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Das 20. Eulenspiegel Zeltfestival vom 16. bis 27. Juli 2014 an der Ortspitze herbert grantelt > Schiache neue Welt biergarten vs. gastgarten TEIL 2

Passau 2050

ohne worte > albert kĂśberl

Fidel Gastro > Selly’s

Passauer Stadtmusikanten > Allan PRASKIN

AUTOTEST > audi 100 L

nahtourdenkmal

sommer-kulturtipps

sommer 2014

16. jahrgang


Das Thermal-Juwel in Bad Füssing

VO L L KLANG EN UND H C U A T AB N: EUNIGE L H C S T EN n sbecke g pannun Farben Ents , Im neu wassermusik egel. ns ter e n n U n o it m und S n le ie p lichts

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Liebe Leserinnen und Leser, zum Glück ist gerade WM – und lässt uns das in Berlin und diversen Sendezentralen bereits wieder heftig klaffende Sommerloch zumindest zeitweise vergessen. Hier bei uns in der Region ist das natürlich ganz anders: Die Monate Juli und August, die wir mit dieser Sommerausgabe abdecken, sind vollgepackt mit einer unglaublichen Vielfalt an Konzerten, Märkten sowie einer kaum noch zu überblickenden Anzahl von Festivals. Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen das Eulenspiegel Zeltfestival an der Ortspitze, das heuer sein 20-jähriges Jubiläum feiert. So viele wunderbare Kabarettisten und Musiker hat das Fest schon lange nicht mehr gesehen! Nicht versäumen sollten Sie außerdem die Kunstnacht am 18. Juli – für mich immer einer der schönsten, stimmungsvollsten Abende in unserer Stadt. Fest vorgenommen habe ich mir auch noch den Besuch einer Ver-

anstaltung der Festspiele Europäische Wochen, die bis 27. Juli laufen. Einfach großartig, welche Vielfalt hier unter dem Motto Ohne Grenzen – bis an den Bosporus geboten wird! Äußerst spannend hören sich auch die Passionsspiele Perlesreut im August an: Die Passion als Musical darzubieten ist neu, mutig – und spricht eindeutig für einen kleinen Ausflug in den Bayerischen Wald. Apropos Ausflug: Das kleine, feine Festival Jazz am Hof (25.–27. Juli) in Ausham bei Fürstenzell steht bereits im Kalender, ebenso das Schärdinger Schlemmerfest (11.–13. Juli) bei unseren österreichischen Nachbarn sowie der Französische Gourmetmarkt in der Passauer Fußgängerzone (16.–19. Juli). Bei allem Kulturgenuss dürfen schließlich auch die Leibesfreuden nicht zu kurz kommen! In diesem Sinne wünscht einen schönen Sommer,

SCHATTIGER

BIERGARTEN „GRILL YOUR OWN“

BBQATMOSPHÄRE MITFIEBERN BEI DER WM!

DIE MUSIKKNEIPE Besuchen Sie unsere Facebook-Präsenz mit vielen Infos, Fotos und Stories rund um Ihr Lieblingsmagazin: www.facebook.com/pastamagazin

Endlich SOMMER 2014

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26. juni 2014

PASTA! MAI 2014

Fotos > Florian W eichselbaumer


herbert grantelt

Schiache neue Welt Herbert auf den Sp uren de s ganz normal en Wahnsinns

W

o sind eigentlich die Narrischen hin? Diese Frage stellt sich mir in letzter Zeit immer öfter. Wie gern denke ich an so manch seltsame Gestalten zurück, vor denen es mir als Kind immer leicht gruselte. Da gab es zum Beispiel den alten Norbert, stolzer Besitzer mehrerer Mietshäuser, aber krankhaft geizig. Er rannte immer mit einer zerfledderten Aldi-Tüte durch die Stadt, in der er sein – zum Großteil aus Mülltonnen zusammengeklaubtes – Essen deponierte. Wenn er mal nach Passau musste, setzte er trampend auf die Gutmütigkeit der Autofahrer. Unangenehm wurde es nur, wenn sich jemand (meist aus olfaktorischen Gründen) weigerte, den Norbert einsteigen zu lassen. Dann konnte es schonmal passieren, dass er wütend mit seinem Regenschirm gegen die Motorhaube donnerte. Und so hat man das irgendwie hin- und den Norbert letztlich doch mitgenommen. Gewohnt hat er im „Glasscherbenviertel“ in der Nähe vom alten Braml, dessen Werkstatt – ein windigst zusammengeschustertes Konglomerat aus Eisenstangen – mich irgendwie immer an ein Mikadospiel erinnerte. Gegenüber der seltsamen Stangen-Werkstatt stand ein alter Mercedes-Lastwagen, 6

text > CHRISTIAN GÖTZ

den bereits seit Jahren die Natur zurückeroberte. Genau wie den ausgeschlachteten Omnibus vom Mandl Sepp direkt gegenüber der Schulbusstation. Ein Eldorado für uns Knirpse, die wir selbstverständlich jede Minute nutzten, um in dem Wrack herumzuturnen und Busfahrer zu spielen, bevor uns die Busaufseherin Gerlinde mal wieder einen unglaublichen Anschiss verpasste. „Saukrippeln, elendige. Schaugts dassts außekemmts, Hundsbuam, vareggte.“ Gottlob war da noch der ebenso verschrobene wie liebenswerte alte Hieronymus, der immer in der Boazn von der alten Schano sein Bier holte, um es in der Plastiktüte nach Hause zu tragen. Mit den Worten „Reg di ned aaf, bist e scho foitad gnua“ zog er eine Flasche Jandelsbrunner aus der Tüte – und binnen kürzester Zeit war aus Gerlinde wieder eine Seele von Mensch geworden. Eine versunkene Welt. Heute sind neben den Narrischen auch alle anderen Schandflecken aus der Stadt verschwunden. Man sieht sie nicht mehr, all die Machler, Grantler und verkrachten Seelen, die nie so ganz dazupassten, aber doch irgendwie ihren Platz in unserer Gesellschaft hatten. Manchmal frage ich mich, ob wir im Laufe der Zeit wirklich in jeder Hinsicht tole-

ranter geworden sind. Was die „Komischen“ und „Verschrobenen“ anbelangt, bin ich mir da gar nicht mehr so sicher; passen sie doch nicht in unsere gefacebookte Glashauswelt, in der es bereits crazy genug ist, wenn man seinen schwangeren Wanst in die Kamera hält oder sich im Hintergrund des Selfies die aufgepeitschte Masse gegenseitig Farbbeutel in die Hackfressen wirft – sofern wir unsere Umwelt vor lauter Smartphone-Autismus überhaupt noch wahrnehmen. Doch wir wollen nicht in Trauer erstarren; denn es ist nie zu spät, Zeichen zu setzen und wieder etwas Irrsinn in die Welt zu tragen. Wie zum Beispiel neulich an der Ampel – Erwin vor mir. Wie gewöhnlich hupe ich ihn trotz roter Ampel an. „Dreghund, greisliga!“ „Schupfaratz, stingada!“ „Schoaßkopf, boaniga!“ „Semme, ausglutschte!“ Nachdem wir uns durch die heruntergekurbelten Fenster diese und noch so manch andere Nettigkeiten zugerufen haben, steigen wir wie auf Knopfdruck aus unseren Autos – um uns innig zu umarmen, wieder einzusteigen und weiterzufahren. Die Reaktion der an der Ampel wartenden Schüler stimmt hoffnungsvoll: Sie schauen wahnsinnig bläd, aber immerhin von ihren Smartphones auf. Man wird eben bescheiden. PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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fotointerview

Ohne NAME BERUF

Worte

albert köberl GEBOREN 31. januar 1963 architekt STATUS beton anrühren

Sind Architekten alle Mini fahrende Möchtegern-Baldessarinis?

Ist zu befürchten, dass Sie aus Passau eine Betonwüste machen?

Wie gelungen finden Sie die Stadtgalerie architektonisch?

Und den Stadtturm?

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PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


fotointerview

A

lbert Köberl zählt aktuell zu den wohl erfolgreichsten und sichtbarsten Vertretern seiner Zunft. koeberl doeringer architekten besteht seit 2007, ist mit Büros in Passau und Schärding vertreten – und wird in letzter Zeit mit Architekturpreisen nur so überhäuft. Ob Supermärkte, Kirchen, Gewerbeobjekte oder Privathäuser – überall in der Region stößt man auf die Architektur des gebürtigen Hutthurmers Köberl.

Dabei stammt der begeisterte Bayern-Fan und Mitglied des Fanclubs Mia san mia eigentlich aus einer niederbayerischen Landwirtsfamilie. Er lernte zunächst Einzelhandelskaufmann in einem Möbelhaus, was ihm aber schnell zu langweilig wurde. Über den 2. Bildungsweg an der FOS studierte er schließlich Architektur an den Fachhochschulen Coburg und Regensburg und ist seit mittlerweile 20 Jahren als Architekt tätig.

Soeben hat er mit seinem Büro den Architekturpreis Beton für das Haus über der Gasse in der Passauer Innstadt gewonnen. Seiner Meinung nach stünde dem Stadtturm in der Neuen Mitte das ein oder andere zusätzliche Stockwerk gut zu Gesicht.

text > cornelius lloyd martens fotos > florian weichselbaumer

Inwieweit ist gute Architektur von der Größe einer Stadt abhängig? Fühlen auch Sie sich in Ihren Objekten wohl – oder nur der Kunde?

Warum sehen österreichische Supermärkte wie Designobjekte aus?

SOMMER 2014

Was könnte man in Passau noch Schönes bauen?

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WA GABRIEL.LLOYD MARTENS.GMBH, PASSAU

DON’T CRY FOR ME ARGENTINA

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OB ARGENTINIEN WELTMEISTER WIRD, WISSEN WIR NICHT. WIR WISSEN NUR, DASS WIR BALD WIEDER FÜR EUCH DA SIND! NEUERÖFFNUNG IM SOMMER 2014.

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f i de l g a

s t ro

(UN)ABHÄNGIG?

J

Cornelius Lloyd Martens beschäftigt sich, seit er denken kann, mit Essen und Trinken. Wenn er gerade nicht selbst am Herd steht, ist der Ex-Gastronom entweder beim Essen in einem der hiesigen Lokale oder isst sich auf seinen Reisen durch die Töpfe der Welt. Sein Credo: Wirtshaus oder Sternerestaurant – magische Momente kann man überall erleben.

aja, lass den mal erzählen, werden Sie sich denken: redaktionelle Unabhängigkeit und so. Der aufmerksame Leser wird stutzig werden: In dieser Ausgabe schaltet nämlich das Selly’s eine Anzeige. (Das Selly’s ist schon seit über einem Jahrzehnt PASTA!-Kunde). Und wir machen unseren Gastro-Test im Selly’s. Allerdings wissen die davon nichts. Wir haben uns nicht angemeldet und brav unsere Rechnung bezahlt. Nein, wir haben auch keine Jahresanzeigenschaltung in unserem Magazin zur Bedingung gemacht. Nichts dergleichen. Sie dürfen uns das einfach mal glauben. Uns machen die gastronomischen Entdeckungen ganz einfach so viel Spaß, dass wir sie mit Ihnen teilen wollen. Und zwar so, wie wir sie empfinden – positiv wie negativ, definitiv aber nicht weichgespült. Das Format Fidel Gastro spiegelt die subjektive Sichtweise des Verfassers und ausschließlich dessen persönliche Eindrücke, seinen Geschmack und seine Befindlichkeiten wider, ohne jeden Anspruch auf Objektivität. Über die Jahre hat der Autor viel gegessen, getrunken, vor allem aber viel gelernt: über gutes Essen, über Weine, über Service. Und wir haben Ihnen zugehört, unseren Lesern: Sie wollen ungeschminkte Wahrheiten, leidenschaftliche Plädoyers für gutes Essen, aber auch Blicke in die Abgründe der Gastronomie. Viel Spaß mit Fidel Gastro!

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f i de l g a s t r o

die inneren werte des selly’s: schlicht und futuristisch

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PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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fidel gastro testet das

Selly’s Eine Mundlandung

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chon seit Jahren klage ich mein Leid, wenn es um die gastronomische Vielfalt unserer Region geht: Neue Trends? Experimente? Innovationen? Obwohl sich das Konsumverhalten in den letzten Jahren massiv verändert hat, hinkt die gastronomische Entwicklung den sich verändernden Bedürfnissen des Gastes bei uns oftmals eklatant hinterher. Da und dort gibt es Lichtblicke, die in der PASTA! auch immer wieder thematisiert wurden: Die ordentliche vietnamesische Reisbandnudelsuppe im Pho Hoang zum Beispiel, die allerdings in fragwürdigem Ambiente feilgeboten wird (die Spitalhofstraße ist nun mal kein Hotspot für trendige Hipster, die sich modern ernähren wollen). Gleiches galt für den libanesischen Imbiss Beirut, der Passau kulinarisch bereichert hat. Auch hier wollte man weinen, denn im 1. Stock der Donaupassage mag eben auch nicht jene Stimmung aufkommen, die Gastronomie zum Erlebnis macht – kein Wunder, dass der Laden nach weniger als einem Jahr aufgegeben hat. Die japanische Baumarkt-Bretterbude Tokyo ist ja sowieso längst Geschichte – und annehmbares Sushi auch heute noch nicht in Sicht. Echte thailändische Küche? Chinesisch? Oder gar Indonesisch? Same Same. Am meisten wundere ich mich aber darüber, dass es bis heute kein einziges vegetarisches Restaurant in der Gegend gibt. Immer wieder erwähne ich deshalb lobend, wenn sich Lokale wie das Goldene Schiff oder der Kirchawirt z’Esternberg zumindest Mühe geben, kreative fleischlose Optionen anzubieten – jenseits von Salat und Käsespätzle. Wenn man bedenkt, dass statistisch gesehen zwischen

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8 und 10 Prozent unserer Bevölkerung Vegetarier sind, ist mir schleierhaft, wie man dieses riesige Potenzial bei uns einfach ignorieren und weiterhin meinen kann, den Gast nur mit Schweinsbraten & Co. (den ich, gut gemacht, zweifellos liebe) glücklich machen zu können. An vegane Küche hatte ich bei meinen hier immer wieder geschilderten Klageliedern gar nicht zu denken gewagt – und doch ist jetzt genau das passiert: Wir haben ein veganes Lokal in Passau! Anderswo längst so etabliert wie händchenhaltende, gleichgeschlechtliche Paare, ist das vor wenigen Wochen neu eröffnete Selly’s für Passau im wahrsten Sinne des Wortes eine Mond-, nein, Mundlandung. Dabei firmiert das Selly’s gar nicht als Restaurant, sondern als Vegan Bar. Dazu passt schon mal das moderne, geradezu futuristische Interieur. Gemütlichkeit sieht anders aus, denke ich bei mir. Vielleicht gehört es zum Konzept, die Verweildauer zu begrenzen, um den Durchsatz zu erhöhen.

»Ich fühle mich wie auf der Kommandobrücke der Enterprise«

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f i de l g a s t r o

sauerkraut-bratlinge mit bratkartoffeln und bohnenmus

10 Gerichte auf der Karte, komplett vegan

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Möglicherweise, so meine Theorie, ist der Laden aber auch einfach noch nicht ganz fertig gestaltet. Ich jedenfalls fühle mich wie auf der Kommandobrücke der Enterprise, da kommt auch schon Lieutenant Uhura um die Ecke und bringt uns die Speisenkarte. Logbucheintrag: Ich war sehr skeptisch. Auf der Kreidetafel draußen stand nämlich unter anderem Spaghetti Carbonara. Na gut, dachte ich mir, die knicken eben ein und haben auch was für Fleischfresser, Milchtrinker und Eieresser wie mich auf der Karte. Falsch gedacht: Die Nudeln sind mit Räuchertofu und Hafersahne gemacht – und damit, wie alle der insgesamt 10 Gerichte auf der Karte, komplett vegan. Auf diesen Schreck bestelle ich erst mal ein Weizen vom Fass. Die Erleuchtung lässt nicht lange auf sich warten: Das Problem mit mir und meinen fleischfressenden Artgenossen scheint weniger die Tatsache zu sein, dass in einem Gericht kein Fleisch ist, sondern viel mehr die offensicht-

lich angeborene Angst, die vegetarischen oder veganen Alternativen würden wie eingeschlafene Füße schmecken. Zu allem Überfluss habe ich ausgerechnet heute erstmals unseren Redakteur Christian Götz alias Herbert grantelt dabei, der sich schon seit Jahren beklagt, noch nie redaktionsseitig zum Essen ausgeführt worden zu sein. Eben diesem Waldkirchner Mannsbild, diesem stolzen Jäger, der Rehschäuferl mit Wildsauce als sein Leibgericht bezeichnet und Knödel maximal als Sättigungsbeilage akzeptiert, setze ich Sauerkrautbratlinge mit Bratkartoffeln und Bohnenmus vor. Und dann noch Buchweizen-Tofu-Bratlinge mit warmem Tomatensalat, gefolgt von einem Indischen Kichererbsencurry mit Reis. Oben drauf noch ein Paprika-Linsen-Ragout. Und Falafel mit Sesamsauce. Und als Nachtisch einen Afrikanischen Erdnusstopf. Sie werden es nicht glauben, aber er mochte es. Differenzierter betrachtet stechen vor

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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allem jene Gerichte positiv heraus, die einen eigenen Charakter aufweisen: Das indische Curry ist so ein Kandidat. Die Kichererbsen sind fast schon unverschämt al dente, was auf Nicht-Dosenware schließen lässt, das Curry selbst mit viel Ingwer pikant abgeschmeckt, nie penetrant scharf, sondern im Gegenteil durch die Kokosmilch seidig-fließend, aber niemals mächtig-fett. Der Kardamon-Reis dazu – perfekt. Auch wenn die Bestellung der Sauerkrautbratlinge den ein oder anderen (allein wegen des Namens bzw. der Vorstellung) vielleicht Überwindung kosten mag, es lohnt sich: Die Komposition aus Buchweizenmehl und Sauerkraut wird durch die wunderbaren Röstaromen, die durch das scharfe Anbraten entstehen, perfektioniert. Die dazu gereichten Bratkartoffeln sind von ausgezeichneter Qualität und ergeben mit dem Bohnenmus einen stimmigen, ve-

ganen Dreiklang. Einige andere Gerichte wie der Afrikanische Erdnusstopf oder das Paprika-Linsen-Ragout könnten für meinen Geschmack mehr Würze, Mut und Persönlichkeit vertragen. Fehlt nämlich die Spannung am Gaumen, wird es langweilig – und kann dann eben nicht durch fettige Bratensaucen oder „Hauptsache viel“ kaschiert werden. Interessant ist die Preiskalkulation: Alle Gerichte liegen im Grunde nur knapp über dem in Passau gängigen Mittagsrennerpreis. So kommen wir, obwohl wir zum Abendessen da sind, auf nicht mal Euro 80,00 Zeche, und das bei 6 (!) Hauptgerichten, Salat, Dessert und Getränken. An die Carbonara habe ich mich dieses Mal nicht getraut. Das hole ich beim nächsten Besuch aber sicher nach. Das Selly’s ist auf alle Fälle ein echter Gewinn für unsere kulinarische Galaxie.

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infos

Selly’s Vegan Bar GroSSe Klingergasse 10 94032 Passau Telefon: 0851/ 71 13 0 Öffnungszeiten Montag–Samstag ab 11 Uhr

indisches Kichererbsencurry

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ei der WM sind unsere österreichischen Nachbarn zwar nicht dabei, aber wenn es um Biergärten (bzw. Gastgärten) geht, sind beide Länder auf Augenhöhe.

Ach ja, und natürlich sind die Österreicher in fast allen anderen Disziplinen besser als wir – Conchita Wurst, Wintersport – da bleibt uns wohl nur noch der Fußball. Wobei: Jetzt ist auch noch Köln mit einem Österreicher als Trainer aufgestiegen. Und dann ist da ja noch David Alaba …

Biergarten vs

Deutschland v

Colors vs. Rusticana en Lokalen den Nagel Farbenfroh – das triff t bei beid t seit über 20 Jahren ein auf den Kopf. Im Colors geh und aus, im Rusticana bunt gemischtes Publikum ein kulinarisches Crossover hingegen wird ein vielfältiges,

einen wunderschönen geboten . Beide Lokale haben , auf dem man im Colors Gar ten und einen großen Grill Rusticana schlemmt man sogar selbst grillen kann. Im Grillbuffet. wochentags all you can eat vom

Rusticana Colors tadt Mariahilfstraße 8, Passau- Inns 0 22 Tel. 085 1/32

sau-Voglau, OÖ Ingling 68, Schardenberg / Pas Tel. 0043 7713 20 59 5


il te 2

s. Gastgarten vs. Österreich

Text > Cornelius lloyd Martens Fotos > Florian Weichselbaumer

Altes Bräuhaus vs. Mostschank Unterer Inn Wieder ein Duell auf Augenhöhe: Das Alte Bräuhaus liegt an der Donau, der Mostbauer am Inn – beide sind auf ihre Art idyllisch gelegen: das Bräu haus mitten in der Passauer Altstadt an der Hängebrüc ke, der Mostbauer in Alleinlage im Grünen. Beide Lokale sind vor

Altes Bräuhaus Bräugasse 5, Passau-Altstadt Tel. 0851 /49 05 25 2

allem auch bei Fahrradfahrern äußerst beliebt. Während im Alten Bräuhaus das Bier von Arcobräu aus Moos durch die Zapfhähne fließt, gibt’s beim Mostbauern, wie der Name schon erahnen lässt, selbstgemachten Most.

Mostschank Unterer Inn Hofötz 7, Wernstein , OÖ Tel. 0043 676 82 12 54 14 7


FortsetzunG

Biergarten vs. Gastgarten Deutschland vs. Österreich

Das Oberhaus vs. Waldschloss Über den Dächern von Passau – das trifft auf beide Lokale gleichermaßen zu. Das Oberhaus bietet einen einzigartigen Blick auf die Dreiflüssestadt Passau, im Waldschloss sitzt man idyllisch im Grün en unter alten Kastanienbäumen und genießt Innviertler Spezialitä -

ten zu einem guten Glas österreichische n Wein . Beim Bier kommt es zu einem rein Münchner Duell: Augustiner Brauerei im Oberhaus versus Hofb räu München im Waldschloss – natürlich vom Fass.

Das Oberhaus Oberhaus 1, Passau Tel. 0851 / 37 93 06 57

Waldschloss Schärdinger Straße 66 a /alter Grenzübe

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wernstein AM inn

Mit dem Rad oder zu FuSS, mit dem Auto, dem Zug oder per Paddelboot: wernstein ist immer einen ausflug wert!

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m nördlichsten Teil des Innviertels an der Grenze zu Bayern direkt am Inn befindet sich der Ort Wernstein. Seit der Eröffnung des Marienstegs im Jahr 2006 ist Wernstein ein wichtiger Treffpunkt für Touristen. Der Mariensteg, eine Hängeseilbrücke für Radfahrer und Fußgänger, ist die optimale Verbindung zwischen Wernstein und Neuburg – und mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die Besucher genießen die wildromantische Flusslandschaft bei einer Radtour oder einem Spaziergang entlang des Inns. Radweg wieder komplett befahrbar Nach über vierjähriger Bauzeit ist der herrliche Radweg zwischen Wernstein und Passau auf beiden Seiten des Inns endlich wieder komplett befahrbar. Die Radrundfahrt von Wernstein nach Passau oder von Wernstein nach Schärding ist jeweils rund 14 Kilometer lang und auch für junge Familienmitglieder einfach zu bewältigen. Für Pedalfreunde mit etwas mehr Ausdauer ist die gesamte Strecke von Passau nach Schärding zu empfehlen (Rundfahrt ca. 30 km). Unweit des Marienstegs in Richtung Schärding findet man einen Kletterfelsen sowie Anlegestellen für Boote an beiden Innufern. Von Schärding nach Wernstein befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Durchbruchstal des Inns, welches als „Vornbacher Enge“ bezeich20

Brückenfest vom 12. bis 14. September net wird, der Johannesfelsen mit der Nepomukstatue sowie die Pestsäule. Vom 12. bis 14. September findet das traditionelle Wernsteiner Brückenfest statt. Dabei Schlösser, Burgen, Essen & Kultur feiern die Gemeinden Neuburg am Inn und Im Ort Wernstein fallen dem Besucher sofort Wernstein am Inn ihre langjährige Partnerdas Schloss Neuburg und die Burg Wernstein schaft. Von Kabarett bis Musik, vom Frühins Auge. Erkunden Sie den Weg über den schoppen bis zum traditionellen SautrogrenKünstlersteig hoch zur Neuburg und verpas- nen ist an diesem Wochenende so einiges sen Sie nicht die vom Weg etwas abgelegene geboten. Nähere Infos gibt es unter Grotte (siehe Bild). Bei der Neuburg ange- www.brueckenfest.at kommen, wartet ein herrlicher Blick über den Österreichische Ort Wernstein sowie auf die Burg Wernstein Gastfreundschaft genießen mit der barocken Mariensäule, der sich allemal lohnt. Ein weiterer Tipp ist der herrliche Wanderweg von Wernstein Richtung Zwickledt zum „Kubin-Schlössl“, bekannt durch den Künstler Alfred Kubin. Für Kunstinteressierte empfiehlt sich ein Besuch in der Kubin Galerie, die sich direkt in Wernstein befindet – dort werden wieder Ausstellungen angeboten. In Sachen Ausblick bietet die nähere Umgebung viele Möglichkeiten, so auch der Wanderweg auf dem Güterweg Hundsruck. Von dort aus sieht man das Inntal Richtung Passau, das imposante Schloss Neuburg und die wunderschöne Barockstadt Schärding. Das vielfältige Angebot der Gemeinde Wernstein lädt förmlich zum Abschalten ein: Ruhe, intakte Natur, gute Gastronomie und abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten – perfekt, um zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.

Auch in Sachen Gastronomie hat Wernstein am Inn einiges zu bieten: Wie an einer Perlenkette aufgereiht liegen die vier Lokale Wernsteins direkt am Inn: Der Mostschank Unterer Inn befindet sich dabei etwas außerhalb, die Hoftaverne Wernstein, ’s gelbe Eck (siehe Beitrag rechts) und das Landhotel zur Mariensäule (siehe Beitrag rechts) befinden sich im Ortskern. Oberhalb von Wernstein sind noch das Gasthaus Stöbichen und das Gasthaus Zwickledt zu erwähnen, die ebenfalls zur Gemeinde gehören. Alle Wernsteiner Gastronomiebetriebe haben eine ganz individuelle Note, gemeinsam ist ihnen die typisch österreichische Herzlichkeit, Bodenständigkeit und Gastfreundschaft. Ein Gastgarten ist schöner als der andere: Probieren Sie diesen Sommer doch einfach alle in Ruhe aus! PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


PR

’S GELBE ECK Treffpunkt in Wernstein

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as Ausflugslokal direkt am Inn im nahegelegenen Wernstein ist das ideale Ausflugsziel für Radler, Wanderer und Familien. ’s gelbe Eck ist ein kleines gemütliches Lokal mit 23 Innensitzplätzen, Barbereich und ca. 35 Plätzen im Garten. Die Aussicht vom Gastgarten auf den Mariensteg, die Burg Wernstein sowie auf das direkt gegenüberliegende Schloss Neuburg ist wahrlich spektakulär. ’s gelbe Eck überzeugt aber vor allem durch seine inneren Werte: Freundlichkeit und Regionalität stehen an oberster Stelle. Grammel- oder Speckknödel, zünftige Jause aber auch Süßes wie der hausgemachte Topfenstrudel und andere Mehlspeisen werden von Köchin Renate aufgetischt. Bei Geburtstagsoder Weihnachtsfeiern gibt es auf Vorbestellung Bratl, Surschnitzel oder kalte Platten. Sommelier Rudolf serviert neben einer besonderen Auswahl an österreichischen Weinen auch Säfte, Bier und Most aus der Region. Innstraße 13, 4783 Wernstein | Tel. 0043 77 13 40 13 Geöffnet Di–So 10.30–23 Uhr | www.gelbeseck.at

LANDHOTEL ZUR MARIENSÄULE Feste feiern, himmlisch träumen

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as Landhotel Zur Mariensäule wurde 1984 von Familie Peterbauer übernommen. Heute besteht es aus einem Haupthaus mit zahlreichen Räumlichkeiten für Feiern verschiedenster Größenordnungen sowie einem wunderschönen Gastgarten mit Ausblick auf die Mariensäule, die Burgen Wernstein und Neuburg sowie den malerischen Inn. Das idyllische Landhotel verfügt über 14 Zimmer mit allem erdenklichen Komfort. Hier kann man mal so richtig ausspannen und sich etwas Gutes tun. Am besten relaxt man am hauseigenen Pool oder im hauseigenen Wellnessbereich. Zum gemütlichen Speisen laden Gaststube und Wintergarten ein. Verwöhnt wird man hier mit der typischen „Innviertler Kost“ – bodenständig, aber zeitgemäß. Ob Sauwaldschnitzel oder kreative Salatkreationen, hier findet jeder das Passende. Im Stile einer Landvilla erbaut, steht das Mosthäusl für Geselligkeit und gemütliche Stunden. Das Ziegelgewölbe und der Weinkeller laden zum „Z’sammsitzen“ ein, sodass schon so mancher Abend bei Musik, deftiger Jause und einem guten Glas Wein etwas länger wurde. Innstraße 17, 4783 Wernstein | Tel. 0043 77 13 66 08 Geöffnet Di–So ab 10 Uhr | www.mariensaeule.at

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Als kind ist jeder ein künstler. Die schwierigkeit liegt darin, Schau spieler! als erwachsener einer zu bleiben. (pablo picasso)

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u willst auf der Bühne innere Wirklichkeiten gestalten? Du möchtest die Welt im Scheinwerferlicht unter dem Brennglas zeigen? Und Du bist dabei, dich für das Schauspiel und/oder die Regie zu entscheiden – zwei der faszinierendsten und persönlichsten, aber auch herausforderndsten Berufe unserer Zeit? Die Athanor Akademie ist eine staatlich anerkannte Fachakademie für Darstellende Kunst. Wir bilden Schauspieler/innen und Regisseur/innen aus für Theater, Film und TV: handwerklich, theoretisch und künstle-

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risch fundiert. Im Mittelpunkt unserer Ausbildung steht die individuelle Persönlichkeit sowie die Fähigkeit, sich mit unserer komplexen Welt auseinanderzusetzen. Während der vierjährigen „Lehrzeit“ mit staatlichem Abschluss stehen den Studierenden eine Theaterbühne mit laufendem Spielbetrieb sowie modernste Film- und Produktionstechnik zur Verfüg ung. Rund 30 Dozentinnen und Dozenten aus dem In- und Ausland sorgen für individuelle Betreuung und Begleitung der Studierenden. Unter der Leitung von Prof. Dr. David Esrig,

der unter anderem Aufsichtsratsmitglied des UNESCO-Lehrstuhles für Theaterkunst ist, hat die Athanor Akademie inzwischen auch internationales Renommee gewonnen und wird ständig zu Theaterfestivals eingeladen.

Semesterbeginn 16. September 2014 in Passau Info Tel. 08677/91 11 55 bewerbung@athanor.de

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pr

D I E passionsspi ele Per lesr eut im au g ust 2014

Die Passion

als modernes Musical

D

ie Geschichte kennt jeder – die neu überarbeitete Musik nicht. Die Passionsspiele Perlesreut präsentieren sich in diesem Jahr mit einem vollkommen neuen und modernen Gesicht. Startete die Veranstaltung im Jahr 2005 als Singspiel, bekommen die Zuschauer in diesem Jahr ein Musical zu hören. Die Premiere findet am 8. August 2014 statt. „Die Texte und die Musik wurden von Martin Göth überarbeitet“, berichtet der 1. Vorsitzende Alexander Muthmann. „Es gibt einige neue Passagen. Die Musik ist flott und modern. Die Passionsspiele haben sich zu einem wahren Musical entwickelt, das wirk-

lich sehens- und hörenswert ist.“ Alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen sind vom Fieber gepackt. „Ganz egal, ob die Mitwirkenden von Anfang an dabei sind oder heuer zum ersten Mal auf der Bühne stehen – alle sind voll motiviert“, freut sich Muthmann. Insgesamt sind 160 Laiendarsteller in der modernen Inszenierung über den Leidensweg Jesu aktiv. Der Jesusdarsteller ist dieses Mal der 38-jährige Erwin Kölbl aus Neureut. Neue Spielleiterin ist Christine Kreuzer aus Zwiesel, Autor bleibt Michael Sellner. Aber nicht nur die musikalische und personelle Ausrichtung ist neu, auch baulich gibt es auf dem Gelände der Passionsspiele einige

Einzigartig im Bayerischen Wald

Passionsspiele Perlesreut

Veränderungen. „In diesem Jahr werden die Zuschauer erstmals ein Dach über dem Kopf haben“, so Muthmann. In den vergangenen Jahren stand beim Kultur- und Passionsspielverein Perlesreut vor allem eines im Augenmerk der Verantwortlichen: die überdachte Zuschauertribüne mit 700 Sitzplätzen auf den Weg zu bringen. Die Aufführungen finden neben der Premiere am 8. August am 9., 10., 14., 15., 16. und 17. August statt. Karten im Vorverkauf kosten 17 Euro und an der Abendkasse 19 Euro, Kinder unter 14 Jahren zahlen 15 Euro. Karten können schon jetzt in der Touristinformation Perlesreut unter 08555/96 19 10 vorbestellt werden.

Termine 2014

08./09./10. August 14./15./16./17. August Beginn: 20:30 Uhr Einlass: 18:00 Uhr PREISE Vorverkauf 17,- € Abendkasse 19,- € Sichern Sie sich jetzt Ihre Karten unter: www.passionsspiele-perlesreut.de oder Tel. 08555 / 961910

Informationen

2000 JAHRE ALTE BIBLISCHE GESCHICHTE ALS MUSICAL

SOMMER 2014

Tourist-Information Perlesreut Unterer Markt 3, 94157 Perlesreut Tel. 08555 / 961910 info@perlesreut.de, www.perlesreut.de

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pr

Mut zur

Spitze t e x t > b e n e dik t k u hn e n

A

usgerechnet an der Passauer Ortspitze, dem Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz. Wer auf die verrückte Idee kommt, an diesem fast chronisch überfluteten Flecken ein Zirkuszelt aufzuschlagen und darin ein mehrtägiges Festival zu veranstalten, muss entweder ein unverbesserlicher Optimist sein, oder ein Schelm – oder beides. Insofern war es nur konsequent, dass Veranstalter Till Hofmann das Ganze als Eulenspiegel Zeltfestival etikettierte und politische Kabarettisten wie Bruno Jonas von Anfang an ins Zentrum des Programms stellte. Den Optimisten unter den Schelmen an der idyllischen Ortspitze eine würdige Bühne zu bieten, denjenigen, die tatsächlich glauben, dass sie die Menschen in der Manege dazu bringen können, über ihr Tun und Lassen nachzudenken – das war und ist Hofmanns ehernes Ziel. Doch bei Weitem nicht sein Einziges. Denn auch Musiker sollten an der Ortspitze zu hören sein, gern Marke „unkonventionell“, nicht allzu laute und noch nicht so bekannte, die das Potenzial haben, ein Publikum mitzureißen. Im Auftritt des französi24

schen Perkussion-Ensembles Les Tambours du Bronx sieht Hofmann deshalb einen der Höhepunkte der inzwischen 20-jährigen Festivalgeschichte: „Was diese 15 Ex-Punks auf ihren Ölfässern für ein Wahnsinnsspektakel veranstaltet haben, war einfach unglaublich“, erzählt er begeistert. Neben fesselnden Darbietungen im Zelt haben sich aber vor allem jene Auftritte in Hofmanns Gedächtnis eingebrannt, bei denen hochwasserbedingt improvisiert werden musste. „Bruno Jonas musste einmal am Residenzplatz spielen, Helge Schneider im Innenhof des Leopoldinums. Das waren unvergessliche Abende.“

till hofmann ... wurde 1970 in Passau geboren, landete seinen ersten veranstalterischen Coup bereits als Schülersprecher am Leopol-

Abgang mit nassen Füßen Wie man sich vorstellen kann, ist der Umzug von der Ortspitze in höher gelegene Teile der Altstadt jedes Mal eine gewaltige Herausforderung, sowohl logistisch als auch psychisch. Doch der gebürtige Passauer reagiert bei steigendem Pegel erstaunlich gelassen. „Angst vor der Flut habe ich keine. Wenn der Pegel steigt, kriege ich eine Vorwarnung vom Wasserwirtschaftsamt. Dann müssen wir halt schnell reagieren“, sagt er souverän. „Das hat

dinum. Mit gerade mal 17 Jahren gelang es ihm, Bruno Jonas zu einer Schulaufführung zu bewegen. Dieser verpflichtete Hofmann nach dem Abitur kurzerhand als Tourneebegleiter. Als Mitte der 90er Jahre Jonas’ 20-jähriges Bühnenjubiläum in Passau gebührend gefeiert werden sollte und keine passenden Räumlichkeiten zur Verfügung standen, kam Hofmann auf die Idee, an der Ortspitze ein Zelt aufzubauen und ein Kleinkunstfestival zu veranstalten.

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20. eulenspiegel zeltfestival 16.–27. Juli 2014 ortspitze passau

kurzportrait

Moonband Der Titel ihres ersten Albums ist noch so lang, dass man ihn sich kaum merken kann: Songs We Like To Listen To While Traveling Through Open Space. Danach werden die Titel einprägsamer: The Significance of Denavigation heißt das zweite Album, Atlantis das dritte. Aufgenommen wurde Atlantis nicht etwa auf einer Insel, sondern mitten im Bayerischen Wald während eines dreiwöchigen Aufenthalts in der Alten Schmiede in Riedlhütte. Diese war bis vor ein paar Jahren

bisher eigentlich immer sehr gut geklappt.“ Eigentlich. 2009 war die Reaktionszeit dann doch etwas zu kurz. Den Auftritt des Kabarettisten Alf Poier musste Hofmann während der zweiten Hälfte kurzerhand abbrechen. „In der ersten Hälfte hatte ich mit dem Wasserwirtschaftsamt telefoniert, da war noch alles im grünen Bereich. Doch nach der Pause hatten sie die Schleuse geöffnet. Dann hieß es plötzlich, dass das Wasser noch einmal um 60 Zentimeter steigen würde.“ Trockenen Fußes kam an diesem Abend niemand mehr nach Hause. Doch nasse Füße oder einen Umzug nehmen die Beteiligten billigend in Kauf – sowohl Veranstalter als auch Besucher und Künstler. „Der Ort hat einfach einen besonderen Zauber“, schwärmt Hofmann. „Da kann keine Mehrzweckhalle mithalten. Deshalb sind viele der Künstler schon mehrfach beim Eulenspiegel Zeltfestival aufgetreten.“ Auch für Hofmann, der sich in München und Wien mit den Jahren ein beeindruckendes Kleinkunstimperium aufgebaut hat, ist das Passauer Festival SOMMER 2014

noch immer etwas Besonderes. „Für mich ist das ein Heimkommen. Ich mache in der Zeit lauter Sachen, die ich schon als Kind gemacht habe“, erzählt er. Das Baden im Ilzstausee ist einer der obligatorischen Programmpunkte. „Dass ich seit 20 Jahren zur schönsten Zeit des Jahres drei Wochen in Passau sein darf und dabei Berufliches und Privates verbinden kann, das ist schon genial.“

noch leergestanden – bis sie Till Hofmann kaufte und zu einem „Veranstaltungswohnzimmer“ herrichten ließ. Seitdem können sich Bands für Probentage und CD-Aufnahmen dort einmieten. Neben mehrstimmigem Gesang sind auf Atlantis verschiedene Instrumente zu hören, die schon

Folk und Freibier

bei den ersten beiden Alben der

Zum großen Jubiläumsabend am 26. Juli werden mehrere Bands ihr musikalisches Können unter Beweis stellen ­– mit dabei sind etwa Dreiviertelblut, eine ZweiMann-Mundart-Band der melancholischen Sorte, bestehend aus Gerd Baumann und Sebastian Horn, dem Sänger der Bananafishbones. Außerdem hat Hofmann mit der fünfköpfigen Münchner Folk-Formation Moonband eine seiner Lieblingsbands eingeladen. „Ein paar Fässer Freibier wird’s auch geben“, verspricht er. Beste Voraussetzungen also für einen denkwürdigen Abend – auch ohne Hochwasser.

Moonband zum Einsatz kamen: Banjo, Mandoline und Bouzouki. Wie es sich für anständige Folkmusiker gehört, haben die fünf Münchner in Riedlhütte alle zwölf Songs größtenteils live eingespielt. In Passau ist die Moonband bereits 2011 im Rahmen der Kunstnacht aufgetreten. Beim Eulenspiegel Zeltfestival wird sie dieses Jahr zum ersten Mal zu hören sein.

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kulturtipps

Ein Rucksack voller Farben Vornbach am Inn

Aniada a Noar

Freiluftmalerei

Rosa Laub Festival

„khult“

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ünstlerinnen sahen sich in der Zeit um 1900 vor schwer zu überwindende Hürden gestellt: von der Verweigerung der akademischen Ausbildung bis hin zu bescheidenen Ausstellungs- und Verdienstmöglichkeiten – ganz zu schweigen vom niedrigen gesellschaftlichen Ansehen. Die einzige Ausbildungsmöglichkeit bestand letztlich in der Inanspruchnahme kostenintensiven Privatunterrichts, wie ihn die im Umfeld der Akademien angesiedelten Malschulen und diverse Künstlerkolonien anboten. Erst seit einigen Jahren findet eine verstärkte Auseinandersetzung mit den Frauen in der Kunst ab 1900 statt. Die Ausstellung widmet sich mehr als 35 Malerinnen mit circa 90 Werken aus öffentlichem und privatem Besitz, die zum Teil seit Jahrzehnten nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen waren. dauer > 28.6.–21.9. ORT > MMk Wörlen, bräugasse 17, passau geöffnet > Di–So 10–18 Uhr

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hne den zum Teil inflationär gebrauchten Begriff unnötig überstrapazieren zu wollen, kann man das Rosa Laub Festival wohl getrost als „Geheimtipp“ bezeichnen: Das kleine Underground-Festival inmitten des in den malerischen Innauen nahe Passau gelegenen Dorfes Vornbach am Inn wurde mit der Intention ins Leben gerufen, junge Bands zu präsentieren, die sich vom Mainstream abheben, eindeutigen Wiedererkennungswert aufweisen und dabei zugleich nicht-kommerziellen Wegen bei der Etablierung ihrer Musik den Vorzug geben. Das Festival versteht sich als Plattform für den kulturellen Austausch und bringt Bands auf eine Bühne, deren stilistische Bandbreite von italienischem Trip Hop über bayerischen Liedermachersound bis hin zu elektronischen DJActs reicht. datum > 5.+6. Juli ORT > Landgasthof Resch, Abt-Rumpler-Str. 10, Vornbach a. Inn eintritt > ¤ 5–¤ 25 karten > u.a. Kaffeewerk

ie steirische Kultband erfindet sich neu und geht mit ihrem neuen virtuosen Programm nun als Trio auf Tour. Von (Nasen-)Flöten, Dudelsack, Akkordeon und Maultrommel über Piffero, Mandoline, Singende Säge bis hin zu Geige und Mundharmonika: Mit einem vor Vielfalt gerade so strotzenden alpinen Sammelsurium an Instrumenten reißen die drei Vollblutmusiker ihr Publikum allerorts mit; nicht zuletzt aufgrund der internationalen Einflüsse – ein Mitbringsel der zahlreichen internationalen Tournees –, die ihre Musik wie ein roter Faden durchziehen. Mit ihrer Musikalität sowie ihren stets feinsinnig-witzigen Texten wissen Wolfgang Moitz, Andreas Safer und Bertl Pfundner das Publikum großer Konzertsäle gleichermaßen zu begeistern wie die Zuhörer im Wirtshaus. datum > 5. juli BEGINN > 20 Uhr ORT > gasthaus knott, jacking eintritt > ¤ 16 / ¤ 18 AK / ¤ 8 kinder karten > PNP, PaWO, Gh. Knott

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kulturtipps

OberhausMuseum

Piano Mora

Giuseppe Verdi

Von Drahteseln & Stahlrössern

„trio puls“

„La Traviata“

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m Rahmen der aktuellen Sonderausstellung Neue Herren – Neue Zeiten. Passau und das 19. Jahrhundert steht das Oberhausmuseum am Sonntag, den 6. Juli 2014, ganz im Zeichen des Fahrrads. Die 1817 von Karl Freiherr Drais von Sauerbronn entwickelte Laufmaschine, der Vorläufer des heutigen Fahrrads, stellt eine der vielen bahnbrechenden Erfindungen dar, welche im 19. Jahrhundert die Fortbewegung revolutionierten. Das Deutsche Fahrradmuseum Bad Brückenau ist zu Besuch auf der Veste und hat dabei einen ganzen Fuhrpark an Spaß- und Geschicklichkeitsrädern für Groß und Klein im Gepäck. Doppelsitzfahrrad, Mini-Artistenrad, Pedalos und viele weitere „Fahrrad-Exoten“ bis hin zum eleganten Hochrad versprechen im Burghof jede Menge Spaß beim Ausprobieren. datum > 6. juli ORT > OberhausMuseum, Passau eintritt > ¤ 2 (ohne voranmeldung) infos > www.oberhausmuseum.de

chlagzeug, Bass, Klavier: Immer wieder stößt man in der Geschichte des Jazz auf diese minimale Besetzung. Die Rhythmusgruppe bricht aus. Konzentriert sich auf das Wesentliche. Klingt wie ein Orchester. Zu dritt. Brodelt und singt, explodiert, klagt und swingt. Tom Jahn (Klavier), Magnus Dauner (Schlagzeug) und Frank Thumbach (Bass) haben in langjährigem Zusammenspiel eine Musik entwickelt, die sehr eigene Züge annimmt. War es eben noch dahinjagender Jazz, findet man sich kurze Zeit später von Elektrosound hypnotisiert – und erhascht bisweilen zwingend einfache Linien aus Dubstep und Pop. trio puls schafft nachgerade in der Verbindung denkbar gegensätzlicher musikalischer Elemente ein Klangbild, das zugänglich ist und zugleich nach explosiven Kontrasten sucht. datum > 11. juli BEGINN > 19.30 Uhr ORT > piano mora, passau eintritt > ¤ 15 / ¤ 10 erm. karten > 0851/96 61 00-11

ioletta Valéry ist eine bildhübsche, charaktervolle und heiß begehrte Edelkurtisane in Paris. Als sie auf Alfredo Germont trifft, der sie leidenschaftlich liebt, gibt sie ihr lasterhaftes Leben für ihn auf. Auf der Liebesbeziehung zwischen den beiden lastet jedoch von Beginn an der Schatten des Todes, denn Violetta ist schwindsüchtig. Darüber hinaus drängt der Vater von Alfredo, dem diese unstandesgemäße Verbindung von Beginn an ein Dorn im Auge ist, eisern auf die Beendigung des Verhältnisses. Violetta gehorcht und kehrt in ihr altes Leben zurück. Erst am Sterbebett werden sie und ihr Geliebter Alfredo sich wiedersehen. Dem Landestheater ist es gelungen, den international gefeierten Choreographen und Regisseur Amir Hosseinpour für die Inszenierung dieses Opern-Meisterwerks zu gewinnen. datum > 13. juli BEGINN > 19.30 Uhr ORT > Dreiländerhalle, passau eintritt > ¤ 7,50–¤ 35 karten > Theaterkasse

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kulturtipps

Abschlusskonzert

Bluetone-Festival

Puppentheater i. d. scheune

„Voices in Concert“

N. Kennedy u. n. Landgren

„Das Lied der Grille“

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as Abschlusskonzert der Gesangsklasse des stellvertretenden Kreismusikschulleiters Kurt Brunner verkörpert seit vielen Jahren einen festen Bestandteil des Passauer Kulturlebens. Unter dem Motto Voices in Concert präsentieren die jungen Stimmtalente der 2013 mit dem renommierten Kulturpreis des Landkreises Passau ausgezeichneten Gesangsklasse ein buntes Programm aus Pop, Jazz, Musical bis hin zu anspruchsvollen Werken der klassischen Gesangsliteratur. Abgerundet wird das von Kurt Brunner moderierte Konzert, bei dem sich auch zahlreiche Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert dem Publikum vorstellen werden, von einem Auftritt des Mädchenvokalensembles Solisti Piccoli. Der Eintritt ist frei – über Spenden freuen sich die jungen Musiker. datum > 18. juli BEGINN > 19.30 Uhr ORT > piano mora, passau eintritt > frei

enn der britische Stargeiger Nigel Kennedy auftritt, darf sich das Publikum auf musikalischen Hochgenuss freuen. Die Spielfreude, Bühnenpräsenz und Liebenswürdigkeit Kennedys, dessen 1989 erschienenes Album Vier Jahreszeiten es als meistverkauftes Klassikalbum aller Zeiten ins Guinness Buch der Rekorde schaffte, lassen Kennedys Konzerte stets zu außergewöhnlichen Erlebnissen werden. Am 19. Juli wird der 57-Jährige beim Bluetone-Festival in Straubing gemeinsam mit dem berühmten schwedischen Jazz-Posaunisten Nils Landgren feinsten Jazz und Funk, gepaart mit einer Prise Klassik präsentieren. Eröffnet wird der Konzerttag von den Siegern des BluetoneNachwuchswettbewerbs, der Big Band des Anton-Bruckner-Gymnasiums Straubing sowie der Newcomerin MarieMarie. datum > 19. juli BEGINN > 16 Uhr ORT > straubing, Am Hagen eintritt > ¤ 54 / ¤ 35 erm. karten > alle bekannten vvk-stellen

iedeln oder vorsorgen? Die Sonne scheint, die Wiese blüht. Alles könnte so schön sein, so unbeschwert und sorgenfrei – wäre da nicht diese endlose Plackerei: Sammeln, sammeln, sammeln, damit die Speisekammer voll wird. Doch plötzlich klingt eine Melodie über die Wiese und allen wird mit einem Mal ganz leicht und heiter zu Mute. Was einer kleinen Grille mit ihrer Geige gelingt, ist kaum zu fassen: Alle plaudern, lachen und tanzen. So eine Party gab es lange nicht mehr. Doch dann kommt er, der unvermeidliche Winter. Und die Grille hat nichts gesammelt. Ein bewohntes Klavier erzählt die Geschichte vom Fiedeln oder Vorsorgen, von schönen Künsten, Plackerei, leeren Mägen und vollen Speisekammern, von einem fetten Sommer und einem eisigen Winter. Und einem Freund ... datum > 20. juli (11 Uhr) + 22. juli (10 uhr) eintritt > ¤ 10 erw. / ¤ 5 kinder / ¤ 20 familien karten > 08507/92 37 05 4

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Neue Herren Neue Zeiten

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kulturtipps

Toni Lauerer

MacC&C Celtic Four

Django Asül

„Eigentlich is wurscht!“

Scottish-Irish-Night

„Paradigma“

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oni Lauerer ist bekannt dafür, ganz alltägliche Situationen – gewürzt mit Klischees und viel Selbstironie – auf den Punkt zu servieren. Fettnäpfchen und Peinlichkeiten, wie sie jeder von uns kennt oder erlebt hat, rückt er ebenso gekonnt wie humorvoll ins Licht der Menschlichkeit und hält seinem Publikum den Spiegel vor, ohne dabei aber jemals in Schullehrer-Manier erhobenen Zeigefingers Moralinsäure zu versprühen. Diesem Anspruch getreu lässt er seine Zuhörerschaft diesmal in höchst amüsanter Weise am Alltag des Kabarettisten teilhaben – in Gestalt der verzweifelten Inhaltssuche fürs neue Programm, die für Lauerer nach zahlreichen Gedanken, Gesprächen und Alltagsbeobachtungen schließlich in der reinigenden Erkenntnis mündet: „Eigentlich is wurscht!“ datum > 25. juli BEGINN > 20 Uhr ORT > Museumsdorf tittling eintritt > ¤ 19 / ¤ 20 AK karten > PNP, PaWo, Rotel-Tours

SOMMER 2014

or ein paar Jahren noch ein Geheimtipp unter Insidern, sind die vier Niederbayern Karl Heinz Steinbeißer, Christian Bruckmeier, Paul Karman und Martin Schmidt mittlerweile zum Publikumsmagneten avanciert: Als MacC&C Celtic Four geben sie sich nach zahlreichen umjubelten Auftritten in Irland, Schottland und ganz Bayern am 26. Juli in der Mehrzweckhalle Salzweg die Ehre. Das vielfältige Repertoire der wohl zurzeit angesagtesten Irish-Folk-Band reicht von stimmungsvollen Balladen über fetzige PubSongs bis hin zu grandiosen Instrumentalstücken. Dabei kommen die typischen Instrumente wie u.a. Dudelsack, Fiddle, Akkordeon, Bódhrán oder TinWhistle zum Einsatz – in Kombination mit einer gehörigen Prise bayerischem Humor ein wahrhaft einzigartiges Erlebnis! datum > 26. juli BEGINN > 20 Uhr ORT > Mehrzweckhalle Salzweg eintritt > ¤ 16 / ¤ 14 mitgl. karten > 08505/91 86 03

ie so manches Gute kommt auch das Wort Paradigma aus dem Griechischen. Es kann Beispiel, Vorbild oder Abgrenzung heißen, wenn nicht gar Weltsicht. Und je präziser die Letztere ausfällt, umso mehr wird deutlich: So geht‘s nicht weiter. Es bedarf eines Paradigmenwechsels. Die Parameter müssen neu eingestellt und alles hinter-, wenn nicht sogar vorderfragt werden. Und so fragt sich auch Django Asül: Wie kriege ich die Kurve? Wie erreiche ich die nötige Nachhaltigkeit auf sämtlichen Ebenen? Wie zeige ich in Zeiten des kollektiven Burnouts Interesse an meinen Mitmenschen – etwa, indem ich ihnen permanent auf den Keks gehe? In Paradigma unternimmt Django Asül erstmals eine Reise zum Ich – mit dem klaren Ziel vor Augen, in seiner eigenen Welt anzukommen. datum > 27.7.: Aidenbach (20 uhr) + 1.8.: Bernried (20 uhr) eintritt > ¤ 22 / ¤ 24 AK karten > PNP, PaWo, 08541/7611, 09905/248

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einfach mal r a u s hier! F e s t spi e l e E u rop ä isch e W och e n 2 0 1 4

I

Schwärmen: „Olga Scheps ist eine echte Entdeckung.“ Ein Weltstar hautnah: Dieses Erlebnis ermöglichen die Europäischen Wochen in der einmaligen Atmosphäre der Lötz-Glashütte im Museumsdorf Tittling. Am 6. Juli wird der Pianist Fazil Say Werke von Mozart, Beethoven, Erkin sowie eine Eigenkomposition auf seine ganz spezielle Weise interpretieren. „Er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts sein“, ist sich Le Figaro jetzt schon sicher. Eine ganz andere Baustelle ist dann Gitte Haenning. In der Stadthalle Pocking (10. Juli) singt der dänische Erfolgsexport sowohl ihre großen Schlagerhits wie Ich will ’nen Cowboy als Mann mit Band, zeigt aber auch eine ganz andere Seite mit ihrer Leidenschaft für den Jazz. Besondere Musik an besonderen Orten,

das bietet unter vielen anderen auch das Konzert des Weltklassegeigers Gidon Kremer mit seiner Kremerata Baltica in der immer wieder beeindruckenden Basilika von Niederalteich (18. Juli) oder das 10. EW-Picknickkonzert unter freiem Himmel auf Gut Aichet in Thyrnau. Bei einem hoffentlich lauen Sommerabend entführt dort am 19. Juli das Orchestre Europa das Publikum auf eine musikalische Reise durch den gesamten Kontinent. Und, Lust bekommen, sich selbst mal wieder auf die Reise zu machen? Doch keine Angst, auch in der Dreiflüssestadt werden die Europäischen Wochen im Juli mit Konzerten etwa von Ute Lemper, dem Bruckner Orchester Linz, der Prague Philharmonia zusammen mit Fazil Say oder mit der 10. Passauer Orgelnacht für kulturelle Höhepunkte sorgen. Alle Informationen und Tickets finden Sie unter www.ew-passau.de

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n prunkvollen Kirchenräumen, in Innenhöfen von Schlössern, auf dem freien Feld oder tief unter der Erde im Bergwerk – die Europäischen Wochen laden traditionell nicht nur dazu ein, wundervolle Musik, sondern auch die nicht minder wundervolle Festivalregion im Dreiländereck Ostbayern, Oberösterreich und Böhmen zu entdecken. Einfach mal raus aus Passau! Dazu geben die Festspiele in ihrer 62. Auflage bis zum 27. Juli noch reichlich Gelegenheit. Immer eine Reise wert ist Krumau – idyllisch gelegen an den Ufern der Moldau, das pittoreske Stadtzentrum UNESCO-Weltkulturerbe. Am 4. Juli wird diese Reise noch musikalisch veredelt, wenn bei Kerzenschein im Spiegelsaal des Schlosses die ebenso junge wie gefeierte Pianistin Olga Scheps zum Nocturno lädt. Die gebürtige Russin brachte sogar Kritiker-Papst Joachim Kaiser zum

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De r G e sang de r e h c r e l

ist de r schön stE Kl ang, de n ich ke NNE

A LL A N P R A S K I N

text > benedikt kuhnen foto >

florian weichselbaumer

allan praskin, Altsaxophonist und Komponist, lebt seit sieben Jahren in Passau. In den Sommermonaten spaziert er gerne am Inn entlang und genießt das Vogelgezwitscher. Doch wie lange noch? Ein Gespräch über das Musizieren im Dunkeln, die Gefahren der Technik und die Nachteile einer Kleinstadt. PASTA! Über 30 Jahre hattest Du als Jazzsaxophonist einen Lehrauftrag an der Anton-Bruckner-Universität in Linz. Vor Kurzem bist Du pensioniert worden. Was überwiegt gerade: Freude oder Wehmut? 32

praskin Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit – und das, obwohl ich eigentlich nie Dozent werden wollte. Bevor ich 1983 in Linz zu unterrichten anfing, sah ich mich nur als Künstler, fand dann aber recht schnell Gefallen am Unterrichten. An der Uni in Linz hatte ich die Möglichkeit, eigene Lehrmethoden zu entwickeln. Dabei lag es mir von Beginn an am Herzen, einerseits den Studenten etwas zu vermitteln, andererseits aber auch durch sie und mit ihnen zu lernen.

erstaunlich schnell Züge eines alten Ehepaars an. Als Dozent läuft man Gefahr, Dinge zu sagen, die man schon viel zu oft gesagt hat. Daher hielt ich mich mit der Zeit immer mehr zurück, ließ stattdessen die Musik sprechen und legte den Fokus auf das gemeinsame Spiel.

PASTA! Mir ist zu Ohren gekommen, dass man in Deinen Kursen ohne Noten und ohne elektrisches Licht auskommen musste. Ist da was dran? praskin Das stimmt so nicht ganz. Wahr ist, PASTA! Zu welchen Erkenntnissen haben dass ich versucht habe, meine Studenten dazu zu bringen, zunächst nur nach Gehör zu Dir die Studenten verholfen? praskin Dass weniger oft mehr ist. Das ist spielen. Ich bin ein Verfechter des learning by mir erst beim Unterrichten so richtig bewusst hearing. Meiner Meinung nach wird unsere geworden. Dozent und Student nehmen ja Wahrnehmung viel zu sehr vom Auge beeinPASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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Allan Praskin ... wurde 1948 in Los Angeles geboren.

Im Alter von sieben Jahren fing er an, Altsaxophon zu spielen. Schon als Jugendlicher tourte er durch die bekanntesten Jazzclubs von Los Angeles.

Nach seinem Militärdienst in Südkorea führte sein Weg 1967 nach New York, wo er sich im Freejazz einen Namen machte.

1975 ließ er sich dann in Europa nieder. Dort avancierte er zu einem der renommiertesten US-amerikanischen Musiker seines Instruments und spielte unter anderem mit Chet Baker.

1983 wurde Allan Praskin Dozent an der Anton-Bruckner-Universität in Linz. Er arbeitete dort über drei Jahrzehnte als Lehrbeauftragter für Jazzsaxophon und prägte Generationen von Studenten.

flusst. Gegen elektrisches Licht hege ich grundsätzliche keine Abneigung – allerdings lasse ich mich beim Spielen gerne von meiner Umwelt inspirieren, vor allem von Tages- und Jahreszeiten. Wenn man in einem Raum grundsätzlich das Licht einschaltet, ist das nur bedingt möglich. Das habe ich auch meinen Studenten zu vermitteln versucht. Bei Kursen an Winterabenden konnte es daher schon mal schummrig werden. PASTA! In Los Angeles kamst Du als Jugendlicher mit dem Modern Jazz in Berührung. In New York hast Du Dir im Free Jazz einen Namen gemacht. Seitdem Du in Europa lebst, hast Du Dich auch wieder älteren Jazzstilen zugewandt. SOMMER 2014

Was hältst Du von den aktuellen Entwicklungen im Jazz? praskin Ich muss gestehen, dass ich in den letzten Jahren immer weniger aufgenommene Musik gehört habe. Die allgemeine Verdinglichung der Musik und die digitalen Aufnahmen gefallen mir nicht. Wenn ich Aufnahmen höre, sind es vor allem Audiokassetten. Manche werfen mir deshalb vor, rückwärtsgewandt zu sein und mich nicht weiterentwickeln zu wollen. Das sehe ich anders. Ich bleibe nicht stehen, sondern bewege mich lediglich in eine andere Richtung. Auch im Alter noch musikalisch zu wachsen – darauf lege ich großen Wert. In dieser Hinsicht ist Johann Sebastian Bach ein großes Vorbild. Ihn kümmerte es zum Beispiel auch nicht, in wel-

che Richtung sich die Musik der damaligen Zeit entwickelte – von Stagnation kann in seinem Fall aber ganz sicher keine Rede sein. In seinen letzten Werken, zum Beispiel in der Kunst der Fuge, zeigte sich diese Weiterentwicklung deutlich – und sie hatte nichts mit dem gemein, was musikalisch gerade in Mode war. PASTA! Spielst Du selbst auch Stücke von Bach? praskin Oh ja, ich besitze von vielen seiner Werke die Klavierausgaben. An Ostern habe ich mich zu Hause ans Klavier gesetzt und sowohl die Matthäus- als auch die Johannes-Passion gespielt und gesungen. Das Weihnachtsfest verbrachte ich mit seinem 33


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Weihnachtsoratorium. Noch wichtiger als Bach ist mir allerdings Franz Schubert. Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht mit einem seiner Lieder beschäftige. Auf die Art und Weise höre ich viel Musik und bin mit der Umwelt verbunden, ohne von Aufnahmen abhängig zu sein. PASTA! Was steckt denn hinter dieser Abneigung gegenüber Aufnahmen? praskin Ein gespaltenes Verhältnis zur Technik. Einerseits finde ich sie interessant und nützlich – der Jazz hätte sich ohne Tonaufnahmen sicher nicht in dem Maße verbreiten und weiterentwickeln können. Ande-

piriert. Er ließ sich in seinem Spiel sehr stark thisch zuhören. Was ich in Kleinstädten von natürlichen Klängen beeinflussen und außerdem wünschenswert fände, wären imitierte den Gesang der Vögel. mehr Sessions ohne Notenbücher und Notenständer. Zum einen zerstören sie die PASTA! Für ein Großstadtkind hast Du ein ganze Atmosphäre; zum anderen verleitet erstaunlich inniges Verhältnis zur Natur. das Spielen mit Noten dazu, sich nur oberpraskin Mag sein. Das finde ich aber gar flächlich mit einem Stück zu beschäftigen. nicht so erstaunlich, denn auch in der Groß- Im schlimmsten Fall hören sich die Improstadt kann man Natur hautnah erleben. Man visationen bei jedem Stück gleich an. muss nur offen dafür sein und die Ohren spitzen. Vor Kurzem war ich in Berlin, um PASTA! Findest Du dann in Passau ein paar Konzerte zu spielen – da hörte ich überhaupt Jazzmusiker, die Deinen Anschon morgens im Bett eine Lerche singen. sprüchen genügen? Der Gesang der Lerchen ist wirklich der praskin Ja, durchaus. Es gibt in Passau ein schönste Klang, den ich kenne. paar sehr gute Jazzmusiker, mit denen ich gerne zusammenspiele.

Wenn ich spazieren gehe und dabei Musik hören möchte, nehme ich meine Blockflöte mit.

rerseits möchte ich es unter allen Umständen vermeiden, von irgendwelchen Geräten abhängig zu werden. Ich kenne Menschen, die nicht einmal mehr einen zehnminütigen Spaziergang ohne Handy oder MP3-Player machen würden. Das finde ich beängstigend. Marshall McLuhan, ein kanadischer Philosoph, der in den 1960er Jahren in den USA sehr angesagt war, meinte schon damals: „Das Medium ist die Botschaft.“ Mit anderen Worten ist es weniger der Inhalt eines Mediums, der Einfluss auf die Menschen hat, als vielmehr das Medium selbst. Mir scheint, da steckt viel Wahres drin. Computer und Smartphones haben das Sozialverhalten der Menschen stark verändert – und zwar unabhängig von den transportierten Inhalten. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, ich persönlich mache da aber nicht mit. Deswegen besitze ich weder Computer noch Handy oder MP3-Player. Wenn ich spazieren gehe und dabei Musik hören möchte, nehme ich meine Blockflöte mit. PASTA! Im Sommer sieht man Dich häufig mit ihr am Inn entlanglaufen … praskin Ja, am Inn bin ich besonders gerne unterwegs. Ich laufe dann durchs hohe Gras, höre den Vögeln zu und spiele vor mich hin. Der US-amerikanische Jazzmusiker Eric Dolphy hat mich in dieser Hinsicht sehr ins34

PASTA! Was empfindest Du, wenn Du ein paar Tage in einer Großstadt bist? praskin Das weckt Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend in Los Angeles. Als Musiker profitierte ich sehr davon, in einer Großstadt aufzuwachsen. Schon mit 15 durfte ich den ganzen Sommer in einem renommierten Jazzclub spielen, dem Lighthouse Café. Dadurch wurde ich in der Szene bekannt und bekam die Gelegenheit, mit sehr guten Musikern zu jammen. Ich konnte an unzähligen Jamsessions teilnehmen, in denen es um nichts anderes ging, als füreinander zu spielen. Damals war mir gar nicht bewusst, was für ein Glück ich damit hatte. Erst später, als ich auch in kleineren Städten lebte, bemerkte ich langsam, wie vorteilhaft es für einen Jazzmusiker ist, in einer Großstadt aufzuwachsen und zu leben. PASTA! Was fehlt Dir denn in dieser Hinsicht in Passau? praskin Schwer zu sagen. Bei Sessions in Kleinstädten wie Passau fällt mir immer wieder auf, dass sich die Musiker mit der Zeit zwar technisch weiterentwickeln, aber leider nicht die Fähigkeit verbessern, aufeinander zu hören. Das finde ich sehr schade, denn meiner Erfahrung nach können Musiker ihre Qualitäten viel leichter entfalten, wenn die anderen aufmerksam und empa-

PASTA! Es ist allerdings schon Jahre her, dass Du in Passau aufgetreten bist. praskin Ja, das stimmt und das finde ich schade. Das ist auch der Grund, warum ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, in eine Großstadt zu ziehen. Ich denke, dass es mir dort leichter fallen würde, Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen. Andererseits kann ich mich mit der Vorstellung, all meine Sachen zu packen und Passau den Rücken zu kehren, auch nicht zu hundert Prozent anfreunden. Dafür ist es hier einfach zu schön. PASTA! Dann wollen wir mal hoffen, dass sich in nächster Zeit auch im Passauer Raum ein paar Konzerte für Dich ergeben. Die obligatorische Frage zum Schluss: Für welchen der Stadtmusikanten würdest Du Dich entscheiden? praskin Was den Sound angeht, definitiv nicht für den Hahn. Hunde mag ich gerne, allerdings sind sie mir viel zu nachsichtig gegenüber menschlichen Unzulänglichkeiten. Katzen sind da anders. Sie verhalten sich nicht so unterwürfig. Jemanden als cool cat zu bezeichnen, ist unter Jazzmusikern ein großes Kompliment. Ich entscheide mich also für die Katze.

Benedikt Kuhnen hat angefangen, Posaune zu spielen, als sein Arm noch zu kurz war, um den Zug ganz auszufahren. Seitdem der Arm lang genug ist, schreckt er vor nichts und niemandem zurück, weder vor Bach noch vor Bonfá oder Brubeck. In dieser Rubrik möchte er einen Einblick in Leben und Werk der Passauer Stadtmusikanten geben. Sein Motto: „Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“

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autotest

Kri sen gew inn ler

text > Oliver Brod fotos > Henning Brod

„Ohh, der hat ja eine tolle Farbe ...“ „Das ist Bananagelb. Mit förstergrüner Innenausstattung.“ „So einen hatten wir auch. Aber in so einem komischen Rotton.“ „Das hieß Marsrot ...“

D

as kennt jeder, der mit einem alten Fahrzeug unterwegs ist: Erinnerungen und Gefühle kommen bei Betrachtern und Mitfahrern einfach und unerwartet vertraulich um die Ecke. Dazu braucht

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es keinen antiken Porsche 911, ehemalige Allerweltsautos wie unser Audi 100 L von 1976 sind da besser geeignet. Mein Bruder hatte den „Gelben“ Mitte der Neunziger bei einer Haushaltsauflösung in der Nachbarschaft aufgestöbert. Seine Erstbesitzerin hatte ihm lediglich 36.000 Kilometer abverlangt. 1000 Mark in cash für die Erben und er war unser. Das Wort „Youngtimer“ gab es nicht, ebensowenig war uns das Konzept „Auto als Investitionsgegenstand“ verständlich. Wir haben ihn einfach viel gefahren. Zur Arbeit, zur Uni, im Urlaub mit der Freundin, zu Festivals, im Winter (jaja, Streusalz und die Strafe dafür), bei Umzügen. Und PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


autotest

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fakten

MOdell: Audi 100 L (C1, 1969-1976) Baujahr: 1976 Motor: Vierzylinder-Reihenmotor (Fallstrom-RegisterVergaser) Hubraum cm3: Leistung: drehmoment: 0-100 km/h in: max km/h: Getriebe: Verbrauch:

den Wagen hart beladen: Einmal mussten 11 Personen rein. Der riesige Kofferraum schluckt 2 Fahrräder und Gepäck, wenn man das Reserverad ausbaut. Im Kofferraum desselben Modells hatte die RAF die Leiche des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer zurückgelassen.

„Ohh, schön, mein Onkel hatte auch so einen ... Das ist ein Mercedes, oder?“ „Das ist ein Audi 100 von 1976.“ „Achso, sieht so aus wie ein alter Mercedes. Ein bisschen ...“ SOMMER 2014

Und das sollte er auch. Ein bisschen. Ende der 1960er Jahre entwickelte ein von Daimler kommender Ingenieur das Modell Audi 100 gegen den Willen der Konzernmutter und größtenteils nach Feierabend. Das Auto wurde am Ende dennoch gebaut, war billiger als der konkurrierende 200er Benz und hatte Frontantrieb. Der Wagen verkaufte sich gut als „Prokuristen-Mercedes“ an leitende Angestellte mit mehrfachem Nachwuchs. Offenbar konnte 1973 der Ölkrisen-Schock an der Konstruktion der automobilen Realität noch etwas ändern: Unser gelber 100 L kommt bei gemäßigter Fahrweise mit 9 Litern Normalbenzin aus. Der Motor war eine Neukons-

1588 85 PS bei 5800 U/Min. 124 Nm bei 3500 U/Min. 12,5 sek. 156 4-Gang-Schaltgetriebe durchschnitt: 9 l super/100 km

truktion mit obenliegender Nockenwelle und schöpft stürmische 85 PS aus 1,6 Litern Hubraum. Das reichte für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 12,5 Sekunden – ganz ohne Einspritz- und Elektronikschnickschnack. Ein konstruktiver Krisengewinnler also. Heute – 40 Jahre später – brauchen Fahrzeuge in diesem Segment nur peinliche 2–3 Liter weniger. Aus einem Vorsprung durch Technik ist eine Kaninchenstarre im Angesicht von „Peak Oil“ geworden. Mit LEDLeselicht in der Beifahrertür und DVB-TVideo-Paket. Bleibt zu hoffen, dass das Infotainmentsystem den Bahnfahrplan kennt. Oder den Weg zur Mietradstation. 37


autotest

„Für die Nackenheizung sorgt die Sonne und nicht ein in der Lehne installierter Föhn.“

Die Ausstattung im Audi 100 L hingegen ist von aufgeräumter Leichtigkeit: kein Drehzahlmesser, kein rechter Außenspiegel, keine Servolenkung, keine Gurte hinten, keine Klimaanlage; noch nicht mal ein Radio stört die Unterhaltung. Ich freue mich auf den Tag, an dem die Marktingmenschen analog zur Lebensmittelbranche die Worte „kein“ und „ohne“ fürs Autoverkaufen entdecken. Ok, ja ... wir haben später heimlich einen CD-Player und Lautsprecher eingebaut. Wir waren jung und brauchten die Musik.

viel Platz zu den Seiten und für die Füße, die sich im vollbeteppichten Bodenraum gerne der Filzpantoffeln entledigen möchten. Ein Streifen aus Nussbaumholzdekor bemüht sich, den Innenraum optisch auf Wohnzimmerniveau zu halten. Die Scheibenbremsen vorne brauchen einen entschlossenen Tritt. In Kombination mit dem für heutige Verhältnisse schwammigen Fahrwerk gemahnt das zu besonnener Fahrweise. Fahrzeug und Fahrer schwimmen gemeinsam. Das spart Kraftstoff und kommt der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zugute. Denn die Karosserie war noch nicht auf die Kollision mit einem Sport-Utility-Schützenpanzer ausgelegt. Sportlich wird es höchstens bei Bodenwellen. Ja, zu Beginn unserer Bekanntschaft gelang es, die Tachonadel mit Bergabrückenwind bis zu irrsinnigen 200 km/h zu treiben. Aber dazu gehörte Gefühl, Technikvertrauen und jugendlicher Leichtsinn. Das würde das Fahrzeug heute nicht mehr bringen. Wir auch nicht. Im Problemfall kann man sich die Suche nach der Diagnosebuchse natürlich sparen. Unter der Haube ist alles da, wo man es erwartet – und dazu viel Platz zum Schrauben. Es braucht einen guten Ratschenkasten, Prüflampen, Ventilfühlerlehren, irgendwann eine Die förstergrüne Sessel- und Sofagruppe aus Hebebühne und ein Schweißgerät. Und GeVelour und Kunstleder nimmt Fahrer und duld und Einfühlungsvermögen: Die fummePassagiere gemütlich auf. Es ist altmodisch lige Reparatur des zweistufigen Registerver-

„Ohh ... der erste große Wagen meiner Eltern war auch so einer. Mit dem sind wir dann immer nach Italien. So in einem Rutsch, alle Kinder auf der Rückbank und mit Fahrerwechsel nach dem Brenner. Der Ausblick hat sich bei mir eingebrannt: Nachts, von hinten auf das beleuchtete Armaturenbrett.“

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gasers kostete uns viele Tage mit stinkenden Benzinfingern. Seit einigen Jahren darf der Wagen nun echter Oldtimer sein und feiert mit 134.000 Kilometern sein Rentnerdasein mit dauerhaftem, roten 07er Nummernschild. Familiäre Kaffeefahrten mit seinen Altersgenossen stellen sein heutiges Fahrtenleben dar. Warum hat die Fahrzeugindustrie eigentlich aufgehört, Automobile zu bauen? Wann ist der Verkauf von Gegenständen, die dazu dienen, trocken, zuverlässig und schöngestalt von A nach B zu fahren, gegen die Vermarktung von vorgefertigten „Lebensgefühlen“ eingetauscht worden? Der Audi 100 L stand 1975 mit ca 11.000 DM in der Preisliste, das entspricht einer jetzigen Kaufkraft von weit unter 20.000 EUR. Heute kostet ein Fahrzeug in dieser Liga das Doppelte, gerne in den Farben Leasingsilber oder Testosteronschwarz. In 40 Jahren wird vermutlich niemand mehr etwas mit diesen Autos verbinden können. Es einfach vorbei, das Autohaben.

Über den Autor Unser PASTA!-Gastautor Oliver Brod ist Schauspieler, Sprecher und Autor von Hörspielen. Sein Studium finanzierte er mit dem Reparieren von Motorrädern, heute schraubt er an seinen Fuhrpark aus dem beschriebenen Audi, einem Volvo 940 (Baujahr 1992) und dem Chariot seines Sohns.

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2-4 cl Penninger Blutwurz 1 cl Citrussaft 15 cl Schweppes Russian Wildberry Eis und Zitronenscheibe kurz umrühren und servieren

BAYERISCHE COCKTAILS Franz Joseph im Shamrock. Bayerwald Sommertraum im Journey. Bavarian American im roots. Oder Oldschool: Blutwurz im Bräustüberl. Wo und was trinkst Du? Teile Deine Rezepte und Locations in der App oder auf Facebook.

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Donaukreuzfahrt

passau IN

2050 passau, 04.07.2050

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ie Passauer Alte Presse (PAP) berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe vom erstmaligen Eintreffen des Kreuzfahrtschiffes Oasis Of The Danube der Reederei Royal Bavarian in der Dreiflüssestadt. Das gigantische EntertainmentSchiff der neuesten Generation legte auf seiner Jungfernfahrt die Strecke von Regensburg nach Passau in 4 Stunden zurück. Dieser neue Rekord wurde nur durch den Ausbau der Donau zur „Schiffsautobahn“ möglich: In den vergangenen 20 Jahren wurde der Fluss an kritischen Stellen begradigt und vertieft, die Schleusenanlagen wurden erweitert und Brücken durch Tunnel ersetzt. Damit die neuen Binnenkreuzfahrtschiffe, die einen Tiefgang von bis zu 10 Metern, eine Breite von bis zu 60 Metern und eine Höhe über Wasserlinie von fast 70 Metern haben, überhaupt die Strecke bis zum Schwarzen Meer befahren können, waren aber nicht nur Eingriffe in die natürliche Flusslandschaft nötig: Auch einige Dörfer und Teile der Uferbebauung mancher Städte entlang der Donau mussten weichen. In Vilshofen wurde die erste Häuserzeile an der Uferpromenade in mühevoller Arbeit Stein für Stein abgetragen, um sie später eventuell in einem Freilichtmuseum, das dem Donaubarock gewidmet werden soll, wieder aufstellen zu können.

Auch ein möglicher Verkauf der zerlegten Gebäude an einen chinesischen Folkloreparkbetreiber wird gerade geprüft. An ihrer Stelle entstand ein neues Begrüßungsterminal für die hunderttausenden Kreuzfahrt-Touristen, die hier in den kommenden Jahren erwartet werden. Unter dem Protest zahlreicher Naturschutzvereine und unter Missachtung einer Unterschriftensammlung der Partei Grünes Europa wurde die Schlögener Schlinge ¬ ihre natürliche Form aufgreifend ¬ zu einem riesigen, kreisrunden Wendeplatz für Kreuzfahrtschiffe ausgebaut. Die dafür nötigen Sprengarbeiten machten eine Zwangsumsiedlung der Bewohner mehrerer Anrainergemeinden notwendig; auch eine seltene Art des Störs verlor dabei ihr letztes Habitat. In Passau hat der Ausbau der Donau ebenfalls Spuren hinterlassen: Die radikale Vertiefung der Donau im Bereich des Ilzzuflusses hat zu einem murenähnlichen Abgang des Georgsberges geführt ¬ zusammen mit knapp dreißig Millionen Tonnen Gestein, Schlamm und Geröll versanken auch die Veste Oberhaus und die Ruine des gleichnamigen, seit vielen Jahren verwaisten Gastronomieobjektes in den Fluten der Donau. „Was nicht mehr da ist, muss nicht mehr weg“, sagte Passaus Erster Bürgermeister Frank Strohsack dazu heute im Interview mit der PAP. „Wir sparen uns durch den unfreiwilligen Abgang des Georgsberges nicht nur die Diskussion um den Abriss des alten Oberhauscafés, sondern auch die Frage nach einer Seilbahn oder einem Fußgänger- und Fahrradtunnel. Und auch die bedrückende Kreativlosigkeit im Umgang mit der alten Veste hat damit ein willkommenes Ende gefunden.“ Bei der gestrigen Einfahrt der Oasis Of The Danube wurde jedoch klar, dass die neue Dimension des Kreuzfahrttourismus auch ihre Schattenseiten hat: Einsatzkräfte der Polizei und des Bundesgrenzschutzes waren rund um die Uhr im Einsatz, um Kollisionen der immer wieder auftauchenden Flüchtlingsboote mit dem Entertainment-Schiff zu verhindern. Einige der mit aus Österreich stammenden Boatpeople hoffnungslos überladenen Kähne waren manövrierunfähig und konnten dem 24 Knoten schnellen Schiff nicht rechtzeitig ausweichen. Manche der verzweifelten Flüchtlinge stürzten sich in die Fluten und versuchten schwimmend an Bord des Kreuzfahrtschiffes zu gelangen, um dort um Asyl oder einen Job zu bitten. Bei den knapp 3.000 Kreuzfahrttouristen, die gestern von Bord der Oasis Of The Danube gingen, fanden die Flüchtlinge aus dem krisengeschüttelten Österreich wenig Beachtung. Sie beklagten sich vielmehr darüber, dass das vor Anker liegende Schiff die pittoreske Silhouette der Stadt veschandele und man deshalb keine schönen Fotos machen könne. „Daran werden sich die Touristen in Passau gewöhnen müssen. Aber ich sehe da kein Problem: Auf den Bahamas, in Venedig oder Santorini haben sie sich ja auch daran gewöhnt!“, so Frank Strohsack. Als Bürgermeister der Dreiflüssestadt sieht er die Entwicklung aber grundsätzlich positiv, und die aktuellen Zustände seien nur „Kinderkrankheiten eines neuen touristischen Zeitalters“.

Till Gabriel schaut in die Zukunft: ohne Kristallkugel oder bewusstseinserweiternde Drogen, sondern nur mit seiner Fantasie. Wie sieht unsere Stadt im Jahre 2050 aus? Welche Schlagzeilen werden dann auf den Titelseiten der Zeitungen stehen? Neue Rahmenbedingungen schaffen neue Möglichkeiten. Die neue Serie „Passau 2050“ wagt einen satirisch-phantasievollen Blick in die Zukunft unserer Stadt.

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Kinotipps

Pilgerfahrt einer Familie

Nebenwege

richard beller will nur schnell den umzug seiner mutter ins altersheim über die bühne bringen, doch dann bricht sie zu einer pilgerfahrt auf. text > CLAUDIA KNOBLOCH

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ichard Beller (Roeland Wiesnekker) macht eine schwierige Zeit durch: Seine Ehe ist gescheitert, seine Teenager-Tochter Marie (Lola Dockhorn) schmollt, weil Richard ihren Geburtstag vergessen hat, sein Architekturbüro droht einen wichtigen Kunden zu verlieren und seine Mutter Hilde (Christine Ostermayer) ist demenzkrank. Damit Hilde besser versorgt werden kann, soll sie in ein Altenheim umziehen. Doch am Tag des Umzugs beschließt Hilde, auf Wallfahrt nach Altötting zu gehen – und bricht alleine zur Schwarzen Madonna auf. Richard und Marie bleibt nichts anderes übrig, als die alte Dame zu suchen. Als sie diese schließlich finden, ist sie nicht von ihrem PilgerPlan abzubringen. Das mündet zwar in Streit und Chaos, stößt jedoch lange überfällige Gespräche innerhalb der Familie an.

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Nebenwege ist ein unterhaltsamer Film mit ernstem Hintergrund: Er erzählt von den Herausforderungen und Möglichkeiten, welche die Alzheimerkrankheit für eine Familie beinhaltet. Regisseur Ammann beschreibt: „Ich weiß aus ganz persönlicher Erfahrung, dass diese Erkrankung eine große und unwiederbringliche Chance birgt: Eltern und Kinder erhalten hier eine letzte Gelegenheit, nach Jahren der Entfremdung und Sprachlosigkeit zu neuer Nähe zu finden.“ Die spröde Landschaft Niederbayerns bildet die Kulisse für diesen sehenswerten Familienfilm, bei dem Wahrheit und Schönheit über die Zeit zusammenfinden.

START > 3. JULI GENRE > Komödie IMDB > --regie > Michael Ammann

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kinotipps

Rico, Oskar und die Tieferschatten

Monsieur Claude und seine Töchter

Jersey Boys

C

R

ico nennt sich selbst „tiefbegabt“ und spielt am liebsten Detektiv. Oskar dagegen ist blitzgescheit, ziemlich spleenig und nie ohne seinen Helm unterwegs. Bei ihren Streifzügen durch Kreuzberg kommen die Freunde dem rätselhaften Mister 2000 auf die Spur. Der Schnäppchen-Kidnapper entführt Kinder, um sie für ein Lösegeld von 2.000 Euro frei zu lassen. Als Oskar eine Verabredung mit Rico nicht einhält, scheint auch er Opfer von Mister 2000 geworden zu sein. Für die Verfilmung des Kinderbuchbestsellers von Andreas Steinhöfel konnten einige der besten deutschen Schauspieler gewonnen werden – von Axel Prahl bis Milan Peschel.

laude und Marie Verneuil sind konservativ und katholisch. Sie können sich nichts Schöneres vorstellen, als ihre vier attraktiven Töchter mit guten französischen Ehemännern zu verheiraten. Doch es kommt anders: Eine heiratet einen Muslim, die andere einen Juden und die dritte einen Chinesen. Die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen französischen Katholiken heiraten zu wollen, ist da Balsam für die Eltern. Der Haken: Charles ist schwarz. Mit radikalem Witz und schonungslosen Provokationen ist Monsieur Claude und seine Töchter buntes Komödienkino aus Frankreich. Vier Hochzeiten zwischen Kulturschock und Völkerfreundschaft! START > 24. juli GENRE > Komödie IMDB > 6,8 mit > Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan

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ls die vier Jungs aus einem Armeleuteviertel in New Jersey beschließen, Weltstars zu werden, schaffen sie als Four Seasons mit ihren unverwechselbaren vierstimmigen Liedern den Sound der Sechziger. Doch mit dem Erfolg kommen auch die Schwierigkeiten – dabei unter anderem die Nähe zu einflussreichen Gangsterbossen ... Clint Eastwood hat das Musical Jersey Boys: The Story of Frankie Valli & The Four Seasons, das acht Jahre lang am Broadway gelaufen ist und auf erfolgreicher Welttournee war, für die Leinwand adaptiert. Begleitet wird die Geschichte von den zeitlosen Hits wie Big Girls Don't Cry und Bye Bye Baby, die wir aus vielen Coverversionen kennen.

START > 10. juli GENRE > Komödie IMDB > --mit > Karoline Herfurth, David Kross, Milan Peschel

START > 31. juli GENRE > Musical IMDB > 7,8 mit > John lloyd Young, Christopher Walken, Francesca Eastwood

Freitag,

4. Juli

Heimbringerdienst-Busrouten unter: www.union-schardenberg.at

SOMMER 2014

Sonntag,

4. bis 6.Juli 2014 SCHARDENBERG SCHARDENBERG

6. Juli

21.00 Uhr

Samstag,

5. Juli

21.00 Uhr

10 Uhr: Jubiläums-Frühschoppen 14 Uhr: Kleinfeldturnier abends

Zeltfest-Ausklang

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FOTO: © Peter von Felbert

buchtipps

ein besonderes berlin tagebuch

hanns-josef ortheil

Die Berlinreise Nach zahlreichen Romanen und Sachbüchern erscheint von Autor Hanns-Josef Ortheil ein sehr persönliches Werk: 1964 besuchte er mit seinem Vater Berlin. Während dieser Reise führte der damals 12-Jährige ein Tagebuch, das er seinem Vater als Reiseerinnerung zu Weihnachten schenkte – und kürzlich wiederentdeckte.

autor > Hanns-Josef Ortheil GENRE > Tagebuch SEITENZAHL > 288 SEITEN VERLAG > Luchterhand PREIS > ¤ 16,99

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Die Berlinreise

Ordentlich Grillen

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S

it dem Nachtzug reisen HannsJosef und sein Vater nach Berlin; schon bei der Ankunft wird klar, dass für den Vater die Reise in seine Heimat zum emotionalen Kraftakt wird. Die Stadt ist geteilt, die alten Freunde erinnern den Vater an den Krieg. Bald erfährt HannsJosef, dass zwei seiner Brüder während des Kriegs gestorben waren – ein Grund, warum die Mutter auf keinen Fall nach Berlin zurückkehren wollte. Es ist erstaunlich, wie präzise der Junge die geteilte, vom Krieg gezeichnete Stadt beschreibt, die nicht nur das Symbol für die Freiheit der westlichen Welt darstellt, sondern in Bezug auf seine Familie ein in vielerlei Hinsicht traumabehafteter Ort ist.

autor > Torsten Hülsmann GENRE > Kochbuch SEITENZAHL > 64 SEITEN VERLAG > Hölker Verlag PREIS > ¤ 16,95

ommerzeit ist Grillzeit. Wer allerdings die ewig gleichen Würste und Nackensteaks leid ist, dem sei Ordentlich Grillen ans Herz gelegt. Jedes Rezept zeigt Fotos sämtlicher Zutaten sowie vom fertigen Essen: Lammspieße mit Auberginen-Dip, Hot-Rub-Spareribs (interessant: Die Marinade basiert auf Cola!), gegrillter Radicchio mit Walnuss-Dressing und zum Abschluss gegrillte Pfirsiche mit Mandel-Pumpernickel-Crunch. Ein Genuss für Designfans und Grillfreunde! Weiterer Tipp: Von Autor Torsten Hülsmann gibt es auch Burger. Homemade Fastfood, das die Rezepte von über 20 köstlichen Burgervarianten und Beilagen verrät.

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hörbuchtipps

nick hornby

jojo moyes

Jeder liest Drecksack

Weit weg und ganz nah

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ie Ehe von Elaine und Charlie Harris ist am Ende. Das ist erst mal nichts Ungewöhnliches. Doch nach der Trennung beginnt Elaine, die Beziehung und den Rosenkrieg in einer Kolumne aufzuarbeiten. Plötzlich kennt jeder die Untaten des Drecksacks und amüsiert sich auf die Kosten von Charlie über dessen schlechte Vaterrolle, seine Untreue und seine Impotenz. Als das Miststück auftaucht, eine Frau, deren Mann ebenfalls eine Kolumne über ihre Ehe schreibt, kann sich Charlie endlich mit jemandem austauschen. Benno Fürmann liest dieses kurzweilige Hörbuch von Nick Hornby mit großer Vielfalt in seiner Stimme, was Jeder liest Drecksack sehr empfehlenswert macht. VON > Nick Hornby LABEL > Der Hörverlag AUDIO-CDs > 1 PREIS > ¤ 14,99

jean-luc bannalec

Bretonisches Gold

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igentlich wollte Kommissar Dupin nur der befreundeten Journalistin Lilou Breval einen Gefallen tun: Er soll lediglich kurz überprüfen, ob auf den Salzfeldern der Guérande-Halbinsel irgendwo blaue Fässer stehen. Doch kurz darauf wird er bei den Recherchen beschossen, kommt nur dank eines Pariser Kellners mit dem Leben davon – und Lilou scheint verschwunden. Um den Fall zu lösen, versuchen Dupin und seine Kollegin Rose herauszufinden, an welcher Geschichte Lilou zuletzt gearbeitet hat ... Der dritte Fall von Kommissar Dupin macht Lust auf Urlaub in der Bretagne – und ist trotz der sechs CDs äußerst unterhaltsam, was auch der sehr guten Lesung von Gerd Wameling zu verdanken ist.

ess ist eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrer Reinigungsfirma ihre beiden Kinder gerade so über Wasser halten, das Schulgeld für ihre hochbegabte Tochter jedoch nicht aufbringen kann. Ed ist Computergenie und Multimillionär, der wegen Insiderhandels Gefahr läuft, sein ganzes Vermögen zu verlieren. Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und die das Leben wie zufällig zusammenführt. Weit weg und ganz nah von Besteller-Autorin Jojo Moyes (Eine Handvoll Worte) ist ein perfektes Hörbuch für den Sommer: 8 Stunden und 40 Minuten leichte, aber niveauvolle Unterhaltung voller Emotionen und zwischenmenschlicher Höhen und Tiefen. VON > Jojo Moyes LABEL > Argon AUDIO-CDs > 7 PREIS > ¤ 19,95

VON > Jean-Luc Bannalec LABEL > DAV AUDIO-CDs > 6 PREIS > ¤ 19,99

SOMMER 2014

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DVDTipps

Goal of the Dead

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GENRE > Horrorkomödie REGIE > B. Rocher / T. Poiraud MIT > Xavier Laurent, Alban Lenoir, Jean François Cayrey FSK > ab 18 jahre SPIELDAUER > 112 MINUTEN Filmszene aus » Twice Born «

GENRE > Kriegsfilm REGIE > Sergio Castellitto MIT > Penélope Cruz, Emile Hirsch, Adnan Haskovic FSK > AB 16 JAHRE SPIELDAUER > 122 MINUTEN

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er Pokal hat seine ganz eigenen Gesetze – vor allem, wenn ein Erstligist auf einen Provinzclub trifft. So manche Fußballmannschaft hat da schon so ihre Überraschungen erlebt, wenn auch nicht von der Art, wie sie Olympic Paris im kleinen Örtchen Capelongue widerfährt. Während der Partie verwandeln sich die Gegner in Zombies – und es geht nicht mehr um den Sieg, sondern um Leben und Tod. Pünktlich zur Fußball-WM erobern die Zombies den Rasen! Das neueste Werk des Kultregisseurs Benjamin Rocher ist für Freunde des Genres ein großer Spaß – und die passende Unterhaltung für spielfreie Abende.

Twice Born

Alphabet

G

A

emma reist mit ihrem TeenagerSohn Peitro nach Sarajevo. Dort hatte die Italienerin 1984 Peitros Vater Diego kennengelernt, dort war der Kriegsfotograf in den 90ern ums Leben gekommen. Auf dieser Reise hofft Gemma, das schwierige Verhältnis zu ihrem Sohn zu verbessern, doch die Orte der Vergangenheit bringen ganz andere Fragen zur Sprache. Sergio Castellitto verfilmt in Twice Born das Schicksal seiner Frau Margaret Mazzantini, von der sowohl die Buchvorlage als auch das Drehbuch zum Film stammen. Ein bewegender, komplexer, sehr sehenswerterer Film mit Starbesetzung.

GENRE > Dokumentarfilm REGIE > Erwin Wagenhofer MIT > Gerald Hüther, Thomas Sattelberger FSK > ohne SPIELDAUER > 109 MINUTEN

chtundneunzig Prozent aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule bleiben zwei Prozent. Warum? Erwin Wagenhofer besucht chinesische Schulen, spricht mit Hirnforschern und nimmt an Malkursen teil. So erfährt er, dass Kinder vor allem Dinge lernen, die sie nicht brauchen – und unerkannte Begabungen nicht entdeckt werden, solange man alles gerade (unter)richtet. Alphabet ist der Abschluss der globalisierungskritischen Trilogie von Wagenhofer (We feed the World), der unser akzeptiertes Bildungssystem intelligent hinterfragt und interessante Alternativen aufzeigt.

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Faszination

W端ste 30.6. - 19.7.

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NAHTOURDENKMAL

DIE ETWA 400 JAHRE ALTE EICHE IN DER WAIDGASSE IN RITTSTEIG IST MIT 18 METERN KRONENDURCHMESSER UND CIRCA 21 METERN HÖHE DER MÄCHTIGSTE BAUM IM PASSAUER STADTGEBIET. 48

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NAHTOURDENKMAL

FRIEDE ist mit mir. DIE 400 JAHRE ALTE EICHE VOM SCHWABENGUT IN RITTSTEIG

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s ist kaum zu glauben, aber die Geschichte der Gene, die ich in mir trage, reicht mehr als 12 Millionen Jahre zurück. Meine Urahnen gediehen schon während des Tertiärs – wissen Sie, was das ist (ich musste nachschlagen)? Das ist jenes Erdzeitalter, welches das Ende der Dinosaurier und den Beginn der Erdneuzeit mit der Entwicklung des Großteils unserer heutigen Flora und Fauna markiert. Und weil sich damals so viele Tierarten parallel zu uns entwickelt haben, sind wir heute noch Herberge und Wirt hunderter Insektenarten, die mit uns seit dieser grauen Vorzeit koexistieren. Gemessen an der unendlich wirkenden Zeitspanne, in der meine Gattung schon die Erde bevölkert, ist mein eigenes Dasein von knapp 400 Jahren

nur ein Wimpernschlag in der Entwicklung des Kosmos. Vielleicht verdanken wir Eichen es dieser langen Geschichte, dass wir als Symbol für ewiges Leben gelten – und die Tatsache, dass viele alte Kulturen uns als heilig ansahen. Da wir langsam wachsen, sagt man uns zudem nach, dass wir ruhig, besonnen und friedlich seien. Nach langen Kriegen, die Ihr Menschen untereinander geführt habt, wurden wir gerne als Friedensbaum gepf lanzt – schließlich sollte der Frieden möglichst lange erhalten bleiben. Und tatsächlich: Sturm und Drang liegen auch mir fern, das überlasse ich anderen Gehölzen. Mein Leben steht im Zeichen der Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Gerechtigkeit. Vielleicht wird auch mein Holz in ferner Zukunft zu einem schönen

Möbelstück, einem Weinfass oder einem Schiff verarbeitet – doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Ihr Menschen bezeichnet mich immer wieder als „alten Baum“ – eine, so muss ich sagen, äußerst kränkende Bezeichnung, da ich noch nicht einmal die Mitte meines möglichen Lebensalters erreicht habe. Nicht wenige meiner Verwandten sind bereits 800, 900 oder 1.000 Jahre alt – und stehen noch immer stolz und unerschütterlich an ihrem Platz. Nicht nur deshalb, sondern auch, weil ich im Kern gesund bin, fühle ich mich jung und voller Lebensfreude. „Alt“ bin ich ja nur, wenn Ihr die Dauer Eures Lebens zum Vergleich heranzieht. Viele Generationen Eurer Vorfahren haben in meinem Schatten Rast gemacht, haben sich an meinen Stamm

ÜBER DIE SERIE BÄUME GEHÖREN ZU DEN ÄLTESTEN LEBEWESEN UNSERES PLANETEN. DER ÄLTESTE DOKUMENTIERTE BAUM IST EINE FICHTE IN MITTELSCHWEDEN MIT EINEM ALTER VON KNAPP 10.000 JAHREN. UM ALTE BAUMRIESEN ZU SEHEN, MUSS MAN ABER NICHT SO WEIT IN DIE FERNE SCHWEIFEN: UNTER DEN NATURDENKMÄLERN DES LANDKREISES PASSAU FINDEN SICH AUCH ZAHLREICHE BÄUME UNTERSCHIEDLICHER ARTEN. TILL GABRIEL, HERAUSGEBER DER PASTA!, STELLT IN SEINER NEUEN SERIE »NAHTOURDENKMAL« EINIGE DAVON VOR — UND ERZÄHLT DEREN GESCHICHTE AUS IHRER EIGENEN PERSPEKTIVE.

DER STAMM HAT EINEN UMFANG VON FÜNFEINHALB METERN SOMMER 2014

ERST SEIT 2007 STEHT DER BAUM UNTER NATURSCHUTZ 49


NAHTOURDENKMAL

FORTSETZUNG > NAHTOURDENKMAL DIE 400 JAHRE ALTE EICHE VOM SCHWABENGUT IN RITTSTEIG

TYPISCH FÜR DIE STIELEICHE: EINE EHER LOCKERE, LICHTE KRONE. gelehnt und den Blick in die Ferne schweifen lassen – über die Felder und Wiesen hinab zur Donau und hinauf bis zu den Hügeln des Bayerischen Waldes. Manch einer ist dabei eingeschlafen und hat mich mit seinem Schnarchen den letzten Nerv gekostet. Nicht selten haben zarte Hände meine raue Borke berührt – ein schönes Gefühl – und sind Kinder auf meinen Ästen balanciert. Überhaupt gibt es kaum etwas, das ich nicht mit mir machen lasse – ich bin ja hart im Nehmen und verzeihe vieles. Nur zweierlei kann ich nicht gut leiden: Hunde, die an meinem Fuß ihr Bein heben – Pfui! – und Fahrräder, die an meinen Stamm gelehnt werden. Ich bin doch kein Laternenpfahl! Es heißt zwar: „Was kratzt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr wetzt?“ Aber das ist etwas anderes, denn zu den Schweinen haben wir Eichen seit jeher eine besondere Beziehung: Sie lieben unsere Früchte, 50

die Eicheln, die sie in unglaublichen Mengen verzehren und dadurch dick und rund werden. Doch nicht nur Schweine, auch hungrige Menschen wissen unsere Früchte zu schätzen, denn sie enthalten Kohlenhydrate und Proteine, die in Notzeiten eine willkommene Nahrungsergänzung sind. Es soll schon Zeiten gegeben haben, in denen verzweifelte Menschen aus Eicheln Mehlersatz und Muckefuck (stammt vermutlich vom französischen „Mocca faux“ ab, zu Deutsch: „Falscher Kaffee“) hergestellt haben. In letzter Zeit jedoch kommen immer weniger Schweine, und auch hungerleidende Menschen sehe ich kaum noch. Die Zeiten scheinen sich geändert zu haben. Aber vielleicht genügt es Euch Menschen ja fortan, mich besuchen zu kommen – denn es ist einfach schön, bestaunt zu werden ... Text UND FOTOS > Till Gabriel

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SOMMER 2014

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gesundes iebesmenü von der AOK auf den Tisch gezaubert

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ine Prise Sommerlaune, kombiniert mit aphrodisierenden Zutaten, ist der Garant für das erste Date. Das stellt die AOK Passau in ihrer Kochwerkstatt unter Beweis. Küchenmeister Philipp Krumstroh verrät hier den Studenten die besten Kochrezepte für einen „scharfen Genuss“ sowie Tipps und Tricks für die erste Verabredung.

wo die Liebe den tisch deckt, schmeckt das Essen am besten.

Das gemeinsam gekochte 6-Gänge-Menü verspricht auf alle Fälle ein Date mit „Happy End“: angefangen bei einem frischen Atem für den ersten Kuss durch die Zugabe von etwas Minze bis hin zur Anregung der Liebeslust durch Safran. „Viele Leute wissen gar nicht, welche anregenden Wirkungen durch Gewürze, Früchte und Gemüsesorten hervorgerufen werden können“, so der Kochprofi. Der 28-jährige Philipp Krumstroh hat in seiner Laufbahn schon in vielen exklusiven Küchen sein Können unter Beweis gestellt. 52

Für den AOK-Kochkurs hat sich der Küchenmeister für die Verwendung von Lebensmitteln mit sinnlicher Wirkung entschieden und kreierte mit den Studenten der Uni Passau folgendes Liebesmenü: Sellerie-Birnensalat an Ingwer-Orangen, Räucherlachscreme an Honig-Senfsoße, dazu Blattsalate und Toastecken, gefolgt von einer orientalischen Karottensuppe mit Petersilienschaum. Im Hauptgang schloss sich ein gebratenes Zanderfilet an Safranschaum auf Fenchel-Lauchgemüse und Kartoffelwürfeln sowie eine gebratene Hühnerbrust an Mangosoße auf asiatischem Gemüse und Duftreis an. Das leckere Mahl wurde von einem kleinen Schokoladenkuchen mit Minze-Sahne und Aprikosen-Chiliragout abgerundet. Vielleicht entsteht aus dem ersten Date und den AOKKochrezepten ja wirklich eine große Liebe, denn „wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten.“ Interesse an dem scharfen Kochkurs für das erste Date? JETZT ANMELDEN BEI Andreas Windpassinger von der AOK Passau unter 0851/53 02 306

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m Sommer 1972 ist Reykjavík eine unruhige Stadt. Die Schachweltmeisterschaft hält alle in Atem, denn mitten im Kalten Krieg tritt auf Island der Russe Boris Spasski gegen seinen amerikanischen Herausforderer Bobby Fischer an. Als die Vorbereitungen für dieses Duell ihren Höhepunkt erreichen, wird in einem Kino ein Jugendlicher erstochen aufgefunden. Warum bloß ermordet jemand einen Fünfzehnjährigen? Alle sind fassungslos. Hat der tragische Tod des Jungen mit dem Duell der Großmächte auf dem Schachbrett zu tun? Oder steckt etwas ganz anderes hinter der schrecklichen Tat? Marian Briem übernimmt die Ermittlungen in diesem brisanten Fall, der nicht nur am Rande auch das Geschehen auf dem Schachbrett berührt … „Duell“ von Arnaldur Indriðason ist im Lübbe Verlag erschienen (ISBN 978-3-7857-2483-5) und kostet 19,99 EUR.

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LEITUNG > Cornelius Lloyd Martens Redaktion > TILL GABRIEL, CHRISTIAN GÖTZ, CLAUDIA KNOBLOCH, BENEDIKT KUHNEN FOTOS > FLORIAN WEICHSELBAUMER TITELMOTIV > lukas musilek

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LAYOUT & SATZ > LUKAS MUSILEK LEKTORAT > SCHREIBEREI EDER

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