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2016

Passauer land Das Magazin

für Urlaub in Niederbayern

Flüsse Wälder Thermen n r e y a B Bier in he L

Bayerisc

Mehr als nur ein Mythos

Erfrischend

Würzig

Wohltemperiert

Beeindruckende Braukultur und ein uriges Wirtshaus im Passauer Land Wohlfühltage mit Wildkräutern: So kommt Pep auf den Tisch

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sstell andesau

Biken mit einem echten Profi: Rottal Total mit Reiner Weyrauther

Winterspaß im Thermenland 1


Inhalt

Der besondere

Tipp:

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www.passauca

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„Griaß Di“ im Passauer Land ................................................................... Seite 4

Bier in Bayern Urbayerisch ................................................................................................. Seite 6 Cervisiam bibat ....................................................................................... Seite 10 Die bayerische Landesausstellung 2016 in Aldersbach.................... Seite 14 Historische Räume für die Landesausstellung ................................. Seite 18 Das Apostelbräu ....................................................................................... Seite 22 Der Weissbräu von Kösslarn ................................................................. Seite 28 Ein Wirtshaus wie kein zweites ............................................................ Seite 32

Aktiv Eldorado für Mountainbiker ................................................................. Seite 34 Entspannen in den Thermen Bad Füssings ........................................ Seite 48

Natur Ungewöhnlich schöne Aussichten ....................................................... Seite 40

Lieblingsplätze Eine Liebe ... .............................................................................................. Seite 42

Natur und Kulinarik Wildkräuter bringen Pep auf den Tisch ............................................. Seite 44

Kulinarik Würze Dein Leben ................................................................................... Seite 46

doch ganz schön was los! Veranstaltungen 2016 ............................................................................ Seite 54

Impressum Herausgeber: Tourist-Information Passauer Land Domplatz 11 . 94032 Passau Telefon: 0851/397-600 Fax: 0851/397-488 Mail: tourismus@landkreis-passau.de . Net: www.passauer-land.de Bilder: Titel: Brauerei Aldersbach Inhalt: Robert Geisler, Tourist-Information Passauer Land, Gemeinde Aldersbach, fotolia.com Idee, Redaktion, Gestaltung + Druck: Donaudruck GmbH, Vilshofen . Net: www.donaudruck.de Auflage: 25.000, © Donaudruck, Vilshofen 2015

Unsere Tipps:

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Naturerlebnis

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n Radel-Tipp n Familien-Tipp n Bade/Gesundheits-Tipp n Golf-Tipp n Kulinarischer

erlebnis

Genuss

n Kultur-

n Wintersport-Tipp

Die Zeitschrift, alle in ihr enthaltenen Abbildungen, Beiträge sowie Anzeigen sind urheberrrechtlich geschützt. Abdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung!

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Bier in Bayern Die Bayerische Landesausstellung 2016 in Aldersbach

Liebe Leserinnen und Leser, Feste soll man feiern, wie sie fallen. 2016 werden wir im Passauer Land ein ganz besonderes Fest feiern: Zum Jubiläum „500 Jahre Reinheitsgebot“ veranstaltet das Haus der Bayerischen Geschichte in Aldersbach die Landesausstellung „Bier in Bayern“. Einen besseren Standort könnte es für dieses Großereignis nicht geben: Aldersbach schafft als Barock-Juwel mit der weltberühmten Asam-Kirche, dem ehemaligen Kloster mit seinen Prunkräumen und der Brauerei einen einzigartigen Rahmen für eine Landesausstellung, die zeigen wird: Bier, Bayern, Tradition, reiche Geschichte und Aufgeschlossenheit für das Neue gehören zusammen. Sind wir also gespannt auf eine interessante Landesausstellung voller Überraschungen und ein Rahmenprogramm, das Genuss mit allen Sinnen verspricht. Eingebettet ist diese Mischung in die traditionelle Gastlichkeit des Passauer Landes. Denn was wäre eine Ausstellung, in deren Mittelpunkt unser gutes Bier steht, wenn nicht auch kulinarische Freuden auf dem Programm stünden. Die folgenden Seiten werden schon einen Vorgeschmack auf das geben, was uns vom 29. April bis 30. Oktober in Aldersbach erwartet. Ich bin sicher, dass bereits beim Lesen der Funke der Begeisterung überspringt, die uns alle schon bei der Vorbereitung der Ausstellung erfasst hat. Die folgenden Seiten werden auch Lust machen auf die Vielfalt und die Herzlichkeit, die das Passauer Land auszeichnen. „Grenzenlos aktiv“ ist das Motto einer Region, die sich gemeinsam mit den Nachbarn in Oberösterreich und Böhmen als attraktives Ziel im Herzen Europas versteht. Gehen Sie also auf Entdeckungsreise im Dreiländereck, lassen Sie sich überraschen vom Passauer Land! Das wünscht Ihnen Landrat Franz Meyer

PS: Kennen Sie bereits unser Passauer Land? Was haben Sie hier selbst schon erlebt? Scheuen Sie sich nicht und schreiben Sie uns. Gerne auch mit Bild. Vielleicht ist Ihre Geschichte ja einen Beitrag wert, in „Passauer Land“. Mail: redaktion@passauer-land.de

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Passauer land

Flüsse, Wälder und Thermen Vielfalt, Offenheit und Herzlichkeit genießen im Passauer Land

"Griaß Di !“

Wer gleich so bei uns begrüßt wird, muss sich nicht wundern. Das kann einem überall passieren im Passauer Land. Völlig normal! Ebenso, dass nicht lange um den heißen Brei herum geredet wird. Nur wenige der liebenswerten Eigenheiten von Land und Leuten, denen man hier begegnen kann. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass wir vielerorts lange Zeit eigenständig waren. Über Jahrhunderte hinweg, bis 1806. Denn erst zu Napoleons Zeiten kam das Passauer Land zu Bayern. So wie wir es heute kennen. Natürlich aber hat uns und unsere Kultur die Natur hier stark geprägt. Wald und Wasser – das war im Passauer Land schon immer wichtig. An den großen Lebensadern Donau und Inn. Mächtige Transportachsen für Salz, Holz und anderes wertvolles Handelsgut, das manchen Ort hier zum Blühen brachte. Inzwischen eine der beliebtesten Kreuzfahrt-Destinationen in Europa. Es gibt aber noch manches andere, was viele an unserer Region heute schätzen: Die „Weite und Tiefe“, so wird uns zum Beispiel häufig gesagt – unbeschreibliche Panoramen, egal an welchem Punkt. Eine einzigartige Naturidylle und prächtige Kulisse für eine Unzahl an Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten – in drei Urlaubsregionen und insgesamt acht Feriengebieten. Ein Paradies, mitten in Europa! So groß wie Gran Canaria. Nur eben vielfältiger. Und vor allem: Sehr viel näher! herrlich spektakulär unspektakulär. 4

Der Bayerische Wald "Griaß Di !“

Bei uns im Südlichen Bayerischen Wald! Mit seiner unnachahmlichen Weite und Tiefe, wie man sie nur hier so genießen kann. Seinen sanften Hügeln, urtümlichen Flusstälern und herrlichen Ausblicken. An den Ausläufern des mächtigsten Waldgebietes in Europa. Unendliche Freiheit, das ganze Jahr!

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Auf den Spuren der Säumer und Panduren. Wo alles noch ganz wild und ungezähmt ist. Und man noch Unerwartetes entdecken kann – in der urwüchsigen Flusslandschaft der Ilz, der „schwarzen Perle“, und ihrer wilden Kinder. Oder alte Kultur erleben, hautnah – im Land der drei Burgen mit seinen idyllischen Badeseen. Wo es nicht nur eines der größten Freilichtmuseen Europas gibt, sogar wilde Bisons und Indianer. Vogelwild!

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Das Donautal Griaß Di !“ Bei uns im Bayerischen Donautal! "  An einer der mächtigsten Lebensadern Europas. Die so viele Grenzen überwindet wie kein Strom sonst auf der Welt. Einem der schönsten Abschnitte in einer der markantesten Flusslandschaften. Aktivurlaub, Natur- und Kulturerlebnis auf 55 Flusskilometern Länge. Mitten im Passauer Land!

Das Bayerische Golf- & Thermenland Griaß Di !“ Bei uns im Bayerischen Golf- und Thermenland! "  Herzlich willkommen in einem der beliebtesten Erholungs- und Gesundheitszentren Europas, im Paradies für Golfer, im Himmel kulinarischer Genüsse! In allem, was gut tut, für Körper, Geist und Seele. Im alten Bauernland. Willkommen in der Bayerischen Toskana!

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Im einstigen Zentrum der Pferdezucht. Dem n alten Bauernland. Wo ischen Rott un d I n man noch altes Brauchw Z tum erleben, aber auch selbst die Pferde satteln kann. Für Entdeckungstouren durch unsere traditionsreiche Kulturlandschaft mit ihren vielen Schätzen. Um die Uhr noch einmal zurück zu drehen in längst vergangene Zeiten oder auch selten gewordene Tierarten zu treffen. Hoch zu Ross, auf dem Drahtesel oder einfach auch zu FuSS!


gscheider We Land !

G r a n i t l a nd

Wo das Land und die Leute „hart, aber herzlich“ sind. Der Stein schon immer unser Leben bestimmt hat. Und der Granit einem in jeder Form begegnet. Ob als beeindruckender Fels in wilder Natur, an aufgelassenen Steinbrüchen oder malerischen Badeseen. Sprichwörtlich auf der Straße – unter den Füßen und an unseren Häusern. Hier kann man ihn in aller Vielfalt erleben. Immer wieder und vor allem in unserem Granitzentrum: auf dem „Weg im Fels“!

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aß Di !“ Bei uns Baye" risc l& hen D onauta ! Kl o ster wi n k e l im

Da wo Niederbayern am ursprünglichsten und die Donau noch unverbaut ist, das Land fruchtbar und das Wasser noch reich an Fischen. Das Bier süffig ist und die Kirchen prächtig sind. Wo man sich schon immer aufs Bauen und Brauen verstanden hat und man auf so manchen bekannten Meister trifft. Der Fluss regelmäßig in Flammen aufgeht und es zwei interessante Inseln gibt. Sogar noch manches mehr. Ein Paradies zu Land und zu Wasser!

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Bad g Füssin

Dort, wo man einst nach Öl gebohrt hat, um noch Wertvolleres zu Tage zu fördern: schwefelhaltiges Heilwasser, das heute in drei modernen Thermen sprudelt. Auf einer Fläche so groß wie mehrere Fußballplätze. In Europas beliebtester Wellness-, Beauty- und Gesundheits-Oase. Wo man wieder Bewegung in die Sache bringt, in Knochen und Gelenke – in Deutschlands größtem Therapiezentrum. Gesundheitsurlaub der Extraklasse!

„Griaß Di!“ Bei uns im Wegscheider Land! Wo alte Handwerkskunst noch einen Boden hat. Und man große Sprünge machen kann, ohne ihn unter den Füßen zu verlieren. Weltbekannt durch seine Skisprung-Schanzen und internationalen Wettbewerbe. Vor allem aber ein Natur- und Erholungsparadies, das sich immer zu entdecken lohnt – ob in Wanderstiefeln oder Schneeschuhen, auf dem Rad oder auch auf Ski. Zu jeder Jahreszeit!

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Wo der Gulden einst in Strömen floss. Und das Wasser seine ganze Kraft zeigt. Wo man brandheiße Geschichte(n) und echte Manöver erleben kann, dunklen Geheimnissen auf die Spur kommt und sogar auf Fischen reiten kann. Die Tier- und Pflanzenwelt einmalig, die Aussicht majestätisch und der Spaß am Radeln und Wandern grenzenlos ist. Ob hoch über der Donau oder direkt am Fluss – ein überwältigender Natur- und Kulturgenuss!

"Griaß Di !“ B ei uns in

Bad Griesbach

Wo man das einmalige „Quellness“ genießen kann: Kuren, Wellness und Golf in einem – um es sich rundum gut gehen zu lassen. Im Paradies für Golfer und Himmel kulinarischer Genüsse. Mit der höchsten Platzdichte und dem Golf-Resort Nummer Eins in Europa. Der besten Küche Niederbayerns. Maßgeschneiderten Wohlfühlund Übernachtungsangeboten. Wo sich auch die Prominenz zu Hause fühlt: „Alles vom Feinsten“. (W)hole in one! 5


Bier in Bayern

Urbayerisch

Ursprünge der Bierkultur in einem der ältesten Landstriche Bayerns ein Domherr namens Chuno, dass von Aschermittwoch bis Ostersonntag täglich zwölf Arme freigehalten werden sollen, mit einer Maß Bier. Ein österlicher Brauch, der noch heute in Teilen Oberösterreichs gelebt wird. Häufig sind es Bierdienste, die dokumentiert werden und damit Aufschluss über die Anfänge des Brauwesens liefern. Gewissermaßen handelt es sich dabei um Vorläufer der Biersteuer. Natural-Abgaben, die von den umliegenden Bauern an die Klöster oder Lehensherren geliefert werden müssen, um deren Eigenbedarf zu decken. Denn das Bier wird in dieser Zeit noch maßgeblich für den Haustrunk gebraut, was in der Regel erst einmal Frauensache ist.

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ass im Gebiet des Bistums Passau schon sehr früh Bier gebraut wird, lässt sich urkundlich ableiten. Bereits im 8. Jahrhundert, so wird vermutet, sollen Mönche in den Benediktiner-Abteien Niederaltaich und Metten die Braukunst beherrschen – den ersten Donau-Klöstern „am Tor der Baiern zum Osten“, die sowohl mit der Grenzsicherung als auch mit dem Landesausbau betraut

Biergeschichte in Bayern

Als das Bier den Wein verdrängt sind. Zu einer Zeit also, als der noch menschenleere (Bayerische) Wald, „der Woid“ im Volksmund, gerade erst besiedelt werden soll. In einer Passauer Urkunde, die zwischen 818 und 838 datiert wird, findet sich jedenfalls eine der ältesten Belegstellen für Bier in Altbaiern. Einer der ersten Hinweise auf die Ursprünge der Braukultur in Ober- und Niederbayern überhaupt. Vor allem im 12. Jahrhundert gibt es dann eine Reihe weiterer interessanter Belege, darunter jener des „Minnetrunks“: 1120 bestimmt

Kaum zu glauben: Wie sich noch heute an manchen Ortsnamen entlang der Donau ablesen lässt, wie zum Beispiel an „Windorf“ oder auch „Winzer“, ist Bayern vorerst lange Zeit kein Bier-, sondern ein Weinland. Das Passauer Land allerdings kein Besonderes. Oft als „richtiger Sauerampfer“ beschimpft, wird hier der Rebensaft in den Schänken meist als Branntwein ausgeschenkt oder auch nur zu Essig verarbeitet. Wenn Bier getrunken wird, dann zu Hause, selbst gebraut und in

Frühes Mittelalter ( 5. - 10. Jahrhundert n. Chr. ) Zahlreiche Klostergründungen, wie z. B. Kloster Niedernburg, Kloster Niederalteich oder Kloster Metten 529 | Benedikt von Nursia verfasst die Regula Benedicti (Beneditkinerregel). Grundstein für die Klosterbraukultur. 6

um 741 | Mönche in Niederaltaich und Metten brauen vermutlich schon Bier.

818 | Ältester urkundlicher Nachweis für Bier in Altbaiern (Ober- und Niederbayern)


einer Qualität, die tatsächlich nur für den Eigenbedarf taugt. Es ist noch nicht das Hauptgetränk, wie ein Brauverbot belegt, das sich Ausgang des 13. Jahrhunderts die Herzöge Ludwig III von Niederbayern und sein Bruder Otto auszusprechen getrauen. Infolge einer Missernte wird das Getreide schließlich fürs Brot gebraucht. Dass Bier eine einträgliche Einnahmequelle sein könnte, wird dann zwar schon wenig später unter Ludwig dem Bayern erkannt – seit 1314 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Seinen eigentlichen Siegeszug tritt es aber erst nach dem dreißigjährigen Krieg an. Die Weinberge an den Donauabhängen des Bayerischen Waldes sind zerstört, zudem hat die kleine Eiszeit inzwischen ihren Höhepunkt erreicht. Denn schon rund dreihundert Jahre zuvor ist es in ganz Europa merklich kühler geworden. Ein gravierender Klimawandel hat eingesetzt, mit sintflutartigen Regenfällen und langen strengen Wintern. Missernten, Hungersnöte und Epidemien sind die Folge, die Pest grassiert. Wolkenbruchartiger Dauerregen bringt 1342 die „Magdalenenflut“ auch zu Donau-Anrainern wie Passau. Die wohl schlimmste Flutkatastrophe in der Geschichte der Stadt, die regelrecht versinkt. Zu dieser Zeit werden im Passauer Land nachweislich bereits fünf Brauereien betrieben. Nicht nur Klosterbrauereien, auch die ersten bürgerlichen. In Hauzenberg gibt es sogar ein Kommunbrauhaus, wie man es später noch häufiger im Passauer Land antreffen wird. Brauen darf vornehmlich der, dessen Bier öffentlich ausgeschenkt wird. Das regelt im eigenständigen Hochstift Passau bereits seit 1331 eine Bräuordnung.

Als Bau- und Braukultur zu blühen beginnen Krieg, Tod und Leid sind noch nicht vergessen, als am 27. April 1662 ein verheerender Brand die Stadt Passau in Schutt und Asche legt. Nur 18 Jahre später, am 29. Juli 1680 dann ein zweites Mal. Längst nicht die letzten Katastrophen, die man im Passauer Land noch erleben wird. Wer die Wirren überstanden hat und dem Tod entkommen ist, den dürstet es jetzt aber erst einmal nach Leben. Aus Oberitalien kommen die Baumeisterfamilien Lurago und

Wo es viele Klöster gab und gibt

St. Salvator, Bad Griesbach

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a reicht die Kultur des Bierbrauens weit zurück. Wie reich die Klosterlandschaft Bayerns einstmals war, davon zeugen heute noch viele eindrucksvolle Kirchen und Bauanlagen. Rund 1.000 Klöster zählt das Haus der Bayerischen Geschichte (HDBG) auf seinem Klosterportal, die Land und Leute in Bayern über Jahrhunderte geprägt haben – politisch, wirtschaftlich und kulturell. 25 davon liegen heute noch im Gebiet des Bistums Passau. Neben Freising und Regensburg nicht nur eines der ältesten bayerischen Bistümer, auch einst das größte im Heiligen Römischen Reich, das sich über 42.000 Quadratkilometer von der Isarmündung bis nach Ungarn erstreckte. Bis ins 12. Jahrhundert hinein, der Hauptblütezeit der Orden, als innerhalb von zwei Generationen in der Diözese ein dichtes Netz an Klöstern entstand, dessen vergangene Pracht bis zur Säkularisation sich heute nur noch erahnen lässt.

Hochmittelalter ( 11. - 13. Jahrhundert n. Chr. ) Erste Brauereigründungen, Gründung von Augustinerchorherrenstift St. Nikola (Passau) 850 | Beleg für bedeutenden Hopfenanbau vom Rand der Hallertau bis an den Inn

"Cervisiam bibat – man trinke Bier" | So heißt die Empfehlung in dem medizinischen Werk „Causae et Curae“, das Hildegard von Bingen (1098 - 1179) zugeschrieben wird. Zu dieser Zeit ist das Wasser oft verunreinigt und Ursache vieler Krankheiten. Beim Bierbrauen wird es abgekocht. 7


Bier in Bayern

Mit mächtigem Geläut

D

rei Tonnen schwer, werden die neuen Glocken von Mariä Himmelfahrt 2016 die Landesausstellung im Kloster Aldersbach einläuten und eine der prächtigsten Asamkirchen Bayerns wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen. Sie sind das letzte Meisterwerk der berühmten Glockengießerei Perner, mit dem nach über 300 Jahren zugleich eine faszinierende Handwerkstradition in dem Passauer Unternehmen ausklingt. Erfahren Sie mehr über das Kloster Aldersbach unter www.aldersbacher.de

Carlone nach Passau und verleihen der Stadt innerhalb einer Generation ein neues Gesicht, wie es bis heute unverwechselbar ist. Bald hält die barocke Mode auch im übrigen Passauer Land Einzug, 1720 im Kloster Aldersbach. Unter dem italienischen Baumeister Domenico Magzin erhält das Langhaus der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt neue Gestalt, die Innenausstattung übernehmen Cosmas Damian und Egid Quirin Asam – das erste gemeinsame Werk der berühmten Brüder, die damit eine der prächtigsten Rokokokirchen Bayerns schaffen. Rund 40 Jahre später, bis in die 90er Jahre hinein, lässt dann der baufreudige Abt des Tochterklosters Fürstenzell die Margarethenkapelle seiner Portenkirche gänzlich umgestalten. Es ist die Zeit, in der nicht nur die Bau-, auch die Braukultur im Passauer Land aufblüht. Innerhalb von drei Jahrzehnten werden im benachbarten Vilshofen gleich fünf neue Brauereien gegründet. Ebenfalls binnen kürzester Zeit sind zuvor schon in Bad Griesbach, Tittling, Haselbach und Ortenburg vier neue Braustätten entstanden. Die Schloßbrauerei Haselbach, an der Grenze des Fürstbistums zu Kurbayern, und die Fürstbischöfliche Brauerei in Tittling gehören dabei zu den sechs wenigen Brauhäusern in Bayern, die „weißes Gerstenbier“ brauen dürfen – „auf die obere Gier auf die weiße Art“, wie man zu dieser Zeit auch sagt.

Vom Ungeld zum Malzaufschlag – Wie das (WeiSSe) Bier bald bare Münze bringt Weißes Bier zu brauen, ist bis Ende des 18. Jahrhunderts ohnehin nur den kurfürstlichen Brauhäusern vorbehalten, natürlich gegen entsprechende Abgaben. Ausnahmen gibt es bis dahin nur wenige. Als zum Ende des Spätmittelalters hin die obergärige Brautechnik von Böhmen in die Oberpfalz und nach Niederbayern gelangt, ist das Schwarzacher Geschlecht der Degenberger jedenfalls das erste,

Biergeschichte in Bayern Hochmittelalter ( 11. - 13. Jahrhundert n. Chr. ) Gründungen von Kloster Asbach, Kloster Vornbach, Kloster Aldersbach, Kloster Fürstenzell

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1120 | Für Bier und andere alkoholische Getränke wird „Ungeld“ erhoben. n Ein Domherr namens Chuno bestimmt, dass alljährlich von Aschermittwoch bis Ostersonntag täglich zwölf Arme österlich freigehalten werden sollen, indem ihnen die tägliche Nahrung dargeboten wird [...] – eine Maß Bier, im Volksmund ,Minnetrunk‘ genannt.

1243 | Das zum Kloster gehörige Schwarzach muss 40 Fuhren und 21 Urnen (145 Hektoliter) Bier abliefern. Mit Vergrößerung der Klosterbrauereien im 13. Jh. müssen die Höfe kein Bier mehr, sondern Geld abliefern.


Die Biersteuer

das dieses Privileg genießt. Das bleibt auch so, als Herzog Albrecht V. 1567 ein Brauverbot von Weißem Bier ausspricht. Nicht nur weil man den Degenbergern wohlgesonnen ist, vermutlich auch um die Einfuhr aus Böhmen zu unterbinden. Neben drei Brauhäusern in Schwarzach, Zwiesel und Linden sollen die Degenberger auch eines in Hals bei Passau betreiben. Nachdem die Degenberger Anfang des 17. Jahrhunderts aussterben, übernehmen unter Kurfürst Maximilian I. die Wittelsbacher deren Brauhäuser. Wenig später auch die der Schwarzenbergs in Winzer. Ebenfalls eine der wenigen Stände entlang der Donau, denen an der Grenze zu Böhmen erlaubt war, weißes Bier zu brauen. Damit sichert sich das wohl bedeutendste bayerische Hochadelsgeschlecht das Weißbiermonopol. Ein kluger Schachzug, wie sich bald herausstellt. Denn der Dreißigjährige Krieg wird nicht der einzige bleiben, der ein Loch in die Staatskasse reißt.

Als der Bierpfennig den Vilshofener Stadtvätern aus der Patsche hilft Von den darauf folgenden Erbfolgekriegen bleibt auch das Passauer Land nicht verschont. Die Pläne von Kurfürst Max II. Emanuel, mit Hilfe Frankreichs ein bayerisches Königreich auf deutschem Boden zu errichten,

sind erst einmal gescheitert. Auch der letzte Aufstand niederbayerischer Bürger und Bauern gegen die kaiserlichen Truppen der Habsburger, der später als Aidenbacher Bauernschlacht in die Geschichte eingehen wird, endet in einem Fiasko und blutigen Gemetzel. Teile Bayerns, auch der Bayerische Wald, werden besetzt. Da plagen die Vilshofener Stadtväter bereits die Kriegsschulden, die schwer auf dem Stadtsäckel lasten. Man weiß nicht mehr ein noch aus, als dem Bürgermeister und seinen Ratsherren die rettende Idee kommt: der Bierpfennig. In einem Brief an die kaiserliche Administration in München, der obersten Regierungsbehörde im damals besetzten Bayern, beschreiben sie ihr Dilemma. Aufgrund einer Brandschatzung zu 21.000 Gulden, großer Kriegssteuern und hoher Quartiergelder sei man so erschöpft, dass von den aufgenommenen Kapitalien nicht einmal die Zinsen bestritten werden könnten. Nur ein Bierpfennig würde Erleichterung bringen. Kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember 1706, wird er bewilligt. Interessant dabei zu wissen: Was andernorts noch etwas länger brauchen wird, ist im Fürstbistum Passau schon früh Usus: Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts gibt es hier eine allgemeine Biersteuer. Das belegt eine Urkunde, die zugleich den Nachweis für eines der ältesten bis 2008 noch aktiven Unternehmen Deutschlands liefert. Am 19. Juli 1259

1259 | Erster urkundlicher Beleg der ältesten Passauer Brauerei E. F. Peschl. Die sechstälteste, bis 2008 noch geführte Brauerei Deutschlands und älteste in Stadt und Landkreis Passau. Den Braubetrieb hat inzwischen die Brauerei Aldersbach übernommen. n Erstmalige urkundliche Erwähnung einer Biersteuer.

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onen Hier finden Sie Informati sstellung zur Bayerischen Landesau 2016 in Aldersbach -bier.de www.landesausstellung

erteilt Fürstbischof Otto „seinem lieben getreuen Otto von Holzheim, Bürger von Passau“ für seine Brauerei „im Neumarkt zu Passau“ – später bekannt als das Peschlbräu – die gänzliche Befreiung davon.

Spätmittelalter ( 14. - 15. Jahrhundert n. Chr. )

1318 | Erste urkundliche Erwähnung der Passauer Innstadt Brauerei. Bis zur Übernahme durch die Brauerei Hacklberg (2012) eine der 13 ältesten noch aktiven Brauereien Deutschlands und die drittälteste in der Region Passau.

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Bier in Bayern

„Cervisiam bibat!“

Das Reinheitsgeb Vom Haustrunk zum Exportschlager

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ervisiam bibat“ – man trinke Bier, heißt es bereits in einem frühen „ medizinischen Werk des Hochmittelalters, das heute – nicht unstrittig – Hildegard von Bingen zugeschrieben wird. Tatsächlich weiß man lange Zeit noch wenig über die Ursachen vieler Krankheiten, Mikroorganismen sind bis weit ins Zeitalter der Industrialisierung hinein völlig unbekannt. Das Wasser ist oft alles andere als sauber, beim Sud des Bieres wird es immerhin abgekocht. Aber auch die Qualität des Bieres, das seinerzeit mehr oder minder erst einmal jeder brauen darf (zumeist sind es Gastwirte, die sieden), ist nicht immer unbedenklich. Der Haltbarkeit wegen, so hofft man, wird ihm alles Mögliche beigemengt, darunter auch Ochsengalle, Asche oder Pech, mitunter sogar Giftiges wie Bilsenkraut oder Tollkirsche. Nicht der einzige Grund, warum sich die bayerischen Herrscher bald Gedanken über entsprechende Gebote machen.

Für ein „pfenniggiltiges“ Bier Was in Landshut schon früh Gesetz wird Bayern ist noch ein spätmittelalterlich geprägter Territorialstaat, als 1486 in der Stadt Landshut im Wortlaut eine

Biergeschichte in Bayern

erste Vorlage für das heutige Reinheitsgebot entsteht. Nicht nur der Brauvorgang wird hierin bereits sehr detailliert geregelt, auch welche Zutaten einzig dafür zulässig sind, nämlich: Malz, Hopfen und Wasser. Vor dem Ausschank müssen sich die Bräuer zudem regelmäßig eine Bierbeschau durch unbestechliche Bürger gefallen lassen. Um ein „pfenniggiltiges“ Bier für das „Publikum“, den Abnehmern in seinem Herrschaftsgebiet, sicherzustellen, dehnt nur wenig später Herzog Georg der Reiche von Bayern-Landshut das „Landshuter Reinheitsgebot“ auf sämtliche Städte, Märkte, Klöster und Schlösser aus. Auch den Bierpreis legt er in seiner Biersatzordnung fest: So sei die Landshuter Maß (1,069 Liter) um einen Pfennig zu schenken.

Der Tag des Bieres – Als das älteste Lebensmittelgesetz der Welt geboren wird Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg kommt es dann zur Wiedervereinigung der bayerischen Teilherzogtümer, außerdem müssen die unterschiedlichen Landesrechte harmonisiert werden. Am 23. April 1516 erlässt der bayerische Landständetag in Ingolstadt unter dem Vorsitz von Herzog Wilhelm

IV. eine neue Landesordnung, die nicht nur die Preise, auch die Inhaltsstoffe der Biere jetzt für ganz Bayern regelt: „Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen“, heißt es an entscheidender Stelle wörtlich. Mit der Einschränkung auf Gerste greift sie das schärfere „Münchner Reinheitsgebot“ auf, das Wilhelms Vater, Albrecht der Weise, noch vor der Landshuter Fassung verfügt. Denn Weizen und Roggen gelten in jener Zeit als Brotgetreide. Heute bekannt als das „Bayerische Reinheitsgebot“, wird damit die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt geboren. Der Höhepunkt in der langen Geschichte bayerischer Braugesetzgebung, den die deutschen Brauer alljährlich mit dem Tag des Bieres feiern.

Vier Buchstaben, vier Zutaten und mehr als vierzig Sorten Nach dem Ende der Monarchie gelingt es Bayern nicht nur, sich weiterhin eine Beteiligung an den Biersteuereinnahmen zu sichern. Als Bedingung für seinen Beitritt zur Weimarer Republik erreicht der junge Freistaat, dass

Spätmittelalter ( 14. - 15. Jahrhundert n. Chr. ) „Die kleine Eiszeit“ – Es wird kälter und wechselhafter mit z. T. sintflutartigen Regenfällen – Ackerböden werden weggeschwemmt,

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1372 | Bayerische Brauverfassung n Jedermann in Bayern kann eine Braugerechtigkeit erwerben. Die Qualität der Biere lässt jedoch schwer zu wünschen übrig. Der Haltbarkeit wegen werden alle erdenklichen Stoffe und Kräuter zugesetzt, auch giftige wie Tollkirsche oder Bilsenkraut.

1428 | Die Vilshofener Brautradition nimmt ihren Ursprung

um 1480 | Obergäriges Bier gelangt nach Bayern.


& Die ältesten Brauereien bot im Passauer Land

1254 Erster urkundlicher Beleg der ältesten Passauer Brauerei E. F. Peschl. Die sechstälteste, bis 2008 noch geführte Brauerei Deutschlands und die älteste im Passauer Land. Den Braubetrieb hat inzwischen die Brauerei Aldersbach übernommen. 1268 Erstmalige Erwähnung der Klosterbrauerei Aldersbach in einem Schiedsbrief des Grafen Albert von Hals an die Mönche des zwischen 1136 und 1139 gegründeten Klosters. Ursprünglich ein AugustinerChorherrenstift, das Bischof Otto I. von Bamberg zunächst als Eigenkloster nutzte, sind es seit 1146 die Zisterzienser, die hier eine kleine Braustätte betreiben, hauptsächlich für den Haustrunk. 1318 Erste urkundliche Erwähnung der Passauer Innstadt-Brauerei. Des ,Bräuhauses am Graben enthalb der Innpruck', wie es in den Büchern des St. Johannes-Spitals heißt. Bis zur Übernahme durch die Brauerei Hacklberg (2012) nicht nur eine der dreizehn ältesten noch aktiven Brauereien Deutschlands, auch die drittälteste im Passauer Land. 1542 Gründung des Wolferstetter-Bräus in Vilshofen. Der Stadt, in der 1813 der Erfinder des Pils, Braumeister Josef Groll, geboren wird. 1618 Gründung der Brauerei Hacklberg. Seit 1894 wieder im Besitz des Bistum Passaus. Und mit einem Ausstoß von rund 330.000 Hektolitern im Jahr die größte Niederbayerns.

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auch das Bayerische Reinheitsgebot im gesamten Reichsgebiet übernommen wird. Seither gilt für alle deutschen Brauer: Bier darf sich nur nennen, was ausschließlich aus Malz, Hopfen, Wasser und Hefe gebraut wird. Dass das bei aller Kritik, die mitunter zu hören ist, der Vielfalt keinen Abbruch tut, das macht gerade auch die Handwerkskunst der Brauer im Passauer Land mit unzähligen lokalen Spezialitäten auf erfrischende Weise deutlich. Nach wie vor haben hier noch kleine Handwerksbrauereien ihren Platz und ist es trotz aller technischen Raffinessen bis heute noch immer das Geschick des Braumeisters, das zählt. Ein Exportschlager übrigens, der seit dem Vilshofener Pilserfinder Josef Groll, nicht nur hierzulande, sondern vor allem auch in Italien, China und den USA zunehmend gefragt ist.

Als das Brauwesen richtig in Fahrt kommt Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählt das Passauer Land vielleicht gerade einmal an die 25 gewerbliche Brauereien, als eine wahre Gründerwelle losbricht. Es ist die Eisenbahnerschließung Ostbayerns, die das Brauwesen sprichwörtlich in Fahrt bringt. Der maßgebliche Grund, warum sich Passauer Biere jetzt sprunghaft verbreiten. Natürlich aber nicht der einzige, der die „Gründerzeit“ im Passauer Land auslöst. Denn die Industrialisierung, die in dem von Kriegen weitgehend verschont gebliebenen Großbritannien ihren Ausgang genommen hat, ist in vollem Gang. Ganz Europa wird bald von einem bis dahin nicht gekannten Pioniergeist infiziert. Schlag auf Schlag folgt eine Entdeckung der anderen, die auch die Brautechnik hierzulande grundlegend revolutionieren.

Neuzeit ( 16. - 20. Jahrhundert n. Chr. ) Hunger, Epidemien, Kriege halbieren die Bevölkerung Europas 1487 | Am 30.11. erlässt Herzog Albrecht IV. der Weise eine Vorschrift, die als Münchner Reinheitsgebot später die Basis für das Bayerische Reinheitsgebot bildet. Sie bestimmt, dass Bier “aus nichts anderm denn Hopfen, Gersten und Wasser gesotten” werden dürfe.

1542 | Gründung des Wolferstetter Bräus, Vilshofen. Die Brauerei zählt damit zu den 100 ältesten aktiven Unternehmen Deutschlands. 11


Bier in Bayern

Zugunsten der Bierqualität, die insbesondere bis zur Entdeckung der Hefe mehr oder minder dem Zufall überlassen bleibt. Zudem gibt es nun einige Erleichterungen: 1868 wird in Bayern die Gewerbefreiheit eingeführt, das Sommerbrauverbot ist schon seit 1850 aufgehoben. Bis dahin durfte nämlich von Georgi (23. April) bis Michaelis (29. September)

ser Zeit weniger als 800 Einwohner. 1870, noch bevor das Deutsche Kaiserreich geboren ist und die eigentlichen Gründerjahre, wie man sie später bezeichnen wird, beginnen, sind es dann sage und schreibe 24 Brauereien, die in einem einzigen Jahr aus dem Boden schießen. Weit über achtzig werden es in Summe sein bis drei Jahrzehnte nach dem Deutsch-Französischen

In zahlreichen Bierkellern im Landkreis kann man an Führungen teilnehmen. Informationen erhalten Sie im Kulturreferat des Landkreises Passau, Passauer Str. 39, 94121 Salzweg, Tel. 0851/397-625 oder per Mail unter: kulturreferat@ landkreis-passau.de. nicht gebraut werden – wegen der großen Brandgefahr in den Mälzereien und weil das Bier mangels Kühlung während der Sommerhitze schnell sauer wurde. Am 20. September 1860 geht die Bahnstrecke Passau-Regensburg in Betrieb und auch der Bau der Verbindung nach München hat schon begonnen. Da werden innerhalb von fünf Jahren – maßgeblich im Südwesten des Passauer Landes – 19 neue Brauereien gegründet. Vier davon alleine in Kößlarn, drei weitere in Vilshofen, der Stadt des Pilserfinders Josef Groll, der erst kurz zuvor in Pilsen die Spezialität der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Im Wallfahrtsort Kößlarn, bekannt durch seine Wehrkirche, leben zu die-

Biergeschichte in Bayern

Krieg die nächsten Wirren die Blüte der Braukultur im Passauer Land jäh beenden.

Was für die einen zum Segen wird, den anderen ein Fluch Bezeichnend für jene Gründerzeit ist jedenfalls, dass in Ortschaften wie den 700-Seelen-Gemeinden Aidenbach oder Hofkirchen oft auf eine Brauerei weniger als 200 Einwohner kommen. Aber auch, dass zu diesem Zeitpunkt noch viele der mächtigen Bierkeller entstehen. Teure Investitionen, die bald mit der Erfindung der Ammoniak-Kältemaschine durch Carl Paul Gottfried von Linde (1876) überflüssig werden. Vermutlich

einer der Gründe, warum so manche jung gegründete Brauerei kaum mehr als dreißig Jahre überleben und der technischen Entwicklung zum Opfer fallen wird. Wie auch anderswo in der Welt brechen bald nach dem Hype der Industrialisierung im Passauer Land düstere Zeiten an. So rasant das Brauwesen Fahrt aufgenommen hatte, so schnell geht es mit vielen Brauereibetrieben zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder bergab. Noch bevor die Deutsche Inflation ihren Höhepunkt erreicht, müssen 63 Brauereien dicht machen. Schlimmer als das, was danach noch folgen wird, bekommen die Brauer den ersten Weltkrieg zu spüren. Viele wird es sicher nicht mehr geben, die sich noch an das Dünnbier erinnern können. Mit nur 1,7 Prozent Stammwürze, selbst auf der Wiesn! Für manchen Bayern heute kaum mehr vorstellbar. Denn in Kriegszeiten werden die Roh- und Betriebstoffe knapp und haben die Brauereien unter enormen Einschränkungen zu leiden. Die Innstadt-Brauerei in Passau notiert dazu: „Die Fortführung der Brauerei ist nur unter den schwierigsten Umständen möglich.“ Sie ist nicht die einzige im Passauer Land, die sich erst nach der großen Währungskrise Deutschlands erholen und ihren Betrieb wieder auf Vordermann bringen wird. Manch anderer wird dagegen schon vorher die technische Entwicklung zum Verhängnis.

Neuzeit ( 16. - 20. Jahrhundert n. Chr. ) Höherer Finanzbedarf der wiedervereinigten Herzogtümer führen zu Aufschlägen auf Bier, einer Art „Biersteuergesetz“

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1548 | Herzog Wilhelm IV. verleiht seinem Landhofmeister in Niederbayern, Hans VI. von Degenberg in Schwarzach, in Würdigung seiner Verdienste, das Privileg, im nordostbayerischen Raum Weiß- oder Weizenbier zu brauen und zu verkaufen. Weißes Bier zu brauen ist im Herzogtum Bayern allein dem Landesfürsten vorbehalten.

1557 | In einem Erbrechtsbrief verleihen die Grafen Heinrich und Ulrich von Ortenburg, die mit Saldenburg belehnt sind, ihren Untertanen für 1.500 Taler das Braurecht zu Hütten, dem heutigen Hutthurm.


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Die ältesten noch aktiven Unternehmen Deutschlands (bis 2008)

83 der ältesten 100 noch aktiven Unternehmen in Deutschland sind Brauereien, 58 davon bayerische Traditionsbrauereien. Fünf alleine haben ihren Sitz im niederbayerischen Landkreis Passau. Noch einmal fünf sind in Bamberg (Oberfranken), vier in München beheimatet. Sechs der bayerischen Traditionsbrauereien zählen zu den zehn ältesten noch betriebenen deutschen Unternehmen überhaupt. Ihre Ursprünge reichen bis ins frühe Hochmittelalter zurück. Als das älteste gilt die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan (seit 1040), die wie das Gräfliche Hofbrauhaus Freising GmbH (Gründung 1160) im oberbayerischen Landkreis Freising beheimatet ist. Die Klosterbrauerei Weltenburg ist das zweitälteste Unternehmen in Deutschland. Seit 1050 wird hier im niederbayerischen Landkreis Kelheim Bier gebraut. Da die Klosterbrauerei aber dem Bistum Regensburg angehört, wird sie in der oberpfälzischen Bezirkshauptstadt verwaltet. Im niederbayerischen Kelheim wiederum ist auch die Schloßbrauerei Herrngiersdorf ansässig, deren Gründung auf das Jahr 1131 zurückgeht. Und noch eine niederbayerische Brauerei durfte sich bis 2008 zu den zehn tradi-

tionsreichsten deutschen Unternehmen rechnen: die Passauer Brauerei E. F. Peschl, 1259 gegründet und damit nachweislich die erste Brauerei in Stadt und Landkreis Passau. Ihren Braubetrieb hat inzwischen die Brauerei Aldersbach übernommen – wie Weihenstephan und Weltenburg ursprünglich ebenfalls eine Klosterbrauerei, mit rund 750-jähriger Geschichte die zweitälteste Brauerei im Passauer Land.

Die ältesten Brauereien Deutschlands (bis 2008) 7 der 10 ältesten noch aktiven Brauereien Deutschlands sind in Altbaiern und der Oberpfalz beheimatet. Jeweils drei davon alleine in Nieder- und Oberbayern. Zwei der zehn ältesten Brauereien Deutschlands sind im Passauer Land zu Hause: Die Brauerei Aldersbach (seit 1268) und die Peschl-Brauerei (1259 bis 2008), deren Braubetrieb inzwischen von Aldersbach übernommen wurde. 60 der 100 ältesten noch betriebenen Brauereien haben ihren Sitz in Bayern. 39 der Traditionsbrauereien und damit über die Hälfte sitzen zu gleichen Teilen in Oberfranken, Ober- und Niederbayern. Neun immerhin in der Oberpfalz, sieben in Schwaben.

1567 | Brauverbot von weißem Bier durch Herzog Albrecht V., Sohn Wilhelms IV., weil zu viel Weizen verbraucht wurde. Nur die Degenberger, die drei Brauhäuser unterhalten – in Schwarzach Zwiesel und Linden – bleiben ausgenommen.

Entdecke die Welt der Bergleute hier in Kropfmühl im einzigen Graphitbergwerk Deutschlands. Ausgestattet mit Helm und Kittel beginnt das Abenteuer in eine andere Zeit. Bis auf die 4. Sohle in 45 m „Teufe“ verfolgt man die Spuren der „Kumpels“. Erfahre alles über: wo wird Graphit gewonnen, wie wird er veredelt und vor allem wo wird er angewendet? Staune über den vielseitigen Einsatz von Graphit in zahlreichen, wichtigen Alltagsgegenständen.

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Bier in Bayern

n r e y a B n i   Bier

Die Bayerische Landesausstellung 2016 in Aldersbach Zwischen Tradition und Moderne der historische Austragungsort

Biergeschichte in Bayern Neuzeit ( 16. - 20. Jahrhundert n. Chr. ) Dreißigjähriger Krieg, spanischer Erbfolgekrieg, österreichischer Erbfolgekrieg

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1602 | Kurfürst Maximilian I (Urenkel Wilhelms IV) übernimmt die Degenberger Weißbierbrauereien, nachdem das Geschlecht ausgestorben ist. Dieses Monopol beschert den Wittelsbachern eine erhebliche Einnahmequelle, u. a. auch zur Finanzierung des 30-jährigen Krieges.

1650 | Die Weinberge, besonders an den Abhängen des Bayerischen Waldes, sind durch sengende und mordende Banden der Schweden zerstört. Der Weingenuss geht zurück, bürgerliche Bräuhäuser entstehen.


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ie Führungen durch unsere Brauerei beginnen immer „ hier im Klosterladen“, erklärt Ferdinand Freiherr von Aretin. Er ist der Direktor der Brauerei Aldersbach. Bereits seit 1811 ist sie im Besitz der Familie. Johann Adam von Aretin, ein Vorfahre des heutigen Besitzers, hatte das ehemalige Kloster mit der dazugehörigen Brauerei erworben und vom Abriss bewahrt. Rund 200 Jahre später findet die Landesaustellung „Bier in Bayern“ 2016 auf dem traditionsreichen Gelände statt. Schon im Jahr 1268 wurde hier Bier gebraut. Während wir die ersten Stufen hinauf zum Sudhaus gehen, gibt der studierte Betriebswirt einen kleinen Einblick auf die Räumlichkeiten der Ausstellung: „Mit dem alten Sudhaus, der historischen Mälzerei, den alten Gärkellern und einem Teil der Prunkräumlichkeiten des Klosters, können wir authentische Räumlichkeiten für die Landesausstellung anbieten“. Wir sind schon ganz gespannt, was auf uns zukommt und gehen weiter.

Modernste Technik im Sudhaus „Nun sind wir im Sudhaus angekommen“, sagt der Brauereidirektor. Die Geräuschkulisse ist laut. Hier wird also das Aldersbacher Bier gebraut. In dem lichtdurchfluteten Raum stechen sofort die imposanten Sudkessel ins Auge. Außerdem sind die einzelnen Läuterbottiche und Würzekessel untergebracht. „Nachdem wir das Malz eingekauft haben, wird es geschrotet, damit die einzelnen Malzspelzen nicht zerstört werden. Im Anschluss wird es eingesotten, danach abgeläutert und die Würze herausgearbeitet“, erklärt Braumeister Peter Wagner. Er hat schon seine Ausbildung zum Brauer in Aldersbach durchlaufen. Zur Herstel-

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lung des Aldersbacher Bieres werden verschiedene Malzsorten verwendet, damit das Bier seinen besonderen Geschmack und Charakter erhält. Laut Direktor wird nur bayerisches Malz verwendet. Das gehört zur Philosophie des mittelständischen Unternehmens.

Durch das Reinheitsgebot sind die Zutaten zum Bierbrauen bekanntlich begrenzt. Genau das reizt Brauereidirektor Ferdinand von Aretin besonders

am Brauwesen. „Bei den wenigen Zutaten spielen sehr viele Faktoren zusammen. Zum einen die Unterschiede bei der Malzherstellung und zum anderen auch das Wasser. Insbesondere die Wasserhärte beeinflusst das Bier. Die Brauerei Aldersbach hat beispielsweise eine eigene Quelle, in 55 Metern Tiefe, aus der das Brauwasser bezogen wird. „Dies ist ein echtes Untergrundwasser, das keine Verbindung zur Oberfläche hat“, erklärt der 39-jährige Freiherr. Doch zum Herstellen des Bieres fehlt noch eine wichtige Zutat. Die Hefe. Diese wird von jeder Brauerei selbst gezüchtet und ist somit einzigartig. So kann man sich als Verbraucher sicher

Ferdinand Freiherr von Aretin

Braumeister Peter Wagner

Wasser, Hopfen und Malz – Das Reinheitsgebot aus 1516

Das Sudhaus der Brauerei.

James Watt erfindet die Dampfmaschine (1765), Bayern wird 1802 in Landgerichtsbezirke unterteilt (Basis für spätere Landkreise) 1704 | Vilshofener Bierpfennig wird bewilligt. Er hat bis 1723 Bestand und rettet den, vom spanischen Erbfolgekrieg belasteten, Vilshofener Stadtsäckel.

1707 | Gründung der Brauerei Gutmann (zählt zu den ältesten 100 noch aktiven Brauereien).

1746 wird der Bierpfennig für weitere 60 Jahre erhoben (österr. Erbfolgekrieg).

1807 | Erfindung der Heißluft-Darre – Geburtsstunde des hellen Bieres. 15


Bier in Bayern sein, dass sich im Bier – so darf sich nur genannt werden, was nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde – nur Wasser, Hopfen und Malz befindet. „Es gibt keine Geschmacksverstärker oder künstlichen Zusatzstoffe, die dem Bier zugeführt werden dürfen. Die natürliche Haltbarkeit bringt der Hopfen mit sich“, erklärt der Braumeister.

Ständige Qualitätskontrollen für ausgezeichneten Gerstensaft „Neben hochwertigen Zutaten ist es wichtig, den Brauprozess genauestens zu kontrollieren. Dazu sind moderne Anlagen äußerst hilfreich“, erklärt Ferdinand Freiherr von Aretin. „Durch die heutige Technik ist die Qualität des Bieres wesentlich besser als früher“, bekräftigt auch Braumeister Peter Wagner. Bevor sie den Gerstensaft in Flaschen abfüllen, wird er im hauseigenen Labor überprüft. „Das hat mit dem, was 1516 gemacht wurde technisch nicht mehr viel zu tun“, erklärt der Fachmann. Gebraut werde dennoch nach alten Rezepten aus der Zeit der Mönche, die an die heutigen Rahmenbedingungen angepasst sind. Unsere Führung geht weiter.

Bier wird bei zehn Grad Celsius vergoren Im direkten Anschluss an das Sudhaus befindet sich der Gärkeller der Brauerei. Hier wird das Bier vergoren. Es ist deutlich kühler und lauter. Böden und Wände sind gefliest. In den Tanks hin-

Biergeschichte in Bayern Neuzeit ( 16. - 20. Jahrhundert n. Chr. ) Königreich Bayern, Herrschaft der Wittelsbacher

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1809 - 1887 | Im 19. Jahrhundert, insbesondere ab der Mitte, steigt im Zuge der Industrialisierung die Zahl der Brauereien im Passauer Land auf über 80 sprunghaft an.

1810 | Das erste Oktoberfest findet, anlässlich eines Pferderennens am 17. Oktober, auf der Theresienhöhe statt.

1871 | Für das Norddeutsche Brausteuergebiet (NBSG) wird die Gesetzgebungskompetenz dem Deutschen Reich übertragen. Bayern, Baden und Württemberg erkaufen sich ihre Gesetzgebungskompetenz durch Zahlungen an das Reich.


ter uns werden die Hefen gezüchtet. Vor uns ragen 18 weitere Tanks in die Höhe. Sie sind alle mit Bier gefüllt, das vier bis sechs Wochen gelagert wird, bis der Gärprozess abgeschlossen ist. „Für die richtige Gärung ist es wichtig, eine genaue Temperatur einzustellen, weil die Hauptgärung bei etwa zehn Grad stattfindet. Die Nachgärung gelingt bei null bis einem Grad am besten, deshalb ist es wichtig, dass man die Temperatur in den Tanks regeln kann“, erklärt Ferdinand von Aretin die technischen Vorzüge. Vor der Erfindung der Kältemaschine waren die Gärkeller unter Tage. Man konnte nur mit Hilfe von Eisblöcken oder der Raumtemperatur kühlen. Wir dürfen zusehen, während Braumeister Peter Wagner eine kleine Kostprobe goldgelbes Zwickelbier zapft. Es duftet bereits herrlich nach Bier. Wir nehmen einen kräftigen Schluck. Dieser zeigt: Das Bier hat eine ausgezeichnete Würze, einen weißen Schaum und ist schön kalt. „In den nächsten Tagen wird es schon abgefüllt“, erklärt Peter Wagner. Eine rauschende Festbierprobe, wie es in der Brauerei Aldersbach zur Tradition gehört, kann man sich beim Genießen des Hellen schon vorstellen. Dreizehn verschiedene Biersorten werden in Aldersbach hergestellt und abgefüllt. Mittlerweile trinkt man nicht mehr nur die Stammbiere, wie Helles, Weißbier oder Pils.

Bruder & Schwester „Die Trinkgewohnheiten der Menschen haben sich verändert. Es wird weniger Bier getrunken, dafür mehr auf Qualität und Regionalität geachtet“, beobachtet der Brauereidirektor. Er versucht ständig darauf zu reagieren. So wurden in den letzten Jahren beispielsweise die Biermischgetränke „Bruder“ und „Schwester“ ins Sortiment mit-

& im t man hier „Früher ha s Bier le k n u d and Passauer L och , da man n getrunken telrs e h Malz kein helles hört g – heute e len konnte andR r e r zu ein ie B s le k n du ch von ird nur no sorte. Es w unken, euten getr wenigen L hr schmack se da sein Ge . malzig ist“

Hefe. Beim Gärprozess steigt die Hefe nach oben auf, das Fass läuft somit über“, erklärt Braumeister Peter Wagner. Die Tanks vor uns sind momentan in der Kühlphase. „Da die Hauptgärung von Weißbier bei Temperaturen von etwa 20 Grad vonstatten geht, kühlen wir die Flüssigkeit vor dem Abfüllen nochmal herunter“, bekräftigt Brauereidirektor von Aretin.

26 000 Flaschen pro Stunde „Am liebsten w ird unser Aldersbacher U rhell getrunke n. Es ist unsere be ste Sorte und damit auch das Bier des Bräustüber ls“.

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aufgenommen. Diese sind bei allen Generationen sehr beliebt. Die sogenannte „Schwester“ ist eine Art naturtrübe Radler. Dabei wird helles Bier mit Citrusaroma angereichert und mit Stevia gesüßt. Der „Bruder“ besticht durch den Geschmack eines typischen Urhellen. „Das Hauptaugenmerk legen wir auf unsere ursprünglichen Biere: Helles, Weißbier und Pils. Ich denke das werden immer die Stammsorten der Brauereien bleiben“, mutmaßt von Aretin. Unser Weg führt uns weiter in den Weißbier-Gärkeller. Da Weißbier bei höheren Temperaturen vergärt, ist es hier wärmer als im anderen Gärkeller. Auch die Gärtanks sehen anders aus. „Der Unterschied zwischen Weißbier und Hellem liegt nicht nur im Weizenmalz sondern auch an der obergärigen

Nun wird das fertige Bier abgefüllt. Wir machen uns auf in Richtung Abfüllanlage. Dabei verlassen wir das Hauptgebäude der Brauerei und gehen ein paar Meter weiter bis zur Flaschenabfüllerei. Diese wurde 2005 in Betrieb genommen und läuft fast vollautomatisch. So können mit Hilfe von nur drei Leuten rund 26 000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden. Die Leergutkästen fahren als erstes zum Entpacken, bevor die einzelnen Flaschen in den Waschautomaten gebracht werden. Diese werden umfangreich gereinigt und im Anschluss durchleuchtet. So kann man fehlerhafte oder beschädigte Flaschen finden und automatisch aussortieren. Im nächsten Schritt wird abgefüllt, bevor der Verschluss durch Kronkorken erfolgt und die Flaschen, mit entsprechenden Etiketten ausgestattet, die Abfüllanlage verlassen. „Wir setzen traditionell auf Glasflaschen, auch wenn sie schwerer sind als Kunststoff. Glas ist hygienischer und hochwertiger als Plastik. Meiner Meinung sind unsere Biere, wie auch die alkoholfreien Produkte in Glas oder im Fass am besten verpackt“, so Ferdinand von Aretin. Seit Jahren zählt es zur Philosophie der Brauerei seinen Absatz durch qualitativ hochwertige Produkte zu sichern.

Gründung des Deutschen Kaiserreichs (1871) 1871 | 12 Kreuzer muss man 1871 für die Wiesn-Maß berappen (umgerechnet 2,50 Euro).

1875 | Der Berliner Carl Dietrich entwickelt den Bügelverschluss. Ab 1880 erobert er den Markt.

1876 | Louis Pasteur beschreibt in seinen Études sur la bière, dass Hefe aus Mikroorganismen besteht, die für den Gärprozess essentiell sind. Dies ist Grundlage für die moderne Brauwissenschaft. 17


Bier in Bayern

Historische für die Räume

Landesausstellung

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ie Besucher der Landesausstellung dürfen selbstständig sowohl durch die historische, als auch „ durch die aktive Brauerei gehen. Dafür werden zahlreiche Stationen mit Bildschirmen und Infotafeln eingerichtet. So kann sich jeder ein Bild davon machen, wie man im Jahr 2016 tatsächlich Bier braut“, erklärt der Braumeister. Im Hintergrund ertönt Blasmusik aus dem Bräustüberl, als wir vom neugestalteten Vorplatz des ehemaligen Klosterareals in das Brauereimuseum schlendern. Heute

Biergeschichte in Bayern

ist Josefitag, da spendiert die Brauerei für jeden „Josef“ eine Maß Bier. Es wird kräftig gefeiert im traditionellen Bräustüberl. Eine Gaststätte wie das Bräustüberl findet man nur noch selten in Bayern. Seine Brotzeit bringt man selber mit. Das Bier wird an der Schänke abgeholt und im Keferloher, einem Krug aus Steingut, kredenzt. Die Gäste musizieren gemeinsam. „Hier wird die bayerische Bierkultur noch gelebt“, zeigt sich der Brauereidirektor stolz. Und genauso ist es. Wo sollte die Landesausstellung „Bier in Bayern“ sonst stattfinden – wenn nicht hier, wo bayerische Traditi-

on in altehrwürdigem Gemäuer gelebt wird? Gerade in den Klöstern liegt doch der Ursprung des Brauwesens.

Originalgetreue Räume der Brauerei Aldersbach Wir gehen ins Brauereimuseum, zum alten Sudhaus. „Hier habe ich als Lehrling noch gearbeitet, bis es 1970 stillgelegt wurde“, berichtet Peter Wagner. Damit es zur Landesausstellung im April 2016 aus seinem Dornröschenschlaf erwachen konnte, waren einige

Neuzeit ( 16. - 20. Jahrhundert n. Chr. ) Mehrere Eisenbahnstrecken werden eröffnet

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1878 | Lorenz Adalbert Enzinger entwickelt den Bierfilter. Das Bier wird klarer und haltbarer. Es kann damit über weite Strecken transportiert werden.

1880 | Brauereien steigen in den Flaschenbetrieb ein.

1883 | 7.032 Brauereien in Bayern (26%) erzeugen mehr als 12 Mio. Hektoliter Bier (30%). Über Dreiviertel davon sind Braunbier-Brauer.


Renovierungsmaßnahmen nötig. Im Anschluss an das alte Sudhaus geht es in die historischen Gärkeller. Einer davon beheimatet die neue Schaubrauerei für die Bierweltregion. Dieses Projekt wurde von der Brauerei Aldersbach in Zusammenarbeit mit der Braukommune Freistadt im Mühlviertel realisiert.

Schaubrauerei mit gläsernen Bottichen Für die Schaubrauerei wurde ein drei Hektoliter umfassendes Sudwerk errichtet, das mit gläsernen Bottichen bestückt ist. Dazu gehören neben einem Maisch-Gefäß, ein Molter- und ein Sudgefäß. Interessierte Besucher können zusammen mit Braumeister Peter Wagner ihr eigenes Bier einbrauen. So soll das Thema Bier zum Erlebnis werden. Es geht weiter, wir betreten den ehemaligen Lagerkeller. Darin ist es kühl und ein bisschen feucht. „Vor 50 oder 60 Jahren waren diese Räume voll mit Holzfässern. Hier konnte das Bier über Wochen hinweg reifen“, erklärt Braumeister Peter Wagner. Teile der alten Keller wurden an das Bräustüberl angeknüpft. Außerdem entstanden zusätzliche Toiletten und eine Garderobe sowie ein größerer Klosterladen. Zu bestaunen gibt es ein paar Meter weiter die erste Eisanlage, die im Besitz der Brauerei war. Sie wurde 1907, zum Erzeugen von Kälte, angeschafft. Damit steigerte die ehemalige Klosterbrauerei ihren Absatz enorm, da von nun an auch im Sommer gebraut wurde. Die alten Gemäuer sind beeindruckend. Wir gehen über eine Treppe in den zweiten Stock.

Die „Sau“ der Brauerei „Das hier ist die Sau“, schmunzelt Brauereidirektor von Aretin. Er meint

damit die alte Mälzerei. Hier wurde aus Braugerste Malz hergestellt. Durch die Trocknung des Getreides kommt viel Staub zusammen. „Dieser musste natürlich entfernt werden. Beim Aufkehren des Staubes hat man sich in der ‘Sau’ befunden. Diese Arbeit war meist den Lehrlingen vorbehalten“, erklärt Ferdinand von Aretin. Im Malzlager, das an die Mälzerei angeschlossen ist, sieht man den typischen Schornstein, den jede Brauerei hat. Er sorgt für eine Sogwirkung, damit die warme Luft beim Mälzen nach oben steigt und entweicht. „Der zweite Schornstein war zum Erzeugen von Wärme da, damit das Bier beim Sieden auf etwa 70 Grad Celsius erhitzt und die Würze gekocht werden konnte“, erklärt Braumeister Peter Wagner. Im vorderen Bereich der Mälzerei steht auch die Schrotmaschine. „Diese ist zwischen 1880 und 1910 eingebaut worden. Damit hat man die Malzkörner zerkleinert, bevor sie der Brauer mit Hilfe von Wasser zur sogenannten Maische vermischte“, lässt uns der Freiherr wissen. Auch sie ist noch bestens erhalten, ebenso wie die historische Darre, die während der Landesausstellung besichtigt werden kann.

Einblick in ein ehemaliges Prunkzimmer mit Decken- und Wandgemälden.

Barrierefreie Ausstellungsräume Wir begeben uns auf einen langen Flur mit prächtigen Deckengewölben. Damit die Brauerei die baurechtlichen Standards für Museen einhalten kann, wurden die alten Decken und Gemäuer mit Stahlträgern verstärkt. „Alle Räume, die wir in den letzten Monaten in Stand gesetzt haben, waren in einem relativ schlechten Zustand. In der Nachkriegszeit um 1945 wurden viele Flüchtlinge einquartiert. Nach deren Auszug blieben sie ungenutzt. Glücklicherweise kehrt nun wieder Leben ein“, freut sich

71 bayerische Brauereien haben 612 bahneigene und 835 private Bierwagen im Einsatz. 1889 | Gründung des Weißbräu Kößlarn.

1890 | 14 Jahre nach der Umstellung auf die einheitliche Reichswährung sind 24 Pfennige (umgerechnet nur 1,54) für die Maß auf der Wiesn fällig.

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Bier in Bayern

der Besitzer. Ab ersten Januar 2016 sind die Räume an das „Haus der Bayerischen Geschichte“ übergeben, welches für die gesamte Ausstellung zuständig ist. Durch eine umfassende Sanierung sind nun alle Ausstellungsräume barrierefrei gestaltet. Um den Höhenunterschied der Stockwerke problemlos überwinden zu können, wurden zwei Aufzüge eingebaut. Auch das Dach des Gebäudes ist erneuert. Während der Sanierungsarbeiten ist man auf ein Deckengemälde gestoßen, das mit weißer Farbe übermalt war. „Als die Zwischenmauern herausgerissen wurden, kam plötzlich das Gesicht der Heiligen Maria zum Vorschein“, zeigt sich Braumeister Peter Wagner stolz. Mittlerweile ist es weitgehend restauriert. Aus welchem Jahr es stammt, kann auch Ferdinand von Aretin nicht sagen: „Man weiß, dass die Kirche um 1735 gestaltet wurde, der Bibliothekssaal um 1760 von Matthäus Günther und der Salomonsaal um 1780. Wir gehen davon aus, dass dieses Deckengemälde mittendrin liegt“.

Die Schwalbe von Aldersbach Ein Muss für Besucher in Aldersbach ist es, die Schwalbe im Fresko der Klosterkirche zu suchen. „Wer die Schwalbe nicht gesehen hat, war nicht in Aldersbach“, sagt der Braumeister. Diese Schwalbe ist auch auf dem freigelegten Deckengemälde zu sehen. Der Zusammenhang konnte bisher noch nicht erschlossen werden. Die Geschichte des Klosters geht

Biergeschichte in Bayern

bis ins 12. Jahrhundert zurück. Es wurde 1146 als ZisterzienserAbtei gegründet. Deshalb, und weil ihre Klosterkirche eine der schönsten Asamkirchen ist, wählten die Aldersbacher das Motto „Bier und Barock“. Die Kirche war das erste gemeinsame Projekt der Brüder Kosmas Damian (Maler) und Egid Quirin (Stuckateur/Bildhauer) Asam. Sie wurde im spätbarocken Stil ausgeschmückt. Unser Streifzug durch die Klosterräume führt uns in den Bibliothekssaal. Auch er hat ein wunderschönes Deckengemälde zu bieten. Genutzt wurden diese Prunkräume als Wohnung der Äbtissin. Einige Räumlichkeiten hat die Familie von Aretin an den Förderkreis Kloster Aldersbach gegeben. Er wurde 1983 zum Erhalt des Klosters gegründet und hat auch heute noch diesen Zweck.

„Auf ins Bräustüberl“ Zum Ende unserer Führung mit Ferdinand von Aretin und Peter Wagner geht es noch in das berühmte Bräustüberl. Die Keferloher klirren bei einem ordentlichen Prosit. Denn nirgends schmeckt die Maß Aldersbacher Bier besser, als im wunderschönen Gewölbe des urigen Bräustüberls. Es verkörpert die bayerische Wirtshauskultur in seinen Ursprüngen. Wie es Ferdinand Freiherr von Aretin, der Gemeinde Aldersbach und dem Landkreis Passau gelungen ist, ein Erlebnis rund um das Bier aufzubauen, sehen Sie von 29. April bis 30. Oktober 2016 in der Landesausstellung Bier in Bayern.

Neueste Geschichte ( 20. Jahrhundert bis heute ) Erster Weltkrieg und Ende der Monarchie 1918 mit Freistaat Bayern, Inflation 1914 | 70.000 Hektoliter Bier erzeugt die Brauerei Hutthurm als Betrieb der Raiffeisenbank im Landkreis PassauNord eG heute jährlich. 20

1919 | Das Bayerische Reinheitsgebot wird auf ganz Deutschland ausgedehnt.

1922 | Die Wiesn-Maß kostet erst 50, dann 21 Millionen Mark


Stimmung im Bräustüberl

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ei der Landesausstellung Bier in Bayern erwartet Sie auf etwa 1.400 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine Reise in die Kulturgeschichte des Bieres. Der beliebte Gerstensaft ist zum Markenzeichen des Freistaates geworden. So wird in der Landesausstellung auf die Facetten des Bierkonsums, Bierkrawallen, Pio-niere des Brauwesens, wie Josef Groll, welcher im benachbarten Vilshofen lebte, die Biermonopole und die Anfänge des Brauwesens eingegangen. Diese liegen bekanntlich in den Klöstern und gehen weiter mit den staatlichen Brauhäusern. Außerdem erwarten Sie interessante Geschichten rund um die bayerische Wirtshauskultur, Trinkgefäße, Kleinodien der Brauerzünfte oder berühmte Gemälde mit Bierbezug. Mithilfe von

modernen Medien werden Ihnen die Vorgänge des Brauens in den historischen Räumen der Brauerei Aldersbach anschaulich näher gebracht. Außerdem präsentieren die Veranstalter – um das „Haus der bayerischen Geschichte“, den Landkreis Passau, der Gemeinde und Brauerei Aldersbach – ein abwechslungsreiches Begleitprogramm. Es erwartet Sie ein Festzelt mit bayerischen Schmankerln von Alfons Schuhbeck und verschiedene Bierspezialitäten. Kulturell wird die Landesausstellung mit Konzerten, von Klassik bis hin zu moderner Musik und Kabarett-Abenden, untermalt. Aber auch für Erlebnisse der besonderen Art ist mit einer Biermesse inklusive Braukunstfestival, spannenden Verkostungen von bayerischen Biersorten und vielen weiteren Veranstaltungen

gesorgt. Weitere Informationen zu Begleitprogramm, Eintritt, Führungen und Pauschalen finden Sie unter: www.landesausstellung-bier.de. Öffnungszeiten: 29. April bis 30. Oktober 2016 Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr

her as Museumsdorf Bayerisc s da d un Wald in Tittling nzing seu Mu m Quintana in Kü Landesausbieten in Begleitung zur gen zum stellung auch Ausstellun uskultur an. Thema Bier und Wirtsha n Ausmehr Infos gibt es bei de ter un ls fal en flugszielen, eb -bier.de www.landesausstellung

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Ende der Inflation, 2. Weltkrieg 1925 | Nach Ende der Inflation und Einführung der Reichsmark kostet die Wiesn-Maß 1 Mark, umgerechnet 3,60 €, 6 Jahre später ist sie um 10 Pfennige teurer: 1,10 RM, das sind umgerechnet bereits 4,07 €. Zu Beginn des Dritten Reiches liegt der Preis der Wiesn-Maß bei 90 Pfennigen (umgerechnet 3,87 € ).

1939 | Erlass strenger Vorschriften, die lediglich die Herstellung eines Ersatzbieres mit nur 1,7 Prozent Stammwürzegehalt erlauben. 21


Bier in Bayern

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Das M Apostelbräu

Deutschlands erste Original Dinkelbierbrauerei liegt im Bayerischen Wald

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ie kleine Brauerei mit dem vielversprechenden Namen „Apostelbräu“ liegt im südlichen Bayerischen Wald. Genauer: in Hauzenberg. Die Stadt im Passauer Land ist seit Jahrhunderten für den Granitabbau bekannt. Hier wurde von Josef Hirz, dem Urgroßvater des heutigen Besitzers, vor mehr als 125 Jahren die Dinkelbierbrauerei Apostelbräu gegründet. Dieser war durch seine Weissagungen weithin bekannt. „Der Mundgebrauch hat ihn dann zum Apostel von Hauzenberg ge-

Biergeschichte in Bayern

macht, was ihn auf die Idee brachte, die Brauerei so zu benennen“, schmunzelt Rudi Hirz, der heutige Besitzer. Er wird oft auf den kirchlichen Hintergrund angesprochen. Aber es gibt weder einen Zusammenhang mit einem Kloster, noch einen kirchlichen Hintergrund und auch keine zwölf Apostel. „Davon gibt´s nur einen und das bin ich“, lacht der gesellige Brauer. Zwischenzeitlich wurde der Name mal in Hirz-Bräu geändert. Das hat der Vater von Rudi aber wieder rückgängig gemacht. Der 46-Jährige braut in der vierten Generation. „Die Nächste steht vielleicht schon in den Schuhen“, meint er und denkt an sei-

ne beiden Söhne Fabian (18) und Kevin (14). Er selber hat das Brauwesen von der Pike auf gelernt und ist dann an die Fachhochschule nach Freising gegangen um das Erlernte wissenschaftlich zu vertiefen. Nach dem Studium war er Gastronom, bevor er die Brauerei 2005 von seinem Vater Max übernommen hat. Max war es, der bereits 1990 das Brauen mit Dinkelmalz einführte. „Von den Braukollegen wurde er anfangs sehr belächelt, da Dinkel in deren Augen zur Bierherstellung als absolut ungeeignet angesehen wurde“, erinnert sich Rudi Hirz. Seit er in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist, hat er die Biere und das Sortiment immer weiterentwickelt. Mittlerweile kann er zehn Sorten anbieten. Angefangen vom Dinkelbier bis hin zum Dinkelweißbier, dem Weizenbock und verschiedenen Sorten mit alternativen Getreidesorten, wie Emmer, Einkorn, Roggen oder schwarzer Hafer, die er nach Amerika, Italien und Österreich liefert. Bei seinen Kreationen wird Rudi Hirz durch das Reinheitsgebot immer gefordert. Wenn Bier drauf steht muss bekanntlich Bier drinnen sein. „Das handwerklich gebraute Bier schmeckt im Gegensatz zum industriell hergestellten jedes Mal anders. Letztendlich ist man als Brauer gefragt, was dabei herauskommt. Wenn ich zu meinem Importeur aus Amerika sage: Heute schmeckt es ein bisschen anders, dann sagt der: ‘Gott sei Dank. Das lieben die Leute’. Die wollen ein handwerklich gebrautes Bier und das darf nicht immer gleich schmecken“, erklärt der studierte Brauer. Momentan hat die einzige Dinkelbierbrauerei des Passauer Landes einen Bierausstoß von rund 1 800 Hektolitern im Jahr. Die Herstellung übernimmt der 46-jährige Brauer alleine. Für das Abfüllen, Verschließen, Etikettieren und Verpacken hat er vier Angestellte. Rudi Hirz betreibt neben der Brauerei und dem Museum zusammen mit sei-

Neueste Geschichte ( 20. Jahrhundert bis heute ) Ende des 1. Weltkrieges, Bundesrepublik Deutschland

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1948 | Die Biersteuer bekommt im Grundgesetz eine Sonderstellung: Ihr Aufkommen wird den Ländern zugeteilt, die Verwaltung aber dem Zoll als Bundesfinanzbehörde übertragen.

1949 | Bier kann und darf wieder in alter Qualität erzeugt werden. Brauereien müssen modernisiert werden. Bayern erlebt einen Aufschwung.

1949 | Auf der Wiesn gibt´s endlich wieder Vollbier. 1,70 DM kostet die Maß, umgerechnet 4,15 € – etwa das Preisniveau wie gegen Ende der Weimarer Republik.


n e t s n รถ h ! c s s ...einer der k r pa

t i e Freiz

Jahre

SpaรŸ und Action

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Bier in Bayern

ner Ehefrau Kerstin und den Söhnen eine hauseigene „Birreria“. In dem Lokal werden Pizzen, italienische Köstlichkeiten und die Bier-Spezialitäten von Rudi Hirz angeboten. Unterstützung erhält er dabei auch von seinen Schwiegereltern. „Ein richtiger Familienbetrieb“, bringt es der Unternehmer auf den Punkt. Um einen kleinen Einblick in das Brauwesen zu erhalten, haben wir Rudi Hirz beim Herstellen seines Original Dinkelbieres begleitet. Dabei benötigt man

einige Zutaten und viel Erfahrung. Der Hauptbestandteil von Bier ist Wasser. Rudi Hirz, Braumeister und Inhaber des „Apostelbräu“ in Hauzenberg erklärt: „Wenn eine Halbe Bier zwölf Prozent Stammwürze hat, kann man davon ausgehen, dass die restlichen 88 Prozent reines Wasser sind“. Für seine Dinkelbiere verwendet der 46-Jährige Wasser aus den Quellen der Stadt Hauzenberg. Durch den weichen Härtegrad ist es zum Brauen sehr gut geeignet. Zum ersten Schritt gehört das Schroten des Dinkelmalzes. Beim

Biergeschichte in Bayern

Schroten wird das Korn aufgebrochen, von Rudi Hirz ist ein Schlitzblech inda wir die Spelzen erhalten wollen“, tegriert, dieses wirkt wie ein Sieb. Die erklärt der Brauer. Heraus kommen flüssigen Bestandteile der Maische lauter kleine Flocken Dinkelbruch, das gehen nach unten und die festen bleiSchrot ist viel gröber als Mehl. Diese ben am Blech hängen. Die Spelzen des sind besonders beim Läutern wichtig. Dinkels bilden dabei einen Filter. Beim Nun kommen wir ins Sudhaus des Läutern entsteht ein Abfallprodukt, die Apostelbräus. Dort wird das Schrot sogenannten Bier-Treber. Diese werweiterverarbeitet. Mit einem großen den gerne an Schweine verfüttert. Ein Anteil Wasser vermischt, füllt es der prüfender Blick in den Kessel zeigt: Die Braumeister in den Sudkessel. „Jetzt Flüssigkeit ist goldgelb und schön klar. maischen wir das Ganze. Das heißt Sie riecht ein bisschen süßlich. „Am w i r   e r h i t z e n   d i e Boden des Kessels befindet sich die Mischung. Bei ver- Würze, die könnt ihr gerne probieren, schiedenen Tempe- sie schmeckt super“, sagt Rudi Hirz. raturen werden klei- Und er hat Recht, das künftige Bier ne Pausen eingelegt, schmeckt wirklich gut. damit die Enzyme Nun leitet der studierte Brauer den arbeiten können. So Kochprozess ein. Es dampft nicht entsteht Malzzucker, schlecht aus dem offenen Kessel. Wadiesen brauchen wir rum das Erhitzen wichtig ist, erklärt zur Vergärung“, klärt der Dinkelbier-Experte so: „Zum einen uns der Braumeis- werden beim Kochen Keime abgetötet ter auf. Beim Mai- und zum anderen gebe ich den Hopfen schen möchte man gleich dazu. Der braucht den Kochproaußerdem möglichst zess um zu isomerisieren und mit dem viel und möglichst enthaltenen Eiweiß eine Verbindung guten Extrakt aus einzugehen. Das heißt: ich kann das dem Korn holen. Das Eiweiß auf natürliche Art entfernen, T h e r m o m e t e r   d e r dadurch wird mein Dinkelbier länger Sudpfanne zeigt momentan 78 Grad haltbar“. Außerdem verdampft bei dem Celsius an. Die Masse im Sudkessel Vorgang ein Teil des Wassers, so erhält ist ganz schön Rudi Hirz mehr vergärbabreiig. Rudi Hirz "Jeder weiß wie man ren Extrakt. Der Kochproerklärt weiter: „Im dauert nun eineinhalb Bier trinkt und was zess nächsten Schritt Stunden, danach ist die müssen die festen passiert, wenn es zu Stammwürze erreicht. Bestandteile, Rest- viel war. Wie es „Bevor wir die Hefe stoffe und Spelzen entsteht wissen nur hinzugeben können muss von der Flüssigkeit der Sud abkühlen. Hefe getrennt werden, wenige.“ stirbt bei starker Hitze ab, damit das Bier klar wird“. Das wird ein das wissen die Frauen meist besser, Stockwerk höher, im Läuterbottich, als wir Männer“, lacht Rudi Hirz. Aus gemacht. Dazu pumpt der Hauzen- dem Kessel steigen Dampfwolken auf, berger die zähe Maische nach oben die Luftfeuchtigkeit ist mittlerweile in den Kupferkessel. Im Läuterbottich hoch in dem kleinen Sudhaus. Erst als

Neueste Geschichte ( 20. Jahrhundert bis heute ) Wirtschaftswunder in Deutschland und Bayern 1950 - heute | Der Preis der Wies‘n Maß spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung wieder

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1950 1,70 DM

1975 1970 3,60 DM 1960 1955 2,40 DM 1,70 DM 1,90 DM

1985 1980 6,10 DM 4,85 DM

1995 1990 9,90 DM 7,25 DM

2015 10,40 Euro

2005 2000 6,90 Euro 11,90 DM


rtigktbeiineesprezielle Sta benö

Starkbier nannte TrappisHefe, die soge r Name schon tenhefe. Wie ih re Ursprünge in verrät, hat sie ih it Trappistenhefe den Klöstern. M mwürzen über kann man Stam zeugen, normale zehn Prozent er hingegen nur Brauhefe erreicht t. rund acht Prozen

T I P P das Thermometer nach der Kühlung 18 Grad anzeigt, gibt der Hauzenberger die selbstgezüchtete Brauhefe zum Dinkelbiersud. Die Gärung des Bieres tritt auf natürliche Art und Weise ein, so entwickeln sich Alkohol und Kohlensäure.

Das passiert im Gärkeller und dauert zirka drei Tage. Wenig später kann unser Dinkelbier abgefüllt werden. In schönen braunen Flaschen mit Bügelverschluss darf es mindestens eine Woche nachgären und im Anschluss drei Wochen nachreifen, bis es nicht selten eine Reise nach Amerika oder Italien antritt. Rudi Hirz verkauft seine Spezialitäten auch in der hauseigenen Birreria oder im Onlineshop des Apostelbräu. Außerdem verwendet er das Dinkelbier als Rohstoff für seinen Dinkelessig oder einen Kornbrand; auch Whiskey wird seit heuer hergestellt. „Den gibt’s aber erst in drei Jahren zum Probieren, schließlich muss der Dinkelbrand im Eichenfass reifen“, gibt uns Rudi Hirz mit auf den Weg.

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]

Brauereimuseum Dinkelbier brauen wie anno dazumal

D

as Brauereimuseum von „Apostel Bräu“ lädt zu einem i n t e re s sa n t e n Streifzug durch die Welt des Bierbrauens im 19. Jahrhundert ein. Brauer Rudi Hirz könnte die historischen Geräte, Kessel und Bottiche auf der Stelle wieder in Betrieb nehmen. Im ersten Original-Dinkelbiermuseum finden Sie umfangreiche Informationen über die Handwerkskunst aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Hier erfahren Sie wie aus reinem Quellwasser, das mit feinstem Dinkelmalz und edlem bayerischen Hopfen angereichert wurde, ein edler Sud entstand.

Übrigens

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...

icht weit v om Aposte lbrä entfernt w ird 2016 ju u biliert: Das Graph itwerk Kro Deutschla p fmühl AG nds einzig , es Graphit werk, feie berkrt

100-jähriges Bestehe n!

Der bergm ännisch-in dustrielle Abbau die ses Rohsto ffes prägte Landstrich den im Untere n Bayerisc Wald und hen war der B roterwerb Generatio für nen von F a milien. Diese Ges chichte w ird im Mu des Besuc seum herbergwe rks Kropfm lebendig d ühl argestellt und ein Besuch lo hnt sich in jedem Fall !

Während des Reifungsprozesses nimmt Rudi Hirz immer wieder Kostproben von seinem Dinkelbrand.

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Glasdorf Weihnachtsmarkt: Hier führt man Sie in den Advent und in die Vorweihnachtszeit. Sie finden alles für Ihr stimmungsvolles Heim.

Vom Lebkuchen-Konditor bis hin zum Glasbläser. Die Tradition wird im Glasdorf noch kunstvoll betrieben.

Das Herbstlicht verwandelt die Stimmungen im Glasdorf immer wieder neu.

„Jahreszeiten“ im Glasdorf erleben.

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Fotos: Gisela Vogler

Das Herbstlicht hat seine Eigenheit, es verleiht der Natur einen goldgelben Glanz und spiegelt sich in all den Glasobjekten im Park. Nicht ohne Grund benannte man ein Haus „Vier Jahreszeiten“. Dort verlängert man Ihren Frühling, Ihren Sommer und stimmt Sie auf Advent und Weihnachten ein.


Weinfurtner DAS GLASDORF Zellertalstraße 13 93471 Arnbruck Telefon 09945 / 94110 info@weinfurtner.de www.weinfurtner.de Das Haus „Vier Jahreszeiten“ mit der Froschgalerie von Monika Weinfurtner. Glas in allen Ausführungen, Textiles, Dekorationen für Heim und Garten, viel Wissenswertes und Leckereien aus der hauseigenen Konditorei erwarten Sie dort. Bild rechts: Die Arche im Glasdorf

Die Glasstraße schlängelt sich durch das liebliche Zellertal im Bayerischen Wald. Eine Augenweide an dieser Strecke sind die von der Straße zwischen Bad Kötzting und Bodenmais gut einsehbaren, liebevoll angelegten Parkanlagen mit Brunnen, Wasserspielen und kunstvollen Glasskulpturen – Anlagen, die Weinfurtner DAS GLASDORF prägen. Den Glasmachern bei der Arbeit zuzusehen ist ebenso entspannend und anregend wie durch die Glasdorf-Häuser mit ihren wunderbar dekorierten Arrangements zu schlendern um sich Inspirationen für die eigene elegante, stylische und gemütliche Wohnwelt mit Haus und Garten zu holen.

Dazu in der gemütlichen „Hüttenschänke“ mit eigener regionaler Küche eine gute Brotzeit oder an 365 Tagen im Bistro des „Vier Jahreszeiten“ selbstgemachten Kuchen probieren. Ein weiterer Genuss ist es durch die vielfältig angelegten Gärten zu spazieren. Sich umsehen, genießen, ruhen — die Wurzeln des Dorflebens erkennen und sehen. Kinder können sich auf den Spielplätzen in den Parkanlagen so richtig austoben und im kleinen Streichelzoo Ziegen, Ponys, Esel, Hühner, Gänse und Enten besuchen.

Das Anliegen der Inhaber, der Familie Weinfurtner, ist es, für alle Besucher eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Es entstehen immer wieder neue Ideen und Pläne. Beseelt von einem starken Gedanken, hat man die ARCHE (der ARCHE Noah nachempfunden) der Donaugartenschau ersteigert und sie hat somit im Glasdorf angelegt. Nach religiösen Gesichtspunkten ist sie das Symbol für das harmonische Leben des Menschen, des Tieres und der Pflanzenwelt. Daher auch die Platzwahl im Freigelände inmitten des Tiergeheges und der Natur.

„Freundschaft Freundschaft leben“ heißt die Philosophie der Familie Weinfurtner: „Glückliches Wohlbefinden zwischen Himmel und Erde mit all den Gästen und Mitarbeitern im Einklang mit der Natur.“ Weinfurtner DAS GLASDORF in Arnbruck – Ein familiär geführtes Kleinod mit besonderer Atmosphäre freut sich auf Ihren Besuch. ÖFFNUNGSZEITEN Montag bis Freitag 9 - 18 Uhr, Samstag 9 - 17 Uhr Von Mai bis November auch an Sonn- und Feiertagen 10 - 17 Uhr

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Bier in Bayern

Der WeiSSbräu von KöSSlarn

– ein Meister seiner Zunft

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S

ie ist das Aushängeschild der kleinen Marktgemeinde Kößlarn. Die kleine Weißbierbrauerei am Markplatz 23. „Das Haus selber ist über 500 Jahre alt. Es wurde früher als Bier- und Weinschänke genutzt“, erklärt Sven Grünleitner. Er ist seit 13 Jahren als „Weißbräu von Kößlarn“, für sein süffiges Weißbier, weit über das Passauer Land hinaus, bekannt. Doch auf den ersten Blick bringt man Sven Grünleitner sicherlich nicht mit dem traditionellen Handwerksberuf in Verbindung. Er ist vom Typ her eher sportlich und fährt leidenschaftlich gerne mit seiner Harley Davidson. Anstatt Lederhose trägt der Kößlarner eine schicke Funktionshose und ein sportliches T-Shirt. Trotzdem ist Sven Grünleitner mit dem traditionellen Handwerk des Bierbrauens stark verbunden. Obwohl er als Braumeister im Angestelltenverhältnis mehr verdient hatte, führt er die Brauerei mit einer großen Hingabe. Was die einen mit Hilfe von Computern und Maschinen herstellen, macht Sven Grünleitner noch mit Geschick und Braukunst. Die kleine Weißbierbrauerei besitzt eine lange Tradition. „Ab 1889 wurde hier Bier gebraut, 2003 bin ich dann hierher gekommen und habe die Brauerei in meinem jugendlichen Leichtsinn für einen viel zu hohen Preis gekauft“, erklärt der 40-Jährige. Seitdem hat er viel Zeit, Geld und Herzblut hineingesteckt. Die Technik stammt großteils noch von 1963. Sein Weißbier hat sich mittlerweile zum Kult entwickelt. So manch prominenter Gast im bayerischen Golf- und Thermenland schwört auf das Bier von Sven Grün-


T I P P

iel v r h t se an, m r e m t o s k mei u "Es a r B mm n a r e g d o auf ud-Pr S elche s w e h r ode welc t r h ä ft“. f u a r k e n dies r ei e e f tof Rohs

Die Karte „Bier & Kultur an Donau und Moldau“ bietet eine ausführliche Übersicht aller Brauereien in der Region des Passauer Landes mit den dazugehörigen kulturellen Erlebnissen. Sie ist bei der Tourist-Information-PassauerLand erhältlich. Domplatz 11 . 94032 Passau Tel.: 0851/397-600 Fax: 0851/397-488 E-Mail: tourismus@landkreis-passau.de

leitner. Doch der Weg bis hierhin war lang. Aufgewachsen ist Grünleitner im 20 Kilometer entfernten Kirchdorf am Inn. Nach dem Schulabschluss folgte eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer im benachbarten Tann. Der Beruf gefiel ihm, obwohl er sich in der großen Brauerei nicht richtig ausleben konnte. So ging Grünleitner nach fünf Gesellenjahren an die Doemens Fachakademie nach München, die er als Brau- und Malzmeister abgeschlossen

hat. Mit dem erlernten Fachwissen machte sich der Niederbayer auf nach Wien. Dort versuchte er sich bei der „1516 Brewing Company“ und kreierte ganz besondere Biersorten. Mittlerweile kann der „Weißbräu von Kößlarn“ in seiner eigenen Brauerei ausgezeichnete Biere anbieten und bildet sogar alle zwei Jahre einen Lehrling aus. Die Brauerei hat einen Bierausstoß von rund 2500 Hektolitern im Jahr. Das Weißbier wird weder filtriert, pasteu-

risiert noch anderweitig behandelt und hält sich trotzdem vier Monate lang. Zu Wiener Zeiten hat er alles Mögliche gebraut, vom Reis-, Mais-, Orangen,- bis hin zum Ingwer-Porter. „Das habe ich geliebt. Es ist ein dunkles Bier mit malzigem Geschmack“, schwärmt Sven Grünleitner. In seiner Brauerei in Kößlarn arbeitet er nun strikt nach dem Deutschen Reinheitsgebot. Dabei entstehen drei handwerklich gebraute Sorten Bier. Welche das sind und was 29


Bier in Bayern

Bier n i e r e hnell "Je sc goren r e v r e od r gebraut hlimme c s o t s nach“. a ist , de d h e w Kopf ist das sie so außergewöhnlich machen, verrät Sven Grünleitner im Interview. Passauer Land: Der Weißbräu Kößlarn ist bekanntlich eine Weißbierbrauerei. Welche Sorten beinhaltet das Angebot? Sven Grünleitner: Etwa 70 Prozent Weißbier und 30 Prozent Pils. Eine Sorte davon ist die Ur-Weiße, unser helles Weißbier. Das wird nach alter Rezeptur naturbelassen gebraut. Seit Januar 2011 braue ich auch ein dunkles Weißbier, die Marktweiße. Hierbei kommen verschiedene Malze zum Einsatz. Diese Malzsorten geben der Marktweißen eine dunkle Bernsteinfarbe. Das dritte Weißbier, den Kößlarner Keiler – er ist an unser Wappentier angelehnt – habe ich nur von November bis April im Angebot. Er ist ein richtiger Weißbier-Bock und zeichnet sich durch seine geringe Süße und seinen ausgeprägten Malzgeschmack mit einer feinen Hopfennote aus. Nach fünf Tagen wird mein Weißbier dann in Flaschen abgefüllt und eine Woche im Wärmeraum vergoren, bis es im Handel erhältlich ist. Passauer Land: Pils ist ja ein untergäriges Bier. Es wird auf eine andere Art und Weise hergestellt und vergoren wie Weißbier. Warum haben Sie es ins Sortiment mit aufgenommen? Sven Grünleitner: Pils ist mitt30

Führung durch die Brauerei

Weissbräu Kößlarn lerweile sehr im Kommen. Als ich die Brauerei 2003 übernommen habe, wollte ich es mitaufnehmen. Anfangs wurden 50 Kästen in der Woche produziert, mittlerweile bringen mich die 200 Kästen pro Woche an die Grenze meiner Kapazitäten. Mein Kößlarner Pils hat einen feinherben Geschmack. Der stammt vom Hallertauer Siegelhopfen, der in drei Gaben beim Würzekochen zugegeben wird. Das Pils reift drei bis vier Wochen im Lagerkeller, bevor es filtriert und in Flaschen mit Bügelverschluss abgefüllt wird. Passauer Land: Werden alkoholfreie Biere hergestellt? Sven Grünleitner: Bisher nicht. Alkoholfreies Bier ist für mich wie eine Schallplatte ohne Loch. Die kannst du auch nicht hernehmen. Jedem das Seine, aber wenn ich keinen Alkohol trinken möchte oder darf, dann nehme ich lieber ein Wasser (lacht). Passauer Land: Was macht den Geschmack eines perfekten Bieres aus? Sven Grünleitner: Die richtige Hefe. Natürlich macht auch das Malz den Geschmack. Man kann sagen das eine Bier schmeckt malziger, als ein anderes. Aber den Charakter eines Bieres macht die Hefe aus. So lässt es sich auch einordnen, ob das Bier unter- oder obergärig gebraut wurde.


Passauer Land: Wo liegt der Unterschied zwischen ober- und untergärigem Bier? Sven Grünleitner: Zu den untergärigen Bieren gehören Helles und Pils. Bei der Hauptgärung fällt die Hefe nach unten. Und beim obergärigen Bier wie Weißbier oder Kölsch steigt die Hefe nach oben. Wer diesen Unterschied schmecken möchte macht am besten eine Blindverkostung. Dabei erkennt sogar ein Weintrinker Helles oder Weißbier voneinander weg. Passauer Land: Sie tüfteln immer gerne an neuen Sorten. Bringt Sie das Bayerische Reinheitsgebot manchmal an die Grenzen? Sven Grünleitner: Nicht direkt. Es gibt immer für und wider. Ich finde unser Reinheitsgebot top. Einem Brauer stehen mittlerweile sehr viele Türen offen, ein außergewöhnliches Bier zu brauen. Es werden Hopfensorten angeboten, die sogar nach „Gletschereis Bonbons“ schmecken oder Mandarinhopfen. Dieser ist wirklich genial und sogar mit dem Reinheitsgebot vereinbar. Keine fünfzehn Kilometer weiter, in Österreich, darf man alles zum Bierbrauen verwenden. Hier kann sich der Braumeister vielleicht ein bisschen mehr verwirklichen und außerhalb des Reinheitsgebotes herumtänzeln. In Wien habe ich beispielsweise mit Reis oder Mais gebraut. Diese Biere werden auch ganz gut. Im Ausland darf es dann auch Bier heißen, was bei uns nicht der Fall ist. Wir dürfen nur als Bier verkaufen, was nach dem Reinheitsgebot gebraut ist. Ansonsten müssten wir es in Deutschland bierähnliches Getränk nennen. Und wer geht schon in den Getränkemarkt oder in die Wirtschaft und kauft sich ein bierähnliches Getränk? Also von uns Bayern, glaube ich, keiner (lacht). Passauer Land: Was unterscheidet Ihre kleine Handwerksbrauerei mit einer industriellen? Sven Grünleitner: Als erstes der Bierausstoß (lacht). Wir machen alles in Handarbeit. Ich habe nur zwei elektronische Sachen, das sind Zeitschaltuhren und Messgeräte. Außerdem

fülle ich jeden Sud einzeln ab. Bei mir wird nichts verschnitten. Große Brauereien haben eine Vielzahl an Tanks und viel mehr Platz. Die stellten einen Sud nach dem anderen her und vergären alles miteinander. Ich lasse jeden Sud einzeln vergären. So schmeckt jeder ein bisschen anders. Aber das ist einfach Geschmackssache. Die einen möchten, dass ihr Weißbier immer gleich schmeckt, andere schätzen den Unterschied. Das sollte jeder so machen wie er möchte. Passauer Land: Dazu fällt mir noch ein, dass Sie das Bier nicht in den herkömmlichen Flaschen verkaufen sondern in außergewöhnlichen, bauchigen Flaschen, man möchte fast meinen es wären Weinflaschen. Was hat es damit auf sich? Sven Grünleitner: Das ist ganz einfach. Wir füllen unser Bier eigentlich in einem Museum ab. Die Füllerei ist schon sehr alt, aber immer noch in Betrieb und die Flaschen passen bestens dazu. Sie werden nur noch von einer Glashütte hergestellt. Das ist auch der Grund weshalb sie sehr teuer sind. Zurück kommen leider nur wenige, weil meine Flaschen recht gut aussehen und wohl vielseitig verwendbar sind. Deshalb arbeite ich viele Stunden im Monat nur für die Flaschen. Passauer Land: Wie geht es die nächsten Jahre weiter, möchten Sie die Brauerei ausbauen? Sven Grünleitner: Das werde ich oft gefragt, aber ich möchte jetzt einfach mal alles auf einen neuen Stand bringen. Die Brauerei und das Haus waren sehr marode, als ich sie vor dreizehn Jahren übernommen habe. Wir mussten die Gebäude erst trocken legen, die Böden erneuern und vieles mehr. Momentan läuft es sehr gut, aber die Zeiten können wieder schlechter werden.

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Das Haus am Strom ist die Umweltstation des Landkreises Passau. In der interaktiven Ausstellung dreht sich alles um das Passauer Donautal: Die Besucher sind eingeladen, einen Ritt auf dem Hausen zu wagen, dem mit 5 Metern größten Fisch der Donau, mit dem Tretboot durch Passau zu schippern und dabei Energie zu erzeugen oder Smaragdeidechsen aus der Nähe zu erleben. Zudem ist die Ausstellung barrierefrei.

Wer auch die Anfahrt von Passau schon genießen will, dem sei das Schiff empfohlen. Außerdem bietet das Haus am Strom zahlreiche Veranstaltungen für Familien und Naturinteressierte. Gleich neben dem Haus am Strom liegt das größte Wasserkraftwerk. Im gemütlichen Biergarten mit Spielplatz findet der Besuch einen gelungenen Ausklang. Am Kraftwerk 4 · 94107 Jochenstein Tel. 00 49 (0) 85 91 / 91 28 90 www.hausamstrom.de


Bier in Bayern

Er ist eine Institution. Der Gasthof Lanz in Untergriesbach. Hier ist die echte bayerische Wirtshauskultur noch zu spüren.

niederbayerisches

Ein Wirtshaus, wie kein Zweites

B

eim Betreten der Gasträume fühlt man sich ins letzte Jahrhundert zurückversetzt. Alte Eichenmöbel und hölzerne Wandvertäfelungen prägen das Bild. Es ist richtig urig! Das denkmalgeschützte und aufwändig sanierte Gebäude stammt bereits aus dem 16. Jahrhundert. Als Gasthaus dient es seit 1623. Die heutigen Eigentümer sind Isolde und Ludwig Hartl. Sie führen es im Nebenerwerb und haben den weithin

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bekannten Gasthof von Ludwigs Mutter, der „Lanz Marie“ übernommen. Die Marie war noch eine vom „alten Schlag“, wie man es im Passauer Land auf den Punkt bringen würde. Sie hat den Gästen gegenüber kein Blatt vor den Mund genommen und für ihr „Wirtshaus“ und die Tradition gelebt. Seit ihrem Tod 2008 ist Schwiegertochter Isolde die Wirtin. Was sich seitdem verändert hat und wie die echte bayerische Wirtshauskultur im

Gasthaus Lanz weiterlebt, erfahren Sie im Interview mit Isolde Hartl. Passauer Land: Der Gasthof Lanz ist ja nicht unbekannt im Passauer Land und schon gar kein gewöhnliches Wirtshaus. Was genau schätzen Ihre Gäste so sehr daran? Isolde Hartl: Sie schätzen hauptsächlich das Alte, das Ursprüngliche. Unsere Einrichtung hat die 70er Jahre überstanden, in denen alles ‘alte’ ver-


teufelt wurde. Wenn man zur Tür herein geht, hat man das Gefühl, dass überall – von den Wänden, Bänken und Tischen – Geschichten erzählt werden. Eben weil sie schon so alt sind und vieles miterlebt haben. Passauer Land: Lange Zeit war auch die Wirtin eine Institution, die nicht wegzudenken war. Noch immer erzählen die Leute aus der Umgebung von der Lanz Marie. Wie war sie als Wirtin? Isolde Hartl: Die Marie war eine Frau, vor der jeder Respekt hatte. Sie konnte sich überall durchsetzen. Was meine Schwiegermutter gesagt hat, hat gegolten – sie kam gleich nach dem Bürgermeister und dem Pfarrer. (lacht) Das Wirtshaus war ihr Leben. Es war jeden Tag geöffnet, von früh morgens bis spät in die Nacht hinein. Die Leute haben ihre Ehrlichkeit geschätzt. Sie hat jeden gleich behandelt, egal ob es ein Handwerker oder der Ottfried Fischer, bekannt als „Der Bulle von Tölz“, war. Passauer Land: War der Ottfried Fischer öfter da? Isolde Hartl: Ja der besucht uns heute noch gern. Er stammt ja aus Untergriesbach. Wenn er zu Besuch ist, schaut er oft vorbei. Über ihn und die Marie gibt es eine lustige Anekdote. Der Ottfried hat sich mal auf einen alten Stuhl gesetzt, dieser ist unter seinem Gewicht zusammengebrochen. Als er die nächsten Male bei der Türe hereinkam und sich setzen wollte, schimpfte die Marie sobald er einen Stuhl berührte: „Gell Otti, du brauchst dich da nicht mehr hinsetzen. Du setzt dich auf die Bank, nicht dass mir wieder ein Stuhl kaputt geht!“ (lacht) Diese Anekdote wird oft erzählt, auch vom Ottfried selber. Passauer Land: Seit wann führt Ihre Familie den Gasthof Lanz? Isolde Hartl: Er ist seit 1951 im Besitz der Familie Hartl. Mein Schwiegervater war bei Johann Lanz Knecht. Dieser hatte keine Nachkommen, so hat er es dem Ludwig Hartl vererbt. Daher stammt auch der Name: Gasthof Lanz. Ich habe dann in die Familie eingeheiratet und kümmere mich seitdem um das Wirtshaus. Passauer Land: Was macht Ihr Mann? Isolde Hartl: Mein Mann bewirt-

schaftet mit unserem ältesten Sohn einen Bullenmastbetrieb mit rund 300 Tieren. Das ist unser Haupterwerb. Passauer Land: Ein Gasthof bedeutet ja sehr viel Arbeit. Warum tun Sie sich das zusätzlich an? Isolde Hartl: Ich bin gerne unter Leuten – genau wie die Marie damals. Das war schon in meiner Zeit als Metzgereiverkäuferin so. Andere Bäuerinnen müssen in die Arbeit gehen, ich verdiene mit dem Gasthaus im Nebenerwerb ein bisschen was dazu. Von der Landwirtschaft alleine kann man ja heutzutage nicht mehr leben. Für mich ist das sehr

ich mit Ludwig zusammen gekommen bin hat sie gemeint: „Endlich brauch ich nichts mehr kochen“. Das war nun meine Aufgabe – auch im Wirtshaus. Anfangs habe ich nur auf Vorbestellung gekocht. Mittlerweile gibt es eigentlich durchgehend bayerische Küche, wie Schweinebraten, Waidlatopf, Schnitzel, Cordon Bleu oder ganz einfache Brotzeiten. Passauer Land: Kartenspielen ist ja in manchen Wirtshäusern nicht mehr gerne gesehen. Hier darf man noch Kartenspielen? Isolde Hartl: Ja. Wahrscheinlich, weil ich auch so gerne spiele (lacht). Wenn es

Wirtin Isolde Hartl praktisch. Wir wohnen hier im Gebäude, da brauche ich nicht weg in einen Betrieb. Außerdem kann ich mir die Arbeit selber einteilen. Passauer Land: Was ist Ihrer Meinung nach typisch für die Wirtshauskultur im Passauer Land? Isolde Hartl: Dass man tatsächlich in manchen Wirtshäusern seine Brotzeit noch selber mitnehmen darf. Bei meiner Schwiegermutter war das damals schon erlaubt. Ich habe auch nichts dagegen, wenn sich beim Frühschoppen jemand selber seine Knacker oder Rosswürste mitnimmt. Passauer Land: Aber Sie kochen mittlerweile auch richtig, oder? Isolde Hartl: Ja. Seit wir das Wirtshaus übernommen haben gibt es kalte und warme Küche. Die Marie hat gar nicht gekocht, das mochte sie nicht. Wie

die Arbeit zulässt, springe ich gerne für die Raucher ein, wenn sie an die frische Luft müssen. Passauer Land: Welche Traditionen des Gasthofes Lanz halten Sie außerdem noch aufrecht? Isolde Hartl: Ich habe eigentlich alles so belassen, wie ich es übernommen habe, außer dem Kochen. Hier drin wird noch Karten gespielt, die örtlichen Vereine treffen sich und es kommen jeden Tag ein paar Stammtische zusammen. Da wird geratscht, manchmal auch getratscht und natürlich gelacht. Außerdem feiern wir einige traditionelle Feste, wie den Josefitag. Da findet unser Starkbierfest statt oder am Kirchweihmontag ein Ganserl-Essen. Bei den Veranstaltungen geht es immer recht zünftig zu, traditionell werden sie mit Musik begleitet.

Mehr typisch bayer. Gasthäuser im Landkreis unter www.bayern-und-bier.de

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Aktiv

zen r e H r e k i B t s läss l a t t o R s e d Topographie höher schlagen

o d a r o d l Efür Mountainbiker

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E

s ist früh morgens, als wir mit unseren Mountainbikes in Bad Griesbach am Stadtplatz stehen. Die wunderbare Altstadt, inmitten der „Bayerischen Toskana“ gelegen, ist noch in leichten Nebel gehüllt. Wir treffen uns mit Reiner Weyrauther, einem ausgebildeten Bike-Guide, der regelmäßig mit einer Gruppe leidenschaftlicher Biker im Rottal unterwegs ist. Der 47-jährige Naturliebhaber hat ein weitverzweigtes Wegenetz erschlossen, auf dem passionierte Mountainbiker voll auf ihre Kosten kommen. Über 80 Mountainbike-Touren quer durch die Landkreise Passau und Rottal-Inn hat Reiner Weyrauther bereits auf Herz und Nieren getestet und mit zahlreichen Zusatzinformationen auf seiner Homepage eingepflegt. „Die Touren kann sich jeder Interessierte kostenlos auf meiner Website www.rottal-total.de herunterladen“, bestätigt er. Auch wir haben uns die Strecke, die wir gleich fahren wollen auf unser Smartphone oder GPS-Empfangsgerät geladen. Schließlich sei eine gute Vorbereitung für eine Mountainbike-Tour sehr wichtig, hat uns Reiner Weyrauther schon im Vorfeld erzählt. Die Strecke ist 28,7 Kilometer lang und besitzt Anstiege von 649 Höhenmetern. Die Fahrzeit beträgt in etwa zwei Stunden und der Offroad-Bereich liegt bei 83 Prozent, erfuhren wir bereits auf der Website von Rottal-Total. Für die heutige Tour versichert uns der gebürtige Unterfranke, dass in spätestens einer halben Stunde die Sonne scheinen wird. Mittlerweile trudeln weitere Mitfahrer am Stadtplatz ein. Männer und Frauen aller Altersklassen präsentieren sich in voller Mountainbike-Montur. Jeder trägt neben Helm, Bikebrille und Handschuhen auch das WildBike-Trikot mit dem markanten Hirschg‘weih auf der Brust. Eine bunte Truppe schart sich um Reiner Weyrauther zum Sicherheitscheck. „Man muss bei den Touren sehr stark auf die Sicherheit achten, schließlich bewegen sich unsere beiden Wegenetze „WildBike“ und „TransRottal“ Der 47-jahrige die meiste Zeit über abseits der Zivilisation Naturliebhaber auf Feld- oder Waldwegen. Da ist eine gute Vorsorge äußerst wichtig“, verrät der leihat ein weit verzweigtes denschaftliche Ausdauersportler kurz vor Streckennetz erschlossen unserem Start. Zudem seien bei Unfällen oder Pannen Handy, Pannenset, ein Ersatzschlauch oder eine Latexmilch, eine ErsteHilfe-Ausrüstung, Luftpumpe, Multitools und andere Werkzeuge von Nöten. „Wenn wir in Gruppen fahren, teilen wir uns die Ausrüstung, bis auf Müsliriegel und ausreichend Getränken, auf. So muss nicht jeder alle Gegenstände im Rucksack herumfahren“, erklärt Ingrid. Die 52-Jährige Bad Griesbacherin fährt diese Touren bereits seit einigen Jahren mit. Nun gibt Reiner Weyrauther das Kommando. Wir fahren los in Richtung Schlossberg. Es geht steil bergab. Die ersten Meter sind leicht zu bewältigen. Wir lassen die Friedhofskirche Sankt Michael hinter uns und fahren in Richtung Schloss Griesbach, welches 1075 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde und heute eine Außenstelle des Finanzamtes Passau beherbergt. Auch in den Leithen ist das Fahren noch recht be35


Aktiv

quem. Unsere Mountainbikes rollen mühelos auf dem Asphalt. Kurz vorm Golfodrom, ab der Ortschaft Grieskirchen geht es dann los mit der OffroadStrecke. Jetzt erfahren wir, warum es so wichtig ist, sein Bike zu kennen um es in schwierigeren Situationen richtig im Griff zu haben. Da es in der letzten Nacht geregnet hat, bergen die nassen Waldböden und ihre Wurzeln eine zusätzliche Herausforderung, aber auch Spaß pur. Wir spüren nun am eigenen Leib, dass das Mountainbiken größere Konzentration fordert, als eine ruhige Sonntagsradtour an Donau- oder Innradweg. Aber es bedeutet Abenteuer im Einklang mit der herrlichen Natur des Rottals. Reiner Weyrauther beschreibt seine Touren sehr treffend als „Kombination aus Natur, Sport, Kultur, Abenteuer und Heimatverbundenheit“. Für unsere Gruppe gilt es nun den langgezogenen Kiesweg, hinauf zum Golfodrom-Holzhäuser zu bezwingen. Die Anstrengung treibt uns schon die ersten Schweißperlen auf die Stirn. Auch die Sonne ist mittlerweile zu unserem Begleiter geworden. Sie erleuchtet den Wald um uns herum in prächtigen, satten Farben. Angekommen am Golfplatz bietet sich ein herrlicher Ausblick auf den saftig grünen Rasen. Doch das GPS36

Gerät führt uns weiter. Das Bayerische Bäderdreieck hat schließlich mehr zu bieten als Golfplätze, Thermen und Flüsse. Wir nehmen den so genannten „6er-Weg“. „Dieser ist gespickt mit Wurzel- und Felspassagen, Singletrails und vielem mehr“, so der Ausdauersportler. Für uns geht es nun bergauf und bergab in Richtung Sankt Salvator, immer auf Wald- und Feldwegen. Ein wunderbares Offroad-Erlebnis. Dabei erklärt Reiner Weyrauther, wie wichtig es ihm sei, auf die Wildtiere Rücksicht zu nehmen. „Das erarbeitete Tourennetz erstreckt sich nur über geeignete Wege. Wenn Leute querfeldein durch den Wald pfeifen, nachts fahren oder an den Futterkrippen der Tiere vorbeiheizen, hört sich in meinen Augen der Spaß auf. Der Wald und die Natur gehören schließlich nicht nur uns Menschen“, so der 47-Jährige Outdoor-Fan. Wir treten weiterhin kräftig in die Pedale. Schon nach wenigen Kilometern erreichen wir die Luisenburg. Dies ist eine imposante Felsformation aus Quarzkonglomeraten, einem Sedimentgestein. „Der Fels diente den Kelten wohl als Kult- und Opferstätte. In den vergangen Jahren haben hier Einrad-Meisterschaften stattgefunden“, erzählt Reiner Weyrauther. Davon zeugen noch einige


Hindernisse, wie eine Hühnerleiter oder ein Holzsteg, die den Fahrspaß beim Biken zusätzlich steigern. Schon bald erreichen wir die geschichtsträchtige Klosterkirche von Sankt Salvator. Hier haben wir den Scheitelpunkt unserer Tour erreicht. Es geht wieder zurück in Richtung Bad Griesbach, dazu müssen wir die Straße überqueren. Ein paar Autos zwingen uns zum Absteigen. Albert, ein dunkelhaariger, geselliger Bayer erzählt, wie sehr ihn die Offroad-Trails in seiner Heimat reizen. Im nächsten Waldstück hat er Reiner Weyrauther kennen gelernt. „Das war vor 5 Jahren. Ich war mit dem Fahrrad zum Schwammerl suchen unterwegs und Reiner mit seinem Mountainbike. Wir sind ins Reden gekommen. Seitdem fahren wir regelmäßig in der Gruppe“, lacht der 51-Jährige. Nach dem kurzen Plausch geht es über Wurzelpassagen bergauf zum „Hohlen Stein“. Dieser diente in der Steinzeit als Wohnhöhle. Gleich darunter beginnt eine rasante Abfahrt mit zahlreichen Wurzeln und Steinen. Ein paar mutige springen über größere Felsen. Der Regen der letzten Nacht beschert uns „Natur-Fango“ pur. Es geht durch Schlamm und Wasserlacken. Reiner Weyrauther bringt die neue Erfahrung auf den Punkt: „Die erste Pfütze tut noch weh, aber dann macht es sehr viel Spaß, sobald man richtig „obaz‘d is“. Mountainbiker sind ja nicht aus Zucker“. Es geht nun rasant bergab. Wir müssen uns konzentrieren um nicht weg zu rutschen. Unten angekommen legen wir eine kurze Pause ein und sind schlichtweg begeistert von der Tour. Bisher konnten wir die Herausforderung bestens meistern. Simone, eine Friseurmeisterin aus der Hamburger Gegend, ist über Facebook auf RottalTotal und die gemeinsamen Touren aufmerksam geworden. Sie ist schon einige Trans-Alp-Touren gefahren und vom Rottal mit seinen Strecken sehr angetan. „Es ist ein anderes Fahren als in den Alpen und vom FahrtechnikLevel her natürlich etwas einfacher. Die vielen kurzen Anstiege sind aber we37

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Aktiv sentlich kräftezehrender als ein langer“, erklärt die 32-Jährige. Sie kommt nach einem Wellnessaufenthalt vor fünf Jahren regelmäßig ins Rottal. „Hier kann ich mich beim Biken ein paar Stunden austoben und vom Alltagsstress abschalten. Danach stärke ich mich gerne im Biergarten mit mehr d n i einer kühlen Radler s nnetz agende e k c und einer bayerie r r Im St 50 hervor terkunfte schen Brotzeit. Den n als 1 und U et r e s Abend lasse ich dann au hn Gasth eingezeic in der Therme ausklingen. Das ist Urlaubsspaß pur“. Reiner Weyrauther hat in sein Streckennetz mehr als 150 hervorragende Gasthäuser und Unterkünfte mit eingezeichnet. So kann man sich von zu Hause aus im Internet bereits informieren, wo man eine Pause einlegen möchte. Doch bis zur Einkehr müssen wir nochmal richtig in die Pedale treten. Unsere Pause ist zu Ende und wir 2.PDF | Rottaler_Inserat_Buergerinfo_Broschuere_ Bad_Grießbach | 20.10.2014 | 77 mm x 140 mm | CMYK | Straubinger machen uns auf in Richtung Köpfstadt. Auf dem langen Anstieg sind die Oberschenkel- und Wadenmuskeln wieder in vollem Einsatz. Die Mühen haben sich gelohnt. Uns wird ein wunderbares Panorama der Rottaler Hügellandschaft geboten. Das GPS führt uns weiter, durch eine Siedlung, bis zum Naturerlebnispfad. Nach dem Erreichen des GeldfelNatürlich ohne Gentechnik sens und der Holzkugel, die den höchsten Punkt unserer Tour bildet, geht es über Wurzel-Trails wieder rasant bergab. Die frische Waldluft braust um unsere Ohren. Das Gefühl weit weg von der Hektik des Alltags zu sein stellt sich ein. Stille und Ruhe des Waldes werden nur durch fröhliches Vogelgezwitscher und die Stollen unserer Mountainbikes unterbrochen. Am Ende des Wurzeltrails wird es nochmal schweißtreibend. Es geht bis zum Erreichen der „Waldpension“ bergauf. In dem idyllisch am Waldrand gelegenen Biergarten belohnen wir uns für die Anstrengungen der Tour mit einer Brotzeit in geselliger Runde. Susanne, eine 39-jährige Bad Griesbacherin, fährt seit 2011 regelmäßig in der

Milch aus meiner Heimat

Gruppe mit. Sie erzählt von den LadiesTouren. „Reiner plant unsere Ausflüge und darf als einziger Mann mitfahren. Bei den Mädels-Touren sind alleine die Gespräche schon anders, als bei den Gemischten. Auch die Einkehr im Gasthaus (mind. 3 Stationen) wird schon vor dem Start festgelegt und dauert meist ein bisschen länger, als mit den Männern“, lacht die Personal-Trainerin. Die Termine für die gemeinsamen Ausfahrten finden Interessierte übrigens auf Facebook unter Rottal-Total. Die Teilnehmerliste ist stets bunt gemischt. Besonders freut die Wild-Biker, dass auch immer mehr Teenager zusammen mit ihren Eltern am Start sind, lässt uns Reiner Weyrauther wissen. Vom Gasthaus im Steinkart aus, bis zu unserem Ausgangspunkt, dem Stadtplatz von Bad Griesbach ist es ein Katzensprung. Geschafft, aber begeistert von der Natur des Rottals und der Offroad-Strecke kommen wir an. Abschließend erklärt Reiner: „Die eingepflegten Strecken sind nach Regionen und Standorten sortiert. Zum einen die WildBike-Tour, ein Rundkurs mit 250 Kilometern und 5250 Höhenmetern. Dieser führt durch zehn Gemeinden. Und zum anderen die TransRottal-Tour“. Die Wegenetze von Rottal-Total umfassen insgesamt 100 Touren mit einer Gesamtlänge von über 3000 Kilometern. Dabei gibt es sogenannte Shorttracks mit weniger als 20 Kilometern und Langstrecken mit bis zu 80 Kilometern, die an einem Tag zurückgelegt werden können. Auch MehrTages-Touren werden auf der Website des Augenoptikermeisters vorgestellt und gratis zum Download freigegeben. „Beim Erstellen des Streckennetzes war es mir wichtig, größten Teils Offroad fahren zu können. Denn jeder Meter Asphalt ist ein Meter Asphalt zu viel“, bekräftigt der Bike-Guide. Er hat tausende Kilometer und unzählige Höhenmeter zurückgelegt und im Anschluss die Streckenführungen am Computer bearbeitet. Diese Mühen haben sich definitiv gelohnt, egal ob für Einheimische oder Urlauber.

Informationen finden Sie auch von anderen Hobby-Bikern, die Touren zusammenstellen, unter www.passauer-land.de/mountainbiken 38


Reiner Weyrauther Portrait eines „Wild-Bikers“

POCKING

M

it dem Mountainbike bin ich nun schon seit Ende der 1990er Jahre unterwegs“, erzählt der sympathische Mittvierziger. Reiner Weyrauther ist 1968 in Unterfranken geboren. Durch eine berufliche Veränderung zog der gelernte Augenoptiker vor rund 20 Jahren ins niederbayerische Bad Griesbach. Damals hat er noch regelmäßig an MountainbikeMarathons und -Rennen teilgenommen. „Als ich das ständige Trainieren satt hatte, bin ich zum ‘Genuss-Biker’ geworden“, lacht der Outdoor-Fan. Er zog sich 2002 aus dem Rennzirkus zurück und gab die Jagd nach Bestzeiten und Höhenmetern auf. Doch die Freude am Sport blieb. Reiner Weyrauther ist jedes Wochenende in Richtung Österreich aufgebrochen und hat sich Mountainbikerouten in den Bergen vorgenommen. Kurze Zeit später hatte er die Idee, sich im Rottal geeignete Strecken zu suchen. Durch die vielen kleinen Anstiege gelten Touren im Rottal als interessanter und anspruchsvoller, als in den Alpen. „Anfangs bin ich auf die Problematik gestoßen, dass es hier zwar eine wunderbare Landschaft gibt, aber weder ausgewiesene MTB-Strecken noch entsprechendes Kartenmaterial existiert“, erzählt der 47-Jährige. Er besorgte sich Landkarten, zeichnete Strecken ein, fuhr diese ab und stellte fest, dass manche Wege nicht mehr existierten. So mussten neue Wege gefunden werden. Mittlerweile läuft alles über GPS-Geräte. Die erprobten Strecken stellt Reiner Weyrauther auf seiner Website kostenlos zur Verfügung. Interessenten können

Reiner Weyrauther mit Ziege Zenzi die abwechslungsreichen Strecken auf ihre GPS-Geräte speichern und nachfahren. Das Streckennetz wächst stetig. So trifft man Reiner Weyrauther stets mit Höhenmesser, Kamera, Landkarten, Kompass und GPS-Gerät bewaffnet auf seinem Mountainbike – immer auf der Jagd nach neuen Erlebnissen und den schönsten Strecken dieser Region. „In der Anfangszeit habe ich das einfach für mich selbst gemacht. Ich wollte hier in der niederbayerischen Toskana bleiben“, bekräftigt der Außendienstmitarbeiter einer Firma in Forchheim, die Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen herstellt. Der Wahl-Niederbayer liebt es, dem Alltag zu entfliehen und Natur, Kultur und die Gastronomie im Rottal in vollen Zügen zu genießen. Als die ersten Routen ausgearbeitet waren, hat Reiner Weyrauther Freunde und Bekannte mitgenommen. „Sie waren durchweg begeistert. Wir merkten, dass das Biken in der Gruppe einfach mehr Spaß macht“, erklärt der Ausdauersportler. Seither sind die Gruppenfahrten immer mehr geworden. An Reiner Weyrauther und sein Team kann sich jeder anschließen. Anmeldungen sind auf der Facebook-Seite mit dem Titel „Rottal Total“ möglich. Wer die Wege des Rottals lieber alleine unsicher macht, kann sich die Strecken auf sein Smartphone oder GPS-Gerät laden und losdüsen.

Genaue Informationen zu Strecken, Equipment u. v. m. erhalten Sie auf der Website von Reiner Weyrauther unter: www.rottal-total.de. 39

DIE EINKAUFSSTADT IM BÄDERDREIECK Mehr Informationen finden Sie unter www.pocking.de


Natur

ungewöhnlich schöne

Aussichten Wandern entlang der malerischen Donauauen

Landrat Franz Meyer zeigt Wanderern des DonauPanoramaweges die wunderbaren Donauauen.

D

as Passauer Land hat wunderschöne Wanderwege zu bieten. Einer von ihnen ist der neue Donau-Panoramaweg. Seinen Namen trägt er auf Grund des herrlichen Panoramas, das sich Wanderern und Spaziergängern bietet. Er führt den bayerisch-österreichischen Donausteig fort und geht von der Veste Oberhaus (Stadt Passau) bis nach Kelheim, am Donaudurchbruch beim Kloster Weltenburg. Weil der Donau-Panoramaweg keine starken Steigungen hat, ist er auch für ungeübte Wanderer sehr gut zu bezwingen. Entlang der Donau trifft man auf viele kulturelle Highlights. Den Weg säumt beispielsweise die kleine Dreiflüssestadt Vilshofen, die mit ihrer historischen Altstadt und der schönen Promenade besticht. Neben der malerischen Auenlandschaft des Passauer Landes hat auch die Infrastruktur am Wegesrand einiges zu bieten. So finden sich zahlreiche Gasthäuser, Restaurants oder Biergärten entlang des Donau-Panoramaweges. Er ist mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Bis Hofkirchen führt der Wanderweg rund 40 Kilometer durch das Passauer Land. In der kleinen Marktgemeinde lässt sich noch heute die Burgruine Hilgartsberg, welche erstmals 1112 urkundlich erwähnt wurde, besichtigen. Von dort aus erhält man einen herrlichen Blick auf das bayerische Donautal. Auch kulturelle Veranstaltungen finden in der Ruine, die im österreichischen Erbfolgekrieg 1742 beschädigt

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wurde, statt. Außerdem kann eine Ausstellung mit umfangreichen archäologischen Funden besucht werden, die bis in die Steinzeit zurückreichen. Auf dieser Etappe, von Vilshofen in Richtung Winzer, befindet sich auch ein Planetenweg. Er bildet ein statisches Modell unseres Sonnensystems im Maßstab von 1:1 Milliarde ab und ist damit stolze zehn Kilometer lang. Die einzelnen Stationen mit den Planeten sind barrierefrei zu erreichen und mit Infotafeln ausgestattet. Weitere Informationen erhalten Sie in den Tourist-Informationen Passau, Vilshofen, Hofkirchen und Windorf oder unter www.passauer-land.de

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Das Burgmuseum Hilgartsberg

Passau

Donau-Panoramaweg 41


Lieblingsplätze

. . . “ e b e i L e n i E " … die Berge und Anhöhen des Bayerischen Waldes – zwischen Oberhaus und Lusen

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4242

usiker und Texter Uwe Kobler, bekannt als Rapper „UWE KAA“, kommt ursprünglich aus Ruderting. Geboren in der Stadt Passau und aufgewachsen im Passauer Land, erlangte er durch Songs wie „Tanz´n und Schrein“ oder „Eine Liebe“ europaweite Berühmtheit. Seinen Musikstil beschreibt der 38-Jährige „ganz pragmatisch in der Reihenfolge: Rap, Soul und Reggae. Auf meinem aktuellen Album ist nur ein Reggae-Song, der Rest ist Rap und Soul. Schon fast mehr Poetry“. Inzwischen sei es schwierig für ihn, den tatsächlichen Stil zu definieren. „Zeitgenössische deutschsprachige Musik einfach“, schmunzelt der Passauer. Obwohl Uwe bereits seit Jahren in München lebt, ist er dennoch sehr mit seiner Heimat, dem Passauer Land, verbunden. Er genießt die wenigen freien Tage, die er zu Hause bei seinen Eltern verbringen kann. „Es ist jedes Mal ein unglaubliches Gefühl, in Deggendorf von der Autobahn (92) runter zu fahren und die schwarzen Berge zu sehen. Da ist er, der Woid – mein Bayerischer Wald“, schwärmt der Musiker. Irgendwie ziehe es ihn immer wieder zurück in die alte Heimat. In jungen Jahren war Uwe als Reggae-DJ europaweit unterwegs. „Da habe ich immer gesagt: ich bin da daheim, wo meine Platten sind“, lacht der Rapper. Mittlerweile stehen seine Schallplatten in München. Sein Herz hängt immer noch am Passauer Land. Einer seiner Lieblingsplätze ist die Veste Oberhaus. UWE KAA verrät: „Da stehe ich immer oben, blicke hinunter und denke – wow – was für eine tolle Stadt. Diese Aussicht ist schon sehr schön. Außerdem sind meine Freundin Verena und ich begeisterte Spa-

ziergänger. Sobald es geht, spazieren wir an der Ilz entlang. Bei meinem Elternhaus in Ruderting gibt es einen ganz tollen Rundweg. Er führt über Gastorf schräg am Teufelsstein vorbei, dann geht man eine Zeit lang an den Schienen entlang in Richtung Fischhaus. Das ist auch ein Teil vom Ilztalwanderweg. Beim Bahnübergang überquert man die Straße und kommt nach ein paar Kilometern am Rudertinger Fußballplatz wieder raus. Das ist eine ganz tolle Runde, sehr abwechslungsreich mit viel Natur, Bäumen und Hügeln. Echt cool. Früher habe ich es nie verstanden, warum Leute hier Urlaub machen. Ich dachte immer, da ist ja nichts los. Jetzt verstehe ich das sehr gut. Es ist wirklich wunderbar hier. Du hast die Weite, die Ruhe und die besonderen Menschen. Das ist das Schöne am Passauer Land. Es ist einfach Waldland und Hügelland. Da hat man unfassbare Tiefen und Weiten. Das kenne ich im Münchner Umland nicht, da ist alles flach. Und hier kommt eine Wiese, dann ein Wald, dann ein Getreidefeld und am Horizont spitzt ein Kirchturm gen Himmel. Das auf sich wirken zu lassen finde ich ganz toll. Mehr braucht es eigentlich nicht. Wenn wir längere Touren machen möchten, fahren wir gerne nach Hauzenberg und gehen auf die Sonnenalm oder wandern am Lusen. Bei schönem Wetter spazieren gehen, draußen sitzen, einen Kaffee trinken und einfach nur schauen. Das ist super-sensationell hier.“


Traumpfade an der Ilz Tiefe Schluchten und lichtdurchflutete Wiesentäler begleiten die Ilz auf ihrem Weg von der Ettlmühle bis zur Dreiflüssestadt Passau, wo sie sich schließlich mit Donau und Inn vereint. Romantischen Uferbereiche und beeindruckenden Felsformationen laden zum Staunen und Verweilen ein. Die „schwarze Perle“, wie das letzte große Wildwasser Ostbayerns auch genannt wird, besticht durch eine weitgehend unberührte Natur, wie sie nirgendwo sonst in Deutschland zu finden ist. Der Reichtum an seltenen Pflanzen und Tieren scheint hier unerschöpflich. Ein besonderes Naturschauspiel bietet die Dießensteiner Leite, in der das Wasser tosend herabrauscht. Entlang der Ilz gibt es zahlreiche Plätze zum Rasten und gemütliche

Vo Ettlm n der nac ühle bi hP s ab 9 assau 9 Eu pro Pers ro on

Gasthäuser, die ihre Gäste mit einheimischer Küche verwöhnen und für die weitere Wanderung stärken. Der Ilztalwanderweg ist ein leichter bis mittelschwieriger Weg, der in Etappen erwandert werden kann und so auch für Familien mit Kindern gut geeignet ist. Übernachtungsmöglichkeiten bestehen in Preying, in der Schrottenbaummühle, in Schloss Fürsteneck und in Fischhaus. Genuss-Wanderer können die Strecke in vier Abschnitte mit drei Übernachtungen unterteilen, der sportliche Wanderer kann die Tour in zwei Tagen erkunden. Ein besonderes Erlebnis ist am Wochenende eine Fahrt mit der Ilztalbahn, die ab Fürsteneck die Strecke nach Passau abkürzen kann.

Angebote und Informationen: Ilztal & Dreiburgenland, Susanne Schmauß, Schulstraße 5, 94169 Thurmansbang, Tel. 08504 1642, info@ilztal.de

1. Tag: Anreise in Ettlmühle 2. Tag: Tageswanderung durch das Ilztal von Ettlmühle nach Fürsteneck (24 km) 3. Tag: Tageswanderung von Fürsteneck nach Passau (25 km) Leistungen: 2 ÜN mit Frühstück in Gasthöfen/Hotels 2 x Rucksackverpflegung für die Wanderung, Wanderkarte und Tourenbeschreibung Preis: ab 99 Euro/Person im Doppelzimmer mit Dusche/WC

www.ilztal.de

Das grenzüberschreitende Freizeitverkehrsnetz

Mit der Ilztalbahn in den Nationalpark, nach Südbohmen und nach Passau. Attraktive Angebote für Gruppen.

Anschluss zum Nationalpark Bayerischer Wald

Freyung Anschluss nach Krumau/Budweis

Röhrnbach Fürsteneck Kalteneck Fischhaus Tiefenbach

Passau Hbf DB

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Natur und Kulinarik

Wildkräuter bringen Pep auf den Tisch

– eine Kräuterwanderung mit Margarete Vogl

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er durch die Wiesen und Wälder des Passauer Landes streift und die Augen aufhält, für den ist der Tisch reichlich gedeckt – frisches Wildgemüse, duftende Würze, Wohltuendes und Heilsames auf Schritt und Tritt. Hier, wo gespeist aus drei Flüssen und unzähligen Bachläufen viel Wasser zusammenkommt und die Landschaft unterschiedlichste Formen annimmt, finden auch seltene Wildkräuter den richtigen Platz. „Viele der Wildpflanzen sind Urformen unseres heutigen Zuchtgemüses – allerdings um ein Vielfaches gehaltvoller, damit auch gesünder und intensiver im Geschmack“, erklärt uns Margarete Vogl, eine ausgebildete Kräuterpädagogin mit Zusatzausbildung für Volksheilkunde. Bei einem „Wohlfühltag“ in ihrem idyllischen Kräutergarten in Tiefenbach erfahren wir, welche Leckereien sich daraus zaubern lassen und worauf man beim Sammeln achten sollte.

MädesüSS-Kracherl zur Erfrischung Schon in der Früh ist es sehr heiß an diesem Julimorgen. Obwohl die Obstbäume hier und da Schatten spenden, sind wir Teilnehmer froh um jede Erfrischung. Margarete Vogl hat uns dazu 44

Karaffen mit Mädesüß-Kracherl auf den Frühstückstisch gestellt. Kräuter-Limonade, die ein wenig an den Almdudler aus Kindheitstagen erinnert – nur frischer und würziger. Eine Mischung aus Apfelsaft, Mineralwasser und einer Handvoll verschieden duftender Kräuter, wie Wiesenlabkraut oder Gundermann, Sauerampfer, Salbei und Mädesüß, dazu einige Gierschblätter, etwas Ingwer, Stängel der Zitronenverbene oder Zitronensaft.

Natur erleben Wie faszinierend es sein kann, die Natur und ihre Pflanzen ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen erfahren wir schon in Margarete Vogls Garten. Die 63-jährige Kräuterpädagogin beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit Kräutern. Sie wirft eine Frage in unsere Runde: „Wie viele essbare Wildpflanzen meint ihr gibt es?“ Wir blicken ratlos zu ihr. Margarete erklärt, es würden rund 1.500 Stück sein. Faszinierend. Inklusive aller Unterarten seien es sogar 4.000 verschiedene Wildpflanzen, die in Mitteleuropa wachsen. Die meisten weisen auch eine gesunde und heilende Wirkung auf. Sie sind in vier Gruppen eingeteilt: in Gemüsepflanzen, welche von Margarete Vogl hauptsächlich

gesammelt werden, Würzkräuter, wie Thymian, in Grundteekräuter, das sind Johannisbeerblätter oder Himbeerblätter und in Heilkräuter. Diese sollten aber nur begrenzt gegessen werden. Sie werden entweder zur Vorbeugung von Krankheiten genommen oder zur Heilung. „Aber nie das ganze Jahr über, höchstens für vier Wochen, außer der Arzt verordnet es anders“, bekräftigt die Kräuterexpertin während wir ihren Garten verlassen und in Richtung Feldweg gehen. Am Wegesrand befinden sich Wildkräuter, wie Kamille, Spitzwegerich oder Brennnessel.

Der richtige Standort Im niederbayerischen Donautal wächst eine Vielzahl an Wildkräuterarten. „Sie wissen wo ihr Lieblingsplatz ist – wie Sonne und Schatten sein müssen – damit sie gedeihen. Man kann Wildkräuter nicht einfach ausgraben und zu Hause im Garten einpflanzen, schließlich ist jeder Boden anders beschaffen“, erklärt Margarete. Es kann durchaus passieren, dass sie am falschen Standort eingehen, deshalb nimmt die ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin bevorzugt Samen der Pflanzen mit. Diese verstreut sie in ihrem Garten. „Wenn die Bodenbeschaffenheit und der Nährstoffgehalt


stimmen, dann treiben die Sämlinge aus, wenn nicht suchen sie sich ein anderes Plätzchen“, erklärt die Tiefenbacherin.

Sammelplätze sorgfältig auswählen Wir wandern weiter, in ein kleines Waldstückchen hinein. Auch hier befinden sich zahlreiche Kräuter. Am Wegesrand steht eine kleine Bank. Margarete Vogl erklärt: „Hier würde ich keine Kräuter sammeln. Es könnte sein, dass sich Hund und Herrchen entladen haben. Auch rund um gelagertes Holz ist es nicht ratsam. Man weiß nicht, ob der Boden mit Bekämpfungsmittel gegen Borkenkäfer kontaminiert ist“. In Naturschutzgebieten ist es verboten Wildkräuter abzuzupfen oder auszustechen, deshalb empfiehlt die Landschaftsführerin, sich Wege und Wiesen zu suchen, die nur selten gemäht werden.

Giersch – eine wirksame Gemüsepflanze

T I P P

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Wohlfühltage in der Gesundheits- und Kräuterschule bei Margarete Vogl Margarete Vogl, Kräuterpädagogin und Gesundheitsberaterin, bietet seit Frühjahr 2015 in einem alten Bauernhaus in Hutthurm Kurse rund um die Themen Brotbacken, Vollwertküche, Fasten und Kräuterkunde an. Für auswärtige Gäste stehen auch Zimmer für Übernachtungen bereit. Vor dem neuen Domizil befindet sich eine biologisch bewirtschaftete Wiese. So ist es möglich Kräuter und Zutaten gleich in der naturbelassenen Vollholzküche zuzubereiten. Die Kräuterwanderungen rund um die Dreiflüsse-Stadt Passau sind auf verschiedenen Pfaden möglich. Weitere Informationen finden Sie unter www.gesundesessen.de oder www.herbologe.de. Frau Vogl und weitere Kräuterpadagogen finden Sie auch auf www.unkraeuterschule.de

„Wo es so viel Wasser gibt, wachsen sehr viele unterschiedle Wildkräuter“, sagt Margarete Vogl, während sie auf die Donau hinüber blickt. Wir stehen nun auf einer wunderschönen Wiese. Diese wird seit Jahren nicht gedüngt. Margarete Vogl reicht mir eine Pflanze. Der Stengl ist glatt und hat eine Furche. Außerdem hat er drei Ecken und gefiederte Blätter. „Das ist der bekannte Giersch“, klärt uns die Kräuterexpertin auf. Giersch wird auch Geißfuß genannt und ist essbar. Zum Essen seien die jungen, frischen Pflanzen geeignet, lässt uns Margarete Vogel wissen. Außerdem sagen die Namen der Kräuter einiges über ihren Standort, die Inhaltsstoffe und ihren Nutzen aus. „Giersch heißt im Lateinischen ‘Aegopodium podagraria’,

das bedeutet, dass er gegen Gicht hilft. Früher hat man die Gierschblätter mit einem Nudelholz bearbeitet und das Blatt mit dem ausgetretenen Saft um die Gichtzehe gewickelt“, so die 63-Jährige. Heute dient er als Gemüsepflanze. Man kann damit köstliche Gierschnockerl zubereiten, erfahren wir beim Wandern entlang des Feldweges. Margarete Vogl reicht jedem Teilnehmer ein Blatt der Pflanze und empfiehlt uns daran zu riechen. Hilde, eine ältere Dame aus Wegscheid findet, er rieche nach Harz. Ich finde die Note geht in Rich-

Margarete Vogl bei der Kräuterführung tung Sellerie. Eine junge Dame aus Hauzenberg wirft ein: „oder nach Gelbe Rüben und Petersilie“. Auf jeden Fall riecht der Giersch richtig frisch. Die Expertin meint, dass jeder Seminarteilnehmer einen anderen Geschmack hätte. Doch der Duft ist bei der Bestimmung der Pflanzen sehr wichtig, denn es gibt auch giftige Wildkräuter. „Es sind zwar wenige, aber wenn man eine Pflanze nicht einordnen kann, sollte man sie auf gar keinen Fall essen“, rät die Kräuterexpertin. Margarete Vogl hat mehrere Bücher über Kräuter verfasst. Darin sind zahlreiche Informationen und Fotos der heimischen Wildkräuter im Passauer Land zu finden.

Kochen mit Kräutern Nachdem wir weitere Wildkräuter bestimmt haben, führt uns der Weg zurück, in Margaretes Garten. Unsere gesammelten Kräuter verwerten wir nun zu einem köstlichen Mittagessen. Es gibt: Wildkräuter Carpaccio, Kräutersemmeln und einen bunten Salat mit Wildkräutern und weißen Rosenblüten. Außerdem bereiten wir Kartoffelknödel mit Brennnesseln, Bruscetta mit Löwenzahnoliven und eine Karotten-Giersch Suppe zu. Die Nachspeise bildet ein köstlicher Wildkräuterkuchen. Wir freuen uns auf einen excellenten Gaumenschmaus – das Wissen unserer Großmütter, verbunden mit moderner, abwechslungsreicher Küche. Einfach lecker! 45


Kulinarik

„Würze Dein Leben...“

wie hingestellt, lknödel so r e m im erden Semme ir Bayern w Schweinshaxen und Festtagsr u n e Küch eine re se wenn wir n u il e e eine rw „ sche Küch nnten. Nu machen kö r heute ist die Bayeri auch gesunde Abe he. Da sind küche ist. n nnige Küc so , le bayerische ib x e total fl l an einer h en ist“. o w rd b o o w e t, aub rank g k r e in e k Sachen erl h emmel noc Leberkäs-S

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... das ist die Lebensphilosophie des Sternekochs Alfred Schuhbeck. Wie ihm das gelingt und welche Vorteile frische Gewürze, neben einem vorzüglichen Aroma, mit sich bringen, verriet er bei seiner Vorstellung als Caterer für die Landesausstellung Bier in Bayern.

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lfons Schuhbeck, der berühmte Sternekoch aus München, sorgt bei der Landesausstellung „Bier in Bayern“ für kulinarische Höhepunkte. Er versteht es seit Jahren, traditionell bayerische Gerichte mit speziellen Gewürzen zu verfeinern. Zu seiner Lebensphilosophie gehört der Leitspruch „Würze Dein Leben“. In seinen Lehrund Wanderjahren schnupperte Alfons Schuhbeck – im von ihm als kulinarischen Schmelztiegel genannten Paris und London – in die Welt der Gewürze hinein. Dabei wurde ihm bewusst, wie sich unser Geschmacksinn auf viele

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Weisen anregen lässt. Egal ob in der asiatischen oder in der ayurvedischen Küche, überall werden zahlreiche aromatische Gewürze verwendet.

Mit Gewürzen heilen „Gewürze waren bis zum 18. Jahrhundert reine Medizin. Die Leute konnten sich damals nur mit Kräutern und Gewürzen heilen. Erst später kam die Pharmazie“, erklärt Alfons Schuhbeck. Eines seiner Lieblingsgewürze ist Ingwer. Durch seine Arbeit als Sternekoch

ist Schuhbeck täglich mit Gewürzen, ihren Geschmäckern und Gerüchen in Berührung. „Vor zirka 15 Jahren habe ich mir gedacht, ich muss mir ein Gewürz rausnehmen, das die Welt am längsten kennt. Das ist der Ingwer. Er war vor viertausend Jahren so wertvoll, dass er mit Gold aufgewogen wurde“, so der Sternekoch. Wenn Ihnen das bayerische Bier ein bisschen zu gut geschmeckt hat, soll das Gewürz schnell Abhilfe schaffen: „Ingwer besitzt einen Stoff, der heißt Ginkerol, dieser wirkt wie Aspirin. Außerdem ist mein Lieblingsgewürz der bes-


Alfons Schuhbeck und sein Team werden bei der Landesausstellung „Bier in Bayern“ 2016 in Aldersbach für kulinarische Genüsse sorgen.

„A Glaser´l Bier, a gsche ide Brotzeit, da gibt´s nix Besseres“

Alfons Schuhbeck

te Leberentgifter. Ingwer unterstüzt die Fließfähigkeit des Blutes, entgiftet und entschlackt den Körper“. Die Gewürzpflanze kann man süß oder salzig konsumieren. Alfons Schuhbeck rät zudem, eine Scheibe Ingwer in ein Glas Mineralwasser zu geben, so können die sekundären Pflanzenstoffe vom Körper bestens aufgenommen werden. „Chilli ist auch ein wunderbares Gewürz. Wer lieber Chilli isst, der kann das gerne machen. Es brennt herrlich,“ lacht Schuhbeck. Sein Lieblingsgewürz ist und bleibt aber die Ingwerwurzel.

„Ingwer kann´s mit jedem“ Der Oberbayer vergleicht Ingwer metaphorisch mit einem Orchester. „Er lässt jedes Gewürz nach vorne mar-

schieren und deckt es hinten ab, ohne dass es sich mit einem Anderen um den Geschmack streitet. Der Ingwer kann´s mit jedem“, lacht Alfons Schuhbeck. Er verträgt sich auch mit anderen Gewürzen bestens. Vielseitige und aromatische Gewürze sind nicht nur in der Sterneküche äußerst beliebt. Ingwer wird in der Patisserie für Pralinen oder Schokoladen sehr gerne verwendet. Außerdem bereichert Ingwer pikante und herzhafte Gerichte. „Der Knoblauch ist sein bester Spezi“, so Schuhbeck. Wenn man Ingwer und Knoblauch kombiniert – das machen die Asiaten bereits seit 3000 Jahren – dann könne man eine 90 prozentige Knoblauchverträglichkeit erreichen. „Auch der störende Knoblauchgeruch bleibt aus. Und die medizinische Wirkung von beiden Gewürzen geht um 50 Prozent

nach oben“, erklärt der 66-Jährige. Doch Alfons Schuhbeck verwendet in seiner Sterneküche nicht nur Ingwer und Knoblauch. Er bedient sich einer breiten Pallette an eigenen Gewürzen und ist sich stets über deren Wirkungsweise im Körper bewusst. „Gewürze sind die einzige Medizin, die schmeckt“, bringt es Alfons Schuhbeck auf den Punkt. Sie sind für den Sternekoch nicht nur eine geschmackliche, sondern in erster Linie eine gesundheitliche Komponente von Speisen. Denn jedes Gewürz hat seine Funktion im menschlichen Körper.

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Aktiv

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Wohltuende Alternative zum Skiurlaub –

Entspannen in den Thermen Bad Füssings W

Bad Füssing liegt im Herzen des Bayerischen Golf- und Thermen-

enn Frost und Schnee über´s Land ziehen ist es besonders angenehm, im wohlig warmen Wasser zu treiben. Der Winter verwandelt das Passauer Land jedes Jahr in ein wahres Winterwunderland. Die traumhafte Natur rund um Bad Füssing lädt zu einem gemütlichen Winter-Spaziergang ein, um, fern ab vom dichten Gedränge der Skipisten, die frische, klare Luft einzuatmen. Im Anschluss daran ist es herrlich, die drei Thermalbäder Therme 1, Johannesbad und Europa-Therme zu besuchen. Gerade in der kühlen Jahreszeit hat das Baden in den Thermalquellen einen besonderen Reiz. Wenn die Tage kurz und grau sind, finden Sie hier Genuss, Entspannung, Gesundheit und Regeneration.

Heilwirkung der Quellen

landes. Der Kurort ist dank seiner legendären Heilwasser und wunderbaren Landschaft seit mehr als 70 Jahren ein sehr beliebtes Urlaubsziel für Erholungssuchende, egal zu welcher Jahreszeit. Die Heilquellen in Bad Füssing wirken ausgezeichnet auf Körper, Geist und Seele.

Die Thermalquellen schenken nicht nur Erholung und Tiefenentspannung. Studien bestätigen einen besonderen, heilenden Einfluss bei Rheuma, Gelenk- und Rückenproblemen. „Zahlreiche Gäste bestätigen uns eine deutliche Linderung ihrer Schmerzen in den Gelenken oder der Wirbelsäule. Außerdem verbesserte sich ihre Beweglichkeit rasch“, so Kurdirektor Rudolf Weinberger. Heute, rund 70 Jahre nach

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Aktiv

dem Ausbau des Kurortes, können Sie sich in über 100 verschiedenen Therapie-, Bade- und Entspannungsbecken von der Heilkraft des Thermalwassers überzeugen. Drei Quellen mit einer Ergiebigkeit von 100.000 Litern pro Stunde versorgen die Badelandschaften ständig mit frischem Heilwasser. Zusammen bieten diese drei Thermalzentren mehr als 12.000 Quadratmeter Wasserfläche zum Genießen und Erho-

len. Integriert in einem wieder aufgebauten, niederbayerischen Bauernhof befindet sich der einzigartige Saunahof Bad Füssing. Hier erwartet Sie als Wellness- oder Kurgast eine Vielzahl origineller Saunen und Attraktionen. Eine davon ist die Kartoffelsauna. Dort finden bei 60 ° C Raumtemperatur und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit, in einem historisch wirkenden Ambiente, wirksame Peelinganwendungen statt.

150 Ärzte und Therapeuten

r e u s i e F und E

Sauanhof Bad Füssing

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Außerdem sorgen kompetente Ärzte und Therapeuten für Ihre Rehabilitation oder Gesunderhaltung. Von der traditionellen Chinesischen Medizin bis hin zu computergesteuerter Rückenstraße, minimalinvasiver Chirurgie oder Behandlungen im Deutschen Zentrum für Osteoporose finden


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Aktiv

Sie alles im Kurort. In den letzten Jahren wurden rund 200 Millionen Euro in den weiteren Ausbau der Infrastruktur investiert. So wird der ganzheitliche Kur-, Wellness- oder Rehaaufenthalt noch komfortabler und attraktiver. „Das neue Angebot reicht vom Thermalwasserfall bis hin zum 18-LochGolfplatz, der speziell für Golfer mit Gelenkproblemen modelliert wurde. Außerdem laden mehrere 100 Meter lange Strömungskanäle zum beinahe schwerelosen Flanieren im warmen, heilenden Nass ein“, erklärt Kurdirektor Rudolf Weinberger.

Zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten

ßerdem beherbergt es ein Kino, ein Restaurant und Spiel- und Aufenthaltsräume. Wechselnde Ausstellungen findet man im Leonardi-Museum Aigen am Inn, der Spielbank Bad Füssing, im Evangelischen Pfarrzentrum und im Bernsteinmuseum.

Bewegung & Naturerlebnis – Sommer wie Winter Für Naturliebhaber und Sportler bieten das Freiluft-Fitnesstudio, biovital®BewegungsParcour und der DSV-Nordic-Walking-Parcour Bad Füssing zu jeder Jahreszeit ein ausgezeichnetes Programm. Der Aktiv- und Gesundheitspark "Pockinger Heide" mit seinen 22 Strecken ist insgesamt 167 Kilometer lang und beherbergt Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Durch das ebene Gelände

sind diese Strecken auch für Einsteiger optimal. Der Walking-Parcour führt durch Bad Füssing, Kirchham und Pocking. Wer es lieber ein bisschen ruhiger angehen möchte, kann durch den wunderschön angelegten Kurpark spazieren. Auf seinen Ruhebänken findet sich Platz für eine gemütliche Unterhaltung, zum Lesen oder Ausruhen. So bietet der Kurort im Herzen des Bayerischen Golf- und Thermenlandes neben komfortablen Hotels, Rehakliniken und Wellness-Zentren für jeden Erholungssuchenden das Richtige.

Wohltemperiert!

Auch Unterhaltungsmöglichkeiten bietet der niederbayerische Kurort. Im großen Kurhaus finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt. Au-

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Jahreszeit

zu welcher ist Egal üssing eise wert. Bad F R eine immer


QUELLE DER KRAFT THERME 1 MIT SAUNAHOF IN BAD FÜSSING

Erleben Sie Urlaub vom Alltag in der facettenreichen Bade- und Saunalandschaft.

ÖFFNUNGSZEITEN Therme 1 So – Di 07.30 – 19.00 Uhr Mi – Sa 07.30 – 21.00 Uhr Saunahof täglich 10.00 – 22.00 Uhr

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Ganz schön was los! Veranstaltungen 2016 em Landrat Wandern mit d

n wieder Auch 2016 finde Frühlingsne eine Winter-, ei t. wanderung stat und eine Pilger rechtzeitig Termine werden unter bekanntgegeben land.de www.passauer-

u

So 17.4.2015

Mai 2016

u Rad total im Donautal mit Start in Löwmühle (Gemeinde Thyrnau)

Naturmarkt Burgruine Hilgartsberg

Fr 22.4. - Mo 25.4.2016

Vollmondorgelnacht Vilshofen, Klosterkirche Schweiklberg

« Mittelalterspektakel in

Mi 4.5. - So 8.5.2016

Hauzenberg

FR 29.4. - So 8.5.2016

Januar Fr 1.1.2016 Neujahrskonzert in Vilshofen Neujahrsanblasen Hauzenberg

Faschingsveranstaltungen unter www.passauer-land.de

Aldersbacher Frühlingsfest mit Kunst- und Handwerkermarkt

Fr 29.4. - So 30.10.2016

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Fr 13.5. - Mo 16.5.2016 Weinhügelfest Fürstenzell

Pfingstfest Pocking

in Aldersbach

Sa 14.5. - So 15.5.2016 Pfingstfest Haarbach

So 15.5.2016 Dorffest mit Volksradfahren Thyrnau

Mo 16.5.2016 Sa 30.4.2016 Hilgartsberger Walpurgisnacht

Mai

Sa 9.4. - So 10.4.2016

So 1.5.2016

Obernzeller Wandertage

« Georgiritt Aidenbach

So 10.4.2016

Windorfer Frühling mit Blumen- und Gartenmarkt

u Tag des Tourismus im ganzen Landkreis mit vielen vergünstigten Angeboten vieler Freizeiteinrichtungen / Museen etc.

Rudertinger Weinfest

„Bier in Bayern“

Pockinger Ostereier- u. Kunsthandwerks-Verkaufsausstellung

Bierwoche in Bad Füssing

Do 5.5. - Fr 6.5.2016

Fr 13.5. - Di 17.5.2016

Sa 20.2. - So 21.2.2016

FR 8.4. - Sa 9.4.2016

Dorffest Jägerwirth

Bayerische Landesausstellung

F e br u a r

Apr i l

= überregionale Veranstaltung

So 8.5.2016 Schmankerlwanderung im Ilztal „Genuss am Fluss“ Start kurzfristig im Internet einsehbar unter www.passauer-land.de

u « Deutscher Mühlentag im Museumsdorf Tittling

« Kirchhamer Mühlenfest « Mühlenfest Grafmühle Pfingstkirta Fürstenstein

Fr 20.5. - Mo 23.5.2016 Büchlberger Volksfest

So 22.5.2016 u Internationaler Museumstag im Museumsdorf Bayerischer Wald in Tittling und im Museum Kloster Asbach

Mi 25.5. - So 29.5.2015 Lindenfest Bad Höhenstadt


« = historische Veranstaltung A u g u st

Do 26.5. - So 29.5.2016

Fr 8.7. - Sa 9.7.2015

« Ortenburger Ritterspiele Prangerfest Straßkirchen

15 Jahre Promenadenfest „Donau in Flammen“ – Das Original in Vilshofen a.d. Donau

Juni

Fr 8.7. - So 10.7.2016

So 5.6.2016

Rotthalmünster

So 7.8.2016

Frühlingsmarkt Wegscheid

Sa 9.7. - So 10.7. und

Fr 24.6. - Mo 27.6.2016

Sa 16.7. - So 17.7.2016

Museumsfest im Webereimuseum Breitenberg

Petersfest Aicha vorm Wald

2. Hortensienschau in Pocking

Garten-Markt-Tage Pocking

« Historisches Marktfest

Sa 25.6.2016

Do 4.8. - So 7.8.2016 Lampionfest Bad Griesbach

Fr 5.8. - Mi 10.8.2015 Volksfest Ortenburg

Fr 12.8. - Mi 17.8.2016 Hauzenberger Dult

Bürgerfest Fürstenzell

So 26.6.2016 Tag der offenen Gartentür    Informationen unter www.passauer-land.de

Juli

Mi 13.7.2016 Thermen Open Air, Bad Füssing

Termine für Bayerwaldfest Neukirchen und Vof-tonight Die Filmnächte in Vilshofen a. d. Donau sind kurzfristig im Internet einsehbar unter www.passauer-land.de

SA 16.7.2016 Tag der Blasmusik, Aldersbach

Fr 12.8. - Di 16.8.2016 Volksfest Aidenbach

Do 18.8. - So 21.8.2016

Fr 22.7. - So 24.7.2016

Grenzlandfest an der Innlände Neuhaus a. Inn

Bürgerfest Pocking

Fr 19.8. - Mi 24.8.2016

Sa 2.7.2016

DIGA – Die Gartenmesse in Aldersbach

Traditionelles Volksfest Vilshofen a. d. Donau

Rock in Tracht Wegscheid

Fr 29.7. - Di 2.8.2016

Fr 26.8. - Mo 29.8.2016

Rudertinger Dorffest

Volksfest Eging a.See mit Festumzug am 31.7.

Volksfest Tittling

Fr 29.7. - So 31.7.2016

S e pt e m b e r

Kirchham

Obernzeller Promenadenfest

Do 1.9. - Di 6.9.2016

Do 7.7. - Mo 11.7.2016

So 31.7.2016

Untergriesbacher Heimattage

Familienfest des Landkreises Passau in Aldersbach

Karpfhamer Fest mit Rottalschau

Juli 2016

« Goldhaubentreffen

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Ganz schön was los! Veranstaltungen 2016

u

So 4.9.2016

So 25.9.2016

« Drescherfest im

Herbstmarkt Wegscheid

Webereimuseum Breitenberg

= überregionale Veranstaltung November So 6.11.2016

Oktober

« Leonhardi Umritt,

Brückenfest Neuburg a.Inn

So 2.10.2016

Martins-Kirta, Untergriesbach

FR 9.9.2016

Michaeli Kirta in Untergriesbach

Kabarett am Steg Neuburg a.Inn

Mostkirta Fürstenzell

Sa 10.9.2016

Bauern- und Handwerkermarkt, Pocking

FR 9.9. - S0 11.9.2016

Zweibrückenlauf am Mariensteg in Neuburg a.Inn

Mo 3.10.2016

Sa 8.10. - So 9.10.2016

So 11.9.2016

Herbstkirta, Fürstenstein

Internationaler Volksmusiktag mit Musikgruppen aus aller Welt in Aldersbach

S0 9.10.2016

« Leonhardi Umritt, Kellberg

Aigen a. Inn

So 27.11.2016 Nikolauseinzug, Salzweg

Dezember Mo 5.12.2016 Nikolauseinzug in Hauzenberg Untergriesbach, Neukirchen vorm Wald, Fürstenzell

Fr 23.12.2016 Christkindlansingen, Fürstenzell

Erntedankfest Kösslarn

Mo 26.12.2015

u Tag des offenen Denkmals – nähere Informationen unter www.tag-des-offenen-denkmals.de

Perchtentreffen Pullman City, Eging a.See

So 18.9.2016

Bad Füssinger Weihnachtsgala

Zwetschgenmarkt Ortenburg

Fr 30.12.2015

« Ebersberger Turmweihnacht – altbayerische Weihnachtsveranstaltung

S0 16.10.2016

« Leonhardi-Ritt, Neukirchen vorm Wald

Do 22.9. - So 25.9.2016

So 30.10.2016

Porsche European Open, Bad Griesbach i.Rottal

« Leonhardi-Ritt, Grongörgen

Sa 31.12.2015 Silvesterbrückenparty am Mariensteg, Neuburg a. Inn Silvesterparty Pullman City, Eging a. See

Mehr Veranstaltungen und Ausstellungen aus Stadt und Landkreis Passau finden Sie unter www.passauer-land.de/veranstaltungen Verschiedene Führungsangebote finden Sie in unserem Sales Guide und unter www.passauer-land.de

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« = historische Veranstaltung

Advents- und Christkindlmärkte

Veranstaltungsreihen

Weihnachtsmarkt Grafenschlößl, Tittling Fr 25.11. - So 27.11. W Wiesenweihnacht Pocking W Sa 26.11. W Kirchhamer Adventsmarkt W Sa 26.11. W Ohetal-Advent Aicha vorm Wald W Sa 26.11. W Christkindlmarkt Pocking W So 27.11. W Tiefenbacher Adventsmarkt W So 27.11. W Weihnachtsmarkt Pullman City, Eging a.See Fr 25.11. - So 27.11. W Fr 2.12. - So 4.12. W Fr 9.12. - So 11.12. W Fr 16.12. - So 18.12. W Schwimmender Christkindlmarkt, Vilshofen a.d.Donau Fr 25.11. - So 27.11. W Fr 2.12. - So 4.12. W Fr 9.12. - So 11.12. W Granitweihnacht im Granitzentrum Hauzenberg Do 24.11. - So 27.11. W Do 1.12. - So 4.12. W Do 8.12. - So 11.12. W Do 15.12. - So 18.12. W Weihnachtsmarkt Pocking W Do 1.12. - So 4.12. W Stoabruchweihnacht Büchlberg W Fr 2.12. - So 4.12. W

Operette des Liederkranzes Dreiburgenland Sa 2.1. / So 3.1. / Mi 6.1. / Fr 8.1. / SO 10.1. / Do 14. - Sa 16.1. / Fr 22.1. / Sa 23.1. Kulturwochen Salzweg März – Mai Musik- und Kabarett-Tage, Museumsdorf Bayerischer Wald, Tittling April - September Ortenburger Schlosskultur Mai - September Europäische Festspielwochen, Passau Juni - Juli Hilgartsberger Burgfestspiele Fr 22.7. – Sa 23.7. und Fr 29.7. – SA 30.7. Kulturwochen Hauzenberg 24.6. - 23.7.

Weihnachtsmarkt Bad Griesbach W Fr 2.12. - So 4.12. W

Kurkonzerte Hauzenberg immer Mittwoch / Juli - August

Christkindlmarkt in Schnellertsham W Sa 3.12. - So 4.12. W

Fürstensteiner Kultursommer Juli

Adventsmarkt Kloster Aldersbach W So 4.12. W

Festspiel „Bierocco“, Seebühne in Aldersbach Do 1.9. - Sa 3.9. / Do 8.9. - Sa 10.9.

Fürstensteiner Schlossweihnacht W So 4.12. W Hilgartsberger Burgweihnacht W Do 8.12. - So 11.12. W Hauzenberger Weihnacht W Fr 9.12. - So 11.12. W

Bad Füssinger Kulturfestival FR 16.9. - Sa 15.10. Tiefenbacher Herbststrauß September / Oktober

Burgweihnacht Hilgartsberg

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Und was passiert nächstes Jahr ?

Unser Brauchtum im Landkreis

Wir kümmern uns um einen schönen und entspannten Urlaub für Sie

Erhältlich ab November 2016 Viele alte Bräuche sind im Passauer Land lebendig geblieben und bestimmen den Jahresablauf. Erfahren Sie in unserer nächsten Ausgabe Interessantes und Wissenswertes über den Ursprung alter Traditionen und wie sie bis heute gelebt und gefeiert werden.

Ortenburg Freizeit & Erholu ng SchloSS ortenburg

heimatmuSeum

Renaissance-Holzdecke in der Schlosskapelle Heiraten im Schloss, Tel. 08542/8984060, www.schloss-ortenburg.de Öffnungszeiten: Di – So von 10 – 17 Uhr

Vogel- und tierpark irgenöd Wildpark SchloSS ortenburg

Geöffnet von 1. April bis 1. November, Einlass von 9 – 18 Uhr Infos und Winteröffnungszeiten unter: www.vogelpark-irgenoed.de | www.wildpark-ortenburg.de

Freizeitzentrum unteriglbach

Geheizte Freibadanlage, ca. 50 m Großwasserrutsche, Minigolf, Tennis, Tel. 08542/7205 Mai bis September geöffnet täglich geöffnet von 9 – 19 Uhr

eVangeliSche marktkirche

450 Jahre Reformation in Ortenburg – Ausstellung im Kantorhaus Gruppen und Führungen mit Anmeldung im Evangelischen Pfarramt, Tel. 08542/7526

WallFahrtSkirche Sammarei

Täglich Wallfahrtsgottesdienst um 16 Uhr Wallfahrtsanmeldung beim Kath. Pfarramt Sammarei, Tel. 08542/653, www.wallfahrtsland-sammarei.de

www.ortenburg.de

nähere auskünfte erteilt die touristinformation, tel.: 08542/164-21

r Die Touristike Land vom Passauer


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BAYERISCHE LANDESAUSSTELLUNG 2016

29. 04. – 30.10. 2016 Kloster Aldersbach im Passauer Land täglich 9 – 18 Uhr /// www.hdbg.de Veranstalter / Partner

Tourist-Information Passauer

Medienpartner

Förderer

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Domplatz 11 . 94032 Passau Tel.: 0851/397-600 Fax: 0851/397-488 E-Mail: tourismus@landkreis-passau.de Net: www.passauer-land.de oder besuchen Sie uns auf Facebook: www.facebook.com/daspassauerland

Informationen zu besonderen

Führungsangeboten:

www.passauer-land.de/fuehrungsangebote Informationen zu Veranstaltungen: www.passauer-land.de/veranstaltungen Informationen zu Gruppenreisen finden Sie in unserem Sales Guide

Unterkünfte im Passauer Land finden Sie in unserem Gastgeberverzeichnis Vorabinformationen zur Bayerischen Landesausstellung 2016 erhalten Sie unter www.landesausstellung-bier.de

Pl magazin 2016 endfassung  
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