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PASSAUER STADTMAGAZIN

wiederentdeckung

der kartoffel Neues von einer alten Bekannten | seite 18

fidel gastro > zweite heimat neue serie > bewegungsmelder kulturtipps b端cher

UNBEZAHLBAR!

ohne worte > josef brunnbauer sommerabschluss > passauer herbstdult kino Passauer Stadtmusikanten > kathi gruber YOUNGTIMER > traktor IHC

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editorial

kritikkultur: e n g a r d e !

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Liebe Leserinnen und Leser, von meinem längst verstorbenen Großvater ist mir, neben seinem wundervollen Klavierspiel, vor allem ein Satz in Erinnerung geblieben, der mich noch heute prägt und beschäftigt: Es müsste doch mal möglich sein … Dieser Satz fand auf alle möglichen Lebenslagen Anwendung, in denen es gerade nicht so rund lief – insbesondere dann, wenn es etwas zu kritisieren gab. Statt völlig aus der Haut zu fahren, bediente man sich einfach dieses Satzes als Einleitung – die leicht humorvolle Note machte die in der Folge geäußerte, durchaus ernst gemeinte Kritik dann auch dem Gesprächspartner gegenüber erträglich. Gewissermaßen Florett statt Samuraischwert. Wie so oft kommt es auf das „wie“ an: Schwer in Mode gekommen sind Shitstorms in den sozialen Netzwerken. Weitgehend anonym und häufig unter Vernachlässigung der deutschen Sprache wird auf Facebook & Co. gegen alles Mögliche gewettert. Auf eine Art

und Weise, die ich gar nicht mehr ärgerlich, sondern nur noch höchst beschämend finde. Haben wir komplett verlernt, sachliche Kritik zu äußern? Sollen wir alles nur noch irgendwie gut finden und nur dann, natürlich inkognito, draufhauen, wenn keiner zusieht? Mir scheint, als sei echte Kritikkultur verloren gegangen. Kritik, die konstruktiv ist, nicht destruktiv. Kritik, die intelligent geäußert wird, die uns weiterbringt, die das Ziel hat, uns, unsere Produkte, unsere Arbeit, unsere Beziehungen zu verbessern. Ja, es ist ein schmaler Grat zwischen Gscheithaferl und mutigem Statement, zwischen verletzten Gefühlen und Ehrlichkeit. Wir finden vieles gut, aber längst nicht alles. Und das sagen und schreiben wir. Wir geben uns dabei immer Mühe, den richtigen Ton zu treffen. Ganz sicher haben wir keine Angst. Auch nicht vor Ihrer Kritik. Immer her damit! Es müsste doch mal möglich sein!

Anderer Meinung?

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C o r nelius L l o y d M a r tens

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4. juni 2013

pa s s au ,


k leine k lingerg a sse

19. August 2014

PASTA! MAI 2014

Fotos > Florian W eichselbaumer


herbert grantelt

»Die Möglichkeit für Götz­...« Herbert im Rausch des Private Hearing

text > CHRISTIAN GÖTZ

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o eine Fußball–WM ist schon was Vorbereitung im Geiste, die dem gemeinen sie nun darum gebeten hat oder nicht. Wir Schönes. Und trotz aller Unkenrufe Bürgerhirn so viel Sauerstoff entzog, dass es hatten nicht darum gebeten. Die Schmatzgeauch irgendwie wichtig. Natürlich zumindest die Jüngeren unter uns nicht in räusche und Fußmassagen hätte Thomas kann man sich über die Mauscheleien und Scharen auf die Straße trieb? Hier wird es Mann wohl als „naiv–vital“ bezeichnet – wir Vetternwirtschaft dahinter furchtbar aufre- dann schon schwierig mit der externalen fanden sie einfach nur ekelhaft. Da der gute gen; man kann auch beklagen, dass vor lauter Kausalattribuierung – bzw. einfach mit der Uli jedoch grundsätzlich an alles denkt, Rasenfixierung die Krisen dieser Welt me- Antwort: Die WM war’s natürlich nicht. hatte er Kopfhörer dabei, mittels derer wir dial zu kurz kommen; oder man kann sich Eher die mangelnde Weitsicht einer derzeit das Spiel parallel per Radio verfolgten. Oder mit betroffener Miene darüber echauffieren, etwas überversorgten Bürgerschaft. Aber besser – nicht ganz parallel. Im Gegensatz zu dass während der WM in Berlin unpopuläre das ändert sich erfahrungsgemäß zuverläs- unserem Radiobericht lief die Internet–FernEntscheidungen gefällt werden. Ach Goddele. sig mit der nächsten Wirtschaftskrise – und sehübertragung des Saugglockenpaares Die WM als Sündenbock für Momente geis- die kommt so sicher wie der nächste Krisen- nämlich mit einer knappen Minute Verzögetiger Umnachtung an der Wahlurne – man herd, Umsturz oder Bürgerkrieg. Umso mehr rung über den Bildschirm. Als Götze schließnennt das in der Psychologie „externale Kau- sollte ein solches Sportfest gefeiert werden, lich den erlösenden Treffer erzielte, ließen salattribuierung“, auch nachzuschlagen im in dem Nationen weitgehend fair gegenein- wir uns nichts anmerken; allerdings muss Uli Lexikon Bayerischer Verdrängungsstrategien ander antreten, anstatt im Namen irgend- vor lauter stiller Freude irgendwie an den unter „I“ (… ha’s eh ned gwoid), „K“ (… ast eh welcher Gottheiten oder für die Mitglied- Schalter des Routers gekommen sein. Wir sawoin, wen'st wuist, han e ois de gleichn schaft in der IG Analphase lupenreiner hen das Tor dann in den zig Wiederholungen, Hanswurschtn) oder „W“ (… on i woin ganga Demokraten wehrlose Zivilisten abzu- flankiert von den lautstarken Vorwürfen der waar, waar’s a ned andas kemma). schlachten. Ein Sportfest, in dem Millionen Gastgeberin an ihren Partner, das habe er Vielleicht darf ich in diesem Zusammen- Menschen zusammen bangen, fiebern, wei- nun von seinem „scheiß Internetglump“. Die Schmatz– und Massierstunde hatte hang auch daran erinnern, dass die mit Ab- nen und jubeln. Friedlich. Bis auf mich. Mein Kumpel Uli und ich waren zum jedenfalls ein jähes Ende gefunden – und die stand irrsinnigste, bescheuertste, nur mit kollektiver Hirnimplosion zu erklärende po- Endspiel bei einem Paar zu Gast. Was ich Weltmeisterschaft einen würdigen Ausklang. litische Entscheidung ganz transparent vor nicht wusste: Es handelte sich um eines jener So strömet Freud und Leid, wie die Zeiten der WM fiel: die Rentenreform für Gutver- Paare, die ihre Mission darin gefunden zu wandeln (Shakespeare). Doch Wandel bringt diener inklusive Mütterrente. Schon verges- haben scheinen, die Umwelt an ihrer gegen- nicht nur die Zeit, man schafft ihn auch sen? Oder war’s in diesem Fall etwa die WM– seitigen Zuneigung teilhaben zu lassen – ob durch Handeln (Herbert). 6

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fotointerview

Ohne

Worte

josef brunnbauer GEBOREN 1. august 1965 öko–bauer, geschäftsführer biokreis e.v. STATUS erntezeit NAME

BERUF

Schämen Sie sich beim Discounter? Oder gehen Sie da gar nicht hin?

Was für ein Gefühl löst das Angebot von 8,88 Euro für 1 Kilo Schweinefilet bei Ihnen aus?

Inwieweit hat gesunde Ernährung mit materiellem Reichtum oder gar mit Intelligenz zu tun?

Tragen alle Ökobauern daheim Birkenstock–Sandalen?

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fotointerview

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979: Die erste Ausgabe der taz erscheint, Die Grünen werden gegründet und der Biokreis, damals noch Biokreis Ostbayern genannt, entsteht aus einer Verbraucherbewegung heraus – und zwar in Passau, wo der inzwischen deutschlandweit viertgrößte Anbauverband für ökologischen Landbau auch heute, 35 Jahre später, noch seine Heimat hat. Am Stelzlhof in Passau leitet Sepp Brunnbauer seit nunmehr fast 20 Jahren die Geschicke des Biokreis e.V. und bewirtschaftet die Ökolandwirtschaft Stelzlhof quasi im Ne-

benerwerb. Auf 85 Hektar werden Getreide, Leguminosen und für den Hausgebrauch Tomaten, Kartoffeln, Kürbisse und vieles mehr nach den Biokreis–Richtlinien angebaut und wandern anschließend nicht selten direkt in die Kochtöpfe des Biowirtshauses Fliegerbauer, das sich ebenfalls auf dem Gelände befindet. Als Biokreis–Geschäftsführer ist der 49– Jährige mit seinem etwa 20–köpfigen Team Ansprechpartner und Schnittstelle zwischen Landwirt, Verarbeiter und Verbraucher. Der

Verband für ökologischen Landbau und gesunde Ernährung zählt heute über 1.000 landwirtschaftliche Betriebe in ganz Deutschland als Mitglieder, dazu 110 Verarbeiter, die das Biokreis–Siegel nutzen. Wenn Brunnbauer nicht gerade auf seinem eigenen Acker steht, hackt, sät oder ackert, tanzt er schon auch mal leidenschaftlich Salsa.

text > cornelius lloyd martens fotos > florian weichselbaumer

Es gibt ja dieses Sprichwort – im Umkehrschluss: Hat der schlauste Bauer die kleinsten Kartoffeln?

Was machen Pflanzen eigentlich im Winter?

Wie schmecken Holland–Tomaten?

Ihre Meinung zur Mindesthaltbarkeits–Kennzeichnung von Nudeln?

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BAYRISCH HANDCUFFS Die h채rtesten Handschellen der Welt.

Echt Bayern. Echt Penninger.


f i de l g a

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Geht’s noch?

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Cornelius Lloyd Martens beschäftigt sich, seit er denken kann, mit Essen und Trinken. Wenn er gerade nicht selbst am Herd steht, ist der Ex–Gastronom entweder beim Essen in einem der hiesigen Lokale oder isst sich auf seinen Reisen durch die Töpfe der Welt. Sein Credo: Wirtshaus oder Sternerestaurant – magische Momente kann man überall erleben.

ielen Lesern der PASTA! gefällt, dass wir in unserer Serie Fidel Gastro offen und ehrlich, also auch durchaus kritisch über den Zustand der hiesigen Gastronomie berichten. Aber es gefällt nicht allen: Neben viel Lob, in dem immer wieder das Schlagwort Objektivität fällt (obwohl wir diesen Begriff für problematisch halten, da es sich bei Fidel Gastro nach wie vor um die subjektive Sichtweise des Verfassers handelt), gibt es auch einige Stimmen, die unsere Art der Berichterstattung ablehnen. Passau habe durch Hochwasser, Semesterferien, eine Wintersaison weitgehend ohne Touristen, Demografie, Preissteigerungen u.v.m. schon genug Probleme, da brauche es nicht noch selbsternannte Gastro–Kritiker. Tenor: Die PASTA! möge doch bitte ausschließlich positiv berichten, Kritik sei nicht erwünscht. Vereinzelt waberte gar die Ankündigung eines PASTA!–Anzeigenboykotts zu uns herüber. Wie dem auch sei: Jeder, der uns und unsere Arbeitsweise kennt, weiß, dass wir nicht einfach sinn– und planlos draufhauen. Nichts liegt uns mehr am Herzen als ein f lorierendes, innovationsfreudiges (gastronomisches) Umfeld. Wer sich ausschließlich schöngefärbte, teuer bezahlte PR–Texte durchlesen möchte, möge bitte in Zukunft unser Magazin meiden. Allen anderen wünschen wir viel Spaß bei Fidel Gastro!

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f i de l g a s t r o

schmeckt man: das Burger fleisch wir d täglich durch den fleischwolf gedreht

alles richtig gemacht: das brötchen von der biobäcker ei wagner hält den burger zusammen

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f i de l g a

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fidel gastro testet die

Zweite Heimat Passau hat einen neuen Burgermeister

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tändig informieren und diskutieren wir parallel zur Printausgabe der PASTA! auch auf unserer PASTA!–Facebookpräsenz über gutes Essen, gastronomische Innovationen und neue Konzepte. Vor einigen Monaten ging es um die Frage, wo es den besten Burger der Gegend gibt. Zum Zeitpunkt der Diskussion hatte die Zweite Heimat, die wir heute testen, noch nicht eröffnet. Man muss dazu wissen, dass es kaum eine Warengruppe gibt, die mit so vielen Vorurteilen besetzt ist wie der Burger. Die Assoziation des Produktes zur Kategorie Fast Food hat zur Folge, dass einerseits die Bereitschaft, für einen Burger mehr als das Doppelte eines Ketten–Burgers auszugeben, überschaubar ist. Andererseits haben die meisten Gastronomen geglaubt (einige glauben es immer noch), man könne anständige Burger aus Fertig–Patties und Fertig–Buns zusammentackern, dazu Fertig–Fritten servieren und diese dem Gast dann als authentisches US–Food vorsetzen. Mag sein, dass dieses System noch in einigen Sportsbars, auf Campingplätzen und bei Imbissen funktioniert; mit einem richtigen Burger hat das aber kaum etwas zu tun. Zum Glück haben in den letzten Jahren einige wenige Lokale unserer Region den Burger aus der Fast Food–Tristesse geholt: Hier ist, wie so oft, das Couch Cafe lobend zu erwähnen, ebenso das va bene, das zwar keine klassischen Burger anbietet, dessen Produkt Focaccia Burger aber in die Wertung kommt. Vor wenigen Wochen eröffneten nun tatsächlich zwei ehemalige Passauer Studies, die ihre gutbezahlten Jobs zugunsten der gastronomischen Selbstständigkeit geschmissen haben, einen Burgerladen: Die Zweite Heimat,

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die wir heute testen. Viele unserer geneigten Leser wissen, dass wir bisweilen krankhaften Ehrgeiz, auf jeden Fall aber viel Zeit und Geld in die eigene gastronomische Bewusstseinserweiterung stecken: Ziel ist dabei immer, möglichst viel(e) Erfahrung(en) zu sammeln, Vergleiche und Querverbindungen herzustellen und die eigene Urteilskraft zu stärken. Dafür allerdings ein langes Wochenende nach Berlin zu fahren, und sich, angefangen bei der Kette Kreuzburger, durch die dortigen Burgerlokale, namentlich Schiller Burger, Burgeramt, Zsa Zsa Burger, Frittiersalon und natürlich das unvermeidliche White Trash zu essen, ist zugegebenermaßen schon ziemlich nerdig. Mein Kollege setzte dem ganzen insofern noch die Krone auf, als er stolz berichtete, während meiner Abwesenheit einen Redaktions–Fleischwolf angeschafft zu haben, mit dem er das perfekte Burgerfleisch zu wolfen gedenke, was er auch flugs in die Tat umsetzte.

Wo gibt es den besten Burger in der Gegend?

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f i de l g a s t r o

miles davis meets alpen-panor ama: hier fühlen sich auch hipster zuhause

Tische aus Europaletten, alles BIO, farbenfrohe Kunst an den Wänden

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Man könnte sagen, wir haben uns gut vorbereitet. Zurück zu unserem heutigen Testobjekt: Die beiden Macher der Zweiten Heimat, Rafael Palacios Altamirano und Stefan Lang haben sich ganz offensichtlich von eben jenen Burgerläden inspirieren lassen, die im Laufe der letzten Jahre in München, Hamburg und Berlin wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Die Zweite Heimat jedenfalls hat genau diesen lässigen Kreuzberger bzw. Schanzen– Style: Selbst zusammengezimmerte Tische aus Europaletten, alles BIO, farbenfrohe Kunst an den Wänden und eine lockere, offene Atmosphäre, die auch durch die verschiedenen Sitzhöhen erreicht wird. So weit, so gut: Ein offensichtliches Problem stellt (noch) die Abluft da: Wir sind mittags da, der Laden ist (wie seit seiner Eröffnung praktisch jeden Tag) bumsvoll, die fleischgeschwängerte

Luft zum Schneiden. Zum Glück ist (so etwas wie) Sommer und die Türe ist geöffnet. Hier besteht jedenfalls dringender Handlungsbedarf, der aber, so wird uns versichert, bereits erkannt worden ist und behoben wird. Die Karte ist erfreulich klein: 5 verschiedene Burger, 5 Salate, Bier, ein paar Longdrinks und Cocktails – das war’s, und mehr braucht es auch nicht. Wir bestellen einmal alles, so können wir zumindest sagen, alles probiert zu haben. In die Burger ist, das wird sofort deutlich, am meisten Expertise gesteckt worden: Das Bio–Rindfleisch, jeden morgen frisch durchgedreht und gerade medium gebraten, hat genau jene Körnung und Fluffigkeit, die ein guter Burger verlangt. Vergessen sind die brikettartigen, viel zu dichten Patties, mit denen wir unseren Gaumen jahrelang beleidigen mussten. Auch die Form verdient sehr gute Noten:

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f i de l g a

Ein Burger ist keine Fleischpflanzerlsemmel, sondern ein ganz wunderbarer, filigran komponierter Turm, der von zwei resch angetoasteten Brötchenscheiben zusammengehalten wird. Auch hier wird alles richtig gemacht: Die Brötchen werden eigens von der Biobäckerei Wagner produziert; ein Aufwand, der sich lohnt, denn das Brötchen hat so gar nichts mit den pappigen Fertigkandidaten von Salomon & Co. zu tun. Höchstnoten auch für die offenkundig selbstgemachten Saucen und die selbsteingelegten Gurken. Auch der Ansatz bei den Pommes, diese doppelt zu frittieren, stimmt – wenn es sich dabei auch um ein, allerdings hochwertiges, belgisches Fertigprodukt handelt. Gerade bei den recht dünn vorgeschnittenen Süßkartoffelpommes wird das doppelte Frittieren dann schnell zum Problem – sie trocknen aus. Königsdisziplin wäre

hier in jedem Fall, handgeschnittene Pommes anzubieten. Wirkliche Schwächen sind bei den Burgern aber nicht auszumachen – für uns in Summe der derzeit beste Burger der Stadt. Abzüge gibt es höchstens in der B–Note, und zwar bei den Salaten: Diese sind zwar üppig, phantasievoll und durchaus wohlschmeckend; einen Caesars Salad aber hauptsächlich aus Eisbergsalat und dann auch noch mit Tomaten zu servieren, muss nicht sein. Hier wäre eine ähnliche Souveränität und Sachkenntnis wie bei den Burgern wünschenswert. Im Ergebnis steht die eindeutige Feststellung: Die beiden Macher wissen, was Sie tun – und Sie wissen auch, dass Sie noch nicht am Ziel sind. Wir haben das gute Gefühl, dass Sie an der weiteren Optimierung arbeiten; mehrere nachfolgende Testbesuche haben dies bereits bewiesen.

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infos

Zweite Heimat Burger, Bier & mia Brunngasse 2 94032 Passau Telefon: 0851 / 22 60 89 38 Öffnungszeiten: Montag bis Samstag ab 11.30 Uhr

nicht nur die burger sind hausgemacht: tische aus europaletten

september SOMMER 2014 2014

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gastro news

BEWEGUNGSMELDER Wir von der PASTA! sind ständig in unserer Stadt unterwegs. Genau hier befinden sich nämlich viele unserer Leser – und Kunden! Kein Printtitel in der Region hat mehr Gastrokunden als die PASTA! – und das aus gu-

tem Grund: Wir sind nah dran am Geschehen, immer auf der Suche nach bemerkenswerten Konzepten, innovativen Wirten, phantasievollen Kreationen und kompromisslosen, leidenschaftlichen Menschen.

von cor nelius lloy d m a rtens

große klingergasse Die neue Passauer Gastro–Meile?

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ir sind normalerweise vorsichtig mit Vorschusslorbeeren, aber die Große Klingergasse könnte auf Sicht tatsächlich eine sehr abwechslungsreiche Gastro-Meile werden: Zu den bereits etablierten Lokalen Anatolia, va bene und HendlHouse ist vor kurzem Passaus erstes veganes Lokal, das Selly’s dazugekommen. Soeben ist zudem das Lokal Barschaft (die ehemalige Cafebar Otto) an den Start gegangen. Und auch das einstige Margaritas erwacht bald endlich aus dem Dornröschenschlaf – hier wird demnächst ein asiatisches Restaurant eröffnen. Wenn dann noch das Beef Boys seine Pforten öffnet, hat diese einst eher vernachlässigte Gasse eine nie dagewesene gastronomische Varianz, die Passau und der Fußgängerzone sehr guttun wird.

BARSCHAFT

hörgenuss trifft trinkgenuss –

„bean me up, charly“ – oder

Das Elysium

vegan kommt an!

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ur einen Steinwurf entfernt im Bratfischwinkel eröffnet dieser Tage Das Elysium. Mutig, wer hier, mitten im Hochwassergebiet, einen neuen Laden eröffnet; noch mutiger, dass ein Doktor elysium der Physik auf dem Stand der heute verfügbaren Technologien High End Acoustic Systems auf Ultra–Niveau (handmade in Germany) entwickelt und verkauft – und dies auch noch mit einem Weinhandel kombiniert! Wobei: Hör– und Trinkgenuss sind zwei wunderbare Partner. Aber damit nicht genug. Es gibt dort noch viel mehr zu entdecken. Erlesenes für alle Sinne, so das Konzept, lässt auf einen vielseitigen Mix unter einem Dach schließen. Wir sind sehr gespannt.

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och einmal zurück in die Große Klingergasse: Das im Mai eröffnete Selly’s brummt. Dabei waren sich die Betreiber anfangs gar nicht so sicher, ob sie tatsächlich alles auf die – im wahrsten Sinne des Wortes – vegane Karte setzen sollten. Der Erfolg gibt dem Selly’s recht: Die Gäste lieben das Essen, und zwar unabhängig davon, ob sie Fleischesser, Veselly’s getarier oder Veganer sind. Kein Wunder also, dass wir auf unseren Gastro–Test über das Selly’s viele positive Rückmeldungen bekommen haben. Übrigens hat man dort auch auf die von uns geäußerte Kritik reagiert: Das Innere des Lokals ist schon deutlich gemütlicher geworden.

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FOTO > FLORIAN WEICHSELBAUMER


KARTOFFELN

Erdäpfel

arber ÄrpelBramburi

flezbirn Nudel schucke Bulwe KARTOFFELN Grumpa duffel Grumbir

Erdbirn Grübling Kästen

tartuffli

Tüffelken

die kartoffel zählt zu den beliebtesten lebensmitteln weltweit und ist ein unverzichtbares grundnahrungsmittel, ohne dessen existenz die weltbevölkerung kaum ernährt werden könnte. vor 450 jahren begann die knolle mit den vielen namen ihren siegeszug in europa. autor und herausgeber till gabriel, der selbst kartoffeln anbaut, erzählt ihre geschichte.

DER TRICK DES ALTEN FRITZ

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s muss für die Bauern in Brandenburg ein ungewöhnlicher Anblick gewesen sein, als Soldaten ihres Königs Friedrich II. große Felder anlegten und dort „Tartufeln“ vergruben – ein neuartiges Gewächs, das weithin unbekannt war. Da die Soldaten die Felder streng bewachten, musste es mit dieser Pflanze etwas besonderes auf sich haben. Wenn etwas bewacht wird, hat es einen hohen Wert – so dachten die Bauern. In der Nacht, wenn die Soldaten sich schlafend stellten, stahlen die Bauern die Knollen vom Feld und pflanzten sie auf ihren eigenen Äckern. Die Soldaten hatten den Befehl, wegzusehen und die Plünderungen zuzulassen. Die Bauern ahnten nicht, dass es sich dabei um eine List ihres Königs handelte, der seine Bevölkerung nach mehreren Missernten und Hungersnöten dazu bringen wollte, Kartoffeln als Grundnahrungsmittel anzubauen. So oder ähnlich hat es sich zugetragen – der Legende nach. Belegt ist hingegen, dass der Preußenkönig Friedrich II., später „der Große“ genannt, im Jahr 1746 den ersten „Kartoffelbefehl“ ausgab, und zwar anlässlich einer Hungersnot in Pommern. Da die Bauern auch durch gutes Zureden nicht da-

SEPTEMBER 2014

Solanum tuberosum die kartoffel

der botanische name der kartoffel bedeutet übersetzt so viel wie „knolliger nachtschatten“ – denn die pflanze gehört zur familie der nachtschattengewächse (solanaceae). sie stammt ursprünglich aus den anden in südamerika und umfasst heute ca. 5.000 arten, wovon knapp 2.000 arten wild wachsen. in den anden wird sie seit knapp 8.000 jahren von menschen angebaut.

ihr deutscher name „kartoffel“ leitet sich vom italienischen „tartufoli“ ab, was so viel wie „kleiner trüffel“ bedeutet. das englische „potato“ stammt vom spanischen „patatas“, was einfach nur „knolle“ bedeutet.

andere nationen wiederum vergleichen gerne kartoffeln mit äpfeln und birnen: die franzosen nennen sie „pommes de terre“, also „erdapfel“ – ebenso die schweizer. und die saarländer erkennen in ihr eine birne, weshalb sie dort „erdbirn“ oder „grumbir“ heisst.

von zu überzeugen waren, die Kartoffeln freiwillig anzubauen, mussten Soldaten den Anbau überwachen und die Bauern zu ihrem Glück zwingen. Dass die Bevölkerung trotz des großen Hungers die neue Knolle ablehnte, bestätigt einmal mehr die Erkenntnis: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“ Doch der „Alte Fritz“ blieb hartnäckig: Auf mehreren Inspektionsreisen überprüfte der König den Fortschritt des Kartoffelanbaus in seinem Reich. Doch erst 20 Jahre nach seinem Tod hatte sich die neue Frucht auf den Äckern und in der Küche etabliert.

DER ERSTE KONTAKT Zu diesem Zeitpunkt hatte die Kartoffel in Europa aber schon einen langen Weg hinter sich: Zwar ist bis heute nicht genau geklärt, wie und durch wen die Kartoffel von Südamerika nach Europa kam. Bekannt ist aber, dass im Jahr 1567 drei Fässer mit Kartoffeln, Orangen und grünen Zitronen von Gran Canaria nach Antwerpen verschifft wurden. Man kann also davon ausgehen, dass bereits um 1562 Kartoffeln auf Gran Canaria angebaut wurden, da es ungefähr fünf Jahre dauert, um so viele Kartoffeln für den Export zu erhalten.

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KARTOFFELN

DAS ENDE DER EUPHORIE

Der Kartoffelkäfer, während des Kalten Krieges propagandistisch auch „ Ami-Käfer “ oder „ Colorado-Käfer “ genannt, war und ist der gefürchtetste Schädling der Speisekartoffel. Bis in die 60er Jahre wurden Schüler in Kolonnen auf die Felder geschickt, um

So wie in Irland, das zu jener Zeit eine britische Kolonie war und Fleisch und Getreide an das Mutterland abführen musste, war die Kartoffel zu Beginn des 19. Jahrhunderts in vielen Gebieten Europas die wichtigste Nahrungsquelle. Als dann der Kartoffelkäfer und die Kartoffelfäule aus Amerika nach Europa eingeschleppt wurden, folgten jahrelange Missernten und damit große Hungersnöte aufeinander. In Irland zeigte die „Große Hungersnot“ (Great Famine) der Jahre 1845 bis 1852 die Schattenseiten der Monokultur und der einseitigen Landwirtschaft: Alleine hier starben innerhalb von zwei Jahren fast eine Million Menschen an Hunger. Wer konnte, wanderte aus – meist in die USA.

die Käfer abzusammeln. Deshalb hießen die Herbstferien früher auch „ Kartoffelferien“.

Kennengelernt hatten die seltsame Frucht vermutlich schon die ersten Spanier, die das Inkareich betraten, unter ihnen Francisco Pizarro, der 1532 bis zu den Anden vorstieß. Jedenfalls erreichte die Kartoffel irgendwann zwischen 1565 und 1570 das europäische Festland. Nach England gelangte sie angeblich ohne Umweg über Spanien – die Abenteurer Sir Francis Drake, Sir Walter Raleigh und auch Thomas Harriot waren aber nicht die Überbringer der ersten Knollen, auch wenn sie immer wieder gerne in diesem Zusammenhang genannt werden. Spätestens 1596 war die Kartoffel in mindestens einem Ort in England zu finden, nämlich im botanischen Garten von John Gerard in Holborn, der in diesem Jahr einen Pflanzenkatalog verfasste, in dem auch die neuartige Erdknolle vorkam. In Irland ist der Kartoffelanbau seit dem Jahr 1606 belegt, und bis zum Ende des Jahrhunderts hatte sich die Kartoffel auf der Insel zum Grundnahrungsmittel entwickelt. Von Spanien aus verbreitete sie sich nach Italien und Österreich, wo in Linz 1621 ein Kochbuch mit Kartoffelrezepten des Benediktinerabts Caspar Plautz aus dem Kloster Seitenstetten erschien. In Deutschland begann die Kartoffel ihren Siegeszug ebenfalls von Süden her: im oberfränkischen Pilgramsreuth baute man unter den Hohenzollern bereits 1647 Kartoffeln an, im Berliner Lustgarten dann ab 1649. 20

VON DER ZIERPFLANZE ZUM NAHRUNGSMITTEL Damals galt die Kartoffel in weiten Teilen Europas aber noch als reine Zierpflanze, die vor allem wegen ihrer schönen Blüte kultiviert wurde. Berichten, dass die Kartoffel auch essbar sei, stand man skeptisch gegenüber: Verkostungen der oberirdischen Teile der Pflanze führten immer wieder zu Bauchschmerzen und Vergiftungserscheinungen – es war noch unbekannt, dass die grünen Teile der Pflanze das giftige Solanin enthielten, eine chemische Verbindung, die in vielen Nachtschattengewächsen nachweisbar ist. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts war die Kartoffel als Nahrungsmittel aber schon in weiten Teilen Europas bekannt. Dass Friedrich II. seine Bauern ins Kartoffelglück prügeln ließ, zeigt nur, dass sie noch nicht überall als Ersatz für Getreide und Brot akzeptiert war. Im frühen 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung Europas stetig, nicht zuletzt aufgrund der verbesserten Ernährungslage durch den Kartoffelanbau. Doch gerade, als man sich an die Kartoffel als Grundnahrungsmittel gewöhnt hatte und zu hoffen begann, dass mit dem Anbau von Kartoffeln im großen Stil die Hungersnöte der Vergangenheit angehörten, wurde die Euphorie im Keim erstickt.

DIE GROSSE HUNGERSNOT IN IRLAND als Folge von mehreren Kartoffel–Mißernten forderte fast 1 Mio. Opfer und sorgte in den 1840er und 1850er Jahren für eine große Auswanderungswelle in die USA.

Doch auch in anderen Teilen Europas machte man die schmerzhafte Erfahrung, dass die Kartoffel nicht alle Probleme der Nahrungsversorgung lösen konnte. Sobald die Kartoffelernten schlecht ausfielen, stiegen die Getreide- und Brotpreise, und noch mehr Menschen mussten hungern. Gegen die Kartoffelfäule, die durch den Pilz Phytophthora infestans hervorgerufen wird, war man vollkommen machtlos. Innerhalb weniger Tage wurden ganze Felder befallen, die Pflanzen starben ab und die Knollen, ebenfalls von dem Pilz befallen, wurden braun und vergammelten im Boden. PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


KARTOFFELN

DDR–PROPAGANDA Der von der DDR–Führung „ Amikäfer “ getaufte Kartoffelkäfer wurde in den 1960er Jahren zum Propagandamittel. Man behauptete, dass die US-Regierung Kartoffelkäfer über der DDR abwarf, um die sozialistische Agrarwirtschaft zu sabotieren. Das Einsammeln der Käfer oblag den Schulkindern – die Sammelaktionen waren lange fester Bestandteil des Stundenplans.

AUCH DAS KLIMA ENTSCHEIDET ÜBER DEN

ANBAUERFOLG

Bis heute gibt es übrigens kaum biologische Mittel gegen den Pilz. Und es gibt nur wenige Regionen, in denen sich die Krankheit noch nicht festgesetzt hat. Der Pilz, der auch andere Nachtschattengewächse wie Tomaten befällt, benötigt allerdings relativ viel Feuchtigkeit, um sich ausbreiten zu können. Insofern ist ein mildes, trockenes Klima mit kurzen Niederschlag sperioden w ie beispielsweise auf den Kanarischen Inseln besser für den Kartoffelanbau geeignet als das feuchte, kühle Wetter Irlands. Weitaus gefürchteter als die Kartoffelfäule war der Kartoffelkäfer (eigentlich „ Zehnstreifen-Leichtfuß“, so die Übersetzung seines lateinischen Namens Leptinotarsa decemlineata), der sich in seiner Heimat Colorado in den USA ursprünglich ausschließlich vom Stachel-Nachtschatten ernährte, einem wild vorkommenden Nachtschattengewächs mit hübschen gelben Blüten. Allerdings nur bis zum Eintreffen der ersten weißen Siedler, die die Kartoffel in SEPTEMBER 2014

sein Habitat einschleppten. Er fand Gefallen an der neuen Wirtspflanze – und in Windeseile verbreitete er sich über die Kartoffeläcker der USA und sogar über den Ozean bis nach Europa, wo er gegen Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts bereits zur Plage wurde. Seine Larve und auch der Käfer selbst befallen das Blattwerk der Kartoffelpflanze, die, einmal abgefressen, auch ihre unterirdischen Knollen nicht mehr mit Nährstoffen versorgen kann. Innerhalb kürzester Zeit können auf diese Weise riesige Bestände vernichtet werden – so geschehen in Bordeaux, wo 1922 durch den Käfer fast 250 km² des Bestandes zerstört wurden.

EIN KÄFER WIRD ZUM STAATSFEIND Mit allen erdenklichen Mitteln versuchte man, der Plage Herr zu werden. Zum Staatsfeind wurde der Kartoffelkäfer während des Dritten Reichs: 1935 gründete die deutsche Wehrmacht den Kartoffelkäfer–Abwehrdienst (KAD), der mit Hilfe des Slogans „ Sei

ein Kämpfer, sei kein Schläfer, acht' auf den Kartoffelkäfer!“ versuchte, Schulkinder für die Bekämpfung des Schädlings zu mobilisieren. Das NS-Regime behauptete außerdem, dass die Amerikaner Kartoffelkäfer über Deutschland abwarfen. Diese Behauptung konnte nie verifiziert werden – bewiesen wurde nach dem Krieg nur, dass die Deutschen selbst Kartoffelkäfer züchteten und sie 1943 über der Pfalz bei Speyer abwarfen, um ihre Eignung als biologische Waffe zu testen. Auch die Regierung der DDR bediente sich der Käfer zu propagandistischen Zwecken: Sie behauptete, dass die US-Regierung durch den Abwurf großer Mengen des politisch wirksam getauften „Colorado-Käfers“ versuchte, die sozialistische Landwirtschaft zu sabotieren. Bis in die 60er Jahre sammelten Schulkinder in der DDR die Käfer von den Feldern, um sie dann in Altöl oder Petroleum zu ertränken oder den Hühnern zum Fraß vorzuwerfen. Später wurden die Felder mit verschiedenen chemischen Bekämpfungsmitteln besprüht, unter anderem Arsen und DDT, einem Wirkstoff aus der Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe, der später unter Verdacht geriet, bei Menschen Krebs auszulösen. Mittlerweile hat der Käfer di 21


KARTOFFELN

5000 UNGEFÄHR

KARTOFFELSORTEN GIBT ES WELTWEIT.

verse Resistenzen gegen Insektizide entwickelt, weshalb die Forschung ihr Augenmerk zur Zeit verstärkt auf die Entwicklung gentechnisch veränderter Kartoffelsorten richtet, die gegen den Käfer immun sind.

ROHSTOFFLIEFERANT

KARTOFFEL

1903 nur ca. 12 Tonnen pro Hektar geerntet wurden, waren es 1950 mit 25 Tonnen fast doppelt so viel und im Jahre 2000 mit 43 Tonnen fast das Dreifache des Hektar-Ertrages von 1903. Insgesamt wird heute in Deutschland aber nur noch knapp ein Viertel der um die Jahrhundertwende erzeugten Menge angebaut, nämlich ca. 11 Mio. Tonnen. KARTOFFELERNTE IN MIO. TONNEN (2012)

QUADRATKILOMETER

AGRARFLÄCHE WERDEN WELTWEIT FÜR DEN KARTOFFELANBAU GENUTZT.

120 KARTOFFELSORTEN

SINKENDER VERBRAUCH, HOHER SELBSTVERSOR-

GUNGSGRAD

SIND IN DEUTSCHLAND DURCH DAS

BUNDESSORTENAMT ZUM VERKAUF ZUGELASSEN.

39.000 PROTEINCODIERENDE

GENE

ENTHÄLT DAS GENOM DER KARTOFFEL.

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Mit über 360 Mio. jährlich geernteten Tonnen reiht sich die Kartoffel an 4. Stelle der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt ein. Zu den wichtigsten Anbauländern zählen China, Indien, Russland, Ukraine, USA, Deutschland, Polen, Bangladesch, Weißrussland und Frankreich. Deutschland nimmt eine Sonderstellung beim Import von Frühkartoffeln ein, die hauptsächlich aus Ägypten, Italien und Frankreich stammen. Generell ist der Selbstversorgungsgrad in Deutschland sehr hoch anzunehmen – in guten Anbaujahren liegt er bei 105–110 %. Während in Deutschland um

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KARTOFFELN WERDEN IN EUROPA PRO JAHR UND KOPF GEGESSEN.

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KILOGRAMM

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Trotz der Epidemien und Ernteausfälle gegen Mitte des 19. Jahrhunderts hielt der Siegeszug der Kartoffel weiter an. Die tausenden Erntehelfer wurden zunehmend durch Maschinen ersetzt – zunächst in den USA, wo schon vor der Jahrhundertwende spezielle Erntemaschinen eingesetzt wurden. Um 1890 lag der Verzehr von Kartoffeln in Österreich bei 1 kg pro Kopf und Tag. Heute sind es nur noch ca. 200 g. Auch wenn die Kartoffel besonders in Entwicklungsländern immer noch eine große Rolle für die menschliche Ernährung spielt, so wird doch nur ein Viertel der Ernte direkt vom Menschen verzehrt. Im Laufe ihrer Anbaugeschichte in Europa hat sich die Kartoffel als äußerst vielseitiger Rohstofflieferant erwiesen – nicht nur für den Menschen. Kartoffeln werden beispielsweise auch als Futtermittel für Tiere verwendet – besonders häufig kommen sie bei der Schweinezucht zum Einsatz. Die Industrie wiederum hat es besonders auf die in Kartoffeln enthaltene Stärke abgesehen, da sie als nachwachsender Rohstoff energetisch und stofflich genutzt werden kann – beispielsweise bei der Papierherstellung. Zudem ist die Knolle Basis für modifizierte Stärke, aus der unter anderem das in der Supplementbranche beliebte und bekannte Maltodextrin hergestellt wird. Und zu guter Letzt wird aus Kartoffeln natürlich auch Schnaps gebrannt.

Hinsichtlich des Verwendungszwecks unterscheidet man Kartoffeln meist nach ihren Kocheigenschaften. Doch neben den klassischen Speisekartoffeln gibt es auch nochVeredelungskartoffeln, die ausschließlich für die zur Weiterverarbeitung genutzt werden, Wirtschaftskartoffeln, die sich durch ihren hohen Gehalt an Stärke auszeichnen, oder die Futterkartoffel, die bevorzugt bei der Mast von Schweinen zum Einsatz kommt. Sie alle werden im üblichen Handel nicht angeboten.

KALORIEN UND NÄHRSTOFFE Die Kartoffel gilt landläufig als Sattmacher. Nicht umsonst wird sie gerne als „ Sättigungsbeilage“ zu Fleisch und Fisch serviert. Doch welche Nährstoffe enthält die Kartoffel eigentlich? Kartoffeln zeichnen sich durch einen hohen Wassergehalt aus. Entsprechend ist der Kaloriengehalt mit ca. 70 kcal pro 100 g auch als niedrig einzustufen. Die Kartoffel ist nahezu fettfrei und proteinarm. Die Kalorien aus der Kartoffel stammen größtenteils von Kohlenhydraten. Je nach Art der Verarbeitung verändert sich natürlich der Wassergehalt – und damit auch der energetische Level der Kartoffel. Die Zugabe weiterer zur Zubereitung benötigter Nährstoffe, wie beispiels-

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KARTOFFELN

weise Fett im Falle von Pommes frites, erhöht die Energiedichte.

VITAMINE UND BALLASTSTOFFE Mit nur knapp 2 % Ballaststoffanteil kann man die Kartoffel als eher ballaststoffarmes Lebensmittel und vor allem als ballaststoffarmen Kohlenhydratlieferanten bezeichnen. Außerdem ist die Kartoffel natriumarm und kaliumreich. In Kombination mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt und zahlreichen Mikronährstoffen ist sie also ein sehr gesundes Nahrungsmittel, das zu Unrecht häufig als reiner Kohlenhydratlieferant gesehen wird. Im Vergleich liefern Reis, Brot und Nudeln weitaus mehr Kohlenhydrate.

DIE BLÜTE

Kartoffelblüten können weiß, blau, lila, violett oder rosa sein. In den ersten Jahrzehnten nach ihrem Eintreffen in Europa wurden Kartoffelpflanzen hauptsächlich wegen ihrer dekorativen Blüten kultiviert.

DIE SAMENKAPSEL

Die Samen, die die Kartoffelpflanze produziert, dienen ausschließlich zur Zucht. Die Samenkapseln ähneln kleinen Tomaten.

STÄNGEL UND BLÄTTER

Das Kraut der Kartoffelpflanze enthält das Alkaloid Solanin, eine schwach giftige chemische Verbindung. Wer Kartoffelkraut isst, ebenso wie grüne Kartoffeln, muss mit Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit rechnen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Kartoffel eines der wichtigsten Nahrungsmittel für den Menschen ist. Sie ist – trotz der Hungersnöte des 19. Jahrhunderts – das Nahrungsmittel, das ganze Generationen vor dem Hungertod oder Mangelerscheinungen gerettet hat. Nachdenklich stimmen sollte der Gedanke, dass im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte, in denen Probleme wie Übergewicht und ernährungsbedingte Krankheiten zugenommen haben, der Kartoffelverbrauch vor allem in den sogenannten Industrienationen stetig gesunken ist. SCHALE

Die Kartoffelschale enthält die meisten Nährstoffe und Vitamine, aber auch das leicht giftige Solanin, das der Pflanze zur Abwehr von Bakterien und Pilzen dient. Vor allem grüne Stellen der Schale sollte man vor der Zubereitung entfernen.

TILL GABRIEL ist neben seiner Tätigkeit als Herausgeber des Passauer Stadtmagazins PASTA! ein leidenschaftlicher Gärtner – schon mit 11 Jahren hatte er einen eigenen Obstgarten. Seine wichtigsten Argumente für den Eigenanbau von Kräutern, Obst und Gemüse sind Vielfalt und Geschmack – und natürlich der Verzicht auf chemische Spritzmittel und Kunstdünger.

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KNOLLE

Die Knolle ist keine Wurzel! Es handelt sich genau genommen um Sprossen der Mutterknolle, die anschwellen und zu neuen Knollen werden. Sie sind das Speicherorgan der Pflanze.

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KARTOFFELN

SORTENVIELFALT DIE VIELEN GESICHTER MEINER KARTOFFELN

I

n meinem Garten in der Nähe von Passau wachsen jedes Jahr mehrere Kartoffelsorten. Ich bin fasziniert von den vielen unterschiedlichen Formen und Farben – die meisten Menschen kennen Kartoffeln ja nur mit gelblich-bräunlicher Schale und in ihrer typischen, länglich-rundlichen Form. Diesen Merkmalen entspricht die durchschnittliche Supermarktkartoffel, wie sie weltweit erhältlich ist. Solche „ Einheitskartoffeln“ sowie die äußerst begrenzte Auswahl an unterschiedlichen Sorten dürften auch der Grund dafür sein, dass selbst leidenschaftliche Kartoffelgourmets meist nur zwischen fest- und meh-

ligkochenden Kartoffeln unterscheiden. Doch genauso wenig, wie Tomaten grundsätzlich rot sind, sind Kartoffeln immer nur gelb: Es gibt orangefarbene, violette, rote, blaue, rosafarbene und weiße Kartoffelsorten – und sogar fleckige, die mehrere Farben tragen, wie zum Beispiel die Sorten „ King Edward“ oder „Catriona“. Auch die Blüten der Kartoffelpflanzen können unterschiedliche Farben haben. Was die Form betrifft, kann man zwischen zahlreichen Variationen unterscheiden: runde Kartoffeln, Fingerkartoffeln, ovale Kartoffeln und Sorten, die einfach nur unförmig sind. Jede Sorte hat ihre spezifischen Eigenschaften bezüglich Reife-

zeit, Erscheinungsbild, Geschmack und Kochverhalten. Es lohnt sich durchaus, Kartoffeln selber anzubauen – man kann seine Lieblingssorte selektieren und auf einem kleinen Platz im Garten oder sogar auf der Terrasse genügend Ertrag für die eigene Familie erwirtschaften – rein biologisch, ohne Pestizide, Keimhemmer oder andere fragwürdige Chemikalien. Vor allem aber kann man Sorten kultivieren, die im Lebensmittelhandel nicht erhältlich sind. Ihre Gäste würden mit Sicherheit staunen, wenn Sie ihnen ein violettes Kartoffelpüree servieren würden ...

LINZER DELIKATESS

Eine mittelfrühe, meist hörnchenförmige Salatkartoffel mit mitteltiefen Augen, die 1975 erstmals zugelassen wurde. Gelbfleischig und festkochend. Ich wohne in Österreich, also gehört dieser österreichische Exportschlager natürlich auch in mein Repertoire!

ROSA TANNENZAPFEN

In England bereits um 1850 erwähnt, gehört diese eigentümliche Sorte schon lange zu den begehrten Feinschmeckerkartoffeln. Verwachsene, fingerförmige Knollen mit rosafarbenen Schattierungen und ein intensives Aroma machen sie optisch und kulinarisch zu einer Attraktion. PAPA EVARISTO

Diese Sorte gehört zu den autochthonen (heimischen) Kartoffelsorten Gran Canarias. Vermutlich ist sie dort nahezu unverändert seit knapp 450 Jahren im Anbau. Der Anbau ist mir in bescheidenem Ausmaß auch in meinem Garten gelungen – trotz des mitteleuropäischen Klimas. Die roten, rundlichen Knollen werden von mir mit Vorliebe zu „ Papas Arrugadas“ (siehe Rezept nächste Doppelseite) verarbeitet.

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alle hier gezeigten sorten stammen aus dem oberösterreichischen, unweit der grenze zu passau gelegenen garten des autors (anbaujahr 2014).

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KARTOFFELN

VITELOTTE

Auch „Truffe de Chine“ genannt. Sie ist eine relativ kleine, aus Peru stammende Ur-Kartoffelsorte. Die langovalen Knollen enthalten große Mengen des Farbstoffs Anthocyan, der sehr wirksam gegen freie Radikale und damit krebshemmend ist. Meiner Erfahrung nach halten sich die Knollen sehr lange – eine gute Lagerkartoffel!

BELLE DE FONTENAY

Eine meiner Lieblingssorten! Das Fleisch dieser hörnchenförmigen Sorte ist hellgelb und wird beim Kochen fast weiß. Es ist würzig im Geschmack und von cremigbuttriger Konsistenz. Die Belle de Fontenay ist eine alte französische Sorte, die 1885 zugelassen wurde.

Ipomoea batatas die süßkartoffel entgegen landläufiger meinung ist die süsskartoffel nur sehr entfernt mit der speisekartoffel verwandt. zwar stammt sie ebenfalls aus mittel- und südamerika, gehört aber nicht wie die kartoffel zu den nachtschatten-, sondern zu den windengewächsen. sie hat mit der in deutschland verbreiteten ackerwinde mehr gemein als mit unserer kartoffel. neben der tatsache, dass sie eine mehrjährig kultivierte pflanze ist, handelt es sich bei ihr um eine kletterpflanze, die wuchshöhen von bis zu vier metern erreichen kann. die süsskartoffel ist in amerika, asien, ozeanien, australien, neuseeland und polynesien verbreitet. in unseren breiten wächst sie nicht, da sie eine lange, von andauernder wärme geprägte anbauphase benötigt. bei den knollen- und wurzelgemüsen steht sie mit einer weltweiten produktion von 126 mio. tonnen an dritter stelle.

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frische ernte Kartoffeln der kanarischen Sorte „Papa Evaristo“ aus meinem Garten.


KARTOFFELN

DIE KULTUR VON KARTOFFELN SO EINFACH SIND ANBAU ERNTE LAGERUNG VON TILL GABRIEL

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unächst die Frage: warum sich selbst die Mühe machen und Kartoffeln anbauen? Schließlich handelt es sich dabei um ein Produkt, das in fast jedem Supermarkt in annehmbarer Qualität gekauft werden kann! Auf den ersten Blick mag das stimmen – doch für mich gibt es ein paar gute Gründe für die Kultur eigener Kartoffeln:

Was ist das Ziel des eigenen Kartoffelanbaus? Mir ist es besonders wichtig, dass ich eine möglichst lange Erntetzeit erreiche. Deshalb suche ich mir für den Anbau mindestens je eine frühe, mittelfrühe und späte Sorte aus. Wichtigste Voraussetzung ist für mich, dass das Pflanzgut entweder aus eigener Vermehrung oder aus zertifiziertem biologischem Anbau stammt.

man in den Boden noch zusätzliche Nährstoffe einbringen, z.B. in Form von Kompost, Mist, Hornspäne und Thomaskali. Wichtig: keinen Dünger direkt vor dem Pflanzen der Kartoffeln ausbringen! Außerdem sollte man mit Stickstoffdünger vorsichtig sein, zuviel Stickstoff beeinträchtigt den Geschmack der Knollen.

SORTENVIELFALT

KARTOFFELN VORTREIBEN

Viele hundert verschiedene Kartoffelsorten sind als Pflanzgut erhältlich – auch in BioQualität. Darunter findet man Sorten, die nie im freien Handel als Speisekartoffeln angeboten werden. Probieren Sie doch mal lila, weiße oder rote Kartoffeln aus! Bezugsquellen für Pflanzgut finden Sie auf der nächsten Seite.

In Ihrem eigenen Garten können Sie auf die Anwendung chemischer Mittel verzichten – unter durschnittlichen Bedingungen sollten Sie auch auf kleinstem Raum genügend Ernte für viele leckere Mahlzeiten erzielen.

Ab Anfang März treibe ich die Pflanzkartoffeln vor, indem ich sie in offene Eierkartons lege und für ca. 3 Wochen in einen hellen, ca. 15° C warmen Raum stelle – der Ertrag kann dadurch erheblich gesteigert werden, und der Erntebeginn wird um ca. 14 Tage verfrüht. Sobald der Boden eine Temperatur von 8-10° C erreicht hat (in unseren Breiten normalerweise Mitte April), beginne ich mit dem Setzen der Pflanzkartoffeln. Dazu ziehe ich eine lange, tiefe Furche mit der Hacke in den gelockerten Boden. Dann lege ich im Abstand von ca. 30 cm je eine Pflanzkartoffel in die Furche und schütte sie wieder zu. Die Kartoffeln sollten in einer Tiefe von 10-15 cm liegen.

KEINE KEIMHEMMER

PFLEGE UND ERNTE

Die Agrarindustrie setzt häufig sogenannte Keimhemmer ein – meistens Chlorpropham – um die gelagerten Kartoffeln am Austreiben zu hindern. Vermerkt wird das auf der Verpackung mit dem Hinweis: „Nach der Ernte behandelt“. Das Mittel Chlorpropham gilt als gesundheitsschädlich, und zwar physisch (krebserregend) und psychisch (fördert Depressionen, wirkt nervenschädigend). Bei Kartoffeln aus Eigenanbau verzichten Sie natürlich auf solche Mittel. Schließlich lassen sich die meisten Kartoffelsorten ohne Probleme bis zum kommenden Frühjahr lagern.

Während der Kulturzeit häufele ich die Kartoffelpflanzen immer wieder an, sodass im Laufe der Zeit ein ca. 30 cm hoher Damm entsteht. Der Sinn dahinter ist, dass die Pflanze entlang des mit Erde bedeckten Stängels weitere Knollen bildet. Außerdem gieße ich die Kartoffeln regelmäßig, vor allem in Trockenperioden – das wirkt sich positiv auf den Ertrag aus. Wenn das Kraut welk wird, meist im Hochsommer, ist es Zeit für die Ernte. Ich grabe die Kartoffeln an einem sonnigen Tag vorsichtig aus und lasse sie zum Trocknen noch einen Tag liegen. Dann kommen Sie in einen luftdurchlässigen Papiersack, den ich in den kühlen Keller stelle. Durch ihren natürlichen Keimschutz bleiben die Knollen bis zum nächsten Frühling haltbar. Ein paar von ihnen lege ich im kommenden April wieder als Saatkartoffeln in die Erde.

KEINE PESTIZIDE & FUNGIZIDE

KEIN KUNSTDÜNGER Düngt man anstatt mit Kunstdünger mit Kompost oder Mist, wirtschaftet man biologisch, nachhaltig, gesund und günstig.

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Kartoffelblüte

BODENVORBEREITUNG Für den Kartoffelanbau ist eine feinkrümelige, sandig-lehmige Erde von Vorteil. Den Boden, auf dem die Kartoffeln wachsen sollen, bereite ich bereits im Herbst vor – dazu wird die Erde zwei Spaten tief umgegraben. Die großen Erdschollen werden ein wenig zerkleinert, den Rest besorgt die sogenannte Frostgare. Dabei sprengt der Frost die Erdklumpen auseinander. In dieser Zeit kann

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KARTOFFELN

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PROBIEREN SIE’S AUS:

SUPERMARKT

KARTOFFELN

KARTOFFELN AUF DEM BALKON ZIEHEN

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ie Kultur von Kartoffeln ist ganz einfach – sogar auf dem Balkon! Selbst auf kleinsten Flächen lassen sich die Knollen ziehen, zum Beispiel in einem Kübel oder Topf. Wenn Sie meine Anleitung befolgen und ein paar Tipps beherzigen, dann steht Ihrem Kartoffelglück – auch ohne Garten – nichts mehr im Wege.

WAS SIE BENÖTIGEN • Pflanzkartoffeln • Topf oder Kübel (am besten aus schwarzem Kunststoff, da sich dieser schneller erwärmt) • Blähton oder Kies • Blumenerde bzw. Pflanzerde, ggf. mit Sand vermischt SO WIRD’S GEMACHT

TESTKAUF IN PASSAU

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egelmäßig testen Labore und Warentester Kartoffeln aus Supermärkten. Dabei werden immer wieder relativ hohe Nitratbelastungen nachgewiesen, häufig auch Rückstände von Pestiziden und Fungiziden – selbst bei Bio-Kartoffeln. Hohe Nitratwerte (der Stoff ist deshalb gefährlich, weil er im Körper zur Bildung krebsfördernder Nitrosamine beitragen kann) lassen meist Rückschlüsse auf den Anbau zu: In Ägypten, einem der wichtigsten Exportländer für Frühkartoffeln, wird beispielsweise häufig mit Hühnermist gedüngt – der ist zwar organisch, setzt aber viel Nitrat frei.

Viele konventionell angebaute Kartoffeln enthalten Giftstoffe in einer Konzentration, die zumindest für kleine Kinder nicht unbedenklich ist. Wer also ganz sicher gehen will, kauft Bio-Kartoffeln und schält sie vor dem Verzehr – so gehen zwar auch die meisten Vitamine und Nährstoffe verloren, vor allem aber die Schadstoffe.

Auf dem Balkon können Sie schon etwas früher starten als im Freiland, vor allem in gut geschützten Lagen. In kalten Nächten sollten Sie den Topf mit einem Handtuch oder mit einem Gartenvlies abdecken.

achten sie beim kartoffelkauf auf: • unbehandelte Bio-Ware • möglichst umweltschonende Verpackung – oder einfach lose Kartoffeln kaufen

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Befüllen Sie den Kübel bzw. Topf zunächst mit einer etwa zehn Zentimeter hohe Dränageschicht aus Kies oder Blähton (1). Besonders wichtig ist, dass Gieß- und Regenwasser gut ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet. Dazu empfiehlt es sich, zusätzliche Löcher in den Kübel zu bohren und ihn ggf. auf ein paar Holzklötze o.ä. zu stellen, da Wasser dann besser ablaufen kann. Anschließend füllen Sie etwa 15 Zentimeter herkömmliche Blumenerde ein, die Sie mit etwas Sand mischen können, falls sie zu dicht und klumpig ist. Dann legen Sie darauf – je nach Kübelgröße – drei bis vier Pflanzkartoffeln (2) und bedecken diese wiederum mit ca. 10 cm Erde (3). Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht. Sobald die Keime ca. zehn Zentimeter lang sind, füllen Sie so viel Erde nach, dass nur noch die Blattspitzen zu sehen sind (4) . Dies wiederholen Sie so oft, bis das Gefäß randvoll mit Erde gefüllt ist (7). So bilden sich mehrere Lagen neuer Kartoffelknollen, die etwa 100 Tage nach dem Pflanzen erntereif sind. Viel Erfolg!

BEZUGSQUELLEN FÜR KARTOFFELPFLANZGUT 1. Ellenberg’s Kartoffelvielfalt GbR, www.kartoffelvielfalt.de 2. Bioland Hof Jeebel, www.biogartenversand.de 3. Tartuff li’s erlesene Kartoffeln, www.erlesene-kartoffeln.de 28

• regionale Herkunft – das spart Energie und Transportkosten!

Bei unseren Testkäufen in Passauer Supermärkten können wir zwar die Schadstoffbelastung nicht überprüfen – interessant ist jedoch, dass in fast allen Geschäften Bio-Kartoffeln angeboten werden. Insgesamt gab es zwar keine große Sortenauswahl – bei drei von fünf Angeboten handelte es sich um die Sorte „Annabelle“ (eine moderne niederländische Sorte, die 2002 zugelassen wurde) – doch die Kartoffeln stammten immerhin fast alle aus Anbau in Deutschland. Nur eine Charge stammte aus Zypern (lose Kartoffeln der Sorte Annabelle bei REWE). Erhebliche Unterschiede gab es beim Preis: Während das Kilogramm Bio-Kartoffeln bei ALDI nur 0,66 ¤ kostete, lag der Preis für die gleiche Menge lose Kartoffeln bei REWE bei 1,99 ¤. Im EDEKA Schwaiberger bezahlten wir für Bio-Drillinge in der Plastikschale (mit Gewürzmischung) umgerechnet 3,50 ¤, im Bio-Supermarkt AURYN, wo die Auswahl an Kartoffeln übrigens am kleinsten war, ebenfalls 1,99 ¤ für das Kilogramm zertifizierte Ware. Hervorzuheben ist hier die umweltschonende Papierverpackung. PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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ZUTATEN

ch liebe Kartoffelsalat – in (fast) jeder Variante. Besonders angetan bin ich als Ex-Hamburger von der nordischen Variante mit krossen Speckwürfeln. Eigentlich braucht man gar nichts dazu, aber gegen ein leckeres Wiener Würstchen mit – vorzugsweise – Bautzner Senf ist auch nichts zu sagen.

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1,5 kg festkochende Kartoffeln, z.B. Linda oder Sieglinde 1 mittelgroße Zwiebel 200 ml Fleischbrühe (am besten Bio-Instantbrühe) 4 EL Weißweinessig 100 g durchwachsener Speck 2 EL Öl 1 Bund Schnittlauch

ZUBEREITUNG

HAMBURGER SPECKKARTOFFELSALAT Kartoffeln mit Schale gar kochen. Kochwasser abgießen. Kartoffeln mit kaltem Wasser abschrecken, abtropfen und etwas abkühlen lassen. Anschließend pellen, in Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben. Großzügig (!) salzen und pfeffern. Zwiebel fein würfeln. Brühe erhitzen, Zwiebelwürfel und Essig zufügen. Mischung über die Kartoffeln geben, gut durchmischen und mindestens 1 Stunde durchziehen lassen. Am besten schmeckt der Kartoffelsalat natürlich am nächsten Tag! Vor dem Servieren Speck ganz fein würfeln, im heißen Öl knusprig braten. Schnittlauch waschen, trockentupfen und in Röllchen schneiden. Speck und Schnittlauch unter den Salat heben. Nochmal großzügig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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rezepte > CORNELIUS MARTENS FOTOs > FLORIAN WEICHSELBAUMER

KANARISCHE PAPAS ARRUGADAS eder, der schon mal auf den Kanarischen Inseln war, hat diese kleinen, runzligen Kartoffeln, die in der Schale mit viel Salz gekocht werden, gegessen: papas arrugadas (arrugada = runzlig) sind für die Gegend DIE klassische Beilage zu Fisch oder Fleisch. Ich selbst brauche eigentlich nur eine Mojo verde oder einen anderen pikanten Dip dazu und bin glücklich. Ach ja, ein kühles Tropical dazu macht sich auch noch ganz gut. Die Kartoffelsorte, die für die papas arrugadas verwendet wird, ist nur auf den kanarischen Inseln heimisch. Nehmen Sie kleine, festkochende Kartoffeln mit schöner Schale, wie z.B. Drillinge, Bamberger Hörnle o. ä.

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ZUTATEN 1 kg kleine (Früh-)Kartoffeln mit Schale, z.B. Drillinge 1/2 Kaffeetasse Fleur de Sel oder Meersalzflocken

ZUBEREITUNG

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Kartoffeln gründlich waschen, mit Leitungswasser im Topf gerade bedecken und Meersalz dazugeben. Topf mit Tuch bedecken und Kartoffeln einmal kräftig aufkochen, dann ca. 15–20 Minuten auf kleiner Flamme zugedeckt weiterkochen. Dann Kartoffelwasser komplett abgießen, Topf wieder mit dem Tuch bedecken und auf den abgeschalteten Herd (Resthitze) stellen. 10–5 Minuten warten, bis sich eine weißliche Salzkruste auf der Schale gebildet hat, die leicht runzlig erscheint. Dann mit einer Mojo, Aioli oder einem Dip nach Wahl servieren – schmeckt übrigens auch kalt köstlich!

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KARTOFFELN

JOSEF FEICHTINGER PRÄSENTIERT

VARIATION VON DER KARTOFFELT VIER MAL KARTOFFELGLÜCK

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iese Rezeptidee von Küchenchef Josef Feichtinger bringt die Geschmacksvielfalt und die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten der Kartoffel auf einen Teller: püriert, frittiert, gebacken und als Strudelfüllung. Die Süßkartoffel, botanisch gesehen zwar keine Kartoffel, ergänzt durch ihren süßlichen Geschmack auf hervorragende Weise dieses schöne Kartoffel-Potpourri. Jedes der vier Rezepte eignet sich natürlich auch einzeln als Beilage zu Fleisch oder Fisch – probieren Sie es einfach aus!

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josef feichtinger (39) ist Koch mit Leib und Seele. Er stammt aus einer traditionsreichen Wirtsfamilie in Nammering (Bayerischer Wald). Seit 2013 ist er Pächter des „Oberhaus“ in Passau, wo er eine kreative, bayerischmediterrane Küche pflegt.

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KARTOFFELN

SÜSSKARTOFFELPÜREE 200 g süßkartoffeln 20 g butter 80 g milch salz, pfeffer, muskat, ras el-hanout Süßkartoffeln schälen, in Würfel schneiden (1) und mit den Gewürzen in einem kleinen Topf weich garen (2). Anschließend im Mixer oder Thermomix sehr fein pürieren (3).

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KARTOFFELWEDGES 100 g kleine kartoffeln (z.b. »la ratte«) rosmarin knoblauch 10 g butter 1 tl olivenöl salz, pfeffer

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Kartoffeln waschen und in Spalten schneiden mit den Zutaten und Gewürzen in eine Auflaufform geben (4), kurz durchmischen und bei 200° C ca. 15 Min. im Ofen bei Umluft backen.

KartoffelSTRUDEL 100 g kartoffeln, mehlig kochend 10 g zwiebeln 20 g klein geschnittene gemüsewürfel 1 ei frühlingsrollenteig Kartoffeln in Salzwasser weich köcheln (5), danach abseien und durch eine Kartoffelpresse drücken (6), anschließend angedünstete Zwiebel- und Gemüsewürfel (7) und das Ei dazugeben (8), mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und mit einem Kochlöffel durchmischen. Frühlingsrollenteig auslegen und einen fingerdicken Streifen in die Mitte geben (9), mit etwas Eiweiß bestreichen, einrollen (10-11) , in Fett knusprig ausbacken (12) und vor dem Servieren schräg in Stücke schneiden (13).

Kartoffelgratin 200 g kartoffeln, vorwiegend festkochend 80 ml milch 80 ml sahne salz, pfeffer, muskat, thymian Kartoffeln in feine Scheiben (14) schneiden Milch und Sahne aufkochen (15), Rosmarin hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken (16). In eine gebutterte Auflaufform geben (17) und bei 160° C ca. 40 Min. im Ofen backen.

BLAUE KARTOFFELCHIPS blaue kartoffeln salz Kartoffeln waschen und mit dem Messer oder einem Gurkenhobel in feine Scheiben schneiden (18). In ca. 160° C heißem Öl knusprig backen (19-20), danach auf Küchenkrepp abtropfen lassen und sofort mit Salz würzen.

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grosses öko–fest am stelzlhof Jubiläumsfeier des Biokreis e.V. am 20. und 21. September

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as wäre Passau ohne die Ökos? Auf jeden Fall ein gutes Stück ungesünder und langweiliger. Mitten in der Stadt genauso wie im Umland und im gesamten Passauer Landkreis gibt es überall Vorreiter, die den Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit in den unterschiedlichsten Bereichen großartig in die Tat umsetzen. Mit der Broschüre fuchs der Passauer besserwisser eG lassen sich die vielen spannenden Unternehmungen und Initiativen inzwischen auch gut finden. Ökostadt ist Passau trotzdem noch lange nicht – bei vielen Themen wie Verkehr, Energieversorgung oder Gemeinschaftsverpflegung bleiben hinsichtlich der Nachhaltigkeit noch viele Wünsche offen. Aber es wird höchste Zeit, wieder auf die Passauer Nachhaltigkeits–Szene anzustoßen – höchste Zeit für das nächste Passauer Ökofest!

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Passauer Ökofest am Stelzlhof Samstag, 20. September 15 Uhr: Festauftakt 19 Uhr: Abfeiern mit der Becksband Sonntag, 21. September 10 Uhr: Feldgottesdienst 14 Uhr: Kürbisprämierung

So denkt jedenfalls der Biokreis e.V. und lädt am 20. und 21. September zum ökologischen Feiern und Genießen auf den Stelzlhof ein. „Mit dem Ökofest wollen wir unseren Mitgliedsbetrieben, aber auch den vielen weiteren Öko–Initiativen aus Passau und Umgebung die Gelegenheit bieten, sich dem Publikum zu präsentieren“, sagt Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des Biokreis, „denn in der persönlichen Begegnung liegt immer noch das größte Potenzial!“ Der große Ökomarkt bietet vielfältige Bio– Schmankerl, Imkereiprodukte, Naturseifen, Keramik u.v.m. Dazu gehört auch die Biogärtnerei Stockenhuber aus Engelhartszell, die dort selbst das Fest der Vielfalt initiiert hat – eine künftige, grenzüberschreitende Kooperation zwischen den beiden Festen ist in Planung. Im Biergarten mit Live–Musik von der Herbert Baier Blues Band (Sa.) und

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Wettbewerb Wer hat den dicksten Kürbis? Zu gewinnen gibt es einen reichhaltigen Bio–Geschenkkorb – und eine Mordsgaudi! Bitte liefern Sie Ihr Kürbis–Prachtexemplar zwischen dem 15. und 19. September von 8.30 bis 17 Uhr am Stelzlhof an. Einfach auf den Hof fahren und beim Biokreis läuten! Am Sonntag bitte unbedingt die Parkplätze beim Baumarkt Hornbach nutzen! Fußweg zum Stelzlhof: nur 5 Minuten

den Kirchdorfer Musikanten (So.) lässt es sich gemütlich schmausen – genauso wie im Wirtshaus zum Fliegerbauer, das seine regionalen und saisonalen Köstlichkeiten serviert. Wer den Stelzlhof besser kennenlernen möchte, hat dazu bei Felderrundfahrten mit dem Anhänger und bei Führungen des Bund Naturschutz durch den interkulturellen Garten und zu den Kräutern rund um den Hof die beste Gelegenheit. Ein Bienenschaustand lädt zum Staunen über die fleißigen Tierchen ein, das Thema Hochwasserschutz wird anhand von Modellen, die das Haus am Strom präsentiert, erfahrbar. Die besserwisser eG bietet an ihrem interaktiven Infostand u.a. Altbuch–Upcycling zum Mitmachen an, eine Ausstellung informiert über den Ökolandbau. Die mobile Apfelpresse ist in Betrieb – Besucher können dort auch die Sorte ihrer selbst mitgebrachten Äpfel von einem Pomologen bestimmen lassen. Zwei imposante Kaltblüter laden zu einer nostalgischen Kutschfahrt ein, für Kinder steht außerdem eine Heuhüpfburg zum Austoben bereit und am Sonntag bietet die Naturpädagogin Ruth Geiger Basteln mit Naturmate-

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rialien an. Am Samstagabend heißt es „Abfeiern mit der Becksband“: Die dienstälteste Passauer Rockband spielt ausschließlich selbstgeschriebene Songs und rockt damit noch immer ganz lässig das Publikum. Am Sonntag findet um 10 Uhr ein Feldgottesdienst mit dem neuen Passauer Studentenpfarrer Andreas Erndl statt und um 14 Uhr werden die dicksten Kürbisse prämiert. Ökologie zum Schauen, Anfassen und Genießen, die Gelegenheit zum Austausch neuer Ideen, gemeinsames Feiern – kurz: Passauer Ökofest! 1995 bis 2006 fanden die Passauer Ökofeste jährlich auf dem Domplatz statt, 2007 bis 2009 am Stelzlhof. Nach einer fünfjährigen Pause bietet heuer das 35–jährige Jubiläum des Biokreis e.V. den passenden Anlass zur Neuauflage. 1979 war es eine Gruppe von Passauer Verbrauchern um Heinz Jacob, die der zunehmenden Industrialisierung sowie dem steigenden Einsatz von Kunstdüngern und Spritzmitteln in der Lebensmittelerzeugung etwas entgegensetzen wollten – ein damals geradezu revolutionäres Gedankengut. Sie gründeten den Biokreis Ostbay-

ern, organisierten Kurse zu giftfreiem Gärtnern und Vollwer ternä hr ung und überzeugten Landwirte zur Umstellung auf ökologischen Landbau. Heute hat der Bio– kreis gut 1300 Mitglieder, der Namenszusatz Ostbayern ist längst verschwunden. Die rund 1000 Biokreis–Landwirte, die rund 110 Mühlen, Bäcker, Metzger, Molkereien, Brauereien, Händler, Gastronomen oder auch Lederverarbeiter sowie 200 Verbraucher verteilen sich über viele Bundesländer, es gibt Bio– kreis–Geschäftsstellen in Nordrhein–Westfalen und Hessen. Der Hauptsitz des Verbandes befindet sich aber nach wie vor in Passau, im Ökozentrum am Stelzlhof. Nach Bioland, Naturland und demeter ist der Biokreis der viertgrößte Anbauverband in Deutschland. Die Mitglieder wirtschaften nach eigenen Biokreis–Richtlinien, die ökologische Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung deutlich strenger definieren als die für alle Bio–Produkte verbindliche EU–Öko–Verordnung. Besonderen Wert legt der Biokreis zudem auf Regionalität und Fairness: So kommen besonders ökologisch, regional und fair erzeugte Lebensmittel zustande.

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Zum Ausklang der Sommerferien bietet die Passauer Herbstdult wieder ein Programm der Extraklasse – die perfekte Gelegenheit, den Sommer nochmal in vollen Zügen zu genießen. Oberbürgermeister Jürgen Dupper wird zum Festauftakt am Freitag, den 5. September, ein Fass süffiges Innstadt–Herbstdultbier anzapfen. Das „O‘zapft is!“ erschallt dabei – wie mittlerweile üblich – bereits um 16.00 Uhr im DultStadl, nachdem die Ehrengäste und Passauer Vereine mit Musik und dem obligatorischen Brauereigespann auf den Festplatz Einzug gehalten haben.

Spassfaktor: Grenzenlos! Die Fahrgeschäfte Eine Besonderheit für die ganze Region stellen eindeutig die Fahrgeschäfte der Herbstdult dar. So warten auch diesmal wieder zahlreiche Besonderheiten auf die Besucher – von der Wildwasser–Bahn über die Geistervilla bis hin zu bewährten Attraktionen wie Bayernbreaker, Eclipse, G–Force, Autoscooter – sowie natürlich das „gute alte“ Barock–Kettenkarussell.

Vollendet feiern: DultStadl und Festzelt Karlstetter Ob zum Ausruhen, Brotzeit machen, Durst löschen oder zum abendlichen Feiern – der DultStadl und Karlstetter’s Festzelt mit den zugehörigen Biergärten laden mit ihren ca. 6.000 Sitzplätzen die Besucher zum Verweilen ein. Dort kann man seinen Gaumen entweder von der gepflegten Bierzeltküche verwöhnen lassen oder mitgebrachte Speisen von einem der zahlreichen Imbissbetriebe genießen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich natürlich die Passauer Spezialitäten, der Dultkäse mit Brezn oder ein frisch gebackener Fisch.

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Familienfreundlich: Dultfeuerwerk wieder um 21.30 Uhr Am Mittwochabend heißt es dann kurz innehalten, träumen und genießen, wenn der Passauer Nachthimmel mit einem pompö-


14 .9.

apft is!

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s s u l ra b s c h sen Feuerwerkspektakel illuminiert wird – zauberhaft umrahmt von der passenden Musik. Das romantische Höhenfeuerwerk mit Musik, welches bereits bei den letzten Dulten unzählige Nachtschwärmer und Dultfans angelockt hat, findet am Mittwochabend bereits um 21.30 Uhr statt – damit auch jüngere Besucher

Happ Houry–

das Feuerwerk bestaunen können.

Rahmenprogramm: Happy Hour, Bulldogparade, Familientag und Betriebsabend Am Eröffnungstag von 15.00 bis 16.00 Uhr bieten alle Großfahrgeschäfte die Fahrt zum halben Preis an. Tags darauf, am Dult–Samstag, wartet bei hoffentlich schönem Wetter gleich der nächste Höhepunkt auf die Herbstdult–Besucher: Die nostalgische Bulldog–Parade wird vor allem die Augen „großer“ und „kleiner“ Männer zum Leuchten bringen, wenn die rund 50 Bulldog–Freunde aus Büchlberg mit ihren alten und mit viel Liebe aufgeputzten Traktoren von Lanz, Güldner, Hanomag, Röhr und Co. im Konvoi nach Passau tuckern. Der Montag, 8. September, steht im Zeichen der Familie. Mit halben Fahrpreisen und vergünstigten Angeboten an allen Geschäften kann die ganze Familie bis 19.00 Uhr einen turbulenten Dulttag erleben. Und für die Kinder steigt auch dieses Jahr wieder ein ganz besonderes Spektakel: Einer alten Dulttradition folgend findet am Montagnachmittag um 15.00 Uhr das große Luftballonsteigen in der Mitte des Festplatzes statt. Der Dienstag ist traditionell der Tag der Betriebe. Auch hier gilt wie jedes Jahr: Bitte reservieren! Dann steht einem gemütlichen und entspannten Feierabend mit den Kolleginnen und Kollegen im DultStadl oder in Karlstetter’s Festzelt nichts im Weg. Apropos: Um die Dult unbeschwert genießen zu können, lassen Sie Ihr Auto am besten zu Hause. Der regelmäßige Buspendelverkehr für Stadt– und Landkreis die lästige Parkplatzsuche!

... O’ zapft is!

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PROGRAMM DULTSTADL Der DultStadl ist ab Freitag, 5. September, 15 Uhr geöffnet. Um 16 Uhr heißt es: »O'zapf t is’!«

Freitag, 5.9.

Nachmittags

die Bayerwaldk apelle Thalberg

Abends

Fetzentaler

Nachmittags

D’ Freudenseer

Abends

Lederrebellen

Ab 11 Uhr

D’ Wolfachtaler

Abends

Oktoberfestkapelle Otto Schwarzfischer

Samstag, 6.9.

Sonntag, 7.9.

DU LTSTA DL

G’frein auf d’Herbstdult im DultStadl mit der StadlAlm

Montag, 8.9.

Dienstag, 9.9.

Mittwoch, 10.9.

familientag Abends

SaxNdi

Tag der Betriebe Nachmittags

D’ Wolfachtaler

Abends

SaxNdi

groSSes feuerwerk um 21.30 uhr Abends

Frontal

9:30 Uhr

Topsis

Freitag, 12.9.

Nachmittags

Blask apelle Grubweg

Abends

Donnervögel

Samstag, 13.9.

Nachmittags

D' Freudenseer

Abends

Hofbr äu–Regiment

Ab 11 Uhr

Bayerwaldk apelle Thalberg

Abends

Oktoberfestkapelle Otto Schwarzfischer

Donnerstag, 11.9.

Sonntag, 14.9.

Am Freitag, den 5. September, heißt es im DultStadl wieder: „O’zapft is!“ Auch in diesem Jahr öffnet der DultStadl bereits ab 15 Uhr mit zünftiger Blasmusik seine Tore, bevor Oberbürgermeister Jürgen Dupper um ca. 16.00 Uhr das erste Fass Festbier anzapft. Am anschließenden Eröffnungsabend sorgen die Fetzentaler für die musikalische Umrahmung – eine Spitzen–Partyband, die schon so manches Stimmungsbarometer zum Bersten gebracht hat. Selbstverständlich verwöhnen wir Sie wieder mit einer reichhaltigen Auswahl an Schmankerln und Brotzeiten aus der bayerischen DultStadl–Küche, die sich perfekt zu den süffigen Festbieren der Brauereien Hacklberg und Innstadt genießen lassen: vom Leberkäs bis zur knusprigen Ente vom Grill, von der Currywurst bis zur Stadl–Platte. Nicht verpassen sollten Sie auch den werktäglichen Mittagsrenner zum DultStadl–Sonderpreis. Aber nicht nur in kulinarischer Hinsicht hat der DultStadl seinen Gästen einiges zu bieten: Wenn es Freitag und Samstag ab 15 Uhr und Sonntag ab 11 Uhr heißt: „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, dann sorgen die Wolfachtaler Musikanten, D’Freudenseer und die Bayerwaldkapelle Thalberg dafür, dass auch die

Ohren zu ihrem Recht kommen. Am Dienstag, dem Tag der Betriebe, lässt Saxndi Ihre Betriebsfeier im DultStadl zu einem unvergesslichen Erlebnis werden – und auch des Abends erwartet Sie natürlich täglich ein buntes Musikprogramm in gewohnter Spitzenqualität, wenn es durch den DultStadl schallt: „Die Krüge zum Himmel!“ Verbilligte Bier– und Essensmarken erhalten Sie im Vorverkauf in unserem neuen Dultstadl–Festbüro in Passau, Haitzingerstraße 99, direkt beim Autohaus Ortner, ab dem 11.8. jeweils Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr. Hier nehmen wir auch gerne Ihre Reservierung persönlich oder telefonisch entgegen unter 0049 (0) 851/756 99 33. Ab Montag, 1.9., erreichen Sie uns von 10 bis 14 Uhr direkt im Foyer der Dreiländerhalle oder unter obiger Telefonnummer. Ihre Reservierung ab mindestens 8 Personen (über 18 Jahre) pro Tisch ist kostenlos. Eine Mindestabnahmeverpflichtung besteht nicht. Die vereinbarte Reservierungszeit muss unbedingt eingehalten werden. Unsere Öffnungszeiten: Freitag und Samstag: 10 bis 2 Uhr. Montag–Donnerstag und Sonntag: 10 bis 24 Uhr.


PROGRAMM karlstetter’s festzelt

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Freitag, 5.9.

Samstag, 6.9.

Sonntag, 7.9.

Jubiläum 40 Jahre rudi karlstetter auf der passauer dult

Zur diesjährigen Herbstdult gibt es noch einen Grund mehr, miteinander auf das Leben anzustoßen: Rudi Karlstetter feiert sein 40–jähriges Dult–Jubiläum. Mit zarten 18 Jahren hatte er als Schankkellner seine Dult–Karriere im damaligen Weinzelt begonnen, das seinerzeit noch von Jakob Kurz betrieben wurde. Mittlerweile blickt er auf 29 Jahre zurück, in denen er als Festwirt mit Leidenschaft unzählige Menschen in seinem Zelt begrüßt hat. Nachdem sich das Weinzelt zum bekannten Wein– und Weißbierzelt entwickelt hatte, wurde es später in Karlstetter’s Festzelt umbenannt. Stets als unverzichtbarer Begleiter an Rudis Seite war seine Familie beim Dultgeschehen dabei: Frau Evi sorgt neben der Dekoration und Innengestaltung des Zeltes als Küchenchefin für das leibliche Wohl der Gäste; Tochter Michaela kümmert sich um die werbliche Präsentation sowie um die Buchhaltung und ist während des Betriebs hinter der Schänke tätig – ebenso wie Schwiegersohn Gerald, der darüber hinaus den professionellen Auf– und Abbau von Zelt und Anlagen managt. Zudem helfen

Geschwister und Familienangehörige hinter den Kulissen, damit auch im größten Stress ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist. Knapp 40 Personen beschäftigt die Familie in Karlstetter’s Festzelt. Und zu jeder Dult freut man sich wieder auf die bekannten Gesichter, die oft seit Jahrzehnten bei den Karlstetters arbeiten oder von den anderen Ständen, Zelten und Buden auf einen Ratsch vorbeikommen. Das Unterhaltungsprogramm umfasst von zünftiger Volksmusik über Gstanzlsänger, Kindergruppen und Alphornbläser bis hin zu fetzigen Partyhits alles, was tolle Stimmung garantiert und Jung wie Alt ein Lachen ins Gesicht zaubert. Heuer wird zum zweiten Mal das SPD–Preisschafkopfen in Karlstetter’s Festzelt ausgetragen. Nach großem Anklang im Vorjahr findet es nun am Samstag, den 13. September, ab 09:30 Uhr statt. 1. Preis: 1.000 Euro 2. Preis: 500 Euro 3. Preis: 250 Euro Zudem gibt es viele tolle Sachpreise und 1 Bundestagsfahrt sowie 3 Landtagsfahrten zu gewinnen.

... vui Spass!

18:00 Uhr

De Zwiadn

14:00 Uhr

Woidfetzer

18:00 Uhr

De 3 Gipfelstürmer

11:00 Uhr

Bayerischer Hias

14:00 Uhr

Der Blanke Wahnsinn

18:00 Uhr

De 3 Gipfelstürmer

Montag, 8.9.

18:00 Uhr

Biertisch Musi

Dienstag, 9.9.

18:00 Uhr

Biertisch Musi

Mittwoch, 10.9.

18:00 Uhr

Herzbuam VoiXrocker

Donnerstag, 11.9.

18:00 Uhr

Herzbuam VoiXrocker

Freitag, 12.9.

18:00 Uhr

Mostlandstü rmer

Samstag, 13.9.

Sonntag, 14.9.

SPD Preisschafkopfen um

9.30 Uhr

14:00 Uhr

Waldkirchner Alphornissen

18:00 Uhr

Mostlandstü rmer

11:00 Uhr

Biertisch Musi

14:00 Uhr

Spitzbuam Duo

17:00 Uhr

Spitzbua Markus

Sic nach Hher a Shuttleuse: service–


kulturtipps

OberhausMuseum

klavierzyklus Iberia

Patrizia Moresco

SonntagsspaSS

Isaac Albéniz

»Bissfest«

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ede Menge Spiel, Spaß und gute Laune sind das Motto für den kunterbunten Familiensonntag im OberhausMuseum auf der Passauer Burg. Am Sonntag, den 7. September, warten von 10 bis 18 Uhr neben Pemperlprater, Zauberern und Jongleuren auch ein nostalgisches Kasperltheater sowie viele weitere Attraktionen auf die Besucher. An verschiedenen Mitmachstationen können Groß und Klein ihr Geschick beweisen. Mit zahlreichen leckeren Naschereien aus Ur–Urgroßmutters Zeiten ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Zudem bieten die Museums–pädagogen – kostümiert als Freyfrau von Hohenhausen und Künstler Albert Lenck – um 13.00 und 15.00 Uhr unterhaltsame Führungen durch die Sonderausstellung Neue Herren – Neue Zeiten. Passau und das 19. Jahrhundert an. datum > 7. September dauer > 10–18 Uhr ORT > Oberhaus–Museum, Passau infos > www.oberhausmuseum.de

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it der Aufführung des umfangreichen Klavierzyklus Iberia will der spanische Pianist Javier Cembellín dem Passauer Publikum seinen 1909 verstorbenen Landsmann, den großen Pianisten und Komponisten Isaac Albéniz, näher vorstellen. Cembellín, der in seiner Heimatstadt Madrid am Real Conservatorio Superior de Música bei Guillermo González sein Konzertfachstudium mit Auszeichnung abgeschlossen hat, führte seine rege Konzerttätigkeit durch ganz Spanien, Frankreich, Deutschland sowie in die USA. Javier Cembellín gibt in Deutschland regelmäßig Meisterkurse zur spanischen Musikliteratur und fungiert darüber hinaus als Koordinator für die europäischen Bildungsprogramme Comenius und Grundvig – unter anderem für das Projekt Musik: eine offene Tür nach Europa. datum > 18. september BEGINN > 19.30 Uhr ORT > Piano Mora, Passau eintritt > ¤ 15 / ¤ 10 erm. karten > 0851 / 96 61 00–11

ir rennen von der Vor– zur Nachsorge und bürsten brav unsere Zahnzwischenräume, um unser klägliches Erdendasein um ein paar Stündchen zu verlängern. Führen ein Leben mit durchgeplanten Daseinsstationen, auf der ständigen Suche nach dem Glück – wie paradox ist das denn? Bei der Moresco ist das alles ganz anders. Für sie kommt es nicht drauf an, wie lange man lebt – Hauptsache, man hat alles Mögliche rausgeholt. Es ist nie zu spät, unvernünftig zu sein! Unverblümt, direkt und mit großer Selbstironie erzählt die in Berlin lebende Schwäbin mit italienischen Wurzeln, was ihr auf dem Herzen liegt. Dafür schlüpft sie in viele Rollen und überzeugt mit hervorragendem Schauspiel, Stand–Up, Slapstick, Gesang und unvergesslicher Mimik. Kurzum: Komikaze– Kabarett. datum > 19.9. BEGINN > 20 Uhr ORT > ScharfrichterHaus, Passau eintritt > ¤ 24 / ¤ 12 karten > www.scharfrichter–haus.de

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


kulturtipps

GeschwisterHiebe

Günter Grünwald

Lyrik und UFA–Perlen

»Da sagt der Grünwald Stop« Josef Hader

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ass Blut dicker ist als Wasser, stellen die Geschwister Ursi Limmer–Keim und Christian Keim sowie „Blutsbruder“ Matthias Limmer seit 15 Jahren unter Beweis – und das höchst erfolgreich, haben sie sich doch mit ihrem Musik–Kabarett GeschwisterHiebe mittlerweile in ganz Ostbayern einen Namen gemacht. Höchste Zeit für ein Experiment: Darin interpretiert Ursi sowohl bekannte wie auch weniger bekannte Melodien des deutschen Tonfilms, Matthias begleitet sie dabei am Klavier und Christian liest aus seinen Gedichten und Prosatexten; obgleich diese in ihrer satirischen Überhöhung die Nähe zum Kabarett nicht leugnen können, versteht sich Christian auch meisterhaft darin, sanfte Töne anzuschlagen. Ein Kabarettist schreibt Liebesgedichte? Warum denn auch nicht …? datum > 20. september BEGINN > 19 Uhr ORT > Wirtshaus zur Emerenz, Waldkirchen eintritt > ¤ 9 karten > 08 58 1 / 98 91 90

ollt ihr den totalen Krieg?“ „Nein!“ „Was wollt ihr dann?“ „Maoam, Maoam!“ Hätten die Besucher des Sportpalastes am 18.2.1943 so reagiert, wäre die Geschichte eventuell ganz anders verlaufen. Was das mit Günter Grünwalds neuem Programm zu tun hat? Viel, denn auch er isst gerne Süßkram. Eben darum war als Titelbezeichnung ursprünglich „Schokolade, Chips und Bärendreck“ geplant, was sein Agenturchef aber erschrocken ablehnte, da sich ein neuseeländischer Kabarettist bereits mit dem Programm „Oyli, Boyli Meckelbeck“ auf Tour befindet. In der Sprache der Maori bedeutet das so viel wie: „Der rasende Schoaß in der Griffelschachtel“. Deshalb sagt der Grünwald nun eben „Stop“ – und versichert glaubwürdig: „Wer dieses Programm nicht gesehen hat, der kennt es nicht.“ datum > 20.9. BEGINN > 19 Uhr ORT > Mehrzweckhalle, Grafenau eintritt > ¤ 20 VVK / ¤ 26 AK karten > PNP, PAWO

Buchmannhof Diersbach

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ach einem wahrhaft grandiosen Inntöne Festival 2014, das heiß war wie noch nie, ist mittlerweile eine gewisse Ruhe eingekehrt am Buchmannhof. Der Garten wuchert vor sich hin, die Schweine suhlen sich zufrieden im Schlamm und wissen: Vorerst kein größeres Fest in Sicht. Aber da sind ja noch die Hühner. Ausgestattet mit einem untrüglichen Gespür für interessante Entwicklungen in der Welt kann ihnen keiner was vormachen. Sie fühlen es in ihren Krallen und gackern es von ihren Stangen, dass etwas in der Luft liegt. Und sie haben tatsächlich Recht. Am Donnerstag, den 25. September 2014, besucht der österreichische Schauspieler und Kabarettist Josef Hader den Buchmannhof – mit einem Spezialprogramm im Gepäck, das er der geneigten Zuhörerschaft an diesem Abend kredenzen wird. datum > 25.9. BEGINN > 20 Uhr ORT > Buchmannhof, Froschau 4, Diersbach (OÖ) eintritt > ¤ 27,50 karten > PNP, CAFE MUSEUM

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ZWICKL KOMMT SELTEN ALLEIN. DAS HELLE UND DUNKLE NEU VON BAUMGARTNER

SEPTEMBER 2014

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kulturtipps

Pepi Hopf

»danke, sehr sozial«

Maria Baptist

Muffat, Aufschneiter u. a. Piano Solo – Self Portrait Musik der Engel

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anchmal ist Pepi Hopf selbst erstaunt, dass sein Schmäh ungebrochen, der Biss noch schärfer und sein Erregen leidenschaftlicher denn je ist. Zugegeben, bis jetzt hat er die Welt mit seinen Programmen nicht wesentlich verändert, aber – immerhin – die Welt auch ihn nicht. Ungeachtet der Tatsache, dass die großen Erkenntnisse nach 43 Jahren intensiven Lebensstudiums ausgeblieben sind, stellt er doch weiterhin unverdrossen Antworten und gibt sich Fragen. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und muss das Ganze kostendeckend sein? Ein Abend für alle, die trotzdem die Rettungsgasse bilden, die Börsenkurse nicht für die neuen 10 Gebote halten – und der Meinung sind, dass Wortkreationen wie „bildungsferne Schichten“ von „intelligenzfernen Schichten“ erfunden werden.

on balladesk bis songhaft, von zupackend bis avantgardistisch: Das in New York City eingespielte neue Album Piano Solo – Self–Portrait, in dem Maria Baptist einen tiefen Einblick in ihr Innerstes gewährt, besticht durch seine faszinierende musikalische Bandbreite. Maria Baptist ist eine „wahre Verführerin auf den schwarzweißen Tasten eines Flügels“ (Westdeutscher Rundfunk), ein Phänomen, über das sich Grammy–Gewinnerin Maria Schneider anerkennend äußert: „Baptists Musik ist ein Geschenk, durchdrungen von der Kreativität, Kraft, Emotion, Größe und Wärme, die sich in ihrem gesamten Leben widerspiegelt.“ Die Pianistin, Komponistin und Dirigentin zählt ohne Zweifel zu den faszinierendsten Künstlerinnen des modernen Jazz. Und das nicht erst seit ihrer Echo–Nominierung.

datum > 13.9. BEGINN > 20 Uhr ORT > ScharfrichterHaus, PAssau eintritt > ¤ 24 / ¤ 12 eRM. karten > www.scharfrichter–haus.de

datum > 20. september BEGINN > 19.30 Uhr ORT > Piano Mora, Passau eintritt > ¤ 15 / ¤ 10 ERM. karten > www.eventbrite.de

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m Rahmen einer kleinen, feinen Konzertreihe in der Vornbacher Kirche Mariä Himmelfahrt wird Jahr für Jahr deren wertvolle historische Egedacher Orgel von 1732 zum Erklingen gebracht. Das dritte, ebenso klang– wie farbenfrohe Konzert der diesjährigen Reihe steht, rechtzeitig zum Fest der drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael, unter dem Motto Musik der Engel. Die Mitglieder der von Professor Stefan Baier geleiteten Orgelklasse sowie des Ensembles für Alte Musik der Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg treten als Organisten, Begleiter, solistische Sänger und Instrumentalisten auf und bringen in unterschiedlichsten Besetzungen die Musik von Passauer Komponisten (darunter G. Muffat, G. Kopp und B. Aufschneiter) zu Gehör. datum > 27. september BEGINN > 19 Uhr ORT > Kirche Mariä Himmelfahrt, Vornbach a. Inn eintritt > ¤ 15 / ¤ 10 ERM.

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PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


kulturtipps

Klavierrezital

Puppentheater

Invocation

Der Wolf u. die sieben GeiSSlein »Auf der Böhmischen Grenz«

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er in Rumänien geborene und heute in Rosenheim lebende 35–jährige Pianist Herbert Schuch, der mit seinen dramaturgisch durchdachten Konzertprogrammen und CD–Aufnahmen als einer der interessantesten Musiker seiner Generation gilt, setzt mit seinem neuesten Rezital Invocation erneut Maßstäbe – wie auch der Tagesspiegel in seiner Rezension konstatiert: „Ein Pianist, der mehr will als schön Klavier spielen (…) Liszts Harmonies poétiques et religieuses geben die These des Göttlichen in der Musik vor, die er bei Bach findet, bei Ravel erforscht, bei Messiaen ergründet. Atemlose Spannung erwächst nicht aus dem Staunen über schnelle Finger, sondern aus dem Geist des intellektuellen Musikers, der seine Klangfarben so reich schattiert, dass man einem ganzen Orchester zu lauschen meint.“ datum > 28. september BEGINN > 19.30 Uhr ORT > Piano Mora, Passau eintritt > ¤ 28 karten > 0851 / 96 61 00–11

SEPTEMBER 2014

aum jemand dürfte in jungen Jahren an diesem Tiermärchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm vorbeigekommen sein: „Seid auf der Hut vor dem Wolf! Wenn er hereinkommt, frisst er euch alle mit Haut und Haar“, mahnt die Geißenmutter ihre sieben Kinder. Doch kurz darauf schleicht der böse Wolf vorbei und begehrt Einlass, erst mit Tücke, dann mit List. Es kommt zur Katastrophe und – Märchen sei Dank – schließlich doch noch zum guten Ende. Außer für den bösen Wolf natürlich. Gefräßiges Raubtier gegen alleinerziehende Mutter: Unterwegs mit einem alten Kinderwagen erzählt Cantadora Rüschenschaum das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein. Die Puppen und Figuren ihres Spiels lässt sie aus ihrem Gewand auftauchen und in ihm verschwinden. Sind alle im Versteck? datum > 28.9. + 29.9. BEGINN > 10 Uhr ORT > Scheune, Passau eintritt > ¤ 10 / ¤ 5 ERM. / ¤ 20 fam. karten > 08 50 7 / 92 37 05 4

Monika Drasch & Band

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it ihrer grünen Geige längst zu einer Ikone der Neuen Volksmusik avanciert, startete Monika Drasch im Frühjahr ihr Bühnenprogramm zum neuen Album Auf der Böhmischen Grenz. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten, Produzenten und Arrangeur Thomas Schwaiger entstand ein völlig neuer Heimatsound: ausdrucksstark, authentisch und emotional, witzig und tiefgründig, sensibel und energisch. Monika Drasch weitet darin die Grenzen ihrer bisherigen musikalischen Welten beim Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn, mit Hubert von Goisern oder neuerdings mit Hans Well genussvoll aus, bringt neue Klangfarben ins Spiel – und schöpft zugleich in bewährter Manier aus der traditionellen Volksmusik, dem bayerisch– böhmischen Grenzraum und der Kraft einfacher Melodien. datum > 4. Oktober BEGINN > 20 Uhr ORT > Stadthalle Pocking eintritt > ab ¤ 23 VVK karten > 08 50 4 / 40 11 4, PNP

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passauer stadtmusikanten

»Für mich ist Volksmusik ein Ausdruck von

lebensfreude.« K A T H I G R UBE R

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benedikt kuhnen

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florian weichselbaumer

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


passauer stadtmusikanten

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s pa s t en t stad k an

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KATHI GRUBER hört zwar gerne Hip–Hop, doch fiele es ihr im Traum nicht ein, auf ihrer Diatonischen Harmonika etwas anderes zu spielen als traditionelle Volksmusik. Sie setzt sich als Volksmusikpflegerin der Stadt Passau unter anderem dafür ein, dass wieder mehr gesungen wird – und zwar auf Bairisch. Ein Gespräch über geputzte Schuhe, zweifelhafte Grenzgänge und haltgebende Trachtenvereine.

gruber Für mich ist Volksmusik ein Ausdruck von Lebensfreude. Ich stehe zwar auch auf sanfte Töne, etwa auf Liebeslieder und Marienlieder, aber bei rassiger, schneidiger Instrumentalmusik lebe ich richtig auf. PASTA! War die Diatonische Harmonika Dein erstes Instrument? gruber Nicht ganz. Am Anfang stand bei mir eigentlich die Flöte, aber sie war für mich das falsche Instrument. Geübt habe ich damit immer nur auf der Fahrt zum Lehrer. Meine Mutter dachte damals schon, ich sei absolut unmusikalisch.

PASTA! Du wurdest zur Volksmusikpflegerin der Stadt Passau ernannt – wie kam es dazu? gruber Das Amt an sich gibt es schon länger. Mein Vorgänger war Herbert Wallner, einer PASTA! Mit der Einschätzung lag sie wohl meiner wichtigsten musikalischen Begleiter ziemlich daneben. über die Jahre. Kennengelernt haben wir uns gruber Na ja, bei meinem Flötenspiel konnte vor langer Zeit beim Streiblwirt in Rittsteig, man schon auf diesen Gedanken kommen. kurioserweise genau dort, wo ich auch als Zum Glück habe ich dann aber durch meinen zwölfjähriges Mädel zum ersten Mal öffent- Vater die Diatonische Harmonika für mich lich aufgetreten bin. Als Herbert 70 war, kam entdeckt. Wenn er zu Hause spielte, durfte er dann auf mich zu und fragte, ob ich nicht ich immer die Bässe drücken. So fing alles an. sein Amt übernehmen wollte. Ich habe na- Zur Kommunion bekam ich schließlich mein türlich sofort zugesagt, obwohl gar nicht so eigenes Instrument. Ganz im Gegensatz zur recht klar war, ob diese besondere Position Flöte machte ich hier schnell große Fortüberhaupt weiter bestehen würde. schritte. Mein Vater wusste, dass es beim Schließlich gab der Kulturausschuss aber Streiblwirt einen traditionellen Musikantendoch grünes Licht. Es ist für mich wirklich stammtisch gab. Für ihn war klar: Dort sollte eine große Ehre, Volksmusikpflegerin der ich meinen ersten öffentlichen Auftritt haStadt Passau zu sein. ben.

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Kathi Gruber ... wurde 1982 in Salzweg geboren. Im Alter von neun Jahren begann sie, Diatonische Harmonika zu spielen. Mit zwölf Jahren hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt beim Streiblwirt. Damals ahnte sie noch nicht, dass sie den Wirtsbuam Stefan 13 Jahre später heiraten würde.

Zu ihren Lehrern zählte unter anderem der Volksmusiker Hans Matheis aus Fürstenstein. Von 2009 bis 2012 moderierte Kathi Gruber die Volksmusiksendung Kultur, Brauchtum und Musik auf UnserRadio. Seit 2010 ist sie Volksmusikpflegerin der Stadt Passau.

Als Teil des Soizweger Zwoagsangs veröffentlichte sie gemeinsam mit Gabi Schweizer bereits vier CDs.

Seit 2013 betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann das Gasthaus Zum Streiblwirt. Dort finden regelmäßig Musikantenstammtische statt.

PASTA! Welche Aufgaben sind mit dieser Funktion verbunden? gruber Die Aufgaben sind recht vielfältig. Ich organisiere viele Veranstaltungen, zum Beispiel Musikantenstammtische und Singnachmittage, und bin für zahlreiche Veranstalter der erste Ansprechpartner, wenn es um die Vermittlung von Volksmusikern geht. Am meisten Zeit verbringe ich momentan mit Kindern und Jugendlichen in dem von mir initiierten Projekt Boarisch gsunga und tanzt in der Schui. Diese Sache liegt mir sehr am Herzen – Kinder sollen meiner Meinung nach möglichst von klein auf lernen, miteinander zu singen. So etwas schweißt zusammen. Außerdem sorge ich in der Adventszeit dafür, dass die Besucher des Christkindlmarkts mindestens einmal pro Woche echte, traditionelle Volksmusik zu Ohren bekommen. Die Volksmusik soll sich wie ein roter Faden durch das kulturelle Jahr der Stadt Passau ziehen – das ist mein Ziel. PASTA! Was begeistert Dich so an der Volksmusik? SEPTEMBER 2014

PASTA! Hattest Du diesen Auftritt also Deinem Vater zu verdanken? gruber Meinem Vater und Hans Matheis. Er war damals einer der bekanntesten Volksmusiker der Region. Nachdem ich drei Jahre Unterricht in der Musikschule hatte, wurde ich eine seiner Schülerinnen. Bei meinem ersten Auftritt war ich sehr nervös. Sogar noch lange Zeit später hatte ich vor Auftritten regelmäßig heftige Bauchschmerzen und schweißnasse Hände. Deshalb konnte ich in den ersten Jahren nie die Leistung abrufen, zu der ich eigentlich im Stande bin. Mit 20 hat sich das dann zum Glück gelegt. Heute bin ich nur noch bei Livesendungen im Radio etwas nervös – wenn ich weiß, dass mir Tausende von Leuten zuhören und ich mit Mimik und Gestik nichts wettmachen kann. PASTA! Wie ist das bei den anderen Instrumenten, die Du spielst? gruber Gitarre spiele ich nicht solistisch, da hält sich die Aufregung in Grenzen. Mit der Tuba befasse ich mich nur noch in meiner Freizeit. Eine Zeit lang war ich zwar Mit-

Neben der Diatonischen Harmonika spielt Kathi Gruber auch Gitarre, Tuba und Harfe.

glied der Blaskapelle Salzweg, musste dann aber aus Zeitgründen aussteigen. Außerdem wollte ich keine moderne Blasmusik spielen, sondern nur bayerisch–böhmische. PASTA! Hast Du in Deiner Jugend nie das Bedürfnis verspürt, mal etwas anderes als Volksmusik zu spielen? gruber Nein, nicht wirklich. Natürlich habe auch mal moderne Musik gehört, viel Hip– Hop zum Beispiel, aber ich hatte nie das Bedürfnis, selbst solche Musik zu spielen. Volksmusiker wie Herbert Pixner, die auf der Diatonischen Harmonika Blues und Jazz spielen, beleben zwar die Volksmusikszene, aber mich persönlich reizt dieser Grenzgang überhaupt nicht. Ich bleibe da lieber der traditionellen Volksmusik treu. 45


passauer stadtmusikanten

PASTA! Vor kurzem fand in Ruhpolding das Gautrachtenfest statt. Nach heftigen Diskussionen im Vorfeld sind dort auch die Jungs von LaBrassBanda aufgetreten: in Lederhosen zwar, aber barfuß und mit T– Shirt. Was hältst Du davon? gruber Es wäre falsch zu behaupten, dass die Trachtenvereine keine Nachwuchssorgen hätten. Aber bisher hat es auf Gautrachtenfesten immer gelangt, in unseren traditionellen Trachten aufzulaufen und schneidige Tanzlmusi zu spielen. Deswegen finde ich es falsch, dort LaBrassBanda auftreten zu lassen. Mir gefällt deren Musik, aber sie passt nicht auf ein Gautrachtenfest. Alles zu seiner Zeit und am richtigen Ort – das ist meine Meinung zu der Sache. Bei Trachten und

bertät Mitte der 90er wurde Passau von dieser furchtbaren Serie von Selbstmorden unter Jugendlichen erschüttert. Ich selbst war zum Glück nie gefährdet, auf die schiefe Bahn zu geraten, denn das Vereinsleben hat mir Halt gegeben. Jahre später kam ich schließlich als Volksmusikpflegerin auf die Idee, mit Schulkindern in Mundart zu singen. Von den Lehrern gab es viel positive Rückmeldung, genau wie von den Kommunalpolitikern. Und die Kinder, die waren eh von Anfang an Feuer und Flamme. Aus meiner Sicht wurde da in den letzten Jahrzehnten einiges verschlafen. Früher konnten Grundschullehrer in der Regel ja noch Gitarre oder Zither spielen. Heute ist das meistens nicht mehr der Fall.

»Wenn sich alles vermischt, geht das Ursprüngliche verloren.« K A T H I G R UBE R

Volksmusik bin ich nun mal sehr konservativ. Außerdem gibt es in Passau mittlerweile Wenn sich alles vermischt, geht das Ur- Schulen, die Schüler aus 15 verschiedenen sprüngliche verloren. Nationen haben. Da stehen die Lehrer in den ersten Schuljahren vor der Herausforderung, PASTA! Volksmusik in Jeans und T–Shirt den Kindern erst mal die deutsche Sprache ist für Dich also undenkbar? beizubringen. gruber Na ja, in einem schlamperten Gewand würde ich jedenfalls nicht auftreten. PASTA! Wäre es vor dem Hintergrund Ein sauberes Äußeres gehört für mich ein- nicht sinnvoller, mit Grundschulkindern fach dazu. Deswegen habe ich auch 35 erstmal auf Hochdeutsch zu singen? Dirndlgewänder und drei Trachten (lacht). gruber In den städtischen Schulen vielleicht Tracht trage ich an Festtagen: geputzte schon, aber in den Schulen im Landkreis sehe Schuhe, weiße Strümpfe, Kropf band, ge- ich diese Notwendigkeit nicht. Ich muss allerscheiten Schmuck und gerne einen Hut. Auch dings dazu sagen, dass die Migrantenkinder wenn ich mit den Schulkindern singe, ziehe in der Stadt hoch motiviert und auch sehr ich grundsätzlich ein Dirndl an. dankbar sind, wenn wir zusammen singen. Der Renner in der ganzen Stadt ist moPASTA! Wie ist dieses Schulprojekt mentan das Huraxdax–Gstanzl. Das ist eine „Boarisch gsunga und tanzt in der Schui“ alte Melodie mit einem modernen, kindgeeigentlich entstanden? rechten Text, einem Jodler in der Mitte und gruber Schon als Kind und auch noch als Ju- einem Refrain, der immer schneller wird. gendliche gehörte für mich der TrachtenverIch singe mit den Kindern nicht nur Regiein immer dazu. In einer Kindertanzgruppe onales, sondern auch viel aus den Liederbümachte ich damals einige meiner schönsten chern der Biermösl Blosn. Man muss sich Kindheitserfahrungen. Wir fuhren ins Zelt- schon genau überlegen, mit welchem Liedgut lager, es wurde zusammen gegrillt und natür- man die Kleinen begeistern und zum Lachen lich auch viel getanzt. Während meiner Pu- bringen kann. 46

PASTA! Seit über zehn Jahren trittst Du zusammen mit Gabi Schweizer als „Soizweger Zwoagsang“ auf. Wie kam es zu Eurer Zusammenarbeit? gruber Wir sind beide Mitglieder im Trachtenverein Salzweg. Als Gabis Eltern Goldene Hochzeit feierten, wollte sie ihnen ein musikalisches Geschenk machen – denn bei ihnen wurde zu Hause immer viel musiziert. Sie fragte mich, ob ich mit ihr zusammen bei der Goldenen Hochzeit spielen würde. Wir haben dann geprobt und schon beim ersten Lied gemerkt, wie gut es stimmlich passt. Mittlerweile haben wir vier CDs aufgenommen und auch schon verschiedene Preise gewonnen. Das freut uns sehr. PASTA! Wie sieht Euer Repertoire aus? gruber Ziemlich wild und bunt: Wir singen Marienlieder, Kirchenlieder, Liebeslieder, Weihnachtslieder, Wirtshauslieder – und alles in Mundart. In letzter Zeit spielen wir vor allem lustige Couplets. Nach denen muss man regelrecht suchen, im Gegensatz zu den Liebesliedern. Die sind einfach zu finden. Ich persönlich mag Liebeslieder sehr gerne, aber die kannst du nicht immer bringen. PASTA! Am 5. September startet die Herbstdult. Da musst Du wahrscheinlich Präsenz zeigen? gruber Na klar, obwohl ich nicht ins Programm eingebunden bin. Auf der Dult wird ja vor allem Partymusik gespielt, um junge Leute anzuziehen, die dort ordentlich Geld lassen. Als Wirtin kann ich das verstehen, als Volksmusikpflegerin würde ich mir schon etwas mehr traditionelle Blasmusik wünschen. PASTA! Die obligatorische Schlussfrage: Mit welchem der Stadtmusikanten kannst Du Dich identifizieren? gruber Mit dem Gickel ganz oben bestimmt nicht. Mit dem Esel schon eher. Ich bin ein fundamentaler Typ, auf den man bauen und sich verlassen kann. Ich stehe unten, mit vier Beinen auf dem Boden.

Benedikt Kuhnen hat angefangen, Posaune zu spielen, als sein Arm noch zu kurz war, um den Zug ganz auszufahren. Seitdem der Arm lang genug ist, schreckt er vor nichts und niemandem zurück, weder vor Bach noch vor Bonfá oder Brubeck. In dieser Rubrik möchte er einen Einblick in Leben und Werk der Passauer Stadtmusikanten geben. Sein Motto: „Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“

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Standortfaktor

Lebensfreude von G e org S teine r

D

ie Donau–Moldau–Region zwischen Ostbayern, Österreich und Böhmen ist vom Barock geprägt – und von einer Le-

bensfreude, die sich während dieser Epoche entwickelte. „Fromm durch Freude“ lautete im 16. Jahrhundert das Motto, um die abgefallenen Schäflein im Zuge der Gegenreformation wieder zurück in die katholische Kirche zu führen – und dazu bediente man sich psychologischer Tricks und zutiefst menschlicher Sehnsüchte: Da der Protestantismus die Freude auf das Jenseits verlagerte und so ein Vakuum erzeugte, setzte der Barock auf üppige Prachtentfaltung – nicht zuletzt in der prunkvollen Architektur, die auch für Passau und Linz prägend wurde. Das Welt– und Menschenbild des Barock stand im Spannungsfeld von Lebensfreude und Todesbangen, Weltgenuss und Jenseitssehnsucht. Gerade wegen der Allgegenwärtigkeit des To-

LINZ.VERÄNDERT, SePteMBer

Schärfen Sie ihre fünf Sinne in der donauStadt. Tauchen Sie ein inS SpriTzige KulTurerlebniS am FluSS. www.linz.at/tOurismus i www.linztOurismus.at internationales Brucknerfest Linz 13.09 bis 05.10. 2014 www.brucknerfest.at

Bülent ceylan - haardrock 20.09. um 20.00 uhr Tipsarena www.livasport.at

the cleveland orchestra mit Franz Welser-möst als Dirigent, 13., 17. und 18.09. um 19.30 uhr

wein & Kunst 04. - 06.09. altstadt + Klosterstraße www.skistl.at

tschechische Philharmonie 29.03. um 19.30 uhr

MS wissenschaft - forschung ahoi! Das Forschungsschiff legt wieder an. 04. - 07.09. anlegestelle ars electronica center, www.uar.at

Moskauer Kammeroper boris pokrovsky, 19.09. um 20.00 uhr die oper ulenspiegel - in Kooperation mit dem brucknerfest 2014 10. - 16.09. Tabakfabrik linz www.tabakfabrik-linz.at

arS eLectronica feStivaL

Swing tanzen verboten – ausstellung 09.09. – 05.10. Tabakfabrik linz www.tabakfabrik-linz.at voeStaLPine KLangwoLKen

des gab man sich wieder voll und ganz den irdischen Genüssen c…what it takes to change Festival for art, Technology and Society 04. - 08.09. ars electronica center www.aec.at/festival

und dem drallen Leben hin. Das Motto lautete „Leben und leben lassen" – eine Einstellung, die auch heute noch unsere Heimat prägt.

„Optimismus und Sympathie sind Wettbewerbsvorteile, die nicht nur im Tourismus greifen ...“ Rückblickend sollten wir für die Lebensphilosophie, die sich damals während des Barock entwickelte, dankbar sein. Wir strahlen noch heute Optimismus und Sympathie aus: Wettbewerbsvorteile, die nicht nur im Tourismus greifen. Sowohl die Kirche als auch die Politik sollte sich dieser Faszination bewusst sein. Es geht nicht nur um Reglementierungen, Datenleitungen, Autobahnen und Gewerbeflächen. Es geht auch um mentale Standortfaktoren – in Linz begeistert der Hö-

Die Donau lebt! Fluss mit geschichte und geschichten voestalpine visualisierte Klangwolke, 06.09. voestalpine Kinderklangwolke, 13.09. voestalpine klassische Klangwolke, 14.09., www.klangwolke.at unser tipp: Wir empfehlen die an- und rückreise mit der Öbb zur Klangwolke. oebb.at richtung passau wurde eine zugverlängerung eingerichtet: oberoesterreich.oebb.at

henrausch auch heuer wieder zigtausend Besucher.

LandeStheater LinZ

Das Linzer Ars Electronica Center fasziniert mit spannenden

tosca. oper von Puccini premiere am 12.09. um 19.30 uhr

Zukunftsfragen, während das diesjährige Festival unter dem Motto steht: „C … what it takes to change“ (www.aec.at/c/). In Linz erlebt man, wie Kunst auch im 21. Jahrhundert zum mentalen Katalysator werden kann – ähnlich wie während des Barock. Das laufende Projekt „Barocke Kunst und Kultur im Donauraum“ (siehe www.barockimdonauraum.eu), das Passau und Linz gemeinsam realisieren, liefert uns dafür einige Blaupausen.

Georg Steiner ist Tourismus–Direktor in Linz. Er wohnt in Passau, wo er seit 2014 auch im Stadtrat sitzt. Sein Credo: „Die Stadt darf den Anschluss nicht verlieren. Passau muss eine gestaltende Rolle in der Donau–Moldau– Region übernehmen. “

SEPTEMBER 2014

fashion on the road 12. + 13.09. linzer innenstadt einzigartige Fashion-Show auf der linzer landstraße. Lange einkaufsnacht bis 22.00 uhr am 12.09. www.linzer-city.at urfahraner Jahrmarkt 27. - 05.10. urfahraner Jahrmarktgelände www.urfahranermarkt.at tag des denkmals 28.09. diverse museen www.tagdesdenkmals.at trierenberg Super circuit Die besten Fotos der Welt 22. + 23.09. neues rathaus linz zwei Tage lang gastieren „die besten Fotos der Welt“ im linzer rathaus. www.supercircuit.at

Les Misérables. musical premiere am 27.09. um 19.30 uhr

auSSteLLungen

der eingebildete Kranke ab 12.09. um 19.30 uhr

höhenrausch 4 – Bewegte räume. ausstellung über den Dächern der Stadt! bis 19. Oktober im OÖ Kulturquartier www.hoehenrausch.at

the turn of the Screw. Oper von benjamin britten premiere am 19.09. um 20.00 uhr das wintermärchen. romanze von Shakespeare priemere am 20.09. um 19.30 uhr tag der offenen tür im Musiktheater 21.09. von 11.00 - 17.00 uhr Kabale & Liebe. premiere 26.09. um 19.30 uhr

an der donau. Flussgeschichten einer Stadt bis 26.10. im nordico Stadtmuseum linz, www.nordico.at faserschmeichler? geschichte und alltag der baumwolle, bis 12.10 im botanischer garten linz vom Leben mit dem Krieg – Oberösterreich im ersten Weltkrieg bis 16.11. im Schlossmuseum linz, www.schlossmuseum.at


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Die

Ameise im Termitenhügel text > christian götz fotos > florian weichselbaumer

J

a pfeilgrad. Er hod’n no. Was habe ich damals Tränen vergossen, als ich nicht mitfahren durfte. Das ist jetzt circa 28 Jahre her. Da musste ich heulend von unserer Terrasse aus mitverfolgen, wie der Erich auf seinem IHC McCormick mit Balkenmähwerk die Wiese neben unserem Haus stutzte – ohne mich. Dabei war es doch einer der wenigen McCormicks mit Auspuff nach oben! Und was konnte es für den Knirps Christian Schöneres geben, als auf diesem roten Ungetüm sitzend die Dieselschwaden zu beobachten, die sich bei jedem Gasgeben gen Himmel kräuselten. Der alte Lindinger Bauer hatte

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auch einen, mit dem er die Wiese ein paar Grundstücke weiter hinten mähte, aber der hatte den Auspuff unten. Total langweilig – abgesehen davon, dass ich auch hier nicht hätte aufsitzen dürfen. Es dauerte noch ein

Unser täglich

Fleisch gib uns heute

paar Jahre, bis ich verstand, warum: Man saß als Beifahrer schließlich auf dem hinte-

ren Kotflügel – ein unachtsamer Moment und aus klein Christian wäre Schnittlauch geworden. Heute ist das natürlich alles vollkommen anders: Die klimatisierten Giganten, die unserer Tage mit einem Affenzahn über die Felder (oder auch mal die B12) rauschen, verfügen selbstverständlich über abgeschlossene Kabinen, das Dolby Surround System lässt den störenden Motorenlärm vergessen – und der Rauch ist längst irgendeiner Euro–Norm gewichen; schließlich muss auch die Welt der landwirtschaftlichen Geräte mit der Zeit gehen. Und ich werde einen Teufel tun, dies vor dem Hintergrund meiner agrokulturel-

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fakten

MOdell: IHC McCormick, Typ D 439 (1962–1966) Baujahr: 1963 Motor: 4–Zylinder 4–Takt–Reihen– Wirbelkammer–Diesel Hubraum cm3: 2397 Leistung: 36 PS bei 1.900 U/min. GETRIEBe: Manuell; 8 Vorwärts– und 2 Rückwärtsgänge km/h max.: 20

len Inkompetenz auch nur im Ansatz zu ver- nem der kleine McCormick fast wie eine mantisch? Für die Zuschauer aus den Städdammen. Denn zumindest so viel ist auch Waldameise vor, die versehentlich in einem ten mit Sicherheit. Für die Bauern eine unmir klar: Ohne die industrialisierte Land- Termitenhaufen gelandet ist. endliche Schinderei. Hatte ein Bauer zur wirtschaft wären neben unserem täglichen damaligen Zeit jenes Alter erreicht, in dem unsere „Best–Ager“ erst anfangen, die BüroFleisch wohl auch all jene überquellenden stube gegen das Mountainbike einzutauSupermarktregale, die uns ach so bewusste schen, war er im sprichwörtlichen Sinne „abVerbraucher vor die (heimlich ja doch irgerackert“. Die flächendeckende Verbreitung gendwie geliebte) Qual der Wahl stellen, reine Utopie. Dass dafür jedoch immer wenibezahlbarer Traktoren – die teuren, schon ger Betriebe auf immer größeren Flächen Dabei war es unter anderem er selbst, der seit den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts immer höhere Erträge erwirtschaften müs- den Termiten einst den Weg bereitet hatte. etablierten Lanz–Bulldogs und ähnliche Gesen, um trotz der Dumpingpreise für Kartof- 1963, im Jahr seiner Produktion, war die Zeit räte waren faktisch nur den Großbauern aus feln, Getreide, Milch und Co. überleben zu noch nicht so lange vorbei, als sich noch die den fruchtbareren Gegenden Bayerns vorbekönnen, nehmen wir billig(end) in Kauf. letzten Ackergäule über die steinigen Felder halten – bedeutete für alle kleineren landAngesichts dieses Gigantismus kommt ei- des Bayerischen Waldes gequält hatten. Ro- wirtschaftlichen Betriebe zunächst einmal

Agrolution

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die Erlösung von der selbstzerstörerischen Preise fielen – und mehr und mehr kleine scher Autohersteller mittlerweile Herr über 12 Marken ist, gehen drei Kleinbauern in eiKnochenarbeit. Ein riesiger Wurf – in unge- bäuerliche Betriebe mussten aufgeben. Im Grunde lässt sich an der Landwirt- nem Großbetrieb auf, der seine Fläche Jahr fähr zu vergleichen mit der Einführung der Maschinen in den Steinbrüchen oder des schaft exakt das Gleiche beobachten, was je- für Jahr um Dutzende Hektar erweitert. Fließbandes in der Industrie. Doch wie man der von uns in verschiedensten Wirtschafts- Man braucht nicht gleich Marxist zu werden, es eben so kennt von Revolutionen, pflegen zweigen tagein tagaus beobachten kann. aber in einem Punkt hatte der gute alte Karl Letztere ja auch bekanntlich ihre Kinder zu Während mein Handyanbieter mittlerweile schon recht: Dass der Aktien–Kapitalismus verspeisen. Die Produktionsmenge stieg, die zum dritten Mal fusioniert und ein deut- wohl eines Tages in einem riesigen Monopol

Raus aus der Schule. Rein ins BiZ! Bewerbung? Ausbildung? Studium? Ausland? Stellensuche? Hol' dir die richtigen Infos! Wie geht's nach der Schule weiter? Die Antworten auf deine Fragen bekommst du im BiZ - kostenlos und ohne Voranmeldung. Schau doch mal rein - du findest uns in der Innstraße 30 in Passau. Unsere Öffnungszeiten: Mo - Fr 7.30 – 12.30 Uhr / Mo und Do auch von 13.30 - 16.00 Uhr

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aufgehen wird, lässt sich zunehmend schwerer bestreiten.

Unverwüstlich unwirtschaftlich

So treuherzig er auch aus seinen rostigen Äuglein dreinblicken mag, der kleine rote McCormick hat dazu auch seinen Teil beigetragen – und dennoch unterscheidet er sich in einem zentralen Punkt grundlegend von den meisten heutigen Produkten: Er scheint für die Ewigkeit gebaut. Seit über fünf Jahrzehnten ist er täglich im Einsatz und verrichtet unermüdlich seinen Dienst. Man mag ihm also vielleicht vorwerfen, dass er sich der landwirtschaftlichen Industrialisierung nicht unbedingt in den Weg gestellt hat; aber ein Turbokapitalist ist er deswegen – schon allein mangels Turbo – noch lange nicht. Verfügt er doch eben über keine der uns mittlerweile hinlänglich bekannten „Sollbruchstellen“, die ein technisches Produkt nach Ablauf einer vom Hersteller festgelegten Frist zur Wegwerfware degradieren. Unser System aus Abschreibungs– und Konsumzwang ist mittlerweile derart pervertiert, dass man demjenigen Recht geben muss, der behauptet, ein Gefährt wie der McCormick SEPTEMBER 2014

sei „unwirtschaftlich“, weil er nicht kaputt gehe. Und so zeigt uns dieses kleine Wunderwerk der Ingenieurskunst im Grunde nur die ganz banale Wahrheit auf: Es liegt immer nur an uns. Der McCormick wäre längst verschrottet, hätten seine Besitzer den Weissagungen diverser Vertreter geglaubt und jeden Trend fraglos kopiert. Aber wie heißt es doch so schön? Der Trend gibt den Dummen ihre Lebensfarben vor. Da lob ich mir doch ein mattes McCormick RAL 3002.

Christian Götz stinkt’s, nicht 20 Jahre früher geboren zu sein. Keine SUV’s, kein Rauchverbot, bessere Rechtschreibung. Auf die Frage, wie er sich dann ein Dasein ohne Granteln, sein Lebenselixier, vorstelle, fällt die Antwort unseres streitbaren Germanisten denkbar klar aus: „Gab doch gnua zum Grantln: Z’schwache Autos, d’Raucherei – und d’Rechtschreibung natürlich!“.

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Kinotipps

Basketball ist Jazz

FOTO: © 2014 NFP / Broadview

Nowitzki – Der perfekte Wurf

»der perfekte wurf« erzählt den aufstieg des basketball– spielers dirk nowitzki aus einer oberfränkischen schulturnhalle zum wertvollsten spieler der nba. text > CLAUDIA KNOBLOCH

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irk Nowitzki wird 1978 als Sohn einer Basketballspielerin und eines Handballers geboren. Eine sportliche Karriere war vorprogrammiert. 1994 beobachtet der ehemalige Basketball–Profi Holger Geschwindner den 16–Jährigen und erkennt das Ungewöhnliche: Ein riesiger Spieler, der nicht nur unter dem Korb steht und Bälle abstaubt, sondern schnell übers Feld spielt. Er nimmt Nowitzki unter seine Fittiche. Die Trainingsmethoden sind so ungewöhnlich, dass die beiden das Institut für angewandten Unsinn gründen, wo mit mathematischen Methoden Flugbahnen berechnet werden. Nicht minder ungewöhnlich ist es, dass Geschwindner mit Nowitzki in die USA fliegt, als sein deutsches Team in den entscheidenden Play–offs steht; in den Staaten angekommen, geht Nowitzki zum schlechtesten Team der NBA – und holt 2011 mit den Dallas Mavericks den Titel. Immer im Zent-

rum: sein Coach, der ihm auch durch persönliche Tiefs hilft. Geschwindner sieht im Jazz starke Parallelen zum Basketball: „Top–Individualisten, die auf ihrem Gebiet sehr gut sind, müssen sich zusammentun. Jeder tritt für eine Zeit nach vorne und spielt die Hauptrolle – wie bei einem Solo.“ Ich bin kein Basketball–Fan und war lediglich bei ein paar Bundesligaspielen. Aber dieser Film über eine außergewöhnliche Trainer–Spieler–Beziehung und den gemeinsamen Weg nach oben – gegen alle Regeln und Konventionen – hat mir großes Vergnügen bereitet. Der perfekte Wurf ist eine unterhaltsame Mischung aus Sportdoku und den menschlichen Aspekten des Sports.

START > 18.9. GENRE > Dokumentarfilm IMDB > ––– regie > Sebastian Dehnhardt

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kinotipps

Lola auf der Erbse

A Most Wanted Man

I Origins – Im Auge des Ursprungs

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igentlich könnte Lolas Leben auf dem alten Hausboot Erbse wunderbar sein– wenn sich ihr Vater nicht „in Luft aufgelöst“ hätte. Lola rebelliert, lässt sich die Haare wachsen, trägt zu kleine Schuhe, ist in der Schule eine Einzelgängerin. Zu allem Unglück verliebt sich ihre Mutter Loretta wieder. Nur Lolas neuer Klassenkamerad Rebin steht ihr zur Seite, obwohl auch er ein schwieriges Leben hat. Der Film von Thomas Heinemann bringt Probleme auf die Leinwand, in denen sich die Realität vieler Kinder spiegelt: Trennung, Patchworkfamilie, Migration und Armut – schwierige Themen, die Lola und Rebin mit viel Phantasie und Freundschaft meistern. START > 4. september GENRE > Kinderfilm IMDB > ––– mit > Tabea Hanstein, Christiane Paul, Olaf Krätke

ssa Karpov kommt von Folter gezeichnet nach Hamburg, um das Vermögen seines Vaters zu holen. Er will es muslimischen Wohltätigkeitsvereinen stiften. Oder doch islamistische Terroristen unterstützen? Der deutsche Geheimdienst ist misstrauisch und verfolgt ihn. In A Most Wanted Man spielte der 2014 verstorbene Philip Seymour Hoffman seine letzte Hauptrolle. Er verkörpert den Geheimdienstchef mit großer Präsenz. Regisseur Anton Corbijn (Control) erzählt: „Er ging vollkommen in der Rolle von Günther Bachmann auf. Er unterschrieb sogar eine E–Mail mit Günther, als er nach dem Ende der Dreharbeiten wieder zu Hause war.“ START > 11. september GENRE > Thriller IMDB > 7,5 mit > Philip s. Hoffman, Rachel McAdams, Willem Dafoe

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r. Ian Gray forscht über Augen und ist von Fakten getrieben. Als er sich in Sofi verliebt, sind es ihre Augen, die ihn anziehen. Doch sie stirbt vor der Hochzeit. Durch Recherchen stößt Gray auf ein Mädchen, das die gleiche Iris hat wie Sofi – eigentlich unmöglich, weil jede Iris einzigartig ist. Eine Reise nach Indien zeigt ihm die spirituelle Seite seiner Theorie. Regisseur Mike Cahill bewundert Wissenschaftler: „Sie verbringen ihr Leben damit, die großen Fragen zu stellen. Warum sind wir hier? Woraus bestehen wir? Ich wünschte, ich wäre ein Wissenschaftler, aber ich bin Filmemacher, also mache ich Filme über Wissenschaftler.“ START > 25. september GENRE > SciFi IMDB > 7,2 mit > Michael Pitt, Brit Marling, Astrid Bergès–Frisbey

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buchtipps

mysteriöser natur–roman franz friedrich

Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 stehen viele Romane mit Naturbezug: In Saša Staniši s »Vor dem Fest« sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, in Lutz Seilers »Kruso« spielt die Ostseeinsel Hiddensee eine Hauptrolle und in Franz Friedrichs »Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr« wandeln Filmemacher auf den Spuren dieser Vögel.

autor > Franz Friedrich GENRE > roman SEITENZAHL > 320 SEITEN VERLAG > S. Fischer PREIS > ¤ 19,99

Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr

Ein Mann namens Ove

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ie Lapplandmeisen auf Uusimaa haben aufgehört zu singen. Die Dokumentarfilmerin Susanne Sendler reist 1997 auf die finnische Insel, um dieses Phänomen festzuhalten – und verschwindet spurlos. 2017 beginnen die Meisen wieder zu singen, was einen belgischen Filmemacher veranlasst, Richtung Uusimaa aufzubrechen, um nach den Meisen zu suchen. Franz Friedrichs Debütroman spielt in den beiden Welten, die der 1983 geborene Autor gut kennt: Er studierte Experimentalfilm an der Universität der Künste Berlin und am Deutschen Literaturinstitut. Eine interessante Betrachtung der Welt in einer zeitnahen Utopie.

autor > Fredrik Backman GENRE > Roman SEITENZAHL > 368 SEITEN VERLAG > S. Fischer Verlag PREIS > ¤ 18,99

ve liebt Ordnung: In seiner Siedlung achtet er auf Mülltrennung und auf die Einhaltung des Autofahrverbots. Ausnahmen von Regeln duldet er nicht. Als seine Frau stirbt und er unfreiwillig in den Ruhestand versetzt wird, will er seinem Leben ein Ende bereiten. Dann ziehen neue Nachbarn ein, die viel Leben ins Viertel bringen. Ove wird das Sterben plötzlich schwer gemacht. Autor Fredrik Backman hat als Gabelstaplerfahrer und Blogger gearbeitet, bevor er mit seinem Debütroman Ein Mann namens Ove die Herzen der Leser auf 30 Sprachen erobert hat. Ein kurzweiliger Roman über Freundschaft und Neuanfänge.

S O N D E RAUS S T E L L U N G

Neue Herren Neue Zeiten

24. 05. — 15. 11. 2014

PA S S A U U N D D A S 19. J A H R H U N D E R T

www.oberhausmuseum.de

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hörbuchtipps

angelika felenda

arto paasilinna

Der eiserne Sommer

Der Mann mit den schönen FüSSen

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ommer 1914: Kommissär Reitmeyer untersucht den Tod eines jungen Mannes. Was zuerst aussieht wie ein Unfall, entpuppt sich bald als Mord, dessen Spuren in die feine Münchener Gesellschaft und in militärische Kreise weisen. Doch am Vorabend des Ersten Weltkrieges hat das Militär kein Interesse an einem Skandal – und so bekommt Reitmeyer Druck von oben, den Fall nicht weiter zu verfolgen ... Der eiserne Sommer ist die vollständige Lesung des Debütromans von Angelika Felenda. 12 Stunden und 39 Minuten lang können die Hörer den spannenden ersten Fall von Kommissär Reitmeyer verfolgen – und dabei in das München kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges eintauchen. VON > Angelika Felenda LABEL > Der Hörverlag mp3–CDs > 1 PREIS > ¤ 16,99

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frank goosen

Raketenmänner

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in Raketenmann hat sein Leben im Griff und vollbringt jede Woche etwas Phänomenales. Das ist so ziemlich genau das Gegenteil von den Protagonisten in Frank Goosens neuestem Roman: Sie sind gefangen in ungeliebten Berufen, hängen ihrer Jugend und alten Lieben nach, träumen von Abenteuern und Neuanfängen. Frank Goosen liest Raketenmänner selbst: Das kann er sehr viel besser als die meisten anderen Autoren, aber man muss sich konzentrieren, damit man den Faden nicht verliert. Ansonsten unterhalten die Geschichten bestens mit ihren authentischen Figuren, unter denen fast jeder Hörer eine finden wird, mit der er sich identifizieren kann.

ulis Rävander ist erfolgreicher Geschäftsmann mit reizender Familie. Eines Tages eröffnet ihm seine Frau, dass sie eine bessere Partie kennengelernt hat und die Scheidung will. Geschockt zieht sich Aulis mit großen Alkoholvorräten auf eine Insel zurück. Als er betrunken ist, versucht er, die Telefonseelsorge anzurufen – und hat stattdessen die Fußpflegerin Irene am anderen Ende. So fangen die Verwicklungen an, die – wie immer beim finnischen Bestseller–Autor Arto Paasilinna – zu den skurrilsten Situationen führen. Jürgen von der Lippe liest das Hörbuch wunderbar und macht es zu einem großen Spaß. VON > Arto Paasilinna LABEL > Lübbe Audio AUDIO–CDs > 4 PREIS > ¤ 16,99

VON > Frank Goosen LABEL > Tacheles! AUDIO–CDs > 4 PREIS > ¤ 15,99

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DVDTipps

Beltracchi – Die Kunst der Fälschung

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GENRE > Dokumentarfilm REGIE > Arne Birkenstock FSK > ab 6 jahre SPIELDAUER > 102 MINUTEN Filmszene aus » und Äktschn!«

Und Äktschn!

Erbarmen

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N

er leidenschaftliche Amateurfilmer Hans A. Pospiech sagt von sich: „Zum Genie fehlt mir das Geld!“ Da kommt es gerade recht, dass die örtliche Sparkasse einen Filmwettbewerb ausschreibt. Pospiech nimmt sich dafür das private Leben Hitlers vor. Die Posse: Er steht als Sieger bereits fest, damit er sein Konto sanieren kann. UND GEWINNEN!

GENRE > Komödie REGIE > Frederick Baker MIT > Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Maximilian Brückner FSK > ab 6 jahre SPIELDAUER > 95 MINUTEN

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olfgang Beltracchi ist von Beruf Kunstfälscher. Das Besondere: Er kopiert keine Bilder, sondern malt in „Werklücken“. Von 1970–2010 schuf er 300 Bilder, die vom Kunstmarkt gierig aufgenommen und zu gigantischen Summen verkauft wurden, bis ihm schließlich ein Fehler unterlief, der ihn und seine Frau ins Gefängnis brachte. Im Film von Arne Birkenstock gibt Beltracchi dem Zuschauer einen Schnellkurs in „Wie stelle ich ein millionenteures Meisterwerk her?“ Das ist sehr unterhaltsam und kritisiert eher den überhitzten Kunstmarkt als den sympathisch–naiven Fälscher.

Zum Start von Und Äktschn! verlosen wir 2 DVDs und 2 Interviewbände Gerhard Polt und auch sonst. Einfach unter dem Stichwort Äktschn! eine E–Mail an gewinnspiel@pastaonline.de oder eine Postkarte an PASTA!, Römerstraße 3, 94032 Passau schicken.

ach einem gescheiterten Einsatz wird Polizist Mørck in eine Einheit versetzt, die ungelöste Fälle zu den Akten legen soll. Der Fall der vermissten Politikerin Merete Lynggaard erregt seine Aufmerksamkeit. Die Erklärung „Selbstmord“ scheint nicht plausibel. Und tatsächlich: In Lyng– gaards Vergangenheit gibt es dunkle Flecken. Die Verfilmung von Jussi Adler–OlGENRE > Thriller sens Bestseller macht atemlos und verlangt nach starken Nerven. Regisseur REGIE > Mikkel Nørgaard Nørgaard sagt dazu: „Mir ging es nicht MIT > Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Sonja um Realismus. Dies ist Fiktion, und sie Richter FSK > ab 16 jahre dient dazu, den Zuschauer aus seinem SPIELDAUER > 97 MINUTEN Alltagsleben zu entführen.“

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Eintritt 10 €. Der 10 € Betrag kann bis Sa., 04.10.2014 mit einem Einkauf verrechnet werden. Eintritt FREI. Für alle Inhaber der Pollozek Card und für alle Modefans unter 18 Jahren. Arnstorfer Straße 34 | 84347 Pfarrkirchen | www.pollozek.de | Mo, Di, Mi: 9.30 - 19 Uhr · Do, Fr: 9.30 - 20 Uhr · Sa: 9.30 - 18 Uhr

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FR., 19. SEPT. 2014 14 + 17 + 19.30 Uhr


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WER BIN ICH?

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R U

nser Bilderrätsel befasst sich mit Personen des öffentlichen Lebens, die irgendwann auch einmal in der PASTA! abgebildet wurden – kennen Sie den hier „verschobenen“ Promi? Dann schreiben Sie uns eine E–Mail an: gewinnspiel@pastaonline.de oder schicken Sie uns eine Postkarte mit der richtigen Lösung an pasta! römerstraße 3, 94032 passau. Unter allen Einsendern verlosen wir gemeinsam mit Bücher Pustet drei Exemplare der Buch–Neuerscheinung Die Achse meiner Welt von Dani Atkins. auflösung des letzten fotos: stephan bauer, stadtrat

GEWINNER! Jeweils ein Exemplar des Buches Duell von Arnaldur Indriðason aus der Sommerausgabe haben gewonnen: Wolfsindis Baier, Passau Stefan Hechberger, Passau Andrea Sabo, Hauzenberg Herzlichen Glückwunsch! Bitte holen Sie Ihren Buchgewinn in unserer Redaktion, Römerstraße 3, Passau–Innstadt, nach telefonischer Voranmeldung unter Tel. +49 (0)851/9290865 ab. Vielen Dank!

achel ist jung, beliebt, verliebt und wird in wenigen Wochen ihr Traumstudium beginnen. Doch dann geschieht dieser schreckliche Unfall, der ihr alles nimmt, was sie liebt. Rachel zieht sich voller beklemmender Schuldgefühle zurück – denn sie hat nur überlebt, weil ihr bester Freund Jimmy ihr das Leben rettete und dafür mit seinem eigenen bezahlte. Nach fünf Jahren kehrt Rachel zum ersten Mal an den Ort der Ereignisse zurück. Aber die Erinnerungen sind zu viel für Rachel und sie bricht zusammen. Als sie im Krankenhaus erwacht, ist ihr Leben plötzlich so, wie sie es sich immer erhofft hat. Die damalige Tragödie hat es anscheinend nie gegeben: Sie hat einen Traumjob und ist verlobt. Und neben ihrem Bett steht Jimmy … Wie kann das sein? „Die Achse meiner Welt“ von Dani Atkins ist als Knaur Taschenbuch erschienen (ISBN 978–3–426–51539–6) und kostet 9,99 Euro.

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