„2021 kommt es dick“

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Der „Freilichtabend“ auf dem Kirchplatz in Prad war gut besucht.

125 Jahre FF Prad Festchronik vorgestellt. Mehr als nur die Geschichte der Feuerwehr. PRAD - Eigentlich hätten die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums „125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Prad“ zu Pfingsten 2020 beginnen sollen, aber das Corona-Virus brachte auch diese Pläne durcheinander. „Gebührend begehen werden wir dieses Jubiläum aber trotzdem“, sagte der Kommandant Ronald Veith am Abend des 11. Juli auf dem Kirchplatz in Prad. Dort hatten sich unter der strengen Einhaltung der Covid-19-Sicherheitsbestimmungen viele Feuerwehrleute und Funktionäre aus Prad und darüber hinaus, zahlreiche Praderinnen und Prader sowie viele Ehrengäste eingefunden. Zum Auftakt des Abends im Freien wurden Fotos und Filmbeiträge gezeigt, zusammengetragen und bearbeitet von den Filmfreunden Prad-Stilfs. Die Bilder und Filmausschnitte aus den Archiven der Filmfreunde und der Feuerwehr vermittelten einen anschaulichen Einblick in die vielfältige Tätigkeit der Wehr, die weit über das Löschen von Bränden und anderen Einsätzen hinausreicht. Für den Schnitt und Ton konnte Peter Grutsch gewonnen werden. Umfassend und bis ins Detail nachgezeichnet hat die Geschichte der Prader Feuerwehr von der Gründungszeit bis herauf in die Gegenwart Werner Altstätter. Er konnte vor rund 3 Jahre dazu „überredet“ werden, die Festchronik zum Jubiläum zu verfassen. Dass er mit viel Ein-

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DER VINSCHGER 23-24/20

Kommandant Ronald Veith (links) und Werner Alststätter, der Verfasser der Festschronik.

satz und freiwilliger Kleinarbet ein „tolles Werk“ geschaffen hat, wie Ronald Veith das Buch bezeichnete, zeigte sich schon bei der Vorstellung. Der maßgebliche Auslöser für die Gründung der Feuerwehr im Jahr 1895 war ein Großbrand gewesen, bei dem am 20. September 1888 (Markttag zu Matthäus) 15 Wohnhäuser samt Stall und Stadel in Flammen standen. 42 Familien bzw. Parteien waren betroffen. Nichts konnte gerettet werden. Eine organisierte Feuerwehr gab es nicht. Den Titel „Armut, Not, Feuer- und Wasserkatastrophen“ hat der Autor Werner Altstätter nicht von ungefähr gewählt, denn Prad und seine Fraktionen

und Weiler wurden in der Vergangenheit oft von Bränden, Überschwemmungen und anderen Katastrophen heimgesucht. Neben den Schadensereignissen und Einsätzen von damals bis heute beleuchtet die Festschronik auch die personelle Entwicklung der Feuerwehr, das Wirken der jeweiligen Kommandanten und weiterer Führungskräfte, die schwierigen Zeiten unter dem Faschismus, die nicht immer leichte Anschaffung von Geräten und Fahrzeugen, den Umzug vom „Spritzenhaus“ zur neuen Feuerwehrhalle und deren Ausbau zu einem modernen Zivilschutzzentrum. Vom „Spritzenhaus“ zum Zivilschutzzentrum Auch auf die Ausbildung der Wehrleute geht der Autor ein, auf Übungen, auf die Teilnahme an Bewerben, den Aufbau freundschaftlicher Beziehungen zu den Feuerwehren des Landkreises Neu-Ulm, die Rolle der Feuerwehr im Vereinsleben in Prad und in der gesamten Bevölkerung, auf die Jugendarbeit und die zunehmende Bedeutung der Frauen innerhalb der Feuerwehr. Zudem werden im Buch zum Teil tragische Einzelschicksale von Feuerwehrleuten und anderen Personen beleuchtet. Wie es im Laufe des Abends mehrfach hieß, ist es Werner Altstätter gelungen, mit dem


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