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PASSAUER STADTMAGAZIN

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RE FOR MA TOR PASSAUS NEUER EW-INTENDANT THOMAS E. BAUER IM PORTRÄT Februar 2017

19. JAHRG.


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VORWORT

(S)Elphi Wenn es so etwas wie Reisekosten und Redaktionsschluss nicht gäbe, hätte ich dem neuen EW-Intendanten Thomas E. Bauer im Januar quer durch Europa folgen können. Alleine in der zweiten Monatshälfte absolvierte der klassisch ausgebildete Sänger Auftritte in Dänemark, Frankreich und Belgien. Getroffen habe ich ihn letztlich in Berlin und Hamburg – in der Hansestadt im Rahmen des Eröffnungsfestivals der Elbphilharmonie. Was den in Niederbayern aufgewachsenen Künstler nachhaltig geprägt hat und ihn bei der Neuausrichtung der Europäischen Wochen antreibt, erfahren Sie im Porträt ab Seite 12. Wie unser Fotograf Florian Weichselbaumer auf den Seiten 6 und 7 dokumentiert, ist es unserem Astronauten Neil Armstrong gelungen, die Passauer Hängebrücke schon vor der anstehenden Sperrung und Generalsanierung in einem autofreien Zustand zu erleben. Mit dem Brückenbau kennt sich Perdita Wingerter aus. Die Geschäftsführerin des Vereins Gemeinsam Leben und Lernen in Eu-

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ropa betreut eine Vielzahl von Projekten, bei denen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft begegnen und austauschen. Wie im Ohne-Worte-Interview auf den Seiten 10 und 11 zu sehen, verfügt sie über die beneidenswerte Fähigkeit, auch im größten Chaos noch den Überblick zu behalten. Fidel Gastro war während der letzten Wochen in Oberösterreich unterwegs. Ob das Lukas Restaurant in Schärding die Hauben und Lobeshymnen wirklich verdient, verrät er Ihnen ab Seite 21. Das vergangene Jahr hat uns deutlich vor Augen geführt, dass die Europäische Union in einer Krise steckt. Ob sie schon dem Untergang geweiht ist oder es noch Anlass zur Hoffnung gibt, darüber philosophiert Christian Thies ab Seite 30. Die Sängerin und Schauspielerin Nadine Germann stand in den letzten Jahren regelmäßig auf der Bühne des Passauer Stadttheaters – in der aktuellen Spielzeit wirkt sie gleich in drei Produktionen mit. Im Interview ab Seite

32 erzählt sie, warum sie schon einmal kurz davor war, keine Musik mehr zu machen. In unserer Modeserie widmen sich Anna Schmitt, Helena Osthoff und Markus Jaursch diesmal den Stiefeln. Welche Modelle in der aktuellen Wintersaison im Trend liegen, erfahren Sie ab Seite 44. Auf Seite 52 empfiehlt Ihnen Claudia Knobloch unter anderem den neuen Film des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi. In The Salesman, der ab 9. Februar im ScharfrichterKino zu sehen ist, wirft er einen kritischen Blick auf die Mittelschicht im Iran. Zu guter Letzt berichtet Herbert, unser allseits unbeliebter Grantler, über die Preisverleihung des Kleintierzuchtvereins PassauNeustift-West. Eine unterhaltsame Lektüre wünscht

BEN E DI K T K U H N EN

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INHALT!

PASTA! Februar 2017 Heft Nr. 1/2017

19. Jahrgang

T I T E LT H E M A

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DER REFORMATOR

EW-Intendant Thomas E. Bauer im Porträt

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ER IST ZURÜCK! Astronaut Neil Armstrong auf der

HÄNGEBRÜCKE

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WAS PASSAUER DENKEN, ABER NICHT SAGEN »A KONZERTHEISL langt doch a ... «

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OHNE WORTE PERDITA WINGERTER

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POSTA! DER BRIEF

Franz-Xaver Humandl schreibt

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FIDEL GASTRO LUKAS RESTAURANT

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im Foto-Interview

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DER ZUKUNFT

– grenzenlose Freude

TOPFSCHAU Von schwarzen Hähnen, Hofmann und

HOCHRIPPEN

FRAGEN SIE FIDEL Essen gehen MIT DEN LIEBEN KLEINEN

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ÜBER DEN WOLKEN Christian Thies zur ZUKUNFT DER EUROPÄISCHEN UNION

32

6

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PASSAUER STADTMUSIKANTEN NADINE GERMANN über den Umgang mit Komplimenten KUNST & KULTUR Konzerte, Theater, Kabarett & Co. im

KNOPF UND KRAGEN Wer hat die STIEFEL an?

52

NEUE FILME / BÜCHER / DVDS

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EMPFEHLUNGEN

FEBRUAR

aus der Redaktion

HERBERTS HANEBÜCHENE HALBWAHRHEITEN Preisverleihung beim KLEINTIERZUCHTVEREIN NEUSTIFT-WEST

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»ER IST ZURÜCK!« FOTO > FLORIAN WEICHSELBAUMER


Der Neue Katalog - ab 21.2. im laDeN erhältlich Bahnhofstraße 1 · 94032 Passau · Tel.: 0851-9666580


WAS PASSAUER DENKEN, ABER NICHT SAGEN

»A Konzertheisl langt doch a ...« M A R K U S J A U R S C H < I L L U S T R AT I O N

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FOTOINTERVIEW

Ohne

Worte

perdita wingerter GEBOREN 11. juli 1965 netzwerkerin STATUS muss nur noch schnell die welt retten NAME

BERUF

Ihr gegenwärtige Einschätzung zur Lage in Europa?

Was würde Europa jetzt guttun?

Ihre Meinung zu Trump?

Was bringt es, sich ehrenamtlich zu engagieren?

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PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


FOTOINTERVIEW

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ls ich das Büro der Geschäftsführerin von Gemeinsam Leben und Lernen in Europa e.V. betrat, wäre ich beinahe wieder geflüchtet – angesichts der Berge von Ordnern, in denen die zig parallel laufenden Projekte des gemeinnützigen Vereins dokumentiert sind. Vermutlich braucht es hier eine Person wie Perdita Wingerter, um den Überblick zu behalten. Nicht nur ihr Name Perdita (lat. die Verlorene), auch die Vita der 51-jährigen gebürtigen Berlinerin ist außergewöhnlich.

Als junges Mädchen verliebte sie sich bei einem Tagesausflug in Passau und ihr war klar: Hier will ich studieren! Seit über 30 Jahren lebt und arbeitet die unermüdliche Netzwerkerin jetzt schon in der Dreiflüssestadt. Ständig kommen ihr neue Ideen und Projekte in den Sinn, die Toleranz, Vielfalt und Chancengleichheit fördern. Bei all diesen Vereinsprojekten ist Perdita Wingerter für die rund 150 Ehrenamtlichen in Stadt und Land der Dreh- und Angelpunkt: Sprachpaten, Aktionstage für Jungs,

Aufklärungsworkshops, Selbsthilfegruppen, Telefonberatung, gemeinsames Kochen von Jung und Alt – die Projekte des Vereins werden praktisch komplett durch Ehrenamtliche betreut. Rund 2.000 Stunden an ehrenamtlichem Engagement kommen dabei pro Monat zusammen – beeindruckend!

text > cornelius lloyd martens fotos > florian weichselbaumer

Inwieweit sind Sie als Feministin zu bezeichnen?

Wonach suchen Sie?

Was ist der Schlüssel für eine gelungene Integration?

Ihre gegenwärtige Verfassung?

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TITELTHEMA

TEXT > BENEDIKT KUHNEN FOTO > FLORIAN WEICHSELBAUMER

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m Anfang war das Wort.“ Mit diesem biblischen Satz betritt Thomas E. Bauer die Bühne des Großen Konzertsaals der Hamburger Elbphilharmonie. Es ist Donnerstagvormittag, kurz nach zehn. Am Abend zuvor wurde das derzeit meist gehypte Gebäude der Republik feierlich eröffnet. Während im Foyer der Philharmonie noch der Duft von Champagner und Parfum in der Luft liegt, ist im Konzertsaal schon wieder höchste Konzentration angesagt. Denn das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, der Chor der Hamburgischen Staatsoper und die AUDI Jugendchorakademie proben unter Leitung von Kent Nagano bereits für das nächste Konzert im Rahmen des dreiwöchigen Eröffnungsfestivals. Auf dem Probenplan steht Jörg Widmanns Arche, ein monumentales Oratorium, das der Münchner Komponist speziell für die Elbphilharmonie erschaffen hat. Thomas E. Bauer, der ein langjähriger Weggefährte Widmanns ist, singt eine der beiden Solopartien. Sein Auftritt zu Beginn des Oratoriums ist ganz nach seinem Geschmack: Er kommt hier nämlich nicht wie ein konzertant singender Bariton daher, sondern – dank Bauhelm und Blaumann – wie Bob der Baumeister. Das Ganze ist ein Gag: eine Anspielung auf die zehnjährige Bauzeit und die explodierten Baukosten des gigantischen Konzerthauses. Für Thomas E. Bauer ist das Outfit aber auch ein augenzwinkernder Seitenhieb in Richtung all derer, die klassische Musik als etwas Elitäres bewahren wollen. Denn das Problem, das viele mit dem Klassikbetrieb hätten, sei ja gerade dieses Gesetzte und Elitäre. „Da kann es nicht schaden, wenn einer mal ein bisschen provoziert.“ „Ich ging … wohin? Ich kam … woher?“ Zwei Fragen, die Thomas E. Bauer im weiteren Verlauf des Oratoriums zu rezitieren hat. Diese auch für sich selbst zu beantworten, fällt ihm nicht schwer. Das wird während des Gesprächs im Wohnzimmer seiner Berliner Wohnung Anfang Januar sehr schnell deutlich. Während sein acht Monate alter Sohn im Nebenzimmer ein Nickerchen hält, lässt der 46-Jährige bei Kaffee und russischem Zupfkuchen sein Leben im Zeitraffer Revue passieren.

»MAN MUSSTE WEG, UM IRGENDWIE EIN PAAR KRÖTEN ZU VERDIENEN.«

Seine Kindheit verbrachte er in Bernried im Landkreis Deggendorf – fernab von Kunst und Konzerthäusern, in recht einfachen Verhältnissen: „Im Haus meines Großvaters, in dem ich weitestgehend aufgewachsen bin, gab es noch kein fließendes Wasser. Strom kam auch erst Anfang der 70er Jahre.“ Sein Vater, ein Dorfmusikant, arbeitete unter der Woche in einer Münchner Eisenbiegerei, wo man ihn und seine Kollegen wie Arbeitssklaven hielt. Doch eine andere Wahl hatten sie nicht. „Man musste weg, um irgendwie ein paar Kröten zu verdienen. Das war Niederbayern.“ In der Grundschule wurde Thomas E. Bauer von einem Lehrer unterrichtet, der sein musikalisches Talent früh erkannte

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RE FOR MA TOR Braucht Passau die Europäischen Wochen? Ihr neuer Intendant Thomas E. Bauer meint: Ja! Doch auf vieles könne man bei den Festspielen getrost verzichten – und zwar nicht nur auf das Engel-Logo oder das jährlich wechselnde Motto. Annäherung an einen Erneuerer, der weiß, dass weniger oft mehr ist. 13

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und ihn überzeugte, aufs Internat der Regensburger Domspatzen zu gehen. Dort besuchte er dann auch das angegliederte Musikgymnasium und machte 1990 sein Abitur. Welche Erinnerungen hat er an seine Zeit bei den Domspatzen, bei denen zwischen 1953 und 1992 über 200 Jungen von Lehrern und Erziehern verprügelt und etliche sexuell missbraucht wurden? „Ich will es nicht beschönigen“, betont er. „Man sollte die Vorgänge aufklären. Aber ich habe in meiner Zeit in dieser Richtung nichts erlebt.“ Die Unterbringung in einem Achterzimmer mit vier Doppelbetten sei zweifellos spartanisch gewesen. „Poster durfte man nicht aufhängen. Privatsphäre gab es nicht.“ Dennoch denkt er gerne an seine Jahre bei den Domspatzen zurück. „Ich habe das Ganze als eine für mich förderliche Zeit in Erinnerung – und das nicht nur in musikalischer Hinsicht.“ Nach dem Abitur entschied er sich dann zunächst gegen eine Karriere als Sänger. Es war die Zeit der Drei Tenöre: Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras füllten Anfang der 90er Jahre ganze Fußballstadien. Doch Thomas E. Bauer fühlte sich durch deren Erfolg nicht gerade ermutigt, sein Glück als Sänger zu versuchen. Im Gegenteil. Als Bariton, der anatomisch bedingt nicht in die Höhenlagen eines Tenors vordringen kann, rechnete er sich schlechte Karriere-Chancen aus und schrieb sich kurzerhand für ein Jurastudium ein: „Ich habe das Ganze in sportlichen Kategorien gesehen und mir gedacht: ‚Das reicht nicht, um als Sänger die große Karriere zu machen.‘ Wenn man sich für eine Gesangskarriere entscheidet, will man schließlich auch berühmt werden.“

»ES IST GUT, WENN MAN SEIN EIGENES DING DREHEN KANN.«

Es reichte dann doch. Nachdem er 1992 mit vier ehemaligen Domspatzen das A-capella-Quintett Singer Pur gegründet hatte, ließen Erfolg und Berühmtheit nicht lange auf sich warten. Sie gingen mit Peter Herbolzheimer und dem Bundesjazzorchester auf Tournee und gewannen auf Anhieb den Wettbewerb des Deutschen Musikrates für professionelle Vokalensembles. Danach konnten sie sich vor Konzertanfragen kaum noch retten. „Das war der Punkt, an dem ich mir dachte, dass das mit dem Singen vielleicht doch nicht so schlecht ist.“ Dank der vielen gut bezahlten Konzerte war er finanziell

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BARITON THOMAS E. BAUER BEI EINER PROBE IM GROSSEN KONZERTSAAL DER HAMBURGER ELBPHILHARMONIE.

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FOTO: BENEDIKT KUHNEN

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erstmal abgesichert. „Für jeden Auftritt gab es pro Nase zwischen 800 und 1.000 Mark – und das 100 Mal im Jahr. Da war ich als Student natürlich Krösus“, erzählt er lachend. Sein Jurastudium ließ er sausen und schrieb sich stattdessen an der Münchner Musikhochschule ein. Nachdem er sein Gesangsstudium sowie die darauf aufbauende Meisterklasse erfolgreich absolviert hatte, stand die Entscheidung an: Weiter im Ensemble singen oder sein Glück alleine versuchen? Er entschied sich für eine Solo-Karriere. „Egal, was man macht im Leben, es ist gut, wenn man sein eigenes Ding drehen kann. Ich habe dann einfach den Sprung ins kalte Wasser gewagt.“ Doch so kalt, wie er dachte, war es dann gar nicht. Dank seiner Domspatzen-Ausbildung hatte er das nötige Rüstzeug im Gepäck, um sich in der Szene der Alten Musik einen Namen zu machen. „Ich war ein eher ungewöhnlicher Typ, mit dem man solche Sachen etwas schneller einstudieren konnte“, erinnert er sich. So trat er bereits mit Anfang 30 auf großen Festivals und mit prominenten Dirigenten auf. Einer dieser Dirigenten war Philipp Herreweghe, ein Star im Bereich der Alten Musik. „Ihm habe ich viel zu verdanken“, sagt Thomas E. Bauer. Herreweghe engagierte ihn für Bachs Matthäus-Passion mit Auftritten in der Konzerthaus-Champions-League. Dass er die Partie damals zum ersten Mal sang, verschwieg er dem Maestro. „Als er mich fragte, ob ich die Matthäus-Passion schon oft gesungen hätte, dachte ich mir: Jetzt bloß nicht sagen, dass das dein erstes Mal ist, sonst wird er nervös.“ Gewagt – gewonnen: So kam es, dass Thomas E. Bauer die meisten Stücke schon beim ersten Mal in Europas besten Konzerthäusern singen durfte. Stimmlich und körperlich hätte er dieses künstlerische Nomadentum durchaus noch einige Jahre fortführen können. Dennoch entschied er sich im Jahr 2008, zusammen mit seiner damaligen Frau Uta Hielscher im Bayerischen Wald ein Festival für klassische Musik aufzuziehen. Aus welchem Grund eigentlich? „Das machen viele“, sagt er fast entschuldigend. „Man bekommt da plötzlich so eine merkwürdige Melancholie und denkt sich: Mach doch mal was für die Heimat.“ Aus diesem etwas wurde schließlich der Kulturwald: ein mittlerweile überregional bekanntes Musikfestival, das schon im ersten Jahr über 3.000 Besucher anlockte und im zweiten Jahr rund 6.000. Ab 2014 erhielt es dann durch das Konzerthaus im oberpfälzischen Blaibach ein kunstvoll betoniertes und unter Architekten weltweit gefeiertes Zuhause. „Ich habe das Kulturwald-Festival aufgezogen, ohne zu wissen, was auf mich zukommt.

Nach drei, vier Jahren hätte ich es vielleicht beenden sollen – wie das viele andere Kollegen machen. Dafür war ich aber zu stur.“ Rückblickend ist er froh, dass Kritik und Anfeindungen an ihm abperlten. Schließlich konnte er in den letzten Jahren viel lernen und weiß nun, wie man ein erfolgreiches Festival auf die Beine stellt. „Man muss Projekte mit vollem Herzen durchziehen – mit allem, was einem an Potenzial zur Verfügung steht. Ich tue mich schwer mit Leuten, die da nicht mitgehen.“

»MAN MUSS PROJEKTE MIT VOLLEM HERZEN DURCHZIEHEN.« Das Konzerthaus Blaibach ist so ein Herzensprojekt, das er als Initiator mit vollem Einsatz vorantrieb. Als im August 2014 das Geld an allen Ecken und Enden fehlte und die bereits angekündigte Eröffnungsfeier immer näher rückte, stellte sich Thomas E. Bauer einfach selbst auf die Baustelle und schlug über mehrere Wochen hinweg Granitbrocken klein. „Es war so chaotisch und schlimm, dass man gar nicht mehr ans Ende dachte. Alle schrien sich nur noch an. Aber letztlich haben wir es mit vereinten Kräften geschafft.“ Seitdem wird das Ganze auch als Wunder von Blaibach bezeichnet. Peter Haimerl, dem dieses Wunder als verantwortlichem Architekten ebenso zugeschrieben wird wie Thomas E. Bauer, betrachtet den Sänger als einen Bruder im Geiste. Es eine sie der gemeinsame Glaube an Ostbayerns kreative Kraft, sagt er. „Wir sind beide davon überzeugt, dass es über dumpfes Geldmanagement hinaus einer persönlichen Anstrengung bedarf, um die Region voranzubringen.“ Für den Architekten, der seit Februar 2016 einer der drei gewählten Gestaltungsbeiräte der Stadt Passau ist, stellt Thomas E. Bauer ein Musterbeispiel in Sachen Professionalität dar: „Thomas entwickelt Ideen selbst, ist sich aber der Tatsache bewusst, dass er auch andere Profis braucht, damit Projekte gelingen.“ In Blaibach habe er erst gar nicht versucht, sich in die architektonische Planung einzumischen. „Er weiß immer genau, wann wer was machen muss.“ Und er wisse auch, wie man Menschen mitnehmen und begeistern kann. „Thomas ist ein Glücksfall für jeden Landstrich.“ Dass Thomas E. Bauer jedoch keiner ist, der es allen recht machen möchte, zeigte sich im

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FOTOS: PRIVAT (LINKS), HEIDELBERGCEMENT AG - STEFFEN FUCHS (RECHTS)

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AUF DER KONZERTHAUS-BAUSTELLE IN BLAIBACH SCHLUG BAUER WOCHENLANG BAYERISCHEN GRANIT KLEIN. DANK KOLLEKTIVER ANSTRENGUNG KONNTE DAS KONZERTHAUS BLAIBACH (RECHTS) IM SEPTEMBER 2014 ERÖFFNET WERDEN.

letzten Jahr schon kurz nach seiner Ernennung zum Intendanten der Europäischen Wochen. Er köpfte kurzerhand den EW-Engel, den Pankraz Freiherr von Freyberg in den 90ern eingeführt hatte, reduzierte die Anzahl der Konzerte, gab eine Neugestaltung des EW-Außenauftritts in Auftrag, schaffte schließlich das jährlich wechselnde Motto ab und ersetzte es intern durch sein eigenes, das da heißt: Reduktion auf das Wesentliche. Er selbst stuft die Änderungen im Vergleich zum letzten Jahr als moderat ein. „2017 erleben wir das Festival, so wie es in den letzten Jahren war, in etwas aufgehübschter Form.“ Wie er zugibt, hätte er große Lust, das Festival 2018 völlig neu zu denken. „Ich mache mir zum Beispiel Gedanken über den Festivalzeitraum: Warum müssen es immer diese Julitage sein?!“ Im Gespräch wird deutlich, dass Thomas E. Bauer nicht sonderlich viel von Traditionen hält. Daher kann er auch die Aufregung über den geköpften Engel nicht ganz nachvollziehen. Vor allem aber – und das ist für ihn das Entscheidende – kann er dessen Bedeutung nicht erklären. „Wenn man mich fragt, was es mit diesem Engel auf sich hat, komme ich ins Stottern.“ Für jemanden, der sonst nur so sprudelt und der jedes Detail des Festivals mit voller Überzeugung vertreten will, ist das natürlich ein Unding. Warum tut er sich die Intendanz der Europäischen Wochen als erfolgreicher und international gefragter Künstler eigentlich an? „Was mich antreibt, ist die Tatsache, dass man in Niederbayern das Thema der prominenten darstellenden Künste jahrzehntelang unter den Teppich gekehrt hat.“ Die Europäischen Wochen seien

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da die große Ausnahme. „Deswegen fand ich es schade, dass sie in den letzten Jahren in keinem besonders guten Zustand waren.“ Thomas E. Bauer möchte den Menschen in Niederbayern Kultur-Erlebnisse ermöglichen, die man sonst nur in Metropolen wie Berlin, Barcelona oder Paris genießen kann. „In Niederbayern ist einfach vieles von der alltäglichen Routine geprägt“, sagt er. „Wenn man mit großer Kunst konfrontiert wird, ist das aber alles andere als gewöhnlich.“

»ICH GLAUBE AN SICH SELBST ERFÜLLENDE PROPHEZEIUNGEN.«

Mit dem Kulturwald ist es ihm gelungen, Besucher anzuziehen, die in ihrem Alltag nur wenig mit klassischer Musik in Berührung kommen. Auch bei den Europäischen Wochen hat er sich dies zum Ziel gesetzt. Er glaubt fest daran, dass große Kunst in Europa heute wichtiger ist denn je. „Wenn man zum Beispiel die Missa solemnis von Beethoven hört, spürt man, dass es neben dem Euro noch etwas anderes gibt, das uns in Europa verbindet.“ Den aktuellen Zustand der Europäischen Union findet er katastrophal. Er bedauert es, dass momentan Grenzen geschlos-

sen und auch Mauern in den Köpfen hochgezogen werden. Doch er ist überzeugt davon, dass Musik Räume öffnen kann – „allerdings nur, wenn man die besten Künstler hat“. Dass er selbst zu den Besten seines Fachs zählt und in Künstlerkreisen sehr gut vernetzt ist, dürfte es ihm erleichtern, die gesteckten Ziele zu erreichen. Angst, den hohen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, hat er jedenfalls keine. „Ich stelle ja selbst gerne hohe Erwartungen in den Raum. Wir standen in Blaibach vor der leeren Grube und ich habe gesagt: ‚In einem Jahr eröffnen wir!‘ Indem man sich ein bisschen Druck macht, bringt man Projekte voran. Ich glaube an sich selbst erfüllende Prophezeiungen.“ Glaubt er auch an ein Wunder von Passau? Er bejaht, ohne mit der Wimper zu zucken. Ein Konzerthaus in Passau hält er für unabdingbar. „Es geht ja eigentlich nur noch darum, wie man es realisieren kann.“ Den Passauer Oberbürgermeister werde man nicht überzeugen können, für ein Konzerthaus einen Millionenbetrag zur Verfügung zu stellen. Da macht er sich keine Illusionen. Wenn jedoch der Freistaat 80 Prozent der Kosten übernähme, was seiner Meinung nach angesichts der Konzerthausinvestitionen in München und Nürnberg nur fair wäre, könnte es mit einem Passauer Konzerthaus recht schnell gehen. Denn die restlichen 20 Prozent, glaubt Thomas E. Bauer, ließen sich mit der Hilfe von privaten Förderern aufbringen. Und den Betrieb könnten die Europäischen Wochen übernehmen. Dann, sagt er, wäre das Konzerthaus ein Geschenk, das die Stadt nicht mehr ablehnen könne. „Genau so hat es in Blaibach funktioniert.“

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POSTA! DER BRIEF

Niemand schreibt mehr Briefe. Für die PASTA! in Zeiten des Smartphone-Autismus Anlass genug, diese vergessene Tradition wieder aufleben zu lassen. Und weil darüber hinaus auch niemand mehr Briefe liest, lesen Sie (falls Sie sie lesen) hier Briefe an TEXT > CHRISTIAN GÖTZ Adressaten, die diese garantiert nicht lesen werden. In diesem Sinne lol, rofl, Emoji, LG und hdgdl.

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MIT SAUSALITOS COCKTAILS INS NÄRRISCHE TREIBEN

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ie fünfte Jahreszeit wird in Passau traditionell mit tollen Kostümen, roten Clownsnasen und stimmungsvoller Musik gefeiert. Wer eine Abwechslung von Schunkeln und Bier braucht, aber dennoch nicht auf gute Laune und Feierkultur verzichten will, ist im Sausalitos genau richtig: Leckere Cocktails schaffen in Kombination mit kalifornisch-mexikanischer Küche eine einzigartige Atmosphäre. Das Faschingstreiben passt perfekt zum Sausalitos. So steht auch hier die Lebensfreude im Mittelpunkt – und ist vom ersten Tag an Teil der Unternehmens-DNA. Inspiration und namensgebend war der Stadtteil Sausalito in San Francisco, bekannt für den Mix kultureller Einflüsse und ein freiheitsliebendes Lebensgefühl. Genau dieses Flair verkörpert das Sausalitos: intensive Lebensfreude und die perfekte Auszeit vom Alltag. Und unter dem Motto viel Spaß darf es hier zur Abwechslung statt einem Bier auch mal ein

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aromatischer Cocktail sein: Neben Klassikern wie dem Mojito überzeugen gerade in der närrischen Zeit bunte Kreationen – genau wie bei den Kostümen. Sei es eine der Frozen Margaritas, die es in Rot, Gelb und Pink beziehungsweise als Strawberry-, Mango- oder Raspberry-Variante zu haben gibt, oder auch einer der alkoholfreien Ice Teas aus der Kollektion Winter Drinks.

Bunte Kreationen in der närrischen Zeit Für alle, die sich von der eisigen Winterluft aufwärmen möchten, bieten die Winter Drinks auch heiße Köstlichkeiten. Wie wäre es beispielsweise mit einem Hot Mexican Coffee oder einem Hot Fuego Macchiato? Nach dem Straßenfasching sind sie genau das Richtige. Sämtliche Cocktails gibt es täglich zwischen 17 und 20 Uhr zum halben Preis. Ab 23 Uhr geht

die Happy Hour in die zweite Runde und alle Bestseller-Jumbo-Cocktails sind zum Preis eines normalen Cocktails erhältlich! Zusätzlich zu den ausgefallenen Drinks gibt es eine große Auswahl an kulinarischen Highlights der kalifornisch-mexikanischen Küche. Hier sorgen Quesadillas, Fajitas, Enchiladas, Burger oder außergewöhnliches Finger Food für die perfekte Grundlage, um noch lange weiter zu feiern. Übrigens: Für alle, die im Fasching nicht auf ihr kühles Bier verzichten wollen, hält das Sausalitos natürlich auch eine Auswahl lokaler Biere und leckerer Bier-Mixe bereit. Mehr Informationen zu Sausalitos auf www.sausalitos.de

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F I DE L G A

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Fidel Gastro testet das

LUKAS RESTAURANT

HLICH! C E T S E UNB ÄNGIG! H B A N U LDET! E M E G UNAN H HEIMLIC FIERT! RA FOTOG

KLEIN, ABER (SEHR) FEIN: DIESER SATZ PASST EINFACH PERFEKT ZUM LUKAS IN SCHÄRDING.

TEXT & FOTOS > CORNELIUS LLOYD MARTENS

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ber mangelnde Aufmerksamkeit kann sich Lukas Kienbauer dieser Tage nun wirklich nicht beschweren: Der erst 25-jährige Patron des Restaurants Lukas in Schärding hat seit der Eröffnung im März 2016 unzählige Auszeichnungen eingeheimst. Aus dem Stand zwei Hauben, 15 Punkte im Gault Millau, Innviertler des Jahres, auf vielen Titelseiten der oberösterreichischen Presse als Aufsteiger des Jahres gefeiert – und all das in weniger als 12 Monaten. Ich hatte bei meinem ersten Besuch im vergangenen Sommer ehrlich gesagt mit einem dieser unbekümmerten Draufgänger gerechnet, einem jungen Wilden, wie man in der Gastro-Szene ja so gerne sagt. Nur irgendwie trifft das auf Kienbauer, trotz seines jugendlichen Alters, so gar nicht zu. Aber dazu später mehr, denn ich bin ja zum Essen da. Februar 2017

Schon bei der Reservierung erahnt der geneigte Besucher in spe, dass Gastronomie hier neu gedacht wird. Das Personal fragt nach Unverträglichkeiten und Vorlieben, die notiert und dann zu einem individuellen Menü zusammengestellt werden.

EIN RESTAURANT OHNE SPEISEKARTE Genau das ist schon die erste Revolution: Es gibt keine Speisekarte, nur ein kleines, schön gefaltetes Blatt, in dem steht: vier Gänge 49 Euro, sechs Gänge 69 Euro, acht Gänge 86 Euro, dazu optionale Weinbegleitung – das war’s. Eine Warnung an all jene, die genau wissen wollen, was sie bekommen, die Überraschungen hassen, die enttäuscht sind, wenn es nicht

ihr geliebtes Wiener Schnitzel gibt, die es gewohnt sind, aus einer Karte mit 200 Gerichten auszuwählen: Gehen Sie lieber woanders hin, im Lukas sind Sie nicht gut aufgehoben. Wer aber bereit ist, sich auf eine kulinarische Reise zu begeben, die Abenteuerlust nicht scheut, Überraschungen liebt und gerne Neues entdeckt, wird sich hier gut aufgehoben fühlen – und mit ziemlicher Sicherheit einen magischen Abend erleben. Der beginnt schon beim Betreten des Restaurants, das trotz Modernität gemütliche, ungezwungene Atmosphäre verbreitet. Keine dieser sterilen Designerbuden, kein futuristisches Raumschiff – das Lukas passt genau so nach Schärding an den Unteren Stadtplatz und wirkt nicht wie ein Fremdkörper. Jeder Gast wird mit Handschlag begrüßt und zu seinem Tisch geleitet. Dieser Aufwand 21

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F I DE L G A S T R O

My happy VALENTINE Machen Sie Ihrer/Ihrem Liebsten eine Freude zum Valentinstag mit wunderschönen Rosen, Blumensträußen oder Gestecken von Blumen Eichberger.

MODERN & RUSTIKAL: DAS LUKAS KOMMT VÖLLIG OHNE STERNE-KLIMBIM AUS.

ist recht überschaubar, denn das Lukas hat nur 22 Sitzplätze plus zwei Plätze an der Bar, von denen aus man den besten Blick in das Allerheiligste hat: die offene Küche. Aber auch alle anderen Gäste können zu jeder Zeit über einen großen Bildschirm sehen, wie unheimlich fokussiert die vier Köche zu Werke gehen.

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Teller klappern. Man scheint sich blind zu verstehen, jeder weiß, was er tut, alles greift wundersam ineinander. Auf den ersten Blick erschließt sich noch nicht mal, wer hier eigentlich der Chef ist. Lukas Kienbauer ist etwa im gleichen Alter wie seine Küchenbrigade und besitzt keine erkennbaren Staroder Chefallüren; alles läuft unglaublich leise und präzise ab, ohne die in der jungen, aufstrebenden Gastronomieszene übliche Aufgeregtheit, ohne effekthascherische Showeinlagen, ohne tätowierte Barthipster, ohne quadratmetergroße Designerteller. Der Gast kann sich voll und ganz der kulinarischen Magie hingeben. Unter der lockeren Anleitung des jungen Sommeliers Timo Weisheidinger – nebenbei gesagt frisch gekürter Sommelier des Jahres – lässt man sich von der knapp 250 Positionen umfassenden Weinkarte ein schönes Fläschchen empfehlen. Selten eine so bedacht und kompetent zusammengestellte Weinkarte gesehen wie hier – und zwar bei Weitem nicht

PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


F I DE L G A

nur österreichische Top-Winzer. Bravo! Auch die Weinbegleitung ist uneingeschränkt empfehlenswert und äußerst fair kalkuliert. Die alkoholfreie Begleitung, über die sich Weisheidinger passgenau zum Menü Gedanken macht, eigene Limonaden und Essenzen ansetzt, ist ebenfalls sensationell. Schon der Gruß aus der Küche, dem viele weitere folgen sollen, ist ein echtes Ausrufezeichen. Haben Sie schon mal Heuchips gegessen? Ich nicht. Dann ein Stückchen Wildhase.

Im Herbst gab es Alles von der Sonnenblume – überragend, und dabei doch total bodenständig, so wie das gesamte Menü. Ich habe im Lukas inzwischen mehrere Menüs gegessen, etwa alle vier Wochen ändert sich die Zusammenstellung, je nach Saison, je nach Lust und Laune, je nachdem, was Lukas so in Feld, Wald und Flur aufspürt – und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Handwerklich ist jedes einzelne Gericht über jeden Zweifel erhaben, auffällig ist das traumwand-

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lerisch sichere Zusammenspiel von Aromen und Konsistenzen. Gleich die Vorspeise ist so ein Feuerwerk, und das mit an sich völlig simplen Zutaten: Grünkohl in drei verschiedenen Konsistenzen (suppig, als Salat und frittiert), karamellisierte Haferflocken und Kren, einmal als Schmand, einmal geeist. Erdig und frisch, süß und sauer, heiß und kalt, knackig und samtig: Das alles auf einem einzigen Teller erleben zu dürfen ist, ohne Übertreibung, vollkommener Genuss.

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F I DE L G A S T R O

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WER TRAUT SICH DAS SONST? FASAN, KARTOFFELN, LAUCH, SONNENBLUMENKERNE.

Und so geht es weiter, auf allerhöchstem Niveau, überraschend, aber nie abgehoben, selbstbewusst, aber nie arrogant. Diese Beschreibung trifft nicht nur auf jeden Teller, sondern meinem Eindruck nach auch auf Lukas Kienbauers Charakter zu.

FIDEL GASTRO IST KEIN FREUND VON LOBESHYMNEN– HIER KANN ER ABER NICHT ANDERS Ich muss mich immer wieder fragen, wie man mit 25 Jahren schon so weit sein kann. Ich kenne keinen einzigen Koch, der sich in diesem Alter seiner Sache schon so sicher ist und

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bisweilen radikal daherkommt – Stichwort: fehlende Speisekarte! Gäbe es in Österreich Sterne, er hätte längst einen und stünde absehbar vor dem zweiten. Ich kenne alle Sternelokale zwischen Linz und Regensburg, aber so etwas wie im Lukas habe ich noch nicht erlebt. Abzüge gibt es, wenn überhaupt, nur in der B-Note. Beim Zwischengang, einer fantastischen Forelle mit Sauerkraut und Krusteln, hätte es die Sauce Hollandaise nicht mehr gebraucht. Sie übertüncht den sanft gegarten Fisch unnötig. Fasan als Hauptgericht? Auch das muss man sich erst mal trauen, denn fast immer sind diese wunderbaren Vögel eine furztrockene Bruchlandung auf dem Teller. Hier ist er perfekt gegart, die Menge der Sonnenblumenkerne auf dem Fleisch nimmt aber etwas vom feinen Geschmack. Kartoffel und Lauch passen als Beilage optimal zu diesem winterlichen

Gericht, allerdings bleibt am Ende ein dominanter, zwiebliger Geschmack am Gaumen, weil der Lauch zwar ordentlich Röstaromen mitbringt, im Innern jedoch recht zwiebelscharf ist. Aber wie gesagt, das ist Klagen auf allerhöchstem Niveau. Das Dessert beschert dann wieder einen dieser magischen Momente, wenn du schon beim ersten Löffel merkst, dass alles auf einmal passiert. Süß und salzig, schaumig und gefroren, knusprig und frisch – ich kann Ihnen gar nicht mehr genau sagen, was das Küchenteam da alles auf den Teller gepackt hat. Es war auf jeden Fall himmlisch. Bei einem Espresso aus der Bialetti (wie cool muss man bitte sein, um in einem derartigen Spitzenlokal Kaffee komplett per Hand zu machen?), dem besten, den ich jemals in dieser Zubereitungsart getrunken habe, denke ich mir, dass der aufgerufene Preis für all das

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F I DE L G A

beinahe einem Witz gleichkommt. Hier noch eine Praline, dort noch ein Verdauungsgetränk – aus einem 4-Gänge-Menü wird so schnell ein abendfüllender Kurzurlaub, der einen satt und glücklich nach Hause gehen lässt. Und das für 49,00 Euro. Auf die Summe komme ich schon fast, wenn ich mir im Wirtshaus Suppe, Zwischengang, Hauptspeise und Dessert bestelle. Wie kann sich das im Lukas rechnen, bei nur 24 Sitzplätzen? Da ist einerseits der radikale Ansatz, keine Speisekarte zu haben, aber dennoch individuell auf die Bedürfnisse des Gastes einzugehen, und zwar schon bei der Reservierung.

Das macht den Ablauf planbar, sorgt für optimale Mise en Place und bestmögliche Nutzung der Ressourcen. Andererseits werden oft nur ganz einfache Zutaten verwendet, die kaum Geld kosten, aber so fantastisch verarbeitet und veredelt werden, dass sie zu echten Stars auf dem Teller avancieren. Hummer kann jeder – kostet aber auch im Einkauf. Aus Grünkohl etwas Grandioses zu machen, das ist wirklich großes Tennis. Mit einem Fencheleis (!) am Stiel werde ich, wie jeder Gast, persönlich von Lukas Kienbauer verabschiedet. Für mich ist das Lukas derzeit weit und breit das beste Restaurant.

S T RO

infos

Lukas Restaurant UNTERER STADTPLATZ 7 4780 SCHÄRDING/O.Ö. TELEFON (0043) 664/3 41 32 85 ÖFFNUNGSZEITEN DI–SA AB 18 UHR SO, MO RUHETAG

VIER, SECHS ODER ACHT GÄNGE? DAS IST DIE SPEISEKARTE!

SEHR LÄSSIGE NUMMER: DER ESPRESSO ZUM ABSCHIED – AUS DER BIALETTI!

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TOPFSCH AU

WEINGUT – GUT, SEHR GUT, WEINGUT

TOPF

SCHAU!

W O F I D E L G A S T R O A U C H N O C H WA R Kaum ein Tag vergeht, an dem Fidel Gastro nicht in Sachen Kulinarik unterwegs wäre. Ob Pizza oder Piroggi, Wein oder Bier, Wirsing oder Wakame: Fidel Gastro schaut mit Begeisterung in die Töpfe und Gläser der Welt. Und er ist auch immer am Puls der Passauer Gastronomie, wenn sich etwas Neues tut – so wie jetzt, zu Jahresbeginn …

CAFÉ HORNSTEINER – TILL HOFMANN IST DA

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A

ufmerksame Spaziergänger werden es schon entdeckt haben: Im Steinweg an der Ecke zur Schlosserstiege tut sich was. Hier eröffnet in Kürze der Impresario und gebürtige Passauer Till Hofmann (s)ein Café mit Pension. Der Münchner Multigastronom und Kulturmanager ist in Passau vor allem für sein Eulenspiegel Zeltfest bekannt und will heuer erstmals auch eine Oide Dult im Klostergarten auf die Beine stellen. Das neue Café mit Pension, das den Namen des ehemaligen Hauseigentümers Hornsteiner trägt, dürfte sowas wie ein fixes Standbein für Hofmann in Passau sein. Dem Vernehmen nach soll es Ende Februar losgehen.

B

ei so viel Durchschnittlichkeit in der Gastronomie ist es immer wieder eine Freude, sich im Weingut bewirten zu lassen. Ein zeitgemäßes Ambiente trifft auf eine (neben dem ScharfrichterHaus) wohl einmalige Weinauswahl und ein ganz ausgezeichnetes Essen. Das Konzept ist auch für Gäste jenseits der 40 attraktiv; es gibt sogar viele, die behaupten, es sei das einzige Szenelokal, das man auch im Alter noch betreten könnte, ohne schräg angeschaut zu werden. Auch wenn einige wunderbare Gründe, das Weingut zu besuchen, inzwischen der Vergangenheit angehören (Schnelle Nummer mittags, der ich heute noch nachtrauere, Backhendl-Lunch etc.), so gibt es auch immer wieder Neues zu entdecken, wie etwa Weinverkostungen, einen hervorragenden Samstagsbrunch und – ganz neu – eine Steakkarte mit dem Besten vom Rind.

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TOPFSCH AU

W GALLO NERO – DER HAHN KRÄHT BALD WIEDER

as haben wir gelitten, was haben wir geweint. Als im Mai 2016 das Gallo Nero in der Innstadt wegen Renovierung des gesamten Hauses schloss, dachte man, es ginge im Herbst weiter. Aber wie das so ist mit Renovierungen: Es dauert, dann verzögert es sich – und jetzt ist schon bald ein Jahr vorüber. Doch es scheint, als ob die Wiedereröffnung dieser gastronomischen Institution (seit 1999) unmittelbar bevorsteht. Fidel Gastro freut sich jedenfalls schon jetzt darauf, endlich wieder bei seinem Leib & Magen-Italiener essen zu können. Focaccia, ich komme!

ETWAS NEUES

ENTDECKT? Schreiben Sie uns an

redaktion@pastaonline.de

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»Um meine

GENUSSFAMILIE kümmere ich mich am liebsten persönlich.«

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JAHRE

Genussfamilie

JAHRE

Vor 65 Jahren wurde die Kirschnick Genussfamilie gegründet. Seitdem ist sie nicht nur stetig gewachsen; sie hat sich auch immer wieder verändert, um den wachsenden Ansprüchen ihrer Familienmitglieder gerecht zu werden. Was sich aber nicht verändert hat, ist der ganz persönliche Service, den unsere Mitarbeiter Tag für Tag für die Kirschnick Genussfamilie leisten – mit vollem Einsatz, Leidenschaft und Zuverlässigkeit. Vielleicht ist das der Grund, warum sich die Mitglieder unserer Genussfamilie bei uns so wohl fühlen. Werden Sie Teil der Kirschnick Genussfamilie und fordern Sie unser aktuelles Sortiment an!

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Leserbriefe

FRAGEN SIE FIDEL WO KANN MAN IN DEN STERNEN ESSEN? WO BEKOMMT MAN DAS BESTE BACKHENDL? GIBT ES IN PASSAU GUTES SUSHI? Ob per Telefon, Facebook, E-Mail oder auf der Straße: Ständig wird Fidel Gastro nach seiner Meinung gefragt. Seine Antworten finden Sie in gedruckter Form in der PASTA!

„Liebes PASTA!-Team, unser ‚Passau-Moms‘-Blog ist verzweifelt auf der Suche nach familientauglicher Gastronomie in und um Passau. Hier scheint es sehr wenig zu geben und es wäre vielleicht mal ein Thema für Euch. Denn Eltern mit kleinen Kindern gibt es in Passau mehr als genug.“ — MIRJAM LANIO

F I D E L A NT WO R TE T :

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in klarer Fall für Fidel Gastro, Frau Lanio! Seit der Geburt meiner Tochter vor gut zwei Jahren stelle ich mir selbst diese Frage immer wieder: Wohin geht man mit den Kids zum Essen? Wo nervt man Gastronomen und andere Gäste nicht, wo sind die Lokale mit vernünftigen Spielecken oder gar eigenen Spielzimmern? Gibt es Kinderbetreuung, Bespaßung oder sonstiges Entertainment? Und wo sind Wickeltische selbstverständlich? Die traurige Wahrheit ist: Familien mit Kleinkindern scheinen, gastronomisch gesehen, eine Randgruppe zu sein. Dabei steckt hier in meinen Augen ein unglaubliches Potenzial, das offensichtlich nur wenige Gastronomen wirklich erkannt haben. Welch ein Glück, dass wir in unseren Breitengraden so etwas wie einen Sommer – und eine Biergartenkultur – haben, denn draußen ist das Angebot in und um Passau wirklich gut. Ich selbst habe den halben Sommer im Hacklberger Biergarten verbracht, die andere Hälfte beim Mostbauern in Wernstein am Inn. Was aber macht man im langen Winter? Ich habe mich umgesehen, viel Positives konnte ich nicht entdecken: Hervorzuheben ist auf alle Fälle das Hacklberger Bräustüberl – hier gibt es ein eigenes Kinderspielzimmer. Auch im Rupperts Bonvivant in Otterskirchen sind Kinder immer gerne gesehen – die Weitläufigkeit der Räumlichkeiten bietet viele schöne Spielmöglichkeiten für die Kids. Die völlige

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Abgeschiedenheit ohne Straßen und Autoproblematik ist ein weiterer Pluspunkt, sollten die lieben Kleinen doch mal ausbüxen. Das Aran in der Neuen Mitte ist zwar kein Restaurant, wird aber meiner Beobachtung nach häufig von Eltern mit Kindern frequentiert, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Durch den großen Raum ist der Geräuschpegel von Haus aus schon so lebhaft, dass das ein oder andere Kindergeschrei nicht weiter auffällt. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sich mit einer konsequenten Ausrichtung auf Familien richtig gutes Geld verdienen ließe – alleine schon der Boom der Kinderhotels, vor allem in Österreich, zuletzt auch vermehrt in Deutschland, ist ein Beweis dafür. Seit Jahrzehnten gibt es in den USA zum Beispiel schon die Kette Ponderosa Family Restaurant – sensationell! Stellen Sie ich mal vor: Ein echtes Familienrestaurant in Passau! Ohne schlechtes Gewissen. Ohne peinliche Momente. Ohne ständiges Aufpassen. Und dann noch mit professioneller Kinderbetreuung am Sonntagmittag. Ich würde (fast) jeden Preis bezahlen!

Essen mit Kids? Sterneküche? Vegane Empfehlungen? Guter Kaffee? Welches Bier? Fragen Sie Fidel! E-Mail an redaktion@pastaonline.de oder telefonisch unter 0851/9 29 08 66.

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ÜBER DEN WOLKEN

ÜBER DEN WOLKEN TEIL 11 F RAG E > B E N E D I K T K U H N E N A NT WO R T > C H R I S TI A N T H I E S I L LU S TRATI O N > M A R K U S JAU R S C H

SAGEN SIE MAL, HERR THIES, IST DIE EUROPÄISCHE UNION EIGENTLICH SCHON DEM UNTERGANG GEWEIHT – ODER GIBT ES NOCH ANLASS ZUR HOFFNUNG? s besteht noch Hoffnung, allerdings kann es nicht so weitergehen wie bisher. Noch weniger aber ist ein Zurück zu den alten Nationalstaaten möglich. Diese sind, wie der USSoziologe Daniel Bell bereits 1977 feststellte, in unserer Zeit für die großen Probleme zu klein und für die kleinen Probleme zu groß. Für die kleinen Probleme braucht man bürgerschaftliches Engagement und kommunale Demokratie, vor allem föderale Strukturen. Zentralistische Staaten geraten, wie man an Spanien und Großbritannien beobachten kann, unter Druck. Sollten sich aber Katalonien und Schottland abspalten, wären beide auf die Integration in die EU angewiesen. Noch dringlicher sind die großen Probleme des 21. Jahrhunderts, die ich nur stichwortartig aufzählen kann: Klimawandel und Ressourcenverknappung, Atomwaffen und Atomenergie, der globalisierte Kapitalismus und die Macht der neuen digitalen Weltkonzerne, Bevölkerungswachstum und Migrationsbewegungen, der internationale Terrorismus und andere Formen grenzüberschreitender Kriminalität, militärische Konflikte und humanitäre Katastrophen usw. 30

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ÜBER DEN WOLKEN

Angesichts all dieser Herausforderungen und Gefahren sind einzelne Nationalstaaten machtlos. Bedenken Sie bitte, dass Deutschland, obwohl nach Russland das europäische Land mit den meisten Einwohnern, bald nur noch ein Prozent der Menschheit stellt und tendenziell bedeutungslos wird. Insofern führt an politischen Zusammenschlüssen übernationaler Art kein Weg vorbei. Im schlimmsten Fall kommt es in zwei oder drei Jahrzehnten zu gewaltigen Krisen, die dazu zwingen. Aber schon jetzt wird wohl die Außenpolitik der neuen US-Regierung mehr Selbstständigkeit Europas verlangen. Damit ist allerdings nicht gesagt, dass der europäische Einigungsprozess auf dem richtigen Weg ist. Vereinigte Staaten von Europa nach dem Vorbild der USA können nicht das Ziel sein. Dafür sind die historischen und kulturellen Unterschiede in Europa viel zu groß; man denke nur an die verschiedenen Sprachen, die – anders als bei den Auswanderern nach Amerika – keiner aufgeben will. Sinnvoll ist nur ein Staatenverbund. Man müsste jedoch unterschiedliche Formen, Ebenen und Geschwindigkeiten der politischen Kooperation erproben. So ist gegen den Zusammenschluss einiger osteuropäischer Länder zur VisegrádGruppe nichts einzuwenden – ebenso wenig aber dagegen, wenn Deutschland sich geeignete Partner für seine Projekte suchen würde. Darüber hinaus sollte es möglich sein, bestehende Strukturen wieder abzubauen und so auch frühere Fehler zu korrigieren. Der größte Fehler war wohl die Einführung des Euro, überhaupt die Konzentration auf die wirtschaftliche Seite der europäischen Integration. Die ökonomischen und finanzpolitischen Probleme sind seit Jahren nicht gelöst; die soziale Ungleichheit in Europa wächst. Mir scheinen die Expertenstimmen recht zu haben, die die Einführung zweier Euro-Zonen fordern, einer nördlichen und einer südlichen. Im Gegenzug müsste man aber in den jeweiligen Währungsgebieten schrittweise die Steuer- und Haushaltspolitik zusammenführen – mit dem Ziel, die Lebensverhältnisse durch Transferzahlungen so anzugleichen wie jetzt innerhalb Deutschlands durch den Länderfinanzausgleich. Schließlich darf man die Kooperationsformen jenseits der EU nicht vergessen: die OSZE, die NATO und vor allem die UNO. Denn viele Probleme des 21. Jahrhunderts erfordern nicht nur europäische, sondern sogar globale Lösungen.

Prof. Dr. Christian Thies Schon seit der Antike unterstellt man Philosophen oft ein gewisses Maß an Abgehobenheit. Sie seien weltfremde Wesen und schwebten über den Wolken — so die landläufige Meinung. Genau damit möchte der Passauer Philosoph Prof. Dr. Christian Thies aufräumen. In der PASTA! reißt er die Wolkendecke auf, steigt herab und beweist seine Bodenhaftung. Monat für Monat stellt ihm die Redaktion eine Alltagsfrage, die er aus seiner philosophischen Perspektive beantwortet.

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PASSAUER STADTMUSIKANTEN

A PA S S

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DIE SÄNGERIN UND SCHAUSPIELERIN

N A D IN E G ER MA N N

STAND IN DEN LETZTEN JAHREN REGELMÄSSIG AUF DER BÜHNE DES PASSAUER STADTTHEATERS – IN DER AKTUELLEN SPIELZEIT IST SIE UNTER ANDEREM ALS ASCHENPUTTEL ZU ERLEBEN. EIN GESPRÄCH ÜBER DEN UMGANG MIT KOMPLIMENTEN, DIE ANGST VORM SINGEN UND DIE SCHMERZEN BEI EINER TONSTUDIO-AUFNAHME.

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PASSAUER STADTMUSIKANTEN

» singen ist

LEBENSFREUDE, SELBST WENN MAN EINEN TRAURIGEN BLUES SINGT.«

pasta! Nachdem Du zuletzt auf Facebook Dein Profilbild geändert hattest, kommentierte Stefan Tilch, Intendant des Landestheaters Niederbayern: „La plus belle femme du monde.“ War es Dir eigentlich peinlich, von Deinem Chef als die schönste Frau der Welt bezeichnet zu werden? germann Nein. Wie könnte ich mich über so ein schönes Kompliment nicht freuen (lacht)! Komplimente sind ein Geschenk. Aber sie sind auch nichts, worauf ich mich ausruhe oder mir etwas einbilde – ganz egal, ob ich sie in künstlerischer Hinsicht bekomme oder aufgrund meines Äußeren. Schließlich gibt es viele schöne Menschen mit Talent und künstlerischen Fähigkeiten, ebenso, wie es viele verschiedene Formen von Schönheit gibt. pasta! Ist Schönheit für Dich eher Fluch oder Segen? germann Sie kann beides sein. Klar kämpft man bisweilen mit der klischeehaften Vorstellung, eine Rolle nur wegen seines Äußeren bekommen zu haben – und unbestritten besitzt das Aussehen bei der Besetzung eine gewisse Bedeutung. Letztendlich ist es aber zweitrangig. Im Theater beeinflussen Maske und Kostüm das äußere Erscheinungsbild sehr stark – mal ganz abgesehen von den vielen weiteren Faktoren, die darüber entscheiden, ob man eine Rolle gut und glaubhaft spielen kann. pasta! Die Zahl interessanter Rollen scheint sich für Schauspielerinnen mit zunehmendem Alter zu reduzieren. Hast Du in dieser Hinsicht Angst vor dem Älterwerden? germann Nein. Wer nicht ins Abseits geraten will, muss aktiv bleiben und darf dem Frust über Enttäuschungen oder Schwierigkeiten einfach keinen Raum lassen. Und sollte es Februar 2017

wirklich mal an interessanten Rollen mangeln, kann man sich diese vielleicht in irgendeiner Form selbst schaffen. Möglichkeiten gibt es jedenfalls immer. Ich denke da zum Beispiel an Cornelia Froboess, mit der ich am Münchner Residenztheater spielen durfte: Sie blickt auf eine lange Bühnenkarriere zurück, ist aber noch voller Energie und spielt tolle Rollen.

INTERVIEW > BENEDIKT KUHNEN FOTOS > FLORIAN WEICHSELBAUMER

pasta! Du bist in dieser Spielzeit an drei Produktionen des Landestheaters Niederbayern beteiligt. Gibt es da eine Rolle, die Dir besonders am Herzen liegt? germann Die Rolle der Maria Magdalena in Jesus Christ Superstar ist einfach wunderbar – und gehört schon seit langem zu meinen Traumrollen. Aber im Grunde wächst mir jede Rolle ans Herz, sobald ich in eine Figur schlüpfe. Das kommt wohl daher, dass ich einfach gerne auf der Bühne stehe. Dort fühle ich mich irgendwie zu Hause. pasta! Das scheint in der Familie zu liegen. Dein Onkel, R.P.S. Lanrue, war Gitarrist der Band Ton Steine Scherben. germann Ja, wir sind eine ziemlich verrückte, musikalische Familie. Eine Tante war Mitglied der Frauen-Punkband Carambolage, ein weiterer Onkel spielte bei Spliff und in der Nina Hagen Band. Wenn sich die Familie trifft, wird immer viel über Musik geredet, viel Musik gemacht und auch getanzt. pasta! Kam für Dich vor diesem Hintergrund überhaupt ein Beruf in Frage, bei dem man nicht auf der Bühne steht? germann Als Kind hatte ich viele Träume. Ich bin gerne zur Schule gegangen und war auch eine gute Schülerin.

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Damals wollte ich unter anderem Astronautin werden oder als Forscherin auf Expedition gehen. Aber schon als Jugendliche habe ich dann in sämtlichen Schultheaterstücken und -musicals mitgewirkt, im Orchester eine Zeit lang Oboe gespielt und Tanzunterricht genommen. Der Wunsch, mich auf der Bühne auszudrücken, wurde im Lauf der Zeit einfach immer stärker und drängender – wenn ich auch zunächst nicht wusste, ob als Schauspielerin oder Tänzerin. Das mit dem Gesang hat bei mir ein bisschen gedauert. Ich war anfangs keine besonders gute Sängerin. pasta! Ach so? germann Ja, oft ist es doch so: Womit man am meisten zu kämpfen hat, ist das, wofür man letztendlich am meisten brennt. Dabei kommt es darauf an, ob man in schwierigen Phasen weitermacht oder aufgibt. In dieser Hinsicht hat mich meine Ballettlehrerin aus meiner Kindheit in Frankfurt sehr geprägt: Alice Kaluza, eine große Tänzerin und sehr strenge Lehrerin mit einem enormen Wissen, das alle künstlerischen Sparten umspannte. Sie hat mich gefordert und gefördert und mit mir auch viel an meiner Bühnenpräsenz gearbeitet: Sie lehrte mich, was es heißt, im Moment zu sein und die enorme Spannung zu halten, die man auf der Bühne braucht, damit die Energie bis in den hintersten Winkel des Raumes fließen kann. pasta! Du bist nach dem Abitur von Frankfurt nach München gezogen, um an der Bayerischen Theaterakademie August Everding Musical zu studieren. Wie war der Start in München? germann Es war eine sehr spannende Zeit. Nach der überstandenen Aufnahmeprozedur befand ich mich natürlich erst mal auf einem Höhenflug – bis dann die harte Arbeit kam. Wir hatten am Prinzregententheater viele Auftrittsmöglichkeiten. So wundervoll das war, geht man dabei, wie immer bei Produktionen, durch alle erdenklichen Höhen und Tiefen, Selbstzweifel inklusive. Zwischenzeitlich spielte ich sogar schon mit dem Gedanken, keine Musik mehr zu machen und mich ganz aufs Schauspiel zu konzentrieren. pasta! Woher kamen Deine Zweifel? germann Weil ich mich mit dem Singen anfangs viel schwerer tat als mit dem Schauspielen. Ich hatte regelrecht Angst davor. Sobald sich diese Angst einstellt, stimmen Körperspannung und Intonation nicht mehr – und alles wird noch viel schlimmer. Ein Teufelskreis. Ich habe wirklich eine ganze Weile gebraucht, um mich davon zu befreien.

S KLINGT GERMANN STADTMUSIKANTEN HÖREN

Auf unserer Internetseite finden Sie Klangbeispiele, die Nadine Germann exklusiv für die PASTA! eingespielt hat: www.pastaonline.de/ psm/germann

NADINE GERMANN wuchs in Frankfurt am Main auf. Nach dem Abitur zog sie nach München, um an der Bayerischen Theaterakademie August Everding Musical zu studieren. Seitdem ist sie als freischaffende Sängerin und Schauspielerin tätig. Sie spielte unter anderem am Münchner Residenztheater, am Stadttheater Ingolstadt und am Altonaer Theater in Hamburg.

Seit 2011 ist Nadine Germann regel-

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pasta! Wie ist Dir das gelungen? germann Ich ging zu Karen Edwards, einer großartigen Jazzsängerin, die damals am Konservatorium unterrichtete. Sie hat mein Selbstbewusstsein wieder gestärkt. Dank ihr, der Jazzmusik und der Musiker, mit denen ich ungezwungen jammen konnte, habe ich die Freude am Singen wiederentdeckt. Als Kind singt man ja einfach drauflos. Später lernt man sehr viel, versucht Techniken umzusetzen, perfekt zu sein, wird kopflastig – und schon sind die Zweifel da. Singen ist aber direkte Emotion. Singen ist Lebensfreude, selbst wenn man einen traurigen Blues singt.

mäßig in Produktionen des Landes-

pasta! Bedingt durch die Proben und Aufführungen des Landestheaters Niederbayern bist Du regelmäßig in Passau. Du lebst jedoch weiterhin in München. Den zweigleisigen Ausbau der Eisenbahnstrecke zwischen Plattling und Landshut kannst wahrscheinlich auch Du kaum erwarten?

Mit ihrer Jazzband Ugetsu veröf-

theaters Niederbayern zu sehen und zu hören – in der aktuellen Spielzeit unter anderem als Magenta in The Rocky Horror Show und als Maria Magdalena in Jesus Christ Superstar.

fentlichte sie 2013 das Album Green, demnächst wird ihr Album Wonderland erscheinen.

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»WOMIT MAN

AM MEISTEN ZU KÄMPFEN HAT, IST DAS, WOFÜR MAN LETZTENDLICH AM

MEISTEN BRENNT.« — N ADIN E G E R M ANN

germann Ja, das stimmt (lacht), wobei ich nicht nur mit dem Zug pendle, sondern auch mit dem Auto. Manche meiner Kollegen kommen ebenfalls aus München, da bieten sich dann immer wieder Mitfahrgelegenheiten. pasta! Hast Du mal mit dem Gedanken gespielt, nach Passau zu ziehen? germann Nein. Passau ist zwar sehr, sehr schön, aber ich will auch unabhängig bleiben und mit meiner Münchner Band Ugetsu weiterarbeiten können. So, wie es geregelt ist, funktioniert es sehr gut. Während der Probenphasen bekomme ich vom Theater eine Wohnung zur Verfügung gestellt und kann diese herrliche Stadt genießen. pasta! Du warst als Kind oft in Fresenhagen, auf diesem Bauernhof in Schleswig-Holstein, der den Musikern von Ton Steine Scherben und Rio Reiser als Rückzugsort diente. Wäre so ein Leben auf dem Land etwas für Dich? germann Ja, absolut. In der Nähe einer großen Stadt in einem Künstlerhaus zu leben und von dort aus dann überall hinreisen und Konzerte geben zu können, wäre echt ein Traum. Ich bin 36

gerne unterwegs und liebe es, neue Orte und Menschen zu kennenzulernen. Das ist für mich inspirierend. Natürlich darf es auch nicht zu stressig werden. Bei der Produktion des neuen Albums meiner Band habe ich gemerkt, dass ich zum Texten und Komponieren Zeit und Freiraum brauche. Um Songs zu schreiben, ist ein Rückzugsort, wie Fresenhagen es für Ton Steine Scherben war, einfach ideal. pasta! Mein Name ist Mensch ist eines der Lieder von Ton Steine Scherben, die auf Deinem Debütalbum Samstagnachmittag zu finden sind. Was bedeutet es für Dich, Mensch zu heißen und zu sein? germann Uns alle verbinden die gleichen Grundbedürfnisse und Sehnsüchte. Mit anderen Menschen zusammen zu sein und zu arbeiten, gefällt mir – deswegen stehe ich auch gerne auf der Bühne. Theater und Musik sind eine Art der Kommunikation, die uns Menschen verbindet. Ich spüre das auf der Bühne sehr intensiv. Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch einzigartige Fähigkeiten besitzt, die für ihn selbst, aber auch für andere von unschätzbarem Wert sind und die Welt bereichern. Mensch zu sein

heißt für mich, sich auf die Suche nach diesen Fähigkeiten zu machen – und am Ende nur Sternenstaub zu sein (lacht). pasta! Ist Deine Freude an der Zusammenarbeit mit anderen auch der Grund dafür, weshalb Du das elfköpfige Musikerkollektiv Ugetsu gegründet hast? germann Ja. Mit Musikern aus unterschiedlichen Kulturen und Generationen gemeinsam etwas auf die Bühne zu bringen – das ist mein Antrieb. Dieses Gemeinschaftserlebnis fasziniert mich auch beim Theater: Die Zusammenarbeit und die absolute Konzentration bei allen Beteiligten kurz vor einer Aufführung oder einem Konzert mag ich sehr. Man wird zu einem Uhrwerk, in dem jeder sein Bestes gibt, um magische Momente entstehen zu lassen. Da laufen so viele Geschichten zusammen. Das liebe ich auch bei Ugetsu: Jeder hat die Möglichkeit, seine Persönlichkeit auszudrücken und einfließen zu lassen. Vielfalt ist wunderbar. pasta! Ernie Butler, Euer Tenorsaxophonist, ist ein Freund von NBA-Star Dirk Nowitzki. Wenn er in den Sommermonaten in PASTA! PASSAUER STADTMAGAZIN


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„RUCKE DI GUH, RUCKE DI GUH! KEIN BLUT IM SCHUH ...“

... ASCHENPUTTEL NADINE GERMANN IST ERLEICHTERT!

Deutschland trainiert, steht Ernie Butler oft am Spielfeldrand und spielt Saxophon, weil beide überzeugt davon sind, dass sein Saxophonspiel Nowitzkis basketballerische Fähigkeiten komplettiert. Was ist Ernie Butler für ein Typ? germann Ernie ist ein ganz warmherziger Mensch. Er wuchs in Indiana in einer achtköpfigen Priesterfamilie auf. Sein Vater war sehr engagiert im Civil Rights Movement. In den 60ern kam Ernie als Lehrer nach Gießen – wo er dann mit dem MTV 1846 Gießen die deutsche Basketballmeisterschaft gewann. Er hat tausend Geschichten zu erzählen – und auf dem Saxophon einen unheimlich warmen Sound. Jeder liebt ihn. pasta! Das neue Ugetsu-Album mit dem Titel Wonderland sollte Ende November 2016 erscheinen. Bisher wurde es noch nicht veröffentlicht. Wo hakt es? germann Es hat sich alles etwas verzögert, weil ich in den letzten Monaten am Theater stark eingespannt war. Außerdem gestaltet sich die Finanzierung schwieriger als gedacht . Aber die Aufnahmen für das Album sind abgeschlossen. Februar 2017

pasta! Wie sind sie gelaufen? germann Bestens. Wir waren in einem sehr guten Münchner Studio und haben an vier Tagen mit elf Musikern Vollgas gegeben. Zwar gab’s ein paar Momente, in denen ich mir dachte: Nie wieder (lacht)! Aber das passiert mir öfters – auch bei Theaterproduktionen. Erst freue ich mich riesig, dann stecke ich drin und stelle fest, wie viel Arbeit es ist. Mit dem Ergebnis bin ich aber meistens so glücklich, dass ich alle Strapazen schnell wieder vergesse. pasta! Das klingt nach der Geburt eines Kindes. Ein paar Wochen später vergessen viele Mütter ja zum Glück die Schmerzen, die sie bei der Geburt hatten ...

germann Ich habe zwar noch kein Kind zur Welt gebracht, kann mir aber vorstellen, dass es hier Parallelen gibt. Im Kreißsaal fragst du dich sicher auch, warum du dir das antust (lacht). Wenn du dein Kind schließlich im Arm hältst, denkst du wahrscheinlich: Wie schön! Das war es wert. Tonstudioaufnahmen bedeuten langes und konzentriertes Arbeiten – jetzt muss das neue Ugetsu-Album nur noch das Licht der Welt erblicken. pasta! Wir sind gespannt. Die obligatorische Schlussfrage: Welcher Stadtmusikant ist Dir besonders sympathisch? germann Die sind doch alle nett! Aus meiner Sicht ist das eine Band, die zusammengehört. 37


KULTURTIPPS

AUSSTELLUNG

SEMESTERABSCHLUSSKONZERT

THEATER

HUBERT HUBER

UNI BIG BAND PASSAU

ZIEMLICH BESTE FREUNDE

27.1.– 26.2.

Ü

ORT > PRODUZENTENGALERIE PASSAU (ECKE BRÄUGASSE/ JESUITENGASSE 9) GEÖFFNET > DO–SO 15–17 UHR

ber 25 Jahre ist es mittlerweile her, dass sich die Künstlergruppe der Produzenten zusammenschloss und so zu einer der wichtigsten Institutionen des Passauer Kunstbetriebs wurde. In der aktuellen Ausstellung werden im ersten Raum der Produzentengalerie Bierdrucke auf Papier gezeigt (Monotypien, 50 x 50 cm), die Hubert Huber für die Amberger Ausstellung zum Thema Bier gedruckt hat. Hierbei hat er mit Passauer Bieren gearbeitet (Hacklberg, Löwenbrauerei, Innstadt, Andorfer), mit dem Gerstensaft vom Kloster Andechs sowie sechs Amberger Bieren. Im Gewölberaum der Produzentengalerie werden Acrylblöcke (10 x 10 x 2,5 cm) mit den Visionen Sonne, Mond, Erde sowie Holz, Stein, Glas und Gummi gezeigt.

Sa, 4.2.

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BEGINN > 19.30 UHR ORT > ZEUGHAUS, PASSAU EINTRITT > 12 ¤ / 7 ¤ ERM. KARTEN > ABENDKASSE

ie Uni Big Band Passau feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung durch Professorin Inka Stampfl im Jahr 1997 ist sie klassisch besetzt: neben einer Rhythmusgruppe mit Schlagzeug, Klavier und Bass setzt sie sich aus einem Bläsersatz mit fünf Saxophonen, vier Trompeten und vier Posaunen zusammen. Jedes Semester ändert sich die Besetzung der Band – mal mehr, mal weniger. Dadurch erhält sie immer wieder neue musikalische Schattierungen. Dass sie trotzdem ihrem Stil treu bleibt und eine klare musikalische Linie verfolgt, dafür sorgt ihr mittlerweile 84-jähriger Leiter, die lebende Jazzlegende Professor Joe Viera, Gründer und künstlerischer Leiter der Internationalen Jazzwoche Burghausen.

Sa, 4.2.

PREMIERE > SA, 4.2., 19.30 UHR ORT > LANDESTHEATER NIEDERBAYERN, PASSAU EINTRITT > 8,50 ¤ ERM.–36,50 ¤

N

achdem der junge Vorstadtganove Driss aus dem Gefängnis gekommen ist, schickt ihn die Arbeitsagentur zu einem Vorstellungsgespräch: Er soll als Pfleger des Millionärs Philippe arbeiten, der nach einem Paragliding-Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist. Driss ist alles andere als begeistert und erklärt das Philippe auch ohne Umschweife. Umso erstaunter ist er, als dieser ihm die Stelle anbietet. Der auf wahren Begebenheiten beruhende französische Film aus dem Jahr 2011 brach an den Kinokassen Europas sämtliche Rekorde. Die Regie bei der Adaption des Landestheaters Niederbayern übernimmt Uwe Bautz. In der Rolle des Millionärs Philippe ist Olaf Schürmann zu sehen. Seinen Pfleger spielt Reinhard Peer.

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KULTURTIPPS

KONZERT

KONZERT

AUSSTELLUNG

SYMMETHREE

HIRUNDO MARIS

MECKSEPER UND MORANDI

Fr, 10.2.

BEGINN > 20 UHR ORT > CAFÉ MUSEUM, PASSAU EINTRITT > 20 ¤ / 10 ¤ ERM.

J

azzbassist und Cellist Henning Sieverts, ECHO-Preisträger im Jahr 2010, mag den Kaffee lieber zum Bleiben als zum Gehen. Daher trägt eines der Stücke seines neuen Albums auch den Titel Coffee To Stay. Henning Sieverts mag außerdem Töne, die zum Länger-Verweilen einladen – und er spielt sie auch. Auf seinem jüngsten Album bringt er nun knifflige Zahlenund Buchstaben-Beziehungen zum Tanzen und Swingen. Symmethree lautet der Wortspiel-Titel des Albums. Denn Henning Sieverts baut hier seine Kompositionen zum dritten Mal auf verschiedenen Formen der Symmetrie auf – und er spielt außerdem im Trio. An seiner Seite stehen Jazzposaunist Nils Wogram und Sieben-SaitenGitarrist Ronny Graupe.

Februar 2017

Sa, 11.2.

B

BEGINN > 19.30 UHR ORT > HEILIG-GEIST-KIRCHE, PASSAU EINTRITT > 23 ¤ / 18 ¤ ERM. / 10 ¤ AZUBIS

eim Passauer Konzertwinter sind im Februar die renommierte Sängerin und Harfenistin Arianna Savall, der Sänger und Geiger Petter Udland Johansen sowie ihr Alte-Musik-Ensemble Hirundo Maris zu Gast und präsentieren in der Heilig-Geist-Kirche ihr neues Programm Il viaggio d’Amore. Mit Liebesliedern aus verschiedensten Epochen, Stilen und Ländern zeigen die Musiker ein breites Spektrum. Im Wechsel zwischen traditionellen Liedern, Kompositionen der Renaissance und Kompositionen von Arianna Savall wird die Liebe als alles verbindende Kraft erfahrbar. Die Palette des Konzertabends reicht vom katalanischen Volkslied über Schuberts Heidenröslein bis hin zu Violeta Parras Song Gracias a la vida.

11.2.– 30.4.

ORT > MUSEUM MODERNER KUNST WÖRLEN, PASSAU INFO > WWW.MMK-PASSAU.DE

I

m vergangenen Jahr wurde der moderne Klassiker Friedrich Meckseper 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass präsentiert das Museum Moderner Kunst eine umfassende Werkübersicht des Künstlers, beginnend mit Gemälden und feinen Farb-Radierungen aus den 1960er Jahren bis hin zu großformatigen Acrylbildern der jüngsten Zeit. Der italienische Maler und Radierer Giorgio Morandi (1890-1964) war es, der in den 1930er Jahren mit form- und farbreduzierten Stillleben eine ähnlich intime Konzentration auf scheinbar banale Gegenstände zu seinem Hauptmotiv machte. Das Museum Moderner Kunst stellt nun rund 65 Gemälde, Radierungen und Zeichnungen von Meckseper und ergänzend zehn Radierungen von Morandi vor.

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KULTURTIPPS

KONZERT

THE HAVANA SUPER Q

ALPCHORN!

Do, 16.2.

W

BEGINN > 20.30 UHR ORT > CAFÉ MUSEUM, PASSAU EINTRITT > 25 ¤ / 12,50 ¤ ERM.

enn sich fünf der besten Musiker Kubas unter der Leitung des legendären Posaunisten der Afro-Cuban AllStars, Alberto Molote Muñoz, zusammenfinden und ein neues Club-Projekt ins Leben rufen, sind Energie, Spielfreude und Musikalität vorprogrammiert. Denn Musiker wie Barbarito Torres, Humberto Zaldivar, Tony Moreaux oder Lázara Cachao haben ihr musikalisches Können bereits bei zahlreichen Tourneen rund um den Erdball mit den Afro-Cuban AllStars, dem Buena Vista Social Club sowie mit Compay Segundo unter Beweis gestellt. Bilder von Havannas Altstadt und der legendären Uferpromenade Malecón werden bei The Havana Super Q in musikalischer Form auf der Bühne zum Leben erweckt.

Fr, 17.2.

BEGINN > 19.30 UHR ORT > ST. MATTHÄUS-KIRCHE, PASSAU EINTRITT > 17 ¤ / 7 ¤ ERM.

T

reffen sich vier Alphörner und ein Chor... Nein, kein Witz. Der Juvenis Chor aus Diersbach unter der Leitung von Lina vom Berg und das Passauer Bläserquartett geben im Februar ein gemeinsames Konzert. In den zum Teil neu arrangierten Werken spannen die beiden Ensembles den Bogen von Brahms und Bruckner bis zur internationalen Chorliteratur der Gegenwart. Dabei wechseln die vier Passauer Instrumentalisten Michael Lakota, Georg Birner, Sebastian Sager und Christina Schauer vom Alphorn zu modernen Blechblasinstrumenten (und zurück) und spielen mit den vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten: Mal mischen sie sich unter die Chorstimmen, mal begleiten sie oder treten auch solistisch auf.

KONZERT MOZART UND IMMER WIEDER MOZART So, 19.2.

BEGINN > 17 UHR ORT > FESTSAAL AUERSPERGGYMNASIUM, PASSAU-FREUDENHAIN

I

m Februar 2015 startete das Kammerorchester des Passauer Konzertvereins eine Reihe mit zehn Klavierkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart. Der krönende Abschluss wird das Konzert im Jahr 2019 sein, in dem der Passauer Konzertverein sein hundertjähriges Bestehen feiert. Im Februar dieses Jahres präsentiert das Orchester nun Mozarts Konzerte in A-Dur (KV 488) und D-Dur (KV 175) unter der Leitung von Markus Eberhardt. Die Solistin des Abends, Monika Schwarz, stammt aus Landshut. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Gymnasiallehrerin tritt sie als Pianistin regelmäßig solistisch sowie in diversen Kammermusikensembles auf. Sie ist außerdem eine gefragte Liedbegleiterin.

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KONZERT

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KULTURTIPPS

FASCHINGSKONZERT

KABARETT

STÄDT. MUSIKSCHULE PASSAU MARTIN GROSSMANN Di, 21.2.

BEGINN > 19 UHR ORT > FESTSAAL AUERSPERGGYMNASIUM, PASSAU-FREUDENHAIN EINTRITT > FREI

D

ie Städtische Musikschule fühlt sich nicht nur für die Hochbegabten zuständig, sondern auch für all diejenigen, die einfach gerne Musik machen und keine größeren Ambitionen verfolgen. Jeder ist hier willkommen, ganz ungeachtet seines Alters, seiner Herkunft oder seiner musikalischen und instrumentalen Vorlieben. Das ist Barbara Blumenstingl, Leiterin der Städtischen Musikschule Passau, und ihren Kollegen sehr wichtig. Beim Faschingskonzert im Februar sind darüber hinaus auch Tiere und Fabelwesen eingeladen, eine gute Stunde lang im Festsaal des Auersperg-Gymnasiums Freudenhain gemeinsam zu musizieren, am liebsten für ein ebenfalls kostümiertes Publikum, bis es am Ende heißt: Krapfen für alle!

Februar 2017

Sa, 25.2.

E

BEGINN > 20.30 UHR ORT > KAFFEEWERK, PASSAU EINTRITT > 18 ¤ / 12 ¤ ERM.

nde Februar verwandelt der Passauer Kabarettist Martin Großmann das KaffeeWerk in der Innstadt für einen Abend in einen Gemeinschaftshof namens Elements Farm. Dort haben sich 32 Erwachsene und sieben Kinder dem Konsumverzicht verpflichtet. Leider ist diese gemeinsame Ideologie kein Garant für eine funktionierende Lebensgemeinschaft. Alleine schon das Zusammentreffen von Fleischessern, Vegetariern, Veganern und Frutariern führt auf dem Selbstversorgerhof zu kriegsähnlichen Zustanden. Auf dem Nachbarhof sprüht der Hartlbauer unverdrossen Glyphosat auf die Felder – und wenn sich die Gemeinschaft auf der Yogawiese trifft, erweitert er schon mal die Streubreite der Spritzvorrichtung.

DÄMMERSCHOPPEN

FLEZ ORANGE So, 26.2.

BEGINN > 17 UHR ORT > CAFÉ MUSEUM, PASSAU EINTRITT > 18 ¤ / 9 ¤ ERM.

V

ertraut und fremdartig, aufregend und virtuos, mitreißend und aufmüpfig – so beschreiben sich die Musiker von Flez Orange. Mit ihrer grandiosen Verwirbelung von Stilen und Klangfarben haben die fünf Niederbayern in den letzten Jahren einen unverwechselbaren Sound geprägt. Angesiedelt in den Weiten von Polka, Balkangroove und Filmmusik macht das Quintett um Klarinettist und Gitarrist Matthias Klimmer mit einem bunten Instrumentarium und vielstimmigem Gesang Lust auf mehr. Irrsinn und Abenteuer treffen bei Flez Orange auf Humor und hohes musikalisches Niveau. Da tanzen die Beatles mit dem Kramer Annamirl – und die Lieblingsspeise wird genussvoll vertont. Ihre Augen werden Ohren machen.

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S come ...

SPIRITO DEI TEMPI NACH FAST 30 JAHREN BEGEGNETE ICH SAMMY VOMÁCKA IM CAFÉ MUSEUM WIEDER. IN DEN 70ER JAHREN SPIELTE ER EINIGE MALE BEI UNS IM »PAPA MADEO« IN KÖLN, WO ICH DAMALS MEIN LOKAL HATTE. JEDES MAL WAR DER ANDRANG RIESIG. ETWA 10 JAHRE SPÄTER TRAT ER IM LOKAL »NONA NANA«, UNSERER DAMALIGEN KLEINKUNST-BIRRERIA IN VOLPAGO DEL MONTELLO IN ITALIEN AUF. An einem kalten Winterabend vor sechs Jahren besuchte ich mit meiner Tochter sein Konzert in Passau. Nur ein knappes Dutzend Zuhörer hatte sich eingefunden. „Es sind andere Zeiten, immer weniger Leute gönnen sich einen Abend, um Live-Musik zu hören“, sagte der alte Ragtime-Gitarrist. Da hat er leider recht, der Sammy – und deswegen haben wir bei der Eröffnung des Ombralonga schweren Herzens auf eine Bühne verzichtet. Nach mehr als 40 Jahren Gastronomie mit Live-Musik haben wir uns dem Zeitgeist gebeugt. Bei uns sagt man aber auch: „Il Lupo perde il Pelo ma non il Vizio.“ Zu Deutsch: Der Wolf verliert das Fell, aber nicht die schlechten Gewohnheiten. Und genau deshalb starten wir jetzt mit unseren Musikalischen Abenden unter Freunden: Am 12. Februar organisieren wir eine offene Bühne, auf der Musiker unter unseren Gästen, Studenten des Uni-Orchesters und jeder andere, der sich musikalisch berufen fühlt, improvisieren dürfen. Dazu gibt es ein mediterranes, kalt-warmes Buffet. TERMIN: Sonntag, 12. Februar 2017, ab 12 Uhr im Ombralonga. Wir freuen uns über viele Reservierungen!

Ombralonga — Grünaustr. 15 — 94032 Passau — Telefon: 0851/75 63 98 88 — www.ombralonga.de


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s u a H r e t h c i r Schar f Neue Gesichter

N

eues Jahr – neues Programm! Auch 2017 bemühen wir uns, Ihnen ein spannendes und abwechlsungsreiches Programm präsentieren zu können. Neben alten Hasen freuen wir uns auch ganz besonders auf neue Gesichter auf der ScharfrichterBühne. Sie träumen von der großen Karriere? Wenn Sie das hier lesen, dann sind Sie Ihrem Ziel, ein Star zu werden, schon ein gewaltiges Stück nähergekommen. Denn Kursleiter Austrofred ist einer, der genau weiß, wovon er redet. Der Mann, den seine Fans nur den Champion nennen, hat sich den Beruf des Rockkünstlers selbst beigebracht und es mit viel Disziplin ganz auf die Spitze gebracht. Jetzt möchte er sein Wissen und seine Expertise mit angehenden Talenten teilen. , 9. FEBRUAR AUSTROFRED | DO Machen Sie mit, wenn er am 9. Februar sein Wissen an Sie weitergibt! Musikalisch geht es dann am 11. Februar mit Christin Henkel weiter, die auch zum ersten Mal auf der ScharfrichterBühne spielt. Nachdem sie morgens aufgestanden ist und ihre Chia-Samen bei Instagram gepostet hat, setzt sie sich einen Fahrradhelm auf und verbringt den Rest des Tages Rhabarberschorle trinkend und Ukulele spielend auf der hauseigenen Elefantenrutsche. So ist das eben, wenn man endlich erwachsen und obendrein berühmt geworden ist – ach nee, doch nich! Die Liedermacherin mit dem tiefschwarzen Humor singt in ihrem neuen Programm über ihre Generation, die plötzlich Sauerkirschen einweckt und liest die schönsten musikalischen Loser-Geschichten aus ihrem ersten Buch vor. Ihr Debüt auf der Bühne im ScharfrichterHaus gab Zur WaR UA BR FE 11. , chauerin im Kampf um das ScharfrichterBeil 2016. Leer gingen SA | CHRISTIN HENKEL sie nicht aus und konnten sich das kleine ScharfrichterBeil ergattern. Am 23. Februar präsentieren sie nun ihre neue CD. Die titelgebende Nummer ka gmahde wiesn erzählt die Geschichte eines Lebens, ohne sich eines einzigen Zeitwortes zu bedienen; wie schon bei den Vorgängeralben ergänzen sich Stimme und GitarFr, 17.2. Friedemann Weise Do, 2.2. Bürger from the Hell ren kongenial. Der Bogen spannt sich von dunkelgrauen Liedern, (Gewinner ScharfrichterBeil 2016) Sa, 18.2. Trio Lio wie auf da bluadwiesn, die einem Ludwig Hirsch zur Ehre gereiFr, 3.2. Landluft Mo, 27.2. Die 3 Haxn chen würden, bis hin zu fröhlich-frivolen Stimmungsaufhellern Fr, 10.2. Mrs. Zwirbl wie die waldviertler stanzen. Da bleiben kein Auge und kein Glas MEHR INFOS ZUM PROGRAMM: WWW.SCHARFRICHTER-HAUS.DE trocken bei Versen wie da koal aus gfö, der is oft in ö, und d’lotte sei frau, is a meistns blau. Möchten Sie vor den Veranstaltungen noch eine kleine Stärkung aus unserer ScharfrichterKüche genießen, nehmen wir gerne Ihre Tischreservierung telefonisch unter 0851/3 59 00 oder über das Reservierungsformular auf www.scharfrichterhaus.de entgegen.

WEITERE HIGHLIGHTS

ScharfrichterHaus MILCHGASSE 2 • 94032 PASSAU • TEL.: 0851/3 59 00 TICKETS: WWW.SCHARFRICHTERHAUS.DE | WWW.RESERVIX.DE ODER MO–FR 10–16 UHR IM KULTURBÜRO IM SCHARFRICHTERHAUS PARKMÖGLICHKEIT: TIEFGARAGE AM RÖMERPLATZ

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Februar 2017

ESSEN & TRINKEN: MO–SA AB 17 UHR

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KNOPF UND KRAGEN

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KNOPF UND KRAGEN

WER HAT DIE

STIEFEL AN ? Es geht um Knopf und Kragen! Wir knöpfen uns jeden Monat ein anderes Kleidungsstück vor und lassen keine Falte aus: Wo kommt es her? Was steckt dahinter? Wer hat es schon getragen? Wer sollte es tragen – und wer lieber im Schaufenster bewundern? Apropos: in welchem Passauer Schaufenster? Bevor wir uns jetzt um Knopf und Kragen reden, legen wir lieber los: Diesen Monat geht es um die Stiefel!

ES WAR EINMAL EIN GESTIEFELTER KATER … Ein Müller hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater. Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne die Erbschaft. Der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der jüngste den Kater. Dessen Enttäuschung über das vergleichsweise unnütze Erbstück war so groß, dass er bereits überlegte, den Kater zu töten und sich Handschuhe aus dem Fell fertigen zu lassen. Wie zu erwarten, stieß die Idee beim Kater auf Kritik: „Du brauchst mich nicht zu töten. Lass mir nur ein Paar Stiefel machen, dass ich ausgehen und mich unter den Leuten sehen lassen kann, dann soll dir bald geholfen sein.“

TEXT > ANNA SCHMITT, HELENA OSTHOFF ILLUSTRATIONEN > MARKUS JAURSCH

Wahre Worte hat der gestiefelte Kater hier gesprochen – sind Stiefel doch seit dem 14. Jahrhundert nicht mehr aus den Schuhschränken all jener wegzudenken, die modisch etwas auf sich halten. Teure Materialien wie Samt und Seide, verziert mit aufwendigen Stickereien, prägten die Stiefelmode vor über 500 Jahren. Bis ins 18. Jahrhundert hinein machten Muster und Verzierungen, Edelsteine, Perlen, Gold und Silber die hochgeschnittenen Schuhe zum echten Hingucker – und wurden nahezu ausschließlich von Menschen getragen, denen Geld und Macht vergönnt waren. Erst die Massenproduktion im Zuge der industriellen Revolution ermöglichte schließlich auch Mitgliedern weniger betuchter Gesellschaftsschichten den Zugang zu verschiedenen Stiefelmodellen.

… DER MACHTE SEINEN STIEFEL FORT … Da sowieso gerade der Schuster vorbeiging, rief der jüngste Sohn ihn herein und ließ dem Kater ein Paar Stiefel anmessen. Als sie fertig waren, nahm der Kater einen Sack, füllte ihn mit Korn, machte eine Schnur daran, warf ihn auf den Rücken und stiefelte zur Türe hinaus. Der dazumal amtierende König stand zu dem

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KNOPF UND KRAGEN

DER GEWIEFTE KATER ZOG DEN SACK ZU, DREHTE DEN HÜHNERN DEN HALS UM UND

Zeitpunkt vor weltbewegenden Herausforderungen: Er aß für sein Leben gern Rebhühner, der ganze Wald war voll davon, aber die Tiere waren so scheu, dass kein Jäger sie erreichen konnte. Der Kater stapfte also in den Wald, machte den Sack auf, breitete das Korn auseinander und versteckte sich. Die Rebhühner kamen bald gelaufen, fanden das Korn – und eins nach dem andern hüpfte in den Sack hinein. Der gewiefte Kater zog den Sack zu, drehte den Hühnern den Hals um und stiefelte geradewegs nach des Königs Schloss.

STIEFELTE GERADEWEGS NACH DES KÖNIGS SCHLOSS.

Wie die meisten Dinge sind auch Stiefel ursprünglich nicht als modisches Kleidungsstück entwickelt worden, sondern stifteten einen ganz pragmatischen Nutzen. Beim Jagen machte sich der Kater seine neuen Stiefel im traditionellsten Sinne zunutze. Erste Modelle wurden auf Wandmalereien in der AltamiraHöhle im nordspanischen Kantabrien gesichtet. Die Darstellungen aus dem ersten Jahrzehnt vor Christus zeigen Jäger mit Stiefeln, die die Beine vor Kälte, Tierbissen und grobem Gestrüpp schützten. Im weiteren Verlauf der Geschichte dienten frühe Stiefelmodelle verschiedenen Berufsgruppen – vom Ritter über den Bergarbeiter bis zum Waldarbeiter – zur Ausführung ihrer beruflichen Pflichten. Im 12. und 13. Jahrhundert wurden erste Absatzstiefel gefertigt, die zunächst im Reitsport zum Einsatz kamen. Der Absatz verhinderte dabei das Herausrutschen des Fußes aus dem Steigbügel. Noch heute wäre es unfair, den Stiefel rein zum modischen Nice-to-have zu degradieren – ist er doch für verschiedene professionelle oder sportliche Aktivitäten nach wie vor unverzichtbar; man denke nur an Skistiefel, Boxerstiefel, Feuerwehrstiefel und Co.

paar Seiten weiter, treffen wir auf den kleinen Däumling oder den kleinen Muck, die beide mit Siebenmeilenstiefeln durch die Märchenwelt zogen. Aber auch abseits von Märchen und Sagen hat es so mancher Stiefel zur Berühmtheit gebracht: So ist zum Beispiel beim Sturz des Stalin-Denkmals während des Budapester-Aufstands im Herbst 1956 lediglich das Stiefelpaar des Diktators stehengeblieben, das bis heute den Sockel ziert. Einen weiteren denk- und fragwürdigen Stiefelabdruck setzte Neil Armstrong bei seiner Mondlandung im Jahr 1969. Denkwürdig, da von diesem Zeitpunkt an die klumpig anmutenden Moon Boots den Weg in die Modewelt fanden; fragwürdig, da es einige Diskrepanzen zwischen Neils Stiefelprofil und dem Abdruck auf dem Mond gibt. Ob er wirklich auf dem Erdtrabanten landete, darüber scheiden sich bis heute die Geister. Unumstritten dagegen ist, dass Armstrong in der Dreiflüssestadt weilte: 1985 eröffnete er als Ehrengast das hiesige Glasmuseum. Der aktuellen Fotostrecke der PASTA! nach zu urteilen, scheint Neil Armstrong Passau auch heute noch gelegentlich einen Besuch abzustatten. Verschiedenste Stiefelmodelle sind in unserer Zeit nicht mehr aus dem Straßenbild wegzudenken – zumindest, wenn man die Damenwelt betrachtet. Schaftstiefel für Herren, wie sie über Jahrhunderte hinweg gängig waren, sieht man kaum noch. Eine Begründung für den Stiefelschwund in der Männerwelt konnte trotz intensiver Recherchen nicht gefunden werden. Vermutlich gilt es demnach zu akzeptieren, dass heutzutage einfach die Frauen die Stiefel anhaben.

… SODASS EIN STIEFEL DARAUS WURDE! Die List des Katers sollte belohnt werden. Der König war außer sich vor Freude über das gerettete Abendessen und ließ dem Kater eine Menge Gold zukommen, das dieser unverzüglich seinem Herren gab. Weitere gut überlegte Machenschaften des Katers führten schlussendlich dazu, dass sein Herr mit der Königstochter vermählt und der Kater zum ersten königlichen Berater ernannt wurde. Ende gut, alles gut – dank eines Katers, der die Stiefel anhatte. Der gestiefelte Kater ist nicht die einzige literarische Figur, der ein Paar Stiefel ein Denkmal setzten. Blättern wir im Märchenbuch ein

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ENDE GUT, ALLES GUT – DANK EINES KATERS, DER DIE

STIEFEL ANHATTE. 47


KNOPF UND KRAGEN

Typ

SACHE! Um Ihnen den Stiefelkauf zu erleichtern, haben wir einige typgerechte Modelle für SIE und IHN zusammengestellt!

DIE NATÜRLICHE trägt am besten

Chelsea Boots Wer gerne auf flacher Sohle unterwegs ist und einen winterlichen Schuh für jeden Tag sucht, sollte die schon seit einiger Zeit sehr angesagten Chelsea Boots tragen. Diese Stiefelette zeichnet sich vor allem durch ihre rundliche Kappe sowie den seitlich verlaufenden Stretch-Einsatz aus. Besonders stylisch sind Chelsea Boots im Budapester Style mit farbigem Stretch-Band.

DIE DIVA trägt am besten

spitze Stiefelette mit Pfennigabsatz Wer eine winterliche Variante zu schicken Pumps sucht, liegt mit einer spitzen Stiefelette und 8 bis 10 cm Absatzhöhe genau richtig. Ein besonderer Blickfang sind Stiefeletten in der Two-tone-Variante, bei der Spitze oder Absatz in einem anderen Ton gearbeitet sind, beispielsweise in Gold- oder Lackoptik.

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KNOPF UND KRAGEN

DER COWBOY trägt am besten

Westernstiefel Den Rockern unter Ihnen empfehlen wir einen zeitlosen Westernstiefel! Auch Cowboystiefel genannt, sind diese durch einen schrägen Absatz von 4 bis 5 cm Höhe, eine spitz zulaufende Kappe und seitliche Ziernähte gekennzeichnet. Aufgrund ihrer hochwertigen, festen Lederoberfläche sind Westernstiefel ein robuster Begleiter an kalten Tagen.

DER TRENDIGE trägt am besten

Schnürstiefel Besonders modebewusste Männer sollten diesen Winter eine lässige Schnürstiefelette aus Glattleder tragen. Diese wird locker über der Hose geschnürt, sodass Zunge und oberer Schaft leicht zur Seite fallen. Ein besonderer Eyecatcher sind andersfarbige Schnürsenkel.

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KNOPF UND KRAGEN

Passauer Stiefel für

SIE IHN

K&K

Trends Die Stiefelmode in diesem Winter zeigt sich durchaus vielfältig. Einerseits liegen schicke Stiefel in Metallic-Optik, also mit silbernen und bronzefarbenen Applikationen oder schillernden, goldenen Absätzen voll im Trend.

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Andererseits finden wir in den Läden zahlreiche rockig und sportlich angehauchte Stiefeletten mit Blockabsatz, Profilsohlen, grober Schnürung oder Schnallen. Man möchte es kaum glauben, aber auch die schon beinahe in Vergessenheit geratene Plateausohle ist diesen Winter wieder angesagt.

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Wer es um den Fuß herum eher luftig mag, kann es auch einmal mit einer trendigen Peeptoe-Stiefelette probieren, wobei dies nur den besonders Hartgesottenen unter Ihnen zu empfehlen ist.

STIEFEL 1.

An nassen Tagen sollten Sie empfindliche Wildlederstiefel schonen und besser Gummistiefel/stiefeletten tragen. Besonders schwarze und

Stiefeletten

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weinrote Modelle liegen gerade voll im Trend. UM 105 EURO

2.

Achten Sie vor allem bei kräftigeren Waden darauf, dass der Stiefelschaft weit genug geschnitten ist und sie nicht einschnürt. Stiefel mit Absatz strecken zusätzlich.

3.

Damen mit Hüftgold empfehlen wir, nicht zu klobige Stiefel zu tragen. Besonders gut stehen Ihnen Stiefel in Kombination mit einem Kleid oder Longpullover.

4. Overknees TAMARIS FUSSGÄNGERZONE

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sollten diese vor dem ersten Tragen unbedingt imprägniert werden.

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KINOTIPPS

Genie kennt keine Herkunft

HIDDEN FIGURES TEXT > CLAUDIA KNOBLOCH

drei schwarze mathematikerinnen sorgen gegen viele widerstände dafür, dass die erste bemannte erdumrundung der nasa ein glückliches ende findet.

A

nfang der 1960er Jahre wird Al Harrison (Kevin Costner) als Leiter der Space Task Group beauftragt, das NASA-Weltraumprogramm voranzutreiben. Da es kaum Computer gibt, verlässt er sich auf die Berechnungen genialer Mathematiker. Unter ihnen sind die drei Afroamerikanerinnen Dorothy Vaughan

(Octavia Spencer), Mary Jackson (Janelle Monáe) und Katherine Johnson (Taraji P. Henson), von denen sich vor allem Katherine als wesentliche Stütze der Berechnungen für die erste Erdumrundung von Astronaut John Glenn herausstellt. Doch der Alltag der drei Frauen ist alles andere als leicht: Sie dürfen nicht die gleiche Toilette benutzen wie ihre weißen Kollegen, man streicht ihre Namen aus Publikationen – und sie werden schlechter bezahlt. All dies kann sie jedoch nicht davon abhalten, voller Energie am Traum des Mondflugs mitzuarbeiten. Nur wenige Errungenschaften feierte man in der amerikanischen Geschichte so enthusiastisch wie das Raumfahrtprogramm: Astronauten wurden zu Vorbildern – und man bejubelte die Arbeit der männlichen NASA-Ingenieure.

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Hidden Figures beleuchtet erstmals die unsichtbaren Helden im Hintergrund, zu denen damals besonders jenes Team von Mathematikerinnen gehörte, die sich – neben ihren wissenschaftlichen Leistungen – auch um die Gleichberechtigung in Amerika verdient gemacht haben. Katherine Johnson, die heute 99 Jahre ist, zeigt sich über das wachsende Interesse für ihr Lebenswerk eher verwundert. Mit charakteristischer Bescheidenheit sagt sie: „Ich habe einfach Probleme gelöst, die gelöst werden mussten.“

START > 2. FEBRUAR GENRE > DRAMA IMDB > 7,9 REGIE > THEODORE MELFI

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KINOTIPPS

THE SALESMAN

ELLE

FENCES

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as junge Ehepaar Emad und Rana muss seine Teheraner Wohnung fluchtartig verlassen, als das Fundament des Hauses beschädigt wird. Zum Glück stellt ihnen ein Bekannter eine leerstehende Wohnung zur Verfügung, in der sich allerdings noch die Sachen der Vormieterin befinden. Zunächst scheint alles gut – bis Rana in der Wohnung von einem Fremden überfallen wird. Der Film The Salesman wirft einen kritischen Blick auf die moderne Mittelschicht im Iran und läuft am 09., 11., 12., 14. und 15. Februar im ScharfrichterKino. Am 09. Februar um 19 Uhr findet zudem ein Filmgespräch mit der deutschiranischen Gesellschaft zum Thema Die Bühnen des brüchigen Daseins statt. START > 9. FEBRUAR GENRE > DRAMA IMDB > 8,4 MIT > SHAHAB HOSSEINI, TARANEH ALIDOOSTI, BABAK KARIMI

Februar 2017

ichèle, Chefin einer erfolgreichen Firma für Videospiele, wirkt in allen Lebenslagen souverän. Sogar als sie in ihrem Haus von einem Maskierten vergewaltigt wird, scheint sie von den Vorkommnissen unbeeindruckt. Sie geht nicht zur Polizei, sondern macht sich stattdessen selbst auf die Suche nach dem Angreifer. Der Regisseur Paul Verhoeven wollte den Film ursprünglich in den USA drehen, konnte aber für einen so amoralischen Film keine amerikanische Hauptdarstellerin finden. Isabelle Huppert dagegen war sofort interessiert – und gewann für ihre überzeugende Darstellung im Januar 2017 prompt einen Golden Globe.

START > 16. FEBRUAR GENRE > THRILLER IMDB > 7,3 MIT > ISABELLE HUPPERT, LAURENT LAFITTE, ANNE CONSIGNY

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er Müllmann Troy Maxson wollte in seiner Jugend Baseballspieler werden, doch als die Major League endlich schwarze Spieler zuließ, war er bereits zu alt. Zermürbt vom geplatzten Traum des Ruhms will er verhindern, dass sein Sohn eine professionelle Footballkarriere einschlägt – und stellt mit seinem Verhalten nicht nur seine Familie vor eine Zerreißprobe, sondern letztlich sogar seine Ehe in Frage. Schauspieler und Regisseur Denzel Washington inszenierte Fences nach einem Drehbuch von August Wilson, basierend auf dessen gleichnamigem Theaterstück. Washington und Viola Davis spielten die Hauptrollen auch bei der Broadway-Aufführung im Jahr 2010.

START > 16. FEBRUAR GENRE > DRAMA IMDB > 7,7 MIT > DENZEL WASHINGTON, VIOLA DAVIS, STEPHEN HENDERSON

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BUCHTIPPS

TEXT > CLAUDIA KNOBLOCH

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FASZINATION BAYERISCHER WALD Der Bayerische Wald ist das letzte große Urwaldgebiet Mitteleuropas. Eindrucksvolle Gipfel, abgeschiedene Hochmoore, düstere Schluchten und liebliche Ausblicke auf weite Täler verleihen ihm seinen einzigartigen Charme. Diese Schönheit und Vielfalt feiert ein wunderschöner Bildband aus dem SüdOst Verlag.

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aszination Bayerischer Wald nimmt uns in beeindruckenden Bildern mit auf eine Reise durch die Landschaften, Bräuche und Orte des Woids – vom Römerschatz in Regensburg und die Passauer Goldhauben über die Bogen-Wallfahrt bis zu den verschneiten Gipfeln des Arbers. Es spricht im wörtlichsten Sinn (Bild-)Bände, wenn ein so weitgereister Autor und Fotograf wie Kai Ulrich Müller (der selbst im Landkreis StraubingBogen lebt) berichtet, dass die Arbeit an Faszination Bayerischer Wald „eine besonders reizvolle Herausforderung und ein Vergnügen war, das an Exotik und faszinierenden Fotomotiven einem Bildband über ferne Länder in nichts nachstand“.

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HENRIETTA INMAN BACKBUCH 176 SEITEN HÖLKER 22,95 ¤

ind Sie auch mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet? Was mich betrifft, stehen weniger Zucker und weniger Weizenmehl auf dem Plan. Was aber nicht heißt, dass meine Familie auf Kuchen verzichten soll (und will). Da kam das charmante Backbuch Kokoscreme & Mandelmilch gerade richtig. Clean Cakes sind Kuchen ohne Gluten, Milchprodukte und Zucker, die aber trotzdem saftig, süß und sehr hübsch anzusehen sind. Wir backen am Wochenende gleich die Schoko-Haselnuss-Torte mit Honig-Nougat-Ganache, im Sommer gibt’s dann den Blaubeer-Zitronenmousse-Kuchen mit Geranien. Die Rezepte sind mal aufwendig, mal einfach, die Anleitungen aber stets sehr gut erklärt.

Erst heiß, dann kalt. Und dann das Prickeln auf der Haut: Im neuen Dusch-Tempel im peb fühlt man sich nach der Sauna wie in einem belebenden Regenschauer. Alle zwei Stunden können Sie im Sauna-Dom einen Aufguss mit ätherischen Ölen genießen, danach werden frische Früchte gereicht. Verwöhnen Sie sich im Dampfbad mit einem Salzpeeling, schnappen Sie frische Luft im Saunagarten mit Pool. In der Birkensauna setzt es sanfte Schläge, doch keine Sorge: Die tun nicht weh, sondern durchbluten und entschlacken. Messestraße 7, 94036 Passau, Telefon: 0851 560-260, peb@stadtwerke-passau.de, www.passauer-erlebnisbad.de

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CAPTAIN FUTURE

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GENRE > ZEICHENTRICK FSK > AB 6 JAHREN SPIELDAUER > 1.000 MINUTEN filmszene aus »Toni Erdmann«

GENRE > KOMÖDIE REGIE > MAREN ADE MIT > PETER SIMONISCHEK, SANDRA HÜLLER, MICHAEL WITTENBORN FSK > AB 12 JAHREN SPIELDAUER > 162 MINUTEN

ie sphärischen Klänge der Titelmusik haben Generationen von Kindern die SciFi-Geschichten von Captain Future angekündigt. Im ewigen Kampf Gut gegen Böse stellt sich Captain Future mit seinen Freunden unermüdlich seinem ärgsten Widersacher Vul Kuolun entgegen. Wunderbar, dass seit fast 40 Jahren verlässlich das Gute siegt. Nach zehnjähriger Bildschirmabstinenz sind nun alle Folgen als Komplettbox erschienen, erstmals auch auf Bluray. Ein Vergnügen für Fans der Kultserie ist die nur bei Amazon erhältliche, limitierte Auflage mit den 52 japanischen Folgen (OmU) als Extra.

TONI ERDMANN

OPERATION AVALANCHE

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infried stattet seiner Tochter Ines, die in Rumänien als Unternehmensberaterin arbeitet, einen Überraschungsbesuch ab. Diese wiederum ist vom Auftritt ihres Vaters mit falschem Gebiss und schrägen Witzen befremdet; ob bei Empfängen oder im Wellnesscenter – rasch zeigt sich, wie abgekühlt die Beziehung zwischen den beiden ist. Doch da verwandelt sich Winfried kurzerhand in die Kunstfigur Toni Erdmann, die Ines irrwitzige Streiche spielt ... Toni Erdmann geht bei den diesjährigen Oscars als Bester fremdsprachiger Film ins Rennen. Ein wunderbar kurioser Streifen!

GENRE > THRILLER REGIE > MATT JOHNSON MIT > MATT JOHNSON, OWEN WILLIAMS, JOSH BOLES FSK > AB 12 JAHREN SPIELDAUER > 91 MINUTEN

967 befürchtet die NASA einen russischen Spion bei der Apollo-Mission. Um das Rennen zum Mond nicht zu verlieren, schleust die CIA zwei Männer ein, die den Maulwurf finden sollen. Als Dokumentarfilmer getarnt, machen sie eine Entdeckung, die allerdings noch viel schlimmer ist als ein russischer Spion: Der Mondflug ist technisch nicht möglich! Mit großem Augenzwinkern greift Regisseur Matt Johnson eine der beliebtesten Verschwörungstheorien auf: die von der angeblich im Filmstudio inszenierten Mondlandung. Ein sehr lustiger und spannender Film in schönster Retro-Optik.

Burger & Bier

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rleben Sie bei der KULinarikTOUR Qualität und Vielfalt der Passauer Gastronomie an einem Abend. Am 9. und 23. März sowie am 9. November 2017 können Sie ein besonderes kulinarisches Event in der Dreiflüssestadt genießen. Das Prinzip der KULinarikTOUR ist so einfach wie attraktiv: Es gibt ein 5-Gänge-Menü, jeder Gang vom Aperitif bis zur Nachspeise wird in einem anderen Lokal serviert. Zu jeder Speise gibt es eine erlesene Weinbegleitung. Pro Tour werden Menü und Ablauf neu und mit viel Liebe zum Detail zusammengestellt. Regionale Produkte, raffinierte Gerichte, edle Tropfen: Bei der KULinarikTOUR erfah-

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ren Sie von den Gastgebern genau, was Sie im Glas und auf dem Teller haben. Dieses Jahr nehmen folgende Gastronomiebetriebe teil: Journey Cocktailbar, Hacklberger Bräustüberl, Innsteg, Das Oberhaus, Café Duftleben, HeiligGeist-Stiftschenke und Weingut Passau. Damit das Gesamtpaket stimmt, sind weitere Partner im Boot: Niedermayer Reisen fährt Sie mit dem Comfort-Bus von Lokal zu Lokal. Die Hausbrennerei Penninger begleitet die KULinarikTOUR mit ausgesuchten Schnaps-Spezialitäten. Die Teilnahme an dieser exklusiven Schlemmertour ist auf jeweils 35 Personen begrenzt – also jetzt schnell Tickets sichern!

TICKETS Tickets (79 Euro pro Person) gegen Barzahlung oder auf Rechnung in der Tourist-Information in der Bahnhofstraße 28 erhältlich. Öffnungszeiten Touristinformation Bahnhofstraße: Mo–Do 9–12 Uhr und 12.30–17.00 Uhr Fr 9.00–12.00 Uhr, 12.30–16.00 Uhr Reservierungen: Telefonisch unter 0851/9 55 98-17 oder per E-Mail an radinfo@passau.de

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herberts hanebüchene halbwahrheiten Abhängig, unehrlich, lausig recherchiert TEXT > CHRISTIAN GÖTZ

+++ WENN SIE DIESE MELDUNGEN GELESEN HABEN, WIRD SICH IHR LEBEN FÜR IMMER VERÄNDERN +++ GESUNDHEIT

AUS-GEZEICHNET Oscar-Nominierung, Europäischer Filmpreis 2016, New York Film Critics Award, Beste Schauspielersocken, Bestes Reinigungsteam, Beste Schauspielerwohnwagenkennzeichenbeleuchtung und zahllose weitere Preise: Der Äonenerfolg Toni Erdmann von Regisseurin Maren Ade räumt derzeit alles ab, was es abzuräumen gibt. Beinahe jedenfalls. Denn wie HHH aus unzuverlässiger Quelle erfuhr, ging das komödiantische Familiendrama ausgerechnet bei der Preisverlei-

WURDE AUCH ZEIT!!!

hung zum Goldenen Erdmännchen 2016 des Kleintierzuchtvereins Passau-Neustift-West leer aus. Jurysprecher Alois Schmirglpointner begründete die in der Arthouse-Szene höchst umstrittene Entscheidung damit, dass der Film zwar bemüht sei, die Implikation von Ekel als Angebot für den Rezipienten greifbar zu machen, in seiner evidenten Bestimmtheit jedoch den Schritt in die Transzendenz nachgerade auf die metaphysische Ebene reduziere. Schade.

hhh, februar 2017: Wie viel Fett ist noch gesund? Wie oft soll man Sport treiben? Wie oft darf Mann/Frau pro Tag onanieren, ohne zu erblinden? Diese und weitere drängenden Fragen der Menschheit sind nun endlich vom Tisch. In einer Sondersitzung der G206-Staaten (also alle halt) wurde das viel beschworene gesunde Maß ein für alle Mal auf 3 festgesetzt. Darauf 3 Halbe!

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PASTA! SERIE: HERBERTS HANEBÜCHENE HALBWAHRHEITEN (HHH) Herbert braucht Abstand. Und so hat sich unser allseits unbeliebter Grantler kurzerhand samt Schreibmaschine in eine garantiert SUV-freie Gegend zurückgezogen. Er beliefert uns aus dem nordostrussischen Srednekolymsk mit abhängigen, unehrlichen und lausig

recherchierten (Lokal-)Nachrichten. Aufgrund eines unfassbar ungerechten Knebelvertrages, den er der PASTA!-Redaktion vor seiner Abreise aufgedrückt hat, sind wir leider rechtlich verpflichtet, die Meldungen abzudrucken.

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Passauer Stadtmagazin - Ausgabe Februar 2017: Der Reformator | Passaus neuer EW-Intendant Thomas E. Bauer im Porträt