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PASSAUER STADTMAGAZIN Passau, 12. Mai 2050

Angeltouristen packen die Koffer

Die Problembären sind zurück! Lachsfischerei in Passau gefährdet! Passau.

Wie die Passauer Alte Presse (PAP) gestern mitteilte, packen wohlhabende Angeltouristen reihenweise die Koffer, um sich vor der immer größer werdenden Zahl der Problembären in Sicherheit zu bringen. Die Passauer Tourismusindustrie, die zum überwiegenden Teil mit der boomenden Lachsfischerei zusammenhängt, fürchtet dauerhaft um ihre Einnahmequelle. Wie Landrat Dr. Fritz

bereits von zugewanderten Braunbären, die in direkter Konkurrenz zu den Lachsfischern stehen, angegriffen und schwer verletzt worden. Tote habe es aber bislang nicht gegeben. Die Stadt Passau, die durch den Verkauf von Angellizenzen in den vergangenen Jahren ihre Stadtkasse füllen und einen Großteil ihrer mehr als 350 Mio. Euro Schulden zurückzahlen konnte, sieht sich nun gezwungen, Jagd

der großen Nachfrage ausländischer Angelgäste in den letzten 10 Jahren gebaut worden sind, vor dem Konkurs stehen könnten. Die Problembären richten somit einen immensen wirtschaftlichen Schaden an, den auch die Einnahmen aus dem soeben abgeschlossenen Verkauf der Innstadt an die Republik Österreich nicht auffangen können. Es werden weitere Lesen Sie mehr auf Seite 33

neue serie > PASSAU 2050 neue serie > NAHTOURDENKMAL ohne worte > JOSEF KÜBLBECK fifidel gastro > hoftaferne Passauer Stadtmusikanten > LUDWIG RUCKDESCHEL herbert grantelt > HALLO, HERR SCHLACHTBAR kulturtipps YOUNGTIMER > BIG IN JAPAN

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editorial

Zurück in die Zukunft

Liebe Leserinnen und Leser, wir fahren zwar nicht wie einst Marty McFly stilecht im DeLorean „Zurück in die Zukunft“, aber ich muss gestehen, dass diese Ausgabe der PASTA! bei mir doch genau jene Assoziation ausgelöst hat. Der Bogen spannt sich, exakt wie in oben genannter HollywoodTrilogie, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Nehmen Sie unsere neue Serie Passau 2050, in der wir ab sofort einen Blick in die Zukunft wagen. Haben sich kreativ denkende Visionäre durchgesetzt? Wie wird sich unser Leben verändern? Wie sieht unsere Stadt, unsere Region in 36 Jahren aus? Sind aus (unseren) Fantastereien „Realitäten“ geworden? Apropos Kreativität und Fantasie: Es scheint mir so, als ob genau diese Talente die Basis für Erfolg sind. Unser Interviewpartner Josef Küblbeck alias Blumen Seppi beweist das jeden Tag genauso eindrucksvoll wie

unser Passauer Stadtmusikant im Interview, Domorganist Ludwig Ruckdeschel. Aber auch der Koch und Patron der Hoftaferne, Klaus Eglseder, den wir auf Schloss Neuburg im Rahmen unserer neuen Serie Fidel Gastro besucht haben, ist einer von denen, die dieses gewisse Etwas in sich tragen. Zwar ist der Toyota Crown, den unser Redakteur und Autonarr Christian Götz für unsere Youngtimer-Serie getestet hat, kein DeLorean mit Flügeltüren, aber wenn ich mir das Modell Super Saloon (!) ansehe, fühle ich mich in eine ganz andere, längst vergangene Welt gebeamt. Aber auch im Hier und Jetzt haben wir eine Fülle neuer, spannender Themen für Sie vorbereitet. Reisen Sie mit uns! Herzlich, Ihr

C o rnelius L l o y d M artens

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passau von

oben

PASTA! MAI 2014


herbert grantelt

hallo, herr schlachtbar! H e r b e r t u n d d a s G r a u en v o n ne b en a n

text > CHRISTIAN GÖTZ

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ade Gesichter, blasse Teints, dicke Pullover, der Rest irgendwo im Nebelgrau – wenn ich irgendetwas definitiv nicht vermisse, dann den Winter, diese aschfahle Jahreszeit, die dank unserer unermüdlichen Erdaufheizung ohnehin längst nicht mehr das ist, was sie mal war. Und als sei dies noch nicht genug, folgt dann noch in trauriger Regelmäßigkeit die ewig wiederkehrende Diskussion um die Abschaffung der Zeitumstellung: Was ist eigentlich so schlimm daran, in unseren ohnehin ziemlich lichtarmen Breitengraden die Uhr eine Stunde vorzustellen? Gibt es doch nichts Schöneres, als abends eine Stunde länger die letzten Sonnenstrahlen genießen zu dürfen. Sollen sie doch lieber die dämliche Winterzeit abschaffen, dieses pietistische Selbstgeißelungsmonster. Neulich hat sich sogar die CSU dafür ausgesprochen – ganz allein regieren macht wohl doch a bisserl depressiv … Dennoch soll hier bei aller Freude über die Rückkehr des Vitamin-D spendenden Sonnenballs nicht vergessen werden, dass – wie so ziemlich alles in der Welt – auch die warme (oder besser noch wärmere) Jahreszeit ihre Haken hat. Einer dieser Haken besteht darin, dass es mit den ersten Sonnen6

strahlen eine gewisse Sorte Mensch wieder nach draußen zieht, die vor allem meinem Kumpel Uli schwer zu schaffen macht: Nachbarn. In deren Augen hat Uli nämlich vier entscheidende Fehler begangen: 1. Er ist trotz seiner „Zugezogenheit“ weder in Feuerwehr, Trachten- oder Gesangsverein aktiv. 2. Er hat gegen den neuen Supermarkt Position bezogen (bis er feststellen musste, dass er der einzige ist). 3. In seinem Garten schaut’s a weng aus – sprich: Er mäht nur alle vier Wochen, und das auch noch per Hand. 4. Er hat gern Freunde zu Besuch, die mit ihm Musik machen. Und des langt scho. Anstatt miteinander zu reden, werden einfach die Nummern von Polizei und Rechtsanwälten gewählt. Wegen Ästen, die über die Grundstücksgrenze ragen, wegen Lärmbelästigung, Verdachts auf Drogenmissbrauch – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Der gutmütige Uli hat immer wieder versucht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, aber da wird dann einfach nicht aufgemacht. Schließlich ist Feigheit vor dem Feinde nicht mehr strafbar – und das Recht wissen die „Guten“ unserer Gesellschaft ja stets auf ihrer Seite, diese selbstgerechten Jägerzaun-Spießer, die sich zum Pornogucken in den Hobbykeller

verziehen, um dann ihren Frust über das eigene, verpfuschte Dasein an all denjenigen auszulassen, die nicht aussehen, als kämen sie aus der Klonmanufaktur für gleichgeschaltete Konsumlemminge. „Und mit dene woitst Du red’n? Do konnst ja glei beim Finanzamt oruafa und frogn, ob’s a boa Steiatricks hätt’n. Do häift nur no a self fulfilling prophecy.“ Mein Plan ist längst gefasst. Und so kam ich Uli während der nächsten beiden Wochen vorwiegend abends besuchen, ebenso wie diverse andere Freunde, die bei ihm auf mein Geheiß kurze Zwischenstopps einlegten. Ein einziges Kommen und Gehen dunkler Gestalten. Und wie schön sich die Rüschenvorhänge hinter den Plastikfenstern der Nachbarn hin und her bewegten. Bis, ja, bis eines Nachts ein gellender Schrei aus Ulis Haus drang. Ich war direkt heiser danach. Aber ich brauchte ja nichts mehr zu reden, als wir kurz darauf einen mit Kissen gefüllten Teppich in meinen Kofferraum bugsierten. Die Polizei musste ihre Ermittlungen mangels Leiche bald wieder einstellen. Und sie kam auch nicht wieder. „Woaßt eh, wos dann passiert …“, hatte Uli kurz darauf über den Zaun geraunt. Uli, ich bin stolz auf Dich. PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


fotointerview

Ohne NAME

Worte

josef küblbeck GEBOREN 21. märz 1964 BERUF floristmeister

Geben Sie mehr Geld für sich selbst oder für Ihren Dackel aus?

Ihre Lieblingspflanze?

Sie lieben den Zirkus. Inwieweit passt die Bezeichnung „Blumendompteuse“ zu Ihnen?

Liegt Passau dekotechnisch im Dornröschenschlaf?

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fotointerview

D

er Blumen-Seppi, der vor wenigen Wochen seinen 50. Geburtstag feierte, ist ohne Zweifel eine der schillerndsten Persönlichkeiten, die unsere Region zu bieten hat. Er und sein Partner Oliver Storz betreiben seit vielen Jahren gemeinsam die Passauer Blumenwerkstatt. Dass die Strahlkraft des kongenialen Duos weit über die Landesgrenzen hinausreicht, wissen die wenigsten: Ausstellungen in Taipeh, Messen in Italien, die Ge-

staltung der Welcome Party der Olympischen Winterspiele in Sotschi – in der ganzen Welt wird die Arbeit der beiden geschätzt. Der Sinn für „Schönes“ scheint dem Seppi in die Wiege gelegt worden zu sein. Schon als 8-jähriger Bub, nach dem frühen Tod seines Vaters, ging er mit der Mama praktisch täglich mit zu deren Arbeitsstelle in einer Gärtnerei. Der gebürtige Simbacher kam – nach der Ausbildung zum Floristen in München

und einigen Lehr- und Wanderjahren – im Jahr 1988 nach Passau. Vier Jahre später eröffnete er seine Passauer Blumenwerkstatt. Wenn er nicht gerade arrangiert, komponiert oder dekoriert, ist er mit Dackel Erna unterwegs oder sitzt auf dem Rücken eines Pferdes – der 50-Jährige ist nämlich begeisterter Dressurreiter.

text > cornelius lloyd martens fotos > florian weichselbaumer

Sieht es bei Ihnen zu Hause auch so barock aus wie in Ihrem Laden? Inwieweit treibt Sie Ihre Unzufriedenheit zur Perfektion?

Sie sind so ein bunter Vogel. Tragen Sie auch mal Schwarz-Weiß?

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Was ist purer Luxus für Sie?

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neue serie:

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MAL EHRLILCH

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Cornelius Lloyd Martens beschäftigt sich, seit er denken kann, mit Essen und Trinken. Wenn er gerade nicht selbst am Herd steht, ist der Ex-Gastronom entweder beim Essen in einem der hiesigen Lokale oder isst sich auf seinen Reisen durch die Töpfe der Welt. Sein Credo: Wirtshaus oder Sternerestaurant – magische Momente kann man überall erleben.

er Verfasser des PASTA! Gastro-Tipps hat nach über 12 Jahren genug von glattgebügelter Lobhudelei. Fidel Gastro ist ein neues Format, nämlich kein Gastro-Tipp mehr, sondern ein Gastro-Test. An dessen Ende kann sehr wohl eine Empfehlung des besuchten Lokals stehen. Aber eben auch Kritik. In jedem Fall meldet sich der Verfasser nicht vorher an und zahlt seine Rechnung grundsätzlich selbst. Fidel Gastro spiegelt dabei eine vollkommen subjektive Sichtweise des Verfassers und ausschließlich dessen persönliche Eindrücke, seinen Geschmack und seine Befindlichkeiten wider, ohne jeden Anspruch an Objektivität. Über die Jahre haben wir viel gelernt: über gutes Essen, über Weine, über Service. Vor allem aber haben wir Ihnen zugehört, unseren Lesern: Sie wollen ungeschminkte Wahrheiten, leidenschaftliche Plädoyers für gutes Essen, aber auch Blicke in die Abgründe der Gastronomie. Ihre Reaktionen bestätigen das immer wieder. Die Konsequenzen liegen auf der Hand: „Das könnt Ihr doch nicht machen, damit vergrault Ihr Euch doch Kunden“. Klar ist: Wem dieses Vorgehen nicht passt, wird in Zukunft keine Anzeigen mehr in unserem Magazin schalten. Wir wissen aber auch, dass es viele Leser und Kunden gibt, die das Magazin in Zukunft interessanter, relevanter, ehrlicher finden werden. Und genau deshalb werden sie sich für uns entscheiden.

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W o lfsbarschfilet auf b채rlauch - ris o tt o

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gastro-test

Hoftaferne Schloss Neuburg „Auferstanden aus Ruinen“

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s gibt Zeugen für meine Aussage, die ich vor etwas mehr als einem Jahr, also noch vor dem Hochwasser und weiteren, unvorhergesehenen Ereignissen, tätigte. Ich saß damals unter den herrlichen Kastanien im Biergarten der Hoftaferne auf Schloss Neuburg und war, gelinde gesagt, ernüchtert, wie tief man als Gastronom(ie) fallen kann, vor allem an einem so wundervollen, einzigartigen Ort wie hier in Neuburg am Inn. Ohne an dieser Stelle im Detail auf die Ereignisse der letzten Jahre rund um Schloss Neuburg eingehen zu wollen, grenzte das gastronomische Angebot bis zum Herbst des letzten Jahres teils an Frechheit, hatte bisweilen aber auch tragikomische Züge. Regelmäßig gipfelte die tödliche Kombination aus gastronomischer Unkenntnis, organisatorischem Tohuwabohu und Planlosigkeit in nahezu slapstickhaften Einlagen. Mehrere Pächter hatten sich seit dem (nennen wir es) „Weggang“ von Johannes Ott erfolglos an diesem herrlichen Ensemble, bestehend aus dem Hotel Schloss Neuburg, der Hoftaferne und der historischen Burganlage versucht. Da saß ich also im letzten Jahr in der ersten Frühjahrssonne, hatte der Bedienung gerade erklärt, dass es sich bei Pinot Grigio und Grauburgunder um den gleichen Wein bzw. die gleiche Rebe handelt, und merkte gegenüber meiner Begleitung leicht gefrustet an: „Hier muss endlich ein Profi ran. Das packt nur einer, der weiß, was er will, der top kochen kann und in der Lage ist, das zuletzt bodenlos schlechte Image der Hoftaferne durch seinen guten Namen und seine Kreativität aufzupolieren. Schade, dass der Eglseder im Restaurant Schloss Ort kocht, der hätte das im Kreuz“. Ziemlich genau das waren meine Worte. Vielleicht war es also Schicksal, dass die Flut wenige Monate später das Restaurant Schloss Ort an der Ortspitze von Passau völlig zerstörte und eine Fortsetzung an dieser Stelle unmöglich machte (bis heute ist das Restaurant nicht wieder eröffnet worden). Und was sich

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anhört wie im Märchen, wurde schließlich im Herbst letzten Jahres Wirklichkeit: Klaus Eglseder und seine Partnerin Andrea Ortner übernahmen die Hoftaferne. Und – ein wenig geschichtliches Vokabular sei mir an dieser Stelle angesichts der langen Historie der Burganlage aus dem 11. Jahrhundert gegönnt – man kann von einer erfolgreichen Eroberung sprechen. Im Handstreich ist es den beiden Gastronomen gelungen, der Hoftaferne die gastronomische und kulinarische Qualität, vor allem aber die Würde zurückzugeben. Während der 35-jährige Eglseder in der Küche den Ton angibt, sorgt seine Partnerin im Service für perfekte Abläufe, so, wie wir es auch schon im Schloss Ort kennen- und lieben gelernt haben. Ich bin unter der Woche da und wundere mich schon, dass der (große) Parkplatz fast komplett belegt ist. Mir fallen die vielen Gefährte mit Wolfsburger Kennzeichen auf. Die verschiedenen Stuben im Innern der Hoftaferne sind tatsächlich alle voll besetzt, in einer findet offensichtlich die Tagung eines bekannten deutschen Automobilherstellers statt. In der urgemütlichen, dezent-edel eingerichteten Stube, in der ich reserviert hatte, sitzt u. a. lokale Prominenz aus Unterhaltung und Medien am Nebentisch. Auch hier sind alle Tische belegt. Nach einem Aperitivweizen (witzige Idee, als 0,2 l Variante) begutachte ich zunächst die recht umfangreiche Speisen- und Getränkekarte: Ein Klassik-Menü zu Euro 38,00, ein Schmankerl-Menü zu Euro 58,00, ein Asia(!)-Menü zu Euro 34,00, dazu im à la carte rund ein Dutzend Hauptgerichte – das schafft nur eine Küchenbrigade, die auf Zack ist. Beim Blick in die Weinkarte fällt auf, dass hier seit Schloss Ort-Zeiten massiv aufgerüstet wurde – mehr Quantität und Qualität in der Breite freuen auch den anspruchsvollen Weinfreund. Es gibt aber auch eine Reihe äußerst fair kalkulierter Schoppenweine, die mit Euro 2,40 für das 0,1 l Glas nicht nur bei unseren Wolfsburger Freunden für

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wiener schnitzel v o m milchkalb mit kart o ffel -v o gerl - salat

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basilikums o rbet

ungläubiges Staunen sorgen. Auch die Bierpreise orientieren sich eher am „ländlichen“ Niveau, sind aber eigentlich zu günstig für das hochwertige Ambiente. Hier wird vermutlich der lokalen Bevölkerung Rechnung getragen, denn die Hoftaferne soll auch ein Ort der Begegnung für die Neuburger Bürger sein, Stammtische sind ebenso gern gesehen wie Schlemmerfreunde. Der Spagat, unterschiedliche Zielgruppen ansprechen zu wollen, gelingt: Der Service ist flink, freundlich und fachkundig, aber zu keinem Zeitpunkt überkandidelt oder gar hochnäsig. Auch die Speisenkarte bleibt immer am Boden der Tatsachen, verläuft sich niemals in Haute Cuisine-Geplänkel – und lässt dennoch immer wieder kreative Ambitioniertheit aufblitzen. Ich starte mit einer Tafelspitzsülze mit Kernölvinaigrette, einem Klassiker, den ich schon aus der Schloss Ort-Küche kenne und liebe. Die einzige Schwäche, die ich am ganzen Abend ausmachen konnte, war die mai 2014

Qualität des dazu gereichten Brotes. Auch wenn es nicht ganz unaufwändig ist, sein eigenes Brot zu backen, es lohnt sich: Für mich ist das Brot nichts weniger als die erste schmeckbare kulinarische Visitenkarte des Hauses. In der Gesamtbetrachtung ist die Brotcausa jedoch Jammern auf hohem Niveau, die Leistung der Küche ist nämlich insgesamt tip top. Ob die Kalbfleischpflanzerl auf Schwammerlragout mit Kartoffel-Sahnepüree oder das Wiener Schnitzel vom Milchkalb: Genau so muss zeitgemäße, bodenständige Küche schmecken. Dass das Eglseder-Küchenteam mehr kann (und will!) als Wirtshausklassiker, beweist das perfekt gegarte Wolfsbarschfilet mit Bärlauchrisotto auf Veltlinerschaum und buntem Gemüse. Textur, Geschmack und die Differenziertheit der einzelnen Aromen ergeben ein perfekt ausbalanciertes Frühlingsgericht. Das vorzügliche Basi­likumsorbet zum Abschluss explodiert förmlich im Mund und zementiert meinen Gesamteindruck des Gebotenen: Die Hoftaferne ist in sehr guten Händen. Endlich.

infos Hoftaferne Schloss Neuburg Am Burgberg 5 94127 Neuburg am Inn Telefon: 08507 / 92 31 20 www.hoftaferne-neuburg.de

Öffnungszeiten Dienstag – Sonntag: ab 11.30 Uhr Montag: ruhetag

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DIE DORFLINDE BEIM GASTHOF KNOTT IN JACKING SOLL ZWISCHEN 600 UND 700 JAHRE ALT SEIN. IHR STAMM IST INNEN HOHL, WESHALB EINE GENAUE ALTERSBESTIMMUNG NICHT MEHR MÖGLICH IST. 16

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„300 “ NAHTOURDENKMAL

Jahre kam ich. Jahre stand ich. Jahre gehe ich.*

ICH, DIE JACKINGER DORFLINDE

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ch bin ein altes Mädchen – jung zwar im Gemüte, aber alt in Holz und Wurzeln. Meine Erinnerung an die Anfänge verblasst langsam, aber unaufhaltsam. So, wie auch die Erinnerung an mich einst verblassen wird. Doch zunächst zurück zum Anfang. Bevor ich hierher kam, stand ich an einem anderen Ort, dort, wo ich als Samen zu Boden gefallen und gekeimt war. Das war meine Kinderstube. Meine Familie stand um mich herum und beschützte mich. Dann, eines Tages, nahmen mich zwei raue Hände und pflanzten mich in diese Einöde. Es war zu der Zeit, als die Pest allerorts wütete und die Dörfer und Gehöfte verlassen wurden und verfielen. Euer Bischof, Gottfried von Weißeneck, richtete in diesem Jahr ein großes Ritterturnier im nahen Hacklberg aus. Die Ritter,

Knappen und Fuhrleute, die auf dem Weg unter mir vorbeizogen, erzählten sich von fernen Kriegen, die einhundert Jahre tobten und kaum Hoffnung auf Frieden keimen ließen. Damals war ich dünn und zerbrechlich, mit einem Stamm, dessen Umfang von den umstehenden Fichten belächelt wurde. Es dauerte aber nicht lange, und sie wurden eifersüchtig auf meine lichte Gestalt, meine herzförmigen, hellgrünen Blätter und den lieblichen Duft meiner Blüten. Doch auch wenn die umstehenden Fichten keine Freundschaft mit mir schließen wollten, versuchte ich stets, ihnen respektvoll zu begegnen; schließlich wurde ich gepflanzt, um Frieden zu stiften. Eure heidnischen Vorfahren hatten meine Art der Göttin des Frühlings und des Lebens, Freya, geweiht. Meine Eltern

wussten mir zu berichten, dass unter ihrem schützenden Laub schwierige Verhandlungen geführt, Bündnisse geschlossen und den Feinden Gnade gewährt wurde. „Wir Linden“, sagten sie, „machen die Harten weich“. Im Falle des drachenfesten Siegfried, so lernte ich, auch verletzlich. Stets war auch ich Ort wichtiger Versammlungen: Unter dem Dach meiner Blätter wurde Gericht gehalten, wache ich doch aufmerksam über die Findung der Wahrheit und enttarne die Lüge; rauschende Feste und zahllose Hochzeiten wurden rund um meinen Stamm gefeiert, aber auch Gottesdienste abgehalten. Mit einigem Verdruss habe ich es über mich ergehen lassen, wenn Betrunkene aus der Taverne gegenüber meinen Stamm

ÜBER DIE SERIE BÄUME GEHÖREN ZU DEN ÄLTESTEN LEBEWESEN UNSERES PLANETEN. DER ÄLTESTE DOKUMENTIERTE BAUM IST EINE FICHTE IN MITTELSCHWEDEN MIT EINEM ALTER VON KNAPP 10.000 JAHREN. UM ALTE BAUMRIESEN ZU SEHEN, MUSS MAN ABER NICHT SO WEIT IN DIE FERNE SCHWEIFEN: UNTER DEN NATURDENKMÄLERN DES LANDKREISES PASSAU FINDEN SICH AUCH ZAHLREICHE BÄUME UNTERSCHIEDLICHER ARTEN. TILL GABRIEL, HERAUSGEBER DER PASTA!, STELLT IN SEINER NEUEN SERIE »NAHTOURDENKMAL« EINIGE DAVON VOR — UND ERZÄHLT DEREN GESCHICHTE AUS IHRER EIGENEN PERSPEKTIVE.

DIE MÄCHTIGEN INNENWURZELN IM HOHLEN STAMM DER LINDE

BLICK DURCH DEN STAMM, IN DEM MAN AUFRECHT STEHEN KANN

* „300 Jahre kommen sie, 300 Jahre stehen sie und 300 Jahre gehen sie“ sagt ein altes Sprichwort über Linden.

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NAHTOURDENKMAL

FORTSETZUNG > NAHTOURDENKMAL ICH, DIE JACKINGER DORFLINDE

DER ZAHN DER ZEIT NAGT AM STAMM DES ALTEN BAUMES. ZWISCHEN BORKE UND HOLZ LEBEN TAUSENDE KLEINSTLEBEWESEN.

erklommen und auf meinen Ästen um die Wette kletterten. Beglückt wiederum war ich, wenn vom Fuße meines Stammes Liebesgeflüster durch die leise raschelnden Blätter an mein Ohr drang – nicht selten war ich diskreter Zeuge heimlicher Stelldichein. Viele nannten mich auch „Tanzlinde“ ¬ nicht etwa, weil ich mir einen Namen als tanzender Baum machte, womit ich eine botanische Sensation gewesen wäre – sondern weil die Menschen unter meinen ausladenden Ästen heiter sein und zu fröhlicher Musik das Tanzbein schwingen konnten. Es waren aber nicht nur Menschen, die sich in den letzten Jahrhunderten um mich versammelten – auch Hummeln, Bienen und viele andere Insekten wurden Jahr für Jahr im Frühling von meinen Blütendolden magisch angezogen. Aus diesen Blüten wurde heilender Tee gekocht, und ihr Honig war eine weithin geschätzte Spezialität. Doch nicht nur meine lindernden Säfte, auch mein Holz diente über viele Jahrhunderte Euch Menschen: Bevor 18

Ihr Lein und Hanf kanntet, benutztet Ihr die Fasern meiner Äste als Bast zum Flechten von Seilen und Kleidung, und aus meinem Holz entstand allerlei Schnitzwerk. Mehr als 650 Jahre begleite ich Euch nun schon, war euch nützlich und habe Euch Freude, Recht und Heilung gebracht. Zahllosen Stürmen und kalten Wintern habe ich getrotzt und mich immer wieder von innen heraus erneuert. Eure Hilfe habe ich gerne angenommen, und ich danke Euch für den Anker, der mir immer noch hilft, meine aufrechte Position zu halten. Doch seit einigen Jahren verlässt mich die Kraft, mein hohler Körper wird nur noch von meiner Lebensfreude zusammengehalten. Es wird der Tag kommen, an dem die Säge zum letzten Mal an mein morsches Holz gesetzt wird ¬ und dann, so bitte ich euch, trauert nicht um mich. Feiert ein rauschendes Fest zu meinen Ehren, so, wie es unter Linden der Brauch ist.

Text > Till Gabriel PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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Grenzgänger bei den Europäischen Wochen

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hne Grenzen – Bis an den Bosporus – unter diesem Motto gehen die Festspiele Europäischen Wochen Passau in ihre 62. Auflage (20. Juni bis 27. Juli). Intendant Peter Baumgardt und sein Team laden in diesem Jahr zu Begegnungen mit dem Morgenland ein – wobei insbesondere auf die Kultur der Türkei ein ebenso neugieriger wie offener Blick geworfen wird. Schlaglichtartig werden dabei über 500 Jahre gemeinsamer Geschichte beleuchtet, während derer sich Türkei und Abendland sowohl aneinander gerieben, wie auch immer wieder gegenseitig befruchtet haben. Angesichts des diesjährigen Festspielmottos stellt es für Veranstalter und Besucher gleichermaßen einen Glücksfall dar, dass es gelungen ist, den wohl bedeutendsten türkischen Musiker der Gegenwart in die Dreiflüssestadt zu locken: Fazil Say. Der Pianist und Komponist, der in den letzten Jahren immer wieder durch seine scharfe Kritik an der Menschenrechtssituation in seinem Heimatland von sich hören machte, wird vom internationalen Feuilleton in den höchsten Tönen gefeiert. So ließ sich die französische Zeitung Le Figaro – um nur ein Beispiel zu nennen – gar zu einem satzgewordenen Superlativ hinmai 2014

reißen: „Er ist nicht nur ein genialer Pianist, er wird zweifellos einer der großen Künstler des 21. Jahrhunderts sein.“ Ein besonderer Coup gelang dabei den Verantwortlichen der EW dahingehend, dass Fazil Say bei den Festspielen sein beeindruckendes Können nicht nur in Gestalt eines Solo-Klavierrecitals (6. Juli, Museumsdorf Tittling) unter Beweis stellt, sondern darüber hinaus beim Abschlusskonzert (27. Juli, Studienkirche Passau) zusammen mit der Prague Philharmonia als Solist eine Eigenkomposition, das Violinkonzert 1001 Nacht, erklingen lassen wird. Der Schwerpunkt des diesjährigen Festspielthemas ist jedoch nicht nur auf die Türkei beschränkt, sondern weitet sich ins Allgemein-Menschliche: Insbesondere stehen dabei Menschen im Fokus des Programms, die Grenzen sprengen oder nie Grenzen kannten. Eine dieser Persönlichkeiten ist Ute Lemper. Die Münsteranerin begann ihre Karriere als Musicaldarstellerin, bevor sie den Sprung nach New York wagte. Heute ist Ute Lemper als Chanseuse und Schauspielerin eine der erfolgreichsten Deutschen im internationalen Showbiz. Die New York Times bezeichnete sie sogar als den „heißesten deutschen Import seit dem Volkswagen“. Ute

Lemper präsentiert am 17. Juli in der Passauer Studienkirche zusammen mit dem renommierten Vogler Quartett Lieder und Chansons von Weill über Piazzolla bis Brel. Paris Days – Berlin Nights ist eine brillante musikalische Reise durch die Welt der Chansons, die ihr 2013 eine Grammy-Nominierung einbrachte. Mit Preisen und Kritikerlob überschüttet präsentieren sich auch viele andere Hochkaräter der EW 2014: Angefangen vom Pera Ensemble (ECHO 2012) als diesjährigem „Ensemble in Residence“ und dem großen Pianisten Rudolf Buchbinder über den international bejubelten Gidon Kremer mit seiner Kremerata Baltica, die Sopranistin Juliane Banse mit dem Kölner Kammerorchester, den dänisch-deutschen Schlagerstar Gitte Haenning, Quadro Nuevo, das Bruckner Orchester Linz, die Unterbiberger Hofmusik, großartige junge Pianisten wie Ingolf Wunder, Olga Scheps oder Evgeni Bozhanov bis hin zu türkisch geprägter Weltmusik, etwa von Kavpersaz – die 62. Europäischen Wochen Passau versprechen etwas für wahre Feinschmecker zu werden … Alle Informationen und Tickets zu den 62. Europäischen Wochen finden Sie unter www.ew-passau.de.

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kulturtipps

Barock-Oper

stefan spatz lädt zum

Tom & Basti

Conradis „Ariadne“

Trommelzirkus

Böhmwind-Tour

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ach dem furiosen Abschluss des Monteverdi-Zyklus spinnt das Landestheater weiter am barocken Faden durch seinen Spielplan. Diesmal ganz wörtlich mit der Wiederentdeckung von Johann Georg Conradis Schönen und getreuen Ariadne aus dem Jahr 1691. Über 300 Jahre nach seiner Entstehungszeit wird das für die deutsche Operngeschichte hochbedeutsame Werk, das aufgrund der bis vor Kurzem als verschollen gegoltenen Partitur nur als konzertante Aufführung zu hören war, erstmals wieder in einer szenischen Aufführung auf einer Bühne zu sehen sein. Für seine Inszenierung des Werks hat sich der Choreograf und Regisseur Jonathan Lunn gemeinsam mit der Kostümund Bühnenbildnerin Alexandra Burgstaller eine vielgestaltige und assoziationsreiche barocke Revue erdacht. termine > 3.5. (19.30 Uhr), 4.5. (16 Uhr), 16.5. (19.30 Uhr), 30.5. (19.30 Uhr) ORT > stadttheater passau eintritt > ¤ 7,50 – ¤ 35,50

emeinsam Musik machen, Spaß haben und musikalisch Neues schaffen – beim Trommelzirkus finden sich Jung und Alt, Behinderte und Nichtbehinderte, Ausländer und Inländer, Schüler und Rentner, Mami und Papi (mit und ohne Kinder) zusammen. Stefan Spatz, professioneller Schlagzeuger, Percussionist, Taketina-Rhythmuspädagoge, Drumcircle-Facilitator und ZumbaI-Instructor, sieht als Leiter der integrativen und inklusiven Veranstaltung seine Aufgabe jedoch nicht etwa darin, den Teilnehmern bestimmte Vorstellungen aufzuzwingen; vielmehr geht es ihm darum, das vorhandene Potenzial ideal zu koordinieren. Dabei entsteht ein großes gemeinsames musikalisches Erleb­nis, zu dem jeder, der Lust zum Trommeln hat, ganz herzlich nach Vornbach am Inn eingeladen ist. datum > 7. mai BEGINN > 19 Uhr ORT > Gasthof Resch, AbtRumpler-Str. 10, Vornbach am Inn eintritt > FREI

enn der Pfarrer zum Textblätter haltenden Ministranten wird, wenn alle Hände entweder laut klatschen oder begeistert in die Höhe gestreckt werden, dann kann es wohl nur daran liegen, dass Tom & Basti auf ihrer Böhmwind-Tour durch die Wirtshäuser im Bayerischen Wald und im Passauer Land streifen. Stets einen passenden Spruch auf den Lippen, begeistern die beiden aus Mauth stammenden Volksmusikanten mit zünftiger, ehrlicher, lustiger, ernster, echter, gmiatlicher, frecher, bewegender, handgemachter und haglbuachaner Volksmusik – Tom an der Gitarre und Basti an seiner Steirischen Harmonika. Mit ihrer Böhmwind-Tour besche­ren sie dem Publikum ein Live-Erlebnis, das kein Mikrofon oder eine große Bühne braucht, sondern nur eine einfache Wirtshaus-Stubn. datum > 9. mai BEGINN > 20 Uhr ORT > Gasthaus Vogl, Passau-Ries eintritt > ¤ 14 VVK / ¤ 16 AK karten > PNP, PaWo

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kulturtipps

Bayerisches Musik-Kabarett Violine und Stimme

Komödie von joe orton

ungschminngd

Mia Zabelka – solo

Was der Butler sah

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ie Gruppe ungschminngd hat sich längst über die regionalen Grenzen hinaus in die Herzen ihrer Zuhörer gespielt. Mit ihren selbst getexteten und komponierten Arrangements decken sie die gesamte emotionale Bandbreite ab – von tiefsinnig bis aufrüttelnd, von verschmitzt bis hinterkünftig, von melancholisch bis humorvoll. Dabei verstehen es die drei Musiker um Karl Bauhuber hervorragend, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen: In ausgefallenen Harmonien und mit großartigem Dreigesang bringen sie zeitkritische Beiträge im wahrsten Wortsinne „zum Besten“. Dabei bleibt weder die regionale, noch die natio­nale, geschweige denn die internationale Politik außen vor – von der Ratingagentur über die dunkle Seite der Kirche bis hin zur Bauern-Online-Partnerbörse wird alles thematisiert, was die Menschen aktuell bewegt … datum > 10. mai BEGINN > 20 Uhr ORT > Mühlhiaslbühne, Museumsdorf Tittling eintritt > ¤ 15 VVK / ¤ 18 AK

ia Zabelka ist eine österreichische Geigerin mit buntscheckigen Wurzeln, ebensolchen Fähigkeiten sowie gediegener klassischer und elektronischer Ausbildung. Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich Zabelka ausführlich mit interdisziplinären Improvisationstechniken unter Einbeziehung ihrer Stimme. Sie nennt das „automatic playing“: eine Auslotung des Verhältnisses von Körper, Gestik, Klang und Raum. Mia Zabelka schafft es dabei quasi beiläufig, der Falle der Gefühligkeit zu entgehen, die solcher Musik naturgemäß innewohnt. Aus der „Fülle des Wohllauts“ entwickeln sich durch die unterschiedlichen Spieltechniken der Geige stets aufs Neue spannende Stücke. Und oft genug staunt man als Zuhörer, dass dahinter letztlich nur Mia Zabelka und ihre Geige stehen. datum > 11. mai BEGINN > 10.48 Uhr ORT > Kubinhaus Zwickledt /OÖ eintritt > ¤ 9 infos > www.kuprosauwald.org

ass Psychiater auch nur Menschen sind, die bisweilen einen schlechten Tag haben können, stellt Dr. Prentice eindrucksvoll unter Beweis: Das Vorstellungsgespräch mit seiner potenziellen neuen Sekretärin samt Verführungsversuch geht gehörig schief, als seine nymphomanische Ehefrau früher als geplant von einem ihrer Abenteuer nach Hause kommt. Hinzu gesellt sich auch noch Dr. Rance von der Gesundheitsbehörde, der Prentices Klinik inspizieren will. Noch komplizierter wird die Sachlage durch den Hotelpagen Nick, der Mrs. Prentice mit fotografischen Beweisen ihres Seitensprunges erpressen will, eigentlich aber einen geregelten Job sucht … Eine herrlich respektlose und überdrehte Farce, die den Zuschauern unter Peter Reins Regie höchsten Unterhaltungswert garantiert. termine > 11. Mai (18 Uhr), 24. Mai (19.30 Uhr), 25. Mai (18 Uhr) ORT > stadttheater passau eintritt > ¤ 7,50–¤ 34 / ERM. 50 %

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kulturtipps

Carolin Danner

Musik & Philosophie

Bayerische Weltmusik

Spanische Impressionen

Wagner und Nietzsche

Rudi Zapf & Zapf'nstreich

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ie Münchner Pianistin Carolin Danner vereint auf ihrer neuen CD Spanische Impressionen Werke spanischer und anderer europäischer Komponisten, die sich in drei verschiedenen Jahrhunderten intensiv mit der spanischen Kultur auseinandergesetzt haben. In ihrem Debütkonzert bei Piano Mora nimmt sie die Zuhörer mit auf eine Zeitreise von Scarlatti, Debussy, Ravel, de Falla und Granados bis hin zum wohl erfolgreichsten zeitgenössischen spanischen Komponisten José Zárate, auf der sie auch die besonderen Beziehungen und Einflüsse der jeweiligen Komponisten zueinander beleuchtet. Zárate selbst zeigte sich von Carolin Danners Spiel seiner eigenen Stücke höchst beeindruckt: „Eine emotionale Interpretation mit sehr persönlichen Nuancen und mit viel Leidenschaft.“ datum > 16. mai BEGINN > 19.30 Uhr ORT > Piano Mora, Passau eintritt > ¤ 15 / ¤ 10 ERM. karten > 0851 / 966 100-11

ichard Wagner, der ebenso bedeutende wie umstrittene Komponist, hatte sich u. a. intensiv mit Philosophie beschäftigt. Darüber hinaus war er mit dem Philosophen und Komponisten Friedrich Nietzsche befreundet, der sich jedoch von Wagner bereits 1874 distanzierte. Was steckt dahinter? Welche Rolle spielen dabei die letzten Werke Wagners? Stefan Mickisch, dessen Gesprächskonzerte zu den musikdramatischen Werken Richard Wagners in Bayreuth und andernorts längst zu einer Institution geworden sind, begab sich auf Spurensuche in den schriftlichen und musikalischen Werken jener kult urgeschichtlichen Schwergewichte. Im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Die Künste und die Philosophie“ wird er das Publikum an seinen Erkenntnissen teilhaben lassen. datum > 20. mai BEGINN > 18.15 Uhr ORT > Piano Mora, Passau eintritt > ¤ 18 / ¤ 9 ERM. karten > 0851 / 966 100-11

udi Zapf, Hugo Siegmeth, Andreas Seifinger und Harry Scharf entzünden ein weltmusikalisches Feuerwerk. Mit allen nur denkbaren Klangfarben aus einem SpezialHackbrett, Saxofonen, Akustik- und Elekt­ro­ gitarre, Kontrabass, Querflöte, Bassklarinette, Steirischer Harmonika, Knopf­akkordeon oder Vibrandoneon wirbeln sie die Töne durch die Luft und verknüpfen dabei wie selbstverständlich alpine Melodien mit temperamentvollen Latin-Rhythmen oder Balkan-Beats, Walzer-Takte mit flirrenden Flamenco-Arabesken oder Klezmer-Klänge mit swingenden und schier waghalsigen JazzImpro­v isationen. Mal temporeich und virtuos, mal locker lässig, aber stets geschmackvoll durchschreiten sie mit ihrer Musik die Generationen – und sind dabei immer für eine Überraschung gut. datum > 23. mai BEGINN > 18.30 Uhr ORT > Gasthaus Knott, Jacking karten > PNP, PaWo u. Tel. 0851 / 95 64 80

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Neue Bühne in der Scheune

Pippo Pollina Trio

Märchen vom guten Ende

L'appartenenza-Tournee

Jazzkonzert Al Di Meola & G. Rubalcaba

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ie Scheune am Severinstor startet mit neuem Schwerpunkt: Nach der Flut ist das Haus weitgehend saniert; dessen neuer Betreiber Markus Rohmann will neben Vermietung der Kultur mehr Raum verschaffen – insbesondere dem Theater. Am 24. und 25. Mai geht das Vorhaben mit dem neuen Passauer Puppentheater in der Scheune in die erste Runde, das unter der Leitung von Annika Pilstl einmal im Monat Puppentheater für Jung und Alt präsentiert. Am Samstagabend zeigen die exen das Märchen vom guten Ende, sieben gruselige Klassiker der Gebrüder Grimm für Erwachsene, bevor die Erfurter Band Küchenliebe HippiJazz erklingen lässt. Für die ganze Familie steht am Sonntagvormittag Nils Holgersson, ein Märchenvortrag mit Handschatten nach Selma Lagerlöf, auf dem Programm. datum > 24.5. (20 Uhr) / 25.5. (11 Uhr) ORT > Scheune am Severins­ tor, Passau eintritt > SA: ¤ 15 / ¤ 10 ERM.; SO: ¤ 12 / ¤ 10 ERM.

ach einer künstlerischen Pause 2013 und den umjubelten Konzerten der SüdenTournee mit Werner Schmidbauer und Martin Kälberer, deren Abschlusskonzert in der Arena di Verona stattfand, kehrt der sizilianische Liedermacher und charismatische Poet Pippo Pollina wieder zurück auf die Bühne. Neben vielen Pollina-Klassikern werden dabei auch brandneue Songs seines aktuellen Albums L’appartenenza zu hören sein. Pippo Pollina, ausgezeichnet u. a. mit dem Schweizer Kleinkunstpreis 2012 sowie der Freiburger Leiter 2013, besticht neben seiner einzigartigen Stimme vor allen Dingen durch seine unbändige, kontinuierliche Kreativität, mit der er das Publikum immer wieder aufs Neue überrascht – sei es in Gestalt lyrischer Balladen, poetischer Protestlieder oder auch fetziger Ohrwürmer. datum > 25. mai BEGINN > 19.30 Uhr ORT > Stadthotel Kolpinghaus, Deggendorf eintritt > ab ¤ 32 VVK / 34 ¤ AK

wei Giganten des Jazz geben sich anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Piano Mora für ein Konzert in Vilshofen die Ehre. Der italoamerikanische Weltklassegitarrist Al Di Meola wurde erstmals 1974 mit der Formation Return to Forever in der Musikszene bekannt und feiert seit 2000 mit seiner Band World Sinfonia internationale Erfolge. In seinem aktuellen Album All Your Life – A Tribute To The Beatles verleiht er deren genialer Musik neuen Glanz. Der Kubaner Gonzalo Rubalcaba gehört heute zu den herausragenden Jazzpianisten seiner Generation. Die CD-Aufnahmen Gonzalo Rubalcabas, der u. a. mit Musikern wie Chick Corea, Charlie Haden, Jack DeJohnette und Julio Barreto durch die Welt tourt, wurden bereits mehrfach für den Grammy nominiert und ausgezeichnet. datum > 31. mai BEGINN > 19.30 Uhr ORT > Atrium, Vilshofen eintritt > VVk: ¤ 38 / ¤ 26 ERM | karten > 08541 / 208-112

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Eulenspiegel Zeltfestival

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16. bis 27. Juli 2014 an der Ortspitze Passau

irgendwas is t immer

20 Jahre Eulenspiegel zeltFest 16. – 27. Juli 2014

16.07. Alfred Dorfer bisjetzt - solo 17.07. Pippo Pollina & Palermo Acoustic Quartett 18.07. Hans Söllner & Bayaman Sissdem 19.07. HMBC HOLSTUONARMUSIGBIGBANDCLUB 20.07. Wolfgang Ambros Ambros pur! 21.07. Martina Schwarzmann Gscheid gfreid 22.07. Erwin Pelzig Pelzig stellt sich 23.07. Willy Astor Nachlachende Frohstoffe: Neues vom Oralapostel 24.07. Wellküren Herz sticht 25.07. Günter Grünwald Da sagt der Grünwald Stopp 26.07. 20 Jahre Zeltfestival 27.07. Schmidbauer & Kälberer Momentnsammler 18.07. Kunstnacht Passau VVK an allen bekannten VVK Stellen: Alle Geschäftsstellen der PNP, Optik Sommer, Fachschaft Fernweh, Passau Ticket Hauzenberg: Ui Verlag Telefonisch unter: 01805 / 57 00 70 oder im Internet: www.eventim.de für Österreich: www.oeticket.com Veranstalter: Eulenspiegel Concerts

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Foto: Adolf Bereuter

präsentiert von

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as Eulenspiegel Zeltfest feiert in diesem Sommer sein 20-jähriges Jubiläum! Dafür treffen sich wie in jedem Jahr die Stars aus Kabarett und Musik auf dem wohl schönsten Festplatz Bayerns. Vom 16. bis 27. Juli dürfen wir an der Passauer Ortspitze unter anderem die allseits beliebte Musikkabarettistin und Dorfphilosophin Martina Schwarzmann, den scharfzüngigen Helden aus der Kabarettsendung Freitagscomedy im Bayerischen Fernsehen, Günter Grünwald, sowie den Wortkünstler und Wortverdreher Willy Astor begrüßen. Der satirische Trapezkünstler Alfred Dorfer wird in unserem bunten Viermastzelt ebenso ein Feuerwerk an Hochseilpointen zünden, wie auch sein fränkischer Kabarett-Kollege Erwin Pelzig. Die Well-Schwestern erfreuen uns dieses Jahr mit ihrem neuen WellkürenProgramm Herz sticht, das mit viel Witz, Volksmusik und Dreigesang auftrumpft. Die musikalische Riege bei unserem Jubiläums-Zeltfest führen folgende Virtuosen an: der Rebell und Musikus Hans Söllner mit seiner Live-Band Bayaman Sissdem, die experimentierfreudigen Voralberger Blasmusikanten Hosltuonarmusigbigbandclub sowie Wolfgang Ambros, der Liedermacher mit der guten Portion Schmäh. Nach seinem fulminanten Tourabschluss-Konzert in der Arena di Verona im August 2013 kehrt Pippo Pollina nun mit dem Palermo Acoustic Quartett und seinem neuen Album L’appartenenza auf die Live-Bühnen zurück und macht einen Abstecher zu unserem Zeltfest. Seine kongenialen

Kollegen der letzten Süden-Tour, Werner Schmidbauer & Martin Kälberer, beehren uns nun wieder als Duo und präsentieren nicht nur ihre Hits, sondern auch brandneue Songs von ihrem Album Wo bleibt die Musik?, das im Spätsommer 2014 erscheinen wird. Außerdem möchten wir Sie am 26. Juli noch mit einem besonderen Programm zum 20. Geburtstag des Eulenspiegel Zeltfest überraschen. Aber mehr wollen wir dazu noch nicht verraten! Ein weiterer Pflichttermin für alle Kunst- und Kulturfreunde ist zudem die Kunstnacht am 18. Juli in der Passauer Altstadt.

Biergarten geöffnet Montag bis Freitag von 16 Uhr bis 23 Uhr und Samstag & Sonntag ab 12 Uhr Nicht nur das breitgefächerte künstlerische Programm, sondern auch der täglich geöffnete Biergarten, Strandkörbe, Cocktails und diverse Essensstände locken an die Passauer Ortspitze. Die Kombination aus Witz, Musik, Sonne und Heiterkeit ist einfach einzigartig! Tickets gibt es bei allen bekannten VVKStellen: www.eventim.de, www.muenchenticket.de, PNP, PaWo, Optik Sommer, Fachschaft Fernweh, Ui Verlag Hauzenberg, Inn-Salzach-Ticket und allen österreichischen Raiffeisenbanken. PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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anten t e x t > benedikt kuhnen f o t o > florian weichselbaumer

L U D W I G RUC K DE S C H E L ist Herr über 17974 Pfeifen, 233 Register sowie fünf Orgelwerke – und das seit mittlerweile elf Jahren. Höchste Zeit, dem Passauer Domorganisten ein paar Fragen zu stellen. Ein Gespräch über Dolby Surround im Passauer Dom, nahegelegene Weinkeller und spirituelle Erfahrungen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. PASTA! Wie wird man eigentlich Domorganist? Bewirbt man sich ganz klassisch mit Bewerbungsschreiben und Lebenslauf, wird man empfohlen oder ist gar der Heilige Geist im Spiel? RUCKDESCHEL Die Stelle wurde damals ganz regulär öffentlich ausgeschrieben. Nachdem ich meine Bewerbungsunterlagen eingereicht hatte, folgte das mehrstufige Auswahlverfahren. Zunächst natürlich ein ausführliches Bewerbungsgespräch, dann wurde ich zusammen mit drei weiteren Bewerbern zu einem Vorspiel in den Dom geladen. Neben einem Pflichtstück von Bach, einer großen Fantasie und Fuge, mussten wir auch ein Wahlstück präsentieren. Insgesamt sollte der konzertante Teil 45 Minuten dauern. Das war der erste Prüfungsteil. Der zweite, ungleich größere, bestand aus rund 15 Improvisationsaufgaben, die ad hoc gestellt wurden. Die Empfehlung der Kommission fiel damals einstimmig zu meinen Gunsten aus. Nachdem auch der Bischof und der Ordinariatsrat ihren Segen gegeben hatten, wurde ich auf die Stelle berufen. Kurioserweise erreichte mich die Nachricht am 1. April 2003. PASTA! So viel Sinn für Humor traut man Vertretern der katholischen Kirche gar nicht zu. Chapeau! Im Orchesterbereich ist es beim Vorspiel üblich, dass die Bewerber zunächst hinter einem Vorhang spielen,

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In Karriereschritten habe ich nie gedacht.“ damit die Kommission nicht von Äußerlichkeiten beeinflusst wird. Wie war das bei Ihnen? RUCKDESCHEL Die Kommissionsmitglieder konnten uns sehen. Sie saßen oben auf der Empore. Zwischen den Stücken durften sie auch liturgische und musikwissenschaftliche Fragen stellen, außerdem mussten wir vorsingen. Ehrlichgesagt bin ich nicht gerade der geborene Sänger, ich kam also schon etwas ins Schwitzen. Nach dem Vorspiel meinten die Kommissionsmitglieder aber, dass ich von allen Kandidaten am schönsten gesungen hätte. Das muss dann wohl gestimmt haben (lacht). PASTA! Kann es für Sie als Organist der größten Domorgel der Welt eigentlich noch einen Karrieresprung geben? RUCKDESCHEL Ich empfand das Orgelspiel schon immer als Berufung. In Karriereschritten habe ich nie gedacht. Klar, man hofft natürlich, davon leben zu können. Aber mir ging es vor allem um eine Stelle, die mich ausfüllt – und das tut die Position als Domorganist. Man kommt mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt. Und dort oben im Passauer Dom zu sitzen und sowohl Konzerte als auch Liturgie zu gestalten, in diesem beeindruckenden Kirchenraum, mit dieser faszinierenden Orgel, das ist schon eine privilegierte Situation. Das berührt jeden Organisten, nicht nur mich. PASTA! Auch noch nach elf Jahren? RUCKDESCHEL Auf jeden Fall. Ich muss dazusagen, dass mich die Passauer Orgel überhaupt erst dazu gebracht hat, Orgelunterricht zu nehmen. Als ich zwölf Jahre alt war, besuchte ich mit meinen Eltern und meinem Großvater den Passauer Dom. Walter Schuster spielte damals – der Klang hat mich derart fasziniert, dass ich unbedingt Orgel spielen wollte. Zwei Jahre lag ich meinen Eltern in den Ohren, bis sie mit 14 end-

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lich einwilligten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich lediglich Klavierstunden und dachte natürlich nicht im Traum daran, später einmal Passauer Domorganist zu werden. PASTA! Da die Orgel des Passauer Doms als größte Domorgel vermarktet wird, stehen Sie wahrscheinlich öfters in ihrem Schatten. Wie ist Ihre Beziehung zur Domorgel? RUCKDESCHEL Die Domorgel ist eine tiefgründige, geistreiche, alte Dame. Sie hat einen tollen Charakter, kann aber auch kapriziös sein. Ich sehe es als meine Aufgabe an, ihre Stärken zu zeigen und ihre Schwächen zu kaschieren. Neid ist da nicht im Spiel, wir profitieren voneinander, kämen aber beide auch sehr gut ohne den anderen aus. Sie würde sich einen guten Organisten suchen und ich mir eine gute Orgel. Wir sind nicht voneinander abhängig, leben aber gut zusammen, auch nach elf Jahren Beziehung. PASTA! Was sind die Stärken der Domorgel im Vergleich zu anderen Orgeln ihrer Größe? RUCKDESCHEL Das Besondere an der Passauer Orgel ist das Zusammenspiel der fünf Orgelwerke und des Kirchenraums. Dieses Konzept, das man in Passau schon Ende der 20er Jahre vollendet hat, nimmt vorweg, was wir heute als Dolby Surround oder als 5.1-System kennen: Die Domorgel beschallt den Dom mit ihren fünf, ringsum angeordneten Orgelwerken. So weiß man unten gar nicht immer genau, welches Orgelwerk gerade spielt. Auch ich bin mir oft unsicher, wenn ich unten sitze und einem Kollegen zuhöre. Durch die fünf Orgelwerke gibt es eine Wechselwirkung zwischen Raum und Orgel, die absolut genial und weltweit einzigartig ist. PASTA! Bei den Orgelkonzerten, die von Mai bis Oktober im Passauer Dom statt-

finden, sind Sie für die Zuhörer nicht zu sehen. Ist Ihnen das ganz recht, dass man nicht weiß, welche Farbe Ihre Socken haben oder an welcher Stelle Sie ins Schwitzen kommen? RUCKDESCHEL Dass man nicht gesehen wird, hat Vor- und Nachteile. Viele Zuhörer würden sich es wünschen, den Organisten bei einem Konzert auch zu sehen. Das weiß ich durch zahlreiche Rückmeldungen von Konzertbesuchern. Die Gruppen, die ich zum Konzert mit auf die Empore nehme, sind in der Regel sehr fasziniert, wenn sie sehen können, wie der Klang erzeugt wird. Daher habe ich vorgeschlagen, einen fahrbaren Generalspieltisch anzuschaffen, um bei bestimmten Anlässen vorne in der Vierung spielen zu können. Man muss allerdings aufpassen, dass sich der Organist nicht zu sehr in den Mittelpunkt spielt und eine Show abzieht. Die Musik darf durch das Visuelle nicht in den Hintergrund gedrängt werden. PASTA! Die Orgelmusik kann mittlerweile auf eine rund achthundertjährige Geschichte zurückblicken. Gibt es Epochen oder Komponisten, die Ihnen besonders am Herzen liegen? RUCKDESCHEL Auf jeden Fall. Orgelmusik ohne Johann Sebastian Bach kann ich mir nicht vorstellen. Er ist für mich der Dreh- und Angelpunkt. Obwohl seine Stücke eine große Tiefe und eine hohe Komplexität haben, kommen sie oft leicht und tänzerisch daher. PASTA! Von Bach ist eine Anekdote überliefert, nach der er während einer Predigt einen Weinkeller aufgesucht haben muss, weil er den Sermon nicht länger ertragen konnte. Haben Sie sich schon Predigten anhören müssen, bei denen Sie lieber in eine Kneipe gegangen wären? RUCKDESCHEL Ja, das muss ich unumwunden zugeben. Manches verstehe ich einfach nicht, oder ich bin schlichtweg anderer

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Meinung. In eine Kneipe hat es mich deshalb aber noch nicht gezogen. In der Regel versuche ich, bei der Liturgie mitzufeiern. Das ist für mich eine innere Anteilnahme. Als Kirchenmusiker sollte man das Ganze innerlich verfolgen und einen Bezug zum Gottesdienst haben. Im Dom wird wirklich gut gepredigt, in Ausnahmefällen könnte ich den Lautsprecher auf der Empore aber auch einfach abschalten. PASTA! Die katholische Kirche hat schon seit geraumer Zeit ein Nachwuchsproblem. Wie ist das in der Kirchenmusik? RUCKDESCHEL Auch hier verzeichnen wir einen Rückgang an Studierenden. Das hängt sicher teils mit der Kirche als Institution und ihrer öffentlichen Wahrnehmung zusammen, aber auch mit dem Stress, den Jugendliche heutzutage durch die Schule haben. Stichwort G8: Da reduziert sich die Zeit, in der man Hobbies nachgehen kann. Hinzu kommt, dass man Ausdauer braucht, um ein Instrument einigermaßen zu beherrschen. Im Zeitalter des schnellen Konsums ist es anachronistisch, ein Instrument wie die Violine zu lernen. Am Anfang kratzt man halt ein bisschen herum. Bis es einigermaßen schön klingt, braucht man aber zwei, drei Jahre. Wer von den Kindern und Jugendlichen hat diese Ausdauer noch? Ich persönlich versuche, dem Nachwuchsproblem entgegenzuwirken, indem ich Kinder und Jugendliche auf die Empore lasse. Als ich hier in Passau anfing, war die Domorgel eine hehre Kultstätte mit verschlossenen Türen. Das gefiel mir nicht. Ich habe die Orgel daher allen Interessierten zugänglich gemacht – sofern das organisatorisch möglich war. In den letzten Jahren ist die katholische Kirche ja leider oft negativ in Erscheinung getreten. Umso wichtiger finde ich es, das Positive und Gute an Glaube und Kirche in die Öffentlichkeit zu tragen.

Zur Person: Ludwig Ruckdeschel wurde 1968 in eine musikalische Münchner Familie hineingeboren. Nach seinem Orgel-, Klavier- und Kirchenmusikstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik in München war er von 1996 bis 2003 Stiftsorganist in Altötting. Seitdem ist er Domorganist und amtlicher Orgelsachverständiger des Bistums Passau. Als Preisträger zahlreicher internationaler Orgelwettbewerbe leitet Ruckdeschel außerdem die Orgelkonzertreihen an der Passauer Domorgel, die jährlich stattfindenden Orgelmeisterkurse, die Passauer Orgelnächte, die Vollmond-Orgelnächte sowie Konzerte in der Abteikirche Schweiklberg in Vilshofen.

PASTA! Wie ist die Resonanz auf die Orgelnächte, in denen im Passauer Dom von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang Orgelmusik zu hören ist? RUCKDESCHEL Die ist sehr positiv. Diese Nacht, bei der Musik und Licht den Dom in einen mystischen Raum verwandeln, kommt sehr gut an. Zurückführen kann man das sicher auch darauf, dass neben mir noch fünf weitere, international bekannte Organisten spielen. Außerdem gibt es im Innenhof etwas zu trinken und zu essen. So werden Menschen angezogen, die eher selten in die Kirche gehen. Eine Nacht durchzumachen, und zwar nicht in einer Kneipe oder einer Disko, sondern im Dom bei Kirchenmusik, ist für viele eine besondere, spirituelle Erfahrung. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es übrigens am 11. Juli.

Empore herunterschaue, sehe ich oft fast nur graue Häupter. Diese Hinwendung zu den Jugendlichen und zu den Erwachsenen, die auf der Suche nach ihrem Glauben sind, ist ja auch etwas, was Papst Franziskus der Kirche in den ersten Monaten seines Pontifikats verordnet hat. Die Freude am Evangelium ist einer seiner Kernbegriffe – in Freude leben, in Freude glauben. PASTA! Abschließende Frage: Mit welchem der vier Stadtmusikanten können Sie PASTA! Franziskus wird gefeiert wie ein sich am ehesten identifizieren? Rockstar. Er war sogar auf dem Cover des RUCKDESCHEL Mit jedem der vier, aber Rolling Stone. Ist der Hype gerechtfertigt? besonders nahe ist mir der Esel. Denn ich RUCKDESCHEL Ich denke schon. In mei- kann wahnsinnig störrisch sein. Und ein nen Augen hat er einen fulminanten Start dickes Fell habe ich auch – was in den verganhingelegt. Dass er dazu aufruft, hinaus in die genen elf Jahren von Vorteil war. Welt zu gehen und die Frohe Botschaft vor allem denjenigen zu verkünden, die am Rand der Gesellschaft stehen, zum Beispiel Straßenkindern, finde ich klasse. Menschen ernst Benedikt Kuhnen zu nehmen, sie zu respektieren mit all ihren hat angefangen, Posaune zu Brüchen und verschlungenen Lebenswegen, spielen, als sein Arm noch zu kurz war, um den Zug ganz sie in der Kirche willkommen zu heißen – das auszufahren. Seitdem der Arm ist ein sehr gutes Signal, das Papst Franziskus lang genug ist, schreckt er vor aussendet. Er lebt Glauben glaubwürdig und nichts und niemandem zurück, weder vor Bach noch vor Bonfá authentisch vor. oder Brubeck. In dieser Rubrik

PASTA! In Kürze werden Sie einen neuen Vorgesetzten haben. Was erwarten Sie sich von Stefan Oster? RUCKDESCHEL Ich bin überzeugt, dass sich durch ihn in unserem Bistum sehr viel Positives entwickeln wird und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit. Mit all seinen Begabungen wird er spüren, wo er in der Diözese ansetzen muss. Ich denke, dass er als Salesianer vor allem in der Jugendarbeit PASTA! Den Kirchenraum zu verlassen Akzente setzen kann. Zeit dafür wäre es, und hinaus in die Welt zu gehen, ist als Orwenn ich während der Gottesdienste von der ganist ziemlich schwierig. 28

RUCKDESCHEL Das stimmt. Durch die Orgel bin ich an den Kirchenraum gebunden. Deswegen hole ich die Menschen mit den Orgelführungen, den Mittagskonzerten von Mai bis Oktober, den Orgelkursen und den abendlichen Konzerten mit internationalen Organisten in den Dom. Hier habe ich die Möglichkeit, auch diejenigen zu erreichen, die sonst nicht in die Kirche gehen. Wenn sie in dieser Zeit im Dom positive Schwingungen spüren, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie wiederkommen. Die Orgel eignet sich gut als Türöffner für spirituelle Empfindungen und Erfahrungen.

möchte er einen Einblick in Leben und Werk der Passauer Stadtmusikanten geben. Sein Motto: „Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“

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7. bis 9. Juni 2014 in Regen Fast 50 Aussteller präsentieren ihre Produkte 3 Tage lang Ausstellung und Verkauf Bühne und Cafeteria vor der Halle

Saiteninstrumente

• Gitarrenbau Dr. Hermann Döttlinger • Geigenbau Anton Holzlechner • Geigenbau & Gitarrenbau Veit Jacob • Gitarren- und Geigenbau - Hubert und Katharina Neumüller • Gitarrenbau Neudel - Karl-Heinz Neudel • Hermann Veeh GmbH & Co. KG - Johanna Veeh-Krauß • Horst Wünsche Zitherbau KG - Steffen Meinel • Meisterwerkstätte für Hackbrettbau Harald Teller • Meisterwerkstätte für Zupfinstrumentenbau H. P. Lederer • Musik Hartwig - Kurt Hartwig • Raffelebau Grasser - Robert Grasser • Meisterwerkstatt im Gitarren- und Zitherbau - Wolfgang Teller • ULRICUS Instrumentenbau - Wilfried Ulrich • Meisterwerkstatt im Zupfinstrumentenbau Bernd Schneider

drumherum bayerns GRÖSStes Volksmusikspektakel mit Volksmusikmesse vom 5. – 9. Juni 2014

Harmonikas und Maultrommeln

• Bayerland-Harmonika - Gertraud Rahm • HAGLMO Harmonikabau - Dr. Siegried Haslbeck • Harmonika Müller GmbH - Franz Zuber • Harmonika Zernig - Herfried Zernig • Harmonikabau Peter und Traudi Vordermaier • Harmonika-Haus / Silberbach Harmonikas & Akkordeons / LIMEX Einbaucenter Markus Brand • Harmonika-Pauli - Erich Pauli • Hist. Musikinstrumentenbau F. A. Schlütter - Andreas Schlütter • JAMNIK Harmonikabau - Hermann Jamnik • Musik Baumann - Alexander Baumann • Musik Leipold, Harmonika-Spezialhaus, Volksmusik-Fachgeschäft - Karlheinz Leipold • MUSIKDISCOUNT24.de - Herbert Holzfurtner • Steinlinger Balginstrumente - Georg Leugner-Gradl

Blasinstrumente

• Alphorn- und Büchelbau Andreas Bader • Dudelsack Design Ganslmeier - Florian Ganslmeier • Dudelsack- und Drehleierbau Helmut Moßmann • Holzblasinstrumentenbau Michael Lederer • Haagston Brassego - Blasinstrumente aus Österreich - A. Mayer • Josef Dotzauer GmbH - Jürgen Dotzauer • Klarinettenbau Rolf Meinel - Gunnar Meinel • Krinner Instrumentenbau & Landerer Harmonikas - Hans Krinner • Gebrüder Mönnig - Veit Schindler • Musik Plaschke - Georg Plaschke • Musik SCHERZER Blechbläserwerkstatt - Karl Scherzer • Schwenk & Seggelke - Meisterwerkstätte für innovativen Klarinettenbau - Jochen Seggelke • Vogelhorn Alphornbau - Robert Vogel

Verlage und Zubehör

• Bogner Records - Produktion und Musikverlag, Inh.: Rene Prasky • Morsak Verlag und Ohetaler Verlag - Stefanie Friedl • Musikverlag Cornelia Schaborak - Dieter Schaborak • Musikverlag Karl Edelmann - Karl Edelmann • OPTIMA Musiksaiten GmbH • Zillertal-Noten - Hubert und Gitta Klausner

beim

www.drumherum.com

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lle zwei Jahre steht die gesamte Stadt Regen im Bayerischen Wald ganz im Zeichen der überlieferten Musikkultur in all ihren Ausprägungen, wenn Sänger, Musikanten und Kunsthandwerker aus Bayern und „drumherum“ zusammenkommen, um in unterschiedlichsten Veranstaltungsformen ihre regionalspezifische Musik und Kunst zu präsentieren. Mit einem Programm so bunt wie die Künstlerschar, die sich in der Kreisstadt im Oberen Bayerischen Wald die Ehre geben wird, sind der schöpferischen Kraft und Fantasie fünf Tage lang keinerlei Grenzen gesetzt. Ob am Stadtplatz, im Zirkuszelt, dem Regenufer, im Kurpark oder in den Gasthäusern – überall wird in Regen zwischen dem 5. und 9. Juni gefeiert, gemalt, geschnitzt, getanzt, gesungen und musiziert. Die Veranstalter rechnen mit 50.000 Besuchern und 350 Ensembles. Darüber hinaus werden am verlängerten Pfingstwochenende von Samstag, den 7. Juni, bis Montag, den 9. Juni, zahlreiche bekannte Instrumentenbauer aus Deutschland, Österreich, Italien und Ungarn beim drumherum anzutreffen sein, wenn sie sich zur Internationalen Volksmusikmesse einfinden – einem Highlight für Instrumentenbauer, Musik- und Notenverlage sowie Musikalienhändler: Die Messe, die im Rahmen von drumherum stattfindet und von Mal

zu Mal mehr Aussteller und Besucher nach Regen lockt, bietet alles, was das Musikantenherz begehrt. So werden auch in diesem Jahr Tausende Musiker und Musikliebhaber nach hochwertigen und handgefertigten Instrumenten stöbern, Geigen, Klarinetten und Co probespielen und mit Experten fachsimpeln – gibt es doch auf der bislang größten Ausstellungsfläche der Messegeschichte jede Menge musikalische Kunstwerke zu entdecken. Von Saiten-, Blech- oder Holzblas­ instrumenten über Harmonikas bis hin zu Tonträgern, Noten und Zubehör der Musikverlage: Knapp 50 Aussteller, so viele wie noch nie zuvor, werden den Besuchern auf der diesjährigen Volksmusikmesse zeigen, was ihre Werkstätten und Läden zu bieten haben – vom Alphorn bis zur Zither.

Nähere Infos zum drumherum www.drumherum.com www.regen.de Nähere Infos zur Messe: Herbert Wirth Veranstaltungsmanagement Tel.: 0851 49055 98 info@volkmusikmesse.de www.volksmusikmesse.de

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Collage > Till Gabriel PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


Neue

U PASS5A 20 0 Serie

Lachsfischen

passau IN

2050 passau, 28.05.2050

W

ie die Passauer Alte Presse (PAP) in ihrer gestrigen Ausgabe berichtete, hat die Lachsfischerei in der Dreiflüssestadt ein neues Rekordniveau erreicht. Im soeben vorgelegten Wirtschaftsbericht des Finanzausschusses für das vergangene Wirtschaftsjahr 2049 werden die Einnahmen allein durch den Verkauf von Angellizenzen auf 260.000 Euro beziffert. Die internationalen Gäste, die sich teilweise über mehrere Wochen in den zahlreichen Anglerhotels einquartieren, brächten zusätzliche 4,8 Mio. Euro Einnahmen durch Übernachtungen und Verpflegungsleistungen, so der Tourismusmanager der Domstadt. Während der bis in die 2030er Jahre durch sinnlose Bauprojekte aufgehäufte Schuldenberg der Stadt, der seine Spitze im Jahr 2038 mit 350 Mio. Euro erreichte, mittlerweile durch die Einnahmen aus der Lachsfischerei fast gänzlich abgebaut werden konnte, verschlinge der Rückbau des Kraftwerkes Kachlet an der Donau sowie diverser Hochwasserschutzmauern entlang der Flüsse nach wie vor mehrere Millionen Euro pro Jahr. Die Fischereiverbände wie auch die Tourismusindustrie fordern seit Jahrzehnten die Beseitigung dieser zu einem wesentlichen Teil nach dem Hochwasser im Jahr 2013 errichteten Bausünden, da diese nicht nur die Wanderung der Lachse zu ihren Laichgründen beeinträchtigten, sondern darüber hinaus die Entstehung lachsfreundlicher Biotope verhinderten.

Doch die Aussichten sind gut: Seit das Wasser der Donau Trinkwasserqualität erreicht hat, sind die Fangquoten des Passauer Lachsfischereiverbandes nochmals erheblich gestiegen. „Die Mengen, die wir heuer abfischen werden, wurden zuletzt im 18. Jahrhundert aus dem Fluss geholt“, so Verbandschef Julius Hartl. Damals arbeiteten hunderte Passauer als Lachsfischer, und der Verkauf der wertvollen Fische ernährte einen Großteil der Bevölkerung. Bei aller Euphorie gibt es aber auch kritische Töne: Besonders der Bezirksfischereiverein Passau beschwert sich, dass die guten Angelplätze zunehmend von – den sommerlichen Temperaturen angemessen – leichtbekleideten Angeltouristinnen belegt würden, die auf einen „guten Fang“ ganz anderer Art spekulierten und die heimischen Fischer von der Jagd nach ihren Trophäen ablenkten. Die Mitglieder des Vereins sehen dadurch die vielleicht letzte Domäne männlicher Freizeitgestaltung gefährdet und fordern gemeinsam mit ihren Ehefrauen, die von der Entwicklung ebenfalls nicht begeistert sind, ein Machtwort ihres Bischofs. Bischof Stefan Oster, der das Bistum Passau in den vergangenen 36 Jahren mit festem, unerschütterlichem Glauben und umsichtigem, klugem Handeln erfolgreich durch viele Untiefen und gefährliche Strudel gesteuert hat, mahnt jedoch zur Vernunft. Auch Petrus sei Fischer gewesen, so Oster, und schließlich seien „alle Anglerinnen und Angler Kinder Gottes“. Man dürfe „kein Geschlecht beim Fischen bevor- oder benachteiligen, ob nun bekleidet oder nicht.“ Während der Fischereiverband noch mit diesem salomonischen Urteil hadert, tritt ein ganz anderes Problem auf den Plan: Der in Bayern besonders gefürchtete Schad- oder Problembär hat sich aufgrund der Renaturierung der niederbayerischen Wald- und Flusslandschaften in den letzten Jahren explosionsartig vermehrt und steigt in den Sommern von den Gipfeln des Bayerischen Waldes herab in die Täler, um sich dort für den kommenden Winter seine Fettreserven anzufressen. Somit steht er nicht nur in direkter Konkurrenz zu anderen Waldbewohnern, von denen er sich sein Verhalten möglicherweise abgeschaut hat, sondern auch zur internationalen Anglergemeinschaft, die sich alljährlich außerhalb der Schonzeiten in Passau einfindet, um Jagd auf den „König der Salmoniden“ zu machen (zool. Salmoniden = Lachsfische; zool. Salmo salar = Pazifischer Lachs). Abgesehen von der Gefahr für Mensch und Tier, die von den Bären ausgeht, bestehe das Hauptproblem darin, dass die Bären den Anglern die Fischtrophäen vor den Augen wegschnappen würden. Der örtliche Jagdsportverein fordert bereits eine Abschussfreigabe der Bären ¬ die jedoch durch ein kompliziertes Konstrukt verschiedener EU-Verordnungen verhindert wird. Passaus Oberbürgermeister Frank Strohsack sieht die Sache aber entspannt: „Ich habe keinen Zweifel, dass meine absolute Mehrheit dazu ausreichen wird, mittelfristig einen Alleingang ohne die EU zu machen. Wer braucht schon die EU? Wer braucht Lachse? Jagdlizenzen und Bärenfelle sind eine ebenso gute Einnahmequelle, und Jäger veerfügen sowieso über eine bessere Bonität als Angler. Halali und Petri heil!“

ÜBER DIE SERIE Unsere Stadt verändert sich. Was vor 30 Jahren für unmöglich gehalten wurde, ist heute Realität. Was heute als Segen empfunden wird, kann morgen eine Bürde sein. Was der einen Generation als Fortschritt gilt, ist für die nächste eine Schande. Welche Schlagzeilen werden im Jahr 2050 wohl auf den Titelseiten der Zeitungen stehen? Was wird uns beschäftigen? Neue Rahmenbedingungen schaffen neue Möglichkeiten: Die Zukunft ist vor allem eine Chance. Till Gabriel, Herausgeber der PASTA!, wagt in seiner neuen Serie „Passau 2050” einen mutigen und phantasievollen Blick in die Zukunft unserer Stadt - immer auch mit einem Augenzwinkern ...

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nachtschicht

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nachtschicht

NACHTSCHICHT: Zwischen 24 und 6 Uhr schläft ganz Passau. Ganz Passau? Nein, ein gar nicht so kleiner Teil der Passauer Bevölkerung ist nachts aktiv. Benedikt Kuhnen und Florian Weichselbaumer ziehen deshalb Monat für Monat mit Notizblock und Fotoapparat durch das nächtliche Passau, um Menschen zu begleiten, die zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen tätig sind.

Alles unter

Kontrolle Um Tag und Nacht für Sicherheit und Ordnung sorgen zu können, wird bei der Passauer Polizeiinspektion in drei Schichten gearbeitet. Wir haben Polizeihauptkommissarin Verena Wohlstreicher und Polizeihauptmeister Gerhard Reh während einer Nachtschicht begleitet.

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er Adrenalinpegel ist bei nächtlichen Einsätzen schon ziemlich hoch“, erzählt Gerhard, während er sich eine Schutzweste anlegt, die vor Kleinwaffengeschossen schützen soll. „Aber mit Angst darf man nicht in den Dienst gehen, sonst macht man Fehler.“ Rund drei Kilo Kunststoff sind in der Weste verarbeitet. „Der Vorteil dieser mehrschichtigen Weste ist, dass sie einen auch bei niedrigen Temperaturen kuschelig warmhält“, sagt Verena grinsend. Wir stehen im Foyer der Polizeiinspektion und schauen zu, wie sich die beiden für die Nachtschicht ausrüsten. Handschellen, Taschenlampe und Pistole hängen am Gürtel. Kamera, Funkgerät und Alkoholtester kommen in eine Tragetasche. Bevor wir aufbrechen, verharren wir noch kurz vor einer Vitrine: In dieser sind zahlreiche Waffen zu sehen, die während der letzten Jahre bei Einsätzen der Passauer Polizeiinspektion beschlagnahmt wurden. Das Arsenal ist beachtlich: Butterflymesser, Wurfsterne, Macheten, sogar eine Pumpgun – eben alles, was man als treuer Tatortfan so kennt. Gerhard arbeitet seit mittlerweile 19 Jahren bei der Polizei. Das letze Mal, als er seine Waffe ziehen musste, stand er mitten auf einer Kreuzung. Am helllichten Tag hatte ein Jugendlicher auf offener Straße um sich geschossen. Als Gerhard mit einem Kollegen vor Ort angekommen war, machte der Jugendliche zunächst keine Anstalten, die Waffe fallen zu lassen. „Wir standen uns gegenüber wie in einem schlechten Krimi. Den Spanngriff der Pistole hatte ich schon gedrückt. Eine falsche Bewegung und ich hätte geschossen.“ Letztlich ging der Einsatz glimpflich aus. Zum Glück. Doch die Sekunden, bis der Jugendliche die Schusswaffe endlich auf den Boden legte, kamen Gerhard wie eine Ewigkeit vor. Zu unserem Erstaunen haben er und Verena vor Messern noch größeren Respekt als vor Schusswaffen. „Wenn einer plötzlich ein Messer zieht, damit umgehen kann und dir die Halsschlagader aufschlitzt, kommt jeder Rettungswagen zu spät. Da hast du keine Chance mehr“, sagt Verena. Umso wichtiger sei es, sich auch in brenzligen Situationen auf den Kollegen verlassen zu können. 35


nachtschicht

Kennzeichen mit Untertitel Wir brechen auf und fahren in die Innstadt. Verena und Gerhard möchten dort eine Verkehrskontrolle durchführen. „Das mache ich schon gerne“, sagt Verena. „Da ist man an der frischen Luft und kann sich ein bisschen bewegen.“ Gegen 23.00 Uhr haben wir uns an einer Bushaltestelle in der Kapuzinerstraße postiert. Der erste Wagen, den die beiden kontrollieren, ist ein schwarzer VW Sharan. „Grüß Gott! Allgemeine Verkehrskontrolle“, begrüßt Verena den Fahrer. „Ihren Führerschein und Ihren Fahrzeugschein bitte.“ Wie sie den Papieren entnimmt, sitzt ein echter Baron am Steuer. Da nichts darauf hindeutet, dass in seinem blauen Blut Alkohol fließt, verzichtet Verena auf einen Alkoholtest. Sie verabschiedet ihn – samt Titel. Dem Herrn Baron ist das unangenehm. „Ohne Titel, bittschön. Des is ma liaba“, sagt er, setzt vorschriftsmäßig den Blinker und fährt davon. Der nächste Wagen, den Verena mit der Kelle an den Straßenrand wedelt, ist ein Ford Fiesta. Zwei junge Damen sitzen darin. Wie Gerhard im Schein seiner Taschenlampe feststellt, ist die Beifahrerin nicht richtig angeschnallt. Der obere Gurt verläuft unterhalb ihres rechten Arms, auf Höhe des Bauchnabels. Das Motiv ist offensichtlich. Ihre voluminöse Oberweite macht weitere Ermittlungen überflüssig. Verena weist sie darauf hin, welche Folgen es haben kann, bei einer Vollbremsung oder einem Auffahrunfall nicht richtig angeschnallt zu sein. Von diesen sicherheitstechnischen Hinweisen scheint die Beifahrerin allerdings nicht sonderlich beeindruckt. Während Verena auf sie einredet, legt sie zwar den Gurt korrekt an, starrt danach aber gleich wieder auf ihr Smartphone. Der Gurt läuft nun – zwischen ihren Brüsten liegend – recht nah am Hals vorbei. „Nicht optimal, aber anders bringt es nichts“, meint Gerhard schulterzuckend. Von der Fahrerin lässt sich Verena abschließend noch Verbandskasten und Warndreieck zeigen. Hier gibt es nichts zu beanstanden. Um 23.15 Uhr stoppen die beiden dann einen schwarzen, tiefer gelegten Ford Focus. Breitreifen, Alufelgen und Rennauspuff komplettieren den prolligen ersten Eindruck. Gerhard lässt den Fahrer aussteigen und einen Alkoholtest machen. Er ist Anfang 20, 1,70 m groß und eher schmächtig. Verena schaut sich währenddessen den Wagen an. Am Heck angekommen, ruft sie uns zu sich und deutend grinsend auf das hintere Nummernschild. „Jage nicht, was Du nicht töten kannst“, steht dort auf der Kunststoffhalterung des Kennzeichens. Mein Kollege und ich schauen uns ratlos an. Wir plädieren für einen sofortigen Entzug der Fahrerlaubnis und eine medizinisch36

psychologische Untersuchung. Wie uns Verena aufklärt, gebe die Straßenverkehrsordnung das leider nicht her. „Da heißt es nur, dass die Kennzeichen stets gut lesbar sein sollen. Was drum herum zu lesen sein darf, wird nicht spezifiziert.“ Schade. Die anderen beiden sind noch immer mit dem Alkoholtest beschäftigt. „So lange pusten, bis ich Stopp sage!“, wiederholt Gerhard gebetsmühlenartig. Beim dritten Versuch wird die zuvor beteuerte Nüchternheit dann digital bestätigt. Nachdem der Kontrollierte mit quietschenden Reifen davongefahren ist, erläutert uns Gerhard die Auswahlkriterien bei getunten Fahrzeugen. „Interessant sind getunte Schrottkisten. Da ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass man auf illegale Einbauten stößt. Die professionell getunten Wagen brauchen wir im Prinzip gar nicht kontrollieren. Bei denen ist normalerweise eh alles korrekt eingetragen.“ Party bei offenem Fenster

Wildbiesler in der FuZo Nachdem das Geburtstagskind seine Fahrt erleichtert fortgesetzt hat, eilen plötzlich Passanten auf uns zu: In der Fußgängerzone werde gerade randaliert und öffentlich uriniert. Wir durchqueren daraufhin schnellen Schrittes die Nagelschmiedgasse. In der Ludwigstraße angekommen, sehen wir gerade noch, wie rund 30 Meter entfernt jemand eine Mülltonne umkickt. Verena sprintet sofort los. „Lass gut sein“, ruft ihr Gerhard noch hinterher, doch da ist sie schon außer Hörweite. Auf einen Sprint durch die Fuzo hat Gerhard offensichtlich wenig Lust. Als wir zu Verena aufschließen, hat der angetrunkene Vandale in Anwesenheit seines sichtlich beschämten Begleiters schon gestanden, sich vor dem Mülltonnentritt an einem Schaufenster erleichtert zu haben. Verena macht ihm ein Angebot: Die üblicherweise anfallenden Reinigungskosten könne er vermeiden, wenn er die Tonne in unserem Beisein wieder aufstelle und den Müll eigenhändig einsammle. Besonders verlockend findet er das Angebot anscheinend nicht. „Wos muaß i zoin, wonn i’s ned dua?“, fragt er lallend. Sein Kompagnon redet auf ihn ein und überzeugt ihn schließlich, das Angebot anzunehmen. Rund fünf Minuten dauert es, bis er torkelnd und mit bloßen Händen den ganzen mit Ketchup verschmierten Müll wieder eingesammelt hat. „Besoffene, die nur selten trinken und dir ungefragt ihre Lebensgeschichte erzählen, können lustig sein“, meint Verena. „Aber ansonsten sind sie echt eine anstrengende Klientel.“ Trotz allem ist Verena mit ihrem Job zufrieden, auch nach 16 Jahren. Sie bereut es bis heute nicht, sich nach dem Abitur aus Trotz bei der Polizei beworben zu haben. „Zu Schulzeiten habe ich einen österreichischen Gendarm kennengelernt. Er erzählte mir immer ganz begeistert von seinen Einsätzen. Doch nach jedem Bericht hieß es: „Aber für di is des nix!“ Das hat mich so geärgert, dass ich mich kurzentschlossen bei der Polizei beworben habe. Und dann haben die mich auch noch sofort genommen.“ Gerhard möchte trotz regelmäßiger Nachtschichten ebenfalls keinen anderen Beruf ausüben. „Ich bin wirklich zufrieden. Man gewöhnt sich an die Arbeit im Schichtdienst.“ Die Kinder kämen ebenfalls gut damit zurecht. Familie und Polizeidienst könne man wesentlich besser vereinbaren, als es die TV-Kommissare vermuten ließen. „Meine Söhne finden es super, dass der Papa bei der Polizei arbeitet“, erzählt Gerhard. „Wenn ich mit dem Polizeiwagen am Kindergarten vorbeifahre, ist das die Krönung.“

Um 00.40 Uhr werden Verena und Gerhard per Funk in die Theresienstraße beordert. Ein Anwohner fühlt sich durch eine studentische Party in seiner Nachtruhe gestört. Als wir am Ort des Geschehens ankommen, ist bereits ein Streifenwagen eingetroffen. „Mach mal die Musik leiser, die Polizei steht vor der Tür“, brüllt einer der Partygäste. Durch das geöffnete Fenster im zweiten Stock hört man die Ansage bis auf die Straße. Das Fenster wird geschlossen und der Rollladen heruntergelassen. Die Musik ist jetzt kaum noch zu hören. Verena und Gerhard überlassen es den zuvor eingetroffenen Kollegen, hinaufzugehen und die Beschwerde des Nachbarn zu kommunizieren. „Wenn Anwohner wegen Ruhestörung bei uns anrufen, fahren wir hin, klingeln, fragen nach den Verantwortlichen und sprechen eine Verwarnung aus“, erklärt uns Verena. „Wenn danach eine erneute Beschwerde bei uns eingeht, fahren wir wieder hin und beschlagnahmen die Anlage. Die Verantwortlichen bekommen dann eine Anzeige wegen Ruhestörung.“ Nachdem die Kollegen eine Verwarnung ausgesprochen haben, geht es weiter Richtung Rindermarkt. Verena und Gerhard möchten sich dort postieren, um zu verhindern, dass Autos durch die Roßtränke Richtung Domplatz fahren. Nach 22 Uhr ist die Durchfahrt nämlich nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt. Ein neuer Opel Insignia ist der erste Wagen, den Verena an der Weiterfahrt hindert. „Ah, derf i do ned einifoan?“ fragt die Fahrerin überrascht. Bei der Kontrolle der Papiere stellt Verena fest, dass die Dame Geburtstag hat. Verena drückt daher ein Auge zu und belässt es Text > Benedikt Kuhnen Fotos > Florian Weichselbaumer bei einer mündlichen Verwarnung.

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te xt > christian götz f o t o s > fl o rian weichselbaumer

s mag vielleicht etwas zynisch anmuten, wenn man angesichts der täglichen Horrormeldungen über den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang von aussterbenden Gattungen im Automobilbereich spricht. Doch angesichts des Zynismus, mit dem wir unsere eigene Gattung fröhlich konsumierend von Tag zu Tag ein Stückchen mehr in den Abgrund manövrieren, nimmt sich der oben genannte Vergleich doch denkbar harmlos aus.

emplare einer Automobilserie, mittels derer – man höre und staune – Toyota ab 1980 den Luxuslimousinen der deutschen Platzhirsche Mercedes und BMW Paroli bieten wollte. Gut, eine gewisse Harakiri-Neigung seitens der Japaner ist uns aus den Geschichtsbüchern ja durchaus bekannt: Aber wer zu einer Zeit, in der ein Durchschnittspiefke mit Sake und Sushi im Höchstfall ungewöhnliche Namen für Hamster oder Hauskatzen assoziiert hätte, das Wagnis eingeht, eine teilverchromte Hollywoodschaukel auf den deutschen Markt zu Harakiri-Schaukel werfen, dem kann man wirklich nur noch das Widmen wir uns also guten Gewissens einem Zitat von Herrn Bösel aus Indien um die Oh1981er Toyota Crown, einem der wenigen Ex- ren knallen: „Kumma’s ma ned mit de Japa38

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fakten

MOdell: Toyota Crown Baujahr: 1981 Baureihe: S 110 (1979–1983) Motor: Sechszylinder-Reihenmotor (Einspritzer) Hubraum cm3: 2758 Leistung: 145 PS bei 5000 U/Min. 0-100 km/h in: 12 Sekunden max km/h: 180 Getriebe: 4-Gang-automatikgetriebe Verbrauch: 10 L (Landstr.) – 18 L (stadt) Super/100 km

ner. De fliagn mit am Flugzeig gega a Schiff stellt, hat man hier definitiv ins Schwarze und san hi. Und noch’m Essen de Suppn!“ getroffen. Irgendwie muss ich von Kurve zu Kurve mehr an einen Sarg denken, der von Super Saloon vier betrunkenen Trägern Richtung Grab geApropos Essen: Kurz nachdem der 2,8-Liter schwenkt wird; so ein Toter merkt das ja weReihensechszylinder mürrisch zumindest nigstens nicht – ganz im Gegensatz zu meiein paar seiner 145 PS für die ersten Kilome- nem Magen. Auch um den mittlerweile recht ter zur Verfügung stellt, drängt sich uns die fahlen Fotografen ist es verdächtig ruhig geFrage auf, ob man damals zugunsten der ho- worden. Während ich mich am dürren Lenkhen Exportkosten etwa kurzerhand auf das rad festklammere, meine ich, dem drehmoFahrwerk verzichtet hat. Ich weiß noch nicht mentarmen, etwas mauligen Burren des alten genau, wofür die Modellbezeichnung Super Japaners eine dezente Aufforderung zu entSaloon steht. Falls sie jedoch als Anspielung nehmen, es doch mal auf einer etwas kurvenauf das Gefühl gemeint ist, welches sich nach ärmeren Strecke zu versuchen. Oder war es Genuss einer halben Flasche Whiskey ein- mein Magen? Egal, ich wechsle auf die Bunmai 2014

desstraße – und siehe da: Jetzt kann er’s auf einmal. Japan-Barock? Öha. Kaum hat die letzte Biegung ihre fünf Gedenksekunden erfolgreich eingefordert, legt der Crown plötzlich eine Lässigkeit an den Tag, dass man meint, in einem Plymouth Barracuda dahinzugleiten. Nur mit dem Unterschied, dass der Toyota seinen Treibstoff wohldosiert in die Brennkammern spritzt, anstatt ihn mit diesen unsäglichen amerikanischen Benzin-Gießkannen (in den USA auch Vergaser genannt) hineinzuschütten. Mit knapp zehn Litern walzt uns die japani39


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Modell stammt aus einer Sammlungsauflösung und kann von pflegenden Händen in Mühldorf käuflich erworben werden. Tel.: 08631 615596

„Kumma’s ma ned mit de Japaner. De fliagn mit am Flugzeig gega a Schiff und san hi.“

sche Sänfte auf üppigem blauen Plüsch vollkommen tiefenentspannt durch die Landschaft. Und weil’s mit der political correctness heute ohnehin schon vorbei ist, lasse ich auch jenes Bild in meinen Kopf gewähren, das mir gerade ein Schmunzeln entlockt: Denn irgendwie passt dieses urgemütliche Barockmöbel so gar nicht zu dem, was ich mit dessen Erzeugern bisher verband; gut, meine Kenntnis der Bürger Japans speist sich auch vorwiegend aus den Bildern hektisch in Passau umherirrender kleiner Menschen. Aber wenn ich mir eine(n) dieser Rundreisenden beim Versuch vorstelle, dieses schwankende Dickschiff möglichst rasch von Takyama nach Shirakawa zu navigieren, muss ich zwangsläufig an einen kleinen Jungen denken, der versucht, in 44-er Gummistiefeln Fußball zu spielen. Einsamer Außenseiter Dieses Auto passt irgendwie gar nirgends hin: nicht nach Japan (zumindest aus meiner beschränkten Sicht der Dinge), nicht zu Toyota mit seinen kompakten Sparmodellen, nicht in 40

die USA, weil zu klein und undurstig, nicht nach Europa, weil zu groß und ungelenk für die dortigen Käufer japanischer Autos. Zumindest für Europa hat sich meine Einschätzung bestätigt – der Crown stand sich trotz seines für ein Topmodell günstigen Preises von 23.000 DM in den Schauräumen die Reifen platt. Toyota tat in den Folgejahren gut daran, Oberklasselimousinen unter der Marke Lexus zu vermarkten. Der Crown wurde nach drei Jahren wieder vom europäischen Markt genommen – die Zahl der heute in Deutschland noch existierenden Exemplare bewegt sich im zweistelligen Bereich. In mobile.de finden sich ganze 3 Stück der 110er Serie. Umso schöner, dass uns in Mühldorf einer vor die Kamera lief. Fast ein bisschen verliebt in den Toyota (dafür hätte man mich zwei Stunden zuvor noch erschlagen können) bugsieren wir ihn wieder an seinen Platz, diesen sonderbaren Außenseiter, der es mehr als verdient hat, unserer Welt noch eine Zeit lang erhalten zu bleiben; wenigstens bis zu deren Untergang – und das ist doch wirklich überblickbar.

Christian Götz stinkt’s, nicht 20 Jahre früher geboren zu sein. Keine SUV’s, kein Rauchverbot, bessere Rechtschreibung. Auf die Frage, wie er sich dann ein Dasein ohne Granteln, sein Lebenselixier, vorstelle, fällt die Antwort unseres streitbaren Germanisten denkbar klar aus: „Gab doch gnua zum Grantln: Z’schwache Autos, d’Raucherei – und d’Rechtschreibung natürlich!“.

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Genuss fürs erste Date Gratis-Kochkurs für Studenten am 22. Mai

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iebe geht bekanntlich durch den Magen – erst recht, wenn parallel die ersten Frühlingsgefühle aufköcheln. Da fügt es sich doch perfekt, wenn man sein Date gleich mit einem aphrodisierenden Menü verwöhnen kann. Damit die Verabredung auch wirklich „scharf“ wird, bietet die AOK Passau jetzt einen kostenlosen Kochkurs an, exklusiv für Studenten. Unter dem Motto „Scharfer Genuss fürs erste Date“ vermittelt Küchenmeister Philipp Krumstroh den Teilnehmern, welche Wirkung Gewürze, Früchte und Gemüsesorten auf die traute Zweisamkeit haben können. Schmackhaft, anregend oder lieber gleich verführerisch? Der Kochprofi gibt die besten Rezepte, Tipps und Tricks. Sein Know-how in Sachen Kochkunst erwarb der 27-Jährige unter anderem im Südtiroler Hotel Steger-Dellai, dort lernte er auch die italienische Küche intensiv kennen und schätzen. Wertvolle Erfahrungen sammelte Krumstroh darüber hinaus in der Küche des renommierten Fünf-Sterne-Luxushotels Er-

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mitage-Golf in Schönried bei Gstaad. Gemeinsam mit den Studenten zaubert der kreative Cuisiner ein ausgefallenes „Liebes-Menü“: Sellerie-Birnensalat an Ingwer-Orangen, gefolgt von einer orientalischen Karottensuppe mit Petersilienschaum, im Anschluss Räucherlachscreme an Honig-Senfsoße, gebratenes Zanderfilet an Safranschaum auf Fenchel-Lauchgemüse und Karottenwürfel sowie gebratene Hühnerbrust auf asiatischem Gemüse nebst exotischem Duftreis. Abgerundet wird das sinnliche Vergnügen von einem kleinen Schokoladenkuchen-Auflauf mit Minze-Sahne und Chili-Aprikosenragout. Der Kochkurs startet am Donnerstag, 22. Mai, ab 18 Uhr in der Showküche der AOKDirektion Passau in der Neuburger Straße 92. Anmeldung und weitere Informationen bei der AOK-Studentengeschäftsstelle am ZOB, Dr.-Hans-Kapfinger-Straße 14 a, Passau, unter Telefon 0851/213 76 23 31, per E-Mail an PA-StudentenService@by.aok.de oder auf facebook.com/AOKStudentenservicePassau. 41


Kinotipps

Kopfzerbrechen auf Chinesisch

Beziehungsweise New York

xavier zieht nach new york, um bei den kindern zu sein, die bei seiner ex-frau im big apple leben. einwanderungsbehörde, ex-freundin und schreib­ blockade erschweren ihm dort den alltag erheblich. text > CLAUDIA KNOBLOCH

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er 40-jährige Xavier (Romain Duris) sitzt an seinem Schreibtisch in Manhattan und versucht, an seinem neuen Roman zu arbeiten – was jedoch nicht gelingt. Eigentlich hat er während der letzten Monate genügend Stoff für eine spannende Geschichte erlebt: Alles beginnt bei einem Streit mit seiner Ehefrau Wendy (Kelly Reilly) darüber, ob er als Samenspender für seine lesbische Freundin Isabelle (Cécile de France) fungieren soll oder nicht. Kurz darauf verliebt sich Wendy in einen Amerikaner und zieht nach New York. Um seinen Kindern nahe zu sein, folgt Xavier ihnen, zumal Isabelle auch dort wohnt. Als freiberuflicher Autor bekommt er bald schon Probleme mit der Einwanderungsbehörde, was ihn zur Heirat mit der Chinesin Nancy (Li Jun Li) führt. Richtig kompliziert 42

wird sein Leben jedoch, als kurz vor der Hochzeit seine alte Liebe Martine (Audrey Tautou) auftaucht – und die Leidenschaft wieder entflammt. Beziehungsweise New York ist der Abschluss der Trilogie, die mit L’auberge espagnole – Barcelona für ein Jahr begonnen hat. Die inzwischen erwachsenen Protagonisten sind immer noch erfrischend chaotisch und mit aller Macht auf der Suche nach dem Glück. Mit New York wählte der Regisseur Cedric Klapisch die wohl multikulturellste Stadt der Welt für seine Beziehungskomödie und ließ sich noch nicht mal durch Hurrikan Sandy von den Dreharbeiten abhalten.

START > 1. MAI GENRE > Komödie IMDB > 7,2 regie > Cedric Klapisch

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kinotipps

Turn Me On

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Die zwei Gesichter des Januars

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lma ist 15 und lebt in einem langweiligen norwegischen Dorf. Sie flüchtet sich in eine Fantasiewelt, in der sie eine romantische Liebesbeziehung mit Artur hat. Die wilden Hormone machen die Beziehung zu ihrer Mutter und den neugierigen Nachbarn nicht einfacher. Als sie ihren Freundinnen erzählt, dass Artur mit ihr intim geworden sein soll, gerät sie unversehens ins soziale Abseits. Turn Me On ist eine freche Komödie, die mit dem verstaubten Klischee vom braven Mädchen aufräumt. Unverklemmt, lustig und berührend. In Norwegen war der Film ein Hit, auf internationalen Festivals wie dem Tribeca Filmfestival gewann er mehrere Preise.

er neue X-Men-Film nimmt seinen Ausgangspunkt in einer Zukunft, in der Mutanten in Internierungslagern gehalten werden und die Erde von KillerRobotern beherrscht wird. Unter den Inhaftierten ist auch Wolferine. Es gelingt ihm, in die Vergangenheit zu reisen, wo er sich mit den X-Men der ersten Generation verbündet, um den Lauf der Geschichte zu verändern und seine eigene Zukunft zu retten. Regisseur Bryan Singer vermischt in dem neuen X-Men-Film die Zeitebenen – und so treffen alle X-Men aufeinander: Wolferine (Hugh Jackman) und Kitty Pryde (Ellen Page) kämpfen gegen Magneto (Michael Fassbender) und Mystique (Jennifer Lawrence).

START > 22. MAI GENRE > Comicverfilmung IMDB > --mit > Fahri Yardim, Milan Peschel, Marie Bäumer

START > 8. MAI GENRE > Komödie IMDB > 6,4 mit > Helene Bergsholm, Malin Bjørhovde, Beate Støfring

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then, 1962: Der junge Amerikaner Rydal hält sich als Reiseführer über Wasser. Dabei lernt er das Ehepaar Chester und Colette MacFarland kennen, die ihn sofort faszinieren. Als er die beiden abends zum Essen trifft, hilft er Chester, seinen vermeintlich bewusstlosen Zimmernachbarn in dessen Hotelzimmer zu tragen. Nur ist der Mann leider nicht betrunken, sondern tot. Die zwei Gesichter des Januars ist das Regiedebüt von Hossein Amini. Der Drehbuchautor (Drive) wählte für sein Erstlingswerk eine Adaption eines Patricia Highsmith-Krimis, in dem sich die Schauspieler Viggo Mortensen und Oscar Isaac ein spannendes Duell liefern. START > 29. MAI GENRE > Thriller IMDB > 7,1 mit > Kirsten Dunst, Viggo Mortensen, Oscar Isaac

S O N D E RAUS S T E L L U N G

Neue Herren Neue Zeiten

PA S S A U U N D D A S 19. J A H R H U N D E R T

24. 05. — 15. 11. 2014

www.oberhausmuseum.de

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buchtipps

FOTO: © Elena Seibert

comic mit niveau! alison bechdel

Wer ist hier die Mutter? Alison Bechdel ist die Schöpferin der Comicstrips über schwules und lesbisches Leben namens „Dykes to Watch Out For”, die in den USA vierzehntägig in rund 50 Zeitungen erscheinen. Nachdem sie 2006 in „Fun Home” dem Leben ihres Vaters nachspürte, widmet sie ihre neue Graphic Novel der Beziehung zu ihrer Mutter.

Wer ist hier die Mutter?

Das Bastelbuch für alle, die sich im Büro langweilen

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autor > Alison Bechdel GENRE > Graphic Novel SEITENZAHL > 304 SEITEN VERLAG > Kiepenheuer & Witsch PREIS > ¤ 22,99

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ch kann dieses Buch nicht schreiben, wenn ich meine Mutter nicht aus dem Kopf kriege“, erzählt Alison ihrer Therapeutin. „Aber ich kriege sie nur aus dem Kopf, wenn ich dieses Buch schreibe.“ Und weil Prosa für die vielschichtige Beziehung nicht ausgereicht und das Springen zwischen Traum und Realität erschwert hätte, zeichnet sich Alison Bechdel ihre Mutter von der Seele. Für den Leser der Graphic Novel bedeutet das eine Reise in die Psychoanalyse, Anleihen an Weltliteratur, Anekdoten aus der Familiengeschichte und den Beziehungen der Autorin. Ein anspruchsvoller Comic auf höchstem Niveau!

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autor > V. KrauSS, M. Kiesel GENRE > Humor/Sachbuch SEITENZAHL > 192 SEITEN VERLAG > blanvalet PREIS > ¤ 10,00

rbeitszeit und Büromaterial effektiv verjubeln – so lautet der Untertitel dieses nicht ganz ernst gemeinten, liebevoll illustrierten Sachbuchs. Es macht aber großen Spaß, durch die Ideen zu blättern und sich zum Basteln animieren zu lassen: Aus einer Dokumentenablage, Kaffeepulver und zwei Plastikgabeln entsteht ein transportabler Zengarten, aus Luftpolsterumschlägen und geschredderten Akten ein Kissen für den „Dauer-Nap statt Power-Nap“ und eine Couch aus der Designserie „DIN A4“ lässt sich aus 500er Packungen Kopierpapier und ein bisschen Klebeband herstellen. Ideales Geschenk für Kollegen.

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hörbuchtipps

monika gruber

volker weidermann

Man muss das Kind im Dorf lassen

Ostende

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ie fühlt man sich, wenn man am ersten Schultag im Gymnasium das einzige Mädchen im Dirndl ist? Oder bei der Aufnahmeprüfung zur Schauspielschule, wenn man keinen Text vorbereitet hat? Und was spielt sich an einem Sonntag im Dorfgasthaus ab? Monika Gruber kann diese Fragen mit Anekdoten aus ihrer furchtbar schönen Jugend auf dem Land höchst anschaulich, pointiert und gewohnt komisch beantworten. Fans von Monika Gruber werden viele Geschichten aus ihren alten Programmen erkennen. Man muss das Kind im Dorf lassen liefert den biografischen Kontext, der gleichzeitig eine Liebeserklärung an die bayerische Heimat der Kabarettistin sowie an deren Familie ist. VON > Monika Gruber LABEL > audio media verlag GmbH AUDIO-CDs > 4 PREIS > ¤ 19,99

william e. bowman

Die Besteigung des Rum Doodle

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as Ziel der Expedition des Ich-Erzählers: Die Besteigung des Rum Doodle, des höchsten Bergs der Welt. Dafür rekrutiert er einen Arzt, der dauernd krank ist, einen Navigator, der sich permanent verläuft und einen Übersetzer, der die lokale Sprache nicht beherrscht. Auf der Expedition tauchen somit reichlich Probleme auf: Es werden 30.000 statt 3.000 Träger engagiert, die Truppe läuft im Kreis und dauernd fällt jemand in Gletscherspalten, was mit Champagner begossen wird. Jürgen von der Lippe liest diese Bergsteiger-Satire aus dem Jahr 1956 mit großer Freude, sodass sich die Expedition vor den Augen des Hörers sehr plastisch aufbaut.

m belgischen Seebad Ostende treffen sich im Sommer 1936 deutsche Schriftsteller und Publizisten. Sie sind auf der Flucht vor dem nationalsozialistischen Regime, das ihre Bücher verboten hat und sie verfolgt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Freundschaft zwischen Stefan Zweig und Joseph Roth, die auf sonnigen Terrassen ernste Gespräche führen und gierig auf Berichte aus der Heimat warten. Feuilleton-Journalist Volker Weidermann (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) hat mit Ostende ein wunderbar leichtes Buch geschrieben, das doch die angespannte Situation und die düstere Stimmung der Exilgemeinde widerspiegelt. Fantastisch gelesen von Ulrich Noethen!

VON > Volker Weidermann LABEL > DAV AUDIO-CDs > 3 PREIS > ¤ 19,99

VON > William E. Bowman LABEL > Der Hörverlag AUDIO-CDs > 4 PREIS > ¤ 19,99

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dvd & KARTEN gewinnen

DVDTipps

Hell on Wheels

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esternfans dürfen sich freuen: Die dritte Staffel von Hell on Wheels ist erschienen! Nach einem harten Winter reist Cullen Bohannon nach New York, um seinen Posten beim Bau der ersten Eisenbahn Amerikas zu sichern. Eine Reise voller Überraschungen und Intrigen! GEWINNSPIEL

GENRE > Western REGIE > Divers MIT > Anson Mount, Colm Meaney, Dominique McElligott FSK > ab 16 JAHREN Filmszene aus » House of Cards 1 & 2 «

GENRE > Polit-Thriller REGIE > Paul Seed MIT > Ian Richardson, Susannah Harker, Michael Kitchen FSK > ab 12 JAHREN SPIELDAUER > 224 & 215 MINUTEN

SPIELDAUER > 460 MINUTEN

Zum Start von HOW 3 verlosen wir zwei Pakete, bestehend aus je einer DVD und 2 x 2 Eintrittskarten für Pullman City, die lebende Westernstadt in Eging am See. Einfach unter dem Stichwort Hell on Wheels eine E-Mail an gewinnspiel@ pastaonline.de oder eine Postkarte an PASTA!, Römerstraße 3, 94032 Passau schicken.

House of Cards 1 & 2

Schonzeit für Füchse

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acht, Sex und Verrat: Die britische Politik ist ein böses Spiel. Nachdem die Konservativen die Parlamentswahlen gewonnen haben, macht sich der blasse Premier durch Wortbruch unbeliebt, während der Fraktionsvorsitzende Urquhart die Fäden im Hintergrund zieht. Was viele nicht wissen: Die amerikanische Serie House of Cards ist eine Adaption einer BBC-Produktion von 1990. Das Original basiert auf dem Buch von Michael Dobbs, der als Berater von Margaret Thatcher einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen der Macht wirft. Großartige Serienunterhaltung in zwei Staffeln!

wei Freunde im Düsseldorfer Großbürgermilieu. Sie kennen die Umgangsformen, sind zu gesellschaftlichen Ereignissen eingeladen und umgeben sich mit schönen Frauen. Dennoch verachten sie die Gesellschaft und versuchen, sich ihr zu entziehen. Am 27. März 2014 wäre Regisseur Peter Schamoni 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wurde sein erster Spielfilm Schonzeit für Füchse nun reGENRE > Drama REGIE > Peter Schamoni noviert und auf DVD und Blu-ray verMIT > Helmut Förnbacher, Christian öffentlicht. Der preisgekrönte Film von Doermer, Andrea Jonasson 1966 gilt als einer der Pioniere des FSK > ab 16 JAHREN „Jungen Deutschen Kinos“ und ist als Meilenstein der Filmgeschichte sehr SPIELDAUER > 88 MINUTEN sehenswert.

Wir haben wieder täglich ab 11:30 Uhr für Sie geöffnet! Dienstag ist Ruhetag, außer an Feiertagen. Wie im letzten Jahr verwöhnen wir Sie auch in diesem Jahr wieder mit vielen Aktionen. Wie zum Beispiel am Muttertag, Vatertag und Pfingsten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! PS: Weitere Infomationen zu unserem Kulinarischen-Kalender uvm. finden Sie auf unserer Homepage.

Selbstverständlich haben wir auch an nicht so schönen Tagen für Sie geöffnet! Hinterschloss 2 - 94496 Ortenburg - Tel. 08542 7139 - www.hinterschloss.de - facebook.com/hinterschloss

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, Feld ausschneiden Gutschein: Dieses itm s ch bei un zum nächsten Besu Prosecco gratis as Gl n bringen und ei on ein Glas 0,1l)! erhalten (pro Pers

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neue medien

KEINE MACHT DEN POLLEN!

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ie Nase läuft, die Augen tränen und die Schleimhäute sind gereizt – eine Pollenallergie verdirbt so manchem die Vorfreude auf den Sommer. Doch eine neue App hält Abhilfe bereit: Ob am aktuellen Standort oder bei der Urlaubsplanung – durch das Pollen-Radar erhalten Allergiker eine ZweiTages-Prognose und wissen

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dadurch ganz genau, wie stark die Atemluft gerade mit den verschiedenen Pollenarten belastet ist. Mit diesem Programm lassen sich nicht nur detaillierte Analysen für bestimmte Regionen abrufen, es liefert darüber hinaus auch nützliche Allergietipps, Infos zu Medikamenten und einen AllergieSelbsttest.

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ei AOKcareSun handelt es sich um eine nützliche Ergänzung für jede Reiseapotheke. Mit dieser kostenlosen App können Sie ermitteln, wie lange Sie sich der prallen Sonne aussetzen können, ohne einen Sonnenbrand befürchten zu müssen. Via Smartphone bestimmen Sie zunächst Ihren genauen Standort, dann geben Sie Ihren Hauttyp und den ver-

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Gesundheits App

wendeten Lichtschutzfaktor ein, und im Handumdrehen berechnet die App die angemessene Sonnenbad-Dauer. Anschließend können Sie einen Timer starten, der Sie darauf hinweist, wann Sie sich wieder eincremen müssen. Hinweis: Es handelt sich hierbei um Richtwerte. Sie sollten stets eigenverantwortlich darauf achten, sich nicht zu verbrennen!

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GEGEN DEN REGEN

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o manch eine Wetter-App verspricht ihrem User das Blaue vom Himmel, um ihn anschließend im Regen stehen zu lassen. Dieser Ärger gehört mit der App Regen-­Alarm OSM der Vergangenheit an. Der Dienst greift auf staatliche Wetterdienste zurück und liefert aktuelle Wetterkarten im

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Minuten-Takt. Das animierte Radarbild zeigt dabei die jeweiligen Niederschlagsbereiche und kennzeichnet sie, je nach Intensität, von Türkis bis Dunkelrot. Das Regenradar läuft im Hintergrund und meldet sich 30 Minuten vor dem nächsten Regen – Zeit genug, sich rechtzeitig ins Trockene zu retten!

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Riesenfeuerwerk & Lasershow am Himmel über den Johannesbad-Thermen

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achdem das Mediziner-Ehepaar Zwick im August 1964 auf dem eigenen Grundstück schwefelhaltiges Thermalwasser entdeckt hatte, nahm eine beispiellose Erfolgsgeschichte ihren Lauf: Heute bietet die Johannesbad-Therme in Bad Füssing ihren Gästen auf 4500 Quadratmetern Wasserfläche sowie rund 60.000 Quadratmetern Liegefläche im Freien Erholung und Entspannung auf höchstem Niveau. Doch damit nicht genug: Ein buntes Lichtermeer am Himmel, gespiegelt im azurblau schimmernden Heilwasser aus über 1000 Metern Tiefe – was sich wie ein

Traum aus Tausendundeiner Nacht anhört, wird am Samstag, den 31. Mai 2014, in der Johannesbad-Therme Bad Füssing Wirklichkeit. Ab 21.40 Uhr taucht ein Brillant-Höhenfeuerwerk zu den geheimnisvollen Klängen mystischer Musik den Himmel über Bad Füssing in die schönsten Farben. Bis zu 500 Meter hoch fliegen die riesigen Feuerwerksbomben, deren Durchmesser über einen halben Meter beträgt, um die Nacht über der Thermenstadt in einen funkelnden Kosmos zu verwandeln. Darüber hinaus zaubern ein Bodenfeuerwerk, Pyrotechnik

sowie Lasersysteme im Wert von rund 200.000 Euro bis zu 16 Millionen Farbnuancen, Formen und Lichteffekte in den Nachthimmel. Über 18 Minuten wird dieses Fest für die Augen andauern. Alle Bäder können selbstverständlich während der Show wie auch im Anschluss bis 23 Uhr genutzt werden, ebenso wartet das Thermenrestaurant bis in die Abendstunden mit Speis und Trank für die Besucher auf. Der Zutritt zur Veranstaltung ist im normalen Eintrittspreis enthalten. Infos: Tel. 08531/23-0 oder online: www.johannesbad-therme.de

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nser Bilderrätsel befasst sich mit Personen des öffentlichen Lebens, die irgendwann auch einmal in der PASTA! abgebildet wurden – kennen Sie den hier „verschobenen“ Promi? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an: gewinnspiel@pastaonline.de oder schicken Sie uns eine Postkarte mit der richtigen Lösung an pasta! römerstraße 3, 94032 passau. Unter allen Einsendern verlosen wir gemeinsam mit Bücher Pustet drei Exemplare der Buch-Neuerscheinung Die Sache mit meiner Schwester von Anne Hertz. auflösung des letzten fotos: sebastian frankenberger, politiker

GEWINNER! Jeweils ein Exemplar des Buches „Siebenschön“ von Judith Winter aus der Aprilausgabe haben gewonnen: Elisabeth Ernst, Passau Markus Geiger, Fürstenzell Michael Makabovski, Passau Herzlichen Glückwunsch! Bitte holen Sie Ihren Buchgewinn in unserer Redaktion, Römerstraße 3, Passau-Innstadt, nach telefonischer Voranmeldung unter Tel. +49 (0)851/9290865 ab. Vielen Dank!

ein äußerlich verstehen sich die Schwestern Heike und Nele blendend. Seit Jahren schreiben sie zusammen unter dem Pseudonym „Sanne Gold“ Frauenromane und sind darüber hinaus auch noch beste Freundinnen. Doch der Schein trügt: In Wahrheit können sich die Schwestern nicht ausstehen und meiden den Kontakt. Nur noch für öffentliche Auftritte machen sie gute Miene zum bösen Spiel. Nach einer gemeinsamen Talkshow kommt es zur Katastrophe: Heike wird bei einem Unfall schwer verletzt. Voller Schuldgefühle beginnt Nele, ihr bisheriges Geschwisterleben zu rekapitulieren – und stellt sich die Frage, wie das alles nur so weit kommen konnte. Bald schon findet sie Antworten, die das Leben der beiden vollkommen auf den Kopf stellen ... „Die Sache mit meiner Schwester“ von Anne Hertz ist im Pendo Verlag erschienen (ISBN 978-3-86612-363-2) und kostet 14,99 EUR.

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Das Passauer Stadtmagazin! Titel: Die Problembären sind zurück! Lachsfischerei in Passau gefährdet! Weitere Themen **** Neue Serie: Nahtourd...

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