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Nr.1 MITTEILUNGEN MITTEILUNGEN UND UND NACHRICHTEN NACHRICHTEN AUS AUSMOOS, ST. LEONHARD UND ST. MARTIN
15. Jahrgang – Nr. 35 MOOS, ST. LEONHARD UND ST. MARTIN
Vor 130 Jahren in Moos Erlebnisse zweier Wiener Professoren
In dem Buche »Leben des Grafen Erasmus von Deroy« 1855 steht ein interessanter Bericht »lrn Passeiertal« Darin beschreibt der Wiener Professor Anton Heilmann ausführlich Erlebnisse und Eindrücke einer Wanderung mit einem Freund von Meran ins Ötztal, Die zwei vornehmen Wiener zogen in der Früh des Jakobitages (Bauernfeiertag) in Meran los. In Riffian erlebten sie die Festlichkeit einer Primiz. Sie bereuten, ab Saltaus nicht einen Führer genommen zu haben, da sie an der Passer nicht weiterkamen und um Hilfe rufen mußten. Am Sandhof kehrten sie ein und zogen dann über St. Leonhard ins Hinterpasseier. Über das am Zoll zu zahlende Weggeld waren sie sehr erstaunt. Gegen Abend kamen sie endlich in Moos an. Die Erlebnisse in Moos beschreibt Heilmann wie folgt: »Glücklich und wohlbehalten langten wir gegen Abend in Moos an, und so einfach und ländlich auch unser Nachtquartier war, so fanden wir doch alles, was ein hungriger und ermüdeter Fußwanderer in einem öden AIpendorfe erwarten kann. Die Dorfbewohner hatten sich um den Tisch gesetzt und sprachen dem sauren Weine oder dem scharfen Branntwein tüchtig zu. Die meisten
von ihnen führten einen Dialekt, der uns nicht weniger verständlich war, als hätten sie in irgendeiner Sprache Afrikas gesprochen; einige andere jedoch, die den größten Teil des Jahres in der Fremde verkehren, akkommodierten sich im Gespräche mit uns insoweit, daß es uns nicht eben schwerfiel, sie zu verstehen. Das Passeiertal kann natürlich seine Bewohner nicht völlig durch sich selbst ernähren, und darum geht ein Teil mit Obst, das sie in dem gesegneten südlichen Etschtale kaufen, nach Norden und beglückt besonders die Bewohner Bayerns mit den gesuchten Tiroler Birnen, Pflaumen und Aprikosen; oder sie erhandeln in Italien und Südtirol mageres Vieh, lassen es auf ihren gesunden und kräuterreichen Almen weiden und führen es dann auf die Märkte von Meran und dessen Umgebung, und noch andere holen
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September 2002 2. Jahrgang
aus dem flachsreichen Ötztale Stoff für den heimischen Webstuhl. Diese Reisenden, welche die Schranken ihres Talstreifens überschreiten, sind natürlich auch in geistiger Hinsicht weniger beschränkt, als die jahraus, jahrein an der Scholle klebenden; daß aber diese letzteren selbst nicht einmal die Stufe des untergeordnetsten Wissens zu erreichen vermochten, das wurde uns hinlänglich klar, nachdem wir Gelegenheit gehabt hatten, einen Blick auf den Stand des hiesigen Volksschulwesens zu werfen. Schon die Art und Weise war eigentümlich, wodurch wir auf die Schule geführt wurden. Wir fragten nämlich, ob es hier keinen Barbier gebe, wir möchten gern rasiert ins Ötztal wandern. ,,0 doch", erwiderten gleichzeitig mehrere Stimmen, "da müssen Sie zum Schulmeister gehen". Unser Befremden, das wir darüber äußerten, befremdete, wie es schien, die Leute noch weit mehr; denn sie schauten uns darauf mit einem Blicke an, mit dem wir einen Bauernknaben fixieren, (Fortsetzung auf Seite 2)
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Moos um 1892. Vor 130 Jahren in Moos (Fortsetzung von Seite 1)
der sich über die großen Häuser der Stadt verwundert. Wir gingen augenblicklich in die Schule und fanden denn auch glücklich den Schulmeister und Barbier. Er war ganz gekleidet wie die übrigen Dorfbewohner, sprach denselben unverständlichen Dialekt und war eben damit beschäftigt, einen alten gedienten Rechen auszubessern. Als wir ihm darauf den Zweck unseres Besuches zu erkennen gaben, holte er ein altes, schartiges Messer und das schmucklose Seifenbecken und verfuhr dann mit uns übel und böse, wie man es auf dem Lande gewöhnt ist. Wir gaben ihm zum Schlusse einen Zwanzigkreuzer, und zwanzigfacher Dank malte sich in seinen verklärten Zügen. Um die Verhältnisse zu würdigen, muß man zuvor den Bildungsgang eines derartigen Volksbildners kennen, und weil dieser sehr kurz ist, genügen auch wenige Worte, ihn darzustellen. Vom sechsten bis zum zwölften Jahre besucht der zukünftige Lehrer die Dorfschule, dann kräftigt er sich bis zum achtzehnten oder neunzehnten Jahre als Hirt auf der Alm, und nachdem er hier das Wenige, was er bereits wußte, wieder
vergessen, geht er in eine naheliegende größere Stadt, um in der ersten Klasse der Hauptschule unter elf- und zwölfjährigen Knaben, die sämtlich mehr wissen als der große Präparand, einen dreimonatlichen Kursus zu absolvieren. Ist diese Zeit überstanden, dann wird er in aller Geschwindigkeit geprüft, und wenn er dabei auch den Inn in das Tote Meer laufen läßt, bei einer verlangten Einteilung der Pflanzen den Klee unter das Viehfutter rubriziert und den Pythagoräischen Lehrsatz für eine Fastenspeise hält, so wird er dessen ungeachtet als wohl bestallter Lehrer kreiert und mit einem vakanten Stellchen im Wege rechtens betraut. - Was will man aber auch für den Preis, der ihm wird, mehr verlangen? Unser Barbier hatte, wie er uns treuherzig vorrechnete, alles in allem für Schul-, Küster- und Organistendienste eine Jahreseinnahme von sechzig Gulden. Freilich kann er davon nicht leben; da er aber nur von Martini bis Georgi Schule zu halten hat, so kann er im Sommerhalbjahr als Hirt, Wildheuer oder Tagelöhner noch ein Erkleckliches verdienen, und das Amt eines Dorfbarbiers bringt ihm auch noch einige Zehnpfennige. Er war vollständig mit seiner Lage zufrieden und hatte keine Ahnung, daß es in andern Ländern
anders sein könne. Als daher mein Gefährte sich und mich als Kollege ihm präsentierte, da lächelte er höchst gutmütig und meinte, er wollt' wohl alles glauben, was wir ihm erzählten, aber daß wir Lehrer wären und dabei so gut gekleidet gingen und so weite Reiser) zum puren Vergnügen machen könnten, das glaubte er nimmermehr nit. "Das wär' doch halt a bitzli zu stark ufgelogen". Der Professor, den diese Zweifel in die heiterste Laune versetzten, ging endlich von seiner ersten Aussage wieder ab und sagte, wir seien allerdings Kollegen, aber nicht als Lehrer, sondern als Barbiere. "Ja, das glaub' i wohl eher", antwortete unser Pädagoge zufrieden, "denn so ein Herr Barbier in Wien und Dresden, der 'n Zwanz'ger für a einz'ge Bedienung zahlt, mag wohl a wackres Geld verdiene!" Wenn auch besser, so doch gewiß nicht gut, befindet sich die hiesige Geistlichkeit. Sie ist in Tirol zu stark vertreten. In Moos allein, einem Dorfe von 480 Seelen, gab es zwei geistliche Herren, einen Pfarrer und einen Kaplan, hier G'sellpriester genannt. Welches Einkommen der erstere bezog, konnte ich nicht genau erfahren, der zweite aber hatte nur 112Gulden bei freier Wohnung und Kost.:
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Elektrowerk St. Leonhard steht vor Baubeginn
Der Verbrauch von elektrischer Energie steigt in unserer konsumorientierten Gesellschaft ständig an. Trotz der steigenden Kosten und der zunehmenden Umweltbelastung will niemand auf den bequemen und teilweise schon unersetzlichen Elektrokonsum in Haushalt und Betrieb verzichten. Auch für die Gemeinden bedeuten die Heizungs- und Stroms pesen für die gemeindeeigenen Bauten wie Ämter, Schulen und andere öffentliche Gebäude eine steigende Belastung für den jährlichen Haushalt. Überhaupt wird die Instandhaltung der gemeindeeigenen Räumlichkeiten in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich immer größere finanzielle Anforderungen an die Gemeindekassa stellen und für viele baufreudige Gemeindeverwaltungen zu einem unerwünschten Bumerang werden. Aus diesen und ähnlichen Überlegungen hat die Gemeindeverwaltung von St. Leonhard bereits Ende der 70-er Jahre den Bau eines gemeindeeigenen Elektrowerkes ins Auge geWALTEN
faßt, zumal der Ort von den landschaftlichen Gegebenheiten her wohl einmalige Voraussetzungen bietet: Sowohl dem Waltner- als auch dem Pfistradbach müßten die nötigen Wassermengen nur an schwer einsehbaren Stellen (Schluchten) entzogen werden. Man beauftragte daher im Jahre 1979 Herrn Ing. Volante aus Bozen, ein Vorprojekt zur elektrischen Nutzung der Gewässer im Einzugsbereich des Waltner- und Pfistradbaches auszuarbeiten. Nach Vorlage des Projektes ergab ein zufälliger Kontakt des Bürqermeisters Matthias Raffl mit dem damaligen Nordtiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der TIWAG (Tiroler Wasserkraft AG) war, daß es vorteilhaft wäre, das Volante-Projekt von Nordtiroler Wasserkraftexperten, die im alpinen Raum große Erfahrung besitzen, prüfen und überarbeiten zu lassen. Diese Aufgabe übernahm schließlich Herr Ing. Sommer, der laut Bürgermeister Raffl seinen ehemaligen Studienkollegen Ing. Burkhard Pohl aus
GEMEINDE WASSER KR AFTWERK WASSERFASSUNG WALTEN BACH
WASSERFASSUNG PFISTRADBACH
KRAFTWERK
Schlanders als Projektanten empfahl. Die statistischen Berechnungen übernahm Herr Ing. Rauch, ein früherer Angestellter der TIWAG. Das Projekt von Ing. Pohl (in Zusammenarbeit mit Ing. Sommer und Ing. Rauch von der TIWAG) sieht ein Kraftwerk mit einer mittleren Jahresleistung von 18.000.000 KWh vor, was einer Nennleistung von 2.634,77 KW entspricht. Die maximal installierte Leistung liegt bei 4.190,74 KW: die mittlere elektrische Leistung beträgt laut Projekt 2.050,13 KW,die maximale 3.352,59 KW Als Größen-Vergleichswert sei angeführt, daß der derzeitige Jahresverbrauch an Elektroenergie in St. Leonhard laut ENEL bei 2.500.000 KW liegt (1980). Die Fassung des Waltnerbaches ist unterhalb des kürzlich in Betrieb gesetzten Waltner Werkes in einer Meereshöhe von 1158 Metern geplant, die Fassung des Pfistradbaches ungefähr in gleicher Höhe oberhalb der bestehenden Brücke nach Karlegg. Sogenannte »Tiroler Wehren« mit Wehrkanal und Entsanderkammer (alles elektronisch gesteuert) verhindern den Einlauf von Sand, Geschiebe und Laub in die Rohre. Die faßbare Wassermenge beträgt beim Waltnerbach 750 I/sec., beim Pfistradbach 400 I/sec. Die Restwassermengen, die von Oktober bis Mai in den Bächen fließen müssen, wurden vom Landesausschuß mit 60 I/sec. im Waltnerbach und mit 50 I/sec. im Pfistradbach festgesetzt. Diese Menge genügt laut Expertenaussagen, damit die Kiesbänke, die als Laichplätze der Fische dienen, überflutet werden. Von den Fassungsstellen aus verlaufen Sphäroguß-Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 700 mm (Waltnerbach) und 500 bzw. 600 mm (Pfistrad bach) mit geringem Gefälle bis oberhalb des Hofes »Spitaler«, wo sie in einem sog. Wasserschloß zusammenlaufen. Es handelt sich dabei um ein ca. 45 m langes und 1,2 m dickes Rohr, in dem der Druckausgleich erfolgt. Von hier verläuft eine Druckrohrleitung wieder im Durchmesser von 700 mm zur E-Werk-Zentrale, die in der Nesselgrube, etwa 100 m hinter der Einmündung des Pfistradbaches in den Waltnerbach vorgesehen ist. Die Länge der Druckrohrleitung beträgt 820 m, die Fallhöhe ca. 400 m. Die letzten 200 m werden zwecks einer sicheren Verankerung in armiertem Beton verlegt. Die Zentrale wird in den Hang eingebaut und beherbergt die Turbinen(Fortsetzung auf Seite 4)
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Elektrowerk St. Leonhard steht vor Baubeginn
(Fortsetzung von Seite 3)
halle, Werkstatt, Transformatorenraum, Büro, Waschraum, WC und ein Lager mit Kran. Von hier läuft das Wasser in einem Rückgabekanal in den Waltnerba'ch zurück und von hier aus laufen Elektrokabel den Rohrleitungen entlang zu den WasserfassungsteIlen, die sie elektronisch steuern. Für die Stromerzeugung sind zwei zweidüsige Freistrahlturbinen (Pelton) mit 1.000 Umdrehungen pro Minute vorgesehen, ebenso zwei DrehstromSynchron-Generatoren und zwei Drehstrom-Transformatoren und ein Eigenbedarfstrafo. Der Anschluß an die ENEL-Leitung soll durch ein Mittelspannungskabel von 250 m Länge erfolgen. Die Kosten für die Anlagen und Arbeiten werden folgendermaßen voranschlagt: Wasserfassungen mit Entsander L. 583.455.000 Druckrohrleitung mit L. 2.135.000.000 Wasserschloß Maschinenhaus mit L. 313.800.000 anderen Räumen L. 905.000.000 Maschineller Teil Elektrotechnischer Teil L. 967.040.000 Unvorhergesehenes und allgemeine Spesen L. 458.444.000 L. 5.362.739.000 + MwSt.
Die Finanzierung dieser enormen Summen ist folgendermaßen geplant: 50% der anerkannten Kosten (Lire 2.561.000.000) sind bereits vom Land zugesagt. Der Rest von Lire 2.681.000.000 wird als Kredit mit 20jähriger Laufzeit bei der Depositenbank in Rom aufgenommen, wobei die Rückzahlung samt Zinsen jährlich 10,70% beträgt. Die Zwischenfinanzierung muß aus dem Gemeindehaushalt bereitgestellt werden. Die Gemeinde kann den gewonnenen Strom derzeit nur für den Eigenbedarf verbrauchen (Schulen, Vereinshaus, Gemeindehaus, Parkplatz, öffentliche Beleuchtung), da sie keine Verteilerlizenz besitzt, durch welche sie die Bürger des gesamten Gemeindegebietes mit Strom versorgen könnte. Den restlichen Strom muß sie an das ENEL abgeben, das dafür die festgesetzten Preise bezahlt. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vom 9.2.1988 die Ausschreibung der gesamten Arbeiten in Form von Privatversteigerungen und der Ankäufe in Form von Firmenwettbewerben beschlossen. Der Baubeginn ist noch im Frühjahr 1988 geplant, die Inbetriebnahme ist, wenn alles nach Plan läuft, Ende 1989 vorgesehen.
Das Gericht Passeier und die Gerichtsalmen heute Zwischen 1250 und 1300 erlangten die Grafen auf Schloß Tirol die Landeshoheit, wodurch der Name vom Schloß Tirol auf das ganze Land überging. Diesen Grafen hat das Gericht Passeier seine Entstehung zu verdanken. Im Zuge des Ausbaues ihrer Herrschaft vereinigten sie nämlich das ganze Tal Passeier zu einem Verwaltungsbezirk, nachdem dieses vorher zwei verschiedenen Grafschaften (Vinschgau und Bozen) angehört hatte. Den alten Gerichten oblag in keiner Weise nur die Rechtspflege, sondern die ganze politisch-administrative Verwaltung ihres Sprengels. Eng verknüpft mit dem Gerichtswesen war von jeher das Gemeinwesen, welches vor allem der Selbstverwaltung der bäuerlichen Gemeinwirtschaft diente. Im Passeier bildeten die in vier Propsteien zusammengefaßten 17 Gemeinden lediglich örtliche Nachbarschaften, aber keine Vollgemeinden. Eine solche stellte vielmehr nur die Gerichtsgemeinde als Ganzes dar. Das Gericht Passeier war somit das Verwaltungsorgan für das ganze Tal an Stelle der heutigen drei Gemeinden. Um 1810 wurden die 17 Gemeinden auf zehn und 1854 auf fünf zusammengezogen. Ab 1928 bestanden nur mehr die Gemeinden St. Leonhard und Moos. 1953 wurde die Gemeinde St. Martin wieder neu errichtet. Das Gericht Passeier wurde 1810 als k.k. Landgericht in staatlicher Verwaltung übernommen. 1849 wurde dieses Landgericht in ein Bezirksgericht umgewandelt. 1923 wurde das Gerichtsamt in Passeier aufgehoben und das Gebiet dem Bezirksgericht Meran zugewiesen. An das selbständige Gericht Passeier erinnert noch das Gerichtshaus in St. Leonhard. Als Rest des einstigen Passeirer Gemeinwesens sind die Gerichtsalmen Timmels und Lazins sowie der Lazinserhof zu betrachten, denn sie sind heute noch Gemeinschaftsbesitz aller Passeirer Bürger. Diese Almen wurden seit jeher intensiv genutzt. In den letzten Jahren wurden sie sogar überweidet, da sich der Viehstand im Tale erhöht hat. Gründe hierfür sind vor allem das Auflassen der Äcker mit Umstellung auf intensive Milchwirtschaft und der starke Futterzukauf von auswärts.
Der Mangel an gemeinschaftlichen Weidegründen im Tal hat nun den Ausschuß der Gerichtsalmeninteressentschaft veranlaßt, 1986 an den Grundzukauf in Schönau für die Timmelsalm zu denken. Es wurden ca. 95 ha Grund vom Annele- und Schmiedhof als direkter Besitz am SchönauerMoos und in den Schönauer Mahdern, sowie das Mitweiderecht für 30 Rinder in den gemeinschaftlichen Schönauer Weidegründen angekauft. Dazu kamen noch 60 Weiderechte. für Kleinvieh zwischen dem Timmelstal und dem Langtal. Für die Finanzierung des Ankaufes obgenannter Liegenschaften wurden die Bauern des Tales mit Lire 40.000 je Stück Rind zur Kasse gebeten. Ein Großteil der Bauern hat angeblich den ihnen angerechneten Betrag eingezahlt. Für die Berechnung der zu zahlenden Beträge gab es unter den Bauern verschiedene Meinungen und dementsprechend heiße Diskussionen. Da der hohe Kaufpreis für genannte Weidegründe (480 Millionen zuzüglich Spesen) von den Bauern allein nicht zu verkraften gewesen wäre, stellte der Gerichtsalmenausschuß an die Passeirer Gemeinden ein Ansuchen um finanzielle Unterstützung. Die drei Gemeindeverwaltungen faßten daraufhin 1987 einen Grundsatzbeschluß, einen Beitrag von je 100 Millionen zu gewähren und diese Beträge in den Gemeindebilanzen vorzusehen. Nachdem aber die Gerichtsalmeninteressentschaft keine grundbuchfähige juridische Person ist, konnten von den Gemeinden die 300 Millionen für den Ankauf der erwähnten Liegenschaften bisher nicht ausbezahlt werden. Um dies zu ermöglichen, muß die Interessentschaft grundbücherliche Eigentümerin der Almen Timmels und Lazins werden (Art. 27 des L.G. Nr. 2 vom 07.01.1959). Die grundbücherliche Umschreibung soll auch für die Schafberge »Ziel und Bank- und für den Lazinser Schafberg erfolgen. Nachdem aber diese Schafberge zum geschlossenen Hof Lazins gehören und dieser laut Gemeinderatsbeschlüssen im Besitz der drei Gemeinden bleiben soll, ist die Sachlage z.Z. noch recht verworren. Übrigens muß die Rückführung der beiden Almen in den Besitz der Gerichtsalmeninteressentschaft von einem Kommissar durch-
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geführt werden, da die Gemeinderäte diesbezüglich befangen sind (Vertretung von Privatinteressen).
Zum Kommissar wurde Dr. Peter Prosch, Funktionär des Landesausschusses im Assessorat für Landwirtschaft, ernannt.
Als wesentlicher Bestandteil der Gemeinderatsbeschlüsse gilt die Forderung, daß bei einer eventuellen Annahme des Antrages der Gerichtsalmeninteressentschaft um Rückführung der Almen in den Besitz der Bauern auf jeden Fall alle bestehenden Rechte der Bürger der drei Gemeinden St. Martin, St. Leonhard und Moos in Passeier (mit den Katastralgemeinden Platt und Rabenstein) bezüglich der Nutzung der Almen gewährleistet und in unwiderruflicher Weise abgesichert werden müssen.
Der Gemeinderat von Moos hat die zwischen der Gerichtsalminteressentschaft und dem Schafzüchterverband getroffenen Vereinbarungen vom 13. Oktober 1987 betreffs Nutzung der Weidegründe zur Kenntnis genommen und schlägt vor, daß eventuelle Streitfälle von einem zu ernennenden Schiedsgericht entschieden werden sollen.
Laut einem Schreiben der Tiroler landesregierung von 1911 bestand in Passeier ein Gerichtsfond. Der Landesausschuß von Tirol hat diesen Gerichtsfond als Eigentum der fünf Gemeinden des Passeiertals erklärt.
Die Einnahmen des Fonds waren unter anderem »das Grasgeld, hier Agrit genannt, für die Benutzung der Alpenweiden, ferner der Erlös aus Verpachtungen einzelner Weiderechte, z. B. der Schafweiden, weiters der Erlös aus der Verpachtung des Wirtshauses ... «. Weiter heißt es in diesem Schreiben: »Aus diesen Einnahmen werden nach alter Übung gedeckt, ... hauptsächlich die Kosten der Einhaltung der Gerichtswege, das Wartegeld der Ärtze, ... die eventueilen Abgänge des Gerichtsarmen- und Bruderhausfondes.« Daraus geht klar hervor, daß die Nutznießer der liegenschaften Timmelsalm, Lazinseralm und Lazinserhof nicht nur die Bauern, sondern alle Bürger des Gerichtes Passeier bzw. der fünf Gemeinden in Passeier waren und somit auch noch sind. Diese Nutznießerrechte sind auch der Grund, weshalb nichtbäuerliche Gemeinderäte den Lazinserhof von der grundbücherlichen Umschreibung der Gerichtsalmen von den Gemeinden auf die Bauern ausgeklammert haben wollten.
Eine Urkunde für die Marktgemeinde St. Leonhard
Anläßlich der diesjährigen Bürgerversammlung der Marktgemeinde St. Leonhard am 12. Februar 1988 standen einige wichtige Punkte auf der Tagesordnung. Nach dem Leistungsbericht der SVP-Ortsgruppe überreichte der Vizepräsident des Regionalrates, Karl Oberhauser, dem Bürgermeister Matthias Raffl die Urkunde zur Verleihung des Titels einer Marktgemeinde, wie er bereits im Tirol-Gedenkjahr 1984 auf Vorschlag des Vereins für Kultur und Heimatpflege Passeier vom Gemeinderat von St. Leonhard beschlossen worden war. In seiner Laudatio sagte Abg. Oberhauser, St. Leonhard verdiene sich infolge der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Leistungen den Ehrentitel »Marktqernelnde«, Doch dieser Titel - einmal verliehen bleibe eine ständige Aufforderung an Gemeindeverwalter und Bevölkerung von St. Leonhard, dafür zu sorgen, daß der Hauptort des Tales dieser öffentlichen Ehrung jederzeit gerecht werde.
Unter den Klängen der Musikkapelle »Andreas Hofer- nahm Bürgermeister Raffl die Urkunde mit Freude entgegen und dankte für die Ehre, die seiner Gemeinde zuteil wurde. Nach der Verleihung der Urkunde !;laben die Gemeindeverwalter einen Uberblick über geleistete und geplante Arbeiten, aus denen der anstehende Bau des gemeindeeigenen Elektrowerks am Waltnerbach herausragt. Nach den umfangreichen Berichten informierte die SVP-Jugend die 230 Anwesenden über ein umweltschonendes Müllaufbereitungsprojekt, genannt die »Grüne Tonne«, das mit viel Sympathie aufgenommen wurde. Anschließend bot sich eine Diskussionsgelegenheit, die wohl wegen der stark vorgerückten Stunde kaum genutzt wurde. Der ebenfalls anwesende SVP-Bezirksobmann Dr. Walter Weiß berichtete von den Problemen im Burggrafenamt, daß man am Ende gar froh sein kann, im Passeiertal zu leben ...
Bürgermeister Matthias Raffl nimmt die Urkunde aus den Händen von Regionalassessor Karl Oberhauser entgegen.
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Ein Verein stellt sich vor: Schachklub Passeier
Ohne viel Aufhebens, aber mit Entschlossenheit und mit dem Einsatz einiger weniger, hat der Schachklub Passeier in den vergangenen Jahren seinen festen Platz im Vereinsleben des Passeiertales eingenommen. Offiziell gegründet wurde der Schachklub Passeier im November 1977 in St. Leonhard und hat heute ca. 30 aktive Mitglieder, die aus allen Gemeinden des Passeiertales kommen. Initiator und Triebfeder war Dr. Sebastian Pamer, damals Lehrer an der Mittelschule St. Leonhard, der schon einige Jahre Schachkurse an der Mittelschule durchgeführt hatte.
Pamer Sebastian beim Meisterschaftsspiel gegen den Schachklub Sterzing im Winter 1987.
Josef Steiner, Alois Pamer, Max Raich, die zugleich auch den ersten Ausschuß bildeten, waren einige weitere Gründungsmitglieder. Mit dieser Vereinsgründung setzte man sich zum Ziel, allen Interessierten im Passeiertal Gelegenheit zur Erlernung, Fortbildung und Übung im Schachspiel zu bieten und darüberhinaus für das königliche Spiel zu werben, um ständig neue Anhänger zu finden. Durch Organisation regelmäßiger Spielzusammenkünfte und durch Veranstaltung von Wettkämpfen, sowohl innerhalb des Klubs als auch mit anderen Schachvereinen, bot die Form eines Vereins die beste Gewähr, diese Ziele auch tatsächlich zu erreichen. Nach der anfänglichen Begeisterung in den ersten zwei Jahren, in denen der Verein bereits erste Vergleichskämpfe mit dem Schachverein Schenna austrug, wurde es etwas ruhiger.
Erst in den Jahren 1981/82 kam wieder neuer Schwung in das Vereinsleben des Schachklubs. Meran war damals Schauplatz zweier großer Schachveranstaltungen: Kandidatenfinale zwischen dem deutschen Dr. Hübner und dem Exilrussen Viktor Kortschnoi und schließlich der Weltmeisterschaftskampf zwischen Viktor Kortschnoi und Anatoli Karpow. Im allgemeinen Aufwärtstrend, den das Schachspiel in Südtirol in den Jahren 1980-83 verzeichnete, wurde auch in St. Leonhard wieder begeistert Schach gespielt. Beliebtester Treffpunkt für die Schachspieler war der Gasthof »Frick«, und es war auch der »Frick Ander«, der sich in diesen Jahren besonders um den Schachverein kümmerte und wichtige Kontakte knüpfte. In der Jahreshauptversammlung vom 27. Oktober 1982 beschloß der Schachklub erstmals ein klubinternes Ranglistenturnier auszutragen. Es sollte nicht nur in gemütlicher Atmosphäre das »königliche Spiel« gespielt werden, sondern auf Grund von sportlichen Kampfspielen sollte eine Rangliste erstellt werden. Dies sollte als Training und als Ausgangspunkt für eine spätere Teilnahme an der Südtiroler Schachmeisterschaft dienen. Somit war die Idee geboren, das Schachspiel auch bei uns sportmäßig zu betreiben. Am 23. Mai 1983 organisierte der Schachklub eine Veranstaltung in St. Leonhard, die einiges Aufsehen erregte. Der tschechische Großmeister Vlastimil Hort, einer der welt besten Schachspieler erklärte sich bereit, gegen 42 Spieler aus Südtirol und aus dem Passeiertal eine Simultanvorstellung zu geben. Hort zeigte sein großartiges Können und gewann alle 42 Partien. Es war faszinierend zu sehen, mit welcher Schnelligkeit und Leichtigkeit er scheinbar schwierige Probleme löste, sodaß auch die besten einheimischen Spieler keine Chance hatten, obwohl Hort ja gleichzeitig gegen 42 Spieler antrat. Nach dieser ersten öffentlichen Veranstaltung des Schachklubs erfolgte dann im Winter 1983/84 die erste Teilnahme an der Südtiroler Schachmeisterschaft in der untersten Liga, der C-Liga, mit den Spielern Albin Kofler, Hans Innerhofer, Franz Prünster, Hans Lanthaler, Josef Steiner und Max Raich. Bereits in diesem
ersten Jahr konnte ein guter vierter Platz erreicht werden. Im folgenden Jahr 1984/85 wurde der Schach klub Passeier aus organisatorischen Gründen für die Abwicklung der Schachmeisterschaft von der CLiga in die nächsthöhere Liga, die B-Liga, geholt. Damit sah man sich ganz unerwartet weitaus stärkeren Mannschaften gegenübergestellt, Mannschaften wie Kaltern, Arci Bozen, Vinschgau, Tramin, Welschnofen, Lask Bozen, Niederdorf und Ridnaun. Überraschend kam es deshalb auch, daß man gleich im ersten Spiel die starke Mannschaft aus Kaltern besiegte, die letztlich zweite wurde, und im folgenden Jahr wieder in der A-Liga spielte. Ein vierter Platz von zehn Mannschaften war schließlich der Lohn für eine sehr gute Leistung in diesem ersten Jahr in der B-Liga. In den zwei darauffolgenden Jahren konnte der Schachklub Passeier diese Position in der B-Liga festigen und erreichte im Jahre 1985/86 einen fünften und im Jahr 1986/87 den sechsten Platz. Als stärkste Spieler innerhalb der Mannschaft erwiesen sich in diesen Jahren Dr. Sebastian Pamer, Hans Innerhofer, Albin Kofler und Max Raich. Daneben beteiligten sich einige Spieler an den verschiedenen Turnieren des Südtiroler Schachbundes. Herausragendes Ergebnis war dabei sicherlich der Sieg von Hans Innerhofer beim internationalen Schachfestival in Bozen in der freien Klasse im Jahr 1986. Im heurigen Meisterschaftsjahr 1987/ 88 spielte der Schach klub Passeier mit der Besetzung Hans Innerhofer, Sebastian Pamer, Albin Kofler, Toni Pichler, Richard Schweigl und Rainer Götz (Reserve R. Scharz) ganz vorne an der Spitze um die Meisterschaft mit und setzte damit zum Sprung in die höchste Liga der Landesmeisterschaft an. Nach Siegen über die Schachmannschaften von Deutschnofen, Meran, Sarntal, Kaltern, Neumarkt und Olang, einem Remis gegen den Bozner Klub Lask und gegen Klausen 11,ging nur die Begegnung mit dem Schachklub Sterzing verloren. Mit ausgezeichneten 14 Punkten von 18 möglichen erreichte der Schach klub Passeier den zweiten Platz und ist somit berechtigt, im nächsten Meisterschaftsjahr in der höchsten Landesliga mitzuspielen. Dies ist sicherlich ein schöner Erfolg, wenn man bedenkt, daß der Schachklub Passeier erst seit fünf Jahren bei der Südtiroler Landesmeisterschaft mitspielt. Neben der ersten Mannschaft wurde im Jahre 1986/87 eine zweite Mann-
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Albin Kofler und Hans Innerhofer beim Meisterschaftsspiel in Sterzing 1987. Daß Schachspielen auch Kämpfen bedeutet, demonstriert dieses Foto eindrucksvoll.
schaft ins Rennen geschickt, die sich im sei ben Jahr sogleich einen überraschenden vierten Platz sicherte, im heurigen Jahr jedoch etwas weniger Glück hatte. Ein besonderes Anliegen des Schachklubs ist die Förderung der Jugend. In Zusammenarbeit mit den Mittelschulen St. Leonhard und St. Martin werden vom Jugendbetreuer Albin Kofler, alljährlich Schachfreizeitkurse durchgeführt. Diese Kurse sollen das Interesse für das Schachspielen wekken und auch eine Ergänzung oder Möglichkeit zur Freizeitgestaltung sein. Unbestritten, und auch deshalb wertvoll, ist der pädagogische Wert des Schachspiels für Heranwachsende. Unter anderem fördert das Schachspiel durch sein einzigartiges Regelwerk das logische Denkvermögen, die Konzentrationsfähigkeit und damit die Fähigkeit Probleme lösen zu können. Diese Schach kurse werden alljährlich mit einer Schülermeisterschaft und mit einer Teilnahme der Besten an der Südtiroler Meisterschaft in Bozen abgeschlossen. Dabei konnten unsere Schulen schon ausgezeichnete Ergebnisse erzielen und waren in den letzten Jahren immer unter den fünf bis sechs besten Schulmannschaften. So belegte die Mittelschule St. Leonhard im Frühjahr 1987 bei der MitteIschulmeisterschaft in Bozen den 4. Platz aus 27 Mannschaften und die Mittelschule St. Martin stellte das beste Mädchenteam.
An dieser Stelle gebührt dem Direktor der Mittelschule St. Leonhard Dr. Heinrich Hofer ein besonderer Dank für seine Aufgeschlossenheit und sein . Entgegenkommen dem Schachklub gegenüber. Nachdem dies ein kurzer Umriß der
Tätigkeit des Schachklubs in den zehn Jahren seines Bestehens war, darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß das Schachspiel im Passeiertal schon eine längere Tradition hat und nicht erst in den letzten 10 bis 15 Jahren ausgeübt wurde. Relativ viele ältere Leute können Schach spielen oder haben früher Schach gespielt. Viele erlernten es während des Krieges in der Gefangenschaft oder im Lazarett. Damals wie heute war das Schachspiel in erster Linie ein Spiel, ein Zeitvertreib. Erstaunlich aber, daß es in St. Martin schon Ende der zwanziger Jahre einen Schachverein gab, der öfters Schachturniere veranstaltete. Zeugnis einer solchen Veranstaltung ist die folgende Aufnahme, die zur Erinnerung an das Schachturnier am 5. März 1930 beim Unterwirt in St. Martin gemacht wurde. Es haben sich also schon damals begeisterte Schachspieler zusammengetan, um sich auf dem Schachbrett zu messen. Leider hat sich dann mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges auch der Schachverein aufgelöst, nicht aber die Erinnerung und das Interesse an einem Spiel, das ganz sicher zu den interessantesten Spielen zählt, einem Spiel, in dem nicht das Glück, sondern die eigenen Fähigkeiten und das Können für Erfolg oder Mißerfolg ausschlaggebend sind.
Schachturnier 1930. Spieler von links nach rechts: Josef Angerer (Uhlen), Martin Ennemoser (Brischer Martl), Simon Schwarz, Alois Zipperle (Zimmermann), Hans Hofer (Kassierhans), Josef Haller (Oberhasl), Alois Haller (Fuhrknecht beim Oberwirt), Johann Gufler (Kelderer) und Hans Schwarz.
Frohe Ostern wünscht allen Lesern die Redaktion
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Öffentliche Ämter, Dienstleistungen und soziale Einrichtungen in der Gemeinde Moos in Passeier
(Ergänzungen
und Änderungen)
Gemeindeamt:
Am 1. März 1988 hat der neue Gemeindesekretär Urban Rinner seinen Dienst angetreten (siehe dazu separaten Artikel). Patronat KVW:
Sprechstunde jeweils Samstags von 9 bis 11Uhr.
Gemeindearztsteile:
Derzeit wird die Ambulanz im Gemeindehaus Moos wie folgt betreut: Dienstags und Donnerstags von 8 bis 9 Uhr: Dr. Harald Mair-Egg; Freitags von 15 bis 17 Uhr: Dr. Manfred von Sölder. Ab Mitte April wird die GemeindearztsteIle von Moos durch Dr. Josef Kiem fix besetzt werden.
Neuer Gemeindesekretär
Landes-, Forst- und Domänenverwaltung
Forststation Moos, Moos/Dorf Nr. 23, Tel. 643520. Die Forststation Moos unter der Leitung von Unteroff. der Forstwache Franz Wieser ist für die Landesforste im Bereich des Burggrafenamtes zuständig (also nicht für die Privatwälder). Bürozeiten: Montags von 8 bis 12 Uhr.
in Moos in Passeier
Am 1. März 1988 hat der neue Gemeindesekretär der Gemeinde Moos seinen Dienst aufgenommen. Es handelt sich dabei um Herrn Urban Rinner aus Marling, der sich hier nachfolgend selbst kurz vorstellt.
Ich bin am 7. Mai 1962 als zweites von acht Kindern (4 Mädchen und 4 Buben) in Schlanders geboren. Bald nach meiner Geburt sind meine Eltern von Tarsch/Latsch nach Marling gezogen, wo ich aufgewachsen bin. Nach dem Abschluß der Volksschule in Marling und der Mittelschule in Algund habe ich das humanistische Gymnasium-Lyzeum im Johanneum in Dorf Tirol besucht und mit der Matura abgeschlossen. Anschließend habe ich einen Lehrgang zur Befähi-
gung als Gemeindesekretär absolviert und im Oktober 1983 mit Erfolg beendet. Gleichzeitig habe ich denMilitärdienst in Milland/Brixen abgeleistet. Im September 1984 habe ich die Stelle eines Gemeindesekretärs in Plaus angetreten, die ich bis zum Wechsel nach Moos innegehabt habe. Da ich noch ledig bin, wird es mir sicher nicht schwer fallen, mich hier schnell einzuarbeiten, und ich hoffe dabei auf eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeindeverwaltern und Angestellten, aber auch mit der gesamten Bevölkerung. Die Redaktion wünscht Herrn Urban Rinner jedenfalls viel Freude und Erfolg in seinem neuen Arbeitsbereich.
Wichtiges aus der Gemeindestube Bei der Ratssitzung vom 22. März 1988 wurden folgende wichtige Beschlüsse gefaßt: - Der Haushaltsvoranschlag der Gemeinde für das Finanzjahr 1988, der Einnahmen und Ausgaben von ca. L. 2.888.000.000 vorsieht, wurde genehmigt. - Für die Erweiterungszone »WaIdviertel- in Platt, wo demnächst die ersten Grundzuweisungen vorgenommen werden können, wurde die Annahme des zinsfreien Darlehens für den Erwerb der Flächen für den geförderten Wohnbau und die Erschließung, sowie dessen Rückzahlung beschlossen.
- Für die Freiw. Feuerwehren Moos, Platt und Rabenstein wurden die Rechnungslegungen 1987 und die Haushaltsvoranschläge 1988 genehmigt. - Folgende Bauleitplanänderungen wurden genehmigt: a) Neuabgrenzung der bestehenden Erweiterungszone »Sandin Moos; b) Eintragung einer Zone für öffentliche Einrichtungen in der Fraktion Rabenstein für den Bau einer Umsetzeranlage; c) Erweiterung des öffentlichen Parkplatzes in Stuls.
von Moos
- Für die Sanierung des Ortszentrums von Moos (Bau einer Bushaltestelle und eines Gehsteiges) wurde die Vergabe der Arbeiten im Wege der Privatverhandlung an die Rrma Raich Anton beschlossen. - Die Endabrechnung für die Baulose 6/A und 6/B der Straße Platt - Pfelders wurde genehmigt.
- Der Beitritt der Gemeinde an das »Konsortiurn Elektrowerk Rabenstein G. m. b. H.« wurde beschlossen sowie die entsprechenden Satzungen genehmigt. MATURANTEN
1987 (Ergänzung)
Gottfried Ennemoser, Moos/Pill 143 Landwirtschaftliche Oberschule
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Wichtige Gemeinderatsbeschlüsse St. Leonhard Ratssitzung vom 30. November 1987
Ratssitzung vom 21. Dezember 1987
- Das Ausführungsprojekt der durch die Unwetter vom 18.Juli zerstörten Mörrerbrücke, ausgearbeitet von Dr. Siegfried Unterberger wird genehmigt (Kosten L. 611.800.000). Die Arbeiten werden im Privatverhandlungswege ausgeschrieben.
- Es werden die Rechnungsrevisoren für die Abschlußrechnung der Gemeinde, für das MitteIschulkonsortium, das Bezirksaltersheim, den Abwasserverband und das Altersheim St. Martin ernannt. - An Herrn Erwin Haller, Innerwalten, wird eine Mietautolizenz vergeben. - Für die Sanierung des MitteIschuldaches wird eine Zusatzkostenschätzung von 53 Millionen Lire genehmigt. - Für den Bau des Parkplatzes am Waltnerbach wird eine Zusatzkostenschätzung von 68,5 Millionen Lire genehmigt (neue Stahlträger). - Herr Ing. S. Unterberger wird mit der Erstellung eines Ausführungsprojektes für eine Zivilschutz-Geräte halle beim Vereinshaus beauftragt.
- Die Bereitschaft, dem Konsortium »Hirzer Seilbahn« beizutreten, wird nach längerer Diskussion beschlossen. Die endgültige Beschlußfassung soll aber erst später, wenn alle Fragen in Zusammenhang mit der Aktienübernahme genau geklärt sind, erfolgen. - In Zusammenhang mit dem Bau des Elektrowerkes wird die Aufnahme eines Darlehens in der Höhe von Lire 2.680.000.000 bei der Depositenbank in Rom beschlossen.
Ratssitzung vom 9. Februar 1988 - Es wird zum Landesraumordnungsplan Stellung bezogen und man beantragt folgende Ergänzungen: St. Leonhard soll als Mittelzentrum eingetragen werden; Eintragung der Mülldeponie und des E-Werkes Walten; Ausbau der Jaufenstraße und Jaufendurchstich; St. Leonhard sollte Sprengelsitz werden; das Großkraftwerk mit den Ausbaustufen Moos und St. Martin soll gestrichen werden und dafür kleineren Werken Platz geboten werden. - Alle Anlagen bzw. Arbeiten in Zusammenhang mit dem Bau des Elektrowerkes St. Leonhard im Gesamtwert von 5,36 Milliarden Lire werden ausgeschrieben. - Es wird eine Partnerschaft mit der Gemeinde Fuchsmühl (BRD) geschlossen. - Der Bau der Mörrer-Brücke wird an die Fa. Decobau (Aufschlag 1,13%) vergeben.
50 Jahre Vinzenz-Konferenz St. Leonhard Ein Jubiläum ist ein willkommener Anlaß, um eine Rückschau zu halten, um die Umwelt auf erbrachte Leistungen aufmerksam zu machen, Zukunftspläne auszuarbeiten und Schwerpunkte zu setzen. Das alles geschah anläßlich der 50-Jahr-Feier der Vinzenzkonferenz zum hl. Leonhard, einem Verein von Mitbürgern, die sich zum Ziel gesetzt haben, nach dem Vorbild des hl. Vinzenz von Paul Menschen, die in materieller und seelischer Not sind, schnell und unbürokratisch zu helfen. Am Sonntag, 17. Jänner 1988 gestaltete der geistliche Assistent der Konferenz, Dekan P Dr. Ulrich Gasser, eine Festmesse, bei der er das hohe Verdienst der Konferenz und die Notwendigkeit ihres Dienstes hervorhob und den Mitgliedern für ihren selbstlosen Einsatz dankte. Die Gläubigen spornte er an, die Anliegen der Konferenz weiterhin zu unterstützen. Nach dem Gottesdienst trafen sich die Ehrengäste - unter ihnen Zentralpräsident Dr. Tassilo von Guggenberg und Mitglieder des Bezirksrates - im neueröffneten Bezirksaltersheim St. Barbara unmittelbar neben der Pfarrkirche, wo Gemeindesekretär Sieg-
fried Pfeifer die staunenden Gäste durch das Haus führte. Eine Gruppe von Kindern und Eltern erfreute die Heiminsassen und Gäste durch die gelungene Darbietung eines Spielstücks aus dem Heilsgeschehen. Daraufhin lud der langjährige Präsident der Konferenz, Herr Eduard Hofer selbst noch Gründungsmitglied - die Gäste zu einem gemeinsamen Mittagessen in sein Haus, wo Dekan Dr. Gasser seitens der Kirche und Assessor Dr. Albin Pixner seitens der Marktgemeinde der vlnzenzkonterenz und ihrem tüchtigen Präsidenten öffentlichen Dank und gebührende Anerkennung aussprachen - einen Dank, den Präsident Hofer ergriffen erwiderte. Schuldirektor Andreas Arnold stellte die von ihm gestaltete Festschrift vor. Diese Schrift ist nicht nur eine Vereinschronik, sondern auch ein lebendiges Spiegelbild von Höhen und Tiefen, die im Laufe der vergangenen 50 Jahre St. Leonhard und das Passeiertal geprägt haben. Bemerkenswert ist das Deckelbild, einen hl. Leonhard aus der hl. Kreuzkirche darstellend: Beweis für die hochstehende Kultur eines Gebirgstales um 1500.
Der Präsident der Vinzenz-Konferenz, Herr Eduard Hofer, im Gespräch mit dem geistlichen Assistenten, Dekan P. Dr. Ulrich Gasser. DR WINT Schtroachit und ziwiedr und er leggse nit niedr. Er nimp cfi ba di Zottlin do hilftr kuen prottlin Und er ziacht und er zuicht und er blost boldr fluicht Anna Lanthaler
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KVW Ortsgruppe St. Martin mit neuer Führung
Vor kurzem hat die Ortsgruppe des KVW St. Martin ihre Jahreshauptversammlung im Vereinssaal von St. Martin abgehalten. Zirka 150 Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Obmann Hermann Schwarz konnte neben den erwähnten Mitgliedern L.-Abg. Rosa Franzelin, Bürgermeister Sepp Pichler, Sozialassessor Sepp Öttl, Sozialfürsorgerin Renate Ambach vom Bezirk Meran, sowie die Mitglieder des Ausschusses der Ortsgruppe willkommen heißen. Im anschließenden Tätigkeitsbericht erhielten die Anwesenden eine kurze Zusammenfassung über das Arbeitsprogramm des abgelaufenen Jahres. Schwerpunkt war auch in diesem Jahr die Abhaltung von verschiedenen Kursen, besonders die Italienisch- und Englischkurse wurden rege besucht. Der KVW von St. Martin führte auch letztes Jahr eine Kaffeeaktion auf Talschaftsebene durch, leistete seinen Mitgliedern Unterstützung in verschiedenen sozialen Bereichen, auch über das KVW-Patronat, organisierte eine Fahrt der alten Leute und unterstützte den Pfarrgemeinderat in den Bemühungen zur Bekämpfung des Alkoholproblems bei Jugendlichen. Auch die Witwenarbeit wurde im Jahr 1987 nicht vernachlässigt und die Vertreterin im Kvw, Frau Maria Oberhofer konnte auf eine rege Tätigkeit zurückblicken. Dankesworte richtete die KVW-Führung an die Adresse der Gemeindeverwaltung, konnten doch im vergangenen Jahr eine Reihe von Vorhaben verwirklicht werden. So konnte der Gehsteig entlang der Staatsstraße zur Handwerkerzone bis auf die Beleuchtung fertiggestellt werden. Von Seiten des Landes wurde die Zusicherung zur Errichtung von überdachten Bushaltestellen erreicht. Mit Frau Johanna Haller in Eschgfäller konnte endlich nach mehreren Bemühungen eine geeignete Person als Alten- und Familienhelferin eingestellt werden. Frae, Eschgfäller versieht seit Jahresbeginn diesen Dienst in der Gemeinde St. Martin. Damit ist es der Gemeindeverwaltung gelungen, auch für die älteren und betagten Mitbürger der Gemeinde einen kleinen Beitrag zu leisten. Mit Unterstützung des Pfarrgemeinderates, allen voran Pfarrer Alois Wallnöfer und der Gemeindeverwaltung, sowie durch den Einsatz des Vigil Raffl ist es einer Gruppe von interessierten und bedürftigen Bürgern gelungen, den freien Grund
in der Erweiterungszone Widumanger zu erwerben. Sie können somit dem Ziel der Errichtung einer Eigentumswohnung entgegensehen. Dadurch erhofft sich die Gemeindeverwaltung eine kleine Linderung im Bereich des Wohnungsbedarfes. Bürgermeister Sepp Pichler richtete im Anschluß ebenfalls Dankesworte an die Führung des KVW St. Martin. Er versprach auch weiterhin die Unterstützung der Gemeindeverwaltung für die Belange des Kvw, damit auch im kommenden Jahr einige bereits zum Ziel gesetzte Vorhaben verwirklicht werden können. So soll im heurigen Jahr das Teilstück des Gehsteiges entlang der Hauptstraße bis zur Straßenkreuzung Süd fertiggesteIlt werden. Die Nordausfahrt soll ebenfalls verbreitert und die gefährliche Kreuzung entschärft werden. Auch will man die Möglichkeit zum Erhalt einer eigenen Apotheke in St. Martin wahrnehmen. Das bereits im letzten Jahr begonnene Programm zur Errichtung von Kinderspielplätzen soll heuer fortgesetzt werden. Weiters wird man versuchen, die immer noch akute Wohnungsnot in St. Martin mit der Möglichkeit der Ausweisung neuer Bauzonen etwas zu lindern. Das Wohnbauinstitut ist in St. Martin derzeit mit der Errichtung weiterer Sozialwohnungen beschäftigt. L.-Abg. Rosa Franzelin erläuterte den Anwesenden die Problematik des geförderten Wohnbaues und der Wohnbauförderung des Landes im allgemeinen. In einer Aufzeichnung konnte sie feststellen, daß die Wohnbauförderung in Südtirol im Vergleich zu anderen Gebieten weit voraus ist. In keinem anderen Land, nichteinmal in den oft gepriesenen Nachbarländern gibt es eine solche Förderung. Auf diesem Gebiet hat die Landesregierung in den letzten Jahren wahrhaft Großartiges geleistet. Frau Franzelin wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, daß Wohnbauförderung auch Wirtschaftsförderung bedeute. Wenn man bedenkt, wieviel Geld durch die Wohnbauförderung auch nach St. Martin geflossen ist, so kann man zweifelsohne behaupten, daß dadurch auch der hiesigen Wirtschaft unter die Arme gegriffen worden ist. Leider wird diese Tatsache von den Wirtschaftsbetreibenden oft nicht zur Kenntnis genommen, ja sogar in Abrede gestellt. Wohnbauförderung sei zugleich auch die Möglichkeit der Vermögensbildung für die Arbeiter und Angestellten, be-
tonte die L.-Abg. zum Schluß ihres Vortrages. Frau Renate Ambach vom Bezirk Meran erläuterte den Anwesenden die wichtigsten Bestimmungen auf dem Gebiet der Sozialfürsorge und wartete zum Schluß mit der Mitteilung auf, daß zu Jahresbeginn wieder ein Passeirer hauptamtlicher Sozialfürsorger von Passeier wird, und zwar in Person des Stefan Frötscher. Zum Schluß wurden die fälligen Neuwahlen des Ortsausschusses durchgeführt. Die bei dieser Versammlung gewählten Mitglieder wählten in einer späteren Sitzung die neue Führung des Ortsausschusses. Diese Wahl brachte eine Wechsel an der Führungsspitze. Der bisherige Obmann, Herr Hermann Schwarz wurde durch Herrn Sepp Öttl abgelöst. Herr Sepp Öttl wurde mit großer Stimmenmehrheit bei der Hauptversammlung in den Ausschuß und von diesem zum neuen Obmann der Ortsgruppe St. Martin gewählt. Herr Öttl ist in St. Martin keine unbekannte Person,wurde er doch bei den letzten Gemeinderatswahlen mit den zweithöchsten Vorzugsstimmen in den Gemeinderat und von diesem in den Gemeindeausschuß gewählt. Als Gemeindeassessor bekleidet er seit seiner Wahl auch das Amt des Sozialassessors von St. Martin. So kam die Wahl zum Obmann der KVW-Ortsgruppe von St. Martin nicht von ungefähr. Herr Sepp Öttl hat sich seit seinem Arbeitsantritt im Jahr 1971 in St. Martin stets für die Belange der Bevölkerung eingesetzt und hat dies durch die Mitarbeit in zahlreichen Vereinen des Dorfes bekräftigt. Besonderen Einsatz hat er auf dem Gebiet des sozialen Wohnbaues in St. Martin gezeigt. Der neue Obmann der Ortsgruppe St. Martin arbeitet seit Jahresbeginn bei der Hauptagentur der Landesversicherung in St. Leonhard. Jeden Dienstag hält er im Gemeindeamt von St. Martin in der Zeit von 18 bis 19 Uhr Sprechstunde. Zu seinem Stellvertreter und zum Kassier wurde ebenfalls mit großer Mehrheit der bisherige Obmann der Gruppe, Herr Hermann Schwarz gewählt. Hermann Schwarz ist der Geschäftsführer der Firma King in St. Martin. Er wurde an Stelle des zurückgetretenen Anton Ennemoser in den Ausschuß gewählt. In seinem Amt als Schriftführer wurde Herr Hans Raich bestätigt. Zur Frauenvertreterin wurde Armida Theiner und zu deren Stellvertreterin Eisa Marth gewählt. Die
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einzelnen Fraktionsvorsteher sind Martina Marth, Marialuise Reinstadler, Simon Raich, Karl Tschöll, Max Karlegger, Christine Kröss, Maria Weger und Sepp Pichler. Witwenvertreterin bleibt weiterhin Frau Maria Oberhofer, zur neuen Ju endvertreterin wurde Lydia Pichler gewählt. Frau Maria Schweigl vom Buacherhof ist die Fraktionsvertreterin von Mörre. Zum Schluß bedankte sich der neue Obmann bei seinen Mitgliedern für
das ihm entgegengebrachte Vertrauen und versprach, sich tatkräftig für die Belange des KVW einzusetzen. Er dankte im Namen aller Mitglieder den scheidenden Ausschußmitgliedern, besonders Herrn Anton Ennemoser, der jahrelang die Geschehnisse der Ortsgruppe mitgeprägt hat. Dankesworte gingen auch an den bisherigen Obmann, Herrn Hermann Schwarz für seinen Einsatz in der Ortsgruppe.
Das Bezirksaltersheim in SI. Leonhard hat seinen Betrieb aufgenommen Nach über vierjähriger Bauzeit konnte das Bezirksaltersheim von St. Leonhard, welchem die Bezeichnung »Bezirksaltersheim St. Barbara« gegeben worden ist, bis Ende 1987 soweit fertiggestellt werden, daß die Betriebsaufnahme für die ersten Jännertage 1988 geplant werden konnte. Der Bau des Bezirksaltersheimes hat ca. 3 Milliarden Lire gekostet. Dieser Betrag wurde fast vollständig mit Mitteln finanziert, die über die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt vom Land zur Verfügung gestellt wurden. Ein kleiner Teil der Baukosten sowie der Ankauf des Baugrundes ist von den drei Gemeinden des Passeiertales finanziert worden. Für die Einrichtung des Altersheimes mußte ein Gesamtbetrag von ca. 1 Milliarde Lire aufgebracht werden. Dieser Betrag wurde für den Teil von L. 270.000.000 durch einen Beitrag des Landes Amt für Altenbetreuung und für den Teil von L. 80.000.000 durch einen Beitrag des Landes - Amt für Gesundheitswesen abgedeckt. Ein Betrag von ca. L. 150.000.000 wurde durch direkte Ankäufe von Seiten des Landes - Assessorat für Gesundheitswesen (Einrichtung der Pflegestation und medizinische Geräte) finanziert. Der verbleibende Teil von ca. Lire 500.000.000 mußte direkt von den Gemeinden St. Martin, St. Leonhard und Moos in Passeier aufgebracht werden. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß die Volksbank Meran ein Fahrzeug für das Bezirksaltersheim gespendet hat. Die Türenfabrik Sebastian Pfitscher hat dem Altersheim ein Fernsehgerät geschenkt. Auch die Raiffeisenkasse Passeier hat ihre Bereitschaft bekundet, die Kosten für einige noch fehlende Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände zu übernehmen. Das Altersheim wurde nach den derzeit geltenden Vorschriften geplant
und errichtet und lehnt sich von seinem Konzept her an bereits bestehende Altersheime in Vorarlberg an. In diesem österreichischen Bundesland sind mustergültige Altersheime errichtet worden, und Vorarlberg nimmt im Bereiche der Altersheime derzeit eine führende Stellung ein. Vor allem bei der Raumeinteilung und Raumgestaltung hat sich der Planer des Altersheimes, Herr Dr. Arch. Paul Gamper aus Meran die Erfahrung verschiedener Altersheime in Vorarlberg, aber auch in Südtirol zu Nutze gemacht. Das Altersheim von St. Leonhard besteht aus zwei Abteilungen, und zwar einer Altenwohnabteilung mit insgesamt 25 Betten sowie einer Pflegeabteilung für Langzeitkranke mit 16 Betten. Neben den Zimmern, die ebenerdig (Pflegeabteilung) und im Obergeschoß (Altenwohnabteilung) liegen, sind im neuen Altersheim von St. Leonhard alle weiteren notwen-
digen Räumlichkeiten und Anlagen für eine einwandfreie Betriebsabwicklung untergebracht. Im Untergeschoß befinden sich neben den erforderlichen Lagerräumen die Küche, der Speisesaal, ein Aufenthaltsraum, ein Hobbyraum, ein Gymnastikraum, die Räume, in denen die Wäscherei und das Bügelzimmer untergebracht sind, die Hausmeisterwohnung, der Heizraum sowie der Raum für das Notstromaggregat. Außerdem befinden sich im Untergeschoß die zu jedem Zimmer gehörigen kleinen Keilerräume, in denen die Altersheimbewohner verschiedene, ihnen lieb gewordene Gegenstände unterbringen können. Ebenerdig liegen das Arztambulatorium, die Hauskapelle, das Büro für die Heimleitung, eine Stube und ein Tagesraum. Im Obergeschoß befinden sich neben den Zimmern für die Altenwohnabteilung die Zimmer und ein Aufenthaltsraum für das Personal und ein Tagesraum. Sowohl für die Altenwohnabteilung als auch für die Pflegeabteilung sind jeweils ein Dienstzimmer für das Pflegepersonal, ein Stockbad und weitere sanitäre Einrichtungen vorgesehen. Alle Stockwerke sind über einen Aufzug erreichbar. Der gesamte Altersheimbau wird durch eine moderne, elektronische Brandmeldeanlage überwacht, die aufgrund der nunmehr geltenden strengen Bestimmungen im Bereich des Brandschutzes in öffentlichen Gebäuden eingebaut werden mußte. Gerade die umfangreichen Auflagen, die das Feuerwehrinspektorat hinsichtlich der Vorkehrungen für den Brandschutz gemacht hat, haben eine erhebliche Verzögerung des Bau(Fortsetzung auf Seite 12)
Im Bild die Heimleiterin (rechts hinten) mit einem Teil der Heiminsassen und des Personals.
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Das Bezirksaltersheim in St. Leonhard hat seinen Betrieb aufgenommen (Fortsetzung von Seite 11)
fortganges bewirkt. Besonders erwähnenswert ist das bewußt großzügig gestaltete Treppenhaus, weiches gleichzeitig als Aufenthaltsraum genutzt werden kann, und welches den Heimbewohnern die Möglichkeit bieten soll, das Geschehen im Hause zu verfolgen und auch als Ort der Begegnung für die Heimbewohner gedacht ist. Angenehm fällt die Gestaltung um das Altersheim auf, besonders die gelungene Bepflanzung entlang der dort angelegten Spazierwege. Anfangs Jänner 1988 konnte das Bezirksaltersheim von St. Leonhard endlich seinen Betrieb aufnehmen, und zwar vorerst mit der Altenwohnabteilung. Bereits früher haben die beiden Deutschordensschwestern Sr. Susanna Egger und Sr. Theodora Egger ihren Dienst im Altersheim aufgenommen und sich vor allem der Reinigung des Neubaues angenommen. Am 2. Jänner 1988 haben die ersten Bediensteten des Altersheimes und zwar Herr Paul Pichler aus St. Leonhard (Koch), Herr Oswald Righi aus St. Leonhard (Hilfskoch), Herr Gregor Ennemoser aus Moos (Hausmeister) und Frl. Irma Lattanzi (Putzfrau/Wäscherin) ihre Stellen im Altersheim angetreten und unter der Aufsicht der Heimleiterin Sr. Susanna Egger die notwendigen Vorbereitungen für die Ankunft der ersten Heimgäste getroffen. In der Zwischenzeit sind bereits 20 ältere Leute im Bezirksaltersheim von St. Leonhard untergebracht, und innerhalb der nächsten Monate wird die Altenwohnabteilung voll besetzt werden. Ebenfalls soll bis zum Sommer der Betrieb in der Pflegeabteilung zumindest teilweise aufgenommen werden. Die Inbetriebnahme der Pflegeabteilung des Bezirksaltersheimes ist von der Verfügbarkeit des erforderlichen Krankenpflegepersonals abhängig, und besonders bei der Einstellung der insgesamt fünf vorgesehenen Berufskrankenpflegerinnen ergeben sich Schwierigkeiten. Für die ärztliche Aufsicht über die Pflegeabteilung ist von der Sanitätseinheit Meran/West bereits Herr Dr. Manfred von Sölder bestimmt worden. Die Kosten für die Unterkunft im Bezirksaltersheim von St. Leonhard sind vorerst mit L. 20.000 je Tag für die Unterkunft in Doppelbettzimmer-n und mit L. 22.000 je Tag für die Unterbringung in Einzelzimmern festgelegt worden. In diesem Zusammenhang
sei erwähnt, daß der Kostenanteil, für welchen die Heimbewohner und deren Angehörigen aufgrund eines zu niedrigen Einkommens nicht selbst aufkommen können, von der zuständigen Wohnsitzgemeinde übernommen werden muß. Bei der Heimaufnahme müssen aufgrund der Satzungen des Konsortiums für die Führung des Bezirks-
altersheimes die Bewerber, die in den drei Gemeinden des Passeiertales wohnhaft sind, vorrangig behandelt werden. Sollten allerdings Heimbetten freibleiben, so ist die Altersheimverwaltung verpflichtet, diese an Interessenten, die in einer der Gemeinden der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt wohnhaft sind, zu vergeben.
Handelsplan sieht Neuerungen in St. Leonhard in Passeier vor
Die mit Landesgesetz Nr. 68 vom 24. Oktober 1978 genehmigte HandeIsordnung verpflichtet die Gemeinden, einen Plan zur Entwicklung und Angleichung des Verteilungsnetzes kurz Handelsplan genannt - zu erstellen. Das Ziel ist, im Ortshandel möglichst ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu schaffen. Dabei sind auch die urbanistischen Gegebenheiten zu beachten, wobei St. Leonhard als Marktgemeinde auch eine gewisse zentralörtliche Bedeutung zukommt. Der Plan, den der zuständige Assessor Nikolaus Folie von Dr. Hans Feichter ausarbeiten ließ, teilt das Gemeindegebiet in zwei Handelszonen: die Handeiszone I umfaßt den Hauptort mit ca. 1.300 Einwohnern (40%), die Handeiszone 11das übrige Gemeindegebiet mit ca. 1.900 Einwohnern (60%). Die Anzahl der Einzelhandelsbetriebe beträgt derzeit 43, wovon 30 in der Handelszone I und 15 in der HandeIszone 11liegen. Der Großteil des Handeisgeschehens spielt sich also im Hauptort ab, die restlichen Betriebe sind großteils Kioske, Tankstellen oder Reparaturwerkstätten längs der Hauptstraßen. Insgesamt steht eine Verkaufsfläche von 2.304 m2 zur Verfügung, wovon wiederum 80% im Hauptort liegen. Von den genannten Betrieben verkaufen 8 Lebensmittel, 9 sind Gemischtwarenbetriebe und 26 NichtLebensmittel-Betriebe. Die Handelsbetriebe werden durchwegs vom Betriebsinhaber unter Mithilfe von Familienmitgliedern geführt. Großteils handelt es sich um traditionelle Gemischtwarengeschäfte mit einer Vielzahl von Warentabellen und mit einem zwar breiten, aber wenig spezialisier-
ten Angebot. Nur einzelne haben sich auf bestimmte Produkte spezialisiert. St. Leonhard weist daher laut Dr. Feichter eine verhältnismäßig veraltete Handelsstruktur auf, in der zeitgemäße Verkaufsformen fehlen (wie z. B. Selbstbedienung). Die Folge ist ein ausnahmsweise starker Abfluß von Käufern in andere Gemeinden, vor allem in die Großhandelsbetriebe oder Einzelhandelsmärkte nach Meran. So errechnet der Planer beispielsweise für die Güter des täglichen Bedarfs, daß etwa die Hälfte der Waren außerhalb von St. Leonhard eingekauft werden. Der Handelsplan macht nun anhand der Einwohner und Nächtigungszahlen detaillierte Vorschläge, wie die Handelsstruktur in St. Leonhard verbessert und den künftigen Erfordernissen angepaßt werden kann. Er empfiehlt eine Bereinigung im Bereich der Warenlisten (Spezialisierung auf weniger Waren), die Erweiterung der Verkaufsflächen und die Einführung zeitgemäßer Verkaufsformen. So sind beispielsweise in der Warentabelle I (Lebensmittel) im Zeitraum 1987-1990 Erweiterungen im Ausmaß von 130 m2 möglich. Der Plan schreibt weiters vor, inwieweit in den einzelnen Warenlisten neue HandeIsermächtigungen erteilt werden können und wo das Verkaufsnetz bereits gesättigt ist. Der Vorteil des Planes liegt vor allem darin, daß Handelsermächtigungen in Zukunft nicht mehr nach dem Gutdünken der zuständigen HandeIskommission erteilt werden, sondern daß diese schwierige Aufgabe nun nach einem klaren, wissenschaftlich erarbeiteten Konzept erfolgen kann. Der Plan liegt zur näheren Einsichtnahme im Gemeindeamt auf.
Eigentümer und Herausgeber: Josef Pichler, Trifter Weg 2/b, SI. Martin in Passeier. Druck: Riridruck, Goethestra6e 93. Verantwortlich für den Inhalt im Sinne des Pressegesetzes: Dr. Gerhard Reischmann.
Erscheint drei monatlich. - Eingetragen beim Landesgericht Bozen mit Dekret Nr. 11/87 vom 29.05.1987. Redaktionskomitee: Robert Haniger, Dr. Heinrich Hofer, Josef Kofler, Karl Lanthaler, Josef Pichler, Ubald Pichler, Dr. AJbin Pixner, Arnold Rinner, Josef ättI.