beim Hands-On.

jährige Wegbegleiter der Veranstaltung bekamen auch Geistlich Biomaterialien, Wegmann Instrumente und Aesculap viel Lob, deren kompetente Vertreter nicht nur an ihren Ausstellungsständen Rede und Antwort standen, sondern die Teilnehmer auch in den praktischen Programmteilen großzügig mit Instrumenten und Verbrauchsmaterialien versorgten. Einmal vor Ort lohnte auch eine Besichtigung des Mectron-Werks im nahen Carasco. Massimo Lemetti, Geschäftsführer, berichtete: „Auch für künftige klinische Herausforderungen darf man von uns ausgereifte Antworten bei Geräten und Instrumenten erwarten“. K

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31.05.-02.06.2018 Sestri Levante 95


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BARCELONA

Cloud Dentistry Über 450 Teilnehmer aus den entlegensten Teilen der Welt hatten sich Anfang Juni zum 5. European Scientific Meeting der MegaGen in Barcelona eingefunden. Die Mehrheit zeigte sich dabei vertraut mit hoch anspruchsvollen Techniken, und sah an den zwei programmatisch der Digitalisierung in der dentalen Implantologie verschriebenen Tagen und den vier vorgeschalteten Workshops ihre hohen Erwartungen erfüllt. Lebendig und aufgeräumt begrüßte Dr. Miguel Stanley aus Portugal die Teilnehmer aus aller Welt fließend in mehreren Sprachen. Eine aktuelle Studie zeigt für den konventionellen implantatchirurgischen und -prothetischen Workflow inklusive Laborzeit einen Zeitaufwand von über 223 Minuten, für den vollständigen digitalen Prozess nur knapp über 75 Minuten. „Wenn Sie aber denken, ‘Ich bin hier der Zahnarzt und damit der Nabel der Welt’ werden Sie nicht Teil der dentalen Zukunft sein“, betonte Stanley die Wichtigkeit der Vernetzung, des Cloud-Denkens und der Teamarbeit bei digital gesteuerten Prozessen. Kliniker und Techniker, Chirurgen und Prothetiker können künftig sogar über Kontinente hinweg bei der Wiederherstellung funktionaler und ästhetischer Ergebnisse zusammenarbeiten.

Brain guided implantology Dr. Scott Ganz aus den USA nennt sein Konzept auch “Brain guided Implantology“: Mittels profunder 3D-Diagnostik, digitaler Behandlungsplanung und schablonengeführter Chirurgie vermeidet er chirurgische Positionierungsfehler und prothetische Komplikationen. ”3D-Planung beginnt lange vor dem ersten Scan”, so Dr. Ganz. Dr. Laurent Sers aus Frankreich erinnerte daran, bei allen neuen technologischen Optionen die biologischen Grundsätze nicht zu vergessen. Die Regeln und Prinzipien der Osseointegration blieben auch in der digitalen Welt dieselben. Hinsichtlich der Zuverlässigkeit geführter Systeme ergab eine Studie von Vermeulen et al. mit erfahrenen Chirurgen beim freihändigen Vorgehen bis zu dreifach höhere Abweichungen als bei schablonengeführter Chirurgie. Dr. Jong Cheol Kim steht dem Eureka R2 Entwicklungsteam von Megagen vor – R2Gate als Grundlage der Versorgung in einer Sitzung ist eines der beeindruckenden Ergebnisse. Durch die Verbindung der DICOM-Daten mit dem STL-Modell eliminiert man viele der immer noch vorhandenen Fehlerquellen und Divergenzen bei der 3D-Diagnostik oder dem digitalen Scan und kann noch vor dem Eingriff die prothetischen Komponenten über CAD/CAM-Prozesse erstellen lassen. Zahntechniker Ashley Byrne aus U.K. arbeitet inzwischen zu 95 % digital und zeigte in seinem Vortrag den perfekten Kommunikationsablauf zwischen Klinik und

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Labor. Über den digitalen Workflow sei das Berufsbild des Technikers und das Teamwork mit dem Zahnarzt auf eine gänzlich neue Ebene gehoben worden.

Endziel digitale Prozesse Der Nachmittag gehörte mit Dres. Ramon Gomez Meda, Nicolas Aronna, Raquel Zita Gomes und Oscar Alonso Gonzalez temperamentvollen spanischen Lokalmatadoren, die mit Synergien der digitalen mit analogen Prozessen, CAD/CAM-Fertigungstechniken und durchdachten digitalen Protokollen den aktuellen Stand zusammenfassten. Dres. Francesco Mangano und Fabrizia Loungo aus Italien präsentierten eine Methode für CAD/CAM-gefertigte Knochenblöcke und Dr. Miltiadis Mitsias aus Griechenland setzte einen letzten Höhepunkt mit der Präsentation der innovativen Root Membrane Technik: Hierbei bleibt der bukkale Anteil des zu entfernenden Zahnes in Salsa – mit solchen Referenten der Alveole stehen und macht Digitalisierung Spaß! wird für die spätere Aufnahme des Implantats präpariert. Damit bleibt der Bündelknochen nach vestibulär erhalten und der Restzahn wird zu einer Unterstützung der vestibulären Lamelle. Dr. Mitsias hebt hervor, dass es für den richtigen Einsatz der neuen Techniken ausreichend Erfahrung bedürfe. In den Pausen beschäftigten sich die Teilnehmer interessiert mit den Angeboten von MegaGen – neben dem AnyRidge ImplantatSystem stieß vor allem das R2Gate-Konzept, das Mica-Kit für den krestalen Sinuslift, das Mega ISQ und das brandneue Root Membrane Kit auf reges Interesse. K Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017


Prange in pip

Der geteilte Zahnarzt – was tun? Zahnärzte – egal ob weiblich oder männlich – haben aus unternehmerischer Sicht eine schwierige Position. Denn einerseits sind sie in den meisten Fällen der maßgebliche Leistungserbringer und andererseits gleichzeitig Chef und Inhaber der Firma. Was muss ein solchermaßen leicht irritierter Med-Dent-Mensch nun grundsätzlich bedenken und ständig im Blick haben? Na klar, sagen Sie: Das Wichtigste ist die Medizin, auf die sich ja wohl jeder Zahnarzt konzentrieren sollte. Das stimmt und ist auch gut, aber für den Unternehmer im Zahnarzt nicht ausreichend. Am Anfang jeder großen Grübelei steht das Unternehmen, das, wie schon erwähnt, mit bestimmten medizinischen Leistungen auf dem großen Markt der Möglichkeiten sein Glück versucht. Nun denkt jeder, dass die Leistungen eines Zahnarztes wohl ziemlich klar sind: Zähne reparieren, Zähne ziehen und ersetzen und natürlich auch Zähne erhalten. Bei all den fachlichen Glücksgefühlen haben viele Zahnärzte verdrängt, dass ihre Leistungen von ihrem Unternehmen erbracht werden und nicht von ihnen alleine. Und hier lauert das Dilemma. Abhilfe könnte das „Hamburger Systemische Unternehmensmodell“ schaffen, das weltweit seine Anwendung findet. Danach wird jedes Unternehmen intern von drei wesentlichen Faktoren beeinflusst: 1.) Menschen, 2.) Ausstattung und 3.) Strukturen. Hinter den Strukturen verbergen sich die Prozesse, die Hierarchie und die Befugnisse. Hamburger Wissenschaftler haben festgestellt, dass bei jeder Veränderung und Entwicklung die Strukturen genau betrachtet werden müssen. In einem Unternehmen dominieren Strukturen alles andere.

„Wenn ich eine Zahnarztpraxis coache, schaue ich immer genau auf die Strukturen. “

Das systemische Unternehmensmodell

Markt

(Patienten) Ertrag Geld Ansehen Image

€ €

€ €

↑ Philosophie

Unternehmen Zahnarztpraxis Menschen

Reibungsverluste in der Kooperation, Stress oder Ärger sind zum größten Teil auf schlechte Abläufe, mangelhafte Prozesssicherheit oder nachlässige Konsequenz in der Führung und Durchsetzung der Strukturen zurückzuführen. Wenn ich eine Zahnarztpraxis coache, schaue ich immer genau auf die Strukturen. Viele Fehler sind Folge eines Overload – zu viel in zu kurzer Zeit, schlechte Koordination, schlecht trainierte Tätigkeiten. Zum Beispiel: Eine unter Zeitdruck erbrachte fehlerhafte Dateneingabe im Behandlungszimmer führt zu Stress bei der Abrechnungsmitarbeiterin, zu genervten Fragen und letztlich zum Verlust von Einnahmen.

Leistungen

Prothetik Endo Kons Implantologie Ästhetik ???

Was aber kann ein Zahnarzt tun? Er kann nicht gleichzeitig das Team und die Abläufe führen und dann auch noch die Patienten hochqualifiziert behandeln. Wer führt die Praxis während der Präp oder der Operation? Und überhaupt: Sollte ein Zahnarzt generell im Tagesmanagement aktiv sein? Nein, er sollte „lediglich“ die Ziele, die medizinische Konzeption, die Budgets, den Personalplan und die inneren Gesetze festlegen. Dies alles im Tagesmanagement durchzusetzen, dafür benötigt der Zahnarzt eine Stellvertretung, die seine Vorstellungen innerhalb klarer Strukturen konsequent umsetzt und auch durchsetzt.

Weil wir dieses psychiatrisch verdächtige Dasein eines Zahnarztes erleben konnten, haben zwei emsige Zahnärzte und ich vor über 20 Jahren die „Ausbildung zur Praxismanagerin“ konzipiert. In dieser sechstägigen Crash-Weiterbildung lernen die Damen unter anderem, wie sie das systemische Unternehmensmodell im Praxisalltag umsetzen. Ab jetzt gibt es bei Störungen, Stress und Ärger zunächst nur einen Schuldigen: die Struktur. Keine Schuldzuweisungen, keine Anklagen mehr, nur noch Lösungen. Sie glauben gar nicht, welch positive Wirkung das hat. Natürlich muss die Praxismanagerin die Ziele des Chefs erfahren, seine Konzeption und seine Philosophie kennen, um eine Orientierung zu haben. Da jeder Zahnarzt natürlich alles parat hat, lächelt er und gibt ihr gerne diese Informationen. Und wenn er nichts von all dem hat, hilft ihm seine Stellvertreterin dabei, es bald zu haben. Also keine Panik. Kurzum: Unternehmergeist + Medizinerherz vereint – auch das kann leicht sein. K

Struktur

Ausstattung

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 4 | 2017

Herbert Prange, (Diplompädagoge), Journalist und Psychologietrainer für Führungsnachwuchs ist einer der gefragtesten Psychologieredner auf Kongressen. Er ist bekannt für seine kurzweiligen und tiefgründigen Seminare und Vorträge.

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pip Editorial Advisory Board Prof. Dr. Marcus Abboud Bonn und Lexington, Kentucky, USA Associate Dean for Digital Dentistry

Dr. Michael Claar Kassel Implantologie, Oralchirurgie

Dr. Pantelis Petrakakis Düsseldorf Fachzahnarzt für ÖGW, Fachjournalist, Epidemiologie, Statistik, Dental Public Health

Dr. Önder Solakoglu Hamburg MCD, MSc. Implantologie, Parodontologie

Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas Halle an der Saale MKG-Chirurgie, Knochenund Weichgewebsmanagement, EBM, Hygiene und Infektiologie

Dr. Bernhard Giesenhagen Kassel Implantologie, Augmentation

Dr. Volker Rabald Mengkofen Hart- und Weichgewebschirurgie, Implantologie

ZTM Gerhard Stachulla Mühlhausen Galvano-Kombitechnik, CAD/CAM-Techniken, Implantatprothetik

Dr. Dr. Eduardo Anitua Vitoria (Alava)/Spanien Regenerative Medizin, Implantologie, Prothetik

Prof. Dr. Joachim S. Hermann Stuttgart Implantologie, Parodontologie, Ästhetische Zahnmedizin

Dr. Peter Randelzhofer München Implantologie, Prothetik

Dr. Thomas Staudt Frankfurt/Main Implantologie, Laserzahnheilkunde

ZA Tobias Bauer Singen Allgemeinzahnarzt, Parodontologie, Fachjournalist

Dr. Oliver Hugo Schweinfurt Implantatchirurgie, Implantatprothetik MSc Parodontologie, MSc Implantattherapie

Prof. Dr. Thomas Ratajczak Sindelfingen, Ulm Medizinrecht, Sozialrecht

Dr. Marius Steigmann Ann Arbor, USA Adjunct Clinical Associate Professor University of Michigan

Dr. Georg Bayer Landsberg Implantologie, Knochenregeneration, Prothetik, Past Präsident DGOI

Dr. Doreen Jaeschke Sangershausen Fachzahnärztin für KFO, Freie Journalistin für Medizin und Zahnmedizin

Dr. Stefan Ries Wertheim Implantologie

Dr. Dr. Alexander Steiner Berlin Implantologie, Epithetik

Dr. Angela Bergmann Düsseldorf Fachzahnärztin für ÖGW, Fachjournalistin, Infektionshygiene

Dr. Mario Kirste Frankfurt/Oder Implantologie, Bone-Management

Prof. Dr. Georgios Romanos Stony Brook, New York, USA Professor School of Dental Medicine Dept. of Periodontology

Priv.-Doz. Dr. Dr. Philipp Streckbein Limburg und Gießen Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie, Implantologie, Knochenmanagement

Dr. Fred Bergmann, Viernheim Oralchirurgie, Implantologie, PA Präsident DGOI, ICOI

Dr. Christian Köneke Bremen CMD-Therapie, Implantologie, Parodontologie

Prof. Dr. Dr. Daniel Rothamel Mönchengladbach Implantologie, Augmentationen, Biomaterialien, MKG-Chirurgie

Dr. Georg Taffet Rielasingen-Worblingen Msc. Implantologie und Orale Chirurgie

Dr. Sven Marcus Beschnidt Baden-Baden Implantologie, Spezialist für Prothetik

Dr. Henriette Lerner Baden-Baden Implantologie, Parodontologie und Ästhetische Zahnheilkunde

Priv.-Doz. Dr. Dr. Markus Schlee Forchheim Implantologie, Parodontologie

Dipl. ZT Olaf van Iperen Wachtberg Implantologie, Ästhetik

Dr. Peter Bongard Moers Behandlungsplanung (funktionell/ästhetisch), Implantologie, Parodontologie

Dr. Aninka Ludwig Berlin Spezialistin Prothetik, Implantologie

Dr. Doris Seiz Kelsterbach Implantologie, Oralchirurgie

Dr. Bastian Wessing Aachen Implantologie, Implantatprothetik, Hart- und Weichgewebsmanagement, GBR, Sofortimplantationen

Dr. Claudio Cacaci München Implantologie, Implantatprothetik

Dr. Wolf-Ullrich Mehmke Chemnitz Implantologie, Laserzahnheilkunde

Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets Hamburg, MKG-Chirurgie, Implantologie, Hart- und Weichgewebsmanagement, Biomaterialien

Dr. Dr. Bijan Zahedi Ratingen Implantologie

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8. Jahrgang 2017 Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 8, gültig ab 12.08.2016 Druckauflage: ...........................15.020 Expl. Verbreit. Auflage: ..................... 15.000 Expl. IVW-geprüft III. Quartal 2017 Mitglied der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. Diese Ausgabe enthält Beilagen von: 32 Schöne Zähne, Condent GmbH, Mectron Deutschland Vertriebs GmbH, medentis medical GmbH, Natural Dental Implants AG, pipVerlag, Zantomed GmbH.

Termine: pip Ausgabe September 2017 Redaktionelle Beiträge:................22.08.2017 Anzeigenbuchungen: ..................ausgebucht Beilagen:......................................ausgebucht

Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 44 | 2017 Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip | 2017


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Badstr. 5 83714 Miesbach www.pipverlag.de

pip Praktische Implantologie und Implantatprothetik - Heft 4 - August 2017  

„Keine billigen Materialien, die rosten“ stand auf der Wunschliste eines Befragten bei einer von Nobel Biocare initiierten Patientenumfrage...

pip Praktische Implantologie und Implantatprothetik - Heft 4 - August 2017  

„Keine billigen Materialien, die rosten“ stand auf der Wunschliste eines Befragten bei einer von Nobel Biocare initiierten Patientenumfrage...

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