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Ausgabe III / 2016

Preis: 6,50 €

Kultipp

Wiesbadener Für Genießer und Neugierige: Kulinart Frankfurt InterWhisky Frankfurt

Exground Filmfest:

Stadtfest Premiere:

1. Wiesbadener Kunstpfad

Filme im Schloss:

18. Internationales Trickfilmwochenende

Focus Iran

Tatorte Kunst:

Rundgang mit Einblicken

Bernd Schneider, Kunstaktion bei Tatorte Kunst 2016


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Inhalt

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Anna Bieler, Wintermärchen. Ausstellende Künstlerin bei „Tatorte Kunst 2016“

SCHATZ

& SCHÄTZE

„GUTE WERKE“ MENSCHEN

GALATEA ZISS

& MEINUNGEN

GAUMENKITZELEIEN

KULLINART FRANKFURT INTERWHISKY KULTUR

& KREATIVES

EXGROUND

FILMFEST

INT. TRICKFILMFESTIVAL TARBUT WIESBADENER KUNSTPFAD THEATER RHEIN-MAIN BRÜSSELS DESIGN MARKET DIE DEUTSCHEN & DIE POLEN IMF – SPÄTLESE STADTMUSEUM WIESBADEN FRAU JANSSENS MUSS WEG 25 JAHRE WMK NEAPEL IN WIESBADEN SANDRA HEINZ: ZEIT VOM PARK IN DEN SARG TATORTE KUNST MUSIK IM PARK THEATER ZEITLOS EHE DER HERBST VERGEHT MAGAZIN

KULTOUREN

UNTERNEHMEN

S. 4 S. 6 S. 9 S. 12 S. 14 S. 17 S. 20 S. 22 S. 25 S. 28 S. 30 S. 33 S. 34 S. 35 S. 36 S. 37 S. 38 S. 40 S. 50 S. 52 S. 53 S. 54 S. 41

& MÄRKTE

SEG FEIERT RICHTFESTE

S. 54

WMK-Direktor und Christoph Nielbock

Ganz Wiesbaden steht Kopf? Das behauptet zumindest der Künstler Bernd Schneider, und er will es uns allen zeigen am 2. November beim Rundgang „Tatorte Kunst”. Also aufgepasst, lassen Sie sich auf einen Versuch ein, die Welt einmal andersherum zu sehen (S. 50). Die “Filmstadt Wiesbaden” erlebte ihre erste Blütezeit in den 1950er Jahren, die zweite Blütezeit dürfen wir heute bewundern – und als Besucher daran teilhaben. Noch wenige Wochen, und das sehr renommierte, mittlerweile 29. „Exground”-Filmfest wird wieder zahlreiche Cineasten anlocken (S. 14) Sehr gut besucht ist auch das Internationale Trickfilmfestival im Biebricher Schloß, das hochkarätig „laufende” Bilder, Shorties und trickreich flimmernde Kunstwerke präsentiert (S. 17) In Wiesbaden tätig ist Andrzej Klamt, der gerade eine vierteilige Filmreihe für das ZDF produziert hat. “Die Deutschen und die Polen” bringt europäische Zeitgeschichte ins Fernsehen (S. 30). Auch „museal” ist diesen Herbst viel in Bewegung. So bringt das Landesmuseum Neapel nach Wiesbaden. Mit spektakulären Leihgaben lässt das Museum Wiesbaden für vier Monate dieses goldene Zeitalter der italienischen Malerei in der Hessischen Landeshauptstadt wieder aufblühen (S. 37). Wenige hundert Meter davon entfernt öffnet das Stadtmuseum am Markt, kurz SAM, ab sofort seine Türen. Das Projekt mit bewegender Vor- und Entstehungsgeschichte ist endlich realisiert worden. Wir sind gespannt (S. 34). Das und vieles mehr bietet das vorliegende Magazin. Da wünschen wir Ihnen wie immer viel Vergnügen mit Kunst, Kultur und Kulinarik.

IMPRESSUM: Herausgeberin, Gesamtkoordination & Gestaltung: media futura • Inh. Petra Esser • Postfach 4122 • 65031 Wiesbaden • Tel. 0611.504.53.11 • Fax: 0611.504.59.98 • www.media–futura.de • mail@media–futura.de • Firmensitz: Balduinstraße 28, 56856 Zell/Mosel • Redaktion: Petra Esser, Tobias Mahlow, Gesine Werner, Konstantin Mahlow • Gestaltung: Petra Esser • Anzeigenleitung: Tobias Mahlow • Titelbild: Bernd Schneider, Titel seiner Kunstaktion zu „Tatorte Kunst 2016“ in Wiesbaden Mitte • Vignetten: Bernd Schneider • Druck: Printgroup GmbH & Co. KG, 97526 Sennefeld • Redaktionsschluss für die Ausgabe IV/2016: 20.11.2016 • Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages • alle Fotos und Logos wurden uns – wenn nicht anders dokumentiert – von den porträtierten Personen/Institutionen zur Verfügung gestellt.

WIR HABEN DEN STEIN DER WEISEN GEFUNDEN.

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T FN E F Ö GE SO DI – H R 7U 11 – 1

Stadtmuseum am Markt Marktkeller ( Marktplatz 2– 4) , 65183 Wiesbaden Geöffnet täglich außer montags, 11 bis 17 Uhr www.wiesbaden.de/stadtmuseum

WIESBADENER 3


SCHATZ

&

SCHÄTZE

Christiane Steitz,

Künstlerin, Jahrgang 1948 Lehramtsstudium in Mainz in den und anschlieFächern Kunst, Werken und Biologie Wiesbadeund ßender Lehrtätigkeit an Frankfurter lleiteSchu nde rete ner Gymnasien; zuletzt stellvert en. sbad Wie in raße rin an der IGS Kastellst

Susanne Geiger,

Goldschmiedemeisterin, feilgold Ausbildung zur Goldschmiedin an der Goldschmiedeschule in Pforzheim und bei der bekannten Mainzer Goldschmiedin Renate Demmerle, anschließend Studium der Kunstgeschichte und Ethnologie an der Berliner FU. Selbständige Goldschmiedin mit eigener Werkstatt und langjähriger Erfahrung. Im Frühjahr 2016 wurde mit der bestandenen Prüfung zur Goldschmiedemeisterin das fehlende i-Tüpfelchen gesetzt. „Die Faszination von Hammer und Amboss, offenem Feuer und fließendem Metall hat mich in den 80er Jahren dazu bewogen, den Beruf der Goldschmiedin zu ergreifen”, so Susanne Geiger. Seither ist die begeisterte und inzwischen frischgebackene Meisterin mit Leib und Seele dem fließenden Metall „verfallen”. Klassische Kombinationen mit Edelsteinen sind in ihren Arbeiten ebenso zu finden, wie die Verbindung mit Naturmaterialien. In ihren Kollektionen setzt sie sich auch stets mit kulturellen Einflüssen auseinander und öffnet sich gerne für Experimentelles. Sozial engagiert sie sich zur Zeit als Flüchtlingspatin. www.feilgold.de info@feilgold.de

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MADE IN WIESBADEN

e Steitz mit Seit 2011 beschäftigt sich Christian vom reinen Scherenschnitten. Schnell ging sie Malerei, oft mit en Scherenschnitt zu Kombination erial Papier Mat Das r. übe mit Tuschezeichnungen „Man darf ten. rbei bea zu t ist preiswert und leich en spiedürf bnis Erge und lt Inha . experimentieren sein”, g ichti lerisch, verletzlich, zart und auch unw eitsArb le idea so Christiane Steitz. Papier ist das alem sozi mit oft , ekte Proj material für ihre diversen . hen Engagement einherge n- und kunstNeben ihrem intensiven Künsterinne stiane Steitz Chri ererzieherischen Leben war und ist sie Koordiist 2015 Seit stets auch sozial engagiert. . EVIM bei atin natorin und Flüchtlingsp www.christiane-steitz.de; christiane-steitz@gmx.de


SCHATZ

&

SCHÄTZE

S

chon in der Bibel wird davor gewarnt, sich mit dem Haarschmuck und Geschmeide zu beschäftigen: Gute Werke sind das Ziel. Mit Witz und Ironie wollen die Goldschmiedemeisterin Susanne Geiger (feilgold) und die studierte Kunsthandwerkerin Christiane Steitz ihre „Guten Werke“ miteinander und zum Teil auch in Komposition präsentieren und in einer gemeinsamen Ausstellung zeigen. Hierfür öffnet Susanne Geiger im Oktober wieder ihre Werkstatt. Vernissage: 8. Oktober 2016 von 15-18 Uhr Die Ausstellung ist geöffnet vom 10.10. – 15.10.2016, von 10 – 18 Uhr Atelier / Workshops Am Schlosspark 103 65203 Wiesbaden 0611- 45 03 286 0171- 31 34 456 info@feilgold.de Bis Dezember wird dann die aktuelle Schmuckkollektion von Susanne Geiger noch zu sehen und zu erwerben sein. Die Werkstatt ist in der Regel montags bis freitags von 10 – 16 Uhr geöffnet. Wer sicher gehen will, vereinbart einen Termin (0611- 45 03 286).

“Nicht Haarschmuck, Gold, Perlen seien Ohrschmuck, sondern Gute Werke (Thimotheus 2,9-10)

... Und natürlich können auch persönliche Anfertigungen in Auftrag gegeben werden. Für die Vorweihnachtszeit plant Susanne Geiger die Präsentation von Ikonen. Aber lassen Sie sich überraschen; näheres in der Dezember-Ausgabe des Magazins, das am 1.12.2016 erscheint. alle Fotos: Iris Kaczmarczyk

WIESBADENER 5


MENSCHEN

&

MEINUNGEN

Paris und London. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums zur Modedesignerin an der Deutschen Meisterschule für Mode in München und zeitgleicher Prüfung zur Maßschneidermeisterin, kehrte sie dann nach Wiesbaden zurück, um hier ihre Vorstellungen von zeitgemäßer Mode zu realisieren. Ihre Kollektionen präsentiert die Modedesignerin in ihrem Wiesbadener Showroom. Die einzelnen Modelle werden auf Bestellung passgenau nach Maß in ihrer angrenzenden Werkstatt angefertigt. Dabei legt sie auf traditionelle, hochwertige handwerkliche Verarbeitung Wert. Anhand der Individualanfertigung möchte sie höchsten Qualitätsansprüchen an Verarbeitung, Passform und Tragekomfort gerecht werden, die Langlebigkeit der Bekleidung gewährleisten, einen entschleunigten Konsum bieten und Massenproduktion entgegentreten. Dabei sollten die individuellen Wünsche der Kunden und ihre eigenen Prinzipien in Einklang kommen. Denn Galatea Ziss verfolgt ein konsequent nachhaltiges Konzept.

G

eschafft. Das erste Jahr der Selbstständigkeit ist vorüber und Galatea Ziss sieht sich und ihr Projekt auf dem richtigen Weg. Am 11. September 2015 eröffnete sie in ihrer Heimatstadt Wiesbaden ihr erstes Atelier – Galateas Ziss´”Atelier für Bekleidung” am Kaiser-Friedrich-Ring 8.

Die Grundlagen für diesen wichtigen beruflichen Schritt waren gelegt, ihre Ausbildungen passten genau. Nach Abitur und einer klassischen Ausbildung zur Maßschneiderin bereiste sie zuerst die Welt, entdeckte dabei Schätze an traditionellen, kunsthandwerklichen Verarbeitungsmethoden und arbeitete für namhafte Designer in

So arbeitet sie möglichst regional, nachhaltig und umwelt- und sozialverträglich in jedem Bereich ihres Unternehmens. Bewusster Konsum, kritisches Hinterfragen und der Wille, Verantwortung zu übernehmen - das sind die Grundlagen ihrer Arbeit. Durch individuelle Maßanfertigung bietet Galatea Ziss langlebige und exklusive Kleidung mit bleibendem Wert und ein bewusstes und entschleunigtes Konsumerlebnis. Denn sie bevorzugt traditionelles Handwerk im Gegensatz zu Massenproduktion und Wegwerfmentalität Bei der Herstellung ihrer Kollektionen berücksichtigt sie auch soziale

Entschleunigung, maßgefertigt 6

MADE IN WIESBADEN


MENSCHEN

&

MEINUNGEN

und ökologische Aspekte in der gesamten Wertschöpfungskette: So verwendet sie regionale, natürliche und nachwachsende Rohstoffe und wertvolle Materialien, die in sorgfältig ausgewählten Manufakturen und Familienbetrieben in Deutschland und den angrenzenden EU-Ländern produziert werden. Baumwolle und Seide verwendet sie ausschließlich in zertifizierter Bio-Qualität. Sie produziert mit erneuerbaren Energien und arbeitet fast ausschließlich mit inhabergeführten Betrieben zusammen. Was ihren Stil betrifft, so orientiert sie sich stark an den Reformbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als traditionelles Handwerk und künstlerische Gestaltung zum ersten Mal eine enge Verbindung eingingen. Ein Vorbild für Galatea Ziss, welche die Trennung der beiden Bereiche überwinden will. Im Frühjahr dieses Jahres präsentierte sie ihre Kollektion „Konstruktion und Reduktion”, in bewusster Anlehnung an den russischen Konstruktivismus Anfang des 20. Jahrhunderts. Dabei hat sich die Designerin an reduzierter LinienWIESBADENER 7


MENSCHEN

&

MEINUNGEN

führung und minimalistischer Farbauswahl der konstruktivistischen bildenden und angewandten Kunst orientiert, insbesondere am Werk Varvara Stepanovas und Ljubov Popovas. Zudem zeigt die Kollektion kostümhistorische Zitate an die tatsächliche damalige Bekleidung der konstruktivistischen Künstlerinnen und Künstler, interpretiert in den Sommer 2016. Die Kollektion spielt mit klassischen Elementen in zeitgenössischer Interpretation. Die Modelle sollen über einen langen Zeitraum und zu vielen Gelegenheiten getragen und geschätzt werden können. Die aktuelle Kollektion „Murnau“ – erste Fotos hat sie dem WIESBADENER zur Verfügung gestellt – ist inspririert von den Werken der expressionistischen Künstlerin Münter und zeigt kräftige Farben, starke Kontraste und ungewöhnliche Materialkompositionen. In Kombination mit einer sachlichen Linienführung, die sich an historischen japanischen Kimonos orientiert, entstehen zeitlose und individualistische Looks mit Persönlichkeit, die rund um die Uhr funktionieren. Dass ihr Showroom mehr sein soll als bloßer Modetreff unterstreicht die Tatsache, dass sie ihre Räume auch anderen Kulturschaffenden für Lesungen, kleine Konzerte, Salonabende mit Vorträgen und Diskussionen oder Ausstellungen zur Verfügung stellt. So liest am 25. September Anna Katharina Hahn aus ihrem Werk »Das Kleid meiner Mutter«. Die Autorin gilt als eine der wichtigsten Erzählerinnen ihrer Generation und wurde für ihre Romane u. a. mit dem Roswitha-Preis der Stadt Gandersheim und dem Heimito von Doderer-Literaturpreis ausgezeichnet. Bei diesem Konzept und der Qualität kann man noch viel erwarten. Und es beginnt gerade erst das zweite Jahr… www.Galatea-ziss.de

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MADE IN WIESBADEN


GAUMENKITZELEIEN

D

ie Messe für Genuss und Stil ist wieder da: Genießer und Neugierige können sich am 29. und 30. Oktober in Frankfurt auf ein hochwertiges Angebot an Delikatessen und Design freuen. Wer kulinart kennt, weiß, was ihn erwartet – immer etwas Neues. Die Genussmesse ist bekannt für ihr ebenso abwechslungsreiches wie vielschichtiges Programm. Was Besucher und Aussteller an kulinart gleichermaßen schätzen, ist die gegenseitige Begegnung und das gehaltvolle Gespräch. Veranstalterin Conny Krenn weiß, warum: „Die Erzeuger, Händler und Besucher inspirieren sich gegenseitig bei diesem Austausch. Der Genuss verbindet.

Am Ende haben beide das gute Gefühl, etwas Wertvolles mit nach Hause zu nehmen.“ Dass dieses „Wertvolle“ aus der Region stammen kann –aber nicht muss –ist bei kulinart Programm. Unter den rund 70 Ausstellern der Messe finden sich zahlreiche Spezialitäten und Entdeckungen aus Hessen – von der original nordhessischen „Ahle Wurscht“ der Landfleischerei Opfer bis zu den feinen Käsesorten des „RheingauAffineurs“. Spannend sind dabei vielfach nicht nur die Produkte selbst, sondern auch ihre Hintergrundgeschichten. Zum Beispiel die Story des Diplombiologen, der mit der eigenen Imkerei „Honigfreund“

Genuss verbindet – kulinarische Begegnungen in Frankfurt WIESBADENER 9


GAUMENKITZELEIEN

das Hobby zum leckeren Nebenerwerb ausgebaut hat. Oder die Geschichte von Dr. Johanna HöhlSeibel, die ihre Eltern anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit mit einem angemessenen Getränk überraschen wollte. So entstand die Cuvée „Pomp“ aus Rheingauer Riesling-Sekt und dem Edelapfel Champagner-Reinette. Edle regionale Tropfen servieren auch die Beyer Sektkellerei und das Weingut „Meine Freiheit“ – übrigens eines der wenigen Weingüter mit einer eigenen Spotify Playlist. Bei der Liveshow auf der Miele Kochbühne steht die Region ebenfalls im Rampenlicht. Hier zeigen die Miele Tafelkünstler, was sie draufhaben – und holen sich gerne ausgesuchte Aussteller mit auf die Bühne. Dieses Jahr beispielsweise Marco Wanke vom Landgasthof Grüner Baum sowie Peter Muschol, Michelin-SternTräger und Küchenchef im neuen Gastronomie-Startup GOOSE in der Villa Leonhardi Frankfurt. Der stylische GOOSE-Foodtruck verwöhnt die Besucher u. a. mit feinsten Gourmetwaffeln. Natürlich gibt es auch viele internationale Foodtrends zu entdecken. So z.B. die gefriergetrockneten Superfood-Smoothies „buah“, das leckere Nussmus von „Brandgut“ sowie die Rückkehr 10

MADE IN WIESBADEN


GAUMENKITZELEIEN

von süßen Klassikern wie Eis am Stiel und Popcorn. Wer den Genuss gerne mit einem entspannenden Kurzurlaub verbindet, darf sich auf das Schwerpunktthema „Genussreisen“ freuen: Hier präsentieren sich Wohlfühlorte wie „Das Schäfer“ Wellnesshotel aus Vorarlberg, die Ochsenschläger Landhaus-Apartments sowie das Genießer-Hotel Theresa aus dem Zillertal. Wird man bei all diesen Angeboten noch nicht fündig, dann hilft bestimmt kleine feine Reiseagentur „tourgourmet“ mit ihren Genussreisen weiter.

kulinart 2016 Messe für Genuss und Stil 29. und 30. Oktober 2016

Öffnungszeiten: Samstag 12-22 Uhr und Sonntag 10-19 Uhr

Frankfurt im Bockenheimer Depot

Eintritt für Besucher: 10,- € www.kulinart-messe.de

Ob regionale oder internationale Spezialitäten – auf der kulinart findet jeder Besucher etwas für seinen besonderen Geschmack. Und kann sich gleich direkt bei den Händlern oder Erzeugern persönlich über Herkunft und faire Herstellungsbedingungen der Waren informieren. Dieses Konzept kommt hervorragend an: Im letzten Jahr waren es mehr als 6.500 Genießer, die zur kulinart gekommen waren, um „etwas Wertvolles mit nach Hause zu nehmen“. Begleitet und unterstützt wird die Messe wie seit vielen Jahren von den Partnern Miele und Meckatzer Löwenbräu. WIESBADENER 11


GAUMENKITZELEIEN

InterWhisky 2016: Gesellschaftshaus Palmengarten 18. InterWhisky 2016, 25. – 27. November 2016, Gesellschaftshaus Palmengarten, Frankfurt/Main

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ach dem Erfolg im vergangenem Jahr in der neuen Location findet die InterWhisky 2016 erneut im Gesellschaftshaus Palmengarten statt. Die Räumlichkeiten bieten den Besuchern auf noch mehr Messefläche ein exklusives Ambiente und verschiedene Erlebniswelten in einem einzigen Gebäudekomplex. Einerseits sehr zentral und verkehrsgünstig, andererseits frei zugänglich am Rande des Palmengartens gelegen, vereint das Gesellschaftshaus auf 2.200 m² in perfekter Kombination Tradition und Moderne. 12

MADE IN WIESBADEN

Deutschlands älteste Whiskymesse, die in diesem Jahr vom 25.-27. November 2016 stattfindet, ist mittlerweile für rund 8.000 Besucher ein fester Bestandteil im Terminkalender. Auch in diesem Jahr dürfen sich whiskybegeisterte Kenner und Genießer wieder auf eine große Auswahl internationaler Aussteller und Marken freuen. Die namhaftesten Größen der Whisk(e)ybranche, aber auch immer mehr kleinere, unabhängige Destillerien aus dem In- und Ausland kommen nach Frankfurt zum alljährlichen Familientreff. Das Rahmenprogramm ist so abgestimmt, dass „Whisk(e)y-Einstei-

ger” und „-Profis” gleichermaßen Wissenswertes über das „Wasser des Lebens” erfahren können. Besucher können Whisk(e)ys aus Schottland, Irland, Kanada, Japan, Deutschland, der Schweiz und den USA verkosten. In kostenlosen Whisky-Seminaren („Whisky Forum”) sowie weiterführenden „Master Classes” haben sie die Möglichkeit, noch tiefer in die Welt des Whiskys einzutauchen. Abgerundet wird das Programm durch schottisches und irisches Food mit passender musikalischer Unterhaltung. Anlässlich des Branchenevents wird auch der neue Whisky Guide Deutschland 2017 vorgestellt und die begehrten


GAUMENKITZELEIEN

„Germany’s Best Whisky Awards” verliehen werden. Ein besonderes Highlight der Messe ist das „Whisky Talk & Dinner”, welches Whiskybegeisterte zu einem exklusiven Vier-Gänge-Menü einlädt. Dazu werden diverse „Whisky-Raritäten” verkostet und von internationalen Top-Referenten (Destillerie-Manager, Masterblender, etc.) kenntnisreich vorgestellt. Das traditionelle InterWhisky Talk & Dinner findet in diesem Jahr erstmals Freitag und Samstag im Feinschmecker-Restaurant „Lafleur” statt. Neu in diesem Jahr es findet erstmals ein Whisky Talk & Lunch am Sonntag statt. Whiskybegeisterte haben die Möglichkeit zu einem exklusiven Lunch diverse Whiskys zu genießen. Das maritim Hotel**** Frankfurt ist Hotelpartner der InterWhisky. Besucher können Einzel- und Doppelzimmer zum InterWhisky Spezialpreis (Code: „InterWhisky”) buchen. Veranstaltungsort Gesellschaftshaus Palmengarten Palmengartenstr. 11 60325 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten Freitag, 25. November 2016: 14-21 Uhr Samstag, 26. November 2016: 12-21 Uhr Sonntag, 27. November 2016: 12-19 Uhr Eintritt: € 17 inkl. MesseGuide und Nosingglas www.interwhisky.com www.facebook.com/InterWhisky

Die Idee zur InterWhisky hatte Christian H. Rosenberg, Geschäftsführer der Medienbotschaft Verlag & Events GmbH und Herausgeber des Magazins „Der WhiskyBotschafter – Journal für Kenner und Genießer”. Nun schon zum 18. Mal stattfindend, hat sich die InterWhisky vom kleinen Fachbesucher-Event in den ersten Jahren zu einer großen internationalen Veranstaltung entwickelt. Auch in diesem Jahr übernimmt der Bundesverband der Deutschen SpirituosenIndustrie und -Importeure e.V. (BSI) die Schirmherrschaft über die InterWhisky.

Zur Medienbotschaft Verlag & Events GmbH Die Medienbotschaft Verlag & Events GmbH mit Sitz in Tägerwilen am Bodensee (Schweiz), beschäftigt sich mit allem rund um den Genuss von internationalen Getränken sowie den Bereichen Bars, Discotheken, Nightclubs und Hotels. Im Verlagsbereich sind die Magazine DRINKS – Magazin für Barkeeper & Gäste, Der WhiskyBotschafter – Journal für Kenner und Genießer, Whisky Time – Das Magazin für Genießer, der Poppe & Neumann „Hotel- und Städteguide Deutschland” sowie weitere Spezial-Ausgaben angegliedert.

Pressekontakt Medienbotschaft Verlag & Events GmbH Maria Francese Christian H. Rosenberg info@medienbotschaft.com Tel. +41 (0) 71/666 65 70 Mobil: +49 (0) 1 72/7 86 27 83

Das Unternehmen ist persönlich geprägt durch den geschäftsführenden Gesellschafter Christian H. Rosenberg, der viele Jahre lang in verschiedenen führenden Positionen in der Top-Gastronomie und internationalen Hotellerie zu Hause war.

WIESBADENER 13


KULTUR

&

KREATIVES

Iranisches Kino beim 29. exground filmfest vom 11. bis 20. November 2016 in Wiesbaden Engagement für Geflüchtete // 250 Filme // Geld- und Sachpreise im Wert von über 20.000 EUR

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itte November öffnen die Wiesbadener Caligari FilmBühne, das Murnau Filmtheater und der Kulturpalast ihre Pforten für die 29. Ausgabe des renommierten exground filmfests. Zahlreiche internationale Filmgäste präsentieren etwa 250 unabhängig produzierte Lang- und Kurzfilme, darunter internationale, deutsche und Weltpremieren sowie exklusive Vorführungen von Filmen, die in Deutschland nicht im Kino zu sehen sein werden. Daneben gibt es Rahmenveranstaltungen mit Workshops, Ausstellungen, Partys und Podiumsdiskussionen. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf dem äußerst vielseitigen und interessanten Film- und Kulturschaffen aus dem Iran. 14

MADE IN WIESBADEN

„Mit einem eigenen Iran-Kurzfilmprogramm und zahlreichen Gästen feiern wir beim exground filmfest bereits seit mehreren Jahren eine kleine Tradition iranischer Filmkunst“, erklärt Andrea Wink vom Festival-Organisationsteam. „Durch den Einblick in die iranische Kultur und die Vernetzung unserer Filmgäste mit dem Publikum und Filmstudierenden möchten wir mit dem Fokus Iran vor allem einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten.“ Geplant sind neben einem Filmprogramm und den begleitenden Diskussionen außerdem eine Ausstellung zur Videokunst iranischer Künstler/-innen sowie ein Konzert mit der iranischen Indie-Rock-Band LANGTUNES, deren Musik in ihrer Heimat verboten ist.

Darüber hinaus wird das exground filmfest das Engagement für Geflüchtete ausbauen und ermöglicht diesen wie im Vorjahr mit einer kostenlosen Festival-Akkreditierung die Teilhabe am exground filmfest. „Unter den Wiesbaden seit 2015 zugewiesenen Personen stehen Geflüchtete aus dem Iran an vierter Stelle, daher sind wir uns sicher, dass unser Angebot und das Fokusprogramm gerade unter iranischen Flüchtlingen großen Zuspruch finden wird“, so Andrea Wink. Neben dem Fokus Iran werden Filme in verschiedenen Programmen und Wettbewerben präsentiert, dazu gehören die angestammten Reihen American Independents, International oder Made in Germany


KULTUR

&

KREATIVES

sowie diverse Kurzfilmprogramme und ein eigenes Programm für Jugendliche, die 13. exground youth days. Die Wettbewerbsreihen bieten als wichtiges Forum für vielversprechende junge Filmemacher Werke jenseits der Kino-Konfektionsware. Beim Publikum besonders beliebt ist etwa der Deutsche Kurzfilm-Wettbewerb oder die regionalen Spezialitäten im Wiesbaden Special - Kurzfilm-Wettbewerb und dem Wiesbadener JugendfilmWettbewerb mit Einzel- oder Gruppenarbeiten von 12- bis 18-jährigen Nachwuchsregisseuren. Das exground filmfest hat sich seit seinen Anfängen 1990 vom experimentellen Underground zum international anerkannten Filmfestival entwickelt, das unabhängig produzierte Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme auf die große Leinwand bringt. Veranstaltet wird das Festival vom Verein Wiesbadener Kinofestival e.V. – ausschließlich in ehrenamtlicher Arbeit. Über 13.000 filmbegeisterte Besucher im Jahr 2015 zeugen von der großen Beliebtheit des Festivals. Bis zur Programmverkündung Mitte September hat die Auswahlkommission die Qual der Wahl, aus

etwa 3.000 eingereichten Beiträgen und den Fundstücken aus diversen internationalen Festivalbesuchen eine Auswahl zu treffen. Dennoch stehen bereits einige Titel fest: Der Dokumentarfilm EUROPA – EIN KONTINENT ALS BEUTE von Christoph Schuch und Reiner Krausz geht auf Spurensuche nach den Gründen für die tiefgreifende Krise in Europa. Für Christoph Schuch, gebürtig und ansässig im Rhein-Main-Gebiet, ist die Vorführung beim exground filmfest ein Heimspiel: 1993 gewann er den ersten KurzfilmWettbewerb bei exground. Gefördert wurde EUROPA mit Mitteln von HessenFilm und Medien. Neben der Vorführung ist auch eine Podiumsdiskussion mit Protagonisten geplant. WIESBADENER 15


KULTUR

&

KREATIVES

Ein weiterer Dokumentarfilm, RAVING IRAN von Susanne Regina Meures, begleitet die beiden Techno-DJs Anoosh und Arash aus Teheran, die sich für ihre Leidenschaft täglich in große Gefahr bringen. Ähnlich wie die IndieRock-Band LANGTUNES können sie ihre Musik in ihrer Heimat nicht öffentlich spielen und sehen sich mit der Entscheidung konfrontiert, Iran zu verlassen.

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MADE IN WIESBADEN

Im neuen Film von Kultregisseur Jim Jarmush, PATERSON, geht Busfahrer Paterson (Adam Driver) unaufgeregt seiner täglichen Arbeit und seinem Leben im Provinzstädtchen Paterson nach. Patersons wahres Talent liegt jedoch in der Poesie, für die er inspiriert wird von Gesprächsfetzen seiner Fahrgäste und die den Zuschauer mit auf eine Reise durch die Stadt und den kreativen Schaffensprozess nimmt.

www.exground.com


KULTUR

&

KREATIVES

„Adam“

Hochkarätig „laufende” Bilder, Shorties und trickreich flimmernde Kunstwerke 18. Internationales Trickfilm-Festival vom 27. bis 30. Oktober im Filmschloss am Rhein für Klein & Gross / Gil Alkabetz bekommt den Preis des Kulturamtes

L

einwand frei! für die 18. Version der hochkarätigen und vielfach preisgekrönten trickreich flimmernden Werken im „Filmschloss“ am Rhein! Das Internationale Trickfilm-Festival lädt zum langen Wochenende vom Donnerstag, 27. bis inklusive Sonntag, 30. Oktober wieder ein zum Schwelgen in maximaler (Film)-Kunst. Rund 120 Produktionen werden gezeigt – und das bei schnöde minimalem Budget. Das Ganze basiert selbstausbeuterisch auf ehrenamtlichem Engagement eines Dreamteams mit dem welt17

MADE IN WIESBADEN

weit anerkannten Renommé und langjährig geknüpften Netzwerk. Sie sind ein einzigartiges Juwel mit Kultstatus und ein veritables Aushängeschild der Landeshauptstadt Wiesbaden. Hochverdient wurden sie mit dem „Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden 2011“ ausgezeichnet als „Freunde der Filme im Schloss“. Ab 1999 für ihre hochkarätigen Lowbudget–Programme selbst verantwortlich – amtlicher Order gehorchend, nicht dem eigenen Triebe – engagieren sich Joachim Kreck und Detelina Grigorova-Kreck mit Michael O. Fechner als unverzicht-

barem „Dritten Mann“ an Bord weiter. Das GründerInnnen-Paar ist eingebunden in das Oral history-Projekt „Erlebte Geschichte & Geschichten“ des Fördervereins Stadtarchiv Wiesbaden. „Wir haben das erste Mal zwei Langfilme ins Programm genommen“, betont Joachim Kreck, sechs Mal in Folge mit dem Hessischen Filmpreis geehrt. Wenn der „Rabe“ mit „verräterischem Herz“ beim „Fall des Hauses Usher“ auf die Maske des Roten Todes“ trifft, kommen Fans von Heinz Sauer, © Anna Meuer


KULTUR

&

KREATIVES

„Feuerwerk“

E. A. Poe mit „Extraordinary Tales“ auf ihre Kosten. Die Stimmen von Christopher Lee, Julian Sands und Cornelia Funke ertönen. geradezu spektakuläre Rarität als kürzlich frisch restaurierte Originalversion ist der zweite Langfilm „Belladonna of Sadness“. Jeanne d´Arc schließt einen Pakt mit dem Teufel, um sich an ihrem Peiniger zu rächen... 1973 drehte der legendäre japanische Animationsregisseur Eiichi Yamamoto („Kimba, der weiße Löwe“) seine eigenwillige Adaption von Jules Michelets historischer Untersuchung „Die Hexe“ („La Sorcierè“) aus dem Jahr 1862.

Jules Michelet hatte von der „Hexe“ geschrieben als „ein Verbrechen der Kirche“ und ließ sein bahnbrechendes Werk nach Selbstzensur in Paris (!) ein Jahr später in Brüssel verlegen. 1973 war Osama Tezuka, der „Gott des Manga“, Produzent der heute visionär wirkenden „Belladonna“, der „schönen Frau“ (zugleich Pflanzenname der Tollkirsche). Das japanische Meisterwerk um die scheinbar vom Teufel besessene Rachefurie blieb rund 40 Jahre ein „versteckter Schatz“ mit virtuos animierten Bildern á la Dalí, Klimt, Schiele, Beardsley und Mucha. Bislang nur

auf Festivals und im französischen Kino gezeigt, ist im Filmschloss die Rhein-Main-Erstaufführung zu sehen. Generell gilt in Wiesbaden ja „bewerben is nicht. „Jeder Trickfilm und die Gäste werden rund um den Globus individuell ausgewählt. Die Filme werden von uns mit großem Aufwand über Verleiher und Archive besorgt“, betont Detelina Grigorova-Kreck. Ehrensache: Die Highlights der wichtigsten Festivals – Annecy, Ottawa, Hiroshima, Seoul, Stuttgart, Zagreb – sind wie gehabt an Bord. „Das Niveau ist anspruchsvoller geworden“, konstatiert Experte Kreck. Als besonderer Clou dürfen die gezeigten Werbefilme gelten wie das indische Schmankerl mit Sufi für „Rajasthan Tourismus“ oder der hinreißende Legetrickfilm „Honda: Paper“. Und noch ein Highlight: Der Trailer „Nathan love“ für die neue Artman-Dependance läuft vor der aktuellen Episode von „Shaun the sheep“ mit dem Titel „the farmer´s Llamas“ im Wettbewerb. Der einzige chilenische Oscarpreisträger „historia de 1 oso“ ist im Foto links: Kulturpreisgekrönt und international bestens vernetzt bereiten Detelina Grigorova-Kreck und Joachim Kreck das 18. Internationale Trickfilm-Festival vor und haben „Belladonna of Sadness“ auf dem Bildschirm. Foto: Gesine Werner WIESBADENER 18


KULTUR

&

KREATIVES

„Run Lola run“

Programm ebenso vertreten wie der legendäre „King of Animation“ Bill Plympton mit seinem aktuellen Streich „The lonely stoplight“. Neben den Programmen der Sektion „Best of Animation“ und „Young Animation“ legt Detelina Grigorova-Kreck großen Wert auf das superstarke Nachwuchsprogramm „Tricks for Kids“. Die Kindervorstellung hat ihren Stammplatz am Sonntag um 11.15 Uhr und wird nach dem Riesenerfolg der Vorjahre im Doppelpack angeboten – am Samstag um 16 Uhr geht es los. Das witzige Programm für die lieben Kleinen ab 3 Jahren bietet ein Wiedersehen mit „Trudes Tier“ und als Hauptattraktion die Preview „Stockmann“, zum ersten Mal ist Indien dabei mit einer Fisheroma und ihrem TukTuk. Das international etablierte Viertage-Festival basiert auf Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden und der Omnimago GmbH Ingelheim. „Ohne den aus technischen Gründen unverzichtbar hohen Einsatz der Omnimago, die uns die Programme aufbereiten zur Vorführung, gäbe es das Festival überhaupt nicht mehr“, hebt Festivalgründer Kreck das honorige Sponsoring hervor. Die Hessische Filmförderung und das Kulturamt fördern das Festival, das Mitglied

im Verbund der Filmfestivals Hessen ist. Wegen fehlender Finanzmittel der Hessischen Filmförderung (die umstrukturiert wird) fällt der Publikumsliebling „Länderfokus“ aus. Besonders schmerzlich ist der Verlust mit Blick auf das Jubiläum des Trickfilmfestivals Annecy. Zum 60. Geburtstag des weltweit renommierten Dauerbrenners in Frankreich war eine umfangreiche Retrospektive in Wiesbaden geplant. Der Wahl-Stuttgarter Gil Alkabetz wird in diesem Jahr mit dem 1000 Euro schweren „Preis des Kulturamts der Landeshauptstadt Wiesbaden“ geehrt und ist Nachfolger von George Schwizgebel, Marv Newland, Koji Yamamura und Steven Woloshen aus Montreal. Der aus Israel stammende Trickfilmkünstler steht für schwarzhumorige Stories wie „Blitzbub“ oder „Swamp“, Filmband in Goldgekrönt und in Wiesbaden gezeigt. Die Tricksequenzen in Tom Tykwers „Lola rennt“ sind sein Werk. Der Professor für Animation an der Filmuni Babelsberg präsentiert am Sonntag studentische Trickfilme der Filmuniversität Babelsberg und bietet in einer Werkschau einen Blick hinter die Kulissen seines Schaffens. Es lebe die Tradition der Interaktion! Das Publikum ist wieder die

Jury und vergibt den Publikumspreis „Best of Animation“, dotiert mit 1000 Euro. Neu ist ein zweiter Publikumspreis, den der Ortsbeirat Wiesbaden-Biebrich mit 500 Euro dotiert hat. Den Publikumspreis „Young Animation“ stattet die Sparkassenversicherung Holdding AG Wiesbaden mit 500 Euro aus. Zu den Spezialitäten des TrickfilmFestivals gehören die ausgesuchten Gäste: Diesmal sind Evgenia Gostrer/Filmhochschule Kassel mit „Frankfurter Straße 99 a“ und Daniel Ahrens/Darmstadt mit „Shell“ eingeladen. Jakob-Jim Schmidt, Absolvent der FH Wiesbaden, kommt aus Berlin mit „Planemah“. Pieter Coudyzer aus der Partnerstadt Gent bringt „Beast“ nach Wiesbaden. Special-Info: Am 9. September offerieren die „Filme im Schloss” mit „Tangerine L.A.” den Überraschungshit des Sundance-Festivals (20.30 Uhr). Und am 27. September (18.15 und 20.30 Uhr) wird noch vor der deutschen Kinopremiere „Ingrid Bergman – in her own words“ gezeigt mit selbstgedrehtem Filmmaterial des Filmstars. www.filme-im-schloss.de info@filme-im-schloss.de Text: Gesine Werner

WIESBADENER 19


KULTUR

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KREATIVES

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b 13. September heißt es zum neunten Mal „Tarbut – Zeit für jüdische Kultur” in Wiesbaden, und wie gewohnt mit einem hochwertigen und abwechslungsreichen Programm. In diesem Jahr gibt es für die Jüdische Gemeinde Wiesbaden zudem gleich zwei historische Ereignisse ihrer eigenen Geschichte zu feiern: Vor 70 Jahren, am 22. Dezember 1946, entzündete Captain William Dalin, ein amerikanischer Soldat und erster Rabbiner der Wiesbadener Gemeinde, die Kerzen eines Chanukkaleuchters. Dies war auch der erste jüdische Gottesdienst nach Kriegsende in der renovierten Synagoge in der Friedrichstraße. Vor nunmehr 50 Jahren, im September 1966, folgte schließlich die Einweihung des Neubaus der Synagoge und des Gemeindezentrums. Zwei Tage nach dem Festakt dieser Jubiläen startet Tarbut am 13. September mit einer Ausstellung im Rathaus, die sich den „missing synagogues” widmet. Unspektakuläre Orte in Berlin: Straßenecken, Häuserzeilen, Parkplätze, Hinterhöfe, Treppenhäuser, Nachkriegsarchitektur und postmoderne Architektur sowie Brachen und Parks. 20

MADE IN WIESBADEN

Nicht mehr und nicht weniger ist in der Serie von 46 Fotografien der beiden Künstler Martin Mühlhoff und Christian Vossiek zu sehen, die 2004 und 2005 entstand. Es handelt sich um die ehemaligen Standorte der Synagogen der Jüdischen Gemeinde sowie der Synagogenvereine Berlins, wie sie bis zum 9.11.1938 existierten, bevor sie in der Reichspogromnacht den Angriffen der Nationalsozialisten und ihren Unterstützern ausgesetzt waren und teilweise in Rauch aufgingen ( bis 22-9-.; Eröffnung am Dienstag, den 13. September, um 19 Uhr, im Großen Festsaal des Wiesbadener Rathauses durch Sven Gerich, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden). „Und frei bist Du noch lange nicht…” ist der Titel einer Lesung am 16. Oktober für Jugendliche ab 12 Jahre mit Adriana Stern, die Romane und Krimis für Erwachsene, Jugendliche und Kinder zu aktuellen und brisanten gesellschaftlichen Themen schreibt. Die dreizehnjährige Zippi aus Aserbaidschan gehört der jüdischen Minderheit an. In Deutschland lernt sie den zehnjährigen Saladin kennen, der mit seinem großen Bruder von Syrien aus durch mehrere Länder

geflohen ist. Die beiden werden Freunde. Mit Zippis kleinem Bruder Ivo erkundet Saladin das weitläufige Gelände des Flüchtlingsheims. Dabei stoßen sie auf einen skrupellosen Verbrecherring, der von der Hilflosigkeit der Flüchtlingskinder profitiert und sie bedroht. Am 3. November liest Dimitrij Kapitelman aus seinem neuem Werk „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters”. Der Autor, 1986 in Kiew geboren, kam im Alter von acht Jahren als „Kontingentflüchtling” mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Derzeit arbeitet er als freier Journalist in Berlin und veröffentlicht Musik unter dem Künstlernamen „Dheema”. „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters” ist ein sehnsuchtsvollkomischer Spaziergang auf einem Minenfeld der Paradoxien. Und die anrührende Liebeserklärung eines Sohnes an seinen Vater. Am 6. Novenber tritt der israelischrussische Geiger und Bandleaders Alexey Kochetkov, auch bekannt als Aletchko, in Wiesbaden auf.


KULTUR

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KREATIVES

In seinem neuen Programm „Wenn Paganini ein jüdischer Rockstar wäre” hat Alexey jüdische Evergreens mit klassischer Musik gekoppelt. In seinem multikulturellen Quartett spielt Alexey mit dem Flamenco Gitarrist Cristian Varras, dem Orient-Perkussionist Peter Kuhnsch und dem Bassisten Rafael Espinoza. Lassen Sie sich von dieser fabelhaften kulturellen Mischung faszinieren und genießen Sie den jüdischen Klang der Welt. Am 13. November trifft Sephardische Musik auf maghrebinische Musik. Sephardische Musik verbindet auf eindrucksvolle Weise jüdische und islamische Kulturelemente miteinander. In dieser Tradition begegnen sich die türkisch-jüdische Sängerin Hadass Pal Yarden und der deutsch-algerische Sänger und Multiinstrumentalist Momo Djender in einem fulminanten Konzertprojekt des Komponisten Max Doehlemann. In Arabisch, Hebräisch, Ladino, Türkisch und Französisch und mit traditionellen Instrumenten fusionieren die Musiker orientalisch-jüdische Klangwelten, ohne dabei Unterschiede zu verwischen. The Angelcy aus Tel Aviv sind eine dieser Bands, die medial in Deutschland so ganz und gar nicht passieren, aber mit jedem weiteren Konzert immer mehr Menschen von ihrer so unglaublich warmherzigen, analogen und multiinstrumentalen Musik begeistern können. So ist das ja oft: Die besten Bands laufen lange unter dem Radar. Umso mehr freuen sich die Veranstalter, dass diese Band, am 21. November im „Schlachthof” in Wiesbaden zu Gast ist. Eröffnen werden den Abend die Buriers aus London, ein alternative Folk Projekt dessen Lyrics fast schon wie Gedichte vorgetragen

werden und ein Vergleich zu Patti Smith zumindest nicht ganz abwegig ist. Neben diesen Highlights gibt es bis zum 21. November sehenswerte Filme im Caligari, Vorträge,

Rundgänge und SynagogenBesichtigungen. Das komplette Programm kann man unter: www.jg-wi.de/tarbut/ einsehen und runterladen. WIESBADENER 21


Kunstpfad

seine orangefarbenen Wenn der Herbst Einzug hält und das Stadtfest auf den für Blätter abwirft – dann ist die Zeit nstadt gekommen, Inne r ene sbad schönsten Plätzen der Wie wird angeboten. Auch in und ein umfangreiches Programm September eine Vielzahl diesem Jahr stehen vom 23. bis 25. ne “Sterne” auf dem Provon Highlights, aber auch viele klei erneut besonderes Stadtein gramm, die in der Kombination fest ausmachen. adener Kunstpfad”. Kunst Neu im Programm ist der „Wiesb sbadener Innenstadt geben trifft Kommerz: 17 Geschäfte der Wie Raum zur Präsentation. einer Künstlerin bzw. einem Künstler PP zeigt, wo man wen ulTI ER/k Wer stellt wo aus? WIESBADEN . und was entdecken kann

ina (1957, Asturien) schafft Der spanische Künstler Amador Vall chichten Arbeiten durch seine – im wahrsten Wortsinn – viels nische Materialien und orga nd Pigmente und andere, vorwiege Knochen. Vallinas und n chel Mus , Fundstücke wie Sande, Holz zahlreichen Ausstellungen in Bilder und Skulpturen, die schon in Großbritannien gezeigt wurDeutschland, Spanien, Holland und in Gordons Hundeladen, den, sind während des Stadtfestes Optik, Wilhelmstraße 42. Mauergasse 3 – 5 und bei Gabrich www.amador-vallina.com

Arbeiten mit der autonoVictor Mantsiou setzt sich in seinen inander. Dabei spielt der men Farbe, befreit von der Form, ause Rolle und wirkt auf subnde Zufall in seinen Werken eine bedeute em kommt nicht selten Zud mit. ng tile Weise bei der Bildentstehu e hinzu und schafft aus dem in einer zweiten Ebene das Figurativ ändliche Räumlichkeit. Diese abstrakten Farbraum eine gegenst Architektur geprägt. Seine neu geschaffene Realität ist meist von Kirchgasse 54, zu sehen. r, Bilder sind beim ESWE Servicecente

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MADE IN WIESBADEN

ne Erdmann fertigt, Die Frauen und Mädchen, die Christia gute Körperspannung und stehen alle aufrecht, sie haben eine , manchmal mit einem blicken mit einem klaren, offenen Blick er regelrecht hindurch. acht verschmitzten Lächeln durch den Betr t kokettiert, sind sie alitä Sexu r Obwohl keine von ihnen mit ihre inen sich nicht auf ein sche und t nich n doch sehr weiblich. Sie flirte Von oben nach unten: bo, Joscho Stephan Quartett Allotriaband, Banda Cajuina, Mocá


KULTUR

&

KREATIVES

ten. Leicht können ihre Figumännliches Betrachterauge auszurich oß sind, zum Leben erwachen. ren, die ja tatsächlich häufig lebensgr Figuren nicht nur miteinander Es entstehen Geschichten – die die auch dem Betrachter mit ...(bei entwickeln, sie teilen diese genauso der Parfümerie am Markt, EllenOlio Ceto, Kirchgasse 35-43 und rdmann.de bogengasse 2). www.christiane-e k von Udo W. Gottfried ist Das beherrschende Element im Wer Botschaft, sonst nichts. Das die menschliche Figur. Das ist seine . Denn die menschliche Figur klingt wenig, ist aber viel, ja ist alles menschliche Figur ist GottDie ist das Grundprinzip unseres seins. du, wir. Dabei geht es dem fried selbst, ist aber auch Sie, ich und In Gottfrieds Tiegel werden Künstler um die reine Lust an Bildern. olzen, persönliche Zeichen, private und mytische Bilder verschm hte, und allgemeine Zeichen, gebunden an die individuelle Geschic und Kultur ( bei SUR Reisest gebunden an die Geschichte der Kun nection, Michelsberg 3 – 5). büro, Mauergasse 13, und Holzcon www.gottfried-go.de

pturen der letzten Jahre Farbige Assemblagen, Bilder und Skul erei und Plastik. Alltägliche Mal sind Zeugen eines Dialoges zwischen angenheit deutlich ansieht werGegenstände, denen man ihre Verg m neuen Kontext präsentiert. den von Barbara Hünemohr in eine ist das Verwandeln von vorgeWesentliches Element meiner Arbeit lebendigen, spannungsreichen gebenen Objekten in einen neuen en zu Eisen- und TreibholzSinnzusammenhang. Fundstücke werd seinen Rost-, Kratz- und mit l skulpturen, das gefundene Materia er. Zu sehen bei Schuh rakt Cha n ihne Gebrauchsspuren verleihen age, Grabenstraße 9. Schäfer, Neugasse 11 und Soul Gar www.arthuenemohr.blogsport.de

Susan Geel lebt seit 1998 in Die in Zürich geborene Schweizerin acotta in der Technik des HohlDeutschland. Ihre Skulpturen aus Terr realisiert. Die figürlichen Daraufbaus sind oft in großen Formaten ensprache; diese wird noch stellungen haben eine reduzierte Form rte Oberfläche. Sie setzt sich unterstützt durch die „rohe”, unglasie ente – mit Körperlichkeit Elem – oft unter Verwendung kubistischer der Körperspannung und der auseinander, vor allem in Situationen ne Schwalbacher Str. 14). Bewegung (bei Hepa Kaffee, Klei www.susangeel.de

Von oben links nach unten links: Christiane Erdmann Victor Mantsiou, Amador Vallina, s: Von oben rechts nach unten recht fried, Susan Geel Barbara Hünemohr, Udo W. Gott WIESBADENER 23


Acryl oder Öl auf LeinPeter Bernhards Malerei, meist in , gegenständlichen und wand, entwickelte sich in verschieden abstrahierten Landder ungegenständlichen Phasen. Von nsiver Popart-Malerei inte farb se Pha schaftsmalerei über eine iven Bildsprache. Bei bis hin zu einer rein abstrakt, express enständliche, figurative den neuesten Arbeiten fließen geg ein. Thematisch setzt sich Elemente bei der Komposition mit nen auseinander, die sich Bernhard mit parallelen Realitätsebe e ist dabei stets kraftvoll, weis Mal e im Bild manifestieren. Sein ntanität (bei Friseur Vilexpressiv und von konzentrierter Spo o Schulz, leggiante, Neugasse 21, und Pian malerei.de ardernh er-b .pet www 11). Mühlgasse

in der Galeria Kaufhof, Uwe Schotts Designmetall-Objekte l.de Kirchgasse 28. www.designmetal

Natur und Farbe sind Die menschliche Wahrnehmung von scher Arbeit. Nach tleri zentrale Inhalte Winckelmanns küns t des Horizontes und Suje dem langer Auseinandersetzung mit itet er seit zwei arbe «) Blue The o der Ferne (Werkzyklus »Int kreihe »Into The Green« Jahren parallel an seiner neuen Wer ändlichen mal abstrakten zum Thema Wald. Seine mal gegenst n langen Arbeitsprozess Gemälde entstehen im Atelier in eine unterschiedlicher Farbgen und durch zahlreiche Überlagerun n ohne fotografische Vorlaschichten. Seine Arbeiten entstehe ehr Ergebnis steter spongen oder Skizzen sondern sind vielm a, Taunusstr. 34, und taner Überarbeitungen (bei Casa Nov Quellen 12). Buchhandlung Vaternahm, an den www.wulfwinckelmann.de

the face” sind freie Reinhard Bergs Fotoarbeiten „behind nachträgliche BildbearPorträt- Inszenierungen, wobei die einen wichtigen Raum beitung durch Doppelbelichtungen r puristisch und oftmals einnimmt. Nichts ist überzogen, ehe m hohen Maß an Emotieine mit auf das Wesentliche reduziert r, nicht abgeschlossen und onalität. Die Arbeiten sind temporä (bei Elle & Lui, befinden sich in ständigem Wandel g.de -ber hard .rein www Wilhelmstr. 42). Bioladen pronatura, Die Fotografin Ditta Krebs stellt im hluß sind dazu keine nssc aktio Red Mauergasse 6, aus. Bis zum . näheren Informationen eingetroffen 24

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Von oben links nach unten links: ard Berg en), Wulf Winckelmann (innen), Reinh Peter Bernhard, Uwe Schott (auss


KULTUR

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KREATIVES

Das hochkarätige „Liebestrank”-Ensemble feiert die gelungene Premiere: Agnes Terebisi, „Dottore” Patrick Carfizzi, „Belcore” Christopher Bolduc, „Adina” Silvia Micu, „Nemorino” Ioan Hotea (Operalia-Champion), Heike Thiedmann und Dirigentin Daniela Musca (von links).

Liebestrank „made in Germania” im Cabaret mit den Carmeliterinnen Blick auf die Bretter in Wiesbaden, Mainz und Darmstadt „Am Sonntag bist Du tot”, wenn mit traurigen Zauberern der Liebestrank getrunken wurde im Cabaret. Im Koma spielt sich der „Dialog der Carmeliterinnen” ab und ein Verbindungsprojekt zeigt, wie „Made in Germania” geht.

Bassbariton Patrick Carfizzi bringt als Liebestrankdealer seinen Placebotrunk gewinnbringend unters Volk und Christopher Bolduc ist hübsch narzisstisch der angehimmelte Superstar Belcore. Das Publikum applaudiert stürmisch.

In der Landeshauptstadt sorgte ein Getränk für Furore. Exzellent besetzt mit einem vokal starken und spielfreudigen Ensemble, dazu vergnüglich als Blick hinter die Kulissen inszeniert, ist Gaetano Donizettis „Liebestrank” am Wiesbadener Staatstheater ein Vergnügen für Ohr und Auge. Operaliagewinner Ioan Hotea ist ein anrührend verliebter Underdog-Nemorino, der die locker Koloraturen tirilierende „Diva” Silvia Micu mit schmelzendem Timbre herzerweichend anschmachtet. Der Met-versierte

Blick nach Darmstadt Mit der frenetisch gefeierten Europapremiere von Dorrance Dance ETM mit der virtuosen StepdanceShow „Double Down“ als Gastspiel des Hessischen Staatsballetts in Darmstadt wurde ein Markstein gesetzt. Die Bessie-Award-preisgekrönte Choreografie von Michelle Dorrance integriert Elemente von Hiphop, Ballett, Modern Dance, Bodypercussion und Gesang. Die mit Eisen beschlagenen Hufe steppen sich auf den innvovativen

„electronic tap-boards“ den Rhythmus selbst. Klasse! Makabre „Willkommens-KulTour“ unter dem Damoklesschwert in Frakturlettern bietet die furiose „Cabaret“-Inszenierung von Nicole Claudia Weber unter musikalischer Leitung von Michal Nündel in Darmstadt. Der Gänsehautfaktor ist hoch, der verrucht ordinäre Unterhaltungswert beträchtlich, derweil sich die Tristesse sukzessive entfaltet. Als hübsch diabolischer „Conférencier“ im Kit-Kat-Klub erntet Tenor Michael Pegher Szenenapplaus. Dorothea Maria Müllers lebenshungrige Sally Bowles kann auch Rockröhre. Thomas Mehnerts gutmütiger Herr Schulz und Petra Welteroth als spät entflammte Vermieterin sind ein anrührendes Pärchen älterer Semester. WIESBADENER 25


Im Kit-Kat-Klub bietet die exzellent aufgelegte Crew um den hübsch perfiden Conférencier Michael Pegher makabre „Willkommens-KulTouren” unter dem Damoklesschwert

Silencium! Schon mal einen „brausenden Salamander“ geritten? Auf akribischer Recherche fußend, macht´s eine Art Mittrink-Theater in den Darmstädter Kammerspielen (Regie Roman Schmitz) möglich. „Made in Germania“ als „Verbindungs“-Projekt von Hessischem Landestheater Marburg, Theaterhaus Jena, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und der Hessischen Theaterakademie lässt am selbst aufgebauten Riesenstammtisch sinnfreie Rituale erleben. Der „alte Herr“ Samuel Koch kennt seinen Heine und die „schwarz-rot-goldne Fahne“ als „Standarte des freien Menschtums“. Maria Radomski ist streng dominant die Chefin mit knallen-

dem Degen und hat die Mannen alle in fester Zucht. John Lennon, Picasso, Kant und Marie Curie waren auch da. Herrlicher Spaß. Von anderem Kaliber war die Uraufführung der Oper „Koma“ von Georg Friedrich Haas nach dem Libretto von Händl Klaus. Die Kooperation der Schwetzinger Festspiele und dem Staatstheater Darmstadt geht als herausragender Erfolg in die Annalen ein, machte zu Recht auch international Furore. Intendant Karsten Wiegand als regieführender Hausherr nahm überwiegend in totaler Finsternis hinein in die Psyche der Protagonistin. Michaela, nach einem Suicidversuch im Wachkoma und von der Familie umgeben, wird ihre bedrücken-

de Lebenssituation gespiegelt. Psychologisch einfühlsam wird beklemmende Dichte spürbar. Chapeau für Dirigent Johannes Harneit, das im Dunkeln (!) perfekt musizierende Staatsorchester und die fesselnde Ensembleleistung von Ruth Weber, Ekkehard Abele, Lini Gong, Daniel Gloger, Maika Troscheit, Maria Ammann & Co., vom ausverkauften Haus ausdauernd gefeiert.

Blick nach Mainz Aufrüttelnd und zum Niederknien geradeaus am Text orientiert, auf bis ins Parkett hinein ragenden Schiffsplanken von K.D. Schmidt

Stürmischer Applaus in Darmstadt für das grandiose Ensemble der uraufgeführten Koproduktion „Koma” mit den Schwetzinge Festspielen 26

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KULTUR

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KREATIVES

Bei „Made in Germania” wird eine neue Verbindung aus der Taufe gehoben mit dem „Alten Herrn” Samuel Koch und Maria Radomski als streng dominanter Chefin.

inszeniert, zieht die Bühnenfassung von John McDonaghs Film „Am Sonntag bist Du tot“ in den Bann. Ein früheres Missbrauchsopfer will Priester James Lavalle (eindrücklich: Martin Herrmann) unschuldig büßen lassen. Anklänge an den Passionsweg scheinen auf. Jeder der seltsamen Typen in seiner Dorfgemeinschaft könnte Täter sein. Clemens Dönicke, Joel Sansi, Klaus Köhler (auch als Vierbeiner erstaunlich glaubhaft), Antonia Labs, Ulrike Beerbaum, Armin Dillenberger und Sebastian Brandes sind ein schmerzhaft intensives Panoptikum, das bei Mucksmäuschenstille für nachhallende Eindrücke sorgt. Anhaltender Beifall. Auch die Oper „Dialogues des Carmélites“ von Francis Poulenc, der auf die historische Überlieferung der 16 singend aufs Schafott gestiegenen Karmeliterinnen aus Compiègne zurückgreift, ist ein starkes Stück. Fünf Jahre nach der Französischen Revolution geht Adelstochter Blanche (vocal glänzend: Vida Mikneviciute), von der Volksmenge bedroht wie ihre

im Kindbett verstorbene Mutter, in das Karmeliterkloster. Von den Revolutionären im Kloster bedrängt, gehen die Nonnen als Märtyrerinnen auf die Guillotine. Regisseurin Elisabeth Stöppler gelingt eine schmerzhaft intensive Deutung, vom beeindruckenden Staatsorchester unter dem straffen Dirigat von GMD Hermann Bäumer mit packenden Klangbildern unterstützt. Zum Schlussakkord knallt die Guillotine im Dunkeln. Erst nach einem Moment beklommener Stille rührt sich der Applaus für die fesselnde Ensembleleistung, schwillt zum Sturm.

Larisch ist mit viel Trockeneisnebel an Kanone zu Gange, Graham F. Valentine singt und Antonia Labs betört mit miraculösen Preziosen und mimischen Glanzstückchen. „Traurige Zauberer“ heißt das hübsch angeschrägte Vergnügen, das sich dem Verständnis entzieht, aber mit Poesie und wunderschöner Musik bezaubert.

Text und Fotos: Gesine Werner

Hokuspokus oder Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Das Publikum sitzt auf der Hinterbühne eines Provinztheaters und guckt – dem jungen Schweizer Thom Luz sei Dank – hinter den Kulissen des Illusionsmetiers zwei Magiern zu, lauscht irischem Songgut und amüsiert sich über den Running Gag einer Theaterführung mit Heldenepos auf See (oder so) von Ulrike Beerbaum – zuweilen im Klamottencontainer gefangen. Max aber nix. Denis WIESBADENER 27


KULTUR

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BRUSSELS DESIGN MARKET

6 gemeinsam landern & die Niederlande sind 201 Unter sse. hme Ehrengast der Frankfurter Buc ist, was es („Di n” dele we dem Motto „Dit is wat her büc Sach , ane Rom nur t wir teilen”) werden nich en der Form e neu auch dern son ert, und Lyrik präsenti strichKun erer and Buchkunst, der Kreativindustrie und tungen.

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h eine Weile hin. Wer Doch bis zum 19. Oktober ist es noc sei der Septemdem will, ben erle er Flandern schon früh s Monats steht Brüssel ber empfohlen. Für die Dauer eine Zeichen des Designs. nun schon zum zehnten Mal ganz im den Bereichen aus Mit mehr als 100 Veranstaltungen sign, Kunst und ilde Text Industrie-, Grafik-, Möbel- und tember 2016 Sep 30. bis 8. vom Architektur wird Brüssel ng führt die dga trun Stad Ein . ekka ignm wieder zum Des ferenzen, Kon ungen, Besucher zu interessanten Ausstell in Brüssel ge Eini kt. Mar Pop-up-Stores und einem Designauch die heit gen Gele er dies lebende Designer öffnen bei u gibt Daz . cher Besu ierte ress Türen ihrer Ateliers für inte her Kunst ssisc enö zeitg nde Freu für ssen es zwei neue Adre e „Millenium Iconound Design: das erst im März eröffnet em europaweit einclast Museum of Art” (MIMA) mit sein en Subkulturen den chie zigartigen Konzept, das den vers Art & Design das und will, en unserer Zeit eine Bühne biet weit imposanteste Atomium Museum, das die wohl welt Kunststoff präsentiert, Sammlung an Designobjekten aus Fernseher und Elekdarunter Kunstwerke, Möbelstücke, en 1960 bis 1973 Jahr trogeräte, überwiegend aus den


KULTUR

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KREATIVES

e Design Market, der am Wochenend Publikumshighlight ist der Brussels s Taxi & Tour von en Hall en risch des 11. und 12. September in den histo konen aus den 50er bis 80er Jahigni Des allem vor en werd Hier et. stattfind Bei der letzten Austragung standen ren des 20. Jahrhunderts angeboten. chern gegenüber. Besucher stöbern mehr als 100 Aussteller über 7000 Besu h häre unter dem beeindruckenden Dac in entspannter Trödelmarkt-Atmosp ttern erga ke Stüc rare rs nde Wer beso aus der Zeit der Jahrhundertwende. nötige Kleingeld mitbringen. Aber das und n tehe aufs früh s mus möchte, und etwa Design-Klassiker wie Eamesauch Erschwinglicheres ist zu finden, vidina Skan r. Sessel und vieles meh Panton-Stühle, Knoll-Tische, Bertoiahe und amerikanische Möbel warten nisc italie , sche sche, belgische, französi esund Glas, Sammlerstücke oder Acc ebenso auf Entdecker wie Keramik Denach etit App der n wen Und Bakelit. soires aus Plastik, Metall, Holz und vor e ränk ee, Snacks, Speisen und Get sign gestillt ist, warten Frühstück, Kaff r. r-Ba gne Drink an der Champa Ort. Das Tüpfelchen auf dem i: Der r.be; Webseite: www.designseptembe museum.be .ada www .eu; seum amu www.mim WIESBADENER 29


KULTUR

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1000 Jahre gemeinsame Geschichte voller Höhen und Tiefen – Andrzej Klamt gewährt in seiner neuesten Filmreihe zum Thema deutsch-polnischer Nachbarschaft Einblicke in die traditionsreichen Beziehungen zwischen beiden Ländern, die weit über das dunkle Kapitel des Zweiten Weltkriegs und des deutschen Überfalls von 1939 hinausgeht.

Die Deutschen und die Polen Der Vierteiler „Die Deutschen und die Polen” wird am 9. November auf 3sat ausgestrahlt – WIESADENER/KULTIPP hat sich schon vorher mit dem Drehbuchautor und Produzenten getroffen. Immerhin 25 Jahre nach der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen konnte in einer Koproduktion mit ZDF, 3sat und dem polnischen Sender TVN unter Federführung von Andrzej Klamt und seiner Halbtotal Filmproduktion Gmbh zum ersten Mal in der Geschichte beider Länder ein gemeinsames Filmprojekt verwirklicht werden. Idee und Konzeption dafür stammen von Klamt und dem Darmstädter Historiker Dr. Peter Oliver Loew. Als collagenhaft angelegte Zeitreise begibt sich

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KULTUR

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die Filmreihe mit einer Kombination aus inszenierten Spielszenen, Archivmaterial, dokumentarischen Neuaufnahmen und Experteninterviews auf den Weg in die bewegte Geschichte der seit eintausend Jahren bestehenden Nachbarschaft von Deutschen und Polen. Diese ist geprägt von Frieden und Krieg, Freund- und Feindschaften, Christen und Juden und schließlich der schlesischen Metropole Breslau als Schmelztiegel beider Kulturen. Dabei stößt der Zuschauer auf heute kaum mehr bekannte Ereignisse innerhalb der historischen Beziehung der Länder, die weit vor der Teilung und Besatzung Polens durch das Deutsche Reich liegen und zu den Schlüsselmomenten europäischer Geschichte gehören. Für Andrzej Klamt, Wiesbadener mit polnischen Wurzeln und seit 22 Jahren in der Landeshauptstadt ansässig, ist es beileibe nicht das erste Mal, dass er sich in seinen Filmen mit der deutsch-polnischen Nachbarschaft auseinandersetzt. Das Thema zieht sich auch wegen seiner Autobiographie wie ein roter Faden durch seine Karriere als Filmproduzent und findet in dem vom Land Hessen geförderten Filmprojekt nun einen weiteren Höhepunkt in seinem Lebenswerk.

Klamt (Foto oben) ist als Kind von Deutschen im Oberschlesien der Nachkriegszeit aufgewachsen, wo Zweisprachlichkeit vorherrschte und beide Kulturen noch eng miteinander verbunden waren, und kam schließlich als 15jähriger mit seinen Eltern nach Westdeutsch-

land. Hier studierte er polnische und russische Literaturwissenschaften mit Schwerpunkt slawische Philologie und setzte sich verstärkt mit deutschen-polnischen Beziehungen auseinander. Die Motivation hinter seinem Schaffen hat sich über die lange Zeit nicht geändert:

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KULTUR

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KREATIVES

Teil der Reihe ausführlich erzählt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die europäische Kulturhauptstadt Breslau, die im letzten Teil gesondert vorgestellt wird und in Europa wie keine andere Stadt für die bewegte und wechselhafte Nachbarschaft von Deutschen und Polen steht. Tausend Jahre Geschichte in vier Teilen à 45 Minuten zu erzählen, hält Klamt jedoch für anmaßend: „Wir können das Thema immer nur anreißen und nicht auserzählen, aber auch das ist ja schon eine Aufgabe, denn wir wissen, dass auch diese Geschichten zum Großteil unbekannt sind und erzählt werden müssen.“

„Was mich über all die Jahre antreibt, ist dass sich in Westdeutschland, bedingt durch die Nachkriegszeit und die Westbindung, der Fokus immer stark Richtung Westen, Richtung USA und Westeuropa richtete. Ich glaube, dass zu Mitteleuropa und Deutschland der Osten Europas dazugehört.“ Klamt will dazu beitragen, dass die ehemals enge Beziehung und der Kulturtransfer zwischen Deutschen und Polen wieder gestärkt wird und nicht in Vergessenheit gerät: Das Thema ist etwas unterbelichtet. In seinem Wiesbadener Büro, Stammsitz der Halbtotalen Filmproduktion, erzählt Klamt bei Kaffee und Kuchen auch von dem Bestreben, den Zweiten Weltkrieg endlich aus dem Mittelpunkt der Betrachtung zu nehmen: „Der Fokus auf den Zweiten Weltkrieg ist einer der Gründe, warum wir diese Filmreihe gemacht haben. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir diese Fesseln des Krieges loslösen und stattdessen zeigen wollen, dass die meiste Zeit der deutsch-polnischen Beziehung eine friedliche und kooperative war, in der das Miteinander und Integration geherrscht haben. Das sind spannende Themen, die noch nicht erzählt wurden.“ Tatsächlich gerieten viele Ereignisse der deutsch-polnischen Beziehung seit der Nachkriegszeit in Vergessenheit, obwohl ihrer Bedeutung weit über die beiden Nachbarländer hinausgeht. Von 32

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dem berühmten Treffen Kaiser Ottos III. mit dem polnischen Herrscher Boleslaw Chobry im Jahre 1000 bis zu den Geschehnissen von 1847/48, als die preußische Polizei eine Verschwörung zur Befreiung Polens aufdeckte und es im Verlauf der folgenden Ereignisse zu der Revolution in Berin kam, wird der Zuschauer auf eine Reise durch eine erstaunlich vielseitige und dennoch unbekannte Geschichte mitgenommen. Die jüdische Vergangenheit beider Länder, die untrennbar zu ihrer Beziehung dazugehört und mit der sich Klamt bereits in älteren Werken intensiv auseinandersetzte, wird im dritten

Wie ihm das als Filmproduzent in Zusammenarbeit mit den Sendern ZDF, 3sat und TVN, dem deutschen Historiker Dr. Peter Oliver Loew und seinem polnischen Kollegen Professor Igor Kakolewski sowie den Redakteuren Thomas Janssen und Stefan Brauburger gelungen ist, kann man am 9. Novemer im 3sat sehen, wenn die ersten drei Teile im Rahmen einer Themenwoche ausgestrahlt werden. In Wiesbaden werden bereits zuvor am 3.November alle vier Filme auf der Caligari-Bühne uraufgeführt. Halbtotal Filmproduktion GmbH & Co. KG Arndtstraße 1, 65185 Wiesbaden Tel.: +49-0611-9812001 www.halbtotalfilm.de Text: Konstantin Mahlow Set-Fotos: Reinhard Berg


KULTUR

Bei der Maifestspiel-Eröffnung mit Zimmermanns Oper „Die Soldaten” glänzte Sopranistin Sharon Kempton in der Partie der Gräfin de la Roche.

„Die Welt zu Gast in Wiesbaden“ als Motto des Wonnemonats und Österreich, Polen, Norwegen, San Sebastian und Israel lösten den Anspruch ein. Die 120. Internationalen Maifestspiele Wiesbaden prunkten – gegenüber dem Vorjahr um 10 Termine geschrumpft – mit Uraufführungen, Gastspielen und dem Rheingau Musik Festival („Dido und Aenas“) neu an Bord. Höhepunkte reihten sich wie Perlen auf die Schnur. Die Wiesbadener Erstaufführung von B. A. Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ nach Jakob Lenz in der multimedial packenden Sicht des

russischen Shootingstars Vasily Karkhatov bot Simultanszenen in Parkett und Logen, die Hindenburg als Projektionsfläche und faszinierte das Publikum auf der Bühne. GMD Zsolt Hamar am Pult und das mit brillanter Verve überzeugende Ensemble – Gloria Rehm, Celeste Haworth, Andrea Baker, Sharon Kempton, Joachim Goltz, Holger Falk und Martin Koch. Beim Solo-Abend „Sing Sista, sing!“ brodelt das Foyer. Mal anrührend, mal glühend und leidenschaftlich reißt die Strauss- und Wagnerstimme Andrea Baker mit ihrer Hommage an afroamerikanische Idole wie Ella, Aretha, Billie Holiday und Donna

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KREATIVES

Summer von den Stühlen. Und Chordirektor Albert Horne erweist sich am Flügel als exzellent begleitender Pianist. Mit enormer Intensität und Vielseitigkeit provozierte Schauspielerin/ Sängerin Dagmar Manzel standing ovations – in der Uraufführung des Auftragswerks „Agota? Die Analphabetin“ von Agota Kristóf mit dem Ensemble Modern und als ebenbürtige Nachfahrin von Fritzi Massari im Gastspiel der Komischen Oper Berlin als „Eine Frau, die weiß, was sie will“. Russisch kann sie auch. Ihr Kollege Max Hopp war ihr kongenialer Bühnenpartner. Die Tanzsparte prunkte mit Martin Schläpfers „7“ und dem mal in Stiefeln trampelndem, mal barfüßig elegantem Ballett am Rhein. Norwegens Tanz-Pionierin Christel Johannessen meinte „It is only a rehearsal”. Linde Tormoen & Dimitri Jourde erzählten den Mythos von Artemis & Acteion körper-sprachlich-tänzerisch. Die Batsheva Dance Company aus Israel zog mit Ohad Naharins BewegungsSprache „Gaga” in den Bann. „Last Work” berührte nachhaltig „...das hat mit ihrem Singen die Loreley getan”, behauptete Chris Pichler furios in vielen Rollen, die zauberhaft aufspielende Kammermusikvereinigung des Staatsorchesters und Benjamin Russell mit warm timbriertem Bariton. Ein Rhein-romantisches Kabinettstückchen mit Heine, der Günderode, Marilyn & den Nibelungen. Erika LeRoux bot wohltemperierte Klavierklänge. Vivaldis Serenata a tre „Mio Cor, mio povero Cor – Mein Herz, mein armes Herz” ist eine Hommage an den von der Inquisition inhaftierten Leibniz-Freund Jean Tourel und trägt das Gewand eines Schäferspiels. Kammersänger Thomas de Vries hatte für sein Ensemble Mattiacis diesmal einen Musikkrimi als spezielle Barock-Rarität gefunden. Musikalischer Leiter de Vries und das stimmlich-szenisch bestens aufgelegte Team Sharon Kempton, Julia Maria Cramer, Michael Pegher und das mit warmem Ton musizierende Ensemble heimsten im voll besetzten Foyer stehende Ovationen ein. Zum Finale machten Wagners gesammelte Werke, leicht gekürzt, á la Loriot Appetit auf meer - in der neuen Spielzeit! Foto & Text : Gesine Werner

Soldaten, Loreley, Loriots „Ring” und eine Frau, die weiß, was sie will

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Spät-Lese zu den 120 Internationalen Maifestspielen Wiesbaden


KULTUR

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KREATIVES

Der Wappenstein aus einem Wiesbadener Stadttor, das Kulturdezernentin Roselore Scholz und OB Sven Gerich umrahmen, stammt aus dem 16. Jahrhundert und überliefert die älteste Darstellung des Dreililienwappens.

Das neue „sam – Stadtmuseum am Markt“ startet mit einem Museumsfest am Tag des Denkmals seinen Betrieb. Jetzt ist Wiesbaden nicht mehr die einzige Landeshauptstadt in Deutschland, die kein Stadtmuseum hat. Der Marktkeller, im Dezember 1901 eingeweiht als bauliches Juwel von Stadtbaumeister Felix Genzmer im Herzen der Stadt, ist mit seiner wechselvollen Nutzungsgeschichte selbst ein Teil der Stadthistorie. Am „Tag des offenen Denkmals“ – heuer mit dem Motto „Gemeinsam Denkmal erhalten“ – geht ein voraussichtlich langlebiges „Übergangsdomizil“ an den Start. Das „sam – Stadtmuseum am Markt“ öffnet am 11. September um 11 Uhr erstmals seine Pforten und bittet unter der Devise „Wir haben den Stein der Weisen gefunden“ zu einem großen Museumsfest drinnen und draußen. Das Team um den kommissarischen Museumsdirektor Dr. Bernd Blisch hat ein attraktives Programm vorbereitet rund um die Stadtgeschichte und die Denkmäler der Innenstadt. Bei dieser „Entdeckungsreise“ wird auch mit dem „rollenden Museum“ als Oldtimerschau gepunktet sowie einer Stadtrundfahrt im Eswe-Bus-Oldtimer, mit Führungen durch Kurhaus, Villa Clementine, Marktkirche und Neues Rathaus, die am Infopunkt vor dem „sam“ gestartet werden. Im

Der kommissarische Stadtmuseums-Leiter Dr. Bernd Blisch zeigt die historische Wetterfahne des Uhrturmes mit dem Nassauer Löwen als „Wiesbadener Lieblingsstück”.

Marktkeller selbst präsentieren auf rund 1300 Quadratmetern spannende Exponate die Geschichte der Dreililienstadt von der Vorzeit bis in die Gegenwart. Wiesbaden zeigt sich als „Badestadt, als Stadt des Wassers“ und als „politisches Zentrum“. Die „Schatzkammer“ zeigt in vierteljährlichem Wechsel erstmals Preziosen aus den 400.000 Exponaten der SNA/ Sammlung Nassauischer Altertümer. Die SNA ist mit ihren Objekten aus den 200 Jahren Sammlungsgeschichte in Fachkreisen ein begehrter Leihgeber und zeigt ihre Bedeutung in ganz Deutschland. Bei der Vorbesichtigung betont Oberbürgermeister Sven Gerich, mit dem nun „wasserdichten“ Stadtmuseum im Marktkeller werde „ein Ort zur Stärkung der Identität der Stadt eröffnet. Der Streit darüber ist selbst ein Teil der Stadtgeschichte.“ Für Stadträtin Rose-Lore Scholz erfüllt sich der „Traum, Stadtgeschichte zu zeigen für Jung und Alt, für Einheimische und Zugewanderte, denn es hilft bei der Integration.“ Der Kulturfonds Rhein-Main gewährt dem „sam“ Förderung. Loretta und Hubert Schuld sponsern mit ihrer Stiftung „Wiesbaden – meine Stadt“ die Museumspädagogik. Der Museumspädagogik kommt besondere Bedeutung zu. Nicht zufällig heißt es zu Beginn des Museumsfestes „sam macht neugierig“, gemünzt auf die Kinderausstellung. „Die spinnen, die

Mattiaker“ ist hier die Devise. Es waren noch längst nicht alle Exponate für die Schau „Wiesbadens Lieblingsstücke“ – von Patinnen und Paten aus der Bevölkerung ausgesucht, in Kurzfilmen kommentiert und in die neuen facettenförmigen Vitrinen eingeräumt. Doch Grundschulkinder aus dem Sauerland tummelten sich im frisch restaurierten Marktkeller mit Klassenlehrerein Christina Schürmann. Angeleitet von Museumspädagogin Sabine Weber wurden Hafen, Markt, Wohnhaus und Therme in Augenschein genommen. Die Kids fackelten nicht lange und erkundeten mit den Playmobilfiguren spielerisch das Terrain. Dr. Thorben Giese als Vizemuseumsdirektor „brauchte“ schließlich „Hilfe beim Einräumen“ in de denkmalgeschützten Immobilie im Eigentum der WVV Wiesbaden Holding GmbH. „Kinder schauen auf andere Art als Erwachsene und die Ausstellungen korrespondieren,“ erläutert Historiker Dr. Blisch. Das älteste Exponat ist ein Steinmesser eines Neandertalers aus Erbenheim. „Unsere Arbeit ist schon für die nächste Generation, für die ein historisches Museum dann so selbstverständlich ist, daß die Frage nach einem historischen Stadtmuseum sich nicht mehr stellt“, blickt Dr. Blisch in die Zukunft. Text und Fotos: Gesine Werner

Bühne frei für historische Lieblingsstücke und eine Schatzkammer der hessischen Landeshauptstadt 34

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KULTUR

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KREATIVES

Im Rathaus wurde Kulturpreisträgerin Priska Janssens geehrt mit der „Wiesbadener Lilie der Inklusion 2016“ von Dr. Dorothea Friedrich und Julius Müller (von

Frau Janssens muss weg Vertragsdauer von Kulturpreisträgerin Priska Janssens als Leiterin der Theaterwerkstatt Wiesbaden endet mit der Spielzeit im August 2017 Die Nachricht „Priska Janssens wird vor die Tür gesetzt” sprach sich kurz vor den Theaterferien herum, sorgte für einen Sturm der Entrüstung, eine voll besetzte „Bürgerfragestunde” im KulturAusschuss. Antworten gab es „zum Schutz allgemeiner Natur” keine. Manche denken bei der Chose an das Stück. „Frau Janssens muss weg”. Die Vertragsdauer von Priska Janssens als Leiterin des 2002 initiierten Jugendreferats, seit 2014 „Theaterwerkstatt”, endet am 15. August 2017. Vor zwei Jahren wurde das Jugendreferat des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden mit dem Kulturpreis 2014 Wiesbaden geehrt. „Das Jugendreferat leistet seit vielen Jahren herausragende theaterpädagogische Arbeit in Wiesbaden, die weit über die berufliche Aufgaben der Protagonisten hinausgeht. Von der hochkompetenten Arbeit, die insbesondere der engagierten Leiterin Priska Janssens zu verdanken ist, hat Wiesbaden in vielfältiger Weise profitiert”, schreibt die Homepage der Stadt, „positive Impulse in die Theaterarbeit an Schulen”, die „erfolgreichen Schultheatertage” und „Projekte wie move@2014” werden betont. „Mit Projekten wie „Theater anders” war das Jugendreferat auch ein Pionier im Bereich der inklusiven

Kultur- und Theaterarbeit in Wiesbaden.” Priska Janssens, 2012 mit Intendant Dr. Manfred Beilharz nach Wiesbaden gekommen – von dem sie lange getrennt lebt – steht für ein breites Theaterpädagogik-Angebot. Markenzeichen sind weit offene Theatertüren und inklusive Strahlkraft in die Stadtbevölkerung hinein. Mit Ressorts und Generationen verbindenden, personenstarken Mitmachprojekten wurde Pionierarbeit am Puls der Zeit geleistet, die Hemmschwelle zum Musentempel sank. Es geht Priska Janssens in ihren „spartenübergreifenden Projekten, dem inklusiven Ansatz und der bürgerzentrierten Aufbauarbeit der vergangenen 14 Jahre“ darum, „das Theater in die Stadt hinein zu öffnen und den Austausch zu befördern – zum Gewinn Aller“. Ihr Bemühen um „Menschen mit besonderen Hintergründen“ wurde aktuell mit der „Lilie der Inklusion“ geehrt, die Dr. Dorothea Friedrich und Sohn Julius Müller im Rathaus bei der Eröffnung von Michael Kretzers Fotoschau „Theater anders – Menschenbilder“ übergaben. Der Vermutung, die Unkündbarkeit solle mit dem Rauswurf der mehrfach Geehrten abgewendet werden, widerspricht das Theater. „Der Status der Unkündbarkeit“ solle „nicht ver-

wehrt“ werden. „Neuausrichtungen in Schwerpunktsetzungen“ seien geplant mit notwendigen, sinnvollen oder gar notwendigen personellen Veränderungen. Schott-Verlags-Geschäftsführer Peter Hanser-Strecker, Laudator des Kulturpreises, „kann nicht nachvollziehen, warum die Wirkstätte Jugendtheater erst den Namen und jetzt auch den Kopf, den Geist und spiritus rector verlieren soll.“ Er spricht von einer „Amputation, und diese schließt in aller Regel das Nachwachsen aus... Als langjähriger Sponsor der grandiosen Teamleistung unter der Leitung von Priska Janssens fühle ich mich in gewisser Weise mit vor die Tür gesetzt.“ Eine Petition von Schulfachleuten mit 600 Unterschriften und Protest-Briefe en masse gingen an Theaterleitung und Ministerium. Priska Janssens arbeitete als Solistin mit Minijob-Assistenz und ProjektAushilfen. Die Theaterleitung will „in Gänze diese Sparte aufwerten, mehr Bedeutung und mehr Ressourcen beimessen“ und „durch die Umstrukturierung im Jungen Staatstheater drei feste Theaterpädagogen“ anstellen. Priska Janssens will „fulminant“ ihre 15. Spielzeit zelebrieren. Text und Foto: Gesine Werner WIESBADENER 35


KULTUR

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KREATIVES

Elisabeth Maranca an der Orgel und Harfenistin Elisabeth Hess, mit beseelten Stimmungsbildern über sich hinaus. Der prall voll besetzte Nassauische Landesdom wurde mit wuchtiger Kraft und mit zarten Nuancen zum Klingen gebracht, die Mitwirkenden ernteten Beifall im Stehen. Ehrensache: Ohne die hinreißend intonierte Zugabe kam das große Ensemble aus Wiesbaden & Italien nicht davon. Am 25. Oktober wird das Concerto in Teatro di Pisa wiederholt.

Im Nassauischen Landesdom werden WMK-Direktor Christoph Nielbock als künsterlischer Leiter samt Jugend-Sinfonie-Orchester der WMA und Dirigent Stefano Barandoni mit dem Coro polifonico San Nicola di Pisa und den Solisten Mon Jin Kim & Nataliza Carone (links im Bild) stürmisch gefeiert.

Die WMK/WMA bekam die Ehrennadel der Deutschen Stiftung Niere und Harnwege e.V. (DSNH) und war mehrfach mit Benefizkonzerten für den Guten Zweck engagiert, auch zum 15. Geburtstag der Stiftung „Hollywood meets Broadway” mit dem Jazz-Pianisten Gustav Csik sowie „The voice” Joan Faulkner, Harriett Lewis und Joanne Bell als den “3 Ladies of Swing and Blues”, organisiert von Dieter Werner.

Sternstunden im Kurhaus und im Nassauischen Landesdom zum Silberjubiläum Mit hochkarätigem Programm und umjubelten Auftritten feiert die Wiesbadener Musik- und Kunstschule / WMK ihr 25jähriges Wirken

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ie Wiesbadener Musikund Kunstschule wird 25 und natürlich zelebriert die WMK ihr Silberjubiläum mit Sternstunden der Musik. Der damalige OB Achim Exner und Kulturstadträtin Margarethe Goldmann waren die geistigen „Eltern“ des heute am Schillerplatz residierenden Doppelinstitutes WMK und WMA. „O Fortuna!“ In der ausverkauften „Gudd Stubb“, dem Thierschsaal des Kurhauses, wurde eine furios dargebotene Carmina Burana“ mit standing ovations gefeiert. Am 10. Juli funkelte in der Marktkirche ein spätromantischer Edelstein. Das umjubelte Konzert war die Frucht langjährig bewährter Co-Produktion mit dem deutschitalienischen Freundschaftsverein „amicizia e. V.“ und des mehrfa36

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chen gemeinsamen Wirken mit dem Coro polifonico San Nicola di Pisa unter Leitung von Stefano Barandoni. Zum Silberjubiläum das Besondere. Die geistliche Trilogie. „Mors et Vita“ von Charles Francois Gounod, ein selten aufgeführtes Oratorium für Vocalquartett und Chor, wurde 1881 im Beisein von Queen Victoria in Birmingham uraufgeführt. Für die ambitionierten Solopartien war hochkarätig vokaler Glanz angereist. Natalizia Carone (Sopran), Mon Jin Kim (Alt), Roberto Cresca (Tenor) und Bariton Carlo Torriani bekamen verdienten Szenenapplaus. Musikalischer Leiter und WMKDirektor Christoph Nielbock schwärmt vom „opulenten Werk”. Unter seinem leidenschaftlichen Dirigat wuchs das Jugend-SinfonieOrchester der WMA, ergänzt von

WMK-Direktor Christoph Nielbock ist das „Lieder singen in Schulen” ein Herzensanliegen, das als Projekt mit 15 Grundschulen in Deutsch-Intensiv-Klassen läuft. „Nach einem Jahr können rund 900 Schulkinder gemeinsam das Repertoire singen!” Im Frühjahr 2017 wird im Großen Haus des Staatstheaters gemeinsam gesungen vom Volkslied bis zu den Charts. Auf die „Elefantenhochzeit” freut sich Christoph Nielbock besonders: Am 24. September wird bei „Wiesbaden singt” die Bühne am Dernschen Gelände beim Stadtfest gerockt: Ein aktuelles Songbook wird kostenfrei verteilt und „Mitsingen für Alle” ist die Devise. www.wmk-wiesbaden.de Text und Foto: Gesine Werner


KULTUR

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KREATIVES

er epochale Beitrag Neapels zur europäischen Kunstgeschichte des Barock erfährt im Museum Wiesbaden in dieser Breite zum ersten Male in einem deutschen Museum eine groß angelegte Würdigung. Mit Leihgaben, unter anderem aus dem Pariser Louvre, der Londoner National Gallery, dem Kunsthistorischen Museum in Wien und dem Museo di Capodimonte in Neapel, aber auch bedeutenden historischen Privatsammlungen, lässt das Museum Wiesbaden für vier Monate dieses goldene Zeitalter der italienischen Malerei in der Hessischen Landeshauptstadt wieder aufblühen. Mit Caravaggios kurzem Aufenthalt in der Stadt am Vesuv 1606/07 begann für die neapolitanische Malerei ein neues Zeitalter. Die schonungslose Wirklichkeitserfassung und das dramatische Hell-Dunkel seiner hier entstandenen Werke gaben wesentliche Impulse für die Herausbildung einer lokalen Schule mit eigener Prägung und von europäischem Rang. Künstler wie Battistello Caracciolo, Artemisia Gentileschi oder Jusepe de Ribera entwickelten die caravaggesken Gestaltungsprinzipien auf je individuelle Weise weiter, Massimo Stanzione und Bernardo Cavallino überführten sie in publikumswirksame Eleganz. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden die reich instrumentierten religiösen und mythologischen Kompositionen eines Mattia Preti, Luca Giordano und Francesco Solimena geradezu zum Exportschlager und gelangten in zahlreiche europäische Sammlungen.

Exponate anschaulich. Den Ausgangspunkt hierfür bilden die Gemälde Giordanos und Solimenas im Besitz des Hessischen Landesmuseums. Eine Besonderheit der Ausstellung besteht in der umfangreichen Einbeziehung von Handzeichnungen, die vom Esprit der neapolitanischen Meister zeugen und unmittelbare Einblicke in den Werkprozess erlauben. In der Kunst

Die Wiesbadener Ausstellung zeigt den Verismus und die Kraft einer Malerei, in der auch die Erfahrung von Armut, Brutalität und Verfall ihren Niederschlag fanden. Caravaggios Erben – Barock in Neapel 14. Oktober 2016 – 12. Februar 2017

Neapel in Wiesbaden Diese durch Sinnlichkeit und Drastik, genaue Beobachtung und festlichen Überschwang beeindruckende Malerei ist in Deutschland noch wenig bekannt. In Wiesbaden wird der einzigartige Beitrag Neapels zur europäischen Barockkunst durch eine Fülle herausragender

des neapolitanischen Barocks spiegeln sich die Pracht, Raffinesse und Kultur der Mittelmeermetropole in packender Malerei und in einem Stil, dessen zumeist monumentale Bilder zwischen emotionaler Sinnlichkeit und theatralischer Überwältigung pendeln.

Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur Friedrich-Ebert-Allee 2 65185 Wiesbaden www.museum-wiesbaden.de Geöffnet: Mo, Di, Do 10 – 20 Uhr; Mi, Fr- So 10 – 17 Uhr WIESBADENER 37


KULTUR

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KREATIVES

ZEIT

Archivieren – das Erinnern, Sammeln, Bewahren und n der Mainzer eite Arb sind die Bezugspunkte in den 13 Sandra Heinz. 2/20 201 in cker Künstlerin und Stadtdru ihrer Schlüsselthemen Über die Zeitungen ist sie auf eines Tageszeitungen Inforgestoßen: Zeit. Tag für Tag bündeln bestimmten Tages Zeit s eine mationen, die als Nachrichten s mit der täglichen ang Umg des e dokumentieren. Die Frag Verdinglichung von Fülle an Informationen, die Frage der auf sie eine große solcherart wahrgenommener Zeit übt Faszination aus. beit Panorama 2015_ So ist im letzten Jahr ist die Jahresar Tag die Panorama-Seite 16 entstanden. Dafür wurde jeden und bis auf einige Ausder Frankfurter Rundschau gefaltet ils ausgesparte Foto sparungen weiß übermalt. Das jewe anschließend wurden und wurde mit weißem Garn umnäht einem Leporello-Streizu he die gefalteten Seiten einer Woc 53 Wochenstreifen, je en tand ents So fen zusammengenäht. ng 2016 fertig geworca. 28,5 x 113 cm. Die Arbeit ist Anfa ben ca. 15 m – 2 Reiden. Alle Streifen nebeneinander erge – unterschiedliche iger hen übereinander entsprechend wen . kbar Präsentationsformen sind den ch wird sie rund Im Klingspor-Museum in Offenba eumsverbandes Mus en isch hess des um die Tagung des zentralen d am 24.9.2016 an der größten Wan entieren. präs k Hauptraumes die Arbeit als Bloc

hat sie Textfragmente Parallel zu den ausgesparten Fotos enen Artikel gesamim Kontext der zu den Fotos erschien Prosa-Textblatt entmelt und so ist für jeden Monat ein aus ist nun ein kleines Dar standen, insgesamt sind es 12. ailaufnahmen der Det dem in Künstlerbuch entstanden, 38

MADE IN WIESBADEN


rend übermalten Zeitungsfotos den ausgesparten, mit weißer Farbe lasie en sind. Textblättern gegenübergestellt word m mit einem sehr speziellen Projekt: Dieses Jahr beschäftigt sie sich zude eidet sie aus den Todesanzeigen der Lebensdaten 2016. Jeden Tag schn Namen der Verstorbenen aus, um sie Tageszeitung die Lebensdaten und die en – eins für die Daten und eins für auf zwei große Nesseltücher zu kleb die um hier auch Sandra Heinz geht es Namen. Wie in vielen Arbeiten von n zwischen Fragmenten und dem gronge ehu bezi vielschichtigen Wechsel ßen Ganzen. diesem Jahr und zeigt Gürtel auf der Die Arbeit Bandages 2016 ist aus genäht zu einem Block von 186 x 140 Haut. 36 Scans, die auf Japanpapier cm zusammengefügt worden sind. eiten sind im Laufe dieses Jahres Neben den hier vorgestellten Arb ldrucke von Kleidern und anderen auch noch Frottagen und Materia , nen Atelier, Samstag, 17. & Sonntag Arbeiten entstanden, die im Offe zu lier Ate nem 14 – 18 Uhr in mei 18. September 2016, jeweils von sehen sind. nz

Atelier: Stiftsstraße 1, 55116 Mai

www.sandra-heinz.com

alle Fotos: Sandra Heinz Fotos: links oben & 2. Foto von links Panorama 2015_16: Großes Foto Künstlerbuch: links unten ts oben Bandages 2016: Großes Foto rech ts Mitte und unten rech 3 Lebensdaten 2016: Foto 2 &

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KULTUR

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KREATIVES

Brigitte Pons, Karsten Eichner, Claudia Schmid, Bernd Köstering, Ivonne Keller, Christiane Geldmacher, Susanne Kronenberg, Jürgen Heimbach, Ursula Schmid-Spreer und viele andere namhafte Autorinnen und Autoren führen die Leser an mörderisch schöne Tatorte im Rhein-Main-Gebiet. Zu den Herausgeberinnen: Die Wahl-Rheingauerin Leila Emami mit iranischen Wurzeln (1970 in Teheran geboren) ist Autorin, Bloggerin und Schreibcouch. Seit ihrem Studium (Germanistik, Filmwissenschaft, Kunstgeschichte) schreibt sie alles, was ihr unter den Griffel kommt: Krimis, Thriller, Theaterstücke,Märchen, am liebsten Krimikomödien, die sie u.a. bei Krimiwanderungen vorliest (www.mords-mittelrheintal.de). Als Bloggerin schreibt sie über die schönen Dinge des Lebens (www.genussliga.de). Da sie weiß, wie gut uns das Schreiben tut, gibt sie Schreibkurse, damit auch andere ihre schöpferische Kraft entdecken.

Der Tod lauert im Park

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ben. Entstanden ist das Mach-Werk „Hortus Delicti – vom Park in den Sarg”, soeben erschienen im Wellhöfer-Verlag Mannheim.

Mitglieder der Autorennetzwerke »Dostojewskis Erben« und »Mörderische Schwestern « um die Herausgeberinnen Fenna Williams und Leila Emami haben die Schaufel in die Hand genommen und die Rasenkante todesmutig angeho-

21 Krimis erzählen nicht nur von der Schönheit und Vielfalt der Grünanlagen, sondern auch von spannenden Begegnungen mit zwielichtigen Spaziergängern, stechwütigen Bienen, verkleideten Ehemännern, Bestattern, Dackeln, Chinesen ... und alten Damen mit verdächtig großen Handtaschen.

er denkt, dass es in den Parks und öffentlichen Gärten des Rhein-MainGebiets nur beschaulich zugeht, hat noch nicht unter den Rasenteppich geschaut.

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Fenna Williams lebt und arbeitet in Wiesbaden und überall dort, wohin die Recherche zu ihren Büchern und ihr Blog sie führen (www.genussliga.de). Sie studierte Kreatives Schreiben in Seattle, London und Frankfurt und schreibt seitdem Drehbücher sowie Kurzgeschichten und Romane verschiedener Genres. Sie ist Mitglied bei den Mörderischen Schwestern, im Syndikat und im Verband deutscher Schriftsteller. Fenna hat vier Passionen: Schreiben, Shakespeare, Single Malt Whisky und den Wunsch, diese drei Dinge immer wieder neu zu verbinden. Die druckfrische Anthologie wurde am 6. September der Öffentlichkeit vorgestellt; weitere Lesungen werden folgen. Unterstützt wurde das kriminelle Gartenprojekt von der SchlockerStiftung in Hattersheim und Naturefund e.V. in Wiesbaden.


KULTUR

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KREATIVES

Vor charakteristischen Meidner-Porträts aus den 1950er und 1960 Jahren im Stadtmuseum Hofheim treffen Cornelia von Plottwitz, LudwigMeidner-Gesellschaft, Stadtmuseumsleiterin Dr. Eva Scheidt Kulturfonds-Geschäftsführer Dr. Helmut Müller und Erik Riedel vom Ludwig MeidnerArchiv im Jüdischen Museum Frankfurt zusammen.

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as einst von Hilmar Hoffmann geprägte Credo „Kultur für Alle“ ist die Richtschnur des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main, dem kürzlich die Stadt Bad Vilbel beigetreten ist; er setzt sinnstiftend auf Vernetzung mit Strahlkraft und fördert „neue, herausragende Kulturprojekte mit nationaler und internationaler Wirkung.“ Unter dem treffenden Titel „Jugend und Alter“ sind bis 13. November „Ludwig Meidners Porträts aus den 1950er und 1960 Jahren“ im Stadtmuseum Hofheim zu sehen. Diese „extrem ungewöhnliche Ausstellung mit Leben, Exil und verschiedenen Werkperioden“ ist Teil eines ambitionierten Projekts. „Wenn es den Kulturfonds nicht schon geben würde – für dieses Projekt hätte er erfunden werden müssen“, schwärmt Dr. Helmut Müller. Beispielgebend wird mit „Ludwig Meidner – Seismograph“ zu dessen 50. Todestag ein Partnerschaftsprojekt gefördert, das gemeinsam gestemmt wird von der Ludwig Meidner Gesellschaft e.V. als Initi-

atorin mit dem Stadtmuseum Hofheim, dem Museum Giersch der Goethe-Universität („Horcher in die Zeit – Ludwig Meidner im Exil), dem Jüdischen Museum der Stadt Frankfurt, dem Institut Mathildenhöhe Darmstadt mit dem Kunst Archiv Darmstadt sowie der Galerie Netuschil in Darmstadt.

Rhein-Main“ als innovatives Kooperationsprojekt zwischen dem Hessischen Staatsballett und dem Künstlerhaus Mousonturm. Die ungewöhnliche Selbstverständlichkeit der sogenannten Stadtteil-Theaterkultur innerhalb dieser Kooperation freut Dr. Müller. „Der alte Antagonismus zwischen Freier Szene und

Der Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main: Vernetzung der Leuchttürme in der Region Die Blockbuster-Schau „Caravaggios Erben – Barock in Neapel“ prunkt mit Leihgaben aus Paris, London, Wien und Neapel und lockt ins Museum Wiesbaden. Dr. Müller sieht die Prachtschau als „ein Highlight des Museumsjahres in Deutschland“, der Kulturfonds steuert 463.000 Euro bei. „Sehr spannend und zukunftsweisend ist die neue „Tanzplattform

Stadttheaterkultur scheint ganz offensichtlich nicht mehr so unverrückbar zu bestehen, wie Viele glauben.“ Erstmals schließt sich mit dem internationalen Produktionshaus die Freie Szene mit der Tanzsparte zweier Staatstheater zusammen. Der Kulturfonds steht der drei Jahre dauernden Vernetzung fördernd bei. Text und Foto: Gesine Werner WIESBADENER 41


KULTOUREN

e er für Menschenrechte, begeistert Aeham Ahmad, Beethovenpreisträg im Kamal bei seinem Ibrah o Berg n niste ussio Perk en mit em ägyptisch Kunstverein. Openairkonzert am Nassauischen

Die Gedanken sind frei! m Beethovenpreisträger Aeha Ahmad openair beim NKV s ich Asylbewerber „Mein Opa war Asylant. Warum mus ndwann Asylbeirge n Soh n sein? Ich frage mich, ob mei ht die Welt mac Was ? wird sein werber auf dem Mond n gegenseitig?“ Er mit uns? Warum töten sich Mensche schenrechte und eine ist Beethovenpreisträger für Men gung. Symbolfigur der Flüchtlingsbewe aus der Region um Haifa Aeham Ahmad, dessen Großvater uk bei Damaskus gegeflohen war, ist 1988 im Camp Jarm nsischen Minderheit boren. Als Angehöriger der palästine er Familie bis 2015 lebte der ausgebildete Pianist mit sein r spielte der couraefah im Flüchtlingscamp. Unter Lebensg en in den Ruinen wag Roll em sein gierte Musiker Klavier auf Verzweiflung Hoffvon Damaskus Jarmuk, wollte in aller de schenken. Als im nung und Würde fühlen lassen, Freu nannten sogenannten Frühjahr 2015 Anhänger des selbster en sein Instrument Aug „Islamischen Staates“ vor seinen roht. Im August bed siv mas verbrannten, war sein Leben r die gefährliche übe g“ nun Hoff flüchtete der „Pianist der er 2015 in Wiesbaden „Balkanroute“ und fand im Novemb ust ist die Familie in seine neue Heimat. Seit Anfang Aug fin Elke Gruhn, der Wiesbaden wieder vereint, NKV-Che enannten Kräften sei ung und deutschen Botschaft in Beirut prechen halten und Vers sein nte Dank. Aeham Ahmad kon ücklich“ seine Frau mit seinem Onkel Jalal Toma „übergl Ahmad (4) und Kinian (2) Tahani Munawar sowie die Söhne tische Pianist erwies in die Arme schließen. Der charisma Nassauischen Kunstim sich bei seinem Openair-Konzert onisten Bergo Ibrahim ussi Perk verein mit dem ägyptischen Friedens, berührte mit Kamal als sensibler Botschafter des klassisch-mozärtlichen eigenen Balladen, Jazz und einem spontan zum Chor: Medley. Und das Publikum mutiert kriegstag konzertierte „Die Gedanken sind frei!“ Am Anti spielt beim Bürgerund nz Aeham Ahmad beim DGB Mai oss Bellevue. Die Schl auf ck Gau ent fest von Bundespräsid 2. September „AnsichKünstlerin Tahani Munawar zeigt ab Syrien“ im NKV. ten 42 aus MADE IN WIESBADEN

Text und Foto: Gesine Werner

als „das Gottes” in Auringen wurde auch Das 300 Jahre alte „Wohnzimmer Arno Goßmann ister erme Bürg iert: gefe en” Haus aus lebendigen Stein n und Schmidt, Pastorin Bea Ackerman aus Kloppenheim, Präses Gabriele . (von links) Kirchenpräsident Dr. Volker Jung

Das „Wohnzimmer Gottes” in sAuringen feiert 300. Geburt tag der Grundstein gelegt – Am 12. August Anno 1716 wurde Samuel hatte den eigenen der Nassauer Fürst Georg August einde Auringen genehGem Kirchenbau für die wachsende das Richtfest begangen nte kon r migt – und am 15. Oktobe werden. nods war ein GemeinDer Bau des architektonischen Klei der, zu dem der Landesherr schaftsprojekt der Gemeindemitglie kleine Glocke kam aus Mainz, nur 30 Bütten Kalk beisteuerte. Die nheim und die Altargeräte die Kanzel „für ein Geringes“ aus Erbe penheim“ war Vergangenaus Idstein. Die „Filialgemeinde Klop heit. hnzimmer Gottes“ in AurinDas schnuckelige evangelische „Wo Weinstand am 12. August 2016 gen wird 300 Jahre alt. Schon der esdienst mit Bürgermeister war bestens besucht. Beim Festgott cke, quietschfidel singenden Arno Goßmann, Dekan Martin Men dem ausgezeichneten GastKindern, den „Happy Voices“ und Kirchenpräsident Volker hielt Organisten Andreas Karthäuser r das „Haus aus lebenübe igt pred Jung eine humorfrische Fest “ Jesus Christus. Danach digen Steinen“ rund um den „Eckstein t mit dem Blasorchester des gings zum munteren Gemeindefes ein Teutonia 1882. TSV Auringen und dem Gesangsver teshaus die Pforten zur Anfang September öffnete das Got ermusical „Gott baut ein Kind zum lud und „Nacht der Kirchen“ der Kirche Auringen Haus, das lebt“ ein. Der Projektchor ermann rief zum mitsingen „Happy voices“ von Pastorin Bea Ack auf: „Rock my soul“.

hor zum Gospelgottesdienst Am 25. September lädt der Projektc lischen Weinprobe“ wird „Oh happy day!“ ein (19 Uhr). Zur „bib teshaus gebeten – mit am 22. Oktober um 19 Uhr in das Got n Weingut Manz und mit besonderen Kredenzen vom kirchliche Rezept. em isch bibl selbstgebackenem Brot nach

Text und Foto: Gesine Werner


KULTOUREN

doten zum fsinnigen Erinnerungen und Anek Kollegiale Verbeugung mit witzig-tie tol - Gottfried Apos unt Zygm es” lkind „Spie 85. Geburtstag des multimedialen stheaterlieren im knallvoll besetzten Staat Herbe und Rosemarie Schubert gratu Foyer.

und Ein vielsaitiges „Spielkind” universalkünstlerisches Urgestein

e Gestalten...” Mit seiner „Ihr naht Euch wieder, schwankend henen „Zueignung” von hinreißend und fast szenisch gesproc stol bei der „theatralen Goethes Faust I zog Zygmunt Apo im Generationen überReise” von Regisseur Tilman Gersch st2beckmann” in den „fau erk schreitenden Gesamtkunstw Bann. beliebten Allrounders, der Nicht zu zählen sind die Erfolge des mpel brillierte, auch in Italien seit 1980 am Wiesbadener Musente Couwenberghs Dauerbrenvan und am Aalto Theater Essen in Ben stlerische und preisgekrönte ner „La vie en rose”. Das universalkün Komponist, Schauspieler, „Spielkind” aus Kattowitz ist Musiker, 85. Wiegenfest mit einem Entertainer und Maler und wurde zum Publikum ausdauernd gefeiert. Künstlerkaffee vom Ensemble und gratulierte für den Magistrat. Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz Uwe Kraus überraschte das Kollege und „Zeremonienmeister” e des polnischen KünstlerverGeburtstagskind mit einer Depesch und Apostol-Kompositionen bandes. Historische Filmschnipseln dem Opernensemble brachten beglückten alle Mitfeiernden. Aus omir Wielgus & Michaela Slaw Aldomir Mollov, Marek Markisz, egin Rosi Schubert graKoll en. dch Wielgus ein polnisches Stän Gottfried Herbe machte dem tulierte mit Willem Busch. Kollege n mit einem Weaner Lied. Eine Jubilar erst Beine und berührte dan Luig – spritzig bei Stimme „angeschickerte” Sopranistin Annette eider „wohltemperiert“ Schn n - schoss, von Tastenlöwe Benjami unterstützt, den Vogel ab. eingebunden in das Oral histoDie Theaterlegende Apostol hatte, chichten“, beim Stadtarchivry-Projekt „Erlebte Geschichte & Ges „Kreuzberger Nächten“ von ten Fest mit unnachahmlich charman Der unverwüstlich alterslose den Stühlen gerissen. Ehrensache: seine hinreißende „SpezialiPiano-Schelm kam nicht ohne diese tät“ aus dem Foyer. Chapeau! Text und Foto: Gesine Werner

m ), früher Kaufmann in Sonnenberg,ka Ludwig Kurt Beckhardt (Bildmitte k an den zurüc t hard Beck S. z Loren Sohn mit Gemahlin Melitta und am 30. April 2015 im voll besetzten „Tatort Sonnenberg” und schilderte Familiengeschichte. Kaisersaal historische Details der

„Seine Liebe hat das Leben besser gemacht.” Abschied von Kurt Beckhardt, dem Juden aus Sonnenberg

e ihn ist die „Ohne ihn ist das Leben ärmer. Ohn en besser geLeb das hat e Lieb e Welt ärmer. Sein t besser macht. Seine Weisheit hat die Wel gemacht. Folgen wir ihm!“ dstern versehenen Mit diesen Worten in ihrer mit dem Davi den „Ehemann, Traueranzeige erinnerte seine Familie an acht-Fan, Eintr , raten Vater, Bruder, Juden, Sozialdemok oner“ LudLond er, Bonn ner, Riesling-Liebhaber, Wiesbade und sten klüg , sten gütig der er wig Kurt Beckhardt – „ein ild Vorb sein Welt er dies hat n sche Men bescheidensten hinterlassen.“ Humor des mit 89 Mit einer würdevollen, und dem leisen e Rechnung Weis cher Jahren Verstorbenen in sympathis iner Mendel Rabb von ng Leitu r tragenden Trauerfeier unte ust auf dem Aug ng Anfa ph Jose ben da Gurewitz wurde Yehu . agen e getr jüdischen Friedhof in Wiesbaden zu Grab ahlin Gem mit Der frühere Sonnenberger Kaufmann war 2015 noch einmal an Melitta und Tochter Katja am 30. April Lorenz Schlomo Sohn ist. gere den „Tatort Sonnenberg“ des Vereins „Burgbend onsa erati Koop Beckhardt stellte am dem Hakenkreuz“ festspiele e.V.“ sein Buch „Der Jude mit unter dem NS-Revor mit der Sonnenberger Geschichte 1927, wandte gang gime. Zeitzeuge Kurt Beckhardt, Jahr Kaisersaal und tzten bese voll sich offenherzig direkt an den brennende die hatte Er ille. enst sorgte für Mucksmäusch Augen gesehen. Synagoge am Michelsberg mit eigenen m. Eine ganz „Es war das erste Mal, daß ich Angst beka wurde später Bub andere Zeit brach da an für mich.“ Der NS-Regime dem vor and Engl mit einem Kindertransport in ikum Publ nde folge nnt geba Das in Sicherheit gebracht. ich ringl eind r seine bei ut seha Gän m in Sonnenberg beka e lang sich der t, anschaulichen Schilderung. Kurt Beckhard und asse gelg Spie Jahre unermüdlich im Aktiven Museum g“ engagiert hatte, im VHS-Seminar „Politik am Nachmitta ell, Zivilc App W IESBADENER 43ourage Der e. Bühn erntete Beifall auf offener en, ist zeig zu keit chtig Gere für atz und persönlichen Eins sein Vermächtnis. : Gesine Werner Text und Foto


KULTOUREN

k trätin und DIG-Mitglied Helga Skoli Christian Hill, DIG Wiesbaden, Stad nnes Gerster aus Joha h.c. Dr. ten siden nprä Ehre begrüßen den DIGn. Mainz im Haus der Heimat Wiesbade

t mit n Natalie Westerdale klackert rasan „Fiddle & Feet”: Stepdance-Virtuosi s, English Clogs oder Shoe Hard , hoes Softs te hnür den Hufen, es können gesc American Softshoes sein.

Israel aktuell – Israel ist anders

ezeiMit „Fiddle and Feet ” Mors rn chen an Mutter Erde klacke

es Gerster bei der DIG-Ehrenpräsident Dr. h.c. Johann sbaden Wie haft ellsc Ges Deutsch-israelischen ren langjährig erfah„Es ist immer wieder ein Gewinn, unse ster, der kein Blatt Ger e ann Joh Dr. renen Ehrenpräsidenten en“, begrüßte der vor den Mund nimmt, zu Gast zu hab stian Hill den EhrenvorWiesbadener DIG-Vorsitzende Chri Gesellschaft Wiesbaden sitzenden der Deutsch Israelischen „Israel ist ein junges, at im gut besuchten Haus der Heim Zugewanderten aus mit ll ture dynamisches Land, multikul 100 Ländern.“ verzerrte Israelbild vieDr. Johannes Gerster kritisierte das „Krieg, ultraorthodoxe us Fok igen ler Medien mit dem stet Blick zu nehmen sei Juden und Siedlungspolitik“. In den d in der arabischen das „eher europäische Hightech-Lan mit naturwissend Welt“. Das „starke Wissenschaftslan Bedrohung und ere äuß schaftlichem Think-Tank“ habe die einzige Demoist el „Isra n. innere Konflikte zu meister htssaat befindet sich kratie im Nahen Osten. Dieser Rec d und muss um sein seit der Gründung im Kriegszustan langjährige Leiter der Überleben kämpfen“, betonte der m. Die Nachbarschaft sale Konrad-Adenauer-Stiftung in Jeru h müsse die derDoc .“ den Frie Israels sei „kein Humus für Israels“ nicht hte chic Ges der in ng zeit „rechteste Regieru . das Ende des Friedensprozesses sein nschdenken“ von Dr. „Fünf Wunder“ markieren das „Wu Staat Israel an, die Gerster: „Die Araber erkennen den Israel hören auf, die EU Todesdrohungen gegen den Staat en Buben`, Fremdmächdiffamiert Israel nicht mehr als `bös es wird ein Kompround te halten sich aus Konflikten raus miss gefunden.“ KennzeichnungsverSein Anliegen ist die Rücknahme der tjordanland, OstWes n, Gola ordnung von Waren aus dem gation der DIG Dele eine mt nim ber Jerusalem. Im Septem KKL nahe Beer Sheva in Wiesbaden mit Dr. Gerster bei der esbaden-Waldes“. Israel teil an der Eröffnung des „Wi

terdale mit wirbelnden „Klicke-di-klack“. Wenn Natalie Wes “ gibt, bebt die Bühne und Hufen „Morsezeichen an die Erde kaum noch mit. die Augen kommen beim Stakkato

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MADE IN WIESBADEN

Text und Foto: Gesine Werner

arbeit, so schnell die Füße Graziöse Haltung und kraftvolle Bein stilistisch vielseitigen der en schlagen, sind das Markenzeich als Tanz mit geschwunee“ Coff h „Iris . Tänzerin aus Leidenschaft dle & Feet“, die School of genen Hufeisen leicht gemacht: „Fid Tanja Cibuski, feiert EinjähDancing von Natalie Westerdale & testraße 1, wo im Studio für riges am neuen Standort in der Dan sen Auftritt beim Weinfest furio Steptanz die Kurse – nach ihrem Großereignis trainieren. auf der Rathausbühne – fürs nächste esbaden tanzt“ vor der GaAm 17. September heißt es bei „Wi zu Musik von Queen, Sting, leria Kaufhof „Stepdance querbeet“ „flachfüßelnder“ Wildisch Bob Seeger & Rock´nroll. Amerikan cing, English Clogging westverschnitt, Scottish Hardshoe Dan is für Jung und Junggeblieoder komplexer Jazz-Tap: Steppen nd Dame steuert auf die 70 ben. Das Nesthäkchen ist 4, die Gra nen haben sich 10 Tänzer zu und zu den rund 90 Steptänzerin enden wie Ira Bernstein, getraut. Nat Westerdale hat bei Leg schult als Senior Instruciert, stud k Chuck Green und Regan Wic y Dublin in der hohen Kunst tor der Irish National Folk Compan cheln heraus. der Percussion - locker aus den Knö 6. Mal ein Flashmob zum Am 17. September wird schon zum in mehreren Städten starten. leich Mauritiusplatz ziehen und zeitg (19.30 Uhr im StepdancesZum fröhlich bunten Céili-Evening wird Craig Herbertson aus tudio) mit der Lifeband „Scotch4“ Edward Westerdale & Bassist Edinburgh zu den Kollegen Fiddler wird beim Stepdance über Martin Bauer eingeflogen. „Heute von Hiphop, Ballett, ente den Tellerrand geguckt und Elem Tabu mehr.“ kein sind ce Bollywood und Modern Dan www.fiddle-and-feet.de

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WIESBADENER 45


KULTOUREN

er und Gründervater Titus Grab Wiesbadener Integrationspreisträg Beethovenpreisträger Aeham von (hinten) lauscht den Pianoklängen g der KunstKoffer „New Heimat ffnun gserö tellun Auss der bei ad Ahm Wiesbaden” im Westend.

„New Heimat Wiesbaden” – Schau der Kunst-Koffer zeigt Werke von Flüchtlingskindern Woche kommen die Sie sind das Original. Einmal pro m Dutzend Jahren kosKunstkoffer-Wagen seit fast eine auf Straßen und Plätn“ tenfrei zu eigenen „Haltestelle zen der Landeshauptstadt. ressierten Kindern Sie bieten als mobile Werkstatt inte Klänge an zur freien und ter hea Ton, Farben, Holz, Figurent Grab offeriert im NKV Verwendung. Kunst-Koffer-Erfinder enDrin“. Eine pädaden Samstags-Workshop „Kinder mitt ältigung in einer Oase, gogisch sinnstiftende Form der Bew kommen“ und sich in der traumatisierte Kinder „mal zu Flüchtlingsden in b Gra s kreativ sein können, bietet Titu „Zuflucht an. ße Stra nzer Mai unterkünften Biebrich und chiebung stehende suchende, findende und vor der Abs ärtige Themen und Kinder gestalten Rückblicke, gegenw n` Vorgaben“. Ausblicke – frei von allen `erwachsene at Wiesbaden“ Unter dem treffenden Titel „New Heim Kleinplastiken im spiegelten rund 250 Kinder-Bilder und raße die perrstst Hofladen Haselnuss an der Scharnho tiven aus Krea en klein der sönliche (Flucht-)Geschichte ohenen gefl den Von . nien Alba Afghanistan, Syrien und wurden en Lenz lf zwö und drei chen zwis Kindern im Alter ert ist Schw ein lt, auch meist Rahmen und Kästen gebaste Gebor, Halt sie en such zu erkennen. „Hier in Deutschland t Titus uter erlä , en“ ktur Stru genheit und die Sicherheit von wie ive Mot h chlic ptsä hau hen Grab. Auf den Werken tauc elenw Boote und Ries gelb und knallrot gleißende Sonne, los end ein und Häuser len, Seevögel (Möwen?), aber auch auf. mel Him der scheinen ierspiel des preisDie Vernissage wurde mit dem Klav Ahmad, der ein gekrönten syrischen Pianisten Aeham einer Lesung der und fröhliches Kind zum Tanzen bringt, htlinge uns zu Flüc ie („W Weißrussin Marina Naprushkina n Sommerfest tere mun zum “) hen hbarn mac eren Nac 46 MADE IN WIESBADEN bess im Westend. www.kunst-koffer.org Text und Foto: Gesine Werner

stin „Hinterhof-Palazzo” kredenzten Piani Zum Jubiläums-JA! im charmanten elcroix mit an-D Sulliv Lou Mary in anist Sopr und Sigrid Jennes-Müller, Hausherrin mage an Ethel Smyth. Schauspielerin Sina Weiß eine Hom

ein Vielsaitiger Sturmvogel – e Sternstündlein als Hommag fan Ethel Smyth im Hinterho Palazzo e Musik ist männlicher als George Bernard Shaw befand: „Ihr aikowsky stand Ethel die von Händel!“ Mit Grieg und Tsch , mit Brahms – der weibliSmyth auf freundschaftlichem Fuß hnte – diskutierte sie über che Kreativität als Konkurrenz able komponierende Frauen. tschland uraufgeführt. Der Vier ihrer sechs Opern wurden in Deu ng als englischer Kompohochkarätigen Ausnahmeerscheinu Suffragette war ein kleines nistin, Schriftstellerin, Dirigentin und idmet. Das Publikum gew lazzo Sternstündlein im Hinterhof-Pa stin Mary Lou Sullivanrani Sop all. Beif dankte mit andauerndem n“ im Wiesbadener WesDelcroix zieht als „kulturelle Institutio tt für Gesang, Spiel und tend seit 30 Jahren mit ihrer „Werksta die Werkstatt ihr charmantes Sprache“ in den Bann. Seit 1996 hat iert unter dem Markenfirm und Domizil in der Walramstraße 35 namen „Hinterhof-Palazzo“. merfest unter der Devise Am 17. September wird zum Spätsom en, Ehrengast ist die Na„20 JA!re Hinterhof-Palazzo“ eingelad urellen Salon. rkult Inte mensgeberin Gesine Werner vom saitigkeits-Künstlein MaryZum 2o. Geburtstag zelebrierte Viel g und Wort. Unter dem Titel Lou eine spannende Zeitreise in Klan Ethel Smyth (1858 – 1944)“ „Sturmvogel – eine Annäherung an tierende Hausherrin mit ihrer widmete sich die hinreißend interpre istin Sigrid Jennes-Müller faszinierend delikat begleitenden Pian Musikdramatikerin. Smythder kaum bekannten viktorianischen ke von Brahms und dem Kompositionen erwiesen sich der Wer Heinrich von Herzogenberg befreundeten Ehepaar Elisabeth und gelesenen Texte machten als ebenbürtig. Die von Sina Weiß formulierenden Autorin tisch ergänzend mit der humorvoll plas Ethel Smyth bekannt.

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KULTOUREN

r langjährige – wie er leibte und lebte: Mit seine Fluxuspionier Benjamin Patterson Kreiter Elfi sterin tmei chnit Films n önte Lebensgefährtin, der preisgekr

„Wenn Du es verstehst, ist es zu spät ” – Farewell „Fluxus-Botschafter” & in Kulturpreisträger Benjam Patterson us – thus: in the end there „In the beginning there was Flux n, der hintersinnige Fluxuswill be Fluxus.” Benjamin Patterso und renommierte „Grandiker Mitbegründer, diplomierte Mus sburgh, ist mit 82 Jahren in seigneur der Avantgarde” aus Pitt friedlich für immer eingeseiner Atelierwohnung im Westend schlafen. Geschichte & Geschichten” Der ins Oral history-Projekt „erlebte ebundene „Fluxus-Botschafter” des Fördervereins Stadtarchiv eing mit Unerhörtem für Stielaustand für Ausflüge nach Absurdistan Ohren. Zum 75. gönnte sich gen und Ungesehenem für gespitzte certo mit Keith Rowe & Rhodri der Wahlwiesbadener flux ein Con s“. Zum Goldjubiläum der Davis als „a bunch of older bad boy ist der 1. Stunde mit dem Flux der „Anti“-Kunstrichtung wurde hrt. Bens Retrospektive „Born Kulturpreis der LH Wiesbaden gee kompletten Nassauischen in the state of Flux/us“ bespielte den erleihgabe ein. Im LandesKunstverein. „Ben´s Bar“ lädt als Dau Anno 1962, gingen die „Festmuseum, „Tatort“ und Fluxus-Wiege er als da capo über die Bühspiele Neuester Musik“ 50 JA!re spät wles, Geoffrey Hendricks, Eric ne. Rüstige Altvordere – Alison Kno ienmeister Ben P. - rückten Anderson, Philipp Corner & Zeremon Leibe, eine Violine musste einem Flügel mit schwerem Gerät zu dran glauben. höchstselbst nackig und Am Super-Tuesday machte Ben P. sich igend Nr. 2“ á la Duchamp. gab den „Akt eine Treppe herabste für Witz und tiefere Be-DeuWisibada bietet unterirdisch (T)Raum usstsein“, der Eingang sieht tung im „Museum für das Unterbew aus. Der Salzbach unterspült ze nach Gulli-Deckelminiatur in Bron gang“. Ben P. dekretierte: „In den NKV mit dem fluxistischen „Ein t.“ den Rhein und von dort aus in die Wel Text und Foto: Gesine Werner

Hansi eaters kredenzten mit Hautgout: Den Weaner Abend des Wuwei-Th lika Sieburg (von links). Ange und r Adle Mark no, Wella Fischer, Andeas

A bisserl schwarz, a bisserl weiss is der Weaner Abend mit WuWei & Hautgout Frankfurt? Die Kennen Sie das WuWeiTheater aus elika Sieburg Ang rin ausdrucksstarke Schauspiele wandlungstisch dian omö erzk & Andreas Wellano, von Liesl te and Verw er oren geb fähige und nach en bei der leKarlstadt, geborene Wellano, war p dabei und im gendären Schlicksupp Theatertrup Ensemble des TaT. „Weglassens“. Wu Wei ist die fernöstliche Kunst des t, haben die rder Vom Kulturfonds Rhein-Main gefö Willy Praml ater The dem WuWeis in Kooperation mit nsit“ von „Tra saik lsmo cksa Schi das aktuell wirkende Die Bührt. enie insz alle os-H Nax der in Anna Seghers dam ster /Am York nenfassung von Paul Binnerts New Prodie wird 2017 z wurde stürmisch gefeiert. Im Mär iert gast und en mm eno duktion auf Naxos wieder aufg rg. am Stadttheater Wolfsbu ihr furioser Die WuWeis können auch anders, wie schwarz, a bisserl „Wiener Abend“ zeigt: „A bisserl verstehst, isses weiss“ und mit Hautgout. „Wenn Du´s Doch das en. gelt sche zu spät“ könnte fürs Weaneri tet mit bürs S. elika Ang el ergötzliche Weaner Mäd „Adaxl“ von W. reas And en isch dem gnadenlos kom h. Stric Die bis Zwutschkerl“ Klischees gegen den Trude Marzik sind hinreißenden Texte und Lieder von Hirsch und wig abgrundtief schwarzhumorig. Lud e „Tauben ohn ken guc „Everblack“ Georg Kreisler blikum in der npu iere Prem Das . vergiften“ um die Ecke rtett mit Pianist voll besetzten Stalburg lag dem Qua r zu Füßen. Hansi Fischer und Tenor Mark Adle auch in der iert Schauspieler Andreas Wellano brill l Wiesbaden. mpe ente Mus Oper (!) Boris Godunov am burg am 11. 9. Nexter Weaner Abend in der Stal . und 9. 11., am 27.9 „Der Jazzdirigent“ kommt am achahmlicher unn in lano 16. 10. fegt Andreas Wel hstselbst behöc Fo io Dar or Aut Manier, die schon WIESBADENER 47 über r Tigerin“ geisterte, mit der „Geschichte eine ter.de thea wei .wu die Bühne (Matinee 11 Uhr). www

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KULTOUREN

r r Musikscheune mit Jürgen Nuffe Bei „Groovin High” in der Saulheime (sax) imer enhe Mett stian Seba (p), (g), Hausherr Wolfgang Thomas drummer Wahan Cherbettchian die und Basist Henning Jost lässt Profi n. Schlägel fliege

Jazz geht´s los! Der Wahansinn zeigt in Rheinhessen lund AKK, woher der Tromme wirbel seinen Namen hat ... ht seinem Namen Jazz geht´s los! „Groovin´ High“ mac nd ein und sorgt für Sou m ame alle Ehre, heizt mit einprägs wippende Füße. gelte Combo mäandert Die spürbar gut aufeinander eingepe Pop und Rock und , Soul , Jazz stilistisch lustvoll zwischen Hofkonzert in der hen sreic ition trad brachte die Gäste beim heim von Wolfgang knallvoll besetzten Musikscheune Saul . Der junge SaxophoThomas & Rosemarie Kröhle in Wallung lich „dreckigen“ herr n nist Sebastian Mettenheimer hat eine r Faser und erinjede mit ert vibri Ton. Sänger Burkhard Stoffl Beck-Harth Anja erin Säng ker. Coc nert im Ausdruck an Joe kann auch samtweich verfügt über eine beachtliche „Röhre“, Gitarrero Jürgen Nuffer, säuseln und mitreißend scatten, von ist Henning Jost mit Tastenlöwe Wolfgang Thomas und Bass em augenzwinkernsein Mit rt. Leidenschaft gekonnt sekundie n in seiner gut tchia rbet Che Willy den „Wahansinn“ machte nügen perfekt. ausgestatteten Schießbude das Verg drummer bei den Kurz darauf war der unermüdliche Jazz hus Speicher Antonie Bacc t ngu Wei im AKK-Kulturtagen 2016 Gast mit seiner anPietsch Kostheim schon das 13. Mal zu um die Vier-Oktavengestammten Band „Jazz Connection“ ion“ (Pianist Wolfgang nect stimme Jill Gaylord. Mit „Jazz Con e Wahan schon in den legt ann) Thomas & Bassist Markus Hofm l bei „Jazz im Hof“ tspie Gas s ierte Neunzigen Jahren ein gefe die Bretter . des Kunstministeriums Wiesbaden auf ist, sein spezifischer Mit welchem Projekt er auch zugange Trommelwirbel der er woh ör, Geh zu „Wahansinn“ bringt Bulgarien ist nicht von seinen Namen hat. Der Armenier aus ry-Projekt „Erlebte ungefähr eingebunden in das Oral histo Fördervereins des igen Geschichte & Geschichten“ des rühr schon öfter die auch bte bele Stadtarchivs Wiesbaden und Jazztown Idstein. NEUER TERMIN en. lässt Wahan wieder die Schlägel flieg 48 n MADE ortWIESBADEN und IN Dan www.wahan.de : Gesine Werner Text und Foto

ister ene an der Bergkirche: Bürgerme Für die africa action swingt die Ökum n Dr. Deka che gelis evan der t, Gnat lind Arno Goßmann, US-Pastorin Rosa er lische Stadtdekan Pére Joseph Wern Martin Mencke & der frühere katho . links) (von Bardenhewer

t Die Ökumene swingt und hilf en der Africa action beim Helf ener Freundeskreis der Die Oekumene swingt. Der Wiesbad tion mit der evangelischen pera Koo r erste in „Africa Action“ lud hwingten Benefizfeier. Bergkirchengemeinde zur familiär besc regen verlegten den munDie Wetterkapriolen von Gluthitze bis Sturz “ in den großen Saal des Geteren Auftritt des „Rhein-Main-Swingtetts kam und Stimmung keinen Abmeindehauses, was der Akustik zugute Dr. Martin Mencke ließ sich wie bruch tat. Der evangelische Stadtdekan beswingten Atmosphäre gerne Bürgermeister Arno Goßmann von der er und KV-Mitglied Theo Baumumh anstecken. Kleine Kinder wuselten au. Lockere Stimmung wirkte stark hatte seinen Vierbeiner im Schleppt chten Rhythmus. Der frühere ansteckend, Füße wippten, Hände klats ner Bardenhewer und Pastorin katholische Stadtdekan Pére Joseph Wer each Project der EKHN, hatten Rosalind Gnatt, English Community Outr Helmut Peters zum Benefizarrer mit Unterstützung von Bergkirchenpf en Kindern helfen“ war das blind und konzert gebeten. „Musik genießen es für Hilfsbedürftige in Burkina Motto des ökumenischen Brückenschlag kreis waren Mitglieder des KirFaso, Mali und Niger. Mit dem Freundes für die Benefizfeier engagiert. chenvorstandes und des EKHN-Projects e Getränke war gesorgt und für Für handgefertigte Schmankerl und kühl Projekts ebenso. des ent Informationen über das Engagem Gelegenheit nutzen, gemein„Wir gehören alle Gott und können jede Gnatt, die Interessierte durch sam Pfingsten zu erleben“, meint Pastorin das Gotteshaus im „Katzeloch“ führte. ürmer von Dixieland über New Für den guten Ton der swingenden Ohrw ythmen sorgte „Pulli“-Musiker Orleans bis zu Filmmusik und Latino-Rh wurde von Christine Sattler am Jörg Möller. Die swingende Boygroup Bläserfraktion (Reinhard Frank, Die Tenorsaxofon mit sattem Ton ergänzt. ard Ewen am Akustikbass, Erich Theis, Dr. Wolfgang Schneider), Rich gel (statt E-Piano) sowie DrumPianist Dr. Stephan Travers am Konzertflü rten Schießbude legten sich mit mer Fabian Freund in der gut ausstaffie Ellington bis zum „Pink Pan„marching Saints“, Evergreens von Duke ther“ ins Zeug. die Bergkirche in Verbundenheit „Wir wollen die Ökumene, für die sich e schon früher hervorgetan mit der „Hilf“ und der altkatholischen Kirch Werner Bardenhewer und lotete hat, wieder aufleben lassen“, betonte elle Optionen der Ökumene aktu mit seinem Amts-Kollegen Dr. Mencke aus. www.wi-africa-actionde e Werner Text und Foto: Gesin


KULTOUREN

) n von, Pilar Soberon (auf der Leier Kunst verbindet: Gemeinschaftsaktio Ute Bleissner, und stian Seba an stia/S Dono mit Kollegin Gentz de Valle aus stian (von aftsvereins Wiesbaden – San Seba langjährige Chefin des Partnersch links)

stian Pilar Soberon aus San Seba undi und Gentz del Valle de Lers aus Bilbao im Kunsthaus Wiesbaden Schnittstelle zwischen Wiesbaden ist als Partnerstadt die uptstädten San Sebastian/ den beiden europäischen Kulturha Donostia und Breslau/Wroclaw. ausgerufenen „Jahr der StädEhre verpflichtet, zumal im offiziell emeinschaft der Galerien rief tepartnerschaften“. Die Interesseng t der LH Wiesbaden eine also in Kooperation mit dem Kulturam aus und lud zu einem Tag der Art Mini-Kunstsommer im Kunsthaus te die Dotierung des KulturPerformance. Zur Finanzierung dien IG als Veranstalterin der preises der LH Wiesbaden, den die rien“ bekam. Gale und „Kurzen Nacht der Museen asz Opania („Hi honey“) mit Aus Breslau war Kunstprofessor Tom die vor Ort mit Jugendlichen drei seiner Studentinnen gekommen, on“ performativ bearbeislati Tran die Themen „Translokation und

teten. ostia/San Sebastian war Aus der baskischen Partnerstadt Don Soberon mit der KunstprofesKünstlerin und Kunstdozentin Pilar der Universität Bilbao nach von i sorin Gentz del Valle de Lersund Kunstprofessorin großformadie rend Wiesbaden gekommen. Wäh bearbeitete, hatte Pilar Soberon tig ein facettenreiches Meeresbild n wie Pusteblumen mitgebracht selbstgesammelte Naturmaterialie Kunst-Aktion aufgefordert. und das Publikum war interaktiv zur en-Aufenthalt natürlich auch Pilar Soberon nutzte ihren Wiesbad Bronzeskulptur „Aeolia´s Park“ zum Besuch und zum Polieren ihrer mmernde Ahornsamen im im oberen Kurpark. Der gülden schi des Kunstsommers „Neun XXXL-Format war das Wahrzeichen rstadt am Atlantik vertreten. este Brücken schlagen“, hatte die Schw hnliche Botschafter der StädDer „Engels-Flügel“ ist ein ungewö ntik. Der „Aeolia“ fiel seinem tepartnerschaft mit der Perle am Atla sbaden und symbolisiert die Flug auf fruchtbaren Boden in Wie zwischen den Partnerstädten. Energien und fruchtbare Verbindung Bleissner, frühere langjähriUte Ehrensache, dass Ehrenpräsidentin reins Wiesbaden – San ge Vorsitzende des Partnerschaftsve erons Performance im KunstSob Pilar an Sebastian e.V., sich aktiv haus beteiligte. Text und Foto: Gesine Werner

Mitmachprojekt „Odysse_21” des Tanz-Theater mal gans anders: Beim Mitwirkenden aus Darmstadt und die n zeige etts sball Hessischen Staat hne tänzerische Leidenschaft und terbü Thea en Wiesbaden auf der groß gemeinsames Können.

Anrührende Gänsehautmomente, Leidenschaft und ein schwebender „Vogel” ierte VerbinTanz-Theater mal anders. Das ambition a „Heimat/HeiThem dungs-Projekt „Odyssee_21” zum Darmstadt aus de irken matlosigkeit” bringt 145 Mitw Generatiohaft ensc Leid her erisc und Wiesbaden mit tänz nen verbindend in Bewegung. ne unterschiedlicher Schulkinder, Jugendliche und Erwachse mit Feuereifer sich en wag Herkunft und Lebenserfahrung beeindrueine für aters tsthe Staa auf die große Bühne des tt-Direktor Tim ckende Tanzcollage Einfühlsam hat Balle r und TheaterPlegge, von Tanzpädagogin Valérie Saue in Gruppen die pädagogin Priska Janssens unterstützt, isträgerin rpre Kultu t. entwickelten Bilder choreografier Publikumserihrem mit r zuvo e Janssens hatte fast zwei Jahr lassen. Die hen mac ater“ „The t Stad die folg „move@2014“ e@2016, nur ohne „Odyssee“-Atmosphäre wirkte wie mov Eigenkomposition und Orchester. ai auf Walzertakt, Es trifft Breakdance von Tän Anold Suks mpfe gibt es. Ein enkä Hahn , onen Pers n am Boden mäander viele Gänsehaut„Vogel“ bewegt seine Schwingen. Es sind momente dabei. ohne Worte Wir „Tanz ist eine Form von Gemeinschaft einem Mosaik die mit wie kop idos Kale erzählen in unserem ein Jahr lang gesamGeschichten der Mitwirkenden, die wir ge. „My homeland is melt haben“, berichtet Ballettchef Pleg ham aus Eritrea. Nou sagt something like a mother to me“, und Christel BeneAlte Hasen sind dabei wie Uwe Zimmer stadt „tanzt” mit cke. Baby Hanna (fünf Monate) aus Darm „Die ganze Welt nn. auf dem Arm von Mama Elisabeth Lawo „Ich bin ein gal: Sene dem ist Heimat” für Lamine Coly aus rg fand debu Mag aus ter Rich k schwarzer Deutscher!” Fran nders beso rs” Filte s eine en chalt Vors „die Aussagen ohne /SaaHalle aus htling spannend. Monika Weiser als DDR-Flüc : ist!” le betont: „Ich weiß, was eine Odyssee WIESBADENER rn. n Bilde49 nzte geta den in Alle zeigen etwas von sich Rebekka in eizer Schw die sagt at”, Heim „Tanzen ist für mich er Wern e : Gesin Fahrwald aus Darmstadt. Text und Foto


KULTUR

&

KREATIVES

Zum 8. Mal Dank der Sponsoren NASPA, SV-Sparkassenversicherung, Kulturamt Wiesbaden und den Ortsbeiräten Rheingau Hollerborn und WiesbadenMitte wird es wieder eine Ausstellungsbroschüre geben, reich bebildert mit informativen Texten von den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern, gestaltet von der Grafikerin Iris Kaczmarczyk, zu erstehen für 5,-- € an jedem der Kunstorte. Außerdem gibt es Flyer mit allen Atelieradressen und Stadtplan sowie Litfassäulenplakatierungen, mit denen in Wiesbaden und Vororten auf Tatorte Kunst aufmerksam gemacht wird. Die Ateliers sind am Sonntag, den 30.10.2016. von 12– 18 Uhr geöffnet.

Christian Hain

A

m Sonntag, den 30. Oktober öffnen die Ateliers in Wiesbaden-Mitte und im Bezirk Rheingau-Hollerborn mit 27 Atelierstandorten und 38 Künstlerinnen und Künstlern zum 8. Mal. Besucherinnen und Besucher sind in der Zeit von 12-18 Uhr herzlich willkommen, sich einen Überblick zu verschaffen und mit den „Tätern“ ins Gespräch zu kommen oder auch das eine oder andere Werk käuflich zu erwerben. Das Spektrum ist vielfältig: Zeichnung, Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Objektkunst, Aktionskunst und Installation, die meisten Werke sind im vergangenen Jahr entstanden, denn es wird seitens der Veranstalter Wert darauf gelegt, dass wiederkehrende Besucher, die „Stammkunden“ Aktuelles zu sehen bekommen. Es sind sechs neue Ateliers hinzugekommen, darunter der Aktionskünstler Andreas Petzold (PAN), der Syrer Emad Korkis, Immo Eitel (Buchgenuss), Dieter Knobloch und Mareike Buchmann. Weitere KünstlerInnen bereichern dieses Jahr zum erstenmal Tatorte Kunst: Ingrid Häuser (Gast bei Roman Eichhorn), 50

MADE IN WIESBADEN

Willi Schmidt (+) Gast bei Martin Rüger, Rüdiger Steiner, neuer Künstler der Ateliergemeinschaft Jahnstraße 8. In der ehemaligen Galerie Lichtbild, jetzt Galerie H22 stellen Reinhard Berg, Peter Bernhard, Susanne-Ruth Geel und Amador Vallina Vigon aus. Die Tatorte Kunst erfreuen sich – auch überregional großer Beliebtheit, was sich an der Zahl der Besucherinnen und Besucher ablesen lässt, denn sie bilden eine gute Ergänzung zu der Galerien- und Museumslandschaft in Wiesbaden. Das sehen auch die Sponsoren so, dieses Jahr dürfen sich die Veranstalter über einen zusätzlichen Sponsor freuen: Die SVSparkassenversicherung. Die Atelierroute benötigt bei vollständiger Begehung etwa drei Stunden zu Fuß, die gern durch einen Besuch der beiden Versorgungsstationen CremaCatalana und Weinveritas unterbrochen werden können. Über die teilnehmenden KünstlerInnen kann man sich auf der Website www.tatorte-kunst.de informieren; hier findet man auch einen Wegweiser, der den Besuchern hilft, zu den einzelnen Tatorten zu kommen.

Text: Petra von Breitenbach Flyer/Plakat/Logo/Webseite: Iris Kaczmarczyk

Die teilnehmenden Galerien, Ateliers und KünstlerInnen 2016: Bernhard, Peter | Berg, Reinhard | Bieler, Anna | Buchmann, Mareike | Dalinger, Angelina | Eichhorn, Roman | Eitel, Immo | Frauenmuseum Wiesbaden | Fürst, Regine | Galerie Pokusa: Stefanski, Ewa & Kemen,Theo | Galerie esc-space: Weis, Jürgen | Geel, Susanne-Ruth | Göppert, Christa | Grosshaus, Gisela | Hain, Christian | Hegemann, Gerhard | Heuser, Ingrid | Hoffmann, Annegret | Jautz, Mireille | Kaczmarczyk, Iris | Katthöfer, Nora | Knobloch, Dieter | Korkis, Emad | Petzold, Andreas | Quiring, Markus | Raabe-Lindenblatt, Eva | Rosenberg, Katja | Rüger, Martin | Scharner, Annette | Schmidt, Willi | Schneider, Bernd | Schnepf, Jochen | Steiner, Ruediger | Amador Vallina Vigon | von Beitenbach, Petra | von Bernstorff, Sylvia | van der Horst, Eva Versorgungsstationen: Crema Catalana | Weinveritas


WIESBADENER 51


KULTUR

&

KREATIVES

MUSIK IM PARK Wiesbadens neue Kulturstätte

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MADE IN WIESBADEN

re Mission in Nassau – ist EVIM – der Evangelische Verein für Inne und Diensten. ngen ichtu Träger von über 60 sozialen Einr schön gelegene SeniorenzentEine davon ist das großzügige und sehr estattete Einrichtung befinausg rum Ludwig-Eibach-Haus. Die bestens viertel, hoch über dem Tenneldet sich im Wiesbadener Komponisten zur Innenstadt. Sie wurde 1998 bachtal, im Grünen und gleichzeitig nah bieten 56 separate frei finaneröffnet. In einem separaten Wohnbereich für selbstbestimmtes Leben. zierte Wohnungen von 27 bis 55 qm Platz Leiter der Einrichtung, etwas Im vergangenen Jahr hatte sich Peter Kiel, erweiterte das Ludwig-EibachNeues für das Haus einfallen lassen. Er und bietet seitdem Konzerte Haus zur neuen Kunst– und Kulturstätte konzerte, Oper und Rock ‘n‘ Solo , verschiedenster Art an – Chorkonzerte abwechslungsreiche Bühne, die Roll. Entstanden ist eine wertvolle und n des Seniorenzentrums schätnicht nur die Bewohner und Bewohnerinne r und mehr auch für externe zen und bereichern, sondern die sich meh g etabliert. Initiiert und geleitet Gäste aus Wiesbaden und der Umgebun gin Alma De Lon mit ihrer dago wird dies von der Sängerin und Musikpä Pocket Opera Wiesbaihrer und e.V. n Vokal Akademie De Lon Wiesbade den (www.pocket-opera-wiesbaden.de). das erste Open Air Konzert Der Höhepunkt in diesem Sommer war ig-Eibach-Hauses. am 17. Juli im schönen Park des Ludw Pavillon mit Musik aus Mudem r unte ert Konz De Lon organisierte ein das Konzert die Sängerinnen sical, Operette und Oper. Sie konnte für Thea Mills und Susan Locke Sarah Jones (Staatstheater Wiesbaden), wieder auf den Chor der Pocket sich gewinnen. Und das Publikum freute Opera Wiesbaden. und Verstand. Es ist gedacht als Eine Pocket Opera ist Theater mit Herz Oper, mit der deren Geschichten eine Annäherung für jedermann an die llt und erzählt werden sollen. este auf die schlichteste, klarste Weise darg gen Form der Oper abgeEin Publikum, das ansonsten von der stren Pocket Opera einen Zugang zur schreckt werden könnte, kann durch die Oper und der Klassischen Musik finden. erhin viel Erfolg! Wir wünschen dem Veranstalter weit alle Fotos: EVIM


KULTUR

&

KREATIVES

„Was wäre wenn…”

rformance

Tanztheater ZEITLOS mit neuer Pe

D

seit 15 ie Theatergruppe ZEITLOS besteht ekten proj Jahren und ist vielfach mit Bühnen ich lgre erfo in Wiesbaden und der Region aufgetreten. n BeeinträchtigunBedingt durch die unterschiedliche gemeinsames gen der Akteure kristallisierte sich als us – Lebenszeit, Lebensthema das Thema Zeit hera . Durch die Ausruch Wartezeit, Ruhezeit, Zeit zum Aufb so anders geich zeitl , nen einandersetzung mit der eige e ZEITLOS. Nam der tand ents , stalteten Lebenssituation EVIM BehindertenDie Tanztheatergruppe ZEITLOS der gesellschaftlider hilfe widmet ihre neue Performance . men chen Dimension aktueller The

von vier Tanz- und Moderiert wird der Schaffensprozess die Regie verantMusiktherapeutinnen, die auch für Hauptamtlichen, von wortlich zeichnen. ZEITLOS wird ls in der Umsetona essi Prof Freiwilligen und externen leitet. beg und tzt rstü zung ihrer Themen unte und 23. September Die Aufführungen finden am 22. t. Nerotal 18, 2016 im thalhaus Wiesbaden stat Beginn: 20 Uhr Vorverkauf: 11,00 € Vorverkauf ermäßigt: 6,00 € Abendkasse: 13,50 € ermäßigt: 8,50 € asse Abendk ZEITLOS Performance Foto oben: Wenzel Friebe bei einer s Farka /Lisa EVIM © , 2013 in aus im thalh

Motto „Was wäre Zehn Akteure erarbeiten unter dem in szenischen Chowenn…“ Tanz- und Textcollagen, die s Wiesbaden zur reografien im September im thalhau Aufführung kommen. haben sie sich In den vergangenen acht Monaten men wie „FlüchtThe lte wäh stge selb r gemeinsam übe walt in der Sprache linge“, „Heimat und Heimweh“, „Ge schen“ intensiv Men und Krieg“ oder „Die Würde des Performance eine in se ausgetauscht und die Ergebnis übertragen. Vignette rechts: Bernd Schneider WIESBADENER 53


KULTUR

&

KREATIVES

Jo Schulz-Vobach (Foto unten) wurde 1939 in Königsberg im damaligen Ostpreußen, heute Kaliningrad, geboren. Viele Jahre wirkte sie in Mainz, wo sie Initiatorin des „LiteraturBüro Rheinland-Pfalz” und von 1983-1990 dessen Leiterin sowie freie Mitarbeiterin bei „Wiesbadener Kurier” und „Allgemeine Zeitung” in Mainz und 1991/92 Chefredakteurin der „Mainzer Vierteljahres-Hefte” war. 1989 erhielt sie den Preis im BertelsmannClub-Erzählerwettbewerb. Neben Buchpublikationen veröffentlichte sie literarische Arbeiten in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien sowie beim SWR. Seit 1992 lebt die Autorin in Kärnten und war freie Mitarbeiterin bei „Kleine Zeitung” und der Kulturzeitschrift „Die Brücke”, beide in Klagenfurt. Mit Jugendlichen führte sie ein Schreibprojekt durch, bei dem diese eine begonnene Geschichte weiterführten, mit dem sie mediale Aufmerksamkeit, auch des ORF, erhielt.

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ie Senioren eine Wohngemeinschaft aus eigener Initiative gründen und einen alten Bauernhof zu ihrem gemeinsamen Zuhause umgestalten, beschreibt die Autorin Jo Schulz-Vobach in ihrem neuen Roman „ Ehe der Herbst vergeht” auf einfühlsame und zugleich unterhaltende Weise. Die Idee der Senioren-WG beginnt mit der spontanen Vision einer Frau in den Sechzigern, die auf einem langen Spazierweg einen alten Bauernhof in einem Tal des Taunus entdeckt. Sie organisiert den Ausbau des Gebäudes, sie und die hinzukommenden Mitbewohnerinnen und Mitbewohner machen den Hof nach und nach zu ihrem neuen, gemeinsamen Zuhause. Ein aktives Miteinander im Herbst des Lebens: Der Roman ist zu54

MADE IN WIESBADEN

gleich für Leserinnen und Leser als Anregung und Vorbild gedacht, sich im Alter nicht einfach dem Schicksal zu ergeben, sondern aktiv die eigene Lebenssituation zu gestalten – nicht alleine, sondern mit Menschen in einer gegenseitig befruchtenden Gemeinschaft.

Im Dr. Gisela Lermann Verlag erschienen von Jo SchulzVobach der Roman „Carlas Mutter” (2014) sowie bereits die Frauenerzählung „Der Fjord” (1989) mit Zeichnungen der Wiener Künstlerin Marina Seiller Nedkoff. Ehe der Herbst vergeht 181 S., Paperback, EUR 10,90, ISBN 978-3-927223-26-4, auch als E-Book erhältlich


UNTERNEHMEN

Freier Durchgang auf der neuen Rheinuferpromenade am Zollspeicher Biebrich mit Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel, Hans-Martin Kessler, Bürgermeister Arno Goßmann, Stadträtin Sigrid Möricke, SEG-Geschäftsführer Andreas Guntrum, Ortsvorsteher Kuno Hahn und SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin (von links).

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arum nicht mal ein Gebäude taufen? Da sind zwei „Stadtvillen“ mit 68 modernen Wohneinheiten auf dem früheren Parkplatz des American Arms-Hotels von der SEG in rasantem Bautempo errichtet worden und gehen zum Wintersemester 2016 in Betrieb. „Frank Martin“ heißt der Täufling, sprich: das neue Domizil für Studierende an der Ecke Frankfurter Straße und Martinstraße. Auf je drei Vollgeschossen plus ausgebautem Dachgeschoss werden auf 1500 Quadratmetern 26 schallgeschützte Wohnungen von „Wohnen für Studis“ angeboten. Einzelappartements und Wohngemeinschaften für zwei bis vier Studierende mit Gemeinschaftsküche & Loggia. Tiefgarage, einen Behindertenparkplatz und 34 Fahrradabstellplätze gibt es hier. Die kompletten Baukosten von rund sechs Millionen Euro gelten dem Unternehmen mit den drei Buchstaben als „in Stein und Beton gut investiertes Geld“. Die SEG hatte die Liegenschaft mit dem American Arms-Hotel von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) erworben. Für die „Nachnutzung“ des Grundstückes im Anschluss an die Erstaufnahmestelle des Landes Hessen für Flüchtlinge ist geplant, mit 240 Wohneinheiten an Eigentumswohnungen und studentischem Wohnen „ein Stück Stadtreparatur zu vervollständi-

gen.“ In Sachen Wohnraum für Flüchtlinge hat die SEG als eine Art „schnelle Einsatztruppe“ das Simeonhaus umgebaut und jetzt werden am Siegfriedring „sehr zügig rund 100 Wohnungen errichtet, um Schutz suchenden Flüchtlingsfamilien ein Dach über dem Kopf zu sichern.“ Das Hochhaus an der Hans Bredow-Straße ist schon ein „schützendes Dach“ und aktuell wird Kastel Housing zum Flüchtlingsdomizil umgebaut.

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MÄRKTE

Bundeswehr im Europaviertel. Das Konversionsprojekt geht im Wintersemester mit 124 Plätzen in Wohngruppen an den Start. Komplett entkernt und neu ausgebaut, entsteht das rund 6,1 Millionen Euro schwere Wohnheim mit Finanzhilfe des Förderung aus dem Landesprogramm „Studentisches Wohnen“. Wohnungsbauministerin Priska Hinz ist „bezahlbarer Wohnraum für Studierendes“ wichtig. „Stadtentwicklung ist mehr als reines Bauen“, sagt Andreas Guntrum, der als Fachmann auch vom „langen Atem“ weiß, den es zuweilen braucht im Metier. Die SEG kann auch „open air“, wie die „Promenade mit Aussicht“ zeigt. Biebrich hat jetzt einen magnetischen Anziehungspunkt mehr. Die zwei historischen Kranfundamente kragen in den Rhein, sind mit Metallkonstruktion zur Ausgucksplattform veredelt. Metallgeländer am restaurieren Sandsteinsockel kommt als Schiffsreling daher, „Biebricher Blau“ ist ein Tribut ans Ortswappen in Anlehnung an die Schlosspromenade. Eine 120 Meter lange Strecke mit Blick auf den Strom ist am alten Zollspeicher jetzt durchgängige Promenade. Das 1,5 Millionen-Projekt wurde durch das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt BiebrichSüdost“ ermöglicht.

Neuer Wohnraum für Studierende mitten in der Stadt und eine Promenade SEG feiert Richtfest für „Frank Martin“ und eröffnet das studentische Wohnheim „Konrad“ im Europaviertel Studentisches Wohnen mit dem „Plus der fußläufigen Nähe zur Hochschule und zur City“ ist ein Anliegen von Andreas Guntrum, dem Geschäftsführer der Städtischen Entwicklungs-Gesellschaft SEG, „ein Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarktes“ ist „Konrad“ auch. „Konrad“ ist der neue Name des früheren Kasernengebäudes der

Der Einweihung des ersten Bauabschnitts zwischen Zollensemble und Rampe soll im Laufe dieses Jahres der östliche Abschnitt bis zum Industriepark InfraServ, kündigte SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin an. Die Promenade vor dem Zollspeicherensemble soll im Herbst 2017 komplett sein. Text und Foto: Gesine Werner WIESBADENER 55


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WIESBADENER/KULTIPP, Ausgabe III / 2016  

Das Magazin der Stadt - Kunst, Kultur und Lebensfreude für das westliche Rhein-Main-Gebiet

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