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MITTEILUNGEN UND NACHRICHTEN AUS MOOS, ST. LEONHARD UND ST. MARTIN Nr.4 MITTEILUNGEN UND NACHRICHTEN AUS 15. Jahrgang – Nr. 35 MOOS, ST. LEONHARD UND ST. MARTIN
Dezember 1988
September 2002 2. Jahrgang
Informationen zu den Energiegewinnungsplänen in Passeier Der elektrische Strom gilt weltweit als die eleganteste und sauberste Energieart. Er läßt sich mit lichtgeschwindigkeit überallhin transportieren und jederzeit nach Wunsch einund ausschalten. Elektroenergie kann aber auch auf dem Umwandlungswege über andere Energiearten gewonnen werden: aus Wasser, Kohle, Erdöl, Erdgas, Erdwärme und Atomenergie. Der Stromverbrauch ist in den letzten Jahren besonders in den industrialisierten Ländern stark angestiegen, wobei z. B. das Industrieland Italien diesen Anstieg durch den Bau von thermischen Kraftwerken (aus Kohle, Erdöl, Gas) abzudecken versuchte. Derzeit entfallen in Italien etwa 75% der Energieerzeugung auf thermoelektrische Kraftwerke, während die Wasserkraftwerke etwa 25% decken. Der Bau von Atomkraftwerken wurde in der Volksbefragung vom Juni 1987 von der großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. So ist Italien heute darauf angewiesen, ca. 80% des staatlichen Energiebedarfs vor allem in Form von Erdöl, Kohle und Atomstrom aus anderen Ländern zu importieren. Dies ist auch einer der Hauptgründe des italienischen Handeisdefizits. Der staatliche Energie-
konzern ENEL versucht nun mit allen Mitteln die Abhängigkeit in der Energieerzeugung zu verringern. Obwohl Südtirol neben der Eigenversorgung bereits einen relativ hohen Beitrag zur gesamtstaatlichen Energieversorgung leistet - etwa die Hälfte der derzeitigen Erzeugung wird nach Oberitalien geliefert - besteht das ENEL vor allem nach der vorjährigen Volksabstimmung auf den weiteren Ausbau der Wasserkraft in unserem Lande. Laut einem Beschluß will es bis zum Jahre 1992 zusätzlich 200 Mrd. kW/h Strom erzeugen, wobei der Beitrag Südtirols bei ca. 1,5 Mrd. kW/h liegen soll (wovon ca. 600 Mio. an Italien abgegeben werden sollen). Aus diesem Grund bestand das ENEL bei der Erstellung des Landesraum-
ordnungsplanes 1987 auf die Eintragung von folgenden Großkraftwerken: Rain-Ahrntal, Passeier, Töll-Lana, Eisack-St. Jakob und Rienz-Brixen. Die beiden ersten bekommen dadurch eine besondere Bedeutung, daß ihr Strom verhältnismäßig billig sein wird, während die beiden letzten als Laufkraftwerke wesentlich schlechter abschneiden und ebenso wie das Kraftwerk in Lana bereits nicht mehr im Gespräch sind. Für die Nutzung der Passer zur Stromerzeugung liegen schon seit über 20 Jahren Pläne und Studien vor, die die Fassung der Passer in Schönau und des Pfeldererbaches beim Kreßbichl in Pfelders und das Kraftwerk bei Riffian vorsehen. Sowohl in Schönau (Fortsetzung auf Seite 2)