Skip to main content

Passeirer Blatt

Page 1

IV 70% Spedizione in a.p. – 70% S.I.A.P. – FilialeGR. di Bolzano

MITIEILUNGEN UND UND NACHRICHTEN NACHRICHTEN AUS AUS MOOS, MOOS, ST. sr LEONHARD LEONHARD UND UND ST. sr MARTIN MARTIN MITTEILUNGEN Juni 2002 1996 September

9. Jahrgang 15. Jahrgang-–Nr. Nr.10 35

500 Jahre Wappen Talschaft Passeier Am Sonntag 20. Mai feierte das Passeiertal in Saltaus den 500. Jahrestag der Verleihung von Gerichtswappen und -fahne mit der Enthüllung eines Gedenksteines. Zur Zeit der Entdeckung Amerikas (1496) hat Kaiser Maximilian I. den Passeirern ihre von den Grafen von Tirol erhaltenen Privilegien bestätigt. Es handelte sich

Der neu gesetzte Gedenkstein in Saltaus kündet von der ruhmreichen Talschaft Passeier

dabei um die Beschaffung von Lebensmitteln, um die Sorge für Vieh und Haus, um Handel und Wandel. Die freien Männer von Passeier mußten sich aber auch um das leibliche Wohl der Grafen von Tirol kümmern und ihnen in Kriegszeiten

mit Roß und Reiter folgen. Herzog AIbrecht bestätigte der Passeierer Abordnung bereits 1395 alle Rechte und Freiheiten. In Anerkennung ihrer besonderen Verdienste im Krieg gegen Venedig erhielten sie zusätzlich ein Fähnchen mit dem Talschaftswappen (Adler mit Uhu in weißem Feld), das allerdings nicht mehr auffind'bar ist. Vertreter des Vereins für Kultur und Heimatpflege Passeier und des Schützenbataillons Passeier haben sich unter Johann Raich und Ex-Bataillonskommandant Siegfried Pfitscher zu einem Festkomitee zusammengeschlossen, um mit Unterstützung der Passeirer Gemeindeverwaltungen die 500-Jahr-Feier der Wappenverleihung würdig zu gestalten. Dabei dachten die Komiteemitglieder an drei Aktionen: die Schaffung eines Gedenksteines aus Passeirer Marmor an der Grenze des Gerichts, sprich Talschaft Passeier (Gericht Passeier bis 1923), die das ganze Passeiertal vom Küchelberg bis zum Timmels zum Inhalt haben sollte und schließlich die Durchführung eines zünftigen Schützenfestes anläßlich der Segnung des Gedenksteines in Saltaus. Rund ein halbes Jahr wurde konkret an den VorBereitungen zur Feier gearbeitet. Am Sonntag 20. Mai war es dann soweit. Eingeleitet wurde sie mit einer würdigen Feldmesse, die Pfarrer Michael Pirpamer vor Schützen aus ganz Passeier und dem befreundeten Sölden, den Frontkämpfern aus St. Martin und zahlreichen Ehrengästen hielt. Anschließend segnete er den vom Bildhauer Tscholl aus Schenna geschaffenen Stein als Symbol des Zusammenhalts der Passeirer Gemeinden. Diesen Zusammenhalt beschworen auch die drei Bürgermeister

des Tales. Landesrat Erich fand Worte der Anerkennung der Mahnung, der Natur ihre lassen, worauf er unter dem

Achmüller aber auch Rechte zu Beifall der

Bürgermeister Hermann Pirpamer begrüßte als Hausherr die zahlreich erschienen Festteilnettmer in Saltaus zur Gedenkfeier ,,500 Jahre Wappen Talschaft Passeier"

vielen Schützen, der Schildhöfler und der Festgäste aus nah und fern den Gedenkstein enthüllte. Umrahmt wurde die Feier von der Musikkapelle Saltaus. Im Anschluß stellte Mittelschuldirektor Heinrich Hofer die Festschrift ,,500 Jahre Wappen Talschaft Passeier" vor. Sie beinhaltet das Talschaftswappen, gemalt vom akademischen Maler Roland Bolego, Riffian, ferner Beiträge von Heinrich Hofer, Georg Mutschlechner und von Anna Maria Lanthaler. Das Bildmaterial stammt u.a. von Direktor Ignaz Gruber, dessen Fotos von den Fresken aus dem Bergfried der Jaufenburg erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.


Passeirer Blatt / Juni 1996

Seite 2 / Nr. 9

"Party" ohne "Nebenwirkungen" Am Samstag, den 27. April organisierte die Bezirksjugend Passeier im Vereinshaus von St. Leonhard eine "Party" (Jugendfest) unter dem Motto "Party ohne Nebenwirkung". Beabsichtigt war keine übliche "Party" abzuhalten. Schon von Anfang an stand fest, daß die "Party" alkoholfrei sein sollte, keine Tecno Musik gespielt werden sollte und auch stille Ecken für Gespräche geschaffen werden sollten. Auch wurde der kleine und große Vereinssaal geschmückt, eine Mühe, von der viele der Meinung waren, daß sowieso niemand darauf achte und dies nur unnütze Arbeit sei. Der Verzicht auf alkoholische Getränke bedeutete für die Veranstalter natürlich eine Verminderung des Gewinns. Die SKJ Passeier wollte damit ein Zeichen setzen und aufzeigen, daß bei Jugendfesten leicht auf alkoholische Getränke verzichtet werden kann und soll, vor allem wenn man bedenkt, daß ein Großteil der Festbesucher unter 18 Jahre alt ist. Als Alternative wurde alkoholfreie Frucht-Mix-Getränke angeboten, die

mit viel Aufwand und Liebe zubereitet wurden. Bewußt niedrig gehalten wurden auch die Eintritts- und Konsumationspreise. Trotz dieser Umstände war die Bezirksjugend mit dem Ergebnis zufrieden. Der Vereinssaal war dauernd voll, und Jugendliche aller Altersklassen, darunter auch einige ältere, amüsierten sich bei Fox, Oldies und Rock. Die Unkenrufe, daß ohne Alkohol und Tecno der Saal leer bleiben würde, hatte sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Daß uns zu später Stunde auch einige Betrunkene besuchten, die sich anderweitig mit Alkohol eingedeckt hatten, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Bedenklich war für uns die Vorgangsweise der Gemeinde, welche für die Abhaltung von alkoholfreien Jugendfesten kaum Begünstigungen vorsieht. Übrigens konnte sich der Gemeindeassessor Franz Ennemoser von der angenehmen und ruhigen Atmosphäre auf dem Fest überzeugen. Carmen Kofler

Buchempfehlung eines Missionars "Gott einatmen" ist der Titel eines empfehlenswerten, gefälligen Herder Taschenbuches. Missionar Josef Pichler aus St. Martin bringt an hand dieser praktischen Schule des Gebetes in Erinnerung, wie reich das Christentum an Traditionen leibund .slnnenorientterten" Betens ist. In einfühlsamer, verständlicher Weise gibt er die Frohe Botschaft Christi weiter, so aktuell, lebensnah und trostvoll. Josef Pichler war 22 Jahre Missionar in Borneo, zurückgekehrt gründete er in Nordengland ein Gebets- und Meditationszentrum, dessen Leiter er über 11 Jahre war. Derzeit lebt er in Absam - St. JosefsMissionshaus Absam, 6060 Hall i.T., Tel. 05223 57294 10 - und steht für Einkehrtage, Gebetsbegleitung und Exerzitien zur Verfügung. Das Buch kostet etwas mehr als 30.000 Lire und ist beim Papier-Profi in St. Leonhard und in anderen Buchhandlungen erhältlich. M. Haller

SKJ St. Martin Mädchen schlagen Buben Am 21. März traf sich der Ausschuß der SKJ St. Martin, um seine Schieß künste unter Beweis zu stellen. Bevor das Gewehr geladen wurde, stärkte man sich jedoch bei einer Marende, um "zielsicherer" zu werden. Im Schießstand angekommen, zeigten die erfahrenen Schützen den anderen die optimale Schießtechnik. Nun konnte es losgehen! Nach wenigen Probeschüssen war man

für den Wettkampf bereit, der zwischen 4 männlichen und 8 weiblichen Schützen ausgetragen wurde. Nach hartem Kampf stand das Resultat fest. Die Jungen mußten sich den Mädchen geschlagen geben. Eine Revanche, auf die vor allem die Buben brennen, ist schon für nächstes Jahr geplant. Beate Stolz und Elisabeth Schwarz

~

0/}{W QQ/-ekle

~~rl J,

pjJeckn t4ch Iwn


Seite 3 / Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

Maibaum in St. Martin Beim Ausflug der Schützen kompanie St. Martin nach Luimis (Kalmtal) im Sommer 1995 wurde die Idee geboren, in St. Martin einen Maibaum aufzustellen. Ende September beschlossen einige Schützen kameraden, am 1. Mai 1996 die Idee in die Tat umzusetzen und alles Notwendige in die Wege zu leiten.

Bis zum 1. Mai galt es allerdings, noch einige Arbeiten zu erledigen: den Baum glattzuhobeln, ein tiefes Loch auszuheben, einen Kranz und Wappentafeln als Schmuck herzurichten .... Dann war es soweit; während am Vormittag die letzten Vorbereitungen ausgeführt wurden, trafen die Freunde aus

Als Standort wurde der Festplatz ausgesucht. Da es von Anfang an klar war, den Maibaum von Hand und nicht mit Hilfe eines Kranes aufzurichten, wurden einige Burschen aus Inning am Holz (Bayern) eingeladen, beim Aufstellen behilflich zu sein. In Bayern ist bekanntlich das Maibaumaufstellen ein viel gepflegter Brauch. Mitte Februar 1996 gingen zehn Mann ins Fartleistal, um beim .Pölten Michi" einen Baum zu fällen, den sie im Schnee 2 km talauswärts bis zum "Oberfartleishof" zogen. Erst Ende April transportierte man den Baum und die für das Aufstellen notwendigen Latten mittels LKW nach St. Martin.

Bayern ein. Um 2 Uhr begann das .Fachtearn" unter musikalischer Begleitung mit dem Aufstellen des Maibaumes. Einheimische und Gäste verfolgten interessiert den Vorgang. Eine Riesengaudi war das Auffüllen des Loches. Feuchtfröhlich ging es beim Feiern weiter bis zum frühen Abend. Allen am Gelingen des Werkes beteiligten möchten die Organisatoren ein herzliches Vergelt's Gott aussprechen. Besonders den Freunden aus Inning, weiters allen freiwilligen Helfern und Kameraden, den Spendern, dem Verkehrsbüro St. Martin für die Plakate, Oswald Pinggera, Franz Schiefer und den Musikanten. U. A. und M. T.

Neuigkeiten im Jugendtreff St. Martin Der Jugendtreffausschuß hat kürzlich beschlossen, die Öffnungszeiten des Jugendtreffs zu erweitern. Bisher gab es ausschließlich mittwochs von 19.00 bis 22.00 Uhr und sonntags von 15.00 bis 18.00 Uhr geregelte Öffnungszeiten. Durch den glücklichen Umstand, daß nun bereits seit eineinhalb Jahren ein zielstrebiger Angestellter im Treff tätig ist, konnten die Öffnungszeiten erheblich erweitert werden. Der neue Öffnungszeitenplan sieht vor, daß von Montag bis Freitag jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet bleibt. Die letzten Monate haben gezeigt, daß vor allem Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren den Treff in den Nachmittagsstunden besuchen. Neben diesen fixen Öffnungszeiten ist an manchen Wochenenden eine zusätzliche Öffnungszeit möglich, welche von zumeist ehrenamtlichen Mitarbeitern gewährleistet wird. Erfreulicherweise wird der Jugendtreff von vielen Vereinen in Anspruch genommen. Der Seminarraum dient von Januar bis März dem Krippenverein, dem Bildungsausschuß, der Bäuerinnenvereinigung und dem Tennisclub als Sitzungsraum. Der KVW benutzt den Werkraum und hielt im Seminarraum einen Italienischkurs ab. Auch der KFS konnte im Jugendtreff einen Nähkurs veranstalten. Der Jugendservice Passeier hat immer wieder Filme für Kinder und Jugendliche gezeigt. Im zweiten Stock des Hauses hat der Computerclub jeden Mittwoch ab 18.00 Uhr seinen Treffpunkt. Auch dem Schachclub dient der Aufenthaltsraum dienstags stets für seine Vereinstätigkeit. Dreimalig in der Woche finden im Jugendtreff Gitarrenkurse statt. Die ganze Woche hindurch nützen die sieben Jungschargruppen ihre Räumlichkeiten im dritten Stock und sorgen für Leben im Haus. Die SKJ unter der Leitung von Carmen Kofler nützt den Seminarraum regelmäßig für Sitzungen. Das gut ausgestattete Büro dient vor allem dem Jugendservice Passeier, der das Haus verwaltet, und viele Veranstaltungen im ganzen Tal organisiert. Auch der Tennisclub, die Sportschützen, die SKJ und der Schiclub nützen das Büro für ihre Vereinstätigkeit. Selbstverständlich steht das Büro immer wieder Jugendlichen für verschiedene Dienstleistungen zur Verfügung. Bewährt hat sich der Geräteverleih an Vereine und Privatpersonen des ganzen Tales. Der Jugendtreff St. Martin in Zusammenarbeit mit dem Jugendservice Passeier hoffen, daß das verbleibende Arbeitsjahr dermaßen positiv verläuft. Der Leiter des Jugendservice Passeier Harald Ladurner


Passeirer Blatt / Juni 1996

Seite 4 / Nr. 9

Priesterfest in St. Martin Zu einem erhebenden Fest wurde der Weltgebetstag für geistliche Berufe in St. Martin. Der Pfarrgemeinderat hat zum 200-Jahr-Jubiläum des Herz-JesuGelöbnisses alle Priester und Ordensleute, die in dieser Pfarre geboren sind, zur gemeinsamen Feier eingeladen. Zu-

predigt hielt, Hw. Pfarrer und Jubilar Florian Platter / St. Felix und dessen Bruder Hw. P. Michael Platter / Brixen, Hw. P. Michael Ennemoser / Kaltern. Verhindert war leider Hw. Pfarrer und Dekan Albert Pixner / Kastelruth. Von den Ordensleuten waren zum Fest ge-

gleich hat auch Hw. Pfarrer von Felix und Unsere liebe Frau im Walde am Deutschnonsberg sein 25jähriges Priesterjubiläum im Kreis seiner Mitbrüder gefeiert. Nachdem in vielen Familien auf diesen Tag hin eine Novene um/für geistliche Berufe gehalten wurde, haben sich die Priester und Ordenschwestern zum Gottesdienst eingefunden: Hw. Pfarrer Hans Innerhofer / EigenalpLechtal, Hw. P. Franz Innerhofer / Sillian, Hw. P. Josef Pichler, Missionar / Absam i. Tirol, Hw. Pfarrer Johann Kaserer / Wilhering bei Linz, Hw. Prof. Dr. Erwin Raffl / Johanneum- Kuens, der die Fest-

kommen: Br. Ägidius Gufler / Meran, Sr. Florentia Ennemoser / Latsch, Sr. M. Theresia Schweigl / Lana, Sr. Brigitte Ennemoser / Bozen-Gries; aus Altersbzw. Krankheitsgründen nicht kommen konnten Sr. Agnes Gufler / Laupheim b. Ulm, Sr. M. Martina Raich / JesuheimGirlan, Sr. Theresia Benedikta / Rom, Sr. Scholastika Pichler / MartinsbrunnGratsch und Sr. Agathine Platter / Esperanza-St. Fe-Arqentlnien. Von großer Festfreude der ganzen Pfarrgemeinde geprägt war der feierliche Gottesdienst in der Pfarrkirche, ebenso das anschließende Treffen der Priester und Schwe-

stern auf dem Dorfplatz: Die Musikkapelle Saltaus umrahmte dieses Treffen mit festlicher Musik; Mitglieder des KFB, KMB und der Schützen boten den vielen Gläubigen, die sich am Dorfplatz eingefunden hatten, Brot und Getränke an, bis sich dann die Festgäste zum gemeinsamen Mahl beim Unterwirt einfanden. Die Idee des Pfarrgemeinderates war es auch, einmal alle miteinzuladen, die sich aktiv ins kirchliche Leben einbringen: und dies waren nicht wenige. So konnte der Pfarrer, Michael Pirpamer, neben den Festgästen auch noch weitere 55 Laienmitarbeiter begrüßen: die Pfarrgemeinderäte, die Lektoren, die Kommunionhelfer, die Religionslehrer und die Obmänner/frauen Frauen der verschiedenen kirchlichen Vereine und Gruppen, von denen manche in mehrfacher Funktion aktiv mitarbeiten. Beim Festmahl brachte unser Herr Pfarrer seine Freude und die Freude der ganzen Pfarrgemeinde zum Ausdruck und sprach den Festgästen den Dank für ihre Teilnahme aus. Auch der Bürgermeister, Hermann Pirpamer, fand dankende und anerkennende Worte für die vielen anwesenden Priester und Schwestern und für alle ehrenamtlichen Laienhelfer der Pfarre, und hob deren Bedeutung für die heutige Zeit hervor; auch verabsäumte er es nicht, dem Pfarrer von St. Martin bei dieser Gelegenheit ein aufrichtiges Wort des Dankes und der Anerkennung auszusprechen. Nach dem Festmahl begaben sich dann alle zur gemeinsam gesungenen Ostervesper in die Pfarrkirche, mit der dieser schöne Tag für die Pfarrgemeinde St. Martin zu Ende ging. Alois Pfitscher

Beispielhafte Müllbeseitigungsaktionen Daß es bei der Durchführung sinnvoller Umweltprojekte oft keiner großen Worte bedarf, sondern in erster Linie Taten und Zusammenhalt gefragt sind, wurde in St. Martin gleich zweimal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Unter dem Motto "Mit gutem Beispiel voran" machten sich erst einmal sämtliche Schüler und Schülerinnen der 3 A der Mittelschule St. Martin, begleitet vom Naturkundelehrer, der Umweltassessorin der Gemeinde, einem Gemeindearbeiter und keinem geringeren als dem Bürgermeister selbst, auf ins Hasler- und Feldbauerntal bei St. Martin, um illegal abgelagerten Müll einzusammeln. Die schließlich 10 gefüllten 80 Liter Müllsäcke - der Müll mußte z. T. unter schwierigsten Bedingungen aus

Gruben und Dorngestrüpp geholt werden - enthielten nicht nur Hausmüll jeder Art, wiederverwertbare Stoffe, Sperrmüll und Sondermüll - sondern auch mehrere Haustierkadaver! Traurig aber wahr, wozu einige "Schmutzfinken" fähig sind, um die vergleichsweise geringen Kosten einer korrekten Müllentsorgung zu sparen. Den Schülern der 3 A gebührt für diese Aktion jedenfalls ein herzliches "Vergelt's Gott"! Die zweite große Müllbeseitungsaktion begann am 13. April. Einsatzgebiet war diesmal die Passer mitsamt den angrenzenden Böschungen auf der Strekke von St. Leonhard bis Saltaus. Organisiert von den Möselfischern, beteiligten sich daran rund 30 Leute: Mitglieder der F.F. St. Martin, mehrere Fischer und freiwillige Helfer. Auch Bürgermei-

in St. Martin

ster Hermann Pirpamer und Umweltassessorin Rosemarie Pamer ließen es sich wiederum nicht nehmen, selbst Hand anzulegen. Nachdem diese Reinigungsaktion zum ersten Mal stattfand, kann sich jeder bildlich vorstellen, was alles zu Tage befördert werden konnte. Als Endresultat standen schließlich 80 prall gefüllte Säcke normalen Mülls und eine Unmenge Sperrmüll zum Abtransport bereit. ~ Alle Beteiligten waren sich bei der anschließenden, von der Gemeindeverwaltung spendierten, Marende einig, daß mit dieser Aktion ein bespielgebendes Zeichen gesetzt werden konnte und daß sauberes Wasser ein zu kostbares Gut darstellt, um darin gedankenlos seinen Müll zu entsorgen. Reiterer Helli


Seite 5 / Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

Eine erfolgreiche Band wird 15 Jahre alt:

"THE QUARRYMEN"

Ein seltenes Jubiläum kann die St. Martiner Band "The Quarrymen" heuer feiern. Seit 15 Jahren wird von dieser bekannten und beliebten Gruppe "Musik gemacht" und sie denkt noch lange nicht ans Aufhören.

und schreibe 8 Liedern erstmals öffentlich auf. Es war damals für eine Gruppe, die "moderne" Musik spielte, sehr schwierig, Auftrittsmöglichkeiten zu erhalten, da es Pubs und Lokale, wo Bands wie heute üblich live auftreten

Im Herbst 1981 beschlossen zwei talentierte Gitarristen aus St. Martin, Walter Marth und Stefan Oberprantacher, eine eigene Band zu gründen. In der Folgezeit wurden Walter Gufler, Norbert Gufler und Florian Zipperle als Gruppenmitglieder aufgenommen. Auf der Suche nach einem passenden Bandnamen brachte man in Erfahrung, daß sich die großen Vorbilder, The Beatles, in ihrer Anfangsphase "THE QUARRYMEN" genannt hatten. Dieser Namen gefiel allen und hat seither Bestand. Nachdem man die weiteren Probleme, wie Musikanlage und Probelokal, gelöst hatte, trat man in der Silvesternacht 1981 mit einem Repertoire von sage

können, nicht gab. 1982 beteiligten sich "THE QUARRYMEN" am 1. Südtiroler Nachwuchsfestival in Algund, wo man sensationell den 3. Platz belegte. Dabei gewann die Gruppe einen Plattenvertrag und konnte in Bozen die Single ,,24 Stunden" aufnehmen. In der Folge erreichten "THE QUARRYMEN" rasch einen gewissen Bekanntheitsgrad und wurden auch in den Medien öfters erwähnt. Durch die Auftritte als Vorgruppe bei Konzerten von Status "THE QUARRYMEN", Relax, Sand ra u. a. konnte man sich weiter profilieren. Intern gab es Veränderungen. Stefan Oberprantacher verließ aus Studiengründen die Gruppe und Martin Prün-

libonnement des Passeirerblatfes Für Heimatferne und auswärts wohnende Passeirer besteht die Möglichkeit, das Passeirerblatt zu abonnieren. Abonnementpreise einschließlich Inland L. 10.000.-; Ausland L. 15.000.-

Versand:

Bitte Adresse im Gemeindeamt von St. Leonhard telefonisch bekanntgeben. Tel. (0473) 65 61 13

ster stieß neu dazu. 1986 spielte man auf größeren Konzerten mit Coverversionen verschiedener Gruppen und erstmals präsentierte die Band auch Eigenkompositionen. In den Jahren 1987 und 1988 nahm die Passeirer Gruppe am Pop-Odrom in Wien teil. Das PopOdrom ist europaweit der größte Wettbewerb für talentierte Nachswuchsbands mit über 1000 teilnehmenden Gruppen. Dabei konnte man wertvolle Erfahrungen gewinnen und sich weiterentwickeln. Ab 1987 versuchte man es mit einer Stilveränderung, komponierte selbst deutsche Lieder und spielte häufig im Ausland. Ab 1990 kehrte die Gruppe wieder zum unverwechselbaren QUARRYMEN-Sound zurück. Man legte erneut großen Wert auf Chorstimmen und Gesang, ganz nach Art der Vorbilder Beatles, Eagles, Beach Boys, "THE QUARRYMEN" usw. Im Frühjahr 1992 begann die Gruppe mit Studioaufnahmen für die CD .Between, Yesterday & Tomorrow", die im Herbst auf dem 3000 m hohen Suldengletscher präsentiert wurde. Anschließend gingen "THE QUARRYMEN" auf Südtiroltournee und nahmen 1993 im MCP-Studio Ötztal verschiedene Demo-Musikstücke auf. Die gefragte Gruppe spielt seither sehr häufig in allen Südtiroler Landesteilen und bereitet sich auf die Aufnahme einer neuen CD vor. Das sind "THE QUARRYMEN" Walter .Barnby' Marth Gitarre & Gesang Florian "Sassy" Zipperle Baßgitarre & Gesang Walter "Sanny" Gufler Keybords & Gesang Martin .Lilly" Prünster Saxophon & Gitarre & Gesang Norbert .Norry" Gufler Schlagzeug & Gesang W.G/K.G.

Erscheint dreimonatlich. - Eingetragen beim Landesgericht Bozen mit Dekret Nr. 11/87 vom 29.05.1987. Eigentümer und Herausgeber: Gemeinden Moos, St. Leonhard und St. Martin in Passei er. Vertreten durch den Bürgermeister von St. Leonhard, Dr. Konrad Pfitscher. Redaktionskomitee: Kurt Gufler, Robert Haniger, Greti Khuen, Josef Kofler, Karl Lanthaler, Dr. Albin Pixner, Dr. Karl Spergser, Sepp Öltl, Goltfried Zagler Druck:

Hauger-Fritz,

Schlanders-Meran

Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Pressegesetzes: Oswald Waldner


Passeirer Blatt / Juni 1996

Seite 6 / Nr. 9

Das Leben des Ignaz Auer Buchvorstellung Eine wichtige Passeirer Persönlichkeit war sicherlich Ignaz Auer, ehemaliger Kommissar und Bürgermeister von St. Martin . Seinem Leben und Wirken ist nun ein Buch gewidmet.

Das 20jährige Bestehen des Seniorenclubs St. Martin war Anlaß, ein Buch herauszugeben, das Leben und Wirken des ehemaligen Bürgermeisters Ignaz Auer würdigt. Das besondere an diesem Buch ist, daß dieses auf Aufzeichnungen und Notizen von Ignaz Auer selbst fußt. Der Gemeindesekretär Josef Gufler hat diese Erinnerungen überarbeitet und hofft damit zu verhindern, daß die Erinnerung an diese markante

Persönlichkeit verblaßt. Wer war nun Ignaz Auer? Geboren wurde er am 26. 05 1909 als sechstes und jüngstes Kind auf dem hochgelegenen und steilen Berghof .Hausfeld" in Matatz, einer Fraktion von St. Martin. Schon früh lernte er das harte Leben einer armen Bergbauernfamilie kennen, was wohl weitgehend zu seiner Charakterbildung beigetragen hat. Als Bub diente er als Ziegenhirt, sein Wunsch ein Handwerk zu lernen, war wegen Arbeitsmangel nicht möglich. So wurde er mit 16 Bauernknecht und erst mit 26 Jahren - inzwischen hatte es infolge des

Äthopienkrieges in Italien einen Wirtschaftsaufschwung gegeben - wurde er von Anton Gufler, Schnittlbauer in Matatz als Lehrbub für den Mühlen- und Sägewerkbau angestellt. Später lernte der handwerklich außerordentlich Begabte den Bau von Wasserrädern, Tur-

binen und Kleinseilbahnen. Einschneidend war für Ignaz Auer das Erlebnis des 2. Weltkrieges. 1942 mußte er einrücken, und er kam auf verschiedenen Kriegsschauplätzen zum Einsatz. 1945 geriet er in jugoslawische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1947 heimkehrte. Auer wurde nun ein gesuchter Handwerksmeister, dessen organisatorische und menschliche Fähigkeiten man in St. Martin zu schätzen begann. So nimmt es nicht wunder, daß Ignaz Auer in die Politik "hineingerissen" wurde. Bei den ersten Gemeinderatswahlen 1952 erhielt er am meisten Stimmen in St. Martin und wurde prompt Ausschußmitglied in der seit 1927 zwangsvereinigten "Großgemeinde" St. Leonhard-St. Martin. Die St. Martiner fühlten sich jedoch im Rat und Ausschuß "unterrepräsentiert" und in ihren wirtschaftlichen Belangen vernachläßigt. Der Wunsch, die Zwangsehe mit St. Leonhard abzuschütteln, wurde dadurch übermächtig. Ignaz Auer war nun der richtige Mann, dieses schwierige Vorhaben in Gang zu setzen. Nach einem Volksentscheid hatte St. Martin schon am 3. Dezember 1953 wieder ein eigenes Gemeindeoberhaupt. Ignaz Auer wurde zum Kommissär ernannt und übte dieses Amt 2 Jahre lang aus. Trotz mangelnder Schulbildung ging Auer sofort an die Arbeit: Eine Trinkwasserleitung war zu bauen, Wege zu verbessern, ein Gemeindehaus herzurichten. Das Gemeinwohl ging Auer, der ledig geblieben war, über alles. Mit seiner korrekten, aber wohl auch etwas schroffen und unbeugsamen Art schuf sich Auer nicht nur Freunde. Nach der Gemeinderatswahl 1956 wurde er nicht wie erhofft Bürgermeister. Trotz seiner Wahl in den Ausschuß zog er sich menschlich schwer enttäuscht ganz aus der Gemeindepolitik zurück. Erst 1964 konnte er überredet werden, wieder in der Ge-

meindepolitik tätig zu werden. Er erhielt bei der Gemeindewahl einen großen Vertrauensvorschuß (65 % der Vorzugsstimmen) und wurde im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Von 1964 bis 1974 war er erster Mann in der Gemeinde. In dieser Zeit war er treibende Kraft, durch die in der Gemeinde St. Martin wichtige Einrichtungen entstanden sind: Friedhofserweiterung, Vereinszelt, Wildbachverbauung, Trinkwasserleitungen, Feuerwehrhalle, Grundschule Dorf, Christel und Saltaus, Kindergarten, neues Gemeindehaus und vieles mehr sind unter seiner "Regie" gebaut worden. Er hat das heutige Gesicht der Gemeinde St. Martin ganz entscheidend mitgeprägt. Für ganz Passeier von Bedeutung war die Ansiedlung der beiden Industriebetriebe Hoppe und King. 1974 nahm Auer gesundheitlich angeschlagen Abschied von der Politik und widmete sich nunmehr intensiv der maßstabgetreuen Nachbildung von "altbäuerlichen" Maschinen und setzte sich mit Fragen pysikalischer Vorgänge auseinander. Allerdings bedrückte den Autodidakten, daß seine wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht von allen wahrgenommen wurden. Er war und blieb ein Mensch der sehr sozial dachte und handelte, aber einsam ohne eigene Familie lebte. Am 19. Februar 1980 starb diese "Rarität" (Silvius Magnago) von Bürgermeister, von den "einen verkannt, von den anderen hochgeachtet". Das Buch über diese Persönlichkeit der Passeirer Geschichte kann in der Bibliothek St. Martin erworben werden. G.Z.

KLEINANZEIGER

Wer (Mann/Frau/Gruppe) hat Lust in der ersten Augusthälfte eine Mehrtägige Radtour zu unternehmen.


Seite 7 I Nr. 9

Passeirer Blatt I Juni 1996

Geburten vom 20.09. 1995 bis 08.05.1996 Gemeinde St. Martin Hofer Tamara, 04.03. 1996, Pseirerstr. 30 Pircher Verena, 10.03.1996, Flon-Matatz-Straße 34 Buchschwenter Martin, 14.03.1996, Trifterweg 3 Scherer Sascha, 19.03.1996, Feldbauernweg 20 Pfitscher Lukas, 21.03.1996, Feldbauernweg 48 Marth Julia, 22.03.1996, Feldbauernweg 2/A Pichler Elena Maria, 24.03.1996, Jaufenstr. 12 Forte Demian, 25.03.1996, Feldbauernweg 3/B Pichler Alexandra, 17.04.1996, Angerweg 18 Thomas Ennemoser, 06.05.1996, Garberweg 18 Julia Pöhl, 16.05.1996, Saltnerweg 26 Marcel Gufler, 17.05.1996, Dorfstraße 51 Sebastian Pichler, 19.05.1996, Mühlgasse 4/A Gemeinde Moos in Passeier Gabriella Hofer, 11.11.1995, Platt 38 Katrin Ennemoser, 17.11.1995, Platt 21 Sabrina Pfandler, 22.11.1995, Platt 130 Nadia Walzl, 30.11.1995, Sattel 122 Stefan Karlegger, 06.12.1995, Stuls 40 Claudia Hofer, 03.01.1996, Pfelders 2 Ramona Hofer, 03.01.1996, Platt 76 Christian Gufler, 09.01.1996, Stuls 61A Jasmin Kienzl, 09.01.1996, Stuls 6/E Thomas Brunner, 16.01.1996, Hahnebaum Tanja Hofer, 23.01.1996, Stuls 36 A

115

Günther Gufler, 01.02.1996, Stuls 7/1 Vinzens Gufler, 04.02.1996, Dorf 97 Kathrin Hofer, 11.02.1996, Pfelders 6 Evi Gufler, 16.02.1996, Stuls 11 Monika Raich, 20.02.1996, Stuls 28 Dominik Zeuch, 25.02.1996, Pfelders 31 Ivan Pixner, 19.03.1996, Stuls 3/A Jennifer Kofler, 04.04.1996, Rabenstein 9 Maria Brugger, 04.04.1996, Platt 104 Robert Trafoier, 09.04.1996, Hahnebaum 114 Fabian Etschmann, 27.04.1996, Rabenstein 24 Julia Gufler, 08.05.1996, Rabenstein 13 Gemeinde St. Leonhard Manuel ätti, 25.12.1995, Jaufenstr. 15/B Sophie Zipperle, 16.01.1996, Mooserstr. 6 Magdalena Pichler, 19.01.1996, Gerlosweg 6 Elias Pirpamer, 20.01.1996, Mooserstr. 6 Anna Thaler, 07.02.1996, Walten 63 Manuel Schweigl, 21.02.1996, Andreas-Hofer-Straße Patrick Ennemoser, 25.03.1996, Walten 83 Andrea Moser, 25.03.1996, Mooserstr. 331A Julian Raffl, 31.03.1996, Schlossweg 17 Dominik Hofer, 01.04.1996, Kirchweg 29 Tobias Heel, 03.04.1996, Walten 27 Jessica Pichler, 05.04.1996, Passeirerstr. 76 Sand ra Augscheller, 06.04.1996, Walten 73 Floriane Auer, 03.05.1996, Thurnfeld 8 Dominic Demetz, 11.05.1996, Schweinsteg 25

Aktiver Kirchenchor St. Leonhard Der Kirchenchor St. Leonhard hat dieses Jahr allen Grund zu feiern. Sebastian Pamer und Max Haller bekamen bei einer gemütlichen Marende von P. Theo Neuking die Palestrina-Medaille in Gold für 60 jährige aktive Mitgliedschaft im Kirchenchor überreicht. Dabei bekannten die Geehrten, daß es für sie immer wichtig gewesen sei, Gott mit ihrem Gesang zu ehren. Für uns junge Sänger und Sängerinnen sicher ein Ansporn. Am Ostersonntag sang der Chor die Mozartmesse in F, die von allen mit viel Freude und Einsatz eingelernt wurde. Auch am Ostersonntag war beinahe der gesamte Chor wiederum in Einsatz. Für das Herz-Jesu-Gelöbnis hat sich der Chor etwas besonderes einfallen lassen. Wichtig war dem Chor auch das gesellige Beisammensein. So wurde ein Rodelausflug organisiert (die Firma Maier Anton hat uns dankenswerterweise eine Marende spendiert) und am 25. April fuhren wir mit "Reiseleiter" Pater Theo in die Val Policella, wo eine feierliche Messe gefeiert wurde. Nach einer ausgiebigen Weinprobe ließen wir es uns nicht nehmen, noch einen Abstecher nach Verona zu machen. Auch für das kommende Jahr ist einiges in

Planung: ein geistliches Adventsingen in der Pfarrkirche, ein Frühjahrskonzert und einige schöne Messen für Weihnachten und Ostern. Auch das Gesellige wird bei uns nicht zu kurz kommen. Übrigens würde es uns sehr freuen, wenn sich Interessierte melden, denn auch Chöre brauchen Nachwuchs. Abschließend danken wir allen Gönnern unseres Chores, vor allem aber unserem Organisten und Chorleiter Albin Hofer, allen Sängerinnen und Sängern und nicht zuletzt dem gesamten Orche-

Chor St. Leonhard in Verona

14

ster für seinen wertvollen Dienst bei der Gestaltung der Gottesdienste. Einen Dank auch all jenen, die von weit herkommen und die Feiern mitgestalten. In unser so schnellebigen Zeit ist es nicht mehr so leicht, das Grundsätzliche und Wichtige zu erkennen und viel Freizeit für die Kirchengemeinschaft zu opfern. Allen Chor- und Orchestermitgliedern wünschen wir schöne Ferien und weiterhin viel Freude und Ausdauer beim Musizieren. Der Obmann


Passeirer Blatt / Juni 1996

Seite 8 / Nr. 9

( lius "ergangenen Keiten ) Von Rabenstein auf die Osterinsel Ein einsames Grab auf der weit draußen im Stillen Ozean gelegenen Osterinsel erinnert an das opferreiche Leben eines großen Missionars aus Rabenstein: P. Richard Rainer. Wohl nur die älteren Rabensteiner können sich noch an den Bodner Luis - Bodnerpater Richard - erinnern. Er wurde 1911 am Josimengut in Hütt geboren. Der kleine Hof wurde dann nach seinem Vater, einem Bodnersohn aus Ratschings, benannt und ist heute geteilt und verkauft. Schon in den Jugendjahren lernte Alois die Härte des Lebens kennen durch die schwere Arbeit am Berghöfl und die Entbehrungen in den Studienjahren. Er trat mit dem Namen Richard in den Kapuzinerorden ein und feierte in Rabenstein seine Primiz. Während des Krieges war P. Richard im Kapuzinerkloster in Bozen und erlebte dort alle Fliegerangriffe auf die Stadt. Noch vor den Bombenentwarnungen durchstreifte er die Straßen, um Verletzte und Tote zu bergen und geistlichen Trost zu spenden.

Wunsch, in die Mission zu gehen, seinen Vorgesetzten vor. Doch wegen einer schweren Operation (Darmlähmung) ging sein Wunsch erst 1950 in Erfüllung. Er wurde der bayrischen Kapuzinermission zugeteilt, die das Apostolische Vikariat Araukanien in Chile betreute. Am 8. August 1950 erhielt P. Richard in Frankfurt das Missionskreuz und einige Tage später ging er in Hamburg aufs Schiff, um seine Heimat und Europa für immer zu verlassen. Welche Opfer und Entbehrungen er in den Missionsstationen, besonders in den letzten Lebensjahren ertragen mußte, kann man aus den Briefen erahnen, die er an seine

zitätswerk, wofür er mit Hilfe eines Missionsbruders eine 150 m lange Zementleitung für die Wasserzufuhr goß. Als 1959 Lonquimay an araukanische Weltpriester abgetreten wurde, nahm P. Richard schweren Herzens Abschied von seiner lieb gewonnenen Bergpfarrei. Er erklärte sich bereit, den Einsatz auf der Osterinsel zu übernehmen. Die Osterinsel, nach dem Tag der Entdeckung am Ostersonntag 1722, benannt, gehört zu Chile und ist 3700 km vom Festland entfernt. Landschaftlich zeigt sich die Insel als eintönige, baumlose Graslandschaft mit Hügeln und Bergrücken bis 615 m Höhe. Sie hat eine Ausdehnung von 180 Quadratkilometer und die 2.800 Einwohner leben fast alle im Städtchen Hang Roa. Die Geschichte dieser Insel ist geheimnisvoll und sagenumwoben. Besonders rätselhaft sind vor allem die 300 riesigen, mehrere Tonnen schweren Steinstatuen (Moai), die an der Küste aufgestellt waren.

Richard mit seinem Unimog startbereit

Moai auf der Osterinsel

1946 wurde er für drei Jahre zum Leiter (Guardian) des Klosters in Klausen gewählt. Schon damals hegte er den stillen Wunsch, in die Mission zu gehen. Für seinen Unternehmungsgeist waren die Klostermauern wohl zu eng. 1949 wurde er nach Sterzing versetzt, wo er als Aushilfspriester in den Pfarreien des Wipptales als Prediger und Beichtvater beliebt war. In dieser Zeit trug er seinen

Mutter geschrieben und die noch von seiner Schwester Anna ehrfürchtig aufbewahrt werden. Nach einer 23-tägigen Seereise unter primitiven Verhältnissen auf einem ehemaligen Truppentransporter erreichte er Südamerika. Seine erste Missionsstation war Panguipulli, eine Pfarrei fast so groß wie Südtirol. 1952 wurde ihm die Pfarrei Lonquimay übertragen, ein armes Gebiet weit oben in der rauhen Bergwelt der Anden. Hier hatte er ein Gebiet in der Ausdehnung von ca. 200 km2 zu betreuen. Die weiten Wege legte er meist zu Pferd zurück, erst später bekam er einen alten Unimog. Neben der Seelsorge konnte er hier auch seine technischen und handwerklichen Fähigkeiten einsetzen. So errichtete er ein kleines Elektri-

Sie zeugen vom Untergang einer eigenartigen Kultur eines Volkes, dessen Schrifttafeln (Ronge Rongo) bis heute nicht entziffert werden konnten. P. Richard kam also von der rauhen Hochgebirgswelt der Anden auf diese tropische Insel. Nach einer Schiffahrt von 26 Tagen erreichte er dieses Eiland und schrieb am 28. April 1959 von dort seinen ersten Brief. Damals kam höchstens zweimal im Jahr ein Schiff von Chile, um die Insel mit dem Notwendigsten zu versorgen. Obwohl der alte Missionar auf der Insel blieb, gab es für P. Richard genug zu tun. Er übernahm die meiste seelsorgliche Arbeit und den Unterricht für die Kinder. Besonders liebevoll nahm er sich aber der Aussätzigen an, die er fast täglich besuchte und mit denen er oft


Seite 9 / Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

die heilige Messe feierte. Im Dezember 1960 mußte er wegen dringender Angelegenheiten nach Chile zurück. Vor seiner Rückreise auf die Insel schrieb er am 15. Jänner 1961 an seine Mutter u. a.: "Von hier aus gehe ich wieder zu meinen lieben Kanaken und Aussätzigen auf die Osterinsel. In bin sehr froh und glücklich. Niemals im Leben habe ich Menschen so geliebt wie diese." In einem späteren Brief berichtet P. Richard über die geheimnisvolle Insel: "Nun bietet sich die Gelegenheit, euch wieder einmal zu schreiben. Und zwar vom Nabel der Welt aus. Diese Insel haben die Ureinwohner so geheißen. Sie liegt auch so, als ob sie das Zentrum der Welt wäre. Sie ist die verlassenste Insel der Welt... .. Die größte Sorge ist hier das Wasser. Fließendes Wasser gibt es nicht auf der Insel; es muß das Regenwasser von den Dächern gesammelt und in große Zementbehälter geleitet werden. Auch Früchte gibt es immer " Dazu berichtet er aber auch, daß Trokkenheit, Krankheiten sowie Spatzen, Ratten und Termiten große Feinde von guten Ernten sind. Ende 1962 kamen Techniker auf die Insel, um eine Studie zum Bau eines Flugplatzes zu machen. Das erfüllte den eifrigen Missionar mit Sorgen. Durch die vielen Arbeiter beim Bau dieses Platzes und den folgenden Tourismus fürchtete er um die guten Sitten der Insulaner. Seine besondere Liebe galt, wie schon erwähnt, den armen Kranken. Er berichtete der Mutter: "Ich habe mir jetzt eine schwere Arbeit gemacht. Ich bin nämlich beim Bootsbau, um die Kranken mit Fischen versorgen zu können. Die Bretter muß ich mir selber zuschneiden, an einem halben Tag schneide ich ein Brett von sechs Meter Länge ..... Ich bin sehr froh und glücklich ...." Mit einem Brief vom 1. Oktober 1965 kam die Nachricht, daß P. Richard schwer krank sei, Diagnose: Magenkrebs mit Metastasen in der Leber. Die 87-jährige Mutter hatte den Wunsch, daß er zurückgeholt werde, und die Ordensoberen boten ihm an, in ein Krankenhaus aufs Festland zu fahren. Er aber bat, auf der Osterinsel sterben zu dürfen. Die letzten Wochen müssen für ihn sehr schwer gewesen sein. Doch nie wollte er auf die Heilige Messe verzichten. Als er nicht mehr stehen konnte, zelebrierte er sitzend. Am 16. November 1965 beschloß der einfache Bauernbub aus Rabenstein als großer Missionar sein opfervolles Leben. Nach seinem Wunsch ruht er bei seinen geliebten Kanaken und Kranken "auf der einsamsten Insel der Welt".

Gemeinde St. Leonhard Für Trinkwasser

In diesem Frühjahr ist in weiten Teilen Südtirols das Trinkwasser knapp geworden. Die geringen Niederschläge in den letzten Monaten haben ein Problem verschärft, das seit Jahren akuter wird und viele Gemeinden vor unlösbare Probleme stellt. Mit steigendem Lebensstandard steigt auch der Bedarf an Trinkwasser, der Tourismus trägt seinen Teil bei und schlußendlich ist es die EG, die vom Bauern, der Milch stellt, Wasser mit Trinkwasserqualität verlangt. Dies hat die Gemeindeverwaltung bereits vor Jahren bewogen, ein Gesamtprogramm für den Hauptort und die Fraktionen zu erstellen, das langsam seinem Ende zugeht. Im letzten Spätsommer wurde die Wasserfassung in Pfistrad neu errichtet, wobei 2 Fassungsstellen und ein Reservoir errichtet wurden und beim Bau neue Quellen mitgefaßt wurden. Dadurch wurde es möglich, die Wasserknappheit dieses Frühjahres schad-

Die Wasserfassung in Pfistrad

los zu überstehen. Das Dorf verfügt aber auch über ein 2. Reservoir auf Heiligkreuz, dessen Wasser von Walten kommt. Diese Zuleitung mit neuer Quellfassung wurde bereits vor 3 Jahren erstellt, wobei Karlegg mit Trinkund Löschwasser versorgt wurde. Und die Fraktionen? Einige Höfe und Interessentschaften hatten in den Jahren vorher Vorsorge getroffen, aber große Teile von Gomion, Glaiten, Prantach, Mörre und Schweinsteg waren ohne Trinkwasser. Eine Lösung der Probleme wurde dadurch erschwert, daß in unteren Tallagen keine ausreichende Quellen mehr auffindbar waren und damit solche in einer Meereshöhe von 1000 bis fast 2000 m neu erschlossen werden mußten. Die Kosten waren sehr hoch und nur dadurch vertretbar, daß die Bauern nur mit gutem Trinkwasser weiter Milch stellen durften und durch die Löschleitungen ein schneller Selbstschutz im Brandfalle garantiert war, kurz, es ging um die Existenz unserer Bergbauern. Im letzten Jahr wurde die Trinkwasserleitung von Gomion und Schlattach fertiggestellt, welche auf den

vorgesorgt

Schlattacher Mahdern auf 1920 m Meereshöhe beginnt und bis zur Grundschule und Wohnbauzone Windegg endet, wobei im Notfalle die Trinkwasserleitung von Schweinsteg, deren Quelle in den Schießgruben auf 1660 m Meereshöhe liegt, heute bis Schweinsteg reicht und nun bis zu den Höfen an der Passer verlängert werden soll. Bereits vorher hatte die Interessentschaft Kehrer die Wasserleitung Kehrer-Masull gebaut, und das Konsortium Schweinsteg-Mörre baut zur Zeit eine Leitung für 3 Höfe. Fertige Pläne liegen zur Zeit vor, um weitere Teile von Gomion, Glaiten und Mörre mit Wasser zu versorgen. Die Trinkwasserleitung in Glaiten geht von den Mahdern an der oberen Waldgrenze auf 1750 m Meereshöhe aus und erreicht fast alle Höfe in Glaiten, wobei diese Leitung durch das Konsortium Gomion in Zusammenarbeit mit der Gemeinde gebaut wird. Jene von Mörre beginnt auf 1494 m Meereshöhe am Mörrer Oberberg und reicht bis zu den Sixthöfen an der Passer, wobei der Bau vom Konsortium Schweinsteg-Mörre mit der Gemeinde zusammen durchgeführt wird. Ein Teil der Abschreibungskosten welcher die reinen Gemeindewasserleitungen des Dorfes, von Gomion, Prantach und Schweinssteg betrifft, muß laut Landesgesetz auf den Trinkwasserpreis aufgerechnet werden. Hier muß sich die Solidarität des Dorfes mit den Fraktionen bewähren, so wie der Bergbauer die Hilfe des Dorfes braucht, brauchen das Dorf und vor allem der Tourismus den Bergbauern. Beide müssen zusammenarbeiten, um allen, so weit wie möglich, ein gutes Trinkwasser zum Leben und ein Löschwasser zum Überleben zu garantieren. Zu Abschluß noch ein paar Daten und Zahlen über das Gesamtprogramm Bisher gebaut wurden: Leitungslänge: 35 km erschlossene Höfe und Häuser: 92 Kosten: 4.8 Milliarden Lire. Für 1996/97 geplant sind noch 3 Wasserleitungen: Leitungslänge: 9,5 km zu erschließende Höfe: 35 Kosten: 1,2 Milliarden Lire. Nach Abschluß des Programmes wäre damit der größte Teil des Gemeindegebietes mit Trink- und Löschwasser versorgt und damit eine gute Basis für die Zukunft geschaffen. Konrad Pfitscher


Passeirer Blatt / Juni 1996

Seite 10/ Nr. 9

26. Internationaler Raiffeisen-Jugendwettbewerb Meine Welt - Deine Welt - Unsere Welt

Durch die enge Zusammenarbeit der Mittelschule "J.J. Staffler" in St. Leonhard und der Raiffeisenkasse Passeier, hatten heuer wieder viele Schüler die Möglichkeit, am größten internationalen Jugendwettbewerb teilzunehmen. Viele Schüler der Mittelschule hatten mit aufwendigen Arbeiten ein Bild unserer Welt, der Welt in der wir leben, geschaffen. Damit auch jene Schüler, die zeichnerisch nicht so begabt sind, dieses Thema behandeln konnten, gab es heu-

Siegerbild auf Landesebene Markus Platter

er mehrere Möglichkeiten. Der Wettbewerb wurde in einen Mal- und in einen Kreativitätswettbewerb unterteilt, wobei die Schüler auch ein Video oder eine Skulptur machen konnten. Diese vielen verschiedenen Arbeiten wurden von einer Jury, bestehend aus Dir. Heinrich Hofer, den Lehrern Herrn Teutsch, Herrn Pircher und dem Bildhauer Norbert Gögele nach Inhalt und Gestaltung bewertet und die besten Bilder nach Bozen zur Prämierung auf Landesebene weitergeleitet. Von 11.000 eingereichten Arbeiten konnten dabei Markus Platter (11 Jahre) aus St. Leonhard in der Kategorie der 11 - bis 14-jährigen den ersten Preis erringen. Im Rahmen einer tollen Schlußveranstaltung bekam er von Stargast Isolde Kostner im Waltherhaus in Bozen einen schönen Preis überreicht. Für die teilnehmenden Schüler der 3. Klasse organisierte die Raiffeisenkasse Passeier als Belohnung und auf Anregung von Dir. Heinrich Hofer am 25. April eine Fahrt nach Innsbruck. Die Schüler wurden dabei von den Lehrern Sieglinde Jaitner und Marlene Pircher bestens betreut. Die Gruppe von 35 Schülern besichtigte die Altstadt Innsbrucks, das Bergiselstadion und schließlich die .Kristallwelten" in Wattens, ein wahres Wunderwerk der Fa.

Swarovski und des Künstlers Andre Heller. Damit auch die Fahrt nicht langweilig wurde, verloste die Raiffeisenkasse Passeier unterwegs unter den jungen Künstlern drei tolle Sachpreise. Somit erlebten die Schüler passend zum Thema "Meine Welt - Deine Welt Unsere Welt" einen tollen Tag, der ihnen noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Die schönsten Arbeiten der Schüler werden demnächst in einer kleinen Ausstellung in den Schalterräumen der Raiffeisenkasse Passeier zu besichtigen sein. J. K.

Oie Schüler vor den Kristallwelten in Wattens im Unterland

Passeirer Tennismädchen sind Spitze Im Bild die Tennisauswahl Südtirols "Unter 12." Sie hat sich im April 1996 zum ersten Mal überhaupt in Forte dei Marmi (Toskana) den Landespokal (Coppa delle Province) geholt. Für Passeier bemerkenswert ist dabei, daß von den vier Mädchen der Mannschaft drei aus Passeier stammen: Angelika Rier (2. v.l.) aus St. Leonhard, Anna Pfitscher (3. v.l.) und Linda Mair aus St. Martin (4. v. 1.), im Bild mit ihrem Trainer Roland Melis. Während Pfitscher und Mair heuer neu ins Team gekommen sind, gehörte Rier bereits im Vorjahr der Auswahl an. Die Mädchen haben auch bemerkenswerte Einzelerfolge aufzuweisen. So holten sich Angelika Rier 1992 und Linda Mair 1993 den Titel einer Vize-Landesmeisterin in ihrer Altersklasse, während Anna Pfitscher 1995 Landesmeisterin der U 10-Mädchen wurde. Die erzielten Leistungen zeigen, daß sich der Tennissport im Tale, besonders was die Mädchen betrifft, ohne weiteres mit dem restlichen Südtirol messen kann. Herzliche Gratulation!


Seite 11 / Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

Neuer Hüttenwanderführer erschienen! Von Hütte zu Hütte zwischen Brenner und Meran Auch im Tourismusbereich hat man längst erkannt, daß Zusammenarbeit stark macht und viele neue Vorhaben erst ermöglicht. Wenn sich nun 13 Hüttenwirte zusammentun, um etwas Gemeinsames (sprich neuen Wanderführer) zu schaffen, muß das Werk wohl gelingen. Die Idee dazu hatten im letzten Jahr Hermann Vantsch (Becherhaus) und Heinz Widmann (Schneeberg). Die unvergleichliche und mit vielen Wegen erschlossene Bergwelt war reichlich vorhanden, die 13 Hüttenwirte waren gerne zum Mitmachen bereit und froh, sich endlich gegenseitig kennenzulernen. Dazu lieferte der Künstler Walter Krabichler aus Reith bei Kitzbühel ein sehr genaues und beeindruckendes Panoramabild. Die Hüttenwirte beschrieben Wege und Hütten in Eigenregie und bebilderten den Führer mit eigenen Fotos. Der gefaltete und beidseitig in Farbe gedruckte Wanderführer (50 cm x 70 cm) ist auf allen beteiligten Schutzhütten und in vielen Geschäften und Tourismusbüros des Einzugsgebietes um 3.000 Lire erhältlich. Die beteiligten Schutzhütten sind: Tribulaunhütte, Magdeburgerhütte, Teplitzerhüttte, Becherhaus, Müllerhütte, Schneeberg, Hochalm, Jaufenhaus, Hochfirst, Zwickauerhütte, Stettinerhütte, Lodnerhütte, Hochganghaus. Der folgende Einleitungstext aus dem Wanderführer möchte viele Passeierer zu einem Besuch unserer heimischen Bergwelt verführen. Lieber Bergwanderer! Der hier vorgestellte Höhenweg umfaßt den zentralen Teil der Stubaier Alpen mit seinen südlichen Ausläufern und

Die Redaktion behält sich das alleinige Recht vor eingesandte Beiträge zu kürzen. Druckreif übermit telte Unterlagen können seitens der Redaktion nicht korrigiert werden. Für die Richtigkeit, sei es in grammatikalischer, stilistischer wie inhaltlicher Form, haftet ausschließlich der Auftraggeber bzw. Verfasser.

einen Teil der Ötztaler Alpen mit dem Naturpark Texelgruppe, ein Bergwandergebiet von unvergleichlicher Vielfalt und Schönheit, erschlossen durch schonend angelegte und gut gekennzeichnete Wege. Einmalige Aussichtspunkte, meist gut ausgebaute und gesicherte Wege, uralte Saumpfade, schäumende Wasserfälle und finstere Schluchten, sagenumwobene Bergseen, malerische Almen, einsame Berggipfel, deren dunkle Wände mit weißen Streifen aus kristallinem Kalk durchzogen oder überlagert sind. Blumenübersäte duftende Almwiesen, seltene Tiere wie Gemse, Murmeltier, Steinadler und Steinbock, das ewige Eis der Gletscherregionen, verlassene Knappensiedlungen mit halbverfallenen Erzförderanlagen und geheimnisvollen Stollen - all das macht diesen Höhenweg so ungemein abwechslungsreich, einmalig und unvergeßlich - und dazu kommen noch die 13 hier abgebildeten Schutzhütten, die nie weiter als eine Tagestour auseinander liegen. Der Bergwanderer wird über deren günstige Lage als Ausgangspunkt für weitere Touren und über das teilweise reichhaltige Angebot aus Küche und Keller zu wirklich vernünftigen Preisen erstaunt sein. Selbstverständlich erhalten Mitglieder alpiner Vereine Vorzug und Ermäßigung im Hüttenlager. Der Höhenweg kann von jeder Hütte aus in jede mögliche Richtung durchgeführt werden; an den Ausgangspunkten zu den Schutzhütten findet man immer eine Parkmöglichkeit und meist auch eine Bushaltestelle. Der Bergwanderer kann aufgrund gen au er Angaben bei der Wegbeschreibung diejenige Tour oder RLlnde

auswählen, die seiner Kondition und Bergerfahrung sowie seinen Erwartungen und der Jahreszeit entspricht. Gutes Schuhwerk, passende Kleidung und Bergausrüstung, Regen- und Sonnenschutz und eine gute Wanderkarte (Freytag S8, Kompass 044 und 058, Tabacco 5 und 11) sind für einen Bergwanderer wohl selbstverständlich. Ein Hüttenschlafsack ist in den meisten Hüttenlagern vorgeschrieben und dort um den Selbstkostenpreis erhältlich. Wir freuen aus auf Euren Besuch und wünschen Euch unvergeßliche BergerIebnisse und gemütliche Hüttenabende; selbstverständlich geben wir gerne weitere Auskünfte und Ratschläge. Berg Heil!

Die 13 Hüttenwirte

~~~H~

IPlletsch - Ridnaun • Passeier • Burggrafenamt)

Alle Passeirer Fotofreunde werden gebeten, uns bis zum 30. August ihre schönsten Urlaubfotos bzw. Dias zuzusenden (bis zu 3 Exemplare) und mit einem kurzem Begleittext zu versehen. Eine Jury wird die Bilder bewerten, und die schönsten werden in der nächsten Ausgabe veröffentlicht. Für die Sieger gibts übrigens einen Anerkennungspreis.

Anschrift: Öffentliche Bibliothek St. Mamn - 39010 Post St. Mamn


Passeirer Blatt 1 Juni 1996

Seite 121 Nr. 9

SC St. Martin nimmt Abschied von der Oberliga Rückblick auf 15 Jahre Oberliga-Fußball Mit der heurigen Fußballsaison geht in St. Martin eine Ära zu Ende. Nach langen Jahren der Oberligazugehörigkeit muß der SC St. Martin, sportliches Aushängeschild des Passeiertales, absteigen. Eine Gelegenheit, die großartigen Erfolge der letzten Jahre Revue passieren zu lassen.

zielt hatte, zwei Entscheidungsspiele bestreiten, die jeweils 0:0 endeten. Ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte war der Ausgang des Wettbewerbes um den Italienpokal für Amateure. 1994 gewann der SCM mit 3 : 0 gegen Fiave im Elfmeterschießen. Im Rahmen dieses Italienpokals traf der

Der SC St. Martin in der Saison 1994/1995

Vor einigen Wochen wurde es zur traurigen Gewißheit: der SC St. Martin mußte nach 15jähriger, ununterbrochener Oberligazugehörigkeit den Abstieg aus der Eliteklasse der Region zur Kenntnis nehmen. War so mancher Anhänger im ersten Moment auch sehr enttäuscht, sollte doch nicht vergessen werden, was in all diesen Jahren vom Verein großartiges geleistet wurde. 15 Jahre als Dorfverein in einer Liga bestehen zu können, die große finanzielle Opfer und viel persönlichen Einsatz verlangte, stellt ohne Zweifel eine große Leistung dar. In Zukunft dürfte dieser große Einsatz noch mehr an Wertschätzung gewinnen. Auch die Ergebnisse auf dem grünen Rasen können sich sehen lassen. Viele beeindruckende Erfolge wurden erzielt, vor allem wenn man bedenkt, daß man sich mit "Spitzenclubs" wie AC Bozen, US Rovereto, Benacense Riva, Passer Meran, US Arco, Settaurense u.a. messen mußte. Der SC St. Martin bestritt in der Oberliga 448 Spiele (134 Siege, 169 Unentschieden, 145 Niederlagen; Tore 437 : 469, Punkte 437 : 459) und liegt in der "ewigen Oberligatabelle" derzeit an 5. Stelle. In der Saison 1984/85 wurde man punktegleich mit Passer Meran und US Levico Meister und mußte, obwohl man das beste Torverhältnis er-

SCM auf Darfo Boario (bei Brescia), Sommacampagna (Verona), Brembillese (Bergamo), Corbetta (Mai land), Sanvitese (Friaul), Santa Lucia sul Piave (Venetien) usw. Diese Begegnungen waren vor allem für die Spieler, aber auch für den Vereinsanhang sehr interessant und werden für alle Beteiligten in denkwürdiger Erinnerung bleiben. 1988 entschied der SC St. Martin mit dem Sieg gegen Marco den Regionalpokal für sich. Bemerkenswert erscheint auch, daß der Verein öfters den Disziplinarpokal verliehen bekam, ein Beweis dafür, daß in St. Martin nicht nur gut, sondern vor allem auch fair Fußball gespielt wurde. Einen Rekord besonderer Art konnte Torhüter Sepp Mair verbuchen, blieb er doch in 14 Spielen in Serie für genau 1108 Minuten ungeschlagen. Daß 15 Jahre Oberliga auch einen hohen Personalaufwand (Trainer, Spieler, Ausschuß) mit sich bringt, steht wohl außer Frage. In dieser Zeit wurde die Mannschaft von 5 Trainern geführt. Pircher (8 Jahre), Ciatti (4 Jahre) Ciattil Sgarbi, Stein und Radoccia jeweils 1 Jahr. 3 Präsidenten lenkten in diesen Jahren die Geschicke des Vereins: Ubald Pichler, Hans Theiner und Ulli Schweigl. Rund 90 Spieler haben für den Verein und die Ehre des Passeiertales ihr Bestes gegeben. Bester Tor-

schütze des SCM war Lanthaler Theo mit nicht weniger als 34 Treffer. Ein besonderes Augenmerk legte der Verein seit jeher auf qualifizierte Jugendarbeit, und er konnte in Zusammenarbeit mit dem Serie-A-Club AC Fiorentina sogar ein Jugendcamp organisieren. Auf der Sportanlage von St. Martin konnten mehrere namhafte Mannschaften willkommen geheißen werden: Austria Wien, Padova, Vicenza, Bayern München Amateure u.a. Dieser geraffte Rückblick vermittelt ein Bild dessen, was in St. Martin in diesen 15 Jahren geleistet wurde. Doch ein Fußballverein darf nicht nur in Nostalgie schwelgen, es erscheint angebracht, einen Blick in die unmittelbare Zukunft zu werfen. Das Unternehmen Landesliga steht bereits vor der Tür und es heißt gezielt und erfolgsorientiert weiterzuarbeiten. Die Weichen dafür wurden schon gestellt. Nachdem Uli Schweigl aus persönlichen Gründen zurückgetreten ist, hat Bernhard Pichler das Präsidentenamt übernommen. Man möchte die Landesliga mit nur zwei auswärtigen Spielern in Angriff nehmen und verstärkt auf talentierte, einheimische Spieler zurückgreifen. Man ist sich vollauf bewußt, daß in der Landesliga starke, aber auch reizvolle Gegner warten. Die Zuschauer dürften dabei sicherlich auf ihre Kosten kommen, da Schlagerspiele gegen Naturns, St. Pauls, Lana usw. ins Haus stehen. Abschließend möchte der SC St. Martin allen Fans, Sponsoren, Helfern und Gönnern noch einmal recht herzlich danken, denn nur durch den tatkräftigen Einsatz aller, war es möglich, St. Martin als Fußballhochburg südtirolweit bekannt zu machen. S. U. 1 K.G.

Redaktionsschluß für die nächste Ausgabe:

20. August 1996 Beiträge bitte in der Bibliothek St. Martin oder bei den Mitgliedern des Redaktionskomitees abgeben.


Seite 13 / Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

Schneeberg - 800 Jahre Bergbaugeschichte Der 13. juli 1996 ist für die 800 Jahre zurückreichende Bergwerksgeschichte des Schneeberges ein wichtiges Datum. Im Beisein von Landeshauptmann Luis Durnwalder und weiterer namhafter Persönlichkeiten wird nämlich die feierliche Einweihung der renovierten Schutzhütte und die Eröffnung des Ausstellungsraumes in der früheren Schmiede vorgenommen. Seit dem Brand der Arbeiterunterkunft und der Einstellung der Arbeiten am Schneeberg im Jahre 1967 hat sich der Begriff Schneeberg in der Öffentlichkeit allmählich nach Ridnaun/Maiern verla-

wurden zu einer einladenden und geräumigen Schutzhütte ausgebaut; in der nahegelegenen ehemaligen Schmiede ist das Museum untergebracht; das 1955 einem Brand zum Opfer gefallene Knappenkirchlein .Maria Schnee" wurde neu aufgebaut und 1993 eingeweiht; weitere Gebäude wie der Pulverturm, das Transformatorhäuschen, die untere Arbeiterkaue, die danebenliegende Almhütte, die alte Schmiede und das Spital sowie das Turbinenhaus und die Reste des Pochwerkes in Seemoos wurden baulich gesichert und teilweise neu aufgebaut.

GRCSS vom SCH'EEBERG. 23:12 m. Sc('höhe

Schneeberg 1910

gert; dort wurde nämlich noch bis 1985 in reduzierter Form gearbeitet, und nach der erfolgten Stillegung ging die Tätigkeit nahtlos in einen Museumsbetrieb über. Während am eigentlichen Schneeberg im Auftrag übereifriger Landesbeamter Zeugnisse der Bergwerkskultur aus "Sicherheitsgründen" mit Baggern unwiederbringlich zerstört wurden, baute man zur gleichen Zeit in der Aufbereitungsanlage in Maiern/Ridnaun den Museumsbereich Schneeberg/Ridnaun auf. Nicht zu Unrecht fühlte man sich im Passeier benachteiligt. Dem ehemaligen Landesrat Karl Oberhauser, der als der Vater des Museumsbereiches Schneeberg gilt, und dem Schneebergkomitee Passeier unter Karl Lanthaler aus Moos ist es zu verdanken, daß den Zerstörungen am Schneeberg in letzter Minute Einhalt geboten wurde und gleichzeitig Wiederaufbaumaßnahmen im Sinne des Museumsgedankens einsetzten. Das eherrialiqe Herrenhaus und das daran angebaute ehemalige Gasthaus

Die neuen Pächter Margit und Heinz Widmann und Harald Haller übernahmen am 8. September 1995 vom Landesbergbaumuseum die Führung der Schutzhütte und des Museums sowie die Organisation der verschiedenen Führungen (siehe Beilage!). Als besondere Attraktion wird jedem Besucher im Museum die Möglichkeit geboten, eigenhändig eine jährlich wechselnde Schneeberg-Silbermünze zu prägen. Geschichtliches vom Bergwerk am Schneeberg Das Erzlager des Südtiroler Schneeberges zieht sich in einer Höhe von 2000 bis 2500 m durch den Bergkamm, der das Ridnauntal vom Passeiertal trennt. Die eigentlichen Anfänge dieses mit mehreren Superlativen bedachten Bergbaues liegen im dunkeln. Die erste schriftliche Erwähnung des "argentum bonum de Sneberch" reicht zurück auf das Jahr 1237. Das Feinsilber dürfte damals den Grafen von Tirol zum Prägen der "Adler-

im Passeier

groschen" und der "Meraner Zwanziger" gedient haben. Die größte Blüte erlebte der Schneeberg um 1500. An die 1000 Knappen sollen damals in siebzig Stollen nach silberhaltigem Bleiglanz geschürft haben. Hohe Gewinne fielen dabei dem Landesfürsten, den Fürstbischöfen von Brixen aber auch namhaften Gewerkfamilien in Sterzing, wie den Jöchl, den Flamm und den Geizkoflern, sowie süddeutschen Kaufleuten, wie den Fuggern, zu. Das "Fuggerstädchen" Sterzing erlebte seinen größten wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. An den Bergsegen dieser Zeit erinnert auch die Knappenkirche St. Magdalena in Ridnaun, ein wahres Prunkstück spätgotischer Baukunst. Erst ab 1871 begann man das eigentliche Haupterz des Schneeberges - die Zinkblende - abzubauen und zu verwerten. Der Schneeberg, die größte BleiZink-Erzlagerstätte Tirols, zog Hunderte von Knappen aus den Ländern der Donaumonarchie an. St. Martin am Schneeberg (2354 m) wuchs zu einem beachtlichen Dorf heran. Es gab eine Musikkapelle, einen Schießstand, eine Theatergruppe und eine Schule. Aber vergessen wir nicht die extremen klimatischen Verhältnisse, die hohen Schneemassen und Lawinenabgänge, die harte und gefährliche Arbeit in den Gruben. Sie bereiteten den Bergleuten im höchstgelegenen Bergwerk Europas ein sehr hartes und schweres Dasein und forderten viele Menschenopfer. Ein Großbrand im Juni 1967 setzte dem Leben in St. Martin ein jähes Ende. Die Knappen wohnten von nun an in Maiern, im Taischluß von Ridnaun, wo sich seit 1871 auch die Erzaufbereitungsanlage befand. Sie fuhren täglich mit dem inzwischen neu gebauten Gondellift durch das Lazzachertal bis unterhalb des Poschhauses und gelangten anschließend mit der Grubenbahn durch den 3,5 km langen Poschhausstollen zum Erzlager im Schneeberg. Aus sozialer Sicht war das ein großer Fortschritt, aber die Rentabilität des Bergwerkes war mittlerweile nicht mehr gegeben. So erfolgte im Dezember 1979 die Einstellung des Erzabbaues und sechs Jahre später die - vielleicht auch nur vorübergehende - Schließung des Bergwerkes. Auf rund 800 Jahre Bergbau blickt der Schneeberg also zurück, eine Dauer, die wohl kaum ein anderes Bergwerk in den Alpen erreicht hat. Der Transport des Erzes von den Gru-


Passeirer Blatt! Juni 1996

Seite 14/ Nr. 9

ben am Schneeberg herunter ins Tal und weiter zu den Schmelzhütten im Unterinntal in Nordtirol stellte die Bergbauunternehmer immer wieder vor neue Herausforderungen. Jahrhunderte hindurch wurde das Erz in Säcke gefüllt und mit Pferden über das Sand- und Kaindljoch ins Lazzachertal gesäumt, um es anschließend in Karren weiterzutransportieren zu können. Im Zuge des Zinkabbaues ab 1871 wagten sich kühne Fachleute an den Bau der vielleicht weitgrößten Erz-Übertage-Förderanlage auf Schienen, die von Seemoos bis Sterzing reichte (27 km). Man weiß nicht, was man dabei mehr bestaunen muß, die großartigen und klugen Leistungen der Ingenieure und Vermesser oder die unvorstellbare Arbeitsleistung der Knappen, vor allem, wenn man an die damaligen technischen Möglichkeiten, die Höhenlage und das steile Gelände denkt. Dieses einmalige Bodendenkmal, bestehend aus steilen "Bremsbergen" und fast eben verlaufenden "Pferdebahnstrecken" ist noch staunenswert gut erhalten. 1925 schritt man schließlich an den Bau einer Materialseilbahn, mit der die Erze nun das ganze Jahr über zur Erzaufbereitung mach Maiern gebracht werden konnten. Auf der Wanderung zum Schneeberg begegnet der Besucher noch gut erhaltenen Abschnitten der verschiedenen Transportanlagen. Nur er wird die großen Mühen und die Problematik des Erztransportes in den Bergen erfassen können. Dank der Initiative und des Einsatzes des Präsidenten des Verwaltungsrates des Landesbergbaumuseums, Karl Oberhauser, und vor allem auch durch die vielfältige Tätigkeit und tatkräftige Unterstützung der örtlichen Museumskomitees von Ridnaun und Passeier sind die vielen Zeugnisse dieses jahrhundertealten Bergwerkes der Nachwelt erhalten geblieben. Die Südtiroler Landesregierung hat die nötigen Geldmittel zur Verfügung gestellt, um das gesamte Bergbaugebiet Schneeberg zu einem einmaligen Bergbaumuseum werden zu lassen. Die (wahrscheinliche) Entstehung der Schneeberger Erzadern Im Paläozoikum vor über 400 Millionen Jahren traten aus dem Meeresboden hydrothermale Lösungen aus, die aus der noch heißen Ozeankruste Metall Ionen auswuschen. Diese verbanden sich mit Schwefel Ionen, die aus organischen Verwesungsprozessen stammten. Daraus entstanden Metall - Schwefel -Verbindun-

gen, sogenannte Sulfide, unter anderem die bekannten Schneeberger Erze Zinkblende, Bleiglanz und Silberglanz. Die später einsetzende Umwandlung (Metamorphose) und Faltung der Alpen führten dann zur heutigen Form und Lage der Erzadern. Mineralien und Erze am Schneeberg Die "Gangart" besteht hauptsächlich aus Quarz, Calcit, Hornblende und mit Granaten vermengter Glimmerschiefer, nicht selten findet man Asbestarten. Die Erze sind grob- und feinkörnig und meist innig miteinander vermengt. Un-

im Unterinntal (besonders Schwaz) und im Kitzbüheler Raum zur Trennung (Seigern) der im Fahlerz und im Kupferkies vorkommenden Metalle Silber und Kupfer benötigte. Silber bindet sich an Blei und schmilzt, während Kupfer noch in festem Zustand bleibt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die bisher ungenutzte Zinkblende hauptsächlich zur Herstellung von Messing (Legierung aus Kupfer und Zink) benötigt. Im gesamten Bergbaugebiet sind an die 70 Stollen mit einer Gesamtlänge von ca. 90 km bekannt.

Schneeberg heute

gefähr 90% des verwertbaren Erzes besteht aus Zinkblende (bis zu 56% Zink, Eisen und 0,4% Cadmium) , 10% aus Bleiglanz (bis zu 60% Blei und 0,1% Silber, das wiederum 1% Gold enthält); weiters findet man Kupferkies, Fahlerz (silberhaltiges Kupfererz), Braun- und Magneteisenstein und andere Metallverbindungen. Auf dem Schneeberg sind insgesamt über 70 Mineralien (teilweise kristallisiert - einige mikroskopisch klein) bekannt, zum Beispiel Granat, Ankerit, Malachit, Amianth, Pyrit und viele andere; ein Mineral ist nach seinem Fundort unter dem Namen "Schneebergit" (Fe Ti 03) bekannt. Erzabbau und Verwertung Im Mittelalter wurde hauptsächlich Silber abgebaut, das als Tauschmittel und als Material zur Schmuck- und Münzherstellung verwendet wurde ("argentum bonum de Sneberch" - "gutes Silber vom Schneeberg" - 1237). Nach der Mitte des 15. Jahrhunderts gewann das Schneeberger Blei an Bedeutung, da man große Mengen davon

Einige Ausdrücke aus der Bergmannssprache Ausbiß (an der Erdoberfläche zutage tretende Erzader); unter Tage (in der Grube); Berge (wertloses Gestein ohne Metallgehalt); taub (ohne Erzgehalt); (durch)kutten (durchsuchen alter Halden, erzhaltiges Gestein vom tauben trennen); Erbstollen (Hauptförderstollen oder Wasserableitungsstollen); Gang (Erzlager im umgebenden Gestein); Gezähe (Bergmannswerkzeug); Halde (Lagerhaufen von Erzen, Schutt und Schlacken); Hund - Hunt - Hundt (Erztransportwagen); Hu(e)tmann (Bergbauaufseher); Kaue (Bergmannsunterkunft); Mundloch (Stollenöffnung); pochen (zerkleinern); Schlich (kleingepochtes und gewaschenes Erz); Zeche (Grube, Bergwerk); Wetter (Luft in der Grube); Stufferz (Qualitätserz, das ohne besondere Aufbereitung geschmolzen werden kann); Häuer (unter Tage arbeitender Knappe); Fahlerz (silberhaltiges Kupfererz) Heinz Widmann


Seite 15/ Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

Hallo Leute.

Haltet euch diese Termine frei!

am Freitag 12 0 7./Samsta 13 beim 8andwirt in StgLe .07.jS?nntag, 14.07.96 onhard In Passeier Beginn: Freitag und amstag ab 19 00 Uh . r Sonntag ab 10 Es ladet ein: S..C PASS .30 Uhr TISCHTENNIS . E!ER Sektion Elntrltt frei! I

•

S

Am Freitag

spielen die SElSEH· ßUAM, am Samstag abend und am Sonntag zum FrÜhschoppen spielt der MUSIK.ExPIWSS aus dem Salzburger Land und am sonntag abend spielt das ALYENSEXTETI

auS Terenten.

freitag abend und samstag abend ab 20 \Jbr werden alle fanS der Disco"Musik im Disco.Stadl bei fox. Tecno und Hard"

rock erwartet.

Spass,Spielund Spannung zum Nulltarif für u~sereKle~nstenam Sonntag ab 13 Uhr in der Huptburg, Im Ballpool und im HAPPY.Clown.


Seite 16/ Nr.9

PasseirerBlatt / Juni 1996

SiNCI SiE A~ dER VERöffENTlicHUNQ EiNES WERbfi.NSERATE~,,;1iNTERESsiERT

~

- Computer - Programme - Büromaschinen - Registrierkassen - Elektronische Waagen

- Telefonzentralen - Büroeinrichtungen - Informationssysteme - Beratung - Kundendienst

'j

OdER MÖCHTEN SiE IHRE pERsÖNlicHE .:-

MiTltiluNq (qRATis)

iM KlEiNANZEiqER VERöffENTlicHEN?

MARTiN ,.. OdER AN EiN MiTq/iEd #

REdAlaioNskoMiTEES Handwerkerzone 20 - St. Leonhard in Passeier Tel. & Fax 0473 - 00 00 00 - Handy 0337 - 45 11 25

d.E~ " r~

TEl. 64 16 76

Hafner: Tel. 64 10 10 . ab 19 Uhr abends -~*'


Seite 17/ Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

Computer für die Pfarre Moos

Gedenken an Paul Schölzhorn Viele hunderttausend Kilometer ist er gefahren, der Taxiunternehmer Paul Schölzhorn, als sein Motor, das Herz, am 17. Jänner 1996 stehen blieb. Obwohl Paul schon seit einiger Zeit gesundheitlich etwas angeschlagen war, hat die Nachricht von seinem plötzlichen Tod doch alle überrascht.

Er wurde 1927 als vorletztes von 13 Kindern am Jagglhof in Flading im hintersten Ratschingstal geboren. Der Vater starb früh, und am kleinen, steilen Berghof war die Not groß. So mußte Paul schon als Neunjähriger von Zuhause fort, um sich bei Nachbarn das Brot selber zu verdienen, und das nicht nur mit dem Ziegenhüten sondern auch mit schwerer Arbeit. Kaum 17- jährig wurde er 1944 zum Militär einberufen und zur Ausbildung in die Nähe von Tarvis verlegt. Nach kurzer Ausbildung wurde er den Karst jägern zugeteilt, die gegen die Partisanen in Jugoslawien im Einsatz waren. Dabei geriet er dann in Gefangenschaft. An seinem Namenstag 1945 kam er endlich wieder heim. Die harten Kinderjahre und das Jahr Krieg und Gefangenschaft mit all den Entbehrungen und Ängsten haben sein Leben nachhaltig geprägt. Paul hatte erkannt, wie notwendig es ist einen Beruf zu erlernen. So trat er bald nach dem Krieg die Stelle als Schusterlehrling an und kam dann mit dem .Enderjocherschuster" Alfons nach St. Leonhard. Da mußte er oft auf die "Stear" gehen und kam so in viele Bauernhäuser. Wegen seines Fleißes und seines Frohsinns wurde er bald im Tal bekannt und geschätzt. In so mancher Bauernstube und in geselliger Runde

spielte er auf seinem Ziehörgele. Er macht sich dann selbständig und richtete in der Stube des Klotzhofes in Moos die Schusterwerkstatt ein. Er trat auch der Feuerwehr bei, war bei der Musikkapelle ein eifriger Trommler und ließ im Kirchenchor viele Jahre seinen Tenor erklingen. 1954/55 baute er sich in Moos ein neues Häuschen. Die Werkstatt verlegte er dann vom Klotzhof in den Kellerraum dieses Hauses. 1956 heiratete er Anna Gufler vom Dürrerhof in St. Leonhard. Neun Kinder wurden großgezogen, und die gute Erziehung derselben und besonders auch, daß alle einen Beruf erlernten, war den Eltern stets ein Herzensanliegen. 1955 kaufte er von Alois Lanthaler, Sand Luis, ein Auto mit Taxilizenz. Paul verlegte dann seine Arbeit immer mehr aufs Taxigeschäft, und in der Werkstatt arbeiteten zeitweilig zwei Angestel11te, bis er schlußendlich die Schusterei ganz aufgab. Er war dann bis zu seinem letzten Lebenstag mit Leib und Seele Chauffeur. Auf vielen Auslandsreisen mit Vereinen und durch viele Jahre, besonders mit den Volkshochschulen, war er ein beliebter Fahrer. Bevor es die heutigen Krankentransporte gab, hat er viele Kranke und schwangere Frauen auch bei Nacht und schlechten Straßenverhältnissen ins Krankenhaus gebracht. Dort hat er auch oft Kranke besucht. Um für die große Familie besser sorgen zu können, begann er auch den Handel mit Elektrogeräten. Er lieferte in so manche Familie die erste Waschmaschine. Und wenn irgendwo eine Reparatur an Elektrogeräten fällig war, war er auch zur Stelle. Paul war ein tiefgläubiger Mensch und ein großer Marienverehrer. Ein besonderes Anliegen war ihm deshalb das Wallfahren. Verbunden mit seinem Beruf legte er viele tausend Kilometer betend zurück. Wenn losgefahren wurde, war sein Spruch: "Jetzt sind wir alle, jetzt wird gebetet." Auf diesen Fahrten wurde auch oft gesungen, was er besonders liebte. Er war ein froher und geselliger Mensch. Bei allen Fahrten wie in seinem ganzen Leben waren Pünktlichkeit und Ordnung oberstes Gebot. Die vielen Teilnehmer am Sterbegottesdienst und an der Beerdigung waren Beweis, daß er viele Bekannte und Freunde hatte, die ihn geschätzt und geliebt haben. K. L.

Die Volksbank Südtirol hat kürzlich der Pfarrei Moos einen Personalcomputer übergeben; somit will die Volksbank einerseits das Engagement im sozialen und im Jugendbereich, andererseits ihre Präsenz im Bezirk Meran unterstreichen. Die Übergabe fand in den Räumen der Volksbankfiliale in St. Leonhard statt. Geschäftsstellenleiter Roland Scandolera überreichte den PC dem Pfarrer von Moos in Passeier, Johann Lanbacher. Der gespendete PC kommt der Pfarrgemeinde für die interne Bibliothek und besonders den Kindern zugute.

Übergabe eines pes an die Pfarrgemeinde i.P. von links, Roland Scandolera und Johann Lanbacher.

Moos

QQ/ f?P~ ~ wnd

cae»

daj1 ~ a

a.

f?P~

:;el/ nd ;;k#

lufu.wlw f?P~

f?P~ iwk wnd nda f?P~ ~ :;el/ :wIt amw/

t/rwWn ~

in

den C(?u


Passeirer Blatt / Juni 1996

Seite 18 / Nr. 9

Eine neue Geschichte des

Lügenbarons

Der Vulkanausbruch

Gedenken an Karl Reinstadler Sein Leben ist ihm und vielen Mitbürgern kostbar geworden, daß wir nochmals darauf zurückblicken wollen. Karl wurde am 23. Jänner 1944 am Rieblhof in Rabenstein geboren und verbrachte die ersten Lebensjahre auf .Ess" in 1900 m Meereshöhe unterhalb von Schneeberg (heute eine Alm). Am 21. Jänner 1951 wurde das Haus von einer Lawine zerstört und die Familie unter den Schneemassen begraben, wobei drei ältere Geschwister ums Leben kamen. Karl wurde wie durch ein Wunder nach über sieben Stunden gerettet, um mit uns ein Stück Lebensweg zu gehen, um vielen Kamerad und Freund zu sein. Zur Schule ging er im Herbst einige Wochen auf Schneeberg, ein Schulweg von mehr als eineinhalb Stunden. Der Vater pachtete dann den Gaberhof und die Familie übersiedelte daher nach Hahnebaum. So besuchte Karl die Schule in Moos (zu Fuß!) bis in Hahnebaum eine eigene Schulstelle errichtet wurde. Nach Schulabschluß erlernte er das Tischlerhandwerk. 1974 machte er sich selbständig und eröffnete in dem vom Vater bei Bad Sand Ende der Sechziger Jahre erbauten Eigenheim eine Werkstatt, die er später erweiterte, damit er einen Gesellen und einen Lehrbuben einstellen konnte. Die übernommenen Aufträge führte er genau und pünktlich aus. Neben der Arbeit besuchte er die Abendmittelschule, die er mit bestem Erfolg abschloß. 1973 heiratete Karl die Kindergärtnerin Rita Graf, die fünf Buben und einem Mädchen das Leben schenkte. Es war ein großer Schmerz für die Eltern, als 1986 die Tochter Birgit an Leukämie starb. Bereits 1963 war er der Musikkapelle Moos als Trompeter beigetreten. Von 1974 - 76 war er Kapellmeister und dann Stabführer. Neben seinem Beruf und der Sorge um die Familie opferte er neben der Musikkapelle noch viel Zeit für andere Vereine und Organisationen. So war er bei der Feuerwehr,

Münchhausen:

setzte sich für den Rodelsport ein, war eine Periode im Pfarrgemeinderat und ab 1985 im Gemeinderat. Von 1990 - 95 war er auch im Gemeindeausschuß, wobei er seine Aufgaben still und bescheiden erfüllte und stets auf das Wohl der Allgemeinheit bedacht war. Auch 1995 wurde er wieder in den Gemeinderat gewählt. Aber nur noch eine kurze Zeit war ihm beschieden. Nach einer Operation und nach leidvollen Wochen wurde er am 13. September 1995 von Gott heimgeholt. Karls Tod hat nicht nur in der Familie sondern auch in der Dorfgemeinschaft und im öffentlichen Leben eine große Lücke hinterlassen. Alle, die seinen ehrlichen Charakter schätzten, die seine stille Art und seinen Fleiß kannten, werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. K. L.

Mittelschule St. Martin. Die schönsten Reisen, wissen die Dichter, kann man mit dem eigenen Kopf unternehmen. Uns Erwachsenen mangelt es oft nur an der Phantasie. Die Kinder haben sich diese glücklicherweise bewahrt. Hier nun ein Beispiel einer Reise des bekannten Lügenbarons Münchhausen nach Sizilien. Verfaßt hat diese Geschichte Petra Kofler von der Klasse 1 C. Viele Menschen haben ihr Leben mir, dem schlauen und tapferen Münchhausen, zu verdanken, als ich nach einer langen Reise Rast in Sizilien machte. Es gab dort nämlich einen Vulkanausbruch. Alles geschah so: Es war ein heißer Sommertag, ich machte wie üblich einen Spaziergang. Plötzlich fing der Boden an zu zittern und zu beben, ich stürzte zu Boden. Ich hörte die Menschen schreien und weinen. Als das kurze Beben vorbei war, erkundigte ich mich nach dem Grund des Bebens. Man sagte mir, daß der Vulkan Ätna wahrscheinlich ausbrechen würde, die Menschen hier wollten aber nicht fliehen. Es gab noch weitere kleine Beben, die alle in Angst und Schrecken verstezten. Dann kam der Tag, an dem es geschah. Es gab ein schreckliches Beben, jeder wußte, jetzt würde der Vulkan Ätna ausbrechen. Alle außer mir bereiteten sich auf den Tod vor. Aber so klug wie ich bin, hatte ich eine Idee. Ich befahl allen Menschen in Sizilien den Mund mit Wasser zu füllen und auf den Ätna zu laufen. Ängstlich befolgten sie meinen Rat, es war die letzte Möglichkeit, ihr Leben zu retten. Als alle auf dem Ätna versammelt waren, befahl ich allen Menschen das Wasser, das sie im Mund hatten, in den Vulkan zu spucken. Ich zählte eins, zwei, drei. Bei drei gab es ein riesiges Gespucke, die Münder waren geleert. Alle warteten mit klopfendem Herzen auf das Ergebnis. Es hörte auf zu beben. Im Vulkan bubberte es nur noch, er beruhigte sich. Die Menschen in Sizilien waren gerettet. Der Präsident Oscar Luigi Scalfaro persönlich überreichte mir, dem so tapferen und ideenreichen Retter in der Not, eine echt goldene, mit Edelsteinen bedeckte Tapferkeitsmedaille. Ich wurde groß gefeiert, und nach ein paar Tagen setzte ich meine Reise wieder fort.


Seite 19/ Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

Musikalische Erfolge Veronika Haller aus St. Leonhard hat beim Wettbewerb "Prima la musica", einem österreich ischen Jugendwettbewerb, an dem Jugendliche aus Gesamt- Tirol vertreten waren, in ihrer Altersklasse den 1. Rang im Klavierspielen errungen. Ebenso erfolgreich abgeschnitten hat Heidi Pixner aus Walten, die im Zitherspielen Rang 1 belegte. Wir gratulieren und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Veronika Haller

Heidi Pixner

Projekt Lebenskunde: Mittelschüler aus St. Leonhard besuchen Oberschulen Auch in diesem Jahr besuchten wir Schüler der Abschlußklassen der Mittelschule St. Leonhard mehrere Oberschulen in Meran. Weil es aber nicht unbedingt zielführend ist, ganze Klassen in eine Oberschule zu schicken, da ja nur wenige sich für diese Schule interessieren und um den Schulalltag nicht zu sehr zu beeinträchtigen, entschloß sich das Lehrerkollegium, die Oberschulbesuche am Nachmittag anzubieten. Dies hatte den Vorteil, daß interessierte, aber unentschlossene Schüler die Möglichkeit hatten, sich mehrere Schulen anzuschauen und so den Alltag in den verschiedenen Schulen mitzuerleben. Insgesamt besuchten wir 10 Schulen in Meran und Umgebung, und über 100 Schüler haben diese wichtige Möglichkeit genutzt. Neben weiterführenden Oberschulen, wie die LBA, Handelschule, HOB, Klassischesund Wissenschaftliches Gymnasium, besuchten wir die Berufsschule, Hotelberufs-, Haushaltungs- und Gewerbeoberschule. Die meisten Direktoren waren sehr darum gemüht, uns die Besonderheiten der einzelnen Schultypen aufzuzeigen und erlaubten uns sogar, in einzelne Klassen zu schnuppern, da in den meisten Oberschulen auch am Nachmittag Unterricht ist. Natürlich konnten einige Direktoren ihre Schule besser und einige schlechter .verkau-

fen". Ein besonderer Tag war der Besuch der Hotelberufsschule, wo wir von Direktor Folie zu einem tollen Essen eingeladen wurden und anschließend noch die Büros des Hotelier- und Gastwirteverbandes und die Sporthotels Quellenhof besuchten. So konnten alle am Gastgewerbe interessierten Schüler in die Theorie und Praxis Einsicht nehmen. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Projekt auch im nächsten Jahr fortgeführt würde, sodaß wir die Schüler der Abschlußklassen im nächsten Jahr in unserer künftigen Oberschule oder unserem Betrieb gegrüßen dürfen. Im Schulalltag sammelten wir unsere Eindrücke mit den einzelnen Lehrpersonen und dem Berufsberater und "arbeiteten gemeinsam auf unsere Berufswünsche hin". Außerdem wurden verschiedene Betriebe besucht, z. B. Hoppe, Raika, Altersheim .... Wir danken allen Unternehmen des Tales für Ihre Offenheit und ihre bereitwillige und freundliche Aufnahme. Bedanken möchten wir uns schließlich noch bei unserem Direktor, allen Lehrpersonen, dem Berufsberater und nicht zuletzt bei der Raiffeisenkasse Passeier, die das Projekt finanziell unterstützt hat. Stellvertretend

für die Schüler der 3. Klassen, die Klasse 3 B


Passeirer Blatt 1 Juni 1996

Seite 20 1 Nr. 9

Tischtennis

Große Erfolge des S.C. Passeier

St. Leonhard. Große Erfolge konnte die Tischtennis Sektion des S.C. Passeier in der letzten Saison erringen. Sowohl auf Landes- wie auch auf Staatsebene konnten wertvolle Ergebnisse erzielt werden. Nicht zuletzt die rege Teilnahme an der Passeirer Meisterschaft zeugt vom Aufschwung des Tischtennissportes in Passeier. Die Tischtennissaison begann Anfang September mit dem Training. Pep i Holzer arbeitete als Trainer bis Ende Oktober, wurde dann aber von der Nationaltrainerin Liana Macean aus Rumänien

in Rovereto konnte Benjamin Reiterer einen 3. und David Holzer den 5. Platz erringen. Letzterer Athlet qualifizierte sich durch seine Leistungen zur Italienmeisterschaft TOPOLINO in Cecinal Livorno, wo er in der Gruppe 111./1V. Klasse Grundschüler den 2. Platz erringen konnte. (An der Qualifikation nahmen italienweit nicht weniger als 30.000 Kinder teil.) Auch Carmen Gufler und Anita Hofer hatten sich zur Italienmeisterschaft qualifiziert. Rege war auch die Wettkampftätigkeit der jungen Sportler (6 - 9 Jahre). Sie

abgelöst, die wir für mehrere Jahre verpflichten konnten. Das Training wurde 3-mal wöchentlich (13 Stunden Woche) in 3 Altersgruppen absolviert. Die Sektion arbeitete mit Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren. Durchschnittlich nahmen 30 Tischtennisspieler am Training teil. Folgende 3 Mannschaften in der Verbandsebene FITET nahmen an Meisterschaften teil: Serie C1 Damen Serie D2 Herren Serie D1 Herren Die Mannschaften Damen C1 und die Herren D1 waren in der letzten Saison aufgestiegen und konnten sich heuer den Klassenerhalt in den mittleren Rängen sichern. Auch die Mannschaft Herren D2 (Kinder) erzielte ein beachtliches Ergebnis im mittleren Rangbereich. Die Verbandspieler nahmen an 9 Provinzial- und an 3 .Natlonatturnieren" (Padova, Terni/Rom) teil und erzielten dank der guten Vorbereitung durch die Trainerin gute Ergebnisse. Bei der "Drei-Venetien-Meisterschaften"

nahmen an 2 Bezirks- und 4 Landesturnieren im VSS teil. Folgende hervorragende Ergebnisse konnten dabei von unseren Athleten erzielt werden: Grundschüler Mädchen Einzel: Mavi Santomaso Landesmeisterin Grundschüler Buben Einzel: Norbert Königsrainer Landesmeister Grundschüler Mädchen Einzel: Barbara Gumpold 3. Platz Mittelschüler MädchenDoppel: Mavi Santomaso und Alexandra Ebnicher Landesmeister Mit diesen Ergebnissen war der S.C. TI Passeier bester Verein. Auf die gesamte Saison 1995/96 bezogen konnte der 3. Platz in der Vereinswertung- bei insgesamt 22 Vereinen- erreicht werden. Die Sektion Tischtennis organisierte auch selbst Turniere. So wurde im März ein VSS-Bezirksturnier und am 18. Mai die PASSEIRER-TISCHTENNIS-MEISTERSCHAFT ausgetragen bei der es nach spannendem Kampf folgende Ergebnisse gab: Grundschüler Mädchen Einzel: 1. Mavi Santomaso

2. Alexandra Ebnicher 3. Andrea Gumpold Grundschüler Buben Einzel: 1. Norbert Königrainer 2. Roland Pichler 3. Martin Gufler Mittelschüler Mädchen Einzel: 1. Barbara Gumpold 2. Angelika Rier 3. Doris Pichler Mittelschüler Buben Einzel: 1. Daniel Volpi 2. Günther Demetz 3. Markus Platter Erwachsene Damen Einzel: 1. Klara Gumpold 2. Annemarie Holzer 3. Carmen Santomaso Erwachsene Herren Einzel: 1. Josef Wilhelm 2. Otto Gufler 3. Markus Platter FITET Damen Einzel: 1. Anita Hofer 2. Carmen Gufler 3. Beate Stolz FITET Herren Einzel: 1. Georg Pichler 2. Günther Hofer 3. Helmuth Gumpold Doppel Mix: 1. Martin Gufler/Georg Pichler 2.AlexanderSchweigl/Güther Hofer 3. Helmut Pixner/Hubert Pircher PSEIRER-MEISTER: Georg Pichler PSEIRER-MEISTERIN: Anita Hofer Eine seriöse Trainingsarbeit und die Teilnahme an vielen Turnieren kostet natürlich Geld. Damit eine ganze Saison finanziert werden kann, müssen folgende Beträge aufgebracht werden: Trainerspesen: ca. 14.000.000 Lire Turnierspesen: ca. 7.500.000 Lire Meisterschaften ca. 10.000.000 Lire Verbrauchsmaterial ca. 1.000.000 Lire Gesamt ca. 32.500.000 Lire Die Sektion Tischtennis erhält von seiten der Raiffeisenkasse, der Gemeinden und des Landes ca. 7.500.000 Lire an Zuschüssen. Der Restbetrag muß von der Sektion selbst durch das Organisieren von Festen aufgebracht werden. All diese großen Erfolge waren nur möglich dank der Mithilfe und des Verständnisses unserer Gönner und freiwilligen Mitarbeiter. Ihnen danken wir aufs herzlichste und hoffen weiterhin auf gute Zusammenarbeit. Ein besonderes Vergelt's Gott gilt namentlich der Raiffeisenkasse Passeier, den Gemeinden von St. Leonhard und Moos, sowie der Schulbehörde. S.C. TI Passeier


Seite 21 / Nr. 9

PasseirerBlatt / Juni 1996

libgelichtet

Ohne Worte Faszination Skitourengehen

Die BRD-Männer aus St. Martin erzielen große Erfolge St. Martin. Skitourengehen erfreut sich steigender Beliebtheit und ist inzwischen auch Wettkampfsport geworden. Einige BRD-Männer aus St. Martin haben sich dieser neuen Disziplin verschrieben und erzielten inzwischen große Erfolge. Wer einmal eine Skitour unternommen hat, erliegt der Faszination dieses Sportes. So ist es auch nicht Wunder zu nehmen, daß diese Art des .Berqsteigens" sich im Passeiertal steigender Beliebtheit erfreut. Anfangs der 80er Jahre noch steckte diese Sportart in den Kinderschuhen. Den wenigen Tourengehern fehlte es schlicht an der nötigen Ausrüstung. Zu dieser zählt neben den Skiern mit Tourenbindung und Klebefellen, eine Schaufel, ein Lawinenverschüttungssuchgerät (PIEPS), Sonde und warme zusätzliche Kleidung. So schön dieser Sport auch ist, so gefährlich kann er an bestimmten Tagen werden. Besonders nach ergiebigen Neuschneefällen besteht akute Lawinengefahr. Der erfahrene Bergsteiger ist sich dieser Gefahr bewußt und wird das Risiko mindern, indem er gewisse Hänge und Berge meidet. Während früher hauptsächlich die Firntouren im Frühjahr bevorzugt wurden, wird heutzutage den ganzen Winter durch gefahren.

Neben den vielen "normalen" Tourengehern sind besonders die Bergrettungsmänner begeisterte und versierte Tourengeher. Sie werden in Spezial kursen (Lawinenübungen, Einsatzleiterkurse usw.) für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit im Dienst des Nächsten ausgebildet. Nicht weniger als 70 aktive BRD-Männer gibt es derzeit im Passeiertal. War das Skitourengehen früher eher ein sporadisch ausgeübtes Wochenendvergnügen, so ist es inzwischen zu einer durchwegs wettkampfmäßig ausgeübten Sportart herangewachsen. Dadurch hat sich auch die Ausrüstung stark verändert. Skier, Schuhe und Bindung wurden immer leichter und damit schneller. Ein regelmäßiges ganzjähriges Training ist inzwischen unabdingbar. Im Sommer wird Rad gefahren, im Winter Lauf-Skitouren mit Stirnlampe unternommen. Auch in St. Martin gibt es nun seit geraumer Zeit BRD-Männer, die diesen Sport ausüben. Anfangs

hatten diese sich nur untereinander gemessen, aber schon 1987 nahmen 3 Männer an der hochalpinen Wurmmaulumrundung, das bedeutendste Rennen dieser Art in Südtirol, teil. Der Lohn für die Anstrengung war der Sieg für Erwin Mairginter. Auch heuer wurden trotz des schneearmen Winters wieder die verschiedensten Touren unternommen. Höhepunkt der Saison war wiederum das Wurmmaulrennen, das am 1. Mai zum 10. Mal ausgetragen wurde. Nicht weniger als 135 Teilnehmer standen trotz schlechter Schnee- und Wetterverhältnisse am Start in der Fanealm in Vals bei Mühlbach. Über Brixnerhütte zur Steinkarscharte mußte der erste Aufstieg bewältigt werden, bis es dann galt, auf der Rückseite in Richtung Pfunders abzufahren. Am tiefsten Punkt angekommen, mußten 10 Minuten ohne Ski gelaufen werden, bis zu dem Kontrollpunkt, an dem die Felle montiert wurden, um die letzen 600 Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Dabei entschied nicht nur die Kondition, sondern auch die Technik. Nicht selten verlor ein Teilnehmer sein Klebefell und wurde weit zurückgeworfen. Unser Kollege Hans Tschöll (Kammerveiter) kann ein Lied davon singen. Nach insgesamt 1.600 Höhenmeter kam endlich die letzte Abfahrt durch die Stilonrinne. Nach insgesamt 12 km Gesamtstrecke war man im Ziel. Die Freude war natürlich groß, als die St. Martiner BRD-Mannschaft ihre Zeit erfuhr . 6 Stunden, 1 Minute und 9 Sekunden war sie insgesamt unterwegs gewesen und hatte damit alle anderen Mannschaften deutlich auf die hinteren Plätze verwiesen. Der Vorsprung auf die 2. plazierte Mannschaft Alta Badia betrug nicht weniger als 21 Minuten. Hervorragend waren auch die Einzelergebnisse der St. Martiner: Ubald Karlegger wurde 3. (1.55.17 ) , Heinrich Pfitscher 5. (1.2.00.20), Albert Gufler 7. (2.05.31) und Hans Tschöll 17 (2.20.55) B. P. / G. Z.

Die Sieger von links nach rechts: Albert Gutler, Ubald Karlegger, Heinrich Pfitscher


Passeirer Blatt / Juni 1996

Seite 22 / Nr. 9

UND ER HAT ES AUS LIEBE GETAN... Gedanken zum Thema Selbstmord anläßlich eines Seminars in St. Leonhard

In den letzten Jahren haben sich im Passeiertal mehrere Menschen das Leben genommen, ein schwerer Schlag für die Angehörigen und Freunde, verbunden mit Betroffenheit und Ohnmacht. Oft blieben Schweigen und unterdrückte, unbewältigte Schuldgefühle zurück und die Frage: Ja, kann man denn überhaupt nichts dagegen unternehmen, gibt es Möglichkeiten, diesem in ganz Südtirol verstärkt festzustellenden Phänomen vorzubeugen oder entgegenzuwirken? Über den Landtagsabgeordneten Herbert Denico10' kam schließlich ein Treffen mit dem aus Rosenheim stammenden Sozialpsychologen Wolfgang Marquardt zustande, der im Rahmen seiner langjährigen Erfahrung als systemischer Familientherapeut öfters mit der Problematik "Suizid" (Selbstmord) in Berührung gekommen ist. Das Ergebnis war ein dreitägiges Seminar, das Ende März für interessierte Personen, besonders aber für Verantwortungsträgerinnen in Vereinen und Sanitätsdiensten, in St. Leonhard angeboten wurde. An dieser Stelle sei auch dem Assessorat für Gesundheitswesen und der

Gemeinde St. Leonhard für die Finanzierung ein Dank ausgesprochen. Wolfgang Marquardt ging dabei zunächst auf die grundlegenden Inhalte und Zielsetzungen der Systemischen Familientherapie ein, die von der Grundidee ausgeht, daß Familien sich selbst erhaltende Systeme sind, d. h., sie werden durch die Beziehungen der Mitglieder zueinander zusammengehalten.Der/ die einzelne ist dabei für das, was er/ sie tut, selbst verantwortlich. Wer den Freitod wählt, geht aus eigener Verantwortung wieder aus der Familie heraus und trägt so häufig zur Weiterexistenz der Familie bei. Familien mit Selbstmordfällen sind laut Marquardt häufig zu sehr in sich geschlossen. Es gibt zu wenig Öffnung, zu wenig Austausch nach außen. In Krisensituationen wird meist noch mehr zugemacht. Während unser Körper in schwierigen Situationen die Poren öffnet, die Pupillen vergrößert und den Blutdruck ansteigen läßt, geschieht in unserer Gesellschaft, in unserem Kultursystem oft das Gegenteil: wir machen zu! Der Austausch mit dem, was

außerhalb des Systems liegt, verringert sich; Konflikte werden nicht offen ausgetragen; nichts darf nach außen dringen. Die Gefahr verstärkt sich, daß es hier zu Explosionen kommt, daß sich ein Familienmitglied entschließt, aus diesem System auszubrechen und mit diesem Hinausgehen eine Öffnung nach außen schafft. Auch viele Psychosen und beispielsweise die zunehmenden Allergien bei Kleinkindern haben ihre grundlegenden Ursachen oft darin, daß Geheimnisse bzw. Schwierigkeiten nicht geöffnet werden und somit einen enormen Druck in der Familie erzeugen. Die meisten Selbstmorde werden laut Marquardt stellvertretend für etwas "Falsches" im Familien- bzw. Gesellschaftssystem getan: Aus Verzweiflung und aus Liebe mache ich Platz! Die wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen Selbstmorde liegt also darin, daß wir offener werden und das Direkte in der Familie und in unserer Gesellschaft durchsetzen. Wir müssen die Zivilcourage haben, Gefühle mitzuteilen und sie nicht hinunterschlucken: Ich bin traurig, ich hasse dich, ich bin verzweifelt, ich bin sauer auf dich! Man muß die Wut


Seite 23 / Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

herauslassen, das wirkt befreiend und man geht dadurch auch aufeinander zu (Aggression = angreifen, aufeinander zugehen). Wie oft wird hinten herumgeredet, mit dem Betroffenen hingegen nicht. "Die größte Falle in kleineren Gemeinden ist die Selbstgerechtigkeit, die Besserwisserei", sagt Marquardt. Viele Familien verschließen und kapseln sich zu sehr ab, teilweise auch deshalb, weil es bei uns nicht erlaubt ist, anders zu sein als die anderen. Sofort wird kritisiert und mit dem Finger darauf gezeigt. Daher sind wir unter allen Umständen eine glückliche Familie, bei uns gibt es keinen Streit, alle müssen glücklich sein, alle müssen gleich sein. Unter solchen Umständen kommt es leicht zu Spannungen, wir müssen Verschiedenheit zugeben und erlauben. Wie soll man sich nun verhalten, wenn jemand Schwierigkeiten oder Selbstmordabsichten äußert? Wichtig ist es, geäußerte Selbstmordabsichten auf jeden Fall ernst zu nehmen. Doch müssen die Mitmenschen eines Selbstmordgefährdeten auch zwischen den Zeilen lesen können. Klagen über Einsamkeit, andauernde Lustlosigkeit

und Andeutungen über die Sinnlosigkeit des Lebens sind zu beachten. Wichtig ist dann das Gespräch mit dem Betroffenen, wobei man sich besonders Zeit zum Zuhören nehmen muß. Das geduldige und mitfühlende Zuhören bringt oft viel mehr, als man allgemein annimmt, liegen doch die Ursachen vieler Selbstmorde in einem gestörten Selbstwertgefühl und in der Einsamkeit begründet. Auch für geschulte Therapeuten besteht die Hauptarbeit im Zuhören und im verständnisvollen Begleiten des Klienten. Die Teilnehmer am Seminar mit Wolfgang Marquardt haben in den drei Tagen einen Einblick in viele Abläufe im Zusammenhang mit der Thematik Selbstmord erhalten. Sie sollen hier namentlich angeführt werden: Pater Theo Neuking, Ennemoser Klara, Wilhelm Sieglinde, Haniger Robert, Pixner Albin, Pamer Haller Anna, Sartori Marth Rosmarie, Bacher Prünster Waltraud, Prünster Maria, Prünster Anna (alle aus St. Leonhard), Haller Maria, Tschöll Cäcilia (aus St. Martin), Lösch Rita, Pöhl Greti (Riffian), Ladurner Harald(Jugendservice Passeier), Windegger Heidi(Tagesclub f.psychisch Kranke, Meran), Mitterstei-

ner Evi (Telefonberatung Young & Direkt, Bozen), Andreas Compagnoni(KVW - Hauspflegedienst, Meran - Passeier) sowie Rudolf Schöpf und Mahlknecht Wolfgang vom Zentrum psych. Gesundheit in Meran und Platter Pepi von der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt. Die Gruppe wird sich in weiteren Treffen mit der Problematik und Vorbeugemaßnahmen auseinandersetzen. Konkret geplant ist ein Treffen mit Selbsthilfegruppen aus dem Pustertal, um weitere Aktionen abzusprechen. Pater Theo Neuking plant die Einrichtung eines Gesprächszimmers im Bereich der Pfarrkirche. Betroffenen stehen folgende fachliche Dienste zur Verfügung: Zentrum für psychische Gesundheit, Meran, Goethestr. 50, Tel. 449388 Sprechstunden jeden 2. Freitag im Monat im Sprengel Passeier, Mittelschule St. Leonhard (Vormerkungen unter der Telefonnummer in Meran) Telefonberatung Young & Direkt, 80zen, A. Hofer- Str. 36, Grüne Nummer 167 - 854004

1945 aus St. Martin

Für die Projektgruppe:

Fünfziger aus St. Martin feiern Ein runder Geburtstag ist allemal ein Grund ausgiebig zu feiern. Das dachte sich auch der Jahrgang 1945 aus St. Martin und flugs wurde eine Feier organisiert. Am Samstag 25. November war es soweit. Mit dem Bus fuhr eine 12 köpfige fröhliche und erwartungsvolle Runde nach Naturns, um im bekannten Wiedenplatzerkeller abzusteigen. Für Speis und Trank war natürlich ausgiebig vorgesorgt worden und für die Stimmung sorgten die beiden Musikanten Sepp und Hubert. Bis spät in die Nacht wurde gefeiert. Den Ausklang fand diese tolle Jahrgangsfeier im Gasthaus Alpenhof in Saltaus. Auf eine baldiges Wiedersehen freut sich der ganze Jahrgang. Marion Pichler

Ausflug des Jahrganges 1945 aus St. Martin

A.P, P P.


Passeirer Blatt / Juni 1996

Seite 24 / Nr. 9

Ohne Fernsehen geht's auch St. Leonhard. An einer wertvollen Initiative beteiligte sich die Jungschar von St. Leonhard. Die Kinder wurden aufgefordert, für eine Woche den Flimmerkasten auszuschalten und dafür ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Aktion wurde ein voller Erfolg.

1. PASSEIRER BLASORCHESTER

Konzert im Dezember 95 Ehrung tür Kapellmeister Ehrenreich Haller Die Idee des Gemeinsamen,

einander, stand Pate beim Gedanken,

die Blasmusikkapellen Die katholische Jungschar St. Leonhard bot vom 6. bis 11. Mai in Zusammenarbeit mit der Grundschule für die Kinder die Aktion .Fernsehfreie Woche" an. Begonnen wurde am Montag mit dem Schatzsuchen im naheliegenden Sandwald. Am Dienstag war Jonglieren auf dem Programm. Es wurde auch Theater gespielt, sowie mit dem bunten Fallschirm geflogen. Salzteig in verschiedenen Farben haben am Mittwoch einige Lehrerinnen vorbereitet. Daraus haben die Kinder dann am Nachmittag kunstvolle Bilder angefertigt. Für den Donnerstag war im Vereinshaus eine Disco angesagt. Da haben wir nicht wenig gestaunt, daß so viele "Große und Kleine" gekommen sind. Sogar einige aus dem Hinterpasseier ließen es sich nicht nehmen dabeizusein. Die Kinder haben bei bunten Lichtern "geflippt" und getanzt und waren begeistert. Am Samstag ging es auf zur Quizwanderung vom Roten Platz über den

Sandwald bis zum Sandwirt. Dabei waren einige schwierige Fragen zu beantworten z. B.: Wie groß ist unser P. Theo? Oder, weiches war die höchste "Strafsumme", die unser Dorfpolizist Albert ausgestellt hat? Jedoch die pfiffigen Schüler und Eltern haben unsere Fragen mit Eifer beantwortet. Müde sind dann die einzelnen Gruppen beim Sandwirt eingetrudelt, wo schon fleißige Hände Würstchen gegrillt hatten. Die Siegergruppe erhielt einen Gutschein für ein Pizzaessen, jedes Kind ein kleines Geschenk. Mit Ballspielen, Seilhüpfen und einer bärigen Musik klang unsere .Fernsehfreie Woche" erfreulich aus. Ein aufrichtiges Vergelt's Gott allen, die dazu beigetragen haben, die Kinder zu begeistern und zu motivieren.

des Mit-

des Passeierta-

les zu einem Konzert in St. Leonhard

zusammenzuführen.

Hinter dieser Idee standen in erster Li-

nie Karl Hofer, Obmann

der Musikka-

pelle Andreas Hofer, St. Leonhard, und Ehrenreich Haller, Kapellmeister in Stuls.

Es war ihnen dann auch gelungen, Mu-

sikanten von Dorf Tirol bis Rabenstein

für das Konzert zu begeistern.

In ge-

wohnter Könnerschaft

wurde ein gefäl-

zahlreich erschienenen

Publikum begei-

liges Programm

dargeboten,

stert aufgenommen

Anläßlich

wurde.

des Konzertes

das vom

überreichte

Luis Laimer, Landesobmannstellvertre-

ter des Verbandes

Südtiroler

Musikka-

Die Katholische Jungschar St. Leonhard A. E.

Os wald Ennemoser, Obmann der Musikkapelle Stuls, überreicht Ehrenreich Haller die Ehrenurkunde für 20 Jahre erfolgreicher Kapellmeistertätigkeit. Rechts im Bild Bezirksobmann Hermann Wenter.

pellen,

dem Kapellmeister

zeichen

des Verbandes

Oswald

Ennemoser,

Ehrenreich

Kapellmeistertätigkeit,

sikkapelle

überreichte.

von Stuls,

Haller, das goldene

Stuls,

während

Obmann

eine

Ehren-

für 20jährige

ihm

der Mu-

Ehrenurkunde

In der Tat kann sich der

musikalische Lebenslauf von Ehrenreich Haller sehenlassen: Musikkapelle

1958 Eintritt in die

St. Martin. Nach entspre-

chender Schulung folgten Jahre intensiver Kapellmeistertätigkeit

in verschie-


Seite 25 / Nr. 9

Passeirer Blatt / Juni 1996

denen Dörfern: von 1974 bis 79 in St.

Martin, von 1982 bis 90 in Walten, von

1990 bis 93 in Platt und ab 1993 in

Stuls. Im Mittelpunkt Hallers standen

und stehen die Arbeit

um den musikalischen

die

technische

der Bemühungen Nachwuchs

Verbesserung

und

des

wähnte Ehrenreich die beeindruckende Romfahrt

1992 mit den Musikkapellen

Platt und Moos, und die Teilnahme am

österreichischen

Blasmusikfest

mit der Musikkapelle Erwähnenswert

ist auch die Tatsache,

sten weiblichen

legt wird.

te ein Blasmusikwesen

seinem

Nach den Höhepunkten

Musikantenleben

befragt,

ge-

in

er-

in Wien

daß Ehrenreich Haller um 1980 die er-

Klangkörpers, wobei immer großer Wert

auf die Pflege der Kameradschaft

Walten.

Blasmusikanten

Passeier ausgebildet

von

hat, ohne die heu-

mehr denkbar wäre.

in Passeier nicht

Das 1. Blasmusikorchester Passeier mit Dirigent Ehrenreich Haller

20 Jahre Weißes Kreuz Passeier Tätigkeitsbericht 1995

St. Leonhard. Das Weisse Kreuz im Passeiertal feierte sein 20 jähriges Bestehen mit einem Festakt. Bei der Jahreshauptversammlung im Februar konnte der Verein eine stolze Bilanz des Jahres 1995 präsentieren. Das Jahr 1995 war für das Weiße Kreuz im Passeiertal ein besonderes. 20 Jahre sind es nun her, seit in Passeier eine eigenständige Sektion besteht. Am 22. Oktober wollten wir das Ereignis feierlich und würdig begehen. Die Feier begann mit einem Einzug vom Sitz in der A. Hoferstraße aus zur Pfarrkirche, wo von unserem Vizesektionsleiter Hw. Johann Lanbacher, Pfarrer von Moos, die HI. Messe zelebriert wurde. Zu dem anschließenden Festakt konnten wir neben dem Präsidenten des Weissen Kreuzes, den Gemeinde- bzw. Landesbehörden, den Bergrettungs- und Feuerwehrvertretern, auch viele Weisse Kreuz-Kollegen begrüßen. Für die feier-

liche Umrahmung sorgte die Musikkapelle St. Leonhard. Ein Höhepunkt war die Verleihung der Diplome. Verschiedene Helfer erhielten für ihren langjährigen aufopferungsvollen Dienst eine verdiente Anerkennung. Sehen lassen kann sich die Bilanz des Jahres 1995. Die 75 freiwilligen Helfer/ innen und 4 Festangestellten fuhren mit den sechs Fahrzeugen 2489 Einsätze (das sind 150 mehr als 1994) und legten dabei insgesamt 228.862 Kilometer zurück. Davon fielen 2100 Einsätze in der Zeit zwischen 7.00 Uhr und 20 Uhr an. 52 Fahrten gingen ins Ausland. Der Rettungshubschrauber mußte 24 mal und

der Notarztwagen 8 mal zu Notfällen angefordert werden. Das ganze Jahr hindurch, sowohl im Sommer als auch im Winter, leisteten die freiwilligen Helfer/innen 35 Bereitschaftsdienste, sei es bei Sportveranstaltungen, wie auch bei Festen. Mit den Feuerwehren und Bergrettungsdiensten des Tales wurde 15 Übungen veranstaltet. Der Bevölkerung des Tales wurden verschiedene ErsteHilfe-Kurse angeboten. Auch die eigene Weiterbildung kam nicht zu kurz. Bei verschiedenen Kongressen und Notfallsymposien waren Kollegen anwesend. Das Weisse Kreuz war jedoch auch anderweitig aktiv. So beteiligten wir uns mit einem eigenen Stand am Liertner Dorffest. Im Frühjahr wurde eine Sammelaktion durchgeführt und die Partnerschaft mit den Kollegen aus Oberstdorf (0) mit 2 Besuchen aufgefrischt. Am 28. Jänner 1995 organisierte das Weisse Kreuz das Bezirkspreiswatten des Burggrafenamtes und im August das traditionelle "Richard Prugger Gedächtnis-Fußballturnier" mit großem Erfolg. Erfolgreich waren die Kollegen beim sportlichen Kräftemessen. Beim Landesschirennen im Ultental, dem Broomballturnier im Schnalstal und dem Fußballturnier in Seis sorgten die freiwilligen Helfer stets für gute Plazierungen. Der Kameradschaftsabend, das Gaudirodeln beim Wanser in Walten und das Grillfest in Pfistrad durften ebenso nicht fehlen. Im Jahre 1995 traf sich der Ausschuß zu insgesamt 10, und die Gruppenführer zu 5 Sitzungen. Eine Jahreshauptversammlung im Februar und eine außerordentliche Vollversammlung im Juli zur Klärung der Dienste, wurden abgehalten. Folgender Ausschuß wurde am 23. Februar gewählt: Sektionsleiter: Michael Gögele, Vizesektionsleiter: Guido Pichler, Schriftführerin: Susann Pfitscher Adler, Beiräte: Johann Haller und Dietmar PIoner. Als freiwillige Helfer sind Ivan Hofer, Barbara Thaler und Susann Pfitscher Adler aufgenommen worden, als Anwärter Marlene Rottensteiner, Christian Gögele, Chritian Augscheller, Katja Hofer, Rita Haller, Helmut Gumpold, Brigitte Marth und Helene Widmann dem Verein beigetreten. Bei der Bevölkerung des Tales, den Bankinstituten und den Gemeinden möchten wir uns für die finanzielle sowie moralische Unterstützung bedanken. Wir werden auch in Zukunft versuchen, unser Bestes zum Wohle der Bevölkerung beizutragen. Weisses Kreuz Passeier


PasseirerBlatt / Juni 1996

Seite 26 / Nr. 9

Weisses Kreuz informiert:

Hausnotruf! Das Weisse Kreuz Sektion Passeier plant die Einrichtung eines Hausnotrufdienstes für ältere und betagte Menschen, die allein leben, oder Menschen mit einer Behinderung. Sie könnten mit einem kleinen Gerät direkt Kontakt mit der Rettungsstelle aufnehmen und sofort Rat und Hilfe bekommen. Für nähere Informationen steht das Weisse Kreuz Passeier unter Tel. : 65 65 65 gerne zur Verfügung .

..

Offentliehe Bibliothek St. Martin Angebote für den Sommer Büchersommer Für den Sommer hat die Bibliothek wieder eine große Auswahl an neuer Sommerlektüre bereitgestellt. Benötigen Sie ein Buch länger als einen Monat, bitte lassen Sie es uns wissen. Ferienprogramm Auch im heurigen Sommer bietet die Bibliothek wiederum ein Ferienprogramm für Kinder an. Dabei wird gemalen, gesungen, gebastelt, getanzt und vorgelesen. Nachdem diese Iniative die letzten Jahre einen guten Anklang gefunden hat, bitten wir alle Eltern, ihre Kinder von 5 bis 10 Jahre auf diese Veranstaltung aufmerksam zu machen. Termine: Mittwoch Mittwoch Mittwoch Mittwoch

10. 17. 24. 1.

Juli Juli Juli Juli

17 17 17 17

Uhr Uhr Uhr Uhr

Video Erst seit Ende des letzten Jahres gibt es in unserer Bibliothek auch die Möglichkeit, Videofilme auszuleihen. Angeboten werden sehenswerte Spielfilme, Zeichentrickfilme, Komödien und Sachfilme für Erwachsene und Kinder. CD-Verleih besonders für Jugendliche, aber auch für Blas-, Volksmusik- und Klassikfreunde Für Musikbegeisterte bieten wir inzwischen eine reichhaltige Auswahl (600 CD) an. Neben Rock, Hardrock, Pop, Liedermacher, Danceflor gibt es auch Musicals, Jazz, Klassik, Volksmusik, Schlager, Blasmusik, Instrumentalmusik u.a.m. zum Ausleihen.

Zeitschriftenverleih Besonders vielfältig ist unser Angebot an Zeitungen und Zeitschriften. Neben den Tageszeitungen (Dolomiten, Alto Adige, Süddeutsche) liegen auf: FF, Südtirol Profil, Spiegel, PC-Praxis, Burda Moden, Burda Spezial, Verena, Carina, Spielen und Lernen, Sports, Mein schöner Garten, Selbermachen, Schöner Wohnen, Auto, Motor, Sport, PM usw. Neu sind die Zeitschriften: Kraut und Rüben (biologische Gartenzeitung), Psychologie heute, Spotlight (Zeitschrift, mit der man seine Englischkenntnisse wieder "auffrischen" kann), Alpin, Brigitte, Test (berät beim Kauf von Produkten). CD-Rom Auch Computer CD-Rom können inszwischen ausgeliehen werden. Das Angebot ist allerdings noch beschränkt. Ausleihe an Gäste Eine Bitte an alle Gästevermieter: Bitte machen Sie die Angebote der Bibliothek auch Ihren Gästen bekannt.

ÖFFENTLICHE BIBLIOTHEK ST. MARTIN Sommeröffnungsszeiten gültig vom 10. Juni 1996 bis 09. Sept. 1996 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstaq Freitag Samstag

9-12 Uhr 9-12 Uhr 9-12 Uhr 9-12 Uhr 9-12 Uhr

16-18 Uhr 18-20.30 Uhr 17-19 Uhr

Mitgliederversammlung der Raiffeisenkasse St. Martin Kürzlich fand im Vereinssaal von St. Martin die Mitgliederversammlung der örtlichen Raiffeisenkasse statt. Nach den Grußworten des Obmannes Albert Pichler und des Bürgermeisters Hermann Pirpamer behandelte die Versammlung eine umfassende Tagesordnung, darunter die Genehmigung des neuen Statutes, die Genehmigung der neuen Bilanz zum 31. 12. 1995 und die Neubestellung des Aufsichtsrates. Die Raiffeisenkasse verwaltete zum Jahresende rund 49 Mrd. Lire an Einlagen und anderen Sparformen; die Ausleihungen an Kunden betrugen rund 22 Mrd. Lire. Der erwirtschaftete Reingewinn von rund 1,4 Mrd. Lire wurde zum Großteil den Reserven, zur Aufstockung des Eigenkapitals, zugeführt. Dieses beträgt nun rund 9 Mrd. Lire. Für wohltätige Zwecke wurden Lire 50 Mil!. zur Verfügung gestellt, welche den örtlichen Vereinen in Form von Beiträgen zukommen werden. Mit dem Abschluß eines Sponsorvertrages erhielten im vergangenen Jahr der örtliche Sportclub, der Rodelverein Passeier sowie das Skigebiet Pfelders eine erhebliche finanzielle Unterstützung. Der Aufsichtsrat wurde in seinem Amt bestätigt: Präsident Dr. Rudolf Raich, effektive Mitglieder Alois Stolz und Arthur Pabst, Ersatzmitglieder Rudolf Gögele und Manfred Ennemoser. Obmann Pichler überreichte den Herren Oswald Lamprecht, Anton Haller, Josef Ennemoser und Josef Tröger eine Erinnerungsmedaille zur 30-jährigen Mitgliedschaft. Walter Pichler


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Passeirer Blatt by Passeirer Blatt - Issuu