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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Mehr Referenten, hitzige Diskussionen Referenten werden aufgestockt, erhalten aber künftig weniger Geld. Güterwege sorgen im Latscher Gemeinderat für laute Diskussionen. LATSCH - „Wir sind vollzählig. Das gab es schon lange nicht mehr“, stellte Bürgermeister Helmut Fischer in der vergangenen Woche zu Beginn der Gemeinderatssitzung in Latsch fest. Kein Wunder, schließlich standen einige „heiße Eisen“ auf der Tagesordnung. Die Aufstockung der Gemeindereferenten bei gleichem Gehalt – und somit einer Budgeterhöhung – stand ebenso zur Debatte wie ein seit vielen Jahren schon hitzig diskutiertes Thema: Die endgültige Übertragung der Güterwege im Gemeindegebiet von Latsch an das Bonifizierungskonsortium Vinschgau. Sozusagen zum „Aufwärmen“ war bei der Sitzung erst der Punkt über die Umbenennung der italienischen Bezeichnung des Morterer Äuelewegs von „via Ischietta“ in „vicolo Ischietta“ abgehandelt und einstimmig genehmigt worden. Der Grund: Eine „via Ischietta“ gebe es in Latsch bereits. Laut neuesten Vorschriften dürfe es im Gemeindegebiet nicht zwei Straßen mit der gleichen Bezeichnung geben.

Im Latscher Gemeinderat kam es zu ausgiebigen Diskussionen.

Referenten auch möglich, die verschiedenen Sparten besser zu berücksichtigen. Sepp Kofler, derzeit unabhängiges Ratsmitglied, stimmte dagegen und übte scharfe Kritik: „Bei dem bisher Geleisteten sehe ich keinen Sinn, den Gemeindeausschuss aufzustocken“.

Vielmehr sollten die derzeitigen Ausgaben für den Gemeindeausschuss nicht erhöht werden. Das bedeutet letztendlich, dass diese Mittel künftig unter fünf Referenten aufgeteilt werden, sprich: künftig erhält jeder Referent etwas weniger. Um die Entschädigung der Referenten doch noch aufzustocken, könnte der künftige Bürgermeister auf einen Keine volle Entschädigung Teil seines Gehaltes verzichten, Ein Großteil der Gemeinderäte wie einige Gemeinderäte mit ZwiAufstockung „politisch klug“ war der Meinung, dass mit einer schenrufen meinten. Diese MögWas die Aufstockung der Refe- Aufstockung des Gemeindeaus- lichkeit gelte es zu prüfen. Bei renten von vier auf fünf angehe, schusses die einzelnen Referenten der Abstimmung sprachen sich sprach sich der Gemeinderat klar entlastet werden würden. Daher lediglich zwei Ratsmitglieder für dafür aus. Somit werden ab der sei es auch nicht gerechtfertigt, die Zuerkennung der vollen Entneuen Verwaltungsperiode sechs dass der zusätzliche Referent die schädigung an alle fünf ReferenPersonen des 18-köpfigen Rates volle Entschädigung von jährlich ten aus. Bürgermeister Helmut den Ausschuss bilden, der Bürger- rund 22.000 Euro brutto erhalte. Fischer und Referent Mauro Dalla meister und fünf Referenten. Der Tenor: Eine Aufteilung der Arbeit sei sinnvoll. Zudem sei es ein politisch kluger Schachzug. „Bei der Bildung des Gemeindeausschusses müssen die Fraktionen, also Morter, Goldrain und Tarsch bedient werden. Außerdem ist die Frauenquote zu beachten“, erklärte Gemeindereferent Robert Zagler. Der Spielraum sei bei vier Referenten recht gering. Eine Aufstockung schaffe mehr Möglichkeiten. So sei es mit mehr Mehrere Feldwege könnten an das Bonifizierungskonsortium übergehen. 10

DER VINSCHGER 09/20

Barba, die im Mai beide für das erste Amt in der Gemeinde kandidieren, sprachen sich nach der Anhörung der Gemeinderäte wie der Großteil gegen eine Budgeterhöhung aus. Fischer hatte zuvor jedoch betont, dass er auch eine Aufstockung bei gleich bleibenden Bezügen befürwortet hätte. Streitthema: Güterwege Enttäuscht zeigte sich Fischer von der Vertagung des Punktes der endgültigen Übertragung der Güterwege an das Bonifizierungskonsortium Vinschgau. Fischer selbst hatte den Punkt auf die Tagesordnung gesetzt. Nach vielen Jahren sei es Zeit für eine Entscheidung. „Lange Zeit war es gar nicht möglich, dass Gemeindewege unentgeltlich an das Bonifizierungskonsortium übergehen können. Nun ist es dank eines Gesetzes, welches es nur in Südtirol gibt, möglich“, erklärte Fischer. Zur Erinnerung: Feldwege und dergleichen, die keinen sozialen oder touristischen Charakter haben und somit nicht von öffentlichem Interesse sind bzw. keine wichtige Verbindung darstellen sowie auch nicht zu Hofstellen oder Wohnhäusern