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PASSAUER STADTMAGAZIN

PASSAU ENTDECKT

DAS TEILEN Juni 2017

19. JAHRG.


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DEIN PERFEKTES STEAK AUF HOLZKOHLE GEGRILLT!

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TEILWEISE GLÜCKLICH Haben ist besser als brauchen! Das dachte ich mir, als ich letzten Sommer im Baumarkt stand und eine Schlagbohrmaschine in der Hand hielt. Seitdem die Maschine mein Eigen ist, kam sie exakt dreimal zum Einsatz, für jeweils rund 15 Sekunden. Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass eine Bohrmaschine während ihrer gesamten Lebensdauer im Schnitt gerade einmal 13 Minuten läuft. Da stellt sich im Nachhinein schon die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, im Baumarkt eine Bohrmaschine auszuleihen statt sie zu kaufen – oder einfach im Freundeskreis beziehungsweise in der Nachbarschaft einen leihfreudigen Bohrmaschineneigentümer ausfindig zu machen. Fest steht: Das Teilen, Tauschen und Leihen ist heutzutage so leicht wie nie zuvor.

Juni 2017

Dank Internet und diverser Apps können sich Anbieter und Nachfrager in Sekundenschnelle finden. Umfragen zufolge spielen sowohl auf Nachfrager- wie auch auf Nutzerseite finanzielle Gründe die Hauptrolle. Doch es gibt offensichtlich noch andere Gründe, weswegen – auch in Passau – immer mehr Menschen bereit sind, Autos, Werkzeuge, Räume oder Daten mit anderen, oft wildfremden Personen zu teilen. Welche Gründe das im Einzelnen sind, erfahren Sie ab Seite 14. Ein Passauer, mit dem wir anlässlich unseres aktuellen Titelthemas sprachen, ist Carsharing-Mitglied Lars Martens. In einem Nebensatz meinte er, die klassische Nachbarschaftshilfe habe nachgelassen – auch in Passau: „Man postet sonntags eher auf Facebook die Frage, ob noch jemand einen Liter Milch hat, anstatt mal beim Nachbarn zu klingeln.“ Wir haben

in der Redaktion darüber diskutiert. Fazit: Lars Martens hat mit seiner Einschätzung wohl nicht ganz unrecht – zumindest was den jüngeren Teil der Passauer betrifft. In der Redaktion sind wir der Überzeugung, dass die klassische, analoge Nachbarschaftshilfe in Passau reanimiert werden sollte. Daher haben wir für alle leihfreudigen Eigentümer von Bohrmaschinen, Rasenmähern, Luftpumpen und Ähnlichem auf Seite 19 ein paar kleine Aufklebervorlagen zusammengestellt: Einfach ausschneiden und auf den Briefkasten kleben! Dann klappt’s bestimmt auch wieder mit den Nachbarn ...

BENEDIKT K U HNEN REDAK TIONSLEITER

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Spitzenkandidat Hubert Scheungraber Journey Cocktailbar, Passau

Alkoholsteuer:

Wir brauchen die Obergrenze! JCB

Spirituosen aller Länder, vereinigt euch!

Journey Cocktail Bartei


INHALT!

PASTA! Juni 2017 Heft Nr. 5/2017

19. Jahrgang

T I T E LT H E M A

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PASSAU ENTDECKT DAS TEILEN

Warum immer mehr Passauer Autos, Räume oder Daten teilen

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ER IST ZURÜCK! Neil Armstrong über den Dächern der

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INNSTADT

WAS PASSAUER DENKEN, ABER NICHT SAGEN PUTZKE?! Is doch wurscht, wer gega’n Dupper verliert

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OHNE WORTE

THOMAS E. BAUER

im Foto-Interview

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PASSAU, DEINE TRAMPOLINE Ein KOMMENTAR von Till Gabriel FIDEL GASTRO FARMSTEAD – Kraft der Mitte

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TOPFSCHAU F(R)ISCH auf den Tisch

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FRAGEN SIE FIDEL GUTEN MORGEN, Passau

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ÜBER DEN WOLKEN Christian Thies über GETEILTES LEID

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PASSAUER STADTMUSIKANTEN ROMY POLITZKI zu lesbisch-schwulen Stadtfesten in Passau

KUNST & KULTUR Konzerte, Theater, Kabarett & Co. im

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KNOPF UND KRAGEN

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Juni 2017

ARCHÄOLOGIE-KORYPHÄE

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9

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POSTA! DER BRIEF Humandl schreibt einer

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VERNÄHT UND ZUGEKNÖPFT

JUNI

– Das Hemd

NEUE FILME / BÜCHER / DVDS EMPFEHLUNGEN aus der Redaktion HERBERTS HANEBÜCHENE HALBWAHRHEITEN Über Leaks und SKANDALE BEI DEN EW

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»ER IST ZURÜCK!« FOTO > FLORIAN WEICHSELBAUMER


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WAS PASSAUER DENKEN, ABER NICHT SAGEN

»Putzke?! Is doch wurscht, wer 2020 gega’n Dupper verliert ...« M A R K U S J A U R S C H < I L L U S T R AT I O N

Juni 2017

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FOTOINTERVIEW

Ohne

Worte

thomas e. bauer GEBOREN 15. juni 1970 bariton und ew-intendant GEGENWÄRTIGE VERFASSUNG götterdämmerung NAME

BERUF

Inwieweit taugen Sie zum Grüßaugust?

Was trinkt man als Bariton, um bei Stimme zu bleiben?

Welches Gefühl löst das Genre Musical bei Ihnen aus?

Schon mit der hiesigen Hautevolee auf Tuchfühlung gegangen?

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PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


FOTOINTERVIEW

L

etzte Woche war er noch auf Konzertreise in China. Gerade probte er mit einem Vokalensemble in seiner Küche. Gleich muss er weiter zu einem Sponsorentermin. Dann wieder ein Konzert. Das Tempo, mit dem der neue Intendant der Festspiele Europäische Wochen seit seiner Inthronisierung vorgeht, ist schwindelerregend. Thomas E. Bauer scheint auf allen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen und dabei nicht den Überblick zu verlieren. Beneidenswert.

Wie das gehen soll, dass der ausgebildete Bariton im Rahmen der Festspiele auch noch mehrere Partien selbst singt? Er macht es einfach! Vorher noch Hände schütteln, dann rauf auf die Bühne, in der Pause mit den Sponsoren schäkern und nach dem Konzert ab zur AfterShow-Party. Der Mitbegründer des Kulturwald-Festivals und des Konzerthauses in Blaibach ist auch ein gefeierter Sänger (u. a. Eröffnungskonzert in der Hamburger Elbphilharmonie, siehe PASTA!

2/2017). Der fast 47-Jährige verfügt über ein engmaschiges Netzwerk in praktisch allen Bereichen des Kulturapparats. Einfach so kommt kein Sloterdijk zur EW-Eröffnung oder mal eben ein Sokolov zum Klavierspielen vorbei. Mehr oder weniger alle kulturellen Hoffnungen dieser Stadt ruhen auf ihm – Realisierung eines Passauer Konzerthauses inklusive.

text > cornelius lloyd martens fotos > florian weichselbaumer

Wie schaut Sie der typische Konzertbesucher in Passau aus Reihe 1 an?

… und in der Elbphilharmonie?

Wann kommt das Konzerthaus?

Lassen Sie sich im Erfolgsfall in Thomas E.W. Bauer umbenennen?

Juni 2017

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POSTA! DER BRIEF

Niemand schreibt mehr Briefe. Für die PASTA! in Zeiten des Smartphone-Autismus Anlass genug, diese vergessene Tradition wieder aufleben zu lassen. Und weil darüber hinaus auch niemand mehr Briefe liest, lesen Sie (falls Sie sie lesen) hier Briefe an TEXT > CHRISTIAN GÖTZ Adressaten, die diese garantiert nicht lesen werden. In diesem Sinne lol, rofl, Emoji, LG und hdgdl.

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TITELTHEMA

Immer mehr Passauer teilen Räume, Autos oder Daten – oft mit wildfremden Personen. Was treibt sie an? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Eine Erkundung. 14

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TITELTHEMA

PASSAU ENTDECKT

TEXT & FOTOS > BENEDIKT KUHNEN I L L U S T R AT I O N > M A R K U S J A U R S C H

DAS TEILEN n einem sonnigen Frühlingsnachmittag sitzt Stephanie Fichtl in einem Liegestuhl am Kirchenplatz – und ist in Gedanken auf Teneriffa. Im Rahmen ihres Studiums verbrachte sie dort sieben Monate in einer großräumigen DreierWG und beherbergte unzählige Reisende. „Wir waren der Couchsurfing-Hotspot von La Laguna und hatten die kuriosesten Leute zu Gast“, erzählt sie. Schon seit 2008 ist die gebürtige Chiemgauerin Mitglied bei Couchsurfing, einem internetbasierten Netzwerk von Privatpersonen, die sich durch ihre Mitgliedschaft bereiterklären, andere Couchsurfer kostenlos bei sich aufzunehmen. Weltweit zählt die Plattform mittlerweile mehr als zehn Millionen Mitglieder. Im Gegensatz zu den Nutzern kommerzieller Angebote wie Airbnb, auf denen private Unterkünfte gegen Geld vermietet werden, spielt unter Couchsurfern das Gruppenzugehörigkeitsgefühl eine große Rolle. Die Community trifft sich gerne auf ein Bier, man tauscht Erfahrungen untereinander aus – in Passau neuerdings am ersten Freitag des Monats im Kreuzweis in der Pfaffengasse. WILDFREMDE MENSCHEN KOSTENLOS BEI SICH AUFNEHMEN? FÜR STEPHANIE FICHTL EINE BEREICHERUNG

„So unterschiedlich die Couchsurfer mitunter sind, es verbindet sie ein ausgeprägtes Interesse am Zwischenmenschlichen und der Juni 2017

Wunsch, anderen zu helfen“, glaubt Stephanie Fichtl. Für die 28-Jährige, die ihr Studium der Kulturwirtschaft mittlerweile abgeschlossen hat und zuletzt für die Stadt Passau als Netzwerkmanagerin des Gründerzentrums Digitalisierung tätig war, ist Couchsurfing eine geniale Erfindung: „Es gibt keine bessere Art, den Ort zu erkunden, an den man reist.“ Sie liebt Städtereisen, hasst aber nichts mehr als klassische Sightseeing-Touren mit dem Reiseführer in der Hand. „Wenn du mit einem Einheimischen in einer Stadt herumlaufen kannst, ist das wesentlich cooler.“

besonders beliebt ist das teilen unter der jüngeren generation

teilte – Menschen, die sie vorher nicht kannte. Schlechte Erfahrungen musste sie bisher so gut wie keine machen: „Auf Teneriffa hatten wir mal fünf Tage lang ein Pärchen aus Österreich zu Gast, das sich in dieser Zeit zweimal getrennt hat – und zwar sehr lautstark. Die beiden waren wirklich eine Katastrophe.“ Ansonsten bewies sie bei der Auswahl ihrer Gastgeber und Gäste aber immer ein gutes Händchen. Couchsurfing ist Teil eines Phänomens, das als Sharing Economy – als Ökonomie des Teilens – bezeichnet wird. Hier kaufen die Konsumenten nicht mehr, sondern sie teilen, tauschen und leihen. Besonders beliebt ist diese Form des Konsums unter der jüngeren Generation, die mit Facebook, YouTube und Twitter aufgewachsen ist und dort Fotos, Videos und Neuigkeiten teilt. In den letzten Jahren hat dieses Teilen und Tauschen nun die digitale Welt verlassen; es sind zahlreiche Netzwerke entstanden, in denen reale Güter gemeinsam genutzt werden – und das zunehmend auch in Passau. EIN AUTO ALS STATUSSYMBOL?

Umgekehrt ist Couchsurfing für Stephanie Fichtl eine Möglichkeit, sich das Ferne und Fremde nach Passau zu holen. Seitdem sie alleine in einer 45-Quadratmeter-Wohnung lebt, beherbergt sie aus Platzgründen zwar nicht mehr ganz so viele Couchsurfer wie zu WGZeiten, doch kommen immer wieder Gäste zu Besuch – zuletzt ein schottischer Schlagzeuger und ein argentinischer Klavierrestaurator. Mit ihren Couchsurfern gemeinsam etwas zu unternehmen ist für sie selbstverständlich. „Ich finde es schade, wenn man sich nur wenige Quadratmeter teilt und außer Hallo, Tschüss und der Schlüsselübergabe nichts hinkriegt.“ Insgesamt dürften es rund 70 Reisende gewesen sein, mit denen Stephanie Fichtl in den vergangenen neun Jahren ihre vier Wände

LARS MARTENS FINDET DAS LÄCHERLICH

Ein lauer Frühlingsabend vor dem il nostro. Lars Martens nippt an seinem Aperol und schüttelt den Kopf: „Nein, das Auto war für mich nie ein Statussymbol“, sagt der 36-Jährige. „Ich fand es schon immer lächerlich, wenn jemand meinte, einen dicken BMW oder Mercedes fahren zu müssen. Für mich ist das Auto ein Fortbewegungsmittel – und so sah meins innendrin auch aus.“ Seit mittlerweile acht Monaten verzichtet 15


TITELTHEMA

der ehemalige Passauer BR-Korrespondent auf ein eigenes Fahrzeug. Wie er betont, waren bei seiner Entscheidung vor allem die Kosten ausschlaggebend. Nachdem er sich im vergangenen Herbst entschlossen hatte, an der Universität Passau ein Lehramtsstudium zu beginnen, lag die Sache für ihn auf der Hand. „Ich habe das mal durchgerechnet: Steuer, Versicherung, Reparatur, TÜV, Benzin und vielleicht noch 50 bis 100 Euro im Monat für einen Parkplatz. Da habe ich mir gesagt: Nee, lass es bleiben!“ Seitdem geht er zu Fuß oder fährt Stadtbus. Und wenn er doch mal ein Auto braucht, um Lebensmittel auf Vorrat einzukaufen oder nach Bad Füssing in die Therme zu fahren, ist auch das kein Problem. Denn als Mitglied von Carsharing Passau stehen ihm vier Autos zur Verfügung: jeweils eines am Neuen Rathaus, am Klostergarten, am Paradiesgarten und seit kurzem ein weiteres in der Sailerwöhr. Bereut hat Martens seine Entscheidung bis heute nicht. „In den acht Monaten ist es kein einziges Mal vorgekommen, dass ich ein Fahrzeug brauchte und kein Auto zur Verfügung stand.“ Daher wird er auch nicht müde, in seinem Freundes- und Bekanntenkreis für Carsharing zu werben: „Ich habe an der Uni schon x-fach die Frage beantwortet, wie das Ganze funktioniert. Man muss immer wieder davon erzählen und die Leute überzeugen, dass damit kein Komfortverlust einhergeht.“ Carsharing Passau wurde im Januar 2012 als gemeinnütziger Verein gegründet. Seitdem sind die Mitgliederzahlen stetig gestiegen: von 13 im Gründungsjahr auf mittlerweile 60. Nach Auskunft des Vereinsgründers und ehrenamtlichen Vorsitzenden Boris Burkert ist noch in diesem Jahr die Anschaffung eines fünften Autos vorgesehen – verbunden mit einem fünften Stellplatz. Langfristiges Ziel, so der GrünenStadtrat, ist eine Flotte von 20 bis 25 Fahrzeugen. In Städten wie Freising oder Bamberg ist diese Größe bereits erreicht – und auch Passau habe dieses Potenzial, glaubt Burkert. FÜR SEBASTIAN FRANKENBERGER IST DAS TEILEN POLITISCH UND ÖKOLOGISCH MOTIVIERT

Carsharer wie Lars Martens haben den amerikanischen Soziologen und Ökonomen Jeremy Rifkin schon vor über 15 Jahren zu der steilen These verleitet, dass die Ära des Eigentums zu Ende gehe und das Zeitalter des Zugangs be16

ginne. Güter würden zunehmend befristet und gemeinsam genutzt, so seine damalige Prognose. Die Entwicklung der letzten Jahre scheint ihm Recht zu geben. Immer mehr Menschen wollen kein Auto, sondern nur von A nach B kommen, keine Bohrmaschine, sondern lediglich ein Loch in der Wand, keine CD im Regal, sondern bloß Zugang zur gewünschten Musik. Nutzung statt Eigentum – das ist ihr (ressourcenschonendes) Motto. Nach einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2015, die unter 1.000 Bundesbürgern im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC durchgeführt wurde, ist das Teilen, Tauschen und Leihen in Deutschland schon vergleichsweise beliebt. Demnach haben 46 Prozent der Deutschen in den letzten beiden Jahren mindestens ein Angebot der Sharing Economy genutzt. In vielen anderen Ländern ist der Anteil noch deutlich niedriger, in den USA liegt er gerade mal bei rund 20 Prozent.

Sebastian Frankenberger bietet dort seinen Toyota Prius an, ein Fahrzeug mit Hybridmotor. In den ersten Jahren hat er den Wagen regelmäßig verliehen. Weil der 35-Jährige nach seiner politischen Karriere nun als Reiseleiter zwischen Passau, Linz, Salzburg und Prag pendelt, muss er Interessenten mittlerweile häufiger enttäuschen. „Im Schnitt kommt über tamyca alle zwei Wochen eine Anfrage – im Sommer, zur Festivalzeit, auch häufiger“, sagt er. Unfälle oder Ähnliches gab es noch keine. „Ich habe bislang nur positive Erfahrungen gemacht. Das Handling ist unkompliziert, die Leute sind freundlich und dankbar.“

immer mehr passauer wollen kein eigenes auto, sondern nur von a nach b kommen

Das Teilen bringt demnach nicht nur ein paar Euro ein und hinterlässt ein gutes Gefühl; es stellt gleichzeitig auch unser bisheriges Wirtschaftsmodell auf den Kopf. „Der Wandel von ökonomischen Modellen, nach denen es Verlierer und Gewinner gibt, hin zu Modellen, bei denen alle Beteiligten gewinnen, ist ein Bruch mit der klassischen ökonomischen Theorie“, schreibt Rifkin in seinem Buch Access. Stichwort Wikipedia: „Wer hätte sich beispielsweise noch vor wenigen Jahren vorstellen können, dass Menschen in aller Welt ihre Zeit frei zur Verfügung stellen würden, um Artikel zu schreiben, zu redigieren, zu korrigieren und zu aktualisieren, um auf diese Weise eine Enzyklopädie des menschlichen Wissens zu schaffen, deren Fehlerquote nicht größer ist als die der professionell verlegten Encyclopedia Britannica?“, so Rifkin. Ein Passauer, der einen Großteil seiner Freizeit in eine sogenannte Open-Source-Software investiert, ist Peter Barth, Informatiker und ehemaliger Generalsekretär der Piratenpartei Niederbayern. Seit zehn Jahren ist er bei OpenStreetMap aktiv, einem Projekt, das die Erstellung einer freien Weltkarte zum Ziel hat. Häufig wird es als Wikipedia der Kartendaten bezeichnet. Auf der ganzen Welt sammeln hierbei Privatpersonen Geodaten und stellen sie allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. Circa drei Millionen Mitglieder hat das Projekt mittlerweile – davon rund 15 in der Passauer Region. „Als ich bei OpenStreetMap eingestiegen bin, war Passau noch ein weißer Fleck“, sagt Peter Barth. Gemeinsam mit einem Kollegen

In Deutschland nennen laut der PwC-Umfrage vier von zehn Befragten das bessere PreisLeistungs-Verhältnis als entscheidendes Argument für die gemeinschaftliche Nutzung von Gegenständen und Dienstleistungen. Auch bei den Anbietern spielen anscheinend finanzielle Gründe die Hauptrolle: Rund ein Drittel stuft das zusätzliche Einkommen als größten Vorteil ein. Bei Sebastian Frankenberger ist das anders. Für den ehemaligen Passauer Stadtrat und Bundesvorsitzenden der ÖDP war das Teilen von Anfang an politisch und ökologisch motiviert. Seit 2010 ist er Mitglied bei tamyca (Abkürzung von take my car), einer internetbasierten Plattform, auf der sich wildfremde Personen untereinander ihre Privatautos ausleihen. Glaubt man den Angaben auf der Webseite, haben durch tamyca schon mehr als 8.500 Autos und 85.000 Mieter zusammengefunden – abgesichert durch eine plattformeigene Versicherung.

30 STUNDEN PRO WOCHE UNENTGELTLICH ARBEITEN? FÜR PETER BARTH VÖLLIG OKAY

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TITELTHEMA

sammelte er Geodaten und speiste sie in die Projektdatenbank ein. „Wir haben Passau im Endeffekt zu zweit kartographiert.“ In den letzten beiden Jahren investierte er durchschnittlich rund 30 Stunden pro Woche in das OpenStreetMap-Projekt – unentgeltlich, neben einer Vollzeitstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Passau. „Mittlerweile ist Passau so detailliert, dass alle Straßen, Fußwege, Hausnummern, viele Fassadenfarben, Bäume oder auch öffentliche Wickeltische eingetragen sind.“ Es ist vor allem die Offenheit des Projekts, die den 37-Jährigen motiviert, jede freie Minute in die Verbesserung der Weltkarte zu stecken, ohne dafür auch nur einen Euro zu bekommen. Während sich die meisten kostenlosen Online-Stadtpläne und Karten nur im Browser anschauen lassen und nicht anderweitig veröffentlicht werden dürfen, sind der Kreativität bei OpenStreetMap kaum Grenzen gesetzt. „Wenn ich einen eigenen Atlas herausbringen möchte, kann ich Karten von OpenStreetMap verwenden. Ich darf sie auf meiner Homepage einbinden oder sie mir auf ein T-Shirt drucken. Ich kann mit diesen Karten im Prinzip machen, was ich will. An solch einem Projekt arbeite ich gerne unentgeltlich mit“, sagt er. Deswegen nervt es ihn, wenn auch gewinnorientierte Unternehmen wie Airbnb sich das Teilen auf die Fahnen schreiben. „Sharing Economy ist aus meiner Sicht ein Kampfbegriff von Airbnb, Uber und anderen Unternehmen. Sie missbrauchen den Begriff des Teilens, um ihrer Verkaufsstrategie einen positiveren Touch zu geben.“ UNENTGELTLICHES TEILEN SOLLTE KOMMUNAL GEFÖRDERT WERDEN – DAVON IST KIM STRUNK ÜBERZEUGT

Mit dieser Kritik am Begriff der Sharing Economy ist Peter Barth nicht alleine. Auch Andreas Ihl und Kim Strunk können sich mit dieser Wortschöpfung nicht anfreunden. Die beiden Ökonomen, die als wissenschaftliche Mitarbeiter an der Universität Passau angestellt sind, beschäftigen sich im Rahmen ihrer Forschung mit Plattformen wie den oben genannten. „Der Begriff der Sharing Economy ist ein Widerspruch in sich“, sagt Andreas Ihl. „Denn das Teilen ist ja prinzipiell etwas Unentgeltliches. Economy deutet aber schon darauf hin, dass sich hinter dem Sharing oftmals Geschäftsmodelle verbergen.“ Juni 2017

Vorschlag der beiden Passauer Ökonomen: Man sollte beim Teilen zwischen gewinnorientierten und nicht-gewinnorientierten Formen unterscheiden. Dann ließe sich zum Beispiel auch recht einfach bestimmen, welche Aktivität von einer Kommune gefördert oder reguliert werden sollte. „Stellt jemand etwas unentgeltlich zur Verfügung, ist das aus kommunaler Sicht zu fördern“, sagt Strunk. „Wenn hinter dem Teilen hingegen knallhartes ökonomisches Kalkül steckt, hat das mit einer Wertegemeinschaft wenig zu tun.“ Er denkt hier zum Beispiel an Privatpersonen, die Wohnungen anmieten, um sie auf Plattformen wie Airbnb gewinnbringend als Ferienwohnungen zu vermieten. „Solche Phänomene muss die Kommunalpolitik im Auge behalten und gegebenenfalls regulieren.“

unternehmen wie airbnb missbrauchen den begriff des teilens Hat die Stadt Passau mögliche Auswüchse auf dem Schirm? Ja, versichert Herbert Zillinger, Sprecher des Passauer Oberbürgermeisters. Die Stadt beobachte Plattformen wie Airbnb. Es seien in erster Linie Studentenwohnungen, die während der Semesterferien zur Verfügung gestellt werden. „Uns als Stadt ist es dabei wichtig, dass kein Wohnraum zweckentfremdet wird, wie dies in den großen Ballungsräumen teilweise der Fall ist“, so Zillinger. Zum Hintergrund: In Berlin sah sich der Senat im Jahr 2014 gezwungen, ein sogenanntes Zweckentfremdungsverbot auszusprechen. Potenzieller Wohnraum darf seitdem nur noch dann als Ferienwohnung vermietet werden, wenn eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird – was nur selten der Fall ist. Der Senat hofft, dass sich die Lage am Wohnungsmarkt dadurch entspannt und wieder mehr Wohnungen für die Berliner Bevölkerung angeboten werden. Was uns das Berliner Beispiel zeigt? Gewinnorientiertes Teilen führt nicht zwingend zu einem schonenderen Umgang mit Ressourcen, sondern eher zu einer zusätzlichen Verknappung von Gütern. Sollte uns das zu denken geben? Jein – schließlich sind wir von diesen preußischen Verhältnissen in Passau ja noch recht weit entfernt.

HIER WIRD GETEILT COUCHSURFING Wer Reisende unentgeltlich bei sich aufnehmen möchte bzw. auf Reisen bei Einheimischen absteigen möchte, ist bei Couchsurfing genau richtig. Weltweit zählt das Netzwerk mittlerweile mehr als zehn Millionen Mitglieder. www.couchsurfing.com

CARSHARING PASSAU E.V. 2012 wurde der gemeinnützige Verein gegründet. Derzeit stehen (auch für Flinkster-Kunden) vier Mittelklassewagen zur Verfügung. Die Stellplätze befinden sich vor dem Neuen Rathaus, am Klostergarten, im Paradiesgarten sowie in der Sailerwöhr. Tel.: 0851/2 25 74 54 www.carsharing-passau.de

TAMYCA – TAKE MY CAR Bei tamyca leihen sich Privatpersonen untereinander ihre Autos aus – abgesichert durch eine plattformeigene Versicherung. www.tamyca.de

OPENSTREETMAP Freiwillige auf der ganzen Welt sammeln geographische Daten, die allen Interessierten unter einer freien Lizenz zur Verfügung stehen. Die Karte für Passau ist mittlerweile so detailliert, dass neben Straßen auch Fußwege, Hausnummern oder öffentliche Wickeltische zu finden sind. wiki.osm.org/Passau

MASCHINENVERLEIH HORNBACH Im Hornbach-Baumarkt Passau lassen sich über 70 Geräte ausleihen: vom Bautrockner über Hochdruckreiniger und Gartenhäcksler bis zu Schleifmaschinen. Tel.: 0851/95564-0 www.boels-mietservice.de

MASCHINENVERLEIH MEIERHOFER Die Passauer Elektromotorenwickelei Meierhofer verleiht für Gelegenheitshandwerker professionelles Werkzeug, unter anderem (Akku-)Bohrmaschinen, Winkelschleifer und Mörtel-Rührgeräte. Tel.: 0851/2544 www.meierhofer-emw.de

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TITELTHEMA

PASSAU, DEINE TRAMPOLINE EIN KOMMENTAR VON TILL GABRIEL

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ie heißen HighFlyer, Springfee, PowerJump oder Rocket Boy – und wenn man an einem Samstag im Mai durch Passauer Wohngebiete und Neubausiedlungen fährt, sieht man sie wie Pilze aus dem Boden schießen: diese furchtbar hässlichen Gartentrampoline, die aussehen, als hätten sie vor ihrer Zweckentfremdung als Aufzuchtstation einer Offshore-Fischfarm gedient. Sie sind so zahlreich, dass ich schon in der Passauer Bauordnung nachgeschlagen habe, ob ein neues Gesetz zur verpflichtenden Errichtung von Gartentrampolinen bei Neubauten erlassen wurde. Wie sonst ließe sich erklären, dass selbst in kleinsten Gärten monströse Sprunggeräte aufgestellt werden – sogar auf den Mini-Gartenparzellen von Doppelhaushälften. Das Wettrüsten zwischen den Gartenzäunen erreicht beim Thema Trampolin einen neuen Höhepunkt: Jeder hat eins. Ein Trampolin mit anderen Familien teilen? „Kommt nicht in Frage! Sonst glauben die Leute noch, wir könnten uns die 350 Euro nicht leisten“, sagt mein Nachbar. Dabei wäre es doch naheliegend, dass mehrere Familien entweder gemeinschaftlich solche Groß-Spielgeräte anschafften oder sie sich zumindest gegenseitig liehen. Grotesk ist – und das habe ich in meiner eigenen Wohnsiedlung beobachtet –, dass auch benachbarte Familien mit Kindern unterschiedlicher Altersstufen nicht auf die Idee kommen, solche Spielgeräte einfach weiterzureichen. Was der eine nicht mehr braucht, kann der andere vielleicht noch sinnvoll nutzen. Schließlich hält die Freude am Hüpfen bei den Kleinen häufig nicht lange an – nach zwei Sommern wird das Monstrum oft schon im Keller eingemottet. Und dann liegt es ungenutzt herum, bis es irgendwann auf dem Sperrmüll landet.

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saufenden Jugendlichen und vergrabenen Spritzen in der Sandkiste; und Kommunikation findet mittlerweile eher in sozialen Netzwerken statt. Spielzeug ist Ausdruck eines knallharten Klassenkampfs. Wer kein Trampolin für 399,90 Euro im Vorgarten stehen hat, muss wohl schon den sozialen Abstieg fürchten.

IRGENDWANN HAT ES SICH AUSGEHÜPFT

Doch den Sinn und Zweck des Gemeinschaftsnutzens haben offenbar noch nicht alle entdeckt. Leider ist oft das Gegenteil der Fall. Die mit allerlei Spielgerät vollgestopften Gärten sind dabei vor allem Statussymbole der Eltern: Schaukel mit Rutsche, Planschbecken und Sandkiste gelten als Grundausstattung eines Normalverdiener-Häuslebauer-Haushaltes. Man will zeigen, was man hat und was man sich leisten kann. Ein willkommener Nebeneffekt ist natürlich, dass die dauergelangweilten Nachkömmlinge – für die man ohnehin zu wenig Zeit hat – beschäftigt sind. Auf den ersten Blick ist so ein Gartentrampolin deshalb eine gute Investition: die ideale Kombination aus Fitnessgerät, Beschäftigungstherapie und gutem Gewissen. Ach ja, und auch rechtlich ist man auf der sicheren Seite, weil die Aufsichtspflicht klar ist. Doch was bedeutet das für die Kinder? Was wird aus dem Sozialleben der Kleinen? Früher sind die Eltern mit ihren Zöglingen auf den kommunalen Spielplatz gegangen – da gab es andere Kinder, mit denen gemeinsam gespielt wurde. Kinder und Eltern konnten kommunizieren, sich austauschen, Kontakte pflegen. Doch das ist Vergangenheit. Heute berichten die Zeitungen von Spielplatzschlägereien,

Dass aber durch die Aufrüstung des eigenen Vorgartens zum Superspielplatz leider vor allem die soziale Isolation der Kinder befördert wird, darüber machen sich offensichtlich nur wenige Eltern Gedanken. Und auch die Tatsache, dass nicht jeder Sprössling ein Zirkuskind mit artistischer Ausbildung ist und Knochen aus Gummi hat, wird auf fahrlässige Weise missachtet. Die steigende Zahl von Fällen einer Osteochondrosis dissecans (einer unschönen Läsion des Sprunggelenks, bei der sich ein Teil des Knochens unterhalb des Gelenks ablöst) belegt: Übermäßiges Hüpfen auf Trampolinen kann besonders bei Kindern irreparable Schäden hinterlassen. Die Kliniken verzeichnen zunehmend Fälle von komplizierten Brüchen und Wirbelsäulenverletzungen durch Trampolinspringen – die Federkräfte von HighFlyer, PowerJump und Co. werden eben häufig unterschätzt. Dazu kommt, dass die Kinder leider viel zu oft ohne Aufsicht hüpfen – im schlimmsten Fall sogar gleichzeitig mit anderen, was das Verletzungsrisiko sprunghaft ansteigen lässt.

Deshalb mein Tipp: Wer seinen Kindern wirklich etwas Gutes tun will, geht mit ihnen auf einen der rund 50 Passauer Spielplätze – dort gibt es auch allerlei Bewegungsmöglichkeiten, und manchmal sogar andere Kinder, mit denen man gemeinsam etwas erleben kann. Und die Eltern? Naja, die müssen sich im Zweifel auch mal die Bank mit anderen Eltern teilen …

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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WER KLEBT, DER TEILT.

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In jedem Passauer Haushalt gibt es Dinge, die selten zum Einsatz kommen und nur darauf warten, häufiger genutzt zu werden. All das, was Sie mit Ihren Nachbarn zu teilen bereit sind, können Sie mir den Aufklebervorlagen sichtbar machen: Einfach ausschneiden und mit einem Klebeband oder -stift auf Ihren Briefkasten kleben!

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ch herrje. Noch ein Sandwichladen“, dachte ich bei mir. Mit ein bisschen belegtem Brot den Leuten ordentlich Kohle aus der Tasche ziehen. Ist ja Neue Mitte – für Passauer Verhältnisse also hip. Und dann noch dieser englische Name, den sowieso kein Mensch versteht: Farmstead, was auf Deutsch so viel heißt wie Gehöft. Doch der Reihe nach: Zweifellos ist das Farmstead durch seine zwei riesigen Fensterfronten zum Klostergarten schon von außen ein echter Hingucker. Man kann gar nicht glauben, dass diese prominente Ecke die letzten zehn Jahre praktisch gar nicht bespielt wurde. Mal abgesehen von diesem unsäglichen asiatischen Restaurant, das – gottlob – endlich weg ist. Juni 2017

TEXT & FOTOS > CORNELIUS LLOYD MARTENS

Betritt man dann den hallenartigen Raum, umweht einen sogleich so etwas wie Großstadtflair. Hier hat definitiv keines dieser eilig zusammengezimmerten Lokale mit gesponserter Brauereibestuhlung aufgemacht, sondern eine Gastronomie, bei der sich viele Menschen schon im Vorfeld sehr viele Gedanken gemacht haben.

AMBIENTE IRGENDWO ZWISCHEN LOFT & INDUSTRIEHALLE Große und kleine Tische aus Schreinerhand, ein bisschen was vom Flohmarkt, offen verlaufende Lüftungsrohre, ein perfekt durch-

gestyltes Lichtkonzept und intelligent eingesetzte Raumtrenner schaffen eine loftartige Atmosphäre. Entsprechend ist das Publikum für Passauer Verhältnisse gut gekleidet – nicht nur der Kleidungsstil kontrastiert krass mit dem, was auf dem Platz davor abgeht: Im Farmstead ist eher Hemd als T-Shirt angesagt, eher Range-Rover-SUV vom Wimmer als gebrauchter Corsa, eher Smoothie als Dosenbier, eher Täschchen als Plastiktüte, wenn Sie wissen, was ich meine. Auch Möchtegern-Hipster, wie meine Wenigkeit, fühlen sich hier pudelwohl: Ich will selbst ja auch dazugehören, urban, bewusst und nachhaltig sein. Bestellt und bezahlt wird an der langen Theke, unmittelbar dahinter werden die Speisen à la minute in der offenen Küche produziert und einem dann zum Tisch gebracht. 21

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F I DE L G A S T R O

Hoch oben über der Theke befindet sich die riesige Speise- und Getränketafel, die allerdings besser in Ruhe vom Eingang aus betrachtet wird – von der Theke kann man sie kaum überblicken, so groß ist sie. Auch wenn nur rund ein Dutzend Gerichte zur Auswahl stehen, braucht es ein, zwei Besuche, um das System zu verstehen, aber dann geht es eigentlich ganz einfach. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang mit Schmunzeln an die Eröffnung des Aran im Jahr 2008, da waren anfangs auch alle hilflos, weil man sich tatsächlich anstellen musste, um zu bestellen. Heut fragt da keiner mehr nach. Auf der Tafel stehen jeweils eine Handvoll Sandwiches und Salate, die einprägsame Eigennamen wie Freddy, George, Grace oder Linda tragen. Die Sandwiches haben allesamt männliche, die Salate weibliche Namen. Zusätzlich gibt es eine Tagessuppe und Fritten – das war’s im Großen und Ganzen. Bis 11:30 Uhr wird eine separate Frühstückstafel aufgestellt. Einige süße und herzhafte Speisen finden sich darauf, dazu gibt es ordentlichen Dinzler-Kaffee.

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DAS OBERHAUS PASSAU • Josef & Barbara Feichtinger • Oberhaus 1 • 94034 Passau • Tel.: 0851 379 30 657

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DER SALAT MOLLIE: WER BR AUCHT DA NOCH FLEISCH?

len wir in einer anderen Liga: Ab der ersten Gabel von einem der Salate oder dem ersten Biss in eines der Sandwiches passiert etwas: eine Explosion. Erst im Mund, dann folgt ein wohliges Gefühl im ganzen Körper. Man merkt einfach, dass man etwas Gutes zu sich nimmt. Ich für meinen Teil kann die Anzahl meiner Besuche seit der Eröffnung des Farmstead Anfang Februar 2017 jedenfalls gar nicht mehr zählen; fragen Sie mal meinen Steuerberater, der angesichts der Flut von Farmstead-Bewirtungsbelegen gar nicht recht glauben kann, dass ich es war, der all das selbst konsumiert hat. Es stimmt aber. Da wäre zum Beispiel der Salat Linda mit Belugalinsen, Fenchel, kleinen Kartoffeln und Cranberries. Den kriegst du so nirgendwo anders, weder in der Qualität noch zu diesem Preis. Gleiches gilt für den Salat Grace mit Graupen, Granatapfel, Staudensellerie und gebackenem Lauch. Für 7,50 Euro ist die gebotene Preis-Leistung in meinen Augen ein Kracher, denn beide Salate haben all das, was so viele andere nicht haben: Charakter, Geschmackstiefe und Balance der Aromen. Die hausgemachten Dressings (mein Favorit: Holunder-Ahornsirup) halten den Salat mit seinen unterschiedlichen Texturen thematisch optimal zusammen. Es entsteht in der Summe ein unheimlich interessantes, vielschichtiges Geschmacksbild. Juni 2017

Sicher gibt es Meckerer, die Salat grundsätzlich als Hasenessen abtun und nie und nimmer diesen Preis dafür zahlen würden. Dem halte ich entgegen, dass das im Farmstead Gebotene so gar nichts mit dem üblichen Einerlei aus Eisbergsalat, Tomaten, Karotten und Salatfix zu tun hat. Es braucht in meinen Augen weder (meist) zweifelhafte Hähnchenstreifen noch windige Garnelenspieße oder ähnliche Peinlichkeiten, die ja nicht selten das einzig Substanzielle eines Salats darstellen.

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN Aus banalen Produkten wie Lauch, Linsen oder Graupen etwas Großartiges zu schaffen, ist wahre Kunst. Und die setzt sich bei den Sandwiches fort: Das George mit Falafel, Rote-Bete-Hummus und Petersilie schmeckt genial – und kommt spielend leicht ohne Fleisch aus. Wenn schon Fleisch, dann bitte wenig und lieber gut: Das Freddy mit gebratenen Streifen vom Hüftsteak, dreierlei Zwiebeln, Bergkäse und einem sensationellen Dressing aus Koriander und grobem Senf ist mit 9,50 Euro zwar nicht billig; der Preis muss für diese Qualität aber einfach aufgerufen werden. Ein weiteres Beispiel dafür, wie man aus wenig viel machen kann, ist die Tagessuppe zu 5,50 Euro. Ich hatte eine Gemüsesuppe, die nur so vor 23


F I DE L G A S T R O

Schicken Sie uns Beweisfotos, schildern Sie uns Ihre Eindrücke! Sagen Sie uns Ihre Meinung! Fidel Gastro belohnt die beste Einsendung. Er nimmt Sie zum nächsten Gastro-Test mit und bezahlt die Rechnung! Schreiben Sie uns: redaktion@ pastaonline.de facebook.com/ pastamagazin

HERZHAFT, GESCHMACKVOLL, WIE BEI MAMA

Charakter strotzte. Eine selbstangesetzte Brühe mit grenzenloser geschmacklicher Tiefe, darin viel Gemüse mit optimalem Garpunkt, dazu ein pochiertes Ei: Da hätt’ ich mich reinsetzen wollen. Die Fritten sind vermutlich das einzige, was hier aus der Tiefkühltruhe kommt, doch selbst die sind spitze. Eben nicht das billige Zeug, sondern ein sehr hochwertiger und sicherlich ziemlich teurer TK-Vertreter. Zusammen mit der Trüffelmayonnaise wird daraus, ernsthaft, eine Delikatesse. Apropos: Das Frozen Yogurt-Eis ist auch ein Knaller, mir hat es vor allem die Version mit Madagascar Vanille und Meersalz angetan.

KLAPPT DAS KONZEPT AUCH ABENDS? Zugegeben: Das hört sich in Summe wie eine ziemliche Lobhudelei an. Ist es auch! Denn wirkliche Schwächen konnte ich bei meinen bisherigen Besuchen nicht entdecken. Spannend dürfte werden, ob das Konzept auch abends in dieser Form funktioniert. Mittags rennt die halbe Neue Mitte dem Farmstead schon jetzt die Bude ein. 24

Ich persönlich verorte die kulinarische Kernkompetenz jedenfalls mehr mittags als abends – und auch die geschäftig-rege, luftig-helle Atmosphäre passt irgendwie mehr zu einem schnellen, gesunden Lunch als zu einem gemütlichen Abendessen. Vielleicht bin ich aber auch nur zu alt und zu spießig – wir werden sehen. Man merkt durchaus, dass permanent gefeilt, probiert und optimiert wird. Hier ein Menü-Upgrade, dort ein neuer Saisonsalat, neuerdings sogar (köstlicher!) Backfisch. Kurzum: Man nimmt seine Sache ernst. Das Farmstead ist nämlich langfristig auf Expansion ausgelegt; kein Wunder also, dass auch die Jungs von mymuesli hier ihre Finger im Spiel haben; aus meiner Sicht hat das Konzept definitiv Potenzial, auch in anderen Städten erfolgreich zu sein. Mein Optimismus fußt nicht zuletzt darauf, dass zwei alte Bekannte die gastronomische Verantwortung tragen: Martina und Harm Röbel. Ich will nicht hinter dem Berg halten, dass ich den ehemaligen Betreibern des Couch Cafe sehr viel zutraue. Hier sind gastronomische Profis am Werk, die Qualitätsverständnis, Geschmack, Intelligenz und betriebswirtschaftliches Wissen vereinen; eine in unseren Breitengraden äußerst seltene Kombination.

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Farmstead NIBELUNGENPLATZ 2 NEUE MITTE 94032 PASSAU TELEFON 0851/ 85 18 92 40 ÖFFNUNGSZEITEN MO–SA 9 – 21:30 UHR SONNTAG RUHETAG

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W O F I D E L G A S T R O A U C H N O C H WA R Kaum ein Tag vergeht, an dem Fidel Gastro nicht in Sachen Essen & Trinken unterwegs wäre. Ob Seezunge oder Seadas, ob Eis oder heiß, ob Helles oder Hellas – Fidel Gastro schaut mit Begeisterung in die Töpfe und Gläser der Welt.

NADINE’S FROZEN YOGHURT – ICE, ICE, BABY

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hrlichgesagt bin ich bestimmt zehnmal an diesem Geschäft in der Theresienstraße vorbeigelaufen, weil ich dachte, es hätte noch zu. Die eigenwillige Schaufensterbeklebung wurde inzwischen teilweise entfernt – und siehe da: Dahinter befindet sich ein Frozen-Yoghurt-Laden, der pünktlich zum Start des Sommersemesters eröffnet hat. Namensgeberin Nadine bietet neben konventionellem Frozen Yoghurt auch eine weit und breit einzigartige vegane Variante, die sehr eigenwillig, aber köstlich schmeckt. Dazu gibt’s mehr als ein Dutzend Toppings sowie gesunde Smoothies und Coffee to go.

SCHARFRICHTERHAUS – TOLLER HECHT

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ch gestehe: Wenn ich gefragt werde, wo man in Passau gut essen könne, vergesse ich immer wieder das ScharfrichterHaus. Zu Unrecht: Atmosphärisch gibt es für mich in Passau nichts Schöneres, aber auch die Küche kann was. Mir ist zwar ein Rätsel, wie Delia, die gute Seele in der Küche, das seit Jahren auf die Reihe bringt, aber der frische Hecht aus dem Attersee, den ich neulich auf dem Teller hatte, war sensationell – und der Spargel dazu: Weltklasse! Sie sollten Delia einen Orden verleihen. Vielleicht liegt es an der Neueröffnung des hochgelobten Su Riu nebenan, dass im ScharfrichterHaus jetzt wieder vermehrt ambitionierte Speisen angepriesen werden (neulich sah ich sogar frischen Thunfisch auf der Tagestafel!). Ich begrüße das sehr, auch wenn die kulinarische Erdung durch Butterschmalzschnitzel, Backhendlsalat & Co. zweifellos richtig und wichtig ist.

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DAS OBERHAUS – MAKELLOSE MAKRELE

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uch gegen schärfste Widerstände bleibe ich dabei: Ich mag Das Oberhaus. Aus einem ganz einfachen Grund: Der Laden ist besser, als er in dieser Lage sein müsste. Unterer Durchschnitt würde nämlich völlig ausreichen, siehe Neuschwanstein, Rothenburg o.d.T. oder dergleichen. Wer an einem Samstag- oder Sonntagmittag bei Sonnenschein kommt, ist natürlich selbst schuld. Antizyklisch gehen lautet das Zauberwort: Unter der Woche hat die Küche nämlich genügend Zeit, um zu zeigen, was sie kann. Und das ist einiges: Ich hatte von der Monatskarte neulich einen Red Snapper auf einem asiatisch angehauchten Papaya-Tomatenspiegel – top, sage ich Ihnen! Auch bodenständig können sie: Mittwochs wird bei gutem Wetter ein Holzfass angezapft, der Grill befeuert – und dann gibt es Steckerlfisch; Makrele ist zwar nicht jedermanns Sache, aber wer mal so eine richtig volle Breitseite Fischgeschmack im Mund haben will, ist hier genau richtig. Kartoffelsalat und der Limetten-Schmand-Dip passen übrigens auch hervorragend dazu.

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Leserbriefe

FRAGEN SIE FIDEL GUTER WEIN? PASSAUER BIER? REISBANDNUDELSUPPE? WOHIN ZUM KAFFEE? UND WAS IST MIT COCKTAILS? OB PER TELEFON, FACEBOOK, E-MAIL ODER AUF DER STRASSE: STÄNDIG WIRD FIDEL GASTRO NACH SEINER MEINUNG GEFRAGT. SEINE ANTWORTEN FINDEN SIE HIER.

r über Gastronomie, „Hallo Herr Gastro, Sie schreiben imme kann. Wo kann man in der man mittags bzw. abends essen er um Passau? Mir Ihrer Meinung nach gut frühstücken in od in Passau noch scheint nämlich, die Frühstückskultur ist nicht so recht angekommen?!“ — TAMARA MAUTN ER

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angelnde Frühstückskultur? Ganz Unrecht haben sie da nicht. In meiner Heimatstadt Oldenburg bieten viele Cafés jeden Tag ein Frühstücksbuffet an. Das gibt es in Passau bestenfalls am Wochenende oder in Hotels. Bei Hotelfrühstücken schreckt mich meistens schon die katastrophale Kaffeequalität ab, von geschmacklosem Butterkäse in billigster C&C-Manier mal ganz abgesehen. Ausnahmen gibt es, ja. Wenn das Frühstück kalkulatorisch aber maximal sechs Euro kosten darf, wird es natürlich auch schnell eng – beim Bachl oder der Bottega dei Sapori zahle ich diese Summe mitunter schon für 100 Gramm Käse. Und womit? Mit Recht! Die Beantwortung Ihrer Frage ist für mich schwierig, weil ich alle Frühstücksangebote überflüssig finde, bei denen Produkte verwendet werden, die ich selbst im Supermarkt kaufen kann. Wurst, Käse, Brot, Marmelade, Semmel – da wird nichts veredelt oder weiterverarbeitet – Packung auf und fertig. Warum soll ich dafür frühstücken gehen? Ich finde es erst lohnenswert, wenn man merkt, dass sich jemand Mühe gibt: ein Ei vom Bauern zum Beispiel, so richtig schön orange in der Mitte. Oder selbstgemachten Frischkäse, einen Bagel mit zermanschter Avocado, eine hausgemachte Konfitüre, ein bisschen frisch Juni 2017

aufgeschnittener Schinken oder gar eigenes Brot aus dem Ofen. Dazu noch ein akzeptabler Kaffee – dafür gehe ich gerne frühstücken, dafür gebe ich auch gerne Geld aus! Meines Erachtens hat in Passau in Sachen Frühstück das Anton die Nase vorn, gleich dahinter das direkt angrenzende Schöffberger.

„Ich finde es erst lohnenswert, wenn sich jemand

MÜHE GIBT“ Überhaupt versteht es der Besitzer wie kein anderer, in seinen Cafés hochwertige Wohlfühlatmosphäre zu zaubern. Schönes Geschirr, gutes Brot, kein 0815-Schinken, super Eierspeisen, ordentlicher Kaffee: Hier hat jemand Sinn für Qualität.

Das Duftleben gehört ebenfalls zu den Cafés, wo man sich Mühe gibt. Nicht alles ist perfekt – und so richtig anfreunden kann ich mich mit dem Innenraum bis heute nicht; aber es gibt zumindest nicht nur Standardware, sondern viele gute (Frühstücks-)Ideen. Mal ganz abgesehen vom wirklich traumhaften Innenhof. Ein Geheimtipp ist, wie oben bereits erwähnt, Feinkost Bachl im Bratfischwinkel – klar, der sitzt an der Quelle und hat einfach nur gute Ware. Ansonsten wird es in meinen Augen schnell eng in Sachen gutes Frühstück. Wenn es a bisserl mehr sein darf, lege ich Ihnen den Samstagsbrunch im Weingut ans Herz: 24,90 Euro hört sich verdammt viel an, aber es wird wirklich sehr gute Qualität geboten. Der Sonntagsbrunch im Kowalski ist für 15,50 Euro ebenfalls seinen Preis wert. Uneingeschränkt empfehlenswert, obschon mit einer kleinen Ausfahrt verbunden: der Sonntagsbrunch im Veit-Hof in Hauzenberg-Raßreuth. Für 17,90 Euro gibt es einen französisch inspirierten Brunch der Extraklasse.

FRAGEN SIE FIDEL! E-Mail an redaktion@pastaonline.de oder telefonisch unter 0851/9 29 08 66.

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ÜBER DEN WOLKEN

ÜBER DEN WOLKEN TEIL 15 Vor vier Jahren wurde Passau nicht nur von Donau, Inn und Ilz überflutet, sondern auch von einer Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft. Sagen Sie mal, Herr Thies, ist geteiltes Leid wirklich halbes Leid?

F R AG E > B E N E D I K T K U H N E N A NT WO R T > C H R I S TI A N T H I E S I L LU S TR ATI O N > M A R K U S JAU R S C H

ein, das ist nicht der Fall. Das bekannte Sprichwort ist zwar uralt, aber trotzdem falsch. Es lässt sich, wie viele andere, bis ins sechste vorchristliche Jahrhundert zurückverfolgen – bis zu dem Griechen Äsop. Dessen Fabeln, meist mit vermenschlichten Tieren, nehmen wahrscheinlich sogar noch älteres Gedankengut auf; einiges mag sogar aus Indien stammen. In diesen kleinen Geschichten sind tiefe Weisheiten verborgen, die in späteren Zeiten auf feststehende Formeln gebracht wurden. Zu dem Thema, das Sie in Ihrer Frage ansprechen, gibt es von Äsop mindestens drei Fabeln mit den folgenden drei Sentenzen: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ – 30

„Leiden sind Lehren“ (oder: „Durch Leiden lernen wir“) – „Im Unglück tröstet uns, dass andere noch übler dran sind“. Der gemeinsame Nenner all dieser Geschichten besteht darin, dass man dem Leid hilflos ausgeliefert ist, dieses also nicht bekämpfen, vermindern oder beseitigen kann. Es handelt sich um Sprichworte, die Trost spenden sollen. Empirisch-psychologische Studien deuten sogar darauf hin, dass geteiltes Leid zwar nicht doppeltes Leid ist, aber doch die eigenen Schmerzen steigert. Wenn ich sehe, wie außer mir noch viele andere leiden, werden meine eigenen negativen Gefühle verstärkt. Ebenso vergrößert sich mein Wohlbefinden, wenn andere mit mir glücklich sind. Inso-

fern trifft der Parallelspruch „Geteilte Freude ist doppelte Freude“ eher zu! Möglicherweise sind die vor einigen Jahren von italienischen Hirnforschern entdeckten Spiegelneuronen an diesem Intensivierungseffekt beteiligt. Das Teilen des Leids kann aber auch darin bestehen, dass eine nicht betroffene Person sich in das leidende Wesen einfühlt – das bezeichnen wir als Mitleid. In der Philosophiegeschichte ist der Stellenwert des Mitleids umstritten. Die eine Partei bilden hier JeanJacques Rousseau und Arthur Schopenhauer, die im Mitleid die Wurzel und die Grundlage aller Moral sehen. Auf der anderen Seite stehen die Kritiker des Mitleids. Einer davon ist Friedrich Nietzsche, der unter anderem meinte, im PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


ÜBER DEN WOLKEN

Mitleid steckten egoistische Empfindungen: Wir fürchten uns vor ähnlichen Leiden und fühlen uns überlegen, weil wir selbst besser dran sind. Ein anderer Kritiker ist Immanuel Kant. Nach der Standardinterpretation seines Werks will er die Moral gerade nicht auf Gefühle wie das Mitleid, sondern allein auf Vernunft gründen. Tatsächlich müsste man aber mit Kant zwischen Begründung und Motivation unterscheiden. Sehr wohl sind es in erster Linie unsere Gefühle, die uns zu moralischem Handeln bewegen (motivieren). Diese können uns aber auch in die falsche Richtung lenken. So lässt sich unser Mitleid etwa durch Bilder leidender Kinder ebenso leicht erregen wie täuschen. Juni 2017

Daher brauchen wir die Vernunft, um abzuwägen, wo unser Einsatz berechtigt ist, welche Mittel wir am besten verwenden und wie man relevante Güter gerecht verteilen sollte. Ob die Passauer Hilfsaktionen vom Juni 2013, die sich ja im Herbst 2015 bei der Flüchtlingskrise zum Teil wiederholten, durch Mitleid motiviert waren, weiß ich nicht. In den meisten Fällen wird nicht ein einzelner isolierter Beweggrund ausschlaggebend gewesen sein. Wie dem auch sei, ich bin optimistisch, dass die meisten Menschen in unserer Gesellschaft einen so hohen Standard an Menschlichkeit besitzen, dass vergleichbare Ereignisse eine erneute Welle aktiver Solidarität auslösen würden.

PROF. DR. CHRISTIAN THIES Schon seit der Antike unterstellt man Philosophen oft ein gewisses Maß an Abgehobenheit. Sie seien weltfremde Wesen und schwebten über den Wolken — so die landläufige Meinung. Genau damit möchte der Passauer Philosoph Prof. Dr. Christian Thies aufräumen. In der PASTA! reißt er die Wolkendecke auf, steigt herab und beweist seine Bodenhaftung. Monat für Monat stellt ihm die Redaktion eine Alltagsfrage, die er aus seiner philosophischen Perspektive beantwortet.

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»Es müsste sich mal jemand trauen, in Passau ein lesbischschwules Stadtfest zu organisieren.« Die Passauer Liedermacherin

ROMY POLITZKI hat schon in vielen Bands gespielt. Letztes Jahr entschied sie sich, ihr eigenes Ding zu machen und als Solo-Künstlerin aufzutreten. Bereut hat sie es bisher nicht. Ein Gespräch über Pussy Rock, Pannen auf der Bühne und einen Passauer Christopher Street Day.

PASTA! Du kamst 1981 auf die Welt. Im selben Jahr verlor Romy Schneider ihren Sohn durch einen tragischen Unfall. Hatte das Ereignis irgendeinen Einfluss auf Deine Namensgebung? Waren Deine Eltern RomySchneider-Fans? POLITZKI Ja, meine Mutter war tatsächlich eine große Verehrerin von Romy Schneider. Ein Glück, dass sie mich Romy genannt hat – und nicht Sisi.

INTERVIEW > BENEDIKT KUHNEN FOTOS > FLORIAN WEICHSELBAUMER

PASTA! Hatte Dein Vater damals ein Mitspracherecht? POLITZKI Nein, mein Vater hatte da nichts zu melden (lacht). PASTA! Als 13-Jährige schrieb Romy Schneider in ihr Tagebuch: „Jedes Mal, wenn ich einen schönen Film gesehen habe, sind meine ersten Gedanken nach der Vorstellung: Ich muss auf jeden Fall Schauspielerin werden.“ Hattest Du als Jugendliche auch schon den Wunsch, eines Tages als Künstlerin auf der Bühne zu stehen? POLITZKI Mir war schon ziemlich früh klar, dass ich mal Musikerin werden möchte. Mit sechs Jahren wollte ich Gitarre lernen. Meine Eltern waren allerdings dagegen, weil ich immer schon alles Mögliche anfing – meistens aber nur drei, vier Wochen durchhielt. Dementsprechend gingen sie auch davon aus, dass ich die Gitarre nach einem Monat nicht mehr anrühren würde. Die Musik war auf alle Fälle das Einzige, was mich all die Jahre fasziniert hat. Schon als kleines Mädchen hörte ich Schallplatten von meinem Bruder, bevorzugt Guns N’ Roses und Metallica. Mit 15 kaufte ich mir dann eine Gitarre. Den Gruppenunterricht habe ich zwar tatsächlich nach vier Wochen geschmissen, aber nur, weil es mir zu langsam voranging. Das Spielen brachte ich mir dann selbst bei.

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PASTA! Du hast schon in zahlreichen Bands gespielt, unter anderem warst Du Mitglied der Passauer Band Romy Schneider in Berlin. Eurer Selbstbeschreibung nach stand Pussy-Rock auf dem Programm. Was hat man sich darunter vorzustellen? Juni 2017

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POLITZKI Wir waren halt vier Mädels, vier Lesben – reiner Zufall. Wir haben viel gecovert, allerdings nach unseren eigenen Regeln. Zum Beispiel My heart will go on als Rocksong. Wir wählten oft Stücke aus, bei denen man eigentlich denkt: „Bloß nicht – Finger weg!“ Unsere Band ist viel herumgekommen und wir waren auf vielen Christopher Street Days am Start: in Hamburg, Dresden und München zum Beispiel, auch in Österreich. Irgendwann hatten wir uns aber musikalisch auseinandergelebt.

S TA D T M U S I K A N T E N H Ö R E N

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PASTA! Wie ist eigentlich der Bandname entstanden? POLITZKI Beim allerersten Konzert waren wir zu dritt und nicht ganz nüchtern. Da die Bassistin Schneider hieß und die Sängerin aus Berlin kam, stand der Name schnell fest: Romy Schneider in Berlin. Er blieb auch, nachdem die ursprüngliche Sängerin die Band verlassen hatte. PASTA! „Bands können so unproduktiv sein“, meintest Du mal in einem Interview. Ist das der Grund, weswegen Du mittlerweile nur noch als Solistin auftrittst und mit einer Loop-Station arbeitest? POLITZKI Ja. Meine Bandprojekte sind eigentlich immer wegen anderen gescheitert. Mal ging das Studium vor oder es wurde jemand krank. Irgendwas war immer. Im vergangenen Jahr habe ich mich daher entscheiden, mein eigenes Ding zu machen. Bisher läuft es sehr gut. Ich genieße es, alleine auf der Bühne zu stehen. Wenn es so weitergeht, werde ich dieses Jahr mehr Konzerte spielen als in den letzten vier Jahren zusammen. Und mit der Loop-Station macht es einfach saumäßig Spaß.

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POLITZKI

Auf unserer Internetseite finden Sie Klangbeispiele, die Romy Politzki exklusiv für die PASTA! eingespielt hat:

www.pastaonline.de/ psm/politzki

ROMY POLITZKI erblickte 1981 das Licht der Welt – und ein paar Jahre später auch die Schallplattensammlung ihres älteren Bruders. Zu ihren bevorzugten Bands gehörten damals Kiss, Guns N’ Roses und Metallica.

PASTA! Gibt es Momente auf der Bühne, in denen Du Dich nach Mitmusikern sehnst? POLITZKI Nein, aber es war schon eine Umstellung. Schließlich bin ich vorher immer mit Bands aufgetreten – ich konnte nach links und rechts schauen und es war immer jemand da. Auch bei den Ansagen hatten wir uns abgewechselt. Was es heißt, ganz alleine auf der Bühne zu stehen, wurde mir dann erst in Salzburg bei meinem Debüt als Solokünstlerin bewusst. PASTA! Auf Deiner Website heißt es, dass Du Dein Publikum auf eine „nennenswerte Reise“ entführst, die einen „emotional an den Eiern packt“. Klingt schmerzhaft ... POLITZKI (lacht) Mein erstes Album war sehr emotional – von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Nach den Konzerten kamen viele Menschen zu mir und sagten, die Lieder hätten sie sehr berührt – meine eigenen, aber auch die gecoverten. Bei Cover-Songs versuche ich grundsätzlich, unkonventionell heranzugehen: Einen langsamen Song spiele ich zum Beispiel gerne schnell, einen schnellen gerne langsam. Das gefällt natürlich nicht allen, aber ich habe schon viele positive Rückmeldungen bekommen.

Nachdem sie das Luftgitarrenspiel perfektioniert hatte, erfüllte sie sich mit 15 einen Kindheitstraum und kaufte sich eine echte Klampfe. Nach vier Wochen Gruppenunterricht beschloss sie, das Gitarrenspiel fortan autodidaktisch anzugehen.

Bühnenerfahrung sammelte sie bei Rock-Bands wie Torocry Tempest oder Romy Schneider in Berlin.

Als Solokünstlerin ist sie seit 2016 deutschlandweit unterwegs. Am Christopher Street Day beschallte sie schon Bühnen in Trier, Darmstadt, Regensburg und Ulm. Dieses

PASTA! Im Jahr 2013 hast Du auf Deinem YouTubeAccount eine Cover-Version von Xavier Naidoos Bei meiner Seele hochgeladen. Würdest Du es heute wieder tun und ein Lied von Deutschlands derzeit wohl prominentestem Verschwörungstheoretiker covern? Juni 2017

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Jahr wird sie mit ihrer Loop-Station erstmals beim Münchner CSD auftreten.

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POLITZKI Nein, ich bin kein Xavier-NaidooFan. Ich habe das Stück damals gecovert, weil es im Original eine relative flotte Nummer ist und ich Lust hatte, daraus aus eine Ballade zu machen. PASTA! Hauptberuflich arbeitest Du bei der Lebenshilfe. Wie gut lässt sich Dein Job mit der Musik vereinbaren? POLITZKI Dank meiner Kollegen klappt das echt prima. Am Wochenende habe ich grundsätzlich frei – und wenn ich unter der Woche ein Konzert spiele, sind sie durchaus bereit, zu tauschen. Mit der aktuellen Situation bin ich daher sehr zufrieden. Ich weiß auch nicht, ob es gut wäre, nur noch Musik zu machen. Vielleicht ginge mir die Freude daran verloren, wenn ich regelmäßig auftreten müsste, um meine Miete zahlen zu können. PASTA! Du hattest Dich für einen Auftritt beim diesjährigen Nürnberger Bardentreffen beworben. Wie ist es gelaufen? Bist Du dabei? POLITZKI Nein, leider nicht – aber ich habe bei diesem Voting immerhin den dritten Platz gemacht. Darauf bin ich schon stolz, immerhin sind sonst nur Bands angetreten. Deren Freundeskreise waren natürlich wesentlich größer als meiner. Bei der Abstimmung hatte ich keine Chance. Die Gewinner dürfen jetzt auf der großen Bühne performen. Das wäre schon geil gewesen. Aber gut, vielleicht schaffe ich es ja noch irgendwann, dort aufzutreten. 36

PASTA! Dein bisher größter Auftritt war ... POLITZKI ... in Berlin – dort durfte ich letztes Jahr beim Lesbisch-Schwulen Stadtfest spielen. Da waren schon gut und gern ein paar tausend Zuschauer. Auch die CSD-Konzerte sind immer gut besucht. Letztes Jahr stand ich zum Beispiel beim Trierer und Darmstädter CSD auf der Bühne. Vor ein paar Tagen kam die Zusage für die diesjährigen CSDs in München, Frankfurt und Dortmund. In München hatte ich schon vor ein paar Jahren einen Auftritt mit Romy Schneider in Berlin – vor 10.000 Leuten! PASTA! Sind Auftritte am Christopher Street Day für Dich etwas Besonderes? POLITZKI Die CSD-Auftritte sind meistens komprimierter als andere, weil es mehrere Show-Acts gibt. Man hat da oft nur eine Dreiviertelstunde. Daher versuche ich, viel mit der Loop-Station zu machen. Was die die Bühnen angeht, sind das geile Veranstaltungen: sehr groß, sehr professionell und gut organisiert. PASTA! „CSD statt CSU!“ – wäre das ein Motto für Passau? POLITZKI Absolut (lacht). Es ist eh schade, dass es in Passau keinen CSD gibt. Es müsste sich mal jemand trauen, in Passau ein lesbisch-schwules Stadtfest zu organisieren. Ich bin überzeugt, das würde funktionieren! Szenemäßig läuft in Passau mittlerweile ohnehin sehr wenig. Viele der hiesigen Homosexuellen wären sicherlich froh, wenn es vor Ort eine solche Veranstaltung gäbe.

PASTA! Welche Erfahrungen hast Du in Passau als lesbische Frau gemacht? Inwiefern kann hier jeder nach seiner Fasson selig werden? POLITZKI Als Lesbe hat man es sicher leichter – im Gegensatz zu Schwulen. Ich persönlich habe bisher nur selten schlechte Erfahrungen gemacht. Auch in meinem Elternhaus lief das Coming-out recht unspektakulär ab. Als ich es meinen Eltern sagte, meinte mein Vater nur: ‚Des hob i mia scho denkt!‘ (lacht). Aber natürlich trifft man in Passau immer wieder Leute, die behaupten, mit Homosexualität kein Problem zu haben und dann hinter deinem Rücken über dich herziehen. Das Phänomen kommt übrigens auch in meinem Song Kleinstadtgeflüster zur Sprache. PASTA! Wann hat man in Passau das nächste Mal die Gelegenheit, Dich und diesen Song live zu hören? POLITZKI Ich werde am 7. Juli bei den Sommernachtsklängen in der Theresienstraße auftreten. PASTA! Ist notiert. Abschließende Frage: Welcher Stadtmusikant ist Dir am sympathischsten und warum? POLITZKI Der Hund. Ich habe zwar eine Katze, aber die ist sehr eigen. Meine Hündin ist viel unkomplizierter – außerdem mag sie meine Musik. Wenn ich Gitarre spiele und singe, kommt sie zu mir und legt sich neben mich. PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


»Zahlen sind nicht alles:

SYMPATHIE MACHT DEN UNTERSCHIED«

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12.07.2017

13.07.2017

RINGLSTETTER 14.07.2017

KUNST NACHT

GANES

14.07.2017

VOODOO JURGENS DER NINO AUS WIEN

WORRIED MAN & WORRIED BOY

15.07.2017

16.07.2017

HANS SOLLNER

BODO WARTKE

17.07.2017

MICHAEL MITTERMEIER 19.07.2017

PIPPO POLLINA

& PALERMO ACOUSTIC QUINTET

20.07.2017

GEORG RINGSGWANDL 21.07.2017

FRANK MARKUS BARWASSER als

ERWIN PELZIG

23.07.2017

22.07.2017

MAX UTHOFF

DREIVIERTELBLUT 24.07.2017

CHRIS BOETTCHER 26.07.2017 EULENSPIEGEL POETRY SLAM

Eulenspiegel 2017 Nur so. This is the place. Hier spielt die Musik. Hier rennt Kabarett. Passau. Strandbad Mitte. Dreiflusseck. Sommer, Sonne, Eulenspiegel. Freude, Strandkorb, Biergarten. Ganes – die Zauberfeen aus Südtirol – am 13.7.

Politisch: Max Uthoff, der Mann aus der Anstalt, mit einer Gegendarstellung.

wean hean [sprich weanhean] – beste Songwriter Wiens an einem Abend: Voodoo Jürgens, Der Nino aus Wien, Worried Man & Worried Boy am 14.7.

Und Ringlstetter und Hans Söllner & Bayaman’Sissdem, Michael Mittermeier, Pippo Pollina & Palermo Acoustic Quintet, Frank-Markus Barwasser als Erwin Pelzig, Dreiviertelblut, Chris Boettcher, Eulenspiegel Poetry Slam mit Sir Bumillo, Wolfgang Krebs & Die bayerischen Löwen, Wolfgang Ambros. Dann sind wir komplett.

Star des Lindy Hop, feinster Klavierkabarettist, Schauspieler, Poesie, Liebe, akute Lieder: „Was, wenn doch?“ Bodo Wartke! Am 16.7.

27.07.2017

HELGE SCHNEIDER 28.07.2017

WOLFGANG KREBS

& DIE BAYERISCHEN LOWEN

29.07.2017

WOLFGANG AMBROS 30.07.2017/14 UHR

30.07.2017/20 UHR

Kindischer Ozean

Chance Songs

WILLY ASTOR WILLY ASTOR tickets: ticketservice der pnp und pawo, optik sommer, über www.reservix.de und an allen bekannten cts- und mt-vvk-stellen • 38 www.muenchenticket.de • www.eventim.de • veranstalter: eulenspiegel concerts, till hofmann www.eulenspiegel-passau.de

Staffabruck, Untersendling, Passau. Typen, Songs, Ringsgwandl am 20.7. Was fehlt sonst zum Glück? Nichts. Helge kommt. Am 27.7. Kinder? Unbedingt Willy Astors Kinderkonzert am Sonntagnachmittag, 30.7

Das ist die Juli Eulenspiegel Dult, die vierte Dultzeit. Garantiert ohne Fahrgeschäft, aber mit heißen Mandeln. Kommt mit dem Radl oder zu Fuß. Viel Vergnügen, eine gute Zeit und passt's auf, seid’s vorsichtig und lasst’s eich nix gfoin. www.eulenspiegel-passau.de PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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s u a H r e t h c i r Schar f mer ... macht jetzt Som

E

ines unserer Highlights im Kabarett-Sommer ist Sigi Zimmerschied, der am 15. Juni mit seinem neuen Programm Der 7. Tag Passau-Premiere auf der ScharfrichterBühne feiert: Engelbert Erz ist verzweifelt. Er war als Berater und Assistent seines Chefs an einem universellen Experiment beteiligt. Nach vielen Vorbereitungen erschufen sie innerhalb von sechs Tagen ein komplexes Gebilde. Gerade als der Chef aus Traurigkeit und Zorn alles wieder zerstören wollte, hatte Engelbert eine große, rettende Idee. Er beruhigte seinen Chef und überredete ihn zu einem weiteren Arbeitstag. Ihm war plötzlich klargeworden, wie man diese Fehlkonstruktion dennoch würde ertragen können. So schliefen der JUNI | PREMIERE AM 15. ED HI Chef und er am siebten Tag nicht, sondern erschufen SC ER MM ZI I SIG etwas ebenfalls noch nie Dagewesenes, etwas Ungeheuerliches: den Witz. Am 24. Juni bespielen wir dann wieder einmal die große Bühne in der Redoute. Zu Gast ist Lisa Fitz mit ihrem Programm Weltmeisterinnen – gewonnen wird im Kopf. Was verbindet die Putzfrau Hilde Eberl, die Feministin Inge von Stein, die CSU-Abgeordnete Gerda Wimmer und Geheimagentin Olga Geheimnikowa? Alle vier Frauen sind Weltmeisterinnen in ihrem Universum. Egal, ob´s um Bodenhaltung für Freilandhühner, Verarbeitung von Fuchs im Döner, Verschwörungen, Spähskandale, um Fußball oder Männer geht – jede Weltmeisterin hat ihren Standpunkt, ihre Sicht der Dinge – und natürlich das ultimative Geheimrezept für soziales und privates Miteinander, das Funktionieren der Welt. Hilde, Inge, Gerda und Olga wissen ganz genau, wo´s hakt – ob 24. JUNI Gesellschaft, Ehe oder Politik: die WeltmeisterinLISA FITZ | SAMSTAG, nen sagen Ihnen, was Kindern, Männern, Frauen und Staatslenkern in den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts fehlt. Am 30. Juni ist es dann endlich wieder soweit: Wir feiern unser alljährliches Sommerfest! Unser Live-Act 2017: Skolka! 100 Prozent Weinviertler Dialekt, eine rasante Mischung aus Ska und Polka mit Do, 8.6. Christoph & Lollo Sa, 24.6. Lisa Fitz (Redoute) Po­saunen, Trompeten, Bass und Gitarrenriffs, die in den Füßen ju16.6., 17.6., 22.6., 23.6., 29.6. Sigi Zimmerschied cken: Das sind Skolka!. Der Eintritt ist wie immer frei – und auch MEHR INFOS ZUM PROGRAMM: WWW.SCHARFRICHTER-HAUS.DE für das leibliche Wohl haben wir ausreichend gesorgt! Möchten Sie vor den Veranstaltungen noch eine kleine Stärkung aus unserer ScharfrichterKüche genießen, nehmen wir gerne Ihre Tischreservierung telefonisch unter 0851/3 59 00 oder über das Reservierungsformular auf www.scharfrichterhaus.de entgegen.

WEITERE HIGHLIGHTS

ScharfrichterHaus MILCHGASSE 2 • 94032 PASSAU • TEL: 0851/3 59 00 TICKETS: WWW.SCHARFRICHTERHAUS.DE | WWW.RESERVIX.DE ODER MO–FR 10–16 UHR IM KULTURBÜRO IM SCHARFRICHTERHAUS PARKMÖGLICHKEIT: TIEFGARAGE AM RÖMERPLATZ

, 30. JUNI SKOLKA! | FREITAG

Juni 2017

ESSEN & TRINKEN: MO–SA AB 17 UHR

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KULTURTIPPS

BALLETT

JAZZ IM KAFFEEHAUS

FESTIVAL

DEKKADANCERS

DANIEL HOLZLEITNER & FRIENDS

TANZ IM TRÄGERTAL

BEGINN > 18 UHR ORT > STADTTHEATER PASSAU INFO > WWW.LANDESTHEATER-NIEDERBAYERN.DE

A

uch wenn die Freundschaft zwischen dem Südböhmischen Theater und dem Landestheater Niederbayern etwas eingeschlafen ist, besteht sie weiter fort. Im Juni ist nun die Tanzkompanie Dekkadancers zu Gast. Sie präsentiert drei Choreografien, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Im richtigen Zeitpunkt verbindet mit Max Richter und Franz Schubert klassische und elektronische Musik, um das Empfinden der Zeit durch Bewegung zu vermitteln. Nachmittag eines Fauns drückt den Zustand des veränderten Bewusstseins im Traum aus. Das Elixier schließlich ist ein Handlungsballett, das die Zuschauer in eine Bar entführt, in der sich die Gäste auf die Suche nach dem Elixier des ewigen Lebens machen.

Mo, 5.6.

BEGINN > 19 UHR ORT > CAFÉ DUFTLEBEN, PASSAU EINTRITT > FREI

I

m Café Duftleben steht Anfang Juni Jazzmusik auf dem Programm. Unter der Leitung des Schärdinger Posaunisten Daniel Holzleitner, der momentan an der Kunstuniversität Graz Posaune studiert, werden sich Andreas Fährmann (Kontrabass), Hans Döbel (Klavier) und Daniel Wildner (Gitarre) dem Cool Jazz widmen. Diese Stilrichtung, die sich Ende der 40er Jahre aus dem Bebop heraus entwickelte, ist zwar eher introvertiert, aber alles andere als kühl. Relativ langsame Tempi und ein ausgeprägtes Ensemblespiel zeichnen sie aus. Daher haben sich Daniel Holzleitner und seine drei Gefährten für ihr Konzert vor allem eines zum Ziel gesetzt: Melodiös improvisieren, um große musikalische Bögen zu bauen.

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NEU!

FREISITZ

”im GALLO

Sa, 17.6.

ORT > ILZLEITE 8B, PASSAU-HALS EINTRITT > 10 ¤ INFO > WWW.TRAEGERTAL.DE

B

ereits zum fünften Mal findet dieses Jahr im malerischen Hals der Tanz im Trägertal statt. Durch einen musikalischen Mix aus House, Disco und Techno, dank frisch gezapftem Bier und nicht zuletzt aufgrund der beeindruckenden Flora und Fauna entsteht hier eine ganz besondere Atmosphäre. Bis in die späten Sommerabendstunden wird getanzt, getrunken und – wie die Veranstalter versprechen – sich verliebt. Und das nicht nur an Land, sondern auch auf dem Wasser. Denn neben der Veranstaltung im Trägertal wird es dieses Jahr auch eine entsprechende Bootsparty unter dem Motto Traumschiff Trägertal geben. Mit DJ Gerd Janson (Resident Berghain) ist hier ein international angesehener Künstler an Bord.

WA Gabriel.Lloyd Martens.,Passau

So, 4.6.

Endlich Sommer! Endlich draußen sitzen! FERNAB DES STRASSENLÄRMS, WINDGESCHÜTZT UND TEILWEISE ÜBERDACHT KÖNNEN UNSERE GÄSTE DIE LAUEN SOMMERABENDE AB SOFORT IN UNSEREM MEDITERRANEN INNENHOF GENIESSEN.

SO SIEHT dolce vita AUS! SCHMIEDGASSE 5

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PASSAU-INNSTADT

TELEFON (0851)3 63 15

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KULTURTIPPS

BENEFIZKONZERT

AUSSTELLUNG

ULI & ICH – NEUE DEUTSCHE TÖNE

DIE KUNST VON RUT KOHN

Sa, 17.6.

BEGINN > 20 UHR ORT > STADTPFARRKIRCHE ST. PETER, NEUBURGER STRASSE 118 EINTRITT > FREI

U

li Schwarz, der besonnene, mittlerweile wieder in seiner Heimat lebende Passauer, und Britta Wittenzellner, die in Niederbayern wohlwollend integrierte Hessin, erzählen auf ihre ganz eigene Art Geschichten über die Liebe. Sie plaudert dabei singend aus dem Nähkästchen, erzählt davon, was die Liebe macht und kann – und auch davon, wie man am Ende immer wieder die Kurve kriegt. Währenddessen spielt er Klavier und schämt sich fremd angesichts ihrer Offenherzigkeit und ihrer mangelnden Bairischkenntnisse. Uli & Ich spielen Songs aus der eigenen Feder, aber auch Lieder von Edo Zanki, Pe Werner oder Alexa Feser. Der Erlös des Konzertes kommt sozialen Projekten der Pfarrei St. Peter zugute.

Juni 2017

23.6.– GEÖFFNET > DI–SO 13–18 UHR EINTRITT > FREI 23.7. ORT > SANKT-ANNA-KAPELLE, PASSAU

A

usdauer und schöpferische Kraft sind Bedingungen für die Art, in der die tschechische Malerin Rut Kohn sich ihrer Themen annimmt. Stets sind es umfangreiche Zyklen, in denen zeitliche Abläufe oder vielschichtige Aspekte von Gegenständen behandelt werden. Literarische Texte, unter anderem von Kafka, setzt sie sehr umfassend in eine lesbare Bildsprache um. Wo Alltagsgegenstände zum Gegenstand serieller Betrachtung werden, tragen sie immer auch einen Hauch von Persönlichkeit – Häuser in menschenleerer Landschaft beispielsweise werden zu Avataren ihrer abwesenden Bewohner. Das Aufblühen und Hinwelken von Blumen gerät bei Rut Kohn zur Allegorie des menschlichen Daseins.

JAHRESKONZERT STÄDTISCHE MUSIKSCHULE PASSAU Mi, 28.6.

BEGINN > 19 UHR ORT > GROSSER RATHAUSSAAL, PASSAU EINTRITT > FREI

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ie Städtische Musikschule fühlt sich nicht nur für die Hochbegabten zuständig, sondern auch für all diejenigen, die einfach gerne Musik machen und keine größeren Ambitionen verfolgen. Jeder ist hier willkommen, ganz ungeachtet seines Alters, seiner Herkunft oder seiner musikalischen und instrumentalen Vorlieben. Das ist Barbara Blumenstingl, Leiterin der Städtischen Musikschule Passau, und ihren Kollegen wichtig. Beim Jahreskonzert bieten sie dem geneigten Publikum nun einen Querschnitt ihrer vielseitigen musikalischen Arbeit: Lebenshilfegruppe, Jugendblasorchester, generationenübergreifende Ensembles und Jugendmusiziert-Preisträger sowie Musik von Renaissance über Volksmusik bis Jazz.

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29. Juni - 6. August 2017

EW-VORSPIEL | 29.-30.6.2017 Festlicher Eröffnungsball 29.6. / 20.00 Uhr / Passau, Dreiländerhalle

FESTSPIELWOCHENENDE 1 | 1.-2.7.2017 Eröffnungskonzert: Beethovens Neunte 1.7. / 14.00 Uhr / Passau, Dreiländerhalle

DER MÜNCHENER BACHCHOR

Enoch zu Guttenberg dirigiert Mozart und Bach 1.7. / 20.00 Uhr / Aldersbach, Klosterkirche

FESTSPIELWOCHENENDE 2 | 5.-9.7.2017 Joseph Haydn: Cäcilienmesse 7.7. / 19.30 Uhr / Aldersbach, Klosterkirche Frieder Bernius dirigiert Mendelssohns Paulus 8.7. / 17.00 Uhr / Passau, Studienkirche St. Michael

FESTSPIELWOCHENENDE 3 | 13.-16.7.2017 Matinee mit Juliane Banse und Martin Helmchen 15.7. / 11.00 Uhr / Passau, Heilig-Geist-Kirche Freiheit! Beethoven und Mendelssohn 15.7. / 19.00 Uhr / Passau, Studienkirche St. Michael

FESTSPIELWOCHENENDE 4 | 20.-23.7.2017 Bruckner im Dom II: Bamberger Symphoniker und Herbert Blomstedt 21.7. / 19.30 Uhr / Passau, Dom St. Stephan Klavierrezital: Gerhard Oppitz 23.7. / 19.00 Uhr / Passau, Großer Rathaussaal

FESTSPIELWOCHENENDE 5 | 27.-30.7.2017 Reformationsjubiläum mit der Gaechinger Cantorey 28.7. / 19.30 Uhr / Niederalteich, Basilika St. Mauritius

Tine Thing Helseth & tenThing 30.7. / 19.00 Uhr / Burghausen, Stadtsaal

FESTSPIELWOCHENENDE 6 | 3.-6.7.2017 Bach-Kantatenzyklus der Europäischen Wochen 5.8. / 14.00 Uhr / Reichersberg [OÖ], Stiftskirche Carl Orffs Carmina Burana mit La Fura dels Baus 5.-6.8. / 19.00 Uhr / Passau, Dreiländerhalle

Tickets: +49 [0] 851-490831-0 www.ew-passau.de

DER COUNTDOWN LÄUFT

D

er Beginn der 65. Festspiele Europäische Wochen Passau steht unmittelbar bevor. Ob Orchesterkonzerte, geistliche Musik, Kammermusik, Meistersolisten, Liederabende oder Musiktheater – die Festspiele halten für jeden Geschmack die passende Veranstaltung bereit. Orchesterkonzerte Neben dem Eröffnungskonzert am 1. Juli mit Beethovens Neunter dürfen sich Liebhaber der Orchestermusik auf das Bruckner Orchester Linz sowie die Bamberger Symphoniker freuen. Sie gastieren am 5. bzw. 21. Juli mit Bruckners Romantischer und seiner fünften Sinfonie im Passauer Stephansdom. Grandios verspricht auch das Konzert des Münchner Kammerorchesters am 15. Juli in der Passauer Studienkirche zu werden. Geistliche Musik Enoch zu Guttenberg lenkt sein Orchester der KlangVerwaltung und die Chorgemeinschaft Neubeuern am 1. Juli in der Klosterkirche Aldersbach. Am 7. Juli interpretiert dort der Münchener Bach Chor Joseph Haydns Cäcilienmesse, bevor das Stuttgarter Kammerorchester tags darauf in der Passauer Studienkirche Mendelssohns Paulus zum Besten gibt. Außergewöhnlich eindrucksvoll verspricht überdies Paribus vocibus am 22. Juli in der Pfarrkirche Röhrnbach zu werden. 42

Meistersolisten und Liederabende Die beliebte Orgelnacht im Passauer Dom findet am 27. Juli statt – bereits zum 11. Mal! Mit der Passauer Heilig-Geist-Kirche haben die Europäischen Wochen einen ganz besonderen Ort für ihre Liederabende gewählt. Klein, aber fein: Rund 180 Zuhörer erleben am 15. Juli die Sopranistin Juliane Banse und Martin Helmchen (Klavier) hautnah, tags darauf interpretieren Bariton Matthias Winckhler und Pianist Marcelo Amaral Werke von Schubert und Wolf in dem akustischen Kleinod im Herzen der Dreiflüssestadt. Musiktheater Mit Carl Orffs Carmina Burana in einer furiosen Inszenierung der katalanischen Truppe La Fura dels Baus lassen die Europäischen Wochen am 5. und 6. August die diesjährigen Festspiele in der Passauer Dreiländerhalle ausklingen. Mit dabei: das Klavierduo Önder, Schlagzeuger der Bayerischen Staatsoper, der Chor der Gesellschaft der Musikfreunde Passau und Messa di Voce sowie das Solistentrio Amparro Navarro (Sopran), Jordi Domenech (Altus) und Thomas E. Bauer (Bariton).

KARTEN TEL. 0851 /49 08 31-0, ODER UNTER WWW.EW-PASSAU.DE

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KNOPF UND KRAGEN

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KNOPF UND KRAGEN

VERNÄHT UND ZUGEKNÖPFT Es geht um Knopf und Kragen! Wir knöpfen uns jeden Monat ein anderes Kleidungsstück vor und lassen keine Falte aus: Wo kommt es her? Was steckt dahinter? Wer hat es schon getragen? Wer sollte es tragen – und wer lieber im Schaufenster bewundern? Apropos: in welchem Passauer Schaufenster? Bevor wir uns jetzt um Knopf und Kragen reden, legen wir lieber los: Diesen Monat geht es um das Hemd und die Bluse.

Juni 2017

U

m Knopf und Kragen geht es im wahrsten Sinne des Wortes bei zwei Klassikern der Oberbekleidung: dem Herrenhemd und dem Pendant für die Frau, der Hemdbluse. Wie beide Begriffe bereits vermuten lassen, ähneln sich die beiden Kleidungsstücke in vielerlei Hinsicht: So liegt man mit Hemd oder Hemdbluse im Zweifelsfall immer richtig, sei es beim Geschäftstermin, dem Antrittsbesuch bei der Schwiegermutter oder dem spontanen abendlichen After-Work-Cocktail. Zudem sind die beiden Allrounder vielfältig kombinierbar. Ob Business-Hose, Rock oder Jeans – Hemd bzw. Hemdbluse lassen alle gleichermaßen in stilvollem Licht erscheinen. Zurückhaltend mit Manschettenknöpfen oder einem Einstecktuch aufgehübscht, garantiert das Hemd seinem Träger ein unprätentiös-souveränes Auftreten. Die Hemdbluse wiederum lässt ihre Trägerin schlicht aber elegant, ein wenig androgyn und – dank tailliertem Schnitt – dennoch feminin auftreten.

TEXT > ANNA SCHMITT, HELENA OSTHOFF ILLUSTRATIONEN > MARKUS JAURSCH

Vom Unterhemd zum

Business-Klassiker Doch Hemd und Hemdbluse teilen nicht nur modische Eigenschaften: Sie blicken, zumindest teilweise, auch auf eine gemeinsame Geschichte zurück – wobei das Hemd als älteres der beiden Kleidungsstücke der Hemdbluse vorausging. Der Begriff Hemd entstammt dem althochdeutschen Wort hemedi, das Haut bedeutet; schließlich wurde es ursprünglich unter der eigentlichen Oberbekleidung getragen, um die Haut vor gröberen Stoffen zu schützen. Die Hemden der damaligen Zeit unterschieden sich allerdings maßgeblich von heutigen Modellen. Bis ins späte 19. Jahrhundert zog man sein Hemd aus Leinen oder Hanfstoff über den Kopf, statt es zuzuknöpfen. Der Kragen wurde als einzig sichtbarer (und somit schmutzanfälligster) Bestandteil des Hemds zugunsten leichterer Waschbarkeit zunächst nur angeknöpft. Bekanntestes Beispiel für einen so angeknöpften Kragen ist der sogenannte Vatermörder, ein Stehkragen mit betont spitzen Kragenschenkeln aus der Biedermeierzeit. Erst als im Zuge der industriellen Revolution die pflegeleichte Baumwolle als erschwinglicher Rohstoff aufkam, erfanden die Wiener Gebrüder Hönigsberg den

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KNOPF UND KRAGEN

halbsteifen Hemdkragen, der fest mit dem restlichen Hemd vernäht war. Nachdem sich das Hemd auf diese Weise zu einem ebenso praktischen wie beliebten Kleidungsstück gemausert hatte, folgte 1900 die durchgehende Knopfleiste. Das Hemd musste nicht mehr über den Kopf gezogen werden – und der Siegeszug des Herrenhemds war endgültig eingeläutet.

Aus Kleid

wird Bluse Auch in der Damenwelt machte das praktische Oberteil mit der Knopfreihe Ende des 19. Jahrhunderts Karriere. Auslöser für diese Entwicklung war eine modische Innovation während der Biedermeierzeit: Seinerzeit ersetzte man Kleider zunehmend durch Kombinationen aus Rock und Bluse, die aus dem gleichen Stoff und aufeinander abgestimmt waren. Kurz darauf wurden für Mädchen von Matrosenanzügen abgeleitete Matrosenblusen populär, selbstverständlich kombiniert mit Faltenröcken im selben Blauton. Wenige Jahrzehnte später hatte sich die Bluse endgültig vom dazugehörigen Rock losgelöst und schrieb als eigenständige Hemdbluse Modegeschichte – erst als obligatorischer Bestandteil der guten Sonntagskleidung, später als nicht wegzudenkendes Kleidungsstück einer formellen Bürogarderobe. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Frau und Mann endlich gleichermaßen mit Knopf und Kragen bzw. Hemd und Hemdbluse ausgestattet. Kaum ein anderes Kleidungsstück symbolisiert so bildhaft die zunehmende modische Gleichberechtigung von Mann und Frau. Folgten die Schnitte von Hemd und Hemdbluse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch eindeutig den traditionell männlichen und weiblichen Kleidungskonventionen, zeichnen sich die Emanzipation und der gesellschaftliche Wandel der 60er/70er Jahre auch in den Hemd- und Blusenmodellen dieser Zeit ab: Erstmals kommen hautenge Herrenhemden auf, während sich Frauen mithilfe von Schulterpolstern der männlichen Statur annähern. Slim Fit für den Mann ist auch heutzutage modisch wieder ganz vorne mit dabei – man denke nur an die taillierten, unverschämt gut sitzenden Hemden, die Jogi Löw zur Stilikone erhoben haben. Doch auch mit Hemden in Knallfarben und kreativen Mustern – noch vor 50 Jahren Privileg der Frauenwelt – kann Mann sich heute guten Gewissens schmücken. Im Gegenzug darf die moderne Frau auf männliche Schnitte zurückgreifen: Oversize-Blusen im Boyfriend-Look sind genauso aktuell wie Blusen mit Schluppen in Krawattenoptik. Bei aller Annäherung von Hemd und Hemdbluse – ein kleiner, feiner Unterschied hat dennoch die Zeit überdauert. Herrenhemden werden noch immer von links nach rechts geknöpft, Frauenblusen dagegen von rechts nach links. Solange weder Rechts- noch Linksknöpfer*innen diskriminiert oder benachteiligt werden, ist wohl keine weitere Annäherung notwendig. Schließlich sind es doch oft die Unterschiede, die das Leben interessant machen! 46

Typ

SACHE!

Um Ihnen den Blusen- bzw. Hemdenkauf zu erleichtern, haben wir einige typgerechte Modelle für SIE und IHN zusammengestellt!

Die Verspielte trägt am besten eine

Bubibluse Etwas kindlicher kommt die sogenannte Bubibluse daher, die besonders durch ihre runde Kragenform – auch Peter-PanKragen genannt – auffällt. Sie lässt sich ideal mit einem Rock oder einer Röhrenhose kombinieren. Wer es gerne etwas eleganter will, trägt am besten eine auffällige Statement-Kette eng unter dem Bubikragen. Fertig ist der perfekte Retro-Look!

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KNOPF UND KRAGEN

Der Elegante trägt am besten ein

tailliertes Langarmhemd Für einen stilvollen Look geradezu prädestiniert ist ein einfarbiges, tailliertes Langarmhemd mit Manschettenknöpfen – bestenfalls sogar maßgeschneidert. Freunden des klassischen Looks empfehlen wir Hemden mit Tab- oder Kentkragen. Die Doppelmanschette wird zunächst am Handgelenk umgeschlagen und dann mit einem Manschettenknopf geschlossen. Besonders schön sind Modelle mit Perlmutt- statt Plastikknöpfen.

Die Geschäftsfrau trägt am besten eine

klassische Hemdbluse

Der Sportliche trägt am besten ein

gemustertes Kurzarmhemd Mehr Freizeitcharakter haben gemusterte Kurzarmhemden. Ob im Karo-Look oder Hawaii-Style – im Sommer eignet sich dieses Modell immer als solide Outdoor-Variante. Um Ihrem Look keinen unnötigen Nerd-Touch zu verliehen, empfiehlt es sich allerdings, das Hemd nicht in die Hose zu stecken. Außerdem sollte der Rest Ihres Outfits unifarben sein. Besonders lässig sind Kombinationen mit Destroyed Jeans und Boots.

Juni 2017

Besonders in Büros mit strengem Dresscode sind Sie mit einer klassischen Hemdbluse immer passend gekleidet. Gekennzeichnet ist dieses Blusenmodell durch seine Taillierung, Abnäher am Rumpf sowie die linksseitige Knopfleiste (bei Männerhemden befindet sich diese auf der rechten Seite). Damen mit großer Oberweite empfehlen wir, die Bluse nicht zu eng zu kaufen, da sonst unvorteilhafte Spannfalten entstehen können.

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KNOPF UND KRAGEN

Blusen für SIE und Hemden für

IHN

HINWEIS

Bluse mit Schleife New Line Ludwigstraße

Wickelbluse Dressstore Bahnhofstraße

Trends

Langarmhemd UM 28 EURO

Eterna Werksverkauf Sperrwies

UM 40 EURO

Karohemd UM 29 EURO

Braxx Ludwigstraße

K&K

Unbestechlich und unangemeldet durchkämmen unsere Redakteurinnen jeden Monat die Passauer Modewelt auf der Suche nach Einkaufstipps. Hierbei handelt es sich nicht um bezahlte Produktwerbung, sondern um ihre persönlichen Empfehlungen.

UM 50 EURO

Unifarbene Hemden werden vermutlich nie aus der Mode kommen; ein elegantes weißes Hemd ist ein absolutes Must-have für jeden männlichen Kleiderschrank. Neben Hellblau-, Caramel- und Rosétönen sind momentan auch kräftige Rot- und Blautöne angesagt. In Sachen Prints findet man in den Passauer Läden neben klassischen Streifen und Karos auch zarte Blumenmuster. Allen, die es etwas raffinierter mögen, sei ein Hemd empfohlen, dessen Innenseite aus einem anderen Stoff gefertigt ist – so werden Kragen und Manschette zum besonderen Hingucker. Etwas aus der Mode scheint mittlerweile die Brusttasche gekommen zu sein, die – obgleich sie das Hemd zum Füllfederhalter aufwertet – doch häufig ein wenig Eleganz vermissen lässt. Bei den Damen liegen 2017 Blusen mit großen Schleifen, Trompetenärmeln oder bestickten Krägen voll im Trend. Nicht zu vergessen sind natürlich auch Modelle mit bunten Webetiketten, sog. Patches. Einen besonderen Eyecatcher stellen diese Saison schulterfreie Blusen dar, darunter beispielsweise die sogenannte Carmenbluse.

Schulterfreie Bluse Esprit Stadtgalerie

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In puncto Muster stehen neben unifarbenen oder gestreiften Blusen in Pastelltönen auch florale Blusenstoffe oder Blusen mit Animal-Prints hoch im Kurs.

Leichtes Hemd UM 40 EURO

Loft Brunngasse

UM 130 EURO

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OIDE

DULT PASSAU

VOM 21.–25. JUNI 2017

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om 21. bis 25. Juni findet erstmals die Oide Dult im Klostergarten statt. An traditioneller Stätte, an der die Passauer Dulten gefühlte 150 Jahre gefeiert wurden. Ein kleines feines Volksfest für alle, wurscht woher, ob aus Thurmannsbang, Neustift, Auerbach, Aleppo, Schardenberg, Kabul oder Thyrnau. Keine Tiere, aber sensationelle Slow-runFahrgeschäfte wie der Passauer Pemperlprater, eine Schiffschaukel, eine Wurfbude, Schießstand, ein großer Biergarten, Schmankerl auch vom Bio-Fliegerbauer, am Sonntag zum Frühschoppen ein Ochsenbrater und ein Bierzelt mit dem Namen Trixi, benannt nach einer früheren Dultschönheit vom Zuckerwattestand, laden Euch ein. Auf geht’s, dabei sein. Musikalisch garniert wird der feine Hopfengenuss unter anderem von folgenden Kapellen: Halser Musikanten, Trachtenmusikkappelle Juni 2017

kredenzt die erste Mass Oberbürgermeister Jürgen Dupper – und wir erheben die Krüge auf das, was wir lieben. Die ersten hundert Mass gehen auf die Brauerei! Wir freuen uns auf fünf Tage Blasmusik aus aller Herren und Damen Länder, auf G’stanzl, Gaudi, Freundschaft, auf Kinder, Omas, Opas, Mamas, Papas, Praedult-Singles, Postdult-Pärchen aus Niederbayern, Passau, Syrien, wurscht woher, Hauptsache da. Wir sind alle von wo. Im Herzen der Stadt Passau feiern wir. Mitanand. Seid’s freindlich, jawoi. Treff ma uns um 11e vormittags an da Uhr … Und nach der Dult um 11e geh ma zum Brenner in die Camera. Wie immer.

DIE EXPRESS BRASS BAND

Schardenberg, Express Brass Band, Blaskapelle Zenting und die Kapelle Salzweg Büchlberg. Einen besonderen Eltern- und Kindernachmittag gibt’s am Donnerstag, 22. Juni, mit der wunderbaren Kapelle Café Unterzucker. Am Mittwoch, 21. Juni, zapft Hannes Ringlstetter um 12 Uhr das erste Fass an, 51


KINOTIPPS

Es stirbt eine Ehe. Eine Familie. Ein Staat.

IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS die geburtstagsfeier des hochdekorierten sed-parteimitglieds wilhelm powileit fällt im herbst 1989 nicht so glanzvoll aus wie sonst. TEXT > CLAUDIA KNOBLOCH

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stberlin im Frühherbst 1989. Wilhelm Powileit (Bruno Ganz), hochdekoriertes SED-Parteimitglied und Patriarch der Familie, feiert seinen 90. Geburtstag. Er hat die DDR aus Überzeugung mit aufgebaut und so ist das Fest ein parteikonformes Jubiläumsspektakel. Nachbarn, Genossen und singende Pioniere treten an, um dem Genossen Powileit zu gratulieren, Blumen zu überreichen und ihm einen weiteren Orden zu verleihen. Doch in diesem Jahr kündigt sich nicht nur das Ende der DDR an – auch die Familie Powileit zerfällt. Sohn Kurt (Sylvester Groth) betrügt seine Frau, Wilhelms Frau Charlotte (Hildegard Schmahl) ist ihrem Mann nur noch in Verbitterung verbunden. Als während der Feier bekannt wird, dass Wilhelms Enkel Sascha in den Westen geflohen ist, steigt der Wodka-Konsum – und mehr und mehr Geheimnisse treten zutage. 52

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Die Vorlage für Wolfgang Kohlhaases (Sommer vorm Balkon) Drehbuch liefert Eugen Ruges gleichnamiger Roman, der 2011 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde und die Geschichte von Ruges eigener Familie erzählt. Der Drehbuchautor antwortete auf die Frage, ob der Film gegen das Vergessen anspiele: „Es gibt dieses schöne Wort, wonach erzählt werden kann, was beendet ist. Man schreibt ja nicht, weil man es besser weiß als andere, sondern weil man durch das Schreiben etwas herausfinden will, auch über sich selbst. Einen Film zu machen, das ist eine Reise des Herzens, zu der man ein Publikum hinzubittet.“

START > DO, 1. JUNI GENRE > DRAMA IMDB > 5,4 REGIE > MATTI GESCHONNECK

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KINOTIPPS

MARIA MAFIOSI

LOVING

NUR EIN TAG

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ie Polizistin Maria aus Landsberg am Lech ist hochschwanger und freut sich darauf, ihren Freund Rocco zu heiraten. Als Rocco seiner Familie – Inhaber einer Pizzeria und lokale Mafiosi – die Neuigkeiten über Vaterschaft und Hochzeit eröffnet, gibt es Ärger, weil Rocco der Tochter eines italienischen Mafiabosses versprochen ist. WIR VERLOSEN 3 X 2 KINOKARTEN für Maria Mafiosi, der am 15. Juni startet. Die Karten gelten in allen Kinos, in denen der Film läuft. Unter dem Stichwort Rocco eine E-Mail an gewinnspiel@pastaonline.de oder eine Postkarte an PASTA!, Am Seve-

I

n den 50er Jahren verlieben sich Richard und Mildred ineinander. Das Problem dabei: In Virginia sind Ehen zwischen Schwarzen (Mildred) und Weißen (Richard) verboten. Als sie ein Kind erwarten, heiraten sie im liberalen Washington D.C., werden aber kurz nach ihrer Rückkehr in die Heimat verhaftet. Sie haben die Wahl, sich zu trennen oder weit weg von ihrer Familie zu leben. Sie entscheiden sich für einen dritten Weg: den Kampf für ihre Liebe vor Gericht. An jedem 12. Juni wird am Loving Day alljährlich an das Urteil des Obersten Gerichtshofs gedacht – und damit an die Freiheit der Amerikaner, über Hautfarben hinweg zu heiraten.

rinstor 4, 94032 Passau schicken. Einsendeschluss ist der 12. Juni.

START > DO, 15.6. GENRE > KOMÖDIE IMDB > --MIT > LISA MARIA POTTHOFF, SERKAN KAYA, ALEXANDER HELD

START > DO, 15.6. GENRE > DRAMA IMDB > 7,1 MIT > JOEL EDGERTON, RUTH NEGGA, MARTON CSOKAS

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in Wildschwein und ein Fuchs beobachten, wie eine Eintagsfliege schlüpft und zu einem bezaubernden Wesen wird. Aber wer bringt ihr bei, dass sie nur diesen einen Tag zu leben hat? Wildschwein und Fuchs behaupten kurzerhand, der Fuchs sei der Todgeweihte – worauf die Fliege voller Mitgefühl für ihren neuen Freund beschließt, dass ein Tag für das ganze Leben und das große Glück reicht. Im Film von Martin Baltscheit werden die Tierfiguren von Schauspielern verkörpert, die die Botschaft verkünden, das Glück im Hier und Jetzt zu suchen. Damit erreicht die lebensbejahende Fabel nicht nur Kinder ab fünf Jahren, sondern sicher auch das erwachsene Publikum. START > DO, 29.6. GENRE > KINDERFILM IMDB > --- MIT > LARS RUDOLPH, ALJOSCHA STADELMANN, KAROLINE SCHUCH

KBL exklusiv bei uns in Passau Passau: Ludwigstraße 26 | T (0851) 5 13 96 Pocking: Tettenweiser Straße 7 | T (08531) 78 13 www.augenoptik-sommer.de www.facebook.com/AugenoptikSommerGmbH

Juni 2017

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BUCHTIPPS

NÜTZT!

ISABELLE BRUNO, CHRISTINE BAILLET

Bei uns daheim gibt es viele Legosteine: die Sammlung aus der Kindheit meines Mannes, meine eigene und die unseres Sohnes. Bisher haben wir Raumschiffe oder Polizeistationen gebaut, doch Mein LEGO hat uns auf neue Ideen gebracht. Und an die Grenzen unserer Sammlung: 500.000 Teile für eine Seifenkiste hatten wir nicht.

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AUTOR > GENRE > SEITENZAHL > VERLAG > PREIS >

ISABELLE BRUNO, CHRISTINE BAILLET SACHBUCH 192 SEITEN DVA 24,95 ¤

as reich bebilderte Buch Mein LEGO verspricht „70 kreative Upcycling-Ideen für zuhause“ und zeigt, was man aus Legosteinen alles machen kann: Einfache Kühlschrankmagnete und Untersetzer, Aquarien-Einrichtungen, Schmuck oder eine Cowboy-Marionette. LEGO-Experten können sich an einen Couchtisch, eine Kuckucksuhr und einen Christbaum wagen. Was man braucht? Sehr viele Legosteine und herkömmliches Werkzeug, manchmal auch eine Woche Urlaub oder die Hilfe von vielen Freunden. Ein herrliches Buch für LEGO-Fans oder Menschen, die ein neues Hobby suchen.

ich bin niemand

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AUTOR > GENRE > SEITENZAHL > VERLAG > PREIS >

PATRICK FLANERY ROMAN 400 SEITEN BLESSING 22,99 ¤

ls der Geschichtsprofessor Jeremy O’Keefe nach zehn Jahren in seine Heimat New York zurückkehrt, passieren eigenartige Dinge: Termine werden in seinem Namen abgesagt, immer kreuzt der gleiche Mann seinen Weg – und er erhält Pakete mit seinen ausgedruckten E-Mails. Wird er verfolgt? Wird er alt? Oder will er vergessen? Patrick Flanery’s Ich bin niemand ist der Gedankenstrudel eines Mannes, der nicht mehr weiß, wem er trauen kann. Die mäandernden Sätze sind nicht leicht zu lesen, aber ein lohnendes Erlebnis.

BURGER SIND MÜLL OHNE FRISCHE UND REGIONALE ZUTATEN

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PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN

FOTO LINKS OBEN: «LEGO® JEWELRY» © ANNE-SOPHIE COCHEVELOU, LINKS UNTEN: «LEGOWALL» © NPIRE.DE, RECHTS: «LEGO® CHRISTMAS TREE» © DONALD MEVES

LEGO

TEXT > CLAUDIA KNOBLOCH


DVDTIPPS

PAULA

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GENRE > BIOPIC REGIE > CHRISTIAN SCHWOCHOW MIT > CARLA JURI, ALBRECHT ABRAHAM SCHUCH, ROXANE DURAN FSK > AB 12 JAHREN filmszene aus »Die Mitte der Welt«

SPIELDAUER > 118 MINUTEN

DIE MITTE DER WELT

LOVE & FRIENDSHIP

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GENRE > DRAMA REGIE > JAKOB M. ERWA MIT > LOUIS HOFMANN, SABINE TIMOTEO, JANNIK SCHÜMANN

er 17-jährige Phil lebt mit seiner unkonventionellen Familie in einer alten Villa. Nach den Sommerferien ist plötzlich alles anders: Er verliebt sich in einen Mitschüler, seine Schwester distanziert sich – und seine Mutter ist trauriger als sonst. Regisseur Erwa sagt über seinen wunderbar kraftvollen Film: „Die Mitte der Welt ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Unser zunächst zurückhaltender Held wird erkennen, dass es manchmal besser ist, Fragen zu stellen – auch wenn man ahnt, dass die Antworten wehtun könnten.“

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GENRE > DRAMA REGIE > WHIT STILLMAN MIT > KATE BECKINSALE, CHLOË SEVIGNY, STEPHEN FRY

FSK > AB 12 JAHREN

FSK > OHNE

SPIELDAUER > 111 MINUTEN

SPIELDAUER > 90 MINUTEN

Juni 2017

bwohl ihre Eltern nicht an ihr Talent glauben, zieht Paula Becker 1900 mit 24 Jahren in die Künstlerkolonie Worpswede, wo sie sich in Otto Modersohn verliebt und zur Künstlerin heranreift. Ihr Leben und ihre Kunst außerhalb der Konventionen der Zeit kosten sie zwar ihre Unbeschwertheit, lassen sie jedoch zu einer außergewöhnlichen Malerin werden. Auf unterhaltsame und leidenschaftliche Weise erzählt Regisseur Christian Schwochow das faszinierende Leben einer hochbegabten Künstlerin und radikal modernen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

itwe Lady Susan Vernon quartiert sich bei Verwandten ein, um eine Liebelei mit dem verheirateten Lord Manwaring auszusitzen. Sie schmiedet gleich neue Pläne: Um sich und ihre erwachsene Tochter finanziell abzusichern, müssen Ehemänner her! Mit ihrem Charme gewinnt sie die Herzen der Männer, was den Groll der anderen Damen auf sie zieht. Kate Beckinsale spielt unter der Regie von Whit Stillman eine gewitzte Lady Susan, die der Vorlage von Jane Austen trotz der historischen Ausstattung einen zeitgemäßen Ton und viel Schwung verleiht.

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MELDUNGEN

HHH

AN ALLE HAUSHALTE

AUSGABE 9 – JUNI 2017

herberts hanebüchene halbwahrheiten Abhängig, unehrlich, lausig recherchiert TEXT > CHRISTIAN GÖTZ

+++ PRINT LEBT! +++ hhh, juni 2017: Spannende News aus dem hart umkämpften Zeitschriftenmarkt: Entgegen dem landläufigen Trend Weg von Print – hin zu online hat ein bekannter Passauer Verlag gleich eine ganze Reihe an neuen Magazinformaten entwickelt. Nach dem Vorbild erfolgreicher Print-Titel wie Mein schöner Garten, Lisa Wohnen und Dekorieren, Gartenspaß oder Landlust möchte Verlagschef Cornelius Titus Gaius Fidelius Hapag Lloyd Doc Martens mit revolutionären Konzep-

ten begeistern. Gegenüber HHH ließ er verlauten: „Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere neuen Magazine Mein schöner Keller, Gerlinde Bügeln und Stopfen, Gasthermenspaß und natürlich Gewerbegebietlust auf breite Zustimmung bei der anspruchsvollen Passauer Leserschaft stoßen werden.“ Auf die Nachfrage der HHHRedaktion, ob die Themen nicht doch etwas arg speziell seien, antwortete der findige Verlagschef, er müsse gerade dringend irgendwohin zum Mittagessen.

+++ WENN SIE DIESE MELDUNGEN GELESEN HABEN, WIRD SICH IHR LEBEN FÜR IMMER VERÄNDERN +++

AUFSCHREI IN DER KULTURSZENE Auch wenn die Europäischen Wochen erst Ende Juni starten, hat das beliebte Kulturfestival bereits jetzt seinen ersten handfesten Skandal. Wie HHH aus frivolen Quellen erfuhr, wurden moralisch delikate Filmaufnahmen geleakt, die unter dem Titel 9 ½ Europäische Wochen durchs Netz geistern. Nach dem Vorbild des hochumstrittenen Erotik-Blockbusters von 1986 sind in dem anzüglichen Streifen unter anderem zwei Konzertbesucher zu sehen, die sich leidenschaftlich mit sehr teuren Brezelstücken füttern – und in eindeutig unmoralischer Absicht Plätze mit Mantel und Schal und alten Miedern reservieren. Pfui! Juni 2017

passau wird noch rauchfreier hhh, juni 2017: Wieder mal eine tolle Lösung vonseiten der Deutschen Bahn: Im Zuge (haha!) der Umgestaltung des Passauer Hauptbahnhofs soll der Nichtraucherschutz weiter verstärkt werden. So werden die gelb markierten Raucherbereiche am Ende der Bahnsteige künftig auf einen Schotterplatz nahe Heining verlegt. Um den Freunden des Glimmstängels

jedoch Wohlwollen und grenzenlose Toleranz zu signalisieren (haha!), wird das beliebte Verkehrsunternehmen eine Shuttlezug-Verbindung Passau Hbf–Raucherviereck Heining einrichten. Auf die Fahrtzeiten angesprochen, gab ein DB-Sprecher gegenüber HHH bekannt: „Nur So., Do., Sa., ausgn. Feiertg u. Hl. Abd.“. Mn, klsse!

PASTA! SERIE: HERBERTS HANEBÜCHENE HALBWAHRHEITEN (HHH) Herbert braucht Abstand. Und so hat sich unser allseits unbeliebter Grantler kurzerhand samt Schreibmaschine in eine garantiert SUV-freie Gegend zurückgezogen. Er beliefert uns aus dem nordostrussischen Srednekolymsk mit abhängigen,

unehrlichen und lausig recherchierten (Lokal-) Nachrichten. Aufgrund eines unfassbar ungerechten Knebelvertrages, den er der PASTA!-Redaktion vor seiner Abreise aufgedrückt hat, sind wir leider rechtlich verpflichtet, die Meldungen abzudrucken.

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ZEITVERTREIB

WER BIN ICH?

GEWINNSPIEL

BUCHVERLOSUNG

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auflösung des letzten fotorätsels: christiane öttl, musikerin

IMPRESSUM 58

HERAUSGEBER GABRIEL.LLOYD MARTENS. GMBH TILL GABRIEL & CORNELIUS MARTENS AM SEVERINSTOR 4, 94032 PASSAU

KONTAKT TELEFON +49 (0)851 /9 29 08 65 FAX +49 (0) 851 /98 83 74 60 REDAKTION@PASTAONLINE.DE WWW.PASTAONLINE.DE

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GEWINNER! Jeweils ein Exemplar des Buches Der böhmische Samurai aus der Mai-Ausgabe haben gewonnen: Dorothea Lechner, Passau Elisabeth Wimmer-Eineder, Ruderting Horst Köppl, Sigharting (OÖ) Herzlichen Glückwunsch! Holen Sie Ihren Buchgewinn in unserer Redaktion ab: Am Severinstor 4, Passau-Innstadt. Bitte um telefonische Voranmeldung unter +49 (0)851/9 29 08 66. Vielen Dank!

Der Näher von Rainer Löffler ist bei Bastei Lübbe erschienen (ISBN 978-3-404-17454-6) und kostet 12,00 EUR.

AUTORINNEN UND AUTOREN > CHRISTIAN GÖTZ, CLAUDIA KNOBLOCH, CORNELIUS MARTENS, TILL GABRIEL, HELENA OSTHOFF, ANNA SCHMITT, PROF. DR. CHRISTIAN THIES FOTOS > DR. BENEDIKT KUHNEN, CORNELIUS MARTENS, TILL GABRIEL, FLORIAN WEICHSELBAUMER ILLUSTRATIONEN, TITELBILD > MARKUS JAURSCH

ANZEIGENLEITUNG > CORNELIUS MARTENS TELEFON +49 (0) 851 /92 90 86 6 ANZEIGENLEITUNG@PASTAONLINE.DE

GESTALTUNG, LEKTORAT

REDAKTION

LEKTORAT > SCHREIBEREI EDER

LEITUNG > DR. BENEDIKT KUHNEN

DRUCK

LAYOUT & SATZ > GABRIEL.LLOYD MARTENS. GMBH LUKAS MUSILEK, TILL GABRIEL

chafter

nser Bilderrätsel befasst sich mit Personen des öffentlichen Lebens, die irgendwann auch einmal in der PASTA! abgebildet wurden. Kennen Sie den hier verschobenen Promi? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an: gewinnspiel@pastaonline.de oder schicken Sie uns eine Postkarte mit der richtigen Lösung an pasta!, am severinstor 4, 94032 passau. Unter allen Einsendern verlosen wir gemeinsam mit Bücher Pustet drei Exemplare der BuchNeuerscheinung Der Näher von Rainer Löffler.

JANDA+ROSCHER, Die WerbeBots

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in Thriller wie ein Stich ins Herz: In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet seine Opfer nicht nur, er pflanzt ihnen auch etwas in den Körper ...

online oder live: » Jetzt unge nplatz 1 Nibel 94032 Passau

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PASTA! Juni 2017 - Passau entdeckt das Teilen  

Passauer Stadtmagazin Ausgabe Juni 2017 | Passau entdeckt das Teilen

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