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23. Oktober 2016 bis 17. April 2017


Die erste umfassende Zagato-Ausstellung überhaupt Stephan Musfeld

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 sind im Pantheon Basel, Forum für Oldtimer, regelmässig Sonderausstellungen zu sehen. Sie haben sich im Lauf der Zeit zu beliebten und gut besuchten Attraktionen entwickelt. Als Teil des Museums für Mobilität werden sie jeweils im oberen Ausstellungsbereich gezeigt, in jeder Sonderausstellung sind mindestens dreissig Fahrzeuge zu sehen. Einzelne Automarken stehen im Zentrum, auch Institutionen aus der Oldtimerwelt, wie zum Beispiel das Klausenrennen, und wichtige Epochen der individuellen Mobilität. So lauteten Titel vergangener Sonderausstellungen etwa Als die Autos laufen lernten, oder Die Geschichte des Zweirads, Scheunenfunde, Specials, Gotthard oder Schweizer Autos und Carrossiers. Zu jeder Ausstellung gehört eine illustrierte Broschüre mit Informationen zum Thema in Texten und Bildern und mit den Beschreibungen der einzelnen Exponate. Die 19. Sonderausstellung des Pantheons Basel ist einer grossen italienischen Carrozzeria gewidmet, Zagato. – Zagato hört nach bald 100jähriger Firmengeschichte nicht damit auf, aufregende Sportwagen aufregend einzukleiden. In dritter Generation führen Andrea Zagato und seine Frau Marella Rivolta das Familienunternehmen unter dem heutigen Namen ZED Milano S.r.l. Das Werk befindet sich in Terrazzano di Rho, am Stadtrand von Mailand, ganz in der Nähe von Arese, wo einst Alfa Romeo Geschichte schrieb. Die räumliche Nähe von Zagato und Alfa Romeo ist kein Zufall, sie hat mit dem gemeinsamen Erfolg beider Marken zu tun. Der Alfa Romeo 6C 1750 Zagato machte im Jahr 1929 Furore auf den Rennstrecken von Europa, der Alfa Romeo 8C 2300 Zagato wurde zur Legende. Als etablierte Carrozzeria baute Zagato in der Folge aerodynamische Aluminiumkarosserien für zahlreiche Automarken wie Aston Martin, Bentley, BMW, Bristol, Ferrari, Fiat, Jaguar, Lancia, Nissan, Toyota, Volvo und weitere. Dank der Zusammenarbeit mit Zagato und diversen Leihgebern wurde es möglich, im Pantheon Basel 27 Fahrzeuge aus der bewegten Zagato-Geschichte zu zeigen. Es ist dies die erste umfassende Ausstellung von Zagato-Automobilen überhaupt.

Mein Dank richtet sich an Andrea Zagato und seine Gattin Marella Rivolta sowie die Zagato-Mitarbeiter Dr. Paolo Di Taranto und Stephane Schwarz, an die Leihgeber der Exponate, an die Sponsoren, Basler Kantonalbank, die Mobiliar und Itten+Brechbühl, an den Pantheon-Hausfotografen Urs Gautschi, den Broschüre-Macher Niggi Starck und an alle, die zum guten Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Seien Sie willkommen bei Zagato, willkommen im Pantheon.


© Editions Pantheon Basel, 2016 Hofackerstrasse 72 CH-4132 Muttenz +41 61 466 40 77 www.pantheonbasel.ch Idee und Konzept: Stephan Musfeld Realisierung: Pantheon Basel, ZED Milano S.r.l. Design: Stephane Schwarz, Stefano Paties Montagner, Design, ZED Milano S.r.l. Fotos: Urs Gautschi, Ausnahmen sind bezeichnet Texte, Übersetzungen und Gestaltung: Niggi Starck Korrektorat: Diana Grandi, Press & PR, ZED Milano S.r.l Quellen: • Zagato Milano, 1919-2014, Giorgio Nada Editore, Vimodrone, Milano, 2014. • Elio Zagato, Storie di corse e non solo, Giorgio Nada Editore, Milano, 2002. • Bart Lenaerts, Lies de Mol, Spada, The Long Story about a short Tail, Delius-Klasing-Verlag, 2014. • Unterlagen der Fahrzeugbesitzer.


Inhalt Zagato 1919: indipendanza e trasversalità – authentisch im Kontext.....8 Trendsetter seit bald 100 Jahren.........................................................10 Alfa Romeo 6C 1750 GS Spider Zagato, 1931 ....................................16 Lancia Aprilia Sport Zagato, Sanction II, 1937 .....................................20 Alfa Romeo SSZ 1900 Coupé Zagato, 1955 .......................................24 Porsche 356 Speedster Zagato, Sanction II, 1957................................28 Fiat Abarth 750 GT Coupé Zagato, 1957............................................34 Alfa Romeo Giulietta Sprint SZ Coupé Zagato, 1960 ..........................38 Aston Martin DB4 GTZ Recreation ......................................................42 Lancia Flaminia Sport Coupé Zagato, 1959.........................................46 Lancia Flaminia Super Sport Coupé Zagato, 1966 ...............................50 Alfa Romeo Giulia TZ Coupé Zagato, 1964.........................................54 Alfa Romeo 2600 SZ, 1966 ................................................................60 Lancia Flavia Sport Zagato, 1963 ........................................................64 Lancia Fulvia Sport Zagato, 1970 ........................................................68 Alfa Romeo Junior Zagato, 1971 ........................................................72 Fiat Aster Coupé Zagato, 1973...........................................................76 Lancia Beta Spider Zagato, 1978 ........................................................80 Maserati Biturbo Spyder Zagato, 1987 ...............................................84 Alfa Romeo S.Z. 3.0 Litre, 1991..........................................................88 Alfa Romeo R.Z., 1992 .......................................................................92 Aston Martin AR1 Zagato, 2004.........................................................96 Porsche V10 Carrera GTZ, 2010 .......................................................100 Aston Martin DB7 Coupé Zagato, 2004 ...........................................104 Zagato Mostro powered by Maserati, 2015 ......................................108 Alfa Romeo TZ3 Stradale Coupé Zagato Kamm Tail, 2013 ................112 Aston Martin Virage Centennial Shooting Brake Zagato, 2011 .........116 Milanina Electro Zagato, 1972..........................................................120 Zele Electro Zagato, 1974.................................................................122


Zagato 1919: indipendanza e trasversalità – authentisch im Kontext Andrea Zagato

Zagato Swiss Basel, die Ausstellung im Pantheon Basel, Forum für Oldtimer, versteht sich als Hommage an alle Zagato-Besitzer in der Schweiz und anderwo. Stephan Musfelds Idee zur Ausstellung haben wir in enger Zusammenarbeit mit dem Pantheon realisiert, unsere Kontakte zu Urs Paul Ramseier, Präsident des Swiss Car Registers, waren uns dabei hilfreich. Im Hinblick auf unser 100jähriges Firmenjubiläum im Jahr 2019 stellt Zagato Swiss Basel die erste Etappe auf einer Reise durch diverse Länder dar, eine Reise, zu der wir alle Zagato-Enthusiasten einladen wollen, eine Reise auch, die dem Ausbau des historischen Fahrzeugregisters der Zagato-Automobile dienen soll. Die Schweiz und ihre Liebhaberinnen und Liebhaber von sportlichen Autos sind für Zagato seit jeher ein wichtiger Markt. Wir sind seit den Anfängen am Genfer Autosalon vertreten und arbeiten eng mit Chopard zusammen, einer Schweizer Marke, mit der wir die Passion für die Mille Miglia und für das Design teilen. Die einzigartige Architektur des Pantheon mit seiner geschwungenen Helix hat uns förmlich dazu eingeladen, die Exponate wie auf einer imaginären Rennstrecke zu präsentieren, in einer dynamischen Art und Weise. Diese Architektur und das Ausstellungskonzept repräsentieren die Eigenständigkeit und Mannigfaltigkeit der Marke Zagato im Kontext der Welt der luxuriösen und wertvollen Sportwagen. Ich bedanke mich bei allen Zagato-Besitzern dafür, dass sie mit ihren Leihgaben Zagato Swiss Basel ermöglicht haben.

L’esposizione Zagato Swiss Basel vuole essere un omaggio a tutti i possessori di vetture Zagato della Svizzera e non solo. L’idea è nata grazie al contatto con Stephan Musfeld del Pantheon Basilea, avvenuto attraverso Urs Paul Ramseier, presidente del Swiss Car Register. In vista dei cento anni che la nostra Azienda sta per compiere (nel 2019), questa è la prima tappa di un viaggio attraverso vari Paesi per coinvolgere i collezionisti di vetture Zagato e integrare il Registro Storico. La Svizzera è per noi importante per il considerevole numero di appassionati che ci seguono da anni, per il Salone dall’Auto di Ginevra, cui Zagato ha partecipato sin dalle prime edizioni, e per il legame con Chopard, marchio che condivide con noi la passione per la Mille Miglia e per il design di oggetti da collezione. Abbiamo colto l’occasione di trovarci in questo ambiente così particolare per far leva sull’architettura del Pantheon, a pianta rotonda e piani inclinati. Le auto esposte sembrano schierate sulla parabolica di una pista immaginaria, in una sorta di display dinamico che ben rappresenta l’indipendenza e la trasversalità del Brand Zagato attraverso le collaborazioni con i Marchi di lusso sportivi più prestigiosi del mondo. Ringrazio tutti i collezionisti e i clienti che hanno reso possibile questa esposizione.

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© by Zagato


Trendsetter seit bald 100 Jahren Niklaus Starck

Die Arbeit beginnt in Deutschland

Ugo Zagato, 1890-1968, kam in Gavello, in der Polesine, als einer von sechs Söhnen einer Bauernfamilie zur Welt. Die Polesine, Teil der Provinz Rovigo, liegt in Venezien an der Mündung des Po ins Adriatische Meer. Die Berufsaussichten für den jungen Ugo waren düster, die Polesine zählte damals zu den ärmsten Gebieten Italiens. Es gab kaum Arbeit, die Menschen litten Hunger. Nach den verheerenden Überschwemmungen von 1882 wanderten mehr als 60’000 Einwohner hauptsächlich nach Südamerika aus. Einzig eine Ausbildung zum Elektriker stand für den Jungen zur Diskussion, doch er wollte Anderes. Er wollte mit seinen eigenen Händen Produkte herstellen. Kurz nach dem Tod des Vaters verliess er 1905, mit kaum 15 Jahren, Armut und Heimat.

Ugo Zagato musste Geld verdienen, reiste nach Köln, wo er sich eine Anstellung in einer Karosserie-Werkstätte erhoffte. Doch daraus wurde vorerst nichts, er fand Arbeit in einer Giesserei. Harte Arbeit, denn die Tage in der Fabrik waren lang, die Temperaturen schier unerträglich und die Gewichte der Metalle überstiegen oft die Kräfte der jugendlichen Gastarbeiter. Immerhin lernte Zagato die diversen Werkstoffe, ihre Qualitäten und ihre Verarbeitung im Schweisse seines Angesichts bestens kennen. Darüber hinaus gewann er Eindrücke, Eindrücke der Grossstadt Köln mit ihrem inter-

Ugo Zagato in einem Alfa Romeo 6C 1750 GS

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nationalen Flair, solche des aufstrebenden Kaiserreichs Deutschland mit seiner gigantischen Rüstungsindustrie und solche der noch jungen Automobilindustrie. Als Neunzehnjähriger kehrte er 1909 nach Italien zurück, absolvierte den Militärdienst und arbeitete danach in der Karosserie-Werkstatt Varesina in Varese. Varesina, 1845 gegründet, war als Hersteller von Nutzfahrzeugen vor allem durch seine doppelstöckigen Reise- und Stadtbusse bekannt. Zagato widmete sich an einer Vareser Abendschule dem Studium des Karosseriebaus. Während des Ersten Weltkriegs war er in Turin tätig, bei der 1916 gegründeten Fabbrica Aeroplani Ing. O. Pomilio der Gebrüder Alessandro und Ottorino Pomilio. Dort kam er zum ersten Mal konkret in Kontakt mit der Leichtbauweise und der Aerodynamik, Disziplinen, mit denen er sich sein restliches Leben lang auseinandersetzte. Sie wurden zu seiner Passione, seiner Leidenschaft.

Lieber ein kleiner Chef, als ein grosser Angestellter Ugo Zagato war 29 Jahre alt, als er 1919 in Mailand seine eigene Carrozzeria U. Zagato & C. gründete. „È meglio essere un piccolo padrone che un grande servitore – Lieber ein kleiner Chef sein, als ein grosser Angestellter“, soll er seinen Schritt zum Unternehmer scherzhaft begründet haben. Von Anfang an spezialisierte er sich auf die “costruzione e riparazione di carrozzerie per auto e aeroplani”, auf den Bau und die Reparatur von Auto- und Flugzeugkarosserien. Er entwarf schnittige, sportliche und leichte Karosserien, klassische Modelle, wie zum Beispiel den Bugatti Type 43 Zagato, 1927, oder den Rolls-Royce Phantom Zagato, 1929, und kam bald mit dem grossen Mailänder Autobauer Nicola Romeo ins Geschäft. Romeo war der Eigentümer der Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili, ALFA, genannt Alfa Romeo. Diese Zusammenarbeit machte Zagato bekannt. Im Jahr 1929 gewannen Giuseppe Campari und Guilio Ramponi auf einem Alfa Romeo 6C 1750 SS Spider Zagato die Mille Miglia. Vier Jahre später standen Tazio Nuvolari und Decimo Compagnoni auf einem Alfa Romeo 8C 2300MM Spider Zagato zuoberst auf dem Siegerpodest der Mille Miglia. Die Alfa Romeo von Zagato gehörten damals zur Scuderia Ferrari, die Enzo Ferrari 1930 gegründet hatte. Sie belegten Spitzenplätze in praktisch allen Rennen, an denen sie teilnahmen. Ferrari hat bekanntlich im Jahr 1947 mit der Eigenproduktion von Automobilen begonnen. Nach den sportlichen Erfolgen setzte Ugo Zagato in den 1930er-Jahren mit aerodynamischen Karosserien Zeichen, zum Beispiel mit dem Alfa Romeo 8C 2900 B, 1937, dem Fiat 1500 Spider MM, 1938, oder dem Lancia Aprilia Aerodinamica, 1938. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde im ZagatoWerk das einzig mögliche gebliebene Geschäft betrieben, der Bau von Lastwagen für die Armee. Ugo Zagato zog sich an den Lago Maggiore zurück und arbeitete an den Modelli panoramici, den Automobilen, die nach dem Krieg für Aufsehen sorgen sollten.

1920er

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Zagato, Haut Couturier des Automobilbaus Zum Ende des Krieges wurden 25 Jahre der Aufbauarbeit durch Bomben zerstört, das Werk lag in Trümmern. Nach Kriegsende beeilte sich Zagato mit dem Bau der neuen Fabrik in Portello im Nordwesten von Mailand. Er konnte mit den Modelli panoramici neue Kunden gewinnen. Ihre Charakteristiken waren grosse, dank dem Einsatz von Plexiglas auch geformte Scheibenflächen und viel Raum und Luxus im Interieur der Wagen. Panorama-Modelle sind unter anderem für Alfa Romeo, Ferrari, Fiat, Lancia, Maserati und MG entworfen worden. Ugo Zagato war seit 1920 verheiratet mit Amelia Bressello. 1949 übergab er, 59jährig, die Leitung des Unternehmens an seine Söhne Elio, 1921-2009, und Gianni, geboren 1929. Elio, Designer und erfolgreicher Autorennfahrer, übernahm die Leitung des Unternehmens. Ugo blieb weiterhin als Designer tätig. Für seinen Entwurf des Abarth Zagato 1000 erhielt er 1960 den italienischen Industrie-Design-Preis Compasso d’Oro, den goldene Kompass. Er erlebte den Umzug seiner Firma nach Terrazzano di Rho, ein Mailänder Vorort, und die goldene Ära des Chefdesigners Ercole Spada, in denen jährlich bis 3000 FahrzeugKarosserien gebaut wurden. Ugo Zagato verstarb im Jahr 1968.

1930er

Auch die zweite Generation schreibt Erfolge Elio Zagato begann seine Laufbahn als Rennfahrer 1947 mit einer Sport-Barchetta auf der Basis eines Fiat 500B, ein Geschenk seines Vaters zum Studienabschluss an der privaten Università Bocconi in Mailand. Mit Elio begann bei Zagato die Zeit der GT-Automobile, GT für Gran Turismo. Es waren reinrassige Sportwagen mit vergrössertem Innenraum und allerhand Komfort für angenehmes Reisen über lange Strecken – Alltagsautos, die an Wochenenden auch auf den Rennstrecken anzutreffen waren. Mit dem Engagement des jungen Ercole Spada, er hat Jahrgang 1938 und war also erst anfangs 20 als er zu Zagato stiess, gelang Elio und Gianni Zagato ein Coup. Sein erstes gelungenes Lehrstück lieferte Spada mit dem Aston Martin DB4 GT Zagato ab, ein Projekt, das er bei Zagato übernahm und erfolgreich zu Ende führte. Zwischen 1960 und 1961 wurden in Mailand 19 Exemplare davon gebaut. In allen relevanten Quellen wird dieses Automobil „als eines der schönsten, das jemals gebaut wurde “ bezeichnet. Dieser Aston Martin überzeugte durch starke Rundungen und den leichten Aufbau aus Aluminium und Plexiglas. Er gehörte noch zu den Modellen die Zagato als fuoriserie nennt. Spada beherrschte jedoch nicht nur die Rundungen, er entwarf auch Autos, die Zagato als geometrische Modelle bezeichnete, wie etwa den Alfa Romeo Junior Z, 1968, oder den Lancia Fulvia Sport HF Daytona, 1968. Zu Beginn der 1970er erreichte Zagato mit Produktionszahlen von rund 3’000 Fahrzeugen pro Jahr zuvor und danach nie erreichte Rekorde. Doch der

1940er

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1950er

starke Anstieg der Ölpreise, der sogenannte Ölpreisschock im Jahr 1973 und die entsprechenden gesamtwirtschaftlichen, negativen Auswirkungen betraf auch die Traditionsfirma Zagato. Eine wirksame Antwort auf die Krise war die Fertigung von Kleinserien, serie limitata, für Marken wie Alfa Romeo, Aston Martin und Maserati. Das Z hinter der Typenbezeichnung blieb ein Synonym für Qualität und Mehrwert. Es entstanden Fahrzeuge wie der Aston Martin V8 Vantage Zagato, 1986, in 50 nummerierten Exemplaren. Die Serie war vor Abschluss der Produktion samt und sonders verkauft. Auch die 33 Aston Martin V8 Volante Zagato, 1987, verkauften sich ohne Probleme. La Repubblica1 würdigte 2009 in ihrem Nachruf unter dem Titel „Morto Elio Zagato, mito della carrozzeria“ den Verstorbenen als „Persönlichkeit von grosser Bedeutung in der Geschichte des Automobil-Designs und der Gran-Turismo-Rennszene der Nachkriegszeit“. Er, den Enzo Ferrari Zagatino genannt hatte, sei in Person der Gentleman-Fahrer der Dolce-vita-Ära gewesen. Von den 150 Rennen, die er bestritten hatte, gewann er 82, fünfmal war er Champion der GT-Rennserie. Sei er über die Charakteristik seiner Design-Karosserien gefragt worden, habe er stets geantwortet: „Schau dir den Wagen an. – Ist er anders als all die anderen Autos? – Ja? – Dann ist es ein Zagato.“ Elio Zagato war seit 1954 verheiratet mit Laura. Sohn Andrea, geboren am 26. April 1960, hatte bereits zu Beginn der 1990er-Jahre die Leitung des Unternehmens übernommen. Zu seinen Erstlingen gehörte der Lamborghini Raptor, ein Modell aus der Serie der Salone V-Max.

1960er

Das Z bleibt ein Mehrwert Andrea Zagato studierte Ökonomie an der Università Bocconi di Milano, in seiner Diplomarbeit untersuchte er das Design im Rahmen von Produktion und Marketing von Automobilen. Seine Frau Marella, Nichte des Iso-Rivolta-Gründers Renzo Rivolta, wuchs in den USA auf. Sie studierte Marketing und Kommunikation an der 1

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La Repubblica, Milano, 15. September 2009.


1980er 1990er

University of Colorado in der Universitätsstadt Boulder, unweit von Denver an den Ausläufern der Rocky Mountains gelegen. Die beiden wandelten den gewerblich orientierten Betrieb erfolgreich in ein modernes Design-Unternehmen um. Aus der einstigen Carrozzeria wurde die ZED Milano S.r.l. Schwerpunkte der Tätigkeiten sind das eigentliche Design, der Modellbau und die Prototypenfertigung in den Bereichen Automobile, Transportation Design, Product, Marine and Industrial Design. Die erfolgreiche Produktion von kleinen und feinen high-tech Serien und Einzelfahrzeugen hat sich bewährt, sie wird noch heute betrieben. Immer wieder finden Edelfahrzeuge der Marken Bentley, BMW, Ferrari, Lamborghini, Maserati und anderen mit dem Zusatz Z wie Zagato Bewunderung und Absatz. In den vergangenen knapp 100 Jahren sind in den Werkstätten der Carrozzeria Zagato über 300 Autotypen eingekleidet worden, als Unikate oder Kleinserien. Viele dieser Modelle haben Automobil-Geschichte geschrieben, andere blieben die private Freude ihrer Auftraggeber. Im Jahr 2006 lancierte Andrea Zagagto mit dem Projekt Sanction II den Neubau verschollener Zagato-Preziosen. In computerunterstützten fototechnischen Rekonstruktionsprozessen entstanden unter anderem der Lancia Aprilia Sport aus dem Jahr 1938, der Ferrari 166 Coupé Panoramica, 1949, und der Porsche 356 Carrera Speedster, 1957, in neuer Frische. Vor wenigen Jahren, 2011, wählte das Publikum des Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comersee den Aston Martin V12 Zagato zum schönsten Prototypen. Damit war das Zeitalter der Zagato Modelli iconici, der Ikonen, eingeleitet. Im Mai 2016 gab Aston Martin in der Villa d’Este die Produktion einer Kleinserie des Vanquish Zagato bekannt, im August folgte am Pebble Beach Concours d'Elegance in Kalifornien die Ankündigung der Kleinserie des Vanquish Zagato Volante. – Das Z bleibt Mehrwert. In drei Jahren wird Zagato 100 Jahre alt werden, gefeiert als “l’ultima e la sola testimonianza sopravvissuta dell’antica scuola carrozziera lombarda” und zu Recht als einzigartiger Haut Couturier in der Geschichte der Automobilindustrie. – Evviva Zagato!

2000er

Abbildungen © by Zagato

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Alfa Romeo 6C 1750 GS Spider Zagato, 1931

Motor: 6-Zylinder in Reihe, Kompressor Hubraum: 1752 ccm Leistung: 125 PS Geschwindigkeit: 170 km/h Besitzer: Philippe Douchet Mit dem zwischen 1929 und 1933 gebauten 6C 1750 Gran Sport Spider Zagato feierte Alfa Romeo zahlreiche Erfolge an diversen Rennen. Er gewann auf Anhieb die Mille Miglia des Jahres 1929 und bestätigte diesen Sieg im darauf folgenden Jahr. Er zählt zu den erfolgreichsten und attraktivsten Sportwagen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Der ausgestellte sei cilindri wurde 1931 in Frankreich ausgeliefert, 1933 fuhr er an der Coupe des Alpes mit. Er ist seit 1962 im selben Besitz und wird in seinem Ursprungszustand gepflegt.

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Lancia Aprilia Sport Zagato, Sanction II, 1937

Motor: V4-Zylinder Hubraum: 1352 ccm Leistung: 50 PS Geschwindigkeit: 145 km/h Besitzer: Vanni Curridor Der seinerzeit von Ugo Zagato entworfene Lancia Aprilia Sport Zagato gilt als verschollen, es sind davon nur wenige Fotografien Ăźbrig geblieben. Mit modernster Computer-Technologie hat Zagato im Rahmen des Sanction II-Projekts die zweisitzige Sport-Karosserie auf dem Serienchassis der viertĂźrigen Aprilia originalgetreu nachgebaut. Den Aprilia baute Lancia von 1937 bis 1949.

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Alfa Romeo SSZ 1900 CoupĂŠ Zagato, 1955

Motor: 4-Zylinder, Reihe Hubraum: 1975 ccm Leistung: 115 PS Geschwindigkeit: 215 km/h Privatbesitz Den esse-esse-zeta oder Super-Sport-Zagato bauten Alfa Romeo und Zagato als renntauglichen Strassenwagen in 39 Exemplaren. Er war das stärkste Modell der 1900er-Serie, die Alfa Romeo in den Jahren 1950 bis 1959 verkaufte. Der 1900er war der erste Alfa Romeo, der in der Nachkriegszeit auf einer Montagelinie gefertigt wurde, gleichzeitig auch das erste Modell mit selbsttragender Karosserie.

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Porsche 356 Speedster Zagato, Sanction II, 1957 Motor: 4-Zylinder, Boxer Hubraum: 1488 ccm Leistung: 90 PS Geschwindigkeit: 170 km/h Privatbesitz Im Jahr 1957 kleidete Zagato im Auftrag des französischen Rennfahrers Claude Storez einen Porsche 356 Speedster mit einer Spezialkarosserie ein. Storez verunglückte mit diesem Fahrzeug im Jahr 1959 auf der Rennstrecke von Reims tödlich, der Porsche wurde danach nie mehr gesehen, es ist davon auszugehen, dass er abgewrackt wurde. Zagato baute das ausgestellte Modell aufgrund historischer Dokumente und Abbildungen im Rahmen des Sanction II-Projekts zu 100 Prozent originalgetreu nach.

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Fiat Abarth 750 GT Coupé Zagato, 1957

Motor: 4-Zylinder, in Reihe Hubraum: 747 ccm Leistung: 41-57 PS, je nach Version Geschwindigkeit: 130-150 km/h, ja nach Version Besitzer: Andreas Jöhri Die Turiner Tuningfirma von Carlo Abarth baute ihren Abarth 750 GT auf der Basis des Fiat 600. Von den diversen Karosserien für den Abarth ist die von Zagato am bekanntesten. Der Wagen wog dank seiner Aluminiumkarosserie nur knapp über 500 kg, seine Dach- und Heckenpartie mit den für Zagato typisch gewordenen Double-bubbles war ein Hingucker. Im Jahr 1955 in Turin präsentiert, erreichte der Zagato-Abarth an der Mille Miglia von 1956 den zweiten, ein Jahr später den ersten Rang in seiner Klasse. In der zweiten Modellgeneration hat Zagato die Double-bubbles durch einen durchgehenden Luftschlitz ersetzt.

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Alfa Romeo Giulietta Sprint SZ Coupé Zagato, 1960 Motor: 4-Zylinder, in Reihe Hubraum: 1290 ccm Leistung: 100 PS Geschwindigkeit: 200 km/h Besitzer: Oli Kreyden Basis des ausgestellten Giulietta SZ war der von Franco Scaglietti, Bertone, entworfene Sprint Speciale, SS. Elio Zagato setzte eine Aluminiumkarosserie und Plexiglasscheiben ein, um Gewicht einzusparen und den Wagen für sportliche Wettkämpfe konkurrenzfähig zu machen. Der SZ wurde zwischen 1960 und 1962 als Coda tonda in 172 Exemplaren gebaut, der Coda tronca mit längerem Steilheck löste ihn ab.

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Aston Martin DB4 GTZ Recreation

Motor: 6-Zylinder, in Reihe Hubraum: 3700 ccm Leistung: 314 PS Geschwindigkeit: 246 km/h Besitzer: Daniel Geissmann Der Aston Martin DB4 GT Zagato gilt als einer der schönsten je gebauten Sportwagen und zugleich einer der gefragtesten Oldtimer. In den Jahren 1960 und 1961 lieferte Aston Martin 19 seiner fahrfähigen DB4-Chassis an Zagato nach Mailand, wo in Handarbeit die Karosserie aufgesetzt wurde. Aufgrund des vergleichsweise hohen Verkaufspreises verkauften sich die Autos schlecht, anstatt der in der ersten Serie geplanten 25 DB4 konnten nur deren 19 abgesetzt werden. Nachdem Ende der 1980er-Jahre der Oldtimermarkt markant angezogen hatte wurden in Italien die verbleibenden sechs Chassis, vier davon als Sanction II und zwei als Sanction III, mit Zagato-Karosserien ausgerüstet und zu sehr hohen Stückpreisen verkauft. – Der ausgestellte DB4 mit Chassis-Nummer 171R wurde durch GTC Engineering in England und Roos Engineering, Frauenkappelen, umgebaut. Er entspricht der Light Version Chassis 193.

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Lancia Flaminia Sport Coupé Zagato, 1959

Motor: V6-Zylinder Hubraum: 2458 ccm Leistung: 119 PS Geschwindigkeit: 168 km/h Besitzer: Ermanno Keller Lancia liess seinen modernen und gefragten Flaminia von drei Karossiers veredeln: Pininfarina war für das elegante Reisecoupé zuständig, Touring für den sportlichen Zweisitzer und Zagato für den renntauglichen Supersportwagen. Die strömungsgünstige Aluminiumkarosserie machte das Modell zum schnellsten aller gebauten Flaminia. Mit langer Motorhaube, kurzem hinteren Überhang und den rundlichen Linien mit Double-Bubble-Dachsicke entsprach der Zagato dem damaligen Geist eines reinrassigen Sportwagens.

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Lancia Flaminia Super Sport Coupé Zagato, 1966 Motor: V6-Zylinder Hubraum: 2775 ccm Leistung: 152 PS Geschwindigkeit: 210 km/h Besitzer: Werner Zücker Den Flaminia, benannt nach der historischen Römerstrasse von Rom an die Adria, baute Lancia als Automobil der Oberklasse von 1957 bis 1970 in knapp 13’000 Exemplaren. Er wurde 1957 als Berlina in Genf vorgestellt. Der Flaminia wurde in mehreren Versionen gebaut, Zagato steuerte zwischen 1959 und 1967 den Flaminia Sport in drei Versionen bei. Die Supersport-Version fertigte Zagato in den Jahren 1964-1967 als letztes Modell der FlaminiaSport-Serie in 150 Exemplaren. Insgesamt wurden 593 Flaminia Sport und Super Sport verkauft.

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Alfa Romeo Giulia TZ Coupé Zagato, 1964

Motor: 4-Zylinder Hubraum: 1600 ccm Leistung: 112 PS Geschwindigkeit: 168 km/h Privatbesitz Alfa Romeo stellte den TZ am Turiner Autosalon von 1962 als strassentauglichen Rennwagen, entwickelt von der Alfa-RomeoRennabteilung Auto Delta, vor. Das T steht für Tubolare, Rohrrahmen, das Z für den Karossier Zagato. Charakteristisch für den Wagen ist das Abrissheck, coda tronca genannt. Der TZ wurde bis ins Jahr 1965 in 102 Exemplaren gebaut. Der ausgestellte Alfa Romeo Giulia TZ trägt die Chassis-Nummer 18, er wurde bei diversen Rennen in Frankreich eingesetzt.

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Alfa Romeo 2600 SZ, 1966

Motor: 6-Zylinder, in Reihe Hubraum: 2584 ccm Leistung: 165 PS Geschwindigkeit: 215 km/h Privatbesitz Alfa Romeo baute den 2600er, einen Wagen der oberen Mittelklasse, von 1961 bis 1969. Die Bezeichnung 2600 leitet sich aus dem Hubraum des Motors ab. Der Wagen galt als fortschrittlich, verfügte zum Beispiel bereits über Scheibenbremsen, verkaufte sich jedoch aufgrund seines eher hohen Preises unter den Erwartungen. Es konnten rund 10'000 Exemplare abgesetzt werden. Das Coupé Zagato, SZ steht für Sprint Zagato, erschien im Sommer 1965 mit einem gegenüber dem Serienmodell leistungsgesteigerten Motor. Es wurden davon insgesamt 105 Exemplare verkauft.

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Lancia Flavia Sport Zagato, 1963

Motor: 4-Zylinder, Boxer Hubraum: 1800 ccm Leistung: 104 PS Geschwindigkeit: 185 km/h Besitzer: Andreas Jöhri Der zwischen 1960 und 1970 gebaute Lancia Flavia war der erste italienische Mittelklassewagen mit Vorderradantrieb und Scheibenbremsen an allen vier Rädern, er wurde am Turiner Autosalon des Jahres 1960 als Berlina, Limousine, vorgestellt. Nach einem ersten Flavia Coupé, das Pininfarina anfangs 1962 vorstellte, baute Zagato von Mitte 1962 bis 1967 den Lancia Flavia Sport, heute Flavia Zagato genannt. Seine Aluminiumkarosserie und die aerodynamische Formgebung prädestinierten ihn für den Einsatz in Rennsportveranstaltungen.

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Lancia Fulvia Sport Zagato, 1970

Motor: 4-Zylinder Hubraum: 1298 ccm Leistung: 87 PS Geschwindigkeit: 180 km/h Besitzer: Andreas Jöhri Nach der Tradition des Hauses Lancia wurde auch der von 1963 bis 1976 gebaute Fulvia nach einer römischen Heeresstrasse im heutigen Piemont benannt. Das Zagato-Modell, ein FliessheckCoupé entworfen von Ercole Spada, trug der Tradition gemäss den Namen Sport. Der Fulvia Sport ist in den Jahren 1965 bis 1972 in fünf verschiedenen Versionen mit unterschiedlicher Motorisierung in insgesamt rund 7’100 Exemplaren gebaut worden. Nachdem die Lancia Automobiles S.p.A., 1906 in Turin gegründet, im Jahr 1969 im Fiat-Konzern aufging, wurden die Nachfolgemodelle des Fulvia in Lancia Beta umbenannt.

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Alfa Romeo Junior Zagato, 1971

Motor: 4-Zylinder, in Reihe Hubraum: 1290 ccm Leistung: 131 PS Geschwindigkeit: 175 km/h Besitzer: Christian Sury Sein Début gab der Alfa Romeo Junior Zagato 1969 am Turiner Autosalon. Er galt als avantgardistischer Gran Turismo und als Vorbild für zahlreiche sportliche Coupés anderer Marken. Seine Technik stammte weitgehend vom Alfa Romeo Giulia, für den Entwurf der Karosserie zeichnete Ercole Spada verantwortlich. Zagato übernahm die Endmontage der Fahrzeuge, Alfa Romeo Vertrieb und Service. Vom GT 1300 wurde in den Jahren 1969-1972 eine Stückzahl von 1’108 gebaut, vom Nachfolgemodell, dem GT 1600, zwischen 1972 und 1975, 402 Exemplare.

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Fiat Aster Coupé Zagato, 1973

Motor: 4-Zylinder Hubraum: 1755 ccm Leistung: 135 PS Geschwindigkeit: 190 km/h Besitzer: Patrick Bischoff Der Fiat 132 Aster Zagato wurde 1972 am Turiner Autosalon mit einer leuchtend grünen Karosserie als ein Fuoriserie-Modell vorgestellt. Beim ausgestellten Wagen handelt es sich um den zweiten Prototypen, der 1973 am Genfer Autosalon präsentiert wurde. Es blieb bei diesen beiden Modellen, weil Fiat aufgrund der Aluminiumkarosserie eine Serienanfertigung als zu teuer erachtete. Die technische Basis der Aster, der Fiat 132, ein Mittelklassewagen, kam 1972 auf den Markt. Er stand seiner „japanischen Linienführung“ wegen in der Kritik.

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Lancia Beta Spider Zagato, 1978

Motor: 4-Zylinder, DOHC, in Reihe Hubraum: 1995 ccm Leistung: 119 PS Geschwindigkeit: 180 km/h Besitzer: Heini Rutz Der Beta Spider war ein Entwurf von Pininfarina, Zagato unterstützte die Produktion aufgrund von Kapazitätsengpässen bei Pininfarina. Das Kunststoffdach zwischen der Frontscheibe und dem Targa-Bügel kann entfernt, das hintere Stoffverdeck geöffnet werden. Der ausgestellte Spider wurde als Ausstellungsstück im LanciaWerk von Verona in der Farbe oro métallisé lackiert. Der heutige Besitzer importierte ihn im Jahr 1978 in die Schweiz.

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Maserati Biturbo Spyder Zagato, 1987

Motor: V6-Zylinder Hubraum: 1996 ccm Leistung: 180 PS Geschwindigkeit: 215 km/h Besitzer: Pantheon Basel Der Biturbo von Maserati wurde von 1981 bis 1994 in einer Vielzahl von Varianten angeboten. Ab 1984 kamen unter dem Namen Spyder ein Cabriolet von Zagato ins Programm. Der Radstand des Biturbo-Coupés wurde um 11,5 cm gekürzt, aus dem 2+2-Sitzer ein reiner Zweisitzer gemacht. Der Spyder wurde immer wieder optimiert und mit Facelifts versehen. In den zehn Produktionsjahren sind rund 2’800 Fahrzeuge verkauft worden.

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Alfa Romeo S.Z. 3.0 Litre, 1991

Motor: V6-Zylinder Hubraum: 2959 ccm Leistung: 210 PS Geschwindigkeit: 245 km/h Besitzer: Christian Hartmann Der Alfa Romeo ES 30 wurde in den Jahren 1989 bis 1993 in limitierter Stückzahl unter der Bezeichnung S.Z. als Coupé und R.Z. als Roadster produziert. ES 30 steht für Experimental Sportscar 3.0 Litre, S.Z. für Sprint Zagato und R.Z. für Roadster Zagato. Als technische Basis diente die Wettbewerbsversion des Alfa Romeo 75. Der S.Z. wurde am Genfer Autosalon des Jahres 1989 vorgestellt, er wurde bei Zagato in Terrazzano di Rho bis 1992 in rund 1'000 Exemplaren gefertigt.

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Alfa Romeo ES 30, Prototyp, Automobilsalon Genf, 1989

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Alfa Romeo R.Z., 1992

Motor: V6-Zylinder Hubraum: 2959 ccm Leistung: 210 PS Geschwindigkeit: 230 km/h Privatbesitz, München

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Der Alfa Romeo R.Z., Roadster Zagato, wurde am Pariser Autosalon des Jahres 1992 vorgestellt. Wie bei seinem Vorgänger, dem S.Z., Sprint Zagato, stand auch bei der Entwicklung des R.Z. der Computer Pate. Sein Chassis wurde gegenüber dem S.Z. versteift, die Windschutzscheibe deutlich flacher gelegt und ein dünnes Stoffverdeck unter der Heckklappe verstaut. Zagato baute 274 Exemplare des Alfa Romeo R.Z., das ausgestellte Modell ist das achte der Serie.

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Aston Martin AR1 Zagato, 2004

Motor: V12 Hubraum: 5935 ccm Leistung: 460 PS Geschwindigkeit: 299 km/h Besitzer: Alain Krieg Den AR1, American Roadster 1, kleidete Zagato in den Jahren 2003 bis 2004 in einer Kleinserie von 99 Fahrzeugen ein. Als Roadster ohne Verdeck war er ausschliesslich fĂźr den US-amerikanischen Markt konzipiert. Sein V12-Motor mit 48 Ventilen stammt aus dem Aston Martin Vanquish, der von 2001 bis 2004 in Produktion war.

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Porsche V10 Carrera GTZ, 2010

Motor: V10, Mittelmotor Hubraum: 5733 ccm Leistung: 612 PS Geschwindigkeit: 334 km/h Privatbesitz Der Porsche Carrera GT wurde zwischen 2003 und 2006 im Leipziger-Werk in 1’282 Exemplaren gebaut. Das ausgestellte Modell ist der einzige Porsche Carrera, der die Bezeichnung GTZ trägt. Sein Besitzer, ein ehemaliger Rennfahrer, liess die Karosserie von Zagato nach eigenen Vorstellungen diskret modifizieren. Er unterscheidet sich vom Serienmodell durch das typische Double-bubble-Dach und veränderte Front- und Heckschürzen. Das Ursprungsmodell lässt sich noch immer zweifelsfrei identifizieren.

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Aston Martin DB7 Coupé Zagato, 2004

Motor: V12 Hubraum: 5935 Leistung: 460 PS Geschwindigkeit: 306 km/h Besitzer: Daniel Geissmann Den DB7 präsentierte Aston Martin am Genfer Autosalon des Jahres 1993. Bis ins Jahr 1998 waren über 2'000 Exemplare davon verkauft, das war eine Rekordmarke in der Firmengeschichte. Bis zum Produktionsende im Jahr 2003 wurden es über 7'000 verkaufter DB7. Zagato baute zum Produktionsende des DB7 zwei Serien zu je 99 Exemplaren. Der ausgestellte DB7 Zagato, ein Coupé, war für den europäischen und asiatischen Markt vorgesehen. Die andere, der DB AR1, ein zweisitziger Roadster ohne Verdeck, wurde 2003 an der Los Angeles Auto Show präsentiert, sein Name steht für American Roadster 1. Beide Serien sind mit dem 6-Liter 12-Zylinder-Vanquish-Motor ausgerüstet.

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Zagato Mostro powered by Maserati, 2015

Motor: V8-Zylinder, Maserati Gran Turismo Hubraum: 4200 ccm Leistung: 420 PS Geschwindigkeit: 303 km/h Privatbesitz Urvater des ausgestellten Modells war der Maserati 450 S Coupé Zagato aus dem Jahr 1957, mit dem einst Stirling Moss das 24-Stunden-Rennen von Le Mans bestritt. Zagato baute insgesamt fünf Exemplare des neuen Mostro. Er ist mit dem V8-Zylinder-Motor aus dem Maserati GranTurismo bestückt.

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Alfa Romeo TZ3 Stradale CoupÊ Zagato Kamm Tail, 2013 Motor: V10-Zylinder Hubraum: 8382 ccm Leistung: 608 PS Geschwindigkeit: 264 km/h Privatbesitz Zum Anlass des 100jährigen Geburtstags von Alfa Romeo baute Zagato 2010 den Zagato TZ3 auf der Basis des Alfa Romeo 8C als Studie in einem Karosseriekleid, das an die 1960er-Jahre erinnert. Aus dem TZ3-Projekt entstanden der TZ3 Corsa, ein Neo-Klassiker und der TZ3 Stradale, ein Avantgarde Sportwagen. Der TZ3 Stradale wurde in zehn Exemplaren gebaut, er basiert auf dem Chassis des Viper ACR.

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Aston Martin Virage Centennial Shooting Brake Zagato, 2011 Motor: V12-Zylinder Hubraum: 5935 ccm Leistung: 457 PS Geschwindigkeit: 300 km/h Privatbesitz Der ausgestellte Aston Martin wurde von Zagato als EinzelstĂźck gefertigt. Er zeigt, wenn auch eher dezent, das typische Doublebubble-Dach. Die Basis des Wagens ist der Aston Martin DB9.

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Milanina Electro Zagato, 1972

Die Automobilbranche erlebte anfangs der 1970er-Jahre aufgrund der Ölpreiskrise eine negative Entwicklung. Zagato suchte Nischen und spezialisierte sich erfolgreich auf den Bau gepanzerter Fahrzeuge. Gleichzeitig sah Elio Zagato ein Potenzial im Bau von Elektrofahrzeugen. Seine Idee war es, kleine Elektroautos für den Park-and-Ride-Verkehr zwischen Stadtzentren und Peripherie und als Transportmittel in den historischen Innenstädten zu bauen. Angesichts der heutigen Entwicklung der individuellen Mobilität lag dieses Zagato-Projekt völlig richtig, nur wurde es ein halbes Jahrhundert zu früh lanciert. Die Milanina wurde an der Fiera di Milano des Jahres 1972 als erstes Elektrofahrzeug von Zagato präsentiert und in einer Kleinserie von 25 Exemplaren gefertigt. Das ausgestellte Fahrzeug trägt die Nummer 21/25, es befindet sich in Privatbesitz.

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Zele Electro Zagato, 1974

Motor: 1000-Watt Elektromotor, 4,8 PS Spannung: 24, 36 oder 48 Volt, wählbar Reichweite: 70-100 km Geschwindigkeit: 40 km/h Leergewicht: 475 kg, davon Batterien 160 kg Besitzer: Verkehrshaus der Schweiz, Luzern Unmittelbar nach seinem Erscheinen im Jahr 1974 hatte der Zele, der Name steht für Zagato Electro, auch schon seinen nicht sehr schmeichelhaften Übernamen: fliegende Telefonkabine. Die Höhe des Zele betrug 161 cm, die Breite 135 und die Länge 195 cm, man konnte ihn quer parkieren. In den USA verkaufte sich der Zele unter dem Namen Elcar in verschiedenen Versionen. Insgesamt sind bis zum Produktionsende im Jahr 1978 rund 500 Exemplare des Elektroautos gebaut worden.

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Zagato Swiss