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PASSAUER STADTMAGAZIN FÜR GENUSSKULTUR

Kinder an die Teller! Neue Ideen für kleine Gäste

UNBEZAHLBAR MÄRZ

2019


Ein Spitzenduo kocht auf! 3-Hauben-Koch Vitus Winkler zu Gast im AQARIUM in Geinberg

BITTE

reservieren SIE UNTER 01 2585 +43 7723 85

Donnerstag, 11. April 2019 um 18.30 Uhr

Es wird ein Highlight. AQARIUMKüchenchef Peter Reithmayr und der Salzburger Küchenkünstler Vitus Winkler kochen einen Abend gemeinsam in Geinberg auf. 6 Gänge mit Weinbegleitung und Champagnerempfang, was will man mehr. Preis pro Person € 125

Peter Reithmayr

Öffnungszeiten Täglich von 07.30 - 24.00 Uhr (warme Küche bis 22.00 Uhr)

AQARIUM RESTAURANT. BAR Thermenstraße 13 4943 Geinberg +43 7723 8501 2585 aqarium@geinberg5.com www.geinberg5.com

Vitus Winkler


VORSPEISE

3 VORSPEISE

Kinderteller?

W

enn es eine Zielgruppe gibt, die von der Gastronomie praktisch überhaupt nicht umworben wird, dann sind es Kinder. Während sich Büroangestellte über Business-Lunch und After-Work-Events freuen, Handwerker und Studenten die Mittagsrenner als günstige Alternative zum Kantinenessen nutzen und Rentner in manchem Lokal Abo-Essen zu ermäßigten Konditionen in Anspruch nehmen können – Kinder werden von Restaurants und Wirtshäusern entweder sehr stiefmütterlich behandelt – oder einfach gar nicht! Das könnte einerseits daran liegen, dass Kinder kein eigenes Geld haben bzw. nicht selbst entscheiden können, wohin sie zum Essen gehen. Andererseits sind Kinder und Restaurantbesuche in den Augen vieler Gastronomen – aber auch aus Sicht vieler Eltern – kaum in Einklang zu bringen. Als Ausrede hört man oft: Kinder stören, brauchen viel Aufmerksamkeit, sind ungeduldig oder, was das Essen angeht, eher heikel. Stimmt das denn? Manche Hotels haben bereits, um ihre anderen Gäste vor fremdem Nachwuchs zu schützen, Familien bewusst ausgeschlossen: Kinder unerwünscht! Doch was kommt als nächstes? Der No-Kids-Aufkleber an der Wirtshaustür? Der durchgestrichene Schnuller als Filtersymbol bei Tripadvisor? In Sachen Essengehen – ja überhaupt beim Thema Ernährung – sind Kinder die Abgehängten unserer Gesellschaft. Aber wer weiß: Vielleicht entdeckt man sie ja doch eines Tages als Goldgrube – oder erinnert sich zumindest daran, dass die heutigen Kinder die zahlenden Gäste von morgen sind …

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Till Gabriel

Cornelius Lloyd Martens

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Pasta!-Menü

4 INHALT

März 2019

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TITELTHEMA

6 9 10 27

Kinder an die Teller! Kinder und Gastronomie – ein Widerspruch?

AUSLESE

Leserbriefe STREITBAR

Pommes frites FIDEL GASTRO

Im Test: Erni kocht ERNÄHRUNG

Interview

Dr. Gülin Tunali über kindgerechte

32

ERNÄHRUNG

Kindermenü 2.0

Moritz Fliegerbauer kocht für die Kleinen

38

KURZMELDUNGEN

Aufgegabelt

Neues in Sachen Gastro & Gusto

44 46 50

Ernährung

GESCHMACKSFRAGEN

Julia Stern GARTEN ABC

„K“ wie Kinder Kindergarten einmal anders SCHWARZE WAHRHEITEN

Espressotest: KaffeeWerk

Impressum Herausgeber

Redaktion > Till Gabriel, Cornelius Martens

Gestaltung > Till Gabriel

Gabriel.Lloyd Martens.GmbH Till Gabriel & Cornelius Lloyd Martens Am Severinstor 4 94032 Passau

E-Mail redaktion@pastaonline.de

Fotos > Florian Weichselbaumer, Cornelius Martens

Anzeigen > Cornelius Martens

Illustrationen > Markus Jaursch, Till Gabriel

Tel

Lektorat > Schreiberei Eder

(0) 851/9 29 08 66

E-Mail anzeigenleitung@pastaonline.de

Druck > HS Druck, Ried, Österreich


Wo die Bilder laufen lernten ...

... kommen auch die Kinder nicht zu kurz! Direkt gegenüber von Passaus schönstem Kinderspielplatz am Innufer erwartet euch: bester Kaffee für müde Eltern Nervennahrung für Klein und Groß in vielen Variationen Wickelstation, barrierefreie Parkplätze für Kinderwägen Popcorn & Co. für die Kids genialer Kinosaal mit Programm für Eltern und Kinder familienfreundliche Atmosphäre

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AUSLESE

6 AUSLESE

Leserbriefe

Reaktionen auf die Pasta!-Ausgabe Februar 2019

Zum Artikel „Pasta per tutti“

dem Foto. In einer Auflaufform schaut es immer nach einem großen „Haufen“ aus, auf dem Teller elegant. Vielleicht sagen Sie das mal den Inhabern. Sonst große Klasse, eine tolle Aktion. Ich werde in den nächsten Tagen gleich die nächste Pasta probieren, wahrscheinlich zuerst im Localino.

Großer Wurf Da ist Ihnen mal wieder der ganz große Wurf gelungen: Ich war heute Mittag aufgrund ihres Magazins im Zi' Teresa. Gefühlt haben ALLE Gäste um uns herum Cannelloni bestellt! Das wollte ich nur einmal loswerden. H.-G. ZITZELSPERGER

Zum Artikel „Pasta per tutti“

Inspirationsquelle Im Heft 2/2019 war der Bericht über italienische Nudelgerichte sehr schön gestaltet. Das war wirklich eine gute Idee. Die Farfalle und die Ravioli neri werde ich im Original mal probieren und dann in der heimischen Küche fabrizieren. Besonders angetan haben es mir aber die Cannelloni all'Abruzzese. Zum Zi' Teresa: Es gab schon Jahre, da bin ich nicht hingegangen – durchaus begründet – und Jahre, da kam und komme ich so gut wie alle Monate mindestens einmal hin. Wenn ich Cannelloni mache, dann – aus Zeitgründen – meist mit den Vorgeformten mit gerauter PastaOberfläche, die sind eindeutig den glatten Canneloni überlegen. Ich habe auch schon mal probiert, die Röhren selbst zu machen – nicht ganz einfach. Nur die Pasta e piselli schauen etwas monoton aus, dafür ist es ein reichlich voller Teller. Eher was, wenn man den ganzen Tag schwer körperlich gearbeitet haben sollte. EWALD HELML

PETER TAUBERT

ANDERER MEINUNG? Schreiben Sie uns – wir freuen uns über Ihr Lob und Ihre Kritik!

redaktion@pastaonline.de facebook.com/ pastamagazin 0851/9 29 08 65 Wir behalten uns sinnwahrende Kürzungen Ihrer Beiträge vor.

Zur Pasta!

Andächtiger Konsum Küche und hab’s mir angeschaut. Die Pasta e piselli aus der Osteria del Padrone mögen etwas monoton ausschauen, schmecken aber einfach köstlich. Sie sind ein Gericht aus der cucina povera, das von hart arbeitenden Männern mittags gegessen wird. Deshalb ist das Gericht auch deutlich günstiger als alle anderen. Guten Appetit!

Zum Artikel „Pasta per tutti“

Tolle Aktion Cornelius Martens antwortet: Zu Ihren Eindrücken darf ich ergänzend hinzufügen: Die Pasta für die Cannelloni wird im Zi' Teresa tatsächlich selbst hergestellt – die machen einmal eine große Menge und frieren dann ein, ich war persönlich in deren

Cornelius Martens antwortet: Wir haben zahlreiche ähnliche Zuschriften erhalten zu den Cannelloni all‘Abruzzese, die offensichtlich reißenden Absatz gefunden haben im Zi' Teresa. Cannelloni sind nun mal ein Ofengericht, das, naturgemäß in einer Auflaufform serviert, optisch eher unansehnlich wirkt. Wir haben die Cannelloni für das Foto auf einen Teller gegeben, damit man sieht, worum es sich bei diesem Gericht handelt. Mir wurde aber mitgeteilt, dass das Zi' Teresa aufgrund zahlreicher Rückmeldungen von Gästen gleich am ersten Tag die Cannelloni all’Abruzzese auf Tellern serviert hat.

Hallo, wir kommen gerade aus dem Zi' Teresa und haben dort Cannelloni bestellt, die von der neuen Pasta!-Ausgabe. Schmeckte vorzüglich, es war nur schade, dass das Gericht optisch ganz anders aussah als auf

Gratulation zur tollen Berichterstattung über die Herkunft des „italienischen“ Getreides sowie zum Artikel über das Pomeranz. Die Avocado-Story im Heft davor war ebenfalls klasse! Eure Meinung über die Qualität der Speisen im Farmstead teilen wir übrigens bedingungslos. Allein die Herzlichkeit der Chefin ist schon einen Besuch dort wert. Ebenso hilfreich für uns die Präsentation der Ombralonga- und Bortolazzi-Nachfolger. Den Hirz Rudi und seine Birreria haben wir bereits privat kennengelernt, beruflich übrigens auch den Lang Stefan – klasse Kerl mit sehr guten Burgern. In der Summe ein tolles Heft, das wir gestern wieder mal voller Andacht konsumiert haben. ROBERT FORSTMAYR


7 AUSLESE

Zur Pasta!

IST ...

Durst auf mehr Ich lese seit vielen Jahren Eure Pasta! und bin immer schon auf die nächste Ausgabe gespannt. Am besten finde ich, dass man so viele neue Lokale vorgestellt bekommt, die man selbst nie gefunden hätte. Euer Kaffeetest ist auch spitze. Welcher Kaffee-Liebhaber mag diese Kategorie nicht? Zum Abschluss würde ich gerne dieses Bier probieren, da es sehr exotisch klingt und ich sehr neugierig darauf bin, wie denn Bier mit Orangen und Koriander schmeckt. Macht weiter so und hört niemals auf! NATHALIE EISENREICH

Zur Artikelreihe „Fidel Gastro“

Unvergleichliche Resonanz Gratulation zur wiederum fantastischen Ausgabe der Pasta!. Man möchte förmlich in die Teller hineinspringen! Zu Fidel Gastro möchte ich noch eine Begebenheit schildern: Unser Küchenchef berichtete, dass er mit Lukas Kienbauer beisammengesessen sei. Dieser habe ihm berichtet, dass kein Artikel seit der Eröffnung eine solche Resonanz gebracht hätte wie ihr Fidel Gastro-Test des „Lukas“. Auch nicht in überregionalen bzw. österreichweiten Medien. WOLFGANG NIEDERHAUSER

Zum Artikel „Pasta! macht Pasta“

... der Spezialist für Boxspringbetten

Mehl und Gries

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem aktuellen Heft, das wieder sehr informativ und kreativ gestaltet wurde. Ihre Anregung, Pasta selbst herzustellen, konnte ich bisher leider nicht aufnehmen, weil ich die angegebenen Ausgangsmaterialien Mehl und Gries im örtlichen Handel nicht bekommen kann. Nennen Sie mir doch bitte Produktnamen und Geschäfte im Raum Passau, wo ich fündig werde. WOLFGANG BREHM

Till Gabriel antwortet: Tatsächlich ist die Beschaffung dieser Rohstoffe in Passau nicht ganz einfach – zumal, wenn es sich um original italienische Rohstoffe handeln soll. Die Bottega dei Sapori am Rindermarkt ist eine gute Adresse für italienische Feinkost sowie einige Zutaten, die man sonst in Passau nicht bekommt (auch nicht in anderen Feinkostläden). Das Mehl von Mulino Marino ist hier besonders zu empfehlen. Dort wird man meist auch fündig, wenn man hochwertigen Hartweizengrieß aus Italien erwerben möchte. Ich selbst bestelle die Zutaten ausnahmslos im Internet. Hier wäre besonders der Shop der Firma Gustini zu erwähnen, da hier neben Hartweizengrieß auch das Mehr der Mulino Caputo aus Neapel erhältlich ist – ein sehr gutes Mehl für frische Nudeln!

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STREITBAR

9 STREITBAR

PRO

Pommes frites

O

b gebacken oder frittiert, ob RotWeiß, mit Essig oder einfach nur pur: Pommes frites – das sind für mich die unangefochtenen Superhelden der globalisierten Esskultur. Kaum ein anderes Lebensmittel hat es zu dieser unglaublichen Verbreitung gebracht: vom Ural bis in die Anden, von Oslo bis nach Kapstadt – in jedem noch so gottverlassenen Winkel der Erde gibt es eine Frittenbude. Pommes sind das kulinarische Bindeglied zwischen den Kulturen; sie schmecken Jung und Alt gleichermaßen, lassen sich praktisch überall herstellen (was auch daran liegt, dass die Kartoffel fast in jedem Klima gedeiht) und sind spottbillig. Ein Lebensmittel, das so viele Vorzüge hat, kann nicht schlecht sein. Auch wenn es immer wieder als ungesund abgestempelt wird. Die Belgier können zu Recht stolz sein auf diese Erfindung; die Idee, aus einer schnöden Kartoffel nur mit Hilfe von Fett und Salz ein derart heißbegehrtes Soul Food zu kreieren, war wirklich genial! Till Gabriel

CONTRA

K Goldgelbe Offenbarung oder frittiertes Grauen? Über das weltweit beliebteste Kartoffelprodukt streiten die Pasta!-Macher Cornelius Martens und Till Gabriel.

Illustration » MARKUS JAURSCH

ennen Sie jemanden, der keine Pommes mag? Ich nicht. Selbst wenn bei den lieben Kleinen sonst nichts geht: Pommes gehen immer. Gerne auch mit schön viel Ketchup, also Zucker mit tomatigem Geschmack. Oder wahlwiese fetter Mayo. Zurück zu den frittierten Stangen, deren erdige Herkunft als Kartoffel man in Pommesform weder sehen noch schmecken kann. Über 400.000 Tonnen Pommes essen wir alleine in Deutschland pro Jahr. Sicher: Alles, was im 180 Grad heißen Öl frittiert wird, schmeckt. Nach Fett eben. 100 Gramm Pommes bringen über 300 Kalorien auf den Zeiger. Ohne Saucen, versteht sich. Im Urzustand haben Kartoffeln nur rund ein Viertel dieser Kalorien. Und sie schmecken, ganz nebenbei, wirklich nach Kartoffeln: leicht erdig, cremig, nussig. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich esse auch ab und an Pommes. Aber nur dann richtig gerne, wenn sie gut gemacht sind. Fahren Sie mal nach Belgien, dann wissen Sie, was ich meine. Cornelius Martens


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FIDEL GASTRO


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FIDEL GASTRO

Im Test:

Erni kocht Text & Foto » CORNELIUS MARTENS Illustrationen » MARKUS JAURSCH

E

nde 2016 fuhr ich erstmals zum Bergwirt Haas nach Brunnenthal bei Schärding. Der Bergwirt gehörte vor rund 15 Jahren sogar zu den Anzeigenkunden der Pasta!, viele Leser hatten mir immer wieder einen Besuch des Wirtshauses ans Herz gelegt. Es war mittags im Spätherbst, man konnte in der warmen Herbstsonne noch draußen sitzen. Zum Essen gab es österreichisches Backhendl mit Kartoffelsalat. Eine Offenbarung, glauben Sie mir: Den Geschmack habe ich noch heute auf der Zunge. Doch mein erster Besuch sollte zugleich mein letzter sein – wenige Wochen später schloss der Bergwirt Haas von einem Tag auf den anderen. Chefin Erni hatte schmerzhaftes Rheuma und nach Jahrzehnten hinter dem Herd zusätzlich noch einen Burnout. Normalerweise ist das der Todesstoß für ein alteingesessenes Wirtshaus am Land, zumal das Gebäude längst ein Sanierungsfall gewesen wäre. Wie Hunderte andere Boazn in Österreich und Bayern vergammeln solche Lokale ganz einfach, bis sie in sich zusammenfallen und/oder abgerissen werden. Keiner will sich ernsthaft eine Gastronomie antun, die weder verkehrsgünstig geschweige denn zentral gelegen ist. Noch dazu, wenn die letzte Renovierung gefühlt in den 80ern vonstattenging. Niemals hätte ich einen Pfifferling (bzw. Eier-

schwammerl) darauf gegeben, dass hier in Brunnenthal, etwas oberhalb von Schärding mit Blick auf ein Gewerbegebiet und Lagerhallen, jemals wieder Leben einkehren würde. Doch dann kam alles anders: Am Nikolaustag 2017 waren sie plötzlich wieder da, die beiden Schwestern Erni und Angelika. Ohne Sanierung, aber dafür mit völlig neuem Konzept. Erni kocht – aber eben nicht mehr immer und von morgens bis spät nachts, sondern nur noch von Mittwoch bis Samstag. Um 18.30 Uhr ist Feierabend. Eben genau so, dass es für Erni und Angelika zu bewältigen ist, ohne dabei Gefahr zu laufen, sich (wieder) aufzuarbeiten. Erni schmeißt die Küche und hält sich gerne im Hintergrund, Angelika steht an der Front und macht den Service. Die 85-jährige Oma hilft auch noch mit. Ich verdächtige Sie der Marillenknödel, aber dazu später.

Bewusst einen Schritt zurück machen, eine Pause einlegen Es ist ganz erstaunlich, wie schnell der Gast entschleunigt, wenn er einmal zwischen Landmaschinen, Mähdreschern und Traktoren auf dem Hof vor dem un-

»Eine Reise in eine andere, eigentümliche Welt ...« auffälligen Gebäude geparkt hat. Von Passau aus sind es nur 15 Minuten mit dem Auto, wenn man sicht nicht, wie ich, jedesMal verfährt. Selbst wenn man am Fuße der Einfahrt steht, käme man nicht darauf, dass sich hier wirklich ein Gasthaus befindet. Man muss hier hinwollen. Trotz der geringen Entfernung von Passau ist der Besuch von Erni kocht eine Reise in eine andere, eigentümliche Welt: Die Toilettentüren in Lindgrün, der längliche Flur, dem man die Jahrzehnte ansieht und -riecht, der Fliesenboden, die speckigen Wirtshausbänke, die Anordnung der Bilder an der Wand, die handgeschriebenen Tafeln mit dieser ganz eigenen, charakteristisch geschwungenen Schrift, wie man sie nur in österreichischen Schulen lernt. Das alles kann es genau so nur hier geben, keinesfalls auf bayerischer Seite. Vermutlich haben die beiden Schwestern im Gasthaus praktisch nichts verändert, weil man die über Jahrzehnte treuen


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Stammgäste des Bergwirt Haas nicht vergraulen wollte. Möglicherweise spielt auch die Erkenntnis eine Rolle, dass es nur eine Alternative gegeben hätte: eine Komplettsanierung, die nicht nur teuer, sondern zeit- und vor allem kräftezehrend gewesen wäre. Der morbide Charme des betagten, aus der Zeit gefallenen Interieurs wird noch dadurch verstärkt, dass die Einrichtung des ehemaligen Hauptgastraums komplett entfernt wurde. Stattdessen stehen recht nüchtern einige hölzerne Marktstände herum – bestückt vor allem mit Produkten aus dem Innviertel, die man, wie in einem Mini-Supermarkt, erwerben kann: Getrocknete Apfelringe, Bier, Kürbiskernöl, Honig, Nudeln, Most und viel Selbstgemachtes wird feilgeboten. Nichts wirkt inszeniert, künstlich verschönert. Es geht um das, was ist, nicht um den schönen Schein. Zweifelsfrei ist alles mit Bedacht ausgewählt.

Kinder in die Mitte! Der Mittelpunkt des ehemaligen Gastraums ist tatsächlich eine Kinderspielecke, bei der es sich aber eben nicht um eine Ecke handelt, wie man sie - bestenfalls - anderswo findet, sondern um das Zentrum des Geschehens: einen von allen Seiten sicht- und einsehbaren Ort. Was sich zunächst banal anhört, ergibt schnell einen Sinn: Durch eine teilweise offene Trennwand haben die Eltern jederzeit Sichtkontakt und doch ist der kleine Gastraum abgetrennt von den lieben Kleinen. Und die kinderlosen Gäste haben weitgehend ihre Ruhe. Eine ganz klare Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Das gilt auch für das kulinarische Angebot, das in dieser Art und Konsequenz einzigartig in unserer Gegend ist. Die wöchentlich wechselnde Speisekarte verfolgt einen radikal regionalen Ansatz. Lieferan-

ten, Hersteller, Produzenten werden nicht nur irgendwo am Anfang der Karte aufgeführt; vielmehr ist bei sämtlichen Gerichten die Herkunft der jeweiligen Hauptzutaten ganz konkret benannt. Jeder Discounter, jede Tankstelle faselt heutzutage, weil es dem Zeitgeist entspricht, von Regionalität und Saisonalität: Wenn man das wirklich will, muss man es aber so machen wie bei Erni kocht. Auf der Karte stehen gerade mal eine Handvoll Hauptgerichte, ein Hühnersüppchen mit wechselnden Einlagen gibt’s auch immer – und dann sind da noch die Mehlspeisen. Ein Gast flüsterte mir zu, man müsse den Kaiserschmarrn telefonisch vorreservieren, solle das aber unbedingt tun, denn er suche seinesgleichen. Immer freitags, aber eben nur freitags, gibt es jenes ausgelöste Backhendl vom österreichischen Bauernhendl mit Erdäpfelsalat um 11,90 Euro, dem ich schon zu Bergwirt-Zeiten verfallen bin.


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Samstags zwischen 9 und 12 Uhr steht ein Frühstücksbuffet bereit, das direkt in Ernis Küche aufgebaut ist – sonst wäre dafür auch kein Platz da. Kinder bis 12 (!) Jahre bezahlen nichts, Erwachsene sind mit 17,90 Euro dabei. Auch hier wird der regionale Ansatz konsequent durchgezogen. Es gibt nicht alles, aber das, was es gibt, ist gut und von hier. Keine Südfrüchte, kein Parmaschinken, stattdessen Äpfel, Kürbistopfen und Speck. Wir sind an einem Donnerstagmittag da, mit Kindern. Der kleine Gastraum ist bis auf den letzten Platz besetzt. Ich starte mit einer Hühnersuppe mit Lammleberknödel zu 3,50 Euro. Die verwendete Bio-Lammleber stammt von Familie Etzl aus Raab. In der Hühnersuppe ist nur das drin, was rein soll. Genauso schmeckt sie jedenfalls: klar, geradlinig, im besten Sinne einfach. Gleiches gilt für den Lammleberknödel, der sich traut, auch nach Lamm zu schmecken. Ein erstes Bier muss her, natürlich Wenzl-Bräu vom Fass aus Wernstein, keine fünf Kilometer entfernt.

Regionalität aus Überzeugung Für die Kinder gibt es Bio-Säfte vom Bauernhof Gattermaier aus Zell an der Pram und gebackene Hähnchenbruststreifen mit selbstgemachten Wedges, deren regionale Herkunft ebenso unzweifelhaft ist wie die der Erwachsenengerichte. Auf der Wochenkarte stehen gebratene Gemüselaiberl mit Kartoffeln, Apfelkompott und Kürbis-Quittenchutney für 9,30 Euro. Hört sich nicht spektakulär an, ist es aber.

FIDEL GASTRO

»Bei jedem Gericht wird konkret die Herkunft seiner Zutaten benannt«


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Und vegan ist es noch dazu, das macht die Erni übrigens häufiger. Vom Kürbis-Quittenchutney muss ich ein Schälchen nachbestellen, so gut ist es. Ein Gericht, wie man es sich im Winter nicht schöner vorstellen könnte: farbenfroh, geschmacksintensiv und doch völlig in sich selbst ruhend. Wer braucht da noch Fleisch? Apropos Fleisch: Wo haben Sie zuletzt einen Kalbskopf auf der Karte gesehen? Oder einen Paprikahasen? Sie sehen schon, in welche Richtung das hier marschiert. Schweineschnitzel sollen andere machen. Es gibt, was es gibt – ohne Konventionen, ohne Allüren, sondern strikt nach dem, was die Region hergibt. Den Hasen hat die Freinberger Jagdgesellschaft geschossen, und schon landet er in Ernis Topf. So läuft das.

Gekocht wird, was da ist Ich bin seit dem ersten Tag Abonnent der Wochenkarte, die per E-Mail Newsletter versendet wird. Nach meinem Eindruck gibt es Wochen, da merkt man, dass die Erni gut drauf ist, Lust hat und sich was traut. Dann kommt sie mit Gerichten und Ideen um die Ecke, die fantasievoll und innovativ sind. Es kann kein Zufall sein, dass die junge Erni ausgerechnet in Werfen Ihre

»Wo haben Sie zuletzt einen Paprikahasen auf der Karte gesehen?«

Ausbildung gemacht und dann auch bei den legendären Obauer-Brüdern gearbeitet hat, jenem Fixpunkt für Gourmets südlich von Salzburg seit so, so vielen Jahren. In manchen Wochen ist sie nicht so experimentierfreudig, der Jäger hat halt mal nichts geschossen, und bevor die Erni Lamm aus Neuseeland verwendet, gibt's lieber Krautfleckerl oder Hascheeknödel. Dann bleibt es bei bekannten Geschmacksmustern aus dem Repertoire der bodenständigen Wirtshausküche. Das ist keinesfalls verwerflich, im Gegenteil. Das Leben ist eben so: mal ist es aufregend und man möchte man vor lauter Neugier platzen, dann läuft einem eben ein schöner Hase

vor die Flinte. Mal will man sich zurückziehen, bei sich sein, ein schönes Krenfleisch essen, pausieren; ein Wort, das dem Gast immer wieder begegnet, eine Lebenseinstellung, die Sinn macht. Geschmeckt hat es mir bisher immer bei Erni. Genial finde ich ihre Küche immer dann, wenn sie etwas Neues, Unvorhergesehenes wagt und doch nie die Bodenhaftung verliert. Nur bei den Marillenknödeln mit Butterbröseln, die man, wie fast alles andere auch, zum Mitnehmen oder Einfrieren kaufen kann, sind Experimente fehl am Platz. Einen so guten Marillenknödel habe ich zwischen Wien und Schärding noch nicht gegessen.

Erni kocht Brunnwiesstraße 1

Schärding-Brunnenthal

Öffnungszeiten Mittwoch bis Freitag: 11-18.30 Uhr Samstag: 9-13.30 Uhr Ruhetag: Sonntag- Dienstag

Kontakt Tel. +43/07712/40 36 www.ernikocht.at


»Ich gehe ins Journey, weil meine Bauherrin will, dass ich meine Statik nochmal überprüfe.« Egon Glaas, Architekt

Sei wie du bist. Journey ist für alle da. Journey Cocktailbar • Schustergasse 1 • Passau

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16 LEBEN!

Genervte Gastronomen. Überforderte Eltern. Und mittendrin plärrende Kinder, die nicht zu bändigen sind. Dazu ein Kinderschnitzel mit Pommes als höchste kulinarische Errungenschaft. Ein Restaurantbesuch mit der Familie mag sich in der Theorie schön anhören, gerät aber in der Praxis nicht selten zum Fiasko. Woran liegt das? Geht es auch anders? Und wird dabei an die Interessen der Kinder gedacht?


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Kinder an die Teller! Text » CORNELIUS MARTENS Fotos » FLORIAN WEICHSELBAUMER

K

ennen Sie das? Es ist Sonntag. Die Schwiegermutter hat zum Mittagessen ins Wirtshaus eingeladen. Mit Kind und Kegel. Was könnte schließlich schöner sein, als alle beisammen zu haben, die wohlgeratenen Enkel endlich wieder zu Gesicht zu bekommen und mit jedem ein bisschen zu plaudern! Währenddessen genießt man in aller Ruhe das Essen und lässt sich nach Strich und Faden verwöhnen – echte Familienzeit eben. Im Ernst? Mich persönlich packt bereits beim bloßen Gedanken an einen Wirtshausbesuch mit Kindern die nackte Angst. Schon der Blick des Kellners beim Betreten eines Lokals verrät, ob die Aussicht besteht, hier lebend wieder rauszukommen – oder die nächste Stunde (länger hält man es sowieso nicht aus) schlicht zum Martyrium wird. Von entspannter Familienzeit ist der Besuch eines Lokals mit Kindern jedenfalls in meinen Augen so weit entfernt wie Passau von einem Sternerestaurant. Da wäre zunächst die Aufregung der Kinder in der ungewohnten Umgebung, dicht gefolgt vom Geräuschpegel und den anderen Gästen; vor allem aber ist es die eigene Anspannung, die die lieben Kleinen förmlich riechen. Mit der unausweichlichen Konsequenz, dass innerhalb von Mi-

nuten alle hohl drehen: Die Eltern laufen panisch ihren Kindern hinterher, die ständig ausbüxen und keine Sekunde auf ihrem Platz sitzenbleiben, geschweige denn etwas essen wollen. Außer Eis natürlich. Die kinderlosen Gäste am Nebentisch, die gekommen sind, um entspannt zu verweilen und zu genießen, rollen mit den Augen. Noch schlimmer sind Zeitgenossen, deren Kinder ruhig auf ihrem Platz sitzen und essen – Hühnerbrust mit Marktgemüse – und nur dann etwas sagen, wenn sie von den Eltern angesprochen werden. Als wäre es das Normalste der Welt. Voller Neid und Missgunst blicke ich, schon jetzt schweißgebadet, zu ihnen hinüber. Dabei haben wir noch nicht einmal das Essen bestellt. Der Tag, an dem meine Töchter Hühnchen mit Marktgemüse bestellen – er kommt vielleicht irgendwann. Ich werde weinen, ganz sicher. Bis dahin heißt es: Pommes Schranke, Nudeln mit Butter, bestenfalls Knödel mit Soß – ohne Grünzeug, versteht sich. Der absolute Höhepunkt des Wirtshausbesuchs mit Kindern sind aber die mitleidsvollen Blicke der Super-Eltern, die scharf wie Pfeile die Botschaft aussenden: „Warum haben wir unsere Kinder im Griff und ihr nicht?“ Die einzige Insel

ERNÄHRUNG

ERNÄHRUNG


18

LEBEN!


19 ERNÄHRUNG

»

Wir haben für fast alles Verständnis, was das Verhalten der Kinder angeht. Sie sind ja schließlich unsere zukünftigen Gäste! « DANIEL BAUER,

des Trosts, die in dieser Situation bleibt, ist die Feststellung, dass wir wohl einfach lebhafte Kinder haben – und die Kinder am Nebentisch entweder mit Beruhigungspillen, iPad, Pommes oder anderen Drogen vollgepumpt und stillgehalten werden. Ehe ich darüber nachdenken kann, ob wir unsere Kinder falsch – oder gar nicht – erzogen haben, fliegt das erste Glas. Reumütig beim Kellner um Kehrblech und Beserl bittend, schamvoll zusammenkehrend und hernach mit einem Putztuch aufwischend, stellt sich mir die bange Frage: Hätten wir mit den Kindern vielleicht einfach von Anfang an regelmäßig ins Wirtshaus gehen sollen? Geben Sie auf Google mal wahlweise „Familienrestaurant Passau“ oder „familienfreundliches Restaurant Passau“ ein. Laut Tripadvisor ist das Culinarium in der Innstadt das familienfreundlichste Restaurant Passaus, gefolgt vom Fischrestaurant Bouillabaisse. Auch das ScharfrichterHaus befindet sich unter den Top Ten der angeblich familienfreundlichsten Lokale Passaus. Geht’s noch? Ich liebe die genannten Lokale, die kulinarisch gesehen zweifelsfrei zur Spitze der Dreiflüssestadt zählen. Jedoch würde ich in den Wintermonaten mit kleinen Kindern niemals einen Fuß dort hineinsetzen. Im Sommer gelten freilich andere Gesetze. Da schlendert man mit seinen Kindern zum Culinarium, setzt sich auf die herrliche Terrasse hinter dem Haus und lässt die Kinder im Sandkasten spielen. Ob Hacklberger Bier-

WIRT IN STEINBRUNN

garten, Fliegerbauer, Andorfer, Wirth z‘Hareth, Mostbauer, Kirchenwirt in Schardenberg und bald auch wieder beim Weinbeisser (der Anfang April 2019 wieder öffnen soll): Überall dort, wo es einen größeren Freisitz gibt, fühlen sich Familien wohl. Doch auch wenn man meinen könnte, unsere Region sei nach dem Endlos-Sommer 2018 endgültig in einer subtropischen Klimazone angekommen: Es sind dann doch sieben endlose dunkle Monate, die überbrückt werden wollen, bis die Biergärten, Terrassen und Gastgärten wieder aufsperren. Allein der Gedanke jedenfalls, mich mit meinen beiden Töchtern, 4 ½ und 1 ¾, ausgerechnet in die Bouillabaisse zu wagen, verursacht Schnappatmung und Panikattacken. Offener Grill, das Lokal im ersten Stock, mit Kinderwagen kommst du sowieso nicht rauf und die lieben Kleinen fallen die Treppe runter. Nein danke. Wenn ich zum Albert, der, nebenbei, ganz sicher kinderfreundlich ist, zum Schlemmen gehe (was ich sehr gern tue), wird vorher die Babysitterin bestellt. Nach unseren Recherchen bei der Stadt Passau, beim City Marketing und diversen anderen Institutionen und Organisationen stellte sich heraus, dass es keine Informationen über familienfreundliche Gastronomie gibt. Außer dem weitgehend sinnfreien Tripadvisor-Ranking ist da – nichts. Kein Familiengastronomieführer, kein Portal, das kindgerechte Lokale listet, nicht mal ein Flyer – null.


20 ERNÄHRUNG

»

Ich gehe mit meinen Kindern gerne in die Osteria del Padrone. Da kommst du rein und weißt, dass du mit Kindern von Herzen willkommen bist.«

Wir mussten also selbst ausrücken und herausfinden, wie es um familienfreundliche Gastronomie in und um Passau bestellt ist. Dazu haben wir mit Dutzenden Eltern gesprochen und sie nach ihren Bedürfnissen befragt. Was wünschen sich Familien, wenn sie mit ihren Kindern zum Essen gehen? Was macht ein Restaurant zu einer familienfreundlichen Gastronomie? Gleichzeitig schrieben wir über 100 Gastronomen aus Passau und dem Umland an. Die zentrale Frage: Was tun die Wirte dafür, dass Familien sich wohl fühlen? Aus Sicht der befragten Eltern lässt sich festhalten, dass es eine große Unsicherheit gibt, wohin man mit seinen Kindern zum Essen gehen kann. Dabei würden die meisten von ihnen gerne ausgehen und legen dabei keineswegs überzogene Ansprüche an den Tag: Familien mit Kindern wollen das Gefühl haben, von Herzen willkommen zu sein. Sie schätzen kurze Wartezeiten, kommen allerdings auch meist früher und sind zur Hauptstoßzeit der Gastronomie auch schon wieder weg – was für den Gastronomen an sich ein ideales Zusatzgeschäft darstellt. Stundenlanges Verweilen mit (kleinen) Kindern ist soundso unrealistisch. Eine Spielecke mit einigen Spielsachen, Papier und Stiften – viel braucht es nicht, um Kinder glücklich zu machen. Kindersitze, Wickelstation, Sicherheitssteckdosen und vielleicht die Möglichkeit, für die Allerkleinsten ein Fläschchen oder Brei aufzuwärmen. Und schon sind die Eltern rundum zufrieden. Die vielen Rückmeldungen aus der hiesi-

JULIA STERN, KINDERSCHUTZBUND PASSSAU

gen Gastronomie zu unserer Umfrage machen Mut. Naturgemäß hält sich jede der befragten Gastronomien für familienfreundlich. Die allermeisten bieten eine Kinderkarte an, auch kleine Portionen von Gerichten der regulären Karte werden häufig angeboten, ebenso wie kostenlose Räuberteller. Malsachen sind fast überall in der Gastronomie üblich, Wickeltische gibt es inzwischen fast allerorts. Hier wurde gerade in den letzten Jahren offensichtlich stark nachgerüstet. Übersichtlich wird es, wenn es um das Vorhandensein von Spielecken – oder gar Spielzimmern – für Kinder geht. Vermutlich, weil speziell innerhalb der Stadtgrenzen die Pacht hoch und somit Platz Geld ist: Eine Spielecke bedeutet im Regelfall mindestens einen Tisch weniger. Richtige Spielzimmer sind rar gesät, doch wir haben einige aufgespürt – so zum Beispiel im Hacklberger Bräustüberl oder im Landgasthof Anetseder in Haag bei Hauzenberg. Allerdings: Es fehlt unserem Eindruck nach grundsätzlich an der Kommunikation nach außen. Kaum ein gastronomischer Betrieb wirbt wirklich konkret mit seiner Kinder- und Familienfreundlichkeit. Weder on- noch offline. Festzuhalten bleibt: Eltern sind keine genussunfreudigen Wesen, die möglichst wenig Geld für gutes Essen ausgeben wollen. Ganz im Gegenteil: Sie wünschen sich gerade auch für ihre Kinder eine gute, nachvollziehbare Qualität der Speisen und Getränke und sind gerne bereit, dafür zu bezahlen. Chicken Nuggets und Pommes machen noch keine kinderfreundliche Speisekarte. Auch wenn aus unserer Umfrage ein-


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LEBEN!


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Wir haben auch Linguine mit Sojabolognese auf der Karte, denn mittlerweile entscheiden sich Kinder von ganz alleine bewusst gegen Fleisch. « MORITZ FLIEGERBAUER, BIOWIRTSHAUS ZUM FLIEGERBAUER

deutig hervorgeht, dass Kinderschnitzel mit Pommes, Knödel mit Soße und Spätzle die drei beliebtesten Kindergerichte sind: Man kann auch hier lieblose TK-Massenware feilbieten oder aber mit Qualität punkten. Selbstgemachte Spätzle mit Gemüserahm (in dem das Gemüse so klein püriert wurde, dass es kaum noch sichtbar ist) sind doch schon mal ein Anfang, handgeschnittene Pommes, die im Ofen gebacken werden, fast schon Championsleague. Alle befragten Gastronomen berichten übrigens, dass sie durchaus schon versucht hätten, über die oben genannte kulinarische Dreifaltigkeit hinaus gesunde, leichte Speisen für Kinder anzubieten. Mütter hätten sich auch über Hühnerbrust mit Marktgemüse und dergleichen gefreut, bestellt habe es aber fast niemand. Andererseits wächst gerade jetzt neue, deutlich ernährungs- und fleischsensiblere Kundschaft nach. Junge Familien leben häufig schon vegetarisch oder sogar vegan. Sie leben ihren Kindern den Fleischverzicht (oder zumindest das Bewusstsein) vor oder greifen nur zu, wenn es sich definitiv nicht um Ware aus Massentierhaltung handelt. Dieses Bewusstsein kommt seit einiger Zeit auch in der Gastronomie an: Es wird verstärkt mit Regionalität und Saisonalität geworben, allerdings nur bei Erwachsenen(gerichten). Auch wenn es bei der Umsetzung häufig noch hapert, ein Anfang ist gemacht. Das Versprechen nach besserer, nachvollziehbarer Qualität bedarf jedoch noch einer viel intensiveren Realisierung – und muss sich

endlich auch preislich niederschlagen. Traut sich doch bislang kaum ein Gastronom, einen angemessenen Preis für ehrliche Top-Ware aufzurufen. Vielleicht wagt jemand den Versuch – freiwillige Gastronomen vor: Bieten Sie auf Ihrer Kinderkarte ein herkömmliches Kinderschnitzel aus Massentierhaltung an. Schreiben Sie das genauso. Das kostet, wie bisher, 5 Euro. Führen Sie darunter ein Kalbsschnitzel vom, sagen wir, Bio-Metzger Kammermeier aus Hauzenberg auf. Das kostet 10 Euro. Und warten Sie ab, was passiert. Kinder sind von Geburt an neugierig und offen. Das Problem ist, dass sie sich – ganz im Gegensatz zu ihren Eltern – gegen schlechte Ernährung und miese Produktqualität noch nicht selbst wehren können. Eltern, Gastronomen und Hersteller von Lebensmitteln stehen daher gemeinsam in der Verantwortung – und haben die Macht, etwa zu verändern. Wenn die Gastronomie, ausgehend von den Wünschen der Kinder, familienfreundliche Angebote schafft und Anreize setzt, kommen die Familien von ganz allein und sind durchaus bereit, dafür zu bezahlen. Solange das nicht geschieht, sind wir auf Gedeih und Verderb der Systemgastronomie ausgeliefert. Ausgerechnet MacDonald's, Burger King und Co. machen vor, wie man für Kinder und deren Eltern ein attraktives Angebot schafft, wenngleich Letzteres kulinarisch betrachtet auf den Scheiterhaufen der Geschichte gehört. Sich damit abzufinden, stünde uns schlecht zu Gesicht – immerhin sind unsere

Der Autor bedankt sich bei der Facebook-Gruppe Passau-moms, Dutzenden Eltern und Gastronomen und bei der Innstadt-Kita für die Unterstützung.


Raus aus dem Alltag

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ERNÄHRUNG

»Der Teller muss nicht leergegessen werden« Interview mit der Kinderernährungsexpertin Dr. habil. oec. troph. Gülin Tunali Fragen » CORNELIUS MARTENS

Frau Tunali, was ist kindgerechte Ernährung? Inwiefern schmecken Kinder anders als Erwachsene – und wie äußert sich das im Konsumverhalten? Jedes Kind lernt genau wie seine Muttersprache typische Ernährungsmuster, vergleichbar mit der Kultur oder Religion in der Familie. Schon bei Kleinkindern werden bestimmte Ess- und Trinkgewohnheiten geprägt, die bei Heranwachsenden zu fest eingefahrenem Essverhalten führen. Eine ausgewogene Ernährung soll also alle Nährstoffe, die ein Kind zum Wachsen und Gedeihen braucht, enthalten. Für eine gesunde Entwicklung des Kindes braucht man drei Säulen: Ernährung, Bewegung und Stress-

Wie können Eltern ihre Kinder für gesundes Essen begeistern? Mit welchem Angebot könnten Gastronomen Eltern und Kinder glücklich machen? Kindgerechte Ernährung hört sich gut an, aber was steckt dahinter? Wir haben eine Expertin befragt: Dr. Gülin Tunali blickt auf mehr als 40 Jahre Erfahrung im Bereich der Ernährungsberatung zurück. Sie hält Vorträge, gibt Seminare, berät Schulen und andere Einrichtungen, bietet Kochkurse an und lehrt unter anderem an der IHK und an der Uni Passau. Einer von Dr. Tunalis Schwerpunkten ist die Kinderernährung.

bewältigung. Eine gesunde Ernährung liefert dem Kind die nötige Energie für seine Bewegung und Stressbewältigung. Gibt es Regeln, die man als Eltern bei kindgerechter Ernährung berücksichtigen sollte? Eine gesunde Kinderernährung basiert auf einfachen Regeln: Kinder sind eigentlich alle sehr neugierig. Sie möchten Neues kennenlernen und ausprobieren. Das gilt auch beim Essen. Deswegen sollte man Kinder so früh und so oft wie möglich die leckere Vielfalt an gesunden Lebensmitteln ausprobieren lassen. Meiden Sie möglichst Fertigprodukte, Beikostprodukte oder sogenannte Kinderlebensmittel.


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und sollte wenigstens einmal am Tag stattfinden. So lernen Kinder, die Ernährung bewusst als wichtigen Teil ihres Lebens wahrzunehmen und zu respektieren. Zweitens spielt das Essverhalten der Eltern eine große Rolle. Wie diese mit Nahrung umgehen, hat entscheidenden Einfluss auf die Ernährung der Kinder. Es reicht also nicht, nur für Ihre Kinder gesund und ausgewogen zu kochen. Als Eltern haben Sie eine Vorbildfunktion. Gehen Sie voran und zeigen Sie Ihrem Kind, dass ausgewogene Ernährung selbstverständlicher Bestanteil des Lebens ist. Gibt es in der hiesigen Gastronomielandschaft Beispiele für kindergerechtes Essen? Und wenn nicht: Warum nicht?

Und wie sollte eine ausgewogene Ernährung für Kinder konkret aussehen? Im Grunde ist es ganz einfach: Kinder brauchen viel Flüssigkeit. Geben Sie ihnen also reichlich zu trinken – am besten Wasser oder mit Wasser verdünnte zuckerfreie bzw. ungesüßte Getränke; bevorzugen Sie Obstsäfte ohne Zuckerzusatz statt Cola. Für das Essen verwenden Sie am besten reichlich pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Kartoffeln, Getreide (idealerweise kein Weißmehl oder Weißmehlprodukte) und Getreideprodukte. In Maßen sind auch tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Fisch und Eier sinnvoll. Gleiches gilt für Milch und Milchprodukte wie Käse, Quark und Joghurt. Seien Sie sparsam mit Salz, Zucker, Süßigkeiten und fettreicher Kost.

Ich beobachte in der hiesigen Gastronomielandschaft schön angerichtete, appetitanregende Eisbecher. Da wird sich Mühe gegeben, dekoriert, verziert. Leider hört es in Sachen Kreativität meist beim Eis auf. Schön angerichtetes und gleichzeitig kindgerechtes Essen sehe ich kaum. Haben Sie Tipps, wie man als Gastronom Kinder für gutes Essen begeistern kann? Anders gefragt: Gibt es einen Ausweg aus der Misere „Schnitzel, Pommes, Knödel“ – alles Speisen, die praktisch gar keinen Nährwert haben?

so gut wie nichts dergleichen eingekauft wird – woher soll das Kind dann wissen, wie es schmeckt? Solche Erfahrungen habe ich in meinem Berufsleben oft gemacht. Haben Sie Tipps, wie sich das Konsumverhalten mittel- bis langfristig verbessern könnte, insbesondere mit Blick auf das Angebot der hiesigen Gastronomie? Wir sind überfüllt mit ungesunden Essensangeboten. Ich sehe nur eine einzige Möglichkeit, um das Konsumverhalten mittel- bis langfristig zu verbessern: Die Ernährungserziehung in den Kitas und Schulen muss massiv ausgebaut werden – und das unter konsequentem Einbezug der Eltern. Natürlich gilt es auch, an die Firmen zu appellieren, die für die Nahrungsmittelproduktion zuständig sind: Sie sollten ihre Produkte unter die Lupe nehmen und nachdenken, wie viele Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten und dergleichen sie durch unzählige Zusätze verursachen. Noch nie hatte ich in meiner beruflichen Laufbahn so viele Patienten mit Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien wie heute.

Selbstverständlich! Es gibt viele Möglichkeiten, die ich bereits selbst mit Kindern getestet habe – und die bestens funktionieren: Schöne, bunte, kindgerecht dekorierte Teller wirken einladend und animieren das Kind, das Gericht zu probieren, sei es nun ein Mango-Igel, Obstknödel, Schoko-Fruchtspieße, Hühnchen mit Gemüse oder vieles mehr.

Wie schafft man es als Eltern, die Kinder bestmöglich ins Thema gesunde Ernährung mit einzubeziehen?

Gastronomen argumentieren, Kinder würden gesundes Essen oder gar Gemüse einfach nicht mögen. Kinder seien geschmacklich sehr einfach gestrickt und „konservativ“. Stimmt das?

Lassen Sie das Kind bei der Zubereitung des Essens mithelfen. Somit entwickelt es die Lust am Selbermachen und baut Vertrauen in die Qualität von Lebensmitteln auf. Unser stressiger Alltag lässt es oft nicht zu, dass alle Familienmitglieder in Ruhe gemeinsam essen. Dieses Ritual ist aber vor allem für Kinder sehr wichtig

Dem kann ich auf keinen Fall zustimmen. Meiner Erfahrung hängt hier sehr viel von den familiären Verhältnissen ab: Wie ist es um die Essgewohnheiten in der Familie bestellt? Was bekommt das Kind jeden Tag zu sehen? Was wird vorgelebt? Wenn die Eltern selbst mit Obst und Gemüse wenig anfangen können und dementsprechend

Dr. habil. oec. troph. Gülin Tunali Fit für immer Beratungsstelle Reinhard-Raffalt-Str. 1 94036 Passau Tel. (0851) 881 81 51 Mobil: (0171) 370 65 09 www.fit-fuer-immer.com


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KUNST/GENUSS

Ro t k o h l bz w. B l a u k ra u t Bild & Text » MANFRED VON GLEHN

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er in Bayern Rotkohl sagt, outet sich als ein Mensch mit einem besonders problematischen Migrationshintergrund. Hier sagt man Blaukraut. Es handelt sich um dasselbe Gemüse, das freilich weder rot noch blau ist, sondern violett. Allerdings tendiert diese Farbe manchmal mehr ins Rötliche und manchmal mehr ins Bläuliche. Das hat jedoch nichts mit Nord- oder Süddeutschland zu tun, sondern mit der jeweiligen Bodenqualität: Saure Böden fördern das rötliche und alkalische Böden das bläuliche Pigment – das ist alles. Jetzt aber die Hauptsache: Rotkohl bzw. Blaukraut, Zwiebeln, Äpfel, Brühe, Butter, Essig, Salz, Pfeffer, Zucker, Nelken, Pinot Noir und Johannisbeer-Gelee. Und weiter? Männer brauchen eine Kochanleitung, Frauen machen das mit Gefühl. Echte Gourmets wissen, dass Rotkohl bzw. Blaukraut keine Beilage ist, sondern die Hauptspeise. Als Beilage kann man nehmen: Gänsekeule, Entenbrust, Wild, Rindsroulade oder Sauerbraten – dazu Knödel oder Kartoffeln. Zum Trinken gerne Spätburgunder oder Merlot. Das war's schon. Also denn: An Guadn!

MANFRED VON GLEHN ist ein bildender Künstler und Autor. Er wuchs in Brasilien auf und lebt heute in Hinterschmiding bei Freyung.


HERZLICHEN DANK FÜR EIN WUNDERBARES 1. JAHR!

das asam | Restaurant • Hotel

Anna Giermeier • Josef Kapser

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LEBEN!


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Text » CORNELIUS MARTENS Fotos » FLORIAN WEICHSELBAUMER

Kann Kinderessen mehr sein als Schnitzel mit Pommes? Wir wagen den Versuch: Gemeinsam mit dem Bio-Wirtshaus Zum Fliegerbauer haben wir ein kindgerechtes Menü entwickelt, das im Vorfeld bereits von Dutzenden Kindern (zwischen 6 und 12 Jahre alt) getestet wurde: Genau dieses Menü stand nämlich kürzlich mittags auf dem Speiseplan der Montessori-Schule Passau. Tipp: Unser 3-gängiges Kindermenü gibt’s beim Fliegerbauer bis Ende März für nur 6,50 Euro.

ERSTER GANG

Gemüsesticks mit Kräuterschmand DAS SAGT DER KOCH

»Ich finde, Gemüse in Form von Pommes frites ist ein erfolgversprechender Weg, Kinder spielerisch an Gemüse heranzuführen. Die Anordnung der Sticks erinnert vielleicht an ein gemeinsames Jenga-Spiel mit der Familie. Ein ganz einfaches Gericht – auch super als Snack zwischendurch, während die Kinder gerade malen.«

DAS SAGT THERESA (6)

»Die Karottenpommes mag ich für mein Leben gerne. Was die weißen Pommes (Anmerkung der Redaktion: Kohlrabi) sind, weiß ich nicht so genau, aber auch die schmecken nicht schlecht, vor allem zusammen mit dem Dip. Ketchup wäre gut gewesen dazu. Das Grüne (Anmerkung der Redaktion: Dill) isst Papa, der steht da voll drauf.«

ESSEN MIT KINDERN

Kindermenü 2.0


34 ESSEN MIT KINDERN

ZWEITER GANG

Schwarzbrotknödel in Tomatenrahm DAS SAGT DER KOCH

»Knödel mit Soß – ein Klassiker für Kids, der auf keiner Wirtshausspeisekarte fehlen darf. Hier wird der Knödel aus Schwarzbrot gemacht, was nicht nur gesund ist, sondern dank der dunklen Punkte auch noch interessant ausschaut. Die Knödel sind richtig locker und luftig und nehmen den Tomatenrahm super auf. « DAS SAGT FELIX (8)

»Ich mag alles, was rund ist: Äpfel, Fußbälle, Mandarinen, Überraschungseier und Knödel. Der Knödel hier schaut sogar ein bisschen aus wie ein Fußball. Mama hat aber gesagt, dass der zum Essen und nicht zum Spielen ist. Mein Lieblingsspieler ist übrigens Thomas Müller ...«


35 LEBEN!


36 ESSEN MIT KINDERN

DRITTER GANG

Topfenstrudel mit Brombeermarmelade DAS SAGT DER KOCH

»Mehlspeisen gehen immer. Und wenn – was selten vorkommt – die Kinder etwas vom Strudel übriglassen, freuen sich die Eltern. Der Topfenstrudel schmeckt lockerleicht und gewinnt durch die Brombeermarmelade nicht nur Farbe, sondern auch einen schönen, fruchtigen Geschmack. « DAS SAGT LAURA (9)

»Bei uns in der Schule ist freitags immer Mehlspeisentag. Mein absoluter Lieblingstag, da gibt es alle Formen von Strudel. Und manchmal auch Kaiserschmarrn. Den mag ich am liebsten. Der Topfenstrudel hier ist auch sehr gut. Zum Glück sind keine Rosinen drin, die mag ich nämlich nicht so gerne. Ich habe gefragt, ob ich mehr von der süßen Marmelade haben kann. War kein Problem.«


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KURZMELDUNGEN

KURZMELDUNGEN

Aufgegabelt Neues in Sachen Gastro & Gusto An der Gabel » CORNELIUS MARTENS

Alessio's Pasta Bar

DER VERRÜCKTE PASTA-MANN Man muss ihn einfach lieben, den etwas chaotischen Alessio aus der Grabengasse. Seit 2014 liege ich ihm in den Ohren, er möge doch bitte seine Beschilderung abhängen, auf der jahrelang il panino geschrieben stand. Denn mit Panini hatte der Mini-Laden mit seinen fünf Plätzen nie wirklich was zu tun. Alessio war und ist für mich vielmehr der ungekrönte König der einfachen PastaGerichte. Es gibt, jede Woche wech-

selnd, eine Handvoll vor den Augen der Gäste zubereiteter Speisen zum kleinen Preis. Auch ein Risotto steht immer auf der Karte – das kann kaum jemand so gut wie er. Seit wenigen Wochen hängt nun endlich auch das neue Schild Alessio’s Pasta Bar über der Tür. Außerdem liefert der geniale dishbee.de-Fahrradkurier Michal die Nudelkreationen von Alessio seit neuestem mittags auch im Stadtgebiet von Passau aus.

Alessio’s Pasta Bar, Grabengasse 14, Passau-Fuzo

Goldenes Schiff ÖFTER MAL WAS NEUES Als ich neulich am Gasthaus Goldenes Schiff vorbeischlenderte, traute ich meinen Augen kaum: Auf der Tageskarte standen Baos. Dabei handelt es sich um gedämpfte Knödel, die in unzähligen Varianten im ostasiatischen Raum angeboten werden. Aber in einem Passauer Wirtshaus? Doch in der Tat: Die luftigen Knödel gab es mit vegetarischer oder fleischhaltiger Füllung – und sie wurden auf einem Kimchi-Bett serviert, jenem fermentierten Weißkohl, der in Südkorea beheimatet ist. Absolut köstlich! Die mutige Entscheidung, ein so ausgefallenes Gericht wie Baos auf die Karte zu nehmen, dürfte wohl damit zu tun haben, dass Juniorchef Josef, Sohn des Inhabers Peter Wolf, langsam aber sicher das Kommando hinter dem Herd übernimmt. Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls auf noch zahlreiche weitere Ausflüge in die Küchen anderer Länder im Goldenen Schiff. Goldenes Schiff, Unterer Sand 8, Passau-Fuzo


KURZMELDUNGEN

39 KURZMELDUNGEN

Vitos Gustoria ER BLEIBT In der Grabengasse hat sich Vito D’Elia mit seiner Gustoria über viele Jahre einen exzellenten Ruf erarbeitet – und zwar auch oder vielmehr gerade wegen seiner köstlichen Panini, die hier aus meiner Perspektive auf einem in Passau unerreichten Niveau zubereitet werden. Vito macht aber auch gute Salate, Focaccia, Pizza und Nudelgerichte, die zwar preislich durchaus auf Street-Food-Niveau ran-

gieren, qualitativ allerdings weit über herkömmlichem Pizzaschnitten-Imbissniveau liegen. Zum Jahreswechsel verdichteten sich Gerüchte, Vito würde seine Gustoria aufgeben und nach Vilshofen abwandern. Ganz egoistisch möchte ich mich outen (und spreche damit wohl vielen Passauern aus dem Herzen): Welch ein Glück, dass das nicht passiert ist und Vito uns - zumindest vorerst - erhalten bleibt!

Vitos Gustoria, Grabengasse 21, Passau-Fuzo

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AUF ZU NEUEN UFERN Ehrlich gesagt vermisse ich das sardische Restaurant Su Riu sehr, das vor ziemlich genau einem Jahr über Nacht schloss. Seitdem stand dieses eigentlich zentral gelegene Objekt am Rande des Passauer Rathausplatzes leer; leider war es bislang niemandem nachhaltig gelungen, in dieser Lage Erfolg zu haben. Doch vielleicht ändert sich das nun endlich: Jetzt wagt sich nämlich ein weitgereister kroatischer Gastronom, der unter anderem 20 Jahre in den USA gewirkt hat, mit völlig neuem Konzept in die Milchgasse 1. Das Interieur und

die Karte wirken schon mal vielversprechend: Das Fiaba ist eine Modern Eatery mit unkomplizierter, italophiler Küche für jeden Tag. Das schmeckt Einheimischen und Touristen gleichermaßen. Der geschickt inszenierte Raum strahlt eine luftige, kommunikative Atmosphäre aus, die gemütlich und einladend wirkt. Im Grunde genommen das Gegenteil vom vorherigen Konzept. Die gute Nachricht: Das könnte klappen.

Fiaba Restaurant, Milchgasse 1, Passau-Rathausplatz

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Mobilitätszentrale Passau


40 KURZMELDUNGEN

Aqarium STERNSTUNDEN Warum sollte man sich ins Auto setzen, wenn man in Passau selbst kulinarische Vielfalt vorfindet, und das fußläufig? Die Antwort ist ganz einfach: Wegen Lokalen vom Schlage eines Johanns in Waldkirchen, eines Lukas in Schärding, eines Mühltalhofs in Neufelden oder eben eines Aqarium in Geinberg. Auf diesem Niveau gibt es nämlich in Passau rein gar nichts. Die 40 Minuten Fahrzeit ins Aqarium nehme ich da gerne auf mich, insbesondere, wenn dann auch noch der beste Koch Oberösterreichs, Philip Rachinger vom Mühltalhof, als Gastkoch seine Aufwartung macht. Rachinger ist mit drei Hauben und 18 Punkten im Gault Millau dekoriert. Der Chef

de Cuisine des Aqarium, Peter Reithmayr, bringt es auf zwei Hauben und 15 Punkte. Man kann sich ausrechnen, was passiert, wenn die beiden zusammen in der Küche stehen: ein Feuerwerk. Angekündigt war ein 6-GangMenü, auf der Karte standen dann bereits zehn Gänge. Bekommen haben wir am Ende 13 Gänge. Aber so ganz genau weiß ich das nicht mehr, denn irgendwann an diesem denkwürdigen Februarabend – es muss ungefähr beim 8. Gang gewesen sein – sind meine Erinnerungen verschwommen. Was mit Sicherheit auch an der Weinbegleitung der Domäne Wachau gelegen hat. Ein ausreserviertes Restaurant plus zwei

Spitzenköche, die sich nichts neiden, sondern einfach nur zeigen wollen, was sie draufhaben und sich dabei gegenseitig anstacheln – immer weiter, in immer neue kulinarische Höhen. Welch ein Glück, an solch einem Abend Gast sein zu dürfen! Das Aqarium lädt im Rahmen seines kulinarischen Kalenders übrigens regelmäßig Spitzenköche ein, die dann mit Peter Reithmayr gemeinsam ein Menü zaubern; den nächsten Termin am 11. April 2019 habe ich mir jetzt schon eingetragen: Vitus Winkler, ebenfalls ein 3-Hauben Koch aus Salzburg, gibt sich die Ehre. Ich bin da!

Aqarium Restaurant in der Therme Geinberg, Thermenstraße 13, Geinberg, O.Ö.

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High Thai HOCH HINAUS Sollte es wirklich wahr sein? Ein Lokal in Passau mit echter thailändischer Küche? Von einer thailändischen Köchin zubereitet? Es sieht ganz danach aus! Zwischen Regensburg und Linz gab es bislang kein einziges (mir bekanntes) Thai-Restaurant, das diesen Namen auch verdient hätte – bis jetzt. Meist hört es auf dem Niveau zweifelhafter Curries auf, wahlweise in den Farben rot, gelb oder grün. Das vor wenigen

Tagen eröffnete High Thai liegt im 1. Stock eines der bekanntesten Häuser in Passau – nämlich direkt unter dem Go Danceclub. Das edel eingerichtete Restaurant ist mit dem Fahrstuhl zu erreichen und noch nicht beschildert. Ein echter Geheimtipp – noch. Die Karte liest sich unglaublich spannend und vielversprechend. Möge eine neue Zeitrechnung in Sachen Thai-Küche in unserer Region beginnen!

High Thai Restaurant, Kleine Klingergasse 7, 1. OG, Passau-Zentrum


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ERNÄHRUNG

»Französische Kinder werfen nicht mit Essen« Andere Länder, andere Sitten – was sich deutsche Eltern von ihren europäischen Nachbarn abschauen können Text » TILL GABRIEL

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s soll schon vorgekommen sein, dass deutsche Touristen in Stockholm aufgeregt zur nächsten Polizeistreife gelaufen sind, um die Gesetzeshüter auf einen mutterseelenallein vor einem Supermarkt stehenden Kinderwagen mit darin schlafendem Baby aufmerksam zu machen. Und nicht selten ernteten die Beamten Kopfschütteln, wenn sie den vermeintlichen Babyrettern erklärten, dass dies in Schweden ganz normal und an der Tagesordnung sei. Auch darüber, dass in schwedischen Kindertagesstätten die Kleinen draußen – in der Eiseskälte – schlafen gelegt werden, mag man sich wundern. Doch nur, weil hierzulande Eltern ihre Kinder im Winter teilweise kaum vor die Haustür lassen – voller Sorge, der geliebte Nachwuchs könnte erfrieren. Dabei gibt es gute Gründe für diese ungewöhnliche schwedische Sitte, bei der es sich letztlich um eine Gesundheitsmaßnahme handelt. Das Schlafen im Freien (natürlich gut und warm eingepackt) stärkt nämlich das Immunsystem der Kinder und schützt sie vor Bakterien, Viren und anderen Krankheitserregern. Schließlich ist Kälte allein nicht für Krankheiten verantwortlich. Generell haben skandinavische Eltern weniger Probleme damit, ihre Kinder unbeaufsichtigt zu lassen. Der geradezu neurotische Zwang, Kinder den ganzen Tag zu kontrollieren und zu überwachen, ist dagegen eher typisch deutsch (in Österreich und der Schweiz aber mindestens ebenso ausgeprägt)Aus Perspektive deutscher El-

tern sind – neben den Skandinaviern – aber auch die Japaner wahre Rabeneltern: Ist es doch dort vollkommen normal, dass Vieroder Fünfjährige alleine mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren. Allerdings variieren die Erziehungsmetho-

den nicht nur von Land zu Land, wenn es um die Beaufsichtigung des Nachwuchses geht: Ob Stillzeiten, Schlafenszeiten oder Toilettengang – was bei uns in Deutschland als normal gilt, kann in Spanien, Italien oder der Ukraine schon ganz anders aussehen. Dazu gehört auch das Essen. In Portugal zum Beispiel bekommen Kinder lange Zeit fast ausschließlich Brei und Suppe,

weil die Eltern Angst haben, die Kleinen könnten sich verschlucken. In Frankreich hingegen nehmen die Kinder an den Mahlzeiten der Familie so teil, als seien sie einfach nur kleine Erwachsene: ob Muscheln, Blauschimmelkäse oder Gänsestopfleber – die Kinder dürfen alles essen, was auf den Tisch kommt. Im Gegenzug müssen sie die Eltern ausreden lassen, geduldig zuhören und weder aufstehen noch laut sein. Auch bei Restaurantbesuchen sitzen die Kinder artig bei Tisch, bestellen sich ihre Mahlzeit und essen brav ihre Teller auf. Wer sich jetzt fragt, was die Franzosen bei der Kindererziehung anders machen, sollte sich das Buch French Children Don’t Throw Food (dt. Warum französische Kinder keine Nervensägen sind) von Pamela Druckerman besorgen. Die Amerikanerin erklärt darin unter anderem den französischen Stil der Kindererziehung, der im Vergleich zur deutschen Herangehensweise eher autoritär und streng ist. Viele Kinder- und Entwicklungspsychologen halten das in dieser Form zwar auch nicht für empfehlenswert – andererseits erweist sich die starke Fokussierung auf Kinder, wie sie beispielsweise in Deutschland häufig praktiziert wird, vor allem in puncto Benehmen ihrerseits als nicht sehr förderlich. So sind mangelnde Tischmanieren und heikles Essverhalten bei vielen deutschen Kindern üblich; allerdings auch deshalb, weil die Eltern oft inkonsequente Vorbilder sind.


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GESCHMACKSFRAGEN

44 GESCHMACKSFRAGEN

Angaben zur Person 1

Vorname, Name

Vermerke der Redaktion

Fragen » CORNELIUS MARTENS | Foto » FLORIAN WEICHSELBAUMER

... ist seit fast drei Jahren Vorsitzende des Kinderschutzbundes Passau. Die 38-jährige Mutter zweier Adoptivkinder steckt ihre Umgebung mit ihrer offenen, empathischen Art sofort an. Das kommt Julia Stern nicht nur bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit für den Kinderschutzbund zugute. Die Powerfrau steht auch als begeisterte Sängerin und Frontfrau diverser regionaler Bands häufig im Rampenlicht. 2

Foto

PaStaMAR19-03.19


GESCHMACKSFRAGEN

45 GESCHMACKSFRAGEN

Geschmacksfragen 1

Was war Ihr Lieblingsessen als Kind?

2

Was haben Ihre Eltern Ihnen als Kind verboten zu essen?

3

Welche Speisen haben Sie als Kind gehasst, mögen Sie aber jetzt?

4

Welche Zutat verabscheuen Sie?

6

Was war Ihr bisher größter kulinarischer Erfolg in der Küche?

7

Wein oder Bier?

9

Singen Sie beim Kochen?

5

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Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?

Wohin möchten Sie gerne nochmal zum Essen gehen?


46 GARTEN ABC

„K“ wie Kinder Text & Illustrationen » TILL GABRIEL

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Kindergarten einmal anders: wie man Kinder im eigenen grünen Reich glücklich machen und gleichzeitig alle ihre Sinne spielerisch schärfen kann.

anche von uns erinnern sich noch an niemals enden wollende, unbeschwerte Sommertage in Wald und Wiesen. Wer das Glück hatte, ganze Tage nur draußen verbringen zu dürfen, um mit Freunden herumzustreunen, wilde Früchte zu sammeln, in der Natur Versteck zu spielen und sich von Kopf bis Fuß so richtig zu verdrecken, der hat – so wie ich – eine wirklich glückliche Kindheit verbracht. Der eigene Garten mit Schaukel und Sandkiste bildete sozusagen die Basis für das Ausleben meines Bewegungsdranges; die Hauptfaszination übte allerdings der fließende Übergang in die freie Natur aus. Dort wurden am Bach Staudämme gebaut und kleine Teiche angelegt, man balancierte auf alten Baumstämmen und beobachtete Tiere aller Art.

Eine ganze Baustelle als Abenteuerspielplatz Der Garten meiner Eltern war zwar nur rund 200 Quadratmeter groß, aber zu dem Zeitpunkt, als wir das Haus bezogen, glücklicherweise noch nicht fertig. So hatte ich eine ganze Baustelle als Abenteuerspielplatz, konnte Tunnel unter Erdhügel graben, in einem riesigen Sandhaufen mit meinem Bagger spielen und hatte meine eigene kleine Hütte aus zusammengenagelten Schaltafeln. Die Tage draußen

in der Natur waren herrlich, der Sommer gehörte einfach uns Kindern. Wer das so oder so ähnlich erlebt hat, möchte dieses Gefühl der Unbeschwertheit und Naturverbundenheit bestimmt gerne an die nächste Generation weitergeben; doch das ist heute gar nicht mehr so einfach. Größere Brachflächen in Siedlungsgebieten gibt es mittlerweile kaum noch – und viele naturnahe Bereiche sind für Kinder nur schwer zu erreichen. Auch die Gartengrundstücke werden angesichts steigender Immobilienpreise immer kleiner. Doch selbst in kleinen Privatgärten lässt sich für Kinder ein Raum schaffen, der ihnen die Möglichkeit bietet, ihren Bewegungsdrang auszuleben, mit Naturmaterialien wie Holz, Erde, Wasser und Pflanzen zu experimentieren, Tiere und Pflanzen zu beobachten und den Wandel der Jahreszeiten unmittelbar zu erspüren. Spielräume in der Natur schenken Kindern Erfahrungen, die weit über den Bereich der Umwelterziehung hinausgehen. Schließlich wirken sich erlebnisreiche und veränderbare Gärten positiv auf

das Sozialverhalten, die Kreativität und die gesamte Persönlichkeit des Kindes aus. Die Kleinen können sich hier selbst erproben, sich erfahren und kennenlernen. Obwohl viele Eltern glauben, der Garten der Kita oder des Kindergartens reiche aus, ist das doch keineswegs der Fall. Kinder wollen selbst entscheiden, wo sie wie lange mit wem spielen. In Erziehungs- oder Betreuungseinrichtungen stehen sie jedoch ständig unter Beobachtung; dabei lernen sie erst beim unbeobachteten Spiel, auch ganz alleine soziale Kontakte zu knüpfen.

Beim Spielen knüpfen Kinder soziale Kontakte Ein Garten, in dem auf die Wünsche der Kinder eingegangen wird, ist dafür der ideale Ort. Kinder suchen sich zum Spielen gerne kleine Räume, Höhlen, Nischen, Büsche, Bretterverschläge. Räume, deren Wände von ihnen mit ausgestreckten Armen ertastet werden können, vermitteln ihnen Schutz und Geborgenheit. Zugleich behalten Kinder aber auch gerne den Überblick – im Schutz von Bäumen oder Baumhäusern entdecken und überwachen sie den Garten als ihr Reich. Nicht weniger wichtig sind zudem leere, freie Flächen als Platz zum Toben. Besondere Bewegungsanreize wie eine Hängemattenschau-


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GARTEN ABC

Bei so viel Matsch bleiben die Klamotten zwar nicht lange sauber – aber für Kinder ist das unbeschwerte Spielen im Dreck die große Freiheit!

kel, ein Seil am Ast, ein Kletterbaum und Baumstämme zum Balancieren fordern sie zum spielerischen Entdecken ihrer Möglichkeiten heraus, während größere Sandspielflächen, ein Wasserlauf, Schotterund Matschgruben ein vertieftes kreatives Arbeiten und Spielen fördern.

Die Veränderbarkeit spielt eine große Rolle Wer den Platz hat, kann den Kleinen ein vielfältiges Gelände mit Wiesenrandzonen, Geländemodellierungen, großen Klettersteinen und vielen kleinen Verstecken bieten – das sorgt immer für Faszination. Langfristig ist für Kinder vor allem das interessant, was sie selbst gestalten können; die Veränderbarkeit der Dinge spielt eine große Rolle. Dabei kommt auch dem Element Wasser eine große Bedeutung zu. Wenn ich an meine eigene Kindheit zurückdenke, war es stets das Größte für mich, den Gartenschlauch aufzudrehen und im Matsch kleine Rinnen mit Wasser zu füllen, zu pritscheln und natürlich auch am Teich zu spielen. Garten- und Schwimmteiche sind allerdings eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle für Kinder; besonders Stege und

andere Zugänge zum Wasser sollten von einem nicht überkletterbaren Zaun umgeben sein. Auch rutschende Kiesböschungen oder steile Ufer können für Kinder zur tödlichen Falle werden. Wer also einen Teich im Garten hat, sollte seinem Kind früh das Schwimmen beibringen und den Nachwuchs ausschließlich in Begleitung von Erwachsenen am Wasser spielen lassen. Zusammen mit den Eltern können die Kleinen dann am Teich das bunte, vielfältige Leben beobachten und mit allen Sinnen erkunden. Apropos Sinne: Auch Pflanzen spielen im Familiengarten eine sehr wichtige Rolle und üben eine große Anziehungskraft auf Kinder aus. Blumen, Kräuter, Sträucher und Bäume können verschiedenste sinnvolle Funktionen im Garten übernehmen und sollten daher sorgfältig ausgewählt werden. Die Vielfalt kommt den Kindern auf jeden Fall zugute (von der Natur ganz abgesehen): Ob als Verstecknischen, zum Experimentieren oder Beobachten, als Spielmaterialien, zum Naschen oder als Möglichkeit zum Toben, Klettern und Balancieren – viele heimische Gehölze, Stauden und Gräser haben ihre Vorzüge und Eigenheiten, um für Kinder von Interesse zu sein. Doch Vorsicht!

Giftige Pflanzen wie die Thuja sollten vermieden werden In unseren Gärten finden sich meist auch giftige Pflanzen, die zum Teil kleine Beeren oder Früchte ausbilden und deshalb für Kleinkinder durchaus gefährlich sind. Dazu gehören etwa Kirschlorbeer, Thuja, Seidelbast, Goldregen und Pfaffenhütchen, aber auch Liguster, Schneeball und Heckenkirsche. Kinder sollten daher grundsätzlich früh lernen, nur das zu essen, was sie sicher als essbar kennen. Ein Sinneserlebnis der besonderen Art sind Naschsträucher, an denen die Kinder nicht nur optische und haptische Erlebnisse sammeln können (wie zum Beispiel


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GARTEN ABC

Gemeinsam mit den Kindern Erbeeren pflanzen dann schmeckt die Ernte später doppelt so gut!

an den wehrhaften Dornen oder Stacheln von Brombeere, Himbeere und Stachelbeere), sondern die auch den Geruchsund Geschmackssinn herausfordern. Ein Naschgarten und eigene Obstbäume eröffnen den Kleinen oft einen anderen Zugang zu Obst – das ja bekanntlich nicht bei allen Kindern beliebt ist. Gleiches gilt für Gemüse: Radieschen, Karotten, Erbsen, Tomaten, Kohlrabi und Zuckermais sind pflegeleichte und robuste Pflanzen, die gerne von Kindern gegessen werden.

Hier wird Geduld erlernt Cocktail- oder sogenannte Naschtomaten haben eine kinderfreundliche Größe und lassen sich im Vorbeigehen verspeisen. Am besten, Sie pflanzen die Gemüsesetzlinge gemeinsam mit Ihren Kindern – denn so lernen sie auch den Kreislauf vom Werden und Vergehen spielerisch. Außerdem wird hier Geduld eingefordert, denn den gesamten Prozess vom Samenkorn bis zur Ernte einer Frucht durchzuhalten ist ein großer Erfolg für ein Kind.

Eines der absoluten Lieblingsgewächse in unserem Garten waren für mich die Erdbeeren. Weil ich als Vierjähriger schon über ein eigenes Erdbeerbeet verfügte, habe ich später nie irgendwelche Süßigkeiten mit Erdbeergeschmack angerührt. Denn mit dem Geschmack einer frisch gepflückten Mieze Schindler oder Senga Sengana kann kein Industrieprodukt je mithalten (vielleicht auch ein Grund, warum ich Erdbeerjoghurt bis heute links liegen lasse). Nehmen Sie Ihre Kinder an der Hand und legen Sie mit ihnen gemeinsam ein Erdbeerbeet an – Sie werden sehen, dass es in jedem Sommer zu einer zentralen Anlaufstelle im Garten wird.

Nicht so streng sein Für Kinder ist der Garten nicht nur Lebens-, sondern auch Entwicklungsraum. Ins Spiel vertieft können sie hier ihre ei-

genen Fähigkeiten entdecken. Im Garten setzen sich Kinder spielerisch mit der belebten Umwelt auseinander. Sie lernen Pflanzen und Tiere kennen und entwickeln ein Verständnis für Beziehungen und Zusammenhänge in der Natur. Das Allerwichtigste dabei: Seien Sie nicht so streng mit den Kindern! Auch Freiheit muss erlernt werden – und es gibt kaum einen besseren Platz dafür als draußen in der Natur.

Fragen zum Thema? Persönliche Erfahrungen? Schreiben Sie mir: gabriel@pastaonline.de


Mär(z) Programm!

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Gleich drei Mal zu Gast auf der großen Bühne der Redoute

Erst das Essen, dann die Kultur

I

m März bieten wir Ihnen noch mehr Programm! Der Monat startet dabei mit einigen Highlights. Gleich drei Mal werden wir zu Gast in der Redoute sein und die große Bühne nutzen: Am 1. März präsentieren die Well-Schwestern WELLKÜREN ihr aktuelles Programm Abendlandler. Die Wellküren, Gründerinnen der STUGIDA-Bewegung (Stubenmusik gegen die Idiotisierung des Abendlandes), verteidigen und feiern in ihrem Programm das freie Abendland und den Abend an sich. Mit bayerischem Dreigesang gegen stumpfe Einfalt. Alles echt, kein Fake dabei! Und sogar ein Morgenlandler ist drin. Sie blasen den LeitkulturMarsch, spielen Mozarts A-Dur Klaviersonate in G-Dur auf Hackbrett, Harfe und Gitarre, haben extra Bass-Ukulele gelernt für ihre Nina-Simone-Hommage Mei Oida, der schaut auf mi im Stubenmusik-Format. Wir bleiben im Anschluss gleich in der Redoute, wenn es am 2. März heißt: Obacht Miller – das neue Programm von Rolf Miller. Das Halbsatz-Phänomen zeigt uns erneut, dass wir nicht alles glauben dürfen, was wir denken.... „Ball flach halten, kein Problem ... ganz ruhig, alles schlimmer äh ... wie sich‘s anhört ...“ Wie immer weiß Miller nicht, was er sagt – und meint es ge-

Genießen Sie vor den Veranstaltungen noch eine kleine Stärkung aus unserer ScharfrichterKüche. Gerne nehmen wir Ihre Tischreservierung unter 0851/3 59 00 entgegen – oder über das Reservierungsformular auf unserer Internetseite unter www.scharfrichterhaus.de

nauso, denn wenn gesicherte Ahnungen in spritzwasserdichte Tatsachen münden, wer erliegt da nicht Millers Charme? Eben. Und das Ganze auch noch besser als in echt, als ob Gerhard Polt im Audi A6 neben ihm sitzt. Rolf Millers Figur kann einfach nicht anders: garantiert oft erreicht und nie kopiert. Und bleibt dabei einzigartig wie sie ist, versprochen. Aller guten Dinge sind drei: Am 29. März präsentieren wir Erwing Pelzig in der Redoute – die Veranstaltung ist leider schon ausverkauft! Auch dieses Jahr wollen wir Sie ganz herzlich zum kabarettistischen Aschermittwoch am 6. März ins ScharfrichterHaus einladen.

Dann ist Pater Paetz zu Gast: Alljährlich zieht es die Schaumschläger nach Niederbayern. Deggendorf, Dingolfing, Landshut, Oster- und Vilshofen heißen die heimgesuchten Siedlungen. Die geplagteste Gemarkung freilich: Passau, die Domstadt. Ausgerechnet am Aschermittwoch, dem dies cinerum, frönen sie dort der Selbstsucht, Großsprecherei, Völlerei, und Missgunst. Ein gottloses Ritual der Todsünden! Solchen Elementen gehört heimgeleuchtet und standgepaukt. Glühende Asche soll regnen auf ihre schuppigen Häupter! Mag der Zorn des Herrn ungewiss sein, der des Paetz ist es mitnichten!

ScharfrichterHaus Milchgasse 2, 94032 Passau Tel.: 0851/3 59 00 E-Mail: info@scharfrichter-haus.de Essen & Trinken Mo–Sa ab 17 Uhr

Tickets www.scharfrichterhaus.de oder im Kulturbüro des ScharfrichterHaus Mo.–Fr. von 10 bis 16 Uhr

ROLF MILLER

PATER PAETZ

Freitag, 1. März

Samstag, 2. März

Mittwoch, 6. März

Foto © Christian Kaufmann

WELLKÜREN – ABENDLANDLER

Mo., 04.03. WEITERE HIGHLIGHTS Claudia Pichler

Fr., 08.03 Vinorosso

Sa., 09.03. Flüsterzweieck

Do., 14.03. Stefan Leonhardsberger

Fr., 15.03. el mago masin

Sa., 16.03. Berni Wagner


50 SCHWARZE WAHRHEITEN

SCHWARZE WAHRHEITEN

Espressotest: KAFFEEWERK

Text » CORNELIUS MARTENS

H

eute ist es kaum vorstellbar, dass es Zeiten gab, in denen der Innstädter Kirchenplatz völlig verwaist war. Vor 20 Jahren sorgten noch eine Sparkassenfiliale, ein Supermarkt und ein Metzger für Frequenz. Doch binnen kurzer Zeit kam dann der Niedergang, bis irgendwann Mitte der 2000er niemand mehr da war und der Kirchenplatz komplett leer dastand. Bis zum Jahr 2010, als sich Stephan Bauer ein Herz fasste und hier einen Modeladen mit kleinem Café eröffnete. Das mit der Mode hatte sich schnell erledigt, aber er erkannte das Potenzial des Cafés – und des Platzes davor. Stephan Bauer kannte sich mit Politik (Grünen-Stadtrat seit 2008) und Klamotten aus, Kaffee war für ihn damals noch Neuland. Gefühlt hat es deshalb mindestens 100 Tassen gedauert, die alleine ich

TESTOBJEKT

KaffeeWerk KIRCHENPLATZ 3, PASSAU-INNSTADT

AUSRÜSTUNG MASCHINE

La Marzocco GB5 MÜHLE

Nuova Simonelli Mythos One

PREIS

2,10 Euro

GETRUNKENE TASSEN

100+

getrunken habe, bis irgendwann der erste akzeptable Espresso aus der Maschine kam – ich war in den ersten Wochen beinahe täglich zum Testen da. Das ist alles freilich schon sehr lange her: Inzwischen ist Bauers KaffeeWerk so etwas wie eine, wenn nicht sogar die Instanz für guten Kaffee in Passau. Der Kirchenplatz ist dank Stefan aufgeblüht und sein Café längst ein nicht mehr wegzudenkender Bezugspunkt und Kommunikationsraum für den gesamten Stadtteil. Ohne Übertreibung darf man festhalten: Das KaffeeWerk ist mit Blick auf das verwendete Equipment, das Wissen der Baristas und die daraus resultierende Kaffeequalität Vorbild für viele, die in den letzten Jahren eigene Cafékonzepte in Passau umgesetzt haben. Und sie müssen sich an dieser Benchmark messen lassen.

FAZIT Offensichtlich wurde jeder Mitarbeiter an der La Marzocco-Maschine angelernt, das sieht man – und das schmeckt man; einige besitzen sogar umfangreiche Barista-Kenntnisse, was dem Niveau des Kaffees (und des Cafés insgesamt) zugute kommt. Man arbeitet grundsätzlich mit doppeltem Bezug, sprich, es werden immer zwei Espressi gleichzeitig heruntergelassen. Kaffeemaschinen sind nun mal für den doppelten Bezug gebaut worden, nicht für den einfachen. Jeder Hobby-Barista weiß, dass die Kaffeequalität beim doppelten Bezug besser ist. Es laufen exakt 25 ml in die Tasse, die verwendete Simba-Bohne aus dem Hause ba.ro.co aus Amberg produziert eine mitteldicke Crema, im Geschmack ist der Espresso nussig und würzig. Ich kenne in Passau keinen Espresso, der so konstant so gut präsentiert wird.


HE AV Y

RUM

COCKTAIL

DISTILLED IN THE CARIBBEAN. BLENDED BY PENNINGER IN BAVARIA.

QUITT PRO QUO • • • •

5 cl GRAPHIT Rum 3 cl Zitronensaft 2,5 cl Quittensirup 0,5 cl Zuckersirup

mit Zitronenzeste servieren

Alte Hausbrennerei Penninger. Independent Bavarian Craft Distillers - since 1905.

WWW.GRAPHIT-RUM.DE

B AVA RI A N BL END


Damals wie heute: Jedes Handwerk hat seinen

Rockstar.

Neu!

Back to the roots of

traditional food.

Stadtgalerie Passau (EG) | BahnhofstraĂ&#x;e 1

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Pasta! Passauer Stadtmagazin März 2019  

Passauer Stadtmagazin für Genusskultur, Ausgabe März 2019 Titel: Kinder an die Teller - Neue Ideen für kleine Gäste

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Passauer Stadtmagazin für Genusskultur, Ausgabe März 2019 Titel: Kinder an die Teller - Neue Ideen für kleine Gäste

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