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PASSAUER STADTMAGAZIN

Kraft der

Katastrophe

ohne worte > stephan bauer gastrotipp > altes bräuhaus garteneinsichten passauer stadtmusikanten > fritz spengler österreich > wernstein am inn besserwisser > ulraub in zahlen herbert grantelt > talibert KINO BÜCHER

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editorial

mut der verzweiflung

Liebe Leserinnen und Leser, Verzweiflung, Solidarität, Nächstenliebe, Mut, Dankbarkeit, Demut – wer dabei war in den Tagen, die uns alle für immer geprägt haben, hat diese Facetten erlebt. Unsere Emotionen folgen dabei einer ganz einzigartigen Dramaturgie, nach der sie vor allem dann freigesetzt werden, wenn das Adrenalin abfällt. In dieser Phase befinden wir uns jetzt: Es gilt nun, zu sortieren - und zwar nicht nur unsere Habseligkeiten, sondern vor allem unsere Seele. Meine Überzeugung ist, dass eben dadurch auch wieder neue, ungeahnte Kräfte frei werden; Kräfte, die wir brauchen, um die vor uns liegenden Herausforderungen zu meistern.

In unserem 22-seitigen Sonderteil dokumentieren wir die für alle von uns unvergesslichen Tage in einzigartigen Fotos und Texten unserer Redakteure. Im Fokus steht dabei die Stadt, in der wir wohnen und arbeiten - sprich: in der wir die Katastrophe hautnah miterlebten. Wir sind uns jedoch nur allzu bewusst, dass bei unseren Freunden, Nachbarn, Lesern und Kunden in Schärding, Deggendorf und andernorts ganz Ähnliches passiert ist. Für uns alle geht der Blick nach vorne: Wenn wir es schaffen, das Erlebte als echte Chance zu sehen und zu begreifen, wird Großartiges entstehen. Jetzt ist die beste Zeit für den Neuanfang!

cornelius lloyd martens redaktion@pastaonline.de

SCHREIBEN SIE UNS IHRE MEINUNG! sommer 2013


passau von

oben


kraft der katastrophe

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er Tag, der für mich alles verändert hat, war ein Dienstag. An diesem Tag konnte ich - 48 Stunden nach Beginn der Flut - zum ersten Mal meine vom Wasser eingeschlossene Wohnung verlassen. Ich bin Fotograf und habe mich in unzähligen Bildern mit Passau und den Passauern beschäftigt. Doch man kennt seine Stadt niemals ganz. Immer wieder überrascht sie mit neuen Momenten der Begegnung. Trotzdem hatte ich geglaubt, mein Passau und seine Menschen zu kennen. Ja, ich hatte mir ein Bild gemacht.

geschleppt, geputzt. Ich nicht. Ich machte Bilder. Ich musste - denn mein altes Bild von Passau war unwiderruflich untergegangen.

Eines der Motive auf den nächsten Seiten zeigt den Schriftzug „All you need is love“. Als ich es von meinem Fenster aus aufgenommen habe, konnte ich noch nicht ahnen, wie buchstäblich sich dieser Spruch bewahrheiten würde. Denn nichts anderes als Liebe - Nächstenliebe - war es, die Passau in den Tagen nach diesem Foto gerettet hat. Nicht vor den Fluten. Dagegen kommt An jenem Dienstag betrat ich eine Welt, die keine Emotion an. Doch die Nächstenliebe, ich nicht mehr wiedererkannte. Ich war die unsere Stadt im Anschluss an die Kaumgeben von Bildern des Schreckens, die tastrophe erfüllte, hat uns davor bewahrt, ich weder zuvor gesehen hatte, noch mir je innerlich zu ertrinken: in Verzweiflung, hätte vorstellen können. Je länger ich mit Angst und Leere. der Kamera durch die Gassen watete, den Lärm der Helikopter in den Ohren, den Ge- Ich habe darauf verzichtet, meine Bilder stank von Öl und totem Fisch in der Nase, selbst zu beschreiben. Stattdessen habe desto klarer wurde mir, dass diese Bilder ich meine Redaktionskollegen gebeten, den zu viel für mich waren. Die Katastrophe Bildern ihre Gedanken zur Seite zu stellen war zu groß für mich und meinen Appa- – als gemeinsames Dokument dessen, was rat. Das machte mir Angst. Trotzdem habe die Flut in uns bewegt und was sie uns geich weiter versucht, zu dokumentieren, was nommen hat. Und als Plädoyer für die Lieich in diesen Tagen sah. Ich kann nicht be- be, die sie uns nicht nehmen konnte. haupten, dass ich mich dabei gut fühlte. Alle meine Freunde haben geschaufelt, Florian Weichselbaumer

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unheil Sonntag, 02. Juni 2013: Schlechte Nachrichten. Es regnet immer noch in Strömen. Man spürt, das Unheil kommt, kann aber nichts dagegen tun. Einige Stunden nach dieser Aufnahme war die Innbrücke schon nicht mehr passierbar. Ich saß abends im KaffeeWerk, weil ich nach permanenten Wasserstandchecks nichts mit mir anzufangen wusste – raus aus der Innstadt ging es nicht mehr. Plötzlich kam OB Jürgen Dupper mit Regenschirm zur Tür herein, setzte sich. Hilflosigkeit schien ihm ins Gesicht geschrieben. Wir alle konnten nur warten. Diese Machtlosigkeit war das eigentliche Problem. cornelius lloyd martens

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klassisches drama Seit der Antike weiß der Mensch, dass eine Katastrophe typischerweise auf sich warten lässt. Vor ihrem Eintritt setzt noch einmal ein verlangsamender Moment ein – die Retardation. Der Zuschauer findet sich in einem Augenblick trügerischer Ruhe wieder, die ihn das Ausmaß des drohenden Szenarios erst richtig bewusst werden lässt. Nur wenige Stunden nach der Aufnahme dieses Bildes erreicht die Donau ihren historischen Höchststand. Mit Ilz und Inn vereint, dringt sie bis in das Herz der Stadt vor und stellt uns alle vor noch ungeahnte Probleme. In den Gassen gehen die Lichter aus, das Trinkwasser wird abgestellt – es riecht nach Mittelalter. Oberbürgermeister Dupper erklärt den Katastrophenfall, die Bundeswehr macht mobil. nino schata

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echte liebe In Passau hat das Jahrtausendhochwasser mit einem Donaupegel von 12,89 Metern einen ersten traurigen Höhepunkt erreicht. Nun gilt es, das Geschehene ungeschehen zu machen. Dass die Niederbayern gewohnt sind, anzupacken, werden sie in diesen Tagen wieder unter Beweis stellen. Wer sich nach der Flut in den betroffenen Stadtteilen umhört, dem wird schnell klar, welche Einstellung hier vorherrscht. Die Menschen spüren ihre Verantwortung. In Zeiten wie diesen wird es deutlicher denn je, dass es unter anderem die Liebe ist, die die Welt im Innersten zusammenhält. Spätestens jetzt sollten die Sprüche auf den Häuserwänden, Stromkästen und Bushaltestellen der Altstadt verschwinden, die behaupten, die Liebe sei eine Lüge. nino schata

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retter in der nacht Die Bevölkerung hält immer noch den Atem an. Die Altstadt ist mittlerweile weiträumig abgeriegelt, die Polizei lässt niemanden mehr passieren. Ab jetzt patrouillieren nur noch die Wasserrettungseinheiten des DLRG in den engen Gassen – kein leichtes Unterfangen. Doch sie wissen genau, wie sich ihr Boot bei Wellenschlag, Sog und Druck und unterschiedlicher Beladung verhält – dafür wurden sie ausgebildet. Immer wieder

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leuchten Suchscheinwerfer durch die Fenster. Immer wieder fangen sie dabei Szenen ein, in denen sich Menschen aus Mut, Starrsinn und Verzweiflung gegen das Hochwasser stemmen. Manche geben die eigenen vier Wände nicht auf, selbst wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht. nino schata

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alles im fluss Wasser ist ein natürlicher Feind des Klaviers. Schon eine hohe Luftfeuchtigkeit macht ihm zu schaffen: Der Resonanzboden wölbt sich, die Tasten klemmen und die Saiten rosten. Einigen Passauer Klavieren hat das Hochwasser schwer zugesetzt. Für das Klavier, das im Café Aquarium stand, kam jede Hilfe zu spät. Auch das Klavier, das zum Inventar des Grünen Baums zählte, stand stundenlang im Wasser. Ob es noch zu gebrauchen ist, bleibt abzuwarten. Besser be-

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stellt ist es um den Scharfrichter-Flügel. Seine Rettungsaktion, bei der ein paar Ziegelsteine aus der Decke des Treppenaufgangs gehämmert werden mussten, hat er zwar nicht unbeschadet überstanden. Ein Kontakt mit der braunen Brühe ist ihm jedoch erspart geblieben. Der behandelnde Klavierbauer ist guter Dinge, den alten Glanz und Klang wiederherstellen zu können. benedikt kuhnen

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aus der fassung Das Wasser steigt höher und heftiger als zunächst erwartet. „Nur“ einen Meter mehr als gedacht, aber am Ende sind es oft Zentimeter, die den entscheidenden Unterschied machen. Mit den Füßen im eiskalten Wasser müssen binnen weniger Sekunden existenzielle Entscheidungen getroffen werden. Was muss weg? Wohin mit mir? Kommen wir da durch? In einem gefährlichen Gemisch aus Treibgut, ausgelaufenem Heizöl und Morast bahnen sich die Wassermassen mit Gewalt ihren Weg. Hochwasser ist schonungslos. Es fordert nichts, aber nimmt einem alles. Wie ein Einbrecher verschafft es sich Zugang. Es hebt die Möbel sanft nach oben und setzt sie unsanft wieder ab. Das Gefühl zu sehen, wie das eigene Lebenswerk – ob groß, ob klein – auf null zurückgeworfen wird, bleibt unaussprechlich. nino schata

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innstrand Ich habe mich immer schon gefragt, warum ausgerechnet eine Stadt wie Passau keinen BeachClub hat. Jede bessere Kleinstadt hat zumindest einen künstlichen Strand – oft sogar fern jeglichen Gewässers. Und wir in der Dreiflüssestadt, (im wahrsten Sinne) umgeben von Wasser? Nichts! Und jetzt? Auf den ersten Blick ein herrlicher, feinsandiger Innstrand! Mitten in der Stadt – eine Oase! Oder doch eine Fata Morga-

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na? Unter dem Sand, meterhoch eingegraben, befinden sich ein Kinderspielplatz, Hecken, Bänke und die gesamte Innpromenade. Schon nach wenigen Tagen ist der Strand Geschichte, die Stadtgärtnerei legt neue Blumenbeete an, Kinder tollen auf dem Spielplatz herum, die neuen Sitzbänke werden bald geliefert. cornelius lloyd martens

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sparte

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austausch Es sind auch die vielen kleinen Geschichten, die das Hochwasser „unvergesslich“ machen. cornelius lloyd martens

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mutterglück ? „Natur, Chaot, ich will dich hassen, was hast Du uns da nur beschert? Wir werden nicht vom Kampfe lassen, bis eines Besseren Du belehrt!“ „Eines Bess'ren? Ach, Ihr Menschlein fein – wähnt wieder Euch als Herrn der Lage? Sind Eure Köpfchen denn so klein, dass ihr just bis zur nächsten Plage – vergessen habt, wer Euch erschaffen und wer Euch einstmals holt zurück? Dass ihr nur wieder zückt die Waffen, zu „zähmen“ mich – und nennt dies „Glück“? Es ist ein wunderlicher Akt, wenn’s Kind die Mutter drangsaliert wohl, weil es – schwach und klein und nackt – sich grade hierfür so geniert. Doch bei allen gleichen Genen, meine Geduld, sie ist verprasst; seht nur auf meine Wasservenen, die habt Ihr wahrlich eng gefasst. Drum lasst, was Ihr die Kinder lehrt, auch Eurer Mutter angedeihen; ein Trotzkopf, der stets aufbegehrt – er wird sich nie vom Schlamm befreien.“ christian götz

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zamraufen „I bin jetz am Schraubstock.“ „Na, i! Du bist scho de ganze Zeit dro. Jeda fünf Minutn, hod da Leara gsogd.“ „Hau ob iatz, du bläde Sau!“ „Des sog i fei.“ „Sog’s hoid, dann bist wenigstns weg.“ „Und meim Baba sog i’s a, der is Polizist und daschießt di.“ Was haben sich diese Schraubstöcke vor ihrer unfreiwilligen Schlammkur wohl nicht schon alles anhören müssen in ihrem langen Werkraumdasein. Unter den Helfern soll es ja auch das eine oder andere Mal a bissl g’scheppert ham – bis eine vor lauter P.C.-Gehabe fast vergessene Tugend wie Phoenix aus dem Schlamm stieg: „Zamraufen“! Die Streithanseln am Schraubstock sind heute noch dicke Freunde – trotz des bedrohlichen Schlusskonters: „Und mei Baba is a Dokta, der opariert di und dann bist hi!“ christian götz

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gelebter glaube Angesichts einer Naturkatastrophe kann man Menschen, die an einen allmächtigen und gütigen Gott glauben, schnell in Verlegenheit bringen. Eine einzige Frage genügt: Warum hat Gott diese Katastrophe und das damit verbundene Leid zugelassen? Die Ordensschwester, die hier mit einem Gummischieber bei den Aufräumarbeiten in der Passauer Altstadt zu sehen ist, macht keinen verlegenen Eindruck. An göttliche Allmacht und

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menschliche Ohnmacht glaubt sie offensichtlich nicht. Sie scheint davon überzeugt zu sein, dass Gott und Mensch aufeinander angewiesen sind, dass Gott – wie es die Theologin Dorothee Sölle formuliert – keine anderen Hände hat als unsere: Hände, die Sandsäcke schleppen, Schlamm beseitigen oder Wurstsemmeln schmieren. benedikt kuhnen

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systemerhalt Noch hat das Hochwasser weite Teile der Stadt fest im Griff. Trotzdem lässt sich das Ausmaß der Katastrophe bereits erahnen. Die Luftaufnahmen aus den Helikoptern der Nachrichtensender, die im Minutentakt über die Bildschirme flimmern, verheißen ebenfalls nichts Gutes. Zu diesem Zeitpunkt türmen sich in den Straßen bereits die Trümmerteile zu einer bizarr anmutenden Kulisse auf. Inmitten dieses Alptraums entdeckt man immer wieder Figuren, die so gar nicht ins Bild zu passen scheinen. Was auf den ersten Blick irritiert, ist bei näherem Hinsehen nicht weniger als eine unbedingte Notwendigkeit. Das Leben geht weiter. Es muss – zu viel hängt daran. nino schata

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basislager Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wie wahr dieses Sprichwort und wie wichtig die Nahrungsaufnahme für Körper und Geist ist, zeigte sich vor allem während der Aufräumarbeiten. Am ersten Tag war man noch froh über eine Semmel oder ein Stück Brot, schon am zweiten Tag gab es warme Suppen, köstliche Nudelsalate, Pizzas wurden geliefert. Am dritten Tag bogen sich die Tische der Einsatzzentralen förmlich unter lauter Köstlichkeiten, ob in der Cafébar, im KaffeeWerk oder anderswo: Es schien fast, als wollte man sich in der kulinarischen Vielfalt gegenseitig übertreffen. Thai Curry, fein dekorierte Süppchen, orientalischer Couscous, vegane (!) Buffetoptionen – viele der Helfer haben „im Leben noch nie so vielfältig gegessen“ (O-Ton). cornelius lloyd martens

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frei geschaufelt Ganz einfach: ein Blatt aus Metall, abgerundet oder eckig, flach oder vertieft, mit zwei Schrauben oder – in der Not frisst der Teufel Fliegen – nur mit einem Nagel an einem Stiel oder Stock befestigt; eine unentbehrliche Verlängerung des Arms und praktische Erweiterung der Handf läche: die Schaufel (von althochdeutsch scùf la = Gerät zum Fort- oder Weiterschieben) erlaubt es einer durchschnittlichen Arbeitskraft, innerhalb einer Stunde drei bis vier Kubikmeter Erde, Kies oder Sand zwei Meter hoch oder weit umzuschaufeln – ein Vielfaches dessen, was der Mensch mit seinen bloßen Händen zu leisten imstande wäre. Ohne dieses banale,

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aus dem neolithischen Grabstock weiterentwickelte Werkzeug hätte weder Rom erbaut noch der Schutt von 9/11 beseitigt werden können; in ihrer Abwesenheit könnte man sich weder frei-, noch sein eigenes Grab schaufeln. Dort, wo höher entwickeltes Grabe- und Schiebegerät keinen Platz findet, um seine Kraft zu entfalten, z.B. in engen Passauer Gassen, in Hausfluren oder versandeten Kellern, ist die „Schippe“, wie sie meist von unseren studentischen Freiwilligen genannt wurde, das effizienteste (und billigste) Hilfsmittel für die Beseitigung von Dreck, Sand und Schlamm. till gabriel

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helfershelfer Nachdem der Regen nachgelassen hat, sinken die Pegel von Donau, Ilz und Inn langsam wieder auf Normalniveau. Trotzdem bleibt die Welle der Hilfsbereitschaft ungebrochen. Die zahlreichen Helferinnen und Helfer entstammen nicht etwa nur der einheimischen Bevölkerung oder Studentenschaft; sie kommen aus vielen Teilen der Republik – mit Autos, vollgepackt bis unters Dach. Mit Schaufeln, Besen, Handschuhen und Eimern strömen

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sie in die betroffenen Gebiete und suchen den Schulterschluss mit der Bevölkerung und den Einsatzkräften vor Ort. Mit enormem Kraftaufwand erobern sie Haus um Haus und Gasse um Gasse aus den Fängen der Flut zurück. Nicht wenige gehen dabei an den Rand ihrer Kräfte und sind ihrerseits wiederum auf Hilfe angewiesen. nino schata

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kollektives engagement Das Schlimmste, schrieb der kürzlich verstorbene Widerstandskämpfer Stéphane Hessel, ist die Gleichgültigkeit, die Gleichgültigkeit gegenüber Zerstörung und menschlichem Leid. Nach dem Motto: ‚Ich kann nichts dafür und ich bin auch nicht direkt betroffen.‘ Das spontane, kollektive Engagement in den Tagen nach der Flut hätte Hessel sicher ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Unter den Helferinnen und Helfern bestand Konsens, dass man nicht tatenlos zuschauen kann, dass asozial ist, wer nicht anpackt, obwohl er die Zeit und die Fähigkeit dazu hat. Es wurde geschaufelt, geschwitzt, geweint, gelacht und geflirtet. Während der Aufräumarbeiten in Passau war das Beste zu sehen, zu dem wir Menschen fähig sind: Nächstenliebe, Solidarität und Optimismus. benedikt kuhnen

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7 brücken Wissen Sie, was das Schlimmste an diesem Tag ist? Der Schlamm? Die Blasen? Die schmerzenden Knochen, die rebellierenden Muskeln? Iwo! Geht uns doch allen gleich. Nein, es sind die sieben Brücken. Seit fünf Stunden dudelt mir dieser kleiner Rumäne mit seiner hässlichen Warze pausenlos „öber süüben Brööcken mosst Du gähn“ durchs Hirn. Totärgern könnt ich mich über sowas. Sonst. Heute irgendwie nicht mehr. Vielleicht, weil ich so fertig bin. Vielleicht aber auch, weil des Supperl grod so guad is. Weil’s im Moment einfach nur des Supperl gibt, auf das ich mich schon eine Stunde lang gefreut hab. Wann hab ich mich eigentlich zum letzten Mal so auf ein Supperl gefreut? Ewig her. Da hatte der Krüger `nen Nummer1-Hit: ‚Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehn…‘ … Scheiße! christian götz

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das ventil Fast eine Woche extremer physischer und psychischer Belastung hinterlassen deutliche Spuren bei den freiwilligen Helfern: So viel Adrenalin, so viel Schweiß, so viele Emotionen und Eindrücke, die verarbeitet werden wollen. Für die Hunderten Helfer, die am Samstagabend, den 08. Juni 2013, völlig erschöpft auf dem Kirchenplatz standen, wurde es eine unvergessliche Nacht und die vermutlich beste Party Ihres Lebens. Spontan, einfach so: Es war, als würde ein Ventil geöffnet und aller Druck entweichen. Etwas Live-Musik, ein Bier und plötzlich ist der ganze Platz in Bewegung, als würde man sich den ganzen Schlamm der Woche von der Seele tanzen wollen. Eine magische Nacht. Und ein echter Höhepunkt, vielleicht auch Schlusspunkt unter eine Woche, die keiner jemals vergessen wird. cornelius lloyd martens

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fotointerview

Ohne NAME

Worte

stephan bauer GEBOREN 25.08.1977 BERUF barista, gr端nen-stadtrat

Haben Sie wirklich den ganzen Bayerischen Wald als Tattoo auf dem Arm?

Sch辰men Sie sich als Gr端ner f端r Ihr Auto?

Haben Sie in den letzten Wochen nicht doch mal daran gedacht, Alkohol zu trinken?

Werden Sie nicht permanent als Fahrer missbraucht?

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fotointerview

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ie letzten Wochen waren für den ExKlamottendealer, Grünen-Stadtrat, Barista und Gastronomen Stephan Bauer durchaus turbulent. Es war ein bisschen so wie bei der berühmten Jungfrau, die zum Kinde kommt: Durch einen mehr oder minder zufälligen Besuch des Oberbürgermeisters in einer seiner zwei Kaffeebars war er derjenige, der zusammen mit einigen wenigen anderen von seinem KaffeeWerk am Kirchenplatz aus

die Hochwassereinsätze der Tausenden freiwilligen Helfer für den Stadtteil Innstadt steuerte. Diese Tage nach dem Hochwasser wird der 34-Jährige wohl nicht so schnell vergessen – zumal sein zweites, gerade eröffnetes Café „The Cup“ in der Innstraße selbst vom Hochwasser betroffen war, er aber in der Innstadt die Stellung hielt; im Grunde hatte er gar keine Chance, wegzukommen. Von früh bis spät glühten die Telefone heiß – unfassbar, was hier

von ihm und vielen anderen in Passau geleistet wurde. Im richtigen Leben kümmert sich der „Bauer Stephan“ um seine zwei Cafés - und es ist keine Schmeichelei, ihm den wohl besten Kaffee der Stadt zu unterstellen. Nebenbei sitzt er als „Grüner“ im Passauer Stadtrat - und: Er trinkt nicht. Nicht mal einen Schluck.

text > cornelius lloyd martens fotos > florian weichselbaumer

Ihre Einstellung zu Latte Macchiato?

Sie waren immer so sauber: Was haben Sie eigentlich während der Hochwasserwoche gemacht?

Was können Sie nach dem Hochwassereinsatz 2013 nicht mehr sehen?

Worauf freuen Sie sich in den nächsten Wochen am meisten?

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herbert grantelt

Talibert Dirty Herby und das pralle Leben

Herbert Grantelt: wer frieden will, muss zum krieg rüsten

VON CHRISTIAN GÖTZ

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ls ausgesprochener Freund der Natur beobachte ich immer wieder fasziniert, mit welcher Wucht sich das Leben allerorts seinen Platz verschafft. Haben Sie nicht auch schon einmal staunenden Blickes verfolgt, wie rasch sich z.B. ein verlassenes Firmengelände in eine blühende Landschaft (seitdem ist mir auch klar, was Kohl seinerzeit mit diesem Begriff meinte) verwandelt? Das gibt mir immer wieder Hoffnung in jenen trüben Augenblicken, wenn ich tagtäglich mitansehen muss, wie Hektar um Hektar unserer Landschaft versiegelt wird; wenn ich verzweifeln möchte angesichts der Tatsache, dass dieser Planierungs- und Versiegelungswahn maßgeblich dazu beiträgt, dass Passau in erschütternder Regelmäßigkeit (und steigender Intensität) in den Fluten versinkt; und vor allem, wenn ausgerechnet jene wunderlichen Gestalten, die ihre Köpfe längst gegen kreisförmige Zementschalungen eingetauscht haben, medienwirksam gummibestiefelt ihre Helferin-der-Not-Sprüche kolportieren. Immer in solchen Augenblicken sehe ich die kleine Löwenzahnpflanze vor mir, die sich aus dem Riss in der Teerdecke des Supermarktparkplatzes emporschlängelt, und weiß: Diese Erde ist einfach zum Leben verdammt, notfalls (oder vor allem) auch ohne den Menschen. Doch solange diese Spezies noch existiert, sprüht auch aus manchen ihrer Vertreter das

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Leben bisweilen in einer Urgewalt, dass es einem schier die Sprache verschlägt, wie ich – um nun das leidige Wasserthema abzuschließen – neulich im Regionalzug erfahren musste. Ursprünglich heilfroh, einen der begehrten „Viererplätze“ ergattert zu haben, sollte sich diese Errungenschaft drei Minuten später als höchst verhängnisvoll herausstellen. Sah ich mich doch plötzlich von einer Schaar Teenager umringt, deren Sendung an jenem Tag einzig in der möglichst authentischen Vermittlung „prallen Lebens“ zu bestehen schien: An Inbrunst – oder hier besser „Ausbrunst“ mangelte es jedenfalls nicht, ob nun in Form von Rülpsern und Mädchengekreische, einer Geruchskakophonie aus billigem Parfüm, Red Bull und Fußschweiß oder diversen Stößen an die Sitzlehne. Es gibt wahrlich angenehmere Gemütszustände als nackte Wut bei gleichzeitiger Hilflosigkeit. Wie gerne wäre ich jetzt Dirty Harry, um dieses Hormongeschwader mit einem lakonischen „Make My Day“ zum Schweigen zu bringen. ‚But I have furchtbar unfortunately forgotten my 9mm Smith & Wesson – and now, Mr. Eastwood?’ Wie von Sinnen tippe ich den Namen meines Idols bei YouTube ein, als mir die „AutoVervollständigen“-Funktion bei „cli“ die Worte „Click Clack – Clock-Soundeffekt“ anzeigt. ‚Ah, I understand. Tausendthanks, Clint!‘

Wie ferngesteuert richte ich mich in meinem Sitz auf. Mit einem fast schon militärisch anmutenden Ruck ziehe ich mein Handy ans Ohr und brülle sämtliche Kombinationen, die mir gerade mit „A“ einfallen: „Aaah Chamalaaaaaahhh Kalllahahhakakbbaaa!“ Ich verstaue das Handy in meiner Tasche und aktiviere dabei per Knopfdruck noch schnell das lustige „Click Clack – Clock“ - Video. Vor lauter Freude an meiner kleinen Schauspieleinlage bemerke ich erst jetzt die acht Augenpaare – große, weit aufgerissene Augenpaare mit noch größeren, weit aufgerissenen Mündern darunter; doch noch bevor ich dazu komme, mir ein genaueres Bild der darin verbauten, kieferorthopädischen Kunstwerke zu machen, haben mich deren Besitzer mitsamt meiner tickenden Reisetasche mutterseelenallein zurückgelassen. Eine Minute darauf sehe ich sie beim nächsten Kleinbahnhof dem Zug entspringen; dass sie dessen Insassen in höchst egoistischer Manier ihrem Schicksal überlassen, quittiere ich noch mit einem lautstarken „Chalamacha“. „Gsundheit!“ „Dankschön, Herr Schaffner. So schee ruhig heid, gell …“

Chamalaaahh Kallahaha… PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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Ein Br채uhaus-Klassiker: Apfelk체cherl mit Vanilleeis

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Gastro

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text > cornelius lloyd martens fotos > florian weichselbaumer

haus vor der Hängebrücke“ ein und aus. Und das aus gutem Grund: Hier wurde schon immer echte bayerische Lebensart gelebt: Es wird musiziert, kabarettiert, politisiert, diniert – und es gibt, in Passau eine Seltenheit, Bier von Arcobräu aus Moos. Seit vier Jahren lenkt Michaela Spannlang die Geschicke im Alten Bräuhaus. Die junge Wirtin hat den Laden im Griff, das merkt man von Anfang an: Das Personal ist auf Zack – muss es auch, denn die Terrasse ist bei unserem Besuch bis auf den letzten Platz besetzt. Allein die Terrasse ist ein Grund, hier einzukehren, denn es gibt in ganz Passau kein Lokal, in dem man so lange die Abendsonne genießen kann wie hier. Man möchte aufgrund der exponierten Lage an der Hängebrücke unweit des Donauufers glauben, hier kehrten nur Touristen ein – mitnichten. Im Gegensatz zu manch anderem Lokal locken hier keine bunt bemalten Taferl mit Kaffeegedecken & Kuchen, sondern einige nach Bedarf schattenspendende Ahornbäume. Man setzt sich, wird zügig freundlich-bayerisch (!) ogred’t – und schon ist man angekommen in einem der letzten Wirtshäuser der Stadt. Das erste Weizerl funkelt noch in der Abendsonne, schon kommt eine kapitale Brotzeit an den Tisch, die wir quasi als Magendrat-

VORSPRUNG DURCH GESCHMACK.

zerl geordert haben. Es ist so eine Sache mit Brotzeiten: Man möchte ja meinen, es sei nicht so schwer, eine anständige Brotzeit auf den Teller bzw. das Brett zu bringen. Aber glauben Sie uns, wir haben hier schon viele gruselige Erfahrungen machen müssen. Man sieht den meisten Produkten sofort an, ob eingeschweißte Packerlware verwendet worden ist oder ob der Metzger des Vertrauens für Schinken, Wurst & Co. verantwortlich zeichnet. Noch eindeutiger ist die Lage bei Produkten wie Obatzda und Erdapfelkas: Drei Meilen gegen den Wind seh‘ und schmeck ich, wenn‘s aus dem Eimer kommt! Warum ich das schreibe? Weil es eine Wohltat ist, dass die BräuhausBrotzeit von vorne bis hinten köstlich, weil mit Liebe gemacht ist! Ebenso verhält es sich beim Salatteller mit geschwenkten Champignons. Salat – noch so ein Fall: In Wirtshäusern standardmäßig ertränkt in einem halben Liter Essig-Wasser-Öl Gemisch – und hier? Leicht ansautierte Champignons (besser gesagt ein ganzer Berg davon!) auf einem knackigen Blattsalatmix mit einem sehr schmackhaften Balsamicodressing – so gehört sich‘s für einen Salat im Jahr 2013! Die Sonne ist immer noch da, das zweite Weizen auch: Es wird Zeit für die Hauptspeisen. An dieser Stelle oute ich mich als „Tafel-

GABRIEL.LLOYD MARTENS.GMBH, PASSAU

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ir geben es zu: Eigentlich hatten wir für diese Doppelausgabe der PASTA! das „Il Giardino“ in Bad Griesbach als Gastro Tipp vorgesehen und dort auch schon reserviert. Aus aktuellem Anlass entschlossen wir uns dann aber kurzfristig, diesen Plan zu ändern. Passaus Gastronomie braucht uns, braucht Sie, liebe Leserinnen und Leser unseres Magazins. Mehr als drei Dutzend Gastronomien allein in der Stadt Passau sind so schwer vom Hochwasser ge- und betroffen, dass Sie die wichtigste Saison des Jahres, den Sommer, wohl komplett verpassen werden. Das Alte Bräuhaus am Römerplatz hat Glück gehabt, es war knapp, ganz knapp. Freilich, auch hier ist der Keller vollgelaufen, aber in Zeiten wie diesen darf man sich glücklich schätzen, wenn man in dieser Altstadtlage überhaupt eine funktionierende Gastronomie zu betreiben im Stande ist, ringsherum hat es (fast) alle erwischt. Wir wollen mit unserem Gastrotipp im Alten Bräuhaus ein Zeichen setzen: Die Altstadt, sie lebt! Und gemeinsam werden wir den Rest schon wieder aufbauen. Genug der Hochwasserthematik, wir sind ja nicht aus Mitleid, sondern aus Überzeugung hergekommen – schon seit 1996 gehen wir in diesem „letzten Wirts-

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nirgendwo steht die abendsonne länger als überm alten bräuhaus

spitznazi“: Überall, wo Tafelspitz auf der Karte steht, muss ich ihn bestellen. Immer. Ich bin der Meinung, dass das handwerkliche Können, das Wissen, dessen es bedarf, um dieses gekochte Stück Fleisch zuzubereiten, die Basis für einen guten Wirtshauskoch ist, genauso wie ein Schnitzel oder ein Schweinsbraten. Natürlich gibt es auch an der Basis Raum für Interpretationen: Wurzelgemüse oder Bouillon, Brat- oder Salzkartoffeln, Kren in der Sauce oder über dem Fleisch – und dennoch: Ein guter Tafelspitz lügt nie! Und diesen hier mag ich ganz besonders: Nicht nur, weil er unglaublich zart ist, sondern weil ich schon seit 1996 süchtig nach dem Rahmwirsinggemüse (!) bin, auf dem der Tafelspitz thront. Auch wenn es seither Pächterwechsel und viel Köchefluktation gegeben hat, diese köstliche Beilage ist geblieben. Geblieben ist auch das ofenfrische Spanferkel in Dunkelbiersoße, natürlich mit Krusterl – und das für unter Euro 10,00. Überhaupt, das Preisgefüge: Sie könnten im Alten Bräuhaus locker mehr nehmen in dieser Lauflage, tun sie aber nicht. Die Halbe geht für Euro 2,60 über den Tresen, das Weizen für Euro 2,80 – das liegt inzwischen deut-

lich unter dem Passauer Durchschnitt. Selbstredend sparen wir uns das Beste für den Schluss auf und bestellen die legendären Apfelkücherl mit Vanilleeis, für die das Alte Bräuhaus über die Grenzen Passaus hinaus bekannt ist. Die in Fett ausgebackenen Kücherl mit ordentlich Zimt und Zucker darüber sind nichts weniger als der Höhepunkt unseres Mahls. Im letzten Abendrot ziehen wir, bei einem feinen Schardenberger Obstler, satt und glücklich Bilanz: Ob auf ein Bier oder eine Brotzeit, ob Stammtisch oder Touristengruppe – dieses kleine Stückchen Bayern mitten in der Stadt ist einfach für jeden da.

Altes Bräuhaus Bräuhausgasse 5 0851 / 490 52 52 ÖFFNUNGSZEITEN Täglich ab 11.00 Uhr www.altes-braeuhaus.de tafelspitz auf wirsing-rahmgemüse

So funktioniert der PASTA! Gastro Wir stellen Ihnen jeden Monat ein neues Lokal vor. Es handelt sich beim Gastro Tipp, wie der Name schon sagt, um einen „Tipp“, nicht um eine „Kritik“. Grundsätzlich gilt: Gastronomie ist immer Geschmackssache. Jeder Gast hat seine eigene Wahrnehmung.

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bayerische brotzeit

Tipp

Wir wollen die Vorzüge des jeweiligen Lokals hervorheben – PASTA! ist nicht der Gault Millau und will das auch nicht sein. Wir kennen und schätzen das Angebot der hiesigen Gastronomie seit über 15 Jahren und bringen Monat für Monat unzählige Gäste mit dem Gastro Tipp „auf den Ge-

schmack“. Schreiben Sie uns, ob Sie begeistert waren oder enttäuscht wurden. Sie kennen ein Lokal, welches wir unbedingt einmal vorstellen sollten? Schicken Sie uns Ihren Hinweis an redaktion@pastaonline.de

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küchenspezialist des Jahres 2013

GUTSMIDL aus Vilshofen in berlin zum Jahressieger gekürt

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ine Küchenausstellung, in der vom gemütlichen Landhausstil bis zur ultramodern, extravaganten Küche keine Wünsche offen bleiben. „Professionell die Farbabstimmung, ausgewählte Accessoires und ein gelungener Materialmix“, so das Urteil der unabhängigen Jury. Dazu Elektrogerätekombinationen, die das Kochen zum Hobby werden lassen. „Gutsmidl gehört zweifelsfrei zu den kreativsten unserer Branche“, so Verbundchef Ernst-Martin Schaible, der den begehrten Pokal „DER KREIS. Der ausgezeichnete Küchenspezialist des Jahres 2013“ im eigens angemieteten Berliner „Tipi“ vor 800 Gästen aus der Küchenbranche an die Brüder Gutsmidl übergab. Schaible, der den Verbund führender Küchen-

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spezialisten 1979 gründete und in mehr als drei Jahrzehnten zu Europas bedeutendstem Fachverbund mit über 2.700 Mitgliedsunternehmen ausbaute, weiß als geschäftsführender Gesellschafter um die besonderen Qualitäten des Vilshofener Küchenstudios und unterstrich bei der Preisübergabe das hohe Engagement für die Kundenwünsche und den umfangreichen AfterSales-Service nach erfolgter Montage. „Kundenwünsche erfüllen“, sagte Schaible, „das können die beiden - und wenn es etwas Besonderes sein soll, dann ist das mit der eigenen Schreinerei auch kein Problem. Küche ist eine Investition für viele Jahre, hohe Fachkompetenz ist deshalb Pflicht. Gutsmidl besitzt sie - und hat sich den Preis somit redlich verdient.“

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kultur

bleibt Alles anders Eulenspiegel Zeltfestival 2013

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ls wir das Zeltfestival und die Kunstnacht für 2013 geplant hatten, war die Welt noch in Ordnung, alles lief wie gewohnt. Großartige künstlerische Projekte kündigten sich an, und auf die gebuchten Showgrößen freuten wir uns sehr. Dann kam jedoch alles anders. Was passiert ist, die vielen Einzelfälle, die es schwer getroffen hat, das Ausmaß an Zerstörung und an Schäden, dem sich unsere kleine Stadt aus-

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gesetzt sieht, hat viele tief berührt. Da wir als Agentur, Veranstalter und Label tätig sind, war klar, dass unser Beitrag in der Organisation von Benefizaktionen liegen würde. Viele Künstler sagten spontan zu, erste Benefizkonzerte, wie z.B. auf dem Kirchenplatz mit Moop Mama, sind bereits über die Bühne gegangen. Sogar ein Benefizsong, „Weida Mitanand“, wurde aufgenommen. All das hat

Wellen geschlagen. Und wie! Wir freuen uns auf das Konzert am 12.07. mit den Sportfreunden Stiller, dessen Einnahmen zugunsten der Betroffenen des Hochwassers gehen. Großartig, wie die Sportfreunde, unterstützt von den 5/8erl in Ehr´n, diesen Abend spontan und unkompliziert ermöglicht haben. Auch die Vorverkaufsstellen werden ihren Anteil am Kartenvorverkauf an die Fluthilfe weiterleiten.

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kultur

Außerdem fiebern wir, wie alle Teilnehmer, der Kunstnacht am 12.07.2013 entgegen. Die Altstadt lebt wieder! lautet die Botschaft, auch wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar ist, was gezeigt werden kann und welche Räume zur Verfügung stehen. In jedem Fall werden wir den Film von Fischli und Weiss „Der Lauf der Dinge“ von 1987 vorführen können. Dieser zuletzt in der Kunsthalle Hamburg im Rahmen der Ausstellung „Die Kunst des Scheiterns“ gezeigte Kurzfilm dokumentiert eine Kettenreaktion. Schön ist, dass die Agentur dieses Films die Kosten für dessen Bereitstellung gesenkt hat und damit ermöglicht, dass er im Loop direkt auf dem Residenzplatz laufen kann. Die Höllgasse wird sicher die Kunstnacht bereichern, auch die Schustergasse ist dabei, genauso wie das Museum Moderner Kunst (MMK). Es wird Tanzvorführungen am Rathausplatz geben und ein Programm im Kulturmodell in der Bräugasse sowie in der Produzentengalerie. Hier sind die Interessenten aufgerufen, sich über die Homepage www.passau-kunstnacht.de und die Informationsbroschüre zu informieren. Vieles an diesem Abend wird kurzfristig und spontan entstehen: Dabeisein ist alles! Einzigartig in der Besetzung wird auch der Benefizabend am 17.07. im Eulenspiegel Zelt: Dieser wurde ebenfalls zugunsten der Hochwassergeschädigten umgewidmet. Mit dabei sind u.a. die Well Brüder (ehemalig Biermösl), Martina Schwarzmann, Bananafishbones, Alfred Dorfer, Dieter Hildebrandt, Keller Steff, Somersault, Ottfried Fischer, Martin Frank und Michi Sailer – moderiert von Hannes Ringlstetter. Wir freuen uns sehr, dass diese

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Künstler sich so schnell bereit erklärt haben, diesen Abend derart stark zu unterstützen. Besuchen Sie trotz der dramatischen Geschehnisse auch die Veranstaltung mit Alf Poier am 13.07. Es ist schwer vorstellbar, dass man als Freund des skurrilen Humors vortrefflicher von den Sorgen des Alltags abgelenkt werden kann. Poier beherrscht wie kein anderer die Kunst, sich ständig neu zu erfinden. War er früher Nachtwächter, Kellner, Supermarktverkäufer und Vertreter, debütierte er 1995 erstmals als Kabarettist mit dem Programm „Himmel, Arsch & Zwirn“. Schon 1998 konnte er den „Salzburger Stier“ gewinnen, was ihn nicht davon abhielt, den 6. Platz beim „Eurovision Song Contest“ 2003 in Riga für Österreich zu ergattern. Er hat nicht nur sich selbst stets neu erfunden, sondern auch die Kabarettform an sich. Indem er die Elemente Musik, Sprache und Bild immer wieder neuartig zusammensetzt, erreicht er bisher nie Holstuoanar Musik Bigband Club gekannte Formen der Kommunikation. Herr Klaffl wird uns am 14.07. unterrichten. ren Konzerten regelmäßig von den selbstinterDie Idee, ein Programm über Schüler, Lehrer, pretierten Melodien hinreißen. Dabei zuzuseEltern und alles drumherum zu machen, zeigt hen macht eine riesige Freude, zumal man nach seine Genialität. Durch die allgemeine Schul- einiger Zeit der Illusion unterliegt, selbst Teil pflicht findet sich jeder von uns zwangsläufig dieser unfassbar tollen Combo zu sein. Eure Mütter besuchen uns am 21.07. mit ihin den vielen Figuren dieses Abends wider. Als Meister der Satire füllt Helmut Schleich rem Programm „Schieb, du Sau!“. Eure Mütlängst die großen Hallen. Seine einzigartige, ter, das sind Andi Kraus, Don Svezia und Matpointierte Spielfreude mit viel Herz und Hirn ze Weinmann. Die drei Komiker haben ihrem lässt einen Schleich-Abend stets zum unver- mehrfach preisgekrönten Programm „Schieb, gesslichen Erlebnis werden – am 15.07. live im Du Sau!“ zum Geburtstag ein aufwändiges Eulenspiegel Zelt. Facelifting geschenkt. Große Künstler der Improvisation sind auch die Blasmusiker Holstuoanar Musik Bigband Mehr Infos und Karten: Club am 16.07. Diese Herren lassen sich bei ih- www.eulenspiegel-passau.de

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kultur

Musikalische Verwandlungen, neue Horizonte 61. festspiele europäische wochen passau - bis 28. juli 2013

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ie Bühne ist für sie ein magischer Ort. Bevor Georgette Dee ins Scheinwerferlicht tritt, verwandelt sie sich. Wie sie zur Diseuse wird und ihr Publikum in rauschähnliche Zustände versetzen kann, bleibt ihr Geheimnis. Vielleicht ist es die Faszination einer Parallelwelt, die Faszination einer Grenzgängerin im Blick unserer Gesellschaft. Was ist hier noch Vorhang und was schon Bühne? Georgette Dee besingt das Leben hinter dem Leben. In wunderbaren Chansons, in neuen Melodien und alten Songperlen, gar in Wutgeschrei und Trinkliedern. Immer trifft sie mit ihrer Stimme dahin, wo Lust und Verzweiflung zugleich wohnen. „Schöne Lieder“ lautet der verführerisch schlichte Titel ihrer Show. Im Großen Redoutensaal wird die Verwandlung stattfinden (20. Juli). Es ist eine Verwandlung, die hervorragend zu den 61. Festspielen Europäische Wochen passt. Denn: Auch die EW verwandeln sich in diesen Tagen, zumindest ein wenig. Sie wollen offener werden für neue musikalische Einflüsse, für spannende Geschichten, für die Parallelwelten unserer Zeit. Auch die EW sind Grenzgänger. Grenzgänger „zwischen den Horizonten“ von klassischer Musik und Newcomern, zwischen

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Zigeuner-Jazz und Ethno-Pop, zwischen den vielfältigen Kulturen der Donauregionen. Alle Horizonte treffen hier aufeinander, die Grenzen verschwimmen, die Musik bleibt. Auch die Musik des „Trio Collage“ sprengt Grenzen zwischen Raum und Zeit. Von Jerusalem über Paris und Belfast bis Venedig führt die Klangreise der drei Gitarristinnen in der Passauer Stadtpfarrkirche St. Matthäus (11. Juli). Unter dem Motto „Tabula Rasa – Zeitensprung“ treffen dort Suiten und Tänze der großen Meister des italienischen Barock auf die Kompositionssprache unserer Zeit. Die beiden international bekannten Neutöner Yuval Halpern und Greg Caffrey bringen hierbei zwei maßgeschneiderte Werke zur Uraufführung. Die ganze Bandbreite und Experimentierfreude des Trios kommt da auf die Bühne. Wer offen für derartige musikalische Überraschungen ist, wird auch von der bulgarischen Pianistin Galina Vracheva begeistert sein. Sie improvisiert sowohl zu Gassenhauern als auch zu den Meistern der Wiener Klassik. Im zweiten Teil des Konzerts wird sie sogar frei nach den Wünschen des Publikums zu Melodien, Bildern und Stimmungen fantasieren (21. Juli). Die Veranstaltung ist Teil der „Piano Nobile“-Reihe,

bei der an vier Sonntagen hervorragende Pianisten und Klavierduos in Passau konzertieren. In diesem Rahmen sind in der Festspielzeit außerdem die Nachwuchskünstler Mona Asuka Ott (7. Juli) und Joseph Moog (14. Juli) sowie das renommierte Klavierduo „GrauSchumacher“ (28. Juli) zu hören. Doch nicht nur in Passau, auch in der alten Herzogstadt Burghausen treffen Welten aufeinander. Der litauische Cellist und „Artist in Residence“ David Geringas präsentiert dort mit „Bach Plus“ ein in jeder Hinsicht ungewöhnliches Programm. Bach trifft Moderne, frühester Barock trifft zeitgenössische Musik - und Cello trifft Tanz. Gemeinsam mit der japanischen Tänzerin Emi Hariyama hat Geringas ein Konzept erarbeitet, das ganz neue musikalische Blickwinkel eröffnet. So war Bach noch nie zu erleben (6. Juli). Ein Meister der Verwandlung ist auch der Schauspieler und Musiker Miroslav Nemec. Losgelöst, ganz außer Rand und Band präsentierte er sich bereits bei den Jubiläumsfestspielen im letzten Sommer als rockender „Tatort“Star. Weil Miroslav Nemec und seine Band einen solch bleibenden Eindruck hinterlassen haben, dürfen sie diesmal in voller Konzertlänge in

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kultur

vieles wird anders Hochwasserbedingte Programmänderungen

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Georgette Dee, am 20.7 in der redoute.

der wunderbaren Atmosphäre des Schärdinger Schlossparks ran (21. Juli). Musikalische Verwandlungen, magische Orte und neue Horizonte: Das sind die 61. Festspiele Europäische Wochen Passau, die bereits am 28. Juni in Passau eröffnet werden – mit einem großen „Fest für alle“ auf dem Residenzplatz in der historischen Altstadt. Zwischen Ostbayern, Oberösterreich und Böhmen warten auf das Publikum noch viele weitere musikalische Highlights: Das frische „Farbenspiel“ des Fresco Trios, die SingerSongwriterin Claudia Koreck, die Jazz-Big-Band Kentonmania, die Brünner Philharmoniker, die gefeierte Mezzosopranistin Vesselina Kasarova und viele mehr.

as Wasser kam. Und es kam so gewaltig, wie dies wohl kaum jemand für möglich gehalten hatte. Die Jahrhundertflut hat in Passau, Deggendorf und vielen anderen Ortschaften in Niederbayern, Oberösterreich und Böhmen gewaltige Schäden hinterlassen, Existenzen zerstört. Und in genau dieser Dreiländerregion, die die Europäischen Wochen als länderübergreifendes Festival bespielen, soll wenige Wochen später der feierliche Kultursommer mit den EW beginnen? Eine schwierige Situation für die Macher rund um Intendant Peter Baumgardt. Weswegen auch kurzzeitig das böse Wort „Absagen“ in den Köpfen rumspukte. Doch zum Glück kam man schnell wieder von diesem Gedanken ab. Eine „Jetzt-erst-Recht-Stimmung“ machte sich bei den EW breit. „Wir wollen zeigen, dass sich hier kulturell noch etwas rührt. Die Passauer Kunst- und Kulturszene wurde besonders heftig von Hochwasser getroffen. Da wäre es fatal gewesen, wenn wir auch noch abgesagt hätten. So können wir nicht nur für Ablenkungen mit hochkarätigen Veranstaltungen sorgen, sondern holen auch viele Kulturtouristen nach Passau; zugleich bringt die überregionale Berichterstattung zu den Festspielen positive Werbung für die Region“, sagt Intendant Peter Baumgardt. Aber auch

Mona Asuka Ott am 7.7. in passau

wenn schnell klar war, dass die Europäischen Wochen 2013 in ihre 61. Auflage gehen werden, so war auch klar, dass die Festspiele nicht so durchgezogen werden können, als sei nichts geschehen. Zuerst mussten unter Hochdruck neue Spielstätten etwa für ProLi, Scharfrichterhaus oder Landestheater gefunden werden, die von der Flut schwer getroffen wurden. Das gelang beeindruckend und mit der unkomplizierten Hilfe von einigen Passauer Kultureinrichtungen. Alle Programmverlegungen finden Sie im Extra-Kasten. Die Europäischen Wochen wollen aber

glücklich MIT EINEM KLAVIER VON pIANO MORA „Alles durchweg positiv! Sehr guter Service und sehr gute Beratung!“ Titus Meier-Kraut, Maschinenbaustudent, DEG

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kultur Fresco Trio, am 14.7., Rittersaal im Wasserschloss, Aistersheim

auch Zeichen der Solidarität mit den Hochwassergeschädigten setzen, wie Intendant Peter Baumgardt eindrücklich klar macht: „Die Bilder der Hochwasserkatastrophe haben uns schockiert. Und es ist klar, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen möchten.“ Das wurde möglich, weil viele Künstler zum Teil auf einen großen Teil ihrer Gage verzichtet haben und die EW von jedem verkauften Abendprogramm und Festivalwein je einen Euro beisteuern. Gleichzeitig ist die Lage aber auch bei den Europäischen Wochen nach der Hochwasserkatastrophe diffizil. Denn natürlich konzentrieren einige Sponsoren und Förderer der EW ihre Unterstützung, sei es finanziell

oder in Form von Sachspenden (etwa Hotelzimmer für Künstler), nun verständlicherweise auf andere Bereiche. Auch mit der großflächigen Plakatierung, die Werbung vor Ort bei den Spielstätten, konnte wegen des Hochwassers erst deutlich später begonnen werden. Anfang Juni sind die Kartenverkäufe außerdem für mehrere Tage regelrecht eingebrochen. Peter Baumgardt appelliert deshalb an alle EW-Freunde, die Festspiele in diesem Jahr besonders zu unterstützen: „Der einfachste Weg? Kaufen Sie sich eine Karte. Wir haben in diesem Jahr eine solche Vielzahl an hochkarätigen und bunten Veranstaltungen in den unterschiedlichsten Genres - da ist garantiert etwas für Sie dabei.“

Die wichtigsten Verlegungen Das Kinderkonzert „Der Zauberlehrling“ der Münchner Philharmoniker (14.7., 14 und 17 Uhr) wird vom Stadttheater in den zum Glück nicht vom Hochwasser betroffenen Großen Redoutensaal im gleichen Gebäude verlegt. Auch das Balkanjazz-Konzert von Martin Lubenov (17.7., 19.30 Uhr) kann vom Hacklberger Bräukeller in den Großen Redoutensaal verlegt werden. Die komplette Reihe „Cinema@Night“ (Termine: 1.7., 8.7., 15.7. und 22.7.) findet statt im ProLi nun im Metropolis-Kino statt. Die im Scharfrichterhaus geplanten Vorträge (3.7., 10.7., 24.7.) werden bei Piano Mora stattfinden. Noch nicht fest steht, ob der Hacklberger Bräukeller zum Konzert von VallesantaCorde am 24. Juli wieder bespielbar sein wird. Falls der Bräukeller nicht zur Verfügung stehen sollte, wird es aber auf jeden Fall eine Ausweichspielstätte geben. Aktuelle Infos und News unter

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Das Schönste ist die

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vor dem Applaus!

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ritz Spengler ist Countertenor. Er wuchs in der Innstadt auf und besuchte als Kind die Passauer Domsingschule. Bereits zur damaligen Zeit zählten Lieder von Mozart, Schubert und Brahms zu seinem Repertoire. Sein Operndebüt gab er mit 18 Jahren. Seit 2009 studiert er Gesang am Salzburger Mozarteum bei Kjellaug Tesaker. Ein Gespräch über „Hänsel und Gretel“, asexuelles Gesäusel und olivfarbene Gummistiefel. PASTA! Wie hast Du das Hochwasser in der Lederergasse erlebt? SPENGLER Problematisch wurde es Sonntagnachmittag, als der Strom abgestellt wurde, kein Leitungswasser mehr floss, das Internet nicht mehr funktionierte und die braune Brühe bei uns hüfthoch im Erdgeschoss stand. Am Montag, als es schon im ersten Stock stand, wurden wir evakuiert. Zurück waren wir am Diens-

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tag. Da stand das Wasser zwar immer noch im Erdgeschoss, aber wir konnten über das Garagendach ins Haus einsteigen. Am Mittwoch haben wir dann mit den Aufräumarbeiten begonnen. Das Schlimmste war der Schlamm. PASTA! Nach Singen war Dir wahrscheinlich nicht zumute. SPENGLER Nein, überhaupt nicht. Wir haben 13 bis 14 Stunden am Tag durchgearbeitet. Dass es vorwärts gehen muss, war mein einziger Gedanke. Dank vieler Freunde und der unzähligen freiwilligen Helfer haben wir es innerhalb von ein paar Tagen geschafft, den Schlamm zu beseitigen, die Parkettböden zu entfernen und alle Möbel und sonstigen Gegenstände auszuräumen, so dass inzwischen die Bautrockner laufen. PASTA! Man munkelt, dass es keinen Pas-

sauer gibt, der eine größere Schuhsammlung hat als Du. Haben Gummistiefel schon vor dem Hochwasser zu Deiner Sammlung gehört? SPENGLER Ja, ich hatte schon ein Paar olivfarbene Gummistiefel. Die waren eigentlich für den berühmten Salzburger Schnürlregen vorgesehen, bei dem die Straßen recht schnell unter Wasser stehen. Bisher hatte ich die Stiefel aber noch gar nicht im Gebrauch. Zum Glück standen sie hier in Passau bei meinen Eltern. PASTA! Du hast in der Vergangenheit schon verschiedene Benefizkonzerte gegeben. Ist ein Hochwasser-Benefizkonzert geplant? SPENGLER Ja, wahrscheinlich wird es Mitte August stattfinden. Vor allem für die Innstadt möchte ich Spenden eintreiben. Es muss weitergehen! Konkretes werde ich demnächst bekanntgeben.

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passauer stadtmusikanten

passauer

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text > benedikt kuhnen foto > florian weichselbaumer

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PASTA! Bist Du es eigentlich leid, immer wieder erklären zu müssen, was ein Countertenor ist? SPENGLER Nein, denn so oft muss ich es gar nicht mehr erklären. Durch den Boom der Barockmusik wissen mittlerweile recht viele, dass Countertenöre beim Singen nur die Ränder ihrer Stimmlippen und nicht die ganzen Stimmbänder benutzen und dadurch in der Lage sind, Alt- und teilweise sogar Sopranstimmen zu singen. Trotz der zunehmenden Verbreitung von Countertenören passiert es aber immer wieder, dass Zuhörer zu kichern anfangen, wenn sie mich mit dieser Falsett-Technik singen hören. Es wird wahrscheinlich noch eine Weile dauern, bis Countertenöre so normal und anerkannt sind wie Tenöre, Baritone und Bässe. PASTA! Beeinflussen Dich solche Reaktionen? SPENGLER Ich kann sie ganz gut ausblenden. Wenn ich singe, bin ich sehr konzentriert auf die Musik, ich bin dann irgendwie in einer anderen Welt. Neben den kichernden Zuhörern gibt es in meinen Konzerten aber auch viele, die von der Musik richtig ergriffen sind. Das merke ich zum Beispiel unmittelbar nach den Stücken. Den Moment, wenn sich nach dem letzten Ton zunächst niemand zu klatschen traut, genieße ich sehr. Diese Stille vor dem Applaus ist für mich das Schönste. PASTA! Jochen Kowalski, ein weltweit geschätzter Countertenor, muss sich nicht der Falsett-Technik bedienen, um in der Altlage zu singen. Er singt mit seiner Normalstimme. Falsett ist für ihn „asexuelles Gesäusel“. Würdest Du das unterschreiben? SPENGLER Unter den Countertenören gibt es natürlich solche und solche. Die Falsettstimmen gewisser Countertenöre klingen tatsächlich nach asexuellem Gesäusel. Da muss ich Jochen Kowalski rechtgeben. Ich persönlich fühle mich aber nicht angesprochen. PASTA! Stimmt es, dass Countertenöre früher an ihre stimmlichen und körperlichen Grenzen kommen als andere Sänger? SPENGLER Nein, das ist ein Mythos, genauso wie die Annahme, dass man als Sänger nichts Kaltes trinken dürfe und nichts Scharfes essen sollte. Wenn ein Auftritt ansteht, muss man natürlich eine gewisse Disziplin an den Tag legen. Da sollte man vorher nicht um die Häuser ziehen. Mich nerven aber diese hyperventilierenden Sängerkollegen, die meinen, nach einer Vorstellung sofort schlafen gehen zu müssen, keinen Alkohol trinken zu dürfen und keine Nüsse essen zu können. PASTA! Wie kommt es, dass Du bisher noch

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keine CD herausgebracht hast? SPENGLER Ich habe da einfach einen hohen Anspruch. Mir ist es wichtig, eine sehr gute erste Aufnahme zu machen. Denn im Unterschied zu einem Konzert, wird man an einer CD jahrelang gemessen. Hinzu kommt, dass man für eine CD sehr viel Zeit im Studio verbringen muss, in meinem Fall mit einem Pianisten oder einem Orchester. Bisher hat es sich einfach nicht ergeben. PASTA! Hast Du bestimmte Vorstellungen oder Wünsche, welche Musik Du aufnehmen möchtest und mit wem? SPENGLER Es wird sicher eine CD mit Barockmusik sein. Das erwartet man einfach von einem Countertenor. Ich könnte es mir zum Beispiel sehr gut vorstellen, mit Michi Gaigg und dem „L’Orfeo Barockorchester“ ins Studio zu gehen: ein tolles Orchester mit einer unglaublich guten Dirigentin. Konkrete Pläne gibt es bisher aber noch nicht. PASTA! Liegt Dir das Szenische der Opern und Operetten? Machst Du das gerne? SPENGLER Oh ja, sehr gerne. Mein nächstes Opern-Projekt beginnt im Herbst in Eggenfelden am Theater an der Rott. „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck steht auf dem Programm. In meinen Augen ist das eine hammergeile Oper. Ich werde die Hexe spielen. Das ist eine sehr interessante Rolle. Meines Wissens wurde sie bisher noch nie von einem Countertenor gesungen. Bei der Rolle kann man seine ganze Boshaftigkeit ausleben. Musikalisch hat die Hexe die besten Stücke der ganzen Oper. Es klingt teilweise hochromantisch, fast schon nach Richard Wagner. Wir werden ein Arrangement von Helga Pogatschar aufführen, eine recht schräge Version für elf Instrumente, inklusive Hackbrett und Akkordeon. Ich freue mich schon sehr auf diese Produktion. PASTA! In der nachbarocken Oper gab es nur selten Rollen für Countertenöre. Erst im 20. Jahrhundert wurden wieder Opern komponiert, in denen für sie Rollen vorgesehen sind. Kannst Du mit diesen modernen Opern etwas anfangen? SPENGLER Jein, es kommt immer darauf an. Ich habe mich lange geweigert, moderne Lieder zu singen. Mit der Zeit habe ich aber festgestellt, dass es für Countertenöre auch in der Moderne viel Interessantes gibt. Die Opern von Benjamin Britten gefallen mir zum Beispiel sehr gut, „A Midsummer Night’s Dream“ oder „Death in Venice“ sind tolle Werke. Opern, die kein Sänger singen kann, bei denen du merkst, dass sie am Computer komponiert wurden, gefallen mir allerdings überhaupt nicht. Die finde ich schrecklich.

PASTA! Was macht Deiner Meinung nach eine gute Operninszenierung aus? Wann ist Oper mehr als ein musikalischer Zeitvertreib mit Sektpause? SPENGLER Gut finde ich eine Operninszenierung, wenn sie mich mitreißt, wenn ich bei der Vorstellung nicht auf die Uhr schaue, sondern die Zeit völlig vergesse. Eine Oper darf mich nicht langweilen. PASTA! Wann ist es Dir zuletzt so ergangen, dass Du bei einer Operninszenierung die Zeit vergessen hast? SPENGLER Die „Polnische Hochzeit“ am Theater an der Rott war die letzte Inszenierung, bei der mir das passiert ist. Diese Operette ist von Joseph Beer, einem jüdischen Komponisten, der unter den Nazis aus Wien fliehen musste. Lange Zeit wurde die „Polnische Hochzeit“ nicht mehr aufgeführt. Erst 2011 wurde das Stück neuaufgelegt. In Eggenfelden war die deutsche Erstaufführung. Ich saß drin und dachte mir: Wow! Grandiose Musik, tolle Sänger und eine wirklich gelungene Inszenierung. PASTA! Wie ist es möglich, dass an diesem Landkreistheater in Eggenfelden solche Produktionen zustande kommen? SPENGLER Ich denke, das ist in erster Linie dem Intendanten Karl Sibelius zu verdanken. Er bietet einem tolle Stücke, tolle Regisseure und tolle Kollegen. Das motiviert. Unter solchen Bedingungen spielt es dann auch keine Rolle, ob man ein Engagement an einem großen Haus oder in der Provinz hat. PASTA! Hast Du konkrete Ziele für die Zeit nach dem Studium? Strebst Du ein festes Engagement an? SPENGLER Am Mozarteum habe ich noch ein Jahr vor mir. Ich hätte nichts dagegen, danach ein festes Engagement einzugehen. Als Countertenor ist das allerdings unwahrscheinlich. Außerdem finde ich es auch toll, unterwegs zu sein und immer wieder neue Menschen kennenzulernen. PASTA! Können Dir Deine Professoren am Mozarteum überhaupt noch etwas beibringen? SPENGLER Ja, sicher. Wer als Sänger meint, nichts mehr dazulernen zu können oder zu müssen, der ist schon auf dem absteigenden Ast. Man muss immer dranbleiben. PASTA! Abschließende Frage: Mit welchem Stadtmusikanten kannst Du Dich am ehesten identifizieren? SPENGLER Mit dem Hund, ich bin ein Hundenarr.

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kulturtipps

Uni Big Band Passau

Burgenfestspiele Semesterabschlusskonzert „Jedermann“

Passauer Uni-orchester

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ie Uni Big Band Passau, bestehend aus rund 20 vorwiegend studentischen Mitgliedern, feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum. Das Repertoire des Ensembles, für dessen Leitung seit mittlerweile zehn Jahren die Jazzlegende Joe Viera verantwortlich zeichnet, reicht von Swing über Blues bis Bossa, von Rock bis Bebop, sowie von einfühlsamen Balladen bis zum treibenden Funk. Prof. Joe Viera, u.a. auch bekannt als Gründer des Studierzentrums für zeitgenössische Musik und künstlerischer Leiter der Internationalen Jazzwoche in Burghausen, genießt in Deutschland wie auch international einen hervorragenden Ruf als Jazzmusiker und -pädagoge – von München über Berlin und Budapest bis Zagreb. Stargast des Abends ist der Münchner Drummer Günther Hauser.

HeiSSe Nächte, feurige Rhythmen

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as Spiel vom Sterben des reichen Mannes – wie Hugo von Hofmannsthal seinen Je-dermann im Untertitel nannte – ist seit über 90 Jahren das alljährliche Highlight der Salzburger Festspiele. Nun ist das barocke Bühnenspektakel auch erstmals am Landestheater Niederbayern im Rahmen der Burgenfestspiele Niederbayern auf der Veste Oberhaus zu sehen. Regisseur Peter Rein (Außer Kontrolle) sowie der Ausstatter Bodo Demelius haben dazu ein farbenprächtiges Bühnenbild entworfen, das mit überdimensionalen Orgelpfeifen den sakralen Raum des Mysterienspiels bildet. Die prominente Titelrolle des Jedermann wird von Olaf Schürmann verkörpert, seine Buhlschaft von Josepha Sophia Sem. In weiteren Rollen wirken u.a. Ursula Erb, Reinhard Peer und Joachim Vollrath.

ndlich Sommer, endlich Zeit, den lauen Sommerabenden zu frönen – wie z.B. bei einem Freiluftkonzert des Universitätsorchesters. Von den Werken aus dem Programm, die teils aus Spanien stammen, teils nach Spanien klingen, dürften dem Zuhörer insbesondere die Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ oder die Melodien aus der Oper „Carmen“ bekannt sein. Doch auch die „Bacchanale“ aus Camille Saint-Saëns Oper „Samson et Dalila“ oder die zeitgenössischen Stücke „Danzon No.2“ und „Conga del Fuego Nuevo“ des mexikanischen Komponisten Arturo Márquez werden südländisches Flair auf den Campus zaubern – ebenso wie das dem typischen Instrument der Spanier huldigende Gitarrenkonzert „Concierto de Aranjuez“. Die Erlöse kommen den Betroffenen des Hochwassers zugute.

datum > 4. Juli BEGINN > 19.30 Uhr ORT > Piano Mora, Passau

datum > 5. + 6. Juli BEGINN > 20 Uhr ORT > veste oberhaus

datum > 5. + 6. Juli BEGINN > FR: 20 Uhr / SA: 19 uhr ORT > niko-

eintritt > VVK: ¤ 10 / ¤ 5 - AK: ¤ 12 / ¤ 7 karten > bücher pustet

eintritt > ¤ 14,50 - ¤ 30,00 karten > theaterkasse, 0851 / 92919-13

lakloster innenhof eintritt > ¤ 12 karten > pustet, unimensa

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kulturtipps

Freiluftkonzert

Jazzfrühschoppen

Jubiläumskonzert MAKAPEO

Johnny Favourit

Sir Flint’s Bohème Jazzers

10 Jahre - Best Of makapeo

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m 6. Juli wird die Wiener Band Johnny Favourit den Veranstaltungsplatz vor der Fürstenzeller Portenkirche zum Beben bringen: Steht doch schließlich Rock´n´Roll der „alten Schule“ auf dem Programm, den die Routiniers des Genres in einer flotten Darbietung präsentieren werden. Im Mittelpunkt des Programms steht der dem Fürstenzeller Publikum bestens bekannte Säger Evert Sooster, der die Besucher der Portenkirche nach einer Reihe klassischer Liederabende auch mit Rock, Blues und Soul zu begeistern wusste. Dieses Mal darf man sich mit Klassikern wie All Shook Up, Ready Teddy, Suspicious Minds, Blue Suede Shoes, aber auch mit neuen Rockabilly Hits wie Rock This Town, Peroxide Baby oder Moon Walk auf das volle Programm eines Rock´n´Roll-Gigs freuen.

ie 1980 in Obernzell bei Passau gegründete Band spielt schwungvolle, griffige Musik, deren Stilrichtungen sich von Oldtime Jazz über New Orleans bis zu Dixieland und Chicago erstrecken. Das Programm des Abends umfasst Kompositionen von Louis Armstrong, Jelly Roll Morton, Sidney Bechet sowie zahlreichen anderen Vertretern des New Orleans und Chicago Jazz; des Weiteren werden auch deutsche Schlager aus den 20er und 30er Jahren und Dixie-Standards mit erfrischenden deutschen und bayerischen Texten zu hören sein. Die „Sir Flint’s Bohème Jazzers“ stehen für fetzigen Dixieland und verstehen sich meisterhaft darauf, ihrer Spielfreude vor allem in Gestalt des Wechsels zwischen frei vorgetragenen Soli und fesselnden Gesangspassagen Ausdruck zu verleihen.

east as ned, wie die Zeit vergeht? Zumindest, was die Big Band der Marktkapelle Obernzell anbelangt, kann man diese Frage Hubert von Goiserns mit einem begeisterten „Ja“ beantworten – stellt MAKAPEO, die für Big Band Sound in der ganzen Vielfalt von „All That Jazz“ steht, doch bereits seit 10 Jahren einen festen Bestandteil der hiesigen Kulturszene dar. Doch nicht nur auf nationalem Terrain weiß die Formation ihre Zuhörer in Bann zu ziehen, wie sie u.a. 2010 beim Gastauftritt im Rahmen des Kulturaustausches in der ungarischen Partnergemeinde Szigliget unter Beweis stellte. Zum zehnjährigen Jubiläum haben die Bandmusiker in Gestalt ihrer Lieblingsstücke aus den bisherigen Programmen ein extra buntes „Best Of - 10 Jahre” - Programm zusammengestellt.

datum > 6. juli BEGINN > 20 Uhr

datum > 7. juli BEGINN > 10.30 Uhr ORT > BISTRO-BIERGARTEN DES

datum > 2. august BEGINN > 20.30 Uhr ORT > Schlossparkbüh-

ORT > PLATZ VOR Portenkirche, fürstenzell eintritt > ¤ 15

Haus am Strom, Jochenstein eintritt > FREI

ne Obernzell eintritt > freiwillige spende f. hochwasserhilfe

sommer 2013

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kultur

HÖREN – SINGEN – ERLEBEN! 20. Jubiläum des Heinrich-Schütz-Ensembles Vornbach

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it dem großen Chorfestival „Hören – Singen – Erleben!“ feiert das Heinrich-Schütz-Ensemble Vornbach im August 20 Jahre Vokalmusik in all ihren Facetten. Dem Festival geht eine Chorwoche voraus, zu der sämtliche aktuelle und ehemalige Mitglieder eingeladen sind, um dort in unterschiedlichen Besetzungen ein vielfältiges Programm zu erarbeiten: Das Eröffnungskonzert am 15.08. widmet das Ensemble unter dem Titel „Prunkvolle venezianische Mehrchörigkeit“ ausschließlich seinem Namensgeber Heinrich Schütz. Zu hören sind Auszüge aus den „Psalmen Davids“, den „Symphoniae sacrae“ und den „Kleinen geistlichen Konzerten“ in großer Instrumental- und Vokalbesetzung (Leitung: Martin Steidler). Diese Meisterwerke des Frühbarock zeichnen sich durch den damals bahnbrechend neuen konzertanten Stil sowie durch eine farbenreiche und teils opulente Mehrchörigkeit aus, die Schütz während seiner Zeit in Venedig so tief beeindruckten. Neben dem aktuellen Ensemble wirken als Solisten ausschließlich ehemalige Chormitglieder sowie das Originalklang-Orchester L’arpa festante mit. Mit einem sommerlichen A-cappella-Programm gratuliert der Chorus sine nomine aus Wien am 16.08. im Gastkonzert „SupriSinging!“. Beide Chöre kennen sich seit vielen Jahren aus mehreren gemeinsamen Konzerten in Deutschland und Österreich. Für sein Programm hat sich der Chorus sine nomine (Leitung: Johannes Hiemetsberger) Werke ausgesucht, die Geschichten erzählen: über Gott und die Welt, über die Sehnsucht nach

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Freiheit, über die Tücken der Liebe und über die liebenswerten Lächerlichkeiten des Alltags. Im großen Open-Air-Festkonzert „Hören – Singen – Erleben!“ feiert das HeinrichSchütz-Ensemble Vornbach am 17.08. seinen 20. Geburtstag an seinem Gründungsort in Vornbach am Inn. In diesem besonderen Acappella-Konzert voller Überraschungen ist das Ensemble unter der Leitung seines Gründers Martin Steidler mal als Gesamtensemble, mal nur als Männer- oder Frauenchor oder auch in der Gründungsbesetzung zu hören und schlägt mit dem vielfältigen Programm einen weiten Bogen durch die musikalischen Meilensteine der vergangenen zwei Jahrzehnte. Einer der vielen Konzerthöhepunkte ist die Uraufführung eines eigens zum Jubiläum in Auftrag gegebenen Werks des Dresdner Komponisten Wilfried Krätzschmar. Besucher erwarten bereits vorab Getränke und kleine Speisen im Schlosshof. Den feierlichen Abschluss des Chorfestivals bildet am 18.08. die „Missa Solemnis“ (Op. 123) von Ludwig van Beethoven. Dieses musikalische Mammutwerk, eines der anspruchsvollsten und größten der Chorliteratur, war seit über einem Jahrzehnt nicht mehr im Passauer

Raum zu hören. Das aktuelle Ensemble verstärkt sich dafür mit einem großen Kreis aus ehemaligen Mitgliedern zu einem Chor von insgesamt über 130 Stimmen. Orchesterpartner ist das Euregio Symphonieorchester, mit dem das Heinrich-Schütz-Ensemble Vornbach eine intensive musikalische Partnerschaft verbindet. Die Leitung hat Jeanpierre Faber, ebenfalls ein langjähriger Wegbegleiter des Chores. Um 11:00 Uhr am selben Tag gibt der Passauer Pianist Peter Walchshäusl im Konzertsaal von Piano Mora eine musikalische Werkeinführung. Karten für alle Konzerte sind ab sofort per E-Mail unter karten@heinrich-schuetz-ensemble.de, telefonisch unter +49 851 20549880 (Ticket-AB), bei Bücher PUSTET Passau oder bei der Raiffeisenbank Neuhaus erhältlich.

TERMINE IM ÜBERBLICK 15.8., 19:30 Uhr: Eröffnungskonzert Pfarrkirche Vornbach am Inn 16.8., 19:30 Uhr: Gastkonzert „SurpriSinging“ Kubinsaal Schärding 17.8., 21:00 Uhr: Jubiläumskonzert Schlosshof Vornbach (Einlass: 19:30 Uhr) 18.8., 17:00 Uhr: Beethoven: Missa Solemnis Studienkirche Passau (11:00 Uhr, Konzertsaal Piano Mora: Musikalische Werkeinführung) Weitere Infos unter:

www.heinrich-schuetz-ensemble.de

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WERNSTEIN SPEZIAL

WERNSTEIN AM inn Mit dem Rad oder zu FuSS - mit dem Auto, dem Zug oder mit dem Paddelboot

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m nördlichsten Teil des Innviertels an der Grenze zu Bayern direkt am Inn befindet sich Wernstein. Seit der Eröffnung des Marienstegs im Jahr 2006 ist Wernstein ein wichtiger Treffpunkt für Touristen. Der Mariensteg, eine Hängeseilbrücke für Radfahrer und Fußgänger, bildet die optimale Verbindung zwischen Wernstein und Neuburg und ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die Besucher genießen die wildromantische Flusslandschaft bei einer Radtour oder einem Spaziergang entlang des Inns. Die Radrundfahrt von Wernstein nach Passau (Rundfahrt ca. 13 km) oder von Wernstein nach Schärding (Rundfahrt ca. 14 km) ist auch für junge Familienmitglieder zu bewältigen. Für Pedalfreunde mit etwas mehr Ausdauer ist die gesamte Strecke von Passau nach Schärding zu empfehlen (Rundfahrt ca. 30 km). Unweit des Marienstegs in Richtung Schärding findet man einen Kletterfelsen sowie Anlegestellen für Boote an beiden Seiten des Inns. Zwischen Schärding und Wernstein befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Durchbruchstal des Inns, welches als „Vornbacher Enge“ bezeichnet wird, der Johannesfelsen mit

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der Nepomukstatue sowie die Pestsäule. Im Ort Wernstein fallen dem Besucher sofort das Schloss Neuburg wie auch die Burg Wernstein ins Auge. Erkunden Sie den Weg über den Künstlersteig hoch zur Neuburg und verpassen Sie nicht die vom Weg etwas abgelegene Grotte (siehe Bild). Bei der Neuburg angekommen wartet als angemessene Belohnung ein herrlicher Blick über den Ort Wernstein sowie auf die gleichnamige Burg mit der barocken Mariensäule. Ein weiterer Tipp ist der Wanderweg von Wernstein Richtung Zwickledt zum „Kubin-Schlössl“, bekannt durch den Künstler Alfred Kubin. Für Kunstinteressierte empfiehlt sich der Besuch der Kubin Galerie, die sich direkt im Ort Wernstein befindet und immer wieder interessante Ausstellungen bietet. In Sachen Ausblick bietet die Umgebung viele Möglichkeiten, so auch der Wanderweg auf dem Güterweg Hundsruck. Von dort aus sieht man das Inntal Richtung Passau, die Neuburg und Schärding. Das vielfältige Angebot lädt zum Verweilen ein, viele Gäste schätzen die ruhige Lage - bietet sie doch die optimalen Bedingungen, um entspannt die Seele baumeln zu lassen.

TIPP: BRÜCKENFEST 2013 Heuer gibt es beim traditionellen Brückenfest anlässlich der 10-jährigen Partnerschaft mit unserer Nachbargemeinde Neuburg am Inn ein fulminantes 4-TageEvent. Das Fest startet bereits am Donnerstag, den 5.9. - wie immer mit Kabarett am Steg mit der Truppe D 4 (Dee Vier) und ihrem Programm „A Hoibe, oba a koide“! Beim 1. Teil geht es boarisch-innviertlerisch zu, nach der Pause wird es rockig! Als Gustostückerl des Festes wird das WM–Qualifikationsspiel am 6.9. „drent gegen herent“, also Deutschland gegen Österreich auf zwei Riesenleinwänden übertragen. Am Samstag, den 7.9., findet der beliebte Zweibrückenlauf statt. Firmen haben die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter beim Businesslauf starten zu lassen. Am Abend bringen dann die „Original Kösslbachtaler“ das Zelt zum Toben. Am Samstag und Sonntag findet im Zielbereich ein Hausflohmarkt, der schon im letzten Jahr begeistert angenommen wurde, jeweils von 10 bis 17 Uhr statt. Der Frühschoppen am Sonntag, den 8.9. wird von der Musikkapelle Wernstein gestaltet. Da das Event „Grenzenlos Schwimmen“ bereits im vergangenen Jahr so gut ankam, wird es die Wasserrettung Schärding auch heuer wieder ab 11 Uhr von Schärding bis zum Mariensteg in Wernstein durchführen. Zum krönenden Abschluss findet das altbewährte Sautrogrennen am Sonntagnachmittag statt. Teile des Erlöses aus dem Brückenfest 2013 gehen an die Hochwasseropfer in Schärding und Passau! Weitere Infos: www.brueckenfest.at

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WERNSTEIN SPEZIAL

MOSTSCHANK UNTERER INN

’S GELBE ECK

Der legendäre Mostbauer

Treffpunkt in Wernstein

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er am österreichischen Inn-Ufer spazieren geht, radelt oder joggt, der kennt natürlich auch den Mostbauern, wo die Familie Doppermann bereits seit über 25 Jahren einen Mostausschank betreibt. Zwischen Ingling und Wernstein gelegen, lockt der Hof in bäuerlicher Umgebung zahlreiche Wanderer, Spaziergänger und Radler an, die an diesen idyllischen Ort kommen, um beste Hausmannskost zu genießen. Hausgemachter Speck, selbst gebackenes Brot, eine kräftige Sulz und Honig aus dem eigenen Bienenstock sind nur ein kleiner Teil des Angebots. Dazu gibt es natürlich den selbstgemachten Apfelmost, der einem in der prallen Sonne schon mal schnell zu Kopfe steigt. An antialkoholischen Getränken gibt es (u.a.) frische Milch und Buttermilch vom Hof. Der Mostbauer bietet seinen Besuchern Direktverkauf an, bei dem man fast alle Produkte frisch ab Hof mitnehmen kann: Von Honig, Schnaps und Most bis hin zu frischem Rindfleisch u.v.a. reicht hier das Angebot. Am Nachmittag gibt es selbstgebackenen Kuchen mit Obst aus dem eigenen Garten!

as Ausf lugslokal direkt am Inn im nahegelegenen Wernstein ist das ideale Ausflugsziel für Radler, Wanderer und Familien. ‚s gelbe Eck ist ein kleines gemütliches Lokal mit 23 Innensitzplätzen, Barbereich und ca. 35 Plätzen im Garten. Die Aussicht vom Gastgarten auf den Mariensteg, die Burg Wernstein sowie auf das direkt gegenüberliegende Schloss Neuburg ist wahrlich spektakulär. ‚s gelbe Eck überzeugt aber vor allem durch seine inneren Werte: Freundlichkeit und Regionalität stehen an oberster Stelle. Grammel- oder Speckknödel, zünftige Jause aber auch Süßes wie der hausgemachte Topfenstrudel und andere Mehlspeisen werden von Köchin Renate aufgetischt. Bei Geburtstagsfeiern oder Weihnachtsfeiern gibt es auf Vorbestellung Bratl, Surschnitzel oder kalte Platten. Sommelier Rudolf serviert neben einer besonderen Auswahl an österreichischen Weinen auch Säfte, Bier und Most aus der Region.

Hofötz 7, 4783 Wernstein | Tel. 0043 / 676 8212 54147 | Geöffnet Di-Sa 11-

Innstraße 13, 4783 Wernstein | Tel. 0043 / 77 13 40 13

22 Uhr, So 12-22 Uhr | www.mostausschankuntererinn.gemeindeausstellung.at

Geöffnet Do-So 10.30-23 Uhr | www.gelbeseck.at

HOFTAVERNE WERNSTEIN

LANDHOTEL ZUR MARIENSÄULE

Schöner Biergarten, günstige Zimmer

Feste feiern, himmlisch träumen

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ür alle, die einen Ort der Erholung und Ruhe suchen und sich zudem kulinarisch verwöhnen lassen wollen, ist die Hoftaverne Wernstein genau die richtige Adresse. Der von Familie Malmedy geführte Gasthof liegt direkt am Inn mit Blick auf den Fluss und das gegenüberliegende Schloss Neuburg. Neben einer gut bürgerlichen Küche mit diversen Pfandl- und Schnitzelvariationen wird den Gästen auch Besonderes geboten, zum Beispiel frischer, im Ganzen gebackener Zander sowie täglich frische Forellen, Saiblinge und Renken. Die Küche der Hoftaverne wagt sich aber auch an ausgefallene Gerichte wie asiatische und thailändische Spezialitäten – von süßsauer bis chili-scharf – immer frisch für Sie zubereitet! Die Hoftaverne übernimmt übrigens auch ausgefallene Caterings für private und geschäftliche Feierlichkeiten – fragen Sie einfach mal nach!

a s L a nd ho t el z u r Mariensäule wurde 1984 von Familie Peterbauer übernommen. Heute besteht es aus einem Haupthaus mit zahlreichen Räumlichkeiten für Feiern verschiedenster Größenordnungen sowie einem wunderschönen Gastgarten mit Ausblick auf die Mariensäule, die Burgen Wernstein und Neuburg sowie den malerischen Inn. Das idyllische Landhotel verfügt über 14 Zimmer mit allem erdenklichen Komfort. Hier kann man mal so richtig ausspannen und sich etwas Gutes tun. Am besten relaxt man am hauseigenen Pool oder im hauseigenen Wellnessbereich. Zum gemütlichen Speisen laden Gaststube und Wintergarten ein. Verwöhnt wird man hier mit der typischen „Innviertler Kost“ - bodenständig, aber zeitgemäß. Ob Sauwaldschnitzel oder kreative Salatkreationen, hier findet jeder das Passende. Im Stile einer Landvilla erbaut, steht das Mosthäusl für Geselligkeit und gemütliche Stunden. Das Ziegelgewölbe und der Weinkeller laden zum „Z’sammsitzen“ ein, so dass schon so mancher Abend bei Musik, deftiger Jause und einem guten Glas Wein etwas länger wurde.

Innstraße 5, 4783 Wernstein | Tel. 0043 / 77 13 70 76

Innstraße 17, 4783 Wernstein | Tel. 0043 / 77 13 66 08

Geöffnet Mo-So 8-23 Uhr | www.hoftaverne-wernstein.at

Geöffnet Di-So ab 10 Uhr | www.mariensaeule.at

sommer 2013

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Klima-Vergleich :: CO2 Emissionen von Verkehrsmitteln in g/km pro Person Mögliche Strecken beim Verbrauch von je 2,3 Tonnen CO2 (Klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen insgesamt)

Flugzeug......................................................8.500 Kilometer :: Ein Flug von München nach Havanna Auto bzw. Wohnmobil..............................16.200 Kilometer :: Eine Fahrt von Passau nach Indien und zurück Zug................................................................50.000 Kilometer :: 1,25fache Umrundung der Erde am Äquator Bus.................................................................76.000 Kilometer :: Zweifache Umrundung der Erde am Äquator

Genutzte Reise-Verkehrsmittel 2012 in Prozent PKW oder Wohnmobil ������������������������������������������������������������ 46 Flugzeug....................................................................................... 37 Bus ................................................................................................... 8 Bahn ................................................................................................ 5

Freisetzung von CO2 in kg pro Person 2 Wochen Mallorca einschließlich Flug, Hotel & Mietwagen �������������������������������������������������� 1.200 2 Wochen Urlaub an der Ostsee bei Anreise im eigenen Auto aus Passau ������������������������������������������������� 460 1 Jahr Autofahren Mittelklassewagen, 12.000 km �����������������������������������������2.000

(inkl. Strom- und Kraftstoffherstellung, durchschnittliche Auslastung)

Flugzeug.................................................................................... 380 moderner Mittelklasse-PKW ������������������������������������������������ 150 Bahn...............................................................................................40 Reisebus........................................................................................20

Urlaubsziele der Deutschen im Jahr 2012 in Prozent Innerhalb Deutschlands �����������������������������������������������������������31 Mittelmeer................................................................................... 35 Westeuropa (GB, IRL, F, NL, CH A) ����������������������������������� 12,7 Osteuropa (H, CZ, PL, RUS, usw.) ����������������������������������������6,6 Skandinavien (DK, N, S, FIN) ����������������������������������������������� 3,1 Fernreisen....................................................................................7,2

Urlaubstage Durchschnittliche Zahl bezahlter Urlaubstage pro Jahr in Frankreich............................................................................. 30 in Deutschland.......................................................................... 24 in Griechenland........................................................................ 20

Quellen brand eins, IFEU-Institut, FUR - Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reise, br, ADAC Reise-Monitor 2013, atmosfair.de Illustration & Layout Martin Brunnbauer

Recherche & Text Karolina Böhm & Andrea Hentschel www.die-besserwisser.org


Lieber einmalig länger Statt vieler kurzer Reisen lieber eine längere Reise pro Jahr und den Rest des Jahres in der Region verbringen - mit Spaziergängen oder Fahrradtouren. Nachfragen Einige Hotels belohnen die nachhaltige Anreise ihrer Gäste, indem sie Rabatte und Upgrades vergeben. EcoPassenger Internetrechner zum Vergleich der Umweltbilanz von Reisen mit Bahn, Auto und Flugzeug für Strecken innerhalb Europas. www.ecopassenger.org Zertifizierung für nachhaltigen Tourismus Nachhaltiges Reisen versteht sich als ökologisch, sozial und kulturell verantwortungsvolles Reisen: greenglobe.com tourcert.org ecohotelscertified.info forumandersreisen.de


PASSAUER GARTEN-EINSICHTEN

Auch in diesem schรถnen Passauer Vorgarten hat das Hochwasser wie vielerorts eine dicke Schlamm- und Sandschicht hinterlassen ย– fast nichts mehr erinnert noch an das kleine Paradies, das wir im September 2012 im ersten Beitrag zu dieser Serie beschrieben haben.


PASSAUER GARTEN-EINSICHTEN

Wie der Phönix

aus der Asche Ende und Neubeginn - die Natur wird nicht untergehen

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s war die nachhaltige Zerstörungskraft des Wassers, die sich mit der Sintflut in das kollektive Gedächtnis der Menschheit mäanderte. Die Flüsse, die urplötzlich das Zweistromland zu einem Meer aus Tod, Angst und Verzweiflung anschwellen ließen und eine ganze Hochkultur unter sich begruben. Die Paläste im Sand versunken, die Gärten und fruchtbaren Felder bedeckt von meterhohem Schlamm, die Straßen unpassierbar, die Tempel zerstört – so hinterließ das Wasser die einst blühende Landschaft Mesopotamiens. Nicht so im Land der Pharaonen, wo die jährliche Überschwemmung ein Segen für die Landwirtschaft war: Der Nil brachte nährstoffreichen Schlamm aus den Bergen mit und verteilte ihn ohne menschliches Zutun über die Felder am Ufer, die daraufhin reiche Ernten brachten. Fluch und Segen: Das sind die beiden Extreme, zwischen denen die Natur hin- und herpendelt – zumindest aus der Sicht des Menschen. Die Natur selbst kennt keine Katastrophen: Sie erschafft und zerstört, sie beendet und beginnt, sie erneuert und verändert. Ihre Zyklen, so unvorhersehbar sie für uns sein mögen, laufen nach eigenen Gesetzmäßigkeiten ab. Spätestens seit der Mensch sich nicht mehr als Teil der Natur betrachtet, sondern sie als etwas Fremdes, gar Feindliches wahrnimmt, das sich außerhalb seiner selbst befindet, ist die Erde zu einem Schlachtfeld zwischen Mensch und Natur geworden. Besonders das Gärtnern, das Hegen und Pflegen eines kleinen Fleckchens Erde, liefert interessante Anschauungsbeispiele für den Konkurrenzkampf zwischen Mensch und Natur. Wo der Gestaltungswille des Gärtners überhandnimmt, setzt ihm die Natur Grenzen. Das Anpflanzen von Monokulturen, sei es im Gemüse- oder Staudenbeet, wird mit Schädlingsbefall und übermäßigem Krankheitsdruck bestraft. Der Anbau von Pflanzen fremder Klima- und Vegetationszonen verlangt übermäßigen Einsatz technischer Hilfsmittel und ist dennoch nicht immer von Erfolg gekrönt: Nur innerhalb enger Grenzen lässt sich die Natur vom Menschen überlisten, und nicht selten nimmt sie sich in kurzer Zeit das zurück, was wir in langwieriger und kräfteaufreibender Arbeit geschaffen haben. Jeder Gärtner weiß, wie schnell ein Garten „verwildert“, wenn Spaten und Hacke, Schere und Messer zu lange ruhen. Aus Sicht des Menschen ist dies eine Zerstörung seiner Arbeit und Kreativität - für die Natur nur Ausdruck ihrer eigenen Gestaltungskraft. Sie erschafft etwas Eigenes, Neues, das nicht menschlichen oder zivilisatorischen, sondern ihren eigenen Idealen entspricht. Wo der Mensch glaubt, die Natur in ihre Schranken gewiesen zu haben, erhebt sie sich oft wie der Phönix aus der Asche und schlägt mit aller Kraft zurück. Einen Sieg über die Natur wird der Mensch niemals erringen - ganz gleich, ob er ihr mit Stahlbeton, der chemischen Keule oder gezielter Brandrodung zu Leibe rückt. Und wenn eines Tages unser Planet in einem schwarzen Loch verschwindet oder in der Hitze der näher rückenden Sonne verglüht, dann wird das weder unsere Entscheidung sein, noch werden wir es verhindern können.

till gabriel


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DAK-Gesundheit erneut Testsieger

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ie DAK-Gesundheit überzeugt auch in diesem Jahr durch Leistung und Service. Zum vierten Mal in Folge wurde sie vom Magazin Focus Money jetzt im neuen Vergleich von 101 Krankenkassen als Gesamt-Testsieger über alle Kundengruppen ausgezeichnet. „Für vier von sieben Kundengruppen bekommen unsere Angebote die Spitzennoten“, sagt DAK-Chef Hermann Amsl. „Auch in Passau bieten wir Familien, Berufseinsteigern, Anspruchsvollen sowie Anhängern von Naturheilverfahren den besten Service und auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Leistungen.“ Mehrfache Auszeichnungen „Die aktuelle Auszeichnung ist kein Zufall“, sagt Amsl. „Unsere neu entwickelten Gesundheitspakete für verschiedene Zielgruppen treffen genau die im Test abgefragten Kundenerwartungen.“ Die DAK-Gesundheit erhielt bereits vielfach Auszeichnungen verschiedener Verbraucher- und Wirtschaftsmedien. Seit 2010 wurde die Kasse von Focus Money prämiert. Kasse für alle Lebenssituationen „Die guten Platzierungen zeigen, dass wir eine ausgezeichnete Kasse für alle Lebenslagen sind“, so Amsl. Denn auch bei den übrigen

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von Focus Money getesteten Kundengruppen - „Selbständige“, „Sportler“ sowie „Aktive Ältere“ liegt die DAK-Gesundheit auf vorderen Plätzen. 101 Krankenkassen im Test Der aktuelle Krankenkassen-Guide ist als Sonderbeilage in der Zeitschrift Focus Money (Heft 21/2013) erschienen. Das Deutsche Finanz-Service-Institut (DFSI) hatte dafür zusammen mit dem unabhängigen Informationsdienst Gesetzlichekrankenkassen.de die Daten erhoben. Im größten Leistungsvergleich

dieser Art wurden 101 bundesweit und regional geöffnete Krankenkassen getestet. Unter anderem spielten Kriterien wie Individualtarife, Bonusprogramme, Naturheilverfahren, Satzungsleistungen und Service für die Bewertung eine Rolle. Gleichzeitig setzten die Tester die Ergebnisse mit den Leistungserwartungen verschiedener Kundengruppen in Beziehung und ermittelten, welche Kasse diese Erwartungen am besten erfüllt. DAK-Gesundheit Passau Am Schanzl 8, 94032 Passau, Tel. 0851 9885200

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Good buy Summer.

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Kinotipps

Flug ins Chaos

Fliegende Liebende was geht in menschen vor, die in einem flugzeug mit technischem defekt sitzen, für das es anscheinend keine piste für eine notlandung gibt? VON CLAUDIA KNOBLOCH

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urz nach dem Start von Madrid nach Mexiko City entdecken die Piloten einen technischen Defekt ihres Flugzeugs. Fieberhaft wird nach einer Lösung für das Problem gesucht – leider funktioniert der Funk nur noch über das Lautsprechersystem des Flugzeugs, so dass alle Passagiere mithören. Doch sämtliche spanischen Landebahnen sind belegt: UN-Gipfel, Formel 1-Rennen und Motorrad-WM blockieren die Flughäfen. Kurzerhand betäuben die Stewards die ganze EconomyKlasse, so dass nur noch die Reisenden der Business-Klasse das Drehen der Warteschleifen live erleben. Hier treffen schräge Charaktere aufeinander, die auf ihre jeweils eigene Art mit der Situation umgehen und die alle – bewusst oder unbewusst – etwas verbindet: ein Finanz-Abzocker, eine Hellseherin, die Chefin eines Escort-Service, ein Auftragskiller und ein Paar in den Flitterwochen.

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Der neue Film von Pedro Almodovar hat ein gewohnt schräges Drehbuch, ist mit hervorragenden Schauspielern besetzt (u.a. Penelope Cruz und Antonio Banderas als Ehepaar) und mit einem ungewöhnlichen Soundtrack zwischen peruanischer Tanzmusik und Pointed Sisters versehen. Die spanische Realität der aktuellen Wirtschaftskrise wird nicht angesprochen, schimmert aber in Handlung und Personen durch. So darf das Flugzeug schließlich auf dem (realen) Flughafen „Ciudad Real“ landen, der zwar die längste Piste Spaniens hat, aber auf Grund der Finanzkrise und Fluggästemangel 2012 geschlossen wurde.

START > 4. JULI GENRE > KOMÖDIE IMDB > 5,6 regie > Pedro Almodovar darsteller > Javier Cámara, Carlos Areces, Raúl Arévalo

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kinotipps

Die Unfassbaren

The company you keep

Dampfnudelblues

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ls eine seit 30 Jahren gesuchte Anti-Vietnam-Aktivistin verhaftet wird, wittert Reporter Ben Shepard, dass er auch das letzte untergetauchte Mitglied der Gruppe enttarnen kann. Ein Karrieresprung winkt! Mit seinen Recherchen zwingt er den angesehen Anwalt Jim Grant zur Flucht, worauf dieser den einzigen Menschen sucht, der die Wahrheit der Vorgänge in den 70er Jahren kennt. Robert Redfords mit Topstars wie Susan Sarandon und Nick Nolte besetzter Film handelt von Personen, die im Untergrund lebten. Er erzählt, wie sich ihre Weltanschauung verändert hat – oder auch nicht – und ßber den Punkt im Leben, an dem Menschen erkennen mßssen, wer sie eigentlich sind.

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ommen Sie ganz nah ran! Denn je mehr Sie zu sehen glauben, desto einfacher ist es, Sie zu täuschen!“ Das nutzen vier MeisterIllusionisten und inszenieren in ihrer Show einen Bankraub in Paris, dessen Beute sie auf ihr Publikum in Las Vegas niederregnen lassen. Die Polizei ist ratlos, weil die vier ein perfektes Alibi haben und der Coup unmĂśglich scheint. Erst der Ex-Illusionist Bradley kann den Trick erklären, ist aber mit der Polizei immer einen Schritt hinter dem Quartett. Die faszinierende Welt professioneller Illusionisten bildet den funkelnden Hintergrund fĂźr Regisseur Louis Leterriers Thriller, der eine Liebeserklärung an die Kunst der Magie ist.

START > 25.7. GENRE > Thriller IMDB > 6,3 darsteller > Robert Redford, Shia LaBeouf, Julie Christie

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er Realschuldirektor HĂśpfl im bayerischen Unterkaltenkirchen erhält eine Morddrohung – und liegt wenig später tot auf den Bahngleisen. Selbstmord? Der strafversetzte Dorfpolizist Franz Eberhofer zweifelt daran. Vor allem als eine zweite männliche Leiche auftaucht, mit der HĂśpfl kurz vor dem Tod Geschlechtsverkehr hatte. Stress pur in der ländlichen Idylle! „Dampfnudelblues“ ist die erste Verfilmung eines Krimis von Rita Falk. Der Film ist unterhaltsam wie die Romanvorlage und liebenswert auf Grund der schrulligen bayerischen Charaktere. Einen davon spielt ein bekannter Passauer: Der Dienststellenleiter ist der Kabarettist Sigi Zimmerschied.

START > 11. JULI GENRE > Thriller IMDB > 7,5

START > 1. AUGUST GENRE > KriminalkomĂśdie IMDB > ---

darsteller > Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher

darsteller > Sebastian Bezzel, Eisi Gulp, Ilse Neubauer

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sommer 2013

  

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buchtipps

comic roman ulli lust & marcel beyer

Flughunde Marcel Beyers Roman „Flughunde“ aus dem Jahr 2005 ist von der preisgekrönten Comiczeichnerin Ulli Lust nun in eine Graphic Novel umgesetzt worden. Die mal kindlichen, mal düsteren Bilder transportieren die verstörende Handlung so perfekt, dass der Leser von der Geschichte schnell gefangen ist.

GENRE > Graphic Novel VERLAG > Suhrkamp AUTOR > Ulli Lust & Marcel Beyer SEITENZAHL > 364 SEITEN PREIS > ¤ 24,99

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Flughunde

Leichtmatrosen

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lughunde sind für Hermann Karnau das Symbol für perfekte Stille. Sein Leben dreht sich ansonsten um Töne: Als Akustiker im Dienste der Nazis mikrofoniert er Propagandaveranstaltungen, nimmt Radioansprachen auf und führt Menschen-Versuche zur Stimmerforschung durch. Eine ganz andere Perspektive auf den Krieg hat die älteste Tochter von Joseph Goebbels. Sie durchschaut die „Heile Welt“-Fassaden, die um sie und ihre Geschwister gebaut werden, und ahnt das Grauen, das sie im Führerbunker erwartet. Immer wieder kreuzen sich die Wege der beiden Protagonisten - bis zum Ende der Familie Goebbels.

GENRE > Roman VERLAG > Aufbau Verlag AUTOREN > Tom Liehr SEITENZAHL > 352 SEITEN PREIS > ¤ 14,99

ier Männer und ein Hausboot. Bisher verbinden nur die wöchentlichen Badmintonrunden den spießigen Pfarrer Henner, den unzuverlässigen Simon, den bindungsängstlichen Patrick und den Verlierer Mark. Während der Tour auf der Havel nördlich von Berlin fallen gepflegte Fassaden und so manche Lebenslüge, was die vier zu echten Freunden macht und ihren Existenzen einen neuen Dreh gibt. Tom Liehrs „Leichtmatrosen“ ist eine kurzweilige Sommerlektüre, die von den schrulligen Charakteren und deren chaotischen Abenteuern lebt. Das Buch macht Lust auf einen Hausbooturlaub – aber nur mit Vollkaskoversicherung!

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


hörbuchtipps

eva menasse

frieda runge

Quasikristalle

Föhn über Brauneck

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in Menschenleben kennt viele Rollen: Aus dem Mädchen Xane wird die junge Filmemacherin, dann die Chefin einer Werbeagentur, schließlich eine Großmutter. Menschen kommen und verschwinden wieder, manche Ereignisse sind dramatischer als andere, zusammen ergibt sich ein Mosaik, eine Struktur von Kristallen. Eva Menasse zerlegt das Leben ihrer Protagonistin Xane Molin in einzelne Kapitel, die jeweils aus der Perspektive einer anderen Person erzählt werden: Mal ist es eine Freundin, mal ihr Vermieter, mal ein Mitarbeiter. Für das Hörbuch wurde für jeden Erzähler ein anderer Sprecher gewählt, was die Idee hinter Menasses Buch wunderbar unterstreicht. VON > Eva Menasse LABEL > Argon Verlag ISBN > 978-3-8398-1236-5 AUDIO-CDs > 8 PREIS > ¤ 29,95

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Das total gefälschte Geheim-Tagebuch vom Mann von Frau Merkel

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ie sieht das Leben des Ehemanns der mächtigsten Frau der Welt aus? Joachim Sauers Tagebuch erzählt von seinem Kampf mit der persönlichen Assistentin seiner Frau, enthüllt die wahren Gedanken von Angelika Merkel über ihre Parteikollegen und seinen harten Alltag an der Universität. Einstimmung auf den Endspurt im Wahlkampf 2013: Christoph Maria Herbst liest „Das total gefälschte Geheim-Tagebuch vom Mann von Frau Merkel“, das aus der Sicht des „First Husband“ die Geschehnisse in der Koalition und der Welt kommentiert. Das Hörbuch ist so herrlich ansteckend, dass ich seither während der „Tagesschau“ fortwährend denke: Wie Herr Sauer das wohl sieht…?

ie junge Kunigund sorgt nach dem Tod ihrer Mutter als Erstgeborene aufopferungsvoll für ihre Geschwister und ihren Vater. Bis sie eines Tages auf dem Berg Brauneck dem Sunkenhofer Hartl begegnet, der ihr Herz erobert. Doch die junge Frau fühlt sich der Familie verpflichtet und lässt ihre Liebe vorerst ziehen. Ein Heimatroman als Hörbuch – eine interessante Erfahrung aus der Welt der romantischen Literatur! Was sonst für wenige Cent über die Ladentheken von Bahnhofsbuchhandlungen geht, wird hier von Christian Tramitz auf CD eingelesen und von den Biermösl Blosn musikalisch untermalt. Herzschmerz und bayerisches Landleben inklusive! VON > Frieda Runge LABEL > DAV ISBN > 978-3-8623-1270-2 AUDIO-CDs > 2 PREIS > ¤ 16,99

GELESEN VON > Christoph Maria Herbst LABEL > Argon Verlag ISBN > 978-3-8398-1224-2 AUDIO-CDs > 3 PREIS > ¤ 16,95

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DVDTipps

Die Wand

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rei Freunde - ein Ehepaar und eine Frau - unternehmen einen Ausflug auf eine Berghütte. Das Ehepaar macht einen Spaziergang, von dem es nicht zurückkehrt. Verwundert begibt sich die Frau auf die Suche, bis sie an eine unsichtbare, unüberwindbare Wand stößt. Die Natur um sie herum sieht ganz normal aus, aber sie ist gefangen und muss lernen zu überleben. Es hat 50 Jahre gedauert, bis jemand die Verfilmung des Bestsellers von Marlen Haushofer gewagt hat. Martina Gedeck trägt diesen beeindruckenden Film, die Hauptrolle jedoch spielt die Natur der gewaltigen Bergwelt.

GENRE > Drama REGIE > Julian Roman Pölsler MIT > Martina Gedeck, Karl Heinz Hackl, Ulrike Beimpold FSK > AB 12 jahreN Filmszene aus « Searching for the Sugar Man »

SPIELDAUER > 108 MINUTEN

Searching for the Sugar Man

Sommer mit Kehilan

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ie 15-jährige Ida zieht mit ihrer Mutter aufs Land. Als Stadtkind interessiert sie sich vor allem für Mode und findet das Landleben furchtbar. Das ändert sich, als ihr der stürmische Rappe Kehilan begegnet. Sie freundet sich mit ein paar Reiterinnen an und beginnt, mit dem schwierigen Pferd zu trainieren. Doch es gibt ein großes Problem: Kehilan soll zum Schlachter gebracht werden. Der norwegische Jugendfilm beschreibt auf rührende Art die Loyalität zwischen Mensch und Tier und feiert das Einstehen für wahre Freunde. Ein Film für jugendliche Pferdefreunde!

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GENRE > Dokumentarfilm REGIE > Malik Bendjelloul FSK > ohne Alterbeschränkung SPIELDAUER > 83 MINUTEN

ixto Rodriguez lieferte im Südafrika der 70er Jahre den Soundtrack für die Anti-Apartheidsbewegung. Für die Jugend des Landes stand der mexikanisch-stämmige Singer-Songwriter auf einer Stufe mit Bob Dylan und Simon&Garfunkel. Aber eben nur in Südafrika. In den USA waren seine Alben gefloppt. Regisseur Malik Bendjelloul machte sich auf die Suche nach den Wurzeln des Musikers und entdeckte mehr als er sich vorstellen konnte. Diese Doku ist spannender als mancher Spielfilm und filmisch hervorragend umgesetzt – dafür erhielt der Film 2013 einen Oscar.

GENRE > Jugendfilm REGIE > Anders Øvergaard MIT > Victor Haugen Kristiansen, Marianne Meløy, Elise Strømberg Mærlie FSK > AB 6 jahreN SPIELDAUER > 79 MIN.

Freitag,

5. Juli

Samstag,

Heimbringerdienst-Busrouten unter: www.union-schardenberg.at

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Sonntag,

5. bis 7.Juli 2013 SCHARDENBERG SCHARDENBERG

7. Juli

21.00 Uhr

6. Juli

21.00 Uhr

10 Uhr: Frühschoppen 14 Uhr: Kleinfeldturnier abends

Zeltfest-Ausklang

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


WEB, APPs und Co. “IDEAS WORTH SPREADING“

FÜR VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER

WWW.TED.COM

WWW.THEYRULE.NET

T

ED ist eine Non-Prof itOrganisation aus Monterey, Kalifornien. Die alljährlich stattfindende Konferenz hat es sich zur Aufgabe gemacht, ganz bestimmte Themen auf die „globale Agenda“ zu setzen. Es geht um Ideen, die in den Augen der Macher das Potenzial haben, die Einstellungen, Verhaltensmuster und damit letztlich die Leben der Menschen zu verändern. Die Veranstalter bringen dafür drei unterschiedliche Welten in Austausch miteinander: Technologie, Entertainment und De-

sign – das ist TED. Jeder Redner hat maximal 18 Minuten, um seinen Punkt zu machen. Die besten Vorträge werden anschließend als Videos auf TED.COM zur freien (!) Verfügung gestellt. Insgesamt stehen schon über 1.500 Vorträge samt Untertiteln zum Abruf bereit. Das mit mehr als 17.000.000 Klicks derzeit beliebteste Video ist übrigens ein leidenschaftliches Plädoyer zur Schaffung eines neuen Bildungssystems, das Kreativität fördert und nährt (anstatt sie zu ersticken). Definitiv einen Klick wert! KOSTEN

Kategorie

C

neue medien

Video–Podcast

¤

Kostenlos

Ob diese Empfehlung angesichts der neusten Meldungen über Internet–Spionage und ausgespähte Facebook–Konten wirklich eine gute Idee ist, darf bezweifelt werden.

B

ei WWW.THEYRULE.NET handelt es sich nämlich um eine Enthüllungsplattform im Stil von WIKILEAKS oder CRYPTOME.ORG. Der User kann auf einer Karte die Konzerne, Institutionen und Regierungen der USA nebeneinander aufrufen und so die zahlreichen Verbindungen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft Kategorie

C

sommer 2013

Enthüllungsplattform

und Politik nach und nach aufdecken. Die Seite könnte Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die schon immer wussten, dass Politik in den USA nur noch von Unternehmen und Lobbyisten gemacht wird - und nicht von eigens dafür gewählten Volksvertretern. Deshalb: Benutzung lieber nur auf eigene Gefahr! KOSTEN

¤

Kostenlos

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zeitvertreib

WER BIN ICH?

BUCHVERLOSUNG

Verschoben!

S U

nser neues Bilderrätsel befasst sich mit Personen des öffentlichen Lebens, die irgendwann auch einmal in der PASTA! abgebildet wurden – kennen Sie den hier „verschobenen“ Promi? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an: gewinnspiel@pastaonline.de oder schicken Sie uns eine Postkarte mit der richtigen Lösung an pasta! römerstraße 3, 94032 passau. Unter allen Einsendern verlosen wir gemeinsam mit Bücher Pustet drei Exemplare der Buch-Neuerscheinung „Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl´s Diner“ von Edward Kelsey Moore.

Petra Kuhn, Passau

eit fast vierzig Jahren gehen die drei Freundinnen Odette, Clarice und Barbara Jean miteinander durch dick und dünn. Und ungefähr genauso lang ist das Dreiergespann nur als die »Supremes« bekannt. Jeden Sonntag treffen sie sich gemeinsam mit ihren Ehemännern in Earl’s Diner, wo sie einst ihren Spitznamen erhielten. Unter den wachsamen Augen von Big Earl, dem Besitzer des Diners, wuchsen sie zu dem heran, was sie heute sind: drei kluge, witzige und starke Frauen. Und auch nach seinem Tod hat Big Earl weiterhin ein Auge auf seine »Supremes« – so wie auch andere gute Geister, denn dem Charme dieser außergewöhnlichen Ladys kann einfach niemand widerstehen ...

Herzlichen Glückwunsch! Bitte holen Sie Ihren Buchgewinn in unserer Redaktion, Römerstraße 3, Passau-Innstadt, nach telefonischer Voranmeldung unter Tel. +49 (0)851/9290865 ab. Vielen Dank!

„Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl´s Diner“ von Edward Kelsey Moore ist im Limes Verlag erschienen (ISBN 978-3-8090-2623-5) und kostet 19,99 EUR.

GEWINNER! Jeweils ein Exemplar des Buches „Hilfe, die Googles kommen“ von Tobias Mann aus der Juni Ausgabe haben gewonnen: Silvia Berlinger-Gessl, Hauzenberg Katharina Olbrich, Wien

auflösung des letzten fotos: elisabeth spatz-distler (spatz hutdesign)

IMPRESSUM HERAUSGEBER

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GABRIEL.LLOYD MARTENS. VERLAG & WERBEAGENTUR GMBH RÖMERSTRASSE 3, 94032 PASSAU

ANZEIGENLEITUNG > CORNELIUS LLOYD MARTENS TELEFON +49 (0)851-9 29 08 65 ANZEIGENLEITUNG@PASTAONLINE.DE

KONTAKT TELEFON +49 (0)851-9 29 08 65 FAX +49 (0)851-9 29 08 66 REDAKTION@PASTAONLINE.DE WWW.PASTAONLINE.DE

ANZEIGENAKQUISE > GUDRUN KARLSTETTER KARLSTETTER@PASTAONLINE.DE

LEITUNG > Cornelius Lloyd Martens Redaktion > TILL GABRIEL, CHRISTIAN GÖTZ, CLAUDIA KNOBLOCH, BENEDIKT KUHNEN, NINO SCHATA

LAYOUT & SATZ > LUKAS MUSILEK LEKTORAT > CHRISTIAN GÖTZ DRUCK > TUTTE DRUCKEREI & VERLAGSSERVICE GMBH

TITEL FOTOS > FLORIAN WEICHSELBAUMER

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JANDA+ROSCHER, Die WerbeBotschafter

GESTALTUNG & DRUCK REDAKTION

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hochwasser Passau im JUNI 2013

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Unser Original

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Heute. Immer. Innstadt.

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Pasta! Sommer 2013 Doppelausgabe  

Das Passauer Stadtmagazin Sommer 2013: Kraft der Katastrophe

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