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PASSAUER STADTMAGAZIN

FREUNDE FREUNDE GEMEINSAM DURCH DICK & DOOF

INNIGE BEZIEHUNGEN ABSEITS VON SEX, GELD UND EIFERSUCHT. OHNE WORTE > GÜNTER SCHOBER

BEWEGUNGSMELDER

TOPFSCHAU

HERBERT GRANTELT > RUHE IST DIE ERSTE BÜRGERPFLICHT! PASSAUER STADTMUSIKANTEN > LEO GMELCH

KULTUR

KINO

HÖRBÜCHER

FIDEL GASTRO > ANEMONE DVDS

BÜCHER

MÄRZ 2016

18. JAHRG.


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EDITORIAL

ODE AN DIE FREU(N)DE

Liebe Leserinnen und Leser, mein angeblicher Freundeskreis bei Facebook ist vierstellig. Die allermeisten dieser friends sind bestenfalls Bekannte, die allerwenigsten tatsächlich Freunde. Bei einer kürzlichen Recherche habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass ich viele meiner Freunde überhaupt nicht kenne. Im Englischen, wo ja so vieles leichter über die Lippen geht, differenziert der Begriff friend nicht zwischen Bekanntem und Freund, dabei ist es ein himmelweiter Unterschied. Mit Liebe verhält es sich übrigens genauso. Love kann Liebe, Bewunderung oder auch I mog di bedeuten. Was es für unsereins oft gar nicht so leicht macht, wenn wir es mit englischsprachigem Selbstverständnis zu tun haben; sind in unserer Sprache doch viele Begriffe in ihrer Bedeutung strikt voneinander getrennt. Vom unverbindlichen you, das für alle und jeden gilt, mal ganz abgesehen. Leider ertappe ich mich zunehmend selbst dabei, die Bedeutung eines Freundes nicht trennscharf vom Bekannten abzugrenzen und mich stattdessen in mein Schicksal zu ergeben. Ohne Gegenwehr. Wider

besseres Wissen. Und das ist bestürzend. E-Mail, WhatsApp, Facebook und Co. wirken sicherlich als Beschleuniger dieser Entfreundungstendenz. Selbst digitaler Selbstmord änderte daran nichts, denn schuld an der Misere bin immer noch ich selbst. So könnte ich ja wenigstens mal zum Hörer greifen, statt dämliche Geburtstagsgrüße über Facebook zu verschicken. Wissen Sie, was mich dennoch optimistisch macht? Ich vermisse meine Freunde, es schmerzt mich, enge Freundschaften wegschwimmen zu sehen. Grund genug, daran sofort etwas zu ändern – und gleich mal mit meinem Geschäftspartner zu beginnen, bei dem ich vergessen habe, dass es eben nicht nur um Geschäft und Geld geht. Sondern darum, dass er mein Freund ist. Und im März fliege ich mit meinen Freunden für eine Woche auf die Kanaren. In ein eigenes Haus. Mit Pool. Mit Küche und allen Schikanen. Die einzige Frage ist: Schaffe ich es, das WLAN zu deaktivieren?

COR N ELIUS M A RTENS

MITREDEN: facebook.de/pastamagazin

MÄRZ 2016

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Stilfrage. Der Pkw-Verkauf von Paul in Passau. Daniela Maier, Modedesign-Studentin, Esternberg - Ă–sterreich.

Autohaus Paul, Autorisierter Mercedes-Benz Verkauf und Service, Sperrwies 1, 94036 Passau service@paul-passau.de, www.paul-passau.de, www.fb.com/paul.passau


INHALT!

PASTA! MÄRZ 2016 Heft Nr. 2/2016

18. Jahrgang

T I T E LT H E M A 18

18

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FREUNDSCHAFT Gemeinsam durch dick und doof

WAS PASSAUER DENKEN, ABER NICHT SAGEN

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OHNE WORTE

AOK-Direktor

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FIDEL GASTRO

ANEMONE

GÜNTER SCHOBER

im Foto-Interview

– traurig, aber wahr

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TOPFSCHAU

Von Currys und Pleiten

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BEWEGUNGSMELDER

Das tut sich in unserer Region

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ÜBER DEN WOLKEN

Der Passauer Philosoph Thies über die

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KUNST & KULTUR

Konzerte, Theater, Kabarett & Co. im

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25 30

NEUE SERIE

FREUNDSCHAFT

MÄRZ

KUHNENS STERNSTUNDEN

32

PASSAUER STADTMUSIKANTEN

Der Tubist und Posaunist

36

NEUE FILME / BÜCHER / HÖRBÜCHER / DVDS

LEO GMELCH

im Interview

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EMPFEHLUNGEN

aus der Redaktion

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HERBERT GRANTELT

Ruhe ist die erste Bürgerpflicht!

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WER BIN ICH?

Das verschobene PASTA!-Gewinnspiel

MÄRZ 2016

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UNGESAGT

WAS PASSAUER DENKEN, ABER NICHT SAGEN Was denken Passauer, trauen sich aber nicht, es auszusprechen? Schicken Sie uns Ihren Spruch an redaktion@pastaonline.de und gewinnen Sie einen Cookie von www.knusperreich.de TEXT > CORNELIUS MARTENS

ILLUSTRATION > MARKUS JAURSCH

„Ausweiskontrolle in Achleiten? Dann hod sa se aber austankt!“ „d’neue mitte wär ja scho schee, wenn's ned so schiach wär.“ „bürgersprechstund mit’m ob im supermarkt – braucht's des?“ „beim nächstn metzgerstandl af'm wochamarkt kennt's na glei in fleischmarkt umtaufa.“ „zwanzg millionen für hochwasserschutz, der nur vielleicht wos nutzt. so ein schmarrn!“ 6

Schicken Sie uns Ihren Spruch an redaktion@pastaonline.de und gewinnen Sie jeweils einen Cookie von www.knusperreich.de!

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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FOTOINTERVIEW

Ohne

Worte

günter schober direktor der aok in passau NAME

BERUF

Mit welchem Fortbewegungsmittel kommen Sie morgens ins Büro?

GEBOREN STATUS

2. juli 1965

gesund und munter

Wie starten Sie in den Arbeitstag?

Was würden Sie am liebsten gegen Ihre Schreibtisch-Tastatur ein- Hand aufs Herz: Ihr größtes Laster? tauschen? 8

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


FOTOINTERVIEW

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igentlich wäre Günter Schober ja am liebsten Hubschrauberpilot geworden. Wegen eines Augenunfalls als Kind musste er jedoch leicht umdisponieren, aufgestiegen ist er aber in jedem Fall: Nach einigen Jahren auf Wanderschaft in ganz Bayern und in den neuen Bundesländern ist der gebürtige Freyunger nun schon im 12. Jahr als Direktor der AOK in Passau tätig. Man muss sich das mal vorstellen: Nahezu 50 Prozent der Bevöl-

kerung von Stadt und Landkreis Passau (ca. 230.000 Einwohner) sind Kunden der AOK – nämlich ziemlich genau 102.000! Der 50-Jährige ist nicht nur Chef von über 250 Mitarbeitern, sondern verantwortet auch ein jährliches Haushaltsvolumen von rund 350.000.000 Euro. Abseits der Zahlen ist Schober begeisterter Sportler und in seiner Freizeit entweder beim Laufen, Wandern, beim Mountainbiken oder aber (wenn

mal irgendwo Schnee liegt) auf der Skipiste anzutreffen; nicht nur seinen beiden Kindern hat der ausgebildete Skilehrer das Skifahren beigebracht. Gerade jetzt zur Fastenzeit steht der Hobbykoch leidenschaftlich gerne am Herd und brutzelt für seine Familie – gesundes Essen, versteht sich!

text > cornelius lloyd martens fotos > florian weichselbaumer

Welches Gefühl löst die zunehmende Digitalisierung Ihrer Branche Was macht die AOK besser als andere? aus?

Wie verbringen Sie die Fastenzeit?

MÄRZ 2016

Wo sind Sie nach einem harten Bürotag anzutreffen?

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F I DE L G A

S T RO

Fidel Gastro testet das

ANEMONE LICH! H C E T S UNBE N G IG ! Ä H B A UN LDET! E M E G UNAN CH HEIMLI IERT! F A R G FOTO

FACELIFT: IM ANEMONE HERRSCHT EINE LUFTIG-HELLE CAFÉ-ATMOSPHÄRE

TEXT & FOTOS > CORNELIUS LLOYD MARTENS

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igentlich hatte ich mir vorgenommen, das Couch Cafe aus diesem Artikel herauszulassen. Ganz gelingt es mir nun doch nicht, ich verspreche aber, keine kulinarischen Vergleiche zu ziehen. Fakt ist: Das Couch Cafe war von der Eröffnung bis zu seiner Schließung Ende Oktober letzten Jahres das beste Restaurant in Passau. Das Streben nach kompromissloser Qualität forderte aber einen hohen Preis: Die Betreiber hatten sich schlicht und ergreifend aufgearbeitet. Was in der Konsequenz dazu führte, dass Sie ihren Laden in der Schrottgasse verkauften: an Anemone Kessmann und ihren Partner Sebastian Müs-

MÄRZ 2016

sig, die hier Ende November das Anemone eröffneten, in dem ich heute zu Gast bin. Die Einrichtung wurde nahezu komplett übernommen, ein kleiner Facelift ist aber erkennbar – den ich allerdings persönlich nicht unbedingt vorteilhaft finde, denn die reinweiß gestrichenen Wände und die Beleuchtung machen das Lokal eher kühl. Kühl, und zwar wunderbar kühl, ist auch das Tegernseer Hell, das mir vom sehr freundlichen Service gegen den ersten Durst im gekühlten Steinkrug serviert wird. Eine Wohltat! An dieser Stelle darf ich mal loswerden, dass ich nichts mehr hasse als Bier, das nicht klirrend kalt ist. Noch schlimmer:

Bier, das in warme Gläser eingefüllt wird, die direkt aus der Spülmaschine kommen. Pfui!

COUCH CAFE – GROSSER NAME, SCHWERES ERBE. Ich hatte meinen Testbesuch im Anemone bewusst aufgespart, weil ich dem neuen Laden Zeit geben wollte, die Couch Cafe-Vergangenheit hinter sich zu lassen, ein eigenes Profil zu entwickeln und Kinderkrankheiten abzustellen. Ich war aber schon öfter auf 11

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F I DE L G A S T R O

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einen Espresso da, um nach dem Rechten zu schauen, die Karte zu studieren – und um zu sehen, wie sich das Lokal entwickelt. Außerdem habe ich im Vorfeld mehrfach Bekannte vom Fach als Scouts zum Testessen ins Anemone geschickt. Auch bei meinem heutigen Besuch habe ich kompetente Verstärkung dabei. Auf der Speisekarte, auf der Website und in einigen Werbetexten wird mit Nachhaltigkeit, Regionalität und Saisonalität geworben. Doch von Letzterer ist in der Speisekarte, die sich seit der Eröffnung nach meiner Wahrnehmung nicht wesentlich verändert hat, wenig zu spüren. Auch wenn man eine Karotten-OrangenIngwersuppe unter Freunden als saisonal durchgehen lassen kann, so recht findet sich dieser Anspruch in der Karte nicht wieder. Zander auf Tomaten-Pesto (von der Regionalität eines Zanders, die ich ja

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Kowalski

bereits häufig thematisiert habe, einmal abgesehen)? Spaghetti mit Pilz-Pesto? Ausnahme: das Rote-Bete-Apfel-Carpaccio, das an und für sich gut in die Zeit passt. Leider ist der knackige, süßsaure Kürbissalat, der auf dem Carpaccio angerichtet ist, dermaßen mit Zimt übertönt (was, dezent eingesetzt, an sich eine gute Idee wäre), dass weder Koriander und Kürbis, noch irgendeine andere Komponente des Gerichtes herauszuschmecken sind – und man sich, leider, in der Weihnachtsbäckerei wähnt. Auch die Konsistenzen wollen nicht so recht passen, denn Carpaccio, Apfel und Kürbis sind sämtlich roh und knackig – es fehlt eine ausgleichende, weiche, cremige Komponente. Die ist dann ausgerechnet im nächsten Gericht in einer Art und Weise vorhanden, die hier leider Fragen aufwirft: Meine Vorstellung von ei-

seit 1990

CAFÉ RESTAURANT BAR PA - OBERER SAND 1 | TELEFON: 0851 2487 MO - SA: 9.15 - 1.00 UHR | SO: 10.00 - 24.00 UHR WWW.CAFE-KOWALSKI.DE

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PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


F I DE L G A

nem Tartar von der geräucherten Forelle ist jedenfalls etwas anderes als die drei viel zu mächtigen Frischkäse-Sahne-Nocken, die auf dem guten Kartoffel-Karotten-Rösti deutlich zu dominant, um nicht zu sagen, fett, thronen. Schade, hier wäre Leichtigkeit Trumpf gewesen, um das, worum es eigentlich geht, brillieren zu lassen: nämlich die Forelle. Das Rinder-Oliven-Carpaccio, ein Klassiker der Bistro-Küche, holt mich leider auch nicht so recht ab, das Rindfleisch ist weitgehend unauffällig, einzig das gute Dressing des Rucola-Salates, der auf dem Carpaccio angerichtet wurde, schmeckt mir. Der Salat mit Wildkräutern mit einem gut abgeschmeckten Saté-Spieß vom Bio-Hähnchen und einem allerdings uninspirierten, gegrillten Birnenspieß ist insgesamt in Ordnung und mit Euro 12,50 für die gebotene Qualität auch fair kalkuliert. Aber komme ich deshalb wirklich hierher? Immer wieder stelle ich mir diese Frage an diesem Abend.

GUTE RÖSTI, FETTE NOCKEN: SCHADE

SATÉ-SPIESS: EIN LICHTBLICK

MÄRZ 2016

WARUM GEHE ICH ESSEN? WEGEN DES ESSENS! Denn leider wird es mit den Hauptgerichten nicht besser, sondern schlechter. Ich muss das so deutlich sagen – und ich habe mir hundertmal das Hirn zermartert, ob es an mir liegt, meinem Geschmack, meiner Befindlichkeit. Ich komme aber immer wieder zum gleichen Ergebnis: Die völlig geschmack- und lieblose Ofenkartoffel, die zum Entrecôte serviert wird, ist nichts weniger als eine Frechheit, zumal darauf eine völlig inakzeptable Knoblauchpampe geklatscht wurde, die das gesamte Gericht ruiniert. Wieder schade, denn die Ausgangsqualität des Fleisches wäre an sich sehr gut, wenn auch das Steak mit zu wenig Hitze gebraten wurde und von außen kaum Röstaromen aufweist. Leider rettet auch das gute Karotten-Paprika-Grillgemüse diese Enttäuschung nicht mehr – die aufgerufenen Euro 23,50, die für die Fleischqualität an sich gerechtfertigt wären, sind so einfach nur noch ärgerlich.

S T RO

C TECHLI UNBES

H!

ZAHLT! E B T S SELB ET! EMELD G N A N U CH HEIMLI T! R AF I E R G O T O F

Ich wünschte, es gäbe über das Münchner Schnitzel Positiveres zu berichten, denn so langsam aber sicher gehen Fidel Gastro die rettenden Strohhalme aus. Immer bin ich bemüht, gute Seiten zu entdecken und (auch) darüber zu berichten. Aber leider ist auch dieses Gericht ein Reinfall und mir tut – polemikfrei – das arme Bio-Kalb leid, das dafür sterben musste. Die Panade aus Senf und kaum wahrnehmbarem Meerrettich ist sichtbar dermaßen lätsch, dass ich das Gericht so einfach nicht herausgegeben hätte; ganz zu schweigen von den Bratkartoffeln, die einfach kaum gebraten, sondern eher gegart sind. Röstaromen? Auch hier Fehlanzeige. Und dafür dann Euro 17,50? Man muss das so knallhart sagen: Jedes Schweineschnitzel Wiener Art in jedem x-beliebigen Landgasthof macht deutlich mehr Freude – und kostet knapp Euro 10,00 weniger.

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F I DE L G A S T R O

WERDEN SIE LESER-REPORTER! Wie hat es Ihnen geschmeckt? Sind Sie anderer Meinung? Schreiben Sie Fidel Gastro!

Schicken Sie uns Beweisfotos, schildern Sie uns Ihre Eindrücke! Sagen Sie uns Ihre Meinung! Fidel Gastro belohnt die beste Einsendung. Er nimmt Sie zum nächsten Gastro-Test mit und bezahlt die Rechnung! Schreiben Sie uns: redaktion@ pastaonline.de facebook.com/ pastamagazin

(EINZIGE) WOHLTAT: BIER AUS DEM EISGEKÜHLTEN STEINKRUG

ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT – DAS EIGENTLICHE PROBLEM Warum mir diese Zeilen so schwer fallen wie noch kein Fidel Gastro zuvor? Ich habe die beiden Betreiber des Anemone kennengelernt: Das sind zwei ganz reizende, intelligente junge Menschen, die sich ihren Traum eines eigenen Lokals verwirklicht haben – und denen ich gastronomische Erfahrung keinesfalls absprechen möchte. Anemone, die in Passau studiert hat, war hier jahrelang in der Gastronomie tätig. Ihr Partner Sebastian ist ein großer Whiskey-Narr und hält (auf Nachfrage) eine einzigartige Whisk(e)yAuswahl bereit. 14

Dennoch reicht es schlicht und einfach nicht. Das zu sehen (und vor allem zu schmecken – und darum geht es mir im Kern) tut mir unheimlich leid. Und weh. Da beide Betreiber selber nicht kochen, sind sie abhängig von Köchen, die aber offensichtlich ganz eigene Ideen haben und wohl schlicht tun und lassen, was sie wollen. Nur so ist für mich erklärbar, warum zwar Werte definiert und Ansprüche geäußert werden (die ich gut und richtig finde), aber auf dem Teller weder eine kulinarische Linie erkennbar ist, noch irgendwas so richtig (zusammen)passen will. Was die für mich bedrückende Konsequenz hat, dass es eigentlich keinen Grund gibt, hier zu essen. Da auch die Weinauswahl, die ich sonst gerne als Argument für ein Lokal verwende, Durchschnitt ist, bleibt am Ende des Tages eiskaltes Tegernseer Hell aus dem Steinkrug. Leider.

infos

Anemone SCHROTTGASSE 12 PASSAU-ALTSTADT TELEFON 0851 / 2 25 66 88 WWW.ANEMONE-PASSAU.DE ÖFFNUNGSZEITEN MO–FR

17–23 UHR

SA

11–23 UHR

SO

10–23 UHR

MO, DI RUHETAGE

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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PARADIESISCH SCHÖNER

WELLNESSURLAUB

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as Vier-Sterne-Superior-Hotel Almesberger im oberösterreichischen Mühlviertel zählt zu den besten und größten Wellness-Oasen des Landes. Saunawelten, Poollandschaften, Körper- und Gesichtsbehandlungen sowie ein modernes FitnessCenter versprechen auf insgesamt 5.000 Quadratmetern die ersehnte Entspannung. Mit einem besonderen Konzept für ganzheitliches Wohlbefinden setzt das bekannte Resort positive Impulse für die vielfach aus dem Lot geratene WorkLife-Balance. Neben passivem Nichtstun sowie paradiesischen Bädern und Behandlungen motivieren Vitality- und Fitnessangebote zu Bewegung, Sport und einer gesunden Lebensweise. Nach dem Motto Nicht nur Liebe, sondern auch Erholung geht durch den Magen bietet die Almesberger Genusspension von früh bis spät Kulinarik auf höchstem Niveau. Dabei verleiht die absolute Frische regionaler Zutaten der neu interpretierten Mühlviertler Schmankerlküche ihren unverwechselbaren Geschmack. Die feinen und leichten Köstlichkeiten liefern essenzielle Nähr- und Vitalstoffe. Zudem werden auch spezielle Ernährungswünsche wie glutenfreie oder vegetarische Kost gerne erfüllt. Das Hotel Almesberger ist Rückzugsort und Kraftquelle zugleich – mit einem fast unerschöpflichen Wellness- und Spa-Angebot, das keine Wünsche offen lässt ...

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MÄRZ 2016

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F I DE L G A S T R O

TOPF

SCHAU!

W O F I D E L G A S T R O A U C H N O C H WA R Kaum ein Tag vergeht, an dem Fidel Gastro nicht in Sachen Kulinarik unterwegs ist. Ob Gourmettempel oder Currywurstbude, ob Paneer oder Paradeiser, ob Trippa oder Trüffel – Fidel Gastro schaut mit Begeisterung in die Töpfe der Welt. In dieser Ausgabe beschäftige ich mich – mal wieder – mit einem meiner, nun ja, Steckenpferde: der asiatischen Küche. Erstaunlich

gute Currys habe ich kürzlich nicht nur in der Pestowerkstatt im Unteren Sand, sondern auch im neu eröffneten Maharaja in der Roßtränke gegessen. Indisch sind wir also recht gut aufgestellt in Passau – mögen andere asiatische Küchen bitte (schnell) folgen! Wohin soll Fidel Gastro (nicht) zum Essen gehen? Sagen Sie’s uns unter redaktion@pastaonline.de

PESTOWERKSTATT – (NICHT NUR) DER PREIS IST HEISS

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as kleine Lädchen im Unteren Sand hält sich jetzt schon viele Jahre. Und womit? Mit Recht! Denn in der Pestowerkstatt gibt es nicht nur fantastische, variantenreiche, selbstgemachte Pesto zu kaufen, sondern auch einen vorzüglichen Imbiss. Mittwoch bis Samstag von 11 bis 16 Uhr kann man hier nahezu konkurrenzlos günstig zu Mittag essen (und das, obwohl die Preise gerade leicht angehoben worden sind). Für deutlich unter Euro 5,00 gibt es wohlschmeckende, wechselnde Currys, Suppen – und natürlich Gerichte mit Pesto. Dass alles mit Liebe zubereitet wird, schmeckt man einfach!

PHO HOANG – LANG ZHU

MAHARAJA – VERY WELL, SIR!

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s war abzusehen: Das Pho Hoang, bis dato einziges vietnamesisches Restaurant weit und breit, hat Anfang des Jahres für immer geschlossen. Nicht wenige Gäste waren, wie

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mir der Wirt immer wieder bestätigte, aufgrund meines Testberichts aus dem Jahr 2013 zu Stammkunden geworden, weil sie, wie ich, die Reisbandnudelsuppe Pho oder die Sommerrollen liebten. Leider hat es trotzdem nicht gereicht: Lage und Ambiente des Lokals sind einfach unter aller Kanone. Vielleicht werden meine Gebete ja doch irgendwann erhört und die Betreiber machen eine vietnamesische Suppenküche in der Fußgängerzone auf? 16

ach meinem Vorbericht in der letzten PASTA! hat Passaus neuer Inder, das Maharaja in der Roßtränke 10, jetzt eröffnet – und ich war natürlich sofort da, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. Das Lokal ist mit überschaubaren Mitteln und dem Interieur der erfolglosen Vorgänger wieder hergerichtet worden, was aber irgendwie sehr gut zu einem echten Inder passt (beide Betreiber sind Inder): kein geschleckter Designerladen, sondern ein unkompliziertes, farbenfrohes Restaurant, das einen sofort mit den fantastischen Gerüchen der indischen Küche in seinen Bann zieht.

Das Malai Kofta (Käsebällchen in einer sämigen Sauce) war schon mal ein guter Anfang – wir bleiben auf jeden Fall am Herd bzw. Ball. PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


PASSAU AKTUELL

EWEGUNGS ELDER Was gibt es Neues in unserer Stadt? Was tut sich im Landkreis? Wie sieht es im weiteren PASTA!-Verteilgebiet aus? Welche Gastronomien und Geschäfte haben neu eröffnet? Wir sind immer auf der Suche nach

innovativen Konzepten, fantasievollen Kreationen und kompromisslosen, leidenschaftlichen Menschen. Und falls wir etwas Interessantes verpasst haben sollten: Schreiben Sie uns an redaktion@pastaonline.de

von cor nelius m a rtens

ESSKULTUR – NEUE GAS(T)GEBER!

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UNVERPACKT PASSAU – FÜLL MAL AB!

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och eine Neueröffnung, die für Furore sorgen könnte – schwappt mit ihr doch ein Trend aus der Großstadt zu uns nach Passau: Bei Unverpackt Passau in der Theresienstraße gibt es Lebensmittel ohne Verpackung, die man sich vor Ort in eigens mitgebrachte Behältnisse abfüllen kann. Wem das zu aufwendig ist, kann geeignete, wiederverwendbare Behältnisse auch vor Ort kaufen. Das ist nachhaltig und produziert keinen Müll! Der Clou des Konzepts: Man kauft nur genau so viel, wie man auch braucht. Gerade bei jungen Leuten kommt das Konzept schon wenige Wochen nach der Eröffnung gut an. Auch wenn der Laden noch etwas schlicht daherkommt und noch nicht alles fertig ist – der jungen Gründerin Jessica Endl wünschen wir viel Erfolg!

ch verfolge den beruflichen Werdegang von Simon Hannig schon länger, unsere Wege haben sich kulinarisch schon oft gekreuzt. Ob bei Caterings von La Zucca oder als Koch im Oberhaus, Café Anton und im ScharfrichterHaus – mir hat’s immer geschmeckt, wenn er am Herd stand. Jetzt macht sich der gelernte Koch und Betriebswirt mit seiner eigenen Cateringfirma selbstständig. Unter dem Namen Esskultur wird von Geburtstags-, Hochzeits-, oder Business-Caterings bis zu Home Cooking und Kochkursen eine abwechslungsreiche Palette geboten – besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf vegetarischen und veganen Speisen. Frischer Wind für die hiesige Gastro-Szene! Ich freue mich darauf. Infos unter www.esskultur-passau.de

MAX UND JOSEF – MÄNNERTRAUM

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ein, nicht in Berlin-Mitte, sondern mitten in Deggendorf habe ich diesen wunderschönen kleinen Laden namens Max und Josef entdeckt: dezenter Geruch nach Leder, blank gewienerte Motorradhelme, die feinsten Treter von Red Wing, Gin, blitzende Messer, Accessoires für den gepflegten Hipster-Bart und vieles mehr – die reinste Wellnessoase für den Mann! Der Slogan Gutes für Mann und Maschine passt wie die Faust aufs Auge. Man möge bitte in Passau schnellstmöglich eine Zweigstelle aufmachen!

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FREUNDE

GEMEINSAM DURCH DICK & DOOF

FREUNDE FREUNDE

INNIGE BEZIEHUNGEN ABSEITS VON SEX, GELD UND EIFERSUCHT

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iese beiden unnachahmlichen Trottel! Laurel und Hardy – in Deutschland meist Dick und Doof genannt – sind einfach zum Lachen. Manchmal sogar so sehr, dass man weinen muss. Als sie beispielsweise versuchen, das in eine große Holzkiste verpackte Klavier diese endlos scheinende Treppe hinaufzuhieven: Immer und immer wieder rutscht die sperrige Fracht polternd die Stufen hinunter, natürlich stets auch über den dicken Hardy, der am Boden liegt, weil sein Freund mal wieder eine Sekunde lang unachtsam war. Vor dem Haus rammt der Dünne dem Dicken dann die Leiter ins Gesicht, schlägt ihm die Tür auf die Nase, schubst ihn, sodass er in zwei herausstehende Nägel steigt. Alleine aufgrund solch haarsträubender Zwischenfälle, die ungeachtet der Komik durchaus schmerzhaft sind, hätte der Dicke genügend Gründe, seinem Kumpel die Freundschaft zu kündigen. Doch wider Erwarten liegen sich die beiden am Ende ihrer Sketche meist lachend in den Armen – die Freundschaft zerbricht nicht. Die Geschichten von Laurel und Hardy sind erfrischend lebensnah, sie zeigen, wie Freundschaft funktioniert. Die Lehren, die

man daraus ziehen kann, sind vielfältig: Von Freunden sollte man nicht zu viel erwarten; man sollte nicht nachtragend sein und nicht zu lange mit dem anderen hadern, wenn dieser mal wieder alles falsch gemacht hat. Vor allem aber sollte man Konflikte nicht zu lange schwelen lassen: Lieber haut man dem anderen gleich die Torte ins Gesicht oder gibt ihm einen Tritt in den Hintern. So spart man sich stundenlange, meist sinnlose Diskussionen über Befindlichkeiten. Geteiltes Leid ist halbes Leid, heißt es doch so schön; und auch wenn das Leid manchmal erst durch die Freundschaft entsteht, so lässt es sich auch nur durch sie überhaupt ertragen. Die Freundschaft wird zwar auch gerne als die kleine Schwester der Liebe bezeichnet – doch diese Unterordnung unter eine vollkommen andere Form der Empathie und Zuneigung, nämlich einer sexuell geprägten, trifft wohl kaum zu. Ganz im Gegenteil: Die Freundschaft verlangt nichts, sie kennt keine körperliche Begierde, sie ist nicht von den Höhen und Tiefen, den emotionalen Ausschlägen der Liebe geprägt. Stan Laurel selbst hat den Beweis geführt: Er war viermal verheiratet – mit seinem Filmpartner Oliver Hardy ist er sein Leben lang befreundet geblieben.

„Das Liebesfeuer ist, wie ich zugeben muss, eingreifender, brennender und peinigender; aber zugleich ist es mutwillig und unbeständig, flatternd und sich wandelnd, eine Art Fieberglut, die aufund abschwillt; ein Feuer, das nur Teile von uns versengt. In der Freundschaft dagegen herrscht eine allgemeine Wärme, die den ganzen Menschen erfüllt und die außerdem immer gleich wohlig bleibt; eine dauernde stille, ganz süße und ganz feine Wärme, die nicht sengt und nicht verletzt. Außerdem ist das Wesentliche bei der Liebe ein unstillbares Sehnen nach einem Ziel, das immer entweicht, sobald die Liebe in das Gebiet der Freundschaft hinübergreift, das heißt, wenn die Herzen sich finden, verliert sie an Feuer und Kraft; ihre Erfüllung ist ihr Ende; denn das Ziel, das nun erreicht ist, ist ein körperliches, und damit zieht die Gefahr der Übersättigung herauf. Bei der Freundschaft jedoch sind Sehnsucht und Genuss identisch; sie steigt, sie gedeiht, sie wächst durch ihren Genuss gerade erst recht, denn sie bleibt etwas Geistiges, und die Seele veredelt sich in ihr.“ Michel de Montaigne

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franz. Philosoph (1533-1592) STADTMAGAZIN PASTA! PASSAUER


Wenn aber das Wesen der Freundschaft so anders ist als das der Liebe, wo genau kann sie dann im menschlichen Miteinander lokalisiert werden? Im Prinzip befindet sie sich in einer Zwischensphäre, irgendwo zwischen Verwandtschaft, Liebe und Bekanntschaft. Natürlich gibt es Grenzüberschreitungen: Man spricht von Wahlverwandtschaft, Seelenverwandtschaft, platonischer Liebe. Gegenüber der Verwandtschaft lässt sich allerdings die Freiwilligkeit der Freundschaft nennen; gegenüber der Liebe ihre Beständigkeit und Rationalität; und von der Bekanntschaft unterscheidet sie sich durch ihre besondere Intensität. Ob nun Dick und Doof, Goethe und Schiller, John Lennon und Paul McCartney, Winnetou und Old Shatterhand, Ernie und Bert: Jeder kennt diese berühmten Duos. Die Gemeinsamkeit dieser bisweilen sehr unterschiedlichen Pärchen besteht darin, dass es sich ausschließlich um Männer handelt. Über Jahrhunderte gaben berühmte Männerfreundschaften im abendländischen Denken den Ton an. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren es hauptsächlich Männerfreundschaften, die auf der Kinoleinwand oder in Romanen beschworen wurden. Frauenfreundschaften gab es praktisch nicht – selbst die Freundschaft zu Tieren, wie beispielsweise in der Fernsehserie Fury, in der sich der Waisenjunge Joey mit dem schwarzen Hengst wie mit einem menschlichen Freund versteht, rangieren im öffentlichen Interesse noch über den Freundschaften unter Frauen. Die kulturellen Wurzeln der Männerfreundschaft reichen weit in die Vergangenheit zurück. In der Antike galt Freundschaft als politisch anzustrebende Form des gesellschaftlichen Miteinanders einst mehr als die Liebe. In den Geschichten Homers waren Freunde zumeist Kampfgenossen oder Verwandte – oder beides. Wer in der Schlacht Seite an Seite kämpfte, musste demnach ein Freund sein. Auch Aristoteles beschrieb eine Reihe von Verhältnissen als Freundschaften, die wir heute maximal als entfernte Bekanntschaften oder Zweckgemeinschaften einstufen würden. Wer in der Antike befreundet MÄRZ 2016

war, hatte also nicht automatisch einen Seelenverwandten an seiner Seite – in der römischen Republik waren Freunde meistens lediglich politische Weggefährten. Es ging um Geben und Nehmen, um das Erreichen gemeinsamer Ziele und gegenseitige Hilfe. Dieses Bild der zweckmäßigen Freundschaft in Form von Waffenbrüderschaft und politischer Einigkeit wurde auch im Mittelalter fortgeführt. Sowohl in der abendländischen Dichtung als auch im berühmten Minnesang wurde das Thema Männerfreundschaft pathetisch aufgeladen und überhöht. Unter dem zunehmenden Einfluss des christlichen Glaubens begann jedoch eine schrittweise Verdrängung der Freundschaft; stattdessen stieg – unter anderem befeuert vom preußischen Philosophen Hegel mit seinem Konzept der Kernfamilie als Nukleus des Staates – die Liebe zum gesellschaftlichen Ideal auf. Aufgrund der Annahme, dass Freundschaft kein soziales Gefälle dulde, sowie der Tatsache, dass Frauen in patriarchalischen Gesellschaften sozial unter dem Mann standen, wurde Freundschaft jahrtausendelang als Schulterschluss zwischen Männern betrachtet.

FREUNDE

FREUNDSCHAFT IST EINE TÜR ZWISCHEN ZWEI MENSCHEN. SIE KANN MANCHMAL KNARREN, SIE KANN KLEMMEN, ABER SIE IST NIE VERSCHLOSSEN.

Balthasar Gracián y Morales

spanischer Schriftsteller (1601–1658)

Amicitia (lateinisch freundschaft) bezeichnete in römischer Zeit sowohl eine Freundschaft im heutigen Sinn als auch politische Verbindungen, denen gemeinsame Werte und Ziele zugrunde lagen. Bekannt geworden ist der Begriff unter anderem durch Ciceros Werk de amicitia (der wert der freundschaft). Das Wort ist verwandt mit dem lateinischen amor (liebe). Im Deutschen haben vriunt (mittelhochdeutsch freund) und das Wort freiheit die gleiche Wurzel. Freundschaft ist ein Verhältnis, das nur freie Wesen verbinden kann, alles andere ist Anhänglichkeit oder Abhängigkeit. Fredunschaft und Freiheit sind also zwei in direkter Beziehung stehende Begriffe.

Dementsprechend war es nur konsequent, dass die alten Griechen auch keine Freundschaft zwischen Männern und Frauen kannten – denn nur das Verhältnis zwischen Gleichen konnte als heroisch gelten. Die historische Stummheit der Frauen und ihre damit verbundene Abwesenheit aus dem Thema Freundschaft hielt bis in die Neuzeit an; davon zeugt zum Beispiel die Aussage Nietzsches, die Kulturleistung der Freundschaft liege vor allem darin, dass sie sich nicht mit der scheußlich gierigen Geschlechtsliebe und damit dem Weiblichen verbinde. Auch heute noch gibt es viele Kulturen, in denen Frauen durch die Tatsache, dass sie in den häuslichen Bereich verbannt werden und am öffentlichen Leben kaum teilnehmen dürfen, zu einem Leben ohne Freundschaft gezwungen sind. So war es auch in unserer Kultur bis weit in das 19. Jahrhundert. Und heute? Von vielen Menschen, auch von Nicht-Philosophen, wird die Freundschaft wieder höher bewertet als die Liebe: Weil sie oft von größerer Dauer und weniger sexuell motiviert ist, sowohl zwischen Menschen gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts gepflegt wird und weniger altersabhängig ist. Je instabiler moderne Paar- und Familienbeziehungen werden, desto wichtiger werden Freundschaften. 19

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FREUNDE

PROBLEMATISCH WIRD ES BEI FRAUENFREUNDSCHAFTEN, WENN DIESE ZUM INHALTSLOSEN KAFFEEKLATSCH DEGRADIERT WERDEN

Silvia Bovenschen

Literaturwissenschaftlerin

Entlastet vom Ausschließlichkeits- und Verschmelzungsanspruch der Liebe bieten Freunde Stabilität und Freiheit zugleich. Freundschaft kann als das Versprechen einer Beziehung jenseits der durch Sex vermittelten Liebesbeziehung und jenseits des durch Geld vermittelten Dienstleistungsverhältnisses gelten. Freundschaft beruht auf gegenseitiger Zuneigung, auf Sympathie und Vertrauen. Und natürlich sind es mittlerweile auch Frauenfreundschaften, die zum Thema von Kunst, Kultur und öffentlichem Leben werden. Man denke an Fernseh-Soaps wie die amerikanische Erfolgsserie Sex and the City, bei der erfolgreiche New Yorkerinnen auf ihrer nimmermüden Suche nach dem

Wenn heute ernsthafte Menschen von der Freundschaft sprechen, scheint die Freundschaft auf der Basis ungebremster Sympathie einen Katalog höchst altmodischer Tugenden vorauszusetzen: Loyalität, Großmut, Wahrhaftigkeit, Treue, Ehrbarkeit, Toleranz – aber auch Diskretion, Respekt, Distanz, Unabhängigkeit, Takt, Geschmack. 20

perfekten Partner gemeinsam durch dick und dünn gehen. Problematisch wird es bei Frauenfreundschaften dann, wenn diese zum inhaltslosen Kaffeeklatsch degradiert werden – insbesondere, wenn das Gespräch der Freundinnen untereinander im Wesentlichen darin besteht, über die jeweils gerade abwesenden Freundinnen die ungünstigsten Aussagen zu machen. Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen sieht vor allem den gnadenlosen Konkurrenzkampf unter Frauen als eine mögliche Einschränkung für echte Freundschaft; Männer konkurrieren zwar auch untereinander, vor allem im Berufsleben; die Konkurrenz unter Frauen jedoch „betrifft bis heute die ganze Person, die ganze Erscheinung: die Beschaffenheit der Nase, der Beine, des Hinterns. Mit anderen Worten: Die auf Leistung basierende Konkurrenz der Männer ist in sich rationaler als die auf relativ unabänderliche Naturqualitäten bezogene der Frauen.“ Allerdings gibt es viele Beispiele für Frauen, die diesen Konkurrenzkampf zugunsten einer Freundschaft überwunden haben. Während der Romantik und der Zeit, in der Frauen zu vollwertigen Mitgliedern des Bildungsbürgertums wurden und sich in literarischen Zirkeln trafen, begann auch die zunächst zaghafte, dann immer bedeutender werdende Revolutionierung des Freundschaftsbildes hin zu einem zunehmend auch von weiblichen Werten geprägten Zweierding.

So wie die Freundschaft im Laufe der letzten 100 Jahre immer mehr mit weiblichen Tugenden assoziiert wurde, so sind auch andere Aspekte der Freundschaft dem Wandel der Zeit unterworfen. Für Soziologen ist klar, dass Freunde mehr und mehr die Familie ersetzen. In den frühen Sitcoms der 90er Jahre war es noch die Familie, die stundenlang auf der Couch saß, während Freunde und Bekannte zu Besuch kamen. Die Bill Cosby Show und Serien wie Eine schrecklich nette Familie haben dieses familiäre Selbstverständnis über ein Jahrzehnt lang widergespiegelt. Wenige Jahre später waren es in der US-Serie Friends aber bereits die Freunde, die das Sofa bevölkerten und gemeinsam Lebenskrisen wie Liebeskummer und Arbeitslosigkeit durchlitten. Besonders in den Großstädten, in denen eine stetig steigende Zahl an Singles lebt und familiäre Bindungen oft brüchig sind, zählen Freunde heute mehr denn je. Es scheint bereits vorstellbar, dass Freunde im großen Umfang auch pflegende Tätigkeiten im Alter übernehmen – in Zeiten überlasteter Wohlfartsstaaten und kurzlebiger Partnerschaften eine mögliche Alternative. till gabriel

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ÜBER DEN WOLKEN

NEUE SERIE

TEIL 2

ÜBER DEN WOLKEN

Auf Facebook haben manche Menschen fast so viele Freunde wie die Passauer Domorgel Pfeifen. Sagen Sie mal, Herr Thies, was zeichnet echte Freundschaft aus?

Schon seit der Antike unterstellt man Philosophen oft ein gewisses Maß an Abgehobenheit. Sie seien weltfremde Wesen und schwebten über den Wolken – so die landläufige Meinung. Genau damit möchte der Passauer Philosoph Prof. Dr. Christian Thies nun aufräumen. In der PASTA! reißt er die Wolkendecke auf, steigt herab und beweist seine Bodenhaftung. Monat für Monat stellt ihm die Redaktion eine Alltagsfrage, die er aus seiner philosophischen Perspektive beantwortet.

illustr ation > m a r k us jaur sch fr age > benedikt k uhnen a nt wort > chr isti a n thies

Prof. Dr. Christian Thies ist Inhaber der Lehrprofessur für Philosophie an der Universität Passau. Sein Motto: Philosophieren über den Alltag lohnt sich.

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ie imposante Orgel des Passauer Doms verfügt über H7 H2 Pfeifen. Wer will schon H2 H7 exakt 17.974H7 H2so viele Pfeifen als Freunde? Aber mal im Ernst: Kaum jemand mit einer dreistelligen Zahl an Freunden in den sozialen Netzwerken würde wohl auf die Idee kommen, all diese für wahre Freunde zu halten. Denn die wichtigste Voraussetzung echter Freundschaft ist sicher die reale Begegnung – ein vertrauensvolles Beisammensein über längere Zeit und mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Durch computervermittelte Kommunikation geht viel zu viel von €199 dem verloren, was uns Menschen im Grunde ausmacht.

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MIT SICH SELBST BEFREUNDET SEIN IST VORAUSSETZUNG. Sehr weise ist die Aussage des berühmten antiken Philosophen, dass wahre Freundschaften eine wichtige innere Voraussetzung auf beiden Seiten bräuchten: Man müsse mit sich selbst befreundet sein. Vor diesem Hintergrund ist gegen die vielen Freundschaften in der virtuellen Welt nichts einzuwenden. Es handelt sich dabei zwar vielmehr um Beziehungen, diese können aber wiederum – punktuell – nützlich sein. Soziologen haben schon vor langer Zeit gezeigt, dass es eine starke Kraft schwacher Bindungen gibt (Mark Granovetter). Gerade weil mir meine echten Freunde meist sehr ähnlich sind, kann ich neue Anregungen und wichtige Informationen bisweilen eher aus diesen Beziehungen erhalten. Trotzdem sollten wir es mit den Internet-Freundschaften nicht übertreiben. Zum einen wird Zeit verbraucht, die man wichtigeren Dingen widmen könnte. Zum anderen zeigte eine empirische Untersuchung an einem US-amerikanischen College, dass das Ansehen eines Studierenden mit der Zahl seiner Freundschaften bis zu einem bestimmten Punkt wuchs, dann jedoch wieder zu sinken begann – und zwar deswegen, weil man zu hohe Werte als unglaubwürdig und angeberisch empfand. 2008 lag diese Zahl bei 302, inzwischen mag sie sich der Zahl der Orgelpfeifen im Passauer Dom weiter genähert haben. « MÄRZ 2016

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KULTURTIPPS

SCHICKSALSJAHRE EINES KAISERPAARES

SHAKESPEARE

LESUNG

KAISERSCHMARRN

EIN SOMMERNACHTSTRAUM

DIE VERRATENE GENERATION

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s wird wohl – mit Verlaub – gestattet sein, das etwas spezielle Leben der berühmten österreichischen Kaiserin Sissi ein bisserl auf die Schippe zu nehmen, dachten sich Juliane Hiener und Christian Auer. Welch großartige Idee das war, zeigen die beiden wandlungsfähigen Bühnenkünstler in ihrem neuen kabarettistischen Chansonprogramm Kaiserschmarrn – Schicksalsjahre eines Kaiserpaares, das sie am 4. März in der Redoute präsentieren. Darin thematisieren sie Sissis Schönheitswahn, des Kaisers antierotisches Beamtenleben und zahlreiche weitere (politische) Absurditäten sowohl in Gestalt herrlich schräger Wortgefechte wie auch mit Hilfe von Chansons, Couplets und Operettenliedern von Herrmann Leopoldi, Georg Kreisler, Johann Strauss, Cissy Craner und vielen anderen. DATUM > 4. MÄRZ BEGINN > 20 UHR ORT > REDOUTE, PASSAU EINTRITT > ¤ 21 / ¤ 15 ERM. KARTEN > THEATERKASSE, TEL. 0851/9 29 19 13

hakespeares Sommernachtstraum, entstanden in den Jahren 1595/96, wurde mutmaßlich im Auftrag eines hohen Herrn verfasst, der das Stück zur Unterhaltung einer vornehmen Hochzeitsgesellschaft aufführen ließ. Shakespeare verwendete für den turbulenten Reigen um Theseus und Hippolyta, Demetrius, Hermia, Helena und Lysander, den Elfenkönig Oberon, dessen Frau Titania sowie den stets zu Scherzen aufgelegten Schelmen Puck Ausschnitte aus Ovids Metamorphosen, schuf aber mit seiner virtuosen Mischung aus höfischem Lustspiel, zauberhafter Romanze und volkstümlicher Farce eine einzigartige, die Jahrhunderte überdauernde Komödie. Nach dem überragenden Erfolg der Neuinszenierung im letzten Jahr geht das beliebte Werk des englischen Dichterfürsten nun in die zweite Runde. DATUM > 5.3. (19.30 UHR), 6.3. (16 UHR) ORT > STADTTHEATER PASSAU KARTEN & INFOS > WWW.LANDESTHEATER-NIEDERBAYERN.DE

ie Frauen der Geburtsjahrgänge 1955 bis 1970 starteten als erste Frauengeneration Deutschlands weitgehend gut ausgebildet und mit viel Elan in ein Leben, das ihnen gleiche Chancen und Rechte wie den Männern versprach. Jedoch endeten die Karrieren vieler dieser Frauen abrupt, sobald sie Kinder bekamen. Anschließend war ihnen der erneute Zugang zum Arbeitsmarkt deutlich erschwert – abgesehen von der finanziellen Verantwortung, die sie nach einer Scheidung für sich und die halbwüchsigen Kinder trugen. Heute sehen Hunderttausende dieser Frauen der Altersarmut entgegen. Christina Bylow liest aus ihrem zusammen mit Kristina Vaillant verfassten Buch Die verratene Generation, in dem die Autorinnen die Probleme, aber auch die Leistungen der BabyboomerFrauen beleuchten. DATUM > 8. MÄRZ BEGINN > 20.15 UHR ORT > BÜCHER PUSTET, PASSAU EINTRITT > ¤ 8 / ¤ 5 ERM. KARTEN > BÜCHER PUSTET

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KULTURTIPPS

AUSSTELLUNG

MATINÉE

OBERHAUSMUSEUM

DIE DONAU-WALD-GRUPPE

SPANISH RHAPSODY II

FAMILIENSONNTAGE

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m Jahr 1946 schlossen sich einige niederbayerische Künstler zur sogenannten Donau-Wald-Gruppe zusammen: Hermann Erbe-Vogel, August Philipp Henneberger, Reinhold Koeppel, Oskar Matulla, Walter Mauder, Josef Karl Nerud, Wilhelm Niedermayer, Friederike Pröbiuss, Otto Sammer, Heinz Theuerjahr, Willy Ulfig, Georg Philipp Wörlen. Nach dem Tod Koeppels und Wörlens verließen Pröbiuss und Henneberger die Gruppe 1954, Alwin Stützer, Wolf Hirtreiter und Franz Vinzenz Dressler kamen dazu. In dieser Besetzung bestand die Gruppe bis Ende 1990 und bildete damit einen der am längsten existierenden Zusammenschlüsse bildender Künstler der Moderne. Mit fast 100 Werken werden die 15 Mitglieder umfassend präsentiert, ergänzt von Original-Plakaten und Dokumenten aus den 1940er Jahren. DAUER > 12.3.–5.6. ORT > MUSEUM MODERNER KUNST, PASSAU INFOS & ÖFFNUNGSZEITEN > WWW.MMK-PASSAU.DE

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on feurig-temperamentvoll bis zart-lyrisch: Das Duo PianoFluteConnection, bestehend aus der in Passau lebenden Flötistin Silvia Denk sowie der japanischen Pianistin Madoka Inui, lädt zu einem ganz besonderen kammermusikalischen Ereignis in die wunderschöne Fürstenzeller Portenkirche ein. Diese Matinée bildet eine Hommage an die Musik spanischer und lateinamerikanischer Komponisten und spannt den Bogen von Südspanien und der vom andalusischen Flamenco inspirierten Musik bis nach Argentinien. Mit ihrem ebenso sorgsam zusammengestellten wie auch facettenreichen und mitreißenden Programm Spanish Rhapsody II werden die beiden Musikerinnen das Publikum unter anderem mit Klängen von Astor Piazolla verzaubern, dem legendären Meister des argentinischen Tango Nuevo. DATUM > 13. MÄRZ BEGINN > 11 UHR ORT > PORTENKIRCHE, FÜRSTENZELL EINTRITT > ¤ 20 / ¤ 15 KARTEN > 0851/9 89 02 88

om 15. März bis zum 15. November stehen auf der Veste Oberhaus an jedem ersten Sonntag im Monat die Familien im Mittelpunkt. So können diese jeweils um 14 und 15 Uhr verschiedene Themenführungen zu einem reduzierten Eintrittspreis wahrnehmen und dabei gemeinsam auf viele spannende Entdeckungsreisen gehen. Darüber hinaus wartet an Ostern eine bunte Auswahl an kreativen Ferienprogrammen auf alle Kinder und Jugendlichen. Unter anderem dürfen dabei vom 29. März bis 1. April verschiedene alte Handwerkstechniken ausprobiert werden, während am Ostersonntag bei einer Burg-Rallye von 10 bis 17 Uhr jede Menge Spaß und Spannung auf die jungen Besucher warten. Und natürlich wird auch der Osterhase zur Burg hochhoppeln, um dort seine leckeren Süßigkeiten zu verstecken … ZEITRAUM > 15.3.–15.11., 1. SONNTAG I. MONAT ORT > VESTE OBERHAUS, EINTRITT > ¤ 4 ERM. INFOS & ANMELDUNG > 0851/49 33 50

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KULTURTIPPS

BALLOON PILOT

INDIAN JAZZ DRUM & GROOVE

ELEVEN CROOKED THINGS

SITAR STATION

SOIZWEGER ZWOAGSANG WIRTSHAUS-ROAS

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ie stilistische Bandbreite von Balloon Pilot reicht von minimalistischen Folksongs über orchestral anmutende Arrangements bis hin zu treibenden Folkrockstücken, die die Punkbandwurzeln einiger Bandmitglieder erahnen lassen. Das Miteinander von ätherischen Gitarren-Pickings und zarten Streichern entwickelt sich hin zu komplexen Gesangsharmonien und vertrackten Rhythmen. In Eleven Crooked Things geht die Band noch einen Schritt weiter als im Debüt-Album Balloon Pilot. Die elf neuen Stücke aus Matze Brustmanns Feder zeigen einen unaufdringlichen, entrückten und leicht verschrobenen Charme, getragen von der Rhythmusgruppe Andreas Haberl (drums, unter anderem bei The Notwist) und Benny Schäfer (bass), die sich beide in der Jazz Formation Max.Bab einen Namen gemacht haben. DATUM > 16. MÄRZ BEGINN > 20 UHR ORT > CAFÉ MUSEUM, PASSAU EINTRITT > ¤ 15 / ¤ 7,50 / ¤ 5 RESTPLÄTZE

laus Falschlunger, der vor über 20 Jahren mit der indischen Sitar in Berührung kam, hat sich – nach dreijährigem Studium in Neu-Delhi und Varanasi (Nordindien) – mittlerweile zu einem der erfolgreichsten und vielseitigsten Sitarspieler Europas entwickelt. Zusammen mit Aleksander Koncar am E-Bass sowie Christian Unsinn am groovendem Drumset samt Elektro-Beats und Sounds entwickelt Falschlunger in SitarStation einen ganz spezifischen Bandsound. Indem sie Stilelemente aus der indischen Musik, Jazz, Rock und Pop mit Kompositions- und Improvisationsphasen kombiniert, durchstreift SitarStation ein breites Klangspektrum von sphärisch-berührend über jazzig bis rockig, ohne dabei jemals Kompromisse in Sachen musikalische Dichte und Authentizität einzugehen. DATUM > 18. MÄRZ BEGINN > 20 UHR ORT > CAFÉ MUSEUM, PASSAU EINTRITT > ¤ 15 / ¤ 7,50 / ¤ 5 RESTPLÄTZE

H E I L P R A K T I K E R I N H Y P N O S E T

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F Ü R H E

it der diatonischen Harmonika, der Gitarre sowie vielen verschiedenen Jodlern, Arien, staaden Weisen und lustigen Couplets im Gepäck begeistern Kathrin Gruber und Gabi Schweizer seit mittlerweile 12 Jahren ihr stetig wachsendes Publikum. Wenn die 2011 mit dem Kulturpreis der Hanns-Seidl-Stiftung für Volksmusik in Niederbayern ausgezeichneten Musikerinnen Geschichten rund um ihre Lieblingslieder oder auch Begebenheiten aus dem Leben auf ebenso authentische wie auch (im doppelten Wortsinn) stimmige Weise zum Besten geben, wird’s gemütlich im Wirtshaus. Umso erfreulicher ist es, dass sich die beiden Volksmusikantinnen nun auf Weiberroas begeben, um in verschiedenen Wirtshäusern der Region einen bunten Querschnitt aus 12 gemeinsamen Jahren zu präsentieren. DATUM > 18. MÄRZ BEGINN > 20 UHR ORT > STREIBLWIRT, RITTSTEIG EINTRITT > ¤ 10

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KULTURTIPPS

ZEUGHAUS

MUSICAL-HIGHLIGHTS

MARTIN FRANK

1 ABEND, 3 BANDS

NACHT DER MUSICALS

ALLES EIN BISSCHEN ANDERS

A

M

A

m 19. März werden drei Münchner Bands das Zeughaus in seinen Grundfesten erschüttern. Den Anfang machen die vier Punk-Rocker von Opiliones, deren Spiel einen unweigerlich an die legendären Hot Snakes, Drive like Jehu oder auch an die Wipers denken lässt. Franea, die zweiten im Bunde, bieten Noisy Post-Hardcore & Screamo und lieben es, dem geneigten Zuhörer scharfkantige Riffs und wütende Shouts um die Ohren zu blasen. Fans von Amphetamine Reptile und Touch and Go Records dürften hier auf ihre Kosten kommen, bevor die deutsch singenden Jungs von Lester noch ihr Heavy Pop genanntes Gebräu auffahren. Einflüsse von Muff Potter? Ein bisschen Make Do and Mend? Mag sein. „Vielleicht sind diese Bandvergleiche aber auch ein gewaltiger Haufen Scheiße … “ Hört, hört! DATUM > 19. MÄRZ BEGINN > 21 UHR ORT > ZEUGHAUS, PASSAU

MÄRZ 2016

an kann es wohl kaum Zufall nennen, dass die Nacht der Musicals mit über einer Million Zuschauer zu den weltweit erfolgreichsten Musical-Galas zählt – präsentiert sie schließlich die Höhepunkte der Musical-Geschichte in Gestalt virtuoser Tanzakrobatik und weltbekannter Melodien. Ob Cats, Tanz der Vampire, Der König der Löwen, Elisabeth, We Will Rock You, Das Phantom der Oper, Rocky Horror Show, Mamma Mia, Ich war noch niemals in New York, Jesus Christ Superstar oder – in diesem Jahr ganz neu dabei – Hinterm Horizont und viele mehr: Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Musicals, erleben Sie tragische und heitere Momente, verruchte Gestalten und irrwitzige Figuren, Welthits und ausgewählte Gastsolisten in einem zweieinhalbstündigen Bühnenfeuerwerk der Extraklasse. DATUM > 23. MÄRZ BEGINN > 20 UHR ORT > DREILÄNDERHALLE, PASSAU KARTEN > PNP, PAWO U. PASSAU-TICKET.DE

ufgewachsen auf einem Bauernhof im Bayerischen Wald und ebenso anständig wie streng von seiner Oma erzogen, hat Martin nun den Sprung in die Landeshauptstadt gewagt, um dort Opernsänger zu werden. Doch wo ist er da nur hingeraten? Eine Welt, in der das Wort Märtyrer im Höchstfall mit einem viertürigen Pkw assoziiert wird, der Bäcker seinen Laden später aufschließt als daheim die Rindviecher aufstehen und eine einfache U-Bahn-Fahrt zur sexuellen Belästigung wird, überfordert das junge Landei gewaltig … Nach seinem ersten Soloprogramm Ich pubertiere, das mit dem Niederbayerischen Kabarettpreis 2014 ausgezeichnet wurde, schildert der 22-jährige Kabarettist Martin Frank in Alles ein bisschen anders – vom Land in d’Stadt seine ersten großstädtischen Gehversuche. DATUM > 26.3. BEGINN > 20 UHR ORT > GASTHAUS VOGL, PASSAU EINTRITT > ¤ 16 VVK / ¤ 18 AK KARTEN > PNP, PAWO, GH. VOGL

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S U A H R E T H C I R F R A H C S S ...

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ICH E R R E T ÖS

HOSEA RATSCHILLER (10. MÄRZ)

PEPI HOPF (4. MÄRZ)

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as österreichische Kabarett gehört längst zu den beliebtesten Unterhaltungsgenres, auch in Deutschland. Das ScharfrichterHaus nutzt regelmäßig die Grenznähe zum Nachbarland und lädt immer wieder gerne österreichische Kabarettisten ein. Deshalb freuen wir uns ganz besonders, Ihnen im März eine Vielzahl an österreichischen Kabarettisten präsentieren zu dürfen und den Frühlingsbeginn mit österreichischem Schmäh feiern zu können. Den Anfang macht am 4. März ein nicht ganz unbekanntes Gesicht auf der ScharfrichterBühne: 2012 schaffte es Pepi Hopf unter die Finalisten um das ScharfrichterBeil, jedoch leider nicht auf das Treppchen. In seinem aktuellen Soloprogramm Anonymer Optimist beschäftigt sich der erfahrene Kabarettist mit großen optimistischen Irrtümern und deren Auswirkungen auf unser Leben, denn „angeblich sind wir Österreicher ein Volk von Schwarzmalern, Pessimisten und Grantlern. 28

BERNI WAGNER (16. MÄRZ)

Quatsch! Das Gegenteil ist unser Problem ... “ Am 10. März geht es dann mit Hosea Ratschiller weiter und mit ihm können wir barrierelos an Pepi Hopf anknüpfen – entschied dieser doch im Jahr 2012 den dritten Platz des Beils für sich. Ein glühend heißer Sommertag des Jahres 2015 in Österreich. Das Ende ist nah. Aber man gewöhnt sich an alles. Obdachlose und Oligarchen, Minister und Masseurinnen, Publikumslieblinge und Professoren, Bauern, Knechte, Krocha, Geistliche, Talente, Kebabstandler, sie alle leben auch diesen Tag wieder so, als wäre es ihr letzter. Bis die Gratiszeitung titelt: Kommt jetzt der Weltkrieg!? Und das ist dann doch allerhand. Eine lustvolle satirische Revue zum Zustand des Wesens Österreich mit höllischem Humor und himmlischen Gesängen. Musikalische Unterstützung für sein Programm Der allerletzte Tag der Menschheit holt sich Ratschiller bei den RaDeschnigZwillingen.

Wer nicht genug von Hosea Ratschiller bekommen kann, sollte am 16. März nochmal in den Keller des ScharfrichterHauses kommen. Dann wird der österreichische Nachwuchskabarettist Berni Wagner sein zweites Soloprogramm Kitsch präsentieren, bei dem Hosea Ratschiller Regie führt. Es gibt Hoffnung, es gibt Träume, es gibt einen Plan. Keine Unsicherheit mehr – nein! Sicherheit. Ein Abend für alle, die die Welt verbessern möchten. Denn es wird ein schöner Abend, wie wir ihn uns verdient haben. Nichts wird fehlen. Schließen lässt sich dieser österreichische Teufelskreis am 30.3. mit der Langen Nacht des Kabaretts. Die größten Talente des Landes präsentieren gemeinsam Ersonnenes und Highlights aus ihren aktuellen Programmen. Diesmal mit dabei: Berni Wagner – schon wieder! Aber auch Lisa Eckhart, Daniel Düsi Lenz und das Duo Maurer & Novovesky, die im Finale um das ScharfrichPASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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BRUCKNERHAUS www.brucknerhaus.at Tel.: +43 732 775230 Festival Barock- und Passionsmusik bis 16.03. Brucknerorchester Linz, 24.03. Violinrecital Pavel Milyukov 08.03. WAS GIBT‘S NOCH?

© Klezmer Reloaded

Klezmer Reloaded, 05.03. Musiktheater BlackBox Lounge Tartuffe. Komödie von Molière 24. + 28.03., Kammerspiele POSTHOF www.posthof.at Tel.: +43 732 7705 480

Saisonstart in der Grottenbahn Die Zwerge erwachen aus dem Winterschlaf! ab 01.03. Grottenbahn am Pöstlingberg Electric Church 04.03. Mariendom www.electric-church.at Linzer Autofrühling 11. – 13.03. DesignCenter www.laf.at

Arturo Sandoval & Band. Jazz, 14.03.

SCHARF RICHTER HAUS

terBeil 2015 standen, begleiten durch den Abend – und spielen, so lange Sie wollen! Runden Sie den Abend auch kulinarisch mit Köstlichkeiten aus der österreichischen Küche ab – wie beispielsweise einem herrlich-knusprigen Backhendlsalat oder einem frisch gezapften Stiegl aus Salzburg! Wer zwischendurch lieber bayerisches Kabarett genießen möchte, sollte am 16. März zu Andreas Giebel in die Redoute kommen. Dort erzählt er in seinem Programm Das Rauschen in den Bäumen über sich und uns und andere, die versuchen, sich dieses Kunstwerk Leben zu schnitzen; von der Jagd nach falschen Versprechungen, hohen Erwartungen und der Hoffnung auf die kleinen Momente. Eine höchst vergnügliche Reise in die Welt der Eigenheiten, die das Leben so mit sich bringt.

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MILCHGASSE 2 • 94032 PASSAU TEL.: 08 51/3 59 00 TICKETS: WWW.SCHARFRICHTERHAUS.DE ODER DIREKT IM SCHARFRICHTERHAUS: MO–FR 10–16 UHR

Peter Simonischek, Franz Bartolomey & Jasminka Stancul – Nordlicht. Musikalische Lesung, 16.03. © Zoe Fotografie

THEATER PHÖNIX www.theater-phoenix.at Tel.: +43 732 662 641 Am Beispiel der Butter 03., 05., 06., 09. – 13., 19., 20., 23., 24., 29., 30.03.

Next Comic Festival 10. – 20.03. OÖ Kulturquartier www.nextcomic.org Kunst- und Designmarkt 12. + 13.03. Tabakfabrik Linz www.kunst-designmarkt.at

AUSSTELLUNGEN Titanic – Die Ausstellung Echte Funde, wahre Schicksale. Spektakuläre Zeitreise in die glänzenden Jahre dieser Zeit und bewegende Schicksale. ab 26.03., Tabakfabrik Linz www.titanic-ausstellung.com 50 Jahre – 50 Werke – 50 Geschichten Das Schlossmuseum Linz feiert 2016 sein 50-jähriges Jubiläum. www.landesmuseum.at Ich kenne kein Weekend Aus René Blocks Archiv und Sammlung ab 18.03., Lentos Kunstmuseum Linz www.lentos.at

© Titanic – Die Ausstellung

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Ausgerechnet am Rosenmontag, an dem es einem ja nicht gerade

NEUE SERIE

leicht gemacht wird, gute Musik zu hören, fand im Café Museum ein Konzert der unvergesslichen Art statt.

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ch bin spät dran. Während ich auf meinem Weg zum Café Museum den GaudiwurmWahnsinn am Kirchenplatz in der Innstadt zielstrebig links liegen lasse, ist Helene Fischer mal wieder atemlos. Ein paar Sekunden der Beschallung genügen, um bei mir aus dem Gaudi- einen unliebsamen Ohrwurm werden zu lassen. In der Bräugasse angekommen, deutet bereits die lange Schlange im Eingangsbereich des Cafés auf einen besonderen Konzertabend hin. Offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der sich von den Lobeshymnen auf die texanische Sängerin Jazzmeia Horn hat beeindrucken lassen. Das Konzert sei restlos ausverkauft, heißt es. Ich bin drauf und dran, wieder den Heimweg anzutreten. Doch Café-Betreiber Jürgen Waldner, der bekannt dafür ist, Unmögliches möglich zu machen, zeigt schließlich Erbarmen. Ich könnte noch einen Platz auf der Treppe haben. Na immerhin. Viel Spannung und wenig Sauerstoff liegen in der Luft. Jazzmeia Horn, Gewinnerin des prestigeträchtigen Thelonious-Monk-Wettbewerbs im Jahr 2015, gibt ihr sechstes und damit vorletztes Passauer Konzert. Begleitet wird sie von drei Musikern, die quasi schon zum Inventar des Passauer Jazzclubs gehören: Carlton Holmes am Flügel, Wolfram Derschmidt am Kontrabass und Dusan Novakov am Schlagzeug. Schon nach der ersten Nummer ist Helene Fischer glücklicherweise vergessen und außerdem klar, dass die drei Herren heute Abend ein Schattendasein führen werden. Das liegt nicht etwa an der Bühnenbeleuchtung, sondern vielmehr an Jazzmeia Horn: Wie eine zum Leben erweckte Nofretete steht sie da, ganz in Schwarz gehüllt, mit einem turbanesken Ausrufezeichen auf dem Kopf. Sie singt, scattet, flutet den Raum mit einer

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unglaublichen Energie – und lässt das Publikum dabei immer wieder vergessen, dass sie von einem virtuosen Trio begleitet wird. Was wohl Roger Willemsen, der leider am Vortrag verstorbene Publizist und Jazzliebhaber, zu dieser Sängerin und ihrer Performance gesagt hätte? Nicht auszuschließen, dass er angesichts ihrer Ausstrahlung auf seine unnachahmliche Art ins Schwärmen geraten wäre. Ebenfalls nicht unwahrscheinlich, dass er an jenem Abend spontan beschlossen hätte, die zweite Auflage seiner sehr empfehlenswerten Kompilation My favourite Things – Singers um eine Interpretation von Jazzmeia Horn zu erweitern. In der Pause stelle ich fest, dass ich mit meiner Wahrnehmung nicht alleine bin. Auch andere, die neben mir am Tresen stehen, haben das Gefühl, Zeugen einer Sternstunde zu sein. „İEsto tiene mucho duende“, flüstert mir ein spanischer Freund zu. Ein größeres Kompliment kann man einem Künstler im Spanischen kaum machen. Duende, diese geheimnisvolle Energie, die sich auf der Bühne manchmal entfaltet und die dann alle spüren. Der Passauer Musiker Leo Gmelch hat es in seinem Interview (Seite 32) auf den Punkt gebracht: In der Musik sei zunächst einmal nichts heilig. „Wenn etwas heilig ist, entsteht es auf der Bühne – und dann merkt es jeder: die Musiker und das Publikum.“ Am nächsten Tag bin ich wieder vor Ort: Dieselbe Sängerin, dieselbe Combo, aber eine ganz andere Atmosphäre, die nicht annähernd so energiegeladen ist wie am Rosenmontag. Fazit: Eine Sternstunde lässt sich weder garantieren noch erklären. Was aber nicht weiter schlimm ist – vor allem dann nicht, wenn man das Glück hatte, sie erleben zu dürfen. PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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Theater bin ich auch häufig auf Tournee gegangen, 1989 zum Beispiel mit Udo Lindenberg. Der eigentlich für seine Band vorgesehene Posaunist war verhindert – und ich stand glücklicherweise gleich als Zweiter auf der Liste. Die Tournee war der Wahnsinn. Wir sind unmittelbar nach der Grenzöffnung in Budapest aufgetreten – und nach dem Mauerfall auch im Deutschen Theater in Berlin. pasta! Ein Glück, dass Du Dein JuraStudium rechtzeitig an den Nagel gehängt hast. gmelch Absolut. Im Nachhinein kann ich sagen: Alles richtig gemacht (lacht). pasta! Über die Grenzen von München hinaus berühmt und berüchtigt ist der nach Dir benannte Gmelchtest. Wie ist dieses Format entstanden? gmelch Durch die Zusammenarbeit mit Gerd Baumann – dem ein oder anderen wird sein Name ein Begriff sein. Er ist der Komponist der Musik zum Film Wer früher stirbt, ist länger tot. Gerd und ich hatten während einer anstrengenden Theater-Probenphase irgendwann die Schnauze so dermaßen voll vom dauernden Notenlesen, dass uns die Idee kam, Musiker zusammenzutrommeln, die Lust haben und in der Lage sind, auf offener Bühne zu improvisieren. Das war Ende der 90er, kurz nachdem die Mercedes A-Klasse beim Elchtest umgekippt war. Der Intendant der Schauburg, George Podt, kam dann auf die geniale Idee, dieses Spektakel als Gmelchtest zu bezeichnen. Für den Einfall bin ich ihm noch heute dankbar. Fortan haben wir an der Schauburg zweimal pro Jahr einen Gmelchtest durchgeführt. pasta! Wer wird hierbei getestet? Die Musiker oder die Zuhörer? gmelch Natürlich beide Seiten. Wie schon der Name vermuten lässt, spielen wir Musik zum Umkippen (lacht). Alles andere würde keinen Sinn ergeben. Die einzige Bedingung ist, dass diese frei improvisierte Musik zwischendurch immer wieder groovy und tanzbar sein muss.

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pasta! Es gibt also keine Absprachen oder vorgegebenen Themen? gmelch Nein. Das ist scheiße, wenn einer mit einem bekannten Thema daherkommt. Das kann man woanders machen. Viel spannender wird es, wenn sich Ideen auf der Bühne spontan entwickeln. Dass man immer wieder auf etwas Gemeinsamem landet, ist für die Zuhörer zwar wichtig, für mich persönlich hat der Weg dorthin aber einen viel größeren Reiz. pasta! Welche Eigenschaften müssen Musiker mitbringen, die einen Gmelchtest bestehen wollen? gmelch Ich suche hier Musiker, die Mut haben, die sich auf der Bühne etwas trauen und neugierig sind. Meistens sind das solche, die schon eine gewisse Reife mitbringen und dem Publikum nichts mehr beweisen müssen. Absolventen der Musikhochschulen haben heutzutage ein unglaublich hohes technisches Niveau. Aber viel wichtiger als eine perfekte Technik sind mir emotionale Kraft und Professionalität. Denn es gibt in der Musik nichts Schlimmeres als einen Künstler, der primär auf der Bühne steht, um sich und allen anderen etwas zu beweisen. Da geht jede potenzielle Sinnlichkeit flöten. pasta! Was zieht Dich persönlich auf die Bühne? gmelch Mein Ziel ist es, Emotionen auszulösen – die dürfen auch gerne gespalten sein. Bei den Zuhörern soll die Zeit für einen kurzen Moment stillstehen. Darum geht es mir.

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KINOTIPPS

Jeder kann alles sein

ZOOMANIA die kleine häsin judy hopps hat 48 stunden zeit, das verschwinden von mr. otterton aufzuklären, um von ihrem job bei der verkehrsüberwachung aufzusteigen. TEXT > CLAUDIA KNOBLOCH

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oomania ist eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten und Schmelztiegel unterschiedlichster Tierarten aus aller Welt: Wüstenbewohner leben in Sahara-Wolkenkratzern neben Eisbären in Iglu-Appartements. Hier scheint alles möglich. Dementsprechend groß sind die Erwartungen der jungen Häsin Judy Hopps, als sie eine Stelle bei der Polizei von Zoomania ergattert. Doch die Realität ist hart: Ihre Wohnung ist ein dunkles Kämmerchen, ihr Chef nimmt sie nicht ernst und teilt sie zur Verkehrsüberwachung ein. Doch Judy ist ehrgeizig und bietet sich an, den verschwundenen Mr. Otterton zu suchen – ein kniffliger Fall, zumal eine ganze Reihe an Tieren vermisst wird. Hilfe bekommt Judy vom listigen Fuchs Nick Wilde, der als gewiefter Trickbetrüger die Unterwelt von Zoomania bestens kennt. Das ungleiche Ermittlerteam kommt dem Ver36

schwinden der Tiere innerhalb der 48-Stunden-Frist auf die Spur – die erhoffte Belohnung lässt jedoch auf sich warten ... Die Filmemacher der Walt Disney Animation Studios kreierten für Zoomania eine detailverliebte Welt, in der 64 verschiedene Tierarten zusammenleben – nach realem Vorbild. „Das Team recherchierte allein 18 Monate lang die diversen Arten“, erzählt Produzent Clark Spencer. „Wir trafen uns mit Experten aus aller Welt, auch in Disneys Animal Kingdom und der Walt Disney World. Wir sind bis nach Kenia gereist, wo wir die Tiere Afrikas und deren Verhalten zwei Wochen lang aus der Nähe studierten. Jede Art sollte lebensecht und glaubwürdig wirken.“

START > 3. MÄRZ GENRE > ANIMATIONSFILM IMDB > 8,2 REGIE > BYRON HOWARD & RICH MOORE

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KINOTIPPS

GRÜSSE AUS FUKUSHIMA

POWER TO CHANGE

EDDIE THE EAGLE

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arie flieht vor ihren geplatzten Lebensträumen und reist nach Fukushima, um den Opfern der Dreifach-Katastrophe von 2011 zu helfen. Als Clown will sie Menschen aufmuntern, die alles verloren haben – erfolglos. Doch statt wieder davonzulaufen, hilft sie der der alten Satomi, ihr zerstörtes Haus wiederaufzubauen. Die Regisseurin Doris Dörrie beschreibt ihre Dreharbeiten an Originalschauplätzen: „Wir versuchen seit vielen Jahren, uns in die Realität zu schmuggeln und nicht die Realität dazu zu verdonnern, unseren Vorstellungen zu entsprechen, wie wir sie mal im Drehbuch festgelegt haben. Ein relativ anarchistischer Zugang.“

START > 10. MÄRZ GENRE > DRAMA IMDB > --MIT > ROSALIE THOMASS, KAORI MOMOI, MOSHE COHEN

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in Treibstoff hilft, Stromspitzen abzufangen, ein ehemaliger Langzeitarbeitsloser gibt Stromspartipps, ein Stadtwerk bietet seinen Kunden nur noch Ökostrom an, eine Anlage verarbeitet Abfälle aus der Landwirtschaft zu Pellets. Filmemacher Carl-A. Fechner zeigt in seinem Film Rebellen, Tüftler und normale Verbraucher, die für eine Energieversorgung kämpfen, die zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energiequellen basiert. Power to Change ist ein Plädoyer für die Umsetzung einer demokratischen, nachhaltigen und bezahlbaren Energieversorgung, das die Zuschauer mit mitreißender Musik, beeindruckenden Filmaufnahmen und überraschenden Wendungen unterhält. START > 17. MÄRZ GENRE > DOKUMENTATIONSFILM IMDB > --MIT > HANS-JOSEF FELL, DR. C. KEMFERT, MDB DR. J. VERLINDEN

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ls Kind ist es Michael Edwards nicht vergönnt zu beweisen, was in ihm steckt, da er nie in ein Sport-Team gewählt wird. Doch er gibt nicht auf. Sein Ziel ist der Skisprung-Wettbewerb der Olympischen Winterspiele in Calgary. Mit Hilfe seines rebellischen und charismatischen Trainers erobert der wagemutige Eddie the Eagle zwar keine Medaillen, aber die Herzen der Zuschauer. Der Film von Dexter Fletcher ist eine deutsch-britische Co-Produktion: Die Dreharbeiten fanden 2015 in Garmisch, Oberstdorf und England statt. Neben Hollywoodstars wie Hugh Jackman ist auch die deutsche Schauspielerin Iris Berben als kesse SkibarWirtin Petra mit von der Partie. START > 31. MÄRZ GENRE > BIOPIC IMDB > 7,6 MIT > TARON EGERTON, HUGH JACKMAN, IRIS BERBEN

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BUCHTIPPS

FOTO: © SHANTANU STARICK

GUTES BROT BRAUCHT KEINE SPIELE! MALIN ELMLID

THE BREAD EXCHANGE Die Schwedin Malin Elmlid arbeitet in der Modebranche, in der Kohlenhydrate als Dickmacher verpönt sind. Sie nimmt keinen Zucker im Kaffee, isst keine Pasta. Aber auf ihr geliebtes Brot verzichten? Niemals! Lieber würde sie den Job wechseln. Umso mehr Wert legt sie darauf, nur sehr gutes Brot zu essen.

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AUTOR > MALIN ELMLID SEITENZAHL > 240 SEITEN VERLAG > PRESTEL PREIS > ¤ 29,95

ie Suche nach leckerem Brot wurde in ihrer Wahlheimat Berlin sowie auf ihren Reisen zur Obsession. Weil sie bestimmte Brotsorten nie finden konnte, begann Malin 2007 ihr Brot selbst zu backen. Und weil sie mehr Brot buk, als sie essen konnte, startete sie den Bread Exchange. Sie tauschte Brote gegen Kuchen, Fahrradreparaturen und Gitarrenunterricht – bis heute mehr als 1.400 Stück. Diese Liebeserklärung an gutes Brot verrät neben dem Geheimnis des Sauerteig-Starters viele leckere Rezepte – von veganem Bananenbrot bis zur Brotsuppe – und nimmt den Leser mit auf eine äußerst abwechslungsreiche Reise um die Welt.

DAS KINDER-NÄHMASCHINEN-ABC

W AUTORIN > PETRA FRÜH GENRE > SACHBUCH SEITENZAHL > 96 SEITEN VERLAG > COPPENRATH PREIS > ¤ 14,95

as ist ein Zickzack-Stich? Wie nähe ich eine Wendeöffnung? Was brauche ich für eine Schürze? Wie nähe ich eine Pyjamahose? Wie einen Rucksack? Nach dem Häkeln von Mützen hält jetzt das Nähen Einzug in die Jugendzimmer. Das Kinder-Nähmaschinen-ABC ist einfach zu benutzen, weil es die Grundlagen des Maschinennähens erklärt, jeden Schritt mit einem Foto illustriert und die Schnittbögen mitliefert. Ob Kinder mit 8 Jahren schon mit den Anleitungen klar kommen, hängt sehr von deren Geschick ab – doch für Teenager oder Erwachsene ohne Vorkenntnisse ist das Buch ein sehr guter Start auf dem Weg zum eigenen Näh-Atelier.

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HÖRBUCHTIPPS

david foenkinos

hilma wolitzer

CHARLOTTE

CHARMANTER MANN AUS ERSTBESITZ

D

as ist mein ganzes Leben“, sagte Charlotte Salomon zu einem Vertrauten, als sie ihm einen Koffer mit ihren Bildern überreichte. Kurz darauf starb sie in den Gaskammern von Auschwitz. Das Leben, von dem ihre mehr als tausend im expressionistischen Stil gezeichneten Gouachen erzählen, beginnt im bürgerlichen Berlin, bevor es Charlotte in die Künstlerkreise der 20er Jahre führt und sie schließlich nach Südfrankreich flüchten lässt. Nicht zuletzt, weil ihn das Leben von Charlotte sehr berührt hatte, brachte der französische Beststeller-Autor David Foenkinos diesen faszinierenden Mix aus Fakten und Fiktion zu Papier. Devid Striesows dezent-fesselnde Lesung passt perfekt zu diesem großartigen Buch über das Leben einer fast vergessenen deutschen Künstlerin. VON > DAVID FOENKINOS LABEL > DER HÖRVERLAG AUDIO-CDs > 4 PREIS > ¤ 17,99

A

paula mclain LADY AFRICA

B

eryl Markham wächst als Kind der britischen Upperclass im kenianischen Busch ohne Zwänge und Grenzen auf. Von ihrem Vater lernt sie alles über Rassepferde und arbeitet später als erste weibliche Pferdetrainerin. In Nairobi begegnet sie schließlich Karen Blixens Liebhaber Denys Finch Hatton, der zu ihrer großen Liebe wird. Sie kommt ins Gerede, flieht nach England, heiratet, kehrt zurück, hat eine Affäre mit dem Prince of Wales – und beginnt schließlich mit der Fliegerei. Ein Leben wie ein Roman. Ein unterhaltsames Hörbuch über eine ungewöhnliche Frau, deren Autobiographie Westwärts in der Nacht ebenfalls eine sehr interessante Lektüre ist.

ls seine Frau Bee plötzlich und viel zu früh stirbt, bereitet sich der New Yorker Biologieprofessor Edward Schuyler (62) auf ein einsames Leben mit dem alten Familienhund Bingo vor. Doch plötzlich stehen einsame Damen vor seiner Tür – und als seine Kinder eine Kontaktanzeige für ihn aufgeben, kann er sich vor Angeboten kaum noch retten. Edward ist von dem Interesse an seiner Männlichkeit überrascht, zumal er (bislang ) gar nicht bereit ist, eine neue Frau in sein Leben zu lassen. Ulrich Pleitgen ist mit seiner ruhigen Art der perfekte Sprecher für dieses berührende und lebensbejahende Buch, das eine ganz besondere Art der Trauerarbeit beleuchtet. VON > HILMA WOLITZER LABEL > RANDOM HOUSE AUDIO AUDIO-CDs > 6 PREIS > ¤ 13,95

VON > PAULA MCLAIN LABEL > RANDOM HOUSE AUDIO AUDIO-CDs > 6 PREIS > ¤ 19,99

MÄRZ 2016

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DVDTIPPS

FAMILIENFEST

S

einen 70. Geburtstag feiert der eitle Künstler und Patriarch Hannes Westhoff im Kreise seiner Familie. Seine zweite Ehefrau hat seine Söhne und seine Ex-Frau eingeladen und bemüht sich, ein schönes Fest zu organisieren. Doch bald kommt es zu kleinen Sticheleien und offenen Vorwürfen, die alte Wunden aufreißen. Regisseur Lars Kraume sagt über sein herrlich bitterböses Familienfest: „Im Kern hat der Film eine einfache und klare Botschaft: Familie bedeutet Arbeit und für alle Beteiligten jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung, die es zu meistern gilt.“

GENRE > DRAMA REGIE > LARS KRAUME MIT > GÜNTHER MARIA HALMER, HANNELORE ELSNER, LARS EIDINGER FSK > AB 6 JAHREN filmszene aus »Der Staat gegen Fritz Bauer«

SPIELDAUER > 89 MINUTEN

DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER

COCONUT HERO

M

D

GENRE > DRAMA REGIE > LARS KRAUME MIT > BURGHART KLAUSSNER, RONALD ZEHRFELD, SEBASTIAN BLOMBERG FSK > AB 12 JAHREN SPIELDAUER > 107 MINUTEN

er Oberstaatsanwalt Fritz Bauer kämpft 1957 um Gerechtigkeit: Er hat Hinweise auf den Aufenthaltsort von SS-Obersturmführer Adolf Eichmann, den er in Deutschland vor Gericht stellen will. Doch seine eigene Behörde sabotiert die Ermittlungen, die Unterstützung auf politischer Ebene ist schwach. Um sein Ziel zu erreichen, greift Bauer zu illegalen Mitteln. Der Staat gegen Fritz Bauer war mein Lieblingsfilm des Jahres 2015. Hier stimmt alles: Die Schauspieler, die Ausstattung und das Drehbuch schaffen ein eindrucksvolles Portrait eines echten Helden.

GENRE > DRAMA REGIE > FLORIAN COSSEN MIT > ALEX OZEROV, KRISTA BRIDGES, SEBASTIAN SCHIPPER FSK > AB 12 J. SPIELDAUER > 96 MINUTEN

ike ist 16 und lebt mit seiner Mutter in einer kanadischen Holzfällerstadt. Sein einziges Ziel: sterben. Er gibt seine eigene Traueranzeige auf und schießt sich in den Kopf. Zu seiner Überraschung wacht er im Krankenhaus auf. Als die Ärzte einen Gehirntumor finden, verheimlicht er die Krankheit, um die rettende Operation zu verhindern. Doch dann lernt er die bezaubernde Miranda kennen und überdenkt seine Ziele im Leben. Coconut Hero ist eine melancholische Komödie über die Schmerzen des Erwachsenwerdens, die mit viel schwarzem Humor rund ums Thema Tod aufwartet.

Einfach mal die Füße baumeln lassen – im peb kann man alles machen, was es für einen Kurzurlaub zu Hause so braucht. Sportliche Besucher ziehen im Schwimmerbecken ihre Bahnen, Spaßvögel und Kinder erobern die Rutschen und das Erlebnisbecken. Dort gibt es Massagedüsen, einen Strömungskanal und das lustige Wasserspiel „Schwipp-Schwapp“. Ruhe und Erholung ist im 35 °C warmen Solebecken garantiert. Messestraße 7, 94036 Passau, Telefon: 0851 560-260, peb@stadtwerke-passau.de, www.passauer-erlebnisbad.de

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HERBERT GRANTELT

RUHE IST DIE ERSTE

BÜRGERPFLICHT!

Herbert auf Freelingspfaden

BSSSSSS … DIE BIENE, ZWIZWIZWIZWIZWIZWIZWI … TOCKTOCKTOCKTOCK … DA SPECHT, _____________ ______________________ ... DAS GRAS.

TEXT

k CHRISTIAN GÖTZ

FOTOS

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k NICO MANGER

F

HINGERGRUNDFOTO: © JÜRGEN FÄLCHLE / FOTOLIA

S’VOGERL,

rühling, ja Du bist’s, Dich hab ich vernommen, jaaaa Duu bist’s! Es ist doch immer wieder eine Wonne, sich zur schönsten Jahreszeit in die Landschaftsreste zwischen Neubausiedlung, Gewerbegebiet und kreuzungsfreier Lösung zu begeben und der erwachenden Natur zu lauschen. Und er ist schon auch ein Hund, der Lenz, dieser alte Schönfärber. Hatte in der kahlgrauen Tristesse nebliger Wintertage sogar der ein oder andere Berufsignorant noch leicht pikiert auf die Hinterlassenschaften menschlicher Bauwut gelinst, bei deren Anblick man bisweilen vermuten möchte, Mephisto persönlich hätte beim Kometenwerfen auch noch einem ausgewachsenen Norovirus freien Lauf gelassen – der Frühling macht’s wieder gut. Er zeigt uns Jahr für Jahr aufs Neue, was es im wörtlichsten Sinne bedeu-

tet, Gras über eine Sache wachsen zu lassen – und bestärkt sogar die wirklich Besorgten unter uns ganz dezent in der tröstenden Zuversicht, dass der Mensch mit seinen lächerlichen Verrenkungen letztlich ja doch nur einen sehr kleinen – wenn auch äußerst lautstarken und intensiv gasenden – Schoaß in der Erdgeschichte darstellt.

WAS BRINGT MIR SCHLIESSLICH DIE SCHÖNSTE EINSICHT, WENN ICH VOR LAUTER GASENDEN MOTORRAD- UND AUTO-VOLLPFOSTEN DIE GERÄUSCHE DES FRÜHLINGS NICHT MEHR HÖREN KANN? Womit wir aber auch schon beim Stichwort wären – oder besser den StichworPASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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ten: lautstark, gasend und Menschen. Denn was bringt mir schließlich die schönste Einsicht, wenn ich vor lauter gasenden Motorrad- und Auto-Vollpfosten die Geräusche des Frühlings nicht mehr hören kann? Was hilft die Aussicht auf ein Ende der Menschheit, wenn ich mich für den Rest meines wohl noch vor diesem Termin endenden Erdendaseins Frühling für Frühling mit irgendwelchen vom Hafer gestochenen Trendsettern herumärgern muss? Nehmen wir nur diese unsägliche Bart-Manie. Kaum haben sich die letzten Nebelschleier verzogen, wähnt man sich in der Fuzo urplötzlich wieder in einer Monokultur für Gesichts-Schamhügel – von roten Sneakers, hochgekrempelten Hosen und tschechischen Brillen mal ganz abgesehen. Da Schimpfen jedoch bekanntlich weder MÄRZ 2016

den Rasierer ins Hipster-Badezimmer noch den Schalldämpfer in den Porsche-Auspuff bringt, kann die Lösung meines Frühlingsproblems zwangsläufig nur darin liegen, diese wunderbare Jahreszeit von möglichst vielen Menschen zu befreien. Ohne Gewalt, versteht sich – sollten Sie gerade an die Bemühungen diverser Bestien im Nahen Osten denken, für die selbst Kategorisierungen wie genetischer Sondermüll kläglich als schmeichelhafte Komplimente versagen. Dabei lag die friedliche Lösung noch nie in der Weltgeschichte so nahe: Denn sie liegt zu Hause – oder besser gesagt: im Netz! Nehmen wir nur all jene Teenager, die den ganzen Tag in ihre Smartphones stieren; deren Kontakt mit der Außenwelt beschränkt sich im Höchstfall noch darauf, dass sie in ihrem ganztägigen Blindflug mit diversen

Laternenpfählen, Radfahrern oder Passanten kollidieren. Zögen sie sich auch physisch aus der Welt zurück und blieben einfach zu Hause – was würden sie (und wer würde sie) vermissen? Eine echte Win-win-Situation,

BLIEBEN NOCH ANGEBEN, KAFFEETRINKEN, FRISEUR, SINNLOS HERUMFAHREN UND ARZTBESUCHE. von der Vorbildwirkung auf andere ganz zu schweigen; gäben sie doch ihren Mitmenschen (außer mir natürlich) Anlass, mal darüber nachzudenken, ob man denn wirklich noch so oft raus muss! Zum Schuhe-, Bücher- oder Müslikaufen, zur Partnersuche oder für die Fitness ja wohl ohnehin nicht mehr. 43

k


HERBERT GRANTELT

Blieben noch Angeben, Kaffeetrinken, Friseur, sinnlos Herumfahren und Arztbesuche. Doch da wird’s – Hightech sei Dank – erst richtig interessant: Stellen Sie sich vor, sie heizen mit ihrem nagelneuen Range Rover ungestraft durch die Fußgängerzone direkt vors angesagteste Café, um dort bei einer herrlichen Sojalatte die bewundernden Blicke der Damen für Ihr neues Frühlings-Must-have-Outfit zu genießen – und das alles, während sie ungeduscht in Bademantel und Adiletten auf der Couch gerade einer Blähung nachgeben? Einfach Cyberbrille aufgesetzt und Donjuanlando.de macht’s möglich – vom gesparten Friseur ganz zu schwei-

WAS BLEIBT? EINE STILLE WELT, IN DER DIE MENSCHEN BRAV DAS HAUS HÜTEN. gen. Vier Fliegen mit einer Klappe. Und die Gesundheit? Ein Klick auf Darmspiegelando.de, Rücken24.de und Co. – und die häusliche Selbstbehandlung wird für den dank Google ja ohnehin schon so unglaublich allwissenden Patienten endgültig zum Kinderspiel. Was bleibt? Eine stille Welt, in der die Menschen brav das Haus hüten – welch, von ein paar Sprintern mal abgesehen, CO2-arme und friedvolle Vorstellung. Apropos: Verschiedene Online-Bürgerkriegskonzepte sollen ja längst im Umlauf sein, jetzt müssten wir sie nur noch so billig nach Afrika verkaufen wie unsere überschüssigen Lebensmittel … In diesem Sinne: einen friedlichen Frühling! Genießen Sie ihn – Sie wissen ja, wo.

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nser Bilderrätsel befasst sich mit Personen des öffentlichen Lebens, die irgendwann auch einmal in der PASTA! abgebildet wurden – kennen Sie den hier verschobenen Promi? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an: gewinnspiel@pastaonline.de oder schicken Sie uns eine Postkarte mit der richtigen Lösung an pasta! am severinstor 4, 94032 passau. Unter allen Einsendern verlosen wir gemeinsam mit Bücher Pustet drei Exemplare der Buch-Neuerscheinung Die Fotografin von William Boyd. auflösung des letzten fotorätsels: otto waalkes, komiker

Jeweils ein Exemplar des Buches Der goldene Sohn von Shilpi Somaya aus der Februar-Ausgabe haben gewonnen: Petra Kupka, Ortenburg Gisela Kasbauer, Freinberg O.Ö. Angela-Maria Ammerl, Bad Griesbach Herzlichen Glückwunsch! Bitte holen Sie Ihren Buchgewinn in unserer Redaktion, Am Severinstor 4, Passau–Innstadt, nach telefonischer Voranmeldung unter Tel. +49 (0)851/92 90 86 5 ab. Vielen Dank!

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LEITUNG > CORNELIUS MARTENS REDAKTION > CHRISTIAN GÖTZ, CLAUDIA KNOBLOCH, BENEDIKT KUHNEN, TILL GABRIEL FOTOS > CORNELIUS MARTENS, FLORIAN WEICHSELBAUMER, NICO MANGER ILLUSTRATION > MARKUS JAURSCH

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in Klick, die Blende schließt – der Startschuss zu einem neuen Leben. Mit sieben Jahren hält Amory Clay ihre erste Kamera in Händen, eine Kodak Brownie Nummer 2, und mit ihr sind alle Weichen gestellt. Amory Clay, Fotografin, Reisende, Kriegsberichterstatterin. Statt als Gesellschaftsfotografin in London zu reüssieren, lässt Amory alles Vertraute hinter sich und beginnt 1931 ein Leben voller Unwägbarkeiten in Berlin; einem Berlin der Nachtclubs, des Jazz, der Extravaganz und Freizügigkeit – und der ersten Anzeichen von Bedrohung und Willkür ... Wie schon in Ruhelos schenkt Boyd uns eine unvergessliche Heldin, eine verwegene, verblüffend moderne Frau – und einen Künstlerroman, der das Porträt einer ganzen Epoche zeichnet.

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PASTA! März 2016 - FREUNDE  

Passauer Stadtmagazin - März 2016. FREUNDE - Innige Beziehungen abseits von Sex, Geld und Eifersucht.

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